Montag 1. Dezember DS«S ISS. Jahrgang Erstes Blatt. Aus Stadt und Land. Gießen, den 1. Dezember 1902. Gedenktage. Als Oberer des Augustinerordens md Hofprediger iy Wien starb am 1. Dezember 1709 der -Pater Abraham a Santa Clara, eigentlich Ulrich Negerle. Begabt mit bewunderungswürdiger volkstümlicher Nr. «8Ä IrKOrlNl täglich ouyei Sonntag». dein Siebener Anberg« werden nn Wechsel mit dem Kesstschea Landwirt btt Ltehtner Lamillen. blätter dermal in der Woche beigelegt. Rotationßbrud u. Verlag bei Brühl 'scheu Ünwers.-Buch- u.Sletn- bvuderet lPtetsch ttrben) Rebaftiott. 6rpebtiu>a und Drucke reit Schn lftraße V. Rbrelle für Depeiltzent Anzeiger Gießen. ^trniprrchantLlußNr 51. Heer und Flotte. Das Kleine Buch von der Marine. Von Narine-Baumeifter G. Neudeck und Dr. H. Schröder. Neue verbesserte und stark vermehrte Auflage (36.-45. Tausend). 711 480 Seiten, mit 4 Karten über 850 Abbildungen und i farbigen Flaggentafeln.) 1902. Kiel, LipsiuZ u. Fischer. Der Inhalt des Buches bietet jedem, der — sei eS nun aus beruflichem Interesse, fei es aus persönlicher Neigung ■ stch nit unserem Marinewesen beschäftigt, ein umfangreiches Disiensgebiet in übersichtlicher, knapper, klarer und bequemer Anordnung. Seit seinem ersten Erscheinen, im Laufe von l Jahren, ist das Buch bereits in fast 40000 Exemplaren verbreitet — ein Erfolg, wie ihn im deutschen Buchhandel iin derartiges Werk noch nie erzielt hat. inonaUtch7SPl^ otertek jährUch TIL 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 6o Ps.; durch diePost Mk. 2.— viertel* jcihrl. ausscht. BesltUg. Annahme von Anzeige» für die Tagesnunnnev btt vormittag« 10 Uhr, ßetlenptei«; total 12’^ a«*»rodet« 20 Plg. verantroortltch: für den polit. u. öligem, keil; P. WUlto. lüe „Stadt und Cantr und .Gertchtsjaal": tt u ti Plato; lÜr den An* getflenteil: Han« Beck. Sprachgewalt, wahrheitsliebend und freimütig, fand er für seine mit derbem Humor gewürzten Predigten und Schriften ungemeine Teilnahme. Er ist das Urbild des Kapuziners in Schillers „Wallensteins Lager". Er war am 4. Juli 1644 in Kreenheinstedten in Baden geboren. *♦ Das Hauptkomitee der landwirtschaftlichen Provinzial-Ausstellung für den Herbst 1903 trat auf Einladung des Präsidiums am Samstag Nachmittag 3 Uhr im Hotel Großherzog von Hessen dahier zu einer Sitzung zusammen, um über die etnzuleitenden Vorarbeiten für die Ausstellung, über die Platzfrage, Ort und Zeit, Zweck und Ausdehnung der Ausstellung und über die Wahl der verschiedenen Ausschüsse zu beraten ev. Beschlüsse zu fassen. Tie Erschienenen wurden vom Vorsitzenden Oekonomierat Schl en ?e willkommen geheißen und besonders der Herr Vertreter der Regierung sowie die Herren aus den benachbarten preußischen Kreisen,^ welche sich mit den in jenen Kreisen mit Vorliebe gezüchteten Vogelsberger Rindern an der Ausstellung beteiligen werden, begrüßt. Tie geladenen Mitglieder des Haupt-Komitees waren sehr zahlreich erschienen, so daß der große Saal vollständig gefüllt war. Die entferntesten Kreise unserer Provinz waren vertreten und aus Gießen fehlten nur vier der Geladenen, die am Erscheinen durchaus verhindert waren. Diese rege Beteiligung kann als eine gute Vorbedeutung für das Gelingen der Ausstellung angesehen werden. Besonders waren die Herren Stadtverordneten zahlreich erschienen und wenn so viele berufene Herren ihre Mitwirkung dem Unternehmen leihen, so wird es nicht schwer werden, alle im Wege stehenden Hindernisse aus dem Wege zu räumen. Ter Vorsitzende teilte nun zunächst mit, daß die Ausstellung in Gießen stattfinden solle, daß als Unternehmer der landwirtschaftliche Verein für die Provinz Oberhessen anzusehen sei, und daß dieser auch die Garantie für das Unternehmen trage. Zweck und Aufgabe der Ausstellung sei insbesondere den Tierzuchtvereinigungen Gelegenheit zu geben, das was sie seit Jahren erreicht haben, zu zeigen und durch Vergleiche mit dem Erreichten anderer zu erkennen, was sie geleistet, was sie etwa versäumt und was sie nachzuholen haben. Ohne daß die Züchter der landwirtschaftlichen Nutztiere Gelegenheit haben, solche Vergleiche zu machen, kommen sie mit der Zucht nicht recht vorwärts. Mer auch die Ausstellung der Erzeugnisie des Ackerbaues und der mit der Landwirtschaft verbundenen Gewerbe sollen zu Vergleichen führen, die anspornend wirken, immer besseres, vollkommnereS zu leisten. Zu einer längeren Diskusiion gab die Platzftage Veranlassung. Vom Vorsitzenden wurde vorgeschlagen, wieder O s w al d s Ga r t en zu wählen und die Vorzüge dieses Platzes, der allerdings etwas klein geworden fei, gerühmt. Herr Kreisrat Wallau besonders und mit ihm andere Redner mahnten ab, einen so kleinen Platz zu wählen und schlugen den städtischen Platz auf dem Trieb bei der Liebig shöhe vor, ober den Platz rechts der Grünberger Straße unter Hinzuziehung des Exerzierhauses der neuen Kaserne. Man einigte sich schließlich dahin, dem Bau- und Platzausschuß die Auswahl desPlatzes vorläufig zu überlassen. — Tie Ausstellung wird gegen den 20. September 1903 stattfinden und von Nutztieren Rinder, Pferde, Schweine, Schafe, Ziegen, Geflügel, Bienen, und außerdem landwirtschaftliche Erzeugnisse aller Mt, auch landwirtschaftliche Maschinen und Geräte ausgestellt werden. — Besonders reich wird die Nindviehausstellung beschickt werden. Mit den Züchtern des Vogelsberger Rindes in benachbarten preußischen Bezirken haben die Züchter desselben Rindes in der Provinz Oberhessen einen Verband gegründet, daher stellen jene mit unseren Oberhessischen Züchtern aus, wie wir auch gelegentlich solcher Verbands- ausstellungen unsere Vogelsberger Rinder in den preußischen Nachbarstüdten ausstellen. — Neben den Vogelsberger Rindern werden die in Oberhessen reingezüchteten Simmenthaler Rinder glänzen und Zeugnis ablegen, daß diese Rinderrasse bei geeigneter Haltung bei uns sehr gut gedeiht und sehr leistungsfähig ist. An Geldprämien stehen 10 000 Mark von feiten des Provinzialvereins zur Verfügung, voraussichtlich werden die preußischen Bezirke ca. 2000 Mark beisteuern. Außer Geldpreisen werden Ehrenpreise und Medaillen gegeben werden. — An diesen Bericht des Vorsitzenden knüpfte sich keine Besprechung. Dem Hauptkomitee wurden dann Vorschläge gemacht in Bezug auf die Ausschüsse und die Zusammensetzung derselben, die gutgeheißen wurden, während man den Ausschüssen das Recht zuerkannte sich durch Zuwahl zu ergänzen. Nachdem der Vorsitzende nach Verlesung der Mitglieder die Bereitwilligkeit jener in die Ausschüsse einzutreten, festgestellt hatte, erteilte er das Wort dem König!. Landrat, Herrn von Heimburg aus Biedenkopf, der einige Worte des Tankes für die freundliche Begrüßung auch Namens der übrigen preußischen Herren sagte und die Zusicherung gab zum Gelingen der Ausstellung so weit es an ihnen sei, beizutragen. Da sich niemand weiter zum Worte meldete, schloß der Vorsitzende die Sitzung, indem er mit warmen Worten den Erschienenen dankte für ihre Teilnahme und für die Bereitwilligkeit mitzuwirken zum Gedeihen des geplanten Unternehmens. In den Wintermonaten werden nun die Ausschüsse die Vorarbeiten ausnehmen und alles vorbereiten für die Ausführung des Projektes. •• Eisenbahnverein. Am Samstag Abend fand in der Turnhalle eine von dem Vorstände des allgemeinen Eisen- bahnvereins Gießen veranstaltete Festlichkeit zu Ehren des Geburtstags Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs statt, die von zirka 200 Mitgliedern besucht war. Auch die Vorstände der Betriebsinspektion II, sowie der Werk-Inspektion und der beiden Werkstätten waren zu der Festversammlung erschienen. Verkehrs-Inspektor Nordmann hielt eine kurze, kernige Rede und brachte das Hoch auf Se. König!. Hoheit aus, ht das die Versammelten kräftig einstimmten. Nachdem das Lied »Heil unstrm Fürsten Heil* gesungen war, wurde daS Theater* stück ,$)te Kompagnieschraube" aufgeführt, daS allgemeinen Beifall fand. Zwei Doppelquartette, die unter Leitung deS Stations-Aspiranten Vomend vorgetragen wurden, forote „DaS Depeschen-Bureau* und .Eine lustige ReichStagSfitzung", vorgetragen von Werkst.-Schlofser Straub, fanden großen Beifall. »Eine Gemeinderatssitzung in Albernhaufen" setzte der Fröhlichkeit die Krone auf, sodaß die Lachmuskeln nicht in Ruhe kommen konnten. Nach mehreren Konzertstücken der Gießener Regimentskapelle erst war die Festordnung, die bei* nahe deS Schönen zu viel bot, nach Mitternacht erschöpft.' Eine ganze Anzahl Besucher mußte schon früher Abschied nehmen, da von ihnen manche schon um 4 Uhr ihren Dienst anzutreten hatten. Den Herren, die sich große Mühe gegeben haben, um die Festlichkeit so angenehm als möglich zu ge* takten, gebührt Dank, ganz besonders dem Eisenbahnsekretär Zinth als dem Arrangeur der Festlichkeit, sowie bem ©tat« Aspiranten Vomend und dem Stat.-Assistenten ©ringel,, von denen der erstere die Gesangsleitung, der letztere div Spielleitung übernommen hatte. ♦* Die Eröffnung der MasKinenbauschuk^ zu O f f en b a ch a. M. Tie weit über die Grenzen unseres Landes hinaus aufs beste bekannten Technsichen Lehr*, anstalten zu Offenbach a. M. (unter Staatsaufsicht), welche aus ihrer Bauschule und ihrer kunstgewerblichen und ma* chinentechnischen Abteilung eine Menge tüchtiger Leute, die es zu sehr angesehenen Stellungen gebracht haben, hervor* gehen sahen, haben nun eine umfangreiche Erweiterung erfahren, indem mit dem 1. April kommenden Jahres eine Maschinenbauschule ins Leben tritt. War ja auch seither, den begüterten Kreisen Gelegenheit geboten, ihre Söhne, durch den Besuch der Technischen Hochschule in Darmstadt Maschinen-Jngenieuren auszubilden, so sah sich doch der. Mittelstand gezwungen, wollte er seine Söhne nur Techniker oder Werkmeister werden lassen, diese weit weg z» geben. Es ist deshalb um so erfreulicher &u begrüßen, daß gerade in Offenbach, das als siabrikstadt einen sehr guten: Namen hat, und das im Mittelpunkt Hessens liegt, eine derartige Schule entsteht. Tüchtige Lehrkräfte und entsprechende Hilfsmittel bieten außerdem Gewähr, daß bem Schüler eine gediegene und umfassende Bildung für derp Technikerberuf zu Teil wird. Ta das Schulgeld im Verhältnis zu dem anderer Anstalten als sehr mäßig zu be-j zeichnen ist, da außerdem in Offenbach der Preis für Kost und Wohnung sich auch nicht hoch stellt, so kann allen der Besuch dieser Anstalt aufs wärmste empfohlen werden. Wir glauben daher diesem Unternehmen eine sehr günstige Entwicklung prophezeien zu dürfen. □ Krofdorf, 28. Nov. Am nächsten Montag, dem 1. Dezember, findet für ganz Preußen eine außerordentliche Viehzählung statt. Soweit wir in die Zählkarten Einsicht genommen, ist die Zählung diesmal nicht so umfaßend wie früher. Es werden z. B. Ziegen, Hühner und Gänse,; auch Obstbäume nicht mitgezählt. Da die Zählgeschäfte vorp den Lehrern der einzelnen Gemeinden vorzugsweise besorgt werden, so freut sich namentlich die Schuljugend auf diese Zählung, denn dieser Tag ist chnen als freier Schultag an- gekündigt worden. XOrtenberg,29. Nov. Die Arbeiten her SBaffei* leitung von Merkenftitz nach Kloster KonradÄwrf schrei*. ten, mit einer Unterbrechung durch die jüngste Kälte, immer rüstig vorwärts. Die Hausleitungen werden wohl, erst gegen Frühjahr angelegt werden können, wie berat auch die Herstellungsarbeiten der einzelnen großen Wasserbassins bei der großen Kälte vor mehreren Tagen sistiert werden mußten. Waren auch vor Beginn der Arbeiten in den einzelnen Gemeinden heftige Gegner der Wasser*, leitung zu finden — heute sind sie Freunde und Fürsprecher derselben geworden. Falls die Quellen ausgiebig sind, stehen noch weitere Anschlüsse von Ortschaften in Aussicht. Bürstadt, 28. Nov. Ein eigenartiges Geschick, das leicht verhängnisvoll hatte werden können, passierte gestern dem Geineinderatsmitglied Fritz R. Er war mitt Holzhacken beschäftigt, als der Schuppen über seinem Hauptes plötzlich zusammenbrach und ihn unter seinen Trümmern be*. grub. Seine im Hause anwesende Tochter rief eiligst Hilfen herbei und es gelang, den schon halb Erstickten aus seiner verzweifelten Lage zu befreien. Seine Verletzungen sind zum. Glück nicht lebensgefährlich, doch mußte er ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Darmstadt, 28. Nov. Heute nacht 12 Uhr 20 Mtn. wurde die Feuerwache allarmiert nach der Schloßgarten*' straße. Im Großh. Hofgarlen war in einem Gebäude Feuer entstanden, welches den Dachstuhl zum größten Teil' zerstörte. Das Ablöschen des Feuers erforderte eine zweistündige Thätigkeit. Die Entstehungsursache des Feuers konnte bis jetzt noch nicht festgestellt werden. Worms, 28. Nov. Seltenes Jagdglück hatte Herr Fritz Ernst, indem er gestern beim Treiben in der Jbersheimer Gemarkung eine kapitale Fischotter mit brillantem Kopfschuß erlegte. a. Marburg, 30. Nov. Nach dem soeben erschienenen, Verzeichnis des Personals und der Studierenden auf der hiesigen Universität beträgt die Zahl der Immatrikulierten 1111 gegen 1054 im vorigen Winter. Hierzu kommen 72, darunter 19 Damen, die mit Erlaubn's deZ AaH dem Sturm. Unser parlamentarischer Mitarbeiter schreibt ttnterm 59. November: Die Sen sationöbegierde, die sich von der heutigen Sitz- nmg im Reichstag ein „Fest" versprach, stand doch noch außer bem Antrag v. R'arborff eine Polen-Interpellation aus der Tagesordnung, wobei ebenfalls stürmische Ebenen zu erwarten waren, — ist diesmal nicht auf die kosten gekommen. Nach Verlaus von ungefähr 2 Stunden erreichte die Debatte bereits ihr Ende. Fast überflüssig, zu fragen: Wodurch? Durch die Beschlußunfähigkeit des Hauses, die der Feldherr der Obstruktton, Abg. Sing er feftfleHen ließ, indem zugleich die Sozialdemokraten aus dem Saale sich entfernten. Es hätte dieses Mittels, das den Zorn der Rechten und des Zentrums erregte und sie zu lauten Rufen veranlaßte, kaum okdurst, beim auch mit den Sozialdemokraten wäre die Beschlußfähigkeitsziffer nicht erreicht worden. Die Zollmehrheit, vor zwei Tagen so un- gebeuer eifrig, den Tarifentwurf in den rettenden Hafen zu bringen, ist bereits wieder am Ende ihrer firaft' und Ar- beitssreudigkeit. Ter Enthusiasmus hat nicht lange vorgehalten. Mit Mut in der Brust packten die Herrschaften, die nicht in Berlin ihren Wohnsitz haben, die Handkoffer imd dampften in die Heimat ab, vermutlich von dem Wunsch beseelt, dort von den wild bewegten Szenen zu berichten, deren staunende Zeugen sie waren. Tie Frakttonen können Uber einen Feiertag hinaus ihre Leute nicht halten; da nützt kein Zureden und kein Beschwören. Am Montag werden voraussichtlich wieder die Meisten durch Abwesenheit glanzen. Sachlich ist nicht viel vom heuttgen Tage $$ berichten. Die Polen-Interpellation fiel aus dadurch, daß Gras Bülow durch Staatssekretär Graf Pvsadowskt) verkünden ließ, er behalte sich die Beantwortung vor, bis die „Er- hebungen" vollständig sind. Zum Antrag v. Kardvrff auf en bloc-Annahme des Zolltarif wurden nur zwei Reden gehalten, die eine, unerwartet kurz, vom Dbg. Stadt- ijagen (Soz.), die andere vom Dbg. Barth (Freis. Bgg.). ilbg. Stadthagen brauchte zwar sehr kräftige Ausdrücke gegen len „Bruch der Geschäftsordnung", den der Anttag v. K'ar- lorff herbeiführe, er zieh Herrn Dr. Bachem vom Zentrum, „lauter Unwahrheiten" gegen die äußerste Linke gesagt zu qaben, er beutete schließlich an, ein Präsibent, der diesen Antrag für zulässig erkläre, begehe ein „schandbares Verbrechen" — aber man hat schon Derberes, Aufregenderes -:s zu einem, anhaltende Bewegung hervorrufeuden .Zwischenfall. Abg. Bebel (Soz.) warf das Wort ,/8er- 'üter!" ein. Richter erhob sich, zorngeröteten Antlitzes, -md hielt den Sozialdemokraten aus dem Stegreif eine kurze, aber höchst wuchttge Standrede. Es gab sich doch .ttroaS wie Beschämung auf der äußersten Linken kund, nach ber Kennzeichnung „Das ist eine Infamie, eine Infamie!" :nnb ber scharfen Frage, „ob Bebel sich feig zurückzieben volle?" Bebel erhielt für bie Kränkung Richters, dessen gesundheitliches Befinden, beiläufig, in letzter Zeit nicht befriedigend fein soll, vom Vicepräsidenten Büsing den • Orbnungäruf Abg. Barth betonte noch, daß bie Haltung her Freisinnigen Vereinigung gegenüber dem Tarifentwurf kurchaus unabhängig von derjenigen ber Sozialdemokratie ]iri u nb auf selbständiger Erwägung über den ,Furch und kburch verderbten" Tarif beruhe. , Im Interesse ber Ordnung und der Würde des Hauses :6at Präsident Graf Ballestrem heute Verfügungen an- gekündigt, die den Raum um die Rednertribüne ftechalten Hollen Wenn aber die Bande frommer Scheu sich lösen? CO a c B o B o I 3 d-B c s g o to e 3 C c 'S'Q c? „ * «$t 2- 2 c % re CD E 25 ■g'-E e .5 -3 ^9 § ►47" qj <*-• 2- ” vH «St 14 3 ■S F 'Z 3 w-*o<0 o — a» >-— 5 u» ® o S 2 2 N- © VD e E tE? isn e Q o St ä ■a S . E C S * * 8 * a w (X 0^0 " "e^ l5 E s E -o a» W s > C D E E O Ci O Cb> jO -E E Cfl n E O 00 1-1 E *c a. ,2 E es E O M C C5 SS *- - es £ j 5. es .. o c Ü E CJ E • E *15 ö ^*ö S ° E — C* © 5 & = S E S *» S'e E ■« Ä E E tc_ — E - e 50 °-o e c _ W - g C o S-gr aezg £* I "> dl -= .. E = -S" £ Z5 "I ® ä -- ® _ i. 5 O E .21 • U-S’a T ck5 <2 E ä- e e <- c. e ueQ E O E E E ^5 aa C o c g CD c c 6* © 5 ä X £.5 E - -e-e i .?• O ° 5>S ■Z 5 0— • _ C-° E ■g' c. •-» C Z D ‘-I - « 2 «’S ° tr s E - S - ■— G* (X I 5 H ’ = ^5 . »- 55 < Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Villinge« für 1903/04 liegt vom 2. Dezember bis 10. Dezember L IS. auf dem Bürgermeisterei-Bureau zur Einsicht der Interessenten affen. Dillmgen, den 1. Dezember 1902. Großherzogliche Bürgermeisterei Villingen. _____________________Rühl.__________________8307 Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Dors-Gtll für 1903/04 liegt vom 2. Dezember L IS. ab acht Tage lang auf dem Aürgermeisterei-Büreau zur Einsicht der Jntereffenten offen. Dorf-Gill, den 1. Dezember 1902. Großh. Bürgermeisterei Dorf-Gill. ______________________Kuhl.__________________8306 LhristbeschmllgderKlmkililier-BeloilhMßalt Am 4. Advent-Sonntag, den 21. Dezember d. I., soll tue Ehristbeschernug für die Kinder unserer Anstalt stattfinden. Wir haben in diesem Jahre über 200 Kindern die Bescherung her» iiunchten und den Weihnachtstisch mit Gaben zu decken. Um dies jn können, wenden wir uns wieder an die Liebe und den wohl» Mollenden Sinn der Freunde unserer Anstalt und ihrer Kinder. Wir bitten, uns Gaben an Kleidungsstücken, Stoffen, Garn und dergleichen, besonders aber auch Geldgabeu, die uns die gleuh- nräßigste Bescherung für unsere Kleinen ermöglichen, juroenbcn z» wollen. Eine Liste zur Echebung von Beiträgen wird nicht herumgehen, vielmehr bitten wir, die uns zugedachlen Gaben recht bald an eine der nachbenannten Vorstandsdamen gelangen zu laffen: Frau Rechtsanwalt Grünewald, Liebigstraße 21; Frau Johanna Haas, L?stanlage 81; Frau RechnungSrat Kalbfleisch, Luowigstraße 7; ff-rau Proieffor Leist, Ostanlage 86; Frau Bürgermeister Mecum, § öberstraße 23; Frau Pfarrer Naumann, Südanlage 8: Frau L »tse Otten-, Bismarckstraße 11; Frau Lina Schmall, Ostan- lage 86; Fräulein Luise Wortman«, Dammstraße 32. Auch die Schwestern nuferer Anstalt sind bereit, Gaben an- nunehmen; man wolle freundlichst beachten, daß es die Kleinkinderschulschwestern sind Dtezstraße 15. Gießen, den 10. November 1902. Der Vorstand der Kleinkinderbewahranstakt. _________________Dr. Naumann._______________7865 Atg-KmkMch Gikßk«. Gemäß tz 50 des Statuts hat die Wahl der Vertreter zrnr General-Versammlung alle 3 Jahre stattzusinden, und >i-uß sonach, da die letzte Wahl am 13. Dezember 1899 il attgefunden hat, dieses Jahr Neuwahl eintreten. Von Seiten 6er Kaffenmitglieder sind 148 und von Seiten der Arbeit- zeber 74 Vertreter zu wählen. Zu diesem Zweck haben wir für die KaSSeMlitglleder Wahltermin auf Mittwoch den 10. Dezember l. von mittags 12 Uhr, bis abends 8 Uhr, im Kaffenlokale, Lud- wigstraße 12, mb für die Arbeitgeber auf Donnerstag den 11. Dezember L 3*, nachmittags von 3 bis 6 Uhr ebendaselbst anberaumt und laden wir die Jntereffenten zu diesem Wahl- aD höflichst ein. Wählbar, sowie wählen können von den Kaffenmitgliedern soelche, die daS 21. Lebensjahr überschritten haben und im besitze der bürgerlichen Ehrenrechte find. 8346 __Der Vorstand. Detaillisten-Vereiii General-Versammlung Montag den 1. Dezember 1902, abends 9 Ahr im Kaufmännischen VereiuShanS. TageS-Ordnung: 1. Jahresbericht. 2. Rechnungsablage. 8. Vorstandswahl. 4. Handelskammerwahl. Um zahlreiches Erscheinen bittet 8266 Der Vorstand. der n. Klaffe der I. Hess.-Thür. StaatS-Lotterie 3iiiii Mkihirnchtsstste kllllü Jtdcmallll Ccld kallchtll! Zur prompten und sorgfältigen Bedienung empfiehlt sich Ang. Frees, Giessen Hof- «nb UnmrßtSts-Kiichhaiülsvg. in der U. Klaffe der I. Hefl.-Thür. StaatS-votterte ausqefpielt wird, gewinnen, wenn Sie sich rechtzeitig mit einem Lose versehen. 8344 Sie können noch den möglichen Höchsttreffer von eventl. 70000 Mark welcher am 5, und 6. Dezember d. J. Sämtliche Backzuthaten pgc feinen Bäckerei empfiehlt in bekannter Güte billigst 7 Emil Fischbsöh Versteigerung. Dienstag, den 2. Dezbr. d. I. nachmittags 2 Uhr versteigere ich Neustadt 55 dahier gegen Barzahlung: 1) 8 eiserne Schubkarren, 7 Sack Gement, 4 Gement» wafsersteiue, Asphalt, Terrazzosteine, Bretter, 1 Fatz Gontrou, 1 Fatz Epurd sowie 2 Mehlatteu, 2) 1 vollst. Ladeneinrichtung, Eisschratchmehrere Waagen, Hackklotz, Gasofen, Sopha, Waschkommode m. Marmorplatte u. div. andere Möbel. Die Versteigerung zu 1 findet bestimmt, zu 2 teilweise statt. 83291 Born, Gerichtsvollzieher. Freiwillige SerStifltrnnii. Dienstag, bett 2. Dezbr. 1902 nachmittags 3 Uhr werde ich aus dem Lagerplatze des Spediteurs Schneider im Güterbahnhofe zu Marburg — einen Waggon (laut Frachtbrief 234 Gentner) Weißkohl, welcher zur Verfügung gestellt ist, öffentlich meistbietend gegen sofortige Barzahlung versteigern. Der Berkaus findet bestimmt statt. 8348 Marburg, den 29. Novbr. 1902. Röhre,Königl. Gerichtsvollzieher. W. Sri. 5lo!W per Stück 6 Pf., 100 Stück 5,50 Mk. Fste. Bismirlkherillge per Stück 10 Pf. Fste. rusi. Sardinen per Pfd. 40 Pf. 7210 E. Dort. W- nnö 8eMse-Killsen>tll Fischkouserveu Südfrüchte BiMgste Bezugsquelle für Restaurateure. 8254 Bitte verlangen Sie Preisliste. I. BI. Schulhof, Delikatesten und Konserven. Gegründet 1836. Marktstraße 4. Telephon 119. Absolut wasserdichte Lederschmiere Dose 50 Pfg. 8107 Adler-Drogerie Otto Schaaf. WarulsWen empfiehlt äußerst billig 8080 Gg. 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