Nr. 204 «erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siehrner Familien- blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brüh l'schen Unioers.-Buch-u.Stein- druckerei (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Fernsprechanschluß Nr. 51. Erstes Matt. 152. Jahrgang Montag 1. September 4808 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger w 4*r Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Giessen DerngSpreiSr monatlich75Ps^vterteI- jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk. 2.— viertel- jährl. ausschl. Vestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 12 Pf^ auswärts 20 Psg. Verantwortlich: für den polit. u. allgem. Teil: P. Wiltko; für »Stadt und Land* und .Gerichtssaal*: Eurt Plato; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Unter beit Teilnehmern der Tasel bemerkten wir noch: den Oberzeremonienmeister Graf Gianotti, Generalmajor v. Barbebeben in Civil (früher Kommandeur der 13er), Herzog zu Fragnito, Graf Lamperdenghi, Generaladjutant Brusati, Generalbeutnant v. Deines, Cavaliere bc Libero unb anbere italienische Würdenträger, ferner Generalmajor v. Bissing (auch ein früherer Kommandeur ber 13er), Oberbürgermeister Abickes, Polizeipräsident Frhr. v. Müssling, Oberstleutnant v. Auer von den 81cm u. a. Auf ber Veranda bes Hotels spielte bie Husarenkapelte italienische Weisen. Das Menu lautete: Hors d'oeuvres Savoyeienne, Consomme Bussard Re Umberto, Saumon du Rhin grilld de bearnaise, 8 al ade de Concombres, Piece de Boeuf ä, l’Imparial, Perdreaux du Palatina en Cocotte, Salade coeur de Romain, Compötes fines, Peches Melba, Croque en Bonche, Wales Rarebrits. Fruits. Gleich zu Anfang bes Tiners überreichte ber König dem Major v. Bobecker von den 13ern eine Auszeichnung. Oberstleutnant v. Blumenthal brachte ben Trink- sPruch auf ben König aus. Tie Husarenkapelle intonierte den italienischen Königsmarsch. Ter K ö n i g d a n k t e sofort in italienischer Sprache. Er freue sich, einige Stunden in ber Mitte des Regiments, bas sein Vater so lieb gehabt habe, weilen zu können. Tie kurze Rebe klang in einem Evviva auf bas Regiment unb seinen obersten: Kriegsherrn aus, worauf bie Kapelle „Heil Tir im Sieger- kranz" spielte. Während des weiteren i^rlaufes des Mahles unterhielt ^sich der König sehr lebha/t mit Oberstleutnant v. Blumenthal. Rach dem Tiner unterhielt sich der König im Vestibül längere Zeit mit einer Deputation der italienischen Kolonie. Um 8 Uhr 25 Min. fuhr der König mit Gefolge unter den brausenden Hochrufen der Menge nach dem Bahnhofe, wo gegen 9 Uhr die Abfahrt erfolgte. Ein Meer von Licht, das in den mächtigen Hallen unseres Hauptbahn Hofes flutete, leuchtete dem italienischen Herrscher hinaus in die Nacht. Wie man aus Berlin meldet, herrscht in diplomatischen Kreisen kein Zweifel darüber, daß weder die Verständigung Italiens und Frankreichs über die tripolitauische Frage noch ber Besuch des Königs von Italien in Rußland etwas geänbert hat in der Bedeutung und Festigkeit des Dreibundes. Ter Unterschied gegen früher liegt nicht darin, daß der Dreibund sein Wesen verändert hätte, — er ist vielmehr unverändert erneuert worden, sondern darin, daß die allgemeine Politik aller Mächte friedlichlev geworden ist und die Spannung in Europa gegen* früher sehr nachgelassen hat. Ter Besuch König Viktor Emanuels ist ohne jeden Mißklang verlaufen. Die Besprechungen zwischen den Souveränen und den leitenden Ministern für die auswärtige Politik stellten eine friedliche Uebereinstimmung fest. Gießen, 29. August 1902. Betr.: Mitwirkung der Feldschützen bei der Pfändung von Feldfrüchten. Das Grobherzogliche Kreisamt Gießen au bie Großh. Bürgermeistereien des Kreises. Auf Anordnung des Großh. Ministeriums des Innern beauftragen wir Sie, die Feldschützen anzuweisen, den Gerichtsvollziehern und sonstigen Vollstreckungsbeamten auf Verlangen Auskunft über die Lage und Bestellung von Grundstücken zu erteilen und ihnen diese Grundstücke erforderlichen Falles zu zeigen. Für die Mühewaltung kann der Feldschütze von dem Vollstreckungsbeamten eine Vergütung beanspruchen, deren Festsetzung mit Rücksicht auf die Verschiedenartigkeit der Fälle zunächst der freien Vereinbarung Beider überlasten bleibt, auf Anruf eines der Beteiligten aber durch uns erfolgen wird. Dr. Breid-ert. Gießen, 29. August 1902. Betr.: Kontrolle über die im Privatbesitz besindlichen Vorräte an Schießpulver und Sprengstoffen. Das Grsßherzogliche Kreisamt Gießen au die Großh. Bürgermeistereien ber Lanbgemeinben bes Kreises. Wir erinnern diejenigen von Ihnen, welche auf unser Ausschreiben vom 11. d. M. im Kreisblatt Nr. 76 noch nicht berichtet haben, an besten Erledigung. Ihrem Berichte sehen wir nunmehr binnen drei Tagen entgegen. Dr. Breidert. Betr.: Sterblichkeitsstatistik. Ha bie Großh. Bürgermeistereien bes Kreises Gießen. Wir ersuchen Sie, die Zählkarten und Todeszeugnisse von Juli unb August möglichst in ben ersten Tagen bes Monats September an uns einzusenden. Gießen, den 30. August 1902. Großh. Kreisgesundheitsamt Gießen. Dr. Haberkorn. Aer König von Italien in Deutschland. Berlin, 30. Aug- Heute vormittag hat in ber Zeit von 9 bis 11 Uhr bie große Her bst parabe über bie Potsdamer und Berliner Garnison stattgefunden. Der Kaiser trug große Generals- Uniform mit dem Banbe bes Schwarzen Adlerordens und der Kette des Annunziatenorbens. König Viktor Emanuel hatte die Uniform ber Bockenheimer Husaren und ebenfalls den Schwarzen Adlerorden angelegt, die Kaiserin die Uniform ber Pasewalker Kürassiere mit straußfederbesetztem Dreimaster unb dem herzförmigen Schild von Hohenfriedberg auf der Brust. Unter den Aängen des italienischen Königsmarsches ritten bie beiden Monarchen die Front ber Truppen ab, worauf ein einmaliger Vorbeimarsch erfolgte. Nach einer kurzen Kritik begann ber Rückmarsch ber Truppen unb bie Rückfahrt der geladenen Persönlichkeiten. Der Kaiser ritt an ber Spitze ber Fahnenkompagnie in bie Stadt zurück, links bojt ihm ritten König Viktor Emanuel und ber Kronprinz von Sachsen. All- gemeiues Aussehen erregte ber Häuptling von Kamerun, Manga Bell. Der Kaiser bankte fortwähreub mit bem Marschallstabe für die Hochrufe bes Publikums, währenb der König freundlich lächelnb den Kopf neigte. Um ein Uhr fand bei bem ReichskanAer Grafen von Bülow zu Ehren bes Ministers Prinetti ein Frühstück statt, an bem bie Gräfin Bülow, die Marchesa Jmperiali, Botschafter Graf Lanza unb bas gesamte Personal ber italienischen Botschaft sowie ber italienische Mrlitärattachee teilnahmen. Heute abenb um 7 Uhr fand im Neuen Palais Parabetasel statt. Wieberum saß ber König von Italien zwischen bem Kaiser unb ber Kaiserin. Neben bem Kaiser folgten nach rechts zunächst Prinzessin Friedrich Leopold, der Kronprinz, dann u a- Prinz Pari- batra von Siam, Prinz Chlodwig von Hessen-Philippsthal u. s. w., endlich Wirk!. Geh. Rat Dr. v. Lucanus; links neben ber Kaiserin saß der Kronprinz von Sachsen, bann bie Prinzen Eitel Friedrich, Friedrich Heinrich und Friedrich Wilhelm u. s. w., Minister v. Wedel, General v. Lin- bequift u. A- Dem König von Italien gegenüber saß ber Reichskanzler, zwischen bem Minister Prinetti unb bem Botschafter Graf Lanza Rechts folgten Generaloberst v.Hahnke, Minister Ponzio-Vaglia u. s. w., ferner Kriegsminister von Goßler, links Generalleutnant v. Perbandt u- A. Auf das Telegramm des^ Bürgermeisters von Rom antwortete Oberbürgermeister Kirschner: „Die Bürgerschaft Berlins weiß sich mit ber Bevölkerung des ewigen Roms eins in den herzlichsten Wünschen unb Hoffnungen für das Wohlergehen unb bie Zukunft ber treuen Verbündeten Italien und Deutschlanb unb ihrer erhabenen Fürsten. Sie war glücklich, ben eblen König von Italien am Geburtstage des deutschen Geistes- fürften Goethe, dessen Standbild binnen kurzem als Gabe des deutschen Kaisers Rom schmücken wird, in ihren Mauern festlich begrüßen zu können." Der König von Italien liefe bem Berliner Oberbürgermeister burch bie italienische Botschaft 10 000 Lire für bie Armen Berlins übermitteln. Potsdam, 31. Aug. Der König von Italien wohnte heute früh mit bem Minister Prinetti und seinem ganzen Gefolge ber Messe bei. Gegen 9 Uhr trafen bie Majestäten vom Neuen Palais aus bem Bahnhofe Wilbpark ein/ wo ber Kronprinz, Prinz Eitel Friebrich und Reichskanzler Graf v. Bülow erschienen waren. Der Abschied der Pbajestäten war überaus herzlich, sie küßten sich'wiederholt. Als der König den Zug bestiegen hatte, reichten sich die Majestäten nochmals die Hand. Während der Zug sich unter den Hochrufen eines zahlreichen Publikums in Bewegung setzte, grüßte der König noch fortwährend aus dem Wagen. Aus der Fahrt war der König vom Ehrendienst begleitet. lkmnkf^urt a. M, 31. AÜL. Zu Ehren des Königs von Italien ist das Bahnhofsviertel prächtig geschmückt. Von den Häusern wehen Fahnen in den italienischen und deutschen Farben. Auf dem Haupt- bahnhof zeigt der Bahnsteig Ko. 7 Draperien in den italienischen Landesfarben, Arrangements von Blattpflanzen und blühenden Topfgewächsen. In den Blättern sind elektrische Glühlämpchen in Rot-Weiß-Grün für die Illumination verteilt. Die gleichen Dekorationen trägt der Nordausgang des Bahnhofs. Die Feststraße ist umsäumt von laubum- kränzten Flaggenmasten; die Häuser sind geschmückt mit Laubgewinden und Fahnen. Von den Balkons hängen prächtige Teppiche und Dekorationen in den italienischen und deutschen Farben. Die Straßenlaternen tragen Gassterne. Einen besonders schönen Schmuck weisen die Villen in der Taunusanlage auf sowie das Hotel Imperial. Tausende drängen in den Straßen, jeder Zug bringt weitere Menschenmassen. Das Wetter ist trübe und schwül. Gegen halb 6 Uhr begann die Absperrung. Um 6 Uhr rückte die Ehrenkompagnie, die 1. Kompagnie des 81. Regiments, an und nahm mit ber Musik auf bem Bahnsteig Aufstellung, bie direkten Vorgesetzten auf bem rechten Flügel. Inzwischen formierte sich bas Husarenregiment Nr. 13 in ber Taunnsanlage, die Standarten-Eskadron rückte mit klingendem Spiel an Zum Empfange fanden sich im Bahnhof ein: der Divisionskommandeur v. Deines, Brigade- kommandeur Normann, Stadtkommandant v. Stülpnagel, Flügeladjutant Oberst v. Jacobi vom 80. Regiment, der italienische Generalkonsul Graf Lambertongei, Polizeipräsident Frhr. v. Müssling u, a Kurz vor halb 7 Uhr lief der königliche Zug ein Die Ehrentömpagnie präsentierte, die Musik spielte die itatieiüfcge Hymne. Der König entstieg dem vorletzten Wagen, schritt mit seinem Gefolge die Front der Ehrenkompagnie ab und begab sich nach bem Querperron, von stürmischen Hochrufen unbTücherschwenken des dicht gedrängt den südlichen Teil des Perrons einnehmenden Publikums begrüßt. Hier nahm der König den Vorbeimarsch der Ehrenkompagnie entgegen und begab sich bann durch den nördlichen Ausgang zum Wagen. Als der König heraustrat, brach die Menschenmenge, die Kopf an Kops ben weiten Platz und die Bürgersteige besetzt hielt, in stürmische Hochrufe aus. Im ersten Wagen fuhr ber König mit dem kommandierenden General v. L i n b e q u i st, eskortiert von einer Schwadron Husaren, in den übrigen Wagen das Gefolge mit der deutschen Generalität. Die Fahrt ging durch die Karlstvaße, Mainzer Landstraße zur Taunusanlage. Hier hatten sich inzwischen die Mannschaften des 81. Juf.-Regts., das zur Durchführung der Absperrungsmaßregeln gestern abend aus dem Manöver hier eingetroffen war, ihre Plätze eingenommen. Mit klingendem Spiel rückte die erste Schwadron des Husaren-Regiments Nr. 13 mit der Standarte heran und nahm auf dem rechten Flügel des Regiments Aufstellung. Hinter den Truppen drängte sich ein dichtes Spalier von Zuschauern. Kurz nach halb 7 Uhr ertönte das Kommando: Aufgesessen! und das Regiment formierte sich zur Paradeaufstellung in Linie zu zwei Gliedern. Die Musik intonierte die Marcia Reale. Während die Wagen mit dem Gefolge des Königs an der Ecke ber Mainzer Landstraße und Taunusanlage hielten, fuhr der König im Schritt die Front des Regiments ab, jede Schwadron salutierend. Auf dem linken Flügel desselben hatten ber Verein ehemaliger 13. Husaren unb bie hiesige italienische Kolonie mit ber Fahne Aufstellung genommen. Am linken Flügel ber Ausstellung wendete der Wagen und der König fuhr nochmals die Front des Regiments .a-b. Am ersten Flügel angekommen, verliefe ber König ben Wagen, trat auf den Bürgersteig und ließ nunmehr das Regiment im Parademarsch vorbeidefilieren. Nach dem Regiment marschierten der Verein ehemaliger 13. Husaren und die italienische Kolonie vorbei, deren Mitglieder dem Monarchen begeistert zujubelten. Tann bestieg der König wiederum den Wagen und fuhr, mit der gleichen Eskorte und wieder überall lebhaft begrüßt, mit seinem Gefolge zum Hotel Imperial. Vor bem Hotel drängte sich eine tausend köpfige Menschenmenge. Auf dem Opernplatze loderten Gasflambeaux, ebenso auf bem Dache des Opernhauses, bas durch elektrische Scheinwerfer beleuchtet wurde. Auch viele Privathäuser hatten illuminiert. Vor dem Hotel ftanben die Mitglieder der italienischen Kolonie mit Fahne. Im Vestibül des Hotels begrüßte Oberbürgermeister Abickes den König. Im Anschluß daran wurden vorn Kommandeur des' 13. Husaren-Regiments, Oberstleutnant v. Blumenthal, die Reserveoffiziere des Regiments vorgestellt. Im großen Speisesaal mar in Huseisenform die Tafel gedeckt. Sie war einfach, aber geschmackvoll dekoriert. Dem Sitze des Königs gegenüber waren große Oelgemälde des Königs Humbert angebracht. An der Tafel nahmen ca. 70 Personen" teil, sstechts vom König saß Oberstleutnant v. Blumenrhol, linfö Major v. Blumenthal, gegenüber Exz. o. Lindequist. Rechts von dem Letzteren saß Graf Lanza, links der ital. Hausminister Poncio Vaglia. Zwischen dem Stadtkommandanten v. Stülpnagel und Rittmeister von Mumm erblickte man die ernste Erscheinung des italienischen Ministers des Aeußern P r i in-11 i. Es ist ein bildschöner Mann, bei dem Schweigen .old zu sein scheint. Zur Fleischteuerungsfrage sind uns heute mehrere Zuschriften aus unserem Leserpublikum zugegangen, von denen wir morgen die eine ober die andere zum Abdruck bringen werden. Sie alle kamen durch seltsamen Zufall so spät in unsere Hände, daß der heute uns zur Verfügung stehende Raum ihre sofortige Berücksichtigung uns verbietet. Bemerkenswett ist ein in einem Wetterauer Blatte veröffentlichter Brief an ben ehe m. Reichstagsabg. Grafen Orivla in Büdesheim, in dem der „Unwille" ausgedrückt wird, der „weiteste Kreise in der Wetterau über die hohen Fl ei sch preise erfaßt habe. Es wird gesagt, daß die Fleischpreise, die zur Erhaltung der Volkskraft dienen, eine Erhöhung von 10—15 Proze.nt erfahren hätten. Unb bies in einer Gegenb, welche vermöge ihres Boden- reichtums mehr wie irgenb eine anbere im,Stande sein könnte, sich selbst zu ernähren, und nicht wie anbere inbustriereiche Gegenben Deutschlanbs auf bie Zufuhr bes Auslanbes angewiesen ist. Es wirb gefragt: Wie kommt es nun, baß Herr Gras Oriola in ber Zollfrage einen Standpunkt einnimmt, mit welchem er sich mit neun Zehntel seiner Wähler in Widerspruch setzt! Man könne es nicht begreifen, daß ein Mann, welcher mitten im Doll lebt, einen solch verkehrten, seine Wähler in der größten Mehrzahl belastenden Standpunkt einnimmt, denn darüber müsse doch bei dem Grafen Oriola kein Zweifel bestehen, was er auf der einen Seite dem Bauer in kleinem Maße g i e b t, werde demselben auf der anderen Seite durch die Zollerhöhung auf alle Artikel in doppeltem, ja dreifachem Maße wieder genommen. Die Handelskammer zu F r i e d b e r g, im Herzen der Wetterau, habe sich doch auch gegen die Zollvottage ausgesprochen und sei für langfristige Handelsverträge eingetrelen. Tie Verteuerung der Lebensmittel treibe die Leute zurAuswanderung und nütze nur der Sozialdemokratie, welche jetzt ein vorzügliches Agitationsmittel besitze. Zum Schluß wird Graf Oriola aufgefordert, die Interessen seines Wahlkreises zu vertreten und nicht der norddeutschen Junkerschaft durch Unterstützung ihrer wucherischen Anträge Gefolgschaft zu leisten. In Mainz wurde in einer Sitzung ber vereinigten sozialpolitischen Deputation unb bes Finanzausschusses beschlossen, ber Stabtoerorbnetenversammlung eine Resolution zur Annahme zu unterbreiten, bie an bie Reichsregierung bas Ersuchen richtet, bie Grenzsperre für Vieh auf - zuh eben. Dabei kam es auch zu interessanten Ausführungen bezüglich ber Aufhebung bes Oktrois für Fleisch- unb Wurstwa ren. Von sozialbemokratischer Seite war ber Antrag gestellt worben, bas Oktroi für Fleisch- und Wurstwaren aufzuheben. Der Finanzausschuß erklärte sich bereit, das Oktroi aufziiheben unter ber Bedingung, daß die Metzger die Versicherung geben, daß sie ihre Fleischpreise um den Betra g des OktroiS herabsetzen würden. Ferner nahm in Mainz eine von zirka 4000 Personen besuchte Volksversammlung, in der Dr. David referierte, eine Resolution an die Regierung an, den Reichskanzler um schleunigste Ceffnung der Reichsgrenzen zur Einfuhr lebenden Schlachtviehes zu ersuchen, damit der Fleischnot gesteuert werde. Beachtung verdienen ferner einige Preßstimmen aus dem Reiche. Während die „Disch.Tagesztg.", das führende Organ des Bundes der Landwirte, täglich von einem Fleischnot- „Rummel" spricht, erklärt die freikonservative „Post": „Wer den Pegelstand der augenblicklichen Fleischpreise und deren unaufhörliches Wachstum ansieht, wird kaum bestreiten können, daß thatsächlich eine Fleischnot herrscht." Der „Bund der Landwirte für Pommern" gesteht, daß „die Schweinc- preise sich schon seit Jahresfrist auf einer für Deutschland seltenen Höhe befinden", und liefert eine Statistik, wonach die Schweinepreise seit zwei Jahren in Deutschland von allen europäischen Ländern am stärksten gestiegen sind, nämlich vom Juni 1900 bis Juli 1902 m Rotterdam um 16, in Paris um 14,2, in Wien um 14, in Budapest um 10,6, in Berlin Aim 25,8 v. H. Die „Korrespondenz des Handelsvertragsvereins" fügt hinzu: Nein, wir haben leider Gottes eine sehr reelle Fleischnot, und zwar keine vorübergehende. Tie deutsche Landivirlschast kann wirklich anscheinend den Fleischbedarf be£ deutschen Volkes nicht decken. Seit zwei Jahren steigen die Schweinepreise, seit einem Jahre sind sie unsinnig hoch, und trotzdem haben die deutschen Landwirte die Schweineproduktion, die am raschesten gesteigert werden kann, nicht auf die ausreichende Höhe zu bringen gewußt. Welche Wahrscheinlichkeit spricht dasür, daß sie es nun mit einem Male fertig bringen werden? Wir müssen damit rechnen, daß die Preise bleiben,^wie sie sind, ja noch steigen werden, wenn derStaatnicht eingreift. Der Schäfereidirektor Johann Heyne kündigt am Schlüsse eines agrariersreundlicheii Artikels im „Leipziger Tageblatt" den deutschen Jleischkonjumenten klipp und klar ihr Schicksal au: „Für die deutsche Landwirtschaft haben diese Fleisch preise den Vorteil, daß sie eben nicht das Ergebnis bald vorübergehender Spckulationsaffären sind, sondern einen natürlichen Grund und demnach wohl auch längeren Bestand haben dürfen." Jawohl, sicherlich — wenn nicht etwas geschieht. Aber was soll geschehen ? Herr v. Podbielski vertröstet die bedrängten Posener auf Die Zentrale für Viehverwertung. Als wenn die Fleischnot dadurch geuundert würde, daß von dein unzureichenden deutschen Viehbestände ein Teil nach Posen statt, wo andershin dirigiert wird. Man macht ein Loch auf, um ein anderes zuzuslopsen. Die „lÄraßb. Post" rät der radikalen Presse, nicht soviel über Fleischnot zu schreiben, weil dadurch selbst die zurückhaltenden Fleischer zur Preiserhöhungen veranlaßt würden. Mit solchen Mätzchen suchen agrarische oder agrarierfreundliche Blätter das Publikum über den Ernst der Situarion hinwegzutäuschen. Thalsächlich giebt es natürlich nur zwei Wege, um der Fleischnot zu steuern. Tie augenblickliche Not läßt sich durch Oeffnung der Grenzen mlldern. Vieh ist da, jenseits der russischen Grenze harrt es der deutschen Käufer. Dürfte es hinein, so wäre wenigstens die direkte Not beseitigt. Dauernd freilich läßt sich nur dann etwas erhoffen, wenn nicht die maßlosen Zollsätze, die die Tarifkommission gerade für das Vieh beschlossen hat, Gesetz werden. Die Mindestzölle für Vieh, die unsere Reichstagsmehrheit will, bedeuten Fleischnot in Permanenz. Was das zu besagen hätte, davon erhalten wir durch die jetzt gerade erst beginnende Fleischnot einen kleinen Vorgeschmack. An den preuß. Staatsminister v. Podbielski richtet die „Deutsche Fleischerztg." folgendes offene Schreiben: Ew. Exzellenz besuchten am 30. April d. I. die 28. Mastvieh-- ousftellung. Es war damals gelungen, insgesamt 640 Rinder, 212Schake, 280 Schweine für diese Ausstülung zusammen zu bringen, von denen Ew. Exzellenz vielleicht auch nur die Tiere gesehen haben, welche eben des Zeigens für wert befunden wurden, worunter allerdings vorzügliche Zucht- und Maslresultate vorhanden, nebenbei aber auch Tiere ausgestellt waren, welche bezeichnend für den Niedergang einer guten Zucht und Mast in Deutschland waren. Wir richten nun an Ew. Exzellenz die ebenso dringende wie ergebene Bitte, nun doch auch einmal einen gewöhnlichen Berliner Schlachtviehmarkt besuchen zu wollen, um ein völlig ungeschminktes Bild zu erhalten, wie der größte Diehmarkt in Deutschland von der Landwirtschaft beschickt wird, um sich auch vor allem von den Leistungen der Viehverwertungsgenofsenschast persönlich zu überzeugen. Wenn Ew. Exzellenz rechtzeitig eintreffen, so können Sie sehen, wie kurz vor 8 Uhr die Käufer vor der Schweinehalle stehen, um mit dem Glockenzeichen emzutreten, um so nur noch einige wirklich gute Schweine zu höchsten Preisen zu erlangen; denn die meisten der guten Schweine sind schon von den Treibern, welche so glücklich sind, die Verkausshalle vorher betreten zu dürfen, für gute Runbcn „reserviert"; ähnlich ist es bei den anderen Viehgattungen. Jeder Mackttag auf dem hiesigen Viehmarkt giebt den unumstößlichen Beweis, daß die deutsche Landwirtschaft an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit angekommen ist und daß in absehbarer Zett Fleisch kein Nahrungsmittel, sondern nur noch Genuß- mittel sein wird. Hoffentlich gestattet Ew. Exzellenz kostbare Zeit, sich hiervon recht bald durch den Augenschein zu überzeugen. Politische Tagesschau. Zur Petroleumfrage. In einer Zuschrift an ein sächsisches Blatt wird das Vorgehen der sächsischen Behörden gegen die Errichtung von Petroleumtanks aus sächsischen Bahnhöfen durch die amerikanische Petroleumgesellschaft als anerkennenswert hingestellt. Dieselben haben, so heißt es, damit bewiesen, daß sie das Interesse der Grossisten, Faßhändter und vieler anderer wahren, denn wohlweislich spricht man nur von der russischen Konkurrenz, vermeidet jedoch, etwas über die amerikanische Konkurrenz zu erwähnen, ebenso wenig wie man der rumänischen und galizischen Konkurrenz Erwähnung thut, weM) letztere gerade jetzt sehr stark in Teutsch- land mit ihrer Ware Eingang findet. In Sachsen, wo die amerikanische Konkurrenz ebenso gut gerüstet ist wie die D. A. P. G., sind •g.erofre in diesen Tagen die Preise um weitere 5 Pfg. ermäßigt worden, während dieses an allen anderen Stationen nicht der Falt war. Allerdings sind die Preise in Deutschland momentan niedriger als in anderen Ländern, wie beispielsweise in Frankreich, wo ein Monopol existiert, in Dänemark, wo ebenfalls die Standard Oil Co. das Feld allein beherrscht, und bislang waren auch in England die Preise sehr hoch, was durch das ztvischen der Rothschild-Nobel-Gruppe und Rockefeller bestehende Abkommen ermöglicht wurde. Aus dem englischen Markt hat jedoch in neuerer Zeit durch das Erscheinen amerilÄnischer und russischer Konkurrenz eine Preisreduktion stattgefunden. So lange in Frankreich und Dänemark freie Konkurrenz herrschte, waren die Preise dort auch niedriger, und daß, nachdem die Konkurrenz beseitigt ist, in Teutschürnd die Preise rapid steigen werden, dürfte jedem, der freu Artikel Petroleum kennt, unzweifelhaft erscheinen. So lange mithin die Monopolgesellschasten sich der Regierung gegenüber nicht verpflichten, die Preise nicht zu erhöhen, sollte die Regierung niemals Förderer der Monopolbest rebuu gen werden. sowie über die Festungswerke am Dnjepr vorgefunöen. Es ist gelungen, den Schlüssel zu der Geheimschrift, in welcher diese Aufzeichnungen slattgefunden haben, aufzufinden. Deutsches gfUj. Berlin, 31. Aug. Der Kaiser empfing gestern im hiesigen Schloß den Kronprinzen von Sachsen. — Heute vormittag hatte der Kaiser nach der Abreise !>es • önigs von Italien in der Fürstenhalle des Bahnt)^ssgebäudes eine Besprechung mit dem Reichskanzler Grafen v. Bülow und besuchte später den Gottesdienst in der Garnisonkirche zu Potsdam. Nach dem Gottesdienst sprach der Kaiser im Regimentshause des ersten Garde-Regiments zu Fuß vor und begab sich sodann ins Neue Palats. Zur Mittagstafel waren geladen der Kronprinz, Prinz Eitel Friedrich, Geh. Kabinettschef Lu- canus, Hofgartendirektor Geitner und Architett Bodo Eb- hard. Heute nachmittag nahm der Kaiser den Vortrag der beiden Letzteren im Beisein des Geh. Kabinettschefs von Lucanus entgegen. — Die Nachricht, daß sich der Posener Erzbischof von Stab lewski während der K aiser tage auf seine Sommerresidenz begeben werde, ist unrichttg. Erzbischof v. Stablewski ist schwer herzleidend und wird während der Kaiserlage in Posen fein und auch an dem Diner der Zivilbehörden teilnehmen, sofern fein Gesundheitszustand es irgendwie erlaubt. — Nach einer Meldung aus P o s e n berichtet das Blatt „Wielkopolauiu", der Oberpräsident habe die Land- , rate der Provinz aufgesordert, über die politische Thätigkeit einzelner polnischen katholischen Geistlichen, selbst wenn dieselbe 20 bis 30 Jahre zurückliege, Bericht zu erstatten und staatsfeindliche Kundgebungen zu registrieren. — Der „Neichsanz." veröffentlicht die Verordnung zur Ausführung des Gesetzes betreffend dieFreundschafts- Verträge mit Tonga und Samoa und den Freund- chafts-, Handels- und Schiffahrtsverkehr mit Sansibar. Straßburg i. E-, 31. Aug. Der Statthalten Fürst zu Hohenlohe-Langenburg begeht heute jeinen 70jährigen Geburtstag. Aus diesem Anlaß bringen die elsaß-lothringischen Blätter aller Parteirichtungen sehr warm gehaltene Glückwunschartikel, in denen ie der bisherigen Wirksamkeit des Fürsten volle Anerkennung zollen und ihm einen segensreichen Lebensabend wünschen. Dresden, 30. Aug. Der bisherige Kommandierende General des 12. Armeekorps, General der Infanterie Frei- v. Hausen, ist zum Staats- und Krie gsminister ernannt worden. Heer und Flotte. Wie man aus Gumbinnen meldet, ist auch der Oberleutnant Hildebrand wegen der Vorgänge bei seiner Abreise von Gumbinnen verabschiedet worden. Zur Verabschiedung des Kommandeurs des 1. Feldartillerieregiments Oberstleutnants Weiß und' des Abteilungskommandeurs Dyckerhoff in Gumbinnen wird noch gemeldet: Ihre Entlassungsgesuche „sind bereite in Berlin eingegangen und ihre Genehmigung ist eine bloße Formsache, die in kürzester Zeit erledigt sein wird. Beide Offiziere hatten an den Kundgebungen für den Leutnant Hildebrandt sich nicht beteiligt, es wurde ihnen aber Mangel an Aufsicht und mangelnde Fähigkeit, ein Offizierkorps zu er - ziehen und zu leiten zum Vorwurf gemacht.," Ausland. London, 31. Aug. Tie Buren generale Botha, Dewet und Del ar eh sind heute vormittag hier einge- trosfen. Birmingham, 30. Aug. In einer Rede anläßlich der Verleihung von Kriegsmedaillen wies Chamberlain auf den gegen die Regierung erhobenen Vorwurf, sie sei auf den Krieg nicht genügend txorberefitet gewesen, hin. Er sagte, nach seiner Meinung werde das Land niemals die Kosten auf sich nehmen, die erforderlich seien, um immer auf einen Krieg vo r - her eitet zu sein. Es' werde stets« notwendig sein, sich an die Vaterlandsliebe des Volkes zu wenden, um für die Mängel des ständigen Heeres einen Ersatz zu schaffen. Es sei hauptsächlich, wenn nicht gänzlich, dem Beistände der Freiwilligen zu verdanken, daß England erfolgreich aus dem letzten großen Feldzuge her vor gegangen sei. Brüssel, 30. Aug. „Petit bleu" meldet, Krügers Villa „Oranjelust" werde am 1. November verkauft. Krüger wird also Uttecht und vielleicht Holland verlassen. Luxemburg, 31. Aug. diach einer Meldung aus Schloß Hohenburg hat der Erbgroßherzvg von Luxemburg gestern abend bei der Rückkehr von der Jagd das rechte Schienbein gebrochen. Tas Allgemeinbefinden «d'.es Erbgroßhe^ogs ist gut Paris, 30. Aug. Eine Depesche des französischen Ge- ileralkommissars im Kongogebiet meldet, daß 1000 von Mohammed Barani befehligte Tuaregs am 1. Juni Biralabi am Tschadsee angriffen, unter Verlust von 1000 Mann aber zurückgeschlagen wurden; auf französischer Seite waren feine Verüiste zu verzeichnen. Tie Ruhe ist wieder her- gestellt. Bourgoin, 31. Aug. Bei der heutigen Einweihung eines Denkmals zur Erinnerung an die für das Vaterland gefallenen Soldaten hielt der Kriegsminister Andrs eine Rede, in welcher er ausführte, zwischen der Armee und Frankreich könne keine MeinungÄrerschiedenheit bestehen. Frankreich wolle eine starke Armee, denn es müsse künftig siegreich fein, und dazu sei erforderlich, daß alle gesunden Franzosen militärische Erziehung erhalten, welche das bewundernswerte Ofsizierkorps ihnen in zwei Jahren beizubringen bereit fei. Der Minister erklärte ferner, er sei für die Aufrechterhaltung der militärischen Reservcübungcn von 28 und 13 Tagen und schloß, eine starke und gut ausgebildete Armee fei unumgänglich erforderlich, um den territorialen Besitz zu sichern. Madrid, 30. Aug. Tie mit der Angelegenheit der Zweigniederlassungen der Bank von Spanien beauftragte Kommission sprach sich m Betreff der Errichtung einer Zweigniederlassung in Paris günstig aus. Weitere Niederlassungen sollen später in Berlin und London errichtet werden. Lemberg, 31. Aug. Tie meisten polnischen Blätter befassen sich mit der bevorstehenden Reise des deutschen Kaisers nach Posen und sprechen die B e f ü r ch - tu n g aus, daß Kaiser Wilhelm in einer neuerlichen Rede weitere Maßnahmen gegen die Polen an kündigen werde. — In Strzy wurde ein gewisser Zaslawski unter dem Verdachte der Spionage verhast-n. Bei demselben wurden chiffrierte Llufzcichnungen über Erd und Flußmessungen Aus Stadt und Sand. Gießen, 1. September 1902. Mitteilungen aus dem Publikum werden gern entgegen genommen und augcmcffen honoriert. ** Hofnachrichten. Ter G r o ß h e r z o g ist gestern abend nach Düsseldorf zu einem kurzen Besuch der dortigen Ausstellung gereift und beabsichtigt von dort aus nach Essen zu reifen zur Besichtigung der Krupv- fcf)en Werke und Wohifahrtseinrichtungen. Die Rückkehr oll am Mittwoch morgen erfolgen. Die von einem Darnr- täbter Berichterstatter verbreitete Meldung, daß der Großherzog beabsichtige, demnächst dem Berliner Hofe einen Besuch abzustatten, entbehrt, wie die „N. H B." erfahren, jeder Begründung. ** Audienzen. Der Großherzog empfing den Oberlehrer Professor Maerz vom Seminar in Alzey, den Kreisrat Kammerherrn v. Bechtold von Friedberg, den Oberlehrer Professor Schaumann vom Gymnasium in Gießen und den Amtsrichter Muller von Vilbel. ** Personalien. Der Großherzog hat am 30. August den Oberrechnungs-Reoisor, Rechnungsrat Jakob Grimm auf sein Ansuchen unter Anerkennung feiner treu geleisteten Dienste mit Wirkung vom 1. Oktober 1902 in den Ruhestand versetzt. •• Personalien. An Stelle des nach Glatz in Schleien versetzten Garn.-Verw.-Inspektor Scheibe! wurde Garn.- Verw.-Jnspektor Böttger von Frankfutt a. M. nach Butz- iach versetzt. •• Das Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 5 9, ausgegeben am 28. Aug. d. I., enchält: Bekanntmachung, die Abänderung des Hausgesetzes für das Gräfliche Haus Solms-Laubach betreffend. Dom 20. Aug. 1902. " 5. Hessische Landeslotterie. 6. Klaffe. Aus Darmstadt erhalten wir telegraphisch folgende Gewinnliste: Es fielen Gewinne zu je 20 000 Mk. auf Nr.: 22973. 10000 Mk. auf Nr.: 4327. 3000 Mk. auf Nr.: 2909 17556 35111 40817. 2000 Mk. auf Nr.: 5814 26160 38161 38421 42021 46334 53583. 1000 Mk. auf Nr.: 1261 1771 2500 4018 4031 6756 7852 8237 11552 11902 14558 23858 25928 27196 28738 30573 30942 31258 31849 37057 40881 46518 47478 48926 49910. (Ohne Gewähr.) ** Prüfungsergebnifse. Das Institut von Dr. Kubel hier hatte auch im letzten Schuljahr wieder recht gute Ergebnisse bei Prüfungs-Kommissionen verschiedener Art; insbesondere bestanden auch sämtliche Schüler aus dem Institut, die sich jüngst den Prüfungen für ein- jährig Freiwillige unterzogen. *• Das Scharfs chieß en der Feldartillerie- Regimenter Nr. 25 und 61, das SamStag mittag bei Münzenberg stattfand, war in Gießen deutlich zu hören. Die Entfernung beträgt ungefähr 18 Kilometer. )( Braun st einbergwerk Fernie. Ein schweren Unglücks fall hat sich hier am Samstcm 10 Uhr vor-« mittags zugetraaeu. Ter Bergmann Schab war auf ber Sohle einer 3 Meter tiefen Grube mit dem Brechen von Kalkstein (Dolomit) beschäftigt. Als er, gewarnt durch einen Kameraden, eilig die Grube, deren eine Wand einzustürzen drohte, verlassen wollte, wurde er von dem ab» stürzenden Gestein getroffen und zurückgeworfen. Dass niederstürzende Gestein tötete den Bergmann sofort. Die Gerichts- und Polizeibehörde erschien alsbald, ebenso der; Bergbaumeister, welcher telegraphisch ans Tarmstadt berufen worden war. Die Leiche wurde zur ärztlichen Unter-* suchung nach der Leichenhalle gebracht. Der Tote war 34 Jahre alt und hinterläßt eine kinderlose Witwe; gebürtig] ist er aus Hausen, wohnt jedoch feit seiner Verheiratung in Steinberg. ** Ein Schwindler. Ein hier am Bahnhof be- schäftigter italienischer Arbeiter, der zugleich das Amt eines Kochs für seine Mitarbeiter versah, pumpte bei einem; hiesigen Spezereihändler für ca. 67 Mark Ware und verschwand, nachdem er hierfür von seinen Kollegen das GeU> einkassiert, auf Nimmerwiedersehen. Anzeige ist erhoben.- *♦ Schlägereien. Gestern abend mußte eine Schlägerei'zwischen Arbeitern in der Kaplansgasse durch! hinzugerufene Schutzleute geschlichtet werden. Anzeige wurde gegen die Ruhestörer erhoben. — Ein hiesiger Ar^ beiter mußte vergangene Nacht wegen fortgesetzter Ruhe-, störung verhaftet werden. Hierbei machte sich ein anderer- dadurch strafbar, daß er den Gefangenen aus den Händen; der Schutzleute zu befreien suchte. t. Leihgestern, 31. August. Ein bedauerlicher Unglücksfall trug sich gestern hier zu. Das dreijährige Kind eines Bauerngutsbesitzers fiel so unglücklich von einem- Wagen, daß es sich schwer verletzte und ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. l— Leihgestern, 30. Aug. Unser Ort hat nunmehr auch Telephonverbindung erhalten. Bad-Nauheim, 31. August. Die Hauptsaison neigt sich ihrem Ende zu, aber, so schreibt man der „Frkf. Ztg."^ die Terraffe zeigt jetzt in den Konzertstunden ein viel bunteres Bild, als vor einigen Wochen bei doppelt so starkem Besuch. Die Kurverwaltung verläßt sich auf diese „freiwillige Nettungsgesellschast" und strengt sich nicht übermäßig a n. Ein paar recht bescheidene Feuerwerke, Lampionbeleuchtung nach der Schablone. Die Zeitschrift spendet bann dem Bade einiges Lob und fähtt bann fort: Aber all dies kann mich nicht abhalten, auf einige Mängel und Rückstärr^ bigf eiten hinzuweisen, deren.Abstellung Nauheim nur zum Vorteil gereichen kann. Ich erwähne zunächst die ungenügenden Warteräume in den Babehäusern. Bei schlechtem Wetter sind während der Badezeit oft nicht einmal Sitzplätze genug vorhanden für die, zu stundenlangem Watten auf freiwerbende Badezellen gezwungenen Badegäste. Und wer zur Kur nach Nauheim kommt, ist meist kein Freund von langem Stehen! Hier könnte durch Errichtung einiger Vorhallen abgeholfen werben. Sonst fehlt es ja nicht an Si tzgelegen heiten; sie sind aber auch darnach! Die Stühle auf der Terraffe, dem Sammelpunkt von ganz Nau»^ heim (incl. Friedberg), rühren sicherlich vom Beginn der Eisenzeit her. Auf bayerischen Biettellern mögen solche Gestelle am Platze fein, aber m einem Badeort wie Nauheims ; Auch die Bänke in den Anlagen dürften gegen moderne, de ms . Körperbau angepaßte Konstruktionen ausgewechselt werdenG 54—00 Psg-, 3. Qual. 00—00 Pfg., üebcnögcrotdit 00—60 Pfg G^chäst: bei Hornvieh gut, bei Kleinvieh gut. Alles verkauft. 4*/,% Oesterr. Silberrente 102.20 4% Ungar. Goldrente 4J/,% äussere Argentiner 102.25 103.60 51.50 13.30 . 102.50 . 92.60 . 102.50 . 92.50 . 100.40 . 99.70 . 103.80 4% Italien. Rente 4Va% Portugiesen 3°/e Portugiesen. . 1% C. Türken . Türkenlose . . . 4% Grieoh. Monopol W/o 3% 8V,e/o 3®/o Kriefkasten der Redaktion. (Anonyme Anfragen bleiben unbcrückfichligt.) H. Bei der Beratung des Gesetzentwurfs über die ^Handelskammern im hessischen Landtage wurde den Frauen einstimmig das Wahlrecht zu diesen Kammern zugestanden mit gleichen Rechten wie den männlichen Wählern. . . 121.00 -AnL 44.25 3% Mexikaner . . 4Va’/o Chinesen . . Electric. Schocker! . Nordd, Lloyd . . Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit. Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsges. Oesterr. Staatsbahn . Lombarden . . . Gotthardbahn . . . Laurahütte .... Bochum..... Harpener .... Tendenz: fest. . 174.90 . 204.00 . 188.75 . 168.00 . 2025, . 92.60 . Wh. 116*801 . 188.30 . 139.00 . 145.20 . 16850 . 15400 372% Hessen . . 3 % Oberhessen 4% Oesterr. Goldretne DermiWes. * Berkru, 3L Ang. Professor Rrkdalf Vrvchvw ist gestern Abend tper ein getroffen. Als der Zug hielt, wurde an den Salonwagen eine Tragbahre geschoben. Sie wurde txm zwei Dienern getragen. DreiAerzte begleiteten dieselbe. Der Sohn von Virchow erzählte, daß sein Vater die Reise gut überstanden habe. Professor Virchow wurde in seine hiesige Wohnung überfuhrt. ♦ Paris, 3L Aug. In der letzten Nacht haben in verschiedenen Straßen der Stadt förmliche Kämpfe zwischen Znhälterbanden stattgefunden. Abends gegen 10 Uhr kam es wieder zu einem Rencontre, wobei mehrere Revolverschüsse abgegeben und mehrere Personen verletzt wurden. Ein zweiter Zusammenstoß erfolgte gegen 11 Uhr. Eine Person wurde dabei getötet. * Graz, 3L Aug. In der Ortschaft Salzthal wurde ein Bombenattentat auf den Fabrikbesitzer Max Rrtter v. Gutmann aus Admont in Obersteiermark verübt. Gutmann wurde nur unbedeutend, sein Oberförster Sobotcu, der chn begleitete, dagegen sehr schnxer verletzt. Der Mann selbst, der die Bombe schleuderte, ist gräßlich verwundet und sofort getötet worden. Der Attentäter wurde als der beglaubigte autorisierte Zivil - Ingenieur HugoScholz agnosziert. Er hatte das Attentat wegen persönlicher schon seit langem bestehender Differenzen mit Gutmann ausgeführt. Unter seinen im Hotel zurück- gelasieuen Effekten wurde eine zweite Bombe, die von ähnlicher Beschaffenheit wie die geplatzte war, vorgefunden. • Ein tätlicher Radunfall in den Alpen. Aus To bl ach wird berichtet, daß auf der Straße nach Ampeggo ein Lehrer Hans Warscher bei einer Straßenbiegung in der Nähe von Peutelstein mit dem Fahrrad über die gemauerte Schutzwehr in den Abgrund gestürzt ist und hat das Rückgrat gebrochen. Er war sofort tot Reichs anleihe do. Koneois . do. . . Familien Nachrichten. Verlobte: Ernst Freiherr von Stein zu Nord- und Ostheim mit Maria v. Dobbeler in Marburg. Telephonischer Kursbericht- Frankfurt a. 31., 1. September 1902. Arbeiterbewegung. Valerrzia, 31.Aug. Die Heizer der Gasgesellschast sind in den Ausstand getreten. Florenz, 31. Aug. Ein Teil des Personals der Tramway- bediensteten ist in den Ausstand getreten, nur eine kleine Anzahl Wagen verkehrt unter dem Schutze von Polizisten. Patrouillen durchziehen die Stadt, die im Ganzen einen ruhigen Anblick gewährt. Truppenverstärkungen werden heute hier eintreffen. Die ganze Stadt wird militärisch besetzt, um den öffentlichen Dienst zu sichern. Leibniz Biscuits Zu haben bei Hofl. J. Jfcxoux, Seltersweg No. 25, 35051 Neueste Melbuugeu. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Darmstadt, 1. Sept. Der Groß Herzog ist nach Düsseldorf abgereift und folgt von da einer Einladung des Geh. Rats Krupp nach der Villa Hügel bei Essen. Berlin, 1. Sept. Im Befinden Rn dolfBir cho-w 5| zeigte sich gestern eine gewisse Erschlaffung. Der greife) Gelehrte hat viel geschlafen. Am Abend waren sämtliche Familienmitglieder um das Krankenbett versammelt — TLs Provinzial-Konserenz für Berlin und die Provinz Branden- bürg der sozialdemokratischen Agitations- Kommission war für gestern einberufen morden. Ter die Aussicht führende Pvlizeibeamte löste bt e 23er f erm m* lun g, welche im GQverkschaftHhau.se stattsand, wegen der Anwesenheit von Frauen kurz nasch der Eröffnung aus. — In der Umgebung von Berlin ifft ein neues Sitt- lichkeitsverbrechen versucht worden. Der Thäter ist der 25 Jahre alte Kaufmann Otto Weber, der in Plötzensee kleine Mädchen an sich zu locken suchte. — Bei dem! gestrigen Radrennen auf der Radrennbahn am Km> fürstendamm siegte in allen drei Läufen über 10, 25 unÄ 50 Kilometer der Münchener Radfahrer R o b l . P o s e n, 1. Sept. Die Borbereitungen zu den K a i s e r- tagen sind in vollem Gange. Bom Zentral-Bahnhofe bisl zum General-Kommando, wo das' Kaiserpaar Wohnung nehmen wird, wird' eine Via triumphalis errichtet, zu iüer die Stadt 7000 Meter Guirlanden aus dem Harz bezogen hat. Tie Leib-Gendarmerie des Kaisers und die Leibgarde! der Kaiserin find hier auf vier Lage eingetrosfen. Mannheim, 1. Sept. Heute nacht ex^lodiLrt-e in Schwetzingen der Dampfkessel bet' Ritter- B ra uerei. Hierbei wurde der Arbetter Helm getütet, während der Heizer Kapp schwer verletzt unter den Trümmern hervorgezogen wurde. Man erwartet auch dessen Tod. Das' Feuer des Kessels wurde in ein Nachbarhaus geschLw-. dert, das sofort zu brennen an fing. Das Feuer konnte' jedoch bald gelöscht werden. Die llnglücksstelle wurde noch' in der Nacht abgesperrt, weil der große Fabrik-Schornstein sich auf die Seite geneigt hatte und sein Einsturz befürchtet wird. St. Etienne, 31. Ang. Der Ausschuß des Berg- arbeiten) erbanbeS im Loire-Departement beschloß einstimmig für den 9. September den Ausstand im Loire-Revier. Tdrd im Lefescral kern arm fett ge-r Farrterrrl, —i Stühle und an den Wänden enorme Saphas, vor welchen jptr Abwehr Tische stehen. Wenn da die Eckplatze besetzt sind, soll einmal Einer kommen unb sich noch draus setzen! Leitungen ftnb ja leidlich da — aber lange nicht g-e» biug. Die wichtigsten Blätter dürsten doppeü anfliegen; Helten, daß man fein Leibblatt erwischt. R. Friedberg, 30. Aug. Der Großh. AmEche Notierungen der heutigen Vrehmarkt- preise. Zum Verkäme standen 618 Ochsen, daruM^ 160 aus- Oesterreich, 39 Bullen, darunter 3 aus Oesterreich, 703 Kn he, öerjen, Stiere und Rinder, 192 Kälber, 191 Schrfe und Hmnmel, 831 Schweine. 0 dienen, 0 Ziegen-, 0 Schafiommer. -öezat)lt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht: L^eu l.Oualttät 70-72 DU 9 QtkiL 65__67 DU. 3 Qual. 60—62DU.; Bullen LQual. 60 bis W Kühe L Qual. 65-67^., 2.Qnall 60—W DU., 3. Qual. 52—54 W, 4. Qnall 4S—45 ML, 5. Qual. 00-00 DU. Kalber: L Qualität 80-82 Pfg.,L^>entwicht 50-00 Pft. 2- Q""s 75—76 Psg., Lebendgewicht 4a—47 Pfg., -schlacht- aewicht 62—65 Psg., Schafe: L Qual. Schlachtgewicht 64—66 Pfg., LQnal. 60—62 Psg, 3. Qual. 00—OOHjg.; Schweine L Quat] Spott. Frankfurt a. M., 31. Aug. Eine Spottstadt ersten Ranges ist von jeher Frankfurt gewesen. Herlte spielten sich hier xroei in- teressante Ereignisse ab. Auf der großen Rermdahn sanden die ersten Automobilrennen in Deutschland statt, die in der That auf diesen Namen Anspruch machen können, denn was bisher von dettei spottlichen Deranstattungen in Szene ging, war nicht der Rede wett. Dieses Rennen hatte eine große Dlenge Publckum herbeigezogen, sie gab dem Besuch an den Pferderennen kaum etwas nach. Das Wetter war sehr günstig. Die Rennen liefen ohne jeden Unfall ab. Die emgettammerten Ziffern bezeichnen die Pferdekräfte der Dtafchinen. Nachstehend die Ergebnisse: Rennen 1: Motorzweiräder, 4827 Mtr. Gewicht bis 150 Kgr. 1. Rigam- Lüttich 4 Dl. 58^/^S. (21/,), 2. Fahrzengfabttk Eisenach 5 DU54 ö» (2Ve)r 3. Opel-Rüsselsheim 5Dmr. 55 S. (l8/<), 4. Schwanenmeyer- Aacyen 6 Min. 20 S. (l8/<). Rigam siegte mit fast einer Runde. — Rennen 2: Voiturettes. 4827 Meter. Geivicht bis 500 Kgr. L Opel-Rüsseksheim 5 Min. 54 Sek. (8), 2. Lldler-Fahrradwerke 6 Mm. 20 S.. 3. E. Hammler-Eisenach 6 Min. 46 S. (8). — Rennen 3: Leichte Wagen. 8045 Meter. Gewicht bis zu 650 Kgr. L Poge-Chemnch (Opel-Darracq) 9 Min. &8*/6 S. (12), 2. Opel- Rüsselsheun 11 Mm. 12 Sek. (10), 3. C. May-Frankfurt (Opel- Darracq) 11 Min. 46 S. (16). — Rennen 4: Leichte Wagen. 8045 Meter. Gewicht dis 650 Kgr. L Fahrzeugsabttk Eisenach 8 Min. 16Vs S. (20), 2. Opel-Rüffelsheim 10 Min. 13‘/2 S. (10). — Rennen 5: Klub-Borgabefahren. 8045 Meter. L M. Bräuning (Adler-Fcchrradwerke), 1600 Meter. Vorgabe 8 Min. 38s/4 S. (8), 2. Opel-Rüffelsheim 0 Vorgabe 9 Min. 33 S. (24), 3. E. Engler (Benz-Mannheim), 675 Dieter, Vorgabe 9 Min. 37 Sek. (15), 4. Aschoff-Aachen (Cudell u. Eo»-Aacheu), 625 Meter, Vorgabe 11 Min. 27 S. (15). — Rennen 6: Dorgabefahrerr für Herrenfahrer. 12,872 Meter. L I. Göbel-Mainz (Gaggenau) 3750 Dttr., Vorgabe 11 Min. 31 S. (7Z), 2. de Dietrich-Niederbronn, 0 Vorgabe 12 Niu. 25 S., 3. Mathis-Straßburg (Niederbrorm), Vorgabe 4200 Meter, 11 M. 57 S. )24). — Rennen 7: Große Wagen. 16,090 Meter. L Clarence Gg. Dinsmore-Newyott (Dannler- Cannstatt) 14 Min. 6 S. (40), 2. Bugatti-Niederbronn (de Dietrich) 15 M. 45 S. (20), 3. E. Auffm-Ordt jr.-Baden-Baden (Panhard u. Leoassor-Paris) 16 Min. 36. Sek. (16). — Bei dem heutigen Paris—Franck jur ter Achter-Rennen auf dem Main gewann den von Lorris Doyen gestifteten Herausforderungspreis die Mannschaft des Rowina-Elub de Paris mtt 3 Längen, gegen die Frankfurter Rudergesellschaft ^Germania". Eine tausendköpsige Menschenmenge bereitete den Siegern stürmische Ovationen. Die Zeit betrug für Paris 8 Min. 4% Sell, für Frankfurt 8 Min. 152/s Sek. Paris hatte vom Statt weg eine kleine Führung, verarötzerte dieselbe immer mehr und führte allmählich über die ganze Sttecke. — Dieses Stadtematch, das im vorigen Jahre in Paris zmn ersten Male zum Austrag kam und damals gleichsalls mit einem Siege der Franzosen endete, soll eine feststehende Institution bleiben, und hatte daher die Aufmerksamkeit aller ruderjpottlichen Kreise Deutschlands, das an internationalen Regatten recht arm ist. icnben Geschäftes bei des Erk. 6082 Z>- Are«» in Mainz. 6046 Achtung! Achtung! Zm>eckfl.,iiiicht.ziihrkiiecht Treffe DienStag den 2. September mit einer Toppelladung 3- Happel. gesucht. Frau J-erber. 03758 Wies eck, den L September 1902. 6096 1. Oktober gesucht. 6024 «licestraße 16, pari. Krofdorf sagen innigsten Dank 6091 ab 5339 zu verinieten. E. H. Müller, Schillerstr. 26. Bergstraße 17. 5735 f&miad) möbl. Zimmer zu verm. Afterweg 9, Hof links. 4-Zimmer Wohnung, Parterre, per L Oktober zu vermieten. und ist von bester Boden Licherstratzc 5. 6092 der unterzeichnete Konkurs 5966 Philipp ttrörf. cyd) nehme hierdurch die Belei- digung gegen A. Stumpf zurück. H. *. 4629 Weissweine: pr. Fl. Rotweine: ö)leme 2-Zrmmerwohnung sofort ” beziehbar. Frankfurter,lr. 75. Ludwigsplatz 14. 4766 ar 102 Kirchenplatz 10. ?um riohlensahren ge- *411111111 ,uchl. Lichersrraße 5. anteil, per 1. Oktober Str Heu 4G rin die IkrOliirhms Zu vermieden lHu'tiu1ud)c Offene Ztellen Liebmann Bär, Nordanlage 1. . SO . 80 . 120 120 Ital. Rotwein . . Marca Italia . . Ingelheimer . . , Oberingelheimer Bordeaux-Weine von Laubenheimer . . Graacher . . . Oppenheimer . . Zeltinger . . . Niersteiner . . . Dürkh. Feuer berg Rüdesheimer . . pr. Fl. 60 Pfg. teils um die Mühle herum beschaffenheit. Nähere Auskunft erteilt Verwalter. Grünberg (Hesien). Atgcheiiöes ÄeMM Mitte der Stadt gelegen, ist zu verkaufen. 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Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme an dem herben Verlust unserer unvergeßlichen Gattin und Mutter, für die zahlreichen, schönen Kranzspenden und das ehrende Geleit, sowie für die trostreichen, erhebenden Worte des Herrn Pfarrer Knieper zu 1 Arbeiter gesucht 6093 LchiUcrstraße 18. Amknrsverfahreu. Nachdem in dem Konkursverfahren über das Vermögen des Kaufmanns Julius Buch iu Gießen der Zwangsver» gleich rechtskräftig genehmigt ist, wird Termin zur Abnahme der Schlußrechnung des Verwalters, zur Erhebung von Einwendungen gegen dieselbe auf Freitag den 19. September 1902, vormittags 10 Uhr, vor dem Großh. Amtsgericht Hierselbst besünnnt. Gießen, den 28.August 1902. Großh. Amtsgericht. fl065 ^h^olfstraßc 13, Hinterhaus, 4 Räume, wovon der untere Raum auch zur Werkstatt benutzt werden kann, zu vermieten. § Näh. Frankfurterstr. 59, II. Z flBame hiermit jedermann, mei- ner Frau Pauline Geißler etwas auf meinen Namen zu verabreichen oder au borgen, da ich für nichts haste. Heinrich GeißlerIV., Laudw^ Ruuershjn. Die hiesige Haupt-Agent« einer am emgerührten erstklassigen Bersich.-Gesellschaft fürd-Branchen Unfall, Haftpflicht, Glas u. Ern- bruchdiebftahl ist unter Zuweisung höchsten Bezügen ueu zu besetzen. Es wird nur auf Bewerber reflektiert, die das Geschäft eneraijch betreiben wollen. Auch loerocn für die einzelnen Branchen Vertretungen vergeben. Off. unt. 1M 39975 an die Annoncen-Erpedition von Einladung. Die diSführige General - Versammlung der Spar- und Leihkaffe Nidda soll Montag den 22. September d. I. ftattsinden. ES werden hierzu sämtliche Mitglieder derselben mit der Bitte eingeladen, sich vormittags um 10 Uhr im SitzungS- saale des Sparkaffegebäudes emzusinden. Nidda, den 30. August 1902. Die Direktton der Spar- und Lechkaffe Nidda. 6-Zimmerwohnung, Beletage, gesunde Lage, möglichst innerhalb der Stadt, von ruhigem, alleinstehendem Paar per bald gesucht. L perlen nebst PrerSarrgabe unt. 03757 au drc Exped. d. Bl. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Lnnscheiden unseres lieben Galten, Vaters, Schwiegersohnes, Schwagers und Onkels Philipp Lemp, Mschaffurr, sagen herzlichen Tank Die tranernben Hinterbliebenen. Gießen, de» L September 1902. 6098 Alehr fchöucö, geräumiges Maujardculogis auf 1. Oktober zu vermieten. MWcn- md GiiimrißeiKkimz. Die zur Konkursmaffe des Philipp Heister in Merlau gehörige Hcrrnmühle nebst 7*/8 Hektar Ackerland und 21/, Hektar Wiesen sollen Montag den 15. Sept. l. I., nachmittags %3 Uhr, in dem obengenannten Hause versteigert werden. Die Mühle wurde im Jahre 1900 neu erbaut und besteht aus einer Getrerde- und einer Schneidmühle. Die Getreidemühle besitzt 1 Schrotstuhl, 2 franz. Mahlgänge, Sichtung durch Lichtmaschinen, gute Putzerei und Mehlmischvorrichtung, sowie Sackaufzug, ausgeführt von der Firma Friedrich Horn, Maschinenfabrik in Worms; die Schneid- mühle besteht aus einem HerkuleS-Vollgatter mit 70 cm Durchgang, einer Kreissäge mit eisernen Wafferrädern und eisernen Wellen aus der Fabrik von Karl Hoffmann in Auer; es ist eine elektrische Anlage vorhanden. Die Wafferkrast von ca. 18—20 Pferdekräften ist im heißesten Sommer immer noch 14—15 Pferdekräfte stark; Eis giebt cs nicht. Gefäll ist 4,25 mit 2 m lichte Breite. Das Anwesen liegt 5 Minuten von der Station Mücke der Oberheff. Eisenhahn, in waldreicher Gegend. Das Wohn- hauS ist sehr schön eingerichtet und bei der Sägemühle ist ein großer Lagerplatz vorhanden. Das Feldgut liegt meisten- BREMEX. Kostenfreie Auskunft ertbeitt in Giessen: Carl Loos , Grün berg: Julias Karl . Friedberg: Isidor Schulhof /Achön möbl. Zimmer zu verm. 2*Seltersweg 57, UL -Zimmer-Wohnung mit Zube- hör zu verm. 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