Dienstag l.Juli 15Ä. Jahrgang Erstes Blatt. s Die Hmtige Hlummer umfaßt 8 Seiten. Deutsches Reich Obbornhofen, den in » n u * n ii Donnerstag Freitag SamZtag Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag n n 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. n n v v u v u n Das Publikum wird gebeten, den Festzug nicht zu stören und den Anordnungen der Sichecheitsorgane Folge zu leisten. Gießen, 28. Ium 1902. Großherzogliches Polizeianri Gießen. Hechler. jestät weiser unb gerechter Führung das Vaterland im Innern einig, nach Außen stark zu erhalten." Generaloberst von ^oe über die Katholiken in Deutschland. Gießen, den 26. Juni 1902. Betr.: Stempelfreiheit der Geländeerwerbungen für den Bau der Kreisstraßen. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. BürgerWetstereien des KretseS. Das Großh. Ministerium der Justiz hat durch Amtsblatt vom 10. Juni l. Js. Nr. 14 an die Justizbehörden, insbesondere die Großh. Amtsgerichte folgendes verfügt: Auf Grund des Artikels 10 des Gesetzes über den Urkundenstempel vom 12. August 1899 bestimmen wir, daß gütliche Erwerbungen des zum Bau von Kreisstraßen, einschließlich der Anlegung zugehöriger Lagerplätze, erforderlichen Geländes von dem Stempel befreit sind, wenn das fragliche Gelände unmittelbar (also ohne daß erst ein Zwischenverkauf von dem Eigentümer an die Gemeinde statt- findet) auf den Kreis übertragen wird. v. Bechtold. Bezugspreis: monatlich 75Ps., viertele Bellersheim, Ober-Hörgern, Eberstadt, Dorf-Güll, Holzheim, Grüningen, Lang-Göns, Leihgestern. Obmännern gehen noch Bekanntmachung. Betr.: Vorträge über Obstbau. Der Obstbautechniker des Oberhessischen Obstbauvereins, Herr Koch aus Friedberg, beabsichtigt, die nachstehend benannten Orte des Kreises Gießen zu besuchen, um Vorträge über Obstbau, verbunden mit praktischen Unterweisungen, zu müsse, ist nicht jedermanns Ansicht. Doch alle diese Erwägungen bleiben vorerst noch überflüssig. Die Regierung bat die Vorlage über den Theaterumbau zuruckgezogen, und man wird sich auch im nächsten Winter in Darmstadt noch mit bcm „gesahrlichen" Ebeater sufneben geben müssen Man ist im Darmstadter Publikum darüber etwas enttäuscht. Es wäre immerhin erwünscht, daß einmal von sachverständiger Seite untersucht werde, ob die Klagen über die Darmstädter tzofbühne, wie sie gegewarttg besteht, berechtigt sind oder nicht, ob sie ein Recht hat, aus die Subvention des Landes Anspruch zu erheben oder nicht. Sehr fraglich ist es aber, ob unsere politischen Herren Abgeordneten die berufene Instanz sind, über Kunst zu urteilen und künstlerische Verhältnisse. Die Traditionen des 5ioftheaters sind vornehm und gut, und man wünscht nur die Aiitlagen gegen die jetzige sehr wenig populäre General- direttion, deren Reptäseutant bei dem Personal wenig Liebe besitzt, von kunsturteilsfähiger Seite entschieden zu sehen. Damit aber wird die Feuersgefahr nicht aus der Well geschafft, daß man die Verhandlung der Vorlage noch eine zeitlang hinausschiebt. Das Ministerium Rothe wird hierzu allerdings zweifellos seine wohlerwogenen Grmche gehabt halben. Mcan darf hoffen, daß die Angelegenheit bald mit aller Energie vorgenomnlcn werde. t.as Publitum bringt die Zurücknahme der Theaterumbauvorlage mit der Interpellation Köhler in Verbindung. 9 Mark für 1. Parkett. Die Vorverkaufs- und ALendkassen- preise sind dieselben, wie gestern abend. In der zwischen Herrn Karl und dem Vorstande des Theatervereins statt- gehabten Besprechung sind sodann die Operetten ausgewahlt. Puppe, Landstreicher, Kellermeister, Mikado, Waldmeister und Obersteiger, also fast lauter Novitäten. Die ersten beiden Vorstellungen sollen in der nächsten Woche stattfuiden. Die Liste zum Einzeichpen wird herumgetragen unb liegt auch bei Herrn Challier auf. Hoffentlich finbet sie recht viele Unterschriften. _______ Zum verschobenen Hoftheaterumbau. Man schreibt uns aus Darm stab t: Die Ges etzes v o rlag e üvbr den Umbau des Hostheaters in Darmstadt ist nun von bei Regierung zurückgezogen worben. Warum so fragt man sich Man war daraus gespannt, wie die bekannte Anfrage des Abg. Köhler-Langsdors erledigt werden würde. Darmstadts Stadtvater hatten sich zu dem ihnen gewiß nicht leicht gefallenen Entschluß auf- gerafft, trotz der für die Technische Hochschule auszuwen- denden Kosten und anderer unaufschiebbarer außerordentlicher Ausgaben auch! hier ca. 360 000 Mark zum Theaterumbau beizusteuern. Wie sich der Landtag zu einer weiteren Veränderung auch des Zuschchierraumes stellt, bli^e ab- zuwarteii. Es diirste wohl eine Anzahl unserer -audes- vertreter die Kosten zur Verbesserung der Sicherheit bei Feuersgefahr mit Freuden bewilligen, aber daß der Zu- । schauerraum vergrößert und luxuriöser ausgestattet werden Freitag Den Herren Bürgermeistern unb Eichener Anzeiger Vi? General-Anzeiger w Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen halten. , . __ , Die Vorträge beginnen um 8^/, Uhr abends, Sonntags um 3 Uhr nachmittags. Die praktischen Unterweisungen werden je am anderen Tage um 9 Uhr vormittags erteilt. ' 3. Juli ' — ——- Feuilleton. ** Das Operettentheater aus Bad Ems hat am Montag in Gießen eine Vorstellung gegeben. Da man uns die üblichen Rezensenten karten nicht zugestellt hatte, haben wir der Ausführung nicht beigewohnt. Wir drolligen uns nirgends aus und Laufen auch niemandem nach. Aus unserem Leserkreise geht uns indes heute folgende Besprechung zu, der wir nur Raum gewähren, weil sie von unsererseits besonders geschätzter Seite kommt: ’ Die seitens der Direktion Karl als Probegastspiel au- gekündigte Aufführung der Operette „D e r Vo g elHändler" von Zeller sand gestern abend vor infolge der starken Hitze nur mäßig besetztem Hause statt. Die Vorstellung zeigte, daß die Direktion über teilweise ganz ausgezmck irre Kräfte verfügt — wir nennen nur die reizende Darstelle r m der Briefchristel, Frl. Else Berger — und versehe das Publikum sehr bald in die animirteste Stimmung, die sich, nach allen Hauptnummern in einer Reche von Hervorrufen tundgab. Direktor Karl hat sich nun bereit erklärt, im Laufe des Juli noch 6 Vorstellungen zu geben und wird von benfefben ein Abonnement lautend auf b Bons, beliebig in allen Vorstellungen verwendbar, eröffnen. Die Preise ind in Anbetracht der hohen Kosten, welche die Ueberführuug des großen Personals unb der Deloratronen von Ems bicuj.r jedesmal verursacht, sehr niedrig gestellt, Mmlich 15 Mart für Loge, 12 Mark für Speawsitz und jährlich Mk. 220; durch Avhole- u. Zweigstelle» monatlich 6o Pf.; durch diePost Mk. 2.—viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 12Pß, auswärts 20 Psg. Verantwortlich: für den volit. u. allgem. Teil: P. Wittko; für „Stadt und Land* und „Gerichtssaall: Eurt Plato; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Berlin, 30. Juni. Der Kaiser begab sich, wie aus Kiel gemeldet wird, kurz vor 12 Uhr an Bord des Linienschiffes „Kaiser Wilhelm II." zum Besuche des Fürsten von Monaco. Die dritte Wettfahrt der Sonderklasse des Kaiserlichen Yachtklubs und des Norddeutschen Regatta- vereins begann mittags unter Beteiligung sämtlicher 16 i Yachten. Der Kaiser begab sich mit dem Verkehrsboot ,Hnlda" zur Beobachtung der Regatta auf das Regattafeld. — Der „Germania" zufolge hatte der Abg. Prof. Dr. Frhr. v. H e r t l i n a am 24. Juni eine Privatandienz beim Papst, wobei dieser sich eingehend und mit hoher Ge- nugthnung über Deutschland und Kaiser Wilhelm ausgesprochen habe. — Durch Kabinettsorbre vom 28. Junr wirb der Kommandant der kaiserlichen Yacht „Hoh enzollern", Graf Bau- dissin, zum zweiten Admiral des KreuzergeschwaderA ernannt und giebt sein Kommando Mitte August an den Kapitän z. S. v. U s e d o m ab. — Die Reichsdruckerei blickt heute auf ein fünf- ’ zigjähriges Bestehen zurück. Am 1. Juli 1852 eröffnete ! die damalige Staatsdruckerei ihren Betrieb. — Der „Reichsanz." enthält eine für die Wohnungsfrage wichtige Untersuchung darüber, wie sich in den ’ deutschen Großstädten die Zahl der Einwohner zu der ' der Wohnhäuser verhüll Es wird dabei festgestellt, daß zwischen den einzelnen Städten, selbst unter solchen, die ' einander nach Lage und Erwerbsthätigkeit nahe verwandt ind, ganz auffällige Unterschiede bestehen, wenn es sich dämm handelt, festzustellen, wieviel Einwohner auf ein bewohntes Wohnhaus entfallen. In der absoluten Zahl der Wohnhäuser steht Berlin mit 37 727 obenan; dann folgt die zweitgrößte Stadt des Reiches Hamburg mit 30296 Wohnhäusern, während an dritter Stelle Bremen steht, das nadj dem Gebietsumfang vom 1. April 1902 mit 180 871 Einwohnern erst den 17. Platz in der Reihe der Großstädte einnimmt, aber 23622 Wohnhäuser hat, während Köln, das- mehr üi_ noch einmal soviel Einwohner hat, nur 23548 Wohnhäuser zählt. Vergleicht man die Einwohnerzahl mit der der Wohnhäuser, so steht Bremen bei weitem am günstigsten da, indem dort auf ein Wohnhaus nur 7,84, nach dem Gebietsumsang vom 1. April 1902 sogar 7,66 Einwohner kommen. In ziemlich wettern Abstande kommen Krefeld mit 13,96, Köln mit 15,82, Straßburg mit 16,97, Aachen mit 17,44, Braunschweig mit 19,05, Barmen mit 18,36, Frankfurt a. M. mit 18,71 auf ein Wohnhaus, während untenan stehen Königsberg mit 32,42,, Magdeburg mit 32,83, Stettin mit 38,54, Posen mit 39,12, Breslau mit 40,70, Berlin mit 50,07 und Charlottenburg mit 52,50 Bewohnern auf ein Haus. Jrn allgemeinen steigt die Bewohnerzahl der Häuser, je weiter man von Nordwesten nach Osten und Süden fortschrettet. — Aus den Verhandlungen des nunmehr beendigten Internationalen Arbeit er v er sicher ungs- kongresses in Düsseldorf ergab sich das uneingeschränkte Lob der deutschen Ar b e it e r v e r sicher un g. Der Pariser Delegierte konstatierte, daß sich die deutschen 3£rt- schritte nur durch die gesamte innere Politik Deutschlands, die Dezenttalisation, die Bildung, die rein fojuue Denkweise der Deutschen erklären lassen; er bezweifelt, daß ähnliche Resultate in Frankreich erzielt werden können. Das Schwergewicht der Verhandlungen lag, wie Graf Po- sadowsky erkannte, in dem sichtbaren Ausdruck einer gemein' "'en internationalen sozialpolitischen Ueberzeugung, nichts der Behandlung von Einzelfragen; insbesondere kam die Hauptstreitfrage, ob Zwangsversicherung oder freiwillige Versicherung vorzuziehen, nicht enbgtlhg zum Aus- tiaq, wenn auch die Erfolge unserer Einrichtungen den Vertretern der ausländischen Staaten zu denken geben. Hohensyburg, 30. Juni. Der Kronprinz traf heute nachmittag auf der Station Westhofen ent, unb begab sich zum Tcnkmalsplatz zur Einwechung des von der Nr. 151 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kesfischen Landwirt die Siegener Familien« blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag bi. Brüh lljche" Univerh Buch-u.Stei. btuderei (Pietsch Erben) Redakuc,. Expedition utu Druckerei: Schulstraße 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Fernsprechanschluß Nr. 51. In Bonn fand am Sonntag, wie wir gestern bereits , kurz meldeten, eine Festversammlung zur Feier des 25jährigen Jubiläums des Papstes statt, und diese Gelegenheit benutzte Generaloberst v. Loo, um in Anknüpfung an die Aachener Kaiserrede sehr interessante , Ausführungen über die Lage des katholischen Teils unseres Volkes zu machen. Generaloberst von Los führte aus, daß gegenüber der Kaiserrebe bie kleinliche Kritik und das ängstliche Bebenken verschwinben, womit die engherzige konfessionelle Polemik an der herrlichen Kaiserrede zu nörgeln versucht. Alle Bedenken und Gefahren existierten nur in der Einbildungskraft der Krittker. Daß der heilige Vater die Persönlichkeit des Kaisers, seine Gerechtigkeit gegen seine kathol. Unterthanen, die geordneten staatlichen und kirchlichen Verhältnisse in Preußen rückhaltlos anerkannt hat, dafür bürgt Seiner Majestät die Berichterstattung seines Gesandten während zweimaliger Sendung und das Soldatenwort seines Generals. Damit werde ich mich bescheiden. Daß ich damit nicht habe aussprechen wollen, der Papst fände nun alles nach seiner Ansicht für die Katholiken in Deutschland gut bestellt, und er sei infolgedessen nicht mehr berechtigt, irgend einen Wunsch auszu sprech en, das bedarf wohl kaum der Erwähnung. Der Vatikan hat auch in Deutschland noch eine Anzahl von Wünschen, über die ich Sr. Majestät pflichtgemäß berichtet habe. Es bleibt die Aufgabe der deutschen Regierung, sie zu prüfen und zu überlegen, inwieweit sich ihre Erfüllung mit den Staats- interessen verträgt. Jedenfalls ist das freundliche Verhältnis zwischen dem Kaiser und dem Papst, wie es heute besteht, ein nützlicher Faktor für die sachgemäße Erledigung dieser Fragen. Hoffen wir, daß das Verhältnis in so günstiger Weise bestehen bleibt. Generaloberst v. Loö ging dann auf die Aachener ‘-Jaqerrebc em, indem er betonte, daß er das vielumstrittene Wort „allein" (es handelt sich um den Ausspruch des Papstes, daß die Katholiken in Deutschland volle Glaubensfreiheit genießen. D. Red.) vorn Kaiser nicht gehört habe, obschon er ganz nahe bei Seiner Majestät stand. Der Kaiser habe das Wort nicht gesprochen; es sei müßig zu erörtern, ob er das Wort gesprochen habe oder nicht; That- sache sei, daß Preußen in Bezug auf die Glaubensfreiheit seiner Bewohner fast allen Staaten voransteht; das werde namentlich gegenüber Frankreich von dem Vatikan bereitwillig anerkannt. Gläubige Franzosen bewundern rückhaltlos die Aachener Kaiserrede. Auch Kardinal Rampolla erkannte an, daß Dank der Weisheit und der GerechttMt unserer Regierung unb speziell bes Kaisers unsere kirch- lichen Zustänbe über ben französischen stehen. Rampolla befindet sich mit dem Päpstin der Verehrung für den Kaiser, in der Wertschätzung von dessen Freundschaft für die Person des Papstes, in der Anerkennung der kaiserlichen Gerechtigkeit für die deutschen Katholiken in vollem Einklänge, Nachdem noch der Redner em Beispiel von Rampollas verständnisvoller Einsicht gegeben, chloß er mit der Aufforderung, dem Kaiser den begeisterten Dank für die herrliche That in Aachen vor aller Welt darzubringen. Die Festversammlung stimmte begeistert in das Kaiserhoch ein, und sang stehend die Nationalhymne. — An den Kaiser wurde folgendes Telegramm abgesandt: Euer Kaiserlichen unb Königlichen Majestät senbet eine zahlreiche Versammlung hiesiger katholischer Bewohner, welche bas 25 jährige Regiernngchubilaum des Heiligen Vaters heute feiert, in dankbarer Erinnerung Allerhöchstderen erhabenen Worte in Aachen chren ehrfurchtsvollen Gruß Mögen sie in ganz Deutschland denselben begeisterten Widerhall finden, wie bei den Zuhörern, mögen sie dazu beitragen, unter Euerer Ma- besondere Mitteilungen zu. Zahlreiche Beteiligung ist erwünscht. Gießen, den 29. Juni 1902. Der Vorsitzende des Vereinsbezirks Gießen des Oberhessischen Obstbauvereins. Dr. Heinrichs. ' Bekanntmachung. Betreffend: Die Abhaltung des Univerfilatsfestes im Philosophenwald. Mittwoch, den 2. Juli L I. nachmittags 5 Uhr wird von der Stadt Gießen im Philosophenwald dahier ein Fest zur Feier der Immatrikulation des tausendsten Studenten abgehalten werden. , t Zwecks Aufrechterhaltung der öffentl. Ordnung und Sicherheit ordnen wir hiermit an, daß an genanntem Tage von 41/2 Uhr nachmittags ab der Fuhrwerksoerkehr nach dem Philosophenwald nur den Mittelweg entlang und von da zurück nach der Stadt nur durch die Elchgärten; von 7 Uhr abends ab aber in umgekehtter Richtung bewerkstelligt werde. , Im Philosophenwald werden am ftagl. Nachmittage die Zugangswege zu dem Festplatz Jn angemessener Entfernung abgesperrt und nur den Trägern der Festschleife zugänglich fein. D'' 'b ingänge zum Festplatze befinden sich an der Leib schen Wirtschaft und am entgegengesetzten Ende des Jestplatzes. Ver h Tc ein für aller Porjt die P noch . Jahr e rooburc stallet. gelaufenen Jahr verbaut. Besonders zu bemerken ist, daß dem Burgwirt durch Errichtung eines Stalles im Meren- ^erger Flügel die Aiöglichkett geschaffen wurde, eine oder k viuz Westfalen zum Andenken cm Kaiser Wilhelm I. erdichteten Denkmals. wohnerschaft eine der seltenen Gelegenheiten geboten, die Gießener Studentenschaft in gemeinsamem farbenprächtigen Aufzug zu sehen, und die Bitte, die Häuser zu flaggen und durch frohe Teilnahme am Fest den Tag verschönern zu helfen, ist damit wohl von selbst gerechtfertigt. ** Omnibusverkehr nach dem Philosophenwald. Zu der am Mittwoch im Philosopheuw)esanulage des Unternehmens sich erheblich besser ge- euer m den Wetten giebt zu häßlichen Vermutungen fügt über ein bares, bei der Gießener Spar- und Leihkasse und beim Banthause Heichelheim angelegte-» Vermögen von ca. 4000 Aiark. Herr Lrbig warnt, diesen Betrag anzutasten und etwa zu verbauen, es fehle sonst dem Verein an sicheren Eingängen, wenn die Zinsen von dem Vermögen in Fortfall kommen. Der dann erstattete Rechenschaftsbericht über das abgelausene Vereinsjahr konstatiert eine Einnahme von 4825 Mart, welche bis auf 318 Mark Barbestand verausgabt sind. 2876 Mark wurden int ab- je nach Bedarf zwei Kühe zu halten. Der Verein zahlt 139 ordentliche und 5 außerordentliche Mitglieder. Die Schuld bei der Wetzlarer Sparkasse beträgt 11000 Mark. Ganz besonders wird zum Schluß des Berichts betont, daß im kommenden Jahre die unbedingt notwendigen Aufwendungen zur Erhaltung des Wiederhergestellten über die Kräfte des Vereins hinausgehen. Bürgermeister Lich - tenthäler-Krofdorf spricht dem Kommerzienrat Gail, der in hochherziger Weise die Kosten des Wilhelms-Balkons getragen, den Kommerzienräten Heiligenstaedt und Heichelheim, sowie dem Direktor Lemme und all den Herren, welche tn wahrhaft hochherziger Weise das Wert des Gleiberg-Vereins mit reichen Mitteln fördern halsen, den Dank des Vereins aus, und teilt mit, daß ihm die Nachricht zugegangen sei, wonach die preußische Staatsregierung im laufenden Jahre ihre Interessen au den Gleiberg damit bethätigen will, daß sie wie im Vorjahre wieder 1000 Mart zur weiteren Restauration der Burg dem Verein überweisen wird. Geheimrat — Aus Johannesburg wird gemeldet: Die deutsche Kolonie hielt am 25. Juni einen Festkommers ab, um ihren freundschaftlichen Gesinnnngen für den König von England und die gegenwärtige Regierung von Transvaal Ausdruck zu geben. Der Vorsitzende Krause forderte die Deutschen, die natürlich der alten Regierung wegen der von ihr erfahrenen großmütigen Behänd-,^ m v r , ---------------— - , ------ lung ihre Sympathie zugewendet hätten, auf iefat nach 93eJ 1 °1 b »ff1#4 nn Namen des Vereins der preuß. »rfÄÄ s-wiwe ? n zwischen den früheren Feinden und zur Her- bereit sei, wieder einen Geldbetrag, und zwar 300 Mark, fteaung non ^110^ unö frieden m Transvaal. Er ver- für den Gleiberg zu spenden. - Baurat Stahl entwickelt sicherte den Oberkommrßar Lord Milner, der an dem Kommers daraus das Banprogramm für das laufende Jahr. Das teilnahm, der Sympathie und der Unterstützung der Deutschen. Dach des Nassauer-Baues muß unbedingt neu gedeckt wer- Paris, 30. Juni. Während des gestrigen National-1 den. 19/20 aller Schiefer seien total entzwei, und es regne Turnfestes, dem Präsident Loubet beiwohnte, drängte sich ein überall zum Dache hinein. Ebenso sei eine Dielung des junger Mann, der auf der offiziellen Tribüne Platz genom- Bodens unbedingt erforderlich, um die Decken des großen men hatte, an den Präsidenten heran und nef ihm w: ?fn? kleineren Säle zu schützen. Die Kosten dieser „Wenn Sie die Turnvereine so lieb haben, nüe ©iJ behaupten, ^lung wrlcckte" estre Kimdaebuna"^^^^?^ Ausruf ver- Emmers im Parterrestock des Hauses und andere ^iß- anlaßte eme Kundgebung gegen den Jüngling, der sofort binderarbeiten in diesen Räumen erfordern 250 Mark. Zur anS dem Saale entfernt wurde, während die Menge dem I Ausbesserung des alten Burgweges und ebenso des Mauer- Präsidenten Ovationen darbrachte und die Militärkapelle die Werks an der Ruine rc. seien ca. 1000 Mark erforderlich Marseillaise spielte. Für die Herstellung des Weges, falls dies schnell erfolge, Prag, 30. Juni. (Landtag.) Ein Antrag betr. 5*^ Direktor Lemmö sich bereit erklärt, 150 Mk. zu stiften. Stellungnahme des Landtags gegen die geplante Hopfen- ^ür die Beschaffung eiserner Möbel auf der Plattform Zollerhöhung im Deutschen Reiche fordert die Re- Philippsturmes (Buchnerzimmer) und des Wilhelm- gierung auf, beim Abschluss- von neuen Handelsverträgen die ®°?°'45? F?r£ Baurat Stahl tritt: g* öeene^hienr»b^On 3“ Nach d^^sanstalt sL wird “’sie'TÄ Eröffnung der Debatte ergeht sich Schreiner m Reknmma- Verhältnisse seien für einen Ort wie der Gleiberg nicht tionm gegen das Ackerbaumimstermm wegen Nichtb-rück- haltbar Siachdem dec Geheime Zustizrat Prvsi Schmidt Nchtigung der Wünsche der Agrarier. Redner warm dafür eingetreten, werden die Baupläne genehmigt, verlangt Schaffung eines Provenienzgesetzes sowie Errichtung — Prof Schmidt teilt mit, daß den Wünschen der Voreiner Untersuchungsstation für Landesprod ukte. jährigen Generalversammlung entsprechend dem Frhrn. Schließlich wurde der Antrag einem Ausschüsse überwiesen, von Gagern betreffs der Ehrenmitgliedschaft zum Verein M —ein Diplom übersendet worden ist. Es wird weiter der Ber- ~ ~ sammlung eine Tafel vorgelegt zur Erinnerung des ver- AUS Alaol uns Kano. I storbenen ersten Burg-Baumeisters, dem der Gleiberg un- r. endlich viel verdankt. Die Tafel, die im Borstandszimmer G^ßen, 1. Juli 1902. I Platz finden soll, hat folgenden Wortlaut: LTJ. Von der Universität. Der ord. Profeffor der Seinem ersten Burgbaumeister Dr. Edmund Hesse, klaff. Philologie Dr. G. Gundermann hat einen Ruf an geb. 16. Juli 1848, gestvrb. 4. Mai 1895, der in den die Universität in Tübingen erhalten und angenommen. Jahren 1882 bis 1885 die verödete Ruine znm wohnlichen ~ Das Jahresfest der Universität wurde heute Enthalt au^ugestalten mtt Eifer und Glück begann, in Üblicher Weise gefeiert. Eine zahlreiche Versammlung ^rht dtese Dafel^ctts Zeichen ^atte sich zum Festakt m der großen Aula zusammengefunden. Gießen, 4. Mai 1902. 9 Rektor Prost Dr. Hansen hielt die Festrede über Ferner wird eine Kupfertafel, die der Versammlung die Entwicklung der Botanik seit Linno. Er schloß mit dem I vor gelegt wird, im Buchnerzimmer angebracht werden, die Hinweis auf die Wichtigkeit der Zellentheorie für die heutige folgenden Wortlaut hat: Wissenschaft. Die Verlesung der Chronik der Universität Zur Erinnerung an das langjährige treue Mitglied für das abgelaufene Jahr, die Verkündigung der Preisträger des Gleibergvereins und die Mitteilung der neuen gestellten Preisaufgaben bildeten Dr. med. Klewitz zu Gießen, den Schluß der Feier. Die Preisträger sind: Forstwissen- geboren 29. Januar 1841, gestorben 1. März 1898. schafllich- Aufgabe: Hamann, mineralogische Aufgabe: LJ?" Versammlung wird mitgeteilt daß die Familie ftriehr fipinp • K- KIssBuchner dem Verein eine Lampe dediciert hat, die im rnmnniiA «Kir/fnAifa» aP fn Aufgabe. E. Keller, Buchnerzimmer geeigneten Platz gefunden hat. Für die vom sch-ph ologlscheAusgabe. Unverzagt. Den Balser- Rentier Dörnig gelüfteten 50 Mart ist eine kupferne Bowle ^^blt Will). Andrei en. Die übrigen Aufgaben waren mit Zubehör beschafft, die ebenfalls das Buchnerzimmer nicht bearbeitet roorben. Um V/2 Uhr fand in Steins Saalbau ziert, und welche jedem Besucher des Gleibergs zur Be- ein gemeinsames Mahl der Dozenten und höheren Beamten Nutzung zur Verfügung steht. Nachdem Geheimrat v. Bechf- der Universität statt, auf 4 Uhr ist der Beginn des Garten- iold die Generalversammlung geschlossen, blieben die Er- festes in Steins Saalbau festgesetzt. Abends wird ebenda ein Menen zu geselliger Unterhaltung noch lange bei einander, allgemeiner Kommers gefeiert. ** Ans Anlaß ihres 20jährigen Stiftungs- * * Ernannt wurde zum Anstallsarzt des Provinzial- se st es veranstaltet die hiesige Studentenverbindung Chatt ia Siechenhauses dahier laut Beschluß des Provinzialausschusses Qm Montag den 7. d. M., abends halb 9 Uhr im Cafe Leib der hiesige praktische Ar^t Dr. B. Markwald. einen Festkommers. * * Ernannt wurde der Franz Tippel aus Gießen ** Das 50jährige Dienstjubiläum begeht heute zum Kanzleigehilfen am Landgericht der Provinz Oberhessen.Ider Venvalter des Kollegienhauses Friedrich Wühelni Storck. * * In den Ruhestand wurde versetzt der Weichen- Der Jubilar, der im 67. Lebensjahre steht, trat, 16 Jahre steller in der Hessisch-Preußischen Eisenbahngemeinschaft Karl I alä Freiwilliger beim Heere ein und diente beim Leib- Freitag in Gießen. regiment 117, das er als Feldwebel 1880 verließ. Damals fi. General-Versammlung des Gleiberg- erhielt er im neu erbauten Kollegienhause die Stelle als Ver- Vereins. Gestern wehte tagsüber von dem Bergsried walter und hat als solcher 45 Semester Tausende junger der alten Burgruine Gleiberg, dem Wahrzeichen unterer 12(tabemifer einziehen sehen in die Hallen der Wissenschaft, weiten Gegend, die Fahne, und sandte ihre Grüße .cnab l Der alte Stork, wie ihn die Musensöhne nennen, erfreut sich ins wette Thal den Burgmannen entgegen, die gegen 4 Uhr unter diesen allgemeiner Belrebthett. Jede Gefälligkeit, so- Ä LgHbL"uud^u1'chL:r'K w«. üe d°° Dienst zuläßt kann d-r Stubcnt »om knJter bescheidenen Mttelu ist Hier in den letzten Jahren Dan? haben. Die Proseßoren aber und die Direktoren der der Opferwilligkett edler Geber und Dank der Energie des zahlreichen Jnstüute des Kollegienhauses rühmen dem Jubilar Gleiberg-Vereins und besonders fernes Burgbaumeisters ^r und Pflichttreue nach. Die Gattin des Jubilars steht des Baurat Stahl Großes geleistet, und immer mH neuen ihm bei Ausführung seines Dienstes treu zur Seite. Ihr wird Vorschlägen kommt der unermüdliche Baumeister. Zwar mit Recht nachgerühmt, daß es ihrer Kontrolle zu danken sei, der Finanzminister des Vereins schüttelt den Kops, wenn wenn im Kollegienhause peinlichste Sauberkeit herrscht. Dem Ser-^5.tc ^ojlen geredet wird. Aber der Blick auf das Jubilar und ferner Gattin ist ein freundlicher Lebensabend Erreichte und die Hoffnung auf weitere edle Spender wünfcken veranlaßt die Hüter der Burg zu allem 3a1 und Amen tu 0 11 / c ry - -. Y sagen, was Baurat Stahl vorschlagt. Um 5 Uhr nachmittags eröffnete der Vorsitzende des Gleiberg-Vereins, Geheimrat IDon Oswaldsgatten durch die Neustaut, Marktsiraße, Markt, v. Bechtold die Generalversammlung, deren Beratungen Mäusburg, Kreuzplatz, Seltersweg, Südanlage, Bleichstraße, diesmal in dem im Nassauerbau wieder hergestellten Löbersiraße, Goethestraße, Ludwigsstraße, Ludwigsplatz, Grün- Luxemburger Zimmer stattfanden. Die Versammlung war, bergerstraße bewegen und an dem mehr als die Hälfte unserer wie immer, nur sehr schwach besucht. Der Rechner Quästor I Studentenschaft mit Fahnen und Chargierten im Wix teil- 0rbig unterbreitete der Versammlung den Voranschlag nehmen wird, erfahren wir folgendes: Der Zug wird durch ^v^.^^'?0 'Oahr. Derselbe sieht eine Einnahme drei Vorreiter eröffnet. Es folgt unsere Regimentsmusik ur* 10 neuen Anteilen' und 20 Mark ^gerechnet wird^ In ? ei"e~ ^en der 1000. ©tubent, stud mec Ausgabe stehen u. a. 440 Mark Zinsen für ein Darlchen der ^oms, mit Sr. Magnisieenz dem Rektor. Daran ichließer. Sparkasse in Wetzlar, 100 Mark Geschäftsunkosten, und ebenfalls m Wagen, die Dekane der Fakultäten und die ca. 800 Mark Steuern und Bauunkosteii. Der Verein ver- Vertreter unserer Stadtbehörde sowie die Stadtverordneten r""r "‘ " - - ...... -- 'mit ihren Damen. Es folgen dann sämtliche hiesigen Studentenkorporationen nebsl einem Teil der Nicht- Korporationsstudenten in einem zwecken Teil des Zuges, auf den drei Niusikkapellen verteckt sind. Es ist damit der EinUermischtes. * Münster, 30. Juni. Die beiden letzten Wagen des Schnellzuges 93 sind gestern abend zwischen Westbevern und Kattenvenne entgleist. Im Zug war die Prinzessin Heinrich. Niemand wurde verletzt. Der Zug fuhr mit 25 Minuten Verspätung weiter. Die mutmaßliche Hrsache ist Gleisverwerfung. * Reutlingen, 30. Juni. Der Redakteur und Mck» inhaber des Reutlinger „Gen.-Anz.", Spverer, f gestern abend bei einem Ausflug vom Lichtenstein-Felsen ab* gestürzt. Er trug so schwere Verletzungen davon, daß er bald darauf verstarb. * Bukarest, 1. Juli. Der von Galatz nach hier abgegangene Pers onenzug ist zwischen den Stationen Plojesti und Brazi entgleist. Zwei Personen wurden getötet und vier schwer verletzt. * Konstantinopel, 1. Juli. Hier sind vier Pest- älle vorgekvmmen. Der Sanitätsrat hat alle notwendigen Maßnahmen ergriffen. * Die schwarzen Pocken sind auf dem Auswanderer» iahnhof Ruhleben bei Spandau ausgebrochen; mehrere 'ffen sind daran erkrankt und in der Isolierbaracke unter* rächt worden. Um eine Ausbreitung der Seuche zu ver- ern, sind alle erdenklichen Vorsichtsmaßregeln getroffen. del und Verkehr. Uslksivirlschast. Freilassung der (Befangenen, vorausgesetzt, daß sie nichtGestern fand im Buckingham-Palast ein Familiendiner statt. Berlin, 1. Juli. Wie die „Nat-Ztg." erfährt, hatte der Staatssekretär Frhr. v. Richthofen in den letzten Tagen wiederholt Besprechungen mit dem hiesigen englischen Geschäftsträger, die sich aus die beschleunigte Heimschaffung der Kriegsgefangenen deutscher Nationalität aus demBurenkri ege beziehen. Die englische Regierung scheint einer baldigen sitz Chamberlains die erste Sitzung der vereinigten Kolonialminister statt. Das Programm, das in dieser Konferenz zur Beratung gelangt, umfaßt die politischen, die militarischien und die Handels-Beziehungen zwischen England und den Kolonieen. Wie versichert wird, kann das Datum der Krönungsfeier zwar nicht ganz genau festgesetzt werden, aber es scheint nunmehr sicher, daß die Feier im September stattfinden kann. Gestern wurde der Befehl erteilt, die Westminster-Abtei in ihrem gegenwärtigen Zustande zu belassen, damit die jetzige Ausschmückung noch im September verwendet werden kann. Neueste Meldungen. Vriginattrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. nach Südafrika zuriMehren, geneigt zu sein. Da hiernach die Frage wesentlich eine Kostenfrage sein wird, so hat sich Staatssekretär Frhr. v. Richthofen auch beretts mit einheimischen Kreisen in Verbindung gesetzt, um möglichst einen Teil der für die Buren gesammelten und noch nicht verausgabten Gelder zu Gunsten der deutschen Kriegsgefangenen flüssig zu machen. Desgleichen ist der Staatssekretär mit deutschen Rhederein in Verbindung getreten, um baldige Fahrgelegenheit ermäßigten Preisen zu erzielen. Kiel, L Juli. Die heute hier eingegangenen Nachrichten über das Befinden des Königs Eduard lauten sehr günstig. Die Kräfte des Patienten haben in überraschender Weise stand gehalten. Kiel, 1. Juli. Das Linienschiff „Kaiser Friedrich HI." mit dem Prinzen Heinrich an Bord lief kurz nach 9 Uhr ein. Prinz Heinrich traf auf Einladung des Kaisers um 91/2 Uhr im Zacht-Klub ein. Der Kaiser unterhielt sich lange Zeit mtt dem Prinzen, und später rn zwanglosem Beisammensein bis gegen Mitternacht. Der Kaiser ordnete an, daß heute das Linienschiff „Kaiser Wilhelm II.", auf dem der Fürst von Monako wohnt, nach Eckernförde geht, damit der Fürst der Regatta beiwohnen kann. In später Stunde begaben sich der Kaiser aus die „Hohen- zollern" und Prinz Heinrich ins Schloß Elbing, 1. Juli In der Schule der Ortschaft Zuschken, Kreis Berent, die ausschließlich p 0 lni s ch e Bevölkerung hat, überfiel während des Unterrichts auf das Signal eines Schülers die ganze Schuljugend den Lehrer mit Stöcken, der sich nach Kräften wehren mußte, um den Angriff seiner Schüler abzuschlagen. Leipzig, 1. Juli. Die Höhe der im Herbst zur Auszahlung kommenden Konkurs-Dividende der Leipziger Bank beträgt 141/2 Millionen Mark. Die Auszahlung findet im Anfang Oktober statt. London, L Juli Gestern abend fand unter dem Bor- — Ein BSrsernuauSver waren Gerüchte von einem Wassereinbruch auf der Laurahütte. Die Geschichte ist durchaus erfunden und es wäre angezeigt, die Spur des Erfinders Vi verfolgen, wenn sich dies nicht so überaus schwer machen ließe. — 4 ,proz. Bosnische Kronenanleihe. Das Schwergewicht der 78 Millionen Kronenanleihe wird nach Deutschland verlegt werden, nachdem auch die frühere 4'/rproz. bosnische An- leche, an der, nebenbei bemerkt, die verkrachte Leipziger Bank hervorragend interessiert war, in Deutschland unlergebracht worden ist. In der Absicht der Banken liegt es, sobald als möglich mit der Emission vorzugehen. Die neue Anleihe ist durch die Eisenbahnen fundiert, die unter allen Verhältnissen ein wichtiges Bindeglied für den internationalen Verkehr bilden werden. Man kann annchmen, daß das Erträgnis der neuen Bahnen für die Verzinsung der neuen Anlechen ausreichen wird. Sollte dies jedoch nicht der Fall sein, so sind noch Spezialreserven für die Sicherheü des Zinsendienstes der neuen Anleihe gebildet worden. — Chinas Finanznot. China will an die Mächte die Bitte richten, vier Jahre lang seine Zahlungen in Silber zu leisten. Weigern sich die Mächte die Zahlungen in Silber entgegenzu- nehmen und China erklärt, es sei nicht im Stande die Zinsen zu zahlen, so wäre die Situation eine sehr ernste, es würde dann nichts übrig bleiben, als die Zolleinnahmen mit Beschlag zu belegen, was allerdings Schwierlgkeiten zur Folge haben könnte. Die Zeitschrift v5)er Statist" spricht die Hoffnung aus, daß die Mächte vernünftig handeln und zugeben werden, daß China sie in seinen eigenen Münzen zahlt, d. h. in Silber. Gießen» 28. Juni. Marktbericht.Auf bemheutigenWochenmackt kosteten: Butter pr.Pfd. 0,75—0,85 Mk., Hühnereier pr. St. 6—7 Pfg., LIStck. 00—00 Pfg., Gänseeier 10—12 Pfg., Emeneier 6—7Pfg., Käse pr.Stck. 5—7 Pf., Käsematte 2 Stck. 0—0Pfg., Erbsen pr. Liter 19 Pfg., Linsen pr. Liter 32 Pfg., Taubenpr. Paar 0,80—1,00 Mk., Hühner pr. St. 100—1,50 SDlf., Hahnen pr. Stück 0,90—1,60 Mk., Enten pr. Stück 2,40—2,60 M., Gänse pr. Pfd. 00—00 Pfg., Ochsenfleisch pr. Pfund 66—76 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 60—64 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 70—80 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 84 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 66—70 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 55—70 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kgr. 4,00—5,00 All., Weißkraut per Äück 00—00 Pfg., Zwiebeln pr. Zeirtner 14,00—15,00 Mk., Milch per Liter 18 Pfg. Aepfel per Pfd. 0—00 Pfg., in Körben 00—00 Pfg. Trauben 00—00 Pfg. Paris, 1. Juli. Der Gemeinderat hat gestern bat Wunsch ausgedrückt, die Regierung möge die Vollstreckung von Todesurteilen abwarten und auf alle Fälle keine richtungen mehr in Paris vornehmen lassen. Trient, 1. Juli. Der hier Vorstellung gebende Zirkus Zavatta ist gestern nachmittag vollständig nieder- gebrannt. Menschenopfer sind nicht zu beklagen. Petersburg, 1. Juli. Nachdem alle polizeilichen und militärischen Maßnahmen behufs Unterdrückung der Bauern-Unruhen sich als wirkungslos er-s wiesen haben, befiehlt ein kaiserlicher Ukas dem geistlichaL Konsistorium zu Pultawa, durch die Geistlichkeit beim Sörup" und Feiertags-Gottesdienst, sowie bei der Vornahme sonstiger kirchlicher Atte dren Gemeindemitgliedern einzuflößen, daß sie den von Gott und 'dem Zaren eingesetzten Behörden unbedingt Folge zu leisten haben und daß sie nicht auff solche Leute hören sollen, die nur beabsichtigen, ihnen, Schaden zuzufügen. St. Helena, 1. Juli. Eine große Anzahl Burens Gefangener hat gestern den Eid der Treue abH gelegt. Unter ihnen befindet sich auch, General C r 0 n j e. Tientsin, 1. Juli. 400 Mann französische und 200 Mann deutsche Truppen haben gestern die Stachst geräumt. • Nach Schluß der Redaktion eiugegangeru Der Bürgermeisterei Gießen ging heute mittag folgende Nachricht zu: Die Errichtung der G i e ß e u er Irrenanstalt nach dem Ausfchußantrag (unter Annahme des Zuschusses der Stadt Gießen von 75 000 Mk.) wurde von der Zweiten Kammer ein- stimmig beschlossen. TeBephonischer Kursbericht. 8y8% Reicheanleihe . . 101.90 3% do. ... 92.75 3V,0/g Konsole .... 102.00 30/0 do. ..... 92.40 372°/o Heesen .... 100.00 3*/g% Oberheseen . . . 99.10 4% Oesterr. Goldretne . . 102.90 4‘/2% Oesterr. Silberrente 101.70 4% Ungar. Goldrente . . 101.80 4°/j Italien. Rente . . . 103.25 4*/2% Portugiesen . . . 46.30 8% Portugiesen. .... 29.15 1% C. Türken .... 26.40 Türkenlose......111.60 4% Grieoh. Monopol.-Anl. 44.00 4-6 äussere Argentiner —.— 3u/o Mexikaner .... 26.30 4*/z7o Chinesen .... 91.25 Electric. Schlickert ... 103.90 Nordd. Lloyd . . . . 108.50 Kreditaktien , . . . . 214J5O Diskonto-Konunandit. . . 185J.0 Darmstädter Bank . . . 137.80 Dresdener Bank .... 144.70 Berliner Handelsges. . . 156.30 Oesterr. Staatsbahn . . . 150.50 Lombarden ..... 17.60 Gotthardbahn.....168.00 Laurahütte ...... 197.50 Bochum ....... 189.90 Harpener..... 16L5O Tendenz: ruhig. Bekanntmachung. Die nachstehende Bekanntmachung des Großherzoglichen Feld- Lereiniaungs-Kommissärs zu Friedberg bringen wir hiermtt zur Kenntnis der betr. Grundbesitzer. Gießen, den 30. Juni 1902. 4813 Großherzogttche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung, betr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Gießen, rechts der Lahn; hier: die Zuziehung eines Tells der Gemarkung Heuchelheim. Nachdem vom Gemeinderat und von einer Anzahl beteiligter Grundeigentümer der Antrag auf Einleitung des Verfahrens der Feldberemigung für die Fluren XVI bis XXI der Gemarkung Heuchelheim und die Zuziehung dieser Flächen zu der Feldbereinigung Gießen, rechts der Lahn, gestellt worden ist, und nachdem dieser Antrag von Großh. Ministerium des Innern, Abteilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe, auf Grund des Art. 2, 5 und 6 des Feldbereinigungsgesetzes sür zulässig erachtet und der Unterzeichnete zum Kommrssär der Leitung der Abstrmmung ernannt worden ist, wird hiermit Tagfahrt zur Abstimmung der beteiligten Grundeigentümer über den erwähnten AMrag auf: Samstag, 12. Juli l. I., vormittags von 11 brs 12 Uhr, in Rathaus zu Heuchelheim bestimmt. Diejenigen beteiligten Grundbesitzer, welche in der anberaum- ten Abstimmungsfahrt weder persönlich noch durch gehörig Bevollmächtigte abstimmen, werden als für das Verfahren stimmend angesehen. Gleichzeitig fordere ich hiermtt die außerhalb des Bereinigungs- bezirks wohnenden Ausmärker auf, zur Wahrung ihrer Interessen einen im Bereinigungsbezirk wohnenden Bevollmächtigten zu bestellen, da eine weitere besondere Zuschrift im Laufe des Verfahrens an sie nicht mehr erfolgt. Frieoberg, den 20. Juni 1902. Der Großh. Feldbereinigungskommissär: Spam er, Kreisamtmann. Universitätsfest. Die Listen zum Einzeichnen für die Teilnahme an dem zur Feier der Immatrikulation des tausendste« Studenten an unserer Hochschule am 2. Juli l. Js. im Phttosophenwald stattsindenden Festes werden heute aberrd geschlossen. Gießen, 1. Juli 1902. 4806 Der Festausschuß. I. A.: Mecum, Bürgermeister. Bilanz der AktienseseWast Ar- unii MWmck zu Großen-Liuden vom 31. Dezem Aktiva. H 1. Ausgeliehene Kapitalien u. zwar a. Obligationen u. Schuldscheine 761354.31 b. Wertpapiere 100488.30 c. Guthaben bei Banken 9278.85 der 190L Passiva. JL H 1. Einzahlung der Aktionäre 12500.— 2. Aufgenommene Kapitalien 911887.72 3. Rücklagefond 15915.16 4. Reservefond 34209.11 5. Reingewüm 5090.63 d. Konto-Korrent- verkehr 20740.— 2. Güterkaufgelder 36729.67 3. Kassenvorrat 3238.93 4. Ausstände 47644.94 5. Unersetzte Vorlagen 127.62 979602.62 979602.62 Großen-Lindem, am 26. Jrmi 1902. 4807 Der Vorstand. Vergebung von Dachdeckerarbeit. Die zur Umdeckung von zwei Dächern auf Domanialhof Schiffenberg nötige Dachdeckerarbeit nebst Materiallieferung wird hierdurch unter Hinweis auf den Ministerial- erlaß vom 16. Juni 1893 zur Vergebung auf dem Submissionsweg ausgeschrieben. Die Ausführungsbedingungen und Arbettsbcschreib- ungen liegen in unserem Amtslokal zur Einsicht offen, und können letztere, mtt Vordruck zu dem bezüglichen Angebotsvermerk versehen, daselbst zum Selbstkostenpreis in Empfang genommen werden. Angebote sind bis zum 8. Juli l. I., vormittags 10 Uhr, versiegelt und mit entsprechender Aufschrift porto- frei an uns abzugeben. Zuschlagsfrist 2 Wochen. Gießen, den 30. Juni 1902. Großh. Hochbauamt Gießen. Neuling. 4795 Versteigerung Donnerstag den 3. ds. Mts., nachmittags 3 Uhr, versteigere ich Neuenweg 28: 6 Küchen - Garnituren, 10 Waschservice, 1 Eßservice, 6 Kaffeeservice und zwei Servierbretter zwangsweise gegen bar. Versteigerung bestimmt. Gießen, den 1. Juli 1902. 4818 Seipel, Gerichtsvollzieher. Versteigerung Donnerstag den 3. d. Mts., nachmitttags 2 Uhr, versteigere ich Neuenweg 28 ein Faß Maschiueu-Oel zwangsweise gegen bar. Versteigerung voraussichllich bestimmt. Gießen, den L Juli 1902. 4817 Seipel, Gerichtsvollzieher. Versteigerung. Donnerstag den 3. ds. Mts., nachmittags 21/« Uhr, versteigere ich Neuenweg 28 1 Nähmaschine, 1 Nähtischchen, 1 Waschmaschine, 1 Waschbütte, 1 Spiegel, 1 Weißzeugschrauk, 1 Tisch, 2 Palmen, Bilder, Vorhänge, 1 Dameuuhrkette, 1 Küchenwaudbrett, eine Kücheugarnitur u. ü. o. zwangsweise gegen bar. Versteigerung voraussichtlich bestimmt. 4819 Gießen, den L Juli 1902. Seipel, Gerichtsvollzieher. Stadt. 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