Tchrrlstrahe 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Sietze«. Fernsprcchanschluß Nr. bl. Nr. 75 Erscheint tSglich außer SormtagS. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Vesstsche« Landwirt die Gietzen« Lamttien- bviU« viermal in der Woche bei gelegt. Rotationsdruck tu Verlag der Brüh l'scheu Umverf^Buch- u. Steirr- druckerei (Pietsch Erbe») Erstes Blatt. 15». Jahrgang Dienstag L. April 1903 @ © mo^at?ich7bPß,vi«t^ SießenerAMgerW W General-Anzeiger « ” MU Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gietzen MM PolMsche Mocheuschml. Die politische Osterstille hat den leitenden Berliner Staatsmännern Gelegenheit zu Reisen gebracht- Der Reichskanzler Gras B ü lo w sucht, wie im Dorjahre, Erholung im schönen Italien, dem Heunatlande seiner Gattin, und hat in Venedig eine Zusammenkunft mit dem italienischen Minister des Aeußern PrinettL gehabt, bei der die schiebenden Fragen der auswärtigen und der hxDrdelspolitik, soweit das Verhältnis Deutschlands zu Italien in Betracht kommt, zur Erörterung gelangt sind. Gut informierte Personen in Rom wollen wissen, daß auch die Tripolisfrage! berührt worden sei. Prinetti soll von Deutschland verlangen, sein Einverständnis zu geben, daß Tripolis für Italien reserviert werde. Eine Besetzung von Tripolis soll vor der Hand nicht stattfinden. Was von Verhandlungen über Ostasien gemeldet wird, sowie von besonderen „Ergebnissen" bezüglich des Dreibundes, beruht nach offiziösen Meldungen auf Erfindung. Auch betreffs der Zollpolitik hat die Zusammenkunft nur be- K was früher schon anzunehmen war, nämlich daß rlltarif für Italien kein ernsthaftes Hindernis zum Abschluß eines neuen Handelsvertrages bildet. Ueber die Zolltarisfrage hat auch der Staatssekretär Graf Posadowsky in Dresden mit den sächsischen Ministern v. Metsch und Rüger verhandelt. Von Dresden hat er sich nach München begeben, wo er heute (Dienstag) abend eintrisft, um sich, wie offiziös gemeldet wird, „mit der bayerischen Staatsregierung, insbesondere mit dem Ministerpräsidenten Grafen v. Crailsheim über ver- chiedene schwebende Fragen persönlich ins Benehmen zu etzen". Weitere Konferenzen in Stuttgart werden olgen. Es wurde und wird dabei in erster Linie über die Reuhsfinanzreform verhandelt, und es verlautet, daß auch die Tiätenftage erörtert werden wird, wie in Dresden. Bisher galt die sächsische Regierung wie die preußische als Gegnerin der allgemeinen Einführung von Diäten für die Reichstagsmitglieder; ob sich jetzt ein Wandel in dieser Beziehung aubahnt, bleibt abzuwarten. In der Presse kommt überwiegend die Meinung zum Ausdruck, daß jetzt oder nie «der Augenblick gekommen sei, die allgemeinen Diäten durchMlsetzen. Vereinzeltem Widerspruch begegnet man nur in konservativen Blättern. Rach der Haltrmg der Zentrnms- oraane zu urteilen, scheint das Zentrum, die ausschlaggebende Partei deS Reichstages, jedoch entschlossen, jetzt nach Ostern die Gelegenheit energisch zu benutzen, um tue Regierung zur endlichen Annahme der alten Forderung des Reichstages zu bewegen. Ueber den Zolltarif selbst hat es den Anschein, als ob Verhandlungen hinter den Konlissen im Gange seien, irm eine Verständigung zwischen den Mehr- heitsparleien der Kommission und den Regierungen herbei- zusühren. Ob eine solche Verständigung erzielt wird, muß sich nach Wiederaufnahme der Kommissionsverhandlungen sehr bald Herausstellen. Sehr gefreut haben sich natürlich die Konservativen und Agrarier, daß der Abg. Graf Oriola mit 16 nationalliberalen Genossen in der hessischen Abgeordnetenkammer eine Anfrage im Sinne des Kompromißantrages der Mehrheitsparteien gestellt hat. Namentlich die „Kreuzzeitung" hat sich darüber besonders befriedigt geäußert. Aber die Großh. Regierung erklärte durch den Mund des Staatsministers Rothe, die Regierung habe sich auf den Boden der zur Zeit den Reichstag besänftigenden Vorlage gestellt; sie sei außer Stande, auf dre Erhöhung der Minimalzölle aus Getreide hinzuwirken, um nicht den Abschluß neuer Handelsverträge zu gefährden. Die Regierung würde die Bekämpfung sowie die Erhöhung der vorgeschlagenen Zölle für gefährlich und die neuen Handelsverträge gefährdend halten. Graf Oriola erklärte sich zwar mit diesen Ausführungen nicht einverstanden, das wird aber den Standpunkt unferer Regierung nicht erschüttern, und Graf Posaoowsky scheint im Begriff zu stehen, ähnliche Regierungserklärungen in Dresden und München einzusammeln. Ministerialrat Braun in Darmstadt sagte neulich scherzend, daß die große Politik nicht am „großen Woog gemacht werde"; aber die Bundesregierungen helfen doch mit, die große Politik zu machen, und es wäre immerhin nicht ohne Bedeutung, wenn auch in den anderen deutschen Einzellandtagen derartige Kundgebungen vom Regierungstische aus erfolgten. Erfteulich ist es, daß unmittelbar vor dem Feste alle Meinungsverschiedenheiten zwischen den beiden Kammern unseres Landes ausgeglichen worden sind, sodaß das hessische Budget endgiltig genehmigt werden konnte. Auch sonst ist noch mancherlei Bemerkenswertes aus den hessischen Kammern hier kurz zusammenzufassen. Wie vorauszusehen war, wurde von der zweiten Kammer die nachgesuchte Einwilligung zu den gegen den soz. Abg. Haas- Mainz vorgeschlagenen gerichtlichen Maßnahmen nicht gegeben. Die Kammern genehmigten den Gesetzentwurf betr. die Abänderung des Gesetzes die Ausführung der Unfall- und Krankenversicherung der in land- und forstwirtschaftlichen Betrieben Beschäftigten betr. Bezüglich der Frage der Umwandlung der a. o. Professur für Geographie an der Landesuniversität bestehen zwischen den beiden Kammern noch Differenzen; auch dem Beschluß der zweiten Kammer bezüglich »der obligatorischen staatlichen Atobiliarversiche- rung trat die erste Kammer nicht bei, vielmehr soll an die Regierung das Ersuchen gerichtet werden, die Frage nochmals zu prüfen. Sonst ist noch zu erwähnen, daß die zweite Kammer den Antrag Haas auf Einführung eines Sonderausschusses von neun Mitgliedern zur Berichterstattung über den Antrag auf Errichtung einer Landwirtschaftskamm ex annahm. — Nach dieser fleißigen Arbeit, die durch sehr angeregte Diskussionen ihre Würze erhielt, gingen die beiden Kammern am Mittwoch vor- Ostern in die Ferien, und das Erholungsbedürfnis steht durchaus im rechten Verhältnis zur geleisteten Arbeit. Die parlamentarische Pause in der Hochsaison" aber ist für die Presse eine kleine Sauregurkenzeit. Ter Tod hat in der Karwoche drei Staatsmänner von großer Bedeutung zu sich genommen, einen deutschen, einen Engländer und einen Ungar. FürstMünsterzuDerne^ burg-Ledenburg, der ehemalige Botschafter des Deutschen Reiches in Paris, ist am Karfreitag vormittag in Hannover sanft entschlafen. Er hatte vor wenigen Tagen über Unwohlsein gellagt, ohne daß ernste Erscheinungen hinzutraten, sodaß man in feiner Umgebung nichts Schlimmes befürchtete. Als der Fürst am Freitag zur ge-, wohnten Zeit nicht aufstand und die Diener in das Schlafzimmer traten, um nach ihm zu sehen, war er bereits! verschieden. Der Tod muß kurz vorher eingetreten sein. Man nimmt an, daß .Herzschwäche und Lungenlähmung bcn. Tod herbeigeführt haben. Die Leiche des Fürsten wird nach seinem Schloß Derneburg überführt, wo et in der Familien«, gruft neben seiner vor zwei Jahren verstorbenen Tochter beigesetzt wird. Die „Nordd. Allg. Ztg." sagt u. a. über den Verstorbenen: Unsere Diplomatie betrauert in dem Heimgegangenen einen ihrer vornehmsten Repräsentanten. Die Bereitwilligkeit, mit der er nach den Ereignissen deA Jahres 1866 seine ausgezeichnete Begabung in den Dienst der nationalen Sache stellte, sichert seinem Namen ein dankbares Gedächtnis. Ein Patriot, der in per Neuerstehung von Kaiser und Reich, wie er offen ausgesprochen hat, den schönsten Traum seiner Jugend erfültt sah, ist in dem Fürsten Münster dahin gegangen. — Mit Cecil Rhodes, den seine Landsleute bewundernd den „Napoleon von Südafrika" nannten, ist eine der markantesten Persönlichkeiten des englischen Imperialismus dahingeschieden. Der Tote soll den größten Teil seines ungeheuren Vermögens der Förderung eines imperialistischen Erziehungsplanes der-, macht haben, dessen Aufgaben die intellektuelle Verbesserung der britischen Rasse durch die gesamte britische Welt seien. Tas Vermächtnis an die Universität Oxford bildet nur einen integrierenden Teil dieses Planes. Nichts ist den Minen-' interessen oder anderen Unternehmen in Rhodesia hinterlassen, dieses wird nur an dem allgemeinen Vermächtnis! terlnehmen. Rhodes' Leiche wird auf der von chm bei der Belagerung von Kimberley für das Geschütz „Long Cecil" erbauten Lafette bei der Leichenfeier in Kapstadt nach der Kathedrale und von dort in einem Separatzuge nach Bulu-, wayo übergeführt, von wo die Beisetzung aus der Matvpo Hills stattfindet. — Koloman Tisza, der verstorbene ungarische Staatsmann, hat sich als Freund Deutschlands um die Erhalcung und Festigung des Dreibundes wohl vetdient gemacht. Die Dreibundpolitit hat übrigens jetzt mit einer neuen Konstellation zu rechnen. Die Ausdehnung des russisch-französischen Zweibundes auf das Gebiet der ostasiatischen Politik als Gegenstück zum englisch-' japanischen Abkommen ist von nicht zu' unterschätzender Bedeutung. Wie die Verhandlungen in der französischen Kammer bekundet haben, hat diese neue französisch-russische Aktion auch in manchen Kreisen Frankreichs gewisse Bedenken hervorgerufen. Insbesondere ist die Besorgnis laut geworden, daß Frankreich, dessen Interessen in China auf einem ganz anderen Gebiete liegen, in die Lage kommen könnte, die Ansprüche seiner russischen Verbündeten auf die Ueberraschende Fnude tu Giehens Umgebung. Das Interesse, das man den Ausgrabungen in der Nähe Gießens in weitesten Kreisen ganz Oberhessens entgegen bringt, hat uns Veranlassung gegeben, uns an wohl unterrichtete Stelle zu wenden mit der Bitte, unsere Leserschaft eingehend über die letzten Ergebnisse der so mühevollen als lohnenden Arbeit zu unterrichten, und wir find heute in der bevorzugten Lage, folgende zweifellos größtes Aufsehen in der ganzen wissenschaftlichen Well erregenden Mitteilungen zu machen. Man schreibt uns von sehr geschätzter Seite: Die Ausgrabungen, die seit etwa Jahresfrist in der weiteren Umgebung unserer Stadt ausgefühtt werden, haben zu den interessantesten Entdeckungen geführt. Wir wissen jetzt, daß unsere Gegend in der sog. Hallstattzeit, d. h. in der Zeit von etwa 700—400 v. Ehr., reich bestedelt gewesen ist. Der Name Hallstattzeit sei zunächst einem größeren Publikum erläutert. In den vierziger Jahren des vor. Jahrhunderts wurde in der Mhe des oberösterreichischen Ottes Hallstadt ein großes Gräberfeld entdeckt, das ein reiches archäologisches Material lieferte. Selldem ist der Ausdruck „Hallstädter Zeit" allgemein üblich geworden für die ganze Kulturepoche, die tmrch jenes Gräberfeld repräsentiert wird, obwohl Hallstatt keineswegs der Ausgangspunkt dieser Kultur ist, sondern, wie man neuerdings hier mtt guten Gründen annimmt, gerade unsere Gegend, speziell die Gegend, die durch denSchiffen - berg und den Wartberg sowie den Fahlgraben im Osten, den Schrenzer- und Heidelbeerberg im Süden, den Stoppelberg im Westen und nördlich von der Lahn umgrenzt wird. Man wird daher in Zukunft diese Zeit, die eigentlich die Periode des Ueberganges von der Bronzekultur zur Eisenkultur ist, fortan mit mehr Recht die Gießener Zeit zu nennen haben. Die Entdeckungen, die man bisher hier gemacht hatte, waren kleinerer Att. Man hatte Brandgräber entdeckt, von denen einzelne bis 15 keramische und sonstige Beigaben aufweisen. Teilweise zeigen sich die Funde unmittelbar neben der ehemaligen Brandstätte, frei im Boden; $um Teil sind sie in viereckigen, durch schwere Dachziegel gebildeten Hohlräumen untergebracht, in einzelnen Fällen liegen sie auch innerhalb steinerner Aschenkisten. Außer zahlreichen großen Amphoren fand man vielfältige Terra sigillata-Gefäße. Die Bruchstücke mehrerer Schalen zeigen eine fein ausgefühtte Ornamentik. Besonders reich sind die Urnen vertreten. Es finden sich solche von der winzigsten Größe bis zu den stattlichsten Exemplaren. Die vielfältigsten Formen und Muster kommen dabei vor. Dasselbe gilt von den zahlreich gefundenen Krügen, Tellern, Bechern und „Kumpen". Besonders intereffant ist eine Reihe von Glasgefäßen, von denen etliche einfachere wohl erhalten, andere leider mehr oder weniger beschädigt sind. Einzelne Formen dieser Gläser zeigen eine äußerst zierliche Ausführung und in ihren Bruchstücken teilweise eine edle Linienführung. Eine durch eine haarfeine Glaswand in zwei Hälften geteilte Kugelflasche ist besonders intereffant. Ueberhaupt weisen einige der gefundenen Glasgefäße eine weit fortgeschrittene Technik auf. Unter den Thon- lampen sind besonders eine vierteilige und eine andere bemerkenswett, die zwei nebeneinander stehende mit Sandalen bekleidete Füße darstellt. Alle diese Funde sind unter sachkundiger Leitung geborgen und, soweit sie beschädigt waren und nur bruchstückweise Vorlagen, wieder zusammengesetzt worden. Auch wurden die Gegenstände genau notiert und nach den einzelnen Gräbern geordnet. Die Ausgrabungsarbeiten sind aber in der letzten Zeit, auch in der Karwoche, ungemein fleißig gefördert worden, und man hat kurz vor dem Osterfeste ganz überraschende, außerordentlich wertvolle Funde gemacht, und zwar im Sch isfen berg er Walde. Man erreicht den Fundott von Gießen aus am nächsten, indem man die Abzweigung der Schiffenberger Landstraße nach Steinberg zu verfolgt und dann etwa in der Mitte des Waldes nach dem Schiffenberg zu den Klein lind en er Fußpfad einschlägt, den der Taunusklub mit braunen Zeichen versehen hat. Leider ist der Weg nach Steinberg z. Z. recht schlecht paffirbar, um so besser aber dafür der freilich etwas weitere Weg vom Forstgatten her. Etwa 700 Meter vom Schiffenb erghause entfernt, unwert des Bahnkörpers, hat man in der Tiefe von etwa 12 Fuß ganz wunderbar erhaltene Reste eines Gebäudes entdeckt, das man anfangs für einen Tempel hielt. An der Heidenmauer bei Wiesbaden ist man unlängst bei Ausgrabungen auf einen dem persischen Sonnengotte Mithras gewidmeten Tempel gestoßen. Dieses kann aber kaum ein Mithrastempel sein. Alle übrigen Funde in unserer Gegend weisen mit Bestimmthett auf die bisher sog. Hallstattzeit, die mehrere Jahrhundette vor Christo zurücklicgt; der Mithraslllltus hat sich aber erst etwa seit dem Jahre 70 v. Chr. über das Abendland verbreitet. Außerdem deuten die vorgefundenen prächtigen Mauerreste schon archtitektonisch auf eine frühere Zeit, anderes wieder allerdings mit aller Bestimmtheit auf die Römerzeit. Man darf also wohl annehmen, daß auf dem Grunde einer An-< siedlung aus der „Hallstätter Zeit", wie wir wohl z. Z. noch sagen müssen, eine römische Kolonie, etwa um das Jahr 90 n. Chr., hier entstand. Thatsächlich ist dieses Gebäude zuletzt als Villa eines Römers in Benutzung gewesen, und man hat auch bereits festgestellt, daß eine große Römer-- straße längs dem Fallgraben sich hinzog, die dann weiter an dieser Villa vorüberftihtte, wie an dem Römerkastell zwischen Butzbach und Pohlgöns, und die man bisher bis zu der Badenburg-Ruine an der Lahn verfolgt hat. Die römischen Besitzer des Landhauses, das in der Mitte großer Gattenanlagen gestanden zu haben scheint — die vortrefflich^ Kultur des Forstgartens deutet noch heute daraus hin -r-, hatten gewiß Muße genug, sich „procul negotiis" des Daseins zu erfreuen und die Größe und Anlage der Villa mit dem, was man bisher innerhalb der übrig gebliebenen Mauerreste gefunden hat, verrät, daß sie nicht nur reich, sondern auch von Geschmack waren. Am Samstag stieß man bei den weiteren Entdeckungsarbeiten auf einen vollständig erhaltenen Mosaikfußboden von vollendet künstlerischer Ausführung. Er soll nach seiner Bloßlegung, eingefriedigt werden, damtt das Publikum Gelegenheit findet, das Werk „in situ" zu bewundern. Zu gleicher Zeit fand man eine, in einer Urne aufbewahrte Münzensammlung, deren jüngste Stücke aus der Zeit Hadrians (117—138) stammen. Die Münzen sind so gut erhalten, als ob sie frisch aus der Münze gekommen wären. Figuren und Inschriften sind klar und deutlich. Ein weiterer Fund fördette reiche Stuckaturarbeiten, die zur Verzierung der Wände gedient haben, sowie Vasen altettuskischen Stils, wohl noch aus der „Hallstadtzeit" stammend, zutage. In der Rückwand des zum Teil bloßgelegten Gebäudes befindet sich eine kleine Oeffnung, die anscheinend zur Durchführung einer Wasserleitung diente. Außerdem hat man einen ziemlich gut erhaltenen Hausaltar aus Sandstein und ein Bruchstück eines kleinen zierlichen Altärchens gefunden. Dieses Fundstück trägt eine Inschrift, auf der deuttich der Ausdruck „corvinus" zu lesen ist. Sodann wurde noch ein Bruchstück eines größeren Altars gefunden, der wieder der Vermutung, daß das Gebäude vielleicht doch eine Zeit lang auch als Tempel gedient hat, einigen Raum gibt. Eine Cchriftentafel trägt eine Inschrift, von der nur einige Buchstaben zu erkennen sind, ans Mandschurei unterstützen zu müssen. Diese Besorgnis scheint uns nicht ganz ungerechtfertigt, immerhin dürfte die ungeheure Verantwortung, welche diejenige Macht vor der Weltgeschichte zu tragen hätte, die einen Völkerbrand im Osten entfesselte, jede der paktierenden Mächte davor zurückhalten, Schritte zu thun, die vom Rivalen als casus belli angesehen werden könnten. Im übrigen hat sich im Ausland das Ereignis der Karwoche auf dem Kriegsschau- Platzl i-n Südafrika abgespielt, und zwar in Gestalt der Reise einer Burendeputation unter englischem Schutze zu dell int Felde stehenden Burenführern. Die Deputation ist inzwischen in Kroonstad eingetvoffen und bat mit dem Präsidenten Steijn verhandelt, doch ist über die Ziele dieser Mission selbst Sicheres noch nicht bekannt. Auch die englische Negierung hüllt sich in Schweigen, aber es ist kein Zweifel, daß die Verhandlungen die Frage betreffen, ob und unter welchen Bedingungen ein baldiger Friedensschluß möglich ist. Inzwischen mehren sich die Verluste der Briten. Die neueste Verlustliste giebt an, daß die Engländer bei dem Gefecht im Rhenosterthale bei Sutherland am 24. März 8 Tote, darunter einen Leutnant, verloren. 8 Mann wurden verwundet; ein Hauptmann und 28 Mann wurden gefangen genommen, aber sämtlich wieder freigelafsen. In dem Gefecyt in der Nähe von Taungs am 26. März wurden 6 Mann von der Kap-Polizei verwundet, von denen einer inzwischen gestorben ist. Bei' Meintjesnek am 27. März wurde ein Hauptmann der berittenen Infanterie schwer verwundet, drei Mann in demselben Regiment wurden verwundet. Auch diese Zahlen tragen, so unbedeutend sie an sich auch sind, zu den übrigen gerechnet, ihr Teil dazu bei, zu Gunsten eines baldigen Friedens zu reden. Volitische Tagesschau. Die „Wacht am Rhein" in einer Pariser Schule gesungen. In der Nachtsitzung des Pariser Geineinderates kam es kurz vor Ostern wegen einer „patriotischen" Frage zwischen Nationalisten und Sozialisten zu heftigen Auseinandersetzungen. Der Adjutant Deroutödes, Galli, brachte eine Beschwerde gegen den Volksschulrektor Bödorez vor. Dieser soll nämlich bei einem Schulfeste dem Absingen der „Wacht am Rhein" in deutscher Sprache ruhig beigewohnt haben, die ein pflicht- und vaterlandsloser Lehrer seinen Zöglingen eingepaukt habe. Es sei ein unverzeihlicher Mangel an Takt, so führte Galli aus, wenn man Kinder Haßlieder gegen Frankreich lehre. Auf diese Anklage erwiderte Budorez in ruhiger und gemessener Rede, daß im vorliegenden Falle nur ein Irrtum seitens des betreffenden Lehrers vorläge. Vor einigen Tagen sei den Zöglingen ein Aufsatzthema, das eine Parallele zieht Zwischen der „Wacht am Rhein" und der „schönen" Antwort Mussets: „Nous l’avons eu votre Rhin allomand" zur Ausarbeitung aufgegeben worden. (Der betreffende Lehrer hat da übrigens etuen groben Schnitzer begangen, den auch Bvdorez und der Pariser Stadtrat nicht bemerkten. Das Trotzlied Mussets ist nämlich nicht die Antwort auf die „Wacht am Rhein", sondern auf Beckers „Sie sollen ihn :nid)t haben, den freien, deutschen Rhein". A. d. R.) Dieser .Umstand allein habe den Lehrer veranlaßt, das Lied von 'feinen Schülern singen zu lassen. An der patriotischen Gesinnung des Lehrers dürfe man eines solchen Vorkommnisses wegen durchaus nicht zweifeln. Der Volksschulrektor legte aber doch zum Schluffe das feierliche Versprechen ab, daß ein derartiger Vorfall sich nicht wieder ereignen würde. Als hierauf der Sozialist Landrin mutig erklärte, er halte das 'Lied Mussets für ein wildes und barbarisches Gereime, das an die napoleonische Schlächterei und ungerechte Bedrückung ^anderer Völker mit lächerlicher Ueberhebung erinnere, während die „Wacht am Rhein" nur die Verteidigung des eigenen Landes feiere, brach der Skandal los. Die Nationalisten lärmten wie die Tollen, aber die Sozialisten hielten chnen Stand. ______ Eine amerikanische Bestechuugsaffäre Im Washingtoner Repräsentantenhaus teilte, wie wir bereits kurz meldeten, Richardson mit, er besitze die Abschrift eines geheimen Berichtes, der an die dänische Regierung von einem dänischen Staatsangehörigen mit Namen Christmas gesandt sei, der sich sowohl im Namen Dänemarks wie tm Namen der Verewigten Staaten an den Verhandlungen über den Verkauf von Dänisch - Westindien beteiligt habe. Aus dem Bericht gehe hervor, daß die dänische Regierung cingewilligt habe, dem Christmas 10 Prozent der Verkaufssumme zuzugestehen zur Bestechung von Kongreßmitgliedern und zur Zahlung von Subsidiengeldern an Blätter u. s. w. Das Haus nahm einstimmig eine von Richardson beantragte Resolution an, nach der zur Untersuchung der Angelegenheit ein Ausschuß eingesetzt werden soll. Die Enquete über die Verwendung des Korruptionsfonds von 500 000 Dollars dürfte indeß resultatlos verlaufen. Das Staatsdepartement weiß, daß Dänemark in keinem Falle gewillt ist, auch nur einen Centime der von Christmas geforderten Provision zu zahlen. Immerhin erregt die Affäre in Kopenhagen peinliches Aufsehen. Die konservative „Natio- naltidende" hebt in einem Leitartikel hervor, die Dänen als Nation seien für diese Skandalaffäre ebenso wenig wie die amerikanische Nation verantwortlich. Neben Christmas trage der Präsident des früheren konservativen Ministeriums Hörring hauptsächlich die Verantwortung dafür, weil er die Verbindung mit Christmas vollständig auf eigene Faust angeknüpft habe, ohne mit dem Reichstag vorher in Beratung getreten zu sein. Parlamentarisches aus Heffeu. Eine neue Regierungsvorlage betrifft die Erweiter- ungsbautender Technischen Hochschule in Darmstadt. Es wird, mit umfangreicher Begründung, von den Ministerien an die Landstände das Ansinnen gerichtet: 1. Zu genehmigen, daß zur Erweiterung der Hochschule eine Reihe von Bauten ausgeführt und Grundstückserwerbungen vorgenommen werden; 2. die Zustimmung zu erteilen, daß ein Gesamtbetrag von 2214 295 M k. aufgewendet und zur Deckung desselben auch der durch Beschluß der Stadtverordnetenversammlung Darmstadts zur Verfügung gestellte Beitrag von 350 000 Mk. Verwendung finden darf; 3. zum Zweck der südlich der Hochschulstraße geplanten Erweiterungsbauten einschließlich deren innerer Einrichtung und Bauleitungskosten für das Etatsjahr 1902/03 die erste Baurate im Betrag von 558 700 Mk. als Pauschsumme in Ausgabe zu verwilligen; 4. zu genehmigen, daß Ersparnisse, welche an verwillrgten Geländeerwerbskosten für die Erweiterungsbauten nördlich der Hochschulstraße gemacht werden, zur Deckung etwaiger Mehrkosten Verwendung finden dürfen, welche bei dem Geländeerwerb für die Erweiterungsbauten südlich der Hochschulstraße entstehen könnten; 5. die Zustimmung zu erteilen, daß das zum Familieneigentum des Großh. Hauses gehörige Gebäude und Gelände des Hoftheaterdekorations--Ma- gazins ia'n das Großh. Landeseigentum zum Bauplatz für die Erweiterung der Technischen Hochschulekäuflich abgetreten werde und daß der Großherzog ermächtigt ist, aus der Summe von 193.860 Mk. auf einen in dessen Benutzung stehenden Bauplatz ein neues Dekorationsmagazin zu erbauen, das an Stelle des abgetretenen Gebäudes und Geländes demselben zur Benutzung überlassen bleibt; 6. die Zustimmung zu erteilen, daß die zur Deckung der unter 3. genannten Summe erforderlichen Mittel im Wege des Staatskredits flüssig gemacht werden und bei der Aufnahme und Tilgung der hierfür erforderlichen Anleihe nach Maßgabe des Art. 3 des Finanzgesetzes für das Etatsjahr 1902/03 verfahrert werde. ' Eine zweite Regierungsvorlage betrifft den Umbau des Großh. Hoftheaters in Darmstadt. Auch diese Vorlage wird genau begründet und geht dahin, daß von den Kammern den Vorschlägen des Finanzministeriums die Zustimmung erteilt, insbesondere der Regierung die Entnahnva eines Betrags von 403910 Mk. aus dem Domänenacqui- sitionsfonds zu Zwecken des Hoftheaterumbaues anheimgestellt, dabei auch die Verrechnung des Erlöses an Abbruchmaterial und dergleichen zu Gunsten des BaufondÄ zugelassen und endlich die Vorlage in Anbetracht ihrerDrinA- lichkeit in alsbaldige Beratung genommen werde. lieber die Gewährung von Darlehen aus der Landes- kreditkasse an Gemeinden zurUnterstützuugbeiSchul- Hausbauten liegt eine Regierungserklärung, gerichtet an den Vorsitzenden des Sonderausschusses für den Gesetzentwurf über Errichtung einer Pfandbriefbank und die zugehörigen Gesetzentwürfe, vor. Da an eine wesentliche Erhöhung der im Staatsbudget hierfür anzufordernden Mittel vorerst nicht gedacht werden kann, so erachtet das Ministerium es für wünschenswert, daß der Staat in den Stand gesetzt werde, durch die Gewährung von Darlehen an ärmere Gemeinden auf eine raschere Durchführung für notwendig erkannter Schulhausbauten hinzuwirken. Dieser Zweck kann in der Weise erreicht werden, daß dis Mittel der Landeskreditkasse für die Erbauung von Schulhäusern in ärmeren Gemeinden zur Verfügung gestellt werden. Das Ministerium glaubt daher, bei dem Sonderausschüsse die Aufnahme einer bezüglichen Vorschrift in Art. 1 des Gesetzentwurfs über die Landeskreditkasse anregen zu sollen. Allerdings ist es zweifelhaft, ob bei einer derartigen Erweiterung des Geschäftskreises dieser Kasse das vorgesehene Betriebskapital noch ausreichen würde. Es ist daher in Erwägung gezogen worden, ob nicht der neu zu gründenden Pfandbriefbank diejenigen Aufgaben zugewiesen werden könnten, die aus Mangel an Mitteln von der Landeskreditkasse nicht erfüllt werden können, lieber die Frage, wie dann beide Institute zusammenzuwirken hätten, hat sich das Finanzministerium dem Ministerium des Innern gegenüber erschöpfend geäußert. Danach kann die Erweiterung des Geschäftskreises der Landeskreditkasse nur dann ohne wesentliche Schädigung der übrigen auf die Kasse verwiesenen Zwecke erfolgen, wenn der Pfandbriesbank schon von Anfang an das Recht zur Ausgabe von Kommunalobligativnen gewährt und von Aufnahme einer beschränkenden Bestimmung in das Gesetz über diese Bank abgestellt wird. K ö h l e r - Langsdorf hat, wie uns schließlich mitgeteilt wird, die Einrichtung von landwirtschaftlichen Kursen für Lehrer von ländlich,en Fortbildungsschulen bei der Zweiten Kammer beantragt. Im Anschluß an seinen Antrag, Umgestaltung der ländlichen Fortbildungsschulen zu Ackerbau-Vorschulen betreffend, und mit besonderer Bezugnahme auf Anlage III zu diesem Antrag (enthaltend: Schilderung des landwirtschaftlichen Unterrichts an den Fortbildungsschulenin den Niederlanden) beantragt Herr Köhler, die Zweite Kammer wolle beschließen, die Regierung zu ersuchen, 1. an der Ackerbauschule zu Friedberg einen sommerlichen landwirtschaftlichen Kursus für Lehrer an ländlichen Fortbildungsschulen einzurichten, 2. diesen Kursus angemessen zu dotieren, sowie 3. einen Fonds zur Unterstütze ung der Kursisten zu begründen. ' 1 11 -11—. .'LJ Aus Stadt und Saud. Gießen, den 1. April 1902. ** Nach dem Osterfeste. Verheißungsvoll war der Karfreitag heraufgestiegen. Der heitere Himmel just um die Mittagszeit bei höherem Barometer versprach schönes Wetter für den Nachmittag wie für die ganze Festzeit. Mit Vergnügen schauten die Kausteute in den Hellen Tag. Hofften sie doch nach den kalten, regnerischen und unbeständigen denen sich jedoch als Jahr des römischen Umbaues jenes uralten Gebäudes aus fernster Vorzeit das Jahr 98 n. Chr. ergibt. Außerdem konnte aus einer Inschrift festgestellt werken, daß das Grundstück eine Zeit lang einem Privatmanne namens Gajus Marius Cellarius gehörte. Es ist eine außerordentlich auffällige Erscheinung, daß sowohl Corv inus wie Cellarius noch heute als Familiennamen in Gießen vorkommen. Cellarius bedeutete im Lateinischen etwa so viel wie Kammerherr; es ist also anzunehmen, daß ein Bewohner und Eigentümer jenes Hauses kaiserl. röm. Kammerherr und vielleicht ein Angehöriger jener römischen Familie war, die den berühmten Feldherrn Gajtls Marius, den Besieger deutscher Volksstämme, der Gimbern und Teutonen, zu den Ihren zählte. Von dem Vater des großen römischen Gene-" rals weiß die Geschichte bekanntlich nur, daß er „Landmann" war .... Aus mehreren Funden von Bruchstücken schwarz-weiß gesprenkelten Granits, weißen krystallisierten Marmors re. geht hervor, daß das Haus eine prachtvolle innere Ausstattung hatte. Ein hoch interessantes Fundstück ist der obere Teil des Fußes einer in dem Hause befindlichen 3—4füßigen Vronzesäule, die aber kaum aus der „Hallstätter Zeit" stammen dürfte. Denn auf dem Fundstück ist der erste Luftschiffer Dädalos dargestellt, wie er sich und seinem Sohne Ikaros wächserne Flügel macht zu jenem Fluge über's Meer. Schade, daß gerade an diesem uralten Bronzekunstwerke der Zahn der Zeit mit besonders zerstörender Kraft genagt hat. Auffallend ist der Fund zweier Münzen außerhalb jener erwähnten münzenreichen Urne, die beide sehr gut erhalten sind. Sie wurden unter dem Caesar Valerius Diocleiian geschlagen. Die eine der beiden Münzen ist im Jahre 298 in einer Mainzer Offizin und die andere wahrscheinlich um das Jahr 300 in einer römischen Offizin hergestellt. Da die Münzen sogar den sehr dünnen Silberüberzug noch vollständig zeigen, können sie nur einige Jahre nach ihrer Prägung dort verloren sein. Das .Wertvollste aber ist die Entdeckung einer prächtigen Büste Homers aus parischem Marmor, ein Zeichen dafür, daß die Besitzer der Villa Freunde der Kunst waren. Dieser Homer ist ein herrliches Werk, ähnlich, aber nicht ganz entsprechend jenem schonen berühmten Homer im Museo mazionale zu Neapel. Ter wundervolle Kopf eines Greises, kessen Stirn und Wangen von göttlichem geistigen Ringen Zeigen, und dabei doch der volle Ausdruck des Friedens, den »die Blinden genießen! An dieser Büste, die fast ganz unverstümmelt erhalten ist, ist jeder Meißelschlag Geist und wunderbares Leben. Diese neu entdeckte Homerbüste wird zweifellos in der Kunstgeschichte einen Namen erlangen. Man fand ferner eine Anzahl Ziegel mit Stempeln, die jedoch noch nicht bestimmt gedeutet sind. Vielleicht sind dies Stempel der römischen Truppenteile, die, wie unsere Regimenter, einfach nach Nummern bezeichnet wurden. Spuren deuten daraus, daß zwischen diesem Landsitz und dem Schiffenberge eine rege Verbindung bestand. Auch auf dem Gipfel des Schisfenberges mag sich einst eine römische Villa erhoben haben, und der Punkt für einen Landsitz hätte nicht günstiger gewählt werden können. Aussicht auf eine prangende Landschaft wußten schon die reichen römischen Herren zu würdigen. Jedenfalls bildet die Fundstätte ein großartiges Denk- mal für die Kulturarbeit der römischen, der wunderbarsten Kulturmacht, die bisher die Welt gekannt hat, und von der wir uns heute kaum einen richtigen Begriff machen können. Jenes große Volk hat auf unserem Grund und Boden eine kolossale Kulturarbeit vollbracht, aber jene Funde aus der „Hallstattzeit" beweisen uns, daß doch schon lange vor der Römerzeit hier keineswegs „Wilde" gehaust haben, sondern ein, weit vorgeschrittenes Volk, auf dessen alten Kulturresten sie dann weiterbauten. Ja, viele hundert Jahre schon vor der „Hallstattzeit" hat hier ein Volk gewohnt, das Bemerkenswertes auf dem Gebiete der Handfertigkeit leistete. Man fand nämlich etwa 18 Fuß unter der Erde in unmittelbarer Nähe dieser Gebäudereste drei Steinbeile aus neolithischer Zeit, sowie mehrere Feuersteinmesser und einige Tontöpfe. Eine starke Brandschicht im Boden macht es wahrscheinlich, daß man es auch hier mit einem Brandgrab zu thun hat. Diese gesondert gefundenen Gegenstände sind somit als Grabbeigaben anzusehen. Durch diese Sondergrabung ist die Besiedelung dieses Bodens in neolithischer Zeit, etwa 3000—2000 v. Chr., festgestellt! Das bedeutet einen gewaltigen Fortschritt der vorgeschichtlichen Forschung in Hessen. Endlich hak man bei diesen Ausgrabungen auch ein riesiges Tierskelett ganz zufällig entdeckt, von dem man bisher noch nicht mit Bestimmtheit hat feststellen können, welcher Tiergattung es zuzurechnen ist. Doch besteht die Vermutung, daß man es mit einem sog. M y l o d o n zu thun hat, einem Riesenfaultier, von dessen Vorkommen in unserer Gegend man bisher bestimmte Kunde nicht hatte und das man nur in den diluvianischen AblagerungenAmerikas bisher gefunden hat. Ein Mitarbeiter der „SBerl. illustr. ZtA" hat in den Oftertagen photographische Ausnahmen an Ort und Stelle gemacht. Eine der nächsten Nummern des genannten Blattes soll ausschließlich den Gießener Ausgrabungen gewidmet sein. Mit Spannung wird namentlich in wissenschaftlichen Kreisen der Fortgang der Ausgrabungen verfolgt. Dabei kommt die Phantasie mit ins Spiel. Wie und wann hat diese Villa ihr Enoe gefunden? War es plötzlich? Alles! weist darauf hin. Wie geschah das? Nicht durch Feuer, das ist offenbar. Was für ein Drama hat sich da abjgio spielt? Ist eine plötzliche vulkanische Eruption denkbar? Daß wir auf einst vulkanischem Gebiete sitzen, war bisher völlig unbekannt. Dr. A,P. Rill neigt dieser Annahme zu, schon angesichts der Erderschütterungen, die namentlich im Vogelsberge auch heute noch vorkommen. So drängen sich die Fragen, auf die es wohl niemals eine Antwort geben wird..... Dr. S. C. H er z. Aus welchem Metall besteht der Zahn der Zeit? Diese Frage löst ein Mitarbeiter der „Halleschen Ztg.", indem er aus Osendorf (im Saalkreise) über einen Urnenfund schreibt: „Bei den Aufräumunasarbeiten in der hiesigen Kiesgrube wurde eine gut erhaltene Urne bloßgelegt. Sie ging leider in .Scherben. Als Inhalt fand sich ein Reitersporn vor; der Zahn der Zeit hatte leider schon den Gegenstand arg mitgenommen und schien aus Bronze angefertigt zu fein. Die Reste befinden sich im Besitz des Herrn Ortsrichter Engel." Die „Hallescb? Ztg." bittet letztgenannten Herrn, die Reste des Zahnes der Zeit dem Vtuseum in Halle zu überliefern. Litteraturgeschichtliche Entdeckung! In Münden, wo bekanntlich im Jahre 1727 der berühmte Arzt Dr. Eisenbart starb, ist durch einen Zufall das — allerdings an einigen Stellen beschädigte — Original des reizenden Liedes „Ich bin der Doktor Eisenbart" zum Vorschein gekommen. Die Strophe: Zu Wien kuriert ich einen Mann, Der hatte einen hohlen Zahn rc. ist in der dritten Zeile unleserlich, da nur folgende Wörter bezw. Buchstaben erhalten blieben: Ich s ... . ihn aus mit dem . . ol, welche seither bekanntlich auf barbarische Weise so ergänzt wurden: Ich s,ch o ß ihn r aus mit dem Pi sto l, (!) O Gott, wie war dem Mann so wohl! Nun hat Professor Dr. Reklam in Berlin, bekanntlich auf litteraturgeschichtlichem Gebiet eine Celebrität, mit offenbar glücklicher Hand folgendermaßen interpoliert: Ich spült' ihn aus mit dem Odol, O Gott, wie id ar dem Mann s o wohl! Zugleich ein Beweis, welchen Rufes sich dieses wxlt- berühmte Zahnmittel schon in alter Zeit erfreute! Tagen der ersten Hälfte der Karwoche auf zahlreiche Käufer für den Samstag. Vielerlei fehlte noch bei Männlein und Weiblein zur Vervollkommnung der Ostcrtoilette. Die wander- frohen Gemüter — und sie sind ja zu Ostern so zahlreich — machten die herrlichsten Pläne für ihren Osterausflug. Die Gastwirte frohlockten und alle Welt begab sich schöner Hoffnung voll zum Mittagessen. Doch schon in den ersten Stunden des Nachmittags ward cs trübe und düstere Regenwolken haben nach jenen kurzen schönen Stunden des Karfreitags das ganze Fest beherrscht. Am Samstag regnete es stark, am Sonntag stürmte es und am Montag legte sich ein silbriger Nebelschleier traurig über die ganze Festszenerie. So ist denn die Osterstimmung vom Wetter gründlich verdorben worden. Die Wander- und Radcllust erhielt sich nur bei den abgehärtestcn Wald- und Feldbummlern rege, die meisten blieben hübsch zu Hause imb die Eisenbahn machte schlechte Geschäfte. Unsere schönen Wälder waren nur wenig bevölkert und die Ausflugsorte lagen so einsam da wie an trüben Herbstsonntagen. Aber in den Dörfern ließ sich die Jugend in der Festesfreude trotz des ungünstigen Wetter nicht stören. Wer da hinausspazierte oder hinausfuhr nach irgend einem der ländlichen Orte der Umgegend, der hörte mit Genuß den weihevollen Ostergesang der Dorfjugend, der allein noch übrig geblieben zu sein scheint von den uralten germanischen Osterbräuchen. Die germanischen Schwerttänze, die sich bei uns Hessen wohl am längsten erhalten haben, sind auch hier seit dem 18. Jahrhundert schon verschwunden. Die blinkenden Schwerter bedeuteten den Kampf des Lichtes gegen die Finsternis. Der Held des Lebens, der den Tod bändigt! So faßt das alte Heldenlied der Deutschen den Heiland und das Osterfest auf. Die Auffassung des angelsächsischen Mönches Kädmon von der „Schildburg« der Seligen ist in Deutschland lebendig geblieben bis zur Gegenwart. Sie klingt wuchtig aus dem Liede Martin Luthers: „Ein' feste Burg ist unser Gott". Das ist der Held der Männerheimat (Mandhiems), wie der Angelsachse den Heiland erkannte. ** Pensionierung. Der Großherzog hat den evangelischen Pfarrer Dietz zu Bischofsheim, Dek. Groß-Gerau, z. Z. m Beerfelden, auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner treu geleisteten Dienste mit Wirkung vom 1. Älpril an in den Ruhestand versetzt. , Zaubach, 30. März. Ein eigentümlicher Diebstahl wurde zil Anfang dieser Woche in dein am Ningelsberg (zwischen Laubach und Freienseen) gelegenen Magazin, der hiesigen Eisenbahnbau-Unternehmung gehörig, ausgeführt; es wurde nämlich, wie der „Darmst. Ztg." geschrieben wird, eine bedeutende Anzahl der ebenda zum Sprengen der felsigen Teile der Bahn benutzten Dynamitpatronen durch Einbruch in dieses Magazin entwendet. Der Staatsanwaltschaft wurde sofort Anzeige erstattet. Alle Nachforschungen, selbst Haussuchungen haben, wie man hört, trotz aller Sorgfalt, kein Ergebnis gehabt. — Das Projekt der Entwässerung des Gegen Schnupfen: Formau-Aether-Watte (Dose 30 Pfg). 2026 Krieskasten der Redaktion. (Anonyme Anfragen bleibe« unberücksichtigt. K. in L. Das Wort „Penaten" bedeutet eigentlich „Redaktions- Hausgeister". Es stainrnt von dem lateinischen Worte „penna“. das, „Feder" bedeutet. Schon im alten Rom kannte man das nalistische Federvieh. . S. Z. Das Zodiakallicht ist ein lmsen- oder kegelsorrmgev matter Lichtstreisen, der sich nach dem Horizont erweitert, und zwar so daß die Sonne in dem Eentrum der vokkstandld gedachten liegt. Diese Lichterscheinung tritt in den Tropennächten fast regelmäßig auf uni) kann auch bei uns im Frühling kurz nach Sonnen^ Untergang und im Herbst kurz vor der Vrorgendamrnerung beobachtet werden. Der Raum des Sonnensystems in der Nahe der Sonne bis zu beit Gegenden, welche die Erdbahn ledenfalls noch umschließen, ist ausgeffillt mit Teilchen kosmischen Staubes, welche das Sonnenlicht restektieren. Diese Staubwolke durfte die Fornt einer Scheibe aufweisen, deren Mitte in der Sonne liegt unb bte über die Erdbahn hinausreicht. Die Dichte der Massenvertetluna wird wahrscheinlich von der Sonne nach außen zu abnehmen, mw es wäre möglich, daß sich die staubförmige Materie bis zu aroßen Entfernungen von der Sonne Nachweisen ließ, jenseits der Erdbahn wird sie jedeli'alls überaus dünn und chr Einfluß also sehr gering sein Jedenfalls dürste die Sonne von einem benachbarten Fixstern aus gesehen als ein von einer Nebelhülle umgebener Ster« erscheinen. Eiweiss Cakes Cakes -Tabrth Grablmrdes in Flur I und II unserer Gemarkung, m der sog. „ Laubachi gegenüber dem Bahnhofe, ist mmmchr verwirklicht und wird schon in diesem Frühjahr in Angriff genommen werden, nachdem die staatliche Genehmigung zur Ausführung des Unternehmens erteilt worden ist, auf den Antrag der durch die Zuziehung der nicht ständigen Mitglieder erweiterten Landeskommission (Ministerium des Innern, Abteilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe). Da im ganzen 300 Grundbesitzer mit 9,5254 Hektar an dem Unternehmen beteiligt sind, von denen nur 129 gegen das Unternehmen gestimmt haben, so ist die gesetzlich erforderliche Mehrheit für die Ausführung vorhanden gewesen. Indessen wird auf die Jntereffen derjenigen Grundbesitzer, deren Gärten genügend trocken sind, und deren Grabland durch die Trai- nierung geschädigt werden würde, die entsprechende Rücksicht durch Ausschließung ihrer Grundstücke vom Unternehmen genommen werden. Hierdurch sind beide Teile befriedigt worden und das gemeinnützige Unternehmen kann ohne jede Jnter- cssens chädigung ausgcführt werden. Darmstadt, 31. März. Prinz Heinrich von Preußen empfing am 29. März, vormittags 11 Uhr im Neuen Palais den Oberbürgermeister Morneweg und die Beigeordneten Dr. Glässing, Riedlinger und Baurat Jäger in Audienz. Der Obcrbürgernieister bedauerte, daß der dein Prinzen zugedachte festliche Enrpfang nicht stattfinden konnte und dankte Sr. Königl. Hoheit für die gewährte Audienz; er wies sodann auf die von dem Prinzen erfüllte hohe Mission der Befestigung der guten Beziehungen zwischen Deutschland und Amerika hin, deren Durchführung begeisterte Bewunderung in ganz Deutschland erregt habe, und sprach den Wunsch aus, daß es dem Kaffer und Sr. Königl. Hoheit be- schieden sein möge, verdiente segensreiche Früchte der Reffe zu sehen. — Prinz Heinrich betonte in seiner Erwiderung, die Reise nach Amerika sei lediglich der Jntitiatioe des Kaisers zu verdanken und sprach in warmen Worten Dank für den ihm zugedachten Empfang aus, hinzufügend, daß die freundschaftlichen Gesinnungen der Stadt für ihn seit längerem ihm wohl bekannt seien. — Prinzessin Friedrich Karl von Hessen traf am 29. d. zum Besuche am Großh. Hofe hier ein. "Im Laufe des Nachmittags wurde Prinz Friedrich Karl von Hessen ebenfalls zum Besuche erwartet. — Zur heutigen Großh. Frühstückstafel haben u. a. der Preußische Gesandte Prinz zu Hohenlohe-Oehringen und der Kaiserlich Russische Ministerresident Fürst Koudascheff Einladung erhalten. KandwittsHast. Born Odenwald, 31. März. Wie sehr gut dieses Jahr die Schweinezucht rentiert, mag Folgendes darthun: Die lungen nur 4 Wochen alten Ferkel kosten zur Zett pro Stuck 17-18UHL Da bekanntlich die Mutterschweme gewöhnlich mehr als zehn Stuck jährlich mindestens zwei Mal werfen, so gtebt es viele Leut^deE. im verflossenen Jahr ein einziges Mutterschwem mehr als 300 NL. Einnahme gebracht hat. o „ . ., . Siegen (Wests.), 31. Marz. Das Roh eisensyndrkat beschloß, eine weitere P r o d u k t i o n s e i n s ch r a n k u ber Hoch^ äsen eintreten 8u lassen, und Mar soll d^selbe nunmehr M Pr^ xent betragen. Infolge dieses Beschlußes find die Hutten des-hefige« Bezirkes gezwungen, ihre Oefen aus einige Wochen zu dampfe biö sich wieder genügend Vorräte angesammelt haben, um den Debneb wieder aufnehmen zu tonnen. — Wegen Ausbleibens neuer Aufträge in Roheisen hat die „Si eg en er H u t t e den B etrieb eingestellt. Der Hochofen ist gedampft und die Arbeiter sind bis auf ivenige Mann entlassen worden. Man hofft, die Arbeiten in 4—6 Wochen wieder aufnehmen zu können. — Nach einem Gutachten der Berliner techrmchen D^utanon für das Veterinärwesen werden Rotlauf und B a ck st e rn- bla t t e r n durch den gleichen Erreger verursacht und chid in veterinärärztlicher Hinsicht gleich zu erachten. Die zrrr kämpfung des Rotlaufs ergangenen Anordnungen sollen demgQnast in Preußen auch auf Backsteinblattern Anwendung stnden. Erne Erleichterung ist jedoch insofern zulässig, als das Fleisch von Schweinen, die nur an Backsteinblattern gelitten haben, nach unschädlicher Beseitigung der veränderten Telle zum freien 45erreyv zugelassen werden kann. Kunst und Wissenschaft. — Der Palast des Odysseus. Nach einer Depesche aus Athen glaubt Professor Doerpfeld, der zilrzeit Ausgrabungen auf einer der leukadischen Inseln vornimmt, am südlichen Abhange der Berge auf der Insel Skaros den Palast des Odysseus gefunden zu haben. Bestättgung bleibt abzuwarten. Mk. 6. Dr. Rausch. 2488 Das DarmMter Pädagogium 20 20 10 10 torischen Fortbildungsschule. Gleichzeitig machen wir bekannt, daß während des Sommer-Semesters auch wieder ein Damenkurfus in Vereinigung mit der Alice-Schule, woselbst auch die Unterrichtsstunden stattfinden, abgehalten wird. . 2562 Das Schulgeld beträgt für alle Lehrfächer, einfache Buchführung, Korrespondenz, Wechsellehre, Rechnen, Schönschreiben, zusammen . . 20 ^L Außerdem ist auch Gelegenheit geboten, Maschmenschrelben zu erlernen, wofür pro Kursus 10 Mk. erhoben werden. Die SÄulkowwisfiou der kaufm. Fachschule. KroA Aealgvmnasium und Aealschul'e mit Iorschule zu Gietzeu. Anmeldungen für das Schuljahr 1902/03 werden Freitag den 4. April, vormittags 9 bis 12 Uhr, in dem Schulgebäude, Ludwigstraßc 11, entgegen genommen. Bei der Anmeldung sind Geburtsschein, Impfschein und eventl. das Abgangszeugnis von der zuletzt besuchten Schule vorzulegen. Der Unterricht beginnt Dienstag den 8. April, vormittags 8 Uhr. Großh. Direktion des Realgymnasiums und der Realschule. MM, Wteimck, WM Pim-LMM Phonographen, Kinematograph, Thcatrophou, Motore, Akkumulatorc, prachtvolle 1. 2. 3. 4. 5. ’W"®rstei^©rang‘ im Laden Krottprinzenstraße 48, Frankfurt a. M., wegen Aufgabe dieses Ladens Donnerstag, 3. April, nachmittags /»S Uhr anfangend, meistbietend gegen gleich bare Zahlung, als Erkerrcklamefignren, Waren-, Schau-, Reklame-, Musik- Automaten schäfte eintreten. Das Schulgeld beträgt: I. Für die obligatorischen Lehrfächer: einfache und doppelte Buchführung, Korrespondenz, Rechnen, Schönschreiben, Grammatik, Orthographie, Wechsellehre und Handelsgeographie mit Warenkunde zus. 25 Mk. II. Für die fakultativen Unterrichtsgegenstände, in welchen die Stimden abends stattfinden: Für Französisch ...... Darmstadt, Meder-Narnstädterstraße 28, Bereitet in Neal- imb Gymnasialabtellungen zum Einjährigen-, — ' "■ ’ r.—$utn Eintritt in mitt» v ..... — Lehranstalten vor. Beginn des Sommersemesters: 7. April. £2133] 31« iälias. KmsmSmische MWe, Gicht».! (Staaüich anerkannte Unterrichtsanstalt.) Wir bringen hierrnit zur öffentlichen Kenntnis, daß der Unterricht an unserer Anstalt nicht mehr wie seith. in Sommerund Winter-Semester mtt Abendstunden, sondern das ganze Jahr in 3 Klassen stattfindet; im obligatorischen Unterrichte werden bei einer Jahresschuldauer von 40 Wochen mindestens 6 Stunden Tagesunterricht pro Woche in jeder Klaffe erteilt. Das neue Schuljahr beginnt Donnerstag, den 10. April nachmittags IV, Uhr. Die Eröffnungsfeier, wobei Lehr- und Stundenplan, Haus- und Schulordnung, sowie andere Mitteilungen bekannt gegeben werden, soll Mittwoch, den 9. April abends präcis 9 Uhr stattfinden. Anmeldungen, wobei das letzte Schulzeugnis vorzulegen ist, können vom 1. April ab täglich mittags von 12 bis 1 Uhr bei unserer Schulleitung, Schillerstr. 5/IL erfolgen. Es wird ausdrücklich bemerkt, daß nach Beginn des Schuljahres keine Schüler mehr ausgenommen werden, außer denjenigen, welche erst nach dem 10. April, sei es von auswärts oder aus Gießen selbst, in kaufmännffche Ge- Bekanntmachung. nächsten Tagen den Steuerpflichtigen durch die Schutzmannschaft 8U9e®“ienigen'einn,o6nei) welch- »iS zum 15. April k-iuru Gteuerzette! erhalten haben, ihren Deichclltnißen nach aber annehmen müssen, daß sie steuerpflichtig sind, werben h^rmit auf- gZordert, hiervon alsbald bei Meldung nachteiliger Folgen aus bem Bürgermeisterei-Büreau, Zimmer Nr. 15, Anzeige zu erstatten. Gießen, den 1. April 1902. 2610 Großherzoglichs Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Der Entwurf des Voranschlags der Stadt Gießen für das Rechnungsjahr 1902 — vom L April 1902 bis 31. März 1903 — sowie die Voranschläge des Stadterwetterungsfonds, der Armenkaffe und des Gas- und Wasserwerks, sowie des Elektrizttätswerks für dieselbe Zett liegen in Gemäßheit des Art. 83 der Städteordnung während 8 Tagen auf dem Büreau der Bürgermeisterei, Zimmer Nr. 15, zur Einsicht der Beteiligten offen. Gießen, am 29. März 1902. 2611 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Patent - Instrumental - Orchester - Pianos, Klassen höherer Lehranstalle 2555 Friedrich Brandt, Auktionator. Sommersemesters: 7. April. £2133] „ Englisch .......... „ Stenographie-Anfanger „ -Vorgeschrittene .... " Doppelte mit amerikanischer Buchführung pro Kursus ........ 10 „ „ Maschinenschreiben pro Kursus .... 10 „ Schüler, deren Prinzipale oder Väter nicht Mttglieder des kaufm. Vereins sind, zahlen das doppelte Schulgeld. Auf Nachsuchen können durch die Schulkommission ganze oder halbe Freistellen bewilligt werden. Der Besuch der Anstalt befreit vom Besuche der obliga- Haushalt in gsfchule. Montag den 14. April l.J., vormittags 10 Uhr, beginnt im Schulhause in der Neirstadt ein achtwöchentlichcr Kursus der Haushaltungsschule. , . Die Schülerinnen werden in weiblichen Handarbeiten^ besonders aber im Kochen und in der Führung eines einfachen Haushaltes unterrichtet. Diejenigen, welche den KursuZ besuchen wollen, können sich in der Stadtmädchenschule oder in der Wohnung des unterzeichneten Lehrers, Ludwigsplatz Nr. 3 melden. Gothaer LetawsidmgsM. Versicherungsbestand am 1. Dezember 1901 806V3 Mill. Mark« Bankfonds „ „ „ u 265-7. „ >« Dividende im Jahre 1902 : 30 bis 135% der Jahres-Normal» Prämie — je nach bem, Alter der Versicherung. Fertreter: Hochreuther, 56 Südantage 5. Gießen, den 1. April 1902. 2597 Mecum, Bürgermeister. I. V.: Schaaf. Alloe-Schule 36 3,50 8 2540 2515 in der Schule entgegen. Für den Vorstand: Frau B. Gebhardt. 15 20 10 5 Mon. 50 vH. 30 „ 30 „ 2% Mon. — M 16 „ 20 „ 12 „ Die Oberlehrerin: Fräul. L. Möser. Alice-Kocstslstuke. Jer KochkurB beginnt am t April. Anmeldungen nimmt die Lehrerin Fräulein Renner. gasroseheisier | MMWSMKSK < I nee■ * O ~7~' ren Wochenbetten Operation., Blutverlusten PROSPECTE kostenlos durch die Verwaltung in BOPPARD öaRho bei Blutarmut, Frau Krankheiten, Mag schwerden, Nerv nach d. trefflichen Heilwirkung des Bäessen (Hessen). Begim kr eommerfurje: U.^rülOÖ? 1 Mon. —,--H 6,50 „ 12,- Ausblldung der Handarbeitslehrerinnen Handarbeitskursus ....... Schneiderkurfus ....... Bügelei und Kunstwäscherei ♦ . ♦ . Kochkursus, 50 Vormittage, . ♦ . . Weiß- und Buntstickerei, Brandmalerei, Schnitzerei, Lederarbeiten . . Handelsschule ........ Schreibmaschine ....... a 971/g Prozent franko Spesen entgegen. 2553 Joseph Herz,Bankgeschäf^Giessen 2554 Rotweine: Weissweine: pr.Fl. Bordeaux-Weine von 120 ,8D 102 r 2518 Gießen, den 27. März 1902. Der Großh. Kreisbauinspektor. Stahl. 2578 Konserven 2 Asterweg 2. 2456 Allen 6 voran v 2596 v k NIONE Biscuits FEINE SORTEN PACKET 50 PF. . 90 . 90 . 120 ItaL Rotwein . 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Ender, die ouS einer anderen Schule kommen, haben außerdem ein Abgangszeugnis, und wenn sie über 12 Jahre alt sind, eine Bescheinigung der zweite« Impfung beizubringen. Feldaahagiöisß, Kippwagen etc. Welchen, Drehscheiben. Patont-BfigebRoiktiUdtr mit 50 pCt. Zugkraft-Ersp&rniss. Patent-Mulden-Feststellang sclbstthätig wirkend, Unfälle verhütend. Elektrisch. Lokomotiven Grosse Lagervorräthe. — Kataloge gratis and franco. — MusteryJelsanlaae nebst Wagen auf der Industrie- und Gewerbe- Ausstellung Düsseldorf 1902. Gestern abend legte Ich Ihr „Er hat geschnappt" auf meinet» Hofraom ans and wurde dasselbe gierig Essen. Yente morgen fand ich 8 große tote en and wie viele mögen sich noch verkrochen gabcnl Großartig ist der Lrfolal So schrieb Herr 21. K in Swinrrnunde und ähnlich« Zeugnisse laufe» fortwährend ein über das für Haustiere ungefährliche, nur für Nagetiere tödliche Uattenmitteltb„E» hat geschnappt". Ueberall zu haben i, 50 pfg. und DU. 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