Samstag 1» März 1903 Erstes Blatt. Auflage 7 900 152. Jahrgang Bezugspreis: monatlich 7bPf., viertel« lährlich Mk. 2,20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 6d Pf.; durch diePostMk.2.—vicrtel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr, Zeilenpreis: lokal I2Pf^ auswärts 20 Pfg. Verantwortlich: für den polit. u. atlgen^ Teil: P. Wtttko; für .Stadt und Land" und .Gerichtssaal" :R.Ditk7 mann; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Nr. 51 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Familien« blätter viermal in der Woche beigelegt. Dtotatwndbrucf u. Verlag der Brüh l'sehen Unwers.-Buch- u. Stein- druckeret (Pietsch Erbens Redaktion, Expedition und Druckeret: Ochnlstrab- 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Fernsprcchanschluß Nr. 51. GietzeimAnzeiger General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Meis Gießen Bekanntmachung. Zu Okarben, Kreis Friedberg, ist die Maul- und Klauenseuche erloschen. Gießen, 28. Februar 1902. Großherzogliches Kreisamt Gießen- ___________________v- Bechtold.___________________ Gießen, 28. Februar 1902. Betr.: Das neue Einberufungsverfahren durch Kriegsbeorderungen und Paßnotizen (Mob.-Jnstr. § 37,10). Das Großherzogliche Kreisamt Gießen a« die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Mit Bezug auf unser Amtsblatt Nr. 3 vom 5. März 1901 beauftragen wir Sie, bis zum 26. März die vollzogene Aushändigung der Kriegsbeorderungen und Paß- uotizen, sowie die rechtzeitige Absendung der Bescheinigungen cm das Bezirkskommando uns anzuzeigen. Die genaue Einhaltung der Fristen machen wir Ihnen besonders zur Pflicht. v- Bechtold. Bekanntmachung. Es wird hiermit Folgendes zur Kenntnis der Mannschaften des Beurlaubtenstandes gebracht: 1. In diesem Jahre erfolgt die Aushändigung der Kriegsbeorderungen und Paßnotizen in der Zeit vom 10. bis 2ü. März und zwar für die Stadt Gießen durch Ordonanzen, für die übrigen Ortschaften durch Vermtttelung der Ortsbehörden. 2. Die bis jetzt noch nicht zur dienstlichen Kenntnis gebrachten Wohnungsveränderungen — auch diejenigen innerhalb der Stadt Gießen — sind sofort dem Bezirksfeldwebel zu melden. 3. Die Mannschaften der Reserve, Ersatzreserve, Landwehr 1 und Landwehr II, welche in Gießen ihren Wohnsitz haben, beauftragen — falls sie selbst nicht zu Hause sein können — einen erwachsenen Anverwandten, den Hauswirt oder einen zuverlässigen Mitbewohner mit der Empfangnahme der Kriegsbeorderungen bezw. der Paßnotizen. 4. Jeder Mann — ausgenommen die als unabkömmlich Bezeichneten, die vorläufig vom Waffendienst Zurückgestellten und die ungeübten Ersatzreservisten — der bis zum 2b. März, abends, keine Kinegsbeorderung oder Paßnotizen erhalten hat, meldet dies sofort schriftlich oder mündlich dem Bezirksfeldwebel. b. Die vom 1. April ab nicht mehr gültigen alten gelben Kriegsbeorderungen und die weißen Paßnotizen sind am 1. April durch die Mannschaften selbst zu vernichten, die neuen roten Kriegsbeorderungen bezw. die neuen weißen Paßnotizen sind einzukleben und zwar nach dem Muster, welches für die Stadt Gießen jede der austragenden Ordonanzen in Händen hat, für die übrigen Ortschaften dem betreffenden Bürgermeister vom Hauptmeldeamt Gießen übersandt wird, Gießen, den 26. Februar 1902. Großherzogliches Bezirks-Kommando Gießen. Gießener Stadtthealer. Madame Saub-Gtzne. Lustspiel in 4 Men von B. Sardou. Victorien Sardou, seit Jahrzehnten der populärste französische Dramatiker, hat sicy vor einiger Zeit über die Technik im Drama folgendermaßen ausgesprochen: .,Es grebt nicht nur eine Art, ein Theaterstück zu machen; jeder Autor hat die seinige — je nach seinem Temperament, seiner Geistesrichtung und Arbeitsmethode. Freilich geht der eine zu Fuß, während der andere im Magen fährt; dieser benutzt die Eisenbahn, jener den Luftballon. Die einen bleiben auf der Strecke liegen die anderen überschreiten das Ziel. Dieser fällt in einen Graben, jener verirrt sich bei einem Kreuzweg Und im Grunde genommen gelangt der auf dem geradesten Wege zum Ziel, der am meisten gefunden Menschenverstand hat." Tas ist gewiß richtig, nur Sardou selbst ist es noch nicht häufig passiert, daß er ein Ziel, das andere gern beobachtet sehen, nicht überschritten habe, daß er nicht in einen Graben, in dem es nach allem andern, nur nicht nach Veilchen duftet, gefallen: wäre. Tas eigentliche Ziel Cardous ist es von jeher gewesen, mit seinen Dramen Geld zu verdienen, viel Geld., und das ist ihm mit seiner „Madame Sans-Gene" über alles Erwarten gut gelungen. Tie bekannte Schauspielerin. Rejane hat die Titelrolle in, Paris und im Auslande wohl an die tausend Mal gespielt. Tas Stück hat ftinem Verfasser in Frankreich allein etwa 2i/2 Millionen Frcs. gebracht, und „Madame Sans Gene" ist noch heute, eine begehrte Rolle. In Berlin erzählte man sich vor ein paar Jahren, Jenny Groß hätte sich für Berlin das alleinige Darstellungsrccht von „Madame Sans Gene" grämst, und nannte als Kaufpreis Politische Tagesschau. Stadterweiterung und Wohnungswesen. Unter dem Schtiststellernamen C. Hugo ist kürzlich der erste Teil einer umfassenden sozialpolitischen Schrift erschienen, deren Inhalt eine Darstellung des ganzen Thätig- keitsbereichs der Gemeindeverwaltungen sein soll, und zwar getrennt nach den Aufgaben der Gemeinden gegenüber der Gesamtheit der Bewohner und nach solchen, die einzelnen Berufsklassen dienen. Die wichtigsten Erörterungen über Stadterweiterung und Wohnungswesen beginnen mit einer Philippika gegen Hausbesitzer und Bodenspetu- lauten; es folgen Fluchtlinienfeftfetzung, Baubeschränkungen, Cnteignungsfrage, Umlegung. Das Enteignungsverfahren soll vereinfacht, die Umlegung eing^führt, aber ihr Einfluß nicht überschätzt werden. An der Bestimmung des hessischen Gesetzes, daß beim Widerstreben gegen die Umlegung ein ganzer Block enteignet werden kann, nimmt der Verfasser keinen Anstoß und spottet über diejenigen, die hierin sozialistischen Uebereifer erblicken. Die Zonenenteignung im unbebauten Gelände findet seinen Beifall, ebenso die ganze oder teilweise Inanspruchnahme der Wertsteigerung rayonfrei werdender Ländereien für die Stadtkasse. Die Heranziehung der Grundeigentümer zu den Straßenanlagekosten wird eingehend besprochen, ebenso die Sondepbesteuerung der Wertsteigerung von Bauland; die Bestrebungen des Frankfurter Oberbürgermeisters Adickes werden im allgemeinen gerühmt. Bei der Umgestaltung bereits bebauter Stadtviertel wünscht der Verfasser eine für die Gemeinde günstigere Regelung der Grundentschädigungen und der Anliegcrbeiträge, die Zonenenteignung und sonstige erleichternde Maßnahmen. Daß die Gemeinden nach der heutigen Rechtslage außer stunde sind, sich für die Kosten von Straßendurchbrächen bei denjenigen, die den vorwiegenden Nutzen dcraus ziehen, zu erholen, wird getadelt. Die Steuern vom Grundbesitz werden nach der Ansicht des Verfassers in wachsenden Städten nichit von den Eigentümern getragen, sondern auf die Mieter abgewälzt, wobei auf die weniger wohlhabende Klasse vergrößere Teil der Lasten fällt; das wird als kein gerechtes Ziel der Steuerpolitik bezeichnet, ein anderer Weg aber wird nicht angegeben. Bei seinen Erörterungen über die „Bauordnung" tritt der Verfasser für wevttäumige, abgestufte Bauweise und Bevorzugung des kleinen Hauses ein. In der Wohnungsfrage fordert er, daß die Gemeinde selbst nach Enteignung des Landes, die Wohnhäuser baue, und hält es für eine „kecke" Behauptung, daß dadurch die Privatbauthätigkeit gehemmt werde. Ueber die Wohnungs- inspektion bringt er wertvolle Erörterungen._____________ Aus Stadt und Saud. Nachrichten von allgemeinem Jutereffe find uns stets willkommen und werden angemeffen honoriert. Gießen, 1. März 1905. ** Verzeichnis der Sitzungen deS Schwurgerichts der Provinz Oberheffen im 1. Quartal 1902: 1. Montag den 3. März, vormittags 9^2 Uhr, Anklage gegen Jakob Geyer aus Merkenfritz wegen Todtschlags. Die Anklage vertritt Oberstaatsanwalt v. Hessert, die Verteidigung führt Rechtsanwalt Raab. 2. Dienstag den 4. und Mittwoch den 5. März, jedesmal vormittags 9 Uhr, Anklage gegen Heinrich Adam eine hohe fünfstellige Zahl. Frl. Groß hatte die Rolle für Berlln geschaffen, und zwar mit solchem Beifall, daß man glmrbte, keine andere Dame dort würde sich an diese Rolle, samt dem daran hängenden Stück, machen. Doch Frl. Groß erhielt in Fr. Marie Reisenhoser, unserer „Francillon" dieser Saison, eine Rivalin — und Frl. Groß wurde um eine fünfstellige Zahl ärmer. Heute ist ja das „Sans-Gene" - Fieber schon seit sechs, acht Jahren vorüber und man kann, ohne der Gefahr sich auszufetzen, von dem größeren Telle der Gesellschaft mitleidig belächelt zu werden, mit Ernst die Frage beantworten: Wer ist eigentlich diese „Madame"? Nach meinem Empfinden durchweg, mit ihrem ganzen theatralischen Gefolge, Karrikatur. Als dramatisches Ganzes betrachtet ist das Stück ein Prototyp von Stil- und Geschmacklosigkeit, aus dem man den witzigen Satiriker Sardou kaum mehr wiedererkennt. Im ersten Akte von von einer bis zur Banalität erniedrigten Possenhaftigkeit springt dieser aus allen möglichen Bühneningredieicz-ierr zusammengebraute Wechselbalg im drllten Akte plötzlich in das Genre des Jntriguenstückes über und umtet dem Zuschauer allen Ernstes zu, die haarsträub ersten Unwahrscheinlichkeiten für bare Münze und einen auf dem Mveau des Hintertreppenromans ersonnenen Konflikt wahrhaftig zu nehmen. Wenn man von dem Vorspiel aüsieht, das trotz des kulissenreißerischen Bum Bum wenigstens eine bewegte dramatische Szene von einiger Wahrschemrichkeit aufweisl, so bleibt von dem ganzen Stücke nichts übrig, als eine hohle und stellenweise geradezu geistlose Theatralik. Tie Charakteristik Napoleons, der so etwas vom breitspurigen, renommistischen Knallprotzen abbekommen hat, ist genremäßig und die aller übrigen Figuren flock) und schattenhaft. Selbst die operetienyasie Hauptfigur der Madame Sans Gone wirkt mll den ewigen Wiederholungen fast Linden struth aus Gießen wegen Meineids. Die Anklage vertritt Staatsanwalt Reuß; die Verteidigung führt Rechtsanwalt Grünewald. Donnerstag den 6., Freitag den 7. und Samstag den 8. März, jedesmal vormittags 9 Uhr, Anklage gegen Adolf Schefer, Karl Schefer, Georg Hentschel, Karl Fröber und Hermann Walter, sämtlich aus Frankfurt a. M., wegen Meineids und Anstiftung dazu. Die Anklage vertritt Staatsanwalt Zimmermann; die Verteidigung führt für Adolf Schefer Rechtsanwalt Leun, für Karl Schefer Rechtsanwalt Ho os, für Hentschel Rechtsanwalt Grünewald, für Fröber Rechtsanwalt Dr. Kilzer, für Walter Rechtsanwalt Klarenaar. Montag den 10. und Dienstag den 11. März, jedesmal vormittags 9 Uhr, Anklage gegen Wilhelm Kasch, Konrad Köhler und Johann Rühl Bambey, sämtlich aus Zell, wegen Meineids. Die Anklage vertritt Staatsanwalt Reuß; die Verteidigung führen die Rechtsanwälte Grünewald und Dr. Spohr. Mittwoch den 12. März, vormittags 9 Uhr, Anklage gegen August Kammer aus Eichelsachsen wegen Urkundenfälschung. Die Anklage vertritt Staatsanwalt Zimmermann, die Verteidigung führt Rechtsanwalt Katz. ** Zum 80. Geburtstage des Geheimrats Prof. Dr. Eck- Hard. Wie bereits mitgeteilt, begeht Geh. Rat Prof. Dr. Eckhard, Professor der Physiologie an der Landes-Universität, heute seinen 80. Geburtstag. Die geplanten Begrüßungen von Seiten der medizinischen Fakultät der Marburger Universität, auf welcher Eckhard den Dr. phil. erworben hat, ferner der hier studierenden Mediziner u. f.. f. mußten unterbleiben, da Eckhard an diesem Tage abwesend ist. Der Kliniker-Verein hatte einen Fackelzug und Kommers beschlossen, mußte jedoch die Ausführung verschieben. Tie vereinigte medizinische Fakultät ließ am Freitag durch ihren Dekan bei diesem Anlaß elfhundert Diark für die „Eckhard- Stiftung" überreichen. Diese wurde zum 70. Geburtstage E.'s von seinen Schülern im Betrage von 2000 Mark geschaffen und ist mtterdeffen auf ca. 2800 Mk. angewachfen, erreicht also nunmehr ca. 4000 Mk. Sie ist bestimmt für hilfsbedürftige hessische Aerzte bezw. Tierärzte oder deren Hinterbliebene. Es ist zu wünschen, daß sich das Vermögen dieser Stiftung, welche der Verehrung für den Senior der hiesigen medizinischen Fakultät Ausdruck gibt, wetter vermehrt. An Eckhards 80. Geburtstage nehmen weite Kreise der Aerzte unseres Landes lebhaften Anteil. ** Das Kaiser-Panorama stellt von morgen ab einen Cyclus von Bildern „Reise durch den Harz" aus. Tie herrlichen Ansichten verdienen ihrer schönen Punkte wegen ein uneingeschränktes Lob; alle Bilder sind von wunderbarer Plastik und Farbenpracht. Als besonders interessant gelten die Ansichten vom Bodethal, Brocken, Kyffyäuserdentmal, Ilfeld, Stollberg, Okerthal. Tie herrlichen, mit dunklen Tannen bewaldeten Berge, wildromcnr- tischen Schluchten urll) Tl)äler find prächtig wiedergegeben. Jeder wird diese Serie bewundern, weshalb wir den Besuch ganz besonders empfehlen. ” 2)a§ L Seebalaillou feiert in der Zett vom 12. bis 14. Mai sein dOjähriges Bestehen und würde es gerne sehen, wenn zu dieser Feier möglichst viele alte Seesoldaten nach derselben Mätzchen auf die Dauer nicht mehr kurzwellig. Und überdies — die Gattin des historischen Marschalls Leföbvre war allerdings in ihrer Jugend Wäscherin, hatte dann als Flickschneiderin verschiedene Armeen begleitet, um schließlich mit ihrem Gatten an den Hof zu kommen, wo sich die ganze vornehme Gesellschaft über ihre Unbildung und derbe Ausdrucksweise lustig machte. Aber sie hat weder den Namen Sans Gene getragen, noch war sie das liebenswürdige und todesmutige Geschöpf, das unter diesem historischen nom de guerre rn Manneskleidern acht Feldzüge und viele heldenmütige Waffenthaten verrichtet hat. Tie wahre Madame Sans Gene ist eine weit interessantere und sympathischere Gestalt als die Gattin des Marschalls Leföbvre. Sie war eine seltsame Erscheinung jener seltsamen Zeit voll wilder Erregung, wo selbst das Weib das Leben mißachtete, willig sein Blut vergoß für seine Ideale, mit Säbel und Muskete ins Feld zog, um zu küinpfen und zu siegen. Ja, eine seltsame Zeitl Sie war groß und auch die Frauen wuchsen über ihr Maß hinaus. Und auf ihren Gräbern erblühten nicht nur Rosen, sondern entsproß auch der Lorbeer! — iOtan lese in dem Buche von Emile Core über das Urbild der Madame Sans Gene nach, das eine Menge fesselnder Geschichten voll kriegerischer Romantik enthält. Hätte Sardou den Mut gehabt, den ursprünglichen Plan feines Mitarbeiters und Erftnders des Stoffes, Vloreau, aus- zu führen, die historische Herzogin aus die Bührw zu bringen, so hätte er sie, die öOjäynge, nicht auf appetitliche Wirkungen ausgehen, sondern an der Spitze ihrer 14 Kinder, die sie hatte, vor Napoleon rücken lassen müssen. Aus richtigen Händen wäre daraus vermutlich eine amüsantere Komödie hervorgegangen, als wir sie jetzt vor uns sehen; allerdings hätte man dann auf die Jukärnations- und Betleid'.mgs- effekte verzichten müssen. Und gerade aus derartigem erklärt Nach den zahlreichen wissenschaftlichen Arbeiten über Zahn- itnb Mundhygiene und nach den vergleichenden Prüfungen, die hervorragende Gelehrte und wissenschaftliche Institute mit den bekannteren Mundwässern angestellt haben, kann für den urteilsfähigen Leser heute kein Zweifel mehr darüber bestehen, daß 1) Odol in seiner Gesamtwirkung und durch seinen köstlichen Geschmack alle bekannten Mundwässer weit überragt,*) 2) wer Odol konsequent täglich vorschriftsgemäß anwendet, die nach dem heutigen Stande der Wissenschaft denkbar beste Zahn- und Mundpflege anSübt 1719 *) Abdrücke der Publikationen, aus denen man diese Ueber- heugung selbst schöpfen kann, senden wir Jedem, der sich dafür interessiert, gerne kostenfrei zu. Dresdener Chemisches Laboratorium Lingner, Dresden. Kiel kommen würden. Alle, welche die Absicht haben, an der Feier teilzunehmen, werden gebeten, baldigst ihre Adressen unter Angabe der Jahre, in welchen sic dem Bataillon angehört haben, an das Geschäftszimmer des 1. Seebataillons nach Krel zu schicken, damit ihnen Näheres über den beabsichtigten Verlauf der Feier mitgeteilt werden kann. Der allgemeine Verlauf der Feier soll folgender sein: am 12. Mai abends: Geselliges Zusammensein; ani 13. Mai: Festgottesdienst, Parade und General-Appell der alten Seesoldaten, Enthüllung eines Denkmals für die in China Gebliebenen; abends: Festvorstellung; am 14. Mai: Gemeinschaftliche Dampferfahrt auf dem Kieler Hafen nach einem Vorort. Ebenso ist ein Antrag auf ermäßigten Fahrpreis bei der Eisenbahn-Verwaltung bereits gestellt. ** Zm Aquarium des Gießener Fischhauses, Asterweg 1, sind gegenwärtig eine Anzahl lebender Lahnfische ausgestellt, unter denen zwei Lahnhechte wegen ihrer Größe auffallen. Die beiden Fische haben bei einer Länge von etwa 80 Zentimeter ein Gewicht von 12 */a Pfund. e. Londorf, 27. Februar. Heute wurde im Gasthof Ziegler ein Radfahrer verein gegründet, der den Namen „Radfahrerverein Rabenau" führt. Es traten dem neuen Verein bereits eine stattliche Anzahl Mitglieder bei. Zum ersten Vorsitzenden wurde Uhrmacher Wabra gewählt. )( W c tz l a r, 28. Febr. Wie in der am Sonntag hier abgehaltenen Delegierteuversammlung des Kreis-Krie- ger-Vereins bekannt gegeben wurde, gehören dem Verbände 64 Vereine mit 2981 Mitgliederti an. 49 Vereine mit 2470 Mitgliedern gehören gleichzeitig zu der Unterstützungskasse des deutschen Kriegerburü>es. Friedberg, 28. Febr. Wie verlautet, verblieb dem Kriegerverein aus den Werning'schen Kriegsfest- spielen ein Ueberschuß von rund 4000 Mk. bei einer Einnahme von rund <000 Mk. Der Ueberschuß wurde dem Denkmalsfonds zugeführt, der dadurch die Höhe von 12 000 Mark erreicht. Da die Baukosten für das Denkmal sich auf 16 000 Mk. belaufen sollen, so wären noch 4000 Mk. auf- zubringen. Während die Festspiele bei uns einen so hübschen Erfolg hatten (auch in Gießen ergab sich ein Ueberschuß von etwa 4000 Mk. D. Red.), ergab sich in Mainz ein Defizit von ca. 2—3000 Mk. Darmstadt, 28. Febr. Anfang Januar stieß in der hiesigen „Tanne" ein mit Holzfällen beschäftigter Waldarberter beim Aufhacken von Baumwurzeln auf einige Gegenstände (Gießlöffel, Zinn u. dgl.), die augenscheinlich bei Herstellung falschen Geldes Verwendung gefunden hatten. Sie waren in ein Tuch eingeschlagen und an einer parallel der Griesheimer Chaussee ziehenden Schneise vergraben. Die Nachricht von diesem Fund ging in etwas romantischer Färbung in auswärtige Blätter über und ließ ihrer Fassung nach auf eine im Waldesdunkel eingerichtete Falschmünzerwerkstatt schließen. Dem Vernehmen der „Darmst. Ztg." nach hat sich durch die angestellte Untersuchung ein etwas weniger abenteuerlicher Sachverhalt ergeben. Ter vom hiesigen Schwurgericht nebst der Familie Maul im Oktober 1900 wegen Falschmünzerei verurteilte Arbeiter R. Kritzler hatte mit jenen Gegenständen Versuche gemacht und sie damals, Entdeckung fürchtend, um sich ihrer zu entledigen, am Fundorte vergraben. Leine That ist durch jene Verurteilung zu 2 Jahren 6 Monaten Gefängnis gesühnt. F r a n k f ur t, 26. Febr. Kriegsgericht. Wegen übler Nachrede hatte sich heute der Reservist Johann H ö h l e r vor bem, Kriegsgericht zu verantworten. Er war seinerzeit Bursche bei dem Leutnant v. Waldhausen des 13. Husarenregiments und hat bann seinen Rittmeister gebeten, ihn von dem Dienst als Bursche zu entbinden, weil er es bei dem Leutnant nicht länger aushalten könne. Auf Befragen erzählte er, der Leutnant habe ihn bei kleinen Verfehlungen öfters „he rüber gelegt" und geschlagen. Es wurde daraufhin ein Verfahren wegen Mißhandlung gegen den Leutnant eingeleitet, und als dieses mit Einstellung endete, weil der Leutnant die Mißhandlungen in Abrede stellte, wurde gegen den Burschen Anklage wegen verleumderischer Beleidigung erhoben. Die Sache war schon am 27. November verhandelt, aber schließlich vertagt worden. Damals wurde öffentlich verhandelt, heute fand die Verhandlung hinter verschlossenen Thüren statt. Die Bew-eis- aufnahme scheint jedoch für den Burschen, dessen Aussagen schon damals den Eindruck der Wahrheit machten, günstig ausgefallen zu sein, denn das Urteil des Kriegsgerichtes lautete auf Freisprechung. dem Auslände, festgestellt. Da die bisherigen Preise die Selbstkosten noch nicht decken, wurde ein Aufschlag von 5 Mk. pro Tonne, der bereits bei den Verkäufen in der letzten Zeit bewilligt war, genehmigt. Bremen, 28. Febr. In der heute stattgehabten Aufsichtsrats- sitzung der Bremer Wollkämmerei wurde beschlossen, der Generalverfammluitg nach reichlichen Abschreibungen und Rücklagen die Verteilung einer Dividende von 10 Prozent für 1901 vorzuschlagen. Leipzig, 28. Febr. Die heute stattgehabte Gläubigerversammlung der Leipziger Bank beschloß, die Verwertung des neuen Bantgebäudes bem freien Ermessen ber Konkursverwallung unb des Gläubigerausschusses zu überlassen und erklärte sich damit einverstanden, daß die Deutsche Bank das Gebäude mit 2 080 000 Mk. erwirbt. Die Versammlung stimmte ferner zu, daß die Mitglieder des Aufsichtsrates sich verpflichten, eine Abfindung von 5 Mill, z u zahlen, nachdem sie außerdem das K o n s o r t i a l k o n to bet der Leipziger Bank mit 2 300 000 Mark gebet! haben. Wiesloch (Baben), 27. Febr. Von hier wird berichtet: In ber Cigarrenindustrie bes Bezirks Wiesloch herrscht gegen» wärtig eine bebeutenbe Flau e. In Dielheim sinb z. Zt. etwa 100 Mann brotlos. Tie Gräff'sche Fabrik soll in den letzten Tagen 60 Mann, die für die Mannheimer Firma Weißmann arbeitende Fabrik Knopf 35 Mairn entlassen haben. Einzelne größere Etablissements im Bezirk haben zumteil die Arbeitszeit verkürzt, zumteil die Produktion um 25 Prozent eingeschränkt. Auszug sus hru SliiudesaMtsreMru der Stadt Hietztu. Aufgebote. Am 22. Febr. Georg Heinrich Merz, Flaschenbierhändler dahier mit Sophie Kraft in Bleichenbach. 24. Friedrich Heinrich Strecker, Kupferschmied dahier mit Ernestine Philippine Karoline Rentz in Niedergirmes. Martin Adam Fischer, Lehrer dahier mit Susanne Albertine Diehl in Lampertheim. 25. Karl Wagner, Fabrikarbeiter dahier mit Elisabeth Zimmer Hierselbst. 26. Leonhard Euler, Bäcker dahier mit Elisabetha Dorothea Bailli in Groß- Gerau. Albrecht Buch, Bäcker dahier mit Henriette Bertha Marie Helene Schwan hierselbst. Heinrich Lorenz Vogt, Kaufmann dahier mit Alwine Alma Oertel hierselbst. Eheschließungen. Am 22. Febr. August Klemmralh, Küfer dahier mit Minna Mathilde Friederike Ida Albett hierselbst. 28. Dr. Richard Louis Herz, Cemcker in Frankfurt a. M. nut Toni Pasch dahier. Geborene. Am 18. Febr. Dem Dreher Wilhelm Müller eine Tochter. 19. Dem Kutscher Ludwig Lepper ein Sohn, Wilhelm. Dem Küfer Norbert Körber eine Tochter, Karoline Luise. 20. Dem Feldwebel Ludivig Naab ein Sohn, Otto Heinrich Wilhelm. 21. Dem Universitätsprofessor Dr. Alexander Leist eine Tochter. 22. Dem Straßenkehrer Justus Schäfer eine Tochter. 23. Dem Gärtner Eduard Rieger eine Tochter, Elsa Marie Christine. Dem Fuhrmann Heinrich Abel ein Sohn. 24. Dem Schreiner Karl Andreas Schreier ein Sohn. Dem Fuhrknccht Johannes Rausch ein Sohn. 25. Dem Bauaspiranten Jean Neumann eine Tochter. Dem Telegraphisten Karl Geitz eine Tochter, Helene. 27. Dem Taglöhner Heinrich Sauer ein Sohn, Heinrich Emil. Gestorbene. Am 23. Febr. Lina Charak, 1 I. a., Tochter des Milchhändlers Naftali Charak dahier. 24. Friedrich Schäfer, 42 Jahre alt, Buchdrucker dahier. Elisabeth Flocke, 11 Monate alt, Tochter des Wagenmeisters Phllipp Flocke dahier. 25. Regine Emilie Ohlgart, 59 Jahre all, Privattn dahier. 26. Johannette Heinz, 59 Jahre alt, Privat in dahier. Friederike Scharmann, geb. Herd, 73 Jahre alt, Privatin dahier. Emil Loos, 65 Jahre all, Goldarbeiter dahier. 27. Heinrich Schmidt, 1 Jahr all, Sohn des Straßenkehrers Ludwig Schmidt dahier. Karl Philipp Eichenauer, 7 Monate all, Sohn des Fuhrmanns Konrad Eichenauer dahier. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Köln, 28. Febr. In der hier abgehaltenen Versammlung der Träger - undHalbzeugverbände wurde übereinstimmend ein guter Beschäftigungszustand, namentlich infolge der Aufträge aus Die Buren. „Nun ja! Sie halten sich ja wacker, Das muß man ihnen sicher lassen: . Sie reiten wie der wilde Jäger Und wissen ihren Feind zu fassen. Doch Helden? Nein! Nur echte Bauern: Dickköpfig, grob und zäh und trutzig: Dabei — so sagen alle Quellen — Ganz ohne Schliff und ziemlich — schmutzig." Wie! Wollt Ihr wahre Heldengröße Mit diesem kleinen Maßstab messen? Bedenkt: Auch Herniann, der Cherusker, Hat nie ein Taschentuch besessen. Benedikt. Nur in Wasser gekocht Der Durchfall ist in fast allen Kinderstuben Gast. Es sei erneut die Aufmerksamkeit der Eltern auf ein längst und vorzüglich bewährtes Präparat, den echten Hausens Kasseler Hafer-Kakao gelenkt, welcher von mehr als 10000 Aerzten verordnet wird. Nur in Wasser gekocht, leistet er vorzügliche Dienste; er beruhigt den Magen und Darm, indem er infolge seiner schleimigen Beschaffenheit den Reizzustand der Darmwände so lange mildert, bis sich die natürlichen Darmschleimhäute nachgebildet haben, und führt dem Körper in leicht verdaulichster Form die wichtigsten Nährstoffe zu. Bei chron. Magen- od. Darmkatarrh genügt Hausens Kasseler Hafer-Kakao während der Dauer eines Anfalles zur alleinigen Ernährung. Mau verlange möglichst genau Hausens Kasseler Hafer-Kakao in Apotheken u. Drogerien in blauen Kartons ä Mk. 1,—, niemals lose. 663 Durchfall. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. I I Höchste Temperatur am 27.-28. Februar + 12,6° C. Niedrigste „ „ 27.-28. „ — 0,4° C. 8 ebruar Barometer auf 0° reduziert Temperatur der Lust Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke Wetter 28. 236 740,6 4- 10,2 7,2 70 8. 2 Bew. Himmel. 28. 926 739,0 + 3,6 5,5 93 NE. 2 Sternh.Himm. 1. 725 7374 + 3,4 5,6 97 NE. 2 Regen. Stets bewährtes Mittel gegen Bartflechten ist Oberweyers Herbaseife. In hunderten von Fällen größter Erfolg erzielt, laut vielen ärztlichen und privaten Zeugnfisen. Ein einziger Versuch zeigt schon die auffallende Wirkung der Seife. Bestandteile 90° 0 Seife, 2% Salbei, 3% Arnica, 1,5% arab. Wasserbecherkraut, 3,5% Harnkraut. Zu haben per Stück Mk. 1.25 in allen Apotheken und Drogetten oder durch den alleinigen Fabttkanten I. Gioth, Hanau cu M. 907 u chteWände \ Ein nahrhaftem,belebendes Getränk, welches einen wohlthuenden Einfluss auf die Nerven ausübt. vanHouteris cacao Zu haben in Gießen auf dem o-^r^rttger bei Herrn Kmil Horst. Riegelpfad. i?5 ifrospecte, Muster .Beweise QberBewfiirunf* X sendetporlefrei der Fabrikant .W. Andernach K//» ^ewe/ Rh ein , festerhaltbarer Vsrputz durch Bekleidung mit-Isfs, Warnung vor Fälschung WPd AP in noch in Pulverform noch mit Cacao W CU.Ü1 gemischt, sondern 179 riiip in Flaschen mit eingeprägtem Namen ist Dr. HommeFs Haematogen echt. | sich der Erfolg des Sardou'schen Stückes, nämlich aus der Geschicklichkeit, mit der der Autor seine Plattheiten mit buntem Theaterflitter zu dekorieren und mit Pikanterien zu würzen versteht. Dü ist eine Toilettenszene, in der sich die zur Herzogin avancierte Waschfrau vor Schuster, Schneider und Lakaien so sans gene umzieht, als geschehe es vor ihren Kammerfrauen. Daß sie nicht auch noch die Wäsche wechselt, ist eine beinahe überraschende Rücksichtnahme. Da erzählt die nur eine Wunde tragende Heldin von einem Besuch im Dachstübchen Bonapattes, deffen Eindeutigkell durch die „liebenswürdige" Annäherung Napoleons, der das Versäumte gern nachholen möchte, auch für die verständnislosesten Augen und Ohren mit aufdringlicher Deutlichkell illustriert wird, und da richtet „Frau Ungeniert", um noch .ein Beispiel anzuführen, an ihren Schuster eine Frage, die den braven Mikosch erröten machen würde. Und all diese Sachen finden den ungeteilten Beifall eines Publikums, das die ernst-schöne Heyermans'sche „Hoffnung" für roh und brutal erklätt und hinter dem Fächer fi donc darüber zischelt. Fi donc .... Das gestrige reichlich gefüllte Haus hat die „Madame Sans Gene" in erneuerter Gießener Be- und Entkleidung entzückend gefunden, zumal unser Gast, Frt. Phily Sch rot h, sich mit der gefährlichen Titelrolle recht geschickt und dezent abfand. Sie hätte über die schmierige Frage an den Schuster wohl mit leichterer Grazie Hinweggleiten und auch die erwähnte Erzählung vom Dachstubenbesuch mehr als liebenswürdig scherzhafte Reminiszenz flüchtig daherplaudern können. Sonst aber fit die wirkungsvolle, manchmal freilich zu sehr auf den Effekt berechnete Prononcierung aller Spitzen und Schlager der Dialektik hervorzuheben. Ein etwas bescheidenerer Vortrag allerdings würde mehr den Eindruck einer Naturstudie Hervorrufen. Für das Frische, Fröhliche, Resolute, für die burschikose Drolerie, wie für das Gutmütige fand Fraulein Schr. stets den rechten Ton, und auch das Weiche und Gefühlsinnige stand ihr nicht übel an, wenn auch z. B. gleich bei der Kunde, daß ihr Pflegling, Graf Neipperg, lebt, und dann noch manchmal im Laufe des Abends mehr Innerlichkeit eine höhere Künstlerschaft offenbart hätte. Die Umkleide- wie noch mehr die große Empfangsszene bringen Widersprüche in der Charakteristik, die Fräulein Schroth nicht ausglich. Küchendragonergeplauder und tölpelhafte Clownscherze werden im nächsten Augenblicke durch anmutige Geistesblitze und tadellose Umgangsformen abgelöst. Hier fehlte in der Darstellung des Frl. Sch. das Vermittelnde. Ihre Figur paßt ja zu dem hier von Sardou geschaffenen Frauentypus; die Allüren der Herzogin erscheinen in ihrer Darstellung mehr als Maskerade wie die der Wäscherin. Alles in allem ist Frl. Sch. eine recht tüchtige Repräsentantin der Frau Ungeniert, bei aller Derbheit nicht ohne leise Anmut und etwas kokett sogar in ihrer ungeschlachten Noblesse; ohne etwa einem überkecken Soubrettengeist die Zügel schießen zu lassen, bemüht sie sich, ein glaubwürdiges Charaktergemälde zu schaffen. Vielleicht aber macht sie dadurch aus der französischen Spielerei mehr Ernst als sie wert ist. Ostentative Ansprachen an das. Publikum und Uebertreibungen gehören nun einmal leider zum reisenden Virtuosentum. So das Schlenkern und Werfen der Beine, das Zusammenwickeln der Schleppe rc. in der Ankleideszenc. Sehr hübsch sind einige kleine, den Eindruck völliger Absichtslosigkeit vortäuschende Züge, die der Gestalt einen Schein der Echtheit geben, so gelegentliche unwillkürliche Handbewegungen, als ob sie sich die Aermel auf- I streifen wolle rc. — Es verlautet, Frl. Schroth wird in den I nächsten Tagen noch einmal als Madame Sans Gene und dann noch als Zaza bei uns erscheinen. Die übrige Darstellung der Komödie brachte nichts besonders Bemerkenswertes. Herr Ramsey er, der eine ganz gute Napoleonmaske bot, versuchte dem allzumenschlichen Imperator, einem Napoleon in Sedezformat nicht mit echt korsischem Inhalt, wohl aber mit arg verzeichneter Valloton- Einbanddecke, so gut es ging napoleonische Züge aufzuprägen. Aber der große Korse war nicht nur von verdrießlichem Jähzorn und genialer Entschlossenheit; auch im Jahre 1811 waren auf seinem Antlitz die fast jugendlichen Züge eines schwärmerischen Träumers noch nicht erloschen. Sonst sind, neben dem Marschall Leföbvre des Herrn Gerlach, die Kaiserschwestern der Damen Feige und Hohenfels her- vorzuheben. Alle übrigen Atollen sind so farblos gezeichnet, daß sie ihren Darstellern nur undankbare und den Zuschauer ermüdende Aufgaben bieten. P. W. Aus Frankfurt schreibt man uns: Im Kunstsalon Hermes ist soeben die Ausstellung der Werke des Frank - furt-Cronberger Künstlerbundes eröffnet worden. Nun sind ferner in den Hermes'schen Sälen ausgestellt: Zwei Gemälde von Eugene Laennans-Brüffel, drei soeben fertig- gestellte Werke von Franz Courtens, sechs Landschaften von Emil Lugo, sechs neue Werke von Max Liebermann, Landschaften von Fritz Thaulow, Viktor Gilsoul, A. I. Heymans, Leistikow rc. Mit Einzelwerken sind außerdem die Mehrzahl unserer ersten Meister vertreten, wie Lenbach, Thoma, Gebhardt, Trübner, Menzel, Knaus rc. rc. MAGGI'5 BOUILLON - KAPSELN ä. 16 und 12 Pfg., jede 2 Portionen enthaltend, sind vollständig eingedickte natürliche Fleischbrühe in bisher unerreichter Qualität. Durch einfaches Uebergieesen mit kochendem Wasser geben sie sofort eine Portion extrastarker Kraftbrühe für 8 Pfg. oder vorzüglicher Fleischbrühe für 6 Pfg. Zu haben in Delikatess-, Kolonialwaren-Geschäften und Drogerien. Man verlange ausdrücklich MAGGl’s Bouillon-Kapseln. Städtischer Arbeitsnachweis Gießen I Vergebung. Gartenstraste 2. Für das Großh. Provmzial-Arresthaus dahier soll die Angebot der Arbeitnehmer: 3 Schlosser, 1 Schneider, 1 Wickelmacher, 2 Hausburschen, 1 Laglöhner, 1 Pflasterer, 2 Fuhr- knechte, 3 Uaujiraueu, 1 Dienstmädchen, 1 ältere, gut empfohlene Frau als Wartfrau zu Kindern. 1 Schmiedelehrling zu katholischem Meister. Nachfrage der Arbeitgeber: 1 Friseur, 1 Schmied, 3 Dienstmädchen, 1 Hausmädchen. Lehrlinge: 2 Schmiede, 2 Schreiner, 1 Friseur, 1 Glaser. Bekanntmachung. In das hiesige Genossenschaftsregister wurde heute bezüglich des landw. Consumoereins Reiskirchen I, e. G. m. b. H., eingetragen: Laut Beschluß der Generalversammlung vom 8. 20. Februar hat sich die Genossenschaft aufgelöst. Zu Liquidatoren sind bestellt: 1) Heinrich Schomber, 2) Jacob Becker II., 3) Wilhelm Müller, 4) Kaspar Damm III. zu Reiskirchen. Gießen, den 27. Februar 1902. 1745 Großherzogliches Amtsgericht. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Daubringen für das Jahr 1902/03 liegt vom 3. März an acht Tage lang auf hiesiger Bürgermeisterei zur Einsicht der Interessenten offen. Daubringen, am 28. Februar 1902. Großherzogl. Bürgermeisterei Daubringen ____________________Walter.________________1732 Bekanntmachung. Der Plan über die Errichtung einer oberirdischen Telegraphenlinie an der Landstraße von Langgöns nach Hochelheim liegt bei dem Kaiserlichen Postamt I in Gießen aus. Darmstadt, den 25. Februar 1902. Kaiserliche Ober-Postdirektiou. Holfeld. 1746 Große DMch-NkchchmW Lieferung der folgenden, für die Zeit vom 1. April 1902 bis 31. März 1903 erforderlichen Verzehrungs- und VerbraW-GUnsWe: Brod, Wecke, Ochscnfleisch, Schweinefleisch, Kalbfleisch, Frankfurter Würstchen, gemischte Wurst, Schweineschmalz, Butter,1 Eocosnußbutter, Kaffee, Milch, Bohnen, Erbsen, Linsen, Gerste, Mehl, Reis, Gries, Hafergrütze, Nudeln, Grün-Gemüse (Weißkraut, Wirsing 2C.), Salat, eingemachte Bohnen, Gurken, Handkäse, Heringe, Eier, Thee, Chokolade, Zucker, Mohnöl, Salz, Lorbeerblätter, Pfeffer, Nelken, Kümmel, Muskatnuß, Essig, Krrfftallöl, Petroleum, Zündhölzer, Seife, Schmierseife, Soda, Putzpulver, Vitriol, Spiritus, weißer Sand, Stroh, Thran, Wichse, Fensterleder, sowie ca. 600 Centner reine Stückkohlen, ca. 800 Centner gewaschene Nußkohlen, 30 bis 50 mm Durchmesser, und ca. 30 rm Tannen- Scheitholz; ferner soll die Entleerung der Senkgruben während der angegebenen Zeit im Submissionswege vergeben werden. Versiegelte Angebote und — soweit thunlich — Proben sind kostenfrei bis zum Eröffnungstermine Mittwoch itn 18. März 1002, vormittags 10 Uhr, auf der Kanzlei Großh. Staatsanwaltschaft dahier — Justiz - gebäude, Zimmer Nr. 43 — niederzulegen. Bis zu diesem Termin werden auch Gebote auf die sich im Provinzial - Arresthause ergebenden Lumpen, Küchen- absälle und das abgängige Lagerstroh entgegengenommen. Die Vergebung erfolgt unter den in Anlage A zu dem Ministerialerlaß vom 16. Juni 1893, das Verdingungswesen betreffend, enthaltenen allgemeinen und den von dem Unterzeichneten aufgestellten besonderen Bedingungen, welche auf der Kanzlei Großh. Staatsanwaltschaft eingesehen und gegen Erstattung der Schreibgebühren bezogen werden können. Bezüglich der Cocosnußbutter kann der Zuschlag erst nach stattgefundener Prüfung der vorzulegenden Proben durch den Anstaltsarzt erfolgen, im Uebrigen bleibt der Zuschlag 3 Tage vorbehalten. Goldene Medaille Paris 1900. Delmenhorster Hansa-Linoleum Gediegene Ware. Stilvolle Master. in 1561 Inlaid- und Moire-Linoleum Muster und Farben durch und durch gehend. 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Kl. — 2,72 Fm. und 2 rm Nutzholz; Vollnkirchen: 1 St. I. Kl. = 2,60 Fm., 2 St. IL Kl. — 3,05 Fm., 16 St. III. Kl. ------- 11,70 Fm. und 8,5 rm Nutzholz; Volpertshausen: 12 St IL Kl. = 20,53 Fnn, 44 St. I1L Kl. = 29,46 Fm., 5 St. IV. Kl. ----- 1,36 Fm. und 20 rm Nutzholz; Weidenhausen: 1 St. IL Kl. ----- 2,04 Fm., 5 Stück III. Kl. — 5,36 Fm. und 1,5 rm Nutzholz; b. nachmittags 3 Uhr, Nadelholz: Münchholzhausen: 79 St. III. u. IV. Kl. = 16,86 Fm., 576 Stangen I. u. IV. Kl. und 52 rm Nutzholz. II. Freitag de« 21. März d. Js. Beginn vormittags 10 Uhr. Nadelholz: Groß-Rechtenbach: 41 St. III. u. IV. Kl. — 13,87 Fm., 468 Stangen I.—III. Kl. und 10 rm Nutzholz; Hörnsheim: 2 St. III. u. IV. Kl. — 0,46 Fm.; Lützellinden: 2 St. II. Kl. = 3,25 Fm., 43 St. HI. Kl. ----- 30,58 Fm., 10 St. IV. Kl. ----- 2,99 Fm. und 33 rm Nutzholz; Dornholzhausen: 36 St. III. u. IV. Kl. = 13,42 Fm., 95 Stangen I.—III. Kl. und 24 rm Nutzholz; Hochelheim: 32 St. III. u. IV. Kl. = 14,67 Fm.; Klein-Rechtenbach: 2 St. III. Kl. = 0,66 Fm., 383 Stangen I.—IV. Kl. und 32 rm Nutzholz; Vollnkirchen: 23 St. III. und IV. KU ---- 4,32 Fm., 55 Stangen I.—III. Kl. und 11 rm Nutzholz; Volpertshausen: 112 St III. und IV. Kl. = 31,88 Fm. 201 Stangen L—IV. Kl. und 31 rm Nutzholz;' Weidenhausen: 15 St. HI. und IV. Kl. ----- 4,86 Fm. 20 Stangen IV. Kl. und 12 rm Nutzholz. Die Waldungen Groß-Rechtenbach, Hörnsheim, Lützellinden und Münchholzhausen hängen unmittelbar zusammen, desgleichen die Waldungen der anderen Gemeinden und liegen an guten Wegen. — Die nächsten Eisenbahnstationen sind Wetzlar, Gießen, Langgöns. Die Förster Roth, hier, Hoffmann, Wetzlar, Müller, Niederkleen, und Roth, Vollnkirchen, sind bereit, die Höher zu zeigen und wie der Unterzeichnete Auskunft zu geben. Groß-Rechtenbach (Kr. Wetzlar), den 27. Februar 1902. 1729 Der Bürgermeister. hören? —: Religions-wisscnschaftliche Borträge über die Offenbarung. Sonntag 8 Uhr (nicht 4 Uhr), ferner Montag, Mittwoch und Freitag, abends 8h, Uhr. Eintritt frei. Pred. H. G. Baumann. 1726 0754 aus »an 102 8039 £e«i$ ßid 1730 zur Versteigerung: 1725 ca. 3 500 Stück 1500 703 2 300 V n 600 it W.NIMM -d Braushhiea-Briblls Beginn der Neustadt 12 Neubau Leihgestern. Herd Staubfrei. tieruchlos- Putzt Ofen 90 90 120 120 pr. FL 60 Pfg. Bei grösserer Abnahme Rabatt. Prompter Versand nach auswärts. Kasp. Seipp III., Karl Faber, Graacher . . Oppenheimer . Zeitinger . . Niersteiner . . Dürkh. Feuerberg Rüdesheimer Kamin 1*60 NMchmkaiise iw Flach'schen Walde. Gemarkung Dornholzhausen. Nächste BahnstationLang-Göns Entfernung 6 Klm. 1. Donnerstag, den 6 .März kommen im benannten Walde ca. 400 fm Fichten-Bauholz 2. Freitag, den 7. März kommen zur Versteigerung: Fichtenstangen II. Klaffe, Fichtenstangen III. Klaffe, Fichtenstangen IV. Klasse, Fichtenstangen V. Klaffe. Versteigerungen stämme von 25 bis 39 cm Durchmesser, 3 bis 10 m Länge, mit 17,46 fm; 22 Fichtenstämme von 13 bis 21 cm Durchmesser, 7 bis 13 m Länge, mit 3,94 fm; 326 Fichten-Derb - stangen von 8 bis 12 cm Durchmesser, 6 bis 15 m Lange mit 21,38 fm; 1450 Fichten-Reisstangen von 4 bis 7 cm Durchmesser, 7 bis 11 rn Länge mit 32,97 fm. Eichen: 8 rm Scheiter (davon 4 rm Nutzholz), 126 rm Knüppel (davon 30 rm 2,5 m Länge; sowie 10 rm Wagnerholz), 2350 Wellen, 79,2 rm Stöcke; Fichten 4 560 Wellen, 24 rm Stöcke. Zusammenkunft vormittags 9*/z Uhr auf der Hügel- schneiße an Abtheilung Börnchen. Hermann Weinberg, Mendorf a. d. «Lumda. Groß-Rechtenbach, 24. Februar 1902. Kreis Wetzlar. Das Bürgermeister-Amt. Holzversteigerung im Lützellindener Markwald Es werden versteigert Freitag, den 7. März d. Fs. den Abteilungen Börnchen und Schmalheck, 45 Eichen- Gießen, am 27. Februar 1902. Der Großh. Ober-Staatsanwalt bei dem Landgericht der Provinz Oberhessen, v. 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