Nr. 27 Samstag, 1. Februar a~J2 152. Jahrg. Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Die „Siebener Lamilienblätter" werden dem Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Ter „hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal. Gießener Anzeiger Verantwortlich für den allgemeinen Teil: P. Wittko; für den Anzeigenteil: H. Beck. Rotationsdruck und Verlag der Bruhl'schen UniversilätSdruckerei (Pietsch Erben), Gießen. General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblait für den Kreis Gießen. 9 Parlamentarische Verhandlungen. Nachdruck ohne Vereinbarung nicht gestattet. Deutscher Reichstag. 181. Sitzung vom 31. Januar. tf. Uhr. Das Haus ist äußerst schwach besetzt« Am BundeSrathstisch Gras Posadowsky. Die zweite Berathmrg des Etats des R e i ch s a m t 8 des Innern wird beim Titel „Gehalt des Staatssekretärs" fortgesetzt. Abg. Pachnicke (fr. Vg.) begründet die Resolution betr. Einsetzung einer Kommission für Arbeitslosen-Versicherung. Die Kommission soll zunächst nur prüfen, was auf dem Gebiete der ArbeirSlosen-Versicherung bisher geleistet worden ist und wie dies praktisch ausgestaltct werden kann. Bestimmte Vorschläge machen wir noch nicht, eben weil wir uns hier erst im Stadium der Erwägung befinden. Es liegt bereits ein reiches Material theoretischer Untersuchungen und praktischer Versuche vor: gerade jetzt, wo das Gespenst der Arbeitslosigkeit wieder umgeht, wäre es unverständlich, wenn die Regierung eine Mitarbeit in dieser Frage verweigern sollte. Abg. Bassermann (nat.-lib.)'! Die sozialdemokratische Resolution betr. Einrichtung eines staatlichen internationalen Arbeitsamts bitte ich abzulehnen. Der Gedanke eines solchen Amts u irinzipiell nicht zu verwerfen. Sie wissen, daß die Regierung int Jahre 1890 bei Gelegenheit des internationalen Arbeiter- Kongresses derartige Versuche gemacht hat, und es ist nicht sehen, weshalb nicht aus solchen Verhandlungen eine ständige sution hervorgehen sollte. Es ist schon vor Jahren aus den i. meiner Fraktivnsgcnossen, z. B. im Jahre 1895 von dem ledigen Handelöminister Möller, darauf hingewiesen worden, wie richtig auf diesem Gebiet eine internationale Verständigung ist. Nur steht dem sozialdemokratischen Antrag Folgendes heute entgegen: daß, nachdem einmal eine internationale Verständigung im Wege der freien Vereinsbildung erfolgt ist und zur Gründung eines privaten internationalen Arbeitsamts geführt hat, ein Be- dürfniß für eine staatliche Institution nicht vorliegt. Das Baseler Arbeitsamt ist nicht etwa bestimmt, agitatorisch zu wirken, sondern es soll den vorliegenden Stoff auf dem Gebiete der Arbeiter- schutzgesehgebung sammeln und wissenschaftlich bearbeiten. Eine solche Sammlung würde, wie der Staatssekretär einmal mitge- theilt hat, schon ftüher das Reichsamt in Angriff genommen haben, wenn es dazu Zeit gehabt hätte; jetzt wiro ihm diese Aufgabe in gewissem Sinne abgenommen. ' Verschiedene Regierungen haben dem Amt bereits finanzielle Beihilfe bewilligt; wir wünschen, daß die Reichsregierung diesen Staaten folgen möge. Ich begrüße es daher, daß der Staatssekretär gesl*rn gesagt hat, er wolle das Baseler Amt aus seinen Fonds unterstützen. Damit könnte die Sache erledigt erscheinen, allein: was wir erstreben, ist, daß in den Etat eine Summe für das Arbeitsamt eingestellt wird, Dte dann als regelmäßige Etatsposition wiederkehren soll. Schon am 22. Januar 1901 hat der Staatssekretär auSge- führt, daß wir das größte Interesse daran haben, daß andere Staaten ebensoviel für sozialpolitische Zwecke aufwenden wie wir; davon hänge unter Umständen ab, ob wir auf dem Gebiet der Arbeiterfürsorge fortschretten können oder nicht. Ich stimme dem vollkommen zu. ES treten bei der Frage des internationalen Arbeiteramts zwei Gesichtspunkte in den Vordergrund: zunächst natürlich der arbeiterfteundliche Gesichtspunkt des Schutzes unserer Arbeiter. Der zweite Gesichtspunkt ist der, daß es auch im Interesse unserer Industrie liegt, auf internationalem SBege dahin zu wirken, daß man in anderen Staaten der deutschen sozialpolitischen Gesetzgebung pari passu folgt. Aus diesem letzteren Grunde ist es mir persönlich unverständlich, wie ein Industrieller sich gegen unseren Antrag wenden kann. Ich bitte Sie dringend, diesen Antrag anzunehmen. Abg. Dr. Hitze ((Str.)v: Die Kommission für Arbeitslosen- Versicherung würde der Wissenschaft und der Praxis gleichmäßig dienen: ihre Einsetzung wäre mit Freuden zu begrüben. Sehr erfreulich ist es, daß der Staatssekretär schon jetzt eine Unterstützung oes Arbeitsamts in Basel bewilligt hat. Das kann uns aber nicht abhalten, auf der Resolutton zu bestehen, damit eine Summe für dies Amt dauernd in den Etat eingestellt wird. Das Amt hat nicht, wie Herr Schlumberger zu glauben scheint, agitatorische Zwecke, sondern soll nur informatorisch wirken. Die Annahme des sozialdemokratischen Antrags könnte nur die Wirkung unserer Resolution in Frage stellen. Ich gebe zu, daß ein staatliches Arbeitsamt sehr gut wirken würde und vor dem privaten Amt manche Vorzüge hätte. Andererseits aber ist stets $u beachten, daß ein privates Amt freier steht; es ist viel unabhängiger und selbständiger. , Aby. Roesicke (6. k. Fr.): In der Frage der Errichtung eines mternattonalen Arbeitsamts hat auch Oesterreich bereits eine Aktion in Aussicht gestellt, ich möchte, um unserer Regierung freie Aahn zm Verhandlung zu lassen, bestimmte Vorschriften über die Art der Errichtung hier nicht aufgestellt wissen. In Sachen der ^erstcherung gegen Arbeitslosigkeit würde ich schon einen großen erfolg darin sehen, wenn die Kommunen zu zwangsweiser Ein- ftihrung solcher lokalen Versicherungen gesetzlich autorisirt würden. Den Frauen das Koalittonsrecht zu gewähren, ist jetzt nachgerade eine Pflicht der Regierung geworden angesichts der Mißstände, die tm KonfektionSgeiverbe hervorgetreten sind und die eine öffentliche Diskussion, an der auch Frauen theilnehmen, nothwendig machen. Abg. Mosenow (Soz.): Die Versicherung gegen Arbettslosig- rett mutz unter allen Umständen von Reichswegen erfolgen. Das- selbe gilt von dem Arbeitsnachweis. Das Reich darf es unmöglich n£l* langer ruhig mit ansehen, daß hinsichtlich des Arbeitsmarttes vollständige Regellosigkeit herrscht. Die Arbeitsnachweisftage wird am besten durch Einrichtung eines Arbeitsamtes, von Bczirks- arbeiisämtern und Arbeitskammern gelöst werden. Man darf es uns nicht vorwerfen, daß wir unerfüllbare Forderungen aufstellen. Das Wenige, was überhaupt auf sozialpolitischem Gebiete bisher erreicht ist, ist nur der Höhe unserer Forderungen zuzuschreiben; wenn wir unsere Forderungen beschräntt hätten, würde auch das Wenige noch nicht erreicht sein. Die nächste Aufgabe der sozialpolitischen Gesetzgebung wird eine erhebliche Beschränkung der gewerblichen Nachtarbett sein müssen. 0 Abg. Sittart ((Str.): Die Sozialdemokraten brauchen sich dessen tischt zu rühmen, daß auf Grund ihrer Forderungen die sozialpolitischen Errungenschaften erreicht seien. Die Sozialdemokraten b"ben gar nichts dazu gethan, sie haben ja gegen alle Arb eiter- f^utzgesctze gesttmmt. Erst in letzter Zeit Laben sie sich auf sozialpolittschem Gebiete mehr dem Vorgehen des EcntrumS an- geschlossen und ihren negattven Standpunkt aufgegeben. Man kann doch nur erreichbare Ziele verfolgen. Auf anderen Gebieten haben sie das ja auch einzusehen gelernt. Früher haben sie durchaus den Achtstundentag haben wollen, jetzt haben sie ihn auf gegeben (Widerspruch ber den Sozialdemokra m), jetzt wollen ße sich mit dem zehnstündigen Arbeitstag begi igen. Aus den Berichten der Gewerbeinspektoren ersehe ich zu meiner Freude, daß Gesuche um Gestattung von Nachtarbeit in dieser Zett der Arbeitslosigkeit zumeist abschlägig beschieden worden sind, 'ch hätte nur gewünscht, daß das hinsichtlich der Ueberstundenaroeit auch geschehen wäre. Der Zchnslunbcntag hat sich bewäbrt, die Arbeiter leisten in zehn Stunden dasselbe, wie früher in 11 und 12 Stunden. Hoffentlich werden die Wünsche der Arbeiter auf Verleihung der juristischen Persönlichkeit an Berufsvereine bald erfüllt werden; wir müssen diesen Vereinen eine gesunde Grundlage geben, sonst ist das Vereinsrecht illusorisch. Ich wünsche, daß die Berathung der hierher gehörigen Einträge noch in dieser Session erfolgt. Die Forderungen, die wir auf diesem Gebiete stellen, werden nicht verstummen. Endlich bitte ich die Regierung noch, dem Beispiele Oesterreichs folgend, eine Versicherung der Privatbeamten anzubahnen. Abg. Stolle (Soz.): Trotz der neulich von dem sächsischen Bundesrathsmitglied HerrnGehcimrathFischer gcmachtenAusführun- gen muß ich daran festhalten, daß dasVerhältnih zwischen Gewerbeinspektoren und Arbeitern in Sachsen kein gutes ist. Daß die Sozialdemokraten die Gewerbeinspeltoren verhetzen, ist nicht richtig. Herr Geheimrath Fischer ist nicht im Stande, auch nur einen Fall sozialdemokratischer Verhetzung mizuführen. Mißstände im Fabrik- inspektorwcfen aufzudeckcn, ist das Recht der Arbeiterpresse, und von diesem Recht macht sie Gebrauch. Ist das Hetze, wenn die Arbeiterpresse es als ihre heiligste Aufgabe betrachtet, Einrichtungen, Die das Schamgefühl der Arbeiter aufs gröblichste verletzen, aus Tageslicht zu ziehen? Bedauerlich ist cs, daß die sächsischen Grenzsperren für Schweine noch nicht aufgehoben sind. Der Ge- heimrath Fischer sagte, er habe sich deshalb an den Reichskanzler gewandt. Aber der Reichskanzler holt bekanntlich feine Informationen nur beim Bund der Landloirthe. Und dabei mußte die sächsische Regierung selbst zugeben, daß in Folge der Grenzsperren eine Steuerung eingetreten ist. Aus der sächsischen Einkommen- steuerstatisttk ergiebt sich, wie gering der Verdienst der großen Masse des Volkes ist. 75 Prozent der sächsischen Handwerker können nicht einmal so viel Steuern zahlen, um in den Besitz des Wahlrechts zu den Handwcrkclstammern zu gelangen. Der Kollege Sittart wirst uns vor, daß wir gegen die Arbeiterschutzgesetze gestimmt hätten. Nun, wir haben stets die Forderungen der Arbeiter bertreten, wir haben hier wiederholl Arbciterschutzgesetzentwürfe eingebracht, aber das Gentrum hat sie abgelehnt. Als wir energische Gesetze zur Beseitigung der Kinderarbeit berlangten, schrie Das Centrum: „Jetzt geht die Deutsche Jndusttie zu Grundel" Wenn Sie Ihren Gegnern gegenüber gerecht sein wollen, so müssen Sie mit Bismarck darin übereinstimmen: Ohne Sozialdemokratie keine Sozialreforml (Beifall bei den Sozialdemokraten.) Sächsischer Bundesrathsbevollmächttgter Fischer: Als ich sagte, es würde durch Sozialdemokraten Mißttauen zwischen Gewerbeinspektoren und Arbeitern erzeugt, hatte ich — ich bin nicht so feige, dies in Abrede zu stellen — Mitglieder des Hauses im Auge, und zwar diejenigen Mitglieder, die fort und fort die sächsischen Fabrikinspektorenberichte hier so abfällig krittsiren. Ich muß, der Noth gehorchend, nicht dem eigenen Triebe, den „Vorwärts" lesen. Und ich lese ihn mit heißem Bemühen. (Heiterkeit.) Da wird der sächsischen Regierung Mangel an sozialpolitischer Einsicht vor- gcworsen. (Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Da heißt es, ttotz der äußeren Umänderung der Gewerbeinspellorenberichte sei der Geist derselbe geblieben. (Sehr wahr! bei den SoziaDemo- kraten.) Da toirb den Gewerbeinspektoren u. A. zum Vorwurf gemacht, daß sie sich um die Wohnungsverhältnisse ber Arbeiter nicht kümmern.' Ist vas nicht Verhetzung? (Zuruf bei den Sozialdemokraten.) . - . Vicepräsident Graf Stolberg: Ich bitte, den Redner nicht zu unterbrechen. Sächsischer Bundesrathsbevollmächttgter Fischer (fortfahrend): Ich schließe mich dieser Bitte an. (Heiterkeit.) Bezüglich der Grenzsperren hatten wir uns mit dem Reichskanzler in Verbindung gesetzt. Dazu waren wir verpflichtet. Wir hatten aber schon von selbst mit Rücksicht auf die in Oesterreich herrschende Maul- und Klauenseuche von der Aufhebung der Grenzsperren abgesehen. Endlich hat Herr Stolle behauptet, daß 75 Prozent der sächsischen Handwerker ihr Wahlrecht zu den Handwerkerkammern nicht ausüben können. Ich setze eine Prämie darauf, wenn er mir das nachwcist. Herr Stolle war begierig, zu hören, was ich antworten würde. Ich hoffe, er wird von meiner Antwort befriedigt sein. Abg. Horn (Sachsen, Soz.) bespricht den Glasarbeiterstrike in Nienburg. Die Stinkenden hätten dort keine Ausschreitungen begangen, Wohl aber seien sie von den „Arbeitswilligen" verhöhnt worden. Die Strikcpostenvorschristen, die jeder Mensch kennt, seien nicht beobachtet worden. Sehr verwunderlich sei es, daß die bairische und sächsische Regierung den Glasarbeiterverband als einen politischen Verein behandelt habe. Auf solchen Umwegen ftrebten manche Regierungen danach, Sozialistengesetze im Kleinen einzuführen. Wenn in Arbeitervereinen die Zolltarifstage behandelt sei, so liege darin keine politische Thätigkeit, sondern es bandele sich um Besprechungen wirthschastlicher Art, da der Zolltarif Die Lebenshaltung der Arbeiter in stärkstem Maße beeinträchtigen würde. Sächsischer Bundesrathsbevollmächttgter Dr. Fischer: Ich freue mich, daß die Sttikepostenvorschriften Herrn Horn so genau bekannt sind. Ich weiß nicht, was Rechtens in Strikepostenstagen ist und würde mich daher freuen, wenn er mir ein Privatissimum hierüber halten wollte. Hinsichtlich des Glasarbeitersttikes weiß ich nicht, ob die Ausschreitungen von den Arbeitswilligen ober von ben Strikenben ausgegangen sinb, wahrscheinlich von Beiden: Iliacos muros peccatur intra et extra. Abg. Sachse (Soz.) führt Beschwerde über die unzureichende Beobachtung der Unfallborschriften im Bergwerksbettiebe. Die Unfälle nähmen von Jahr zu Jahr zu. Sodann geht Redner auf die Handhabung deS Versammlungsrechts in Sachsen ein. Es sei unrichtig, wenn Geheimrath Fischer es neulich so hingestellt habe, als ob die Gastwirthe und nicht die Behörden daran Schuld seien, daß die Sozialdemokraten keine Säle bekämen. Auf unsere Anfragen haben uns sehr viele Wirthe erklärt, baß sie sehr gern bie Säle geben würben, wenn sie nicht von den Behörden deswegen aufs ärgste bedrückt würden. Ein Gastwirth wurde auS diesem Anlaß so wüthend, daß er von den Behörden bemertte: diese Bande bringt mich noch ins Grab. Wenn wir schließlich doch diesen oder jenen Saal bekommen, dann hat die Landcshauptmannschaft alles Mögliche an dem Saal auszusetzen. In einem Falle waren die Säulen im Saale zu dick, so daß sich leicht Jemand dahinter berstecken könne, in einem anderen Falle waren die Säulen wieder zu dünn, es liege daher bie Gefahr bes Zusammensturzes des Saales vor. Als dann die Säulen geändert wurden, hieß es: Ja, im Saale ist ein Verschlag — es war eine Glaswand —, der als Versteck bienen könne. In einem anberen Falle würbe erklärt, bie Treppen zum Saale müßten brei Meter breit sein, unb doch finden in Diesem Saale nach wie vor Versammlungen von Kriegervereinen unb sonstige Hurrafeste statt. Wenn Herr Geheimrach Fischer uns vorwirst, wir hetzten gegen bie Gewerbeinspettore:., so tonn er sich das ja leisten; wenn ich aber sagen würde, Herr Fischer ist an ber Mißwirtschaft in Sachsen schuld, so würde ich sicher vcm Präsidenten zur Ordnung gerufen werden. Redner bringt eine Reche von Beschwerden sächsischer Bergarbeiter vor. Arbeiter wurden entlaßen, weil sie vor Gericht nicht so ausgesagt haben, wie es ein Brrginspektor wollte. Obwohl andere Arbeiter lieber« schichien machen müssen, sind doch wegen angeblichen Arbeitsmangels Arbeiter entlaßen worden. Auch ein Fall, den ich im vorigen Jahre zur Sprache gebracht habe und dessen Richttgkeit ber Ge- beimrath Fischer bestritten hat, hat sich genau so zugettagen, wie ich ihn schilderte. Geh. Bergrath Meißner: Ich will zugeben, daß einige Unfälle bei ber Einfahrt vorkommen, die Anlaß zu Beschwerden geben, aber diese Fälle siiid sehr selten, und die unteren Bergbehörden werden bann sofort an die Beobachtung der bestehenden Vorschriften erinnert. Sächsischer Bundesrathsbevollmächttgter Fischer: Herr Abgeordneter Sachse hat wieder eine Reihe von BeschwcrDen vorgebracht. Ich quittire dankbar, daß er einigen sächsischen Einrichtungen eine freundliche Beurteilung hat angedeihen lassen. Es war das ein Zeichen besserer Einsicht, leider war es sehr wenig; im Uebrigen bestand seine Rede aus lauter einzelnen Beschwerden, die hier nicht hergehören, da sie Landessache sind. Arn besten ist es. Sie wenden sich mit den Beschwerden an das Oberbergamt. Bei ihren Entschlüssen lassen sich die verbündeten Regierungen nicht von dem Einspruch einiger Arbeitgeber leiten, sondern von dem, was richtig ist. Daß die unteren Behörden in Sachsen bie Wirthe veranlassen, den Sozialbemokralen ihre Säle nicht zur Verfügung zu stellen, sttmmt nicht. Wo das geschieht, da thun es bie Wirthe auS eigenem Antrieb. In Döbeln zum Beispiel haben auch bie Konservativen keinen Saal bekommen können. Auf Den im vorigen Jahre besprochenen Fall gehe ich nicht mehr ein; ich habe von dem, was ich damals gesagt habe, kein Wort zurückzunehmen. (Beifall rechts.) Abg. Thiele (Soz.) schildert die Gefahren des Bergbaues. In keinem anderen Berufe seien so viel Unglücksfälle und Fälle von frühzeitigem Tode zu verzeichnen. Redner wendet sich sodann zu der Verordnung über den Schutz für Gastwirthsgehilfen. Die Verordnung sei unzureichend, die Regierung habe Durch ihr einseitiges Vorgehen mehr geschadet als genützt. An Stelle der Verordnung hätte ein Spezialgesetz erlassen werden müssen. Im Uebrigen verwahre er sich dagegen, daß der sächsische Geheimrath Fischer den sozialdemokratischen Mitgliedern dcS Hauses Verhetzungen gegen die Regierung vorwirst. Präsident Graf Ballestrem: Der Vorredner sagt, ein Mitglied des Bundesrats habe Mitglieder dieses Hauses beschuldigt, gegen die Regierung zu hetzen. Ich habe diese Aeußerung nicht gehört. Wenn sie gefallen sein sollte, so würde ich sie als eine unangemessene erklären müssen. (Vorher hatte der Vicepräsident Graf Stolberg präsidirt.) Staatssekretär Graf PosadowSkh: Auf keinem Gebiete bestehen solche Verschiedenheiten, wie im Schankgewerbe. Es ist unoor« sichtig, gleich zu scharfe Verordnungen zu erlassen, denn dann hätten wir nur erreicht, daß sie nicht beobachtet werden. Man muß hier schrittweise Vorgehen unb bie Verordnung so gestalten, daß sie auch durchführbar ist. Spannt man die Forderungen zu hoch, so wird gar nichts erreicht. Warten wir nur erst ab, wie sich diese Verordnung bewährt! Ich weise im Uebrigen darauf hin, daß die Verordnung weiter gebt, als die Kommission für Arbeiterstatisttt es für nöthig hielt. Natürlich kann man hier nicht generell vor« gehen, sondern muß den Verhältnissen Rechnung tragen. Die Bedienung durch weibliche Personen unter 18 Jahren überhaupt zu verbieten, ging nicht an. Es giebt in kleinen Orten Wirtschaften, wo solch patriarchalische Zustände bestehen, daß gar nichts dabei ist, wenn ein Mädchen unter 18 Jahren dem Gast ein Glas Bier hinstellt. Der Schutz der Gasthausangestellten in der Schweiz bezieht sich vorwiegend auf Arbeiter, nicht auf Kellner. Die Verordnung stellt gegenüber dem jetzigen Zustand jedenfalls einen ganz erheblichen Fortschritt dar. Ich würde sehr zufrieden sein, wenn die Verordnung wirklich von allen Wirthen treu befolgt würde. Hat sich die Verordnung einmal eingelebt, so ist Ls gar nicht ausgeschlossen, daß wir später weiter gehen. Abg. Molkenbnhr (Soz.): Selbst gemäßigte Zeitungen, wie die „National-Zeitung" haben sich über die Verordnungen so abfällig geäußert, wie kaum ein sozialdemokratisches Blatt. Die Verordnung ist in der That durchaus unzulänglich; eine 16stündige Arbeitszeit ist viel zu lang. Redner kritisirt die Verordnung im Einzelnen und bemerkt u. A.. die Beschlüsse der Kommission für Arbeiterstattsttk seien nur von erklärten Feinden ber Arbeiter ver- theibigt worden. Würtembergischer Bundesrathsbevollmächttgter v. Schicker: Ich muß entschieden bestreiten, daß in der Kommission für Arbeiter- ftatisttk Feinde der Arbeiter säßen. Wie man nach der Verordnung von einer IGftünbigen Arbeitszeit sprechen kann, verstehe ich nicht. Die Kellner haben doch nicht diese ganze Zett zu arbeiten; ben ganzen Nachmittag haben sie meist Ruhe. Abg. Molkenbvhr erklärt, baß er mißverstanden worden fei, er habe nur gesagt, daß die Vorschläge der Kommission nur bei erhärten Feinden der Arbetterschutz-Gefetzgebung Beifall gefunden haben. Hierauf wird der Titel „Gehalt beS Staatssekretärs" bewilligt. Angenommen werben ferner bie Resolutionen betreffs Vorlegung einer Arbeiter-Statistik in den Reichsbetrieben, Einsetzung einer Kommission zur Untersuchung der Ar- beitslosen-Versicherung, dauernde Unterstützung für das internationale Arbeitsamt in Bafel, Aufschub der Zinkhütten-Veirordnung nur infowett es sich um bau» ttche^ Veränderungen handelt, und Vorlegung einer Jnnungs- Abgelehnt werden bie Resolutionen der Sozial- bcnwfraten betreffs Grünbung eines internationalen Arbeitsamts unb Durchführung ber Zinkhütteno erord- nung unb bie freifinnige Resolution auf Errichtung kommunal« Arbeitsnachweise. Eine Reihe wetterer Titel werden ohne Debatte angenommen. Hierauf vertagt sich das Haus. Nächste Sitzung: Sonnabend 1 Uhr. (Fortsetzung der heutigen Berathung unb Justizetat.) Schluß Uhr. gedr in Teftzeüe unterlaufen berichtigen .eingesch Wms- BroHiol-CMtttteil'j igel, gesch. Nr. 43751. Präpar. nach Dr. Abbot. Erhältl. in 4 Mischg. ä.10, 20, 50 u. 100 Stück. Preis per lOSt 0.50 0.75, 1.— u. 1.50 M. Zu haben in der „Hirsch- Apotheke" in Gießen. 240 Brouchiol-Gesellschaft m. b. H., Berlin N W. 7. *) Bestandteile: Blätter d.Tabak- Pflanze, Cannabis, indica, Datura, stramonium, Anisöl, Salpeter. „Nm verborgene wodurch j iMmeilhäi unb zutüii Worten F Mion km emleüen, lein Partei heit mit tonn, um den nativ zu ehren. Tage, an na* Quelle j auch al1 b\t\t Er um, stumm diesen^ köuiglii toter । denn fi Königsj M fli er berei W gel iti W-M M/merffi Mg g Meisen, imb jeinei abjoliit m nicht M Wstigfl voller Zrn hivmschie bMMg leit mch md Uot! Lassa, vc «vir uilo Micher Diese W in allen Mtll ji Leise A W W Ql über den ^eitzre^ mer all Die nzi Älrn^ Neueste Meldungen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Berlin, 31. Jan. Der erste Vorsitzende des ,Vereins reichstreuer Männer in Wilmersdorf, Kassen-Rendant Knisse ist gestern abend wegen Unterschlagungen in Höhe von 20000 Mark amtlicher Gelder verhaftet worden. Berlin, 31. Jan. Zu der Veröffentlichung des Vorwärts betreffend die Vorbereitung einer neuen Marine-Vorlage erfährt ein Berichterstatter, daß gegen die Redaktion des genannten Blattes respektive gegen Unbekannt das Ermittelungs-Verfahren eingeleitet sei. Staatssekretär v. Tirpitz soll in sämtlichen Abteilungen seiner Behörde Untersuchungen ÜVer die tsntwenvung der Vorwärts-Veröffentlichung angeordnet haben. Berlin, 31. Jan. In der Budget-Kommission des Reichstages erklärte der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Frhr. v. R i ch t h o f e n auf eine. Ausführung des Abg. Tr. Müller Sagau gegen die Bewilligung von 30000 Mark zur Beihilfe für die Einrichtung einer Au s kun sts - stelle für Auswanderer, er dürfe nach dem Gange der Beratungen wohl annehmen, daß die Forderung an sich bewilligt werde, bitte aber dringend, sie nicht als einmalige, sondern als fortlaufende Ausgabe zu genehmigen- Er mache darauf aufmerksam, daß die Reichsregierung die Resolution des Reichstages von 1897 dakstn verstehen müsse, daß es sich um die Gründung einer dauernden Einrichtung handle. Andernfalls müsse sich die Reichsregierung weitere Erwägungen Vorbehalten- Nach länaerer Diskussion wurde die Beihilfe, jedoch nur als einmalige Ausgabe bewilligt- Eine längere Erörterung knüpfte sich alsdann an die einmaligen Ausgaben im ordentlichen Etat für die Kolonialverwaltung und zwar bei der Position betreffend den Ankauf von Grundstücken für ein Dienstgebäude des Kolonial-Amtes, wofür als erste Rate 1578000 Mark gefordert ist. Eine Abstimmung erfolgte noch nicht, da am Dienstag seitens der Kommission eine Lokal-Besichtigung vorgenommen werden soll. — Die Zolltarif-Kommission des Reichstages setzte heute die Erörterung über Absatz 4 des § 8 fort und zwar bei dem bereits gestern hierzu gestellten und verhandelten Anträge Kanitz, v. Hehl und Gen. Der Antrag wurde mit großer Mehrheit angenommen. Absatz 5 wurde gleichfalls und zwar in der Fassung der Vorlage gebilligt. Bei Beratung über § 9 betreffend die Einfuhrscheine und Transitläger erhob sich eine längere Debatte, die noch nicht zu Ende geführt wurde. Die Weiterberatung wurde auf Dienstag vertagt- Köln, 1. Febr. In Sachen der Altenbekener Eisen b ahn kat astr ophe ist nunmehr gegen den Zugführer des D-Zuges und zwei Bahnwärter Anklage wegen Gefährdung eines Eisenbahntransports, fahrlässiger Tötung und schwerer Körperverletzung erhoben worden. London, 1. Febr. Das Unterhaus nahm mit 159 aegen 56 Stimmen den Nachtragskredit für die Heeresverwaltung an- Peking, 31. Jan. (Reuter.) Yunglu gab den fremden Gesandten bekannt, daß er beabsichtige, sie am Sonntag zu besuchen. 1 oder 2 Gesandte sind noch unentschlossen, ob sie ihn empfangen sollen. Die Kaiserin-Witwe erließ ein Edikt, in dem sie bekannt giebt, Yunglu wolle das große Verkehrsamt niederlegen. Die Kaiserin rühmt seine Verdienste namentlich während der letzten Wahlen, wo er, wie sie hervorhebt, der einzige verständige Ratgeber der Krone gewesen sei. Sie weigert sich, das Entlassungsgesuch anzunehmen. Die Angaben des Edikts können nur mit Vorbehalt ausgenommen werden. Yokohama, 31. Jan. (Reuter.) Eine Truppenabteilung von 210 Mann unter einem Major, die am 23. Jan. von Aomori im Norden der Insel einen Marsche im Schnee unternahm, verlor den Weg und kam bis aus einen Mann bei der herrschenden Kälte im Schneeum. Derunschtes. * Berlin, 31. Jan. Seit 14 Tagen wird der 61 Jahre alte, aus Darmstadt gebürtige Kaufmann Enrigue Goldschmidt vermißt, der als Witwer in Char- lottenburg eine Wohnung von 7 Zimmern hatte. Goldschmidt vertrat Wein- und Cognachäuser. Er verlor das Geld seiner Verwandten durch eine Spekulation mit emer Automaten-Gesellschaft in London, die zu Grunde gegangen ist. Er war infolgedessen schwermütig. Am 16. d. M. ging er von Hause weg und hinterließ einen Br.ef, ui dem er schrieb, wenn er nicht zurückkehre, so sei er in den Kanal gegangen, * Frankenthal, 30. Jan. Vor einigen Tagen wurden in die hiesige Kreis-Kranken- und Pflegeanstalt der Pfalz aus Bergzabern zwei aus Brasilien nach Deutschland zurückgetehrte Lepra-Kranke eingeliefert. Doch liegen bei ihnen nur Symptome der Lepra vor und der Krankheitsprozcß ist im Keimen zum Stillstand gebracht morden. Unter der Wirkung unseres Klimas gehen die beiden Kranken (Vater und Sohn) der vollständigen Genesung entgegen. Bei etwaigem Verbleib in der heißen Zone (Brasilien) wäre die Krankheit allerdings zum Ausbruch gekommen. Bei beiden in die genannte Anstalt eingelieferten Kranken lag keinerlei Ansteckungsgefahr vor, umsoweniger, als sie sich schon vor ihrer Verbringung nach Frankenthal in die Klinik des akademischen Krankenhauses in Heidelberg hatten ausnehmcn lassen und aus diesem wieder enllassen worden waren/ was gewiß nicht geschehen wäre, wenn irgend welche Ansteckungsgefahr bestanden hätte. * Brüssel, 30. Jan. In Vilvcrdc schoß ein junger Mann auf seine Schwester, die er bei einem Rendezvous mit ihrem Geliebten ertappte. Der Geliebte wurde schwer, ein Vorübergehender leicht verletzt. Sodann erschoß sich der Attentäter selbst. " Paris, 30. Jan. In Thonon des Bains wurde em Totengräber verhaftet, weil er sich an niehreren Leichen in unsittlicher Weise vergangen hatte. Bei seiner Ucberführung mach dem Gefängnis mußte er gegen die Volkswut durch 'Gendarmen geschützt werden. * Petersburg, 31. Jan. Der Direktor der Btadtbank in Saratow, Stepuschkie, wurde von dem Nechnungsführer der Bank, Charhains, durch Revolver- .schüsse schwer verwundet- " * Kälte. Aus Marseille, Cherbourg, Trouville und anderen französischen [Küstenorten wird Unwetter gemeldet. Es fanden einige Schiffsunfälle statt. In verschiedenen Departements herrscht bei starken Schneefällen Frostwetter. — Auch in ganz Spanien herrscht starke Kälte. In einigen Provinzen zeigte das Barometer 10 Grad unter Null. In San Sebastian zerstörten Schnecmassen Telephon und Tele- graphen-Leitungen. In Madrid mußten aus Straßen und Plätzen Oefen ausgestellt worden, an denen sich die frierenden Armen der Hauptstadt wärmen können. * Los der Arbeitslosen. In Zürich ermordete »in beschäftigungsloser Arbeiter aus Verzweiflung seine Ehesrau und seine zehnjährige Tochter und tötete sich dann selbst. toirti ischl nimn schi- len scheu bet Jtige der „Dtj uiin der terei llchei öieg und teil jede ?ats. ä: S Hr Ä $ ie Emil Horst, Giessen Baumaterialien" Fabrik und Grosshandlung empfiehlt in gediegener Ausführung zu billigen Preisen: Fensterbänke, Gesimse, Trittstuten, Platten Dachziegel, Krippen, Tröge und alle anderen Bauartikel. 53 Schriftliche Arbeiten in Hand- und Maschinenschrift, Vervielfältigungen, in Hektographie und Autographie, Entwürfe von Hochzeitsund Kneipzeitungen etc., Notenabsohriften, Stenographie in Gabelsberger und Stolze-Sohrey, fremdsprachliche Abschriften in Lat., Franz., Engi., Griech. übernimmt unter Garantie der Zuverlässigkeit Friedrich Fuhr, Seltersweg 58, III. Feinste Referenzen. — Probeschriften zu Diensten. 825] Empfehle mich in allen Vvrkommendcn PWr-Mkite» -unter Garantie fachgemäßer Ausführung. 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Volkswirtschaft. Köln, 31. Jan. Zwischen Vertretern des Kohlenbergbaues und der Eisenindustrie fand eine allgemeine Besprechung über bie Form der Gewährung von Ausfuhroergütungen statt. Wie die „K. Z." erfährt, liegt die weitere Beschluizsaffung über bie Entscheidung bei den in Frage kommenden Verbänden. — Konkurs der Firma Karl Ficks in Mauuhcrm. In einer Konferenz der beteiligten Banken ist von der Bankstrma W. H. Ladenburg u. Söhne der Konkurs der Firma Karl Ficks beantragt worden, da zurzeit Niemand vorhanden ist, der die Vertretung der Firma übernehmen könnte und außerdem die Rechtsfragen sehr komplizierter Natur sind. Nach einer vorläufigen Zusammenstellung übersteigen die Passiven die Aktiven um rund 200 000 Mk. Die Aktivinasse hat durch Eingang verschiedener Posten wie Lebensversicherungen 2C. in den lehren Tagen noch eine Erhöhung erfahren. hl". Frankfurter Börse (Wochenbericht). Der Gedanke, daß die angesirebten Friedcnsvermittclungen vielleicht doch trotz aller Ableugnung der englischen Regierung ein Körnlein Wahrheit enthalten könnten, und^dies mit einemmale für die ganze Welt zum Signal wurde zu neuem Schaffen übcr^ugehen, beschäftigte die Spekulation wie das augenscheinlich hierauf lauernde Prwat- vublikum in hohem Grade. Tie Londoner Börse ging nut gutem Beispiel, mit einer Hinaufsetzung südafrikanischer Mmenwerte voran. Eine wesentliche Stütze erhielt die feste Tendenz auch durch New- York Paris und Wien, während Berlin unb der hiesige Platz riesige Baissedeckungen, für welche die Grenze gekommen schien, vornahm. Hierdurch gewaiiii der Markt ein einheitliches Gepräge, sowie die lange vermißte Belebung. Die Geldflüssigreit, Prolongationsgeld notierte 3 Proz., kam der Hausse sehr zu Statten. Das Hauptgeschäft entwickelte sich in Eise n- und Kohlen wertem Bochumer, Laura, Caro, Harpencr, Hibernia imb Gelsenkirchener prozcnlwelse steigend. Bankaktien verzeichnen eine kräftige Avance. Diskonto-Anteile, Deutsche Bank, Berliner Handelsgesellschaft und Oesterreichische Kredit-Aktien; letztere auf Wiener Anregung infolge der bevorstehenden Emission einer neuen Ungar. Rentcn-Anlcihe, steigend. Eine Ausnahme machten die Aktien der Nationalbank für Deutschland, welche zurückgingen, da verlautete, die Gesellschaft werde diesmal gänzlich von einer Dwi- dendenverteilung absehen. Bahnen ziemlich stabil. Für a u ß e r- deutsche Fonds herrscht fortgesetzt hervorragende Kauflust. An der Spitze 4'/,proz. Ehiiiesen, Rumänier, Portugiesen, Spanier, Argentinier sowie Mexikaner und Türken aller Serien. Auch hier hat die Friedensstimmung der letzten Tage kräftig an dem Wiederaufbau des Kursgebäudes mitgeholfen. Inzwischen dauert erfreulicherweise auch die Kursbesserung der Prenßischen Konsols, Reichsanleche 3proz. Hesse,i und Sachsen fort. Von Industrie- papieren waren Elektr. Lahmeyer, Helios, Edison, Schuckert, Siemens u. Halske favorisiert, auch Chemische Griesheim, Höchster, Bad Anilin, ferner Kleyer, Waldhoff, Neue Boden-Aktien, Kupferwerke Hesse gebessert. Privatdiskonte 2l 16 Prozent. Verkaufsstelle meiner w?ren bei Reiss, Giessen, Blänsburg Frankfurter Schublager.______ NEOh« (40