MWM ■ Mittwoch. ZO.September |942 Gießener Anzeiger 1-2. Jahrgang Nr. 230 Ericheim »agtich, außer Sonntags und Feiertags Betlnaen: ©iefeener iZamilienblätter i Heimat tmÄtld-DieScholle Be-uaSvreis: envar, bei ung lltelben «Auch *«jS ’orem Monmltch .. .RM.1.80 Lustellgebühr,.. „ -.28 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Sernivrechanschluß 2251 Dmbtanichrift: »Anzeiger" Postscheck 116flfi ftranki./M Annahme von Anzeigen für die Mttaaßnummer btS 8*/, Uhr desBormittagS Auzeigen-Preife für die MtUtmeter-Zetl« von 22 Millimeter Breite: 7Rvi. für Familtenan- zeigen und private Gelegenheitsanzeigen 14Rvf. f. Werbeanzeigen und geschäftliche Gelegenheitsanzeigen Platzoorschrift < vorherige Vereinbarung) 25°/omeot vrühlsche UniverfttStrdruckerei L Lange General-Anzeiger für Oberhessen Heute spricht der Führer Der Führer sprach zu jungen Offizieren 17 Uhr In USA. und England wird man sich der letzten Sondermeldung des deutschen mandos jener Worte des Führers vor angesichts Oberkom- mehreren Ägs" Berlin. 30. Sept (DBB. Aunkspruch.) Anläßlich der Eröffnung des Kriegs-Winterhilfswerkes 1 9 4 2/43 spricht der Führer heute abend um IS Uhr in einer Kundgebung der NSDAP. Reichsminister Dr. Goebbels wird zu Beginn der Kundgebung den Rechenschaftsbericht über das Kriegs-Winter- hilfswerk des vergangenen Zahres erstatten. Die Veranstaltung wird auf alle Sender übertragen. Eine w iederholung der Uebertragung findet heute abend um 20.15 Uhr statt. erttttetbd PM um Hyriot; für «etllchrml.), totße L.S. MBei ItUH« Vieh 110 Mr nra ring itätte Qleßei wieder eingesetzt. Wir hatten auf der ganzen Fahrt, auch in den kleinsten Orten, Gelegenheit, die außergewöhnliche musikalische und tänzerische Begabung dieser Menschen kennenzulernen. Eine Fahrt durch den Hafen auf erbeuteten russischen Motorbooten zeigt uns zwar hier und da eine zerstörte Mole, hinterläßt aber im großen und ganzen den Eindruck, daß die Bolschewisten in der Eile ihres Abzuges nicht alles zerstören konnten, was sie wollten, so wie auch die Oper unversehrt blieb, weil das Personal die Zündschnüre durchgeschnitten hatte. Die im Hafen versenkten Schiffe liegen fo flach auf dem Grund, daß sie alle wieder gehoben werden können. Im übrigen pulsiert das Leben bereits stärker. Eine große Anzahl von Fabriken ist wieder in Gang gebracht, und die große Zigarettenfabrik produziert bereits eine Million Zigaretten täglich. BeispielhafteOpferfreudigkeitderFront Der Aufruf des Führers zum 4. Kriegs-Winterhilfswerk hat bei der Wehrmacht begeisterten Widerhall gefunden. Ein Beispiel besonderer Opferfreudigkeit gab das Infanterieregiment 519, das feit fast 15 Monaten im Einsatz im Osten steht und an einem Sammeltage das Ergebnis von 53 124,60 RM. erreichte. Die lange Liste der Spenden zeigt fast nur Beträge von 100 bis 1000 RM. Der Kommandeur hat in einem Tagesbefehl seinen Männern Dank und Anerkennung „für dieses beispielhafte Bekenntnis zur Kameradschaft innerhalb des Regiments und darüber hinaus zur Verbundenheit mit der Heimat" ausgesprochen. Die Heimat findet in diesen Worten das gesagt, was sie den Männern zurufen möchte, die täglich bereit sind, Opfer an Gesundheit und Leben zu bringen und es sich darüber hinaus noch zur Ehre anrechnen, im großen Wettbewerb der Opferfreudiakeit an ersten Stelle zu stehen. te6< rieb« 4er. gemein^ gs KZ 12 000 junge Offiziere und Offiziersanwärter füllten — wie schon gemeldet — den Berliner Sportpalast, als der Führer in einer mitreißenden Rede die jungen Soldaten auf die hohen Pflichten des Offiziers hinwies, seine unbedingte Siegesgewißheit und sein festes Vertrauen auf die Kampfkraft der deutschen Wehrmacht betonte. — Auf unserem Bild begrüßt der F ü h r e r bei seinem (Eintreffen im Sportpalast die Generalfeldmarschälle Keitel und Milch sowie Reichsführer ff Himmler. (Scherl-Bilderdienst- sHeinrich Hoffmann-j M.) N. betragen Grund. foflentes 1 Zusatz. Oinbion« men der ien Wei- Auszugs« esquotcn Tonnen l'Dezem. ’• h. des >on mehr des Rog. ingentes. Wen in! Hinsicht, iten Be> Unser Bukarester Korrespondent gibt Ein- i drücke von einer Reise, die einige in Bukarest ' akkredierte ausländische Diplomaten und i Pressevertreter auf Einladung der rumänischen Regierung in das unter rumänischer Verwaltung stehende Gebiet zwischen Dnje- ster undBug gemacht haben. Bukarest, September 1942. Tighina ist eine kleine freundliche Stadt mit einer alten Festung am bessarabischen Ufer des ■ Dnjesters, einstmals, im Mittelalter und zur Zeit der ständigen Kämpfe zwischen Russen und Türken, viel bedeutender als heute. Hier saß jener türkische Pascha, der -Karl XII. von Schweden verriet und damit — vielleicht ungewollt — dem russischen Imperialismus zu einer entscheidenden Ausdehnung nach Westen verhalf. Bender —r das ist der türkische Name dieser Stadt — bedeutet nichts anderes als „Tor": Tor von der Asien vorgelagerten russischen Steppe nach Europa oder umgekehrt von Europa nach Asien. Der Name ist nur zu wahr, denn fast alle Einfälle asiatischer Völker nach Europa sind über Tighina erfolgt. Nach dem Weltkrieg, als das 1812 im Kampf gegen die Türken von den Russen „freundschaftlich besetzte" Bessarabien durch den Willen seiner Bevölkerung und den Einmarsch der rumänischen Armee an Rumänien zurückgefallen war, bekam Tighina erst recht einen fast mystischen Charakter als „letzte Station Europas". Der einzige Eisenbahnzug hinüber wurde täglich mit den größten Vorsichtsmaßnahmen abgefertigt. Mit einigen wenigen Reisenden und zahlreichen bis an die Zähne bewaffneten Rotarmisten als Begleitmannschaften fuhr er langsam und polternd über die hohe Eisenbahnbrücke. Die da drüben allerdings betrachteten Tighina weiter als das Tor, durch das sie propagandistisch und vielleicht schließlich auch mit militärischer Macht in Europa einbringen konnten. Eines schönen Tages im Jahre 1925 konnten die Bewohner von Tighina sehr gut beobachten, wie auf dem gegenüberliegenden, tieferen Ufer des Dnjesters eine Gruppe von Menschen, eine rote Fahne tragend, erschien. Die drüben verkündeten mit fanatischer Feierlichkeit, daß die Autonome Moldauische Republik im Rahmen der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken geschaffen worden sei, und ihr Zug an den Dpjester sollte symbolisch andeuten, daß sie auch das bei Rumänien befindliche Bessarabien auf der anderen Seite des Dnjesters als dazugehörig betrachteten, wenn nicht gar noch mehr. Heute ist von alledem kaum mehr eine Spur. «Das Jahr Bolschewismus, das Tighina nach dem bolschewistischen Ueberfall vom Sommer 1941 auf sich nehmen mußte, ist fast nur noch die (Erinnerung an einen bösen Traum. Der Zug fährt heute vorsichtig und friedlich, reichlich besetzt, über die nach der Zerstörung durch die Bolschewiken von den Rumänen vorläufig neu errichtete hölzerne Brücke hinein in jenen Garten, den das Dnjestertal darstellt. Und brühen, in Tiraspol, erwarten uns Molbauer unb Molbauerinnen in ihren schönen Trachten, bie ebenso gut irgenbmo in Rumänien zu Hause sein könnten, unb ber Bürgermeister bietet den Gästen nach altem Brauch Brot unb Salz bar. Brot unb Salz reicht man uns auch in jebem Dorf, in jeber kleinen Stabt, wo wir Halt machen. Durch die anmutig hügelige mit übermannshohem Mais ober Sonnenblumen und riesigen Dbftplantagen bestandene Landschaft fahren wir nordwärts, vorbei an endlosen Feldern mit Tausenden von Bäumen, an prachtvollem Vieh und Imkereien mit Myriaden von fleißigen Bienen. Wahrlich, ein Land, in dem Milch und Honig fließt. Aber es hat wochenlang nicht geregnet, und die meisten Wege sind ungepflastert. So ist diese ganze Herrlichkeit meist in eine dichte Staubwolke eingehüllt. Staub bringt m den Schlafwagen, in ben Mund, durch die Kleider bis auf die Haut, legt sich auf die Teller, ehe noch der Speisewagenkellner den ersten Gang serviert. Ein Pessimist unter uns prägt für Transnistrien i statt aller poetischen Formen voll Verdruß den Aus- \ druck,Zzara prafului": Land des Staubes. An einem Abend — mittags hatten wir ganz im Norden der Provinz auf dem ehemaligen Gut des Fürsten Lwow, Tfcherniatin, unter der Puschkin- Eiche gegessen — kommen wir in Mogilew an. Bisher hatten wir wenig Spuren des Krieges gesehen. Mogilew ist schwerer mitgenommen; hat doch hier vom 17. bis 25. August 1941 die nach der ©tabt benannte berühmte Kesselschlacht stattgefunden. Manches Haus ist zerstört. Im bunten Licht des Sonnenuntergangs fahren mir den Berg hinauf, wo auf Geheiß Marschall Antonescus em ^großes Monument zur (Erinnerung an die in dieser schlacht gefallenen deutschen und rumänischen Soldaten errichtet werden soll. In der Slbenddämmerung schauen wir dann hinunter auf den Dnfester, der hier Bessarabien von Transnistrien trennt. Wie er sich so feinen Weg durch die Höhen — letzte Ausläufer der Karpaten — bricht, packt uns einen Augenblick lang die Vorstellung, wir stünden an der Porta West- falica, und ber Fluß unter uns sei nicht der Dnjester, sondern die Weser. , Zwölf Stunden fährt man mit der Eisenbahn • vom äußersten Norden bis zum Süden der Provinz. Odessa, ber Schwarzmeerhafen, unb bie größte Stabt der Provinz (vor dem Krieg 600000, heute -unb 400 000 Einwohner), macht keinen unfreunb- 'ichen Eindruck auf uns. Zwar sieht man, baß hier der Krieg getobt hat, unb gar manches Haus ist zerstört. Aber fein Vergleich mit dem Ruinenfeld von Sewastopol; auch K i s ch i n e w mit feinem vollständig in die Lust gesprengten Boulevard Alexandru cel Bun, ist viel schlimmer mitgenommen. Aber alles das, was in den Lieblichkeiten ber ländlichen Gegend unterging, ist in der Großstadt mit hren Mietskasernen nach einem Jahr noch nicht zu befestigen gewesen: bie Spur v o n 2 5 Iah r e n Bolschewismus. Man sieht es überall: an ben ; vernachlässigten Fassaden der Wohnhäuser, deren verputz seit Jahrzehnten nicht mehr erneuert worden ist, sogar an der Kleidung und dem Aussehen ber Menschen. Es muß einmal eine schöne Stadt gewesen sein, bas Odessa ber Zarenzeit mit seinen tolzen Palästen am Meer. Aber unter ben Sowjets sing der Export dieses Welthafens stark zurück^ und o, wie sie die berühmte 14O-stufige Marmortreppe zum Meer hinunter durch eine solche von Zement ersetzen, um den wertvollen Marmor zu verkaufen, so ließen sie — sei es aus Indifferenz ober Prinzip — diese reiche Metropole verfallen. (Einigermaßen gut erhalten geblieben ist noch die Oper, innen wie außen ganz im Stile des Wiener Burgtheaters gehalten, unb halb nach der Einnahme ber Stadt durch die Rumänen hat hier ber Spielbetrieb wo Milch unb Honig fließt Von unserem Dr. He.-Korrespondenten. Roosevelts großes Schweigen Von unserer Berliner Schristleitung. Monaten erinnern, daß immer neue U-Boote und junge U-Boot-Mannschaften heranwachsen, bie ben Kampf gegen bie Kriegsverbrecher auf ben Meeren aufnehmen werden. Bei ben letzten Geleitzugschlach- ten waren in zunehmendem Maße junge U-Boot- Besatzungen beteiligt. Der Erfolg dieser Operationen hat bewiesen, daß diese jungen Mannschaften vom rechten alten U-Boot-Geist erfüllt sind und vor keiner noch so starken Geleitzugsicherung zurückschrecken. Sie haben sich bei ber Torpedierung des Truppentransportgeleits die fettesten Brocken herausgeholt und damit sowohl ber Transporterflotte, wie auch den Expeditionstruppen Roosevelts erhebliche Verluste beigebracht. Deshalb bas große Schweigen in Washington und London. Der Führer hatte dieses Schicksal Roosevelt prophezeit. Er hatte gewarnt, alle USA.-Schiffe, bie uns vor bie Rohre kämen, würben versenkt. Roosevelt aber, besten Spiel Schiffsmobelle finb, dünkte sich weiser als der Führer; er lief hinter dem Kriege her, bis der Krieg ihn an ber Gurgel hatte unb Tausende von amerikanischen Solbaten mit ihm. Was weiß er von bem Schmerz ber Mütter unb Angehörigen berer, die er aus falscher Berechnung unb unter krassem Wortbruch in ben Tob jagte? Er bringt es fertig, biefen sorgenvollen Müttern ber USA. ganz offenbare Hohnworte zu — spen- ben. In diesen Tagen findet bie alljährliche „Pilgerfahrt ber Mütter" statt, bie ihre Söhne im ersten Weltkrieg bahingeben mußten, weil bie Morgan unb Lamont, bie Wilson unb Roosevelt um bie Millionen bangten, bie sie ben (Englänbern geborgt, und daher bie amerikanische Nation burch Lug unb Trug in das Kriegsfeuer stürzten. Einst, als die Narben des Schmerzes noch frisch waren, war das amerikanische Neutralitätsgesetz die Folge der Erkenntnis, daß jede kriegerische Hilfe für England mit dem Blut der besten Söhne der USA. bezahlt werde. Während er mit abgefeimter List und Tücke Deutschland provozierte, hielt Roosevelt es damals noch für angebracht, der amerikanischen Oeffentlich- Im I°gd. Sekoni, ' streife ■en. lefangen nnt bem zu anien *. besten ?>ld bar. bewahrt, 'eeren en. •ertu«. rillen Vit- iben gegen r.-Abscnn. glieder der Iten gegen arten zum S.-Friuii- leimet zum Nichtmit-i er, Neuen-1 ringet d» RM. 0.30, [#uD lichkeit vorzugaukeln, er sei ein Mann des Friedens. Als solcher drapiert er sich auch jetzt noch. Noch zu dem schmerzreichen Pilgerzug ber Mütter hat er eine heuchlerische Botschaft erlassen, in ber bie Worte stehen: „Heute machen bie USA. jebe mögliche Anstrengung, und werden sie auch weiterhin machen, durch den Sieg dis Errichtung unb Aufrechterhaltung eines gerechten und dauerhaften Friedens zu gewinnen, damit die Grundsätze der Demokratie bewahrt werden und schließlich keine Mutter, Frau oder Braut den Tod ihres Liebsten, der im Kriege geopfert wurde, betrauern muß. Meine Grüße und guten Wünsche gehen zu jeder Mutter." — Das wagt er heute noch zu sagen, wo er den sorgenden Müttern unb Bräuten bie Antwort barüber verweigert, ob er ihre Liebsten in ber Geleitzugkatastrophe bem sicheren Tob in ben Rachen jagte, bas wagt berfelbe Mensch, ber noch in seinen Wahlnöten am 4. September 1940 Amerikas Müttern versprach: „Ich versichere den Völkern unb Müttern, baß ihre Jungen nicht in einen fremben Krieg gezogen werden" unb am 24. Oktober 1940: „Wir werden an keinem auswärtigen Krieg teilnehmen und nicht unsere Armeen, Flotte und Luftwaffe in die westliche Hemisphäre entsenden, um sich im Ausland außerhalb der amerikanischen Republiken — mit Ausnahme eines Angriffs auf uns — zu schlagen." Französische Stimmungen. Von Dr. Paul Rohrbach. Ein französischer Kolonialkaufmann unb Vermal- tungsbcleaierter, Renä ßabat, hat einen interessanten Bericht veröffentlicht: „Gabuns Kampf gegen den Gaullismu s", der auch in beut- cher Sprache vorliegt. Das Bemerkenswerte dabei ist bie sehr aktivistische Tonart im Sinn der Abkehr von England und des Anschlusses an das deutsche Programm für den gemeinsamen Wiederaufbau Europas. Gabun ist der südlichste, an den Ozean grenzende Teil des Generalgouvernements von Französisch Aequatorialafrika, dos ich vor vier Jahren bereifte, worüber ich auch im Gießener Anzeiger eingehend berichtet habe. Rach dem Zusammenbruch Frankreichs vor ber deutschen Offensive unternahm es ber abtrünnige General b e Gaulle, mit englischer Hilfe sowohl Aequatorial- als auch Westafrika zum Ungehorsam gegen die Regierung von Vichy aufzu- rusen. Der Anschlag auf bas wichtige Dakar, die Hauptstadt von Westafrika, mißlang, aber in ben Aequatorial-Provinzen hatten die Gaulliften Erfolg. Bewaffneten Wiberftand fanden sie nur in Gabun. Mehrere Monate lang hielten sich hier die Loyalen, aber am 9. November 1940 mußte Libreville, bie Hauptstadt von Gabun, nach verlustteichen Kämpfen den gaullistischen Streitkräften, bie über die Hilfsmittel des ganzen Generalgouvernements verfügten, übergaben werden. Unter den Verteidigern des Platzes war auch unser Verfasser. Ich bin, feit ich bas französische Kolönialafrika kennenlernte — auch bas schmucke Libreville habe ich seinerzeit besucht —, für eine Revision des oft etwas abschätzigen Urteils über bie französische Kolonialpolitik eingetreten. Es wird gut gearbeitet, und auch bei den Franzosen hat sich ber Typus des kolonialen Pioniers gebilbet, der die afrikanische Erde liebt und seinen Spott hat über „Sahariens en chambre", die Afrikaschwätzer vom grünen Tisch, ßabat ist keiner von dieser Sorte. Seine Erzählung, wie Libreville verteidigt wurde und schließlich fallen mußte, wie die Verteidiger gefangen genommen unb schlecht behandelt wurden, und wie einigen, darunter bem Verfasser, die Flucht nach Spänisch-Guinea gelang, ist dramatisch ausführlich, mit französischer Lebendigkeit, gehalten. Das Wichtigste dabei sind nicht so sehr die Einzelheiten, wie die grundsätzlich klare Haltung. Dies tritt auch in einem längeren Vorwort, „Betrachtungen eines Kolonisten", zutage, das ein nicht genannter Freund des Verfassers, anscheinend eine Persönlichkeit von Bedeutung, geschrieben hat. Einige Stellen aus dieser Vorrede, bie sich zugleich an die französische, englische unb deutsche Adresse richtet, verdienen die Wiedergabe. „England", heißt es hier, „hat keine europäische Mentalität und kann auch keine besitzen. Das verbietet ihm schon feine sinnlose Verachtung gegen alles, was nicht englisch ist, unb sein bis zur Raserei sich fteigeniber Egoismus. Diese Erfahrung hat man im Laufe ber Geschichte immer roieber bei Unternehmungen machen können, bie sich gegen unseren Kontinent richteten. Für uns heißt jetzt bie Lehre, die wir daraus ziehen müssen: Zurückhaltung vor England!" „... Jedermann hat genügend Zeit gehabt, klar zu sehen, zu richten und zu verstehen. Niemals haben unsere ruhmreichen hervorragenden Führer eine klarere, menschlichere und nationalere Sprache gesprochen, als eben in dieser Zeit. In dem Augenblicke nun, in dem der ganze Kontinent im Erstehen einer neuen Ordnung ist, wo wir an der Haupt- Die Nachrichten über bie Versenkung breier großer Truppentransporter mit amerikanischen Expeditionstruppen sind auch in ben USA. entgegen ben strengen Zensuranweisungen so weit durchgesickert, bah aus ben Kreisen ber Bevölkerung unb ber Presse besorgte Fragen an bie zustänbigen Regierungsstellen gerichtet würben. Der Sprecher bes Marine- minifteriums gab auf eine entsprechend Anfrage bes Vertreters von „Reuter" bie Antwort, die Marine befolge bie Politik, auf solche Melbungen n i e- mals z u antworten, sie würbe auch biesmal bavon nicht abweichen. Er verweigerte ausbrücklich jeben Komemntar zu ber Mitteilung bes deutschen Oberfommanbos. Aehnlich verfährt man in Lon- bon, wo behauptet wurde, daß keine Bestätigung ber beutschen Melbung über bas Schicksal bes Geleitzuges gegeben werben könnte. Dieses Verhalten ber amerikanischen unb englischen amtlichen Stellen ist burchaus nichts Neues. Sie haben in solchen Fällen immer die Taktik verfolgt, nur zuzugeben, was nicht mehr verheimlicht werden konnte. Trotzdem befindet sich diesmal Roose- vett in einer besonders kritischen Lage, weil man sich in den Kreisen ber Angehörigen ber nach Eng- lanb transportierten amerikanischen Solbaten mit einer allgemeinen Erklärung, man wisse von nichts, nicht abspeisen lassen, sonbern klipp unb klare Auskunft barüber haben will, ob bereits Nachrichten über bie Ankunft ber Truppentransporter in England vorlägen. Roosevelt hat in seinen verschiedenen Reden in der Vergangenheit sich damit gebrüstet, daß es den deutschen U-Booten bisher nicht geglückt sei und auch in Zukunft nicht glücken werde, die regelmäßigen Truppen- und Nachschubttansporte für die amerikanische Expebitionsarmee in Europa zu erwischen. Um so bestürzter äußert man sich in ber Umgebung Roosevelts darüber, daß plötzlich an- scheinend ganze Rudel deutscher U-Boote in den Gewässern ber englischen Insel und Islands aufgetaucht sind, die auch den letzten umfangreichen Truppentransport erwischt unb zum großen Teil vernichtet haben. Damit haben die deutschen U-Boote mit allen schönen Berechnungen und Hoffnungen aufgeräumt Nach der Rede Ribbentrops Brennstoff versorgt würden. Es sei vielmehr anzunehmen, daß sich die Stützpunkte in Frankreich befänden. 4-Milliarden-Oottar-Anleihe der LlSA. Zürich, 29. Sept. (Europapreß.) Der USA- Finanzminister Morgenthau hat bekanntgegeben, daß das Finanzdepartement im Oktober eine Anleihe in Höhe von 4 Milliarden Dollar auflegen werde. Es handle sich um die größte finanzielle Transaktion seit dem ersten Weltkrieg. Die Schulden der USA.-Regierung erreichten die Höhe von 90 Milliarde^ Dollar. Das ist mehr als das Doppelte von 1940, als die USA. sich aktiv au: den Krieg vorzubereiten begannen. Die Staats- Schwere Kämpfe im Waldgebirge des Kaukasus und im Raum von Tuapse. Oie Handelsschiffahrt der LlSA. L i s s a b o n , 29. September. (DNB.) „Diario da Manha" schreibt, 1922 habe die amerikanische Handelsflotte ihre größte Stärke mit 14 738 506 BRT. erreicht. Hinzu muffe man noch 2 947 690 BRT. für die Binnenschiffahrt rechnen. Diese Handelstonnage habe 1939 nur noch 9 336155 BRT. für die Seeschiffahrt und 2 538 229 BRT. für die Binnenschifffahrt betragen. 49 v. H. der Schiffe seien über 20 Jahre alt und 35 v. H. zwischen 15 und 20 Jahren. Im ersten Jahre des Krieges sei die Handelsflotte weiter zurückgegangen. Schiffsverkäufe an das Ausland hätten über eine Million BRT. betragen, während die Neubauten sehr gering waren. So habe die amerikanische Flotte am 31. Dezember 1940 an Schiffen von über 1000 BRT. nur noch 7 279 000 BRT. besessen einschl. 4 071000 BRT. für die Küstenschiffahrt. Wie groß die Handelstonnage am 31. 12. 1941 gewesen sei, habe man nicht ermitteln können. Die Versenkungen an der amerikanischen Atlantiktüste, im Golf von Mexiko und im Karibischen Meer haben die nordamerikanische Regierung gezwungen, die Küsten- und Binnenschiffahrt für den Ueberseeverkehr einzusetzen. Unter den Versenkungen leide besonders die Tanker- flotte, der Mangel an diesen Spezialschiffen habe sich durch die dauernden Versenkungen noch weiter verschärft. Kürzlich habe der Präsident der Schiffsbauvereinigung erklärt, daß die Werften Aufträge abwickeln, die den Liefertermin schon längst überschritten hätten. In den Häfen Nord- und Südamerikas lägen große Warenmengen, die aus Schiffsraummangel nicht befördert werden könnten. Um diesen Zustand abzuwenden, beabsichtige man, alle südamerikanischen Straßen zu benutzen, die an das nordamerikanische Straßennetz Anschluß finden. Knox in Brasilien. Madrid, 30. Sept. (DNB. Funkspruch.) Der USA. - Marineminister Knox traf in Rio de Janeiro ein. Der Presse erklärte er, er sei gekommen, um die Zusammenarbeit zwischen den Vereinigten Staaten und Brasilien zu fördern. Zum U-Boot-Krieg im Atlantik meinte Knox, daß die Achsen-U-Boote wahrscheinlich weder auf der Insel Martinique noch in Französisch-Guayana mit Die große Rede des Reichsaußenministers hat in der Welt ein ungewöhnliches Echo gesunden. Die Kommentare besagen im allgemeinen, daß die Dreierpaktmächte mit dieser Rede eine „Inventur ihrer Siegeschancen" gemacht haben, deren überzeugender Wirkung sich niemand so leicht zu entziehen vermag. Im feindlichen Ausland ist die Verlegenheit gegenüber dem deutschen Rechenschaftsbericht um so größer, als auch hier sich memand der verblüffenden Feststellung erwehren kann, daß We7- dell Willkie die Lage der Sowjetunion am gleichen Tage nahezu gleichlautend mit dem Reichsaußenminister beurteilte. Die „Times" bemerkt spöttisch, Willkie habe ,-als unparteiischer Zeuge einen zeitgemäßen Dienst geleistet". Auch Willkies Ueber- zeugung, daß es für die Engländer und Amerikaner besser sei, die Zeit als Feind denn als Verbündeten zu behandeln, ist mit der Feststellung Ribbentrops, daß die Zeit heute für die Drelerpaktrnächte arbeite, identisch. Aber der geschwätzige Amerikaner ist bereits Gegenstand scharfer Angriffe. „New York Herald Tribüne" schreibt, Willkie dürfe der Strategie nicht durch Massenversammlungen Forderungen stellen. Eine Agitation der Oeffentlichkeit, um die Soldaten gegen besseres Wissen zu Aktionen an- zustacheln, würde eine Katastrophe erster Ordnung bedeuten. Besonders peinlich hat in den amerikanischen militärischen Kreisen die Erklärung Willkies berührt, „daß die militärischen Führer von der Oeffentlicb- keit ein wenig gestoßen werden müßten'. Man ist in diesen Kreisen der Meinung, daß Willkie weder der politischen noch der militärischen Führung der USA. einen Dienst erwiesen habe. Man sieht neue Differenzen mit Moskau voraus, falls der amerikanische und britische Generalstab zu der Fest- stellung kommen sollte, daß die Errichtung der „zweiten Front" in kürzester Frist nicht durchführbar sei. In diesem Zusammenhang ist eine Neu- yorker Meldung interessant, in der es heißt, „daß Deutschland bisher nur deshalb nicht angegriffen wurde, weil Großbritannien trotz des Höchsteinsatzes aller verfügbaren Männer und Frauen zwischen 18 und 50 Jahren auf den britischen. Inseln nicht über genügend Truppen, Ausrüstung und Transportmittel verfügt, um die Kräfte mit Erfolg angreifen wende der europäischen Geschichte und der Weltgeschichte überhaupt stehen, wo slch der Zukunftsaufbau oirf Jahrhunderte vollzieht, und wo alles, was ohne unser Mitwirken sich ereignen würde, zu um serm Schaden sein würde, läuft Frankreich nur durch die Fehler einiger Hirnverbrannter die Gefahr, seiner Nation, die an dem großen Aufbauwerk den größten Anteil haben sollte, das Ansehen zu geben, als bleibe dieses Land unversönlich feindlich eingestellt und ein ständiges Gärungsmittel der Zersetzung." „Für die Bevölkerung würde eine Nichtbeteiligung Frankreichs an den Aufbauarbeiten eine Katastrophe bedeuten. Es ist unbedingt erforderlich, daß es ebenso wie feine Führer alles tut, um mit Würde und Stolz an diesem Aufbau mitzuarbei t en .. Es geht um Frankreichs Stellung im zukünftigen Europa, und da heißt es, keine Zeit zu verlieren, denn die Ereignisse laufen schnell. Diejenigen, die heute noch nicht erkannt haben, daß für uns trotz der furchtbaren Niederlage aussichtsreiche Möglichkeiten geschaffen worden find, die uns Ruhe, Ordnung und Gleichgewicht verschaffen und uns erlauben, aus den Trümmern neues Leben erstehen zu lassen und hoffnungsvoll an die Zukunft zu denken, die unsere notwendig gewordene Niederlage 1 nicht einsehen wollen und sich unserem Siege entgegenstellen, müssen unschädlich gemacht werden. Nur der Glaube an ein herrliches Ä o l o - nialreich erhält uns noch aufrecht und verpflichtet uns zur Arbeit für dieses Land, das wir aus den Fesseln der Querköpfe und Politiker befreien müfsen, die es in ihrem Antikolonialismus an der erforderlichen Treuss fehlen lassen." England heißt es weiter, habe das größte Interesse daran, Frankreichs überseeische Besitzungen zu erlangen und gebe sich darum die größte Mühe, Frankreich gegen den Sieger aufzustacheln. England hoffe, den Krieg so lange hinziehen zu können, bis es zu einem Frieden der Unterhandlung tarne, und dann wolle es das französische Kolonialreich o l s „W e ch s e l g e l d" benutzen! „Ohne unser Empire sind wir nicht mehr viel, ohne unsere Gefangenen sind wir gar nichts mehr. Wenn mir das eine zerschlagen und die Rückkehr des andern durch Aufrechterhaltung einer revolutionären Haltung hinauszögern, so läßt uns England in eine tödliche Gefahr laufen." , . n L f,f. Sowohl im Vorwort als auch bet Labat selbst finden sich Hinweise genug auf die immer noch fortdauernden Bemühungen Englands, die Franzosen zum mindesten in der Stellung passiven Abwartens festzuhalten, und es wird auch nicht verschwiegen, daß die Predigt von der „Unversöhnlichkeit gegem über dem Sieger" bei gewissen Elementen noch Boden findet. Gegen diese richtet sich der Satz: „Ein in Zerfall geratenes Frankreich, das, erbittert und mürrisch, von Vergeltung träumt, wird Deutschland zu weiteren Zwangsmaßnahmen zwingen und ein gefährliches Beispiel für die andern Nationen sein. Berlin, 29.Sept. (DNB.) Im Kaukasus haben die Bolschewisten es verstanden, die natürlichen Hindernisse, die das schluchtenreiche Bergland und die mit dichtem Unterholz durchsetzten Urwälder bieten, au einem starken System von Feldstellungen und Stützpunkten ausAubauen, das sie mit immer wieder neu in den Kampf geworfenen Reserven verbissen verteidig en. Oft müssen Infanterie und Pioniere ihre Angriffe durchführen, ohne das Nachziehen der schweren Waffen abwarten zu können, so daß diese Gebirgskämpfe an die deutschen Truppen außerordentliche Anforderungen stellen. Dennoch macht im Nordwestteil des Kaukasus der Angriff durch das mit starken feindlichen Stellungen durchsetzte Kampfgelände weitere Fortschritte. Dabei stürmten am 28. 9. deutsche Jäger sogar 74 bol- schewistische Kampfstände. Ein junger Leutnant riß feine Jäger immer wieder vorwärts, bis die Bunkerstellungen durchstoßen und aufgerollt waren. Ein Infanterie-Regiment erstürmte eine schwer befestigte, durch Stützpunkte verstärkte Kampfstellung, die zur zu können, von denen man weiß, daß Deutschland sie in Westeuropa stehen hat". Auch die Vereinigten Staaten hätten während der ersten Monate ihrer Teilnahme am Krieg nicht genügend Kampftruppen oder Transportmittel nach England schaffen können, um eine erfolgreiche Invasion unternehmen zu können. Eine Invasion aber, die zum Scheitern verurteilt wäre, bevor sie noch begonnen habe, oder eine Invasion, der die nötige Kraft fehle, um Hitler zu zwingen, 30 oder 40 Divisionen von Rußland abzuziehen, würde für die Sowjets keine wirkliche Hilfe bedeuten. — Wendel! Willkie aber, von Stalin und von seinen eigenen Beobachtungen in Moskau unter Druck gesetzt, hat den Sowjets die Errichtung der „zweiten Front" in kürzester Frist zugesagt. In Moskau wahrscheinlich besonders willkommen ist die Anregung des amerikanischen Erzbischofs Spellman, die Amerikaner sollten lieber „eine zweite Front des Gebetes" errichten. Ohne Zweifel wäre dies die billigste Art für die Eygländer und Amerikaner, sich den Verpflichtungen gegenüber dem bolschewistischen Verbündeten zu entledigen. Daß die Amerikaner auch sonst nach Ausflüchten suchen, um sich den Anklagen Moskaus zu entziehen, zeigt eine Reihe amerikanischer Zeitschriften. „Harpers Magazine" behauptet, die Sowjetunion habe der Atlantik-Charta nur zugestimmt, um sich aus der gegenwärtigen Krise zu retten. Wenn der Krieg mit einem bolschewistischen Siege endete, würde sich Stalin niemals an seine „Verbeugungen vor der Phraseologie der Atlantik-Charta" halten. Er würde dann als Minimum die Grenzen der Sowjetunion von 1941 verlangen. Auch dort aber würden die bolschewistischen Armeen nicht Halt machen; Polen, die Tscheche! und der Balkan mürben Moskau unterstellt werden, und es wäre ein Irrsinn, zu glauben, daß die Engländer und Amerikaner dann noch imstande wären, die russische Expansion zu kontrollieren. — Etwas anderes ist auch von deutscher Seite nie gesagt worden. In jedem Falle bestätigt die amerikanische Zeitschrift das Vorhandensein von Gcheim- klauseln zum englisch-sowjetischen Bündnisvertrag, in dem die von ihm zitierten bolschewistischen Forderungen niedergelegt und von den Engländern anerkannt wurden. Ringsumoerteibigung terrassenförmig auf einer Höhenkuppe angelegt war. Im Hochgebirge durchbrachen Gebirgsjäger mehrere tiefgegliederte Verteidigungsstellungen und sprengten Bunker und Kampfstände. Im Raum von Tuapse hatte Infanterie mehrere Höhenstellungen sowie ein festungsartig ausgebautes Fabrikgebäude gestürmt. Die Bolschewisten versuchten in verzweifelten Gegenangriffen die verlorenen Stellungen zurückzugewinnen. Umsonst warf der Feind von Mitternacht bis zum Morgengrauen seine Bataillone in den Kampf. Vergeblich belegten Feldartillerie, Schiffsgeschühe und Küstenbatterien des Feindes die deutschen Stellungen mit schwerem Feuer. In erbitterten Nahkämpfen brachen alle Angriffe der Bolschewisten zusammen. Am Terek durchbrachen Panzerverbände eine stark befestigte Verteidigungsstellung. Infanterie gewann in schweren Wawkämpfen um einen beherr- schenden Höhenkamm weiter an Boden. schulden wuchsen seit Beginn dieses Finanzjahre? ll.Juli) monatlich um vier Milliarden Dollar an. Auch Südamerika krankt am Tonnagemangel. B u e n o s A i r e s, 29. Sept. (Europapreß.) Nel- on Rocke feiler, Roosevelts Beauftragter zur Koordinierung der interamerikanischen Beziehungen, ist von seiner Südamerikareise nach den Vereinigten Staaten zurückgekehrt. Er erklärte in Miami, daß das Grundproblem aller von ihm besuchten lateinamerikanischen Länder der Mangel an Schiffstonnage sei. Ein Achtel der Erdbewohner sind Großstädter. Zürich, 29. Sept. (Europapreß.) Obwohl schon feit längerer Zeit Anstrengungen gemacht werden, der Landflucht mit allen Mitteln zu wehren, vermehren sich- die Städte mit mehr als 100 000 Einwohnern fortwährend. Vor etwa zehn Jahren rechnete man mit 400 Großstädten, nach den letzten Ermittlungen sind es bereits deren 700. Etwa 300 Großstädte liegen t n Europa. Amerika hat nur 155, Asien dagegen 215, Afrika nur 20 und Australien 10 Städte, die mehr als 100 000 Einwohner zählen. Die meisten Großstädte in Europa besitzt Deutschland mit 69, dann folgen die Sowjetunion mit 65, Großbritannien und Irland mit 58, Italien mit 24, Frankreich mit 17 und Spanien mit 11 Großstädten. Die größte Zahl der Städte mit mehr als 100 000 Einwohnern weisen die Vereinigten Staaten mit 92 auf. China hat 50, Brasilien 10 Großstädte. Von den 253 Millionen, die die Großstädte füllen, entfällt fast d i e Hälfte auf Europa. Kein Erdteil aber hat seine Bewohner so stark auf die Großstadt konzentriert wie Australien, dort lebt meyr als ein Drittel der gesamten Bevölkerung in Großstädten, während der Anteil der Großstädte in Amerika und Europa nur etwa ein Fünftel der gesamten Bevölkerung beträgt. Wendet man sich einzelnen Ländern zu, so sieht man allerdings eine wesentlich stärkere Zusammenballung der Bevölkerung in Großstädten, wie z. B. in Großbritannien, dort wohnen 45,3 v. H. der Einwohner in großen Städten. Vor zehn Jahren zählte man rund 20 SB eit» städte, d. h. Städte mit einer Million und mehr Einwohnern, heute rechnet man bereits mit 39, die zusammen 93 Millionen oder 4,3 v. H. der gesamten Erdbevölkerung umfassen. Europa hat an den Millionenstädten den größten Anteil; auf seinem Boden stehen 15 Weltstädte. Dann kommt, nicht wie man erwarten könnte, Amerika, sondern Asien mit 11, dicht dahinter allerdings die Vereinigten Staaten mit 10, Australien mit 2, Afrika mit einer einzigen Millionenstadt. Trotzdem leben von den rund zwei Milliarden Menschen, die die Erde bevölkern, immer noch etwa 85 v. H. nicht in Groß- oder Weltstädten. Aus dem Reich, planmäßige Anstellung der Volksschullehrer. Die Lehramtsanwärter der Volksschulen können schon nach halbjähriger außerplanmäßiger Schuldienstzeit planmäßig angestellt werden, wenn ihr Verhalten einwandfrei und ihre Leistungen besonders gut beurteilt sind. Wer jedoch weder Arbeits-, noch Wehrdienst ableistete, kann frühestens nach außerplanmäßiger Dienstzeit von drei Jahren planmäßig angestellt werden. AuSmielung der Dienststellen aus Wohnungen. Die Schwierigkeiten auf dem Wohnungsgebiet haben zu dem Verbot der Zweckentfremdung von Wohnungen geführt. Der Reichsarbeitsminister hat angeordnet, daß Ausnahmen vom Umwandlungsverbot nicht erteilt werden, auch nicht, wenn erhebliche Aufwendungen wie Ankauf eines Hauses erfolgt sind. Zur Freimachung bereits jetzt zweck- entfremdeter Wohnungen hat der Minister die Gemeinden angewiesen, zunächst die Freimachung der im Altreich seit dem 20. April 1936 zweckentfremdeten Wohnungen zu betreiben. . Die Freimachung erfolgt zunächst nur, wenn Behörden ober sonstige öffentliche Dienststellen, die NSDAP., ihre Gliederungen und angeschlossenen Verbände den Wohnraum für andere als Wohnzwecke benutzen. Dagegen ist die Freimachung von Heise zu den Liliputanern. Von Bruno H. Bürgel. Ich bin auf einer Reise durch weite, weite Bergwälder, die völlig menschenleer und voll schweigender Einsamkeit waren, wieder einmal mit der oft und von vielen Seiten ausgesprochenen Tatsache bewußt geworden, daß die Erde eigentlich nicht den Menschen gehört, sondern den Ameisen. Fast an lebcm Baum sah man da die zuweilen einen Metex hohen braunen Ameifenstaaten, in denen ein ge* fchäftiges Gewimmel herrschte vom frühesten Morgen bis in die sinkende Nacht, und alle Flächen, Wege, Stege dieser Bergwälder wimmelten von den kleinen, schwarzbraunen, geschäftigen Leuten, die da mit großer Ernsthaftigkeit und Emsigkeit am Werk waren. Der Mensch macht nur einen großen Trara, die Ameisen sind still, aber von einem unerhörten Fleiß, einer durch nichts abzulenkenden Folgerichtigkeit in ihrem Werk, und in ihren Staaten ist eine Ordnung, eine Gesetzmäßigkeit, ein Sozialsinn, der jeden überrascht, der sich einmal eingehender mit diesem nächst dem Menschen klügsten Geschöpf der Erde befaßt hat. Kein Wunder, daß es seit den Tagen der Bibel Leute gegeben hat und gibt, die die Erforschung der Ameisenwelt und der 'Natur dieses eigenartigen Wesens ein Leben gewidmet haben, ohne daß es bisher gelungen ist, die letzten Rätsel zu lösen, etwa die Frage "zu beantworten, ob die Ameisen denken können, wie die Menschen, ober ob sie einfach angeborenen Trieben folgen, die sie zwingen, so und nicht anders zu handeln. Gewiß, Städte mit elektrischer Beleuchtung, Warmwasserheizung, Warenhäusern, Zeitungen haben sie nicht, und alle unsere anderen technischen Errungenschaften sind ihnen fremd, aber seit wann besitzt denn der Mensch das alles, und gibt es nicht heute noch ungeheure Erdstriche mit einer sehr primitiv lebenden Bevölkerung? Der Ameisenstaat ist eine Gemeinschaft klarster, naturhaftester Nütz- lickkeit und Zweckmäßigkeit, in der einer für alle, alle für einen arbeiten, nach undurchbrechbarem Gesetz. Einer der bedeutendsten Ameisenforscher sagt einmal, daß in diesen Staaten die soziale Frage restlos gelöst ist; da gibt cs keine Bevorrechteten, keine Tagediebe, keine Prasser und keine Hungerer. Innerhalb eines solchen Staates gibt es keine Kämpfe, wohl aber werden zuweilen Kriege aus- gefochten gegen Nachbarstaaten, die irgendwie in die Lebensnotwendigkeiten des anderen Staates ein« brechen, etwa indem sie allzu nahe rücken, die Ernährungsfrage komplizieren. Man kann in dieser kurzen Betrachtung nicht die ganz erstaunlichen Einzelheiten des Ameisenlebens barlegen, die auch ernsthafte Forscher oft dazu bewogen haben, sich die Frage vorzulegen, ob diese kleinen Mitbewohner der großen Erdkugel Äer- ftanb haben wie wir, aber wenn wir hören, daß z. B. die Regelung der Nachkommenschaft da abhängig gemacht wird von der Menge der zur Verfügung stehende Nahrung, wenn wir erfahren, daß einander bekämpfende Ameisenvölker zuweilen plötzlich so etwas wie einen Waffenstillstand einsteten lassen, wenn sie sehen, daß beide Parteien gleich stark sind, eine Entscheidung nicht herbeigeführt werden kann, und daß man dann (jeder Staat den anderen respektierend) so etwas wie Grenzen zieht und friedlich nebeneinanderlebt, so läßt das aufhorchen. Es gibt Ameisenvölker, die eine Art Landwirtschaft ober Gartenwirtschaft treiben, indem sie unter der Erde Pilzgärten anlegen, und daß sie Blattläuse und andere Geschöpfe als „Milchkühe" halten, ist allgemein bekannt, ja, sie betreuen diese Tiere (die einen süßlichen Saft ausscheiden, der den Ameisen so willkommen ist wie etwa uns ein Schälchen Honig), wie der Mensch seine Herden betreut, und schützen sie gegen ihre Feinde. Tausende von Ameisenburgen habe ich in jenem Gebirgstal angetroffen; sie waren immer sorgfältig am Fuße eines hohen Baumes angelegt, und zwar ausnahmslos nach der Südseite, der Seite, die die längste und größte Sonnenbestrahlung bringt; das Blätterdach des Baumes schützt den Bau vor allzu starker Beregnung. Ringsum und weithinaus Heere von geschäftigen Arbeitern, die alles mögliche herbeischleppten. Schaffen sie einen schwereren Gegenstand nicht allein, so benachrichtigen sie in der Nähe befindliche Mitbürger ihres Staates. Abermals ein Rätsel! Mit dem Vergrößerungsglas sieht man, daß sie mit den Fühlern dem Gefährten verschieden viele, verschieden schnelle und kräftige Zeichen geben, die einmal der Jnstzktenfvrscher Sajo mit der Trommelsprache der Neger oder mit den Morsezeichen der Telegraphisten vergleicht. Hier haben wir die Sprache, die Verständigung der interessanten kleinen Geschöpfe, und die nähere Beobachtung beweist, daß sehr verschiedenartige Bedürfnisse oder Wahrnehmungen so mitgeteilt werden können. Ich habe einmal eine grobe und oberflächliche Abschätzung gemacht, wie viele Ameisen in diesem einen einzigen Gebirgstal, das ich da mehrfach durchwanderte, vorhanden sind; ich kam auf 1200 Millionen. Auf der ganzen Erde gibt es nach den neuesten Statistiken 2200 Millionen Menschen! In den drei Gebirgstälern dieser kleinen Landschaft sind demnach sicher so viele Ameisen wohnhaft, wie dieser ganze große Planet Menschen beherbergt. Forscher erzählen, daß einige Gegenden Südamerikas und Afrikas ausschließlich den Ameisen gehören, daß Ansiedlungen da unmöglich sind, und in manchen Bezirken auch sehr wenig andere Tiere angetroffen werden. „Unser Land" — sagte einmal der Präsident eines südamerikanischen Staates „gehört eigentlich gar nicht uns, sondern den Ameisen!" Wirklich, bei einem Streit, wer da der Eindringling sei, könnten sich die Ameisen darauf berufen, daß sie „schon immer dagewesen seien", während der Mensch erst später kam. Ameisen sind schon in den Gesteinen der Jurazeit, also vor annähernd 150 Millionen Jahren nachgewiesen, der Mensch aber tritt vor etwa einer Million Jahren aus dem Dunkel des Unbekannten in die Erdgeschichte ein. Wie die Menschen der verschiedenen Rassen und Nationen ihre charakterlichen Unterschiede und Eigentümlichkeiten der Lebensführung haben, so auch die verschiedenen Ameisen-Arten, Bauten, Nester, Nahrungsmittel, allgemeines Verhalten weichen voneinander ab. Es gibt auch da tolle Räuber, die ein bequemes Leben zu führen wünschen und sich Sklaven hatten, die alle Arbeiten zu verrichten haben. Diese Sklaven aber nehmen sie nun nicht aus dem eigenen Stamm, nein, sie überfallen mit einer wohlgeordneten Armee eine andere Ameisenart, um deren Nachwuchs, die im Bau wohluntergebrachten „Puppen", zu rauben, die sie dann sorgfältig betreuen, bis die Entwicklung vollendet ist und die herangewachsenen Jungen als Sklaven in den Staaten der Räuber werkeln müssen. Das sind Tragödien im Ameisenleben! Die Raub- ritterarmee rückt geräuschlos und blitzschnell an, bringt in das frembe Nest ein; dessen Torwächter signalisieren aufgeregt die Gefahr, die „2lrheiter" stürzen zu den Puppen, um sie in Sicherheit zu bringen, die „Soldaten" (sie haben riesige Köpfe und mächtige Kieferzangen) bringen mit einem unerhörten Mut und völliger Todesverachtung auf die fremden Schufte und Schurken, und es gibt tolle Kämpfe; aber immerhin ist die Beute der abziehenden Sklavenjäger oft recht beträchtlich. Ja, auch in dieser Wett ist nicht eitel Sonnenschein, aber im allgemeinen sind die Ameisen unter sich von rührender Kameradschaftlichkeit und Hilfsbereitschaft; sie helfen einander, wo sie können, und nicht selten sieht man einen der kleinen braunen Wichte einen anderen, der sich verletzt hat, über weite Strecken heimtragen ins gemeinsame Heimatnest. Oer »Königssprung- der Germanen. Der römische Schriftsteller Florus spricht mit Bewunderung von dem „Königssprung" des Teutonenkönigs Teutvbud, den dieser über sechs Pferde ausführre. Eine solche Leistung schien ungeheuerlich, und besonders hielt man es für unmöglich, baß es sich hierbei um einen Freisprung gehandelt haben könnte. Auch bie Untersuchungen der gleichen Leistung durch moderne ©portier ergaben, daß der „Königssprung" ohne technische Hilfe, das Federbrett, noch nicht ausgeführt worden ist. In den Monatsheften „Germanien" wird nun auf einen von Dr. Stemmermann geführten Nachweis aufmerksam gemacht, der erklärt, wie der Sprung des Teutonenkönigs eine zwar außergewöhnliche Leistung darstellte, aber doch durchaus ausführbar war. Im Hochweitsprung wurde innerhalb der Deutschen Turnerschaft 1926 im Absprung von ebener Erde eine Höchstleistung von 1,60 m und eine Länge von 3,20 m erreicht. Darauf ermittelte Dr. Stemmer* mann durch Messungen sowohl am „Hallenser Reiter" als auch an lebenden Urwildpferden die durchschnittliche Hohe von 1,17 m und eine Breite von 53 bis 54 cm der germanischen Pferde bie sich von unseren heutigen Pferden erheblich unterschieden. Durch Einrechnung eines gewissen Abstandes zwischen den sechs Pferden ergab sich ein Hi-nderniS, das sich genau in die aus den Zahlen des Hochwertsprunges, durch den deutschen Turner erreichte Sprungparabel einfügt. Der ohne technische Mittel ausgeführte Sprung des Turners würde tifo den Anforderungen des germanischen Köniqssprumres durchaus entsprochen haben. C.K. ; Mo mit itiitf* liit 81 m. oeri ftp;6 r holz, Mll - -tztlkotu Mung Meriü Hanni- < r Me r lirten w Sttein ’iiiu ® rii* ganten c mt2Irt |(« Sufi i-iW |M 5ir 8» lillS - [rtj des »ck & Sami k Spitze ADem j iiöentenfi n) der je iiuropa st' -icknteH liSieichss j nuerfität Ku drosch merfität tOrbina Eiling i vzdes in e-imorb« st an b :2m 30. i der M vrg Dc L Peter- tidelberg me er fi Mich II Arme Mzinisch irenmitgl Mr 1 hitiar d 176. Lc n Kelter leerte k intoniert Äckerwc bet Msitiit k Orbim ■NW. 1877 Vierte ktius. “Itn s Mi Ar Nbe W Si S ll[J hatte als h Mfioj S'M li‘ ?*» fein 3j JW si 1 «' Ojf 4m otn Wer I3lel. r m >. l loj Wen 1 an Welt, d mehr 39, ta rsamten in Mil. Boden ie man mit 11, Staaten rinzigen Ä zwei , immer Städten. 'te fül. ropa. irtavf L bart lkeruna 'bstiidte W der an sich gs eine ievölke« itan. Wer in schon 'erden. Der« ) Ein. r t6(bi in Er. a 300 Jt nur lustra- vohner .besitzt «mjet. wt 58, en mit l< mit teintn. lien ft icfdjäftyi’Quinen privater Firmen, die Wohnungen it Büro- und Geschästszwecke angemietet haben, idbt vorgeschrieben. Da die Zahl der Ausweich- ntertünste begrenzt ist, soll in erster Linie Wohn- tum frei gemacht werden, wo es die geringsten chwierigkeiten ergibt. Das ist bei Behörden und f nllichen Dienststellen der Fall, wo die Räumung vienstaufsichtsweg veranlaßt werden kann. Frei- muß ausreichender Ersatzraum zur Verfügung en, damit die Tätigkeit der Dienststellen nicht »gelegt wird. Die Ansprüche an den Ersatzraum kriegsmäßig zu beschränken. Zur ünderweiten erbringung kommt die Zusammenlegung mehre- Stellen, die Unterbringung in nicht genügend genützten Geschäftsräumen und die Unterbrin- fl in Bürobaracken in Frage. Vor allem soll Errichtung weiterer Bürobaracken auch mit Reichsmitteln gefördert werden, weil sich D'e(e Einrichtung bewährt hat. Seine Vernachlässigung der Holzabfuhr Ein Fuhrunternehmer in Bad Flinsberg im Leraebirge wurde wegen Vergehens gegen das Üisichsleistungsgesetz zu einer Gefängnisstrafe von «ei Monaten und zu einer Geldstrafe von 100 iHL verurteilt. Er hatte in unverantwortlicher Prise die ihm auferlegte Verpflichtung zur Abfuhr «n Holz aus dem Walde unbeachtet gelassen und keinerlei Anstalten getroffen, dieser Verpflichtung .«ch-ukommen. Da in holzreichen Gegenden die Lngbolzabfuhr von besonderer Bedeutung für die ch-füllung von kriegswichtiaen Aufgaben ist, hat das Hntsgericht Friedeberg auf eine empfindliche Strafe erkannt, zumal der verurteilte Fuhrunternehmer cs Stelle von kriegswichtigen Arbeiten Vergnügungsfahrten unternommen hatte. Kleine politische Nachrichten. Eine Meldung des nordamerikanischen Nachrich- mdienstes besagt, daß gegenwärtig an einer unge- mnnten Stelle des Pazifischen Ozeans eine Äon« iirenz stattfinde, an der Admiral Niemitz, zur Befehlshaber der Pazifik-Flotte, Generalleut- ront Arnold, der Befehlshaber der amerikani- tten Luftflotte, sowie General Gornley, der Befehlshaber der Luftflotte im Südpazifik, teil- nehmen. * Sir Frank Pollitzer und Sir Samuel Joseph, beides Juden, wurden als Kandidaten für das Lnt des Lordmayors von London für das kam- mnde Jahr aufgestellt. Die Stadtältesten wählten Hr Samuel Joseph zum Lordmayor. Er steht an hr Spitze einer Baufirma. * In Venedig fand eine Arbeitstagung der Reichs- Hdentenführung, der Gruppe Unwersttari Fascifti urb der japanischen Akademiker und Studenten In Üirppa statt, an der eine Abordnung der Reichs» «dentenführung unter Führung des Amtsleiters vr Reichsstudentenführung und Kurators der Reichs- Diversität Posen, Dr. Hanns Streit, teilnahm. Kunst und Wissenschaft. 1 ' hochschulnachrichlen. Am 30. September vollendet der a. o. Professor m der Medizinischen Akademie in Düsseldorf, Dr. »org Voß, sein 70. Lebensjahr. Voß wurde in können Et Petersburg geboren. Er promovierte 1897 in Schul- [fit beiberg. An der Universität Greifswald habili- enn ihr Birte er sich 1907 für Psychiatrie, war im Weltkrieg i beson- Mhärztlicher Berater für Nervenkrankheiten 'm lrbeits-, Armeekorps und wurde 1920 Dozent an der 16 nach Aedizinischen Akademie in Düsseldorf. — Das m plan- Ehrenmitglied der Hansischen Universität Hamburg, Mofessor Dr. phil. Edmund Kelter, ehemaliger wirektoc der Gelehrtenschule des Johanneums, ist fit rn 76. Lebensjahr nach kurzer Krankheit gestor- Itn. Kelter wurde 1867 zu Hamburg geboren. Er ,.. Wdierte klassische Philologie und Geschichte und igsgebiet ^monierte 1893 in Kiel, trat in den Dienst der tng von Mulverwaltuna seiner Vaterstadt und war von ister hat kxg bis 1933 Leiter des Johanneums. 1911 wurde ndlungs- (■ Professor. Seit 1922 hatte er an der Hansischen t, wenn Mversität einen Lehrauftrag für Griechisch. — 5 Hauses Ordinarius an der medizinischen Fakultät Mun- $t .Zweck' Reichsamtsleiter Prof. Dr. P i e p e x, hat eine die ®e* * Hrufung nach Berlin auf das durch die Entpflich- Mchung Img des inzwischen verstorbenen Prof. Dr. Schröder Zweckent- «»gewordene Ordinariat für Zahnheilkunde abge- e Fktt' lebt. — Dr. Leonhard Kraus ist zum o. Pro- Sehör» |f.’jan der Deutschen Karlsuniversität Prag für len, die |JC3>, Nasen- und Ohrenheilkunde ernannt worden, chlossenen us, der 1895 geboren wurde, besah an der s Wohn- iMyersität Prag feit 1932 die venia docendi. — jung von kt; Ordinarius für Bakteriologie an der T. H. |lz3$, Prof. Dr. Frynz Fuhrmann, ist von fei- erheit zu Verpflichtungen entbunden worden. Fuhrmann ae Köpfe biirbe 1877 in Birkfeld (Steiermark) geboren. Er mem un- Nilitierte sich in Graz und wurde dort 1921 Ordn- tuns . i mU 8(' es le!» ys L'hU d°h » 1 de" * 2" 5 «s LZ G & Zeute der jtlich. Ofl' nensch^ unter M Oberes undnF m Dichte W ®eitt rnatnest. Ein Mann rechnet ah Roman von Borst Biemath ^.Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) ®SMte war so sehr in das Netz verstrickt, daß t'Liita Perano es sich leisten konnte, die liebens- •ünbigften Aussagen zu machen. Maltes Aufwen- «rgen für sie hätten sich auf kleine, hübsche, aber in Grunde wenig kostbare Aufmerksamkeiten be- Vnntt Sie habe nicht den Eindruck, daß er sich i-"! wegen etwa in Schulden gestürzt habe. Alleres hätte er manchmal von Der Zukunft gespro- gtr, als habe er das Große Los in der Tasche, n jedoch habe diese Reden für die optimistischen .mstshoffnungen eines jungen Mannes gehalten. Je fei auch heute noch fest davon überzeugt, daß f're Worte auch so gemeint gewesen seiem Daß «üe ein Verbrecher sei, halte sie für ausgeschlossen * oder sie müsse sich in ihrer Menschenkenntnis hrt)tbar getäuscht haben. Kalte selbst saß bei diesen Verhandlungen wie “Wmenb oder wie betäubt dabei. Er hatte leider ®nen besonders guten Verteidiger; vielleicht aber M der Mann auch so miserabel schlecht, weil er W Sache für aussichtslos hielt und selbst nicht recht Q »ie Unschuld seines Klientek glaubte. Die Dar- Ring, die Malte von den Vorgängen auf Jöuena Wlianza geben konnte, klang auch so Dünn, so Minhaft und unglaubwürdig, daß er selber spuren Wchte, wie schwach der Boden war, auf dem er F oerteidigte. ! Lerma! hatte der Anklagevertreter Gelegenheit, ’?■ offenem Hohn auf den „Großen Unkefannten 11 Kaltes Darstellung Hinzuwelsen. Und Malte seine Sache nicht besser, als er schließlim ®tTib und verzweifelt ausfuhr: es sei nicht seme Kcke, den wahren Täter zu finden, sondern diese °frabe müsse er schon der UntersuchungsbehorDe ■tkaijen — so leid ihm das auch tue! Im übrigen Oer große Spiralnebel in der Andromeda Oer Sternhimmel im Oktober. Bon Dr. Erwin Kossinna. Wenn wir an einem klaren Oktoberabend kurz nach Einbruch der Dunkelheit den Osthimmel mustern, lenken vier in einem flachen Bogen stehende Helle Sterne den Blick auf sich. Die Griechen des Altertums sahen in diesem Sternbild die an den Felsen geschmiedete Andromeda, die Tochter der Kassiopeja, und weiter links in den bereits auf dem silbernen Grund der Milchstraße aufleuchtenden Sternen ihren Befreier Perseus. Ueber dem Gürtelstern der Andromeda, der, von links gerechnet, der zweite in der Sternreihe ist, finden wir in mäßigem Abstand zwei schwächere Sterne und rechts über dem oberen einen verwaschenen Lichtfleck. Das ist der große Andromedanebel, Der einzige mit bloßem Auge sichtbare Spiralnebel. Man sieht freilich auch im Feldstecher nur Den inneren hellsten Teil des Nebels und das rasche Abklingen der Helligkeit nach außen. Da wir nicht senkrecht, sondern schräg auf Die Fläche Der Spirale blicken, ist es auch in großen Fernrohren nicht möglich, Die wahre Gestalt zu erkennen. Erst Die prachtvollen photographischen Großaufnahmen haben uns über die wahre Gestalt des Andromedanebels aufgeklärt. Noch um die Jahrhundertwende war sowohl die Beschaffenheit wie die kosmische Stellung der Spiralnebel sehr umftrftten. Die zuerst von den Potsdamer Astronomen Vogel und S ch e i n e r auf Grund ihrer spektroskopischen Untersuchungen vertretene Ansicht, die Spiralnebel seien große, außerhalb unserer Milchstraße befindliche Sternsysteme, hat sich als richtig erwiesen. Endgültig bestätigt wurde sie allerdings erst im Jahre 1925, als es dem Astronomen H u b b I e gelang, mit dem großen Spiegelfernrohr der Mount-Wilson-Sternwarte in Kalifornien, die randlichen Teile des Andromedanebels und einiger anderer Spiralnebel in einzelne Sterne aufzulösen und die Entfernung und damit auch die Größe nach verschiedenen Methoden mit hinreichender Genauigkeit zu bestimmen. Für den Abstand des Andromedanebels erhielt man runb 700 000 Lichtjahre oder 7 Trillionen Kilometer. Das Licht, welches heute unser Auge trifft, hat also bereits zu Beginn des Eiszeitalters jene fernen Welten verlassen. Der mit freiem Auge sichtbare, auch in den größten Instrumenten unauflösbare helle Kern besitzt einen Durchmesser von 10 000 Lichtjahren, die auf photographischen Aufnahmen erkennbare Spirale mißt 25 OOO Lichtjahre. Jedoch ist Der Andromedanebel geschlossener als die in zahlreiche große und kleinere Sternwolken aufgelöste Milchstraße. Die Masse des Andromedanebels wird auf 30 000 Millionen Sonnenmassen gescbätzt, seine Leuchtkraft auf 1700 Millionen Sonnenhelligkeiten. Man hat im Andromedanebel zahlreiche veränderliche Sterne sowie 140 Kugelsternhaufen gefunden, die mit einem Durchmesser von 12 bis 50 Lichtjahren durchweg kleiner sind als die Kugelsternhaufen unseres Milchstraßensystems. Jährlich leuchten etwa 20 bis 30 neue Sterne im Andromedanebel auf, die denen in der Milchstraße ähneln. Wie unser Milchstraßensystem in den beiden Magellanschen Wolken zwei Trabanten befiht, so wird auch der Andromedanebel von zwei kleinen elliv- tischen Rebeln (Sternsystemen) begleitet, die sich In einem Abstand von 12 000 bzw. 30 000 Lichtjahren von der Mitte des Andromedanebels befinden und auf photographischen Aufnahmen leicht zu erkennen sind. Wesentlich lichtschwächer als der Andromedanebel ist der ebenfalls sehr große Spiralnebel im Dreieck, der ebenso weit Unterhalb des Gürtelsterns der Andromeda steht wie Der Andromedanebel über diesem. Mit einem guten Feldstecher kann der Dreiecknebel bei günstigen Luftverhältnissen eben noch als matter Lichtfleck erkannt werden. Gegenüber dem Septemberhimmel zeigt Der Sternenhimmel im Oktober in den 1 frühen Abendstunden nur eine geringe Veränderung. Ein leichte» Zurecktsinden gewährt der steile Lichtbogen der Milchstraße. Westlich der Milchstraße finden wir die Bilder Herkules, Ophiuchus, Krone und Bootes, dellen prächtiger Hauptstern A r k t u r schon tief im Westen steht. Im Norden nähert sich der Große Bär mit den sieben hellen Sternen des Himmelswagens seiner tiefsten Stellung. Gegen 22 Uhr erscheint am südlichen Horizont Fornal- haut, der hellste Stern im Südlichen Fisch. Link- anschließend folgt das ausgedehnte Sternbild des W a l f i s ch s und im Osten ist der Stier mit dem schönen Sternhaufen der Plejaden heraufgekommen. Von den Planeten ist M e r k u r in der zweiten Oktoberhälfte am Morgenhimmel sichtbar. Ende des Monats aeht er nahezu zwei Stunden vor der Sonne auf und kann etwa 50 Minuten lang gesehen werden. Venus ist ebenfalls Morgenstern, verschwindet aber Ende Oktober in der Hellen Dämmerung. Mars steht hinter der Sonne und bleibt daher unsichtbar. Jupiter im Sternbild der Zwillinge geht Anfang Oktober um 24 Uhr, Ende des Monats um 22 Uhr (Sommerzeit) auf. Saturn im Sternbild des Stiers erscheint bereits drei Stunden vor Jupiter. Der Mond zeigt folgende Hauptlichtgestalten: letztes Viertel am 2, Neumond am 10., erstes Viertel am 16., Vollmond am 24. Oktober. Aus -er Giadt Giehen. Pellkartoffeln. Dampfende Knollen, wärmend in den Fingern, die sie flink drehen, gespießt auf die Gabel, während das Messer die dünne Schale in mehr oder weniger breit geglückten Streifen abzieht: Pellkartoffeln, auch ohne den einst für dazu gehörig gehaltenen Hering schmeckt ihr zu jeder Stunde, ein wenig Salz genüat schon als Würze. Don allen Entdeckungen des Kolumbus seid ihr das einzige Geschenk des neuen Erdteils an Den alten. Das uns so unentbehrlich geworben ist wie Das tägliche Brot. Wir können uns kaum Menschen Denken, die ohne Kartoffeln auskommen, obwohl noch Friedrich der Große Den Bauern Strafen anDrohen mußte, weil sie sich weigerten, die damals neumodische Feldsrucht anzubauen. Keine Speise ist einfacher zu bereiten als die Pellkartoffel. Wenn sie eine halbe Stunde in kochendem Wasser gelegen hat, ist sie gar. Sie ist nicht so mehlig wie Die Salzkartoffel, sonDern fester und fleischiger, und gerade darum macht es Spaß, in sie hineinzubeihen. Der Duft frisch gestampfter Futterkartoffeln hat für mich etwas sehr -Verlockendes, und oft genug habe ich mir als Junge eine heiße Knolle aus Dem Stampftrog geangelt unD mit ebensolchem Behagen getaut wie das liebe Vieh. Später strichen wir nach Der Kartoffelernte über die Felber und erbeuteten noch manchen übersehenen Erdapfel, um ihn dann am Lagerfeuer zu rösten und aus Der Asche herauszuschnitzen. Wer sie gewöhnt ist und länger auf sie verzichten muß, gedenkt ihrer mit Sehnsucht, und wenn er sie wieder erlangen kann, gibt es ein Festessen. Jedem Soldaten im Felde ist es schon einmal so gegangen. Hat er dazu ein Huhn im Topf oder ein Stück Butter, sie hineinzustippen, um so besser. Die Kartoffel gehört zu den einfachen reinen Genüssen, die wir als selbstverständlich hinnehmen wie die Luft und das Wasser. Nie habe ich mit so großem Appetit solche Berge von Pellkartoffeln gegessen wie jetzt, und ihr vorzüglicher Geschmack ist mir nun erst ganz aufgegangen. Ihre schätzenswerten Eigenschaften begrüße ich am Mittag und oft auch noch am Abend: man wird ihrer nicht überdrüssig. Diese unscheinbare Frucht unserer Felder ist mehr wert als Gold, denn sie macht uns satt, und sie vor allem hilft uns, Notzeiten zu überstehen. Wahrscheinlich hätte der Dreißigjährige Krieg nicht die Hälfte seiner Opfer gefordert, wenn damals schon die Kartoffel in Deutschland angebaut morden wäre. R. O. Kür Tapferkeit vor üem KeinÜe. Dem Unteroffizier Erwin Kumpf aus Gießen- Klein-Linden, Lützellindener Straße 36, wurde das Eiserne Kreuz I. Klasse verliehen. Sprechstunde des KreisleiterS. Die Sprechstunde des Kreisleiters findet am Donnerstag, dem 1.10.1942, nachmittags von 15 bis 17 Uhr, in Gießen, Alicenstraße 10, statt. Ami für bas Landvolk. Die Sprechstunde des Amtes für das Landvolk findet am Donnerstag, dem 1.10.1942, nachmittags von 15 bis 17 Uhr, in Gießen, Alicenstraße 10, statt. Denkt an die Verdunkelung! Es gibt Dinge, Die man nie außer acht lassen Darf. Dazu gehören die primitivsten Voraussetzungen des Lu'stschutzes, vor allem die ordenlliche Verdunkelung, und Dann das Darandenken, daß man bei einem Fliegerangriff bzw. bei einem Luftalarm Die Lichter in 6er Wohnung löscht, wenn man sich in Den Keller begibt. Der Luftdruck, Den explodie- renDe Bomben verursachen, kann die Fenster eindrücken und die Verdunkelung wegreißen, und das strahlende Licht ist gefahrbringender Wegweiser zu Dir und deinen Nachbarn! Was gibt es doppelt und vierfach? Eine Klarstellung zur Fleischration. Gegenüber Unklarheiten, Die bei Den Verbrauchern über den Anspruch auf doppelte und vierfache Abgabe bestimmter Fleischarten bestehen, ist folgendes festzustellen: Die jüngste Neufassung Der entsprechenden Anweisungen Der Hauptvereinigung der Deutschen Viehwirtschaft hat vorgeschrieben, daß auch „Eisbeine und Spitzbeine in einem Stück" in Die Reihe der doppelt zu liefernden Sorten gehören. Die doppelte Menge ist nach der geltenden Regelung bei folgenden Fleischwaren abzugeben: Schweineköpfe mit Ohr ohne Fettbacke, Eisbein (Dickbein) mit Spitzbein in einem Stück, Kalbshaxen, Kalbs- gekröse, gebrüht, ganze Geschlinge, Rinderschwänze, Lungen, Euter, Brägen (Hirn), Herz, Milz, Knochen- ausputzfleisch (Polk), Schweinemagen, Schwarten; ferner wird Die Doppelte Menge auf Fleischmarken abgegeben bet Ochsenmaulsalat, Konsumsülze und Jnnereiensülze. Die vierfache Menge steht zu bei RinDerkopfen, Kalbsköpfen, Schasköpfen^ Spitzbeinen, Ochsenmäulern, Kalbsschwänzen, Pansen (Fleck gebrüht), Schweineknochen, Sveerknochen (Rückgratknochen), Bauchrippen (ausgeschält) und Rindermarkknochen. Die Abgabe von Leber,'Nieren und Zungen erfolgt Dagegen nur in einfacher Menge entsprechend Den Gewichtsangaben auf Den Fleischmarken. Eintragungen in die Handwerksrotte. Die neue Handwerksrollenverordnung wird erst Dann praktisch, wenn Die Gauwirtschaftskammer errichtet ist. Bis dahin wird die Handwerksrolle bei Der Handwerkskammer geführt. Nach der Gauwirt- schaftskammerverordnung werden die Handwerkskammern in die künftigen Gauwirtschaftskammern übergeführt werden. Wenn eine Gauwirtschaftskammer errichtet ist, muß Diese die Handwerksrolle übernehmen und weiterführen. Die dritte Handwerksverordnung mit Dem großen Befähigungsnachweis gilt unverändert weiter. Die neue Hand- Werksrollenverordnung ändert jedoch Das Antrags- und Einspruchsverfahren für Die Handwerksrolle. Hier ist künftig Der zuständige Reichsinnungsver- band und die fachliche Gliederung der Wirtschaftsorganisation eingeschaltet. Die Industrie- und Handelskammern scheiden aus diesem Verfahren aus. Vermögensteuererklärung erst zum 1. Januar 1945. Die Einheitswerte gewerblicher Betriebe uni) Die Vermögenssteuer sind zuletzt auf Den 1. Januar 1940 festgestellt worden. Der Reichsfinanzminister hat nunmehr durch Verordnung bestimmt, daß Die nächste Hauptfeststellung Der gewerblichen (Jinfjeits» werte unD Die nächste Hauptveranlagung Der Vermögenssteuer nicht nach Dem Stande vom 1. Januar 1943, sondern nach Dem' Stande vorn 1. Januar 1945 vorzunehmen sind. Die Hinausschiebung Der Hauptseststelluna und Der Hauptveranlagung hat zur Folge, daß Die Steuerpflichten Vermögenserklärungen allgemein erst nach Dem Stand vom 1. Januar 1945 abzugeben brauchen. Die Finanzämter werben aber manche Steuerpflichtige bereits zur Abgabe Der Vermögenserklärung für Die Stich- tage vom 1. Januar 1943 und vom 1. Januar 1944 aufforDern. Das wird in Den Fällen geschehen, in Denen das Finanzamt annimmt, daß bie Voraussetzungen Der Wertfortschreibung oder Der Neuveranlagung erfüllt sind, weil Das Vermögen an diesen Stichtagen gegenüber Dem zuletzt feftgeftellten Vermögen in einem bestimmten Ausmaß abweicht. Wer will Zollbeamter werden? Am 1. SIpril werden Jungmänner für den gehobenen Dienst der Reichssinanwerwaltung des Dienstzweigs Zoll einaeftellt. Wesentliche Voraussetzungen: Zehn mit Erfolg durchlaufene Schuljahre, Davon sechs Klassen höherer Schule in grundständiger Form oder vier Klassen in Aufbauform, oder Abschlußzeugnis einer Mittelschule oder eines voll ausgestalteten anerkannten Aufbauzuges an einer Volksschule, ober Abschlußzeugnis einer staatlich anerkannten Handelsschule mit zweijährigem Lehrgang oder einer höheren Handelsschule; völlige Gesundheit; deutschblütige Abstammung; Zugehörigkeit zur HI. oder DJ.; Lebensalter nicht über 18 Jahren am Einstellungstag. Die Jungmänner werden nur im unmittelbaren Anschluß an Die Schulentlassung und vor Ableistung des Arbeitsdienstes und Des Wehrdienstes angenommen. Unterhaltszuschüsse werden gezahlt. Dte Berufsaussichten sind günstig. Handgeschriebene Be« zales unmöglich gewesen iei, uaj Zinrin zu iciner Wohnung zu verschaffen. Seiner Meinung nach wenigstens. Wen er Dann für Die Person halte, die Das besorgt habe? Es müsse sich Doch um jemand handeln, Der bei ihm in Der Wohnung aus und ein gegangen sei, nicht wahr? Die Perano saß im Zeugenraum. Bei Dieser Frage erhob sie sich und trat ein paar Schritte nach vorn: Das könne dann nur sie gewesen sein, Da sie allein bei Malte verkehrt und einen Schlüssel zu seinem Haus gehabt habe. Die Spannung, bei den Zuschauern war ungeheuer. Der Anlwgevertreter wandte sich nach einer Verbeugung zu** Perano an Malte: Ob er also behaupten wolle, daß Senorita Perano ihm diesen niederträchtigen Streich g> spielt habe? die Konstruktionspläne sowie Die Uhrwerksteile und Dynamitpatronen ins Haus geschmuggelt, wie? Bei dieser Frage wurde Malte sehr bleich. Das glaube er nicht, antwortete er, da es Gon- Malte antwortete nicht sogleich. Ein langes Schweigen entstand. Würde er feine Geliebte beschuldigen? — Und schließlich antwortete er mit einem kaum hörbaren: Nein! Don da an gab er Den Kampf einfach auf. Er saß teilnahmslos Dabei, beantwortete kaum mehr Die an ihn gerichteten Fragen und überließ die Fortsetzung des Prozesses seinem Verteidiger. Einmal, am Anfang, hatte er seine Schuldlosigkeit beteuert. Er wiederholte sich nicht. Aber vielleicht war es gerade diese Haltung, die einen großen Teil des Publikums und auch seine Richter am meisten beeindruckte unD sie daran zweifeln ließ, daß das scheinbar so einfache Rätsel völlig gelöst sei. Diejenigen, die das Urteil aussprachen, empfahlen ihn selber der Gnade des Präsidenten. Sie waren unsicher und ahnten wahrscheinlich, daß Malte Das Opfer einer Intrige war. Hafens von Tepluan. Die Perano kehrte von einer Gastspielreise durch Brasilien angeblich so reich zurück, daß sie sich das El Faro kaufen konnte. 3. Kapitel. Drgaffa lehnte sich in seinem Sessel zurück, Das Rohrgeflecht krachte bei seiner Bewegung; er verschränkte Die Arme über Der Brust. Karen beugte sich vor und sah ihn an, als erwarte sie eine Fortsetzung Der Geschichte. „Und was geschah Dann?" fragte sie schließlich in einem Ton, als vermisse sie das Wichtigste an seiner Erzählung. Drgaffa hob Die Schultern und ließ sie wieder sinken. „Nichts ..." antwortete er leise, „damit ist die Geschichte aus." „Mein Gott!" stieß sie hervor. ,^)hr müßt doch etwas unternommen haben!" „Ihr ... wer?" „Ihr, seine Freunde!" antwortete sie heftig. „Malte hatte wenig Freunde", sagte Drgaffa; feine Antwort klang ein wenig gereizt. „Zwei Leute standen ihm nal)e, Der eine war Huislander, Der andere war ich. Huislander ist gestorben, nachdem er vergeblich versucht hatte, die Anlage zu retten. Und ich? Was sollte ich tun? Verstehst du denn nicht, Die Geschichte war viel zu geschickt eingefädelt und ausgeführt, als daß man gegen Die Bande etwas hätte unternehmen können. Ich habe die Hände wahrhaftig nicht in den Schoß gelegt, aber wo Die Kriminalisten versagten, war von mir doch kein Wunder zu erwarten." Karen äußerte sich nicht; aber sie sah auch nicht überzeuat aus. Orgassas Fingerspitzen trommelten ungebuloig gegen die Arme. „Es war klar", fuhr er in steigender Erregung fort, „Gonzales hatte Den Anschlag auf Buena Esperanza vorbereitet und ausgeführt, und Die Perano hatte das Beweismaterial gegen Malte in dessen Wohnung geschmuggelt. Aber Das sind Dinge, Die man nicht behaupten Darf, wenn man sie nicht handgreiflich beweisen kann. Das sah auch Malte ein, als er Den Kampf um Freiheit und Ehre auf» gab. Er durchschaute die niederträchtigen Machenschaften, denen er zum Opfer gefallen war, ganz genau, aber ihm fehlte jede Handhabe, um seine Richter von diesem infamen Spiel zu überzeugen. Ich spürte Gonzales und Ciquita Perano nach. Ich bekam heraus, daß er in Habanna lange Zeit ihr Geliebter gewesen war und Die Beziehungen zu ihr auch in Verakruz, als man sie für Maltes Geliebte hielt, fortgesetzt hatte. Aber war Das ein Beweis für Maltes Schuldlosigkeit? (Fortsetzung felgt.) sei er Das Opfer eines niederträchtigen und heimtückischen Schurkenstreiches, dessen Urheber er genau bezeichnen könne, Da es niemand anDeres als Senor Fernando Gonzales sei. Aber was war davon zu halten, wenn er erklärte, Die Unterredung, die Gonzales ihm zuschiebe, hätte sich im Gegenteil so abgespielt, daß Gonzales es gewesen sei, der ihm den Vorschlag eines Attentats auf Huislander und Buena Esperanza gemacht habe. Es war Die reine Wahrheit, aber sie klang wie eine matte und nicht einmal geschickte Retour- kutsche. Auch meine Aussage, durch Die ich Malte zu unterstützen versuchte, trug nicht dazu bei, ihn wirksam zu entlasten. Was er mir damals anoertraut hatte, mar zu allgemein gewesen, um als Beweis gegen Gonzales zu gelten. Dann sei also Maltes Meinung nach Tenor Gonzales auch Der AbsenDer Der geheimnisvollen Bot- schäft und Der Erfinder und Ausleger der Sprengbombe, wie? Gewiß, das sei er. Und Dann habe wohl auch Senor Gonzales ihm Inzwischen wütete in Buena Esperanza Der BranD. Ungeheure Rauchwolken wälzten sich (anD- einwärts. Zwei Wochen lang sahen wir nicht Den Gipfel Des Orizaba. Die ganze Küste war in Qualm unD Gestank gehüllt. Dann kaufte Die Baxter Oil Kompanie Buena Esperanza für ein Spottgeld. Mit ein paar Nitroglyzerinbomben und zwei oder Drei — -----.. . Menschenleben wurden Die Feuerkrater erstickt. Wir gles unmöglich gewesen sei, sich Zutritt zu feiner, wurden von Der neuen Gesellschaft allesamt über» r« — <*»-« nommen, und Das Leben ging weiter. Gonzales mürbe ein wenig versetzt, weil ihn ein paar Leute für einen Schurken hielten und Diese Meinung auch offen vertraten. Er saß eine Zeitlang in Den Staaten unD rourDe dann Chef Der Delleitung unD Des gji.-fport chiedsrichters entschieden. DJ.-Klasse. 2924 V 04837 Gießen, im September 1942. Bür die Landräte der Landkreise Alsfeld, BüdingP, riedberg, Gießen und Lauterbach, sowie den Ob ft* bürgermeister der Stadt Gießen. Tel 3961 2S28V BI liebsten Dank. Karl Urbach. Mehr Freude an der Natur durch Äermühler« Sucher! Mündlich können Sieesnurvsnig«» sagen, schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen Sie es allu es in NSG. Der Bedarf der papierverarbeitenden Industrie an Altpapier wird begreiflicherweise immer größer. Mit steigendem Bedarf ergibt sich also eme Nachfrage, die es zu befricöigen gilt. Ueberall lagern noch ungenützt Reserven, — in den Haushalten, m den Kellern, in verstaubten Aktenschränken und Rumpelkammern. Ja, es gibt immer noch Volksgenossen, die ganze Jahrgänge von Zeitungen und Zeitschriften aller Art konservieren, anstatt sie sur die Kriegswirtschaft zu mobilisieren. All diese Volksgenossen werden sicher gern bereit fern, den kostbaren Rohstoff der Kriegswirtschaft zur Verfügung zu stellen. Kein Beitrag — sei er auch noch so klein— soll unterschätzt werden, sondern er wird dankbar anerkannt und entgegengenommen. „ In der „Altpapier-Stoßaktion die im Gaugebiet Hessen-Nassau vom 3. bis einschließlich 17 Oktober durchgeführt wird, ist allen Volksgenossen Gelegenheit gegeben, ihr Altpapier den Sammlern abzuliefern. Träger dieser großzügigen Sammelaktion ist die NSDAP.- unter verantwort- Gießen (Ebelstraße 22), den 30. Sept. 1942. 04832 Volker 29. 9.42 Die Geburt ihres ersten Kindes, eines gesunden Stammhalters, zeigen in großer Freude an Lina Mann, geb. Hacke Stndlenrat Dr. Heinrich Mann Gießen, Gartenstraße 10 z. Z. Ev. Schwesternhaus .* 04845/ Gebrauchte, gut erhaltene Schreibmaschine zu kaufen gesucht. 2wfiD Gebr. Kahl, Kohlenhandlung Öleßea, Frankf. Str. 159 Tel. 8434U.8435 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die zahlreichen Kranz- und Blumenspenden beim Heimgang meiner lieben Frau, besonders den Krankenschwestern für die liebevolle Pflege, sage ich meinen herz- der Universitätsstadt Gießen Mittwoch, den 30. September 18.30 bis 21.45 Uhr 4. Mittwochmiete u. Halbmiete A Die Hochzeit des Figaro. Serli tjfl öer fjinierflil' jßiptjtab chunLen ««D ffljlfl J1 Ler ® Kiiügedr Mlse Sirtei ut jjnen die Diche Umstellung von Lastwagen aller Fabrikate AUF HOLZGASBETRIEB OPEL IN GIESSEN Marburg. Str. 145, Ruf 2847—48 s 2697 DZ Heine i ist i Mn Dol N b tut, ■jjftl, l 13 weil Aeichsi kchnsch uit eine, i:z Mach mals r kräftige Frauen und Mädchen für die Zentralwaschanstalt der klinischen Univ.-Anstalten Gießen sofort gesucht. Bewerberinnen melden sich Frankfurt. Straße 53 I. Verwaltung der 28e5D klinischen Univ.-Anstalten, fließen. Danksagung. Für die überaus vielen Beweise aufrich- - tiger Teilnahme, die uns in unserem großen Schmerz bei dem Heldentod meines über alles geliebten, herzensguten, unvergeßlichen Mannes, meines lieben, guten Papas Wilhelm Wißner, Unteroffizier in einem Inf.-Regt., entgegengebracht wurden, danken wir herzlich. Besonderen Dank Herrn Pfarrer Bühler, Londorf, für die trostreichen Worte bei der Gedächtnisfeier, sowie dem Gesangverein und allen, die ihm die letzte Ehre erwiesen haben. 04833 In tiefem Schmerz: Lina Wißner, geb. Backhaus und Kind Gerda nebst allen Angehörigen. Climbach, Allendorf an der Lumda, Gießen-Wieseck. Hessen-Nassau sammelt Altpapier! Mobilisierung aller Reserven im Monat Oktober. *2? eli Don en w Ab 1. Oktober 1942 sind unsere Verkaufsräume von 9 bis 12.30 Uhr und von 14.30 bis 18 Uhr geöffnet! Donnerstag vormittag haben wir geschlossen! Stoffspezialhaus Bernard & Sohn k.g. Gießen • Plockstraße 14-16 Der Landrat des Landkreises Gieße«. Dr. Lob. -JgL- Statt Karten. Danksagung. WWW All denen, die uns in so großer Zahl ihre zutiefst empfundene Teilnahme durch Wort, Schrift und Blumenspenden entgegen- eebracht in unserem Schmerz um unseren auf dem Felde der Ehre gefallenen heben, unvergeßlichen, einzigen, hoffnungsvoll. Sohn, Netten und Cousin Friedrich Wagner, Schütze meinem Inf.-Regt., sagen wir unsern aufrichtigen Dank. In tiefem Schmerz: Friedrich Wagner, Bez.« Schornsteinfegermeister, u. Frau Else, geb.Hähn Strafkammer Gießen. K. C. in B. hatte sich wegen fahrlässig er Tötung zu verantworten. Am 30. Marz d. I. fuhr C. mit einem Angestellten des Landratsamts in B. auf einem Lastkraftwagen nach Burkhards um auf der dortigen Bürgermeisterei Lebensmittel« karten abzuliefern. C. war mit seinem Lastwagen in den Hof des Bürgermeisters in B. gefahren. Nach dem Abladen der Karten wollte er den Wagen rückwärts auf die Hauptstraße fahren. Der Angestellt- R befand sich.rechts nebep dem Lastwagen, wahrend der Angeklagte links im Wagen auf dem Führersitz saß. Um rückwärts aus dem Hof auf dis Straße zu gelangen, ließ der Angeklagte den Wagen da der Hof abschüssig ist, ohne Motor aus dem Hof herausfahren. Plötzlich hörte er ein Geschrei, hielt den Wagen an und stellte fest, daß R. auf dein Boden lag und tot war. Das rechte Vorderrad war ihm über den Kopf gefahren. C. und R. hatten, bevor sie in B. ankamen, bereits verschiedene Ort- schäften besucht und waren unterwegs in mehreren Wirtschaften eingekehrt. Beide standen unter der Wir- kung des Alkohols. R. ganz besonders. Der unsichere und trunkene Zustand des C. war bereits aufge- fallen. Der Unfall wurde dadurch verursacht, daß C. bei dem Herausfahren aus dem Hof die nötige Sorgfalt als Fahrer des Kraftwagens nicht beobachtet hat. Er wußte, daß der R. nicht mehr sicher im Gehen war. Er hatte gesehen, daß sich R. un- mittelbar rechts neben dem Lastwagen befand. Es wäre seine Pflicht newesen, bevor er -den Wagen laufen ließ, darauf ^u achten, wo R. sich m diesem Augenblick befand. Er hätte den Wagen nicht eher in Bewegung setzen dürfen, als bis er wußte, daß für R. keine Gefahr mehr drohte. Diese Vorsicht hat er nicht gewahrt. Er hat lediglich die lmke Seit? des Wagens im Auge behalten und auf den Vor- gang an der rechten Seite des Wagens nicht gepachtet, obgleich er wußte, daß sich R. dort befand, Bereits vorher hat E. bei der Einfahrt von der Reichsstraße in den Grundweg in Richtung B. die Aenderung der Fahrtrichtung nicht angezeigt und dadurch einen anderen Verkehrsteilnehmer gefährdet. Er fuhr in scharfem Tempo auf der Straße und bremste erst kurz vor dem Abbiegen, so daß er fast auf ein dort haltendes Fuhrwerk aufgefahren wäre. Ein Warnzeichen hatte er nicht gegeben. De« Angeklagte behauptet, der R. habe, als er den Wagen aus dem Hof des Bürgermeisters in B. laufen ließ, nicht neben, sondern vor dem Wagen gestanden und außerdem habe er auf Kinder ge- achtet, die auf der Straße gestanden hätten. Diese Behauptungen wurden widerlegt. Der Angeklagte wurde wegen fahrlässiger Tötung zu einer Gefängnis st rafe von fünf Monaten und wegen Uebertretung der Straßenverkehrsordnung zu einer Geldstrafe von 50 RM. verurteilt. Haupttchristleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lmge Stelwedreter deS Hauptlchriftleitere: Dr. Hans Thyriot. Verantwortlich iürPoliti! und Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für das Feuilleton: Dr.HanS Thyriot, für Stadl Gießen, Provinz, Wirtichaft u. Sport: Ernst Blumschetnfbeur!.),. U w?d Veüag-^rühlfche Universitätsvruckeret yt. Lange SL G. Derlagsleiter: Dr.°Jng. Erich Hamann: Anzeigemeiter: Hans Bea. Anzeigenpreislifte Nr. 6. Guter Nebenverdienst durch Austragen von Zeitschriften in Gießen, ca. 400 Abonnenten wöchentl.,bzw.!4tägig, zu beliefern. Peter Schmitt, Frankfurt am Main Neue Mainzer Straße 58 O4836 werbungsgesuche sind nach vorheriger Meldung beim zuständigen Arbeitsamt sofort zu richten an den Oberfinanzpräsidenten Kassel in Kassel. Weitere Auskünfte erteilen die Berufsberater der Arbeitsämter und die Vorsteher der Hauptzollämter Darmstadt, Gießen, Mainz, Offenbach und Worms. Gießener Echlachtviehmarkt. I Auf dem gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtoieh-Verteilungsmarkt) in der Viehverfteige- runashalle Rhein-Main kosteten: Ochsen 40 bis 47 Rpf., Bullen 37 bis 47, Kühe 16 bis 47, Färsen 26 bis 53, Kälber 22 bis 57, Schafe 31 bis 52 Rpf. je kg Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise erzielt: Klas e a (150 kg und mehr) 1,26 RM., bl (135 bis 149,5 kg) 1,26, b2 (120 bis 134,5 kg) 1,26, c (90 bis 119,5 kg) 1,24, d (80 bis 89,5 kg) 1,16, e bis k (unter 80 kg 1,12, gl (fette Speckfauen) 1,26, i (Altschneider) 1,26, g2 (andere Sauen) 1,16, h (Eber) 1,16 RM. Marktverkauf: alles zugeteilt. ** Theater der U n i v e r f i t ä t s ft a dt G test e n. Das Dramaturgische Büro teilt mit: Mit der Erstaufführung der „Liebesbriefe" stellt sich in Gießen erstmalig der bekannte Berliner Filmautor und Dramaturg der Berliner Volksbühne m einem Lustspiel vor. Die Inszenierung hat Wilhelm Thmb; Bühnenbilder: Karl Löffler. Mttwrrkende: Gaby Amersbach, Bianca Blacha, Käte Jaenicke, Joseftne Lenzen, Anja Rau, Kurt Bosny und Gerd Fritz Ludwig. Premiere Freitag, 2. Oktober. — Am Sonntag, 4 Oktober, wird die Reihe der Morgenoeran- stattunqen mit der Neuinszenierung von Kleists Lustspiel „Der zerbrochene Krug" eröffnet. August Wilhelm Funke stellt sich damit als Regleführender vor. Er spielt auch gleichzeitig bie Rolle des Dorfrichters Adam. In den weiteren Rollen: Elly Bamberger, Aenne Elgg, Hella Henzky, Käte 2?ENlcke, Anemarie Schwind, Ernst Heck, Herbert Kochlmg, Ottmar Mayr, Kurt Sauerland, Hans Seitz und Carl Maria Zeppenfeld. _ .. . .... ** Silberne Hochzeit. Das Fest der silbernen Hochzeit feiern heute, am 30. September, die Eheleute Carl Burhenne, Gnauthsttaße 5. Wir gratulieren herzlich. „ ** Die Kohlenversorgung der Untermieter betrifft eine Bekanntmachung des Wirtschaftsamtes im heutigen Anzeigenteil. ♦* Käse-Zuteilung. Die zusätzliche Kase- Zuteilung von 62,5 g in der 41. Zuteilungsperlode betrifft eine Bekanntmachung des Landratsamtes im heutigen Anzeigenteil. . 9 "Laborant als Lehrberuf. Nach ,ahre- lanqen Vorarbeiten des Fachamtes Chemie der DAF ist jetzt die Anerkennung des Berufes „Che- mieloborant" durch das R-ichsmftitut ^ Berufsausbildung in Handel und Gewerbe mit Genehm aunq des Reichswirtschaftsmmlsters als Lehrberuf erfolgt. Die Betriebe der chemischen Industrie haben damit die Möglichkeit, Laborantenlehrlinge einzustellen. Die Lehrzeit beträgt 3Jahre. Kreis Büdingen. * Büdingen, 30.Sept. Das fellene Fest der diamantenen Hochzeit feierten gesterni dre Eheleute Lehrer Hermann Becker Herr Decker ist 85 Frau Becker 81 Jahre alt. Herzlichen Glückwunsch! Dreimal gegen Ungarn. Länderkämpfe im Hockey. Handball und Ringen. In den nächsten Wochen wird es zwischen Deutschland und Ungarn zu weiteren Länderkampfen kommen. Für Mitte Oktober ist zunächst em Landertreffen im Handball geplant, das wahrscheinlich noch durch ein Frauenspiel bereichert wird. Kampfort ist Budapest. Reichsbundlehrer Schelenh wird je 14 Spieler und Spielerinnen auf diese Aufgabe im Trainingsquartter Brieg vorbereiten. — Am 25. Oktober ist Budapest der Schauplatz des Hockey- k a m p f e s zwischen Deutschland und Ungarn. Das letzte deutsch-ungarische Hockeyspiel fand im Frühjahr 1942 in Wien statt und wurde von der deutschen Vertretung mit 4:0 gewonnen. Vier Wochen später messen sich die Ungarn an gleicher Stelle nut Italien. — Das bereits für das vergangene Frühjahr vorgesehene Ländertreffen im Ringen zwischen Deutschland und Ungarn soll endgültig am 14. und 15. November in Mannheim steigen. Es wird wieder ein Doppelkampf sein, und zwar wird mt freien und im klassischen Stil gekämpft. Handball der HI. Mtv. Gießen — Holzheim 12:3 (5:1). Im ersten Spiel der neuen Runde konnte der vorjährige Bannmeister einen klaren Sieg erringen. Obwohl beide Mannschaften nicht mehr die früheren Aufstellungen zur Stelle hotten, sah man ein flottes und beiderseits anständiojes Spiel. Die Gießener übernahmen bald die Führung und sicherten sich durch gutes Aufbauspiel der Hinterreihen einen klaren Vorsprung, während Holzheim nur einen lieber Leitung des Gaubeauftragten für die Altmaterialerfassung. Die Luftschutzwarte sind damit betraut worden, in den einzelnen Luftschutzgemem- schaften Vorsammelstellen zu errichten. Die Abholung in diesen Vorsammelstellen wird durch die SA., HI., DJ. und BDM. erfolgen. Für die Erfassung des Altpapiers in den Gewerbebetrieben wird die Deutsche Arbeitsfront und bei den Behörden der Reichsbund Deutscher Beamte eingesetzt. Es wird alles gebraucht: gebrauchtes Einwickelpapier (Knäuelpapier), Pappschachteln, Tüten, gebrauchte Briefumschläge, Zeitungen, Zeitschriften, Bücher, alte Schriftstücke und Akten. Alles ist brauchbar, alles wird verwendet, alles wird durch den Papierwolf und durch anschließende industrielle Bearbeitung in zweckmäßigen und _ nützlichen Gebrauchsgegenständen fröhliche Urstand feiern*. -mir alle machen mit! Keiner versäume, wieder einmal gründlich zu entrümpeln! In Kasten, Truhen, Schränken, Kellern und Winkeln schauen wir gründlich nach! Jeder Fetzen Papier, ist wichtig! pJrL Wir erhielten die unfaßbare Nachricht, MW daß mein über alles geliebter Mann, der herzensgute Vater unserer kleinen Enka, unser unvergeßlicher guter Sohn, Schwiegersohn, Schwager, Enkel und Nette Oberfeldwebel Hans Ritzer Zugführer in einem Inf.-Regt., Träger des E.K.2, des Sturm-Abzeichens, des Verwundeten-Abzeichens und der Ostmedaillö an der Spitze seines Zuges, nach Genesung von seinen Verwundungen, am 28. Aug. 1942, einen Tag nach seinem 28. Geburtstage, 'bei Rschew den Heldentod für Großdeutschland fand. Wir gaben unser Bestes. In tiefstem Leid: Emmi Ritzer, geb. Pfeiffer, und Töchterchen; Karl Niebuhr und Frau; Familie Otto Pfeiffer und alle Verwandten. Gießen (Frankfurter Str. 148), Hankensbüttel, Bodenteich. 2927D M Die Vilich 3 m 5* tot in i *8oj Mro H i P 'M Sv hft; alle s Sfr K ff «es £ I ^ntc Medizinstudentin sucht gut möbliertes und gut heizbares Zimmer sofort, evtl, später, -soov Irene Müller Wuppertal-^, Dorotheenstraße 7. Zuverlässige Putzfrau für 2 bis 3 mal wöchentlich ges. Schneider, der Fachmann für Kleider, Neustadt 10 04834 Gemeinsame Bekanntmachung der Landrate der Landkreise Alsfeld, Büdingen, Friedberg, Gießen und Lauterbach, sowie des Oberbürgermeisters der Stadt Gießeru Betr.: Zuteilung von Käse in der 41. Zuteilungsperiode. Auf Anordnung des Herrn Reichöministers für Ernährung und Landwirtschaft erfolgt in der 41. Zuteilungsperiode eine zusätzliche Zuteilung von 62,5 Gramm Sauermilchkäse. Die Ausgabe erfolgt im Laufe des 41. Versorgungsabschnittes, und -war auf die F-Abschuitte sämtlicher Reichsfettkarten 41# sowie die Abschnitte W 1 der Wochenkarte für ausländische Zivilarbeiter der ersten Woche. Die Verteiler haben die F-Abschnitte und W l1 Abschnitte bei Auslieferung des Käses abzutrennen und zur Ausstellung eines Bezugscheines einzig reichen. V^D Gießen, den 26. September 1942. Treffer anbringen konnte. Die Angrrfse der Gaste waren in der zweiten Hälfte etwas gefährlicher, jedoch fehlte die Durchschlagskraft. Die Platzmannschaft bestimmte weiterhin das Spielgeschehen und erhöhte die Torausbeute. Holzheim gelangen nur zwei Gegentore. Ihr Torwart verhinderte emen größeren Sieg der Gastgeber. Grüningen — L a na -Göns 6:6 (6:5). . Eine wenig erfreuliche Begegnung gab Grüningen. 2)urch Ausbleiben des Schied- f glaubte man oft die Grenzen des Erlaubten überschreiten zu dürfen. Lang-Göns erzwang mehrmals die Führung, mußte jedoch immer wieder den Gleichstand hinnehmen. Bald jedoch hatten sie emen 5:2- Vorsprung, und man rechnete schon mit einem Gästesieg. Grüningen holte jedoch wieder auf und übernahm selbst die Halbzeitsühruna. Trotz aller Anstrengungen gelang den Gästen lediglich em Un« Danksagung. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme, für die zahlreichen Kranz- u. Blumenspenden, die uns bei dem Heim gange unseres an seiner schweren Verwundung verstorbenen innigst- geliebtcn Sohnes, Bruders und Schwagers Ludwig ImmeJt, Obergefreiter in einem Inf.-Regt., entgegengebracht wurden, danken wir herzlichst. Besonderen Dank Herrn Pfarrer Schmidt, Laubach, für die trostreichen Worte am Grabe, der Ortsgruppe Freienseen des D.R.K. und dem Gesangverein für die Kranzniederlegung, sowie allen, die ihm die letzte Ehre erwiesen haben. In tiefer Trauer: 2923D Georg Immelt und Frau Susanne, geb. Möller Gustchen Immelt; Georg Immelt, z. Z. Im Felde, nebst Familie. Frclenseen, Ober-Gleen, im September 1942. __ Putzfrau für die Reinigung von Büroräumen zum sofortigen Eintritt gesucht. Heyllgenstaedt & Comp. Gießen 2887D Bekanntmachung. Betr.r Kohlenversorgung der Untermieten im Stadtkreis Gießen. Die Versorgung der Untermieter erfolgt für dal Kohlenwirtschaftsjahr 1942/43 wieder durch Kohlen' bezuaskarten. , t J Sezugsberechtrgt sind nur Untermieter, tue in keinem Berwandschartsverhältnis zu dem Haus« halt des Vermieters stehen. Untermreter m Woy« nungen mit Zentralheizungen oder Etagenheizung erhalten keine Kohlenbezugskarte., Der Untermieter läßt sich mit seiner Kohlen« bezugskarte in die Kundenliste eines Kohlenhändlers b'" Anträge aus Koblenbezugskarten für Unter« Mieter sind auf dem Wirtschattsamt, Lreblgstr. 16, Zimmer 9, in der Zeit von 8—12.30 Uhr, zu stellen« Der Personalausweis ist dabei vorzulegen. Verbraucher, die durch unwahre Angaben Uyter« miet erb ezugskarten in ihren Besitz bringen, werdeij bestraft. l2981I) Gietzckn, den 30. September 1942.' Der Oberbürgermeister der Stadt Gienen WirÜckaftsamt. Die Deutsche NSG. „Kraft Arbeitsfront Ä durch Freude' Kreisdienstst. Wetterau Samstag, 8. Okt., 19 Uhr, im Theater 1. Veranstaltung im 8er Ring HEIMAT Schauspiel von Henn. Sudermann Eintrittskarten in der Karten- verkaufsst. ,N S G. - Kraft durch Freude, Gießen, Seltersw. 60, |Stellenangeböte| Heine Ursprünge* sengnisse, lonbern nur Zeugnisabschriften dem Be- werbungSfchretben beilegen l — Lichtbilder »uibBewerbungSunte» lagen mflffen »ut Vermeidung von Verlusten auf der Rückfette Namen und Anschrift bti Bewerbers tragen 1 Wir suchen für unsere Zentralheizung einen zuverlässigen, gut empfohlenen Heizer Konditorei und Cafe [04840 Hettler. | Verschiedenes! WuMine gegen SanienWM zu tauschen gesucht. [04835 Schubert- ftraße 1611. Neue, braune SporthalMuhe Gr. 37 r/r, gegen blau.od.braun. Bmnvs, Gr. 37, z.tauschenges.V. 13-15 Uhr. 04844 Hammftr. 16 I. Wer nimmt 3jährig. 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