Eichener Anzeiger Die Einnahme Marsa Matruks Panzerschlacht in der Wüste Marschall Mannerheim beim Führer üstensand Infanterist im Von Kriegsberichter Fritz Treffa-Eich Höfer Ein Bild aus der S chl a ch t v o n A c r o m a, westlich von Tobruk, bei der den Briten der Rückzug nach Osten verlegt wurde. Ueberall im Gelände schlagen die Geschosse der Artillerie ein. Rauchschwaden brennender Panzer sind Zeugen der gewaltiger Kämpfe. (PK.-Kriegsberichter Moosmüller.) losigkeit da, wo sie Menschen und Pflanzen das Leben verwehrt. Er erlebt für Stunden die Oasen mit Wasser und schleppenden Ochsen, hört das Rauschen der mächtigen Palmen, kennt den Eselsschrei und den der Kamele. Der monotone Klang der Arabertrommel klingt in ihm noch nach, wenn er wieder auf dem Marsche ist. Er scherzt mit den Araberjungen, die Backschisch (Trinkgew) betteln, die Eier gegen Brot und Zigaretten tauschen wollen oder ihr „Camerato tedesco, caramelle!“ rufend hinter ihm herlaufen. Hat er noch Bonbons aus seinem Verpflegungsoorrat, so gibt er. Er ist gutmütig und hat immer Humor, der alte, junge Infanterist. Komnit er dann tiefer hinein ins Deserto, ins Land ohne Leben, so grüßt ihn der Krieg, der Krieg, der mit ihm und, vor ihm hier Ernte gehalten, den er vertrieben, weit, weit vor an die heutige Front. Er sieht die vielen tief eingegrabenen Spuren der Geschützräder und Tanks links und rechts im harten Sande und kombiniert: Artilleriestellungen, Ausgangsstellungen, Kampfgebiet während der Schlacht bei Agedabia. Er sieht Kreuze, die vereinzelt am Wege stehen, Ruhestätten deutscher und italienischer Soldaten. Wo der Sandsturm diese Kreuze umgeweht hat, richtet er sie auf, stülpt den Tropenhelm mit der schwarzweißroten oder grünweißroten Kokarde darauf, grüßt noch einmal stumm seine Kameraden. Sieht die zerfetzten, verbrannten, umgeworfenen' Wagen und Tanks, sieht die Wegweiser mit ihren rätselhaften Aufschriften: LVL., ADS., SNA., RAT. Sieht die Stacheldrabt- verhaue und Tankgräben, berechnet ihre Breite und mißt sie am „Mark II", dem britischen Tank, seinem alten, klobigen Feind. Und er denkt zurück an die Wochen und Monate der Kämpfe auf diesem Wege in seine Stellung, auf diesem Marsche zu seinen vorn liegenden Kameraden. Oft spielt er „Anhalter Bahnhof". Dann stellt er sich an die Straße und hebt den Arm hoch, wenn ein Wagen aus der Staubwolke kommt. Hält der an, so hat er Glück und kann Hunderte von Kilometern auf einem LKW. hocken, pennen, dösen, mit anderen Kameraden singen. Oft hat er dieses Glück. Wenn er dann wieder abspringt, um weiterzulaufen, sieht er aus wie ein Müllergeselle, verstaubt bis in die Ohren. Und dann geht er wieder weiter nach vorn. Die lange asphaltierte Straße entlang, immer weiter nach vorn an die Front. Bis er abbiegt in eine eines italienisck)en Infanterie-Korps wurde der Ring ui)i Marsa Matruk geschlossen und immer weiter verengt. In der Nacht zum 28. 6. unternahm der Feind mehrere verzweifelte Ausbruchsversuche aus der belagerten Festung, wobei die Briten außer hohen blutigen Verlusten über 1000 Gefangene und zahlreiches Kriegsmaterial verloren. In den frühen Morgenstunden des 29.6. wurde dann die Festung erstürmt, obwohl die Briten die Stadt durch zahlreiche Verteidigungswerke, tiefe Minenfelder und Artilleriestellungen zu einer starken Festung ausgebaut hatten. Die flache Küstenebene und der südlich der Stadt in Terrassen abfallende Nordhang der ein Hochplateau bildenden Wüste gaben die besten Möglichkeiten zur Anlage zahlreicher Befestigungen, mit denen die älteren Anlagen zu einem tief gestaffelten Verteidigungssystem erweitert worden waren. Die große Bedeutung von Marsa Matruk ergibt sich neben seiner günstigen Loge an einem geräumigen natürlichen Hafen auch daraus, daß hier d i e erste große Station der Küstenbahn nach Alexandria legt und die Stadt zugleich der Ausgangspunkt für die große Wüstenstraße zur O a s a S i w a sowie von weiteren Karawanenwegen nach Südosten ist. Die Briten verloren mit Marsa Matruk ihren bedeutendsten Nachschubhafen zwischen Sollum und Alexandria. Während bei Marsa Matruk größere Teilkräfte des Feindes eingekesselt und aufgerieben wurden, wurden die nach Osten ausweichenden britischen Truppen von den nachstoßenden Panzerkräften -zum weiteren Rückzug gezwungen. Etappen des Sieges« Die deutschen Wehrmachtberichte halten uns — mitten in einer Glücksserie von großen Erfolgen — knapp in den Einzelheiten. Die anderen, die an den Niederlagen ersticken, leben von Ueberschwenglich- keiten; bei uns gibt es keine „Farbengebung", ein harter Bleistift umreißt die Konturen des Geschehens und bleibt ... hinter dem Geschehen zurück! Die Einnahme von Marfa Matruk ist ein Sieg, der seine einzige Parallele, sein vergleichbares Gegenstück allein ... in der Einnahme von Tobruk findet. Am 21. Juni wurde die Eroberung von Tobruk, am 25. Juni die Einnahme der Festungen Sollum, Capuzzo und Halfaya und am 29. Juni der glückliche Sturm auf Marsa Matruk gemeldet. Marsa Matruk liegt von Tobruk rund 340, von Sollum 210 Kilometer entfernt In acht Tagen haben die Angriffstruppen von Tobruk die 34Ö Kilometer mit ihrer ganzen Ausrüstung durcheilt. Auf den Tag kommen im Durchschnitt 35 Kilometer, wobei von den Kämpfen um Sollum, Capuzzo, den Halfaya- Paß und Sidi el Barani ganz abgesehen wird. Das Bild der Schlacht von Marsa Mattuk, insbesondere ifjre Ausdehnung nach Süden ist noch nicht völlig klar. Der italienische Wehrmachtbericht vom 28. Juni meldete bereits, daß „am gestrigen Tag — das war Samstag, der 27. Juni — die Truppen der Achsenmächte südöstlich von Marsa Matruk weitere Fortschritte machten und die Küstenstraße etwa 30 Kilometer östlich von Marsa Matruk erreichten". Der deuffche Wehrmachtbericht vom Montag, dem 29. Juni, hellt die italienischen Angaben vom Vortag auf. Es wird gesagt, daß britische Kräfte „im Raum südlich Marsa Matruk erneut geschlagen" und zum weiteren Rückzug nach Osten gezwungen wurden. Dann folgt der Satz: „Dabei hatte der Feind schwere Verluste an Panzern. Das stark befestigte Marsa Matruk wurde eingeschlossen, die Verfolgung des Feindes fortgesetzt."- Mit der Einnahme von Marsa Matruk ist die afrikanische Wavell-Linie gefallen. Englische Blätter beschrieben sie auf folgende Weife: Eine neue deutsche Umfassungsbewegung gegen Marsa Matruk sei — bisher wenigstens!—durch die „starke Panzerbarriere" verhindert worden. Der Kampf finde in einem Halbkreis westlich und südwestlich von Marsa Matruk statt. Das Sumpfgelände südlich der Stadt bilde wichtige natürliche Befestigungswerke, deren Ausnutzung die Verteidiger mcht versäumt hätten. Die wenigen, durch das schlechte Gelände laufenden Wege feien sorgfältig miniert Die heftigen Sandstürme hinderten augenblicklich die An- greiser daran, überraschende Blitzvorstöße zu machen. Die Blätter gaben der Vermutung Ausdruck, daß die Kämpfe bei Marsa Matruk sich in Kürze Zu einer schweren Auseinandersetzung zwischen der britischen Küsten- und Flottenartillerie und ben weitreichenden Kanonen und Stukas Rommels entmit- 192. Jahrgang ttr.150 Kttcheinr täglich, außer Sonntags und feiertags Oie Sondermeldung. DAB. AusdemFührerhauplquariier, 29. Juni. (DJ123. Funkspruch.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt-bekannt: In Nordafrika wurde in den heutigen Vormittagsstunden die durch tiefe Verteidigungsanlagen und zahlreiche Minenfelder verstärkte Festung Marfa Matruk gegen zähen feindlichen Widerstand gestürmt. Ueber 6000 Briten wurden gefangengenommen, 36 Panzer abgeschofsen und zahlreiche Batterien vernichtet. Umfangreiches Kriegsmaterial fiel in die Hand der deutschen und italienischen Truppen. Bei dem Sturm auf M a r s a Matruk hat sich die deutsche 90. Leichte Division besonders ausgezeichnet. Unser Bild zeigt den Führer im Gespräch mit Marschall Mannerheim. (Presse-Hoffmann) fSch.j. Barbarische Behandlung Deutscher in Brasilien. vlenttag,30.Zunk1942 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8% Uhr desVormittags Anzeig en-Preise für die Millimeter-Zeile von 22 Millimeter Breite: 7Rvf. für Familienan- zeigen und private Gelegenheitsanzeigen 14Rvf. f. Werbeanzeigen und geschäftliche Gelegenheitsanzeigen Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25% mehr PK. Der Krieg in Libyen lebt und stirbt mit dem Hämmern der Motoren. Sie prägen ihm ihren Stempel auf, verleihen ihm ihren Rhythmus, ja, sie geben ihm ihren Namen: mot-Krieg. In der Heimat spricht man vyn ihm und denkt an Rommels Panzer, in Italien denkt man an die Divisionen „Artete", die „Trieste", die „Trento", wenn man von diesem Krieg in Libyen spricht. Und die Soldaten selbst singen es tagtäglich: ... Panzer rollen in Afrika vor... Auf der unendlich langen asphaltierten Straße marschiert dieses mot-Heer Tag und Nacht, kleine und große Wagen, Raupenschlepper, Motorräder, LKWs, mit einem, zwei und drei Anhängern, ^>päh- und Panzerwagen, Flakgeschütze und -Scheinwerfer, Funkstellen und Nachschub — von A bis Z moto- rtfiert Und so scheint es saft, als sei der Fußsoldat entthront, als habe er der Macht der Maschinen das Feld räumen müssen. Aber die Motoren fingen nicht allem das Lied dieses Krieges: der Infanterist singt es mir, wie in Polen, wie in Frankreich, wie in «owjet- rußland. Denn in diesem Kampfgebiet Libyen lebt und k ä m p f t a u ch e r. Er ist überall wo es um Entscheidungen geht. Die tausend mächtigen ^Maschinen sind für ihn nur Mittel zum Zweck. Er i|t und bleibt, was er immer war: der Bäte r a is (e r Dinge im Kriege. Ueberall, wo unsere Dassen sprachen, ist er marschiert. Wo er seinen tvuß hinsetzte, war das Schicksal des Feindes besiegelt. Jetzt marschiert er in der Wüste. Aus der längen asphaltierten Straße geht er, in Sand, Staub unö Hitze; geht mit all seinen Sorgen und Wangen, Mit ast seinen Idealen, die ihm starken Mut geben, aber auch mit seinem Hunger und seinem Durst mi seiner Sehnsucht, seiner Romantik, seinem Sang und seinem Frohsinn. Die Füße schmerzen^lhmi nach langem Morsch, und an ihm vorüber roI?e” Fahrzeuge. Wie gerne würde auch er da oben HBen, würde auch er fahren auf zwei, drei, auf vier'Radern. Aber er kann nicht, kann mcht, dieser ewige Infanterist, er muß gehen, immer weiter mit seiner Müdigkeit, in dem Pulverstaub, in der Hitze, in dem Sandsturm. , „ < nfr Und da lernt er die Straße kennen, besser als all die anderen im 60-Kilorneter-Ternpo sie lernals gesehen. Er erlebt sie im Schritt. Er erlebt bue y üfte am Wegrand mit ihren eigenartigen Weise K. wo sie Menschen und Pflanzen das Leben gewährt, mit ihrer OHe und ihrer endlosen Trost- Dem Sturm auf die Festung gingen heftige, für die Briten verlustreiche Kämpfe voraus. Nachdem die bnttschen Nachhuten vor scharfem Angriff zurück- gewichen waren, durchbrach die deutsch-italienische Panzerarmee die feindlichen Hauptstellungen im ' Raum südostwärts Marfa Matruk und stieß bis zur großen Küstenstraße vor. In diesen harten Gefechten erlitten die britischen Verbände schwere Verluste an Menschen, - Panzern und Geschützen. Der schwer angeschlagene Feind wurde in mehrere Teil- gruppen aufgespalten, die teils südostwärts Marsa Matruk eingekesselt und auf gerieben wurden, teils auf Marsa Matruk zurückgeworfen wurden. Durch Angriffe der deutschen 90. leichten Division und Piste. Eine Piste ist ein Wüstenstreifen, den schon vor ihm einige gegangen öder gefahren sind. Wenn nicht gerade ein Sandsturm darüber hingegangen ist und die Fährten verwischt hat, kann man ihn gut erkennen. Sonst braucht man Instinkt und Geschick dazu. Wo die Piste anfängt, hört der Asphalt auf, beginnen die Füße den Kampf mit dem Sand, dem rutschenden, ewig weichenden, staubigen Sand, beginnt der Kampf mit den Kameldornbüschen, die die Haut aufritzen, die in der Hitze schlecht heilende Wunden reißen. Schließlich langt er in seiner Stellung an. Aber die ist nicht mehr da, wo sie war, als er ging. Sie wechselt dauernd. Hundemüde und durstig haut er sich hin, trinkt ein paar Schluck von dem Liter Wasser, der ihm zufteht, ißt etwas und schläft einem neuen Morgen entgegAi. Sein Heim ist ein Erdloch, das er mit zwei Kameraden in den Sand gegraben, hat. Darüber ist eine Zeltbahn gespannt, Balken, Sandsäcke. Nichts ragt über den ^Horizont hinaus, der ist hier überall gleich und eintönig, und Feind- einficht ist immer da. An den Wänden kleben Bilder von Mädchen in Badekostümen oder noch mehr dekolletiert. Die Karabiner stehen da, die Handgranaten find griffbereit, die. Tornister mit ihren armen, trauten Habseligkeiten, die ihn so lange begleiten wie die Fotos seiner Lieben, die er auf dem Herzen trägt Äas alles ist sein Reich hier, seit Monaten schon, hier lebt und wacht er. Der Feind kann jeden Moment auftauchen. Von vorn kann er kommen, von hinten. Mit Tanks kann er kommen ober ohne Tanks. Zwei Männer können es fein oder zehn Mann. Immer muß er bereit fein und wach. Denn diese Wüste birgt Haß. Da kommt plötzlich der Ghibli heiß und sengend über, ihn und nimmt ihm ben Atem, überfällt ihn der Sandstaub. ihn und seine Waffe. Er reinigt sie, immer wieder, immer wieder. Wenn es Abend wird, fröstelt ihn, wenn es Nacht ist, wird es kalt. Nur die Sterne stehen klar und hell am Firmament. Sie find feine Freunde. Er kennt schon viele, weiß, wie sie wandern, und kann längst Zeit und Richtung aus ihnen lesen. Sie geben ihm eine wohltuende Ruhe zur Andacht, schenken ihm Muße, Zwiesprache zu halten unter ihrem weiten Zelt, Zwiesprache mit seiner Heimat, mit seinem Mädel, dessen Briefe er alle paar Wochen erhält, Zwiesprache mit seiner Mutter, mit seiner Welt daheim, für die er hier steht, abseits aller Zivilisation/ in dauernden Gefahren. Man muß ihn gern haben, diesen Infanteristen, man muß ihm gut sein, diesem bescheidenen, anspruchslosen Soldaten, diesem braungebrannten Jungen in gebleichter, verwaschener Uniform mit der breitrandigen, schiefen Mütze, mit dem blonden Vart, mit der Pfeife im Mund, mit seinen rauhen Worten, seinen ernsten Augen, seinem offenen Sinn, seinem lachenden Herzen, das hier in der Wüste für Deutschland schlägt. Und darum: die Motoren singen nicht allein das Lied dieses Krieges, der Infanterist singt es mit... nord am eri konische Botschaft in Rio eine Namenlifte derjenigen vorlegte, deren Verhaftung erwünscht erschiene. Die Verhafteten wurden im Polizeigefängnis in Rio in kleinen stinkenden, von Schmutz starrenden Räumen zusammengedrängt. Die Verhöre gingen unter Quälereien, Verprüge- Iungen durch Neger und ständiges Wachhalten der Gefangenen vor sich. Der Staatskommissar von Rio hat sich vor der Preste damit gebrüstet, daß dem Volksdeutschen Engels Geständnisse abgepreßt worden seien, nachdem man ihn fünf Tage, und Nächte hindurch im Verhör hielt, ohne ihn schlafen zu lassen. Dieses Verhalten d?r verantwortlichen brasiliani- schen Stellen ist um um so skandalöser, als es sich gegen die Angehörigen eines Volkes richtet, das feit mehr als hundert Jahren an dem wirtschaftlichen und kulturellen Aufbau Brasiliens den größten Anteil hat. Die Reichsregierung hat deshalb durch die Schutzmacht die brasilianische Regierung wissen lassen, daß sie nun Gegenmaßnahmen gegen brasilianische Staatsangehörige ergreifen wird. Beilagen: Gießener g-amilienblätter Heimat imBild-DieScholle Bezugspreis: Monatlich.....RM.1.80 3ufteg0cbübr -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge böberer Gewalt Dosts check 11686 ftranff ./M Berlin, 29. Juni. (DNB.) In Brasilien haben seit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Deutschland die Agenten Roosevelts den Pöbel zu wüsten Ausschreitungen gegen Deutsche und deutsches Eigentum aufgestachelt. Auch in amtlichen bra- ilianischen Stellen haben sich willige Werkzeuge gefunden, die im Dienste Washingtons die Verfolgung der Deutschen in Brasilien mitmachen. An ihrer Spitze steht der frühere brasilianische Botschafter, in Washington und jetzige Außenminister Aranha. Als Roosevelts Handlanger trägt er in erster Linie die Verantwortung für das barbarische Vorgehen gegen die Deutschen. So wurde der deutsche Dize- konsul Brand in Paramagua wie ein Schwerverbrecher ins Polizeigefängnis gebracht, vollständig ausgeraubt und ins Zuchthaus gebracht, wo er mehrere Monate hindurch wie ein Verbrecher behandelt wurde. Ferner sind ttotz der von Präsident Vargas dem deutschen Botschafter ausdrücklich gegebenen Zusage, daß ben Deutschen kein Leid zugefugt werde, Reichsdeutsche und eine große Zahl Volksdeutscher verhaftet worben, 2lls Anlaß hierzu genügte, daß die General-Anzeiger für Oberhessen Gießen, 5chulstrahe 7-9 ? Vi M 1 • Uö I zum Untergang in Händen behalten. (eifere Angriffserfolge / im Festungsgebiet von Sewastopol Howgorod .X«j| rour- ver- 2 579 112 644 Minen ansgebaut. Fall Ab- liche Panzerkampfwagen abgeschossen. Bei nächtschau u n PEIPÖS k SEE von in wurden 15 667 221 462 In den bisherigen Kämpfen um die Festung den in der Zeit vom 7. bis 28. Juni Gefangene eingebracht. Geschütze Granatwerfer erbeutet oder nichtet, Bunker genommen und im Kampf abgeschossen. Starker Eindruck im Nahen Osten. alle diese Erörterungen nur geführt würden, um der Sowjetunion gegenüber eine Geste zu machen. Der Fall der Festung Marsa Matruk hat die Panikstimmung i n A e g y p t e n verstärkt. Die Massenflucht aus Alexandria hält an, die Straßen zum Ni Delta sind von flüchtenden Menschen verstopft. Eisenbahner sollen sich geweigert haben, über Alexandria hinaus britische Militärtransporte durchzuführen. Die ägyptischen Behörden sollen dieses Lerhalten gebilligt haben mit der Begründung, die Weststrecke sei militärisches Operationsgebiet geworden. Unter dem Eindruck der neuen deutsch-italienischen Erfolge zeigen die in fast allen nahöstlichen Ländern verschärften britischen R e k r u t i e r u n g s- bemühungen nur geringen Erfolg. Im Irak konnten nicht mehr als 170 Rekruten angeworben werden. Aehnlich liegen die Verhältnisse in Paläst i n a. über den stofflichen Inhalt. Ebendieses Prinzip regiert aber auch seine philosophische Freiheits- SO 100km lichen Luftangriffen auf wichtige Nachschubbahnhöfe der Sowjets im Gebiet des oberen Don wurden 14 Transportzüge durch Bomben vernichtet. 3m mittleren Frontabschnitt verlor der Feind bei erfolgreichen eigenen Sloßtrupp- unternehrnen 332 Gefangene und 900 Tote. Eine Flakbatterie sowie 216 Bunker und Unter ftänöc wurden zerstört. Wie durch Sondermeldung bekanntgegeben, war es der 2. fowjetrussischen Stoßarmee sowie Teilen der 52. und 59. sowjetrufsischen Armee im Februar d. 3. gelungen, über den gefrorenen Wolchow nördlich des 3lmensees vorstoßend, eine tiefe Einbuchtung in die deutsche Abwehrfront zu erzielen. Unter Führung des Generals der Kavallerie Lindemann haben Truppen des Heeres und der Waffen-^, dabei auch spanische, niederländische und flämische Freiwilligen verbände, hervorragend unterstützt durch die Luftflotte des Generalobersten Keller, nach monale- langen erbitterten Kämpfen unter schwierigsten Wetter- und Geländeverhältnissen diese feindlichen Oer Wehrmachtbericht. DNB. Aus dem Führerhauplquartier, 29.3uni. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: 3m Festungsgebiet von Sewastopol erzwangen deutsche und rumänische Truppen, durch starke Luftstreitkräfte unterstützt, in kühnem Angriff den Uebergang über das tief eingeschnittene Tschernajatal und brachen in stark ausgebaute Stellungen der beherrschenden Sapun-höhe ein. dieses Ideal seines Jünglingsalters zerrann; es war bereits dahin, ehe noch die Bekanntschaft mit Kant den philosophischen Neubau begrifflich bestimmte. Hebbel sagte einmal, daß man Schiller lieber mit Calderon als mit Shakespeare vergleichen möchte. Aber wenn sich auf diesem Wegs auch eine Reihe zutreffender Einsichten in die Sprechweise, Theaterauffassung, Beherrschung des szenischen Apparats und das im eigentlichen Sinns Aesthetisch-Schauspielerifche ergab, so darf doch der an sich fruchtbare Vergleich unter gar keinen Umständen überspitzt und etwa auch zum Verständnis von Schillers Weltanschauung herangezogen werden. Für Calderon war das christliche Dogma» lebendig; für Schiller sind seine Symbole nur noch so zu gebrauchen wie die antike Götterwelt. HöDer- lin, dem der Mythus wieder zur Wirklichkeit wurde, erschien ihm als ein in hohem Grade gefährdeter Lyriker, dessen heftiger Subjektivität" er schwerlich eine brauchbare dramatische Leistung zugetraut hätte. „Ernst ist das Leben, heiter die Kunst." Der Dichterphilosoph Schiller überschritt die Grenze zwischen Kunst und Lebenswirklichkeit, die er von der einen wie von der anderen Seite her erreichte, nie. Kantisch ausgedrückt: er dichtete und dachte transzendental, ohne sich jemals in ein Transzendentes zu begeben. Vgl. hierzu die Schillerstudie des Verf. in: „Dos Deutsche in der deutschen Philosophie", herausge» geben von Theodor Haering (Verlag Kohlham« mer, Stuttgart/Berlin). Tiefe Depression in England Aber Churchill bleibt dem Empire erhalten. Ostwärts des Donez wurden bei der wehr mehrerer örtlicher Panzervorstöhe 15 feind- Istanbul, 29. Juni. (Europapreß.) Der „ von Marsa Matruk hat in allen Ländern des Nahen Ostens starken Eindruck hervorgerufen. Man hatte der Bedeutung Marsa Matruks entsprechend damit Kinq’wp Armeen zunächst von ihren rückwärtigen verbtn- düngen abgeriegett, dann immer mehr zusammenge- drängt und heute endgültig vernichtet. Damit ist die großangelegte Durchbruchsoffenfiva des Feindes über den W o l ch o w mit dem Ziel der Entsetzung Leningrads gescheitert urld zu einer schweren Niederlage des Gegners geworden. Die größte Last dieser harten Kämpfe haben 3nfanterie und Pioniere getragen. Der Feind verlor nach den bisherigen Feststellungen 32 759 Gefangene, 649 Geschütze, 171 Panzerkampfwagen, 2904 Maschinengewehre, Granatwerfer und Maschinenpistolen, sowie zahlreiches sonstiges Kriegsmaterial. Die blutigen Verluste des Feindes übersteigen die Gefangenenzahl um ein Vielfaches. Schwere Artillerie des Heeres nahm Industrie- Werke von Leningrad und den Schiffsverkehr in der Kronstädter Bucht unter wirksames Feuer. 3m Gebiet von Murmansk warfen Kampfund Sturzkampfverbände Bahnanlagen und Lagerhallen in Brand. Begleitende 3äger schossen zwölf feindliche Flugzeuge ohne eigene Verluste ab. 3n Nordafrika wurden britische Kräfte im Raum südlich Marsa Matruk erneut geschlagen und zum weiteren Rückzug nach Osten gezwungen. Dabei hatte der Feind schwere Verluste an panzern. Das stark befestigte Marsa Ma- truk wurde eingelchlossen, die Verfolgung des Feindes fortgesetzt. Verbände der deutschen und italienischen Luftwaffe führten wirksame Angriffe auf britische Verteidigungsstellungen und bombardierten feindliche Kolonnen auf dem Rückzug. Jagdfliegerverbände schützten den Kampftaum über der Panzerarmee und schossen ohne eigene Verluste zehn feindliche Flugzeuge ab. Im Nachschubdienst nach nordasrikauischen Häfen schossen Bordflakkomman- dos der deutschen Kriegsmarine am 27. Juni sechs britische Bomber ab. 3m Mittelmeer versenkte ein deutsches Unterseeboot vor Haifa einen Tanker und einen Frachter mit zusammen 5000 BRT. Auf Malta wurde in der letzten Nacht der Flugplatz Halfar bombardiert. An der Südwestküste Englands warfen in der letzten Nacht stärkere Kampfftiegerkräfte zum Teil aus geringer höhe eine große Zahl von Bomben schweren Kalibers und Tausende von Brandbomben auf kriegswichtige Anlagen. Oer Sieg am Wolchow. Singapur geschwunden. Auch das Labour-Blatt, der „Daily Herald", stellt aufs neue die Forderung, Churchill solle die Idee aufgeben, er könne die doppelte Aufgabe als Premierminister und Verteidigungsminister, erfolgreich erfüllen. „Die Sinnlosigkeit dieser doppelten Bürde", so schreibt das Blatt, „trat in den letzten Wochen besonders deutlich hervor. In dem Augenblick, in dem der Feldzug in Libyen kritische Formen annahm, hielt sich Churchill in Washington auf, wo ihn politische Aufgaben voll in Anspruch nahmen." Alle diese Aeußerungen zeigen, wie tief die Depression ist, in der sich Großbritannien befindet. Dieser Stimmung wird nun mit kritiserenden Aeußerungen britischer Politiker ein vorsorgliches Ventil geöffnet, um den Ueberdrück, der Churchills Stellung gefährlich werden könnte, zu beseitigen. Den letzten Griff wird dann Churchill in gewohnter Weise an die Deffnung des brodelnden Kessels legen, wird nochmals schwarz in schwarz malen, um bann zum rechten Augenblick als Sieger den Kampfplatz des Unterhauses zu verlassen. Schon jetzt weist eine Erklärung Reuters auf die Regie Churchills hinüber eine Opposition gegen sich oefteilt hat, um einen wirkungsvollen Hintergrund für feinen parlamentarischen Sieg zu haben. Reuter erklärt, die aufsässigen Elemente seien zahlenmäßig in der Minderheit. Die Debatte werde zu einer überwältigenden f.Ladoga Rom, 29. Juni. (DNB.) Der italienische Wehrmachtbericht ' vom Montag gibt bekannt: Marsa Matruk wurde heute vormittag erobert. Nachdem der Widerstand der feindlichen Panzerkräfte südöst- lich von Marsa Matruk gebrochen war, setzten die Panzer- und motorisierten Einheiten der Achse ihren Vormarsch nach Osten fort. Im Verlauf der erbitterten Kämpfe des gestrigen Tages und der Besetzung des befestigten Lagers wurden über 6000 Gefangene gemacht, 36 Panzer sowie eine große Anzahl von Kanonen und Kraftwagen zerstört ober erbeutet. Die Luftwaffe nahm lebhaft an den Operationen zu Lande teil. Material- und Kraftwagenparks wurden bombardiert und mit den Bordwaffen beschossen. Im Hafen von Marsa Matruk wurden zwei Dampfer getroffen und einer da- Branb geschossen. 17 englische Flugzeuge des Handelns erfüllte. Schiller war, was gar nicht genug betont werden kann, ein völlig undogmatischer und zur Durchprobierung aller Möglichkeiten neigender Geist; Kühnheit des Denkens ist fein hervorstechendster philosophischer Charakterzug. So veränderte er gelegentlich den ihm von Natur gemäßen Standpunkt in radikaler Weise, bloß um auch der Wesensart Goethes, in die er sich kongenial einzufühlen verstand, Genüge zu tun. Man lese z. B. den Brief, in welchem er (am 12. Januar 1798) zu der kleinen Studie Goethes „Der Versuch als Vermittler von Objekt und Subjekt" Stellung nahm. Welche Leichtigkeit und Freiheit der Gedankenführung! Es ist ganz unmöglich, den .Ver- sasier dieses Schreibens noch irgendwie als orthodoxen Kantianer anzusprechen; seine Erweiterung der kantischen Ausgangsposition ist eine umfassende; sie erstreckt sich durchaus nicht etwa nur auf Kritik und Umbildung des kategorischen Imperativs. Daß Schiller weder als Philosoph noch als Mensch ein „Moralist" gewesen ist, muß jeder zu- geben, der ihn wirklich kennt und liest. Aver er hat sich nicht bloß um die Bekämpfung des moralischen Rationalismus, sondern auch um die grundsätzliche Ueberwindung des gesamten weltanschaulichen Dualismus verdient gemacht. An die Stelle der pla- tonifierenben Zweiweltentheorie tritt bei ihm eine durchaus dynamische, auf Spannung beruhende und im Kampf sich äußernde Zweikräftetheorie. Das aber bedeutet, daß auch bei ihm die zur Steigerung führende Polarität regiert: ebenso wie bei Goethe, Humboldt und Schelling. Werfen'wir in diesem Zusammenhang einen Blick auf den Kunsttheoretiker Schiller, so ist es ausfallend, wie wenig er im Grunde zur Aesthetik des Dramas und insbesondere des Tragischen beigetragen hat. Man sollte erwarten, baß sich Philosophie unb Kunsttheorie in diesem tiefgründigen Problembezirk zusammengefunden hätten; bas ist aber nicht der Fall. Die Weltanschauung, die in ben „Briefen" über bie ästhetische Erziehung des Menschen" zum Ausdruck kommt, neigt zur Form einer dramatisch bewegten Geschichtsphilosophie; sie ist oft heroisch, aber nirgends tragisch. Offensichtlich war Schiller nicht von einem „tragischen Lebensgefühl" erfüllt, wie Hölderlin, Grillparzer oder Hebbel. Der Ausspruch „Der Tod kann kein Hebel sein, weil er allgemein ist" scheint mir für seine ungebrochene Natur charakteristisch. Hätte er eine Theorie des Tragischen entwickelt, so wäre sie auf die Sphäre des ästhetischen Scheins beschränkt geblieben. Die künstlerische Leistung triumphiert bei Schiller über alle Zusammenbrüche und Untergänge, bie innerhalb der Dichtung vorkommen unb notwendig sein mögen; stets erweist sich die Form als siegreich auffassung. Beide lassen sich mit dem in den theoretischen Abhandlungen niedergelegten Bekenntnis zu einem, jedes bestimmte religiöse Dogma ablehnenden Idealismus der Freiheit und zu einer nach Form und Inhalt harmonisch ausgewogenen klassischen Kunstgestaltung nur schwer in Einklang bringen. Es erhebt sich nun also die Frage, ob wir die Weltanschauung, die in den „Briefen über die ästhetische Erziehung des Menschen" und in „Das Ideal und das Leben" abschließend zum Ausdruck tarn, auch noch für die letzten Lebensjahre und mithin für den ganzen Schiller in Anspruch nehmen dürfen — ober ob wir umgekehrt bie im engeren Sinne bes Wortes philosophischen Bemühungen von einem Standpunkt aus zu deuten haben, der außerhalb des philosophischen Fachgebiets liegt und die geistige Entwicklung des Menschen unb vor allem des Dichters im ganzen überblickt. Es gilt daher ben im engeren Sinne philosophischen Entwicklungsgang Schillers Schritt -für Schritt an Hand ber einzig und allein dafür in Betracht kom- nwiben und maßgebenden Dokumente zu verfolgen und darzulegen. Hauptstationen dieses Weges find: die „Philosophischen Briese", das philosophische Gespräch im „Geisterseher", die u. a. in „Armut und Würde" durchgeführte Auseinandersetzung mit Kant, der in den „Breifen über die ästhetische Erziehung des Menschen" enthaltene schlechterdings geniale Entwurf eines die Phänomenologie Hegels sowohl im Grundgedanken wie in zahlreichen Einzelheiten vorwegnehmenden Systems, schließlich die dichterische Formulierung des erreichten Standpunkts in „Das Ideal und das Leben". Auch wenn Schiller den Wallenstein und die noch folgenden Meisterbramen feiner letzten Lebenszeit nicht gedichtet hätte, wäre er auf Grund dieser philosophischen Schriften als einer ber größten Deutschen zu bezeichnen. Wie Fichte und Schelling greift auch er in seiner Weise von Kant auf Leibniz zurück; mit Fichte unb Schelling zusammen ermöglicht er ben systematischen Zusammenschluß ber gesamten deutschen Philosophie durch Hegel. Don besonderer Bedeutung wurde es für die Entwicklung der deutschen Philosophie, daß im entscheidenden Augenblick ein geborener Dramatiker dem entstehenden System jede Starrheit und es mit hem vorwärtsdrängenden Impuls Schiller steht heute wieder im Mittelpunkt unseres Interesses. Man ist sich klar darüber geworden, baß bie herabsetzenden Schlagworte, welche ein auf Impressionismus, Realismus obefc Symbolismus erpichtes Zeitalter gegen ben großen Dichterphilosophen geprägt hatte, auf Oberflächlichkeit unb Mißverständnis beruhten. Das Heroische wurde als innerster Kern von Schillers Dichtung, des Dramatische als eigentlichster Antrieb auch feines Denkens erkannt. Man begriff endlich wieder, daß eine hoch- stilisierte schwungvolle Theatralik keineswegs mit leerem rhetorischem Gepränge verwechselt werden darf. Man sah ein, daß ein wahrhaft bedeutender Dichter nicht unter allen Umständen an philosophischer Unmittelbarfeit verlieren muß, was er als Denker an philosophischer Bewußtheit gewinnt. Trotzdem bestehen hier noch immer beträchtliche Unklarheiten. Es ist bekannt, daß die Weltanschauung eines Dichters nicht nur in seinen theoretischen Aeußerungen besteht, sondern vor allem auch aus feinen künstlerischen Leistungen heraus entwickelt werden muß. Versuchen wir dies bei Schiller, so scheint sich zwischen Theorie und Praxis eine gewisse Kluft aufzutun. Wir gewinnen den Eindruck, daß der Dichter selbst, als er mit der Wallenstein-Triologie auf dem Hochplateau seines Könnens angelangt war, der Theorie gram wurde. Jedenfalls sprach er nun selbst wiederholt von den Hemmungen und Störungen, welche ein naiv-fröhliches Schaffen durch die Reflexion erleidet. Er begann an dem Wert der mit abstrakter Allgemeinheit formulierten ästhetischen Gesetze zu zweifeln und erklärte gelegentlich, daß er eine einzige praktische Handwerksanweisung einem Dutzend philosophischer Gesichtspunkte vor- ziehe. Dieses unbezweifelbare Abrücken des Vierzigjährigen von der Spekulation kann so ausgelegt werden, daß den großen philosophischen Abhandlungen für die Beurteilung von Schillers Weltanschauung nur ein bedingter Wert zugebilligt wird und der Gehalt feiner Meister- b r a m e n dafür jedenfalls ungleich maßgebender fei. Beginnt man jedoch in diesem Sinne dem rein dichterischen Lebenswerk Schillers die darin zum Ausdruck gebrachte Weltanschauung abzufragen, so pflegen sich alsbald zwei Deutungsweisen bemerkbar zu machen, bie feit einiger Zeit beliebt geworden sind: bie barocke und die christliche Schiller- Südlich unb nördlich des Ilmensees haben seit ber Einschließung Leningrabs im September 1941 die Kämpfe nicht aufgehört. Sie wurden mit ungeheurer Erbitterung geführt unb burch ben Winter fortgesetzt. Der Hauptzufluß des Ilmensees ist ber Lo - wat, der von Welikije Luki herkommt, während der Ausfluß des Ilmensees Wolchow heißt. Der Wolchow mündet etwa 150 Kilometer östlich von Leningrad in den Ladogasee. Der Fluß ist nur 220 Kilometer lang. Seine Ufer sind meist niedrig und werden im Frühjahr stark überschwemmt. In derselben Richtung wirkt es, daß das Andringen des Ladogasees in das Mündungsgebiet fein würden. 48 Stunden später war alles überholt i — Marsa Matruk war gefallen! Nach englischen Angaben war bie 8. ober libysche ] Armee ber Engländer 12 Divisionen, also etwa 1 180 000 Mann stark. Davon sind mindestens 59 000 i Mann gefangen genommen: ein gutes Drittel der ganzen britischen Armee in Libyen. Es muß hinzu- gefügt werden, daß bie Engländer inzwischen Verstärkungen aus dem Niltal, aber auch aus Palästina, Syrien und Mesopotamien heranzuziehen suchten. Zu den Gefangenenziffern kommen noch die hohen Zahlen an Toten unb Verwundeten, kommt auch, daß die britischen Divisionen von ben verlustreichen Kämpfen und überstürzten Rückzügen schwer angeschlagen sind. Die Engländer dürften einige neue Regimenter in die Schlacht von Marsa Matruk hm- eingeroorfen haben; aber ob diese neuen Truppen kampfgewohnt waren, sei dahingestellt. Ueberaus bezeichnend scheint uns bie Bemerkung bes deutschen Wchrmachtberichts vom 29. Juni zu sein, daß Jagdfliegerverbände den Kampfraum über der Panzerarmee erfolgreich schützten und ohne eigene Verluste zehn feindliche Flugzeuge abschossen. Das deutet auf eine empfindliche Schwächung ber Engländer in ber Luft, da ihnen in der Umgebung von Marsa Matruk nahe Flugplätze für die Jagdflieger mit ihrer beschränkten Flugweite fehlten und die Flugplätze von Alexandrien (Entfernung 280 Kilometer/ und Kairo (Entfernung 440 Kilometer) schon für Jagdflieger reichlich weit abliegen. Umgekehrt hatten die Engländer bei ihrem fluchtartigen Rückzug von Tobruk über Sollum nach Marsa Matruk sichtlich feine Zeit, ihre eigenen Flugplätze (vermutlich auch Straßen und die Eisenbahn) wesentlich zu zerstören? Sie dienen uns. Mit Marsa Matruk verliert England bie Hoffnung, jemals wieder in Jtalienisch-Nordafrika ein- mailchieren zu können. Um bie Festung war die letzte Verteidigungslinie der Briten vor Alexandria errichtet worden. Die Festung liegt am Abhang des ägyptisch-libyschen Wüstenplateaus, das mit seinen tief eingeschnittenen ehemaligen Flußläufen, seinem Geröll und weiten Strecken Flugsandes ber Verteidigung den besten Halt gab, da auch Dünen dem Vormarsch größte Schwierigkeiten entgegensetzten, während die britischen Panzerabwehrgeschütze die beste Ausnützung des Geländes für sich hatten. Von Alexandria, mit dem es wie auch Tobruk durch eine strategische Bahn verbunden ist, liegt es in der Luftlinie 260 Kilometer entfernt. Die Truppen der Achsenmächte haben also nur acht Tage gebraucht, um die ganze Vorfeld-Verteidigung Alexandrias zu vernichten. Trotz schwersten Befestigungen, zahlreichen Feldverteidigungsanlagen und zähem Widerstand der Briten, die wußten, daß mit diesem Einsturz ber letzten Bastion der Weg nach Alexandria offen läge, haben bie Truppen ber Achsenmächte in beispiellosem Schwung auch dieses Bollwerk dem Gegner entrissen. Vormarsch nach Osten fortgesetzt. //i \ \ (Lt lehre! Wir haben also keinen Grund zu der Annahme, daß Schiller in ben letzten Jahren seines Lebens mit den Ideen seiner philosophischen Hauptschriften gebrochen hätte. Darum ist es auch unmöglich, den Dichter im Hinblick auf jene Stoffe unb Gestatten, zu denen ein christliches Bekenntnis gehört, für biefa bestimmte, für bie europäische Entwicklung schicksalhaft geworbene Religionsform in Anspruch zu nehmen. Unb hierin liegt nun eben auch ber tieffl Wesensunterschied zwischen Schiller und dem Barock, Im Zeitalter des Barock, dem Schiller nicht mehr angehört, obwohl zugegeben werden mag, daß er noch durch mancherlei Unterströmungen mit ihm verbunden ist, gewann die ch r i st l i ch e W e 11 a n * ' ' g zum letztenmal eine allesumfasse-nds grandiose Gestalt. Leibniz war der überragende Philosoph dieses Jahrhunderts. Insofern der junge Schiller von Leibniz ausgeht, hängt er noch mit ber Weltanschauung der Barockzeit zusammen. Aber gerechnet, baß die britischen Streitkräfte im Stande; sein würden, diesen feit 1935 systematisch zu einem starken Stützpunkt ausgebauten Platz länger zu behaupten, vor allem, da Marsa Matruk poch in den letzten Tagen mit frischen neuseeländischen Truppen verstärkt worden war. Radio Ankara bemerkt, dies Ereignis finde seine Erklärung nur im Zusammenbruch ber Moral ber britischen Truppen in Aegypten und in dem Verlust jeglicher Widerstandskraft oder darin, daß die britische Armee in den letzten Kämpfen zu starke Verluste erlitten habe. Das Istanbuler Blatt „Cum- huriyt" schreibt, der Fall von Marsa Matruk zeige, daß in den Operationen der Achse volle Planmäßigkeit bestehe, während diese ben Operationen ber Alliierten völlig fehle. Es sei zu verwunbern, baß, während Rommel bereits in Aegypten operiere, Churchill unb Roosevelt noch von einer „Zweiten Front" sprächen. Man habe ben Eindruck, als ob Um Schillers Weltanschauung. Von Dr. Hermann Glöckner, o. ö. Professor der Philosophie an der Universität Gießen. Berlin, 29. Juni. (DNB.) Die dürftige Erklärung Churchills unb Roosevelts wurde während des Wochenendes durch Erklärungen englischer Polittker ergänzt, die deutlich die schwierige Situation der Gegenseite zeigten. In Liverpool stellte Arbeitsmi- nister B e v i n fest, daß die Briten einen Rückschlag erlitten hätten, aber „noch habe niemand genaue Kenntnis von den Tatsachen". Bevin fuhr dann fort: „Der Kampf ist noch ntd)t zu Ende. Wir sind noch nicht besiegt. Man kann keine Schlachten' gewinnen, indem man nach Berichten und Einzelheiten fragt und Untersuchungen anstellt, während der Kampf noch im Gange ist. Bevin sprach bann von elenden, schmutzigen Machenschaften, bei denen versucht werde, die nationale Einigkeit zu zerstören, indem der Ministerpräsident Churchill gegen seine Mitarbeiter ausgespielt werde. Diese Machenschaften würden von einigen Zeitungsmillionären betrieben. Er persönlich sei bereit, sich zu Churchills Fahne zu stellen „als Mitarbeiter bis zum Ende", Recht aufschlußreich war auch eine Erklärung Lord Winsters, des parlamentarischen Sekretärs der Admiralität. Winster erklärte: „Das Land hegt nicht den Wunsch,Churchill als Premierminister zu verlieren, doch hat es das Vertrauen in seinen Krieg verloren und möchte gern, daßx er sein Amt als Verteidigungsminister aufgibt. Wir wünschen eine Regierung, bie uns einige Siege prä- -- v « ~ sentiert, nicht dauernde Entschuldigungen für eine Vertrauenskundgebung für Churchill fuhren. Chur- Reihe von Niederlagen. Das Parlament gibt sich chill wird also bas Ruber des sinkenden Schiffs bis eitel Mühe, wenn es die Vertrauensfrage erörtert, zum Untergang in Händen behalten, denn das Vertrauen ber Oefsentlichkeit ist nach -------- I JiLsn I 0 fyrdjjRuw >■ des Wolchow das Wasser oft tagelang zurück auf» wartstreibt, da das Gefälle sehr schwach ist. Das erklärt auch die schwere Zugänglichkeit der Gebiete, in denen jetzt bedeutende sowjetische Kräfte vernichtet oder gefangen wurden. Franz Geldte 60 Lahre alt. Berlin, 29.3unL (DRV.) Zum 60.Geburtstag des Reichsarbeitsministers Franz Seldte überbrachte Skaatsminifter Dr. Meißner die Glückwünsche desFührers.Er überreichte ein herzlich gehaltenes Handschreiben des Führers und dessen Bild mit Widmung. * Reichsarbeitsminister Selüte wurde zu Magdeburg als ältester Sohn eines Fabrikbesitzers geboren. Nach Besuch des Realgymnasiums machte er eine kaumfmännische und praktische Lehre durch. Danach studierte er Chemie in Braunschweig. Nach erneuter praktischer Ausbildung in dem väterlichen Unternehmen übernahm er dieses. Als Führer einer MG.- Kompanie rückte er 1914 ins Feld. Schon im Frieden hatte er Pläne für zerlegbare Maschinengewehr- Schutzschilde ausgearbeitet. Nun erhielt er den Auftrag, bei Krupp die Schutzschilde unfertigen zu las» sen. Schon in den ersten Gefechten bestanden sie ihre Probe und fanden schnell Eingang im Heere. Nicht minder wichtig waren seine Erfindungen der Tank- hinLernispfähle und Leuchtspurmunition. Im Sommer 1916 wurde er in der Somme-Schlacht schwer verwundet. Kaum wiederhergestellt, kam er in das Bild- und Filmamt. 1917/18 war er Führer eines Frontfilm- und Nachrichtentrupps in Oberitalien und im Westen. Im November 1918 entstand in ihm der Gedanke eines Bundes der Frontsoldaten als Bollwerk gegen die Kräfte der Zersetzung. Am 1. Weihnachtsfeiertag 1918 wurde der „Stahlhelm", Bund der Frontsoldaten, gegründet. Als Adolf Hitler die Macht übernahm, unterstellte er sich uni) seinen Bund ohne Zaudern dem Führer. Dieser betraute Franz Seldte mit dem Amt des Reichsarbeitsministers. Er wurde SA.-Obergruppen- führer und mit dem Goldenen Ehrenzeichen der Partei ausgezeichnet. Unter seiner Leitung oblag dem Reichsarbeitsministerium die Durchführung des Kampfes gegen die Arbeitslosigkeit, die Sanierung und der Ausbau der Sozialversicherung, sowie die Schaffung einer Arbeitsverfassung und einer schlagkräftigen Arbeitseinisatzverwaltung. Auch der soziale Wohnungsbau, hat unter SeÜdte einen großen Aufschwung erfahren. Kleine politische Nachrichten. Zwei italienische Generale, nämlich der Kommandierende General eines italienischen Armeekorps, Ettore Baldassari, und General Guido Piacenca fielen am Morgen des 26. Juni auf ägyptischem Gebiet. * In Berlin begann die erste Reichstagung der Oberinnen des NS.-Reichsbunbes Deutscher Schwestern e. SB., auf der'Oberbefehlsleittzr Hilgenfeldt und Reichsgesundheitsführer Dr. Conti sprachen. Kunst und Wissenschaft. Geh. Rat Professor Dr. Ludwig Aschoff f. Der hervorragende deutsche Pathologe Geh. Rat Professor Dr. Ludwig Asch o fs in Freiburg ist am 24. Juni nach längerem Leiden im Alter von 76 Jahren verstorben. Aschoff, am 10. Januar 1866 in Berlin geboren, studierte in Bonn und Straßburg, promovierte 1889, habilitierte sich 1894 in Göttingen, kam 1903 als Ordinarius nach Marburg und ging von hier 1906 nach Freiburg i. B., wo er auf dem Lehrstuhl für pathologische Anatomie und allgemeine Pathologie, sowie als Direktor des pathologisch-anatomischen Instituts eine überaus fruchtbare Forschungs- und Lehrtätigkeit entfaltete. Aschoffs wissenschaftliche Arbeit ist aus der Entwicklung der deutschen Pathologie in den letzten Jahrzehnten nicht wegzudenken und hat auch der medizinischen Forschung in allen Kulturstaaten der Erde wertvolle Anregungen vermittelt. Don feinen Arbeiten seien hier nur das in zahlreichen Auflagen verbreitete Lehrbuch der pathologischen Anatomie, seine Veröffentlichungen zur Geschichte d'er Medizin, über pathologische Anatomie der Herzschwäche, über die Wurmfortsatzentzündung und über die Thrombosefrage genannt. — Die außerordentlichen Verdienste des Gelehrten faniben 1936, zum 70. Geburtstage, durch die Verleihung des Adlerschildes ihre ch'renoolle Anerkennung. Zkagerrakschlachl und Columbus. In den Beiträgen „Die Stimmen der Dichter" und „Das Bordbuch des Columbus" im Familienblatt vom 27. Juni sind zwei Satzfehler stehen geblieben, die hier richtiggestellt werden sollen: die Seeschlacht am Skagerrak, in der Gorch Fock gefallen ist, fand am 31. Mai / 1. Juni 1916 (nicht 1915) statt; und seit der Entdeckung Amerikas durch Columbus 1492 find jetzt 450 (nicht 550) Jahre vergangen. Aus -er Stadt Gießen. „Menschliche Lautsprecher/' Immer wieder ergeht an die Hörer des deutschen Rundfunks die Mahnung, den Lautsprecher der Empfangsgeräte auf Zimmerlautstärke einzustellen, damit der Nachbar, dessen Arbeitseinteilung eine ungewöhnliche Schlafenszeit erfordert, in seiner Ruhe nicht gestört wird. Jetzt, wo es uns die wärmere Jahreszeit wieder gestattet, die Fenster unserer Wohnräume offen zu lassen, ist diese Mahnung besonders am Platze. Jedoch ist es mit dieser selbstverständlichen Rücksichtnahme allein noch nicht getan. Wie gern möchte man diese Forderung auf Drosselung des Lautsprechers auch auf die Stimmstärke unserer Mitmen- scheu angewandt wissen. Die Abendstunden — wenn das Tagewerk ruht — werden gern dazu benutzt, um ein kleines Plauderstündchen vor der Haustür oder von Fenster zu Fenster über die Straße hinweg zu führen. Der arme Nachbar, der vielleicht gezwungen ist, sich besonders früh zur Ruhe zu begeben, muß dann dieses Gespräch in voller Lautstärke über sich ergehen lassen und wird dadurch am Einschlafen gehindert. Das Spielen eines Musikinstrumentes bietet für den Ausübenden wie für den freiwilligen Zuhörer meistens sehr viel Freude; für einen Dritten aber, der dazu verdammt ist, unfreiwillig und zu unpassender Zeit lauschen zu müssen, bedeutet es oftmals eine Qual. Darum sollte es für jeden Musikanten eine Selbstverständlichkeit sein, seine Uebungen — besonders am Abend — stets bei geschlossenem Fenster vorzunehmen. Unseren Kindern will man sicherlich das Vergnügen des Herumtollens nicht nehmen, aber ist dazu immer ein solch lautes Gebrüll und Gekreische — wie man es oft genug hören muß — notwendig? Die Eltern sollten da ruhig des öfteren ein Ptücht- wort sprechen und die Lautstärke ihrer Kinder auf ein erträgliches Ausmaß dämpfen. „Menschliche Lautsprecher" machen sich auch besonders unangenehm in öffentlichen Verkehrsmitteln bemerkbar. Da fährt man frühmorgens zur Arbeitsstätte und benutzt; diese Zeit gern dazu, um noch ein wenig zu träumen oder sich in aller Ruhe auf die kommenden Tagesaufgaben zu konzentrieren. Unser Gegenüber jedoch hindert uns daran. Es führt eines Unterhaltung,, und zwar in einer solchen Lautstärke, daß alle Mitreisenden gezwungen sind, feinen mehr oder minder uninteressanten Ausführungen zuzuhören. Das gibt dann meistens Aer- ger am frühen Morgen, besonders wenn man versucht, diesen „menschlichen Lautsprecher" auf eine angemessene Lautstärke zu dämpfen. Eine solche Mahnung an unsere Mitmenschen sollte jedoch überhaupt gar nicht erst notwendig sein. Jeder weiß aus eigener Erfahrung, wie wenig Ruhestunden uns die heutig arbeitsreiche Zeit gönnt. Das müßte aber zugleich auch für jeden die Verpflichtung mit sich bringen, die Ruhe und den fried- votlen Feierabend unseres Nächsten zu achten und ihm die Entspannung und Erholung, die ihm hieraus erwächst, nicht leichtfertig zu rauben. V. A. Verdvnkelungszeil: 30. Juni von 22.48 bis 4.33 Uhr. Arbeitstagung des 7!ERL. in Gießen. Der stellvertretende Sportkreisführer hatte die Fachwarte und Mitarbeiter der Kreisführung Wet- terau-Nord zu einer Arbeitstagung einberufen, in der die Bestimmungen über den Bezug von Sportschuhen und Sportgeräten, Verleihung von Ehrenbriefen, Anforderungen von Siegerauszeichnungen, Sportabzeichenprüfungen und der Veranstaltungs- plan durchgesprochen wurden. Einen breiten Raum nahm die Erörterung der Vorbereitungen für die Orts-Turn- und Sporttage und den Kreis-Turn- und Sporttag ein. Der stellvertretende Kreisführer entwickelte die Richtlinien, nach denen die Turn- und Sporttage durchgeführt werden sollen, die demnächst den Gemeinschaftsführern zugehen. Mit den Fachwarten wurden die Wettkämpfe imb Wettkampfklassen festgelegt. Am 26. Juli werden die Ruderer starrten und damit den Kreis-Turn- und Sporttag einleiten. Am 2. August führen die Fachgebiete Schwimmen, Radfahren und Tennis ihre Wettkämpfe durch, und am 9. August werden die Leichtathleten Dreikämpfe, Einzelwettbewerbe und Staffeln, die Turner gemischte Mehrkämpfe austragen. Wie in den vergangenen Jahren, soll auch diesmal wieder allen Volksgenossen Gelegenheit gegeben werden, sich an den Wettkämpfen zu beteiligen. Dies wird in erster Linie bei den Schwimmern, Radfahrern und Leichtathleten möglich sein, ist aber selbstverständlich auch bei den übrigen Wettbewerben sehr erwünscht. Den Höhepunkt wird auch in diesem Jahre wieder die Kundgebung am Nachmittag des 9. August bilden, bei der in einer reichhaltigen Vorführungsfolge Briefe in Bareiros Hand Roman von Anna Elisabet Weirauch Rechte durch Carl Duncker Verlag, Berlin W 35. Das gehört einfach auch ein reizender 3n den Kellerräumen ist es etwas kühler. Es is auch da weder still noch menschenleer, aber sie staden wenigstens einen Tisch und einen «tuh. Eine Drehorgel dudelt die Begleitung ZU^em Ärei [en eines winzigen Karussells, von der her knallt es ununterbrochen, und es duftet nach „Hier es schön — beinah wie Jahrmarkts Irmela drückt lächelnd Albrechts Arm etwa- fester. „Fehlt nur ein hoher weiter sommerlicher ^Lrnenbimmel darüber." - , Gerd haben sie auf dem Wege verloren. Er trifft 20. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Ist sie nicht wundervoll?" fragt Gerd, glühend vor Begeisterung. „Ist sie nicht einfach herrlich. „Wer?" Albrecht dreht überrascht den Kopf über die Schultern zurück. , , .. „Wer! Katta Serena natürlich! Eine zauberhafte Frau, und eine Tänzerin mit einer ganz großen Zukunft." r „Kann ich nicht beurteilen. Du hast sie wohl nicht bas erstemal gesehen?" „Natürlich nicht. Weißt du! Zur Bildung! Nebenbei ist sie feiner, kluger Mensch!" .. „So? Du kennst sie auch persönlich ? „Sehr gut sogar!" Gerd ist viel zu stolz daraus, als daß er daran dächte, das zu verheimlichen. C denkt auch nicht daran, die Stimme zu dampfen. Eben hat Katta Serena getanzt, die Leute haben sich die Hände lahm geklatscht, in dem ganzen UZ- - fchenstrom wird von ihr gesprochen, es ist eine; Genugtuung, von ihr als von einer Bekannten reden Zu dürfen. bei jedem Schritt auf Bekannte, die ihn aufhalten, er muß tanzen, und überdies muß er sich umfehen, ob er nicht Katta irgendwo entdeckt. Aber ftattdeffen stößt er plötzlich auf Detlev Nehl. „Schon vorbei?" fragt Detlev mit einem Blick auf die Uhr. „Vorbei? Menfchenskind, es hat eben erst angefangen!" lachte Gerd ausgelassen. „Ich meine, ist Katta schon aufgetreten?" „Schon längst!" „Und wo steckt sie jetzt? Ich hatte plötzlich ... ich wollte ... ich hätte sie gern noch tanzen sehen, schade! Na — nix zu machen. Hast du sie gesehen?" „Ja, wundervoll wie immer!" „Ich meine nachher, hast du sie nachher noch gesehen?" „Leider nicht, schwer, einen Menschen zu finden in dem Gewühl." „Komm, trinken wir einen Schluck zusammen! Das beste ist, sich irgendwo hinzufetzen und alles ins Auge zu fassen, was vorbeiwirbelt. Einmal muß sie schließlich auch vorbeikommen." Aber Katta kommt nicht vorbei. Katta steht vor der Schießbude und schießt auf Tonpfeifen und tanzende Bälle, setzt rasselnde Trommeln und klappernde Schmiedehämmer in Bewegung. Sie schießt sehr gut, und es macht ihr Vergnügen. Und daß ein immer dichterer Kreis von bewundernden Zuschauern sie umdrängt, stört sie zum mindesten nicht. Zuschauer ist sie gewöhnt, und Bewunderung auch. Mit Verständnis probiert sie ein Gewehr nach dem andern. Die meisten taugen nichts, und sie begründet ihre Behauptungen kurz und mit Sachkenntnis. Endlich hat sie ein leidliches herausgefunden, zum mindesten eines, dessen Fehler sie in Rechnung ziehen kann. Nun werden die Sekunden des Zielens immer kürzer, sie trifft mit einer Sicherheit, die ringsum Staunen, Verblüffung, Begeisterung auslöst. Sie wendet nicht den Kopf, um die Bewunderung mit einem Lächeln zu quittieren, ihr Gesicht ist falt, Eine Kriegslist täuschte -en Gegner. Mit dem Späten gegen einen feindlichen Spähtrupp. NSG. Ein Unteroffizier eines Infanterieregiments aus Oberhessen erzählt in unserem heutigen Erlebnisbericht aus der Truppe von einer Kriegslist, durch die der Gegner überrumpelt werden konnte. Seit heute vormittag greifen wir in unserem Abschnitt wieder, an. Die Stellungen der Bolschewisten werden den ganzen Tag über mit heftigem Feuer unserer schweren Waffen belegt. Im ersten Ansturm haben wir es geschafft, den Feind zu werfen. Es wird Abend. Unser Zug richtet sich zur Verteidigung ein. Ueberall sieht man unsere Infanteristen aus Oberhessen beim Schanzen. Kaum haben wir in unserem Abschnitt uns richtig zur Verteidigung eingerichtet, da kommt der Befehl, die Stellungen weiter nach vorn zu verlegen, um noch besseres Schußfeld zu haben. Es ist inzwischen finster geworden. Zusammen mit dem Zugführer gehe ich nach vorn, um die neuen Stellungen zu erkunden. Während wir uns vorsichtig durch das Gelände pirschen, sehe ich plötzlich in einer Entfernung von kaum dreißig Meter einen sowjetischen Spähtrupp in Stärke von sechs Mann auftauchen. Blitzschnell nehmen wir Deckung. Ein Zurückgehen ist unmöglich. Unsere Lage ist nicht gerade angenehm, denn wir haben kurz zuvor beim Schanzen unsere Ausrüstung und unsere Waffen abgelegt. Das einzige, was wir bei uns haben, ist ein Spaten. Die Bolschewisten sind inzwischen schon bis auf zwanzig Meter herangekommen. Sie gehen in Reihe direkt auf unsere Deckung zu. Wir erkennen, daß sie ihre Gewehre umgehängt haben, und wissen, jetzt kann nur noch eines helfen: eine Kriegslist. Nicht umsonst habe ich in jungen Jahren so viele Karl-May-Bücher verschlungen. Was hätte Old Shatterhand in dieser Sage getan? Die Bolschewisten sind fast bis an unsere Deckung heran. Ich springe zusammen mit dem Zugführer blitzschnell auf, fasse meinen Spaten, täusche einen Gewehr- Hüftanschlag vor, und wir stürmen alle beide mit dem Ruf „Ruki Wjcirch!" — Hände hoch — auf die Gegner zu. Die Sowjets find so überrascht, daß sie vor Schreck ihre Gewehre hinwerfen und sich gefangen geben. Schon nehmen wir eines der weggeworfenen Gewehre und halten die Burschen mit ihrer eigenen Waffe in Schach. Als wir sie untersuchen, stellen mir fest, daß jeder der Sechs noch einige Handgranaten bei sich hat. Zähneknirschend rücken sie die gefährlichen Dinger heraus, vielleicht haben, sie noch gehofft, mit ihrer Hilfe wieder frei zu kommen. Es hilft ihnen nichts. Wie jo viele vor ihnen treten auch diese sechs Bolschewisten den Weg in die Gefangenschaft an. Peter Haumann. schönen Kameradschaft in diesem Kreise und äußerte am Schlüsse die Hoffnung, daß es ihm vergönnt sein möchte, noch manches Jahr weiter mitarbeiten zu können in der Arbeitsgemeinschaft des Betriebes. Mehr Sorgfalt bei Feldpostsendungen. In der Heimat werden täglich viele Millionen Feldpostsendungen eingeliefert. Leicht ist dieser oder jener geneigt, die Schuld für eine immerhin mögliche Nichtankunft oder besi Verlust seiner Feldpost- fendung ohne Ueberlegung kurzerhand der Deutschen Reichspost oder Feldpost zuzuschieben. Und doch müßte sich so mancher Absender an seine Brust schlagen und sich sündig bekennen, wenn er wüßte, daß e r allein die Nichtankunft ober den Verlust verschuldet hat. In beiden Richtungen werden an einem einzigen Tage insgesamt etwa 15 Millionen Feldpostsendungen befördert. Den Aufklärungs- und Nacbforschungsstellen bei den Postsammelstellen und'Feldpostpäckchenstellen sowie den „Päckchenlazaretten" werden täglich 20 000 bis 25 000 Sendungen zugeführt, von denen rund 10 v. H. unanbringlid) bleiben, d. h. daß von 2000 bis 2500 Feldpostsendungen weder Empfänger noch Absender ermittelt werden können. Da ist zuerst die Zahl derer, die zur^Ausfertigung der Feldpost-Anschrift nicht genügend Beachtung schenken. Nullen am Anfang ober Ende der Nummern müssen unbedingt mitgeschrieben werden, weil sonst nicht zu ersehen ist, ob sie vorn ober hinten fehlen. Ist nun bie richtige Felbpostnummer zum Abschreiben zur Hanb, bann ist bie zweite Forbe- rung zu erfüllen: Sorgfältig unb beutlich schreiben. Als dritter Punkt soll erwähnt werden, daß die Anschrift vorschriftsmäßig sein muß. Sie darf u. a. nur die Dienstgradbezeichnung des Empfängers enthalten, z. B. Gefreiter, Feldwebel, Leutnant usw.; verboten sind dagegen Bezeichnungen, aus denen die Truppengattung zu ersehen ist, z. B. Kanonier, Pionier, Funker usw. Ausnahme machen lediglich die Angehörigen der Marine. Sage niemand, daß dies alles Selbstverständlichkeiten seien, die heute nach zwei Jahren Krieg jedermann weiß. In den Postsammelstellen und Feld- postpäckchenstellen liegen täglich Hunderte von Sendungen vor, deren Anschriften bie vorbeschriebenen Mängel aufweisen. Neben ber Anschrift muß ber Verpackung größte Sorgfalt zugewenbet werben. Leicht verberbliche Gegenstänbe eignen sich nicht zum Feldpostversanb. Es ist aber klar, baß auch ein Teil der Feldpost- Päckchen durch unmittelbare ober mittelbare Feind- einwirkung verloren geht. Daß sich unsere Feldpostbeamten mehrfach im feindlichen Feuer befunden unb die ihnen anoertraute Ladung verteidigt haben, beweist die Tatsache, daß eine ganze Reihe von ihnen mit dem Eisernen Kreuz ober bem Kri^gs- verbienstkreuz ausgezeichnet würbe. Gießener Docheumarklpreise. * Gießen, 30. Juni. Auf bem heutigen Wochenmarkte kosteten: Molkereibutter Vi kg 1,80 RM., Matte 30, Käse, bas Stück 8 bis 10, Kartoffeln, alte, 5 kg 47, gelbe Rüben, Bb. 19, Römischkohl 14, Erbsen 35, Tomaten 38, Saubohnen 25, Salatgurken 30 dis 50, Salat 5 bis 10, Oberkohlrabi “8, Rettich 8 bis 10 Rpf. ein Ausschnitt aus bem vielseitigen Betrieb der deutschen Leibesübungen gezeigt werden wird. Mit ber Aufforderung zu tatkräftiger Mitarbeit unb weiterer kameradschaftlicher Zusammenarbeit ,mürbe bie Tagung geschlossen. 40 Jahre im »Gießener Anzeiger". Am heutigen 30. Juni 1942 jährte sich zum 40. Male ber Tag, an bem der Schriftsetzer Augu st Braun in den Betrieb des „Gießener Anzeigers" eingetreten war. Aus diesem Anlaß wurde bem geschätzten Arbeitskameraden an seinem blumengeschmückten Arbeitsplätze eine herzliche Ehrung bereitet. Dor der vollzählig versammelten Gefolgschaft sprach ber Betriebsführer ber Brühlschen Druckerei, Verlag des „Gießener Anzeigers", Dr.-Jng. H a - mann, dem verdienten Jubilar für feine vierzigjährige Treue unb allezeit fchaffensfrohe Mitarbeit ben herzlichen Dank ber Betriebsführung aus, er rühmte feine Tüchtigkeit unb lautere Gesinnung, burch bie er sich bie Achtung ber Betriebsführung unb hie Zuneigung feiner Arbeitskameraden erwarb, unb mürbigte bie unermüblidje Pflichterfüllung, mit ber er stets feinen Arbeitsplatz ausfüllte. Die Betriebsführung hat ihm einen vierzehntägigen Erholungsaufenthalt in einem Kurort im Obenroalb als Zeichen ber bankbaren Wertschätzung ermöglicht. Mit ber Überreichung eines weiteren Jubiläumsge- fchenkes unb herzlichen Wünschen für fein ferneres Leben unb Wirken in ber Betriebsgemeinschaft des „Gießener Anzeigers" schloß der Betriebsführer feine Ansprache. Im Namen der Arbeitskameraden überbrachte Schriftsetzer Karl Lindenstruth bem Jubilar herzliche Glückwünsche unb gab ber Hoffnung Ausdruck, daß es ihm vergönnt sein möge, in Gesundheit unb Frische auch sein 50. Jubiläum an dem vertrauten Arbeitsplätze begehen zu können. Ein Jubiläumsgeschenk der Arbeitskameraden wurde gleichzeitig von deren Sprecher überreicht. Die herzlichen Glückwünsche der Deutschen Arbeitsfront überbrachte Pg. H a n ß, der als Sprecher der Kreiswaltung Gießen der DAF. zum Ausdruck brachte, daß es für die Deutsche Arbeitsfront immer eine besondere Freude sei, wenn ihre Vertreter an einem solchen Festtage der Arbeit in bi'e Betriebe gehen könnten, da die DAF. ben größten Wert darauf lege, die Treue zum Betriebe immer tiefer in den schaffenden deutschen Menschen verwurzelt zu sehen, denn darin komme die enge Verbundenheit zwischen ben Menschen unb ber Stätte ihres Wirkens am besten zum Ausdruck. Unter Hinweis auf bas Beispiel biefes Arbeitsjubilars betonte ber Redner den hohen Wert ber Stammgefolgschaft für jeden Betrieb unb die daraus erwächsenbe enge Werkgemeinschaft. Als Zeichen ber. Anerkennung überreichte Pg. Hanß dem Jubilar das Jubiläumsdiplom der Deutschen Arbeitsfront. Arbeitskamerad August Braun sprach bem Betriebsführer unb den Inhabern ber Firma, ben Arbeitskameraden. sowie der Deutschen Arbeitsfront in schlichten, bewegten Worten seinen herzlichen Dank für die schöne Ehrung aus, gab einen kurzen Rückblick auf die Zeit seines Eintritts in den Betrieb des „Gießener Anzeigers", sprach von der hochmütig, unbeweglich. Eine kleine steile Falte steht über der Nasenwurzel. Es ist nicht ihr Ehrgeiz, vor einer Schießbude zu glänzen. Es ist ihr wie ein Orakel, sie wird alles treffen, was sie treffen will, unb sie wirb alles erreichen, was sie erreichen will. Aber man muß ein kühles unb ruhiges Herz haben, unb kein brennenbes, zittern- bes. Es ist das eigene Herz, auf bas sie zielt, biefes bumme Herz, bas nicht schweigen will, unb sie trifft es gut. „Das geht boch nicht, bas ist boch aber unerhört!" knurrt ber runbe freunbliche Herr hinter ihr. „Seib ihr Männer und laßt euch bas gefallen? Laßt euch so von einer Frau beschämen? Da muß wohl erst einmal ein Erwachsener kommen!" Ein paar junge Leute treten zurück unb machen lachend Platz. Einige erkennen auch den Kriminalrat Bauer und erwarten mit leichter Schadenfreude ben Wettkampf, ber sich jetzt entspinnen wird. Auch Bauer probiert erst mit Bedacht bie Büchse, bis er bie richtige gefunben hat. „Gilt nicht!" ruft er über die Schulter zurück. „Erst drei Schuß zum Einschießen." Unb als die drei Schuß vorüber sind, macht er eine kleine Verneigung nach ber Seite. „So! Jetzt geht's los!" Er legt an unb zielt unb wechselt nach jebem Treffer blitzschnell bie Richtung. Links unten, rechts oben, links oben, rechts unten. Es kracht unb klingelt unb splittert unb rasselt. Er zieht nach Belieben Linien über ben ganzen Hintergrund der Bude, bie bebienenbe Frau kann nicht schnell genug bie kleinen Bolzen roieber einfüllen. Nach breifeig Schuß unb dreißig Treffern legt er das Gewehr hin. „So!" sagt er mit einem befriedigten Aufatmen. „Das war der erste Akt! Bitte, mein gnädiges Fräulein, jetzt sind Sie an ber Reihe!" Ein ganz kleines Lächeln spielt um Kattas -fest- geschlossene Mundwinkel. Sie fängt da an, wo Bauer aufgehört hat, unb sie zieht feine Linien in ber umgekehrten Reihenfolge zurück, wie ein Knäul, bas man mieber aufrollt. Es ist schon eine bewun- bernswerte Gebächtnisleistung, die sie da in aller Ruhe ausführt, unb sie trifft genau wie er mit jebem Schuß. „Toll!" bricht Bauer los. „Toll! Toll! Das ist einfach toll! Ich bin geschlagen. Ich beuge mich und küsse Ihre Hanb!" * „Interessant!" Albrecht ist aufgeftanben, um über bie andern hinwegzusehen unb beugt sich etwas zu Irmela nieder. „Es ist die Tänzerin vqn vorhin, weißt du? Sie schießt unglaublich. Der dicke Herr ist Kriminalrat Bauer, bekannt als einer unserer besten Schützen, aber er kriegt sie nicht unter!" „Es reizt dich wohl?" In Irmelas zärtlich lächelnden Augen glitzert der Schalk, und sie hebt sich etwas von ihrem Stuhl, um zwischen ben Leuten hinburchzuspcihen. „Ist es wirklich bie Tänzerin? Vorhin hatte sie doch so etwas Golbfunkelndes an." „Sie ist es bestimmt, sie hat jetzt ein schwarzes Abenbkleib an, aber ich hab' sie vorhin ziemlich genau gesehen, sie ist eS." Katta trägt ein ganz schlichtes schwarzes Kleid, bas ihre schlanken ©lieber fest umschließt, unb über bem schmalen Nacken leuchtet ihr Haar. Albrecht zögert einen Augenblick, bann zieht er mit einem Griff bie Weste straff unb schiebt ben Unterkiefer etwas vor: „Ich möchte es boch einmal versuchen." In biefem Augenblick hat er für Irmela etwas von einem großen Jungen — es finb die Augenblicke, in denen sie ihn am innigsten liebt „Na geh doch!" Sie nickt ihm lächelnd zu. „Aber blamier mich nicht, ich will stolz fein auf dich." Albrecht bahnt sich feinen Weg durch die Zuschauer. „Gestatten!" Er steht dicht neben Katta, ihre Schultern berühren sich fast, aber er wirft keinen Blick auf die Seite. „Scheibe bitte!" sagt er kurz und läßt ein Geldstück auf den Tisch fallen. Unb er hört neben sich, im gleichen Tonfall wie ein Echo, mit einem leisen spöttischen Unterfangt „Scheibe bitte." (Fortsetzung fplgtj Vereinfachung der Sozialversicherungsbeiträge Oie Lagd im Juli BezirHssoarHasse Gietien 2054 D Karlsl'prudel WM Zi gleichen Preisen in Ipotheien, Drogerien end dntb *e Bronnenrerwafhing Disktrckes -8d44- ertiltelu ^Bernard & Sohn sind auch heute noch um Sie bemüht! yire Verlobung geben bekannt Irmgard Müller Herbert Trittin Uffz. in ein. Kampfgeschwader stellte zurückerstattet. . Die Zahlung der Beiträge zur Invaliden- und Angestelltenversicherung erfolgt mit den Kranken- versicherungsbeiträgen und gegebenenfalls mit den Beiträgen zum Reichsstock für Arbeitseinsatz in e i n e in Betrag. Vom Lohn des Versicherten ist daher künftig für die Sozialversicherung immer nur ein Abzug vorzunehmen. Der Gesamtbeitrag für die Sozialversicherung ist aus amtlichen Tabellen ersichtlich, die die Krankenkassen herausgeben. Erfolgt die Berechnung der Krankenversicherungsbeiträge nach Grundlohnstufen, wie regelmäßig für Hausgehilfinnen, so ergeht an den Arbeitgeber von der zuständigen Kasse eine entsprechende Mitteilung über die Höhe des Gesamtbeitrages. Künftig haben u. a. Ruhegeldempfänger, Invaliden oder Berufsunfähige auch dann keine Reichsstockbelträge mehr zu zahlen, wenn sie krankenversicherungspflichtig sind. Aus den gleichen Gründen bringt die Durchführungsverordnung auch Aenderungen der Krankenversicherungspflicht und des Beitragsrechts der Angestelltenversicherung. Schließlich hebt die Durchführungsverordnung die Beitraaspflicht zum Reichsstock für Arbeitseinsatz für alle diejenigen Personen auf, die das 65. Lebensjahr vollendet haben. Die Quittungskarten und Verficherungskarten bleiben erhalten. In sie sind jedoch nicht mehr Marken zu kleben, sondern die Beschäftlguhgszett und der Arbeitsverdienst des Beschäftigten emzu- tragen. Die Eintragung hat nur nach Ablaüf eines Kalenderjahres für das ganze Jahr oder bei einem Wechsel des Beschäftigungsverhältnisses zu erfolgen. Das neue Beitragsverfahren bringt damit gegenüber dem Markenoerfahren den Lohnbüros merkbare Arbeitserleichterung. .. Der neue Beitragseinzug gilt nicht für die freiwillige Versicherung und die Pflichtversicherung der Selbständigen, der unständig Beschäftigten und d^r bei mehreren Arbeitgebern Beschäftigten. Insoweit sind auch über den 1.7.1942 hinaus Beitragsmarken zu verwenden. Unständig oder bei mehreren Arbeitgebern Beschäftigte erhalten zur Durchfüh. rung ihrer Rentenversicherung den Arbeitgeberanteil ausgezahlt. Sie haben, ebenso wie Selbständige, den Beitrag durch Markenverwendung zu entrichten. Bei Zweifeln über die Durchführung des Lohnabzugs wenden sich die Betriebe zweckmäßig an ihre Krankenkassen. Vogelsberger Kuh in drei Wochen kalbend, und ZWtiWne z.verkauf. [2052D Krofdorf 206. Statt Karten. Für die vielen Glückwünsche, Blumenspenden u. Geschenke zu unsrer Vermählung danken, auch im Namen der Eltern, herzlichst Albert Mandler u. Fran Hanna,fieb.Rinn Heuchelheim, im Juni 1942 _________________________03136/ Im Reichsgesetzblatt ist die Zweite Lohnabzugsverordnung vom 24. 4. 1942 verkündet worden. In ihr hat der Reichsarbeitsminister den Lohnabzug für die Sozialversicherung vereinheitlicht und wesentlich vereinfacht. In der Invalidenversicherung sind Beitragsmarken nur noch für die laufende Woche, bis 28. 6. 1942, in der Angestelltenversicherung nur noch für den Monat Juni zu verwenden. Vom 29. 6. ab sind in der Invalidenversicherung und vom 1. 7. ab in der Angestelltenversicherung keine Beitragsmarken mehr zu kleben. Von diesen Zeitpunkten ab ist der Beitrag zur Invaliden- und Angestelltenversicherung an die Krankenkasse zu zahlen. Der Wert bereits im voraus verwendeter Beitragsmarken wird von den Landesversicherungsanstalten und der Reichsversicherungsansttüt für Ange- Eine Part, starke Ferkel 50-60pfünb.,bat z. verkauf. [2051D Ernst Mandler, Heuchelheim, NodHeimer Straße 2. ** Theater der Universitätsstadt Gießen. Das Dramaturgische Büro teilt mit: Als Uebergang in den in Bad-Nauheim durchzuführenden Sommersvielplan im August bringt das Theater am Freitag, 3. Juli, Hermann Sudermanns, viel- erprobtes Theaterstück „Heimat". Regie führt Earl Maria Zeppenfeld, der auch den Oberst Schwarze spielt. Die Magda spiel Renate Frechen, den Baron ö. Keller August Wilhelm Funke, den Pfarrer Herbert Köchling. Es wirken weiter mit: Anja Rau, Hilde Kneip, Hella Henzky, Carl Bruno Schmidt, Hans Bergmann, Karl Dolck, Herma Farry, Friedel Kannen und Hanne Schmitz. ** Ausgabe von Salzheringen. Dom 1, bis 4. Juli werden in den hiesigen Fischgeschäften Salzheringe verteilt. Die Reihenfolge der Ausgabe ist aus der heutigen 'Bekanntmachung ersichtlich. ** Stadtbücherei. Im Monat Juni wurden 1841 Bände verliehen. Davon kamen auf Romane 872, Iugendschriften 213, Reisebeschreibungen 87, Kriegsgeschichte 44, Geschichte und Lebensbeschreibungen 67, Kunst 4, Politik 16, Naturwissenschaft Neue Aula der Universität Samstag, den 4. Juli 1942,20Uhr Lieder und Arien Gabriele Possinke Sopran Hans Lott Otto Söllner, am Flügel Suche 4 bis 2 Zimmer gut möbliert, ab 1. 8.1942. [03128 Hugo Hellmers- Hallwegh, Stadt-Theater. |Stellenangebote| Aeltere, zuverl. uud erfahrene Hausgehilfin -.Führung eines frauenlos.Beam- tenhaushaltes gesucht. Schnftl. Angeb. unter 03142 an den Gies;. Anz. {Verschiedenes} Am28.6.,zwnch. 16 u. 18 Ubr, im Philosovheu- wäldchen-Lic- bigshöhe ein weißes Kindermäntelchen verloren. Wiederbr. erhält Belohn. [03123 Frau Trense, Fröbelstr. 43 !. | Verkäufe | Bettstelle z. verkauf. Preis RM. 35- [03141 Landgraf-Phil.- Matr 12111 r. Am 29. Juni entschlief sanft nach einem arbeitsreichen Leben mein lieber, guter Vater, Schwager, Onkel und Pate Wilhelm Klos im 65. Lebensjahre. In stiller Trauer: Marie Klos. Alten-Buseck, den 30. Juni 1942. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 1. Juli, nachmittags 3 Uhr statt. $ WWMN- HW 4—6 Zimmer, Heiz. u. Garten, bis 50 Miller zu kaufen gesucht. Schr. Ang. unt. 02989 a.d.G.A. 2 berufstätige Damen suchen 1 oder 2 schon möblShnmer rn.Kochgelegenh. Schr. Ang. unt. 03138 a.d.G.A. Gießen Zarnglaff (Pomm.) Crednerstra6e 24 z. Z. Im Felde 1. Juli 1942 Gebrauchter MemWll 'n. verkauf. Preis Mk. 30,- [03120 ScltcrswZVIIIr. STOFF S PE ZIALH AU S • GIESSEN Klaviere Flügel gegen bar gesucht R. Schönau Bahnhofstr. 76 Tel. 3269. 460D Danksagung. Allen, die uns beim Heimgang unseres lieben Entschlafenen ihre Anteilnahme bewiesen, sagen wir auf diesem Wege herzlichen Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Emmi Hofmann,geb.Spies. Gießen (Kaiserallee 71), den 30. Juni 1942. 2048 D | Kaufgesuche Gut erhaltener SAeiökW mit Sessel und Bücherschrank z. kaufen gesucht. Schriftl. Angeb. unter 03080 an den Gieß. Anz. Gebrauchter Kinder- fportwagen z. kaufen gesucht. Schr. Ang. unt. 103010 a.d.G.A. wirklicher Artverderber nach diesem Notwinter nicht leicht sein. Mancher Bock mit guter Anlage tragt heute sicherlich infolge der Entbehrungen des Winters ein „Gewichtl", das in anderen Jahren besser wäre. Aber auch mancher unbedingt schlecht veranlagte Bock hat den Winter überstanden und sich als harter erwiesen als man hätte annehmen sollen. Solche Böcke vor der Brunft zu strecken, ist das Ziel der Hege mit der Büchse. Die Notwendigkeit, vor allem nut Rücksicht aus die Kriegsverhältnisse, Wildschaden weitgehendst em- zudämmen und Verpflegungsreseroen mobil zu machen, hat zur Folge gehabt, daß die Schußzeit mancher Wildarten bereits um die Monatsmitte entgegen dem Normalbeginn einsetzt. Dazu gehören die Spießer des Rot- uüd Damwildes und von weiblichen Stücken dieser Arten solche, die nicht führen (mit Ausnahme von Kälbern). Aus" gleichen Gründen wird der Jäger keine Gelegenheit verstreichen lassen und keine Mühe scheuen, um dem Schwär wild die Kugel anzutragen, das ja nun wieder ohne Einschränkung besagt werden kann. ___________ Gemeinsame Bekanütmachung der Landrate der Landkreise Alsfeld, Büdingen, Friedberg, Gießen und Lauterbach, sowie des Oberbürgermeisters der Stadt Gießen. Bekanntmachung betreffend Aufhebung der Anordnung über die Abgabe von Kartoffeln in Gaststatten, Werkküchen, Kantinen und dergleichen, vom 20. März 1942 vom 27. Juni 1942. I. Die Anordnung des Neichsstatthalters in Hessen — Landesernährungsamt — über die Abgabe von Kartoffeln in Gaststätten, Werkkücken, Kantinen und dergleichen vom 20. März 1942 tritt am 28. Juni 1942 außer Kraft. II. Nack diesem Zeitpunkt erhalten Gaststätten, Werkküchen, Kantinen und dergleichen Kartoneln in der gleichen Weise, wie vor Erlaß der Stnorbnuiia vom 20. März 1942. [2050D Darmstadt, den 27. Juni 1942. Der Reichsstatthalter in Hessen ! — Landesregierung — Landcscrnährungsamt. , I. V.: gez. Weintz. Werke von Schumann, Loewe Verdi, Wagner------ Karten zu Mk. 2.-, 2.75, 3.50, bei Musik-Challier,Neuenweg 10 Tel. 2671 und an d. Abendkasse. Wehrmachtangehörige und Studierende halbe Preise. ____________________03124 Unter' dem nutzbaren Haarwild seien auch dts Kaninchen nicht vergessen, deren Abschuß über, all dringend verlangt wird, wo sie durch ihren fühlbaren Schaden sich unangenehm bemerkbar ma- chen. In Oberhessen ist das ja nur stellenweise der Fall. Die Jungen unseres Federwildes verlangen wie Jungfasanen, JunKühner usw. alle noch die Führung der Alten. Nur unsere schnellwüchsigen Enten sind schon so weit, daß ihr Abschuß van der Monatsmitte an freigegeben werden kann. 2Ll- lerdings ist er mit Vorsicht zu handhaben, da es auch dann noch genug Jungenten gibt, die noch nicht flugbar sind. Eine vom Hund gegriffene, sluguy« fähige, unentwickelte Jungente ist keine erfreuliche und lohnende Beute. Drum schone man solche Schofe unbedingt. Erst flugfähige Jungenten sind für bett Weidmann gerechte Strecke, und die Mutterei^e, die noch ihr Schof führen muß, ist für ihn unan- . tastbar. Da versucht er besser sein Heil auf den Mausererpel. Denn der Erpel mausert bereits ,m Juli und August und legt sich ein neues Pracht- kleid zu. Werin die Mauser iric Schwingen erfaßt, ist er vorübergehend fluaurttähig, macht dem stöbernden Hund schwer zu schaffen und erfordert von dem Jäger einen schnellen und entschlossenen Schuß. Auch Ringeltauben dürfen ab ^6.Juli geschossen werden. Eine Jungtaube, erkenntlich an dem fehlenden Ring und den fehlenden weißen Schwingen flecken, ist nicht zu verachten. Vor allem die nachwachsenden Wiesen und die ersten Stoppelfelder sowie die Tränkestellen eignen sich für ihre ^lieber das Nutzwild darf das Raub wild nicht e vergessen werden. Der Fuchs muß im Interesse der an sich schon schwer daniederliegenden Niederjagö unbedingt kurz gehalten werden, selbst wenn der Balg auch wertlos ist. Dazu mehren sich die Be. obachtnngen über Zunahme der Räude. Je eher ihre Träger abgeschossen, verbrannt und vergraben werden, um so besser. Sonst besteht nur die Gefahr einer weitgehenden Verseuchung der Baue und eine Schädigung der Winterbälge. Drum darf auf mit Räude befallene Füchse kein Schuß gespart werden^ Und die Rücksicht auf die Niederjagd erfordert ebenso das Kurzhalten des Dachses. Mag er auch noch so viel Mäuse, Puppen u. ä. vertilgen, so kamt er doch seine Vorliebe für Eier und Jungwild nicht ableugnen. Später im Herbst fehlt oft die Zeit zum Ansitz oder Graben. Drum seien jetzt die hellen Abendstunden zum Abschuß empfohlen Er ist am Bau eine einfache Sache. Besonders beachte man solche Baue, die in Feldnähe liegen, da der Dachs in Hafer, der sich durch Nässe gelegt hat, oft haust, daß man unwillkürlich an Sauen denkt. Das sollte nach Möglichkeit durch Vorbeuge vermieden werdem Hubertus. Wir bieten Ihnen an: Schlosser-Anzüge Berufsmäntel aller Art Hosen für jeden Zweck, HJ.-Hosen Herren-Straßen- und Sport-Anzüge Sportstutzer und Lodenjoppen Burschen-Kleldung AmMontem jeder Woche bleibt unser Geschäftgeschlossen Brückner & Mund Gießen - Seltersweg 31 Herren- und Knabenkleidung - Berufskleidung ____________________________ 2049 D Gälzheving-Vevtettung k Mittwoch, Nr. 6001- 8000 1- 900 NIlßW Donnerstag, Nr. 8001- 9800 901-1800 0211-Z10 Freitag, Nr. 9501-11000 1801-2700 51bl-a900 Samstag, Nr. 11001-12401 2701-3500 unb 13001-13127. . . 03121 Eine Person erhält etwa 100 g. — Einwickelpapier bitte mttbrmgenk Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter de« Hauvtschrtftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Polstik und Wider: Dr. Fr. W. Lange; für daS Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz, Wirtschaft und Sport: Ernst Blumschein. Druck und Verlags Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange K. ®. Verlagsleiter: Dr.-Ing. Erich Hamann; An^etgenleiter: Hans Beck. Anzeigenpreisliste Nr. 6. Wenn das Kalenderjahr seinen Höhepunkt überschreitet, ist ein Teil des Jungwildes bereits so heranwachsen, daß es nicht mehr unbedingt der mütterlichen Fürsorge bedarf oder selbst schon jagdbar geworden ist. Damit erweitert sich dann von nun an von Monat zu Monat der Schußkalender des Weidmannes. Im Mittelpunkt des Jagens steht wie im Juni immer noch der Wald'freiherr im roten Rock, der Rehbock. Zu Monatsanfang pflegen die Böcke heimlich und recht oft unsichtbar zu sein. Der Bock steht in seiner „Feiste", ist trag und liebt besonders die Ruhe der weiten Getreidefelder, besonders wenn Kleeäcker und gute Wiesen in sie eingesprengt sind. Bald aber kommt Leben in das Rehwild, denn um die Monatsmitte pflegt die Brunft des Rehes, die „Blattzeit", zu beginnen. Dann bringen brunftige Schmalrehe und später Ricken auch die heimlichsten, alten Böcke aus die Läufe, und nun hat der Jäger Aussicht, einen guten Teil seines noch ausstehenden Abschusses erledigen zu können. Es ist ja meist nur geringes Wild, das ihm freigegeben ist, und je eher es auf der Decke liegt, um so besser. Zwar mag das Ansprechen 38 Bände. Schwarzschlächter vor dem Eondergericht. Zuchthaus- und Gefängnisstrafen. LPD. Darmstadt, 29. Juni. Das Sondergericht in Darmstadt verurteilte den Metzgermeister Heinrich Neumann III. aus Ock stadt wegen des kriegswirtschaftlichen Verbrechens der Schwarzschlachtung in zwei Fällen und wegen Zuwiderhandlung gegen die Verbrauchsregelungsstrafverordnung in Tateinheit mit Schlachtsteuerhinterzlehung zu einem Jahr und sechs Monaten Zuchthaus, 600 RM. Geldstrafe und 310 RM. Wertersatz. Der Angeklagte, der ein Metzgereigeschast betreibt, hat von Oktober 1940 bis April 1942 bet drei mitangeklagten Landwirten die Hausschlachtung von einem Kalb und zwei Schweinen ausgefuhrt und Teile des Schlachtertrags ohne Bezugsberechtu gung ins eigene Geschäft übernommen. Hinsichtlich der zwei Schweineschlachtungen im Februar und April 1942 wurden besonders verwerfliche Falle der böswilligen Bedarfsdeckungsgefährdung festgestellt, weil der Angeklagte sich zu dieser Zett trotz Kenntnis der Marktlage rücksichtslos über die ihm bekannte Versorgungsregelung hinweggesetzt hat. Zwei der mitangeklagten Landwirte, die noch 1942 ihres unberechtigten Vorteils wegen von Neumann je ein Schwein 'schwarzschlachten ließen, wurden auf Grund der Vorschriften der Kriegswirtschaftsverordnung in Tateinheit mit Steuerhinterziehung und Verbrauchsregelungsvergehen zu je acht Mo-naten Gefängnis, 300 RM. Geldstrafe und 120 RM. Werter atz verurteilt. Der vierte Mittäter, dessen Schwarzschlachtungsverfehlung gleichfalls nur einen Fall betrifft und bereits ins Jahr 1940 fallt, erhielt unter Berücksichtigung von Milderungsumstanden wegen Vergehens gegen die Verbrauchsregelungsstrafverordnung und Schlachtsteuerhinterziehung fünf Monate Gefängnis, 100 RM. Geldstrafe und 70 RM. Wertersatzstrafe. Gut erhalt.,mod. Kinderwagen, beige, m. allem Zubehör, Preis Mk. 45,-, z. verk. Anzus. Dienst., 30.6.1942, nachmittags zwischen 14u.l6Ubr.03139 Alicenstr. 35 L Bewährte Hilfe für alle, die an Fußflechte leiden. Die häßliche und übertragbare Fußflechte, die der Arzt Dermatomykose nennt, kann auch die saubersten Menschen befallen. Die feuchten Stellen, schmerzhafte Hautrisse zwischen den Zehen und unter den Fußballen, entstehen durch einen Pilz, der in Wärme, Feuchtigkeit und starker Schweißabsonderung besonders gedeiht. Befeuchten Sie morgens und abends die von der Fußflechte befallenen Hautstellen mit Ovis, dem erprobten Desinfektionsmittel für Füße. Ovis dringt tief in die Oberhaut ein und tötet die Pilzbildung schnell und schmerzlos ab. Beobachten Sie Ihre Füße täglich. Bei den ersten Anzeichen, die auf Fußflechte schließen lassen, verwenden Sie sofort Ovis. Alpine Chemische A G , Berlin NW 7.*643V Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang meiner lieben Frau, meiner guten Mutter und Großmutter, sowie für die vielen Kranz- und Blumenspenden sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichen Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: Joh. Leun X. Anna Wenzel, geb. Leun Luci Wenzel. Großen-Linden, den 29. Juni 1942. 03122 .Jgr, Danksagung. UAW Für die vielen Beweise herzlichster TeiL nHT1 nähme bei demHeldentod meines lieben Mannes und Vaters, unseres lieben, unvergeßlichen Sohnes Fritz Bolbeth, Gefreiter in einer Panzer-Division, sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Berta Bolbeth und Kinder Friedrich Bolbeth und Frau Gießen (Gnauthstr. 4), im Juni 1942. ______________03130 LICHTSPIEL-THEATER Gloria-Palast, Seltersweg: Frauen sind doch bessere Diplomaten Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Die Puppenfee_________vaoA Tägl. 3,5.15,8, So. 2.30,5,8 Uhr Danksagung. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme, für die Kranz- und Blumenspenden, sowie allen denen, die unserem lieben Sohn und Bruder während seiner schweren Krankheit so treu zur Seite standen, sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Familie Wilhelm Dippel. Gießen (Bruchstr. 22), im Juni 1942. 03137 alle lästig. Haare Leberflecken Pickel, Sommerspross. usw. entf. u.Gar.Mr immer Frau B. Gulden seit1935Fr.W.Henkel Am Riegelpfad 32. Sprechstund.jetzt Mittwochs,Gießen 9-17 Uhr dnrehg. Gelber VellenIM entflogen. Wiederbr. Bel. Am NaHrungs- 03125 berg 41. Unser Geschäft Ist ab 1. Juli bis 31. Juli wieder geöffnet! 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