Samstag, 30./Sonntag, 31. Mat 1942 Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Gießener »>amilienblätter Heimat iniBild DieScholle Bezugspreis: Monatlich.....RM.1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Annahme von Anzeigen für die Mittaasnummer bis 8'', Uhr desVormittagS Anzeigen-Preise: Anzeigenteil 7 Rvf. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Textteil 50 Rvf. je mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung MalstaffeH AbschlüsfeMengenstaffelS Plavoorschrift (vorherige Vereinbarung) 25"/. mehr ÄnjSrmÄe^1- ,®”4 I-OlttKHtVr fÜt (Mwlwifolt Sd|fif‘,eitUn« Hn6 ®e’d'äf,Sfte"<: Postscheck116ss^rankf./M. vrühlscheUniversttatrdnlckerriS.Lange V/vllvlU|*vllljV lUvl |U€ vVtlwV 11VII Stehen,Schulstrahe 79 192. Jahrgang Nr. 124 jß» ▲ W q Samstag, 30.^ Gießener Anzeiger Subdas Lhandra dose vom Führer empfangen den Vorkämpfer der indischen Freiheitsbe l ro p Subhas Lhandra Vose zu einer megung Erbitterte Schlacht in der Cyrenaika Aus dem schon seit Tagen verfolgten und wie- Oer Wehrmachiberichk DRB. Führerhauptquartier, 29. Mai. Der Führer empfing in Gegenwart des Reichsminiskers des Auswärtigen von Ribben- bekannt: Die Säuberung des Schlachtfeldes südlich Charkow von den zersprengten Resten des geschlagenen Feindes wird fortgesetzt. Gefangenen- und Beutezahlen wachsen ständig. Im mittleren Abschnitt der Ostfront führte ein Angriffsunternehmen in harten Kämpfen zur Einschließung mehrerer Feindgruppen. Auch im nördlichen Frontabschnitt brachte ein örtlicher Angriff Geländegewinn, vereinzelte Angriffe des Feindes blieben erfolglos. Vor der Kaukafusküfke erzielten Kampfflugzeuge Bombentreffer auf einem Sowjet-Zer- ftörer. An den Ufern des Ladogasees trafen Kampf- und Sturzkampfflugzeuge große Versorgungslager der Sowjets sowie abgestellte Züge und warfen ein Frachtschiff m Brand. Im Hafen von Murmansk wurde ein großes Handelsschiff durch Bombenwurf beschädigt. Allein in Luftkämpfen an der karelischen Front verlor der Feind am gestrigen Tage 2 2 Flugzeuge, darunter mehrere des Musters hurricaae. Zeit vom 25. bis 27. Mai 14 Schiffe mit zusammen 96 000 BRT. versenkt. Inzwischen wurden zwei weitere Handelsschiffe mit zusammen 12 000 BRT. versenkt und ein bereits beschädigtes Handelsschiff von 6000 BRT. erneut angegriffen und zum Sinken gebracht, fo daß sich der bisher vernichtete Handelsschiffsraum auf 114 000 BRT. erhöht hat. In der Cyrenaika sind deutsche und italienische Truppen am 26. Mai zum Angriff auf die feindlichen Stellungen angelrelen. Seitdem ist eine erbitterte Schlacht im Gange. Ein Sicherungsfahrzeug der deutschen Kriegsmarine versenkte vor der libyschen Küste ein britisches Schnellboot durch Artillerievolltreffer. Reber der Deutschen Bucht wurden in der vergangenen Rächt einzelne feindliche Störslugzeuge festgestellt. Marinartillerie brachte eines der Flugzeuge zum Absturz. und fällt aber mit der militärisch-politischen Gesamtlage im Nahen Osten! Und mit der bekannten Vorsicht sind die Engländer als Bauunternehmer im Hatay heute auf dem Punkt angelangt, abzuwarten, was sich aus dem japanischen Stoß gegen Indien und aus dem deutschen Stoß gegen die UdSSR, ergeben wird. Die Langeweile des langsamen Arbeitstempos vertreiben sich die Engländer in dem sonst sehr netten Städtchen Mersin mit ausgiebigem Genuß des einheimischen Rakki-Schnapses. Es gibt keinen Whisky mehr, denn die Schiffe, die kommen, haben andere Ladungen und auch das türkische Bier und der türkische Wein sind rar geworden, weil es an Flaschen, Korken, Bstchverschlüssen und an Transportmöglichkeiten fehlt. Die türkischen Industriezweige, von der Lieferung ausländischer Rohstoffe, Maschinen und Ersatzteile abhängig, haben ja im Laufe der letzten Jahre einiges an Leistungsfähigkeit eingebüßt. Aehnliche Aspekte, wie Mersin, zeigt Iskenderun (Alexandrette). Nach der Seeseite hin ist die kleine Stadt weniger türkisch und mehr leoanti- nisch, eine Folge der französischen Mandatszeit. Die Straßen sind gut, die Häuser häufig ansehnlicher. Der englische Konsulardienst verfügt über zwei stattliche Billen, die ben türkischen Offiziersklub und die Dienststelle des kommandierenden türkischen Generals einrahmen. Unweit daneben das kleine Wohnhaus des deutschen Vizekonsuls, dem derzeitig in Kleinasien am südlichsten liegenden Reichsvertreter. Von Iskenderun führt eine unter französischer Mandatshoheit erbaute prachtvolle Autostraße über das Amanusgebirge, über den herrlichen Belen- Paß nach dem alten Antiochia, dem heutigen A n - t a k y ä. Die Stadt liegt hübsch und sauber am Fuß steiler Felsgebirge, gekrönt von Ruinen. Der Oron- tes-Fluß zieht mit reißender Strömung durch die Stadt und vermittelt etwas Kühlung, vermischt mit längeren Unterredung. Vorher Halle der Reichsauhen- minisler mit Subhas Lhandra Bose eine Besprechung. Subhas Lhandra Bose war vor kurzem auch vom Duce empfangen worden, wobei der Duce mit ihm eine lange und herzliche Besprechung hakle. ♦ Subhas Chandra Bose, der Führer der indischen Nationalisten, hat in den letzten Monaten, seitdem Japans Wehrmacht vernehmlich an die Tore Indiens klopft, durch zahlreiche Aufrufe von glühender Vaterlands- und Freiheitstiebe von sich reden gemacht. Sein Besuch in Deutschland und Italien lenkt erneut die Aufmerksamkeit auf einen Mann, der sein ganzes Leben lang sich dem Kampf für die Befreiung feines Vaterlandes vom englischen Joch gewidmet hat. Obwohl er nach einem Studium an Myriadenschwärmen winziger Mücken. Eine arbeitsame Stadj, der es aber sichtlich am Hinterland fehlt und die zur fördernden Meerseite durch den Wall des Amanusgebirges abgeschlossen ist. Der Basar von Antakya ist noch typisch orientalisch, viele Häuser verraten arabischen Einschlag, vom französischen Sprachgut ist wenig übrig geblieben und Arabisch scheint nicht weniger häufig gesprochen zu werden wie Türkisch. Als die Volksabstimmung des Sandschak die Rückkehr des Gebietes zur Türkei besiegelte, erfolgte eine beinahe radikale Auswanderung der Nichttürken, also der Armenier, Griechen und Juden und selbstverständlich der Franzosen, so daß heute im Hatay die Türken durchaus unter sich sind, — außer den Engländern. Man kann aber nicht behaupten, daß die Engländer etwa übermäßig auffallen würden. Im Anfang haben sie es -getan, haben sich in „kolonialem" Benehmen versucht, betätigten sich als Propagandisten ihrer „fünften Kolonne". Darauf reagierte man von türkischer Seite überaus unangenehm, so daß die britische Botschaft sehr massive Sprachregelungen erteilen mußte, um unbequemen Zwischenfällen vorzubeugen. Jetzt leben die Engländer streng unter sich, bekommen scharfe türkische Ueberwachung zu spüren und das Höchste ihrer Gefühle darf sich darin äußern, daß sie in der einzigen „Tanz-Bar" von Mersin sich allabendlich gegen gutes Geld das Tipperary-Lied oder den lächerlichen Song von der „Wäsche an der Siegfried-Linie" vorspielen lassen. Wenn aber England irgendwo eine Niederlage eingesteckt hat, dann läßt der englische Konsul in Mersin oder der in Iskenderun schön gedruckte Einladungskarten an die „Society", also auch an Türken (und Juden) ergehen, zu feuchten Empfängen, mit Tanz verbunden ... Stimmungsmache mit der Losung „Keep smiling". Die Türken haben das aber längst durchschaut und sie haben auch registriert, daß die Engländer nur langsam bauen, daß in Aleppo große Transportflugzeuge angekommen sind (wer soll damit von mo evakuiert werden?!), und man weiß aus englischen Aussprüchen, daß im gefährdeten Gebiet angelegte Bauten auch von vornherein mit den Dispositionen für eine Zerstörung versehen werden. pausenlose Luftangriffe in der Cyrenaika-Gchlacht. Der italienische Wehrmachtbericht. Rom, 30. Maii. (DNB.) Der italienische Wehrmachtbericht vom Freitag hat folgenden Wortlaut: Seit dem 26. Mai griffen italienische und deutsche Streitkräfte die ihnen an der Marmarica-Front gegenüberliegenden feindlichen Verbände an. Seit dem Vormittag des 27. Mai ist eine heftige Schlacht im Gange, die sich zugunsten der Truppen der Achsenmächte entwickelt. Zahlreiche Gefangene und beachtliche Beute wurden gemacht. Die Luftwaffe unterstützt pausenlos mit starken Verbänden die Bodenunternehmungen. In Luft* kämpfen wurden sieben Flugzeuge von deutschen Jägern abgeschossen. ^Jn der vergangenen Nacht warfen britische Flugzeuge in der Umgebung von Catania Sprengbomen ab; es entstanden feine erheblichen Schäden, keine Opfer unter der Zivilbevölkerung. Eine Maschine wurde von der Flak abgeschossen. * Die Cyrenaika ist der östliche Teil Libyens und der eigentliche Schauplatz der fünf Feldzüge, die seit dem Herbst 1940 hier geführt wurden. Unter der Marmarica wird die tafelförmige Erhebung mit leicht gewellter Oberfläche verstanden, die nach dem Norden zur Küste, nach dem Süden zur eigentlichen Sahara abfällt und nach Osten an die ägyptische Grenze anstößt. Alle Kämpfe in Libyen waren bisher durch zwei wesentliche Merkmale gekennzeichnet: durch den überragenden Einsatz der Panzer in den Erdkämpfen, die aus der Luft nachdrücklich unterstützt wurden: fei es durch Aufklärer, die die feindlichen Panzerstreitkräfte ausmachten; sei es durch Kampfflugzeuge und Jäger, die die Luftüberlegenheit sicherten; sei es durch die Stukas, die den Angriff der eigenen Panzer gegen die feindlichen Streitkräfte fo wirkungsvoll unterstützten; fei es auch durch die braven Lastmafchinen, die Nachschub über die Hunderte von Kilometern schwierigen Geländes unmittelbar hinter die Front brachten Aber so vielfältig der Eins i; der Luftwaffe ist, fo fällt doch in der Cyrenaika den Panzern hie Rolle zu, die im europäischen Bereich von der Infanterie erfüllt wird: Gelände, das erobert ist, zu behaupten. Lange hat der heiße, staubsührende Südwind, der Gibst, der in diesem Jahr besonders heftig auf- .^K°"Mchandluygen unmöglich gemacht. Inzwischen hat der afrikanische Sommer eingesetzt. Die englische Mittelmeerslotte, in deren Oberbefehl vor wenigen Tagen ein Wechsel eingetreten ist, hat die Verbindung mit Libyen nicht, wesentlich zu stören vermochte Malta wurde in monatelangen Luftbombardements niedergehalten. Damit waren die Dor- Absetzungen für die Kampfhandlungen gegeben, die jetzt begonnen haben. ä der Universität Cambridge im indischen Zivildienst schnell aufgestiegen war und als Bürgermeister von Kalkutta die sichersten Aussichten auf eine große Stellung in der indischen Verwaltung hatte, verzichtete er auf diese Laufbahn und trat der indischen Unabhängigkeitsbewegung bei. Als ihr Führer in Bengalen richtete er die schärfsten Angriffe gegen die britischen Regierumgs- methoden, was wiederholt zu seiner Verhaftung und zu hohen Gefängnisstrafen führte. 1924 wurde er nach Burma verbannt, nach zwei Jahren wegen einer Erkrankung begnadigt, jedoch 1927 erneut eingekerkert. Nach seiner Entlassung 1929 wurde er Vizepräsident des Allindischen Kongresses. 1933 brach Boses Gesundheit infolge neuer langer Kerkerhaft erneut zusantmen, und er mußte sich zu einer Kur nach Europa begeben. Ein Kongreß der im Auslande lebenden Inder wählte ihn im De-, zember 1939 in Rom zu seinem Präsidenten. Als er ein Jahr später nach Kalkutta zurückkehrte, wurde er von den Engländern unter Polizeiaufsicht gestellt. Trotzdem wurde er im Januar 1938 Zum Präsidenten des Allindischen Kongresses gewählt. Als solcher vertrat er auf das schärfste die völlige Loslösung Indiens aus dem britischen Empire. Als sich Meinungsverschiedenheiten mit Ghandi ergaben, trat Bose im Mai 1939 als Kongreßpräsident zurück. Ende Juni 1940 wurde er erneut verhaftet und im November zu mehreren Jahren Gefängnis verurteilt, aber, da er sofort in den Hungerstreik trat, bereits Anfang Dezember entlassen. Kurz vor seiner Wiederverhaftung verschwand Bose im Januar 1941 aus Kalkutta. Sein Empfang durch den Führer und den Duce zeigt die Sym- pachten, die der Freiheitskampf des indischen Volkes gegen seine britischen Unterdrücker bei den Mächten der Achse genießt. Die neue Ordnung, der Welt, für die Deutschland, Italien und Japan gegen den anglo-amerikanischen Kapitalismus kämpfen, wird auch den unterdrückten Völkern das ihnen so lange vorenthaltene Recht auf Selbstbestimmung ihres nationalen Schicksals geben. Reise nach den Hatay Von unserem W. E. B.-Berichterstatter. Gegen Tschunking. Bald sind es fünf Jahre seit jenem folgenschweren Zwischenfall an der Marco-Polo-Drücke bei Peking, einer Schießerei zwischen japanischen Soldaten und chinesischen Studenten, mit dem der japanisch-chinesische Krieg begann, der nun in eine neue Phase eingetreten zu sein scheint. Damals glaubte man in Tokio vermutlich nur an eine kurzfristige Strafexpedition in einer der bereits unter Kontrolle der japanischen Kwantung-Armee stehenden nordchinesischen Provinzen, während der radikale Flügel der Kuomintang, der nationalistisch- reformerischen chinesischen Einheitspartei Sunjatsens in dem Zwischenfall den Auftakt zum großen Befreiungskampf Chinas sah. Marschall Tschiangkaischek, der Verwalter des Erbes Sunjatsens, war nüchtern und klar blickend genug, die ungeheuren Schwierigkeiten zu erkennen, die sich einem solchen Unterfangen seines kaum gerüsteten, noch keineswegs von einem einheitlichen starken Nationalgefühl durchdrungenen und nach schier endlosen Bürgerkriegen sich mitten in größten innerpolitischen Umwälzungen befindenden Volkes entgegenstellen mußten. Aber bei den radikalen Nationalisten der Kuomintang fand der Marschall mit solchen Bedenken kein Gehör. Sie zwangen ihn, die Führung des Krieges zu übernehmen, dem er gerne ausgewichen wäre, um sein großes Aufbauwerk der inneren Befriedung Chinas als Voraussetzung für die Errichtung eines modernen nationalem chinesischen Einheitsstaates ungestört fortsetzen zu können. Auch Japan hätte den Krieg gerne vermieden, weil es nichts anderes wollte, als die Ausschaltung des angloamerikanischen Kapitalismus, der im Laufe der letz-, ten achtzig Jahre, begünstigt durch die ständigen inneren Wirren in China und die.Schwäche der chinesischen Zentralgewalt, alle wirtschaftlichen Schlüsselstellungen des Landes unter feine Kontrolle gebracht hatte. In ihm mußte Japan — das hatte schon der Mandschukuo-Konflikt 1931 gezeigt — eine ständige Bedrohung feiner eigenen kontinentalen Interessen und den schärfsten Gegner seines Plans der Errichtung einer großasiatischen Wohlstandsphäre durch einen engen Zusammenschluß der drei großen Völker Ostasiens sehen. Denn nur durch den. Einbau der gewaltigen Volks- und Wirtschaftskraft des chinesischen Reiches mit feinen 430 Millionen Menschen, mit seinen ri^igen Bodenschätzen und den in einer Intensivierung seiner um Jahrhunderte rückständigen Landwirtschaft liegenden Möglichkeiten konnte Japan seinen Plan einer einheitlichen politischen und wirtschaftlichen Ausrichtung des ostasiatischen Raumes duxchführen, in dem es die beste, ja die einzige Sicherung der eigenen nationalen Zukunft eines auf dem schmalen Raum einiger vulkanischer Inseln zusammengepreßten, ständig wachsenden Volkes sah, das bislang trotz allen Fleißes und aller Genügsamkeit nicht das Maß an Unabhängigkeit und Wohlstand hatte erringen können, das ihm nach seiner glorreichen Geschichte, seiner hohen Kultur und immensen Volks- fraft zukommt. Tschiangkaischek,*der ein gut Teil feiner militari- (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Ankara, im Mai 1942. Ganz im Süden der Türkei, 30 Bahnstunden von Der Hauptstadt Ankara entfernt, liegt dasHatay- Land, das in den Nachkriegsjahren als Sandschak Alexandrette viel von sich reden machte, bis es.zum türkischen Mutterland zurückkam. Die Rückgliederung des Hatay an die Türkei hat eine wesentliche Rolle gespielt bei der von England betriebenen Bündnispolitik mit der Türkei, dis wie Üblich auf Kosten einer dritten Macht ging, nämlich Frankreich, das von England gezwungen wurde, auf den Sandschak, der zum Mandatsland Syrien gehörte, zu verzichten. Auch heute ist das Hatay-Land für England von einer gewissen Bedeutung, nachdem Syrien von den Engländern besetzt wurde. Die Tätigkeit der Engländer im Hatay ist überaus rege, in den verschiedensten Formen. Die äußerliche Berechtigung für das Vorhandensein von etwa 300 Engländern in den kleinen türkischen Küstenstädten Mersin und Iskenderun (Alexandrette) ist abgeleitet durch Bauaufträge, die der türkische Staat an" englische Firmen übertragen hat: Vorarbeiten für die A n - läge von Häfen in beiden Städten, Einrichtung von Lagerhäusern, Bau und Ausbesserung des Landstraßennetzes. Daneben geht der ganze türkische Seehandel mit den angelsächsischen Mächten über diese beiden Häfen, vor allem die Einfuhr von Kriegsmaterial für die Türkei, sowie die Ausfuhr von Chromerzen nach England. Diese maritime Bewegung, betrieben unter englischer, auch norwegischer, schwedischer und griechischer Flagge im Dienste Englands, macht die Anwesenheit der Beamten eines „Board of Shipping" erklärlich, sowie die Anwesenheit von technischen Abnahme- und Uebergabekommissionen. Außerdem gibt es in Mersin, Iskenderun und auch in Adana englische Konsulate, mit den dazugehörigen „Spezialbeamten" ... Dreihundert Engländer, teils mit Familien, müssen natürlich untergebracht werden, so daß jeder verfügbare Raum und jedes Haus, das einigermaßen tauglich ist, von den Engländern belegt ist, was eine Steigerung der Mietpreise um das Drei- und Vierfache hervorgerufen hat. Ein reges Hin und Her der Engländer läßt sich bet jeder Eisenbahnfahrt beobachten. Diese südlichste Ecke der Türkei ist ja auch das Transitland für den englischen Verkehr nach Syrien, nach dem Irak, zum Persischen Golf, zum Suezkanal, nach Aegypten. Oft auf Wochen hinaus sind die drei Schlafwagen des „Taurus-Expreß", der heute noch zweimal in der Woche zwischen dem Bosporus und dem Irak und Syrien verkehrt, von Engländern, Amerikanern, Polen und — Juden belegt. Der Taurus-Expreß, zusammen mit dem „Anatolien- Expreß", zwischen Istanbul und Ankara, gehört zu den wenigen Strecken, die noch von der Internationalen Schlafwagen-Gesellschaft bewirtschaftet werden. Zweimal in der Woche gibt es einen Schlafwagen nach Bagdad und zurück und einen nach dem syrischen Tripolis. In schneller Fahrt rast der Taurus-Expreß auf der von deutschen Fachleuten erbauten Strecke vom 1470 Meter hohen Ulu-Ktschla-Paß hinab in die zili- zjsche Ebene, durch eine Hochgebirgswelt von großartiger Schönheit, von kahlen, windumbrausten Hochflächen durch unzählige Tunnels in die subtropische Landschaft Adanas. Palmen, Kakteen, Agaven und primitive Dörfer aus Lehmziegeln erbaut, kennzeichnen den letzten Tell des Weges inmitten einer ungemein fruchtbaren, sauber bestellten Gegend. Kurz vor Adana liegt die Station P e - nidsche, mit dem typischen Stationsgebäude im türkischen Stil, erbaut von deutschen Architekten in den Jahren vor dem Weltkrieg. Von hier führt eine Stichbahn nach der Hafenstadt Mersin, der eigentlichen Hochburg der Engländer. Das glte, aber sauber gehaltene und dabei geradezu romantisch- orientalische Hotel „Toros" mit seiner hölzernen, zum Strand reichenden Terrasse ist Verkehrsmittelpunkt der Engländer, die auch die meisten Zimmer als Dauermieter besetzt halten. In Mersin soll ein richtiger Hafen gebaut werden. Heute liegen die Schiffe auf der breiten, weit- hinaus versandeten, den Südwinden preisgegebenen Reede. Im „Toros"-Hotel bekommt man.schon richtiges „breakfast", allerdings ohne Butter ... letzteres eine bemerkenswerte Erscheinung der Dertei- lungs- und Ernährungsschwierigkeiten eines reinen Agrarlandes, dem aber die dauernde Mobilhaltung einer zahlenmäßig sehr hohen Wehrmacht einen für die Zivilbevölkerung sehr fühlbaren Stempel aufdrückt. Die Lebensmittelpreise sind teilweise noch höher als in Ankara, denn das Wenige, was aus den Zwangsaufkäufen der Militärintendantur über bleibt, wird nach den großen Städten verkauft. Daneben blüht ein guteingefpielter Schleichhandel mit Vieh und Bodenprodukten hinüber nach Snrien, um die britischen, südafrikanischen, neuseeländischen, griechischen, polnischen, gaullistischen und sogar arabisch-jüdischen Divisionen und Brigaden, die zwischen Iran, dem Irak, Syrien und Palästina hin- und hergeschoben werden, mituerforgen zu helfen. Don der Bautätigkeit der Engländer sieht man nicht viel. Sie hat auch keinen großen Umfang, und die wenigen Arbeiten gehen im gemütlichen Tempo vor sich. Der Grund ist einleuchtend, einmal mangelt es an einheimischen Arbeitskräften, zum anderen sind die Engländer vorsichtige Leute. Die Arbeiten, die sie sich im Hatayland für Häfen und Straßen haben überschreiben lassen, haben ein doppeltes Gesicht. Das türkische Jnteresie an leistungsfähigen Häfen und ordentlichen Straßen ist unbestreitbar. Das englische Interesse ist dagegen absolut eiaensüchtig begrenzt. Ihnen liegt nicht das Geringste daran, schnell zu arbeiten und wirtschaftliche Werte zu erstellen, die anderen als englischen Zwecken dienen könnten. Der englische Zweck und die Bestimmung der übernommenen Aufträge steht derholl von Luft- und Seestreitkräften mit großem DRB. Aus dem Führerhauptquarkier,!Erfolg angegriffenen Geleitzug in den Ge- 29.2Ral Das Oberkommando der Wehrmacht gibt wassern des hohen Nordens wurden, wie gestern durch Sondermeldung bekanntgegeben, in der IM „Vriiische Blockade gegenstandslos geworden." Die Rohstoffbasis Der Oreierpattmächte gewaltig verstärkt. ,Oie totgeschwiegene Vernichtungsschlacht Von unserer Berliner Schriftleitung. Sich stauende Erdölvorräte. Größte Transportschwierigkeiten durch die Tankerverluste. Digo, 29. Mai. (DNB.) Die USA.-Wochen- Ichrist „Time" weist darauf hin/ daß in den Vereinigten Staaten innerhalb eines Monats von den Tankwagen die Rekordmenge von rund 320 000 Zoö..^rdöl transportiert werden mußte, da die Ausfälle der Tankerschiffahrt immer größer geworden seien. Trotzdem beträgt diese Höchstleistung nur 20 v.H. des Bedarfs der Industriestaaten an der amerikanischen Ostküste. Diese Höchstleistung wird in ukunft schon deshalb nicht mehr erreicht werden tonnen, da mehrere tausend Tankwagen für ten Transport nach der Pazifikküste neu einge« etzt werden mußten, weil auch dort die Oelknapp- heit bedeutsame Formen angenommen hat. Sogar dre vernachlässigten nordamerikanischen Kanäle und Wasserstraßen sucht man jetzt für den Oeltrans- port nutzbar zu machen. Lastkähne bringen das Del bis zu bestimmten Umschlagplätzen möglichst nahe ^udusttieanlagen, um den Transport auf der Eisenbahn.zu verkürzen. Aber es fehlt hier an genügend Frachtkähnen und Schleppern. In Texas wachsen inzwischen die Lagervorräte, die nicht ab- ^n^portiert werden können, täglich um rund 30 000 Faß. „Gchiffsneubauten bei weitem überflügelt". Gen f, 30. Mai. (DNB.-Funkspruch.) Das füh- rende Landoner Wirtfchastsblatt „Financial News" fchrecht am 26. Mai: „Die äußerst ferneren Hanüels. schlfssoerluste in den amerikanischen Kü- st enge wassern sind bereits seit geraumer Zeit oer Anlaß dapur, daß man in England befürchtet, daß eines Tages die Leb ensUnie der 23er« bundeten von den feindlichen U-Booten durch. I d) n 111 e n sein wird. Die in der Zwischenzeit von der USA.-Manne-L-itung ecj?riffen-n Segcnmaß. nahmen stabsn sich als unroirffam herausqestellt: 6,e Zahl der Ech:ffsvei1enkungen steia-rt sich nach von Tag zu Tag. Wie gewaltig auch die Bauan- strengungen in den amerikanischen Werften sind io wird doch allmählich klar, daß man mit Schiffsneubauten allein dieser bedrohlichen Lage nicht Herr werden kann, da während der letzten Monate die ^chisssversenkungen bei weitem die Neubauten über- 1 u?*I£n-JPl?n fragt sich nun voll Angst, wohin dies« Entwicklung, wenn ihr nicht Einhalt geboten wird, noch führen werde." Ostmedaille vom Führer gestistet. Der Führer hak eine Medaille „Winker- chlacht im Osten 1941 /42" (Osimedaille) ae. stiftet. Sie wird verliehen als Anerkennung für Ve- Währung im Kampf gegen den bolschewistischen Feind und den russischen Winter innerhalb des Zeit, raumes vom 15. November 1941 bis 15. April 1942. Der Führer hat den Chef des Oberkommandos der Wehrmacht beauftragt, Durchführungsbestimmungen zu erlassen. /-------—— ------—— Gent, 29. Mai. (DNB.) Nicht mehr länger ist die Achsenfamilie eine arme Familie, stellt Noel Barber in der „Daily Mail" fest. Die großen Ge- dietsgewinne Deutschlands und Japans seit dessen Kriegseintritt hätten die Achsenmächte in ihrer Rohstoffversorgung in einer Weise gestärkt, daß sie heute m vielerlei Hinsicht besser dastünden als die Verbündeten. Ihre Rohstoffbilanz sei zu einem mächtigen Faktor geworden, den man nicht mehr länger unbeachtet lassen könne. Die Achsenländer hätten alle für die Kriegführung notwendi- aen Rohstoffe jetzt selbst, und damit sei dre britische Blockade gegen st andslos geworden, ja, noch viel schlimmer, während die Achsenmächte die Rohstoffe aus ihren eigenen oder den besetzten Ländern anOrtundStellever- arbeiten könnten, müsse England alles, was es brauche, auf langen und gefährlichen Seewegen heranholen. Im einzelnen wird dann nachgewiesen, was wir alles haben und die Engländer nicht, so Aluminium, ohne das kein Flugzeug gebaut werden kann, DuecffUber, ohne das feinere Kriegsinstrumente nicht hergestellt werden können, usw. Und auch Del hätten wir genug. Dazu hätten die Japaner im Dften die reichsten Rohstoffgebiete gewonnen, so beispielsweise 90 v. H. der Weltgummiproduktion. * Mit diesen Feststellungen wird der Zusammenbruch der Erwartungen, unter denen England uns den Krieg erklärte, glatt zugegeben. Im Weltkrieg gewann England sein Spiel, weil es uns die Rohstoffe nicht nur aus Ueberfee, sondern auch aus den meisten europäischen Ländern abschneiden tonnte. England versuchte auch diesmal mit den gleichen Methoden zum Ziel zu kommen. Das bewiesen feine Aufwärmung der Hungerblockadepolitik am Tage der Kriegserkläruna und seine Versuche, auch durch das völkerrechtswidrige System der „Schwarzen Listen gegenüber neutralen Kaufleuten uns die Rohstoffzufuhren abzuschneiden. Wohlgefällig pflegte in den ersten Kriegsjahren der inzwischen abgesetzte fuhrt von Hangtschau, der Hauptstadt Tschekiangs, m südwestlicher Richtung über Nantischang nach dem schon genannten Tschangtscha. Die japanischen Streitkräfte haben bereits die als Ausgangspunkt wichti- ger Straßen zwischen Oft- und West-Tschekiang stra. teglsch bedeutsame Stadt Kinhwa etwa 100" Kilo- Meter südlich von Hangtschvu und nach erbitterten Kämpfen auch Lanchi am Chientangkiang erobert. Nach den letzten Meldungen aus Tokio ist damit der Hauptmasse der hier sich verzweifelt zur Wehr fet- zenden Tschungking-Truppen der Rückzug abgeschnitten Wie Tschiangkaischek mit der Tschekiang-Eisen- bahn eine der letzten noch in seinem Machtbereich verkehrenden Bahnstrecken verliert, so wird auch durch das Dorrücken der Japaner der bisher immer noch durchsickernde Nachschub von Kriegsmaterial und Landesprodukten aus der sehr fruchtbaren und wirtschaftlich entwickelten Provinz Tschekiang, die übrigens die Heimat des Marschalls ist, abgeschnitten werden. Strategisch bedeutsamer sind im Gesamtrahmen pes Krieges gegen Tschungking gesehen die Operationen, die die japanischen Truppen nach der Niederlage der Tschungking-Armeen in Nordburma über die burmanisch-chinesische Grenze nach der westchinesischen Provinz Yünnan hineintragen. Das Bündnis mit den anglo-amerikanischen Plutokraten ist Tschiangkaischek zum Verhängnis geworden. Statt ihm die Bewegungsfreiheit zu verschaffen, die er sich von einem anglo-amerikanischen Druck auf Japan erhofft hatte, waren die Bundesgenossen durch die Siege der japanischen Waffen in der Südsee bald selber m eine derart prekäre Sage geraten, daß sie Tschungkings Hilfe für die Verteidigung Indiens erbitten mußten. Tschiangkaischek ließ sich verleiten, ferne besten Armeen den Verbündeten in Nordburma zur Verfügung zu stellen. Aber sie konnten das Kriegsglück nicht wenden. Der japanischen Stra- regie gelang es, am Jrawadi Briten und Tschung- klng-Truppen zu trennen und beide vernichtend aufs Haupt zu schlagen. Ein in japanische Gefangenschaft geratener britischer Kommodore, der Derbindungs- offizier zwischen der britischen Armee und den Tschungking-Truppen in Nordburma gewesen war, beklagt sich bitter über den Mangel an Zusammen- arbeit zwischen beiden. Er sagte, die Tschungking- Armee habe anfänglich einen zuverlässigen Eindruck gemacht, obwohl die chinesischen Soldaten an Qua- ntät sehr zu wünschen übrig ließen und nur die Halste mit Gewehren ausgerüstet gewesen wären Aber mit dem Vorrücken der Japaner habe die Disziplinlosigkeit unter den chinesischen Iruppep tag- Flugfeldern mit Hilfe der USA., zerstört wor- )en. Dies sei, nach der Abschneidung der Burma- traße «in besonders schwerer Schlag. Den Ereignissen in Tschekiang fei aus den vorliegenden Gründen große Bedeutung beizumessen. Timoschenko hatte, bevor er diese Riefenschlacht, "die größte der Weltgeschichte", wie amerikanische Zeitungen zunächst triumphierend berichteten, verlor, seine Armeen mit einem gewaltigen Hochofen verglichen, in dem so viele Feinde wie möglich ein- geschmolzen werden müßten, damit für die gesamte Kriegslage ein Erfolg herauskäme. Heute steht fest, daß jedenfalls Timoschenko selbst mit seinen Armeen eingeschmolzen worden ist. „Der Feind befindet sich in regelrechter Flucht" meldete am 16. Mai die bolschewistische Lügen-Zentrale in Kuybischew, aber seit der deutschen Offensive wurden die Lügen immer kleiner, und zuletzt schwieg man sich über den Fortgang der Schlacht bei Charkow ganz aus. Aber es ist doch eine unglaubliche Frechheit, wenn man in Kuybischew jetzt einfach so tut, als seien die drei vernichteten Armeen Timoschenkos überhaupt nicht vorhanden gewesen, Als auf der Halbinsel Kertsch die verbündeten Deutschen und Rumänen bereits längst den Durchbruch erzwungen hatten, fabelte der Bolschewismus noch von angeblichen Erfolgen, und als die Einkesselungsschlacht beendet war und wir die ganze Halbinsel in unseren Besitz gebracht hatten, logen die Moskauer Machthaber in die Welt hinaus, die Stadt Kertsch sei von den Bolschewisten „evakuiert" worden, in aller Ruhe seien Truppen und Material über die Meerenge in Sicherheit gebracht worden. Das deutsche OKW. hat daraufhin ausländische Kor. respondenten das Schlachtfeld besuchen lassen. Ihre Berichte geben das Bild ves furchtbaren Zusammenbruchs der Bolschewisten in voller Echtheit wieder. Ein schwedischer Augenzeuge hielt die Niederlage für weit „schlimmer als Dünkirchen". Man kann sich nach diesem Beispiel ausmalen, was jetzt in Charkow geschehen ist. Die Wahrheit kommt auch darüber an den Tag. l'ch jugenommen und Gewalttätigkeiten seien an her Tagesordnung gewesen. Man mag in dieser Krittk den üblichen Eselstritt sehen, den die Briten noch immer für ihre 23er- bundeten übrig gehabt haben, die in ihre Nieder- age hineingezogen wurden. Aber das britische Ur- teil bestätigt die Auffassung, daß die chinesischen Truppen beträchtlich an Kampfwert verlieren, sobald sie sich nicht die Weiträumigkeit des Geländes chrer Heimat zunutze machen können und nicht die Möglichkeit haben, unter die Bevölkerung des eige- "b.n Landes gemischt und von ihr kräftig unter- stutzt, irregulären Bandenkrieg zu führen. So wurden die Schlachtfelder am Jrawadi und am Salwin das Grad der Hoffnungen Tschiangkaischeks und die Burckastraße, mit deren Dau der Marschall einst auf die denkbar sicherste Weise den Anschluß an den Weltverkehr herzustellen gedacht hatte, ist nun zur Vorrnarschstraße der Japaner geworden, deren motorisierte Panzertruppen auf ihr gen Osten roUen. Wenn auch der Hochgebirgscharakter der Nrenzprovinz Yunnan dem japanischen Vormarsch ungeheure Schwierigkeiten bietet, so haben die Feldzüge in den Dschungeln Malayas und in der Ge- birgswelt Oberburmas bereits gezeigt, daß der japanische Soldat der Mann dazu ist, jedes Gelände zu meistern. Tschungking sieht sich also von den Japanern in die Zange genommen und es erscheint mehr als fraglich, ob Tschiangkaischek nach den schweren Verlusten an Menschen und Material auf Den Schlachtfeldern Nordburmas und nun ganz auf sich allein gestellt, einen Zweifrontenkrieg gegen einen Gegner Durchzustehen vermag, der entschlossen ist, diefen Konflikt mit allen Mitteln zu Ende zu fuhren. Dr. Fr. W.Lange. Der Tschekiang-Feldzug. . Nanking 29. Mai. (DNB.) Der Sprecher der japanischen Armee teilte mit, der japanische Vormarsch in Tschekiang binde 22Tschungking- Di Visionen, von denen der größte Teil durch die Kampfhandlungen der letzten Wochen bereits ? e l ‘ t e 1 Drei Befeftigungszonen seien durchbrochen worden, bevor das Hauptquartier der dritten Tschungking-Kriegszone in Kinhwa ge- nommen worden sei. Die jetzige Offensive beseitige die letzte Moglichkett einer Bedrohung des Yangtse- taies von Süden und die Ausnutzung der Tsche- hangfufte zur Unterstützung Tschungkings durch Waffen- und Warenschmuggel. Ebenfo sei die letzte Hoffnung Tschungkings» VieUntsrhaltungvon Blockademinister D a l t o n, ein Labourparteiler, der im Zivilberuf Professor für Statistik an der Univer- fität London ist, von Zeit zu Zeit im Unterhaus zu erzählen, daß nach seinen Statistiken die Deutschen und Italiener nur noch für so und so viel Monate Oel, Erze, Brotgetreide, Fleisch hätten. England brauche nur abzuwarten, bis sich die Achsenmächte auf'Gnade oder Ungnade ergeben müßten. Wir aber hatten einmal allzusehr die englische Krankheit verspürt, um nicht alles daran zu setzen, ihre Wiederkehr zu verhindern. Wir organisierten unter Adolf Hitler Industrie und Landwirtschaft, wir schufen Vorräte und nahmen in Friedenszeiten winzige Entbehrungen auf uns, um im Ernstfälle nicht aus den gleichen Gründen wie 1918 betteln ’3u müssen. Eiüe geniale Strategie warf die Eng- lander aus Europa hinaus und nahmen ihnen jede Möglichkeit, einzelne europäische Länder gegen die Achsenmächte auszuspielen. Die englische Wirt- chaftszeitschrift „Economist" gibt jetzt zu, daß unsere U-Boote eine Lebensgefahr für die USA. seien und daß die im Stalinparadies jetzt vorherrschende Eisen- und Stahlknappheit durch den Verlust der Ukraine sich jetzt auszuwirken beginne. Die „Daily Mail" aber sagt, daß die Hoffnungen von September 1939 gänzlich gescheitert seien und führt das aus das geopolitische Werden eines Neu-Europas und eines neuen Groß-Asiens zurück. Wenn das Blatt schließlich die Hoffnung ausspricht, daß die Briten nun eifrig in ihren Ueberfeegebieten Ersatz für verlorene Rohstoffgebiete ausfinden, möchten, so weiß es, daß es dafür auf Jahrzehnte hinaus keinen Ersatz gibt. Und so kommt der Aussatz zu dem Schluß: „Man wird noch lernen müssen, daß die Achsenmächte mehr haben, als sie eigentlich brauchen." Also eine vollständige Umkehrung Der Singe, wie sie bei Kriegsausbruch lagern „Die Agllsche Blockade ist zerbrochen", schreibt die „Daily Mail . Damit aber ist die Grundlage versunken, aus der England die Mächte des Dreierpaktes zu zwingen hoffte und ohne die es sicherlich niemals einen Krieg gegen uns begonnen haben würde. Fontane als politischer Geher. Die „Konische Zeitung" erinnert an den mehrfachen Aufenthalt Fontanes in England, an die Freundschaft des großen märkischen Erzählers mit Dem englischen Arzt James Morris, mit dem er bis in feine letzten Lebensjahre in regem Briefwechsel verbunden blieb. Mit dem Hell- und Tiefenblick, Der geistigen Menschen im Alter manchmal eigen ist, hat Fontane, besorgt über Die vielfältigen bedrohlichen Spannungen auf Der Weltbühne, wenn auch mit höflicher Vorsicht Dem englischen Freunds gegenüber Gedanken entwickelt, die den Ablauf Der Geschichte gewissermaßen ahnend ooraussehen. So schreibt er 1896: „Die Schicksale nehmen ihren Lauf, unD etwa am Sekulartage von Trafalgar (Der Seesieg von Trafalgar war am 21. Oktober 1805) ober nicht sehr viel später werden wir einen großen Krach haben. England wird dann noch einmal glänzend siegen, aber es wird sein Höhepunkt sein." Im August 1897 heißt es Dann: „Beinah noch bedrohlicher ist die nebenher laufende Frage: Wie lange werden die anderen Die Vexationen Englands oder richtiger Die immer bedrücklicher und immer kränkender werdenden Weltherrschaftsaspirationen Eng-, lands noch aushalten wollen? ... Ein furchtbares Gewitter zieht sich zusammen ... Weltherrschaften sind immer gefährdet, auch wenn sie sich (was selten zutrifft) eines philantropischen Charakters rühmen Dürfen. Die größte Gefahr scheint Rußland: ich glaube, die größte Gefahr ist Amerika." Wer hat damals schon solche Gedanken gedacht? Gedanken, die Jahrzehnte später bittere Wahrheit geworden sind. Ein andermal schreibt Fontane, am bedrohtesten sei England, weil es seine Flügel über die Erde hin am weitesten ausgebreitet habe, es glaubt zwar noch, daß die englische Flotte imstande sei, England vor einer Invasion zu bewahren und daß sie andere Flotten vernichten könne — „das scheint viel, aber in Wahrheit ist es gar nichts!" In einem Der letzten Briefe an Dr. Morris, im März 1898 faßt er noch einmal fein Urteil über England und Die Englische Politik dahin zusammen: „Die Wurzel alles Uebels und aller Anklage liegt einfach Darin, Daß man in England das Faktum einer ungeheuem politischen Veränderung, Die sich auf dem Kontinent vollzogen hat, entweder nicht sieht oder nicht sehen will." England wolle noch immer, wie es gewesen sei, Preußen und Oesterreich als Trabantenstaaten ansehen, sei es Rußlands, sei es Großbritanniens, den alten Zustand vor 1870, aber mit diesem Zustand sei gründlich aufgeräumt, „und statt fünfzig Millionen Deutscher, die sich untereinander auf- fraßen, sind jetzt fünfzig Millionen Deutsche Da, Dio Dieselben nationalen Ansprüche erheben, die man bet anderen Völkern als natürlich und selbstverständlich ansieht. Dies ist der ungeheure Umschwung, der sich vollzogen hat, und mir tun die Völker leid, die sich nicht entschließen können, mit diesem Umschwung zu rechnen." Das sind klarsichtige Worte, geschrieben von einem fast Achtzigjährigen noch vor der Jahrhundertwende. Blättert man in diesen Briefen weiter, dann findet man auch einige Sätze, die, in einem Sinne, wie Fontane wahrlich nicht ahnen konnte, von einer fast unheimlich berührenden Aktualität erscheinen: „Es schadet einem Volke nicht, weder in seiner Ehre, noch in feinem Glück, mal besiegt zu werden — oft trifft das Gegenteil zu. Das niedergeworfene Volk muß nur die Kraft haben, sich aus sich selbst wieder aufzurichten. Dann ist es hinterher glücklicher, reicher, mächtiger als zuvor." fchen Ausbildung in Japan erhalten hat, hat noch im Sommer 1935, also zwei Jahre vor Ausbruch des Konflikts, in einem Erlaß an Die Kuomintang erklärt: „Ich lege die Regierungsmitglieder darauf fest, sich in Zukunft Darüber klar zu sein, daß Die wirtschaftliche und politische Annäherung an Japan des Außenministers Wangtschingwei nicht seine persönliche Politik darstellt, sondern die fest vorge- zeichnete der Gesamtregierung. Nach dem festen Willen der Regierung ist eine Politik Der Zusammenarbeit mit Japan unbedingt erforderlich." Der Marschall ist von dieser Linie abgewichen unter dem Einfluß der mächtigen Bankiersfamilie Sung, die ganz im Banne Des amerikanischen Fi- nanzkapitals stand und Durch Frau Tschiangkaischek, eine Schwester der Sungs, den Blick des Marschalls auf die sich für China aus den wachsenden weltpolitischen Spannungen im pazifischen Raum ergebenden Möglichkeiten lenkte. So übernahm Tschiang- kcuschek die Führung des Krieges gegen Japan im Vertrauen auf die ungeheure Wette des chinesischen Raumes, Der ihm vielleicht gestatten würde. Den Krieg so lange hinhaltend zu führen, bis sich die Spannungen zwischen Japan und Den anglo-ameri- tanischen Plutokratien zum offenen Konflikt verdichteten, in dem dann China seiner geographischen Lage und Volkskraft nach eine bedeutsame Rolle Zufällen mußte. Wenn Japan durch Den Krieg mit Den beiden anderen pazifischen Großmächten enga- gtett war, hoffte er, genügend Bewegungsfreiheit au erlangen, um die Japaner ins Meer zu treiben. Die Rechnung des Marschalls ist nicht aufge- gangen. Als stille Teilhaber des chinesischen Kriegs haben England und die Vereinigten Staaten zwar durch Materialsendungen Tschiangkaischek in den Stand gesetzt, immer wieder große Armeen auszu- rusten und Den Japanern entgegenzustellen, aber niemals war der Marschall stark genug, das Gesetz Des Handelns an sich zu bringen. Und als nun gar Die plutokratiscken Bundesgenossen nffen an die Seite TsAangkaischeks traten, und damit endlich für den Marschall die so lang ersehnte Stunde schlug, wandte sich das Kriegsglück endgültig von \Leu,te' 0)0 seme besten Truppen, zusammen mit Den Briten in Nordburma von Den Japanern bis zur Vernichtung geschlagen, auf Der berühmten 23urma trafy» nach Jnnerchina zurückfluten und gleichzeitig Die Japaner in Den mittelchinesischen Provinzen neue Säuberungsaktionen einleiten, steht Der Marschall auf den Trümmern seiner Hoffnungen. Der Krieg in China, her sich durch Die verfchie- Denartigffen Phasen der Kriegführung fast fünf Aahre hmdurch hmgefchleppt hat, ist nach Den siegreichen Feldzügen in Der SÜdsee auch für Japan tmeoer in Den Vordergrund des Interesses gerückt. „Wie Tschungking es fertigbringt, noch immer zu ß5T,eL€nr unt) Krieg zu führen, ist zwar rätselhaft, aber Tatsache." So scl)reibt die Der japanischen Armee nahestehende Zeitung ,Iokumin Shimbun" und stellt Dann fest: „Es gilt der Notwendigkeit Ins Auge 3U sehen, daß Tschungking bofiegt werden muß, wenn Japan feinen Großraum aufbauen will. Alle anderen Völker Südostasiens bilden fein Hindernis, ftnD vielmehr leicht zu beherrschen. .Solange aber Alnas Riesenvolk und die Millionen in allen Südländern lebenden und Dort eine bedeutende wirtschaftliche Stellung einnehmenden Chinesen gegen den von Japan geführten Großraum opponieren, ist eine harmonische Entwicklung nicht möglich. Darum setzt Der Aufbau Des Großraums die völlige Beseittaung des Widerstandes von Tschungking voraus. In den ersten Augusttagen des Jahres 1937 war Peking von Den Truppen Tschiangkaischeks kampflos geräumt worden. Im November und Dezember des gleichen Jahres waren Schanghai, Die große Handelsmetropole an der Vangtse-Mündung, und Nanking, Der Sitz Der chinesischen Zentralregierung, gefallen. Im Herbst 1938 eroberten die Japaner noch Kanton, Die bedeutendste Stadt Süd- chinas, und Hankau, den wirtschaftlichen Mittelpunkt des mittleren Jangtsebeckens. Aber im November des gleichen Jahres war die letzte große japanische Offensive an Den Ufern des Tungting- Sees etwa 200 Kilometer südwestlich von Hankau verebbt. Seitdem sind Die Fronten, von wenigen Ausnahmen abgesehen, starr geblieben. Die Japaner beschränkten sich auf Die Taktik der „Zersprengungsangriffe", Die sie gegen größere chinesische Truppenkonzentrationen ansetzten, um sie auseinanderzutreiben, sich selbst jedoch Dann wieder rn ihre alten Stellungen zurückzuziehen. Im November 1939 landeten japanische Truppen südlich von Kanton in der Provinz Kwangtung und stießen von der HasenstM Pakhoi am Golf von Tonkin bis Nan- ning, Der Hauptstadt der Provinz Kwanqsi, vor, um Dtc Verbindungsstraße von Franzüstsch-Jndochina nach Tschungkina, Dem Sitz Der Regierung Tschlang- raifq)ef6 am mittleren Jangtsekiang, abzuschneiden. Mch Dem Abkommen mit Französisch-Jndochina über (Die Anlage japanischer Stützpunkte auf indochinesischem Gebiet wurden im Oktober 1940 beide Städte jedoch wieder geräumt. Inzwischen waren japanische Truppen von Hankau aus nach Westen den Jangtse aufwärts oorgeDrungen und hatten im Sunt 1940 Jtschang besetzt. Etwa 500 Kilometer vor Tschungking wurde Damit Der westlichste Punkt Des von den Japanern kontrollierten Gebietes erreicht. Schlichlich wurde im Frühjahr 1941 noch eine Reihe von Kustenplätzen in den Provinzen Tschekiang und Fukien besetzt, um Tschungking vom Meere her gänz. ttch abzuschneiden. Tschiangkaischek blieb im wesentlichen auf die Zufuhren über Rangun und die Burmastraße angewiesen. Die Weiträumigkeit Des Landes machte eine völ- ime Besetzung durch japanische Truppen unmöglich. Sie mußten sich Darauf beschränken, die wichtigsten politischen und wirtschaftlichen Zentren und die großen Verkehrslinien in ihren Machtbereich zu bringen, im übrigen aber die überall in Den besetzten Gebieten auftaurfjenDen Freischärler und kommuni- jttschen Banden niederzuhalten und größere feindliche Truppentonzenttattonen zu zersprengen, wie noch im vergangenen Herbst bei Tschangtscha, 100 Kilometer südlich des schon genannten Tungting- ^ecs. Die schwere Niederlage Der besten Armeen Tschiangkaischeks in Nordburma hat auch Dem Krieg in Mittelchina einen neuen Impuls gegeben. Nach rascher Säuberung 6er nordchinesischen Provinzen Schansi, Hopeh und Schantung von Den Ueberreften irregulärer chinesischer Truppen wurden die Nü° stungszentren Tschiangkaischeks in Den mittelchinesischen Provinzen Kweitschau, Hunan, Kiangsi, Furien und Tschekiang das Ziel Der japanischen Luftangriffe. Sie sollten auch die hier auf amerikanisches Drangen hin zahlreich angelegten Flugplätze zerstören, von Denen Die feindlichen Luftangriffe gegen Japan starteten. Seit Mitte Des Monats hat Dann General Hata, Der Oberbefehlshaber Der japanischen Truppen in China, im Ostteil Der mittelchinestschen Kustenprovinz Tschekiang unmittelbar südlich von Schanghai eine größere Operation begonnen, die schon beachtliche Erfolge erzielt hat. Das Rückgrat des japanischen Vormarsches ist die Tschekiang-Eisen. bahn, die von Der bekannten Kölner Firma Otto Wolfs gebaut und erst 1937 fertiggestellt wurde. Sie In diesen Tagen — etwa Ende Mai oder Anfang Juni — wollte Timoschenko Die Kneifzange um Die östliche Ukraine geschlossen haben. Er wollte jetzt am Dnjepr stehen: von der Krim her über Perekop und von Charkow her über das schlachtenberichmte Poltawa. Das sollte der sowjetische Frühling fein. Nun, Da es so ganz anders gekommen ist, erklärt Moskau mit Der Frechheit, Die einem Bolschewisten so wohl ansteht, es hätte Dw Drei Offensivarmeen überhaupt nicht gegeben, deren Vernichtung der Wehrmachtbericht vom 28. Mai gemeldet hatte. Washington und London, die abgesehen von einigem Nachschub — und in diesen Nachschub haben deutsche Flieger und U-Boote mit Der Versenkung von jetzt insgesamt 114 000 BRT. grausam hineingeleuchtet — für die Sowjets nichts tun können, spielen Die Sekundanten bei dieser Lügenoffen- sioe, Die an die Stelle der Waffenoffenfive Timoschenkos getreten ist. In London sind — in jähem Umschlag der dortigen Nachrichtengebung — die wenigen Leute, die klar sahen und den Mut zu klarem Sprechen hatten, ausgeschaltet worben. Der englische Nachrichtendienst läßt sich dahin vernehmen, daß die Sowjets das Gelände von Charkow befestigen, die deutschen Gegenangriffe abgeschlagen und sogar an mehreren Abschnitten ihren Vormarsch wieder ausgenommen haben. Was sich im Vorjahr an Lügen um Smolensk, in diesem Jahr um Kertsch getan hat, wiederholt sich jetzt um Charkow. Der bolschewistische Seither funkt nur in Die Welt hinaus, Die sowjetischen Truppen hätten im Norden „erbitterte Angriffe her feindlichen Panzerkampfwagen und Jnfanterietruppen abgewehrt", sonst „habe sich an der ganzen Front nichts begeben." Immerhin ist es bezeichnend, daß er von feindlichen Angriffen spricht, während nach ihm bisher die Bolschewisten im Angriff waren. Aus dem Reich Die japanische Marineluftwaffe schoß bei Angriffen auf Port Moresby (Neuguinea) in drei Tagen 32 feindliche Flugzeuge ab, wie am Freitag von einem nicht näher bezeichneten Stützpunkt m den Südgebieten berichtet wird. * 50 italienische Schwerverwundete von der Ost- front trafen in Salzburg ein und wurden vom Gauleiter und Reichsstatthalter Dr. Scheel zu einem Empfang eingeladen, bei dem Reichskriegsopfer-- führer Oberlindober die italienischen Kameraden begrüßte. * Zum 18. Jahrestag der Gründung der akademi- schen Miliz erinnerte während einer Vereidigung I von 29 Milizbataillonen der Duce auf dem Haupt- platz des römischen Universitätsviertels in einer An- spräche an die heldische Tradition der italienischen akademischen Jugend, die immer für die Freiheit Italiens gekämpft habe, und schloß mit dem Appell, den Glauben an Italien und an das Liktoren-Bün- del „rein, unwandelbar und unbestechlich" zu wahren. . Der Stabschef der SA. empfing in Berlin sieben Ritterkreuzträger der SA., von denen es ms- gesamt bereits 85 gibt. Unser Bild zeigt von lmks: SA.-Sturmbannführer Unteroffizier Zmugg, SA.- Sturmbannführer Leutnant Evers, SA.-Ober- führer Major Leschke, SA.-Sturmfuhrer Feld- wedel Gollas» den Stabschef Lutze SA-Ober- sturmführer Leutnant H o f f r i tz, M.Aandarten- führer Oberleutnant Feig, bA.-sturmfuhrer Oberfeldwebel Brüggemann. (Atlantik. sSch.j) Kreisleiter Oberbürgermeister Or. Barth gefallen. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter M Hauptschriftleiters: Ernst Blumschetn. Verantwortlich für Politik und Biwer Dr. Fr. W. Lange: für das Feutlieton: Tr. Hans Ibimoi; iut Slavl G'enen, Provinz, Wirvchast und Sport: Ernst löiumidicm. Druck und «erlag: Brühlsche UniversitätSdruckerel R. Lange K. G. Verlagsleiter: Dr.-Fng. Erich Hamann; AnzelgenleUer; Han» Beck. AnzeigenpreiSliste Nr. 6. Helfer uns Berater der Volksgenossen NSG. Der Löiter des Amtes für Beamte, Gau- amtsleiter Kremmer, führte in einem Betriebs- appell einer Frankfurter Behörde u. a. folgendes aus: „Die Verwaltung ist nur hinsichtlich ihrerI Leistungen für die Volksgemeinschaft zu werten. Die Idee des »Lienen s" ist ihre tragende Idee und demgemäß die der Beamtenschaft. Das bedeutet nicht, daß in jedem Fall pttvaten Wünschen ent- sprachen werden kann, — im Gegenteil: Die Ausrichtung behördlicher Arbeit nach den Interessen der Gesamtheit des Volkes wird sehr oft Verzichte des Einzelnen zu verlangen gezwungen fein. Aber ,eder einzelne Beamte muß dem Volksgenossen, Dem ge- genüber er vielleicht in sein bisheriges Leben tief einschneidende Maßnahmen, z. B. eine Dienstver- pflichtung, trifft, ja treffen muß, Aufklärung darüber geben, w a r u m die Dienstoerpflia-tung notwendig ist, und warum sie gerade ihn trifft. Der Volksgenosse hat ein Recht darauf zu wissen, warum ein Antrag auf einen Bezugschein für diesen oder jenen Gebrauchsgegenstand abgelehnt werden muß. Es mag schwer sein, zehnmal am Tage das gleiche zu sagen. Es mag nicht immer leicht sein, sich auf den jeweils Vorsprechenden einzustellen — es ist auch nicht'jeder gleich zugänglich aber ein Hauptmann Brandenburg, Staffelkapitän in einem Sturzkampfgeschwader und Trager des Ritterkreuzes, ist von einem Femdflug mcht zurück- gekehrt. An den großen Erfolgen seiner Staffel war er maßgeblich beteiligt Unter den von ihr versenkten Schiffen befinden sich em Kreuzer und drei Zer. störer. Bereits im September 1940 hatte er das Ritterkreuz erhalten. Im Kampf gegen die Sowjet- union ist er jetzt gefallen. Ritterkreuzträger der SA. bei Stabschef Lutze. Vertrauensverhältnis zwischen Beamtenschaft und Volk ist unerlählich, wenn d'° Vermal, tung all die Ausgaben, die der Krteg stellt, losen soll Wer dieses Vertrauensverhältnis stört oder untergräbt, gleichgültig auf welche Weise es geschieht, darf nicht straflos ausgehen. Ich W diese Aeußenmgen nicht einseitig aufgefaßt haben. Sie umfassen die Beamtenschaft ebenso sehr wie alle unsere Volksgenossen draußen in Stadt und Land. Ich weist, mit welcher Einstel lung sie ost in die Aemter und Ds^rststellen.kam men. Drei Tag- lang steigern sie sich tn Wut hm ein und nerbrauchen dazu Energien, deren Aufwand einer besseren Sache würdig wäre. Ho sl ich k , Entgegenkommen und H >ll f sb e r e r:• schäft aber sind die einzig tödliche Waffe der Beamtenschaft gegen solche Streithähne. Höflichkeit auf Plakaten und Formularen. Lehrerdichter und Lehrerdichtung. Die Zeitschrift „Die Deutsche Hauptschule" kündigt eine Aufsatzreihe über „Lehrerdichter der Gegen- wart und Vergangenheit" sowie „Der Lehrey im deutschen Schrifttum" an. Die hervorragende Stellung, die der Lehrerdichter als ausgezeichneter Kenner und Schilderer seines Volkes und seiner Heimat im Schrifttum der Gegenwart einnimmt, so heißt ds in der Einführung, gereiche der Erzieherschaft zu hohen Ehren. Es sei aber gleichzeitig auch Ehrensache der Lehrerschaft, sie und ihre Werke zu ken- I nen. Der Lehrer sei als Kulturträger und Volks- erzieher eine bedeutsame Gestalt inmitten seines Volkes und darum auch im Schrifttum. Die Aussatzreihen sollen auch ein Hinweis für die Lehrer- und Schülerbüchereien sein, in denen diesem Schrift- tum ein Ehrenplatz gebührt Die Reihe begann mit einer Darstellung über Peter Rosegger und seine „Schriften des Waldschulmeisters". ni^erhalten ober vernichten. Inzwischen bricht durch die Einbruchstelle eine andere Panzeradtel- luna zum Singriff auf eine feindliche Batte ne vor. Ohne Rücksicht auf die noch um die Befestigungen im Gange befindlichen Kämpfe stößt sie mit größter Geschwindigkeit auf ihr Ziel zu und erfüllt ihren Auftrag. Riesige Staubwolken wälzen sich zusam- men mit Den' Detonationswolken der Einschläge über das Gelände und entziehen die weitere Entwicklung des Angriftes der Sicht, aber bald zeigt eine Leuchtkugel die Niederkämpfung eines weiteren Bunkers an, während Abteilungen der Kradschützen und Schützenpanzerwagen die von Minen befreite Durchbruchsstelle passieren, um zu der kämpfenden Spitze vorzustoßen. Mit unheimlicher Geschwindigkeit hat sich die ganze Aktion des Durchbruches und weiteren Vorstoßes vollzogen, und man versteht nun, warum die Einheiten als Schnelle Truppe^ bezeichnet werden. Denn nicht nur hinsichtlich ihrer Bewegungsmöglichkeiten sind sie schnell, auch die Erfüllung der Kampfaufträge vollzieht sich Danr einer ausgezeichneten Zusammenarbeit aller Waffen in kaum vorstellbarer Schnelligkeit und zeigt, daß sie ihren Namen in jeder Hinsicht zu Recht tragen. NSG. An der Front im Osten fiel als Oberleu- nant der Infanterie am 15. Mai Kreisleiter Oberbürgermeister Dr. Barth. Seiner Kompanie im Kampf voranstürmend, wurde er schwer verwundet und starb kurze Zeit später auf dem Wege zu einem Hauptverbandplatz. Kreisleiter Dr. Barth, der im Verlauf dieses Krieges bereits zweinM verwundet worden war und mit beiden Eisernen Kreuzen aus- aeieitinet wurde, frönte mit seinem Heldentod ein Jeeben des Kampfes, das er im Jahre 1918 mit feinem Eintritt als Fahnenjunker in das Infanterie- Regiment 136 in Straßburg begann. Bereits als Frontsoldat des Weltkrieges mit dem E. K. ausgezeichnet, setzte er nach Kriegsende (in den Reihen eines Freikorps und der vorläufigen ^Reichswehr m Berlin und im Ruhrgebiet fein Leben im Kampf gegen den Spartakismus em. Im Jahre 1921 kämpfte er im Verband eines oberschlesifchen-Freikorps gegen die polnischen Eindringlinge. Spater war er dann im Bund Oberland tätig. Im Jahre 1931 stieß er zur Partei, in deren Reihen er feinen ihm stets innewohnenden Geist des Mutes und der Treue wirksam einsetzte. Nach der Machtübernahme berief der Gauleiter diesen bewährten Nationalsozialisten in hervorragende Dienststellungen der Partei und des Staates. Nach feiner erfolgreichen Tätigkeit in den Stellungen als Polizeidirektor in Worms und Mainz und als kommissarischer Oberbürgermeister der Städte Darmstadt und Mainz wurde er im Jahre 1934 endgültig zum Dberbur- germeifter der Stadt Mäinz ernannt. Das Leben dieses Nationalsozialisten, dessen Persönlichkeit m bester Weise eine gerade und aufrechte Gesinnung . . . < _____________k - ßnnfiAn noTa einigte, stand stets im kämpferischen Einsatz für die Belange um die Freiheit des deutschen Bolkes. Im Opsertod für Führer und Volk fand es seine höchste Vollendung. Die Bewegung in Hessen-Nassau gedenkt voller Stolz eines ihrer Besten. Oer Schöpfer des Kriegshafens Helgoland. Der Führer ließ dem Ministerialdirektor Alfred Eckhardt in Anerkennung feiner Verdienste um die Kriegsmarine anläßlich feines 70. Geburtstages fein Bild mit Unterschrift überreichen. Er hat m den Jahren 1908 bis 1918 die Insel Helgoland zu einem Stützpunkt ausgebaut, der die Führung des Weltkrieges gegen England wesentlich beeinflußt I hat Dafür wurde er mit dem E. K. II. am schwarz- weißen Bande und dem Ritterkreuz des Hausordens von Hohenzollern ausgezeichnet. Nach der durch Versailles erzwungenen Schleifung der Anlagen entstand unter Eckhardts Leitung auf Den alten Grundwerten ein neuer Marinehafen, der zum Schutze der Deutschen Bucht einen wesentlichen Beitrag liefert. Während der Abrüstungszeit des Versailler Diktates gelang es der Marine, sich unter Eckhardts Leitung die Grundlagen ihrer Hafen- und Strombauorganisation zu erhalten. Der gegen- märtige Krieg brachte eine gewaltige Ausdehnung seines Arbeitsgebietes, das nun von der östlichen Ostsee bis zur Gironde-Mündung reicht und die Stützpunkte in Norwegen, Griechenland und im Schwarzen Meer mitumfaßt. Italienische Musikwoche in Frankfurt. Todesstrafe für Unterschlagung von Lebensmittelkarten. Der Leiter einer Wittschaftsstelle in Danzig, der 33jährige Bruno Lietz, hatte seine verantwortungsvolle Stellung bei der Verteilung der Lebensmittelkarten dadurch gewissenlos mißbraucht, daß er anfänglich einzelne noch unverbrauchte Startern abschnitte von eingerückten oder verstorbenen Volksgenossen, später jedoch ganze Lebensmittelkartensätze an seine Verwandten und Mitarbeiterinnen abgab. Insgesamt unterschlug er über 100 solcher Sätze und stellte sich auch eine weitere Kleiderkarte aus, um damit eine zweite Raucherkarte zu erhalten. Das Sondergericht verurteilte Den Volkschädling zum Tode, während seine Mutter Meta Wunderlich und seine Braut Martha Neumann zu I je 2% Jahren Zuchthaus und acht weitere Empfänger von Lebensmittelkarten Gefängnisstrafen bis zu einem Jahr erhielten. Kleine politische Nachrichten. . Auf Vorschlag des Reichsministers für Bewaffnung und Munition wurde der Reichstreuhätzder der w Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Hessen, Dr. Schmetter, zum Sondertteuhänder der Arbeit für die Organisation Todt bestellt, mit dem Auftrage, die Arbeitsbedingungen aller bei und von der Organisation Todt beschäftigten Gefolgschafts. Mitglieder zu regeln, vor allem die Löhne in An« passung an die allgemeinen Erfordernisse der Lohnpolitik neu zu ordnen. * Eine deutsche Fernaufklärerstaffel unter Führung von Hauptmann P u tz k a, die feit Kriegsbeginn ununterbrochen im Einsatz ist, hat in diesen Tagen im Osten ihren 500. Feindflug durchgefuhtt. Der Reichsmarschall hat dafür den fliegenden Besatzungen und dem Bodenpersonal seine besondere Anerkennung ausgesprochen. Keine schlecht wirtschaftenden Kleingärtner nielr. Kleingärten spielen im Rahmen der Ernährungswirtschaft eine nicht unerhebliche Rolle, da sie | etwa ein Sechstel unserer Gemüse- und O b st e rn t e hervorbringen. Deshalb muß alles geschehen, um ihre be st mögliche N u tz u n g zu sichern. Eine Verordnung des Reichsarbeitsministers bietet eine Handhabe, Kleingärtner, die schlecht wirtschaften ober sich der Gemeinschaft nicht einfügen wollen, durch geeignete Familien zu ersetzen. Dulden Verpächter eine ungenügende Aus- Nutzung des Kleingartens, so kann der örtliche Verein der Kleingärtner eingeschaltet werden, um Wandel zu schaffen. Die Verordnung gestattet endlich, Kleingartenvereine, die durch ihr Verhalten den geschlossenen Einsatz der Organisation gefährden, aufzulöfen. Das Ritterkreuz. Berlin, 29.Mai. (DNB.) Der Führer verlieh das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an den General der Panzertruppen Paulus, Oberbefehlshaber einer Armee. General Paulus, 1890 als Sohn des Verwaltungsinspektors Ernst P. in Breit en* au, Kreis Melsungen, geboren, hatte bereits in Polen und Frankreich sich als Chef des Generalstabes der Armee des Generalfeldmarschalls von Reichenau hohe Verdienste erworben. Als Ober- quattiermeister im Oberkommando des Heeres war er sodann an der Vorbereitung der Operationen tm Ostfeldzug beteiligt. Nachdem ihm der Oberbefehl über eine im Osten eingesetzte Armee übertragen worden war, gelang es ihm, in unaufhaltsamem Vorwättsdrängen unb trotz zähesten Widerstandes, sehr starke feindliche Kräfte einzukesseln und zu vernichten. * Der Führer verlieh ans Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe das Ritterkreuz des (fernen Kreuzes an: Oberleutnant Sy,, der als Staffel* kapitän in einem Kampfgeschwader in kühnen Sturz» und Tiefangriffen im Mittelmeerraum und unter schwierigsten Verhältnissen in den stark jagdge,chutz. ten Räumen der Cyrencvika und Marmarica große Erfolge gehabt hat. So gelang ihm die Vernichtung von 33 000 BRT. feindlichen Handelsschiffsraumes. Die Berufsstände wetteifern Darum, Der Höflichkeit einen höheren Platz im glichen Leben zu verschaffen, Auch Die Beamtenschaft leistet ihren Beitrag. In Diesem Zusammenhang weist Die „Jto.3 Beamtenzeitung" aus eine Erscheinung hm, Dices dem Beamten ost erschwere, bei feinem amtlichen Umgang mit Volksgenossen von sich aus eine freundliche Atmosphäre zu schaffen. Nur zu häufig, so heißt es, kommt ein Volksgenosse voreingenommen und mit Hemmungen zur Behörde, weil er von dieser tn einer schroffen Form zumErscheine nauf gefordert ist. Da wird er nicht „gebeten , eine Dienststelle aufzusuchen, fonber-n „ersucht oder „aus- geforbert". Wird eine solche „Einlabung noch nut überflüssigen Strafandrohungen versehen, so ist es I mit dem Vertrauen des Volksgenossen zur Behörde dahin. In zal)lreichen Fällen wird sich manche Möglichkeit bieten, die alten Formen zu wandeln. Da-o sollte bei der Abfassung von Vorladungen und bei der Gestaltung entsprechender Formblätter berücksichtigt werden. Erscheint ein Volksgenosse bei der Behörde, so wird ferner seine Stimmung nicht selten dadurch belastet, daß ihn eine Reihe scharf gehaltener Verbotstafeln empfängt. Bevor die Ruck- prache im Amt begonnen hat, ist besonders der im Umgang mit Behörden ungewandte Volksgenosse dadurch meist schon derart eingeschüchtert, daß es auch für den freundlichsten Beamten schwer ist, eine freimütige Unterhaltung zustande zu bringen. Selbst wenn solche Tafeln mit feinem Anliegen nicht m ursächlichem Zusammenhang stehen. Verbote sollten in freundlichen Mahnungen umgewandelt werden, am besten in humoriger Form. Die Zeitschrift empfiehlt, die Aemter in diesem Sinne zu überprüfen. In Frankfurt wurde im Opernhaus die unter Der Schirmherrschaft von Gauleiter Reichsstatthalter S P re n g e r non Der Soc. Naz. „Dante Alighieri , Der Deutsch-Italienischen Gesellschaft, und Der StaDt Frankfurt veranstaltete Italienische Musikwoche zusammen mit einer Ausstellung „Schöpferisches Musikleben Der Gegenwart in Italien" eröffnet. Die Feierstunde wurde mit Der Uraufführung von Giacomo Saponaros „Thema, Variationen und Finale" durch das Kraus-Quattett eingeleitet. Generalintendant Meißner zeichnete em Bild von Den alten, sich gegenseitig befruchtenden kulturellen Beziehungen zwischen Frankfurt und Italien und wies daraus hin, daß es Frankfurt war, bas Die Opern „Cavalleria" und „Bajazzo" zuerst in Deutschland zur Aufführung brachte. Professor Dr. P l a tz h o f f wies auf Die Gemeinsamkeiten Der Geschichte beider Nationen hin, Denen Wissenschaft und Kunst so unendlich viel zu verdanken haben, | und denen deshalb auch aus kulturellem Gebiet Die Führerrolle in Europa gebühre. Professor Lombard! erklärte, die Ausstellung würde hier zum erstenmal gezeigt und Die Italienische Musikwoche möge nicht nüv einige angenehme StunDen vermitteln, sondern auch gerade in diesen schicksalsschweren Tagen ein wenig Kraft verleihen. Generalkonsul Marchese Serra di Cassano erklärte dann Musikwoche und Ausstellung für eröffnet. Ein Rundgang durch die Ausstellung beschloß Die Feierstunde, in deren musikalischem Rahmen die Sopranistin Ines Alfani-Tellini Die Arie „0 bianca Astore" von Respighi und Theo Herrmann von Der Frankfurter Oper bas Lied Des Sängers aus Dem „Rosenkavalier" von Strauß sangen. Bunker und hatten seine Feuerkraft nieder Die schweren Panzer wechseln die Stellung und legen durch Beschuß mit Nebelgranaten einen dichten Rauchvorhang vor den Bunker, in dessen Schutz sich mm sofort die Minensuchtrupps und Sprengkommandos der Pioniere vorarbeiten, um eine Gasse durch Das verminte Gelände zu bahnen und Die PanzerkampfwagenhinDernisse zu beseitigen. Zusammen mit Den Schützen folgen die Panzer den Pionieren, Die zwei Durchgänge geschaffen haben, und kaum ist Die Panzerwagensperre an zwei Stellen unter der Wirkung geballter Ladungen hochgegangen, brechen die Panzer auch schon von diesen beiden Stellen aus gegen den Bunker vor, den sie zusammen mit den Schützen erreichen. Nach kurzem Aufenthalt stoßen die Panzer auf die nächsten im Gelände bestnDlichen Bunkerstutz- punkte vor, dicht gefolgt von Den Schützen, während schwere Panzer ihr Augenmerk auf Die panzerbrechenden Waffen Des Gegners richten und sie Noch steht Deuftchland und die Welt unter dem ! Eindruck des großen Sieges in Der Angriffsschlacht s auf der Halbinsel Kertsch. Wieder waren es 1 Schnelle Truppen, die wesentlich zu diesem i Siege mit beitrugen, so wie sie im Sommer des 1 vorigen Jahres Die Sowjetarmeen durchbrachen und einkesselten. Schnelle Truppen haben im Westfeldzuge die Maasübergänge bzwungen. Schnelle Truppen sind tn kühnem Schwung bis zur Atlantikküste vorgestoßen und haben Dort die britische Katastrophe bei Dünkirchen herbeigeführt. Was bedeutet eigentlich „Schnelle Truppen"? Diesen Beinamen haben die deutschen Panzerdivisionen erhalten, also Die Verbände, in denen Die Panzerkampfwagen, Die Schützen Der gepanzerten Schützenregimenter, die Panzerjäger, Die Panzerpioniere, Die Kradschützen und Die Panzer- spähabteilungen zu einem Kampfverband von außerdentlich" hoher Kampfkraft und zu einer auf Grund Der Vollmotorisierung zu sehr raschen taktischen Operationen fähigen Einheit zusammengefaßt find. Das Kernstück Der Panzerdivisionen ist die Panzertruppe mit ihren leichten, mittleren und schweren Panzerkampfwagen, die die Aufgabe haben, im Angriff feindliche Infanterie, Artillette und Panzerabwehrwaften zu vernichten und Feldbefestigungen niederzukämpfen. Darüber hinaus werden sie aber auch häufig zum Kampf gegen feindliche Panzer eingesetzt. Zur vollen Ausnutzung ihrer großen Kampfkraft bzw. zur Sicherung Der erzielten Erfolge kämpfen die Panzer stets in engster Zusammenarbeit mit den Schützen. Diese Schützen, die zusammen mit den Panzern vorstoßen, sind heute unter einem gänzlich anders gearteten Gesichtswinkel zu betrachten als im Weltkrieg. Die in Den gepanzerten Schützenregimentern zusammengefaßten Schützen sind durch die Zuteilung gepanzerter Motorfahrzeuge, Der Schützenpan• zerwagen, in Die Lage versetzt, mit gleicher Geschwindigkeit wie die Panzerkampfwagen weit in das feindliche Hintergelände vorzustoßen, wo sie ihre Ziele sowohl abgesessen als auch von ihren Fahrzeugen aus bekämpfen können. _ Die schnellsten und wendigsten Verbände Der Panzerdivisionen sind die Kradschützen, die innerhalb Der Panzerdivisionen vorwiegend mit Der taktischen Aufklärung betraut werben, aber auch durchaus zur Lösung infanteristischer Ausgaben befähigt sind. Ebenfalls mit Aufklärungsaufgaben betraut wird der Panzerspähmann, der mit seinem schnellen Panzerspähwagen auf große Ent- fernungen die erforderlichen Aufklärungsergebnisse beschaffen muß, Die sehr oft Die Grundlagen für die Maßnahmen und Den Einsatz Der ganzen Division abgeben. Zusammen mit Der Panzertruxpe und den Schützen kämpfen auch die P a n j e r j a g e r, Die ebenfalls geländegängig motorisiert dank der ihnen möglichen freien Beobachtung Die in der Sicht beschränkten feindlichen Panzer frühzeitig erkennen und vernichten können. Die Panzerjäger wer^n aber auch gegen Bunker, Feldbefestigungen, MG.- Nester und Straßensperren eingesetzt. Eine weitere wichtige Formation der Schnellen Truppen sind die den Panzerdivisionen unmittelbar angegli^er. ten Panzerpioniere, die sich mit ihren Sprengkommandos, Minensuchabteilungen und Drückenbaukommandos sehr häufig bei den vordersten Panzerkompanien befinden. Die Den Pan- zerdivisionen zugeteitte Artillerie kämpft tm Rahmen Der sich für sie ergebenden Sonderaufgaben und hat ihre Artilleriebeobachter in gepanzerten Fahrzeugen gewöhnlich mitten unter der Panzerspitze, von wo aus diese Das Feuer ihrer Batterien auf erkannte Ziele lenken können.. Um einmal einem größeren Kreis Einblick m Die Kampfesweise Der Schnellen Truppen zu geben, hatte Die Inspektion Der Schnellen Truppen und eine Panzettruppenschule Des H^res Vertreter Der Presse eingeladen, einer Hebung Schneller Truppen beizuwohnen. Zur Demonstration Der ungeheuren Feuerkraft eines solchen Verbandes ging. Der Hebung ein Scharfschießen mit allen einer Schutzen-. kompanie zur Verfügung stehenden Waften rwraus, Die durch verschiedene Typen von dau^lampf wagen verstärkt war. Nachdem Die einzelnen Was- zu denen u. a. LMG., SMG-, Panzerbüchsen, die'Panzerabwehrkanonen der PM^rjager, schwere Granatwerfer und Jnfantenegeschiitze gehorem sowie Die Waffen der Panzerkampfwagen eme Reihe im Gelände aufgestellter Ziele beschossen hatten, ^irde die gesamte Feuerkraft dieser Waffen auf em bestimmtes Ziel vereinigt und Der Dabei enb f+ohortho Feuerzauber" gab eine sehr eindringliche NmNelluna bah3 nerren die »ulammcngefahte Feuer- ! Ä&XnTrfM kaum ein Widerstand ! möaüch ist Die anschließende Uebung brachte dann । bÄgHff W W undPanzerp.an.ere ; wrftärtten Schüßenbataillons auf eine femdl.che Stellung mit Bunkerstützpunkten und Kampftpagen- hmdenuffeN ge @(gner verteidigt eine stark feu™t1’w8=nfleblVe”en$UDerrS^ufetrag lautete: Die feinblidje Hauptkampflinie ist WWWS Hindernis g , ®e=‘ Sonntag, den 31. Mai 19 bis 21.30 Uhr: Der Veiler aus Dingsda Operette von Eduard Künneke. Preise von 1.20 bis 4.10 RM. Danksagung. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme an unserem schweren Verluste bei dem Heldentod meines lieben unvergeßlichen Mannes, des treusorgenden Vaters seines Töchterchens, meines einzigen Sohnes, Bruders Schwiegersohnes, Schwagers, Enkels und Neffen Otto Weiß, Gefr. in einer Fahrkolonne, sagen wir hiermit auf diesem Wege allen unsem herzlichen Dank. In tiefem Schmerz: Marie Weiß, geb.Blank, und Töchterchen Helga, Marie Weiß und Angehörige. Watzenborn-Steinberg, im Mai 1942 Kirchliche Anzeigen. (G. --Gottesdienst, KG. --Kindergottesdienst, HG.--Hauptgottesdienst, . HG.-Abendm. — Haupt- gottesüienst mit Beichte und Abendmahl.) NAen. Sonntag, 31. Mai. Ä-tadtkrrche. 10 (mit Goldener Konfirmation), Becker,-11.15 KG., Mark.-Gem. Johanneskirche. 10, Dr. Unverzagt,- 11.15 KG., Luk.-Gem. Kapelle^ Alter Friedhof. Fällt aus (s. Stadt- u. Johs.-Kirche). Kapelle Wetzlarer Weg. 10, Schaaü,-11 KG. AHen-Klein-Linden. 10.30KG.,- 14 G., Wenel. Gteffen-Wieseck. Fällt aus. 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Besonders danken wir dem Gesangverein, sowie Herrn Pfarrer Döll f. seine trostreichen Worte. In tiefem Schmerz: Emma Horn und Söhnchen und alle Angehörigen. Steinbach, Steinberg, im Mai 1942. 1773 D Perfekte Köchin ob. Mamselg für erstklassige Kurvension gesucht. [1766V Wn Beginn Bad-Nauheim, Küchlerstraffe 8. Fleiffiges Mädchen od. Frau, auch ältere, die gegebenenfalls zweite Heim, such., sind. Dauerstellung i. Pensionshaüs, Kurort zwischen Lahn u. Rhein. Schr. Ang. unt. 1776Da.d.G.A. Mädchen für Haushalt od. Hilfe für einige Stunden täglich gesucht. [02565 Reinhardt, , Wernerwall 45. Schäferhund entlaufen 1772D Döbus, Ludwigsburg bei Wieseck. Televhon 2979. 3 Schlüssel mit Lederhülle am 16. Mai verloren Gegen Belohn, abzugeben [02573 Jahnstr. 34 p, l. Verloren HJ.-Ehreoahzeicb, tfr. 105768 UleinmäilcIieD f. sofort od. spät, gesucht. [02548 Professor W. Fisch er, Alrcenstr. 3311. WsgeWn od. Pflichtiahr- mädchen ZUM 1. Juli od. früher gesucht. Dr. Lange, An d.Fohannes- kirche 6. 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Die Schlachten von Marathon und Salamis, der Sieg des Scipio Africanus über Hannibal bei Zama, das Wunder — um auf germanischem Boden uns anzusiedeln — des Arminius im Teutoburger Walde, das allein ist das Werk weniger Stunden. Aber auch viele Siege des Geistes, die heute am Himmel der Kultur- und Kunstgeschichte als unverrückbare Sterne strahlen, sind entweder schon in ihrem Aufleuchten oder doch in der Schlagkraft ihrer Wirkung Geschehnisse von atemberaubender, hinreißender Raschheit gewesen. Wer könnte sich vorstellen, daß Walthers von der Vogelweide Liebeslied „Unter der Linden" oder sein Kampfruf gegen den Papst etwa Früchte eines langsamen Reifens gewesen sein sollten? Jeder fühlt, daß sie Kinder des gesegneten Augenblicks waren, Aufblitzen einer Seele, die groß und fein genug war, um inzwischen schon sieben Jahrhunderte lang Erhebung und Entzücken für Generationen zu spenden, die unter ganz anderen Bedingungen leben, die um ganz andere und viel kompliziertere Gefühle wissen. Als Luther seine Thesen an das Tor der Schloßkirche zu Wittenberg schlug, als Goethe sein Nachtlied in das Fenster einer Bretterbude des Thüringer Waldes ritzte, waren das keine langsam erklügelten, wohlerwogenen Taten, sondern es waren Ausflüsse einer einmaligen, augenblicklichen Begeisterung und Berufung. Diese psychischen und geistigen Testen sind weithin sichtbar in ihrer Auswirkung vom ersten Augenblick an und bleiben es. Der Oberflächliche vergißt nur zu leicht, daß sie nicht in sich schon Beginn und Ziel sind, sondern eben nur letztes weithin sichtbares Resultat. Wenige wohl dachten daran, wieviel Grübelnächte, wieviel Zweifel, wieviel Qualen einsamer Entscheidung der kühnen Tat Luthers vorausginqen, in welch zermürbender Verstellung und Selbstverleugnung der Befreier Armin die Germanen einen mußte, um den Tag des Teutoburger Waldes erst möglich zu machen. In welcher Zähigkeit Prinz Eugen sich seinen Weg freikämpfen, wieviele Widerstände österreichischer Problematik Erzherzog Karl niederringen mußte, um das erste Befreiungslicht von Aspern zu entzünden, in welch langer, unbe- donkter Kärrnerarbeit der Vater Friedrichs des Großen sein Heer aufbaute, das der größere Sohn zu unsterblichen Siegen führte, wie die Leipziger Schlacht nur möglich wurde durch die genial vorbereitende Zähigkeit Scharnhorsts, wie der Triumph Blüchers, der für uns das Sinnbild raschen, im Fluge erreichten Erfolges ist, durch sein zweites Ich, durch die Stille und von seiner Zeit nur wenig beachtete, gelehrte Heldenarbeit Gneisenaus vorbereitet wurde, wie der alte Hindenburg das lange nüchterne Leben eines Friedensoffiziers führte, um einmal Ostpreußen befreien zu dürfen, wie die österreichischen Generale, die Hötzendorf, Auffenberg, Krauß und Böhm-Ermolli, alle Schwierigkeiten und Widerwärtigkeiten, die ihnen das unmöaliche Staatsaebilde entgegentürmte, überwinden mußten, in täglicher unbeachteter und verborgener Mühe, um die letzten Siege an die alten ruhmreichen Fahnen zu Helten? , Ergebnisse der stillen Arbeit haben es natürlich weit schwerer, sich zu dauerndem Gedenken der Nachwelt durchmsetzen als die leuchtenden einmaligen Taten. Aber sie sind, wie mir schon saaten, ihre unerläßliche Vorausseßuna. Wir alle wissen, wieviele Widerstände die NSDAP, und ihr Führer zu bekämpfen hatten, ehe sie sich zu der großen befreienden Tat durchringen konnten, welche Unsumme von kleiner Arbeit geleistet werden mußte, bevor die Freiheit für das große Aufbauwerk erkämpft war. Niemand kennt dieses stille Werk besser als die Grenz- und Ausländsdeutschen. In ihrem Kreise wurde auch das Wort dafür geprägt, das oft belächelte und verspottete, gering geschätzte Wort: Nationale Kleinarbeit. Wieviel Mühe und Selbstverleugnung kostete es doch, Menschen im doppelsprachigen Gebiete ihrem Volkstum zu erhalten! Aus Millionen solcher Einzeltaten setzte sich die Vorarbeit zusammen, die unerläßliche Dorbedin- gung für die Befreiung, die Heimkehr ins groß- deutsche Vaterland! Und dieses Ziel war den unermüdlichen Arbeitern wohl ein gewisses, aber doch in weiter Ferne schwebendes Licht, dessen Wirklichkeit zu sehen, sie oft nicht mehr erhofften. Kaum einer der Sudetendeutschen oder der Illegalen" im alten Oesterreich wähnte die Erfüllung in einer so unmittelbaren Nähe. Die diese Opfer brachten, taten es wirklich aus reinstem Idealismus, aus einem Pflichtgefühl, das in keiner Weise an Lohn dachte oder an die Genugtuung, einmal im Buche der Geschichte verzeichnet zu werden. Auch heute sehen wir die leuchtenden Taten an den Fronten, das heldenmütige Sichopfern, Sttir- und Verteidigen. Das wir nicht sehen, was aber jeder weiß, der es vor fünfundzwanzig Jahren in Flandern und den. Vogesen, vor Verdun und Hpern, an der Ost-, Karpathen- und Alpenfront genau so erlebte und heute neu miterlebt, das ist der Kampf mit den zahllosen Widerwärtigkeiten, der Kampf gegen Schlamm und Eiseskälte, gegen Schmutz und Dunkelheit, Afrikahitze und Fieber, gegen das Grauen und das Häßliche, das in tausend Gestalten an diese Helden herankriecht und dem sie nicht mit dem Feuer mutvollen Aufflammens, sondern mit einer Zähigkeit begegnen müssen, die das Vermächtnis der Väter ist, die den zermürbenden Frontalltag des Schützengrabenkrieges überstanden, aber auch das Erbteil der fernen Ahnen, die Qual und Druck des Napoleonischen Zeitalters, und, noch weiter, in dunklen Fernen, die Schrecken vieler Kriege erduldet und eben durch zähes Dulden siegreich überwunden haben. Diese Zähigkeit ist nicht der geringste Teil der Tapferkeit unseres Volkes. Immer wenn sie uns verließ, stürzten wir ins Unglück, immer wenn wir sie uns bewahrten, half uns das Geschick. Und es ist seltsam, daß sie die schlichte, stille Erde ist, aus der die größten, zwar nicht sofort mit hellstem Ruhm gekrönten, aber um so dauernder und in weite jzerne wirkenden geistigen Taten gedeihen. Aus der lähmend langen Entsetzlichkeit des Dreißigjährigen Krieges erwächst das größte Werk vor der ruhmreichen Epoche der Klassik, Grimmelhausens „Simplizissimus", aus den Schatten der französischen Revolution die Reinheit der Dichtung „Hermann und Dorothea", in der Zeit von Deutschlands tiefer Erniedrigung erscheint der erste Teil des „Faust", und, manchmal unterbrochen vom Schritt und von den Kommandos französischer Bataillone, hält Fichte die Reden an die deutsche Nation. In den Tagen einer noch tieferen Erniedrigung Deutschlands erlebte^das große Paracelsus-Werk Kolben- heyers seinen Abschluß, und Pfitzners „Palestrina" legt um die Schultern seines Schöpfers den schwererrungenen Ruhm „gleich einem Feierkleid" — Werke, die nicht nur göttliche Eingebung, sondern vor allem auch die Zähigkeit einer gegen alle Widrigkeiten des Lebens sich durchsetzenden Kraft geschaffen hat. So sprießen der stolzeste Sieg, das. größte Werk und die kleinste und schlichteste Tat aus einer Wurzel, aus der zähen Unermüdlichkeit, die deutsches Erbgut ist, und die — das lehren uns die Jahrhunderte, die Jahrtausende — noch kein Feind überwunden hat. Wer war Heinrich Lung-Gtilling? Im großen Fluße geistesgeschichtlicher Entwicklung bietet sich das 18. Jahrhundert als die Zeitspanne der wechseloollsten Ausprägungen und der scheinbar größten Gebrochenheiten dar. Es genügt nicht, hier allein von einem Zwiegesicht zu sprechen, die Gegensätze dieser Zeit rühren an tiefere Bezirke als den Kampf zwischen Altem und Neuem; ihre Verästelungen sind zu fein, um sie auf einfache Gegensatzpaare als Hauptnenner zu bringen. Es ist im Geistigen die Auseinandersetzung mit westlichem, französischem und englischem Denken, die sich bereits vor der Ausbildung des Nationalitätengedankens im Grunde schon vollzieht; es behaupten sich im Religiösen neben kirchlicher Orthodoxie und immer mehr zum Atheismus treibender Freigeisterei die Kräfte einer inneren Haltung, die schon in mittelalterlicher Mystik ihren Ausdruck fand und deren Linie über Jakob Böhme hinaus nie zum Erlöschen kam; es besteht der Gegensatz zwischen StaatsaÜ- macht und zur Freiheit erwachendem Bürgertum, der im Wohlfahrtsstaat des aufgeklärten Absolutismus feinen Ausgleich zu finden sich müht. All diese Formen sind nicht klar gegeneinander abgegrenzt, sie verfließen und durchdringen sich — obgleich das vor allem von England aus verbreitete Schlagwort der Aufklärung als beherrschende Richtung in Erscheinung tritt. Sie gibt mit ihrer Neigung, Altes zu entwerten, dem Jahrhundert einen verneinenden Zug, wenn auch nicht zu verkennen ist, daß ihre Einseitigkeit, ihre Betonung der Vernunft als „lumen naturale" der wissenschaftlichen Entwicklung einen ungeahnten Aufschwung gegeben hat. Blieben doch gerade in Deutschland gesunde Gegenkräfte allzeit wach: Ueber den englischen bloßen Nützlichkeitsgedanken hinäus findet' sich hier die Verknüpfung des Zweckoollen mit dem Vollkommenen, seit Christian Wolff die rührende Bemühung um eine Popular-Philosophie, der die allgemeine Glückseligkeitstendenz ihren Ausdruck verleiht. Vernunft, Fortschritt und Humanität sind die Idole, die über allen philosophischen und histo- riographischen Schriften dieser Zeit leuchten, mit ihnen scheinen die Quellen dauernder menschlicher Beglückung gesichert. Die Bannerträger dieser Ideen sehen in großartiger Selbstsicherheit den Aufstieg der Menschheit sich gradlinig vollziehen, ohne Gefühl für die Sprünge, welche diesem konstruierten Weltgefüge anhaften. Denn unterirdisch leben die metaphysischen Kräfte, die ungebändigten Leidenschaften unter dieser nüchternen Verstandesdecke weiter, um einerseits in der Schrankenlosigkeit des Sturm und Drang, in der politischen Raserei der französischen Revolution anderseits ihren Ausweg zu suchen. An Stelle des vernünftig-satten Aufklärungsbürgers tritt nun der übermenschliche Dulder und Täter, der Vernunftreligion wird das pantheistische „Gefühl ist alles" entgegengeschleudert oder aber die Flucht zurück in den behütenden Schoß der Kirchen gewählt, und langsam, sehr langsam freilich verdrängt das Nationalgefühl das Lob gesamtmenschlicher Verbrüderung. So wurde sich diese Zeit zum ersten Male seit der Renaissance ihrer Einbuße an ewig-gültigen Werten bewußt, mit dem Glauben an die Unfehlbarkeit des Fortschrittes bricht bei vielen ein Weltbild zusammen. Aus diesem erschütterten Lebensgefühl heraus ist auch Heinrich Jung-Stilling, der einst so berühmte Augenarzt und Volkswirt, Dichter und Pietist zu deuten. Das auf Veranlassung Goethes geschriebene und gedruckte Erinnerungsbuch Stillings läßt um feine Wurzeln wissen: Aus dem stillen Siegener Waldland, aus dem pietistisch-absonderlichen Vaterhause erfolgt auf dem Umwege über Schneiderberuf und praktische Landwirtschaft der Durchbruch zur Wissenschaft: Der göttliche Ruf scheint ihn trotz philosophischer und sprachwissenschaftlicher Neigungen zum Arzt zu bestimmen, Jung-Stilling unterwirft sich ihm. Mit dem Studium in Straßburg erschließen sich ihm erstmals große Weiten, die Welt der Sprachen und Literaturen, Goethes und Herders. Dem hochbegabten stillen Manne winkt — Zeichen seiner Vielseitigkeit — schon nach kurzer ärztlicher Praxis 1779 ein Ruf als Oekonomie-Professor an die Cameral-Hohe-Schule zu Kaiserslautern. Nun folgt ein Jahrzehnt gerafftester Arbeit, das dem eifrigen, 1784 nach Heidelberg übergesiedelten Ca- meralisten 1787 den Ruf nach Marburg einbringt. Als Nationalökonom arbeitet er sich schnell ein, ein wissenschaftliches Werk folgt dem anderen. Als echtes Kind seines Jahrhunderts greift er alle Probleme der Staatswirtschaft, auch Mit praktischen Ratschlägen, an; seine Veröffentlichungen umspannen die Gebiete von Land- und Fortwirtschaft, Finanz- und Polizeiwesen, Bergbau und Fabriken. Insgesamt ein Wohlfahrtssystem, das als Grund- Abenteurer der Feder. Zum 7ü. Todestage Friedrich Gerstackers. Außerhalb dessen, was man landläufig als Literatur zu bezeichnen pflegt, steht von fther eine nicht gering zu schätzende Kategorie des --chrlsttums, die, lenseits der Dichtung, manchmal sich ihr nähernd, m Einzelfällen in sie hineinreichend, den Leser m fremde Länder führen, ihn durch Naturschilüerungen und Charakteristiken von Land und Leuten belehren, durch farbige, buntgemlschte, abenteuerliche Handlungen feine Phantasie .anregen und dem Drang zum Abenteuer, der m ledern steckt, Genüge tun will Ihre Verfasser sind oft un wahrsten ^mne Schriftsteller des Volkes"; jede Generation kennt solche Lieblinge einer in die Hunderttausende, wenn nickt in die Millionen gehenden Leserschaft. Der bisher letzte dieser großen Abenteurer der Feder ist der nun schon von zwei Generationen ge- liebte Karl May, dem das letzte Jahrzehnt, wenn auch leider posthum, endlich die -hm gebührende Ehrenrettung gebracht hat. Ueber der großen D-lr- kuna seiner Reise- und Abenteuer-Geschichten aber hat die deutsche Leserschaft doch allzusehr die großen Vorläufer „Old Shatterhands" vergeßen, die zu ihrer Zeit, wenn auch nicht den ^^uhm des aroßen Volksschriftstellers des ausgehenden neun- Jahrhunderts so doch, mit Maßstaben ihrer $nbS'ßeferfdjaft itjrer Er- folaswtten eine ähnliche Bedeutung hatten. Der «Kte unter ihnen - und er allerdings bei aller X's - SrlHw Westens" Otto Ruppius und Baldum Mott Die müßte- Popularität aber erreichte der am E Hamburg S des 81Sn)ta«ten W9e„ durchstreift- und nach fe.net Rückkehr in die Heimat eine ganze Bibliothek von Reiseschilderungen und transatlantischen Romanen zu schreiben begann. Reiche Erfahrung verband sich dabei mit rasch gestaltender Phantasie zu bunten Bildern, denen nie die echte Lebensfülle fehlt. Die Naturhastigkeit und Kraft seiner Gestalten, seine Anlehnung an die große, unerschöpfliche Natur selbst waren ein wohltuendes Element im Schrifttum der Zeit, das an epigonenhafter Ueberlieferung und binnenländisch-kleinstädtischer Enge des Gesichtskreises krankte. In fünf großen Reisen hatte Friedrich Gerstäcker einen bedeutenden Teil der Welt kennengelernt. Dem mehrjährigen Jugendaufenthalt in Nordamerika folgte 1849/52 eine Weltreise durch Südamerika, Kalifornien, die Sandwich- und die Gesellschaftsinseln, das südöstliche Australien und Nie- derländisch-Jndien. Die dritte Reise, 1860, hatte zum Hauptzweck den Besuch der deutschen Siedlungen in Südamerika; 1861 kehrte Gerstäcker nach eingehender Bereisung von Panama, Ecuador, Peru, Chile, Uruguay und Brasilien nach Deutschland zurück. Im folgenden Jahre begleitete er den Herzog Ernst von Koburg-Gotha nach Aegypten und Zlbessinien, und 1867/68 besuchte er auf einer abermaligen transatlantischen Reise Nordamerika, Mexiko, Ecuador, Venezuela und Westindien. Aus dem so erworbenen großen Fundus an Erfahrungen, Beobachtungen und Kenntnissen schöpfte Friedrich Gerstäcker nicht nur seine großen Romane, wie „D i e Regulatoren in Arkansas" und „Sie Flußpiraten des Mississipp i", auf ihrer Grundlage entfaltete er auch eine ausgedehnte publizistische Tätigkeit, die u. a. in der Verteidigung der Interessen der deutschen Auswanderer und Ansiedler in fernen Ländern, besonders in Südamerika und in der immer wiederholten Betonung der Notwendigkeit fester nationaler Institutionen für die Vertretung der deutschen Interessen in den außereuropäischen Ländern Ziele setzte und Erfolge errang, die, besonders in den politisch schläfrigen Zeiten vor 1848 und nach 1850, den Dank des deutschen Volkes verdienten. Als Friedrich Gerstäcker am 31. Mai 1872 aus her Welt ging, die für ihn bunter und abenteuer- reicher gewesen war als für die Mehrzahl feiner Zeitgenoffen, konnte er auf ein gedrucktes Lebenswerk zurückblicken, aus dem Millionen Leser Freude, Belehrung und Anregung geschöpft hatten. Johannes Möller. ©er Benzinkocher. Von Kriegsberichter Heil de Breutarri. PK. Im mittleren Frontabschnitt, Mai 1942. Der Soldat in der Ruhestellung, nach monatelangem Einsatz, füllt eine eigene Welt aus. Es ist schwer, sie euch ganz begreiflich zu machen. Es ist die Rückkehr des sehr Menschlichen in das kriegerische Herz, und es ist die Heiterkeit an den kleinen Dingen, an denen der auf den Feind spannende Kämpfer vorbeisah. Leib, Seele und Geist haben ja gleichermaßen'Ruhe in der Ruhestellung. Der Vallentin ist in diesen Tagen mit nichts anderem beschäftigt als mit seinem selbstgebastelten Benzinkocher. Der nimmt ihy. ganz gefangen, verdrängt sogar das große, wunderbar leuchtende Ding in Vallenttns Seele, das der Kompaniechef vor einigen Tagen dahineingepflanzt hat, und das den Vallentin nun von innen her ganz warm werden läßt, und dieses Ding heißt: Urlaubsaussicht für die nächsten Tage! Augen rasch zugekniffen und wieder aufgerissen! Ob es auch keine Narretei ist! Er wird — er wind — halt! Nicht weiterdenken! Wie sieht denn das Bärbelche daheim noch aus, das Bärbelche mit den beiden kleinen Mädchen, die beide ebenso aussehen wie das Bärbelche? Och, da braucht doch der Vallentin nur nach hinten in die Hosentasche zu langen und die Bilder vom Bärbelche herauszuholen. Die haben im Laufe der Zeit mitsamt ihrem Lederfutteral eine sanfte Wölbung erfahren, so daß das Bärbelche dem Vallentin langsam entgegen zu sinken scheint ... Aber selbst, wenn Vallentin dies in Betracht zieht, deshalb bleiben die Bilder doch nur Papier! Das ist kalt, selbst wenn das Etui an heißen Tagen an Temperatur gewinnt ... Es ist Papier und es bleibt Papier und ist michin nicht mehr als ein Gutschein auf das Bärbelche. Also rasch weg damit, es lebe die Wirklichkeit, und die ist ihm schon ganz nah, dem Vallentin, gleich wird er sie erleben, schon rollen die Urlauberzüge der Armee! Der Benzinkocher aber muß fertig werden, schon deshalb, weil der ganze Zug den Dallenttn damit aufzuziehen beginnt. Es ist eine sinnreiche Konstruktion, und man kennt ja die Weltgeltung deutscher Technik! Dallenttn nun freilich ist daheim ADOX G rx 7/' 7' V// Der Welt älteste fotochemis<^ielab£ikz läge neben die Werte des Physiokratismus echt deutsch die Ehre setzt — und zwar in strst kantischer Prägung: „Wahre Ehre ist Pflicht" — und über dem Ganzen das Leikwort der Glückseligkeit erstrahlen läßt. Neben diese umfassende volkswirtschaftliche Tätigkeit tritt die naturwissenschaftliche, wobei viel paracelsisches sich mit mechanischem Gedankengut mischt; und eine anonyme, Kant und Herder gewidmete Schrift soll eine neue Philosophie grunölegen. Da entgleitet ihm auf der Höhe seines Ruhmes der Boden unter den Füßen. Dualistisch gespalten zwischen Herz und Verstand wie so viele seiner Generation, im Grunde ein religiöser Skeptiker, der sich daher lieber den logischen Folgerungen des Denkprozesses verschließt und gewaltsam eine Dorsehungslenkung im kleinsten konstruiert, entwurzelt ihm das philosophische Studium Leibniz' und Wolffs den ganzen Sinn des Seins; religös unsicherer „Gefangener des Determinismus" sucht er verzweifelt Rettung bei Kant, bis ihm dessen gütiger Hinweis hilft: Von nun an flüchtet Jung-Stilling ins Evangelium, steigert sich unter zunehmender Vernachlässigung aller irdischen Belange in die Rolle eines „Heroldes Christi" hinein, für die er in Karl Friedrich von Baden einen hilfsbereiten Gönner findet. So verstreichen die letzten Jahrzehnte seines Lebens, als Geheimrat erst in Heidelberg, dann in Karlsruhe eine immer größere Schar von Anhängern um sich sammelnd, weichen Naturen gleich ihm, die im Spiritualismus der Problematik ihrer Zeit zu entgehen suchen. Seine zahlreichen Schriften mystischer Art wie „Heimweh" und seine „Geisterkunde" werden in viele Sprachen übertragen, seine riesige Korrespondenz, überflutet, nicht zuletzt dank seiner glänzenden Sprachbegabung, die Grenzen Europas, Berühmtheiten wie Zar Alexander I. und die Baronin Krüdener zählen zu seinen Verehrern. Ganz im Übersinnlichen lebend, allem irdischen und wissenschaftlichen Ehrgeiz entfremdet, im Grunde wieder der verkrampfte und dennoch in feiner Schlichtheit liebenswerte Piettstenfohn, als der er begann, so entführte der Tod am 2. April 1817 den stillen Greis als willige Beute. An dem Durchbruch zu in sich selbst ruhender Klassik, die einem Goethe gelang, scheiterte der unausgeglichene Jung-Stilling. In der Mischung von Tränenseligkeit und nüchternster Berechnung, vielfältiger Begabung und Unsicherheit ob des Zusammenpralls so verschiedenartiger und auch wesensfremder Mächte scheint er symptomatisch für ein ganzes Zeitalter im Guten wie im Bösen. Ueber ihn hinweg aber erwuchs aus der großen Auseinandersetzung vor allem auch mit den Flachheiten englischer Aufklärung im deutschen Idealismus die Weltanschauung, welche die gesamteuropäische Wissenschaft befruchten und formen sollte. Ma. Kunst und Wissenschaft. Eine Tilman-Riemenschneider-Oper. Der in Wien lebende Komponist Casimir von Paszthory vollendete ein neues musikalisches Bühnenwerk in zwei Teilen zu je vier Bildern, in dessen Mittelpunkt die menschliche Größe und das tragische Geschick des Würzburger Bildhauers Tilman Riemenfchneider steht, nach dem die Oper auch benannt ist. Claudio Arrau spielt Beelhoven in Buenos Aires. Der auch in Deutschland rühmlich bekannte chilenische Pianist Claudio Arrau leitete die Winterspielzeit der argentinischen Staatsoper Teatro Colon jn Buenos Aires mit der zyklischen Darbietung von Beethovens 32 Klavier-Sonaten ein. Vor jedesmal ausverkauftem Haus erntete Arrau stürmische Ovationen. Beethovens Sonaten wurden in solcher Vollendung seit dem Gastspiel von Wilhelm Backhaus im Jahre 1938 in Buenos Aires nicht mehr gehört. Zuckerbäcker ... Desto besser, desto besser, lieber Leser, so wird er mit dem Benzinkocher auch etwas anzufangen wißen. Bouletten aus Büchsenfleisch, aaah ... Und geröstete und gesüßte Kommißbrot- scheiben dazu, ha! Vallenttns eigene Konsttuktton ist einem Primus kocher ähnlich, nur halt noch viel anders, „raffe- nerierter!", wie Vallentin jagt. Eine Düse aus einem alten Vergaser wird das Gasgemisch her- auslassen, die Flammen werden züngeln, die Suppe wird brodeln, das Brot wird bruzeln, und die Bouletten werden das Quartier mit Wohlgeruch erfüllen! Rasch noch den Düsenhals an den Benzintopf gelötet, die Pumpe gedichtet, das Dreibein drumherum gestellt, Achtung, Achtung! Streichholz angezündet und — Als wir Dallenttn nach drei Tggen im Lazarett besuchten, war der Kopfverband schon ab. Er sah furchtbar komisch aus ohne Haare, und das linke Ohrläppchen ist nun einmal weg, damit muß sich das Bärbelche abfinden. Der Chef hat dann einen Kompaniebefehl erlassen. Gegen selbstgebaute Benzinkocher. Aber davon kriegt der Vallentin sein Ohrläppchen nicht wieder. Nur — es werden anderweitige Ohrläppchen anderweittgen Bärbelchen bewahrt! Zeitschristen. — Die Monatsschrift „Kunst dem Volk" (Verlag Heinrich Hoftmann, Wien) hat zum Geburtstage des Führers ein Sonderheft erscheinen lassen, das die farbige Wiedergabe eines Führer- Bildnisses von Karl Truppe auf dem Umschläge trägt und mit einem sehr anmutig und geschmackvoll bebilderten Beitrage „Die schöne Linzerin" eingeleitet wird. Dr. Konrad Praxmarer schildert an Hand von Gemälden und Zeichnungen oas künstlerische Erlebnis des Krieges. Ein großer Tell des Heftes ist der mit zahlreichen, meist farbigen Reproduktionen illustrierten Würdigung des 1928 gestorbenen berühmten Münchner Malers Franz von Stuck durch A. Heilmann gewidmet. Der gegenwärtige Betrachter wird, vielleicht mit einiger lieber- raschung, den Stilwandel erkennen, den wir seit Stucks malerischen Glanzstücken erlebt haben; dis ganz unveraltete Meisterschaft des Aktzeichners und Plastikers Stuck wird er mit respektvoller Bewunderung genießen und wieder entdecken. Als wir noch im Cafe Leib Theater spielten Aus den Erinnerungen von Geheimrat Fromme. Die bevorstehende Neuinszenierung der „Räuber" unter der Spielleitung des Intendanten Klein tlt als festliche Ehrung von Geheimrat Professor Dr. Fromme zu seinem 90. Geburtstage am 11. Juni gedacht. Wir haben den Anlaß benutzt, uns von Geheimrat Fromme, dessen persönlicher Initiative vor allem das Gießener Theaterleben Außerordentliches zu verdanken hat, aus seinen Erinnerungen an die Anfänge und die spätere Entwicklung des Gießenör Stadttheaters erzählen zu lassen. Der im Jahre 1890 ins Leben gerufene Theater- oerein ist, wie Geh. Rat Fromme zunächst bemerkte, nicht seine erste Gießener Gründung gewesen; das war vielmehr der Eisverein, in dem der 1880 von Göttingen nach Gießen übergesiedelte Professor Fromme mehrere Jahre hindurch als erster Borsitzender äußerst anregend und die gesunde Lei- besübung fördernd wirkte. Die Schaffung einer brauchbaren Eisbahn (1881) zwischen Wieseck und Philosophenwald (die sich, da es die Moltkestraße damals noch nicht gab, bis zur Gasanstalt erstreckte) war die Grundlage für eine lebhafte Entwicklung der den vom Theaterverein ständig ausgebauten Dekorationsfundus aufzunehmen hatte. Trotz alledem erwiesen sich die Bühnenverhältnisse mit der fortschreitenden Kultivierung und Intensivierung des Theaterbetriebes in Gießen als unzulänglich. Die Stadt zeigte sich schon damals auf kulturellem Gebiet als recht fortschrittlich, was die Einführung von Volksoorstellungen im Caf6 Leib bezeugt. Noch bedeutsamer war die Gründung der Theater-Union, des sog. Städtebundtheaters (1903), das Gießen, Marburg und Bad-Nauheim vereinigte und von Hofrat Hermann Steingoetter betreut wuxde, der ein Vierteljahrhundert lang, vier Jahre im Leibschen Saale und 21 Jahre im neuen Hause, als erster Intendant das Gießener Theater leitete. Auch die Errichtung des neuen Theaterhauses geht ganz wesentlich auf die rastlose persönliche Initiative Geh. Rat Frommes zurück. Das Projekt ist lange hin- und hergewendet worden. Auf dem von der Stadt erworbenen Grundstück des sog. Schülerschen Gartens sollte zunächst der „Saalbau" errichtet werden, eine Art von Volkshalle. Die Stadt hatte aber kein Geld dafür, und in der Bürgerschaft gab es auch nur eine geringe Anzahl Gebt zur Altkleider- und Spinnstoff-Sammlung! Annahmestellen der Gießener Ortsgruppen: Mitte: Marktstraße 25, werktags von 17 bis 19 Uhr. Rord: „Einhorn", Lindenplah 1, Montag, Mittwoch und Freitag von 1 7 bis 1 9 Uhr. 0ft: Sicher Straße 19, Geschäftsstelle der D2LF., werktags von 15 bis 18 Uhr. Süd: hosmannftraße 1, Mittwoch und Samstag von 19 bis 21 Uhr. Liebigftraße 58 (Autogarage), Mittwoch und Samstag von 19 bis 2 1 Uhr. Unterhof und Oberhof (Bergwerk), Mittwoch und Samstag von 19 bis 21 Uhr. Klein-Linden: Steinstraße „Altes Backhaus", Mittwoch und Samstag vonl9bis21Uhr. Wieseck: Schulstraße 3, Mittwoch und Samstagvon 18 bis 22 Uhr. Aus her Stadt Gießen. Grünende Fluren. Vor der Stadt dehnen sich die grünen Felder. In ihrer frischen Farbe, die wie ein Symbol der Hoffnungsfreudigkeil wirkt, nehmen sie sich sehr reizvoll aus und laden zu einem Spaziergang über die Fluren ein. Es braucht keine ausgedehnte Wande- runa zu sein, ein kleiner Bummel in den Abend- stunoen genügt, um die Kraft zu spüren, die in der Mutter Erde wiederum wirksam ist, und um des Glückes teilhaftig zu werden, den der Anblick des Werdens ringsumher heroorruft. Schon hart am Stadtrand beginnen die Felder, deren ordentliches Aussehen von der sorgsamen Bestellung Kunde gibt. Schmale Pfade oder grüne Raine gliedern sie, und wenn man abseits der Landstraße einem solchen Pfade folgt, dann erst gewinnt mgn den nachhaltigsten Eindruck, der eine tiefe, innere Freude auslöst. Wohin das Auge schaut, sieht es Wachstum und geheimnisvolles Werden, die Luft ist erfüllt von köstlicher Frische, und dann und wann ertönt ein Vogelruf wie ein letzter Gruß an den dahinschwindenden Tag. i Noch steht das Korn im Stadium des ersten Wachstums. Gradlinig, wie die Aussaat erfolgte, sind die Halme aneinandergereiht. Es ist ein dichtes Beieinander zahlloser Pflänzchen, die alle dem ihnen innewohnenden Gesetz folgen und ungeachtet aller Hemmnisse des Bodens sich kräftig zum Lichte drängen. Hier wächst ein Roggenfeld, während drüben Hafer gedeiht und seitwärts die jungen Triebe der Gerste sich regen. Jedes Feld ist gewissermaßen ein Sinnbild der Gemeinschaft, die gemeinsam vorwärtsstrebt, um dem Werk der Vollendung entgegenzugehen. Zwar zeigt sie sich nur als eine Gemeinschaft der Halme, aber auch sie unterliegt denselben großen Bestimmungen, nach denen jede Gemeinschaft sich ausrichtet. Der Pscrd führt weiter vorbei an Kartoffelfeldern und großen Feldstreifen, auf denen Futter angebaut ist. Von allen leuchtet der Grundton der grünen Farbe wie ein Fanal, daß nach den langen Monaten winterlicher Starre nun wieder das quellende Leben zu seinem Rechte gekommen ist. Unmittelbar hinter einem Roggenfeld breitet sich in einer Senke die Wiese aus. Sie hat saftige Gräser emporsprießen lassen, und zwischen ihnen leuchten in allen Farben prächtige Blumen. Es ist ein kräftiger, belebender Geruch, der aus dem Grunde aufsteigt, und der im Verein mit der Schönheit des Fleckchens Erde das Herz erquickt. Der Nürnberger Meister Albrecht Dürer hat es verstanden, in seinem „Rasenstück" ein unvergängliches Abbild dieser Schönheit einzufanben, und was der begnadete Blick des großen Künstlers feschielt, zeigt die Natur dem Beschauer immer wieder tausendfältig, wenn er zu sehen sich Mühe gibt. Es ist ein mannigfaches Wachsen und Gedeihen draußen, das gerade jetzt jedem zur Freude wird, der offenen Sinnes fein heimatliches Gebiet durchstreift. H. W. Sch. An alle Betriebsführer! Wichtige Anordnung des Gauleikers als Bevollmächtigter für den Arbeitseinsatz. Der Gauleiter hat in seiner Eigenschaft als Bevollmächtigter für den Arbeitseinsatz im Gau Hessen-Nassau eine Bekanntmachung erlassen, nach der auf Grund der Anordnung des Genfralbeoollmäch- tigten für den Arbeitseinsatz vom 29. 4.42 und vom 1.5.42 die gewerblichen (nicht landwirtschaftlichen) Betriebe des Gaues Hessen-Nassau sämtliche Lager für deutsche und ausländische Arbeiter und sämtliche in Privatquartieren untergebrachten ausländischen Arbeitskräfte der Gauwaltung der Deutschen Arbeitsfront zu melden haben. Den Wortlaut der Anordnung, der genauestens zu beachten ist, finden die Leiser unserer Zeitung unter den amtlichen Bekanntmachungen im heutigen Anzeigenteil. Für Kinder nur Halbschuhe im Sommer Für die gesunde Entwicklung des Kinderfußes sind Stiefel nicht erforderlich. Besonders im Sommer genügxn im allgemeinen Halbschuhe vollkommen. Es werden daher in der Zeit vom 15.5. bis 31.8.1942 von den Wirtschaftsämtern überwiegend nur Bezugscheine für Kinderhalbschuhe ausgegeben. Die Bezugscheine I für Kinderstraßenschuhe erhalten den Vermerk: „Gilt nur für Kinderhalbschuhe". Bezugschein I für Kinderstraßenschuhe ohne diesen Vermerk dürfen nur an Kinder verteilt werden, die auch im Sommer unbedingt Stiefel brauchen (beispielsweise fußkranke Kinder, Landkinder, die auch bei schlechtem Wetter in schwierigem Gelände laufen müssen usw.). Ferner können bei der Ausgabe von Bezugscheinen ohne den Vermerk noch Kinder bis zu vier Jahren berücksichtigt werden. Kinder, die Bezugscheine für Halbschuhe erhalten, sollen im Winter 1942/43 bei der Erteilung von Bezugscheinen für Ueberschuhe bevorzugt berücksichtigt werden. des Eissports, der sich nun immer mehr bei uns einbürgerte, viele Anhänger fand und durch die Veranstaltung von Eisfesten und bie Errichtung einer Abteilung für Kunstlauf sich zu schöner Blüte entwickelte. Von weittragender Bedeutung für das kulturelle Leben der Stadt war die im Jahre 1890 erfolgte Gründung des Theateroereins, den Pros. Fromme seit 1897 als Vorsitzender leitete. Der Verein bildete recht eigentlich die Keimzelle des heutigen Gießener Theaters. Wenn man an die kümmerlichen Anfänge zurückdenkt, wird man die Entwicklung, die zum gegenwärtigen Stande führt, und dantit das nicht hoch genug einzuschätzende Verdienst der rastlosen Bemühungen Frommes um den Ausbau und die Kultivierung des städtischen Theaterlebens zu würdigen wissen. Vor der Gründung des Vereins waren die Theaterverhältnisse bei uns mehr als primitiv. Gespielt wurde im Leibschen Saale in der Walltorstraße, zu dem man, wie Geh. Rat Fromme in der Festschrift zum 25jährigen Bestehen des neuen Stadttheaters (1932) erzählt, sich den Zutritt 5 Stunden, erreichen wir Beuern, wo mir/ Einkehr halten können. Beim Austritt aus dem Wald überraschend schöner Ausblick. Auf guter Landstraße wandern wir in 8/< Stunden nach un« ferm Endziel Großen-Buseck. Bieber — Attenberg — Hohensolms — I Königsberg — Bieber. Wir fahren nach Bieber und folgen vorn Bahn- Hof aus gelben liegenden Kreuzen, die uns hinter dem Ort in kräftigem Anstieg auf die Höhe des bewaldeten Großen Rothenbergs bringen. Beim Eintritt und Verlassen des Waldes bieten sich prächtige Blicke, zuerst nach der Gießener Gegend mit dem Schiffenberg und den beiden Burgen, später auf Königsberg, das Helfholz und den Düns- berg. Ein kurzes Stück die Königsberger Straße folgend, verlassen wir diese wieder, um nach links einen Feldweg einzuschlagen, auf dem wir, später durch Wald, an den Fuß des Bleidenbergs gelangen. , Hier treffen wir rote Striche, die uns nach dem 404 Meter hohen Altenberg geleiten. Der mit allerlei Strauchwerk bewachsene Berggipfel ist mit doppeltem altaermanischem Ringwall umgeben. Der steinerne Aussichtsturm, der jahrelang unbefteigbar mar, ist dank den Bemühungen des Verkehrsoereins Hohensolms wieder aufgerichtet worden und gewährt eine hervorragende Rundschau. Die roten Striche führen uns abwärts zur Landstraße, auf der mir nach Hohensolms weiterschreiten. Kurz vor dem Orte einige bemerkenswerte 600jährige Linden. Zum Rückweg wählen wir entweder den mit schwarzen Punkten bezeichneten Weg durch das Helfholz oder die kürzere Strecke auf der allerdings schattenlosen, aber aussichtsreichen Landstraße über Königsberg mit sehenswerter Ruine nach unserem Endziel Bieber. Dauer der Wanderung etwa vier Stunden. Verdunkelungszeit: 30. Mai von 22.32 bis 4.37 Uhr. 31. Mai von 22.33 bis 4.36 Uhr. v .< Wenn Augen versagen Magnus-Brillen tragen! Warnungaus Stendal Roman von A. Lothar Philipp 42. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Halt!" erklang es von der Anklagebank her. Lanos war aufgestanden und hielt feine rechte Hand ausgestreckt zum Vorsitzenden, als wolle er ihn einhalten, etwas Falsches zu registrieren. „Elisabeth Perling ist meine Tochter!" Das gab ein Aufsehen bei den Richtern und int Zuschauerraum! Man tuschelte und flüsterte, die Norodna hatte sich erhoben und besprach sich mit ihrem Verteidiger, und Elisabeth stand unbeachtet vor dem Vorsitzenden, hatte die Hände an ihre Brust gedrückt und blickte mit tränenden Augen zu ihrem Vater hinüber, zärtlich und liebevoll, als wollte sie ihm im nächsten Augenblick an den Hals fliegen. »Ihre Tochter?" begann jetzt der Vorsitzende, „das ist allerdings eine unerwartete Eröffnung. Sagten Sie nicht vorhin, Sie hätten die Zeugin bei der Truppe kennengelernt?" „Es war der ausdrückliche Wunsch ihrer Mutter, daß sie ihren Vater niemals kennenlernen solle. Es ist nun nicht so, daß Elisabeths Mutter sich meiner schämte, nein, es waren ganz andere Gründe maßgebend. Elisabeths Mutter war, bevor sie zu uns stieß, verlobt gewesen. Und dieser Verlobte verfolgte sie noch immer und hatte geschworen, jeden Mann, der sich ihr näherte, niederzuschießen. Er überfiel einen der Musiker, weil er annahm, dies sei ihr Geliebter. Als daher das Kind zur Welt kam, bat sie mich, beschwor sie mich, daß ich mich nicht als fein Vater erkennen sollte, weil sie um mein Leben fürchtete. Und ich tat ihr den Gefallen. Elisabeths Mutter ist dann sehr bald gestorben. Ich aber habe meine Vaterpflichten erfüllt — so gut ich es konnte." Jetzt erhob sich der Verteidiger der Norodna. „Ich möchte an dieser romanhaften Geschichte gewisse Zweifel äußern. In dem Moment, da die Zeugin Perling mit dem Angeklagten Lanos als verwandt gilt, hat sie ein Zeugnisoerweigerungsrecht. Ich glaube eher, daß der Angeklagte Lanos die Aussagen der Zeugin fürchtet und deshalb dieses Manöver eingeleitet hat, um diese Aussagen zu vermeiden." „Das leuchtet mir allerdings ein", pflichtete ihm der Staatsanwalt bei, „können Sie Ihre Vaterschaft beweisen?" „Ja, durch Briefe ihrer Mutter, die ich allerdings nicht bei mir habe, sondern in Hamburg." „Aha!" sagte der Verteidiger der Norodna. „Im übrigen' bitte ich dich, Elisabeth", wandte sich Lanos an sie, „sage alles, was du weißt, und sage vor allem die Wahrheit. Soweit ich mich erinnern kann, hast du niemals gelogen, und du wirst, denke ich, auch jetzt nicht lügen. Ich bitte dich ausdrücklich, als dein Vater, von deinem Zeugnisoerweigerungsrecht keinen Gebrauch zu machen." Diese Worte machten in ihrer Geradheit einen großen Eindruck. „Ich glaube", sagte der Vorsitzende, „wir können unterstellen, daß die Zeugin Perling die Tochter des Angeklagten Lanos ist." „Ich habe nichts dagegen", meinte der Staatsanwalt. Der Vorsitzende drehte feinen Kopf zu den Verteidigern. Der Anwalt, der die Verteidigung der Norodna übernommen hatte, hob die Achseln hoch und machte eine hilflose Handbewegung. Elisabeth erzählte nun, was sie von Lanos wußte. Wie er sie erzogen und eingeübt hatte, wie er sie auch manchmal schlug, wie er aber trotzdem immer lieb und gut zu ihr war. Dann das Treffen mit Barthold, ihre Flucht und ihr Briefwechsel mit Barthold, die Briefe des Lanos. in denen er sie bat, zurückzukehren. Ihre Aussage war zur Schilderung der Charaktere des Angeklagten Lanos und des ermordeten Barthold sehr deutlich, ergab jedoch nichts in bezug auf die eigentliche Tat. „Setzen Sie sich bitte", sagte ihr der Vorsitzende. Nun wurde Franziska Leeds aufgerufen, um über die Persönlichkeit des Ermordeten, über die Elisabeth schon manches gesagt hatte, nähere Anhaltspunkte zu erhalten. Sie trat schüchtern vor die Richter, ihre ersten Worte klangen sehr leise, so daß der Vorsitzende sie ermahnen mußte, lauter zu sprechen. Barthold, so erklärte sie, habe bei ihr gewohnt und ihr gesagt, er müsse unter einem anderen Namen gehen, doch sobald er wieder feinen richtigen Namen annehmen könne, wolle er sie heiraten. Sie habe das auch geglaubt und glaube es heute noch, daß dies feine Absicht gewesen sei. Seinen richtigen Namen habe er ihr nicht gesagt. Sie habe ihn auch nicht darum gebeten, denn ihr sei es gleich gewesen, wie er geheißen habe. Seit sie ihn kannte, also feit zwei Jahren, habe er den Namen Anton Sumor getragen. Er fei am Mordtage sehr aufgeregt von Stendal nach Berlin gekommen und habe sie gegen 17 Uhr verlassen. Dann habe sie nur noch die Photographie feiner Leiche gesehen. „Das aufgeregte Benehmen Bartholds", sagte der Anwalt des Lanos, „mag darauf hindeuten, daß er tatsächlich irgendeine wichtige Handlung vorgehabt hatte." „Ich denke", sagte jetzt der Staatsanwalt, „wir gehen jetzt in medias res, denn so kommen wir der Wahrheit um keinen Schritt näher. Von der Tat selber ist noch nicht gesprochen worden, denn das, was uns der Angeklagte Lanos darüber gesagt hat, war — davon bin ich überzeugt — von Anfang bis Ende die Unwahrheit. Ich beantrage daher, den Kriminalrat Wenig -u vernehmen." „Gut", willigte der Vorsitzende ein, ,cher Zeugs Kriminalrat Wenig also!" Der Kriminalrat berichtete über die ersten Unter* suchungsergebnisse, über die Feststellung der Iden* tität des Toten und über die tödliche Wunde. „Lanos' Anwesenheit zur Zeit der Tat ist ganz ohne Zweifel, ebenso die Anwesenheit der Ange* floaten Norodna. Denn nicht nur, daß es der Angeklagte Lanos im Ermittlungsverfahren bestätigt hat, daß sie anwesend war, der Portier Hanke hat sie an dem Tage auch gesehen. Und mit ihrer Pistole ist jener Schuß in die Uhr abgegeben worden. Das steht fest. Eins aber möchte ich hier noch betonen: wenn der Angeklagte Lanos sagt. Bart- hold habe ihn bedroht und er habe ihn deshalb in Notwehr getötet, so ist das falsch. Denn Barthold hat mich, also die Polizei, brieflich gewarnt, daß Lanos ermordet werden soll, er hat mich aufgefordert, Lanos zu schützen. Das steht außer allem Zweifel. Da Barthold diesen Warnbrief in Geheimschrift abgefaßt hat, so mußte er damit rechnen, daß feine Geheimschrift nicht oder zu spät entziffert werden würde. Und deshalb fuhr er selber nach Berlin und ging zu Lanos, um ihn zu warnen." Lanos war bleich geworden und warf einen ängstlichen Blick auf Irene, die ihre Fäuste ballte und wütend zu dem Kriminalrat blickte. Sumor machte ein bedenkliches Gesicht und versuchte, Irene etwas zuzuflüstern, was aber von dem Polizeibeamten verhindert wurde. „Warum Barthold in Geheimschrift schrieb", fuhr der Kriminalrat fort, „das wird Ihnen mit Krhui- nalfefretär Krähe mitteilen. Er iff’foeben aus Stendal zurückgekommen." Die Angeklagte Norodna erhob sich jetzt und flüsterte mit ihrem Anwalt. Sie schien ihn zu irgendeinem Antrag überreden zu wollen, aber der Anwalt schüttelte ärgerlich den Kopf und wandte sich wieder zu seinen Akten. (Fortsetzung folgt) NeineOamenstrümpfeaufMSdchenkade Damenstrümpfe dürfen auf Mä^chenkarte nicht abgegeben werden. Bekanntlich können auf jette Röichskleiderkarte nur die für den Bedarf des Karteninhabers bestimmten Waren verkauft werden. Ausnahmen find nur insoweit zulässig, als die Reichskleiderkarte für Mädchen den vom zuständigen Wirtschaftsamt oder der zuständigen Kartenstelle angebrachten Vermerk „Uebergröße" tragen, weil die Inhaberin dieser Karte infolge überdurchschnittlicher Körpergröße entsprechender Kleidung bedarf. Gießener Dochenmarktpreise * Gießen, 30. Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, V, kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 8 bis 10, Kartoffeln, 5 kg 47, Wirsing, % kg 22, Spinat 12 bis 17, Spargel 1,25 RM., Salatgurken 69 Rpf., Salat, das Stück 15 bis 20, Oberkohlrabi 18, Rettich 10 bis 20, Radieschen, das Bund 10 bis 12 Rpf. " * ** Dichterlesung Anton Dörfler. Auf Einladung des Goethe-Bundes, der Kulturellen Vereinigung und der Volksbildungsftätte Gießen der RSG. „Kraft durch Freude" wird im Rahmen des Gießener Vortragsringes der Dichter Anton Dörfler am Montag, 1. Juni, aus eigenen Werken lesen. Strafkammer Gießen. Die A. H. in Gießen hatte sich gestern wegen schwerer Urkundenfälschung, versuchter schwerer Urkundenfälschung, schweren Diebstahls und Diebstahls zu verantworten. Sie hatte von Oktober bis Dezember v. I. mittels Nachschlüssel die Tischschublade ihres Dienstherrn geöffnet und daraus dessen Sparkassenbuch entwendet, sie fälschte ferner eine Geldempfangsvollmacht, indem sie den Namen ihres Dienstherrn darunter schrieb, und hob auf Grund dieser falschen Urkunde 200 RM. vom Sparguthaben ihres Dienstherrn ab; ferner fertigte sie eine weitere, mit einer falschen Unterschrift versehene Vollmacht an, die sie aber nicht verwendete, außerdem stahl sie ihrem Dienstherrn einen Hinter- legungsschein und hob darauf 421,74 RM. Zinsen ab. 400 RM. wurden wieder zurückerstattet, ebenso die vorerwähnten 200 RM., bis auf einen kleinen Betrag, so daß nur geringer SchSden entstanden ist. Der Dienstherr war ein inzwischen verstorbener hochbetagter Mann, der der Angeklagten großes Vertrauen entgegenbrachte, das sie aber in der gröblichsten Weise mißbrauchte. Die Angeklagte wurde zu einer Gesamtgefängnis st rafe von einem Jahr, auf die fünf Monate Untersuchungshaft angerechnet werden-, verurteilt. Die seitherige Unbescholtenheit der Angeklagten und ihr Geständnis wirkten strafmildernd, der grobe 23er» Lrauensmißbrauch dagegen straferschwerend. Zuchthaus für Feldpostdiebstähle. Lpd. Frankfurt a. M., 28. Mai. Die als Post- facharbeiterin angestellte 28jährige Anna Maria B e ch t l o f f aus Offenbach a. M. hat unter Ausnutzung kriegsbedingter Sonderverhältnisse im Herbst und Winter 1941 bis 1942 fortgesetzt bei wiederholten Gelegenheiten Postsendungen, darunter auch Briefe und Päckchen der Feldpost, entwendet und deren Inhalt für sich verbraucht. Der gewissenlose und ungeachtet dienstlicher Verwarnungen begangene Amtsmißbrauch war nach den Strafvorschriften für Volksschädlingsverbrechen zu beurteilen. Die Angeklagte erhielt deshalb von dem Sondergericht eine Strafe von 3 Jahren Zuchthaus unter Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte für die gleiche Dauer. Don der Börse. Stagnierende Aktienmärkte. FWD. Frankfurt a. M., 29. Mai. In der verflossenen Woche standen die Aktienmärkte im Zeichen einer Stagnation. Die Umsatztätigkeit war auf das äußerste beschränkt, und die Kursaussetzungen überwogen an den einzelnen Tagen bei weitem. Selbst kleinste Nachfrage konnte nicht befriedigt werden, da keinerlei Material verfügbar war. Wenn jedoch etwas herauskam, gaben die Notierungen nur um Prozentbruchteile nach, da die Ware glatt ausgenommen wird. Für eine Reihe von Werten kam es zu Kursaussetzungen, so weiterhin für Siemensaktien, ferner für IG. Farbenind. und an einigen Tagen auch für Südd. Zucker und AEG. Etwas schwankend lagen Autoaktien, im Wochen- durchschnitt jedoch kaum verändert, eine leichte, doch stetige Aufwärtsbewegung zeigten Dt. Gold- und Silberscheideanstalt, die zuletzt mit 399,75 nahe an 400 herankamen, sowie auch Feldmühle Papier bis 163,5. Am Rentenmarkt waren Reichsaltbesitz schwankend zwischen 167 und 167,75, Steuergutscheine I 102,65 bis 102,75, Kommunalumschuldung 104. Jndustrieobligationen ruhig und kaum verändert. Pfandbriefe, Stadtanleihen ohne nennenswertes Geschäft. Auch der A k t i e n f r e i o e r k e h r lag sehr ruhig und kursrnäßig kaum verändert. — Tagesgeld uno. 1,75 v. H. S.Jl.-'fpOTt Tschammer-pokalspiel. Wahenborn-Slelnberg — Eintracht Frankfurt. Wie bereits angekündigt, kommt am Wochenende dieses Spiel auf dem Waldsportplatz des DsB.-R. in Gießen zum Austrag. Nach dem Gastspiel von Rot-Weiß, Frankfurt, ist den Gießener Sportfreunden wiederum Gelegenheit geboten, eine Mannschaft zu sehen, die mit zu den Besten unseres Gaues zählt. Jrn Spiel um den Kriegserinnerungspreis der Stadt Frankfurt mußte auch Rot-Weiß am vergangenen Sonntag die Ueberlegenheit der Niederwälder anerkennen und eine 2:1-Niederlage hinnehmen. In ihren Reihen stehen bekannte Spieler,- wie Stubb, Heilig, Ganzmann, A. Schmitt, Lindner und Kraus, welche schon öfters in der Gaumannschaft standen. Wenn auch kaum an einem Sieg der Eintracht zu zweifeln ist, so hoffen wir doch von unserem letzten Vertreter der Staffel Gießen- Wetzlar, daß er alles Können aufbietet und den Gegner zum restlosen Einsatz zwingt. Dies sollte schon möglich sein, da die Teutonen auf einige Urlauber zurückgreifen können. Wie verlautet, tritt die Eintracht in derselben Besetzung wie im Spiel gegen Rot-Weiß an. Die Leitung des Spieles liegt in Händen von Schiedsrichterobmann Post, Gießen- handball der HI. Im Rahmen der örtlichen Reichsjugendwettkämpfe finden in (9rüningen zwei Handballspiele statt. Da diese auf die weitere Tabellengestaltung großen Ein- fluß haben, ist mit spannenden Spielen zu rechnen. DJ.-Klasse. Grüningen — M t v. Gießen. Obwohl im Vorspiel Grüningen einen Punkt in Gießen lassen mußte, führt die Platzmannschaft die Tabelle an. In überlegener Weise wurden auf heimischem Boden die letzten Spiele gewonnen. Grüningen wird nun versuchen, auch das letzte Treffen zu seinen Gunsten zu entscheiden, um den Sieger in dieser Klasse zu stellen. Die Gäste haben eine lange Ruhepause hinter sich und müssen sich schon sehr anstrengen, um ein achtbares Resultat zu erzielen. HI.-Klasse. Grüningen — Mtv. Gießen. Für beide Mannschaften ist das Spiel von großer Bedeutung. Ein Sieg sichert Gießen den Titel eines Bannmeisters, während bei einem Unentschieden oder gar einer Niederlage die Entscheidung auf spätere Spieltage verschoben wird. Ob dann Gießen noch Aussichten besitzt, werden die Gegner beantworten. Im Vorspiel blieben die Gießener nach hartem Kampf mit 8:5 Toren Sieger. Grüningen wird unter allen Umständen versuchen, den Gästen den Sieg streitig zu machen, da man bei einem Siege selbst noch Aussichten besitzt, sich den Titel zu sichern. Auf eignem Boden hat die Mannschaft in dieser Runde noch keinen Punkt abgegeben. Die Gäste werden sich daher schon sehr anftrengen müssen, um keine Ueberraschung zu erleben. Da beide Mannschaften in stärkster Aufstellung antreten werden, ist mit einem harten Kampfe zu rechnen. Die Frage nach dem Sieger muß man offen lassen. Neues für den Büchertisch. — Ludwig Tieck: Franz Sternbalds Wanderungen. Preis geb. 5 RM. Verlag Rütten & Loening in Potsdam. — Es ist ein erfreuliches Unterfangen, wenn der rührige Verlag, der sich auch durch die mancherlei Schwierigkeiten der Kriegszeit nicht an der Durchführung eines weit» gesteckten Programms irremachen läßt, in seiner neuen Romanreihe „Der Zauberspiegel" auch Werke zu neuem Lebssn zu wecken sucht, die kaum noch dem Titel nach außerhalb der Fachwissenschaft bekannt sind, obwohl sie einst bei ihrem Erscheinen das Tagesgespräch in allen geistig interessierten Kreisen Deutschlands gewesen sind. So ist es jedenfalls Ludwig Tiecks Künstlerroman ,Zranz Sternbalds Wanderungen" ergangen, den fein Autor „eine altdeutsche Geschichte" genannt hat. Tieck, der „König der Romantik", als großer Anreger, lieber» setzer und Nachdichter von Volksmärchen und Sagen fruchtbarer als durch eigene Schöpfungen, hat die Idee zu diesem Roman wohl von seinem Freund Wackenroder empfangen und dem Helden seines Romans, einem Maler aus der Werkstatt Dürers, den er auf die Wanderschaft durch Franken, den Rhein hinunter nach den Niederlanden begleitet, etwas von der Sanftheit des eben verstorbenen Freundes mitgegeben. Das Bild, das Tieck vom deutschen Mittelalter entwirft, ist das Idealbild, wie es die Phantasie der Romantik sich ausgemalt hat. Die eigentliche Handlung zerfließt bald durch Reflexionen über alle möglichen Probleme der Kunst und in allen Stimmungen schwelgende Naturschilderungen. So ist der Roman für die Romantik ungemein charakteristisch und es ist ein Verdienst des Verlages, daß er uns das interessante Buch in einem so schönen Gewände wieder in die Hand gibt. Fr. W. Lange. — Gustav Schröder: Fernweh und Heimweh. 237 Seiten mit 16 Lichtbildern. Rütten & Loening Verlag, Potsdam 1941. — Der Verfasser erzählt in frischer, unliterarischer, oft humorvoller Form von seinen mancherlei Erlebnissen als Seemann in der deutschen Handelsmarine; fein Weg führte in nahezu vier Jahrzehnten vom Schiffsjungen, der noch die gute, alte Segelschiffszeit erlebt hat, zum Schnelldampferkapitän der Hapag. Besonders fesselnd und zeitnah wirken die Schilderungen von den KdF.-Fahrten mit der „Dceana" und vom Durchbruch durch die Blockade mit dem Hapag- Dampser „St. Louis" im ersten J-hre dieses Krieges. Die Bildbeigaben beleben den Text erfreulich; die Mehrzahl der binnenländischen Leser wird vermutlich eine kurze Erklärung der wichtigsten nautischen Spezialausdrücke nicht überflüssig finden. Hans Thyriot. — Friedrike. Das Sesenheimer Idyll in Worten Goethes. Ausgewählt und herausgegeben von Joachim v. Delbrück. 127 Seiten. Rütten 8r Loening Verlag, Potsdam. — Die Darstellung der Liebesgeschichte des jungen Goethe und der Pfarrerstochter Friederike Brion im Pfarrhause zu Sesenheim im Elsaß war ursprünglich in Gestalt einer literar-historischen Studie unter Zugrundelegung einer strengen wissenschaftlichen Methode und Anwendung eines umfänglichen gelehrten Apparates gedacht; indessen fand der Herausgeber am Ende, daß das stärkste und ursprünglichste Bild doch wohl mit Goethes eigenen Worten zu geben fei: er löste also die Geschichte des Sesenheimers Idylls aus „Dichtung und Wahrheit" und verband sie mit Briefstellen und Gedichten aus der Straßburger Zeit zu einer so anmutigen wie zuverlässigen Schilderung aus erster Hand. Man wird sie als das bewegende Zeugnis jener lange nachhallenden, frühen und tiefen Erschütterung eines großen Lebens mit herzlicher Anteilnahme lesen. Hans Thyriot. — Fritz Fechner: Panzer am Feind. Kampferlebnisse eines Regiments im Westen. 298 Seiten. Mit 61 Photos und 3 Karten. Preis geb. 4,40 RM. Verlag C. Bertelsmann Gütersloh. Der Panzerdurchbruch durch die Maginotlinie zur Ka- nalküste steht in der Kriegsgeschichte einzig da. Mit unheimlicher Schnelligkeit ziehen deutsche Panzerkorps den stählernen Vorhang zwischen die Alliierten, immer Hefer frißt sich der jeden Widerstand niederwalzende Panzerkeil ins Herz Frankreichs. Oft weit im Rücken des Feindes, allein auf sich gestellt, kämpfen deutsche Panzermänner. Oberleutnant Mhner hat im Verbände seines Regiments, das die ruhmreiche Traditton der Gardedukorps hält, jeden Angriff durch Holland und Belgien bis Dünkirchen mitgefahren; durch die Weygandlinie nach Dijon und weiter, bis am Fuß der Alpen vor den Mündungen der Kanonen französischer Gebirgstruppen die Sturmfahrt ihr Ende findet! Ein Buch soldatisch knapp, ein Stück Geschichte seines stolzen Regiments. Aus aller Wett. Wilhelm Busch als Puppenspieler. Das Wilhelm-Busch-Museum in Hannover beabsichtigt den Erwerb einer besonders originellen Arbeit Buschs, eines Kasperle-Theaters, das Wilhelm Busch mit seinem Freunde Kaulbach zusammen den Kindern eines Münchener Architekten schenkte. Es handelt sich um eine hervorragende künstlerische Arbeit mit reichen Malereien. Wilhelm Busch hat die Bühne gemalt und die Seitenteile, die von besonderem Interesse sind. In wundervoller Pinfelzeichnung hat er hier eine Schar merkwürdiger Gestalten aufmarschieren lassen. Ein Wickelkind ist mit einem Pfeil an einen Baum gepflockt, und daneben hängt ein Pfäfflein am Galgen, während darunter der grinsende Teufel, auf der Gabel ein weibliches Wesen aufspießt, zusammen mit dem Kasperle und mit des Teufels Urgroßmutter vergnügt herumspringt. Auf dem zweiten Seitenteil sind Die Malereien leider schon stark verwischt. Sie zeigen verschiedene Märchengestalten. Die Wilhelm- Bufch-Gesellschaft hat ihre Mitglieder aufgerufen, durch Sonderspenden ihr beim Ankauf behilflich zu sein. Zugleich sollen noch etwa 40 Oelgemälde des Meisters aus dem Ausland erworben werden. Was las Friedrich Nietzsche? Die Gesellschaft der Freunde des Nietzsche- Archivs in Weimar hat ein Verzeichnis der Bibliothek des Philosophen als 14. Jahresgabe für feine Mitglieder herausgegeben. Die Bibliothek, die sich im Besitz des Archivs befindet, ist zwar nicht mehr vollständig erhalten. Manches wurde nach den Angaben von Nietzsches Schwester verkauft, manches verschenkt, besonders belletristische Literatur. Doch ist der Bestand noch so umfangreich, daß das Verzeichnis, welches hauptsächlich klassisches Altertum, neuere Philosophie, Religion, Naturwissenschaften, Kunst, jMuentu un 'ni&diiuischtank Wie viele längst vergessene Arzncivackunyen kommen da manchmal wieder zum Vorschein. Vesser als man weih, ist oft für den Krankheitsfall gesorgt. Nun aber künftig erst die angebrochenen Packungen aus- brauchen, bevor eine neue gekauft wird! Denn heute müssen Heilmittel restlos verwertet werden, auch Sitpfioscatin=5xi6£elteW/~ Wenn alle dies ernstlich bedenken, bekommt jeder Sllphos- ralin, der es braucht. Carl Bühler, Konstanz. Fabrik der pharm. Präparate Silphoscalin und Thylial. Bücher Seltenheiten, Klassikerausgaben, ganze Bibliotheken und Einzel- ftütfe kaufen wir und erbitten Angebote mit genauen Angaben. Verlag, Erhaltungszustand ulw. V ersand b uch h nubhiim der Fackelträg er-Ber lag Berlin NW 40 __Zn den Zelten 9. i?5sv RheMlÄndev kaufm. Angestellter, kath., 40 J., untersetzt, m. gut. Einkomm., sucht Bekanntsch. m. geb. rhein. Mädel b. zu 30 J., kath., schlank, Frohnatur, m. Sinn für Häuslich- keit, zwecks späterer *•*••>*» Verschwiegenheit wird geboten und erwartet. Zuschr. m. Lüdu. 1762V (anonym zwecklos) a. d. Gien. Anz. Klingel: Elemente eingetroffen Carl Schunde Bahnhofstr. 66. 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Huhn Hof/Bayem Gießen, Steinstr.70 im Mai 1942. s,____________________________ 02552Z Für die dargebrachten Glückwünsche, Geschenke und Blumenspenden anläßlich unserer Vermählung danken wir herzl. Franz Ostermeier Mimi Ostermeier, geb. Bastian Gießen, im Mai 1942. _____________________02556 Z Statt Karten. Für die überbrachten Glückwünsche und Geschenke anläßlich unserer Vermählung sagen wir auf diesem Wege herzlichen Dank Franz Payer und Frau Irmgard, geb. Ludwig Gießen, im Mai 1942. 02542Z Wir danken herzlichst für die erwiesenenAufmerksamkeiten anläßlich uns. Silber-Hochzeit Dr. Limberger, Stabsveterinär und Frau im Mai 1942. Lollar z. Z. im Felde \ 02550Z Nachlässe von 3 bis 2G v. H. er- I halten Sie bei wiederholten Wer- I öffentüchungen einer Anzelgel l GÜLDENRING OVERSTOLZ MS t)