Donnerstag, 80 April 1942 Gietzener Anzeiger Annahme von Anreigen für die Mittagsnummer bis8'»Uhr öesBormittags Anreigen-Preise: Anzeigenteil 7 Nvk. le mm bei 22 mm Zeilenbreite, Tertteil 50 Rvf. le mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffel I AbschlüsseMengemtaft'el B Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25"»mehr (92. Jahrgang Nr. 100 Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Gießener ^amilienblätter Heimat imBild DieScholle Berugsvreis: Monatlich.... .RM.1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvrechanschluß 2251 Druck und Verlag: MÄSÄ •rtWW* HnlwrRtltrtniÄertl 8. Song« General-Anzeiger für Oberhessen "»t totalen Vergeltungsangriff auf $orf Flug- ohne eigene Verluste 15 feindliche Vernichtungswillen unserer Gegner den Sieg des Reiches gegenüberstellen. Alle Kräfte für den totalen Sieg Der Gauleiter vor dem Einsahstab für den Arbeitseinsatz. werden demnächst Hausgehilfinnen in kinderlosen haushalten mll Hausfrauen unter 40 Jahren und Haushalten, bei denen über 14 . Jahre alte Töchter sind, die bei der Hauswirtschaft mithelfen können, in kinderreiche haushalte umgefeht werden. Wenn diese Umsetzung durch den Appell an die Einsicht nicht erreicht werden kann, wird sie auf dem Wege der Dienstverpflichtung mit beschränkter Dauer vorgenommen werden. Der Gauleiter erörterte danach als ebenfalls aktuelle Aufgabe die.ständige vertrauensärztliche Ueberprüfung des Krankenstan- d e s. Durch besondere Maßnahmen wird man unter strengster Beachtung der Gesundheitsbetreuung in gerechter Weise dafür sorgen, daß Drückeberger und Faulenzer ihre Pflichtvergessenheit nicht mit einer vorgeschützten Krankheit entschuldigen können. Die Rede des Gauleiters ließ schließlich keinen Zweifel daran, daß die kommenden Arbeitseiinsatz- maßnahmen für viele Taufende von Volksgenossen mit unvermeidbaren Härten verbunden sind. Diese Härten aber sind als Beitrag für den Sieg unumgänglich und mit dem Blick auf die Opfer der Front zu ertragen. Je härter und je einschneidender die Maßnahmen aber sein werden, so folgerte der Gauleiter, um so notwendiger ist die Forderung, alle seelischen Kräfte unserer Volksgemeinschaft zu mobilisieren. Aus ihr ergebe sich auch die Selbstverständlichkeit des höflichen Umgangston es undhaadelns untereinander. In verstärktem Maße werde die Partei darauf achten, daß die Nervenbelastung jedes Einzelnen durch das ungebührliche und unhöfliche Benehmen einzelner angemaßter „Amts- und Ladendiktatoren" keine weiteren Spannungen erfährt. Das deutsche Volk muß jetzt erkannt haben, daß es gilt, die letzte Kraft herauszuholen. Es werde dazu seinen Willen stählen und mit seinem handeln dem totalen Der Wehrmachiberichi. DNB. Aus dem Führerhauptquartler, 29. April. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Im Schwarzen und Afowfchen Meer wurden wirkungsvolle Luftangriffe gegen Hafen- anlagen und Schiffe der Sowjets geführt. Im mittleren Abschnitt der Ostfront wiederholte der Feind an einzelnen Stellen seine erfolglosen Angriffe. Im nördlichen Frontabschnitt wurden eigene örtliche Angriffe und Stoßtruppunterneh- mutigen erfolgreich durchgeführl. Bei der Wegnahme eines feindlichen Brückenkopfes durch eine deutsche Infanteriedivision verlor der Gegner über 1400 Tote, sechs Panzer, neun Geschütze und zahlreiche andere Waffen. In Lappland wiesen deutsche unk finnische Truppen mehrere feindliche Angriffe ab. An der Eismeerfront schossen deutsche Jäger NSG. Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger besprach vor dem Einsatzstab für den Arbeitseinsatz die organisatorischen Grundlagen zur Lösung dieses aktuellsten Problems. Die Konzentration auf die Arbeit ist das vordringlichste Gebot der Stunde. Sie muß es ermöglichen, daß der durch die weitsichtigen Planungen des Führers vor Beginn des Krieges erzielte Vorsprung unserer Rüstung verstärkt werde. Es gelte damit den gigantischsten Arbeitseinsatz, den die Welt je gekannt habe, zu organisieren. Sein Ziel sei es, die vordringlichsten Voraussetzungen für den sieghaften Kampf unserer Front, nämlich die Rüstung und die Ernährung gegen alle Widerwärtigkeiten des Schicksals sicherzustellen. Der Gauleiter erklärte nochmals, daß er sich bei der Durchführung aller Maßnahmen im Gau der bereits für dieses Aufgabengebiet vorhandenen Der- waltungs- und Behördendienststellen bedienen werde, und daß darüber hinaus die Parteiüienst- stellen nach seinen Richtlinien zur Einschaltung gelangen. Er forderte von allen Dienststellenleiter^ die e n g st e Zusammenarbeit, die von vornherein jede Prestigefrage und jede egozentrische Behauptung des Arbeitsgebietes verhindere. Bei dieser Gelegenheit stellte der Gauleiter dann seinen sachlichen Referenten für die Aufgabe des Arbeitseinsatzes, Oberregierungsrat Dr. Schrader vom Lanvesarbeitsamt Hessen vor. Er behandelte dann im einzelnen dringende Aufgabenstellungen des Arbeitseinsatzes. Wan werde in diesem Rahmen auch versuchen, so weit es irgend geht, die Lücke der fehlenden Hausangestellten zu schließen. Dieser Notstand, der sich zum Beispiel darin ausdrücke, daß in Frankfurt a.W. über 600 kinderreiche Familien ohne diebe- antragte Hausgehilfin auskommen müssen, fordere aus Gründen der Gerechtigkeit eine entsprechende Steuerung. Durch eine Verfügung des Landesarbeitsamkes wattigen Anforderungen der Kriegsproduktionen trotz mancher Entbehrungen und mitunter schwieriger Verhältnisse ist. Wenn gleichzeitig und unabhängig von diesen nationalsozialistischen Musterbetrieben die neue Ehrung einiger Betriebe als „Kriegsmusterbetrieb" erfolgt, und ihnen die ehrende Auszeichnung zuteil wird, das Kriegsverdienstkreuz an die Betriebsfahne heften zu dürfen, so spiegelt sich auch darin die enge Verbundenheit unserer Produktionsstätten mit dem gegenwärtigen Freiheitskampf des deutschen Volkes. Musterbetrieb kann im Kriege kein Betrieb werden, der nicht neben einer hervorragenden Sozialarbeit zugleich eine erstklassige Leistung für unsere Rüstung vollbringt. Klarer als hierdurch kann überhaupt nicht gezeigt werden, wie auch die Sozialpolitik gegenwärtig eine scharfe Waffe unserer Kriegführung ist. Sie sichert durch Gewährleistung einer gewaltigen laufenden Waffenerzeugung von der Seite des schaffenden Menschen her die umfangreiche Materialversorgung der kämpfenden Front. Unser Vorbild ist bei alledem der Soldat selbst. Seine Entbehrungen, sein rücksichtsloser Einsatz find für uns in der Heimat Ansporn, ihm nachzueifern. Was unsere schaffenden Volksgenossen, Männer und Frauen, an den Arbeitsstätten vollbringen, ist unvorstellbar und oft mit persönlichen Entbehrungen verbunden. Sie alle wissen aber auch, worum es bei dieser gewaltigen einmütigen Kraftanstrengung der gesamten deutschen Nation geht und lassen deshalb in ihrer Einsatzbereitschaft nicht nach. Vor allem hat der Führer unb' in feinem Auftrag die Deutsche Arbeitsfront' in die Herzen aller schaffenden Menschen die Ueberzeugung gelegt, daß nach diesem Kriege in Deutschland ein Sozialwerk größten Ausmaßes verwirklicht wird. Unser deutscher Sozialismus war bereits vor Kriegsbeginn dabei, im Einflußbereich Großdeutschlands das überall- stische und kapitalistische System auszumerzen. An seine Stelle trat die neue Sozialverfassung Adolf Hitlers. Diese Entwicklung wird sich nach Kriegsende fortsetzen, wofür bereits jetzt alle notwendigen innerdeutschen Voraussetzungen geschaffen werden. Vorerst gilt für uns allerdings ebenso wie für den Frontsoldaten die Parole: Durch Kampf zum Sieg! zeuge ab, darunter 14 vom Wüster Hurricane. In Nordafrika wurde in der Gegend süd- cstwärks W e ch i t i ein britischer Vorstoß abgeschlagen. Wirksame Luftangriffe richteten sich gegen britische Zeltlager und Kraftfahrzeugansammlungen bei Tobruk sowie gegen militärische Anlagen des britischen Flottenstützpunktes Alexandria. Starke Kampffliegerverbände führten die Zerschlagung militärischer Einrichtungen auf der Insel Wal la fort. Leichte deutsche Kampfflügzeuge griffen tagsüber Werftantagen auf der Insel Wight und Eisenbahnziele an der englischen Südküste mit Bomben und Bordwaffen an. Ueber der Kanalküste schossen deutsche Jäger aus starken britischen Iagd- verbänden ohne eigene Verluste sechs feindliche Flugzeuge ab. Als Vergeltung für die britischen Luftangriffe auf Wohnviertel deutscher Städte griffen Kampffliegerverbände in der Nacht zum 29. April die englische Nationalsozialistische Sozialarbeit im Kriege. Von Oberbefehlsleiter Otto Marrenbach, Geschäftsführer der Deutschen Arbeitsfront. In diesen Tagen tritt di? Deutsche Arbeitsfront in das zehnte Jahr .ihres Bestehens ein. Neun Jahre unermüdlicher Arbeit von über 1,5 Millionen ehrenamtlichen Mitarbeitern, Wallern und Warten der Deutschen Arbeitsfront und der NS.-Gemein- i schäft „Kraft durch Freude" liegen hinter uns. Im Kriege ist die soziale Betreuungsaufgabe der Deutschen Arbeitsfront nicht geringer, sondern größer geworden. Wo heute deutsche Arbeiter schaffen, ist die Partei in Gestalt der Deutschen Arbeitsfront bei ihnen, betreut sie, schafft die Voraussetzungen zur Entfaltung ihrer Leistungskraft, sorgt für ihr persönliches Wohl, soweit es nur unter den Kriegs- i umständen möglich ist — mögen diese Arbeiter in der Heimat, in' Norwegen oder vor Leningrad, in der Ukraine oder auf der Krim, in Afrika oder an der Atlantikküste schaffen. Was sich jetzt im Kriege nicht bewährt, wird auch später keine Existenzberechtigung haben, harte Maßstäbe sind seit Jahren angelegt, um das gesamte Leben in Deutschland den Kriegsumständen anzupassen. Organisationen und Betriebe wurden geschlossen, soweit sie im harten Schicksalskampf unserer Tage entbehrlich find. Die Deutsche Arbeitsfront erwies sich aber nicht erst im Kriege selbst, sondern schon vorher bei Beginn der Westwall- bauten als ein Faktor von höchster Bedeutung für unsere Wehrwirtschaft. Als unser unvergeßlicher Dr. Todt seinerzeit vom Führer den Auftrag bekam, in kürzester Zeit an unserer Westgrenze ein gewaltiges Festungswerk zu schaffen, bat er seinen Kameraden Dr. Ley um den äußersten Einsatz zur Unterbringung, Verpflegung und gesamten Betreuung der schnellstens aus allen Teilen des Reiches an die Westgrenze gerufenen Arbeitskameraden. Die Deutsche Arbeitsfront meisterte diese Aufgabe der Menschenbetreuung ebenso schnell und gründlich, wie Dr. Todt seine technische Aufgabe meisterhaft löste. Seitdem erwies sich immer wieder, daß die gewaltigen Anforderungen an produktive Leistungen der deutschen Wirtschaft ebenso geniale technische Maßnahmen wie unermüdliche und hervorragende Menschenführung voraussetzen. Beides zusammen, Technik und Menschenführung, vereinen sich dann im Erzeugnis, der Waffe, die in der Hand des unvergleichlichen deutschen Soldaten den Gegner überall schlägt. In manchen Kreisen wurde bei Beginn dieses Krieges angenommen, daß nun ein Stillstand in der sozialpolitischen Entwicklung eintreken werde. Sozialpolitik meinten sie, sei in Kriegszeiten ein Luxus, den man sich nicht leisten könne. Wenn dem so wäre, dann würde der Mensch beispielsweise auch in der Wüste kein Wasser zu trinken brauchen und bei 40 Grad Kälte im russischen Winter keinen Pelzmantel und keine warme Kleidung anziehen müssen, dann brauchte man zum Schießen außer dem Geschoß kein Pulver und zum Reiten außer den Sporen kein Pferd. Gewiß, Vergleiche hinken stets, aber im Grunde ist es sehr ähnlich mit der Sozialarbeit, deren völliges Aussetzen eine entscheidende Schwächung unseres Rüstungspotentials bedeuten würde. Die Deutsche Arbeitsfront und ihr Leiter, Dr. Ley, haben, wie der Führer selbst während des Krieges in einer Rede vor dem deutschen Volk erklärte, im Frieden die Voraussetzungen für den inneren deutschen Neuaufbau geschaffen. Jetzt im Kriege ist die von der Deutschen Arbeitsfront entsprechend dem Auftrag des, Führers vom Oktober 1934 mit immer neuen Impulsen versehene Sozialarbeit ein Eckpfeiler unserer Kriegswirtschaft geworden. Die schaffenden deutschen Menschen haben, durch die Deutsche Arbeitsfront in den Friedensjahren eine soziale Betreuung erfahren, wie sie vorher zu keinen Zeiten der Geschichte denkbar war. Ich erinnere an die Möglichkeiten des Lebens, die die NS.»Gemeinschaft Kraft durch Freude unseren schaffenden Menschen erschloß. Wir können weiter darauf Hinweisen, daß in jedem Betrieb und insbesondere in jedem Gau von der Deutschen Arbeitsfront in Zusammenarbeit mit der Organisation der gewerblichen Wirtschaft die Voraussetzungen für die berufliche und persönliche Weiterbildung nud damit den A u f st i e g jedes Volksgenossen geschaffen wurde, der den Wunsch hat, weiterzukommen. In kapitalistischen Staaten gibt es so etwas nicht, bei uns kann jeder schaffende Mensch, der entsprechende Anlagen hat, die beruflichen Stufenleitern emporklimmen, auch wenn er über kein Geld und kein Vermögen verfügt. Was zur Erhaltung und Förderung der Gesundheit unserer arbeitenden Volksgenossen . getan wurde, ich unvergleichlich. Selbst im Kriege, wo ein allgemeiner Aerztemangel eintrat, hat die betriebsärztliche Betreuung nicht etwa nachgelassen, sondern an Umfang noch zugenommen. Welche Bedeutung ein warmes Essen für den schaffenden Menschen während der heute mitunter langen Arbeitszeit hat, ist jetzt auch dem letzten Betrieb klar geworden. Auf Anordnung des Reichsleiters Dr. Ley sind umfassende Vorbereitungen in Angriff genommen, um im kommenden Winter, wenn möglich, in allen Rüstungsbetrieben warmes Essen zu verabreichen. Die Frauen, die in großer Zahl seit Kriegsausbruch neu in das Arbeitsleben strömten und damit ihre Arbeitskraft selbstlos dem Reich zur Verfügung stellten, werden vom Frauenamt der Deutschen Arbeitsfront aufmerksam und vielseitig betreut. Die unermüdliche Kleinarbeit in der persönlichen Betreuung und Beratung der über 25 Millionen Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront kann hier überhaupt nicht im einzelnen aufgeführt werden. Ausgaben, die während der Kriegszeit zurück- stehen können, sind auf Anordnung des Reichsorganisationsleiters Dr. Ley längst gedrosselt und schließlich völlig eingestellt worden. Die von der Deutschen Arbeitsfront geführte und auf ihre Anregung in den Betrieben praktisch zur Auswirkung gelangende Sozialarbeit konzentriert sich heute absolut auf Maßnahmen, die unmittelbar zur Erhaltung der Arbeitskraft und des Leiftungs- willens, zur Aufrechterhaltung der Arbeitsdisziplin, Erhaltung der Volksgesundheit, sowie zur Steigerung der produktiven Leistung notwendig sind. Zuletzt hat Dr. Ley in einer Anordnung vom 26. Januar 1942 diese Grundsätze abermals in einem neuen Kriegsorgani- ationsplan der Deutschen Arbeitsfront zum Ausdruck gebracht: „Die gesamte Arbeit aller Diensttellen ist auf dieses einheitliche Ziel abzustellen und die noch verbleibenden, Mitarbeiter sind in vollem Umfang für diese kriegsnotwendigen Aufgaben einzusetzen." Wir gestehen offen, daß es nicht immer leicht war, diese unerläßlichen kriegswichtigen Ausgaben überall glatt zu erfüllen. Bis auf einen kleinen Rest sind wie in der gesamten Partei die hauptamtlichen Mitarbeiter der Deutschen Arbeitsfront von den höch- ten bis zu den untersten Dienststellen zum Wehrdienst eingerückt. Der allergrößte Teil der ehrenamtlichen Mitarbeiter ist ebenfalls längst Soldat und der Vertreter hat oft schon wieder den zweiten, dritten oder noch weitere Vertreter gefunden. Trotzdem sind die Aufgaben jederzeit voll und rechtzeitig gelöst worden, da den ge- amten Arbeitskörper der Deutschen Arbeitsfront )er Geist Dr. Leys erfüllt, der selbst persönlich chonungslosen Einsatz leistet und ohne jede Rücksicht auf feine Person der unermüdliche Motor unserer Sozialarbeit auch im Kriege geblieben ist. Am 2. Mai erfolgen nun wieder Ernennungen neuer nationalsozialistischer Musterbetriebe. Diese Betriebe und andere, die im Kriegsleistungskampf 1941/42 eine überaus wertvolle betriebliche Sozialarbeit leisteten, find lebendiger Beweis für, unsere eit Jahren stets wiederholte Feststellung, daß die orgfäüige und richtige Menschenführung und Sozialarbeit im Betrieb zugleich das Arbeitsergebnis, die Produktionsleistung fördert — ja, überhaupt unerläßliche Voraussetzungen für die heutigen ge- Oie Vergeltung. Von unserer Berliner Schriftleitung. Das Wort des Führers, daß er von jetzt ab wieder Schlag um Schlag die Angriffe der englischen Bomber auf deutsche Kulturstätten und Wohngebäude vergelten werde, ist, wie die Engländer inzwischen verspüren müssen, keine leere Phrase gewesen, sondern entschlossen in die Tat umgesetzt worden. Die deutsche Luftwaffe hat die Angriffe auf Lübeck, Rostock und Köln gründlich geahndet, indem sie die britischen Städte Ereter, Bath, Norwich und Bork mit Tausenden von Brand- und Sprengbomben belegte. Herr Churchill, der geglaubt hatte, großspurig verkünden zu können, daß die deutsche Luftwaffe nicht mehr in der Lage sein, stärkere Bombenangriffe zu unternehmen, muß sich jetzt überzeugen, daß die deutsche Luftwaffe nach wie vor die Kraft und die Macht hat, schwerste und stärkste Schläge zu führen, wenn es von der deutschen Kriegführung für notwendig erachtet wird und das Verhalten der Briten es gebietet. Die jetzigen Vergeltungsschläge haben die dafür ausersehenen britischen Städte außerordentlich schwer getroffen. Der englische Nachrichtendienst, dessen Gepflogenheit es ist, sich über deutsche Angriffe aus- zuschweigen, muß diesmal zugeben, daß erhebliche Schäden angerichtet worden sind und daß man „eine lange Liste von Toten und Verletzten erwarte". Im übrigen verfallen die Engländer nach der Manier, die mir bereits kennen, wieder in die weinerliche Tonart. Wenn sie auch damit nicht viel G^ück haben werden, so beweist uns dieses Verfahren, daß die Vergeltungsschläge sitzen. Es kann niemand rühren, wenn die Engländer Mitleid zu- schinden suchen, indem sie beispielsweise von Bath sagen, daß dort Evakuierte und alte Leute einen Zufluchtsort und die Menschen der Rollstühle und der Krücken eine Freistatt gesunden hätten und daß eine solche Stadt zur Vergeltung eines Angriffs auf eine deutsche Kriegsindustriestadt bombardiert worden sei. Die Engländer wissen so gut wie wir, daß weder Lübeck noch Rostock ,Kriegsindustriestädte" sind. Ihre Methode, uns vorzuwerfen, wir hätten beispiels- meiije Bath angegriffen, „weil es militärisch bedeutungslos fei und daher nicht in der gleichen Weise wie die englischen Industriestädte verteidigt werde". Stadt Port an. Zahlreiche große und kleinere Brände sowie Explosionen ließen eine starke Wirkung des Angriffes erkennen. Britische Bomber griffen in der letzten Rächt das norddeutsche Küstengebiet an. Der Angriff richtete sich vor allem gegen die Stadt Kiel. Die Zivilbevölkerung hatte Verluste. Wohnhäuser.-Krankenanstalten und Kulturdenkmäler wurden zerstört ober beschädigt. Elf der angreifenden Bomber wurden abgeschossen, drei weitere verlor der Feind bei einem Nachtangriff auf die norwegische Küste. Oberleutnant Eckhardt errang seinen 14. bis 16. Nachtsieg. Oie Bedeutung Vorks. Port ist eine altertümliche Stadt mit malerischen Bauten, die auf eine lange Geschichte zurückblicken. Seit dem Jahre 79 war das damalige Eboräum das Hauptquartier der 6. römischen Legion und die zeitweilige Refidenz römischer Kaiser. Septimius Severus starb dort im Jahre 311, während Constan- hQ :elirtowe——— imtby M Bndhngton _____- । ...zzz: ' ' —- ®MANCBE$ni A c (heffield \ lincoln , V 1 eston 8üd5urn-*i qjloucester Newark * . J. — •Audley Nottinfam . Derby. XjT^ Wö \ . BIRMINGHAM I ?/« * Ipswich---- 7BBISI01 Newbury — . SOaklev . Bnjtofi 1 y Aldershot Tonbridge foy&ZZZjMr Zu den aSergeltungsangriffen auf York und Norwich. (Scherl-Bilderdienst-M.) tius Chlorus in dieser Stadt zum Kaiser ausgerufen wurde. Im Jahre 1644 wurde Port beim Aufstand des mit den Schotten gegen Karl I. verbündeten Parlamentsheeres belagert und erobert. Berühmt ist die breitürmige gotische Kathedrale, das Rathaus und die mittelalterliche Gildenhalle. Hort, heute eine Stadt von rund 85 000 Einwohnern, wurde in neueren Zeiten Verkehrszentrum und Eisenbahnknotenpunkt erster Ordnung. Der „Flying Scotch» man" hält auf seiner Fahrt von London nach Edinburgh lediglich in York. Dort befinden sich auch große Kasernenanlagen, ein Flugplatz und Werke der englischen Rüstungsindustrie. Krankenhäuser in Kiel bombardiert. Berlin, 29. April. (DNB.) Der in der vergangenen Nacht von britischen Kampfflugzeugen durchgeführte Luftangriff auf die Stadt Kiel richtete sich wiederum ausschließlich auf Kultur- und W o h n st ät t e n.^ Insbesondere nahmen sich die Briten die Gebäude im Universitätsviertel zum Ziel. Drei wissen» schaftliche Institute, darunter das medizinische, wurden getroffen, zwei weitere Privatkrankenhäuser, die durch das Rote Kreuz der Genfer Konvention gekennzeichnet und in der klaren. Hellen Mondnacht deutlich erkennbar waren, wurden arg in Mitleidenschaft gezogen, so baß besonders hilflose Kranke unter dem Angriff zu leiden hatten. verfängt nicht: wenn die deutsche Luftwaffe eine wirkliche Vergeltung für diese verbrecherischen Angriffe auf deutsche militärisch bedeutungslose Städte zu üben die Absicht hatte, dann mußte sie mit gleicher Münze heimzahlen. Und wenn, wie aus London gemeldet wird, die britische Luftwaffe damit rechnet, daß die deutschen Repressalienangriffe gegen britische Städte noch viel schlimmer werden könnten, als sie gegen Bath und andere Städte im Süden gewesen seien, dann tun sie recht daran, sofern sie sich nicht entschließt, mit ihren Bombardements auf deutsche Kulturstätten und Wohnviertel aufzuhören. Die ganze Kulturwelt wird den deutschen Standpunkt verstehen und billigen. Die „Budapester Nachrichten" schrieben: „Die Vergeltungsangriffe der deutschen Luftwaffe auf die Zerstörungen, die die Engländer an deutschen Kulturwe'?ken und Kunstdenkmälern angerichtet haben, veranlassen politische Kreise zur Feststellung, daß dieser Kulturkrieg von den Engländern durch ihre Angriffe auf Lübeck und Rostock provoziert wurde und daß daher die volle Verantwortung für diese Art der Kriegführung England trage. In Budapest ist man der Auffassung, daß unter den gegebenen Umständen die deutsche Vergeltung vollkommen gerechtfertigt ist." So wie in Budapest wird man überall denken, wo Menschen wohnen, die gerecht urteilen. Wir können immer nur wieder feststellen, daß Churchill es gewesen ist, der mit dieser Art von Kriegführung begonnen hat und daß der Führer in seiner Langmut viele Wochen vergehen ließ, bevor er die Antwort gab. Dabei wird es jetzt bleiben, solange bis Churchill sich entschließt, von dieser Art von Kriegführung abzulassen. Es wird auch in «die deutsche Luftwaffe dem Verbrecher auf noriff mit einer Vergeltung antworten, die, wie der Führer gesagt hat, sehr viel Leid über das englische Volk bringen wird. -Churchill allein hat es in der Hand, ob dieses Leid über das englische Volk kommen soll. Oer Mord an Oberstleutnant Mustert. Den Haag, 29.April. (DNB.) Der Friedensgerichtshof verurteilte den ehemaligen niederländischen Hauptmann B o ry zu zehn Jahren Gefängnis und den ehemaligen niederländischen Oberleutnant Kruithof zu 20 Jahren Gefängnis. Beide find verantwortlich für den Tod des Oberstleutnants Mussert, dem Bruder des Leiters der NSB. In der Begründung wird festgestellt, daß die Festnahme Musserts durch die Angeklagten im Mai 1940 ein eigenmächtiges und unrechtmäßiges Vorgehen gewesen sei. Die Angeklagten hatten auch zugegeben, daß an der Ehre des Oberstleutnants nicht der geringste Zweifel bestanden habe. Kruithof habe die todbringenden Schüsse abgegeben und sei auch der geistige Urheber der Tat gewesen. Der Generalstaatsanwalt hatte gegen Kruithof die Todesstrafe und gegen Bom 20 Jahre Gefängnis beantragt. Das Ritterkreuz für Oberfeldwebel Stahl. Berlin, 29. April. (DNB.) Der Führer verlieh das Ritterkreuz an Oberfeldwebel Stahl, der als Flugzeugführer in einem Kampfgeschwader einen Schweren Kreuzer und mehrere Handelsschiffe vernichtet hat, an der Zerstörung von 150 Feindflugzeugen und 50 Kraftfahrzeugen beteiligt war und beim Verminen des Suezkanals und verschiedener Häfen sich durch großen Schneid ausgezeichnet hat. Er ist von einem Feindflug nicht zurückgekehrt. Feldbestellung auch am 2. Mai. Berlin, 29. April. (DNB.) Die Zusammen- drängung der Frühjahrsbestellung infolge des lang- anhaltenden Winters und der damit verbundenen Auswinterungsschäden macht es erforderlich, jeden Tag und jede Stunde zur Beendigung der Feldbestellungsarbeiten auszunutzen. Dementsprechend sind für die Landwirtschaft bereits die Sonntage als Arbeitstage freigegeben worden. In sinngemäßer Anwendung dieser Maßnahmen wird die Landbevölkerung aufgefordert, auch am Nationalen Feiertag, dem 2. Mai, die Feldbestellungsarbeiten fortzuführen. Kraftwagen für Schwerverfehrle. Die Heeres-Sanitätsinfpektion hat ein Gerät entwickeln lassen, das den doppelt beinamputierten und gehbehinderten Schweroersehrten ermöglicht, Kraftfahrzeuge lediglich mit den Händen zu bedienen. Das Gerät kann an der Lenksäule jedes Serienwagens angebaut werden, ohne seine normale Verwendung zu beeinträchtigen. Kupplung und Fußbremse werden durch einen Handhebel betätigt, der neben dem Lenkrad liegt, und mit einem weiteren Handhebel wird das Gas gegeben. Die Zulassung im Straßenverkehr ist gesichert. Schwerversehrten Soldaten, die Zynische Eingeständnisse Roosevelts. «Mr waren auf diesen Weltkrieg vorbereitet. // Berlin, 29. April. Roosevelt versuchte am Dienstag in einer Rundfunkrede dem USA.-Volk fein „Programm gegen die Inflation", das er am Tage vorher dem Kongreß bekanntgegeben hatte, schmackhaft zu machen. Die bittere Pille, die er mit den angekündigten Drastischen Einschränkungen im Lebensstandard" den überraschten Amerikanern gereicht hatte, versuchte er hierbei nach Möglichkeit wieder durch seine bekannten Zahlenorgien zu versüßen. Angesicht der, wie er zugeben mußte, „Phase bedeutender Verluste, die wir in Ostasien durchgemacht haben" und des rigorosen Einschränkungsprogrammes, das er soeben verkündet hatte, fielen diese Schönfärbungs- künste allerdings nicht mehr ganz so bombastisch aus wie früher. Sie waren durchtränkt von Feststellungen wie: „Die wirtschaftliche Struktur unseres Landes wird auf die härteste Probe ae = stell t" — oder der verlogenen Behauptung, daß die Vereinigten Staaten sich niemals der Illusion hingegeben hätten, daß dieser Krieg etwas anderes als eine schwere und mühsame Arbeit sein würde". Roosevelts Wut auf Japan, das sich gegen die jahrelangen nordamerikanischen Provokationen endlich aufgebäumt hatte, verleitete ihn zu einer Feststellung, mit der der Weltkriegsverbrecher sich selbst schonungslos entlarvte: ,Obwohl der hinterhältige' Angriff auf Pearl Harbour die unmittelbare Ursache unseres-Eintritts in den Krieg war, so fand doch dieses Ereignis das amerikanische'Volk geistig auf einen Weltkrieg oorbereitet." Mit zynischer Frechheit bestätigt Roosevelt hier, war er bisher noch immer abzustreiten versuchte. Zwar nicht das amerikanische Volk, er se lb st aber war auf seinen Krieg schon lange vorbereitet. Seine Diplomaten in Europa haben ihn, wie aus vielen aufgefundenen Dokumenten hervorgeht, mit allen Mitteln entfachen helfen, sein Leih- und Pachtgesetz hat ihn nach Möglichkeit auszuweiten versucht, seine Truppen besetzten in willkürlicher Ausdehnung der westlichen Hemisphäre Grönland, Island und breiteten sich sogar in Nordirland auz, und seine Kriegsschiffe, die Marine eines nichtkriegführenden Landes, schoß heimtückisch auf deutsche U-Boote. Dies alles also waren Roosevelts „geistige Vorbereitungen", die ihm dann auch endlich seinen gewünschten Krieg brachten. Vor das von ihm betrogene Volk aber tritt dieser Präsident hin und spricht von dem „großen Kämpf, in dem wir unsere freie Lebensaist retten müssen." Oie Operationen gegen Lava. Ein Bericht des japanischen «Seneralstabes. Tokio, 29. April. (Europapreß.) Zum Geburtstag des Tenno veröffentlicht der japanische Generalstab einen Bericht über die Operationen gegen Java, die als die kühnsten der bisherigen Operationen bewertet werden, da der Raum zwischen Palembang auf Sumatra und der Insel Timor eine größere Breite hat, als die nordamerikamsch-kanadifche Grenze oder die Ausdehnung Europas in westöstlicher Richtung. Die Landungstruppen waren 12 Tage unterwegs, bevor sie am ersten März landeten. Die gesamte Anlage des Planes ging von zwei Voraussetzungen aus: Vor Durchführung der Landung die feindliche Flotte zu vernichten und die vollständige Herrschaft über dem Luftraum des Landungsgebietes zu gewinnen'. Die Flugplätze auf den Java benachbarten Inseln, Bandjermassin auf Südborneo, Makassar und Kendari auf Celebes, wurden in rücksichtslosem Einsatz erreicht, wobei besonders die gegen Südborneo gerichtete Unternehmung großen Schwierigkeiten begegnete. Mit der Landung auf Bali waren die für die Erringung der Luftherrschaft erforderlichen Vorarbeiten geleistet. Die Besetzung Timors beabsichtigte vor allem die Unterbindung des Luftnachschubs aus Australien. Noch aber war die feindliche Flotte nicht ausgeschaltet, wenngleich im Seegefecht vor der javanischen Küste vom 3. Februar- drei holländische Kreuzer vernichtet worden waren. Die japanische Führung faßte trotzdem den Entschluß zur Landung auf Java, um zu vermeiden, daß Australien Zeit hätte, die holläiHische Armee durch Truppensendungen aus Australien zu verstärken. Wohl gab es während der Landung gefährliche Momente, als die feindlichen Kreuzer Houston" und „Perth" die nur durch einen Zerstörer gedeckte Landung in der Nacht zum 1. März in der Bucht von Bantam angriffen, wobei vier japanische Schiffe versenkt wurden, darunter auch das Schiff, auf dem sich der japanische Oberbefehlshaber General Jmamura mit seinem Stab befand. Unter dem Granatfeuer der feindlichen Schiffe und dem Bombenhagel der feindlichen Flieger mußte der General mit seinem Stab durch ausgelaufenes Bunkeröl mühsam schwimmend den Strand erreichen. Doch bereits am 8. März waren die holländischen Generale mürbe und nahmen die Kapitulation an, obwohl sie allein im Abschnitt von Bandoeng noch über 20 000 Mann in stark befestigten Stellungen hatten, von denen die meisten überhaupt noch keinen Schuß abgefeuert hatten. :■ Lashio von denIapanern besetzt Lissabon, 29. April. (Europapreß.) Japanische Truppen sind bis zur Bahnlinie Mandalay—Lashio vorgestoßen und haben damit die für Krieasmaterialtransporte nach Tschungking wichtige Zubringerstraße unterbrochen. Japanische Truppen sind in Lashio einmarschiert. Weiter besteht die Gefahr, daß die Verbindung mit der Burmastraße noch von einer anderen Seite abgeschnitten wird, weil es den japanischen Streitkräften gelungen ist, die östliche Flanke- der chinesischen Truppen zu umgehen und den Ort H s i p a w zu bedrohen. Den zur Verteidigung von Mandalay eingesetzten Tschungking-Steitkräften soll durch den japanischen Vorstoß der Rückzug nach Norden abgeschnitten sein. Der japanische Vorstoß im Rücken der Tschunking-Front soll vollkommen unerwartet erfolgt sein. Unter dem Eindruck der sich überstürzenden ungünstigen Meldungen über die militärische Lage in Burma sei May Jow, bas. seit dem japanischen Vormarsch auf Mandalay zur provisorischen Hauptstadt Burmas erklärt worden war, von den britischen Regierungsbehörden geräumt worden. auf die Benutzung eines Fahrzeuges angewiesen sind, wird auf Reichskosten ein mit dem Gerät aus- geftatteter Kraftwagen geliefert, damit sie ihrer Berufsarbeit nachgehen können. Der Wagen bleibt eine gewisse Zeit Eigentum des Reiches. Für Unterhalt, Betriebsstoff, Reparaturen und Versicherungen werden monatliche Zuschüsse gezahlt. Oie Hauptschule. Der Reichserziehungsminister hat Bestimmungen über die Hauptschule herausgegeben. Als Pflichtausleseschule hat sie die Grundlagen für jene mittleren Berufsschichten zu schaffen, deren Arbeit erhöhte Geschicklichkeit der Hand und vertiefte Ein- icht in die Bedeutung des eigenen Berufs und in eine Zusammenhänge mit der Volkswirtschaft er- ordert. Sie dient damit besonders den Bedürfnissen aller mittleren und gehobenen praktischen Berufe in Landwirtschaft, Handel, Handwerk, Industrie, Verwaltung und Erziehung sowie aller hauswirt- schaftlichen, pflegerischen, sozialen und technisch- künstlerischen Frauenberufe. Sie ist besonders geeignet, der Vorbereitung zum Besuch aller jener weiterführenden Bildungseinrichtungen zu dienen, die nicht den Besuch der höheren Schule voraus- setzen. Die Erfüllung dieser Ausgabe erfordert eine enge Verbindung der Hauptschule mit dem Berufsleben, wobei die Schularbeit jedoch die Einheit des Lebens erfassen soll. Die praktische Arbeits- und- Betrachtungsweise wird der theoretischen vorgezogen. Außer der Eingliederung des vorwiegend auf späteren praktischen Gebrauch abzielenden fremdsprachlichen Unterrichts, der Kurzschrift und des geometrischen Zeichnens für Jungen bedingt die Aufgabenstellung eine starke Betonung der mathematisch-naturwissenschaftlichen, technisch-merklichen und hauswirtschastlichen Fächer. Die Hauptschule erfüllt zugleich die Aufgaben der oberen vier Jahrgänge der Volksschule. Die für die Hauptschule geeigneten Schüler sind zu ihrem Besuch verpflichtet, wenn sie nicht eine höhere Schule besuchen. Das wird ermöglicht durch Schulgeldfreiheit und im Be- byfsaüe durch Schülerheime mit Freiplätzen. Auch in rein bäuerlichen Gegenden soll die Hauvtschule Vorbereitung finden, um der Abwanderung der Dorfjugend entgegenzuwirken. Schulwanderungen und Schullandheime sollen für die Hauptschule eingesetzt werden. In hervorragender Weise soll auch die Heimat die Schularbeit bestimmen. Auch Besichtigung, Rundfunk, Zeitung und Zeitschrift sind planmäßig einzuschalten. Kleine politische Nachrichten. Der Reichsminister des Innern und der Reichs» Minister für Volksaufklärung und Propaganda geben bekannt: Die am Nationalen Feiertag des deutschen Volkes übliche allgemeine Beflaggung und Ausschmückung der Gebäude unter« bleidtin diesem Jahr. Auf einer vom „Amt für Berufserziehung und Betriebsführung" der Deutschen Arbeitsfront in Berlin stattfindenden Kriegsarbeitstagung der Gaube- rufswalter und Mitarbeiter der Fachämter, die von Ministerialdirektor Prof. Arnhold geleitet wurde, sprach Reichsorganisationsleiter Dr. Ley. Er stellte den Satz: „Die Leistung ist unsere Ehre" in den Mittelpunkt seiner Darlegungen. Der 1. Mai wirb in diesem Jahre auch in Frankreich als Fest der Arbeit gefeiert. Sämtliche Betriebe sind an diesem Tage geschlossen. Die Arbeiter und Angestellten erhalten jedoch auf Grund eines Regierungserlasses die ausfallende Arbeit bezahlt. Der Führer hat dem Generaldirektor a. D. der staatlichen Museen in Berlin, Geheimen Regierungsrat Professor Dr. Otto Ritter von Falke in Berlin-Nikolassee aus Anlaß der Vollendung seines 80. Lebensjahres in Anerkennung seiner hervorragenden Verdienste als Museumsleiter und Kunstforscher die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. * Der deutsche Gesandte in Rumänien, Manfred von Killinger, wurde durch ein von Marschall Antonescu unterzeichnetes Dekret zum Ehrenbürger von Rumänien ernannt. * Der finnische Generalmajor Aarne Snellmann ist in einem Lazarett den Verwundungen erlegen, die er in den letzten Kämpfen auf der Landenge von Aunus davongetragen hat. Er war einer der ältesten Offiziere der finnischen Armee. Kunst und Wissenschaft. Grabbe-Tage in Hamburg. Mit den Hamburger Grabbe-Tagen haben die Freunde der Grabbe-Gesellschaft mit einer Aufgabe begonnen, die im Zeichen der Rückbesinnung auf das dramatische Werk eines lange vergessen gewesenen Dichters steht. Dr. Heinrich Hollo (Detmold) bot in seinem Vortrag „Grabbes Lebenskampf in feinen Werken" ein lebendiges Bild vom Wesen und Werk eines Dichters, dessen Sein und Schaffen vom Hunger nach wirklichem Leben, der Frage nach dem Sinn des Daseins und dem tiefen Ringen um die letzte Antwort getragen war. Der Vortrag von Johannes Bertram weitete sich über sein Thema: „Das Liebesproblem in „Don Juan und Faust", zur umfassenden Wertung« eines totalen Dichters, der in sich selbst und im Spiegel seines Werks die ungeheure Polarität kosmischen Seins und Ringens begriff. Auch der Vortrag des Hamburger Universitätsdozenten Dr. Fritz Martini führte trotz der Einengung auf das Thema „Grabbes niederdeutsches Drama" zur Schau der völkischen Gesamtpersönlichkeit und des nationalen Werkes, das der aus dem Wachstumsgrunde seiner westfälisch-niederdeutschen Stammestümlichkeit Schaffende und Gestaltende feinem Volke hinterließ. Die beiden im Spielplan des Thalia - Theaters stehenden Grabbe - Werke „Don Juan und Faust" und scherz, Sa- tire, Ironie und tiefere Bedeutung" unter der sorgfältigen Leitung von Paul M u n ■ darf und Dr. Hans Weißbach und der am Schlußabend durch Johannes Bertram regitierte ,.Hanniba l" unterstrichen die Tatsache, daß das Kraftgenies Grabbes trotz der Fragmenthaftigkeit des durch frühen Tod unterbrochenen Schaffens der deutschen Bühne ein Kolossalwerk hinterlassen hat. E. D. Eschmanns „Ariadne". Ernst Wilhelm Eschmanns Trauerspiel „Ariadne", das vor kurzem in Gießen seine Uraufführung erlebte, wurde von Staatsschauspieldirektor Otto Baldenberg für die Kammerspiele in München erworben und soll in der Spielzeit 1942/43 zur Erstaufführung kommen. Alpenblumen. Das Münchener Kulturamt hat in Zusammenarbeit mit dem Kunstverein München eine Ausstellung von besonderer Eigenart zusammengestellt. Zum erstenmal werden hier in lückenloser Reihe die Alpenpflanzen in künstlerisch-handwerklicher Darstellung gezeigt. Es handelt sich bei dieser Schau um die Kunstblätter eines künftigen Mappenwerkes, das der Insel-Verlag bei dem Münchener Künsller Josef Weisz in Auftrag gab, und dessen bisher fertiggestellte 60 Blätter (das Werk wird deren hundert umfassen) hier zum erstenmal der Oeffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Zugleich stellt Josef Weisz Landschaftsbilder der Alpen in Bleistift- und Tuschzeichnung aus. Warnung aus Stendal Roman von A. Lothar Philipp 18. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Vielleicht bleibt er deswegen fern, um nicht gezwungen zu werden, auszusagen, was das Motiv der Tat war. Vielleicht — um Sie zu schützen?" Petersen hatte diese Möglichkeit in die Debatte geworfen. Elisabeth sah ihn groß an und schien ernstlich diese Möglichkeit in Erwägung zu ziehen. „Demnach sollte ich — müßte ich —",,stammelte sie und blickte dann ratsuchend zu Willis auf. „Wann sind Sie denn nach Berlin gekommen?" fragte Willis, der einem ganz anderen Gedanken nachging. „Lassen Sie mich einmal nachrechnen", gab Elisabeth zur Antwort, „am 26. fuhr ich nach München, am 28. war ich in Hamburg — am 29. kam ich nach Berlin. Ich weiß es genau, drei Tage vor dem Ersten." „Also einen Tag nach dem Morde —" sagte Petersen. Dann schien er selber vor dem Verdacht, der in diesen Worten lag, zu erschrecken und blickte ein wenig scheu zu Elisabeth. Wie sonderbar war es doch, dachte er, daß Elisabeth am 1. September, als sie die Willis in der Kantine traf, noch nichts von dem Morde gewußt haben wollte, obwohl seit dem 29. August schon alle Zeitungen davon voll waren. Sollte sie sich so gut verstellt haben? Willis mochte einen ähnlichen Gedanken haben. „Sind Sie schon bei der Polizei gewesen?" fragte er sie. „Sie sagten doch damals. Sie hätten die Absicht —" Sie schüttelte den Kopf. „Ich habe Angst", sagte sie leise, „ich weiß nicht, was ich tun soll." In ihren Worten lag ein Flehen: so rate mir doch! „Wenn Sie über den Mord selber nichts wissen", riet er ihr nach reiflichem Ueberlegen, „so besteht für Sie auch keine Verpflichtung, zur Polizei zu gehen. Lanos hatte viele Bekannte, da müßte ja sich jeder von ihnen verpflichtet halten, zur Polizei zu gehen, wir auch. Das geht doch fiu weit." „Das meine ich auch", stimmte Welt bei. Und dann versank er wieder in Schweigen. Nur hin und wieder blickte er seufzend zu ihr hinüber. Petersen tanzte mit ihr. Während des Tanzes fragte er: „Ich habe mir die Sache überlegt, Elisabeth. Ich meine, Sie müßten zur Polizei gehen. Schon, um Gewißheit darüber zu bekommen, daß Sie nicht die Ursache der Mordtat waren." Sie antwortete nichts. Elisabeth hoffte bann, daß Willis sie zum Tanze auffordern würde. Statt seiner erhob sich aber Welt und bat sie um einen Tanz. „Vielleicht wäre es doch besser", sagte er dabei, „ich meine — wenn Sie dadurch Klarheit schassen könnten, daß Sie zur Polizei gehen, aber es ist nur so eine Meinung, ich will Sie beileibe nicht drängen —" Gegen 11 Uhr erhob sie sich, um auf ihr Zimmer ah gehen. Welt und Petersen gingen hinter ihr, Willis an ihrer Seite. „Welt und Petersen raten mir, zur Polizei zu gehen", flüsterte sie ihm zu, damit es die hinter ihr Gehenden nicht hören konnten, „sie meinen, es sei gut, Klarheit darüber zu schaffen, ob ich nun die Ursache der Mordtat bin ober nicht. Was raten Sie mir?" „Ich glaube nicht, daß Sie direkt oder indirekt auch nur das Geringste mit der Sache zu tun haben, Elisabeth", sagte er, „warten Sie ab, bis Sie selber in sich die Verpflichtung dazu fühlen. Vielleicht kommt diese Zeit einmal. Ich habe keinen Zweifel daran, daß alles noch gut werden wirb." „Ich danke Ihnen", gab sie leise zur Antwort. — Und dann war sie bald wieder allein in ihrem Zimmer und all die schweren und quälenden Gedanken tarnen wieder und verschafften ihr Unruhe und schlaflose Nächte. War sie es Lanos und Barthold schuldig, zur Polizei zu gehen und vielleicht durch ihre Aussagen dazu beizutragen, daß dieses entsetzliche Geheimnis geklärt wurde? Aber würde sie dadurch nicht Lanos belasten müssen? Vielleicht würde man ihm allein durch ihre Aussagen auf die Spur kommen, ihn verhaften, verurteilen und hinrichten — hinrichten — wegen Mordes an dem einzigen Freund, den sie je gehabt hatte? In diesem Zwiespalt, bas fühlte sie, konnte ihr auch Willis nicht helfen. Hilfe kam ihr vielmehr von einer Seite, von der sie' es niemals erwartet hatte, von Barthold. Es war, als fühle er noch im Tode die Pflicht, ihr zur Seite zu stehen und ihr zu helfen. Am nächsten Tage nämlich, als die drei Willis bas Hotel verließen, stand vor dem Empfang eine junge, blaffe einfach gekleidete, schüchterne Frau, die den drei Männern in ihren gleichen Anzügen verwundert nachschaute und sich dann an den Empfangschef wandte. „Wohnt Fräulein Perling hier?" Der Empfangschef warf einen Blick auf die Liste und sagte dann: „Fräulein Perling — Einhundertfünfundvierzig — sechsundvierzig — wen darf ich melden?" „Leeds —" gab die junge Frau zur Antwort, „Frau Leeds —" Fünf Minuten später stand sie vor Elisabeth Perling. „Frau Leeds?" fragte Elisabeth, „bitte, nehmen Sie doch Platz. Was kann ich für Sie tun?" Die junge Frau warf einen Blick in den Spiegel, der die Bilder der beiden Frauen zurückwarf, und bann sagte sie leise: „Sie werben verzeihen, baß ich Sie beläftige, ba Sie mich doch gar nicht kennen — aber — ich wollte Sie mal fragen, ob Sie wissen, wo Anton ist." „Anton?" fragte Elisabeth befremdet, „welcher Anton denn?" „Anton Sumor, mein — Mann, bas heißt — wir sind nicht miteinander verheiratet — wissen Sie, aber wir wohnen zusammen und vor einigen Tagen ging er weg und ist seitdem nicht mehr zurückgekehrt. Ich habe in Stendal angefragt, wo er arbeitete, aber die wußten auch nichts, und bann las ich in der Zeitung, daß Sie hier sind, und Ihren Namen kannte ich, weil Anton oft von Ihnen sprach —" Elisabeth legte die Hand an die Stirn und schloß die Augen. „Ich kenne keinen Anton Sumor", sagte sie, „ich verstehe das alles nicht — aber der Name, wo habe ich doch neulich-den Namen gehört ober gelesen?" „Aber wie kann Anton von Ihnen sprechen, wenn Sie. ihn nicht kennen?" fragte die kleine Frau mieber, „er hat Sie mir auch ganz genau beschrieben — mit ben hellblonben Locken und den blauen Augen unb — vielleicht entsinnen Sie sich doch?" Elisabeth schüttelte den Kopf. „Wohnen Sie hier — in Berlin?" „Ja, am Schlesischen Bahnhof — ich bin nämlich sehr in Sorge um ihn, benn er schien immer etwas zu fürchten. Als wir.bie Wohnung nahmen, ließ er sie auf meinen Namen anmelben, er selbst meldete sich nicht an, weil er ja beim Zirkus arbeitete —" „Beim Zirkus?" warf Elisabeth ein, „war er Artist?" Die Frau blickte auf. In ihren grauen Augen lag ein Ausdruck der Furcht. „War?" wiederholte sie leise, „wieso war?" Er ist Artist, unb wenn er auch nicht mehr als Akrobat tätig ist, seit er damals fein Bein gebrochen hat, so ist er doch Artist." „Vielleicht erzählen Sie mir, wie Sie ihn kennenlernten, unb wo er zuletzt tätig mar", schlug Elisabeth vor, „ich möchte Ihnen gern helfen, aber ich muß Ihnen offen sagen, ber Name ist mir unbekannt, wenngleich ich glaube, ben Namen kürzlich erst noch gelesen zu haben." (Fortsetzung.folgt.) \ kw 'llA] Trauerspiel n seine Ur- luspieldirek- schiele in r Spielzeit Mfrebwit ^ntonescu ' von Rii- haben die t Aufgabe tuning auf en gewese- (Setmofö) lskampf in Wesen und raffen vom e nach dem en um die ig von Jo- in Thema: Faust", zur chters, der 5 die unae» Singens be- r Unwersi- :e trotz der »erdeutsches tpersönlich- r aus dem «erdeutschen Gestaltende Spielplan bbe - Werke erz, Sa. eutung* ul Mun- d der am i rezitierte e, dah das !nthafrigkeit hoffens der rlafsen hat. Zusammen- eine Aus- mengestellt. r Reihe die licher D°r- ieser Schau ^ppenwer- Münchener nab, und (das Wert n erstenmal lerden. 311' t der Alpen S Uni) , ®«u6k et b‘e »on L Nrbe, stellte ln den 'Umann ist rlegen, die denge von ältesten °-D. der ^erung5. JQlle in ^9 seines ‘ Hervox, 'tiJtunft. ®K«i. 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Er lebte eben in einer Zeit, in der kompositorisches Geschick, verbunden mit äußerster Gewandtheit im Gebrauch und Einsatz der Mittel, sich an den Hörer wandte, ihn vielleicht weniger auch durch Tiefe des Erlebens ergriff, als ihn durch Anmut, Ausgeglichenheit, leuchtendes Figurenwerk und den Reiz der Melodie zur Bewunderung zwang. Dem Weg, den Rossini in der Oper beschritten hatte, folgten Bellini und auch Donizetti; der eine, früh voll- schen Wohllautes. Das Orchester unter Otto S ö l l n e r präzisierte sich mit feiner Stilisierung, in engster Bindung die Handlung beleuchtend, schmiegsam in der Anpassung an die Solisten, voll Wärme in der Entfaltung der Melodik, klangschön in den einzelnen Instrumentalgruppen. Mit sehr stimmungskräftigen und liebevoll im einzelnen durchgestalteten Bühnenbildern gab Karj Löffler dem Geschehen bedeutungsvollen Hintergrund durch geschickte Ausnutzung der Drehbühne. Das Haus gewann sehr bald lebhaften Anteil an den Vorgängen auf der Bühne. literarischen Morgenstunde sprechen. Zuvor wird Oberbürgermeister R i t t e r, der tatkräftige und unermüdliche Förderer der Gießener Kunstwoche, mit einer Ansprache die Kunstwoche 1942 eröffnen. Am gleichen Abend bringt das Stadttheater in der Inszenierung von Max Schwarze unter der musikalischen Leitung von Otto Söllner die festliche Aufführung der Oper „Der Wildschütz".' Ein besonderer Höhepunkt in den Darbietungen des Stadttheaters während der Kunstwoche wird dann die festliche Aufführung des Bühnenwerkes von Christian Dietrich Grabbe „Don Juan und Faust" in der Inszenierung und dramaturgischen Bearbeitung von Oberspielleiter Wilhelm Michael Mund werden. Zugleich findet die Uraufführung der im Auftrage des Theaters der Universitätsstadt Gießen komponierten Schauspielmusik von Kurt Heuser statt. Die Intendanz des Stadttheaters hat alles unternommen, um ihren Darbietungen in der Kunstwoche in Oper und Schauspiel ein hochwertiges künstlerisches Gepräge zu geben. Im Mittelpunkt der Kunstwoche werden dieses Mal die beiden Konzertveranstaltungen Des Kon- zertvereins stehen. Am Donnerstag, 7. Mai, findet im Theater ein großes Festkonzert mit Chor und Orchester unter Mitwirkung der Solisten Susanne Horn-Stoll, Darmstadt (Sopran), Erna Stoll, von ihm die Anregung zu Skiklubs. Als Leiter der gelstoßen, 4 X ^-Rundstaffel 1000 m, Weitsprung, Äzelsto staffel: BD M. Kl. A: )0 m 4X75-m-Staffel: BD. K sprung, Kugelstoßen, 4 75-m am Start beim Kreisstwart berechtigt alle Volksgenon. die Arbeit des Jubilars größte Freude, niemals ein lästiges Muß. Dem alten Herrn gilt auch unser herzlicher Glückwunsch. ** Goldenes Geschäftsjubiläum. Der Inhaber der Gaststätte „Zur Puloermühle", Gastwirt Ludwig Jochem, kann am morgigen 1. Mai sein 50jähriges Geschäftsjubiläum begehen. Unseren herzlichen Glückwunsch. Frankfurt (Alt), Jakob Sabel, Frankfurt a. M.) (Tenor), Ludwig Druschel, Gießen (Bariton), Heinz Schröter, Frankfurt a. M. (Klavier), sowie des Akademischen Gesangvereins Gießen, des Oratorien- chors Marburg, des Gemischten Chors des Staatsbades Bad-Nauheim und des Städtischen Orchesters statt. Die Leitung dieses Festkonzerts liegt in Händen von Professor Dr. Stefan TemesvLry. Zur Aufführung kommen Werke von Bach, Beethoven, Bruckner und Pfitzner. Der eigentliche Festakt aus Anlaß des 150jährigen Bestehens des Konzertvereins ist auf Sonntag, 10. Mai, vormittags, in der Aula der Universität unter Mitwirkung des bekannten Wendling-Quartetts angesetzt. Diese beiden Konzertveranstaltungen geben allen Gießener Kunst- und Musikfreunden Gelegenheit, dem Konzertverein für sein hervorragendes Wirken im Dienste der Musikpflege unserer Stadt Anerkennung und Dank zu bekunden. Wie alljährlich veranstallet der Goethe-Bund eine Feierstunde, die in diesem Jahr dem Thema „Musik und Dichtung" gewidmet ist und am Freitag, 8. Mai, stattfindet. Diese Feierstunde soll nochmals dem Sinn und der Bedeutung der Kunstwoche prägnanten Ausdruck verleihen. Als Vertreter des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda wird in diesem Jahr Obcrreqierungsrat Dr. Rudolf E r ck m a n n über das Thema „Das Lied in der Dichtung der Zeit" sprechen. Anschlie- ßnd wird der bekannte schlesische Dichter Friedrich Bischoff aus seinem Gedicht- und Lyrikband „Das Füllhorn" lesen. Die Feierstunde wird von Konzertvorträgen des Drumm-Quartetts vom Landestheater Darmstadt umrahmt werden. Ein besonderer künstlerischer Genuß ist zu erwarten, der nochmals die engen Wechselbeziehungen zwischen Dichtung und Musik aufzeichnen wird. Zum Abschluß der Kunstwoche laden Goethe- Bund und Kulturelle Vereinigung für Sonntag, 10. Mai, nachmittags und abends, in die Räume des Gesellschaftsvereins zu einer großen Veranstaltung „Getanzte Musik" ein, die ein ganz besonderes künstlerisches Programm bringen wird. Die bekannten Tanzschwestern Lisl und Sybille Sp a - Hnger vom Deutschen Opernhaus Berlin und der Oper Graz sind zu einem Tanzgastspiel verpflichtet worden. Sie werden heitere Tänze großer Meister zeigen und werden sicherlich den gleichen großen Beifall finden, der den mitwirtenden Künstlern der Kunstwoche-Schlußveranstaltungen in den früheren Jahren für ihre hervorragenden Darbietungen zuteil wurde. Zum Ausklang dssr Kunstwoche wird am Sonntag, 10. Mai, Kreisleiter Backhaus sprechen. So wird auch die Woche für Kunst und Literatur 1942 der Universitätsstadt Gießen allen Kunstfreunden unserer Stadt ein ausgezeichneter und vielseitiges Programm vermitteln. Oer Einladung des Oberbürgermeisters der Stadt Gießen und des Kreis- leiiers des Kreises Wetterau der NSDAP, zur Beteiligung an der Kunstwoche werden olle Volksgenossen unserer Stadt, die den tiefen Sinn und den inneren Wert dieser Tage der Pflege und Förderung deutschen Kunstschaffens erkannt haben, gern Folge leisten. Unsere Universitätsstadt Gießen aber und ihre Kulturinstitute dürfen die Ueberzeugung in sich tragen, daß sie allen Schwierigkeiten zum Trotz in diesem Kampf gegen die kulturzerstörenden und -zersetzenden Kräfte der Feindmächte bestrebt waren, die ihnen gestellten Aufgaben zu erfüllen, getragen von dem Willen: Alles für den Sieg der deutschen Waffen! Gießen-Klein-Linden. Im Jahre 1907 wurde von dem damaligen Lehrer und späteren Rektor Boßler hier eine Bücherei ins Leben gerufen, die im verflossenen Geschäftsjahr, also im 35. Jahre ihres Bestehens, aus 622 Bände angewachsen ist. Ehemals war die Bücherei der von ihrem ersten Leiter gegründeten „Heimatvereinigung Klein-Linden" angeschlossen. Sie ging später an die Gemeinde über und ist seit der Eingemeindung als „Volks- und Schülerbücherei" unterstellt. Die Stadt unterstützt die Bücherei jährlich mit einem Geldbetrag, auch erfährt die Bücherei die stärkste Unterstützung der staatlichen Landesstelle für das Büchereiwesen in Hessen. In dem am 31. März zu Ende gegangenen Geschäftsjahr hatte die Bücherei 192 Bände erzählenden Schrifttums (gegen 182 im Jahre vorher), 328 belehrenden Inhalts (im Vorjahre 323) und 102 (im Vorjahre 105) Bände Jugendschriften. Die Zahl der Leser (jeder wurde nur einmal gezählt) betrug 196 (239), darunter befanden sich 85 (80) Erwachsene, Jugendliche von 14 bis 17 Jahren 7 (40). Ferner wurde die Bücherei von 104 (119) Schülern benutzt: unter diesen befänden sich 59 Knaben und 45 Mädchen. Die Gesamtzahl der Entleihungen belief sich auf 893 (1103) Bände, darunter 241 (311) an Erwachsene und 652 (692) an Jugendliche. Von den ausgegebenen Büchern waren 386 unterhaltenden, 210 belehrenden Inhalts und 297 Jugendbücher. Aus Lesegeldern gingen 49,09 RM. ein, die fast restlos wieder für Neuanschaffung von Büchern in Betracht kommen. Die Lesegebühren betragen für das Buch und die Woche für Erwachsene 6 und für Juaendliche 3 Rpf-, für neueste Bücher 10 bzw. 6 Rpf. Erwerbslose und Bedürftige, ferner K >er von kinderreichen Eltern erhalten die Bücher ohne , Gebühr. Zum vierten Male wird die Bürgerschaft unserer Stadt zur Teilnahme an den Veranstaltungen der Woche für Kunst und Literatur der Universitätsstadt Gießen aufgerufen, die in diesem Jahre vom 3. bis 10. Mai stattfindet und verbunden ist mit der 150- Jahrseier des Konzertoereins. Wie in früheren Jahren, so wird auch die diesjährige Kunstwoche wiederum ein starkes und einmütiges Bekenntnis des Gießener Geisteslebens zu den großen und ewigen Werten deutschen Kulturschaffens werden und damit zugleich dazu beitragen, die seelische Widerstandskraft unseres Volkes in diesem Entscheidungskampf zu stärken. Das Geleitwort der diesjährigen Kunstwoche „Ehrt eure oeutschen Meister" wird in Theater, Musik und Dichtung sinnfälligen Ausdruck finden. Die Gießener Kulturverbände haben in engem Zusammenwirken einen kulturell wie künstlerisch bedeutsamen Veranstaltungsplan zusammen- gestellt. Die Intendanz des Theaters der Universitätsstadt Gießen gibt durch die Aufstellung eines bedeutsamen Spielplans einen besonderen Beitrag. Am Sonntag, 3. Mai, wird mit einer Morgenfeier „Eine Stunde bei Christian Dietrich Grabbe" die Reihe der Ver^ anstaltungen eröffnet. Oberspielleiter Wilhelm Michael Mund sowie der Komponist Kurt Heuser von der Volksbühne Berlin werden in dieser Theater der Llniversitätsstadt Gießen Gaetano Donizetti: »Don Pasquale". die Jubilarin herzlich. **86 Jahre alt. DekentNer Wilhelm Wag- n er in Gießen, Steinstraf43, begeht am morgigen 1. Mai in körperlicher ungeistiger Frische seinen 86. Geburtstag. Dem Juar bringen auch mir herzliche Glückwünsche dar. ** 80 Jahre alt Am morgigen 1.Mai kann der Schneidermeister Wilhelm Engelhardt, Gießen, Plockstraße 6, in geistiger und körperlicher Frische und ungebrochener Schaffensfreude seinen 80. Geburtstag begehen. Der Jubilar, der auf über 65 Berufsjahre, davon über 40 Jahre im eigenen, selbstgegründeten Betrieb zurückblicken kann, steht noch heute seinem Werkstatt- und Ladengschäft allein leitend und selbsttätig.vor. Zeit seines Lebens war Woche für Kunst und Literatur -1942 der Llniversitätsstadt Gießen. Von Dr. Otto Henning. Gloria-Palast:„ Diener Blut". seinen 60. Geburtstag beg len. Professor Dr. Pepp- ler stammt aus Grünoer; (Kreis Gießen), studierte in Gießen und Mümhen Geographie, Physik und Mathematik und wandte 1 h dann der Wetterkunde zu. U. a. war er längere < ck bei der Gießener Wetterdienststelle tätig. Im Jl re 1908 gab ein Vortrag ** Eine Sieb zigjlrig S i ft m a n n, Wernerwa24, begeht am heutigen Donnerstag, 30. April, iyeisti er und körperlicher Frische ihren 70. Gebürtig. Pir beglückwünschen Zur Musik der berühm schrieben Ernst M a ri f (t a i einen Film: in manchen Zizen wie Weitsprung, Kugelstoße Diskuswerfen, Schleuderball: HI. Kl. Ä: 100 11500 m, Weitsprung, Ku- in Friedrichshafen, wo ei er sich um die Entwickln! ........ richtenwesens »für die Lufts hrt schon lange vor dem Kriege in besonderer Weis verdient gemacht. seine scharmante Fra Melanie. Das zweite Paar bilden Dorit Kreyser als die temperamentfprü- hende Soubrette LiesStadlerund Fred Liewehr, der überaus galante ayerische Kronprinz Ludwig. Das dritte Paar: Has Moser und Theo Lingen, ein herrlich kmisches Kammerdiener-Duett. Dazu Hedwig B l e i >i r e u, wie mit Humor und Erfahrung gesegnete fürstliche Tante Auersbach, Paul Henckels (Frst Ppsbeim), Ernst Für- bringer (Metternil) und Fritz Imhoff (ein Urwiener). — An d' Kamera: Jan Stalich; Musik: Willy Schmit-Gentner. (Men-Film der Tobis.) sanges, der in der feingliedrigen Koloramr, in rollenden Läufen und der Kantabilität feine Erfüllung fand. Eine Wiedererweckung Donizettis erscheint also mit stimmlichen Problemen verknüpft, ja, durch sie bedingt./Diese Voraussetzung wurde in der hiesigen Aufführung durch die vier Hauptdarsteller, von denen jeder durch seine gesangliche Kunst prädestiniert erscheint, glücklich erfüllt; ja die Ausführung wurde zu einer Spitzenleistung ausgeglichener und im einzelnen durchgeprägter Ensemblekunst. So erwies sich Lisel Schröter-Beckers als eine Norina voll Temperament, charmant, verlockend, graziös, aufbrausend, das Weibliche in Entfesselung, voll instinktiver List in der Verstellungs- komödie; dazu unbeschränkt in der Beherrschung ihres Sonderfaches, des bewegten, figurierten Gesanges, den sie in geschliffener Belkanto-Kunst aufstrahlen ließ, in letzter Uebereinstimmung von Melos und- Gebärde (Auftrittsarie), dabei aber auch fähig, sich stimmlich zur Höhe des Affektes jederzeit zu erheben. Einen Hagestolz in verspäteter Liebesaufwallung, köstlich in der Selbstbewußtheit, der Selbstbespiegelung und Selbsttäuschung schuf Hans Lott als prächtige Buffofigur; in jedem Zug, jeder Gebärde belauscht, beobachtet und bedacht, charakteristisch in der Akzentuierung jedes Wortes, in der tonlichen Durchformung jeder gesanglichen Phrase. Ludwig Druschel ließ als Doktor Malatesta ein Stück Figarogeist lebendig werden, über der Situation stehend, überlegen die Fäden in der Hand haltend, jede Entwicklung überschauend, mit schöner gesanglicher Linie und ausgeglichener Koloratur und frischen strahlenden Klängen. Ein schwelgender Tenor war Walter Ecsy als Ernesto: leidenschaftlich, schwärmerisch, gefühlsselig mit weiten Tönen feingeschwungener Lyrik, von südlicher Leuchtkraft des Organs in der Serenade des letzten Bildes, ein Sich-Ergehen in Wohlklang und Stimmschönheit. — Wo sich diese vier im Ensemble zusammenfanden, erstanden Höhepunkte charakteristischer Gesangskunst im Lichte harmoni- i Strauß'schen Operette und Willi Forst ........................ _)ie eine zweite Auflage jenes vor Ivhren bet >mtew Films vom Wiener Kongreß anrrutend, m cher nicht tagt, sondern tanzt. Es ist ab« doch eti is anderes daraus geworden: man spürt allenthc >en die feinfühlige Hand und das befeuernie Ternpminent des Spielleiters Willi g o r ft. Die handlungm so konventionell und unbedeutend wie rröglich, saist im wesentlichen auf dem uralten Theaertrick bd Personenverwechslung aufgebaut und oerchmäht alp) keineswegs die Wirkungen des Schmackes, ab er ü b er der Inszenierung waltet etwas vom leichten inb heiteren Geist der commedia dell’art, von da Freude am glatten, sauber pointierten HeaterspiL von der Grazie und Unbeschwertheit de» liebenswürdigen Wiener Lebensstils, und die prühende Musikalität des Walzers aus „Wiener Blut", da als Leitmotiv durch die Szenen hindmhgeht, gibt der Geschichte eine mitreißende Rhythmsierung. Das Spiel mit Liebe und Eifersucht, mi Walzertmz und vertauschten Paaren wirbelt rm Dreiviertelakt um den Grafen Waltersdorf, der as Gesandter eines kleinen deutschen Ländchens zrn Kongreß nach Wien kommt, der zwar eine entzükende jung? Wienerin geheiratet hat, aber im übrige, an der schönen blauen Donau erst heimisch werdenmuß. Zubtzt ist er bekehrt und verwandelt und glü'lich, daß er nicht mehr heim- zureisen braucht, fonern feinen dauernden Wohnsitz in Wien aufschlaen.darf. Dies ist auch so ziemlich das einzige positse (Ergebnis der diplomatischen Bemühungen' des anzenden Kongresses. Willy Fritsch macht sehr nett die schrittweise Verwandlung aus norddeutsch? Reservi-rtheit ins wienerisch Lebenslustige, Leichteund Fesche: Maria Holst ist endet, mehr naturhaft, impulsiv, der andere ungemein wendig mit sicherem Instinkt für das Wirksame und Situationsgegebene mit dem Reichtum geschliffener Melodien, der ausgewogenen Schönheit feiner Ensembles, spritzig, geistvoll, prickelnd, schlagfertig mit Klangsinn die Instrumente zur Charakterisierung heranziehend; am glücklichsten aber mit jener leichten Hand, die dem Heiteren zusteht: so erleben wir Donizetti im „Don Pasquale". Ein Wiedersehen mit der opera buffa, sicher ihr bedeutendster Trieb seit Rossini. Hatte etwa der „Barbier von Sevilla" in 13 Tagen seine Form gefunden, so übertrifft ihn Donizetti dennoch, wenn er in rund acht Tagen nicht allein den Text, den Angelo An eili (gestorben 1820) für eine Oper Pavests „Ser Marc Antonio" geschrieben hatte, selber umarbeitet und mit Musik versieht. Eine erstaunliche Leichtigkeit des Schaffens und, wie die Aufführung lehrte, auch heute noch voll Lebensursprünglichkeit und Unmittelbarkeit. Ja, die Welt, die sich dem Hörer eröffnete, hatte für ihn etwas Befreiendes; so echt hatte Max Schwarze den Buffogeist in seiner Beschwingtheit, Wendigkeit eingefangen. Die Einzelzüge plastisch im Einklang mit der Musik ausgeprägt, ein Spiel, von Humor getragen, dessen Lustigkeit gar bald auf den Hörer Übergriff, und dennoch trotz des Tobens der Temperamente mit feinem Takt jegliche Uebertreibung, die sicher die Zerstörung der Sphäre des Stückes bedeutet hätte, fernhaltend. Wenn man dann, wie etwa im 4. Bild, beobachten konnte, wie sich in dem Dienerchor (Carl Willy Hahn) das Dynamisch-Musikalische mit dem Dynamischen der Bewegung völlig in Einklang stellte, so beweist schon diese Szene, aus welchen Kräften heraus die Ausführung erstand. Noch stärker aber ist Donizettis Musik von den darstellerischen und gesanglichen Kräften abhängig. Wir wissen aus dem Verlaus der Geschichte seiner Werke, daß sie stets dann besondere Pflege erhielten, wenn sich ganz Große dafür einsetzten, weil sie mit ihrem Können urals die Beweglichkeit und Leichtigkeit des Ge-1 Dr. Hermann Hering. Im Beiprogramm syt mandie Wochenschau uni), auf der Bühne, ein Alstenpaar mit einem hübschen Balance-Akt. Hans Thyriot. Die Wettbewerb der Leichtathleten am!. Mi. Auf Wunsch des ^ortkreisführers geben wir nachstehend die einzeln Wettbewerbe der Leichtathleten am 2. Mai in ießen bekannt: Es kommen zum Austrag: Männr: 10D m, 200 mt 400 m, Der auch in unserer hfleren Heimat bekannte Meteorologe Professor Dß Ä l b e r t P e p p l e r m Karlsruhe kann am hintst n Donnerstag, 30. April, ---- ' en. Professor Dr. Pepp- ... sagt Oberbuchhalter Werner Z ... aus Hamburg. „Ich bin Vater von drei Kindern und will für deren Berufsausbildung ein kleines Kapital ansammeln. Bei meinem monatlichen Einkommen von 520 RM kann , .t die Verkäuferin EUC W " au8 Hannover. „Trotz nur mäßigen Gehaltes kann ich immerhin im Monat 13 RM auf Eisernes Sparkonto abführen. So spare ich 156 RM tVir lassen von unrem Lohn wöchent lieh 3, 6 oder 9 RMon unserem Gehalt monatlich 13, 26 er 39 RM auf Eisernes Sparkonto übweisen. Es vermindern sich infolgedeen die Lohnabzüge für Steuern und Sollversicherungsbeiträge. Das Krankeeid berechnet sich trotzdem nach dem den Lohnbetrag. Die Eisernen Sparbeträgverden zum Höchstsatz verzinst. Sparguaben sind unpfändbar. Sie werden nn Beendigung des Krieges mit zwölfmatiger Kündigung, in Notfällen, bei dereburt eines Kindes und bei der Verheirang einer Sparerin auf Antrag ohne Küigungsfrist sofort, auch während des ieges, ausgezahlt. Hast aich Du im Jahr. Das fällt nicht schwer, weil ja Lohnsteuer und Soziallasten geringer sind. Mein Eisernes Sparkonto wird auch zum Höchstsatz verzinst. Ich kann so daran denken, mir nach dem Krieg eine gediegene Aussteuer zu kaufen.“ ich dem Eisernen Sparkonto 26 RM überweisen. Nach Ablauf eines Jahres habe ich bereits 312 RM erspart. Die Abzüge von Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträgen haben sich in derselben Zeit um 61,20 RM vermindert.“ .. sagt der Landarbeiter Franz K . .. aus Tiefenbach. „Mein Einkommen ist nicht groß, aber ich kann doch wöchentlich 3 RM abstoßen. Das sind 156 RM im Jahr. Dazu kommen noch Zinsen. Das genügt, um nachrdem Krieg ein Stück Land zu pachten und mein Einkommen dadurch zu vergrößern. Meine Frau und meine Kinderhelfen mir bei der Bewirtschaftung. Das Sparen wird um so leichter, weil Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge sich stark vermindern. Außerdem wird das Eiserne Sparguthaben so gut verzinst.“ Deine Eiserne Sparerklärung schon abgegeben? Junge Frau sucht 1 Zimmer mit Küche gegen Mithilfe im Haushalt oder Geschäft. — Zu erfragen [01982 Telefon Nr. 3189. Dachdecker-Geselle und Lehrling stellt ein 01970 Helnr.ch Schomber, Dachdeckenneister Asterweg 22 — Ruf 3512. I sau 05 (Dörbecker-Stuttqart); SC. Planitz — LSV. Boelcke Äratau (Wollny-Halle); HuS. Marienwerder —1 Hamburger SC. ober Eimsbüttel (sauer- Neustettin); 1. FC. Kaiserslautern — SV. Waldhof oder VfB. Mühlburg (Stein-Koblenz); Ham- Jiadfluhwi ZIGARETTEN atur1942 Gasherd MHI Oberbürgermeister der Plötzlich und unerwartet verschied heute ;uter Bruder, unser morgen 9% Uhr mein guter lieber, unvergeßlicher Onkel Michael Mund und der im Theater* Komische Oper in 3 Akten vor >ert Lortzing. Stellenangebotei Theaters der Universitätsim Theater: Statt Karten! Danksagung. Rödgen, den 30. Aprü 1942. 01976 •rechwestem Lisi und Sybille Es tanzen: die bekannten Berlin und der Oper Graz, t der Kreisleiter Backhaus. Zum Ausklang der Kunstwoche 1942 sj In der Musikalienhandl. Challicr, 14220 Neuenweg, Ruf 2671. Jugend hat Zutritt! 1423 A MTLiAHl !K-3 1' i r. '■■.T5rtyj unter 0199 den Gieß. . im Theater: dramatisch. Bühnenkunst: Stadt Gießen. Stunde mit Christiapietrich Grabbe chaft Ihr, Im Theater: urt a. M. (Klavier). Leitung: , in der Aula der Universität: und Dichtung . Rudolf Erckmann von der hsininisteriums für Volksauf- Woche für Kunst und Lit der Universitätsstad an 'nz. Gröhe 41/42, RM. 30.—, zu verkaufen. Schr. Ang. unt. 101980 a.d.G.A. Es sprechen: Oberspielleiter Wil Komponist Kurt Heuser. O Sonntag, den 3. Mai 1942, abends 6.30 Lj Festliche Aufführung: Der Wildschütz MILDE SORTE MEMPHIS DRITTE SORTE NIL Den gleichen Fortschritt erleben wir in den Chorkonzerten: Waren es bei den Orchesterkonzerten Novitäten aller Art für Gießen, so folgten auch bei den Choraufführungen außer den klassischen Werken bisher nie gehörte neue Chorwerke: Requiem von Verdi, " Robert Schumanns Faust, Beethovens Missa solemnis (dreimal), weiterhin als Novität das Weihnachtsmysterium von Wolfrum, Liszts Heilige Elisabeth; Sebastian Bach: h-moll-Messe, Johannes- passion, Weihnachtsoratorium, zahlreiche Kantaten; Berlioz (Heilands Kindheit, Große Totenmesse, Flucht nach Aegypten); Wolff-Ferrari, „Vita nuova", Herzogenberg: „Geburt Christi", Joh. Brahms: Triumphlied, Schicksalslied, Parzenlied, Nänie, Frauenchöre; Hermann Götz: „Nänie", schließlich Max Regers „Nonnen" (unter Leitung des Komponisten) und als größter Abschluß Bruckners k-moll- Messe, Bruckners Tedeum und im Jahre 1924 Max Regers 100. Psalm, die größte^ bedeutungsvollste und leider letzte Chorleistung Trautmanns. Damit war der Kulminationspunkt des Gießener Musiklebens erreicht. Es mag noch erwähnt werden. Schmaler, golden, Bing mit grünem glänzend. Stein in der Schillerstr. zwischen Steinstrabe unb Gart- feld, verloren. Gegen gute Belohnung abzug. Schillerstr. 27 v. born 07 oder Duisburg 48/99 — Werder Bremen (Rosenkranz-Gelsenkirchen); Blau-Weiß Berlin — LSV. Pütnitz oder Dikt. Stolp (Winkler-Dresden). 2 Dienstag, den 5. Mai 1942, abends 6.30 Me Festliche Aufführung. 6. Festat Don Juan und Fau Eröffnung der Woche für Kunst i Literatur 1942 der Universitätsstadt Gießen durch den frn O«-- DerKamerad- schaftsabend am 2. 5. 42 fällt aus. oms Art.-Kam. 1895 Gieße«. in Verbindung mit dc Feier des 150jährigen Bestehens dc Konzert-Vereins Ehrt Eure Deutschen Wisteri Donnerstag, den 7. Mai 1942, abends 7 Fest-Konzert H Freitag, den 8. Mai 1942, abends 7,15 Feierstunde: Mu; Für die vielen Beweise herzlicher Anteilnahme beim Heimgang meiner lieben Frau, unserer lieben Mutter, Großmutter und Urgroßmutter Frau Margarethe Weller, gab. Becker sagen wir allen auf diesem Wege unseren innigsten D^ik. Pamilie Ludwlß Weller. :Einladung an die Gießener Bürgt J Sonntag, den 3. Mai 1942, vormittags 11.3 Morgen veranstaltun Motten im Meloerschranl!! (Sin Alarmsignal, sofort Schutzmittel anzuwenden! — Weniger sichtbar, aber nicht minder nachteilig wirkt beim Wäsche, waschen der im Wasser enthaltene Kalk. <$r vernichtet Seife und nimmt dem 'Waschpulver die Waschkrafi. Zur Beseitigung dieses Schädlings genügen einige Handvoll Henko Äleichsoda, die Sie vor Zugeben des Waschpulvers im Wasser verrühren! * Vgl. den ersten Teil des Aufsatzes in der gestrigen Nummer des Gießener Anzeigers. G A.-Sport. Endspiele in Ausscheidungsrunden. Fußball. Die Endspiele dec dritten deutschen Kriegs-Fußballmeisterschaft werden in geänderter Form durchgeführt. Die bereits veröffentlichte Einteilung der Bereichs- und Gaumeister in Gruppen fällt fort. Die Schlußspiele der 25 Endspielteilnehmer werden als Ausscheidungsrunden ausgetragen und voraussichtlich an folgenden Tagen abgewickelt: Erste Vorrunde am 10. Mai, zweite Vorrunde am 24. Mai, Zwischenrunde am 7. Juni, Vorschlußrunde am 21. Juni und das Endspiel am 5. Juli. In der ersten Vorrunde bleiben sieben von den 25 Gau- bzw. Bereichsmeistern spielfrei. Es sind dies der Bgyern-Meister, SpVgg. Fürth oder FC. Schweinfurt 05, der "Meister von Hessen-Nassau, Kickers Offenbach, VfB. Königsberg, SVgg. Breslau 02, Germania Königshütte, VfL. 99 Köln, DSC. Pofen oder Polizei Litzmannstadt. Die erste Vorrunde umfaßt somit neun Spiele. Es sollen am 10. Mai spielen: Gemeinschaft der Heimat und Kameradschaft der Front — um diese beiden pole verdichlet sich die spannende Handlung dieses Films, der die Geschichte einer Liebe, einer Trennung und einer to; n^erbaren (Erfüllung durch das Wunschkonzert erzählt---. Zlse Werner * Larl Raddah Herr Wilhelm Karl Rompf Altbürgermeister im 60. Lebensjahr. Die trauernden Hinterbliebenen: Katharina Luh, geb. Rompf Richard Luh und Familie Willi Luh und Familie. Lang-Göns, den 29. April 1942. Die Beerdigung findet Freitag, den 1. Mai, nachmittags 1% Uhr statt. \ ________________ 01986 •ISO Jahre Gießener Konzertverein eigenen Werken Eine Tragödie in 6 Bildern voi ristian Dietrich Grabbe und Uraufführung der im Auftrag^ stadt Gießen komponierten Sei >iel-Musik von Kurt Heuser. Plötzlich und ganz unerwartet verschied gestern früh infolge eines schweren Unglücksfalls auf dem Arbeitsplatz mein lieber, unvergeßlicher Mann, unser herzensguter, treusorgender Vater, Sohn, Bruder, Schwiegersohn, Schwager, Onkel und Pate Heinrich Magel Platzmeister im 53. Lebensjahr. In tiefer Trauer: Frau Luise Magel, geb. Balser Ewald Magel, z. Z. im Felde Erna Magel und alle Angehörigen. Heuchelheim, Reiskirchen, z. Z. im Felde, Griedel, Beuern, 30. April 1942. Die Trauerfiei er findet am 2. Mai, um 14.30 Uhr, vomTrauerhause,Brauhausstraße 65, aus statt. Mit der Familie trauern auchwir um den Verlust unseres vorbildlichen Arbeitskameraden Betriebsfllhrung und Gefolgschaft des Baugeschäfts Martin Abermann, Gießen. ____________1428D Ausführende: Der Akademisch esangverein Gießen, der Ora- torienchor Marburg, der Gern e Chor des Staatsbades Bad- Nauheim und das Städtisch rehester. Solisten: Susanne Erna Stoll, Frankfurt (Alt), (Fortsetzung*.) Dazu kommt aber, daß gerade in diesem Zeitt abschnitt die Solistenfrage glänzend gelost war. Nach Gießen, das mit der Bahn jetzt bequem zu erreichen : war, kamen nun ganz große Künstler, sowohl für Chor- wie auch Orchesterkgnzerte und Sottsten- abende. Um nur wenige Namen zu nennen, sei aus folgende hingewiesen: Als Pianistin kamen u. a. Clara Schumann (1878), 1884 Eugen d'Albert, Bernhard Scholz (zugleich als Komponist^ Lazaro U3 teilt, Max Pauer u. a. Als Geiger sind zu nennen: immer wieder Hugo H e e r m ann, Frankfurt, De Ahna, Berlin, Emile Säuret (1879), Pablo d e Sarasate (1888), Tivadar Nachez, Prag (der zum ersten Male in Gießen Beethovens Violinkonzert spielte), ProfHor Joachim (1888). Von Sängerinnen: 1877 Lilly Le h - mann, Hermine Spieß (1882), Amalie Joachim (1888), Marie Wittich, Frau Uztellt, Pia von Sicherer, Frau Hildach u.a. Von Säugern u. a. Eugen Gura, Dr. Krückl, Eugen Hildach, Lederer. Seit 1888 lag die Begleitung der Künstler in den Händen von Gustav Trautmann aus Frankfurt, der seit dieser Zeit auch im Dereinsorchester rntt- wirkte. Vortreffliche Quartette kamen nach Gießen: 1878 Meininger Quartett Fleischmann (mit Clara Schumann), Hugo -Heermann- Quartett, sodann bie Quartette: Benno Walter, München, Brodsky- Leipzig, Petri-Dresden. Schließlich kam mit den Meiningern die zum erstenmal hier das Klarinettenquintett von Brahms spielten, auch der berühmte Klarinettist Richard Muhlfeld. Jedenfalls müssen wir gerade in Rücksicht auf die guten Leistungen dankbar an diese Zeit zuruckdenken, die uns allen viel Anregung brachte und immer wieder die Liebe zu guter Musik wachhielt. Nach dem Tode Felchners im Jahre 1896 wurde Gustav Trautmann berufen, der bis dahin Lehrer am Hochschen Konservatorium in Frankfurt mar, zum Gießener Konzertleben aber schon seit 1888 in innigen Beziehungen stand. Mit Trautt rnanns Berufung vollzog sich ganz automatisch eine grundlegende Umgestaltung und Aufwärtsentwicklung des Gießener.Musiklebens, in erster Linie in bezug auf die Orchesterkonzerte, dann aber auch auf die Programmgestaltung überhaupt. Selbstverständlich bildeten, und das muß immer so fein, die Klassiker die Grundlage des Musiklebens, aber ein Stehenbleiben bei den Romantikern wäre gleichbedeutend gewesen mit einem Stillstand. Jetzt mußten auch die damals „Modernen" zu Worte kommen, vor allem Johannes Brahms, Richard Wagner, Franz Liszt, Richard Strauß, Tschaikowsky, Smetana und viele andere. Klavier z. kaufen gesucht. G. Ebert Klaviermacher Bleichstr.17.i4,7D Gut erhaltene 81,-lacke z. kaufen gesucht. Schrift!. Angeb. unter 01991 an den Gieß. Anz. Friedrich Bischo Esspielt: das Drumm-Qu Bttv.LandestheaterDarmstadt ß Sonntag, den 10. Mai 1942, vorm. 11 r, in der Aula der Universität: Festakt zum 150jährigen Bestehens Konzertvereins Gießen unter Mitwirkung des Wendlii>*Udrtetts. 7 Sonntag, den 10. Mai 1942. ab na ittags 5 Uhr, in den Räumen ,e des Gesellschaftsvereins, Sfnstraße: Schlußveranstaltung: Getanzte Musik famiitendrucksacnen Vertobungsanzelgen VermÄhlungeanzekien Geburtsanzeigen bei BrQhl. Schulstr. 1 | Vermietungen*! 3-Zimmer- Wohnung ab 1. Mai, Nahe Gießen, zu vertu. Schr. Ang. unt. 02002 c^ö.G.A. Keine Ursprünge- “ Zeugnisse, onbem nut ZcugniS- jt abichriften dem Be ■ iverbungsichreiben bel- _ legen l — Lichtbilder pm undBewerbungsunter- |S open müsten zur Vee meidung von Verlusten auf der 9füd und .Dic.l?tu!!g „ ai? 8'.Mra’’ Festakt des Konzertverems am 10. Mai (i Wissens laftliche Werke Sondi jebiet der Brüi sehen Druckerei 8 ff::.' Am