192. Jahrgang Nr. 75 Erscheint täglich, anher Sonntags und feiertags Beilagen: Giehener ^amilienblätter Heimat inlBild DieScholle Bezugspreis: Monatlich.....RM.1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Kernsvreckanschluß 2251 Drahtanschrift: „Anzeiger" Postscheck1168kFranlf./M. iciicner zinjei Zchrlftlettung und Geschäftsstelle: Siehen, Lchulstrahe 7-9 Montag, 50. März 1942 Annahme von Anzeigen für die Dllttagsnummer bis8'-^UHrdesBormittagS Anzeigen-Preise: Anzeigenteil 7 Rvf. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Textteil 50 Nvf. je mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffel I AbschlüsseMengenstaffelS Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25"/°mehr vrühlfche Univerfitätrdruckerrl R. Lange General-Anzeiger für Oberhessen Der mißglückte britische Landungsversuch. Churchills Aingkampf mit der Wahrheit. Zahlreiche feindliche Schiffe vernichtet. - Kein Schaden im Ll-Bootstützpunkt St.Nazaire. die Nebelwand verstärkten. Hinter ihrem Schutze ergriff der Rest des Verbandes die Flucht. Während sich dieses Seegefecht abspielte, entdeckte ein anderes Torpedoboot ein aus der Loire-Mündung flüchtendes Schnellboot vom Typ des Motor-Kanonenbootes, nahm es unter Feuer, enterte es auf hoher See und nahm 25 Gefangene von Bord. Um an dem Gefecht der anderen Boote teilzunehmen, das er beobachtete, ließ der Kommandant die Leinen loswerfen und verzichtete auf die Versenkung des Bootes mit Rücksicht auf drei fchwerverletzten Engländer, die sich an Bord befanden. Bei der Rückkehr unserer Torpedoboote vom siegreichen Gefecht wurde später das britische Kanonenboot in Schlepp genommen und in den Hafen ein gebracht. Außer diesem Boot wurde kein Feindboot gesichtet, das aus der Bucht von St. Nazaire entkommen wäre. Der britische Zerstörerverband hatte vor der Loire-MüNdung vergeblich auf Wartestellung gelegen. Die deutsche Wacht am Atlantik. Von Kriegsberichter Franz Bretz. Völker — erbitterten Wider st and gegen die im Anmarsch befindlichen Einheiten. Aussichtslos! Sie müssen den deutschen Matxosen und Infanteristen das Feld räumen. Der Weg zum Wasser ist abgeschnitten, also keine Rückkehr mehr möglich. So ziehen sie sich in die das Hafenviertel umgebenden Straßen zurück, wo sie aus den Wohnungen der französischen Zivilbevölkerung heraus mit Verbissenheit sich gegen ein Schicksal wehren, das ihnen keine Chance mehr gibt. Mit einem Zug Infanterie stoßen wir PK.-Män- ner vom Westen her in das Stadtinnere vor, das von seinen Bewohnern mittlerweile geräumt worden war. In der Straßenzeile, die zum Hafen führt, peitschen uns die ersten Schüsse entgegen. Haus u m H a u s muß systematisch durchgekämmt werden. Meist genügen ein paar Handgranaten, um den Gegner unschädlich zu machen. Unsere eigenen Verluste sind, da hier Spezialisten im Straßenkampf eingesetzt sind, gering. Ab und zu kommt noch einer mit erhobenen Händen heraus, gefangen! Viele aber sehen den nächsten Morgen nicht mehr. Es sind durchweg junge sportliche Gestalten, die erstmals Bekanntschaft mit deutschen Infanteristen machen. Es ist ihnen schlecht bekommen. Die achte Morgenstunde findet uns im restlosen Besitz von Hafen und Stadt. Wieder einmal hat das Schicksal, wie sö oft schon in diesem Krieg, entschieden. Die Bilanz im Falle St. Nazaire ist für London niederschmetternd. Es beruhigt uns aber, daß wenigstens einige Augenzeugen dieser Katastrophe die Themse erreicht haben, um ihrem Herrn und Meister einen authentischen Bericht von der Niederlage zu geben, die sich würdig an die englischen Taten von Andalsnes und Dünkirchen anschließt. Das pariser Echo. Paris, 30. März. (DNB. Funkspruch.) Die Pariser Presse bezeichnet als Anstifter des gescheiterten britischen Landungsversuches den Sowjetbotschafter in London, Maisky. Maisky ist bedient, aber schlecht bedient worden, schreibt „Oeuvre". „Petit Parisien" spricht vom Scheitern eines Ablenkungsmanövers Churchills. „Paris Soir" erklärt, das vollständige Scheitern der englischen Landung infolge der schnellen Reaktion der deutschen Truppen beweise, daß die zweite Front im Westen 1 leichter zu versprechen, als zu errichten sei. Lustangriff auf Geleitzug am Nordkap. Oer Wehrmachtbericht vom Samstag. DAV. AusdemFührerhauptquartler, 28. März. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Auf der Halbinsel Kertsch und im S übab- schnitt der Ostfront wurden schwächere feindliche Angriffe und Aufklärungsvorflöße des Feindes ab- gewiesen. Auch im m i t t l e r en und nördlichen Frontabschnitt führte der Feind an verschiedenen Stellen mit starken, von Panzern unterstützten Kräften erfolglose Angriffe. Kampfflugzeuge griffen In der letzten Nacht kriegswichtige Anlagen in Mos - kau an. Am gestrigen Tage wurden an der Ostfront 21 feindliche Flugzeuge vernichtet und 35 Panzer abgeschossen. 3n Nordafrlka wurden bei einem Nachtgefecht im Gebiet von Tmlmi eine Anzahl britischer Gefangener eingebracht. Deutsche Sturzkampfflugzeuge griffen die Hafenanlagen von Tobruk an und erzielten Bombentreffer auf einem feindlichen Handelsschiff. In Luftkämpfen wurden drei britische Flugzeuge abgeschossen. Die Luftangriffe auf Flugplätze der Insel Malta sowie auf Marinewerften und Hafenanlagen von La Valetta wurden bei Tag und Aacht fortgesetzt. An der britischen Süd- und Ostküsle bombardierten Kampfflugzeuge bei Tage mehrere Häfen; zwei Handelsschiffe wurden beschädigt. wie durch Sondermeldung bekanntgegeben, versuchten in der Aacht zum 28. März englische See- streitkräste in der Loire-Mündung Truppen za landen, um den Unterseebootsstühpuntt St. Aa- zaire anzugreifen und die Hafenschleuse zu zerstören. 3m Feuer der deutschen Marinebatterien flog ein mit Sprengstoff beladener alter amerikanischer Zerstörer, der ein Schleusentor rammen sollte, vor dem Erreichen seines Zieles in die Luft. Die Masse der feindlichen Schnell- und Sturmboote wurde ebenfalls durch Marineartillerie vernichtet oder schwer beschädigt. Soweit es dem Feinde gelang, Kräfte an Land zu sehen, wurden sie bei dem Versuch, die Werft anzugreifen und in die Stadt ein- zudringen, durch Truppen aller Wehrmachtteile aus- gerieben. Aach bisher vorliegenden Meldungen wurden ein Zerstörer, neun Schnellboote und vier Torpedoboote des Feindes vernichtet. Aeben hohen blutigen Verlusten lieh der Feind über hundert Gefangene in unserer Hand. Auf deutscher Seite ging nicht ein Kriegsfahrzeug verloren. Auch in dem Unterseebootsstühpunkt ist keinerlei Schaden entstanden. Aach hellwerden stiehen deutsche Torpedoboote auf einen überlegenen britischen Zerstörerverband, der das Gefecht abbrach, nachdem er mehrere Treffer erhalten hatte. Aus einem schwächeren Verband britischer Bomber, der in der letzten Aacht die norddeutsche B u cht und das .besetzte h o llän d i s ch e K ü st enge b i e t anflog, wurden durch Aachtjäger und Flakartillerie fünf Flugzeuge abgeschossen. Störslüge einzelner britischer Flugzeuge führten in das Küstengebiet der Ostsee und nach 'Süddeutschland. Das Fiasko von St. Nazaire. B e r I i n, 28. März. (DNB.) Zu der Zerschlagung des britischen Landungsoersuchs in St. Nazaire teilt das Oberkommando der Wehrmacht die folgenden Einzelheiten mit: Am 28. 3., kurz nach Mitternacht, überflogen feindliche Flugzeuge in mehreren Wellen den Raum von St. Nazaire und warfen einige Bomben ab, die keinen Schaden anrichteten. Die Einflüge sollten offensichtlich die Aufmerksamkeit der Küstenverteidigung von der See ablenken. Noch während die Flak die Flieger beschoß, versuchten leichte britische Seestreitkräfte in die Loire-Mündung einzudringen, wurden aber von den Marinebatterien entdeckt und unter wirksames Feuer geno mm e n. Der Feind chatte seinen Plan nach dem Beispiel des Zeebvügge- Unternehmens des Weltkrieges angelegt, das ebenfalls gegen einen deutschen U-Bootftützpunkt gerichtet war und ebenfalls feinen Zweck verfehlte. Der Ablauf der Ereignisse vollzog sich in großer Geschwindigkeit. Während Schnell- und Sturmboote verschiedenen Punkten der Küste zuströmten, nahm ein Zerstörer Kurs auf das Schleusentor. Die Marinebatterien verteilten das Feuer auf die Ziele. Mit ungeheurer Explosion flog der Zerstörer vor dem Erreichen der Schleuse in die Luft. Aus den Trümmern wurde feftgeftellt, daß es ein alter amerikanischer Zerstörer war, der seinerzeit mit anderen USA.-Zerstörern im Austausch gegen Stützpunkte an die hritische Marine abgetreten und jetzt, mit Sprengstoff beladen, eingesetzt war. Im Feuer der Küstenvatterien gingen fast gleichzeitig an ver- schiedenen Stellen der Bucht Torpedoboote, Schnellboote und Sturmboote unter. Bei dem massierten Einsatz gelang es einigen feindlichen Booten, Truppen an Land zu bringen. Sie wurden durch sofort einsetzende Angriffe, an denen sich Verbände aller drei Wehrmochtteile beteiligten, zersprengt und flüchteten sich, vom Rückweg abgeschnitten, in kleinen Gruppen in umliegende Häuser. Eine konzentrische (5äubervrqs= aktion vernichtete die zersprengten Gruppen, die sich teilweise geschlossen ergaben. In kurzer Zeit war die Ruhe in der Stadt und im Hafengebiet wieder hergestellt. Alle Angriffe waren abgeschlagen und die feindlichen Landungstruppen a u f gerieben. In Verfolgung des mit wenigen Einheiten fliehenden Feindes stießen deutsche Torpedoboote vor der Loire-Mündung nach und trafen bei Hellwerden auf einen überlegenen britischen Zerstörerverband, den der Feind dort auf Wartestellung gelegt hatte. Statt zurückkehrender britischer Schnellboote liefen deutsche Torpedoboote mit hoher Fahrt auf die britischen Zerstörer, eröffneten das Artilleriefeuer und setzten im Passiergefecht zum Torpedoangriff an. Obwohl die feindliche Zerstörergruppe sich einnebelte, bot sie unseren angreifenden Booten ein klares Ziel und konnte den Torpedos nur teilweise ausweichen. Fünf Torpedotreffer wurden erzielt. Fünf starke Detonationen hallten über die See, deren Explosionen (DNB.) ...... 28. März. Ein schöner, warmer Frühlingstag war zu Ende gegangen. S t. N a - ä a i r e, die große Hafenstadt an der Loire an der bretonischen Küste, in der das Leben am ganzen Tage in tausendfältiger Form pulst, war zur Ruhe gegangen, und nur die Männer, die feit Jahr und Tag für Europa auf der Wacht stehen, standen auch in dieser Nacht bei ihren Geräten und Waffen' suchten Himmel und Horizont ab, wie sie es auch bisher getan haben. Leichte Bewölkung ist aufgezogen und mahnt zu um so größerer Wachsamkeit. Wie stets in den letzten Nächten ist der Tommy auch heute wieder eingeflogen. In der Ferne hört man die warnenden Töne der Luftschutzsirene, dann Motorengeräusch, aber kein Schuß fällt. Keine Detonationen, aber es liegt etwas in der Luft. Im Schutze der Dunkelheit haben trotz unseres Abwehrfeuers sich in den ersten Stunden des Samstags englische Einheiten, insbesondere Motoren- tanonenboote, mit einem Zerstörer der Küste genähert. In Schlauchbooten erreichen mehrere Kommandos von Schottländern die Ufer, besetzten lautlos, da sie mit Schuhwerk versehen sind, das jedes Geräusch beim Auftreten vermeidet, die Ufer, andere, die folgen, Molen und Kais. So gelingt es tatsächlich, sich an einigen Stellen des Hafengebietes einzunisten. Aber in diesem Augenblick scheint schon die Hölle loszubrechen. Im gleißenden Licht der deutschen Scheinwerferbatterien ist der Feind bald ausgemacht und bas vernichtende Abwehrfeuer reißt bereits die ersten Lücken in die auf die Ziele zuftrebenden Schiffe. Wie lodernde Fackeln stehen schon nach kurzer Zeit brennende Boote in der See. Es sind vornehmlich, wie die Engländer sie nennen, „G u n - bon'ts" mit zwei Geschützen kleineren Kalibers bestückt, deren Feuer aber gegtfn die schweren Brocken unserer Küstenbatterien nicht aufkommt. Ein Zerstörer versucht zu entkommen, rammt sich aber schließlich fest. Binnen weniger Minuten r- -r h-*rrh wohlgezielte Schüsse aus dem Heckgeschütz eines in unmittelbarer Nähe liegenden , j lu’Jigt Unter Detonationen schlägt eine Feuersäule zum dunklen Himmel empor, dann versinkt das Heck des Schiffes bis zur Kommandobrücke in den Fluten. An einigen Stellen leisten die (Engländer — es sind diesmal wirklich Engländer und keine Hilfs- Oer Wehrmachibericht vom (Sonnfdg. DAV. Aus dem Führerhauplquartier, 29. März. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Auf der Halbinsel Kertsch zerschlugen deutsche Kampfflugzeuge feindliche Panzeransammlungen. Bei Luftangriffen auf das Hafengebiet von Aomoros i j s k wurden Bombentreffer aus zwei Handelsschiffe sowie in Eisenbahnanlagen erzielt. 3m Däne z g e b i e t wiesen deutsche und rumänische Truppen an einzelnen Stellen starke feindliche Angriffe ab. Auch an verschiedenen Abschnitten der übrigen Ostfront setzte der Gegner seine erfolglosen Angriffe fort. 3n den harten Abwehrkämpfen wurden dem Feind wieder hohe blutige Verluste zugefügt. 3m Seegebiet des Aordkap beschädigte die Luftwaffe einen Zerstörer und vier Handelsschiffe eines stark gesicherten Geleitzuges durch Bombenwurf. Der Hafen von Wurmansk wurde bei Tag und Aacht mit Bomben belegt. 3n Aordafrika beiderseitige Spähtrupptätigkeit. Erfolgreiche Luftangriffe richteten sich gegen die Festung und den Hafen von Tobruk sowie gegen britische Kraftfahrzeugkolonnen und Zeltlager. Aus Malta wurde vor allem die Staatswerfk von La Valetta bombardiert. An der K a n a l k ü st e schaffen deutsche 3äger aus einem feindlichen Verband sieben Bombenflugzeuge ab. Westlich St. Aazaire versenkten Kamvfflug'euge bei Tage im Tiefangriff ein britisches Schnellboot. Britische Bomber griffen in der letzten Aacht einige Orte im norddeutschen Küstengebiet an, vor allem die Stadt Lübeck. Die Zivilbevölkerung hatte einige Verluste. Aachtjäger, Flakartillerie und Marineartillerie schossen 12 der angreifenden Bomber ab. Oer Lustangriff am Nordkap. Berlin, 29. März. (DNB.) Zu dem deutschen Luftangriff im Seegebiet des Nordkaps wird vom OKW. mitgeteilt.: Deutsche Kampfflugzeuge sichteten bei bewaffneter'Aufklärung über dem Nord- m e e r in den Samstag-Nachmittagsstunden einen Geleitzug. Im Schutze eines Kreuzers und mehrerer Zerstörer liefen einige Handelsschiffe mittlerer Tonnage in mäßiger Fahrt auf Ostkurs. Trotz heftiger Schneeschauer griffen die deutschen Kampfflugzeuge an. (Ein Handelsschiff von 4000 BRT. erhielt eine 10-Zentner-Bombe auf das Heck. Ein Zerstörer, der die Flugzeuge heftig beschoß, wurde ebenfalls von 500-kg-Bomben am Heck getroffen und erheblich beschädigt. Bei dem am Abend fortgesetzten Angriff erzielten Sturzkampfflugzeuge weitere Treffer auf einem Frachter von 6000 BRT. mit 500-kg-Bomben, die mittschiffs und am Bug betonierten. Das Heck des schwer beschädigten Schiffes wurde aus dem Wasser gehoben. Ein Frachtdampfer von 6000 BRT. wurde ebenfalls durch zwei Treffer am Heck beschädigt. Ein Schiff mußte aufgegeben werden und strandete. Oie Insel Ouurfaori in finnischer Hand Berlin, 29. März. (DNB.) Wie das O.KW. mitteilt, wurde am 27.3. die im Finnischen Meerbusen gelegene Insel Suursaani (Hogland) von finnischen Truppen erobert. (Es gelang ihnen, bas West ufer der Insel in überrasch end cm Angriff zu nehmen. Der Feind leistete in Feldstellungen starken Widerstand. Die Bolschewisten wurden geworfen und vernichtet. Am Westufer des Onega- Sees war es einem starken feindlichen Spähtrupp gelungen, in unübersichtlichem Gelände Fuß zu faf» Von unserer Berliner Schriftleitung. Um das Wichtigste zuerst zu sagen: Dieser Versuch einer „zweiten Front" ist in seinen Anfängen er- tickt worden, ehe noch die englischen Landungstruppen auch nur im entferntesten dazu kamen, „sich zu entwickeln". Der Hafen von St. Nazaire ist unberührt: deutsche U-Boote sind dort sicher. Das ist ein Zusammenbruch vieler englischer Hoffnungen. Die meisten Engländer glauben auch heute noch, daß der Ueberfall auf Zeebrügge durch ein ähnliches Manöver im Jahre 1918 ein (Erfolg gewesen war. Das ist falsch. Zeebrügge war kein Erfolg, wenn auch eine an sich mutige Tat. St. Nazaire ist ein iO H0UAT1 ►iGuemene .Sh lean vde Monts ==l.DE^ NOIRMOUTIEl Mn Nort . Montoir ■St.NazaireX^^ ==^5^H0EDIC. eBELLEILE==e^ / fomic Nantes lE^tßourgneuf Aur*y eVannes Redoi-k ,2,5 ..~ikrn=LDEYEÜ glatter Mißerfolg. Diese „Fortentwicklung" von 1918 zu 1942 ist für Churchill eine neue schwere Belastung. Er weiß es. Er versucht deshalb mit allen Mitteln, die Wahrheit über den Mißerfolg von St. Nazaire zu verschleiern. Er ist — das Wortbild ist nicht übertrieben — in einem wahrhaftigen Ringkampf mit der Wahrheit. Am Samstag, dem 28. März, meldet Reuter am frühen Vormittag: „Gin kombiniertes Unternehmen wurde in den frühen Morgenstunden des Samstags von Einheiten der drei.Wehrmachtteile mit einem kleinen (!) Angriff auf St. Nazaire aus geführt. Ein weiteres Kommunique wird ausgegeben werden, sobald unsere Streitkräfte zurückgekehrt sind." Dann schweigt Reuter sich aus und bringt endlich die Sondermeldung aus dem Führerhauptguartier von dem mißlungenen Landungsversuch in St. Nazaire während der Nacht zum Samstag. Nach langer Pause meldet Reuter sich schließlich auch selbst offiziell zum Wort: „Don St. Nazaire kam die Meldung, daß die Ueberfallstreitkräfte wohlbehalten vom Angriff zurückkehrten. Zusätzliche Einzelheiten werden noch bekanntgegeben werden." Endlich in der Nacht zum Sonntag, aber erst nach Mitternacht, erklärt der Sender London — aber nur in einer Uebersee-Mekdung! —, daß er eben Einzelheiten über den Angriff auf St. Nazaire erfahren habe. Der Angriff könne mit dem Angriff der britischen Flotte auf Zeebrügge im Jahr 1918 verglichen werfen. Er wurde umfassend angegriffen und vernichtet. An der 85 Kilometer nordostwärts Stalina verlaufenden Front versuchte der Gegner nach starker Artillerievorbereitung eine vorgeschobene Kräftegruppe deutscher Gebirgsjäger durch Umfassung von drei ©eiten anzugreifen. Die Besatzung ließ den weit überlegenen Feind bis auf Handgranatenwurfweite herankommen und zerschlug dann in hartnäckigen Nahkämpfen alle bolschewistischen Angriffe. Neuer Ll-Booiserfolg im Atlantik. DAV. Aus dem Führerhauptquartler, 29. Wärz. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekant: 3m Kampf gegen die britische und amerikanische Versorgungsschiffahrt erzielten deutsche Unterseeboote neue große Erfolge. Sie versenkten i m Aordatlantlk und vor der amerikanischen K ü st e 16 feindliche Handelsschiffe mit 110 000 BRT., darunter acht große Tanker mit 73 900 BRT. Ein harter Schlag für die Ölversorgung der USA. ist die große Zahl und Tonnage der versenkten Tanker, die fast ausschließlich vor der amerikanischen Küste vernichtet worden sind. Dies hat eine weitere erhebliche Verschärfung der ohnehin schon beträchtlichen Tankerknappheit der Vereinigten Staaten zur Folge. Durch diese erneuten Tanker Versenkungen ist die Deinerforgung der Industriezentren im Nordosten der Vereinigten Staaten, die durch den Tankerverkehr aus den Oelhäfen gespeist wird, wiederum schwer getroffen worden. Seit dem ersten Auftreten deutscher Unterseeboote vor den Küsten Nordamerikas hat sich damit bei der Bekämpfung der amerikanischen und britischen Dersorgungsschiff- fahrt die Gesamtversenkungszisfer in den verschiedenen Seegebieten im Attanttk auf fast 1,3 Millionen BRT. und die Zahl der versenkten Tanker auf 73 erhöht. Italienische ll-Boote versenkten seit Ende Januar vor der LlGA.-Küste 114000 BRT. Rom, 29. März. Der italienische Wehrmachtbericht vom Sonntag gibt bekannt, daß südöstlich von Mechili feindliche, auf Aufklärung befindliche Panzer durch Artillerie in die Flucht geschlagen wurden. Flugzeugverbände bombardierten Militäranlagen und Hafen von Tobruk, griffen Kraftwagenkolonnen an und schossen in Luftkämpfen vier Flugzeuge ab. In der Nähe der Küste der Vereinigten Staaten versenkte ein U-Boot weitere vier Han- delsdampfer mit zusammen 20 000 BRT. Die Gesamttonnage des von Ende Januar bis heute längs der amerikanischen Atlantikküste versenkten Schiffsraumes flieg damit auf 114 000 BRT. England will die Macht in Indien behalten über konzentriert sein sollen, k inerl-i B°st°ti- nrnt Didd °ns, Zugführer in einer SturmgofchützE rongenineiL |cui ‘ ___nrtihyrU (Ämitntmnnn «War ist es als Kornman> qung erfahren haben. Im Gegenteil, man glaube in türkischen Militärkreisen, daß die Bulgaren nur sechs Divisionen an der Grenze haben gegen zwölf Divisionen vor sechs Monaten. Der Führer verlieh ferner das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an: Hauptmann Bieder, Korn- > vumechef in einem Infanterie-Regiment, und Leut- * Der Führer verlieh ferner auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Kapitänleutnant Mohr, der als Kommandant eines Unterseebootes den britischen Kreuzer „Dunedin" und 16 bewaffnete feindliche Handelsschiffe mit insgesamt 103 405 BRT. versenkt hat. Kleine politische Nachrichten. Die japanischen Streitkräfte haben in Burma die jetzt in die vordersten Linien geschobenen chinesischen Truppen Tschiangkaischeks bei Toungoo geschlagen und nördlich über 60 Kilometer zurückgeworfen. Toungoo selbst ist von den Japanern genominen worden. * Japanische Truppen in Bandung auf Java befreiten 162 gefangene Deutsche, 24 Italiener sowie 59 andere Europäer und-24 Thailänder. die Wiederaufbauarbeit berichtete. Aus dem Reich. Steuerliche Erfassung Die Apfelprobe. Im Rathaus von Bolsward, einem Städtchen in der niederländischen Provinz Friesland, wird ein Messer mit einem viereckigen Heft aus Bein aufbewahrt, auf dem die Sinnbilder von Glaube, Hoffnung, Liebe und Gerechtigkeit, überdeckt von einem Löwen, eingeschnitten sind, während die ganze verrostete Klinge am Heft von einem silbernen Ring mit dem Namen „3ppe Willems-Soon" umschlossen ist. Das Messer befand sich früher im Vordergiebel des Rathauses und wurde 1894 von dort weggenom- den Apfel. Daran mußte jeder erkennen, daß man mit einem Kinde zu tun hatte, und es wurde kein Einspruch mehr gegen eine Freisprechung erhoben, Das Messer mit dem Namen des Knaben wurde aum ewigen Gedächtnis am Giebel des Rathauses befestigt. Diese Geschichte steht, wie in den Monatsheften „Germanien" gezeigt wird, nicht vereinzelt da, sondern wird auch aus anderen Orten berichtet; sie findet sich auch in etwas veränderter Form in der Schicksalstragödie „Der vierundzwanzigste Februar" von Zacharias Werner. In Friesland wird das Spiel vom Metzger auch heute noch erwähnt; es ist sehr alt und war weit verbreitet, und hatte immer einen tödlichen Ausgang. Besonders bemerkenswerte an der beschichte ist die Apfelprobe. In dem Uffenbachschen Codex vom alten Lübischett Recht aus dem Anfang des 15. Jahrhunderts findet sich eine Bestimmung, daß Kinder unter 12 Jahren, wenn sie sich blutig verwunden, von den Eltern mit dem Besen gezüchtigt werden sollen, und dazu wird ein Zusatz gemacht, daß, wenn dabei ein Kind getötet wird, der Richter einen Pfennig in die eine Hand und einen Apfel in die andere nehmen und Reuter muß dementieren. Solange der Krieg dauert, ja geraume.Zeit vorher, hat die englische Presse die Türkei gegen Deutschland scharfzumachen versucht. Im Vorjahr während des Feldzugs in Südslawien und Grie- chenland war es begreiflicherweise besonders schlimnv, was nicht hinderte, daß Deutschland und die Türkei ein besonderes Freundschastsabkom- ' men eingingen. In den letzten Wochen führte der englische Nachrichtendienst wieder einen Papier- und Funkkrieg Deutschlands und Bulgariens gegen die Türkei. „Alarmnachrichten in London über Bulgarien!" „Truppen auf dem Marsch gegen die türkische Grenze." „Bulgarische Divisionen marschieren nach Süden. Die Türkei bereitet sich aus alle Möglichkeiten vor und hat starke Armeever- bände an der europäischen Grenze zusammengezogen. Es stehen bereits bulgarische Divisionen marschbereit im Maritza-Tal." „In Bulgarien finden bedeutsame deutsche Truppenansammlungen statt wie durch zahlreiche Berichte erhärtet wird. „In gut unterrichteten bulgarischen Kreisen sagt man, daß sämtliche deutsche Truppen, die auf dem Balkan verfügbar sind, in Bulgarien zusammengezogen werden." „Der Geschäftsträger der britischen Gesandtschaft in Tschungking, Mennon Teblan, der am 22. März aus Ankara hier em- Darum hatten sich zum Goldenen Jubiläum seiner Blutserum-Therapie am 4. Dezember 1890 die Vertreter von Deutschland und von 23 Nationen aus drei Erdteilen in Marburg zusammengefunden, um an der Stätte seines langjährigen Wirkens Äs Forscher und Lehrer dem Genius Behrings zu huldigen. Darum sind damals aus gleichem Anlaß ähnlich feierliche Ehrungen zu feinem Gedenken drüben in Ostasien von Japan und China, hier in Europa von Bulgarien, Finnland, Griechenland, Italien, Rüden. Aber: „Es mag fein, daß diesmal der sichtbare Erfolg geringer ist, allein der Mut, mit welchem dieser Angriff durchgeführt wurde, wird allgemein befriedigen. Der Angri f hat vor allem den Zweck erreicht, daß die Deutschen befürchten müssen, daß ihre Küstenlinie von Norwegen bis zur spanischen Küste angegriffen wird." Hier also endlich hat der englische Nachrichtendienst Laut geben müssen. Zwar sagt er auch jetzt noch nichts genaues über den Hergang des Landungsversuches. Aber er gibt zu, daß die britische Flotte 1942 in St. Nazaire nicht einmal das erreicht hat, was ihr 1918 in Zeebrügge gelang. Wir wiederholen: Der Versuch 1918, die Hafeneinfahrt von Zeebrügge durch ein mit Zement beladenes Schiff zu sperren, mißglückte, es blieb Fahrwasser für die U-Boote zum Ein- und Auslaufen genug übrig. Vor St. Nazaire ist der Versuch, einen Munitions- Brander zur Zerstörung der Hafenanlagen einzusetzen, vollkommen danebengegangen; der Zerstörer wurde rechtzeitig getroffen und gmg weit außerhalb des Hafens in die Luft. Der Tatbestand ist — London muß das zugeben! — für Churchill betrüblich genug. Wie sagte doch der Londoner Sender in seinem Ueberseebericht? „Der Angriff könnte mit dem Angriff der britischen Flotte im Jahr 1918 verglichm werden; es mag sein, daß diesmal der sichtbare Erfolg geringer ist." Allein darauf kommt es an, daß die britische Flotte gegenüber der europäischen Westküste 1942 schwächer gewesen ist als 1918 und in Wahrheit überhaupt nicht Mm Zug gekommen ist! , . Vom Nordkap bis zum Golf von Biskaya beherrscht Deutschland 10 000 Kilometer der europäischen Westküste. Diese lange, sehr lange und in ihrer geologischen Struktur sehr verschiedenartige Küste ist die mehr ober minder nahe Gegenküste Englands. Es ist der Schmerz Englands, daß die e Gegenküste im Besitz Deutschlands, der stark- sten europäischen Landmacht ist! Die Sowjets präsentieren in London die an sich schon langfristigen Wechsel, die die Engländer auf ihre eigene Hilfeleistung ausgestellt haben. Wie es bei den Moskowitern üblich ist, setzen sie hinter ihre diplomatischen Forderungen den innenpolitischen Druck ihrer kommunistischen Bundesgenossen in England selbst. Es ist eine bezeichnende Einzelheit, daß zum Palmsonntag auf den Trafalgar Square eine kommunistische Massendemonstration zugunsten einer englischen „Maisky-Offensive" einberufen war. Welch eme Ironie: Trafalgar Square und kommunistische Kundgebung! Nelson und Maisky begegnen sich hier bizarr genug. # An demselben Samstag, an dem der englische Nachrichtendienst Einzelheiten von St. Nazaire an- . kündigte, ohne aber diese zu veröffentlichen, hielt der englische Marineminister A l e x a n d e r in der Hafenstadt Plymouth eine Rede, in der ganz andere Töne vorwalteten. Selbstverständlich. Denn in dem Kriegshafen Plymouth kann man keine Märchen erzählen. So erklärte der britische Marinemmlster, daß „die königliche Marine eine Zeit großer Schwierigkeiten, großer Belastungen und ungeheurer Anspannungen durchmacht". Er fuhr fort: „Ich bin noch nicht einmal sicher, daß sich die große Öffentlichkeit, trotz der Berichte, ganz über die große Gefahr klar ist, in der wir zur Zeit schweben." Die Rede Alexanders wurde zwar nach St. Nazaire gehalten; aber in ihr ist von St. Nazaire bezeichn nenderweise nicht die Rede! Dr. Ho. oatterie. Hauptmann Biecker ist es als Kommandant eines Stützpunkes im Raum von Cholm gelungen- vorübergehend eingebrochene Bolschewisten im schneidigen Gegenstoß zu vernichten. Leutnant Dtddens zeichnete sich bei den schweren Abwehr- kämpfen südlich des Ladogasees besonders aus. Als Zugführer in einer Sturmgeschützbatterie schoß er bisher im Ostfeldzug 57 Feind Panzer ab. Allein vom 29. Februar bis 11. März vernichtete er zwölf 52- Tonnen-Panzer, vier 32-Tonnen-Pcmzer, vier Pak und einen schweren Panzer-Spähwagen. men. Es soll die Erinnerung an einen traurigen Vorfall bewahren, der sich um die Wende des 16. Jahrhunderts abspielte und bei dem ein Knabe bei einem „Schweineschlachten" genannten friesischen Kinderspiel mit diesem Messer getötet wurde. Zwei Knaben, die auf den Friedhof liefen und spielten, so wird berichtet, verabredeten, Metzger zu spielen. Der junge Metzger hatte zufällig ein recht gutes Messer bei sich und verwundete seinen Freund so schwer, daß dieser den Geist aufgab. Die_ Eltern Des getöteten Knaben forderten für den Jäter die Todesstrafe. Der Richter urteilte, daß man es hier mit einer Tat kindlicher Unzurechnungsfähigkeit zu tun habe, und als die Kläger damit nicht zufrieden waren, schlug er vor, eine Probe zu machen. Er beschled den Knaben vor sich und hielt ihm mit der einen Hand ein schönes ~ Schanghai, 30. März. (Europapreß.) Heber den Inhalt der britischen Jndienvorschläge teilte Cripps am Sonntag auf einer Pressekonferenz mit, daß die britischen Vorschläge als Ganzes angenommen oder abgelehnt werden müßten. Es sei nicht möglich, nur einem Teil der Vorschläge zuzu- ftimmen und den anderen Teil abzuleynen. Nach )em Kriege soll durch eine gewählte Körperschaft eine „Indische Union" mit dem Status eines freien Dominions geschaffen werden. Dieses Dominion soll mit den anderen Dominien gleichberechtigt sein, mit einer wichtigen Ausnahme: die Verteidigung Indiens wird nämlich, auch wenn alle Teile der indischen Union es wünschen oUten, nicht Indien selbst überlassen. Als Grund hierfür gab Cripps an, Indiens Selbstverteidigung würde das gesamte Verteidigungssystem „in fataler Weise desorganisieren". Jede einzelne Provinz Bn° tisch-Jndiens soll das Recht haben, die neue Ver- assung abzulehnen und statt dessen ihren gegen- roärtigen Status staatsrechtlicher Natur beibehalten zu dürfen. Die verfassunggebende Körperschaft soll durch einen Ausschuß der indischen Provinzialparlamente gewählt werden, zu denen nach dem Krieg Neuwahlen stattfinden würden. Für den Wahlausschuß ollen die indischen Staaten im Verhältnis zu ihrer Bevölkerungszahl Vertreter stellen. Ferner soll Indien zur Teilnahme an den Körperschaften Eng-, lands, des Empires und der alliierten Mächte ein- qeladen werden. ,, M r,„. Es ergibt sich also, daß die britischen Vorschläge lediglich Versprechungen sind, die man erst nach dem Kriege einlösen will, das Programm hat ferner ultimativenCharakter, wie aus der Bemerkung von Cripps heroorgeht, daß seine Vorschläge als Ganzes angenomm en oder ab gelehnt werden müßten, und schließlich will England die militärische Gewalt in Indien behalten, seine tasächllche Machtposition also nicht aufgeben. Die Frage eines Jour- naliften, wann das brit.sche Jndienprogramm in Kraft treten solle, beantwortete Cripps mit den Worten, unmittelbar mit dem Aufhören der Feindseligkeiten und nicht erst mit dem formellen Ende getroffeh ist, deutete tags darauf an, daß die Türkei mit einer Invasion rechne." So und ähnlich lauteten die Meldungen britischer Agenturen, Zei- hingen und Sender, um der Türkei die angebliche Gefahr eines' deutschen Angriffs recht drastisch an die Wand zu malen. Aber der Rummel scheint den Türken selbst auf die Nerven gegangen zu fein, sie haben jetzt Reuter veranlaßt, aus Ankara zu melden, daß die Informationen, wonach deutsche und bulgarische Truppen an der türkischen Grenze risten im Handstreich in Besitz zu nehmen und gegen alle Gegenangriffe so lange zu verteidigen, bis Verstärkungen den endgültigen Besitz sicherten. Oberleutnant Reineck wurde bei einem späteren Einsatz im Nah kämpf schwer verwundet und ist feinen Verletzungen erlegen. * Als Chef einer Einsatzgrupve der Sicherheits« Polizei und des SD. wurde ^-Brigadechhrer und Generalmajor der Polizei, Dr. Walter S t a hl- ecker, im Kampf gegen den Bolschewismus während eines Gefechtes mit Heckenschützen schwer verwundet und ist auf dem Transport in ein Heimablazarett seinen Verletzungen erlegen. * j Der neuernannte deutsche Gesandte in Thailand Dr. Wendler, traf am Samstag zur Heber- nähme seines Amtes in Bangkok ein. Anläßlich des dritten Jahrestages der Niederschlagung der roten Herrschaft fanden in ganz Spanien Kundgebungen statt. In Madrid würden die mit einem Aufwand von 7 Millionen Peseten im Arbeiterviertel Cuytto-Caminos erbauten Markthallen emgeweiht. General Franco empfing in Pardo eine Abordnung des Stadtraies von Madrid, die ihm außergewöhnlicherS'ewm steigerungen Staatssekretär Reinhardt gab eine Neuregelung auf dem Gebiet der Gew in n ab s ch ö p f u n g bekannt. Die Finanzämter werden die außergewöhnlichen Gewinnsteigerungen im Zuge der Veranlagung zur Einkommen st euer oder Körperschafts st euer feststellen. Bei denjenigen Einzelgewerbetreibenden, Personalgesellschaften und Körperschaften, deren gewerbliche Einkünfte im Wirtschaftsjahr 1941 mehr a l s 3 0 00 0 R M. betragen haben, werden die gewerblichen Einkünfte, die im Wirtschaftsjahr 1941 erzielt worden sind, verglichen mit dem Eineinhalb fachen der gewerblichen Einkünfte, die im Wirtschaftsjahr 1938 erzielt worden find. Der Unterschieds!)etrag ist die außergewöhnliche Gewinnsteigerung. Von diesem Betrag haben Einzelgewerbetreibende und Personengeseli«- schaften 25 v. H. und die Körperschaften 30 v. H. M entrichten. Dieser Gewinnabführungsbetrag ist weder bei der Ermittlung des steuerlichen Einkommens abzugsfähig noch auf die Einkommensteuer oder Körperschaftssteuer anrechnungsfähig. Die Ge« famtbelastung, die auf den außergewöhnlichen Ge- minnfteigerungen ruht, wird also in den meisten Fällen 80, 85 oder 90 v. H. betragen. Die Körper schafts st euer einschließlich Kriegszuschlag beträgt für das Jahr 1941 45 v. H. Dazu kommen, soweit die außergewöhnliche Gewinnsteigerung in Betracht kommt, 30 v.H. Die Gesamtbelastung beträgt hier also 75 v. H. Die Körperschaftssteuer einschließlich Kriegszuschlag wird ab 1942 50 v. ch. betragen. Dieser Satz ist durch die Gewinnabfüh- rungsoerordnung für Körperschaften, deren Einkommen mehr als 500 000 RM. beträgt, auf 55 v.H. erhöht worden. Die außergewöhnlichen Gewinnsteigerungen der großen Körperschaften werden also ab 1942 mit 55 v. H. Körperschaftssteuer einschließlich Kriegszuschlag und 30 v. H. Gewinnabführung, also zusammen 85 v.H. belastet sein. Die Gewinnabführungsbeträge werden einem Gewinnabsüh- rungskvnto zugeführt, über dessen Verwendung der Reichsminister der Finanzen nach Beendigung des Krieges bestimmen wird. Der Gewinnabführungs- betrag kann dem gewerblichen Unternehmer für eine bestimmte Zeit bis zur Hälfte belassen (gestundet) oder aus dem Gewinnabführungskonto überlassen werden, wenn er glaubhaft macht, daß er den Betrag aus wehrwirtschaftlichen Gründen oder infolge einer besonderen wirtschaftlichen Notlage braucht. Gauleiter Sauckel Generalbevollmächtigter für den Arbeitseinsatz. Berlin, 28. März. (DNB.) Der Führer hat den Reichsstatthalter und Gauleiter Sauckel zum Generalbevollmächtigten für den Arbeitseinsatz im Rahmen des Vierjahresplanes ernannt. In dieser Eigenschaft ist Neichsstatthalter Sauckel dem Reichsmarschall des Großdeutfchen Reiches unmittelbar unterstellt und hat von ihm zur Durchführung feiner Aufgaben umfassende Vollmachten erhalten. Sein Auftrag erstreckt sich auf die Regelung des Einsatzes sämtlicher verfügbaren Arbeitskräfte, einschließlich der angeworbenen Ausländer und der Kriegsgefangenen, im besonderen in der Kriegs- und Ernährungswirtschaft sowie auf die Mobilisierung aller noch u n a u s g e t nutzten Arbeitskräfte. Er wird mit allen Wirtschaftsressorts, namentlich mit dem Reichsminister für Bewaffnung und Munition, aufs engft« zusammenarbeiten. Ihm stehen die für den Arbeitseinsatz zuständigen Abteilungen 3 (Lohn) und 5 (Arbeitseinsatz) des Reichsarbeitsministeriums und die Landesarbeitsämter und Arbeitsämter Alles für die Forschung! Zum 25. Todestage Emil von Behrings. „Alles für die Forschung!", so lautete der Wahlspruch eines Arztes und medizinischen Forschers, oer durch die Befolgung seiner Devise einen Weltruhm seltenen Ausmaßes errungen hat. Als er vor 25 Jahren während des großen Krieges am 31. Marz 1917 starb, betrauerte Die Wissenschaft beiderseits der kämpfenden Fronten mit ehrlicher Teilnahme einen schweren Verlust. Denn sie wußte, daß der Mann über politische und sprachliche Grenzen hinweg allen Kulturvölkern der Erde nie versagende Waffen gegen heimtückische Todfeinde der menschlichen Gesundheit geschenkt hatte. Sie betrauerte den Heimgang Emil von Behrings. Sein märchenhafter Aufstieg war in der ganzen damaligen Weltöffentlichkeit bekannt. In kleinbürgerlicher Enge als fünftes von zwölf Kindern eines westpreußischen Dorfschullehrers ausgewachsen, hatte es der am 15. März 1854 geborene Emil Adolf Behring seiner ungewöhnlichen Begabung zu Verdanken, daß ihm der Weg zur Ausbildung als Militärarzt auf Staatskosten geebnet werden konnte. Gerade mit dem Jahr 1878, in welchem er durch feine Dok- tor-Promotion > die unterste Stufe dieser Laufbahn erreicht hatte, brach durch Robert Kochs und Louis Pasteurs Entdeckungen das Zeitalter der Bakteriologie herein. Der junge Militärarzt wurde von den neuen, damit eröffneten wissenschaftlichen Perspektiven auf das lebhafteste gefesselt. Bald spürte er seine Berufung zum Forscher, gepackt von der Aufgabe, ein Mittel finden gu wollen, das die Menschen vor dem Angriff krankmachender Bazillen schützen sollte. des Krieges. Er bestätigte damit, daß es sich lediglich um einen Wechselaufdie Zukunft handelt, dessen Einlösung im übrigen sehr zweifelhaft ist. Cripps empfing am Samstag den Führer der indischen Moslem-Liga, Djinnah, zum zweiten Mal. Auch dcr Führer des indischen Kongresses, Azhad, besuchte Cripps wiederum. Cripps erklärte der Presse, er hoffe auch, den Mahatma Gandhi in Kürze erneut zu sprechen. Was seinen Abfenthalt in Indien betr'.fft, so erklärte Cripps, in ungefähr zehn Tagen Bescheid zu wissen, ob die Inder die Vorschläge der britischen Regierung annehmen. Cripps verfolgt offenbar bei seinen Verhandlungen die Taktik, die verschiedenen Gruppen und Kasten des indischen Volkes zu s p a l- ten, insbesondere den Gegensatz zwischen HindusundMohammedanernzu fördern. Offenbar geht Cripps darauf aus, zwei Dominions aus Indien zu machen, wenn der von ihm mitgebrachte Vorschlag nicht von allen Gruppen gemeinsam angenommen wird. Großes Interesse in den UTA. Stockholm, 29. März. (Europapreß.) Größtes Interesse findet die Jndienfrage gegenwärtig auch in Nordamerika. Es ist kaum soviel in nordamerikcmischen Zeitungen über Indien geschrieben worden, wie im Augenblick. Die besten amerikanischen Korrespondenten wurden nach Neu-Delhi geschickt, um über die weitere Entwicklung zu berichten. Die „New Park Herald Tribüne" meint, man müsse den Vormarsch der Japaner in Burma aufhalten, und zwar bis zum Mai, bevor heftige Regengüsse die Gegend um den Jrawadi-Fluß in ein Moor verwandeln. Der Korrespondent dieses Blattes bezeichnet die Stimmung in Indien als Ruhe vor dem Sturm. Die Inder seien noch dabei, darüber nachzudenken, was dieser Krieg eigentlich bedeute. Für die umfangreichen Ab- wehrvorbereitungen im Hinblick auf einen japanischen Angriff zeige die Bevölkerung nur wenig Interesse. Bulgariens Weg. S o f i a, 28. März. (Europapreß.) Der bulgarische Ministerpräsident Filofs erklärte in der Sobranje, das bulgarische Schicksal sei unlösbar mit dem bei? großen Verbündeten verknüpft. Die erste Bedingung für die Neuordnung Europas sei die Vernichtung des Bolschewismus. Die bulgarische Armee habe bisher alle Pflichten erfüllt, die ihr die internationale Lage auferlegt habe. Bulgarien führe zwar nicht Krieg, befinde sich aber im Kreigszustand. Die heutige Zeit könne jeden Augenblick Heber- rafchungen bringen, mit denen das bulgarische Volk rechnen müsse. Deshalb müffe ein jeder auf feinem Posten sein. Die Zukunft werde noch größere und schwierigere Aufgaben bringen. Das Ritterkreuz. Berlin, 28. März. (DNB.) Der Führer verlieh das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an: Oberst von Erdmannsdorff, Kommandeur eines Infanterie-Regiments, und Oberleutnant R e i n e ck, Kompanieführer in einem Schützenregiment. Oberst von ErdMannsdorff hat Ende Januar im südlichen Abschnitt der Ostfront mit nur schwachen Kräften den Durchbruch durch eine starke bolschewistische Stellung erzwungen trotz starker Kälte unüf großer Ermüdung der Truppe. Alle bolschewistischen Gegenstöße scheiterten unter schweren Verlusten für den Gegner. Oberleutnant R e i n e ck gelang es im mittleren Abschnitt der Ostfront, eine 75 Meter lange Brücke und einige Kampftage später eine große Eisenbahnbrücke mit nur wenigen seiner Infante- ment, in zahllosen Tierexperimenten — unter Mithilfe des javanischen Arztes Dr.Shibasaburo Kita- sato — seine bahnbrechende Entdeckung „Heber das Zustandekommen der Diphtherie-Jmmunttät und der Tetanus-Immunität bei Tieren." (Veröffentlicht am 4. Dezember 1890 in Nr. 49 der DMW.) Er hat entdeckt, daß zellenfreies Blutwasser, Blutserum, von Tieren, welche eine Infektion mit Diphtherie oder Tetanus überhanden haben, das Gift dieser Bazillen unschädlich macht. In einem fünfjährigen heroischen Kampf gegen Nörgler, unsaubere Konkurrenten, Besserwisser und Gleichgültige formt er seine große Idee, die Menschheit von Seuchen befreien zu müssen, zu jener technisch brauchbaren Heilmethode und setzt sie durch, die heute als „Blutserum-Therapie" eine ärztliche Selbstverständlichkeit geworden ist. Dann wird sein ehernes Festhalten an dem Grundsatz „Alles für die Forschung" großartig belohnt. Er wird 1895 Ordentlicher Professor an der Unioerfi« töt Marburg; er wird 1901 in den erblichen Adelsstand erhoben; er wird Exzellenz; er wird im Laufe der Jahre Ehrenmitglied von 35 wissenschaftlichen Körperschaften diesseits und jenseits der Ozeane. Er wird zu einem geistigen Begriff, dieser Emil von Behring, als „Retter der Kinder und S o l d a t e n", als Baumeister eines neuen Weges, auch andere Infektionskrankheiten mit Serum entweder zu heilen oder vorbeugend zu verhüten, als ein Verlängerer für das Durchschnittslebensalter der Generationen, die ihm folgten. Die Pariser Presse veröffentlicht die Auszeichnung von sieben Mitgliedern der französischen Freiwilligenlegion mit dem Eisernen Kreuz, das ihnen für Tapferkeit im Kampf gegen den Bolschewismus verliehen wurde. Es handelt sich um einen Major, zwei Leutnants und vier Legionäre. Überseeischen Ausland bereits ein runjes Dutzend Institute. für experimentelle Therapie, die seinen Namen „Emil von Behring" tragen, eine Zahl, deren Vermehrung nahe beoorstent. Darum hat jüngst die Marburger Philipps-Universität den „Emil-von-V ehr ing-Preis" für besondere Leistungen in der Jmmunbiologie und Seuchenbekämpfung geschaffen. Und darum sckließlich hat eine ehrfürchtig denkende Nachwelt an historisch geweihtem Platz „Dem großen Arzt und Forscher" das Denkmal gesetzt, ein Sinnbild für die Unsterblichkeit durch sein Schaffen: „Alles für die Forstung!" Einige Jahre arbeitete er auf eigene Faust an der Losung des Problems. Darüber wird er zum Stabsarzt befördert, wird zwecks Erweiterung seiner Kenntnisse 1887 zum Pharmakologischen Institut .... DOn Geheimrat Carl Binz nach Bonn komman- mänicn, Spanien und Ungarn, und wiederum dru- biert, wird im August 1889 Assistent an dem von den nach der anderen Seite von einer Reihe süd- Robert Koch begründeten Hygienischen Institut der amerikanischer Republiken abgehalten worden. Universität Berlin und macht hier im Tierexperi-1 Darum gibt es im Reich wie im europäischen und beides dem lebenden Kinde vorhalten soll; wenn es nach dem Apfel greift, so soll es als Kind angesehen werden, wenn es aber den Pfennig nimmt, so muß es zur Verantwortung gezogen werden. Schon in griechischen Quellen wird von einer Probe erzählt, bei der die Richter einem Kinde, bas ein aus dem Kranz der Artemis gefallenes goldenes Blatt weggenommen hatte, Kinderklapper und Würfel zusammen mit dem Blatt vorlegten und als einen Heiligtumsschänder töteten, als es wieder nach dem Gold langte. In allen Fällen wird dem Kinde etwas Kindliches und etwas den Erwachsenen Zukommendes voraehalten. Man kann vielleicht auf indogermanischen Ursprung dieser Probe schließen. In der Lübischen Fassung wird sie auch einmal belnt Tode eines Kindes im Metzgerspiel angewendet fein, und da Lübeck als große Handelsstadt viele Ver- vut „uv ......... — binbungen mit der ganzen Hansewelt hatte, wird einen Hand ein schönes Dreiguldenstück vor und mit von hier aus der Recktsvorgang bei der Apses- ber anderen einen prächtigen großen Apfel. Der probe weithin verbreitet und so auch nach FneS« Knabe sollte zwischen beiden wählen, und er wählte i lrmd gekommen sein. C. L, Soldaten und Möllerung im Dienste des Kriegs-MW. Oer „Tag der Wehrmacht" 1942 in Gießen. Ein voller Erfolg! Das ist das Ergebnis, das unsere Soldaten am Schlüsse des „Tages der Wehrmacht" in Gießen verzeichnen konnten. Die Gießener Bevölkerung hat bei dieser Veranstaltung- erneut ihre enge Verbundenheit mit unserer Wehrmacht bekundet. Dafür war die starke Beteiligung am Samstag, noch mehr aber der Massenaufmarsch am gestrigen Sonntag in den Kasernen ein überzeugender Beweis. Dank des starken Einsatzes unserer Soldaten, der eifrigen Mitarbeit aller Sammler und Sammlerinnen und der großen Opferfreudigkeit aller Volksgenossen kann unsere Kreisamtsleitung der NSV., die als Beauftragte für das Kriegs- Winterhilfswerk in engster Zusammenarbeit mit der Wehrmacht diese Veranstaltung vorbereitet hatte, wiederum einen bedeutenden Beitrag zu diesem schönen Gemeinschaftswerk des deutschen Volkes verzeichnen. Guter Auftakt am Samstag. Die in der NS.-Kriegsopferversorgung, im NS.- Reichskriegerbund und im Reichstreubund vereinigten alten Soldaten, die Nachrichtenhelferinnen, die DAF.-Gefolgschaft der Wehrmacht, das Deutsche Rote Kreuz und viele weitere Helfer hatten als Sammler und Sammlerinnen schon von Anfang an flotten Absatz der schönen Spendenabzeichen. Sozusagen im Handumdrehen war der für Gießen bereitgestellte Vorrat von 40 000 Stück verkauft, so daß noch eine Menge Abzeichen anderer Art als Aushilfe eingesetzt werden mußte und ebenfalls willige Käufer fand. Nach dem Verkaufsschluß begann die übliche „Nachlese", bei der immer und immer wieder die Fünfer und Groschen usw. in die Sammelbüchsen wanderten und den Ertrgg steigern halfen. Unermüdlich wurden bis weit in den Abend hinein die Sammelbüchsen mit Erfolg geschwungen. Die Werbedarbietungen eröffnete unsere Artillerie am Samstagnachmittag mit dem Marsch einer Ge- schützstaffel durch die Stadt. Auf diesem Marsche ging es am Selterstor und auf dem Parkplatz vor dem Stadttheater in „Feuerstellung", aus der beide- male das Einzelfeuer der Geschütze, die.Gruppen und die Salven mit mächtigem Donner über die Stadt hallten. Der Eindruck dieses Marsches bei der Bevölkerung und das Echo in den Büchsen der begleitenden Sammler und Sammlerinnen waren erfreulicherweise ebenfalls stark. Dann marschierte eine Abteilung der Nachrichtenhelferinnen am Selterstor, später auf dem Kreuzplatz auf, um an beiden Plätzen mit ihren schönen Chorgesängen zur Förderung der Sammlung beizutragen, die von ihren Kameradinnen mit großem Eifer und sichtlichem Erfolg bei den interessiert lauschenden Hörern und auch in den Straßen durchgeführt wurde. Alles in allem: ein guter Auftakt auf ber ganzen Linie. Massenbesuch aus Stadt und Laubes unseren Soldaten. Der gestrige Sonntag brachte in den Kasernen, besonders bei den Artilleristen und den Fliegern, Großbetrieb. Schon am Vormittag, noch viel stärker aber am Nachmittag war eine Völkerwanderung aus Stadt und Land über die Kaiserallee und die Rod- gener Straße im Gange. Der Obus fuhr alle Wagen mit vollster Besetzung. Die Artillerie hatte regen Krümperverkehr zwischen dem Ludwigsplatz und ihrer Kaserne eingerichtet, der stark in Anspruch Genommen wurde. In den Kasernen drängte und schob sich die Menschenmenge hin und her, immer wieder interessiert schauend und bewundernd ob der Vielseitigkeit besten, was unsere Soldaten durch Einfallsreichtum und mit Geschick an Veranstaltungen für den guten Zweck des Tages heraerichtet hatten, und immer wieder gern einen Groschen oder auch noch mehr in die rastlos klappernden Sammelbüchsen für das Kriegs-WHW. werfend. Mit großem Interesse wurden die Unterkünfte der Soldaten, bei der Artillerie auch die Pferdeställe, bei den Fliegern die Lehrsäle, der Unterhaltungsraum usw. besichtigt. Dabei herrschte überall starker Betrieb. Bereits am Vormittag dröhnten Geschützfeuer und das Rattern der Maschinengewehre, denn bei den Artilleristen konnten gestern auch die Zivilisten zum Schuß kommen, und davon machten sie an den Geschützen und MG.s fleißig Gebrauch, während zugleich an den Richtmitteln unermüdlich geübt oder in den Reitbahnen von Groß und Klein geritten werden konnte, selbstverständlich alles erst nach der entsprechenden „Abladung" für das Kriegs- WHW. Auf der anderen Seite der Artilleriekaserne war der Wettstreit im Kleinkaliberschießen eifrig im Gange, denn hier winkte neben dem Sieg der guten und des besten Schützen noch eine Reihe wertvoller Preise. Und am Eingang zur Kaserne stauten sich inzwischen immer mehr Menschen an, denn hier stand gleich am sichtbarsten Punkt ein Tombolastand, der mit allerlei leckeren und reizenden Sachen ausgestattet war, bei dem man aber auch eine Fuhre Mist — für Gärtner und Schrebergärtner z. B. ein sehr begehrter Artikel — gewinnen konnte und die auch bald ,/ihren Mann" fand. Der Losverkauf — jeder Interessent guckte natürlich auf die stattliche Reihe von Würsten und auf die Teller mit Eiern, die sämtlich von Angehörigen unserer Artilleristen für den guten Zweck gestiftet worden waren, während die Kleinen sich viel mehr für das von den Soldaten gebastelte Spielzeug entschieden — wurde im wahrsten Sinne des Wortes bestürmt, so daß der Losvorrat im Handumdrehen untergebracht war, und bann gab's neben den Besitzern von Nieten auch viele frohe Gewinner, die am Abend strahlenden Gesichts mit ihrem Gewinn heimwärts zogen. Ein besonderer Höhepunkt war das gemeinsame Esten aus der Feldküche. Während in der Stadt an mehreben Ausgabestellen und in der Bergkaserne sowie im Fliegerhorst Nudeln mit Rindfleisch in tausenden Portionen abgeholt wurden, gab es in der Artilleriekaserne Erbsen mit Speck; beides ohne Marken und in ausgezeichneter Qualität. Bei den Artilleristen wurde überall (in den Kantinenräumen, auf den Plätzen bei den Wohnblocks, in den ausgeräumten Geschützhallen usw.) von groß und klein mit größtem Appetit das leckere Mahl und dazu noch pro Schlag eine Scheibe Kommißbrot verzehrt, nicht minder genußfreudig „verdrückten" die Besucher der Flieger ihren Schlag". Ueberall konnte man nur volle Anerkennung für die gute Zubereitung des kräftigen Essens hören. Nach dieser Stärkung brachte der Nachmittag bei den Artilleristen ein sehr vielseitiges und flott abgewickeltes Unterhaltungsprogramm. Während die Schießluftigen an den Geschützen, den MG.s und beim Kleinkaliberschießen, die Jugend sich namentlich auch beim Reiten weiter ergötzen konnten, sahen Taufende von Besuchern, die den weiten Exerzierplatz der Kaserne in dichten Reihen umfäumten, viel Interessantes. Da konnte man dem Geschützexerzieren zuschauen, sportlichen Vorführungen folgen, am Turnierreiten, Jagdspringen und schließlich an einer großen Reiterquadrille ' sich erfreuen, gleichzeitig auch manche hervorragenden Reiter-Leistungen bewundern. Flotte Unterhaltungsmusik bereicherte diese Darbietungen noch in guter Weife. Zur Ma« genstärkung und als Gaumenkitzel konnte man sich Bohnenkaffee und sogar ganz ausgezeichnete Kreppet zugutekommen lassen, Leckerbissen, die denn auch stark begehrt wurden. Der gute Schoppen Bier fehlte natürlich ebenfalls nicht, und auch er wurde lebhaft in Anspruch genommen. Für die Kleinen, aber auch für Große gab es inzwischen frohe Spazierfahrten in den Landauern und Krümperwagen rundum im Kasernengelände, ein Groschen - 23 ergnügen, das starken Anklang fand. Kurzum: überall herrschte bei unseren Artilleristen, die ihre Sache groß aufgezogen und schmissig durchgeführt hatten, die beste Stimmung und dadurch ausgelöst eine schier unverwüstliche Zahlungsfreudigkeit, womit ja der Zweck des Ganzen zum Besten des WHW. erreicht war. Bis in den Abend hinein herrschte hier denn auch Großbetrieb, bei dem alle Besucher ihre Erwartungen in vollem Ausmaß erfüllt sahen. Die Flieger bereiteten ihren Besuchern neben der guten Mittagsverpflegung auch noch mancherlei an« dere Annehmlichkeiten und Unterhaltung. U. a. konnte man in einer Ausstellung von Flugzeug« motdren, die von Fachleuten erklärt wuxden, allerlei sehen und lernen, ferner konnten die Besucher mit größtem Interesse verschiedene Motorflugzeuge und Segelflugzeuge in Augenschein nehmen und dabei Neues erfahren, sie konnten auch Bomben und Fallschirme und Sonstiges kennenlernen. Mit besonderem Interesse wurde ein eigens für diesen Tag hergerichteter Flugplatz besucht, nicht minder gespannt wurde das Segelfliegen verfolgt. Neben diesem lehrreichen Einblick in den fliegerischen Betrieb kam aber der Unterhaltungsstoff nicht zu kurz. Ein Soldatenchor der Flieger erfreute an der Hauptwache.mit guten Gesangsvorträgen, im Wirtschaftsgebäude bereitete eine Variete-Deranstaltung, deren Programm von Fliegern bestritten wurde, viel Vergnügen. Insgesamt: auch bei unseren Fliegern war es sehr gut zu Gast sein, und mit Befriedigung machten sich in den Abendstunden die großen Besuchermassen auf den Heimweg. Am Schlüsse des Tages konnten die Veranstalter die Festellung machen, daß der „Tag der Wehrmacht" in Gießen nach jeder Richtung hin den Erwartungen entsprochen, ja diese in vielerlei Hinsicht sogar noch übertroffen hat. Und vor allem, daß sein finanzieller Ertrag mit berechtigter Zufriedenheit betrachtet werden kann. Theater der Universitätsstadt Gießen. »Oer kleine Däumling und die Giebenmeilenstiefel." Arn Samstagnachmittag erlebte das Ostermärchen vor einer sehr lebendigen/Schar großer, kleiner und ganz kleiner Kinder seine erste Aufführung: „Der kleine Däumling und die Siebenmeilenfttefel", Märchenspiel mit Musik und Tanz in sechs Bildern von Karl Heinz Voigt, Musik von Richard Preißler. Es ist die Geschichte des kleinen Däumlings, des Jüngsten aus der Korbflechterhütte, der sich mit seinen Brüdern Klaus und Pitt hinterm Rücken der Mutter heimlich aufmacht, um den Schiffsjungen Fridolin vom Nordpol zu holen, der dort vom Onkel Seebär bei den Eskimos vergessen wurde und schrecklich Heimweh hat. Im Märchenwalde beim guten Geist Moosbart erfahren sie, wie sie das Abenteuer bestehen können, werden vom braunen Bären und vom wilden Schwein erschreckt und ergötzen sich am Tanz des Storches und der Frösche. Ganz unheimlich ist es in der Höhle, wo der Riese Ungeschlacht und die Hexe Besengraus ihr teuflisches Wesen treiben, -aber mit einem Zaubertrank schläfern die drei Buben den Riesen ein, ziehen ihm die Siebenmeilenstiefel aus und schwingen sich in die Lüfte. Vis zum Nordpol ist es ziemlich weit, also machen sie eine Zwischenlandung im Palast des Sultans, wo es lustiger zugeht; hier werden sie zwar beinah die Siebenmeilenstiefel wieder los, aber im letzten Augenblick spricht der Däumling das Zauberwort, und nun kommen sie wahrhaftig zu Fridolin und den Eskimos in ihrer Schneehütte am Nordpol, wo der Eisbär und der Alk mit guten Fischen gefüttert werden. Dann geht es im Triumph mit Siebenmeilenstiefeln nach Hause, wo sie, mit Schätzen reich beladen, von der Mutter und vom Onkel Seebär mit Freuden empfangen werden, und weil die Osterglocken eben zu läuten anfangen, wird es ein schönes Frühlingsfest, mit dem auch die Kinder vor dem Vorhang einverstanden sind. * Herr Volck, der seit vielen Jahren das Theater der Kleinen betreut, hatte sich mit liebevollem Verständnis und vieler Sorgfalt auch des Ostermärchens angenommen. Herr Hahn dirigierte die Musik, Ballettmeister 23 0 1 p e r t hatte die Tänze der Tiere und am Hofe des Sultans einstudiert. Aus Herrn Löfflers geschickter Hand stammten die mit kin- dertümlicher und märchenhafter Phantasie entworfenen Bühnenbilder: Wald und Höhle, Palast und Polarlandfchaft, dazu die Korbflechterhütte, wo das Abenteuer anfängt und endet. Käte Jaenicke war der Däumling, ein munterer, rundlicher und unternehmungslustiger Bub. Valeska Lange und Editha T h o m a e, als feine Brüder Pitt und Klaus, waren begeistert mit dabei. Cilly Mauer war die gute Mutter, Luise Prasser ein freundlicher und hoheitsvoller Schutzengel, Herr 23old der gemütliche Onkel Seebär. Hilde Kneip machte mit schreckhafter Natürlichkeit die Hexe, Herr Fischer den Riesen Ungeschlacht. Am Höfe des Sultans (Herr Bergmann) trieben der Großwesir Herr Heck und der Palastwächter Herr Mayr ihr drolliges Wesen. Herr Seitz erschien gleich dreimal: als Nachtwächter, als Wald» geift und zuletzt als Eskimo. Aber man kann nicht den ganzen Personenzettel abschreiben: alles, was mitfpielte, ob Mensch, ob Tier, ob Geisterwesen, war mit Eifer bei der Sache. — Den Kleinen schien es zu gefallen, sie klatschten herzhaft und gingen befriedigt heim. Hans Thyriot, WDM imuiii zur Verfügung. Die Tätigkeit der bisherigen Geschäftsgruppe Arbeitseinsatz des Vierjahresplanes geht auf den Generalbevollmächtigten über. Der Reichsmarschall hat dem Staatssekretär Dr. S y r u p für feine langjährige erfolgreiche Tätigkeit als Leiter der Geschäftsgruppe fernen Dank und feine besondere Anerkennung ausgesprochen, ebenso dem Ministerialdirektor Dr. Mansfeld. Arbeitskräfte für das Land. Der Reichsarbeitsminister hat die Arbeitsämter angewiesen, alle für einen vorübergehenden ober dauernden Einsatz bei landwirtschaftlichen Arbeiten tauglichen Kräfte zu erfassen. Bei vorübergehendem Einsatz wird es sich vor allem um Ehefrauen handeln, die wegen der Versorgung ihres Haushalts und ihrer Kinder nicht für sine dauernde Tätig kett in der Landwirtschaft in Betracht kommen. Die Betreuung der Kinder muß sichergestellt werden. Zu einem dauernden Einsatz werden diejenigen heranzuziehen fein, die keiner ständigen Beschäftigung nachgehen, aber nach Gesundheitszustand und persönlichen Verhältnissen geeignet für landwirftchaft- liche Arbeit sind. Insbesondere schulentlassene weibliche Jugendliche, auf deren Mithilfe der elterliche Haushalt nicht unbedingt angewiesen ift und die für einen ständigen Einsatz in bäuerlichen Betrieben ober Gutsbetrieben, gegebenenfalls nach Art ber Tagesmäbchen, in Befracht kommen. Heber den Einsatz ber schulpflichtigen ober die Höhere Schule besuchenden Jugend für landwirtschaftliche Arbeiten ist wie im Vorjahre eine Regelung zu erwarten. Die Ortsbauernführer werden die in Betracht kommenden Personen auf Listen den Arbeitsämtern vorschlagen. Das Arbeitsamt lädt diese gemeindeweise vor. Wenn die Annahme landwirtschaftlicher Arbeit ohne berechtigten Grund oerwei- gert wird, kann die D i e n ft ü e r p f I i cf> t u n g er- folgen. Auch familienunteryaltsberechtigte weibliche Kräfte sowie schulenttassene Jugendliche — Mädchen erst vom vollendeten 16. Lebensjahr ab zu Arbeiten, die eine Unterbringung am fremden Ort bedingen — können im Wege der Dienstverpflichtung zu landwirtschaftlichen Arbeiten herangezogen werden. Oie Lehrer in -en Ferien. In ber Zeitschrift „Weltanschauung und Schule" wirb angeregt, künftig beim Ferieneinsatz der Lehrerschaft mehr Rücksicht auf bie Erhaltung des Leistungsstandes ber Lehrer zu nehmen. Es soll ihnen bie Möglichkeit gegeben werben, einen größeren Teil der Ferien ihrer persönlichen Weiterbildung ober ber Erweiterung ber wissenschaftlichen Einrichtungen in ben Schulen zu wibmen. Es sei nicht zu verantworten, daß man die gesamte Lehrerschaft während der Ferien ausschließlich in schulfremden Betrieben arbeiten lasse. Besonders bie Fachlehrer sollten bie Ferien zur Vertiefung ihres Fachwissens benützen. Der Naturwissenschaftler könne zum Beispiel seine Hilfe Forschungsstätten unb Instituten zur Verfügung stellen, Historiker unb Germanisten könnten in Bibliotheken arbeiten, um aus dieser Mitarbeit für sich selbst und für ihre Schulen Nutzen zu ziehen. Oas Jubiläum der Wiener Philharmoniker. Die Reihe von Veranstaltungen, mit denen die Wiener Philharmoniker bas hundertjährige Bestehen ihres Orchesters feiern, wurde mit einem Festakt eröffnet. Einleitend spielte das Orchester unter Leitung feines Konzertmeisters Professor M a i r e ck e r die Fanfare, die Richard Strauß den Philharmonikern gewidmet hat. Wil- belm Furtwängel würdigte in einer herzlichen Ansprache bas Orchester als musikalischen Repräsentanten ber Stadt Wien. In einer kulturpolitischen Rede ehrte Reichsleiter Baldur v. S ch i r a ch die Leistungen des hundertjährigen Orchesters, sprach ihm seinen Dank aus und erklärte bie Jubiläumsveranstaltung als eröffnet. Mit Beethovens Ouvertüre „Die Weihe des Hauses" unter Furtwänglers Leitung klang die stimmungsvolle Feierstunde aus. Tags zuvor hatte Reichsleiter v. S ch i r a ch die Philharmoniker empfangen und aus der Hand ihres Leiters den Ehrenring des Orchesters und die bei dieser Gelegenheit zum ersten Male verliehene silberne Nicolai - Medaille entgegengenommen. Gleichzeitig gab der Reichsleiter bekannt, daß bie Augustinerstraße in ber Nähe ber Oper künftig den Namen „Philharmoniker-Straße" tragen soll. Des Orchestergründers Otto Nicolai wurde durch eine Kranzniederlegung an feinem ehemaligen Wohnhaus gedacht. Während der Dauer der Feierlichkeiten wirb im Musikvereinsgebäude eine von Prof. Karl Schreinzer und Dr. Hedwig Kraus mit viel Liebe unb Verständnis zusammengetragene Ausstellung gezeigt, die das Werden und den Auf- stteg des Orchesters vor Augen führt. Der feurige (Ofen Roman von Hans von Hülsen 52. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Halt, Marion!" tönte Fehrs Stimme — er stand jetzt auf der Schwelle ber Galerie mit ben sieben Fenstern, wo er bie Beleuchtung ber Vitrinen eingeschaltet hatte: „Eh du weiter sprichst, will ich eins sagen: es liegt mir ganz fern, dich zu verurteilen. Ueberhaupt zu urteilen. Ich habe immer gefunden, das beste am Leben ist, daß es uns duldsam macht. Duldsamkeit — das ist für mich erst die Lebensreife. Also, bitte, sieh mich in keiner Weise als Richter an. Mir steht gar nicht zu, dich zu richten, viel eher mich zu richten, daß ich bei meinen Jahren so blind und so vertrauensselig und so wenig wachsam war. Das ist meine Schuld, und sie rächt sich. Nun sprich!" „Ach Gott — wo soll ich anfangen? Alles, was ich dir erzählen muß, ist wie ein Rattenkönig, wie ein Weichselzopf, weißt du?, unentwirrbar ver- fnäuelt, Schuld und Unglück, Gemeinheit, Unerfahrenheit, Mangel an Mut, meinetwegen auch Feigheit, alles durcheinander. Du glaubst natürlich, ich habe, wie man so sagt, ein Verhältnis mit Slbbeg, ich habe dich mit ihm betrogen. Und der äußere Anschein ber Dinge gibt bir ja auch tausendmal recht: du siehst mich aus seinem Hause kommen — ich bin so verwirrt, daß ich dir nicht gleich eine Erklärung geben kann — es ist ja sonnenklar, was du denken mußt." „Und denke ich wohl gar etwas Falsches, Marion?" Sie überhörte bie leise Ironie in seiner Stimme. „Ja!", sagte sie rasch: „Du benkst etwas Falsches, Jan. — Ich mache kein Hehl heraus, daß ich einmal so mit Abbeg gestanden habe. Aber das ist zu Ende — das ist wenigstens von mir aus zu Ende, seit wir beide, du und ich, verheiratet sind. Er kann dir nichts anderes gesagt haben." Fehr runzelte die Stirn. — Anderes? — Nein, Abbeg hatte nichts anderes gesagt. Obwohl er von „alten Rechten" gesprochen hatte. O, wie ekelhaft das alles! Welche Strafe für ihn, daß er sich damit beschäftigen mußte! „Es war — während deiner Bühnenzeit?" fragte er, und in ihm dämmerte so etwas wie eine Hoffnung hoch, sie mochte Ja sagen. Würde ihm das nicht erlauben, die Digge weniger tragisch zu nehmen? Er hatte ja natürlich nie erwartet, in ihr eine unberührte Jungfrau zu finden, er kannte das Leben und verstieg sich nicht zu solchen „idealen Forderungen". „Nein", gab sie zurück: „Es war lange vorher." „Lange vorher?— Aber da warst du ja beinahe noch ein Kind?!" Marion nickte: „Nicht nur beinahe, Jan. —- Entsinnst bu dich an ben ersten Abenb in München ? Auf ber Oktoberwiese? Als wir vor ber Schießbube standen und Abbeg für mich die große Puppe gewann? Daß er damals in einer feiner vielen doppelsinnigen Reden sagte: Ich hätte fast noch mit Puppen gespielt, als er mich kennenlernte? Genau so ist es gewesen. Ich war gerade sechzehn, als es anfing. Und so dumm unb unerfahren, daß es — eben anfangen konnte." „Na, pfui Deibel! Er hat dich — verführt?" „Er hat meine Unkenntnis mißbraucht. Und ich habe das, so entsetzlich es mir immer war, zwei Jahre lang dulden müssen." „Müssen?! — Wer muß so etwas dulden?!" „Um meiner Eltern willen — ja. Vielleicht wirb es in deinen Augen dadurch etwas entschuldbarer. In meinen übrigens nicht." „Ich verstehe nichts, Marion. Was heißt: dulden, um deiner Eltern willen? — Verzeih, das ist mir viel zu paradox!" „Ach, lieber Jan, du wirst noch viel paradoxere Dinge hören müssen. Entsetzliche Dinge. Dn hast nun gestern unb heute meinen Vater gesehen, unb bu hast dich gewiß im stillen gewundert, warum ich ihn dir immer unterschlagen habe. Denn bas habe ich getan. Bewußt unterschlagen habe ich ihn bir, unter einem Vorwand. Das Zerwürfnis, mit dem ich seinerzeit aus meinem Elternhaus ging, wäre leicht zu beendigen gewesen. Aber ich wollte es nicht. Eben weil ick dir Papa unterschlagen wollte." „Lauter Rätsel, Marion. Ich verstehe nichts. Dein Vater ist doch nicht der Mann, den man jemand unterschlagen müßte. Am wenigsten dem eigenen Gatten." „Du kennst ihn nur, wie er heute ist. Aber als wir heirateten — ober als wir uns kennenlernten, — was wirst bu sagen, Jan, wenn ich bir erzähle, baß er bamals gerabezu ein Stromer war? Wirklich kaum besser? Entsinnst bu dich unseres Münchener Abends, als wir nach dem Theater allein aßen und tanzten, — dieses reizenden Abends, an dem bu bas Unglück hattest, daß ich bich zu Heben anfing?" „Marion! Sprich nicht so! Es war trotz allem kein Unglück für mich." Sie streckte ihm vom Sessel aus bie Hanb hin. Er drückte sie und ging vorüber. Kalt war seine Hand. „An dem Abend erzählte ich bir, daß ich in ber Nacht vorher ben Überraschenden Besuch meines Vaters gehabt hatte — ja? — Er kam damals geradenwegs aus dem Gefängnis ..." „Gott im Himmel! Marion!" Fehr blieb wie angewurzelt stehen: „3ft das — wahr?" „Aus dem Gefängnis, in das ihn Abbeg gebracht hatte!" „Abbeg!" „Abbeg — und ich selber. Weil ich nicht stark ... weil ich vielleicht nur nicht uneigennützig genug war, das Opfer — versteh mich, Jan! — das Opfer dauernd zu bringen, mit dem ich Papa vor dem Aeußersten hätte retten können. Mit dem ich ihn zwei Jahre lang gerettet hatte. Denn ick wußte, daß Abbeg ihn in der Hand hatte, daß er ihn nicht fal» len lassen würde, solange ich — erlaß dir das! Zwei Jahre hab' ich's ausgehalten — nein, ich muß ganz aufrichtig sein, nur etwa, anderthalb Jahre. Erst nach einem halben Jahr habe ich zwei Dinge erfahren: einmal, daß Abbeg irgendeine furchtbare Waffe gegen Papa besaß, und zweitens, daß Papa ganz genau wußte, wie es zwischen uns stand ...Ich weiß auch heute im einzelnen nicht, was Papa eigentlich angestellt hat, ich glaube, es hat sich um Veruntreuungen gehandelt, um Mündelgelder oder etwas, Aehnliches — du machst bir ja keine Vorstellung, wie es im Hause des Bankiers von Brakei aussah, wie alles nur eine Kulisse war, glänzenb für bie Welt aufgebaut, damit der Kredit nicht versiege ... unb bahinter war das Elend und der Verfall, der wie eine Krebsgeschwulst um sich wucherte. Ach, Jan, bu hast bein Leben lang in biefem Schlosse gewohnt, hast immer in soliden Verhältnissen gelebt, du kannst dir das alles unmöglich vorstellen? Und vor allem kannst du bir nicht vorstellen, wie einem jungen Mädchen, das trotz dieser Dinge in ihrem Herzen rein war —, wie dem dabei zumute war! ... Meine Mutter —, eine verzweifelte Frau, bie von ihrer Verwandtschaft immer gedrängt wurde, ihren Mann zu verlassen. Mein Vater vielleicht nicht schlecht von Natur, aber durch einen ersten Fehltritt immer weiter in den Sumpf hin- eingestoßen, ein Hasardeur, der nur noch- davon lebte, daß er mit betrügerischen Gewinnen hier und da ein Loch zustopfte, solange es eben ging .. .„ ber immer darauf bedacht sein mußte, sich vor dem Zugriff dieses unbedenklichen Abbeg zu retten . der ihm zu diesem Zweck sogar bie eigene sechs-, zehnjährige Tochter verkuppelte ..." „Marion!", rief Fehr: „Hör' auf ... Großer Gott im Himmel droben, was „mußt du gelitten haben!" Er ging, bie Finger ineinanber verkrampft, bas große Zimmer auf und nieder, ging an ihr vorbei unb strich ihr sanft übers Haar — aber er riß bie Hand weg, als hätte er in Höllenglut gegriffen. (Fortsetzung folgt.) ehrmachi" Oer Sport am „Tag der Statt Karten! 01424/ a 1415 tOLORIn Mutterliebe im t)om NEUESTE WOCHENSCHAU JSZU. Allen, die uns bei dem schweren Verluste unseres unvergeßlichen Entschlafenen herzliche Teilnahme erwiesen, spreche ich im Namen aller Angehörigen meinen tiefempfundenen Dank aus. Marie Däuble, geb. Stein, u. Kinder. Gießen, Sonnenstraße 7. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bei Haupt,christleiters: Ernst Blumschcin. Verantwortlich für Politik und Silber: Dr. Fr. W. Lange; für daö Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadl Gießen. Provinz. Wirlickast und Sport: Ernst Blumjchrin. Druck unb Verlag: Brühlsche Universttätsbruclcrel R. Lange K. G. Verlagsleiter: Tr.-Ing. Erich Hamann: Anzeigenleiler: Hans Beck. Anzeigenpreieliste Nr. ß. Zuverlässige, ehrliche männliche oder weibliche Kraft für Lagerarbeiten, auch halbtags von Süßwarengroßhandlung gesucht. Bewerbungen unter 1O44D an den Gießener Anzeiger erbeten. Tarife bleiben unverändert. Gießen, den 28. März 1942. Stahlwerke Glehenr Abt. Gas- und Wasserwerk. Abt. Elektrizitätswerk. Derdunkelungszeit: 30. März von 20.52 bis 6.31 Uhr. REFA-MANN als Leiter der Arbeitsvorbereitung und Vorkalkulation von Industrie-Unternehmen mit weitgespannt. Fabrikationsprogramm (Apparate-, Maschinen-, Armaturen- u. Elektromaschinenbau) zu alsbaldigem Eintritt gesucht. Eilbewerbung unter 1074D an den Gießener Anzeiger. scheine für Pferde ausgegeben. Um das nur fn beschränktem Umfang zur Verfügung stehende Pferde- mischfutter möglichst gerecht verteilen und um insbesondere an die für kriegswichtige Arbeiten herangezogenen und unter erschwerten Bedingungen arbeitenden Pferde höhere Futtersätze ausgeben zu können, sind die Pferde in drei Gruppen eingeteilt worden, leicht arbeitende Pferde, normal arbeitende Pferde und schwer arbeitende Pferde. * ** Stadtbücherei Gießen. Im Monat März wurden 1765 Bände verliehen. Davon kommen auf Romane 1044, Jugendschristen 343, Rerse- beschreibungen 107, Kriegsgeschichte 64, Lebensbeschreibungen 92, Kunst 10, Technik 45, Seewesen 27, Philosophie 4, Politik 21, Sport 8 Bände. ** D i e e r ste S ch n e p f e. Am 28. März wurde auf dem diesjährigen Frühjahrszuge die erste Wissenschaftliche Werke Sondergebiet der Brühl'schen Druckerei Familien- Drucksachen venobuogeanieigen Vermihlungeanielge» bei BrOhL Schulstraße 7 •eburteemeigen helfen bei Rheuma, Gicht, Ischias, Glieder- und Gelenkschmerzen, Hexenschuß, Grippe und Erkältungskrankheiten, Nerven- und Kopfschmerzen. Beachten Sie Inhalt und Preis der Packung. 20 Tabletten nur 79 Pfennig 1 Erhältlich in allen Apotheken. Berichten auch Sie uns über Ihre Erfahrungen! TRINERAL G.M.B.H., MÜNCHEN J 27/547 Erika Rink Gefr. Joachim Schneider Verlobte Ostersonntag, den 5. April 1942,16.30 Uhr In der Neuen Aula der Universität 1. Chorkonzert der Hitler-Jugend Lieder und Musiken alter und neuer Meister u. a. von Napiersky, Haydn, Brahms, Baumann und Gluck. - Ausführende: Chor und Orchester der Hitler-Jagend Bann Gießen (116). Kartenvorverkauf im Musikhaus Challier und im Musikhaus Busch. Preis: 0.50 RM., für HJ.-Mitglieder 0.30 RM. 1042D Käthe Dorsch • Paul Hörbiger Wolf Albach-Retty • Hans Holt Hans Hotter • Rudolf Prack Susi Nicoletti • Siegfried Breuer Spielleitung: Gustav Ucicky Das ist die wundervolle Geschichte einer Mutter, die Geschichte der Marthe Pirlinger, das kämpferische, aber auch fröhliche Lied eines liebenden und leidkundigen Herzens außerordentlichen Haushaltsplan) also um 290 210,— RM. höher festgesetzt. § 2. Die Bestimmungen der Haushaltssatzung Dame auch ältere, zur Einführung eines' gut. Gebr.-Ärtikels d. Verkauf in War.-Häusern lPropaganda) bei hohem Verdienst gesucht. Leichte Arbeit ohne Vorkenntnisse. Angeb. unter H. G. 31013 an Ala, Hamburg 1. PQLAST Giejssen Kaufm. Lehrmädchen sowie Tapezier- und Polsterlehrling und Hilfsarbeiter für leichte Arbeit gesucht. Tapetenh. Hch. Kreiling Bahnhofstraße 33. 1065 D. DW Albert Matterstock Hans Leibelt, Heinz Salfner, Otto Gebühr, H.A. Schlettow, Fritz Hoopts Spielleitung: Erich Engel Wir wissen: ein Film mit Jenny Jugo macht vergnüglich, läßt lachen, gibt Freude. Auch ihr neuer Film ist so recht dazu geschaffen, dem Zuschauer frohe Stunden zu beteilen. Neueste Wochenschau Heute Montag Erstaufführung Täglich 2.30, 4.45, 7.30 Uhr Sonntags 2.00,4.30,7.30 Uhr Jugendl. unt 18 Jahr, haben keinen Zutritt 24. Juli 1941, soweit sie sich auf die Steuersätze, Kassenkredite und Darlehensaufnahmen beziehen, bleiben unverändert. Gießen, den 25. März 1942. Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen. Ritter. II. Die nach § 86 der Deutschen Gemeindeordnung vorgesehene Genehmigung der Aufsichtsbehörde entfällt, da genehmigungspflichtige Aenderungen nicht vorgenommen worden sind. 1072C Gießen, den 27. Mürz 1942. Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen. Ritten Von der Börse. Stille Aktienmärkte. Frankfurt a. M., 27. März. Auch in diesem Berichtszeitraum entwickelte sich an den A k t i e n * Märkten nur unerhebliches Geschäft. Es lagen keine nennenswerte Kauforders vor, aber auch Abgaben von Bedeutung wurden nicht getätigt. Allerdings zeigte sich im Verlaufe für Heidelberger Zement auf die Ankündigung einer Dividendensenkung stärkere Abgabeneigung, die zu einem Zurückgehen des Kurses von zirka 194 auf 186 führte. Hier sind seit einiger Zeit Jnteressenkäufe zu beobachten gewesen, die aber jetzt offenbar abg^stoppt wurden. Am übrigen Aktienmarkt war die Kursentwicklung weitgehend von der Umsatztätigkeit abhängig, so daß selbst wenige Mille Umsatz zu Ausschlägen nach beiden Seiten führen konnten. Hier fielen Metallgesellschaft etwas auf, die auf wenige Mille Umsatz hin zunächst etwa 3 v. H. anzogen, auf ebenso kleine Abgaben später wieder 3 bis 4 v. H. abgaben. Stärker. gedrückt blieben Scheideanstaltaktien, die bis 379 zurückgingen (—6 v. H.) Fester lagen dagegen Junghans, die bis 3 v. H. höher genannt wurden. Die Standardwerte JG.-Farben und Ber. Stahl lagen unterschiedlich, erstere schwankte zwischen 206 und 207, letztere neigten eher zur Schwäche und gaben im Verlaufe etwa 1,5 v. H. her. Am Bankenmarkt überwogen leichte Befestigungen, auch Schifffahrtsaktien freundlicher. Von Kassawerten verloren u. a. Lindes Eismaschinen etwa 4 v. H. Renten lagen weiterhin still, die Hauptgeschäfte vollziehen sich an den noch nicht börsenmäßig gehandelten 3,5 v. H. Reichsschätze von 1942 I. Folge. 3m Wochendurchschnitt fest lagen Reichsaltbesitzanleihe, die bis 164,5 anzogen, später aber wieder abbröckelten. Steuergutscheine I wenig verändert und schwankend. Auch Jndustrieobligationen nur wenig verändert. Am Pfandbriefmarkt steht der großen Nachfrage weiterhin nur kleinstes Angebot gegenüber. gelegenheiten vorhanden, die jedoch alle verpaßt wurden. Als die Kombinierten nach dem Wechsel mit dem Wind spielten, konnten sie das Spiel offener gestalten. Bald war auch der Ausgleich durch einen wundervollen Schuß von Bauer geschafft. Durch eine Verletzung Wenigers bekam die Luftwaffe wieder ein Uebergewicht, und die Hintermannschaft der Kombinierten hatte alle Hände voll zu tun. Daß in dieser Drangperiode kein Tor fiel, ist dem Torwart Wiegel zu verdanken, der die besten Torgelegenheiten zunichte machte. Schon rechnete man mit einem Unentschieden, aber als Schlitz einen Ball Dörschel direkt vor die Füße köpfte, war der zweite Treffer fällig. Die Luftwaffe gewann verdient, Schiedsrichter Gerhard (Annerod) gefiel. Handball der HZ. Bann 88 Wehlar — Bann 116 Gießen 8:9 (4:4). . Einen schönen Erfolg konnte die Auswahl des Bannes 116 im ersten Spiel um die Gebietsmeister, schast erzielen. In äußerst hartnäckigem Kampfe konnte der vorjährige GelXietsmsister besiegt werden. Der Gegner hatte wohl einige gute Einzelspieler, scheiterte aber an der guten Mannschaftsleiistung der Gießener. Der Erfolg ist noch um so höher zu wer- ten, als das Spiel infolge Verletzung eines Spie- lers in der zweiten Hälfte nur mit 10 Mann be- stritten werden mußte. Mit dem Wind als Bundesgenossen war der Bann 88 zunächst im Vorteil. Die Führung wurde bald durch Strafwurf erzielt. Es dauerte geraume Zeit, ehe Gießen durch Rühl aus- gleichen konnte. Immer wieder gelang es Wetzlar, die Führung zu erkämpfen, jedoch glich Gießen durch Rühl, Müller und Menges prompt wieder aus. Zahlreiche Lattenwürfe und Vergeben eines 13-Meter-Balles brachten leider keine weiteren Er- folge. Nach dem Wechsel sah es zunächst nicht nach einem Siege aus. Wetzlar gelangen zwei weitere Treffer, ehe Gießen durch Rühl verkürzen konnte. Wiederum legte der Gegner zwei Tore vor. Nur mit 10 Mann spielend setzte Gießen zum Endspurt an. Durch Menges, Rühl und wiederum Menges erzwangen sie zunächst den Gleichstand. Beide Einheiten versuchten nun den Sieg zu erzwingen. Die Spielgeschehen wechselten immer wieder. Kurz vor Schluß gelang es Bentheim, den Sieg sicherzustellen. Bekanntmachung. Allgemeine Bedingungen für Wasser und Energie. Gemeinsam mit dem Reichskommissar für die Preisbildung hat der Generalinspektor für Wasser und Energie unter dem 27. Januar 1942 (Reichsund Preußischer Staatsanzeiger Nr. 39 vom 16.2. 1942, S. 2) angeordnet, daß am 1. April 1942 bei allen EVU. einheitliche Versorgungsbedingungen in Kraft treten. Der Wortlaut dieser neuen Bedingungen, die von unseren bisherigen Bedingungen nur in einigen Einzelheiten abweichen, kann auf Heute Montag Wiederaufführung Lichtspielhaus Täglich: 2.30, 4.45, 7.30 Uhr bis Mittwoch, den 1. April Jugendliche ab 14 Jahren haben ZutrittI Nachtragshaushaltssahung der Stadt Gießen für das Rechnungsjahr 1941. Auf Grund des § 88 Absatz 1 in Verbindung mit § 86 Absatz 2 der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 (Rgbl. I S. 49) wird nach Beratung mit den Ratsherren für das Rj. 1941 folgende Nachtragshaushaltssatzung bekanntgemacht: L § 1. Der Nachtragshaushaltsplan wird im ordentlichen Nachtragshaushaltsplan in den Ausgaben auf . . 11 279 942,17 RM. (gegenüber 11 123 942,17 RM. Ausgaben im ordentlichen Haushaltsplan) also um 156 000,— RM. höher und im außerordentlichen Nachtragshaushaltsplan nen Melodien größte Freude. Hauptfeldwebel E i s - kirch dankte'im Namen des Lazaretts. Reicher Beifall dankte den Künstlern. — In einem Lazarett las der Dichter Unteroffizier Schaub aus eigenen Werken, welche wie die ’ Neiseerzählung „Harmonika", „Eine lustige Knecht-Ruprechtfeier", „Das Wichtelmännchen" durch den „Sender Minsk" oder „Soldatenblätter" bekannt geworden sind. Die 23er» wundeten waren aufmerksame Zuhörer für die Gedichte und Erzählungen. — In drei Lazaretten hielt Oberstudiendirektor Philipps im Auftrage des Landesfremdenverkehrsverbandes . Rhein - Main Lichtbilderoorträge über unser schönes Oberhessen. Fesselten schon die schönen Farbbilder und Motive aus Oberhessen die Verwundeten, so wird auch die humorgewürzte Art des Vortrages allen Hörern in freudiger Erinnerung bleiben. — Die Frauenschaft der NSDAP, in Lang-Göns hatte durch ihre Leiterin Pgn. B e p p l e r eine große Zahl 23er» rvundeter aus hiesigen Lazaretten zu einem frohen Sonntagnachmittag zu Gast. Die Zeit verlief bei Kaffee und Kuchen zu schnell und dankbar werden sich die Verwundeten dieser schönen Stunden erinnern. Schont Wald und Flur! Leider kann man immer wieder beobachten, daß Fußgänger einfach über Felder und Wiesen hin- weggchen, ohne sich darum zu kümmern, ob diese bestellt sind oder nicht. Dadurch erwächst manchem Besitzer ein unangenehmer Schaden, weil die Saat niedergetrampelt wird. Heute, wo es darauf ankommt, auch das kleinste Stückchen Boden nicht ungenützt zu lassen, darf diese Unsitte nicht meiter- bin dazu führen, daß die für unser Volk so wichtige Ernte auch nur im geringsten geschädigt wird. Darum schont Wald und Flur! Neue Futtermittelscheine für Pferde. Die bisherigen Futtermittelscheine für Pferde laufen ab und verlieren am 30. Juni ihre Gültigkeit. Mit Wirkung ab 1. Juli werden neue Futtermittel- Schnepfe im' Gießener Stabtwald von Dentist Friedrich erlegt. Weidmannsheil! Amtsgericht Gießen. Die B. Sch. in Gießen hatte im Juni v. I. Stoffe und Bekleidungsstücke im Werte von über 100 RM. an sich genommen, von denen sie wußte, daß sie von ihrem Sohn und dessen Arbeitskameraden aus einem Lagerraum einer Gießener Firma entwendet worden waren. Dem Antrag des Anklagevertreters entsprechend wurde die Angeklagte an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von drei Wochen zu einer Geldstrafe von 75 RM. verurteilt. Die Tat war um so verwerflicher, als die Angeklagte dadurch das kriminelle Verhalten zweier Jugendlicher unterstützt und begünstigt hatte. Da ein Schaden nicht entstanden und die Angeklagte nicht vorbestraft ist, wurden mildernde Umstände zugebilligt. unseren Geschäftsstellen eingesehen werden. Die - ...... " ‘ 1073C in den Ausgaben auf . . 1283 460,— RM. (gegenüber 993 250,— RM. Ausgaben Handball. Luftwaffe Gießen — HolzheimGrüningen 14:3 (6:1). Dieses Spiel konnte die Luftwaffe klar für sich entscheiden. Die Kombinierten mußten einige Umbesetzungen vornehmen. Obwohl sie den ersten Treffer erzielen konnten, mußten sie das weitere Spielgeschehen den Soldaten überlassen. Letztere gaben auch nach dem Wechsel den Ton an. In regelmäßigen Abständen wurden die Tore erzielt. Obwohl man noch auf der Gegenseite zweimal erfolgreich war, konnte die hohe Niederlage nicht vermieden werden. Die größere Spielerfahrung der Luftwaffe machte sich doch bemerkbar. Hinzu kam noch, daß die Landvertretung durch die lange Spielpause Ermüdungserscheinungen zeigte. Fußball. Luftwaffe — ISoo/VfB.-R. komb. 2:1 (1:0). Auf dem Waldsportplatz lieferten sich diese Mannschaften einen Kampf, der nicht restlos überzeugen konnte. Während die Luftwaffe mit ihrer angekun- digten Mannschaft antrat, mußten die Kombinierten auf ihren guten Aufbauspieler Deeg verzichten, der zum Bann-Auswahlspiel abgestellt werden mußte. Der schwächste Mannschaftsteil der Kombimerten war der Sturm, der durch das Fehlen von Deeg sich nie zu einer geschlossenen Leistung aufraffen konnte. Die Hintermannschaft wurde ihrer Aufgabe noch vollauf gerecht. Nur drei Spieler ragten aus der Elf hervor. Der Torwart Wiegel, dem das Hauptoerdienst dafür gebührt, daß die 91160erläge nicht noch höher ausfiel, der linke Verteidiger Schlitz, und der rechte Läufer Weniger, welcher aber später verletzt nur noch als Statist mitwirken konnte. Von der Luftwaffe hatte man, den bisherigen Leistungen nach zu urteilen, mehr erwartet. Wenn sie ihrem Gegner auch noch einiges voraus hatte, so vermißte man doch das sonst gewohnte gute Zusammenspiel. Ausschlaggebend für den Sieg war die Läuferreihe, in der besonders wieder Rose und Müller hervor- ftachen. Das Spiel begann sehr zerfahren. Die Luftwaffe fand sich zuerst und hatte durch kluges Stürmerspiel von Dörschel einige Vorteile. Immerhin dauerte es 30 Minuten, bis Dörschel den Führungstreffer erzielte. Auch auf der Gegenseite waren klare Tor- Dienst am Ostersamstag. Bei den staatlichen Behörden, den Gemeinden, Gemeindeverbänden und sonstigen öffentlichen Körperschaften ist nach einer Anordung des Ministerrats für die Reichsverteidigung während des Krieges am Tage vor Ostern im gleichen Umfange Dienst zu leisten wie an anderen Samstagen. Die Reichsbank und die Kreditanstalt können den Dienst wie die anderen Banken regeln. Für unsere Verwundeten. Das Oberkommando der Wehrmacht veranstaltete in der verflossenen Woche durch die NS.-Gemeinschaft ,Krast durch Freude" eine Dortragsfolge unter dem Motto „Ihr wünscht — Wir spielen! Die Kapelle S ch i l l i n g e r spielte _ein schönes Konzert, das durch ihre Solisten Niko Kiefer (Trompete), Otto Müller (Harmonika), Karl Wiegand (Refraingesang) und Otto Schilling er (Violine) bereichert wurde. Die Sängerin Lies Weinsheimer brachte mit Operettenliedern und moder- Kanfe Deutsche SiWerWM MMe eingetragen. Angeb. mit näh. Angab.u.Bildan Peter Müller, Marbach b.Marburg Lahn Cüt erhalt Linoleum- oderStragula-Teppich (2X3 m) Iguterh. Kastenmatr. 1- bis 1!4schläsrig zu kauf, gesucht. Schriftl. Ängeb. unter 01413 an den Gieß. Anz. Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darum: Kleinanzeigen in die Heimatzeitung, den Oießener Anzeiger Cord-Erhard Wilfrid Wir freuen uns, die glückliche Geburt eines gesunden Stammhalters anzeigen zu können Annemarie und Harald Pagenstecber nebst Rosemarie u. Bärbel Gießen, den 28. März 1942. Hitlerwall 29 z. Z. Evang. Schwesternhaus JobannesstraBe 7 x 01416/ Milfederreißen Hexenschuß ( a"““ FfrTt NBLWaster das fißC»pHaftcr wärmt kräftig. Durch eine bedeutend gesteigerte Durchblutung Der erkrankten Stelle werden die den Schmer) verursachen» den Stoffe fortgrichroemmt. Schon bald tritt Linderung und Befreiung fln. Saubere Anwendung, keine Störung während der. Arbeit. Jn Apotheken )u RIH 1.31 erhältlich. Gießen im Osten Marburger Straße 35 29. März 1942 Heute Montag fällt die Vorstellung nm 19.30 Uhr aus JENNY 3ÜG Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, die uns beim Heimgang unseres lieben Entschlafenen Herrn Konrad Bien entgegengebracht wurden, sowie für die vielen Kranzspenden und die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Becker danken wir herzlichst. Besonderen Dank der Betriebsführung und Gefolgschaft der Fa. Hettlage für die erwiesene letzte Ehre. Die dauernden Hinterbliebenen: Katharine Bien, geb. Becker nebst allen Angehörigen. Gießen (Wälltorstr. 22), den 30. März 1942. _____________________________________01419 | Mietgesuche"] Meikmin sucht 3-4-Zi«r-Mn. für sofort oder später. Schrift!. Angeb. unter 01422 an den Gieß. Anz. Jn Lollar 3 Bis 4-3lmmet- iDOOnung von zwei älteren 1 Leuten gesucht. \ Angeb. u. 01417 । gn d. Gieß. Anz. ; [Stellenangebote MW tftgl. 2-3 Stund, oder einige Mal wöchentl.gesucht. Anzufrag. 10-12 oder 4-6 Uhr bei Steinhäuser Franks. 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