Der Don in breiter Front überschritten Doti wichtige Anlagen mehrerer anderer Städte der und 53 Flugzeuge zerstört. Midlands und Ostenglands an. Bei guter die Soro- 3m Raum Woronesch hatten iels nach ihren ausiergewöhnlich hohen Verlusten Tresferlage wurden zahlreiche Zerstörunzen und ausgedehnte Brände beobachtet. es Selbst' 3tn eroberten Rostow gutzleiter. i Bei militärisch wirkungslosen Tagesstörangriffen einzelner britischer Bomber gegen Siedlungen im nordwestdeutschen Gebiet wurden drei Flugzeuge abgeschossen. t70Ä» tigere. Luftschutz- : Kräfte m emanntei! en. Der Wehrmachtberichi. DRB. Aus dem Führerhauptquartier, 28. Iuli. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: 3m O st e n wurde der Brückenkopf über den Don bei R o st o w in fortschreitendem Angriff stark nach Süden erweitert. Ostwärts der Stadt haben 3n- fanterie und motorisierte Verbände in breiter Front den Don überschritten und nach Brechen feindlichen angegriffen. 3m mittleren Frontabfchnitt wurden einge- chlossene feindliche Kräfte vernichtet oder gefangen genommen. ließen an- en hiermit ser, Getreidesilos und Derladeanlagen zusammengestürzt. An der von Stukas zerstörten großen Don- Brücke stauen sich die ineinandergeschobenen Züge mit Panzern und Artillerie, die die Bolschewisten ebensowenig auf ihrer Flucht mitnehmen konnten wie die Wagen und Traktoren, die die zum Ufer abfallende Straße verstopfen. Zwischen den Trümmern im Hafen wimmelt es von Frauen und Kindern, die der Hunger treibt. Aus den verfallenen Kühlhäusern strömen die Menschen heraus mit ein paar stinkenden Salzheringen in der Hand. Gegen Abend stehen wir auf einer Höhe am Nordufer des Don. Weit schweift der Blick über das Don-Delta. Einige hundert Meter hinter uns sind deutsche Batterien in Stellung gegangen und belegen den RaiM südlich Bataisk mit Granaten, die man durch das Glas deutlich einschlagen sieht. Bataisk brennt. Leuchtraketen der Jnfanteriespitze fordern Vorver- legen des Feuers. Nur zwei Tage nach der Erstürmung von Rostow ist der wichtige Brückenkops Ba- taisk in deutscher Hand. Unter uns hinweg bewegt sich der Strom der Infanterie in den neuen Kampfraum jenseits des Don. Einer der begleitenden Offiziere erklärt uns, daß da unten eine Division kämpft, die seit dem Polenfeldzug 5500 Kilometer reinen Fußmarsch hinter sich gebracht hat. Wie Rostow befestigt war. Im Westen, Norden und Osten von Rostow hatten die Bolschewisten in monatelanger Arbeit ein weiträumiges Derteidigungssystem von 30 km Tiefe geschaffen. Drei hintereinanderliegende 6 bis 8 m breite Panzerabwehrgräben in einer Gesamtlänge von 220 km sollten das Vordringen der deutschen Panzertruppen aufhalten. Das ganze Gebiet war mit Tausenden von Minen verseucht. Hintes jedem der Panzergräben lag ein terrassenförmig ansteigendes nach modernsten Gesichtspunkten angelegtes Bunkersystem von etwa 400 schweren und 1900 leichten Bunkern, die durch Laufgräben untereinander verbunden waren. 3n der Stadt hatten die Durchgangsstraßen Meter- dicke Stein- und Betonbarrikaden, die von ausbetonierten Schützenstellungen flankiert waren. Haupt- und Nebenstraßen waren durch Minenfelder gesperrt. Trotz größter Hitze und zähesten Widerstandes des Feindes wurde dieser Verteidi- gungsgürtel in zwei Tagen von schlesischen, hessischen, württem bergischen, badischen Divisionen, einer ff> und einer slowakischen Division durchbrochen. Haus für Haus mußte oft zusammen, geschossen, von Flammenwerfern ausgeräuchert und im Nahkampf genommen werden. so tv , Schebälsk ,, . A SfepnajaJ ) imen: oder W erscheine!» an Menschen und Material am gestrigen Tage außer in einigen örtlichen Vorstößen nicht mehr regelrechte Blätterstürme und Propagandawellen über England und Amerika hinwegbrausen zu lassen. Was uns gegenwärtig aus den angelsächsischen Ländern berichtet wird, zeigt die Spuren eines organisierten Massenwahns — eine Feststellung, die uns insofern erfreulich erscheint, als aus solchen Zuständen selten Vernünftiges geboren wird, und es ein Merkmal des Krieges ist, daß die Unvernunft des einen in der Regel Nutzen für den anderen bedeutet. Es liegt uns ferne, diese Erinnerungen an die vielgestaltigen Phasen des Themas zweite Front" etwa durch Prophezeiungen für hie Zukunft zu ergänzen. Wir bedürfen dafür keinerlei Spekulationen, well wir über nützliche Erfahrungen und die Briten über nicht minder deutliche Lehren aus der Geschichte dieses Krieges verfügen. Mögen diese die Lehren vergessen, wir jedenfalls bekennen uns zu den gleichen Grundsätzen der unerschrockenen und unerschreckbaren Entschlossenheit, mit der das deutsche Soldatentum in diesem großen Kampf von An der Wolchowfronk fchellerle ein feindlicher Angriff gegen einen Brückenkopf in hartem Rahkampf. 3n Aegypten griff der Feind mit starken 3nfanlerie- und Panzerverbänden nachts die deutfch-italienischen Stellungen bei El Alamein an. 3m Gegenangriff wurden die Briten unter hohen Verlusten zurückgeworfen und hierbei 1000 Gefangene eiligebracht fowle 60 Panzerfahrzeuge vernichtet. Kampf- und Sturzkampfflugzeuge griffen in die Abwehrkämpfe mit Erfolg ein. 3n Luftkämpfen schossen deutsche 3äger neun britische Flugzeuge ohne eigene Verluste ab. Auf Malta setzten deutsche Kampfflugzeuge die Bekämpfung von Flugzeugstühpunkten fort. 3m Kampf gegen Großbritannien griff !die Luftwaffe am gestrigen Tage zahlreiche 3ndu- Der Führer zum Geburtstag des Duce. B e r l i n, 29.3ull. (DRV. Funkfpruch.) Der Führer hat dem Duce aus Anlaß feines 5 9. Geburtstages das nachfolgende Telegramm übermittelt: „Zu 3hrem heutigen Geburtslage spreche ich 3hnen, Duce, in kameradschaftlicher Verbundenheit meine und des deutschen Volkes aufrichtigste Glückwünsche aus; sie gelten vor allem 3hrem persönlichen Wohlergehen und dem Gedeihen des faschistischen 3taliens. In der unerschütterlichen lleberzeugung, daß unsere Völker gemeinsam mit den Verbündeten der Achse in diesem Kampf um Europas Freiheit und Zukunft den Endsieg erringen werden, grüße ich Sie an diesem Tage wie immer auf das herzlichste. 3hr Adolf Hiller." Eine bewundernswerte Leistung vollbrachten fünf italienische Flieger, die einen Flug Rom—Tokio- Rom in vier Tagen Hin- und vier Tagen Rückflug durchführten und hierbei rd. 26 000 Kilometer zurücklegten. — Unser Funkbild zeigt den Duce bei der Beglückwünschung des Oberstleutnants Mos- catelli, nach der Ankunft in Rom. — Atlantik-Funk- bild-Luce (Sch.). Tiefenausdehnung von gut 30 Kilometer. Hier verteidigt der Feind das Höhengelände nordwestlich Kalatsch. Südlich der Stadt und nördlich des Berg- geländes wurde der Widerstand des Feindes gebrochen und die Bolschewisten zurückgeworfen. In die- en Kämpfen wurden von den deutschen Truppen gegen zum Teil frisch in die Schl geht geworfene Kräfte des Feindes feit dem 23. 7. 2 5 0 bolschewistische Panzer abgeschossen. Kampfund Sturzkampfflugzeuge, die in rollenden Einsätzen die Kämpfe des Heeres unterstützten, vernichteten allein am Montag 44 Panzerkampfwagen. Aufklärungsflugzeuge wiesen den Kampfflugzeugen den Weg zu bolschewistischen Feldflugplätzen ostwärts Kalatsch. 53 bolschewistische Flugzeuge wurden durch Bomben am Boden zerstört. Nordwestlich Stalingrad richteten Bombentreffer starke Zerstörungen in beladenen Güterzügen an. Jäger brachten 38 bolschewistische Flugzeuge zum Absturz. Die Rolle der Luftwaffe als Wegbereiterin der Erdtruppen tritt also auch jetzt wieder zutage. Kampfflugzeuge haben ihre Angriffsflüge im mittleren Frontabschnitt b i s Saratow ausgedehnt, wo ein großes Kugellagerwerk schwer getroffen wurde. Saratow liegt an der mittleren Wolga und ist mit seinen fast 400 000 Einwohnern die Hauptstadt der Wolgarepublik, die von zahlreichen Volksdeutschen vor ihrer Ver- chleppung bewohnt war. Die Entfernung von Wo- Es sind in diesen Wochen drei Jahre vergan- I n, seit. die britisch-amerikanischen Bemühungen, < ,s der Danzig- und Korridor-Frage einen euro- 'ner n in deq Injängen flemanii ebene. Südlich des Don. Der Wehrmachtbericht vom 28. Juli sagt, daß die Kämpfe im großen Donbogen nordwestlich von Kalatsch noch andauern, während südlich dieses Ortes die deutschen und verbündeten Truppen den gesamten Unterlauf des Don erreicht bzw. überschritten haben. Kalatsch ist an sich eine kleine Kosakensiedlung und auch im Rahmen der wiederholten Fünf- jahrespläne Stalins eine Kleinstadt geblieben. Aber die Stadt ist wichtig, weil knapp unterhalb von Kalatsch, das bereits am Ostufer des Don liegt, der 1926 begonnene Kanal von der Wolga in den Don mündet. Der Don biegt hier aus feiner Süd- Ost-Richtung in die Süd-West-Richtung ab. Kalatsch liegt also am unteren Ende des innersten Don- Knies. Die als noch nicht beendet bezeichneten Kämpfe nordwestlich Kalatsch finden in dem teils welligen, teils fast steilen Bergland statt, das den Don zu seinem „Knie" zwingt. Die-Erhebungen int) bis zu 250 Meter hoch, das Bergland hat eine P2. Jahrgang Nr. »76 Ericveim täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Gießener ftamilienblätter Heimat imBild-DieScholle Bezugspreis: Monatlich.....RM.1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsvreckanschluß 2251 Drahtanschrift: „Anzeiger" Vastscheck1168kttrankf./M. Seit k 8 Mil e,n E 'M, •"Ute ,f9e< \iien l s ®le ein. Jer L fann bj -n lomii i Km» wamitt n hnmn 'kämpfe, tonne» Wurf. den tzi, 'm Gerber. 'nen aus !'ch nij Ziehe, m Achte, rnnge, i>ermad)t n. hielten SS mdertsmü ibungM desselbss cer Glied- M sowe Dernehnw chon bn-hel bediickA t aufs'E e durch " licht on* ilitboe* Mittwoch. 24. Zulfty^r Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer ' bis 8V, Uhr desVormitlagS Anzeig en-Preise für die Millimeter-Zeile von 22 Millimeter Breite: 79U)f. für i>amilienan- zeigen und private Gelegenbeitsanzeigen 14Nvf. f. Werbeanzeigen und geschäftliche Gelegenheitsanzeigen Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/o mehr Widerstandes den Wanytfch - und Sal-Ab- f ch n i l t erreicht. 3m großen Donbogen dauern die Kämpfe nordwestlich K a l a l f ch noch an. Südlich diefes Ortes haben die deutschen und verbündeten Truppen den gesamten Unterlauf des Don erreicht bzw. überschritten. Die Luftwaffe hat durch starke Angriffe an der NiedSrkämpfung des feindlichen Widerstandes südlich Rostow besonderen Anteil. Bei - . „ - - - - - - Tag und Rächt wurden auch gestern die Rachschub- strie- und Verkehrsziele m Sud- und.Mittel- Verbindungen, der Fährverkehr und FIMkühpunkie > n g I n n d m>> Einzel lugzeugen und in der ver- der Sowjets angegrifteu. Hierbei wurden zahlreiche gangen en Rächt m t starken Kräften das britische Züge und Eisenbahnanlagen, mehrere Frachtschiffe Industriezentrum Birmingham sowie kriegs- vor bent 39,3 Mb inen wat ssen, wo« ßen uni , das von egten bi| isammein er Ml n), hahii i Gießen) Booten, bettelet M PoW im ? ms lhyiioll llumschrin. Lange S.S, : Hans fiel den sein, weil sie vermuten, daß ein Ueber- raschungserfolg wohl nicht mtt einer Ex« Zedition zu erhoffen ist, die seit mehr als Zwölf Monaten das Gespräch der ganzen Welt bildet. Zu diesen und ähnlichen Momenten aus der Entwicklung des vergangenen Jahres tritt freilich noch ein Umstand, der für verstandbegabte. Betrachter ebenso ernüchternd wie für Stalin und seine Trabanten in aller Herren Länder aufregend wirkt. Die ersten Rufe nach der „zweiten Front" kamen nach den Sowjetzusammenbrüchen in der Gegend von Bialystok und Lemberg — heute ertönen sie aus dem Bereich des Kaukasus! Und es zeigt sich nun, daß Moskau, obwohl es nicht in der Lage war, sich im Verlaufe eines Jahres auch nur an einer Stelle, an der der deutsche Soldat ihm in großem Angriff gegenübertrat, mit Erfolg zu halten — es n, TY -\V,. k1 KonstanUnowsk Pokrowsk*\ MilosNtebinsN^ / Ml N ^'NowofaherkasK^ Taganr^kS05L°^ü..... f- hon fühlten sich die Kriegstreiber sicher, und mit a er zynischen Offenheit gingen ihre publizistischen ‘ abanten daran, der immerhin etwas mißtrauischen Mischen und sonstwie beteiligten Weltöffentlichkeit Aussichten und Chancen des beschlossenen Waf- fngangcs in verlockenden Farben darzustellen. Das j mptargument ihrer -Propagandaweisheit war da- biider „Zweifrontenkrie g", der — wie sie prophezeiten — Deutschland nunmehr ebenso bevor- iiinde wie einst im- Jahre 1914. Von der einen &itc würden die Poilus, von der anderen die nicht 11 nder schneidigen Polen das Reich in wenigen -ochen zusammenschlagen — kurz: den Gegner sowohl von vorn wie auch im Rücken zu haben, das < nge über Deutschlands Kraft, das fei sein sicheres I ibe. Es dauerte nach Ausbruch der Feindseligkeiten «nau 18 Tage, bis dieses so schöne Thema „zweite grollt" zum erstenmal in diesem Kriege auf britisch- «aenkanisches Verlustkonto gebucht werden mußte! Ls dann das Frühjahr 1940 herannahte, als damals alle Briten eine „erlösende Tat" forderten und je Londoner Kriegsurheber ein dringendes Bedürfnis empfanden, nach dem Erlebnis des Polenfeld- zlges und nach einem Winter des Wartens endlich Initiative zu übernehmen, da fiel zum wiederholten Male däs Wort von der „zweiten" Front. ($ic „erste" Front war damals noch — vor knapp zweieinhalb Jahren — die Maginotlinie von Basel bis Aachen!). Anfang April 1940 schlug die herbei- Asehnte große Stunde, und es wurde nach der tzlnischen nun die norwegische „zweite Front" «richtet. Sie ist in der Geschichte dieses Krieges als ejenfo kurzes wie für die Briten dramatisches Dor- soiel dßs französischen Zusammenbruchs eingegan- An, ähnlich der dann ein Jahr später gestarteten neuerlichen britischen „Initiative" in Jugoslawien und Griechenland, die — ebenfalls als Errichtung einer „Front" geplant und mit größten Hoffnungen begonnen — erneut zum jämmerlichen Schauspiel wurde und in nichts den Ablauf der geschichtlichen Ereignisse im Osten zu ver- »andern vermochte. IiMit dem 22. Juni 1941 nun hat sich das Thema zweite Front" in seinem Wesen insofern geändert, is seitdem nicht mehr britische Kriegstreiber, Aben- Nurer und Leitartikler dieses Wort in die Debatte warfen — ihr Feuereifer war durch dreimalige blutige Erfahrung abgekühlt —, sondern der zuerst so laut gepriesene „mächtige Freund." Stalin, der „furchtbare Koloß" Sowjetunion in immer, gröberen Ionen die Forderung nach einem neuen kriegerischen Experiment Englands auf dem Kontinent erhob. ' Seit die Sowjets in den Juliwochen des vergan- gtnen Jahres durch die ersten kühnen Schläge der bkutschen Wehrmacht nach Osten getrieben wurden, hot Moskau mit wachsender Schärfe auf ein militärisches Unternehmen Englands zur Enttastung des Ölens gedrängt. Daß für die Sowjetaaitatoren die Frage, ob ein solches Experiment größeren Erfolg «rspreche und welche Opfer es erfordere, völlig ne- brnsächlich erschien, ist verständlich. Den Stalin, Molotow und Konsorten war und ist es natürlich gleichgültig, ob die Engländer ein neues Namsos, Dünkirchen, Piräus oder Kreta erleben^ wenn nur sie jelbft dadurch eine Atempause in dringendster Not Berlin, 28. Juli. (DNB. Funkspruch.) Vertreter der Auslandspresse und einige deutsche Schriftleiter, die sich nach der Erstürmung von Rostow mit dem Flugzeug dorthin begeben hatten, sind wieder nach Berlin zurückgekehrt. Ein Mitglied der Ausbandsredaktion des DNB. berichtet: lieber Lemberg, Schitomir und Charkow erreichten wir das Asowsche Meer. Es ist strahlender Sonnenschein, als die beifoen Ju52 auf dem Flugplatz aufsetzen. Im Autobus geht es nach Taganrog weiter. Feiertäglich gekleidete Menschen erwecken den Eindruck einer Stadt im tiefsten Frieden. Auf dem Gehsteig sieht man Männer in weißer russischer Jacke und buntgeftirfter Kappe auf dem Kopf, die Frauen mit lässig über der Schulter getragenem knallbunten Sonnenschirm; denn es ist heiß, 35 Grad mindestens. Dor den Kinos drängt sich die Jugend. Im Autobus geht es n a ch R o st o w. Eine undurchdringliche Wolke schwefelgelben Staubes steht vor dem Wagen. Nur an Wegbiegungen wird der Blick für Sekunden frei, und dann taucht neben uns aus dem Dunst des Staubes die Infanterie auf, die nach vorn strebt, staubbedeckt, Mann hinter Mann. Und über die endlosen Infanteriekolonnen hinweg lassen die Staubwolken dann und wann einmal einen kurzen Blick frei auf Sonnenblumenfelder und die endlose Steppe, die sich bis hinunter zu den Mo- gili, den 1500 Jahre alten Skythengräbern dehnt, deren Hügel der eintönigen Landschaft das einzige Merkmal aufprägen. _ Der Wagen poltert über eme Behelfsbrücke. Der Mius ist überschritten, der 15 km ostwärts von Taganrog die deutsche Winterstellung bezeichnete, aus der heraus die deutschen Divisionen bei 35 Grad Hitze zum Angriff gegen Rostow antraten. Von Rostow sind nur'n och Ruinen übrig. Die hiesigen Maschinenfabriken in den Vorstädten sind ebenso zerstört wie die Bahnanlagen und bie Innenstadt mit ihren mächtigen Gebäuden. Die Bolschewisten behaupten, sie hätten Rostow evakuiert. Nichts davon! Gewiß, ihM Parteifunkttonare haben sich frühzeitig in Sicherheit gebracht. Die Zivilbevölkerung jedoch wurde dem Krieg schutzlos preis- gegeben in einer Stadt, die eine einzige große Festung war. Die Befestigungsanlagen ziehen sich bis in den Stadtkern, mitten durch bie Wohngegenden hindurch. Schwere Bunker und Kampfstände flankieren jede Straßenkreuzung. . ,. Dann kommen wir zu den Don-Kais hinunter Alles zerstört, so restlos, daß einer der uns begleitenden Ofsiziere, der in Dünkirchen mit bröei war meinte, das fei hier noch viel gewaltiger. Wie Kartenhäuser sind die Lagerschuppen und Kühlhäu- Giehener Anzeiger Brflblf schließen, sobald diese sich der Regierung bemächtigt hätten. Wyschinski erklärt, die Sowjetunion sei bereit, Belgrad zu unterstützen, Simowitsch solle nur voranschreiten. Auch Cripps, in den Kreml gerufen, versichert, Belgrad genieße die volle Unterstützung Londons. Ja, die englische und amerikanische Diplomatie hätten sogar erreicht, daß die Türkei an der Seite Jugoslawiens in den Krieg trete. Jetzt wird der Pakt mit der illegalen serbischen Regierung unterzeichnet. Schnell freilich mußten die serbischen Putschisten nun erkennen, daß sie betrogen worden waren. Gavrilovitsch muß feststellen, daß die Türkei niemals eine Unterstützung Jugoslawiens versprochen hat'und neutral bleibt. Der Sowjetunion aber lassen die deutschen Siege keine Zeit, die versprochene Unterstützung ins Werk zu setzen. Man sieht, alle wesentlichen Elemente dessen, was Stafford Cripps zu feiner eigenen Empfehlung veröffentlichen läßt, sind schon bekannt. Das Buch übertreibt nur die Rolle von Cripps, da die sowjetische Regierung — auch ohne ihn — völlig in den Spuren der zaristischen Regierung in ihren Beziehungen zur „schwarzen Hand", der serbischen Verschwörerclique, stand. Das Verdienst des zur Lobpreisung von Cripps geschriebenen Buches ist nicht die Enthüllung, sondern die Bestätigung der deutschen Note vom 22. Juni 1941. 24 Frauen als Gastgeschenk. Geschichten um Prof. Ernst Vollbehr, den „Kriegsmaler des Führers". Als Kieler Junge verkehrte Ernst V o l l b ö h r viel mit Matrosen. Alles, was sie ihm erzählten, glaubte er. Aber daß es Menschen gibt, die rot oder schwarz sind, daß es Papageien gibt, die rot oder grün sind und sogar seltsame Bäume, die sie Palmen nennen, unö Fische, die fliegen können — das glaubte er nicht. Er hatte sich vorgenommen, alle Weltteile zu bereisen, um sich zu überzeugen, ob alles wahr fei. Das hat er auch reichlich getan und, als Ergebnis seiner Aufenthalte in den fünf Erdteilen und den dazugehörigen kleinen und größeren Inseln, uns alle Weltteile in über 1200 farbenprächtigen Bildern nähergebracht. In der Schule war er, wie er selbst in seinem Buche „Bunte, leuchtende Wett" erzählt, „ein fürchterlich dummes Luder" und bekam im Aufsatz und sogar im Zeichnen eine dicke Vier. Das kam so: er hatte eine Briefmarkensammlung und zu ihrer Bereicherung zeichnete er für 20 ausländische Briefmarken seinen Mitschülern die Probearbeiten. Diese bekamen gute Noten und, da er für seine Arbeit feine Zeit mehr übrig hatte, schlechte. Sein Examen zum Einjährigen nannte er eine „Zangengeburt", trotzdem ist er ein sehr bekannter Maler und überdies ein vielgelesener Schriftsteller geworden. Einmal mußte er in seiner Jugend als Anstreicherlehrling in einer Kirche in Mecklenburg uralte wertvolle Fresken, unter anderem einen Totentanz, restaurieren. Jeden Nachmittag brachte die Pastorenköchin Irina den Malern Kaffee, mit dessen Zichorienzusatz die Köchin einmal gehänselt wurde. ?lm nächsten Tage blieb der Kaffee aus. Dies verkündete Irina mit den Worten: „Ihr habt den Kaffee schlecht gemacht, jetzt kriegt ihr auch keinen mehr." Vollbehr fragte: „Ich auch nicht?" — „Nee, du auch nicht." „Ich male euch so schöne Bilder und da bekomme ich keinen Kaffee?" „Nee." — „Dann mal' deinen Schiet alleene!" Damit warf er vom Gerüst einen gerade in rote Farbe getauchten Pinsel NSG. Gaulotter und Reichsstatthalter Sprenger sprach am Dienstagnachmittag auf einer KundgebungderOffenbacherBerriebe auf dem Platz der SA. in Offenbach a. M. zu mehr als 20 000 Arbeitern und Arbeiterinnen über die sozialistische Zielsetzung des deutschen Frecheitskamp- fes. Ausgehend von dem in-Neid und Haß begründeten Lernichtungswillen des Weltjudentums verwies der Gauleiter mit einem geschichtlichen Rückblick auf die Ursachen des Weltkrieges, auf die im Dienst der jüdischen Absichten stehende Einkreisungspolitik Eduards VH. und zog zu ihr die Parallele mit dem Hinweis auf die kriegsverbrecherische lätigfeit des jüdisch-freimaurerischen Werkzeuges Roosevelt. Eindeutig und klar kennzeichnete dann seine Rede die westlichen Demokratien als Schrittmacher des Bolschewismus. Wenn die Demokratie als Nivellierung nach unten und geiftige Vermassung bereits der Mehrheit ohne Rücksicht auf ihren menschlichen Wert die Verfügung über das Volk in die Hände gäbe» so setze der Bolschewismus lediglichProletariat gleich Mehrheit, und übe in seinem Namen seelenlose Diktatur aus. Beide stammen aus dem Judentum' und dienen seinen Plänen, lieber die Demokratie versuche dieses die Ordnung aufzulösen, um über die Demokratisierung zum Bolschewismus zu kommen. Anhand geschichtlicher Beispiele enthüllte der Gauleiter diese laktik des Wettjudentums und verwies dann auf den heute Millionen deutscher Soldaten offenliegenden Beweis des jeden Sozialismus hohnsprechenden Dersklaoungs- und Ausbeutungssystems der Sowjets. Demgegenüber erläuterte der Gauleiter die vom Nationalsozialismus erkämpften sozia- listischen Grundlagen des deutschen Führungsstaates. Mit der Aufrichtung des Grundsatzes der belohnten Leistung, mit der Gesundweg. Der traf mitten auf das weiße Gewand eines mit dem lobe tanzenden Bischofs. Vollbehr wollte diesen Fleck schnell mit einem Messer entfernen. Der wurde aber dadurch viereckig, und die Spritzer sahen aus wie Nähte. Später hat ein Kunsthistoriker, als er auch dieses Bild in feinem Vortrag projizierte, begeistert ausgerufen: „Der gotische Maler hat mit diesen primitiven Mitteln, mit diesem roten Fleck sagen wollen, daß auch der Bischof ein sündiger -Mensch und dem lode verfallen ist." Als Vollbehr, siebzehnjährig, fein erstes weibliches Modell erwartete, wollte er sehr kühl tun. Er sah nicht einmal auf, als es eintraf, und sagte nur: „Ziehen Sie sich hinter dem Wandschirm aus." — ..Was, so jung und schon so verdorben? Das sage ich dem Meister Wilbrandt!", schrie es ihm entgegen. Es war die alte Reinmachefrau, die einen stehengebliebenen Besen abholen wollte, und nicht das be=- stellte junge Mädchen ... Ein anderes Modell hatte ihn später in Berlin einmal einige läge versetzt. Als Entschuldigung gab es an: „Ich war bei einem ganz kleinen Maler, der aber sehr groß fein soll (Adolf Menzel). Ich war so anständig und habe mich ganz ausgezogen, und er so unanständig und hat nur Halbakt bezahlt." 'auf feiner ersten Weltreise, die eigentlich nur bis Madeira gehen sollte, traf er an Bord seines Dampfers mit Herren einer Expedition zusammen, die den Amazonenstrom hinauf zum Rio Negro und zum Orinoko wollten. Auf die Bitte der Herren, diese Fahrten mitzumachen, antwortete der junge Maler begeistert mit einem lauten „Ja". Er ver- faufte rasch an die reichen Madeirafahrer feine an Bord entstandenen Bilder und fuhr mit. Zuerst malte er, auf der Höhe des Aequators, auf dem Amazonas, mit Delfarben. Infolge der großen Hitze lief die Delfarbe aber mit all den daranklebenden Infekten herunter. Dann nahm er Aquarell, das mit Honia angerieben wird. Nachts kamen die Ameisen und fraßen vor allem die grünen Stellen weg. Die Darstellung der Urwälder ist aber ohne Grün nicht gut möglich. Dann benutzte er lemperafarben, die als Bindemittel Seife und Eiweiß hat. Der Schimmelpilz tarn über Nacht und überzog die Bilder mit erhaltung des deutschen Menschen und feiner kulturellen Betreuung habe das Reich Adolf Hitlers, trotz feiner durch die Ausplünderung der Westmächte bedingten beschränkten Möglichkeiten, bewiesen, was es im Gegensatz zur Auffassung des Judentums unter Sozialismus verstehe. Heute gehe es darum, die ersten Erfolge auf diesem Wege zu verteidigen und damit ihre Weiterentwicklung zum Wohle des Volkes für alle Zukunft sicherzustellen. Der Soldat, so führte der Gauleiter an die als Ehrengäste an der Kundgebung teilnehmenden Verwundeten gewandt aus, aber ebenso der Arbeiter in der Heimat kämpfe somit für ein Leben unseres Volkes, dar nicht in der Sklaverei des Weltjudentums vegetieren, sondern sich nach den Gesetzen unseres Sozialismus entwickeln will. Die Frage nach der Beendigung des Krieges sei daher mit der Feststellung beantwortet, daß die Waffen erst aus der Hand gelegt werden, wenn das Judentum und seine Söldlinge besiegt am Boden liegen. Im einzelnen behandelte der Gauleiter danach die von jedem Volksgenossen in der gegenwärtigen Situation geforderte ordentliche Haltung und saubere Gesinnung. Seine Rede schloß mit einer eingehenden Darstellung der Begründung unserer Siegeszuversicht, die durch nichts zu erschüttern sei. Der Beifall, der die Kundgebung begleitete, bewies. daß die Worte des Gauleiters bereites. Verständnis und lebendigen Widerhall gefunden hatten. Die lausende Arbeiter und Arbeiterinnen der Stadt Offenbach a. M., deren unermüdlicher Einsatz und Leistungssteigerung vom Gauleiter mit besonders anerkennenden Worten gewürdigt worden war, gaben damit zum Ausdruck, daß sie der kämpfenden Front auch unter jeöer Schwierigkeit beste Kameraden fein werden. Lripps zwischen Kreml und Schwarzer Hand Von unserer Berliner Schriftleitung. Schuß zu hören oder auch nur noch ein einziges sowjetrussisches Flugzeug feststellen zu können. Wir haben uns> überzeugt, daß unter den Gefangenen von Bataisk sowjetische Soldaten von nicht weniger» als neun verschiedenen Divisionen zu finden sind. Wir haben endlich mit eigenen Augen gesehen, daß die Achsentruppen, die an uns vorbei zur Front marschierten, absolut den Eindruck machten, als ob der Krieg erst gestern begonnen hätte: Ein neues Wunder der Disziplin und Ordnung bei den Achsenftreitkräften." ronesch nach Saratow beträgt noch 500 km, vom Westen nach Osten. Der Kampsbereich der Luftwaffe von dieser West-Ost-Linie nach Süden kann ebenfalls auf mindestens 500 km geschätzt werden. Im letzten Wehrmachtbericht lesen wir:,, Die Luftwaffe hat durch starke Angriffe an der Niederkämpfung des feindlichen Widerstandes südlich Rostow besonderen Anteil." Jeden Tag werden stattliche Abschußziffem bekanntgegeben, die der sowjetischen Luftwaffe arg zusetzen. Oft sind die eigenen Verluste — so schmerzlich sie immer sind — im Vergleich zu den Abschußerfolgen gering. Neben der Sicherung der Luftherrschaft spielen Zielangriffe auf Bahnen und Straßen, Brücken und Fähren, auf feindliche Flugplätze und neuerdings auf die so wichtige Binnen- wasserstrahe der Wolga eine große Rolle. Selbstverständlich: die Erdtruppen, besonders- die Infanterie, sichern endgültig den geroopnenen Raum. Darum begrüßen wir besonders ditz Mitteilung: Südlich des Unterlaufes des Don wurde / der Brückenkopf bei Rostow erheblich erweitert. Eine deutsche Kampfgruppe stieß aus dem Raum von Bataisk nach Osten vor und nahm nach harten Häuserkämpfen die zäh verteidigte Ortschaft O l - ginskaja. Gleichzeitig drangen Infanterie- und Panzerverbände ostwärts Rostow in breiter Froyt über den Don nach Süden vor und erreichten nach Ueberschreiten des Salflusses den M a n y t s ch , den letzten großen linksseitigen Nebenfluß des Dort. Die Luftwaffe unterstützte auch hier mit starken Kräften den Angriff der deutschen Truppen. Zahlreiche feindliche Stellungen und befestigte Ortschaften wurden pausenlos mit Bomben belegt. Mehrere Munitionslager und ein Kraftstofflager flogen in die Luft. Weitere lohnende Ziele boten Eisenbahnsttecken und Bahnhöfe. Die Luftangriffe führten nach Süden bis zum Bahn- knotenpunkt Tichorezk im Kubangebiet, wo ausgedehnte Brände entstanden. Das nunmehr von unseren Truppen beherrschte Kampfgelände am Unterlauf des-. Don ist charakteristisch als Uebergangsland zwischen der Ukraine und dem Gebiet der unteren Wolga. Im oübroeften grenzt es an das Afowsche Meer, im Novdwesten schieben sich die Donez-Höhen zwischen D/nez und unteren Don. Hier ist der Standort der berühmten ausgedehnten Kohlenlager. Das wichtigste Gebiet ist der östliche Teil des Donezbeckens mit feinem hochwertigen Anthrazit. Andere bedeutende Kohlenzechen finden sich in Nichaja, Kraßbi-Suchin, Belo-Kilipwenskaja, Kraßno-Donezkaja, Kamens, Schachtingski und Schachty. Im Nordosten reichen die Ausläufer der zentralrussischen Erhebung in das Don-Becken. Sie bilden südlich der schon genannten Stadt Saratow längs des Wolga-Flusses bis hinunter nach Stalingrad, dem früheren Zarizyn, das Wolgaifche Bergufer, das sich vom jenseitigen linken Wiesenufer stark abhebt. Eine ähnliche Erscheinung, wenn auch nicht so stark ausgeprägt, zeigt der Don in seinem großen nach Westen offenen Bogen. Südlich des Don, im Gebiet feiner beiden Nebenflüsse S a l und Manytsch reicht das Kampfgelände, das unsere Truppen nach dem Ueberschreiten des Don betreten haben, bereits in die Kalmücken- Steppe, die durch die vom Wolga-Knie in direkt südlicher Richtung sich hinziehenden Jergeni-Hügel sich von der eigentlichen Kaspischen Niederung absetzen. Auf den Jergeni-Hügeln entspringt der Sal, der in seinem vielgewundenen Mittel- und Unterlauf fast parallel 3um Don fließt, 'während der Manytsch aus südöstlicher Richtung von der Wasser, scheide zwischen Afowschem und Kaspischem Meer kommt. Auch der Abfluß zum Kaspischen Meer heißt Manytsch. Während das Dongebiet durchweg sehr fruchtbar ist, weil die Schwarzerde vorherrscht, geht das Gelände südlich des Don in kastanienbraune Böden über, an die sich die Salzsteppen anschließen. Diese sind fast waldlos und weisen vor allem in der Manytsch-Niederung Salzseen auf. Die Temperaturen sind hier sehr gemäßigt. Das Januar-Mittel beträgt —6,40, das Juli-Mittel + 24,3 Grad. Jedoch treten im Winter Schneestürme auf, im Sommer bringen die berüchtigten Trockenstürme am Manytsch und Sal eine für die Landwirtschaft verheerende Dürre. Die großen Steppen, die sich vom Don über die untere Wolga und das Kaspische Meer und nach Süden bis an den Fuß des Kaukasus erstrecken, sind die Heimat der Hirten- und Reitervölker der Kalmücken, Kirgisen, Nogaier und Tataren. Ein spanischer Korrespondent berichtet. Madrid, 29. Juli. (Europapreß.) Der Berliner Vertreter der Madrider Zeitung „Jnformaciones", der auf Einladung des Oberkommandos der Wehrmacht an einer Reise zum Süd ab schnitt der Ostfront teilnimmt, schreibt: „Wir haben die Nacht in R 0 - st 0 w verbracht, ohne auch nur noch einen einzigen wurden hierbei gesprengt und ausgebrochen. Zu bett Tausenden bereits fertiggestellten Festungswerken tarnen jetzt noch Hunderte hinzu, die technisch auf Grund der Erfahrungen dieses ^Krieges auf das vollkommenste aus ge stattet wurden. Wie es in den LIGA. aussieht. Heimkehrer berichten. Göteborg, 28. Juli. (Europapreß.) Jft Göteborg sind mit dem schwedischen Dampfer „Drottning» Holm" 640 deutsche Staatsangehörige aus Neuyork angekommen. Sie stammen zumeist aus den mittel, amerikanischen Staaten. Zunehmende Ernüchterung und wachsende Krttik kennzeichnen nach Berichten der Heimkehrer heute die Stimmung in den Der- einigten Staaten, ohne daß jedoch für absehbare Zeit mit einem Umschwung gerechnet werden kann. Trotz der wachsenden Arbeitslosigkeit und der durch die Kriegswirtschaft sich häufenden Entbehrungen beherrscht Roosevelt in beträchtlichem Maße immer noch die Massen durch feinen ungeheuren, mit allen Mitteln arbeitenden Agitattonsapparat, nicht zuletzt auch durch die Bundespolizei, die mit ausgesprochenen Terrormethoden arbeitet und Roosevelts Propagandisten von Zeit zu Zeit mit Sensationen beliefert und damit immer wieder dazu beiträgt, die Kriegshysterie anzufachen. Der jüdische Einfluß in der Bundespolizei wird immer stärker. Die Verhöre, denen die Heimkehrer unterworfen wurden, wurden zuerst von Juden vorgenommen. Auch in der Agitation Roosevelts spielt das Judentum eine ständig wachsende Rolle. Andererseits mehren sich auch auf diesem Gebiet die Symptome opposittoneller Strö- mungen. Der bekannte Rundfunkkommentator Whyte Williams, dem vier Wochen lang alle Kom. mentare verboten waren, wurde Mitte Juli wieder zu einer Rundfunkstation zugelassen. Er unterstreicht dort Abend für Abend die Erfolge der Achsenmächte, die den erträumten Sieg des angelsächsischen Blocks immer weiter hinausschieben. Von ihren Erfahrungen erwähnen die Rückwanderer vor allem die wahllosen Verhaftungen, die systematische Hetze und dieIn flati 0 nsgefahr, deren durch Roosevelts Politik bedingtes ungeheures Ausmaß immer weiteren Volkskreisen zum Bewußt- fern kommt. Bei Abgang der „Drottningholm" aus Neuyork war das Hafengebiet der Stadt sowie der Hafen selbst vollständig verödet. Aus aller Wett. j Baler und Sohn wegen Schwarzschlachlungen hingerichlek. Der Fleischhauer und Gastwirt Anton Lanner sen. aus St. Lorenz bei Mondsee hatte von Kriegsbeginn bis Frühjahr 1941 63 Rinder, 61 Kälber und 33 Schweine schwarzgeschlachtet. Sein Sohn Anton hatte den Verkauf des schwarzgeschlachteten Fleisches durchgeführt. Die beiden Kriegsverbrecher wurden vom Sondergericht Linz 3um Tode verurteilt. Gast* wirt Kain aus ^8ad Ischl und Gasthauspächterin Theresia Kirchberg aus Pettighofen, die größere Mengen Fleisch ohne Abgabe von Fleischmarken be- Zogen hatten, erhielten 3V= bzw. 2Vs Jahre Zuchthaus. Die Todesurteile sind bereits vollstreckt. Zuchthaus für Diebstahl von Lebensmittelmarken. Die ehrenamtliche Helferin im Haupternährungsamt Hamburg, Pauline Schroeder, hatte dort 3äd)ertifd). — Toni Altenberger: Mi-ur, der Tiger, Roman. Verlag Breidenftein, Verlagsgef., Frankfurt a. M.. Preis in Halbleinen geb. 5,50 RM. Altenberger, der sich schon in seinen früheren, eben- sj falls hier besprdchenen Büchern „Der lachende Pudel" und „Der endlose Wald" als ebenso scharfer Naturbeobachter wie fesselnder Erzähler erwiesen hat, greift hier eine wahre Geschichte aus der großen internationalen Zirkuswelt heraus und gestaltete sie zu einem spannunggeladenen Roman. Das Erlebnis der Dschungel-Wildnis für einen in der Gefangenschaft groß gewordenen Tiger und die Schilderung der indischen Urwald-Landschaft sind das berückende Vorspiel für den Lebensbericht eines jungen Wiener Aristokraten, der aus tiefer Liebe Zum Tier sich dem Zirkus verschreibt und auf einer Tierfangexpedition in Indien in den Bann einer schönen Dompteuse gerät. Wie er bei Ausbruch des Weltkriegs mit seinem Lieblingstiger in Gefangenschaft kommt, dann eine neues Leben aufbaut, selbst ein Stern erster Größe am internationalen Zirkus- hmimel wird und schließlich die Treue feines Tigers ihn und seine Braut vor dem furchtbaren Racheakt einer enttäuschten Frau rettet, das ist mit feiner Charakteristik von Mensch und Tier ungeheuer fesselnd erzählt. Fr. W. Lange. — HelnzPape:WirsuchendenFeind. Kampf der Aufklärer im Westen. Mit 34 Photos. Preis geb. 4,40 RM. C. Bertelsmann Verlag Gütersloh. Das Ergebnis der Feindflüge des Aufklärers ist entscheidend für die operativen Entschlüsse der Heerführung. Des Aufklärers Waffe ist die Handkamera. Er sucht den Feind, gehetzt von Jägern und Flak. Was der Gegner verbergen möchte: den Anmarsch seiner Panzer, feine getarnter» Batterien, seine gesprengten Brücken ..., zwei einsame Männer hoch im Aecher oder in sausendem Iiefflug bannen alles auf die Bildplatte. Sie machen den Stäben Meldung vom Standort der eigenen Truppe, lenken das Artilleriefeuer auf des Gegners Stellung. Kampftruppe'und Heeresflieger sind eins. Im Vorfeld der Mcrginottinie, in der großen Durchbruchsschlacht zum Kanal und über Flanderns Ebenen haben sie sich bewährt. jungen am Gauaussiellung für bildende Künste 1942. w Sanne ■ •on Krirg» er wurde Musik von Frontsoldaten im Rundfunk. Ein neuer Paula-Wessely-Film. )elsell> 9tüdn)Qi: Jngen, gefahi, wgeheur« 150 50 'teilt. M uspächtew ie großen 1 märten 1 ihre Zutz ii [ftrecft. ittelmarfei $ rnährMZ-1 hatte den» gegen hW I et und MH •en eigen» I tel an 1 wurde ir-1 'urteilt. I >rzl. Gustav Hcicky begann im Schönbrunner Atelier der Wien-Film mit den Aufnahmen Les neuen «^n°Fü..zs „Späte Li^be". Die Hauptrolle spielt. Paula Wessely, ihr Partner ist Attila Hör- lsenmäG )en Lloj- Kühle Aprilsonne lag auf dem grauen Gehsteig. Geschäftig trieben die Menschen vorüber. Eine weiß-, blaue Straßenbahn kreischte in die Kurve, Kraftwagen hupten ungeduldig, und alles Geschehen übertönte der Lärm der großen Stadt. Anna schlug den Mantelkragen z hoch und machte tapfere kleine Schritte. München war ihr verleidet. Und mit welchen Hoffnungen war sie hier eingezogen! Wie sie so hinschritt, mit sparsamen Mitteln flott angezogen, zierlich und ein wenig überarbeitet, sah sie kaum anders aus als die vielen fungen Mädchen, die ihr Dasein zwischen Arbeitsstätte, Gasthausmahlzeit und möbliertes Zimmer verbringen. Und dennoch hatte sie soeben die erste große Enttäuschung ihres Lebens hinter sich und war immer noch wie chloroformiert von dem, was ihr zugestoßen war. Es sah schlimm in ihr aus. Kaspar Fender, dieser gewissenlose Leichtfuß, hatte erst ihre so lange streng gehüteten Grundsätze überrannt, und nbn alle ihre Hoffnungen zerschlagen. Der Vater, der pensioniert, kränklich und ein wenig verbittert in Tittmoning saß, durfte das alles nicht wissen. Denn er war sittenstreng und von großer Rechtlichkeit. Auch Detter Franz durfte es nicht wissen, sonst bekäme sein Glauben an die Frauen einen argen Stoß. Anna näherte sich der Innenstadt. Wenn sie eine Freundin hätte! Nein, auch einer Freundin konnte man das nicht gut anvertrauen. Nicht einmal einer Mutter. Das mußte jebe' schon mit sich selbst abmachen. Früher, in einer empfindsameren Zeit, waren Frauen wegen so etwas ins Wasser gegangen. Heute tat das keine mehr. Die Welt war anders geworden. Viele kamen ohne.Beschwerden darüber hinweg. Aber die Hudals waren altmodisch in dieser Beziehung und schwerblütig. Auch sie war eine Hudal. Sie seufzte. Sie war nahezu fremd in dieser Stadt und hatte wenig Bekannte. Vor zwei Monaten war sie als Hilfslehrerin hierher versetzt worden, nachdem sie ihr Examen mit Auszeichnung bestanden hatte. München erschien ihr damals wie ein schöner Traum und als der Inbegriff aller Herrlichkeit. Sie blieb vor einem Möbelgeschäft in der Brien- nerstraße stehen und richtete vor der Scheibe Haar und Hut, weil sich das so gehörte und mit dem Schmerz in der Brust nichts zu tun hatte. — Bin her. a wirkende' vomier mang eine.' .usgebreittt M? t aus Ferck i aus eine des * hen Falle- W L -eines amtlichen Lichtbildausweises fein muß. Dolkstag des deutschen Sports in Gießen. Der NSRL. Kreis 23 Wetterau-Nord führt ich denn wirklich so prüde? — fragte sie sich gedankenvoll, während sie ein wenig Rot'auf die blassen Lippen legte. Wenn man nicht überall mitmacht, wenn man auf sich hält und wenn den Männern das unbequem ist, dann schelten sie einen prüde. Nein, leicht hatte sie ihm die Eroberung ihrer Per« son wenigstens nicht gemacht. Das war ihr jetzt eine winzige Genugtuung. Aber es blieb immer noch genügend Bitternis und Verzweiflung. Da drüben im „Luitpold^ hatte sie ihn kennengelernt. Bekannte hatten sie mitgenommen, um ihr einen echten Münchener Kehraus zu zeigen. Zum ersten- mal erlebte sie ein großes, rauschendes Faschings- vergnügen. Fender kam durch einen Zufall in die Gesellschaft und machte ihr den Hof, obwobl noch ein paar andere sehr gut aussehende Mädchen am Tisch saßen. So etwas tat wohl nach den langen Jahren des Lehrerinnenseminars. So etwas schmei- chelte. Ein junger, fescher Mensch, ein vorzüglicher Tänzer, ein gewandter Plauderer war nur für sie da und ließ alle anderen abblitzen, so sehr sie sich auch Mühe gaben ihm zu gefallen. Sein Wesen war völlig auf sie abgestimmt, jungenhaft offen, herzlich und doch ehrerbietig, so daß die letzte Grenze nie verwischt wurde. Für den nächsten Tag bettelte er ihr ein Stelldichein ab. Sie gewährte es gern. Auch in ihrem Herzen regte sich etwas, das mehr als Sympathie war. Und dann ging es so weiter. Kleine Ausflüge mit feinem Wagen, ein Konzert, Museen, Galerien, ein verträumter Abend in einem Wirtsgarten an der Isar. Dann ein paar Wochen voll ganz großer Seligkeit. Beteuerungen, Schwüre, Küsse. Sie versagte sich lange, sie wehrte sich, denn sie war eine Hudal, die das alles nicht leicht nahm. Aber eines Abends geschah es dann doch. Wie es zuerst schien, wurde ihre Beziehung nur noch schöner, noch inniger, aber schon sehr bald wurden seine Küsse flüchtiger, er kam ihr mit Ausreden, mit kleinen L'"'gen, — seine Leidenschaft war erkaltet. In ihrer Klugheit hatte Anna das bald durchschaut und litt unsäglich. Sie versuchte, Fender zurück,zugeaün- nen. Es mißlang. Er wurde ungezogen und ließ sich gehen. Er kränkte sie mit dem und jenem. Schließlich blieb er ganz aus und schützte eine Reise oor. H-ntte. vorhin, hatte sie einen letzten Versuch unternommen, (Fortsetzung folgt.) Kunst und Wissenschaft. hochschulnachrichten. Im Alter von 74 Jahren starb der em. Ordina- 200 50 100 25 1 g Fleisch oder Fleischwaren, g Butter oder Margarine oder 40 g Speiseöl (keine Schweineschlachtfette), g Brot oder 150 g Mehl, g Nährmittel, g Zucker, g Kaffee-Ersatz und Ei. In einer weiteren Sendung mit Werken von Aomponisten, die den Soldatenrock tragen, erklang Schollums „Partita" für Cembalo Werk 23. 3n der linearen Formgebung an Pachelbel orientiert, stellt sie eine eingängige Arbeit zeitgemäßen Musizierens dar, klar und gekonnt im Satz. Aber (l mehr von der ursprünglichen Begabung des jungen > Tonsetzers verraten seine Lieder, die Kurt Schramek ausdrucksvoll vortrug. Hier bindet ihn I nicht einschränkende Sackstichkeit; frei strömt die i Melodie und warm eine echte Gefühlsinnigkeit, die fe sich besonders vom Kinderlied her anregen küßt und I sich auch auf einen geschmackvollen Klaviersatz ver- |ii teht. Die Rundfunkansage sollte auch die Textdichter I nennen! Alfred Uhl erfreute durch ein „Kleines IIäo n 3 er i" für Klavier, Klarinette und Viola. Ein ^Ikammerkünstlerisch fein durchgeführtes Werk voll ;ell ist ei' ■ rti^DoIIer Einfälle. Greta Daeglau. LegleitM ■ — — 16 Jahr» Reichseinheitliche Hochzeitskarten Neuerung für die festlichen Sonderrationen. Oberfläche. Don der Besatzung konnten alle geborgen werden bis auf einen Mann, der sich im entscheidenden Augenblick in selbstloser Kameradschaft geopfert hat, um die Besatzung zu retten. Dem soldatischen Geiste, der aus diesem Opfer spricht, will der Film, ein Denkmal setzen. Die Spannung, die von den Vorgängen zwischen oben und unten, zwischen Leben und Tod auf den Beschauer übergeht, ist auf die natürlichste Weise in der einfachen Fabel begründet und wird für den laienhaften Beschauer allenfalls durch die Schwierigkeit beeinträchtig, den technisch komplizierten Formen der Rettungsaktion in allen Einzelheiten mit dem nötigen Verständnis zu folgen. Die anonyme Darstellung ist ebenso überzeugend wie die sehr geschickt eingesetzte Photogra- phie und die klar artikulierte Synchronisierung. — Im Beiprogramm lauft außer der Wochenschau ein sehr instruktiver deutscher Kulturfilm vom Einsatz der Nachrichtentruppe im Ernstfälle. Hans Thyriot. Gießener Schlachtviehmarkt. Auf dem gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtoieh-Berteilungsmarkt) in der Viehversteigerungshalle Rhein-Main kosteten: Ochsen 38 dis 48 Rpf., Bullen 37 bis 41, Kühe 18 bis 46, Färsen 28 bis 51, Kälber 35 bis 57, Schafe 28 Dtpf. je XA kg Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise erzielt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,25 RM., bl (135 bis 149,5 kg) 1,25, b2 (120 bis 134,5 kg) 1,25, c (90 bis 119,5 kg) 1,23, d (80 bis 89,5 kg) 1,15, e bis f (unter 80 kg) 1,11, gl (fette Specksauen) 1,25, i (Altschneider) 1,25, g2 (andere Sauen) 1,15, h (Eber) 1,15 RM. Marktverlauf: alles zugeteilt. Schulung der Turnlehrkräste. In den letzten Wochen führte der Kreissportlehrer für die Turnlehrkräfte der Schulen bezirksweise Arbeitsgemeinschaften durch, in denen die Technik und Messung der leiclstachletischen Hebungen Wurf, Lauf und Sprung besprochen und mit den Schülern praktisch geübt wurde. Diese Lehrgängen hatten den Zweck, für die Notengebung eine möglichst gleiche Grundlage bei der Ermittlung her Leistung zu erreichen. Weiterhin wurden die für die Volksschulen vorgeschriebenen Spiele, wie Völkerball, Jägerball, Grenzball, Korbball, Fußschlagball, Fuß- oder Hand- ball, auf Wunsch gezeigt und die Regeln erläutert. * ** Wagenraum ausnutzen! Durch geschicktes Verladen der Güter, besonders von sperri- gen und empfindlichen Waren, läßt sich viel Wagen- raum sparen. Ein gutes Hilfsmittel sind die Einbauten aus Abfallholz, mit denen man die Güter festlegt. Das ist zugleich Schutz gegen Güterschäden. Bei leichten Gütern, die auf offenen Wagen verladen werden, kann man das Fassungsvermögen durch Aufbordem der Wagenwände erhöhen. Achtet darauf, denn Räder müssen rollen für den Sieg! Juden, Polen und Zigeuner sind von der Bewilligung der Sonderzuteilungen ausgeschlossen. Die Zuteilung hat durch Aushändigung von Lebensrnittel- und Reise- und Gaststättenmarken oder Aushändigung von Berechtigungsscheinen zu erfolgen. Die Ernährungsämter werden aber ermächtigt, statt dessen die neue Hochzeitskarte auszugeben. Diese Hochzeitskarte für zusätzliche Lebensmittel besteht ®üt - ’S"'1» 1 MS oen | Ä I x" ■ ve unite Wl alle ' 5* 4 Aus der Stadt Gießen. Ein bißchen Ueberlegung ... Der Mann knallt die Faust auf den Tisch und ruft empört: „Ober, wo bleibt denn mein Essen?" Seitwärts ist der Kellner eifrig mit Abräumen beschäftigt. Er kommt nun mit beladenen Händen, wobei er einen kleinen Umweg machen muß. „Ein kleines Weilchen noch, mein Herr." Der Mann schneidet ein bärbeißiges Gesicht und zieht demonstrativ seine Uhr. Als bald darauf serviert wird, glätten sich seine Züge. Er speist mit großem Appetit und gerät erst dann wieder etwas aus der Fassung, als der Kellner auf Anruf nicht wie ein geölter Blitz zum Kassieren erscheint. „Ich habe wahrhaftig keine Zeit, hier unnötig zu warten", brummt der Mann, bis er von-seiner Ungeduld erlöst wird. Eine alltägliche Szene aus irgendeinem Gasthaus. Man kann sie immer wieder beobachten und muß sich über den unnützen Aufwand an Neroenkraft wundern, der dadurch verursacht wird. Mitunter gehen Kellner oder Kellnerin auch aus ihrer Reserve heraus. Im ganzen ist es dann ein peinlicher Austausch von Meinungen, der zu nichts führt. Am Anfang aber steht gewöhnlich der nervöse Gast. Daß es auch in normalen Zeiten ohne Warten nicht abgeht, versteht jeder Einsichttge, daß aber gegenwärtig gewisse Notwendigkeiten dieses Warten erst recht nicht verkürzen können, liegt auf der Hand. Als mir kürzlich mit einem in seinem Dienst ergrauten Kellner über die Atmosphäre des Publikumsverkehrs im Gasthaus sprachen, meinte er, daß sein ohnehin schwieriger Beruf jetzt besondere Nerven erfordere. „Dabei ist es meist gar nicht so sehr der Mangel an gutem Willen, als vielmehr die mangelnde Ue- berlegung, die unfereinem das Leben schwer macht", sagte er. „Betritt der Gast ein Lokal, bann vergißt er sehr häufig, daß die Zeitumstände Einschränkungen und Mehrarbeiten mit sich bringen." Man kann dem Kellner auch als Gast die Tätig- keit erleichtern, wenn man nur ein wenig nachdenkt. Unnützes Warten bei der Entgegennahme der Marken und der Bestellung nimmt dem Kellner oft die Zeit. Da das Essen von der Küche in der Reihenfolge der Bestellung verabfolgt wird, ist es klar, daß auch in dieser Reihenfolge nur bedient werden tarnt. Ungeduldiges Rufen macht nur mißmutig und stört den Kellner bei der Arbeit. Wie gesagt, ein bißchen Heberlegung schafft hier, schon fühlbare Erleichterung. Die Wirkungen mangelnder Heberlegung verspüren wir aber nicht nur im Gasthaus. Auf der Straße, im Geschäftsleben und bei der eigenen Arbeit, überall könnten häufig Schwierigkeiten vermieden und Härten ausgeglichen werden, wenn mehr Ueberlegung am Werke wäre. H.W. Sch. Sie Dornamen. Im Anschluß an unseren Aufsatz über die Namengebung für die rm Jahre 1941 in Gießen geborenen Kinder (Gießener Anzeiger Pr. 173 vom vorigen Samstag/Sonntag, 25./26. Juli) sei auf einen Runderlaß des Reichsinnenministers vom 18. August 1938 über die Führung von Vornamen hingewiesen, in dem der Gedanke der landschaftlichen und sippenmäßigen Verbundenheit der Vornamen besonders betont wird. In dem Erlaß wird heroorgeho- ben, daß Kinder deutscher Staatsangehöriger grundsätzlich nur deutsche Vornamen erhalten sollten. Es diene der Förderung des Sippengedankens, wenn bei der Wahl der Vornamen auf in der Sippe früher verwendete Vornamen zurückgegriffen werbe. Dabei würden besonders auch solche Vornamen in Frage kommen, die einem bestimmten deutschen Landesteil, aus dem die Sippe stammt, eigentümlich seien. Dieser Hinweis des Reichsinnenministers verdient in der Tat, mehr als bisher bei der Namengebung beachtet zu werden, obwohl es den Namengebern gestattet ist, die Vornamen frei zu wählen und gestalten zu können. Es sind aber solche Vornamen unzulässig, die anstößig, unanständig ober sinnwidrig sind, ferner dürfen Bezeichnungen, die ihrem Wesen nach keine Vornamen sind, als solche nicht gewählt werden, auch Familiennamen kommen als Vornamen nicht in Frage. Als anstößig gelten insbesondere , solche Vornamen, die gegen die öffentliche Ordnung, gegen das religiöse Gefühl oder die guten Sitten verstoßen oder sonst geeignet sind, in der Oeffent- lichkeit Aergernis zu erregen. Die Namengebung steht dem Erziehungsberechtigten zu, also dem ehelichen Vater, bei einem unehelichen Kinde der Mutter, bei einem Kinde, dessen Vater vor der Geburt des Kindleins bereits verstorben ist, während die Mutter bei der Geburt stirbt, dem Vormund des Kindes: selbstverständlich wird im letzteren Falle auf ben Wunsch einer Mutter ober eines Vaters weitgehend Rücksicht genommen. Der Reichsernährungsminister hat die Verteilung von Zusatz-Lebensmitteln für Hochzeiten ergänzt und vereinfacht. Es wird eine reichseinheitlich gültige Zusatz-Lebensmittelkarte für Hochzeiten eingeführt, die Bezugsabschnitte für alle in Betracht kommenden Sonderzuteilungen in der festgesetzten Menge enchält. Unter Zusammenfassung der bisherigen Vorschriften und ergänzend bestimmt der Minister folgendes: Für Familienftiern aus Anlatz von Hochzeiten — und zwar Trauungen, silberne, goldene, diamantene und eiserne Hochzeiten — werben je Person bis zu einer Höchstzahl von insgesamt 12 Personen folgende' Sonderzuteilungen bewilligt: x • Dr. Brüggers Patientin I Roman von Walter Klöpffer 1. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Es ging ihr wider die Natur, sich so hinzustellen und dann vor tausend zudringlichen Blicken zu hängen. Diesen Preis zahlte sie nicht, und wenn olles in die Brüche ging. • .. „Geh, hab' dich doch nicht so und sei vernünftig! Das ist denn dabei? Wenn man wirklich einmal von tud) Weibern etwas will, bann versagt ihr. — „Ich will nicht. Ich tu es nicht", sagte sie schroff, llnb umklammerte ihre kleine rote Ledertafche, als fiäbe es bei der Schutz und Begreifen. ' „Na schön, bann tu's nicht", rief er ärgerlich, „ich hätte es mir ja gleich denken können. Das ist Lieber echt Fräulein Lehrerin. Das rundet meinen Eindruck von dir ab. Meine Bekannten passen dir nicht, auf meine Freundinnen bist du eifersüchtig, len zweites Wort^ lautet: ,bas schickt sich nicht!‘ — Du weißt ja gar nicht, wie fad und langweilig du bis:, die richtige Spießerin! Ein Landpomeranze chen, das die Nase in die Großstadt gesteckt hat. Wo habe ich nur meine Augen gehabt, als ich auf dich hereingefallen bin! Geh! Auf was wartest du denn noch?" Seine anfängliche Begeisterung war wie (trohfeuer verpufft, und der Unmut entriß ihm, höhnische, ungerechte Worte. Seine Züge hatten jetzt etwas Bösartiges. Anna, Hudal warf ben gesenkten Kopf hoch und jaate mit mühsam gebändigter Stimme: „Warum i-h noch hier bin? Ich möchte dich fragen, wie das mit uns nun werden soll. Dein Benehmen in her letzten Zeit war deutlich genug. War beschämend im) beleidigend für mich. Du hast mich links hegen los en und getan, als wäre ich nicht auf der Wett. Sein Lebenszeichen, keine Nachricht. Das kannst du mit deinen leichten Mädchen ma^en, aber nicht mit mir. So einfach lasse ich mich nicht abspeisen «ach allem, was zwischen uns gewesen ist." Fender kaute an seiner Unterlippe. Er Hatzte solche Szenen. Sollte er ihr die brutale Wahrheit ^$en? Daß er sie satt hatte, daß er nicht mehr mochte, baß er dieses ganze Getue nicht verstand. Anna war ein hübsches Mädchen, zugegeben, aber schließlich war sie für ihn nicht mehr als eine Episode, die nicht lebenslänglich zu dauern brauchte. Andere Mütter hatten auch schöne Töchter. Ach, diese Frauen! Manche waren wie die Kletten. Er ließ seine malträtierte Unterlippe los und sagte unwirsch: „Nun mach aber einen Punkt. Dieses tragische Gewimmer ist ja nicht zum Anhören. Was zwischen uns war ...! Soll schon mal im Leben vorgekommen sein! Glaubst du denn im Ernst, daß ich mich dir mit Haut und Haaren verschrieben habe, nur weil wir ein bißchen was zusammen gehabt haben? Sei doch nicht kindisch, Anna!" „Und deine Beteuerungen?" „Im Fasching schwört man vieles." „Wie gemein du bist!" „Und du — du bist eine Gans! Deine Verstiegenheiten habe ich satt. Bis dahin stehen sie mir!" Er machte die entsprechende Geste. „Du bist humorlos, ohne Schwuntz, prüde wie eine Lady und in man= chen Dingen von einer Naivität, die geradezu polizeiwidrig ist. Du mußt mal einen Festbesoldeten heiraten. Ich bin deiner überdrüssig, baß du es weißt. Unsere Verbindung war ein Irrtum. Und nun Schluß." Um das zu bekräftigen, rückte er wütend an der Staffelei herum und holte die Erdhofer aus ihrem Verließ. Anna Hudal begriff, baß jedes Wort verschwendet war und nur eine Erniedrigung.bedeutete. Sie riß sich zusammen und verließ stumm das Atelier. Sie schlug die Flurtür zu und stieg, die rote Tasche an sich gepreßt, langsam wie durch Nebel die vielen Treppen hinab. Ihre hochgestöckelten Schuhe klapperten auf dem Holz. An einem der Stiegenfenster stand ein blauer Milchtopf zwischen zwei abgeblühten Klivien. Aus einer offenen Tür wehte kühle Luft. Anna fror und zog die schmalen Schultern hoch. — Er hat mir den Laufpaß gegeben, — dachte sie betäubt. — Also so sind die Männer! Erst betäuben sie ein Mädchen mit schönen, zuckersüßen Worten, und bann, wenn bas Spielzeug seinen Reiz verloren hat, werfen sie es weg. — Anna preßte ihre Hand in die Gegend, wo das Herz war. Jetzt flössen auch die Tränen, die sie droben zurück- gehalten hatte. Hinter dem Haustor tupfte sie ihr Gesicht ab, bann trat sic auf die Straße. -ur, de/ Verlag b. 5,50 «Heren, e lachende enjo M [er erwM ,te «us 9 °u- nen W» iger und * L ch-n-htZ tiefer,^ nd°u'A IlusbE wWÄ rH ft X :ensv2 itann M Ä 'S -U Stands Vorübergehende Aufhebung des Kennkartenzwanges. Die Vorschrift, nach der männliche deutsche Staatsangehörige innerhalb der letzten drei Monate vor Vollendung des 18. Lebensjahres eine Kennkarte zu beantragen haben, ist für die Dauer des Krieges außer Kraft gesetzt worden. Es wird jedoch ausdrücklich darauf hmgewiesen, daß jeder über 15 Jahre alte deutsche Staatsangehörige im Besitz prschrieb er Mittelchen, die zwar nichts schaden, per auch nichts nützen konnten. In zwei Fällen |itte er jedoch großes Unheil angerichtet. Es han- fclte sich um kreb sleide nde Frauen, an tenen er jahrelang herumpfuschte. Die eine Frau liegt in hoffnungslosem Zustand im Krankenhaus, rührend die andere, Mutter von 10 Kindern, starb, i sie zu spät die Sinnlosigkeit der Heilbehandlung ird) Wiedmann eingesehen und sich in ärztliche De> inblung begeben hatte. Wiedmann wurde zu zwei ahren Gefängnis verurteilt. Die Hessische Spielgemeinschaft des Landestheaters brachte im Darmstädter Kleinen Haus das Merkchen ,£) i e W asser-kur" von dem Darmstädter Lokal- Lichter Heinrich Haumbach zur Uraufführung, las Stück in Darmstädter Mundart hat allerhand humoriges aufzuweisen, allerdings darf man dabei kommenden Sonntag ben „Volkstag des deutschen Spotts" in Gießen durch. Am Sonntagvormittag um 9 Hhr werden die Radfahrer zum „Großep Straßenpreis von Gießen" starten, am Nachmittag werden im Schwimmbad in Klein-Linden volkstümliche Schwimmwettbewerbe ftattfinben. Auf den Tennisplätzen werden am Samstag und am Sonntag Dennis-Wettkämpfe- zur Durchführung kommen. Lichtspielhaus: „(Siner für alle." Das neue Programm zeigt einen italienischen Film der römischen Produktion Scalera (Bavaria- Verleih) in deutscher Sprache. Der Film ist,unter der Mitwirkung des italienischen Marineministeriums und von Einheiten, Offizieren und Mannschaften der italienischen Kriegsmarine gedreht worden. Sämtliche Mitwirkenden — Drehbuchoerfasser, Spielleiter, Kameraleute und Darsteller — bleiben ungenannt. Die Handlung, die in vielen Zügen an den früher in Deutschland hergestellten Hbootfilm „Morgenrot" erinnert, darf, obwohl sie sich im Frieden, kurz vor Ausbruch dieses Krieges, ereignet des allgemeinen Interesses auch bei uns gewiß fein,, zumal die schwerwiegende Bedeutung der Tauchbootwaffe im gegenwärtigen Kampfe durch die Berichte der Presse, des Rundfunks und der Wochenschau jedermann säst täglich aufs neue mit den eindrucksvollsten Zahlen zum Bewußtsein gebracht wird. Das Unterseeboot A103 wird während einer Hebungsfahrt im Verbände von einem großen Schiff gerammt und sackt auf. ben Meeresgrund ab, ipo sich bald herausstellt, daß sich ein Wiederauftauchen mit Bordmitteln nicht bewerkstelligen läßt. Da es aber möglich ist, vom Boot aus mit der Außenwelt in Verbindung zu kommen, werben vom Marinekommando alle erdenklichen Hilfsmittel eingesetzt: Flugboote und Torpedoboote, U-Boot-Jäger und Hebeschiffe erreichen alsbald die Hnfallstelle. Im ge- sunkenen Boot, wo allmählich der Sauerstoff knapp wird, arbeiten sie mit Telephonboje, Rettungsfloß und Tauchretter an der Abwendung der Katastrophe. Nach langen qualvollen Stunden erscheint endlich das schon verlorengeglaubte Boot wieder an der aus einem Stammabschnitt und Einzelabschnitten. Es sind Karten für zwei und für drei Personen vorgesehen; aus diesen beiden Starten werden die beantragten Mengen bis zur Höchstzahl von zwölf Personen zusammengestellt. Um Doppelzuteilungen iu vermeiden, wird die Ausgabe der Hochzeits- Lebensmittel auf der Aufgebotsbescheinigung oder, bei Kriegstrauungen, einer entsprechenden Bescheinigung vom Ernährungsamt vermerkt. Zuständig für die Hochzeits-Sonderration ist das Ernährungsamt des Ortes, an dem die standesamtliche Trauung stattfindet. Das gilt auch, wenn die Feier an einem anderen Ort erfolgen soll. Bei silbernen, goldenen, biarriantenen und eisernen Hochzeiten wirb die Zuweisung der Hochzeitsfeierration auf der Eheschlie- ßungs- ober Trau urkunde bescheinigt. In diesen Fällen ist das Ernährunasamt des Ortes zuständig, an dem die Jubilare ihren ständigen Aufenthalt haben. Den Ernährungsämtern ist es untersagt, Sonderzuteilungen ans Anlaß anderer Familienfeiern, wie z. B. tiinbtaufen, Primizen, Firmungen, Beerdigungen usw. zu gewähren. Die Verteiler Haden die Abschnitte der Zusatz-Lebensmittelkarten für Hochzeiten, gegebenenfalls nach näherer Weisung der Ernährungsämter, zusammen mit den übrigen Bedarfsnachweisen der gleichen Warenart bei den Ernährungsämtern abzurechnen. Die Abschnitte der „Hochzeitskarten" verlieren ihre Gültigkeit zum Warenbezug zwei Wochen nach dem Ausgabetag. Die Entgegennahme abgetrennter Abschnitte ist de-n Verteilern verboten. näiirtl Wien-Films •ffl iS Aelt. Paula Wessely, ihr Partner i|t ’Ziitua 5)or- uTfa? Das Drehbuch schrieb Gerhard Menzel. chtsinn w' Friedrich Alfred Schmid Noerr 65 Jahre alt. >as llnM v In Percha bei Starnberg vollendet am 30.7. der Achter Friedrich Alfred Schmid Noerr sein 65.Le- bensjahr. In seinen Büchern schwingt die Lebendig- feit des süddeutschen Menschen aus seiner Verwürze- hmg mit der Heimat. Schmid Noerr wurde 1877 in Hurlach geboren, studierte Germanistik, Jura, Philosophie und Nationalökonomie. 1905 habilitierte er H in Heidelberg für Philosophie und Aesthettk. 1910 würbe er zum ao. Professor ernannt. Er lebt jetzt als freier Schriftsteller in Percha. .....NSG. Bei einem engeren Wettbewerb um ein Kälber iti künstlerisches Plakat für die Gauausstellung erahn ülnte wng der Gebrauchsgraphiker Max B i 11 r o f, 'n Fleische Frankfurt a. M., den 1. Preis. , nicht an den naiv-genialen Ernst Niebergall denken, Ym. ®>! dessen Hrsprünglichkeit von keinem seiner Nachahmer sowie di: 1 Arncht worden ist. — Die nächtlichen Begebenheiten wn einen gräflichen Bürgermeister, der nachts in Den Mühlbach fällt und von der Müllerin im Bett getrocknet und erwärmt wird, wurden frisch und sheiternd gespielt. Unter Eduard Goed els herzhafter Regie fand das Stück dankbaren Beifall. Ludwig Beil. us für Fürsorgewesen und Sozialpädagogik an der niversität Frankfurt, Professor Dr. Christtan ifper Klumker. Der Gelehrte ist als Verfasser jner langen Reihe von Arbeiten aus dem Gebiet ir Erziehungskunde, der Armenfürsorge und des irsorgewesens bekannt geworden. Am 2. August vollendet der em. Ordinarius der teuropäischen Geschichte an de» Universität Leip - g, Professor Dr. Friedrich Braun, sein 80. ebensjahr. Die Leipziger Universität ernannte n zum Ehrendoktor. Die Veröffentlichungen rauns betreffen u. a. altisländische nagen, alt- o, Wurfe ' shwedische Runenschriften, germanische Ethnographie der L unb Altertümer. ne ftaiÄi: Am 30. Juli vollendet der em. Ordinarius für l auch x>. klassische Altertumswissenschaft an der Universität Oer Stri Höttingen Professor Dr. Max Pohlenz sein nmentali- K.Lebensjahr. Zahlreiche Gebiete der Altertums- alle Äom' Menschaft hat Professor Pohlenz durchforscht. Don uli wiebr &n griechischen Philosophen hat besonders Plato nierstrei^, neuerliche Deutung durch Pohlenz erfahren. Line Darmstädter Lokalposse. Aus der engeren Heimai. Französischer Kriegsgefangener zum Tode verurteilt. In der Nacht zum 3O..Mai hatte der iß Pfordt bei Schlitz zur Arbeit untergebrachte französische Kriegsgefangene Marc eau Jumel beim Ausbruch aus dem Lager einen deutschen Wachtposten niedergeschlagen und ermordet. Dann war er mit dem Gewehr des Postens in ein Haus in Pfordt eingedrungen und hatte einen auf die Hilferufe der Hausbewohner zur Hilfe herbeieilenden Bauern durch einen Schuß getötet und drei weitere Personen verletzt. Der Täter hatte sich jetzt vor dem m Schlitz tagenden Kriegsgericht zu verantworten, das ihn zweimal zum Tode und zu 10 Jahren Zuchthaus verurteilte. Äolksturntag in Lich. * ßid), 29.Juli. Unsere Stadt wird am tont- menden Sonntag im Zeichen des „V o l k s t u r n - tages 194 2" stehen. Alle Volksgenossen sind zur Beteiligung aufgefordert. Die Veranstaltung wird morgens mit der Flaggenhissung auf dem Sportplatz an der Bessinger Straße eröffnet werden. An- schlreßend finden am Vormittag im Schwimmbad die Wettkämpfe im Schwimmen, ferner im Turmgäßchen die Wettkämpfe im Schießen statt. Der Nachmittag wird auf dem Sportplatz an der Bessinger Straße leichtathletische Wettkämpfe und ein Fußball-Wettspiel bringen. Die Beteiligung an den Wettkämpfen ist für alle Altersklassen offen. Um 17 Uhr wird die Veranstaltung mit der Siegerver- kundigung und Schlußfeier ausklingen. Der Dolks- turntag soll ein Volksfest und Feiertag im besten Sinne des Wortes werden. Ein Scherz führte zum Tode. Ein harmloser Scherz in den Grenzen findet immer Verständnis. Ein Mensch, der dabei nicht mitmacht, ist ein saurer Tropf und wird entsprechend behandelt, aber, und das ist das Wesentlichste, der Scherz muß auch in Grenzen bleiben, sonst kann er nämlich, wie dies kürzlich in Niederrämstadt geschehen, schlimmste Folgen nach sich ziehen. Kurz den Tatbestand: Einige Ärbeitskameradin- nen necken sich gegenseitig. Als eine von ihnen einmal den Arbeitsraum verließ, steckten ihr die beiden neben an sitz enden Mädel eine Nähnadel in den Sitz. Ein alter und viel geübter Spaß — nur daß er hier den Tod der Arbeitskameradin zur Folge hatte. Als sie wiederkam und feststellte, daß auf ihrem Stuhl eine Nadel steckte, wollte sie sich nicht setzen. Ihre beiden Kolleginnen drückten sie jedoch mit Gewall auf den Stuhl. Das Weitere ist kurz erklärt: die Nadel drang in den Oberschenkel ein, brach ab und zog eine Blutvergiftung nach sich. Die am nächsten Tage vorgenommene Operation konnte keine Rettung mehr bringen. Eine Nadel und ein Scherz hatten hier den Tod einer jungen Arbeitstameradin zur Folge. Bedenkt stets, auch bei einem betrieblichen Schabernack, ob daraus nichts Schlimmeres entstehen kann als eben nur ein Scherz. Auch das gehört zum Arbeitsschutz. Raubmörder hingenchiei. Lpd. Darmstadt, 28.Juli. Die Justizpressestelle Darmstadt teilt mit: Am 28. Juli 1942 ist der am 25. August 1918 in Glan-Münchweiler (Kreis Kaiserslautern) geborene Johann Bamberg/r hin- gerichtet worden, den das Sonderg'ericht in Darmstadt zum Tode verurteilt hat. Bamberger, ein oft vorbestrafter Verbrecher, hat in Worms eine 75jährige Frau ermordet und beraubt. Lob für einen wackeren Jungen. * Lich, 28. Juli. Der Schüler Wilhelm S chm i d in Lich hat am 13. Januar 1942 einen achtjährigen Jungen vom Tode des Ertrinkens aus dem Schloß- gartenteich in Lich gerettet. Für diese Rettungstat hat ihm im Namen des Führers Gauleiter uüd Reichsstatthalter Sprenger die öffentliche Belobigung ausgesprochen. Kreis Marburg. Lpd. Marburg, 28. Juli. In Wehrda er- litt der 12 Jahre alte einzige Sohn des Bahnarbeiters O r t h w e i n beim Baden in der Lahn einen Herzschlag und ertrank. Nach zwei Stunden konnte die Leiche des Jungen geborgen werden. Derduvkelungszeil: 28. JuLi von 22.22 bis S.06 Uhr. G.Jt.-fport Handball der HI. Lang-Göns — Luftwaffe G jeßen 15:8. Die Luftwaffe überraschte durch ihr Spiel in der ersten Hälfte. Den Führungstreffer der Platzbesitzer holten die Gäste mit dem Wind spielend bald auf. Durch verwirrendes Spiel Ihrer Stürmerreihe gelang es sogar, eine knappe Halbzeitführung zu erlangen. Die Hintermannschaft der Gastgeber hatte hier schwer zu kämpfen, um einen größeren Vorsprung der Gäste zu verhindern. Nach dem Wechsel konnten die Soldaten das vorherige Tempo nicht durchhalten und ließen immer mehr nach. Im Sturm war jeder Zusammenhang verloren, und man versuchte durch Einzelspiel zu Erfolgen zu kommen. Lang-Göns gewann immer mehr an Boden. Durch ausgezeichnetes Mannschaftsspiel gelang es, in kurzen Abständen den Gästehüter zu überwinden. Erst gegen Schluß des Spieles konnte die Luftwaffe noch zwei Tore aufholen. Der Sieg der Platzbesitzer war verdient. Dutenhofen — Mtv. Gießen 9:9 (4:1). Beide Mannschaften mußten das Spiel mit Ersatz bestreiten. Zu Beginn nahmen die Gießener den Gegner zu leicht. Dutenhofen konnte die Führung übernehmen. Gießen lag dann fast dauernd vor dem gegnerischen Tor. Durch zu enges Spiel gelang es jedoch Becker nur einmal, erfolgreich zu fein. Nach dem Wechsel setzten die Mtver alles auf eine Karte. Sie konnten durch Becker bis auf 4:3 aufholen. Während dieser Zeit lieferte die Gießener Hintermannschaft ein hervorragendes Spiel und wehrte alle Angrifte ab. Als jedoch Dutenhofen durch Strafwurf ein weiteres Tor erzielte, schien die Kampfkraft der Gießener gebrochen. Die Platzbesitzer nützten die Verwirrung aus und zogen auf 9:5 davon. Nun setzte Gießen nochmals zum Endspurt an. In den wenigen Minuten, die noch zu spielen waren, gelang es, Tor um Tor aufzuholen. Mit dem Schlußpfiff wurde das Treffen noch unentschieden gestaltet. Dutenhofen 2. Jgd. — Mtv. Gießen 2. Jgd. 8:10. Die zweite Jugendmannschaft Dutenhofens war den Gießenern körperlich überlegen. Diesen Nachteil glichen die Gäste durch größeren Eifer aus. Bis zur Pause gingen die Platzbesitzer mit 7:3 in Führung. Nach dem Seitenwechsel kamen die Gießener stark auf. Bis zum Spielende konnten sie den Dorsprung der Einheimischen aufholen und mit 10:8 noch gewinnen. Der Mannschaft verdient ftn Gesamtlob. Deutsche Schwimm-Erfolge. Internationale« Schwimmfest in Hannover. Unter glänzenden äußeren Bedingungen begann am Samstag das zweitägige internationale Jubi- läums-Schwimmfest des Hannoverschen Schwimmvereins. Heb er 1000 Zuschauer, unter ihnen Gauleiter Lauterbacher, umsäumten die 50-Meter-Bahn. Dem dreifachen deutschen Meister Ulli Schröder alückte am Samstag die Revanche an Ungarns Meister Elemeri, der ihn im Darmstädter Länderkampf über 100-Meter- Kraul geschlagen hatte. Diesmal lag der Kieler Mattose noch bis 20 Meter vor dem Ziel hinter Elemeri, Tatos und Köninger, um jedoch mit einem prächtigen Endspurt in 1:01,5 als Sieger vor Elemeri und Tatos (beide 1:02,1) hervorzugehen. Ebenso überraschend verlief das 200= Meter-Brustschwftnmen, wo der deutsche Meister lernte (LSV. Berlin) abermals nicht die geringste Rolle zu spielen vermochte. Doch wuchs der Fronturlauber Klinge (Hannover) über Form und Können hinaus, so daß es zu einem Sieg in 2:48,7 über Ungarns Meister Szigedi reichte.,Jrn dritten Rennen des Tages, dem 400-Meter-Kraulschwimmen spielte Tatos mit 5:01,7 die überlegene Rolle. Hinter ihm lieferten sich der deutsche Meister Lehmann und Beghazy einen schweren Kamps, den Lehmann in 5:10,8 für sich entschied. Ergebnisse: 1 0 0 - M e t e r - K r a ul: 1. Schröder (KM. Kiel) 1:01,5; 2. Elemeri (Ungarn) 1:02,1; 3. Tatos (Ungarn) 1:02,1. 400°Meter°Kraul: 1. Tatos (U.) 5:01,7; 2. Lehmann (ÄM-Kiel) 5:10,8; 3. Veg^ hazy (11.) 5:11,2. 200-Meter-Brust: 1. Klinge (Hannover) 2:47,7; 2. Szigedi (11.) 2:50,7; 3. Temte (LSV. Berlin) 2:54,2. Bis auf die 200-Meter-Kraulstrecke besetzten unsere Schwimmer am Sonntag alle ersten Plätze. Zu seinem zweiten Sieg kam Ullrich Schröder Im 100- Meter-Rückenschwimmen in der schnellen Zeit von 1:10,8 vor Krebs (Berlin) und dem Ungarn Galam- bos. Manfred Laskowski, schlug über 100-Me. ter-Brust in 1:11,6 Klinge (Hannover) und den Ungarn Szigedi. lieber 200-Meter-Kraul schlug Tatos in 2:10,4 seinen Landsmann Veghazi und Ruprecht Köninger. Den schönsten Sieg erkämpften in der 3X 100-Meter-Kraulstaffel H i tz i g e r, K ö n i n g e r und S ch r ö d e r in 3:04,4 für Deutschland. Die Ungarn mußten sich, wie schon am Vortage, in der 400-Meter-Lagenstaffel, die Schröder, Klinge und Köninger in 5:02,9 gewonnen hatten, mit dem undankbaren zweiten Platz begnügen. Ergebnisse: 1 0 0 - M e t er-Brust : 1. Laskowski (KM.) 1:11,61; 2. Klinge (Hannover) 1:13,1; 3. Szigedi (Ungarn) 1:15,4. 200-Me ter-Rücken: 1. Schröder (KM.) 1:10,8; 2. Krebs (---Berlin) 1:13,1; 3. Galambos (U.) 1:13,7. 200-Meter-Kraul: 1. Tatos (U.) 2:19,4; 2. Veghazi (U.) 2:21,8; 3. Köninger, (KM.) 2:22,5. 3X10 0-Meter°Kraul: 1. Deutschland 2 (Schröder 1:01,8; Köninger 1:01,6; Schröder 1:01) 3:04; 2. Ungarn (Veghazi, Tatos, Elemeri) 3:05; 3. Deutschland 2 (Lehmann, Laskowski, Räuber) 3:12. 400-Meter-Lagenstaffel: 1. Deutschland 1 (Schröder, Klinge, Köninger) 5:02,9; 2. Ungarn (Ga« lambos, Szigedi, Elemeri) 5:05,9; 3. Deutschland 2 (Krebs, Temke, Hitziger) 5:14,2. Italiens Wasserballsieben, die am Samstag den Deutschen Meister L^V. Berlin mit 5:3 (2:1) Torem geschlagen hatte und dabei bemerkenswertes Können an den Tag legte, erwies sich auch im Kampf mit der deutschen Nationalmannschaft als ein gleichwertiger Gegner. Unsere Sieben mit Reichel im Tor, Krug und Sternberger als Verteidiger, Hauser als Verbinder, Ohrdorf, Kummer und H'etseld als Stürmer, gewann nur knapp Mit 3;2 (1:1) Toren. Ungarns Schwimmer als Budapester Städtesieb en schlug Hannovers Auswahlmannschaft überlegen mit 11:2 (3:1) Toren. Nie Lehrarbeit im Frauenturnen. Am Sonntag hatte die Kreisftauenwarttn Jdel Hauck die Vorturnerinnen nochmals zu einem Lehrgang zusammengerufen, zu dem 22 Mädel aus 9 Gemeinschaften erschienen waren. Unter Mitwirkung der Lehrwartin Helma Schmieder wurden die Gerätübungen aller Stufen für den Kreis-Turn-- und Sporttag, die Freiübungen für die Vorführungen geturnt und der Schleuderballwurf geübt Damit ist die Vorbereitungsarbeit des Kreises für den Turn- und Sporttag abgeschlossen. Den Vereinen, die vertreten waren, ist das Einüben des Wettkampfes und der Freiübungen infolge der öfterem Schulung der Vorturnerinnen wesentlich erleichtert Houptfchrlstleiler: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bei HauptschriftlelterS: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für das Feuilleton: Dr. Hans Tbyriot; für Stadt «Liehen, Provinz. Wirtschaft und Sport: Ernst Blumschein. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckeret R. Lange K. ®. Berlagsleiter: Dr^-Jng. Erich Hamann: Anzeigenleiter: Hans Beck. Anzeigenpreislstte Nr. 6. Nach einem schweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden verschied heute mein lieber Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel August Gissel, Gastwirt im 55. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Elisabeth Gissel, geb. Ohlenschläger Anne Ilse Petri, geb. Gissel Ottilie Jung, geb. Gissel Frieda Gissel August Gissel nebst 3 Enkelkindern. Gießen (Lieber Str. 59) den 28. Juli 1942. IDie Trauerfeier findet am Freitag, dem 31. Juli 14 Uhr, in der Kapelle desNeuenFriedhofs statt. 2325 D NS. Lehrerbund / Kreis Wetterau Freitag, den 31. Juli, 1942, nachmittags 3 Uhr im Physiksaal der Goetheschule, Horst - Wessel - Wall Oeffentlicher Lichtbilder-Vortrag des Oauzachbearbeiterz REH. Apotheker Rippenberger Frankfurt am DIain über: „Heilkräuter aus Wald und Flur“ Eintritt frei! [2326d] Jedermann willkommen! Wir suchen für unsere ; Stuttgart. 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Der Vorsitzende des Verwaltungsrates der Bezirkssparkasse Gießen. ___Ritte r. Nr. 5066 laut.a.Nam. Frau Therese Hoppe Wwe., Lang-Göns "41797 " " " Wilh. Watermann, Uffz., Gießen ,,531.->9 „ „ „ ? ‘ ~ "- * - •' “ — - Hegesctein unter4dieWahl, abzugeben 0361» Wilh.Dietrich, Glaubrechtstr. 7. Geür. öerö für 20 Mk. und 51003. Spiel für 4.50 Mk. zu verkaufen 03616 Steinttr. 54 H. Putzfrau für die Abendstunden gesucht Siebener 4nxeiger Schulstraße 7 227Td