Giehener Anzeiger Montag. R. Dezember l^S »nrfnb Berten (92. Jahrgang Nr. 304 g&s&ssx BesuqSvreiSr auch bei tojrtetfdietnw Amiabme von 2tiueinen Mr die Mittagsnummer bil 81/» Uhr desÄormittagS A«»eige»-Preire Mr die Millimeter-Zells von 22 Millimeter Breite: 7Rvf. für Familtenan- -eiaen und vrioaie ÄelegenbeitSan,eigen 14Rvf.f. Werbeanvigen und aeikiräftliche GetegenbeitSanHSigen Viatzvorschreft (vorberiae Vereinbarung) meor General-Anzeiger für Oberhefsen Die deutschen Angriffserfolge im großen Donbogen. Merlin 27. Dez (DNB.) Bei erneut absinken- den Temperaturen standen die deutschen Truppen an allen Abschnitten der Ostfront am 24. und 25.12. tn harten Abwehr- und Angriffskämpfen. Während an den kaukasischen Gebirgsfronten Stoßtruppkämpfe Ruhe herrschte, fühlten die Bolschewisten am 25. 12. am oberen XcrcC mit schwachen Kräften gegen die deutschen ^oben vor. Die Vorstöße brachen im Feuer unsrer Artillerie und Panzer nach Abschuß von neun ^ow,etpanzerkampfwagen zusammen. 9m nord- lid) en Ter et gebt et rannten die Sowjets auf beiden Flußufern, geschützt von dickem Morgennebel, mehrfach gegen unsere vorgeschobenen Stellungen an. 9m Kreuzfeuer der Stützpunkte kamen die feind- ltchen Bataillone zum Stehen und wurden in Gegenstößen vernichtet oder zurückgetrieben. Die härtesten Kämpfe tobten bei Temperaturen von minus 20 Grad wieder zwischen Wolga und D 0 n. Obwohl eisige Nordweststürme den Bolschewisten große Schneemassen entgegenfegten, setzte der Feind sechsmal hintereinander zu erfolglosen Angriffen an. Die starken Schnee- Verwehungen boten nur ungenügende Tarnung und Deckung für die feindlichen Kräfte, die von unseren Panzerkanonieren und Artilleristen zusammenge- schlagen wurden. 9m Dongebiet gingen unsere Truppen, Dort neu zugeführten Verbänden unter- stützt, an mehreren Stellen zum Gegenangriff über. Die Sowjets hatten am Vortage versucht, in das System unseres aus Stützpunkten und 9gelstel- lungen gebildeten Sperriegels Panzerkeile und motorisierte Aufklärungstruppen vorzutreiben. Der Gegenangriff machte alle diese Versuche zunichte. 9n flankierenden Porstößen konnten feindliche An- griffsspitzen abgeklemmt und aufgerieben werden. Mehrfach stellten die Stützpunktbejatzungen die Verbindungen untereinander her. Der Angriff unserer vorbildlich kämpfenden Truppen gewann zuneb- mend an Kraft, so daß die Bolschewisten an mehreren Stellen vor unserer stürmenden 9nfanterie zurückweichen mußten. Am 26. Dezember setzten die deutschen Truppen an mehreren Stellen ihre Gegenangriffe erfolgreich fort. Grenadiere und Panzer stießen aus ihren Stützpunkten und 9gelstellungen hervor, zerschlugen vorgedrungene feindliche Kräfte, schlossen sich dann zu weiteren Angriffen zusammen und entrissen den Bolschewisten mehrere zäh verteidigte Ortschaften. Obwohl der Feind hierbei schwere Ausfälle an Toten und Gefangenen hinnehmen mußte, versuchte er trotzdem immer wieder, an die deutschen Stützpunkte heranzukommen. Der schnelle Wechsel von Stoß und Gegenangriff erhöhte aber nur die Einbußen der Bolschewisten an Soldaten und Waffen, ohne daß die Sowjets das verlorene Gelände zurückgewinnen konnten. Die feindlichen Stoßgruppen verbluteten vor den deutschen Stützpunkten, deren Feuer zahlreiche Panzer und Geschütze vernichtete. Diese Schwächung des Feindes nutzten unsere Truppen aus und drangen ihrerseits von neuem vor. Der Angriff traf den Feind so wuchtig, daß er die Einschließung einer stärkeren Kräftegruppe mitsamt ihren Begleitpanzern nicht mehr verhindern konnte. Gemessen an diesen schweren Kämpfen hatten die Vorstöße am nördlichen Don, bei denen ungarische Truppen 17 Kampsstände und Widerstandsnester vernichteten, und nordwestlich Woronesch, wo deutschen Grenadieren die Wegnahme stark befestigter Höhenstellungen gelang, nur örtliche Bedeutung. Ebenso hatten die vergeblichen Vorstöße der Bolschewisten bei Woronesch und westlich Kaluga nur begrenzte Aufgaben, wenngleich beim letzteren ein ganzes sowjetisches Regiment an den deutschen Stellungen scheiterte. Auch im Raum um Toro pez hatten unsere Truppen in Angriff und Verteidigung neue Erfolge. Nachdem am 24.12. alle Vorstöße des Feindes unter Abschuß mehrerer Panzer zusammengebrochen waren, nahmen unsere Grenadiere und Pioniere am 25.12. ihre Unternehmungen zur Bereinigung des Frontoerlaufs wieder auf. Sie drangen in eins stark besetzte, zum Stützpunkt ausgebaute Ortschaft ein, kämpften dort 15 Bunker nieder und sprengten den ganzen Ort. Als darauf der sowjetische Gegenstoß einsetzte, verlor der Feind noch zahlreiche Gesangene und Tote, ohne den Stütz- punkt wiedergewinnen zu können. Ebenso vergeblich blieben die gegen Welikije Luki geführten, teilweise sehr starken Angriffe des Feindes, die sämtlich am zähen Widerstand unserer Truppen scheiterten. Ebenso wie im Raum um Toropez hat auch das Ringen südöstlich des 9lmensees nicht an Härte verloren. Auch diese mehrfach wiederholten Angriffe starker feindlicher Kräfte zerbrachen am unerschütterlichen Abwehrwillen unserer Soldaten, die hier zusammen mit der Artillerie am 24. und 25.12. insgesamt 25 bolschewistische Panzer vernichteten und zahlreiche Gefangene einbringen konnten. OasEichenlaub mitSchwertern für den Kommodore desZagdgeschwaders Udet. Berlin, 24. Dez. (DJIB.) Dem Kommodore des Jagdgeschwaders Übet, Major Wolf-Dieter Wilcke, wurde als 23. Soldaten der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub mit Schwertern 3um Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. — Generalleutnant $ i e 6 i g, Kommandierender General eines Fliegerkorps, erhielt als 168. Soldat der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Das Ende eines Verräters. Oer Mord an Oartan beseitigte einen Feind der britischen Interessen in Nordafrika. Man braucht nicht allzuviel Scharfsinn, um die Frage zu beantworten, wo die Urheber des Mordes an Darlan zu suchen sind. Wenn der Sender London wenige Stunden nach der ersten Veröffentlichung über den Mord mitteilt, daß „die Kugel des Mörders ein Problem gelöst und eine verwirrende Schwierigkeit bel)oben hat", so bedeutet diese deutliche Genugtuung, die auch in allen anderen englischen Kommentaren zum Ausdruck kommt, nichts anderes, als das schamlose Eingeständnis, daß dieser Mord für Englands Interessen geschehen ist. 9n den letzten Wochen hat sich der Konflikt zwischen England und Amerika um die nordafrikanische Position in zunehmendem Maße verstärkt. Darlan war der Handlanger Roosevelts. Er half das Sternenbanner in Afrika aufzurichten, er verriet sein Vaterland und Europa an Roosevelt und Englands Staatsmänner machten keinen Hehl daraus, daß sie über die ihnen entgangene Beute erbittert waren. 9hr Mann war de E-iille. Darlan hatte de Gaulle ausgestochen und war dabei, das französische Kolonialreich in Afrika Roosevelt vor die Füße zu legen. Wie einst in Faschoda !frankreich die Fahne seiner kolonialen Vormacht- tellung vor Englands Union 9ack senken mußte, so ollte nun Englands Flagge in Nordafrika dem amerikanischen Sternenbanner Platz machen. Die englische Presse schrieb, daß die amerikanische Politik mit Darlan nicht von langer Dauer sein könne. Man könne sich mit dieser Lösung nur für kurze Zeit abfinden. Roosevelt war offenbar jedoch nicht geneigt, feinen Handlanger fallen zu lassen. Da gab Churchill nach altem Rezept dem 9nteUigence Service die erforderlichen Anweisungen. Für Eng- land war der Verräter Darlan wertlos geworden. Für Roosevelt allerdings begann er gerade ein Nützliches 9nftrument seines geheimen Kampfes gegen das Britische Weltteich zu werden. Zum Tode Darlans schreibt Reuters diplomatischer Korrespondent: „Darlans Schicksal ist ein warnendes Beispiel für alle Verräter!" Als Darlan sich den Achsenmächten anbot, erzählte er gern, daß seine Familie einen 300jährigen Kampf gegen England geführt habe und dabei fast ausgerottet worden lei. Er selbst ist nun das Opfer Englands geworden. Das Echo in Frankreich. Vichy, 27. D-z. (DNB.» In französischen Regie- Nmgskreisen wurde nach dem Bekanntwerden der Nachricht von der Ermordung Darlans eindeutig ausgesprochen, daß allein der b r i ti sche 3n t e ilige nee Service als Urheber des Mordan- schlages in Betracht komme. Staatssekretär Marion wies darauf hin, daß das Ausbleiben exakter Nachrichten über die Person des Mörders dafür ebenso bezeichnend sei, wie die Genugtuung des Londoner Rundfunks. Der britische antelHgence Service Berte es vermutlich nicht an Versuchen Men as en, ter Regierung von Vichy oder auch text Achten- möchten die Schuld an der Ermortung Darlans zu- luschieben. Gegenüber derart plumpen Manooem sprächen sedoch die anglo-amerikansichen Gegensätze bei der Ausplünderung des sronzosifch-nortaEi- lanischen Kolonialreiches eine zu deutlich- Spr<-che Der „Motin" schreibt, der Verräter Darlan se gerichtet, das Verbrechen trage den Stempel. Sntel- ligence Service. Churchill fei in tortafrita von lkosevelt derart zurückgedrangt worden, daß> -ine gewaltsame Lösung habe erfolgen müssen. Botschaf s-7d e B r i n ° nVffiirte der rin Interesse an der Ermordung Darlans h-che Iweifellos England gehabt. Darlan fei stets nitzerordentlich englandfeindkch gewesen Die lütten Zweifellos die Absicht, sich im französischen EUSthtt* dauernd MW Drwch Inbesitznahme von Franzostsch-Rordafr ka imd! f «frika würden st« all« Verbindungslinien Englands nach feinem Weltreich, sowohl durch das Mittelmeer wie durch den Atlantischen Ozean, unter ihre Kontrolle bekommen. Die Beseitigung Darlans sei der englische Schlag gegen diese Politik. De Sri non stellte die Frage, warum der Name des Mörders nicht genannt werde, und warum er bereits exekutiert worden fei. Man habe dafür militarifcfye Gründe angegeben. Der tatsächliche Grund sei ein politischer. Die Hand des (Secret Service Der Leiter der flämischen Einheitsbewegung zur Bluttat von Algier. Brüssel, 27. Dez. (DNB.) Dr. Elias, der Leiter der flämischen Einheitsbewegung „Maamsch National Verband" erklärte zu dem Mord an Sarian: „Wer die Mittel und Umwege der englischen Polittk kennt, hat keinen Augenblick gezweifelt, wo die Anstifter des ver-abscheuungswürdigen und feien Mordes an Darlan sitzen. Darlan hatte sich mit den USA. verbündet, und er war eine Gefahr fürdie 9nte reffen Englands. Deswegen mutzte er aus dem politischen Leben verschwinden. Uns läßt das Schicksals Darlans als solches gleichgültig, weil er in zwei Fahren feiner Polittk der HeuchÄei und des Verrats und des Be- ttuges Europa verraten hat. Sein blutiges Ende durch die Hand eines Agenten des Secret Service aber ist eine erste Episode des gnadenlosen Kampfes, den England und die USA. sich auf unserem Kontinent und auf unsere Kosten liefern würde, wenn es ihnen gelingen würde, hier wieder festen Fuß zu fassen. Unsere Antwort ist eindeutig. Für die Gangsterinteressen der fogenannten Alliierten gibt es keinen Platz mehr auf unserem Kontinent Europa. Die Tai und ihre Auswirkungen. Tanger, 27. Dez. (Europapreß.) Admiral Darlan ist am Donnerstag um 15 Uhr erschossen worden. Das Attentat ereignete sich im Gebäude des französischen Oberkommissariats in Algier. Der Täter, ein junger Mann von 20 Fahren, hatte am Donnerstag um eine Unterredung mit Darlan nachgesucht und erwartete ihn im Vorraum seines Arbeitszimmers. Als Darlan um 15 Uhr das Vorzimmer betrat, gab der Besucher drei Schüsse auf ihn ab, von denen der erste Darlan in den Mund traf, während die beiden anderen in die Lungen gingen. Ein Beamter, der den Täter zu hindern suchte, erhielt einen Beinschuß. Dann wurde der Täter von herbeigeeilten Barnten überwältigt. Darlan starb bereits auf dem Transport ins Krankenhaus. Schon am Freitag wurde er in Gegenwart von General Eisenhower beigesetzt. Dieser hat sofort nach Bekanntwerden der Tat über Französisch-Nordafrika Nachrichtensperre verhängt. Dadurch erklärt sich auch, daß er st 10 Stunden nach der Tat die erste Meldung darüber ausge- geben werden konnte. Sämtliche Nachrichten über diesen Fall unterliegen strenger Zensur. Der T ä - ter ist inzwischen von den nordamerikanischen Militärgerichtsbehörden vernommen und zum Tode verurteilt worden. Das Urteil wurde bereits am Vormittag des 2. Weihnachtsfeiertages vollstreckt. Namen und Nationalität des Täters werden „aus militärischen Gründen" jedoch noch immer geheimgehalten. Heber seine Person kursieren zwei Lesarten: Die eine spricht von einem Franzosen, die andere von einem jungen Mann bisher unbekannter Nationalität. Die Reaktion, die der Tod Darlans m London und Washington ausgelöst hat, ist ebenso verschieden wie interessant. Der englische Nachrichtendienst gab zunächst eine Fülle von Meldungen heraus, aus denen die Erleichterung, ja offene ! Genugtuung der maßgeblichen politischen Stellen Englands über den Tod Darlans deutlich zu fpü- ( ren war. Das amtliche Reuter-Büro sagte bereits in feiner ersten Erklärung in größter Offenheit: „Die Tragödie des Admirals Darlan wird überall nur geringes Bedauern auslösen. Er war ein Mann, der nur wenige Freunde und viele Feinde hatte." Fnzwischen hat man in London jedoch wohl gemerkt, daß man sich im Ueberschwang der ersten Freude zu sehr verraten hat, und versucht nun durch völliges Schweigen diesen Fehler einigermaßen wieder wettzumachen. Ganz anders ist die Reaktion in nordamerikanischen Kreisen. So äußerte Rooselts neuer persönlicher Vertreter in Französisch-Nordafrika, ©e» janbter Murphy, als er von der Tat erfuhr: „Mit Darlan starb ein aufrichtiger Freund der Vereinigten Staaten." Noch deutlicher ist der nordamerikanische Außenminister Cordell Hüll gewesen. Er erklärte den Mord an Darlan für „eine verabscheuungswerte und feige Tat". Auch die spanische Nachrichtenagentur Efe berichtet aus Washington, daß die Nachricht von der Ermordung Darlans die ganze Weihnachtsstimmung im Weißen Hause verdorben habe. Roosevelts Afrika-Politik, die auf die völlige Einverleibung der französischen Besitzungen ziele, sei dadurch wesentlich kompliziert worden. Führende Persönlichkeiten Washingtons hätten erst in den jüngsten Tagen offen erklärt, daß Roosevelt über die Zusammenarbeit mit Darlan „sehr zufrieden" sei. Deshalb ist Roosevelts Schmerz über den Tod seines Statthalters in Französisch-Nordafrika auch so groß, und es ist begreiflich, daß er nach Erhalt dieser Todesnachricht voll Wut in die Worte ausbrach: „Das ist ein ganz gemeiner Mord". Man geht wohl auch kaum fehl in der Annahme, daß der von Roosevelt an seinen Botschafter in London, W i • n a n t, ergangene Befehl sofort zur Berichterstattung nach Washington zu kommen, mit den Schüssen in Algier zusammenhängt. „New Port Herald Tribüne" schreibt den Engländern ins Stammbuch, „bie Ermordung Darlans werde in keiner Weise die in Nordattika von den USA. betriebene Politik andern. General Eisenhower besitze völlige Handlungs- fteiheit und jede Neuregelung bedürfe seiner Zustimmung. 9m Lager der führenden Renegaten Französisch- Nordafrikas herrscht naturgemäß größte Bestürzung. Am Freitag bereits hat General Berge- r e t über den Sender Algier einen „Appell an alle" gerichtet, in dem er zur Besonnenheit aufforderte und mitteilte, General Giraud habe nunmehr „bie Verantwortung für die Aufrechterhaltung von Ruhe und Drtmung" übernommen, lieber die zu ergreifenden Maßnahmen schien man sich jedoch lange nicht im klaren zu sein. Der Rat der Ratlosen, die Mitglieder des „Reichsrats" sowie General N 0 g u £ 5 und B 0 isson tagten zusammen mit General Eisenhower bereits feit Donnerstagabenb in Permanenz, und es ist i ein Zeichen für die Uneinigkeit, die unter ihnen geherrscht haben muß, daß erst nach drei Tagen | eine Notlösung gefunden wurde. Diese heißt G i • raub. Dieser wortbrüchige Verräter-General hat nun die Aufgabe bekommen, das Erbe Darlans anzutreten. Um ihm feine Aufgabe etwas schmackhafter zu machen, wurde er Oberkommissar von Französisch-Nordafrika und Oberbefehlshaber der französischen Armee, der Kriegsflotte und der Lust- strettkräjte. Roosevelts Flucht in die Wettherrschast. Wenn man früher der nationalsozialistischen Behauptung, daß das hinter Roosevelt stehende 9üben- tum die Weltherrschaft erstrebe, nur wenig Glauben in der Welt geschenkt hat, so wird man oiese Einstellung in Zukunft revidieren müssen. Nicht nur die Tatsache des Ueberfalls auf Französisch-Nordafrika, nicht nur die heimtückische Hineinmanövrierung Südamerikas in den Roosevelt-Krieg durch die ein volles 9ahr lang aufrechterhaltene Verheimlichung der katastrophalen Schiffsverluste bei Pearl Harbour, nicht nur die unter dem Mantel einer Verteidigung nur schlecht getarnte Annektierung Australiens und Neuseelands, nicht nur die wirtschaftliche und militärische Durchdringung 9ndiens und des Mittleren Ostens, die schon bis nach Teheran vorgedrungen ist, wo heute ein Amerikaner an der Spitze des wichtigsten Dersorgungsamtes steht, beweisen das, sondern vor allem auch das Zeugnis des eigenen Bundesgenossen: Englands. Der Streit um Darlan und de Gaulle ist in Wahrheit ein Streit zwischen Roosevelt und Churchill ein Streit zwischen dem britischen Empire und dem neuen Weltherrschaftsanspruch Roosevelts. Die Engländer selbst können heute nicht mehr leugnen, daß tatsächlich die Unterjochung der ganzen Welt unter die Herrschaft Washingtons, d. h. praktisch unter den jüdischen Geldsack, das Ziel Roosevelts ist. Mögen sie auch noch mit mehr oder weniger gewundenen Worten um diese nackte Tatsache Herumreden: leugnen ober gar aus der Welt schäften können sie sie nicht mehr! Denn gegen einen bloßen Verdacht setzt man sich nicht so zur Wehr, wie es Churchill praktisch tut. Hat er doch gerade jetzt auf diplomatischem Wege in Washington Vorstellungen erheben lassen, die darauf abzielen, daß eine englisch-amerikanische Untersuchungskommission zur Regelung der Dinge in Nordafrika eingesetzt werden soll. Helfen wird ihm bas freilich nur wenig, benn England befindet sich heute längst in absoluter Abhängigkeit von den USA., deren drückendste Seite darin besteht, daß rund die Hälfte des englischen Volkes mit Lebensrnitteln aus Amerika ernährt werden muß. Das ändert indessen wenig an der damit vor 'aller Welt erhärteten Tatsache des Rovseveltschen Strebens nach der Weltherrschaft. Am englischen Widerstand wird dieses Stteben gewiß nicht scheitern, wohl aber am Widerstand des unter deutscher Führung geeinten Europas und an der Unzulänglichkeit der Vereinigten Staaten selbst. Man darf nicht veraessen, daß Roosevelt seinen Weg als „Sozialreformer" begonnen hat. Entsprechend den großen Vorbildern Adolf Hitlers und Mussolinis machte auch er den Versuch einer grundlegenden Wandlung der amerikanischen Wirftchaft. Mit echt Rooseveltscher Ueb erheb! ich kett und Anmaßung wurde der New Deal als das größte wirtschaftliche Reformprogramm der Welt angekündigt. Sein Erfolg war freilich ein einziges riesiges Fiasko. Trotz des Aufwandes einer Milliardensumme von Dollars befand sich die amerikanische Wirtschaft bereits 1936 in einer so zerrütteten Verfassung, daß Roose' velt keinen anderen Ausweg sah, als innenpolitisch mit dem Großkapital zu paktieren und die Aufmerksamkeit des Volkes, das in feinen Erwartungen aufs schmählichste getäuscht wurde, auf bie Außenpolitik abzulenken. Die berüchtigte Quarantäne-Rede kennzeichnet diesen Unftchwung bet Rooseveltschen Politik. Von da an hetzte dieser Mann systematisch zum Kriege gegen Europa. Die Vernichtung des europäischen Wettbewerbs, das ist fein eigentliches Ziel, damit die USA. das alleinige Monopol in der Weltwirtschaft besitzen. Es stört ihn wenig, daß Amerika dieser Ausgabe niemals gewachsen sein kann. Genau so wenig, wie Roosevelt Erfolg mit seinen wirtschaftlichen Reform» planen hatte, genau so wenig ist es ihm gelungen, die Erschütterungen au szu gleich en, bie jede Wirtschaft her der Umstellung auf bie Kriegswirtschaft durchmachen muß und die in den USA. um so schwereer sein mußte, weil deren Wirtschaft ja bisher in viel höherem Maße auf die Erzeugung reiner Konsumgüter ausgerichtet war als jede andere Volkswirtschaft. Dazu kam die absolute Verkennung der militärischen Auswirkungen des Krieges auf bie amerikanische Wirtschaft. Roosevelt hatte geglaubt, unberührt von feindlicher Waffenwirkung die Wirftchaft der USA. in Ruhe auf den Krieg einstellen zu können. Die deutschen U-Boote machten ihm einen bösen Strich durch diese Rechnung. Es zeigte sich, daß bie amerikanischen Gewässer keineswegs sicher vor ihnen waren, und die Folge war eine außerordentliche Behinderung der Transportwege, bie sich in der ganzen Wirtschaft durch schwere Störungen her Versorgung bemerkbar machte. Das war indessen nur der Anfang. Sehr bald trat zu den Versorgungsstörungen infolge von Transvortschwierig- feiten ein absoluter Rohstoffmangel hinzu, hauptsächlich verursacht durch bie japanische Eroberung Südostasiens. Und schließlich machte sich in zunehmendem Ausmaße ein Mangel an Arbeitskräften bemerkbar. Die notwendigen Wirtschaftsleistungen waren trotz der Riesenprogramme offenbar unterschätzt worden. Keines dieser Programme konnte plangemäß erfüllt werden. UeberatI blieb die Produktion zurück, und man mußte sich zu einer Verringerung der Sollziftern entschließen, was nur notdürftig hinter der Ausrede verborgen wurde, daß man die Quantität zugunsten der Qualität verringern wolle. Krasse Mißverhältnisse zeigen sich auf allen Gebieten in der amerikanischen Wirtschaft. Der Waren« hunger, der nicht mehr befriebigt werden kann, wächst täalich. Die Preise steigen. 9n den letzten zwölf Monaten sind die Großhandelspreise wiederum um 10 v. H. gestiegen, die Lebensmittelpreise sogar um 20 v. H. Einzelne landwirtschaftliche Erzeugnisse stiegen noch darüber hinaus um 24 v. H. Das Anti-9nflations-Gesetz, bas vor zwei Monaten in Kraft trat, vermag anscheinend diese Entwicklung nicht aufzuhalten. 9edenfalls spricht man ganz offen davon, baß auch im nächsten 9ahro Preissteigerungen unvermeidlich sein werden. Offen» bar kommen diese MejssteigerunKen hauptsächlich von der landwirtschaftlichen Seite, was auch insofern durchaus erklärlich ist, als dort ein echtes Produk- tions- und Kostenproblem vorliegt. Auch die amerikanische Landwirtschaft kann eben die Erzeugung nicht schlagartig erhöhen (sie soll etwa 35 Millionen Menschen mehr ernähren als bisher), wenn sich gleichzeitig die Zahl der Beschäftigten um 2% Millionen verringert hat. Diese Entwicklung ist durch Preiskontrollen, die noch dazu sehr unvollkommen sind, nicht abzubremsen, auch nicht durch ein Anti- Inflations-Gesetz. Der Zahlungsmittelumlauf, der vor dem Kriege 7,14 Milliarden Dollar ausmachte, hat sich bereits nach einem Kriegsjahr auf 14,65 Milliarden Dollar erhöht und weist dabei von Monat zu Monat steigende Tendenz auf. Eine monatliche Ausweitung um rund 450 Millionen Dollar ist jedenfalls auch für die USA. bedenklich. Die Kriegsausgaben werden für das laufende Etatsjahr, also bis Mitte 1943, auf 74 Milliarden Dollar geschätzt. Dazu kommen die Ausgaben für die -Pacht- und Leihhilfe mit insgesamt etwa 10 Milliarden Dollar. Nur durch eine gewaltige Erhöhung der Steuern kann man dagegen ankämpfen. Ader die Steuereinnahmen decken nicht im entferntesten die riesigen Ausgaben. Das Defizit im Bundeshaushalt, das 1939/40 mit der bescheidenen Höhe von 3,6 Milliarden Dollar bereits ernsthafte Bedenken her» vorgerufen hatte, hat inzwischen für das laufende Haushaltsjahr die riesige Höhe von 55 Milliarden Dollar (Schätzung) erreicht. So sieht die Wirtschaft des Mannes aus, der sich vermißt, künftighin der ganzen Welt ihr wirtschaftliches Gesetz zu diktieren. Wer sein eignes Land nicht in Ordnung halten kann, wird der eine Welt regieren können? Er wird nichts anderes können, als diese Welt auszuplündern und auszubeuten, um das eigene wirtschaftliche Fiasko zu verdecken. So ist das wahnwitzige Streben Roosevelts nach der Weltwirtschaft nichts anderes, als eine Flucht in die Weltherrschaft, der Versuch, den Folgen der eigenen Unzulänglichkeit zu entgegen, und wenn darüber die ganze Welt zugrunde geht. V. A. Gedämpfte Weihuachkstimmimg in Washington Lissabon, 27. Dez. (Europapreß.) Wie die Londoner „Times" berichtet, waren die Weihnachts- tage in Washington von der Brennstoffknappheit überschattet. Im Weißen Hause fanden Konferenzen Ä Roosevelt und dem Stabilisierungsdrrektor ; s als dem für die Verteilung, Rationierung und Brennstofstransport Verantwortlichen statt, deren Auswirkung jedoch bisher nur die Ankündigung war, daß nnht mit einer Besserung der Lage zu rechnen sei. Die Knappheit trat ein „infolge der nicht voraus,zusehenden Bedürfnisse an Brennstoffen für militärische Zwecke". Schon vor einigen Tagen hatte die Londoner Presse aus Washington angedeutet, daß die Drennstoffknappheit in Zusammenhang mit Versenkungen von Tankern im Atlantik, im Karibischen Meer und vor der nord- afrikanischen Küste stehe. „Wir müssen uns auf einen langen Kampf gefaßt machen, denn die Achsenmächte sind sehr stark", erklärte Kriegsmini- ster Stimson auf einer Pressekonferenz in einem Weihnachtsüberblick zur Kriegslage. Die USA. hätten noch große Verluste und Niederlagen zu erwarten. Oie USA. auch in Aegypten. Istanbul, 27. Dez. (Europapreß.) Eine in Aegypten eingetroffene nordamerikanische Kommission hat die Aufgabe, die Einfuhr auf dem Seewege über ägyptische Häfen zu überwachen. Die nordamerikanische Gesandtschaft beabsichtigt zu diesem Zweck die Ernennung von 25 nordamerikanischen Experten in verschiedenen Verwaltungszweigen des Landes, um eine bessere Zusammenarbeit der Wirtschaftsabteilung des Generals Maxwell mit den Behörden zu gewährleisten. In englischen Kreisen Aegyptens wird diese Initiative der Nordamerikaner mit Beunruhigung verfalgt, weil man in ihrem Vorgehen den Versuch erblickt, die englischen Sachverständigen zu verdrängen. Stoßtrupp im Schneesturm. Von Kriegsberichter Kranz Pesendorser. PK. ... Wolken fetzen jagen über den frühnticht- lichen Himmel. Dunkler ballt sich das Gewölk, körnige Eiskristalle stechen wie Radeln im geröteten Gesicht der Grabenposten, glättend und ebnend treibt der Sturm die Schneedecke in die Gräben, Mulden und Granattrichter. Auf der Weite des Vorfeldes biegen sich rauschend die hohen, winterbraunen Sträucher und Gräser. Schweigend zieht der Stoßtrupp durch den Graben zur Ausstiegstelle. Der Sprung aus dem bergenden Graben, der alles Ueberlegen und Bedenken, alle schwankende Hoffnung und alle quälenden Zweifel zurückläßt, fordert nichts als die Tat. Gebückt bis zum Hindernis und durch eine Lücke durch Draht und Minensperre, weiter in einem niederen Graben. Dann und wann beim Aufsteigen einer Leuchtkugel sackt die Reihe der Männer zusammen, wie von einer unsichtbaren Faust auf den Boden gedrückt. Hat die aufzischende Patrone ihre höchste Höhe und ihre stärkste Leucht- traft erreicht, dann streicht das Licht über eine Fläche, in der nicht mehr Leben zu sein scheint als immer zuvor. Der Graben im Niemandsland ist auch in dieser Nacht vom Feinde frei. Sichernde Maschinengewehre bleiben in ihm zurück. Und ein Krankenträger mit einer Trage für alle Fälle. Don hier sind es nur noch achtzig Meter zum Feindgraben. Nur noch! Aus der halb kauernden, halb liegenden Stellung in der niederen Erdfurche löst sich der eine der beiden Pioniere. Die anoeren folgen. Die Maschinenpistolen in den Fäusten robben wir dicht hintereinander, den Kops knapp bei den Füßen des Vordermannes. Wenn Leuchtkugeln hochsausen und MG.-Garben über das Feld streichen, drücken sich die Körper regungslos an die Erde. Minutenlang Dann beginnt wohl auch der Schnee unter uns ein wenig aufzutauen, während der Sturm einen dichten weißen Schleier von hinten auf uns wirst. Auf halbem Wege kauern wir uns an die Wand eines großen Trichters, um dessen Rundung hartgefrorene Erdbrocken liegen. Danach ein kurzes Zeichen des Vordermannes. Man muß bis zu seiner Hüfte hinrobben, um ihn zu verstehen, denn der Schneesturm verschlägt die Worte: „Vorsicht, Minensperre!" Nur wenig ragen die gefährlichen Holzkästen aus der Erde, gut, daß sie der lockere Schnee nicht ganz begraben und unsichtbar gemacht hat! Einer nach dem anderen gleitet über einen erhöhten, von Schnee blank gefegten Weg in einen breiten Graben, den wieder ein schmales Drahtgeflecht und Minen sperren. Dahinter aber steigen bald die Erdaufwürfe des Sowsttgrabens aus dem Dunkel. Seitlich droht die schwarze Schießscharte eines etwas vorgeschobenen Bunkers. Kem Feuer, also anscheinend unbesetzt! Wir sind dran! Drüben, in etwa dreißig Meter Entfernung sitzt einer nach vorn gebückt auf einem Brett in einer flachen Nische des breiten Grabens, es ist unfein, dich bei dieser Beschäftigung zu stören, Kerl, aber: „Nix zu machen, das ist der Krieg!" Ein paar Bolschewisten ahnungslos. Von rechts her biegt einer um die Ecke, mit einer Pistole in der Hand. Ein Aufzucken des Schreckens und Entsetzens in seinen Augen, dann fegen die Feuerstöße der Maschinenpistolen in den Graben. Wie ein Spuk in dieser höllischen Wint^rnacht mag es sie gepackt haben! In kurzen Sprüngen setzen mir uns wieder ab. Aufgeregt beginnen ihre Maschinengewehre zu hämmern, ihre Pistolen hell dazwischen zu bellen. Schneesturm, wir haben dich verflucht, nun danken wir dir, weil du uns nun in deinen Wirbel aufnimmst! Es geht schnell. Bald hocken wir wieder bei dem einen der beiden Sicherungsmafchinenge- wehre. Keiner fehlt. Eine Pause. Dann ein zweites Mal an den Graben, diesmal weiter links. Denn wir haben noch Magazine für Maschinenpistolen und auch Handgranaten, die einem guten Zweck zugeführt werden können. Wieder das angespannte, geräuschlose Vorwärts, das horchende und beobachtende Liegen. Minuten vor den Rohren des Feindes, die sich endlos dehnen können ... Da! Sie müssen auch die Nachbarabschnitte ihres Grabens alarmiert haoen, denn über den Erdaufwürfen heben sich schwarze Silhouetten ab, die sich bewegen. Doppelt langsam und doppelt vorsichtig geht es weiter! Bereit sein, ist alles. Meder ist der Stoßtrupp am Ziel. Handgranaten stiegen in Graben und Postenstände, den Bolschewisten vor die Füße. Maschinenpistolen knattern zwischen dem dumpfen Klopfen der Detonationen. Die Schatten am Graben versacken. Ehe sich die Abwehr links und rechts in der dicht-besetzten Stellung finden kann, ist der Stoßtrupp vom Schneesturm verschlungen. Tiefatmend sitzen wir bald eng nebeneinander in der seichten, schneeverwehten Grabenrinne und warten, bis sich das Feuer der Sowjets beruhigt, das vergeblich sich im Niemandsland Ziele sucht. Das langgedehnte Heulen der Verwundeten und die Schreie der Offiziere und Kommissare dringen in Bruchstücken durch das Tosen des Orkans zu uns herüber, so als ritten Hexen durch diese wilde Nacht. Oie: ehrmachtben'chte. Oer Wehrmachtbericht vom Donnerstag. DNB.Aus dem Führerhauptquartier, 24. Dez. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Deutsche Truppen wiesen auch gestern im Terek-Gebiet und in der Kalmücken- st e p p e wiederholte feindliche Angriffe ab und fügten dem Gegner bei einem erfolgreichen Vorstoß blutige Verluste zu. Ein im hintergelände auf- tauchender Kavallerieverband der Sowjets wurde angegriffen und in anschließender Verfolgung zersprengt. Zwischen Wolga und Don wurden im Angriff 600 Gefangene eingebracht und 15 Panzer vernichtet. Gegenangriffe der Sowjets brachen zusammen. Im Don-Gebiet dauert die Abwehrschlacht in wechselvollen Kämpfen weiterhin an. Vei eigenen Anqriffsunternehmungen im mittleren Frontabschnitt wurden zahlreiche Bunker und Kampsttände zerstört. Oertliche Angriffe des Feindes scheiterten. Südöstlich des Ilmensees nahm der Gegner seine Angriffe mit starken Kräften wieder auf. Bei der erfolgreichen Abwehr wurden 34 Sowjetpanzer vernichtet. 3n Tunesien brachten eigene Vorstöße örtliche Erfolge, versuche des Feindes, das an den Vortagen verlorene Gelände wieder zu erobern, brachen zusammen. 200 Gefangene wurden eingebracht. Die Hafenanlagen von Bengasi und ein Flugplatz des Feindes im libyschen Küstengebiet wurden in der vergangenen Nacht von deutschen Kampfflugzeugen bombardiert. Schwache Kräfte der britischen Luftwaffe griffen bei Lage einige Orte der besetzten West gebiete an und warfen in der Nacht vereinzelt Bomben in Westdeutschland. Vei diesen Einflügen sowie über dem Kanal und an der holländischen Küste wurden acht feindliche Flugzeuge abge- schossen. Der Wehrmachtberichi vom Freitag. DBB. Aus dem Führerhauptquartier, 25. Dez. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: 3m Terekgebiet wurden wiederholte Angriffe des Feindes abgewiesen, zum Teil Bereitstellungen durch Artillerlefeuer zerschlagen. 3m Laufe des gestrigen Tages gingen unsere heldenhaft kämpfenden Truppen, unterstützt durch den Einsatz neu zugeführter Verbände, im D on g e - biet an mehreren Stellen zum Gegenangriff über. 3n erbitterten Kämpfen vernichteten sie feindliche motorisierte und Panzertruppen, die versuchten, durch Lücken in der neu aufgebauten Front in das Hintergelände vorzustoßen. 3m mittleren Frontabschnitt scheiterten zahlreiche schwächere Vorstöße des Feindes. Südöstlich des 3lmenjees wurden alle Angriffe der Sowjets in zum Teil hartnäckigen Kämpfen abgewiesen. Der Feind hatte hohe blutige Verluste und verlor 15 Panzer. Eigene Stoßtrupps führten am Wolchow und bei Leningrad erfolgreiche Unternehmungen durch und zerstörten dabei eine Anzahl Kampsttände. 3n Libyen örtlich auflebende Kampffätigkeit. Erneute feindliche Angrifffe in Tunesiev wvrde« Ein kämpfendes und arbeitende« Volk. chm die Kraft zu schöpfen, die Gefahren, die uns umdrohen, siegreich zu durchschreiten und damit dem Reich den Weg in eine hellere, lichtere und schönere Zukunft zu bahnen. Unseren tapferen Soldaten, die ein ganzes Jahr härtester Kämpfe und stolzester Siege und Triumphe hinter sich hätten, gebühre gerade heute der tiefste Dank und die wärmste Anerkennung des ganzen Volkes. Es gebe auch im Kriege uno auf dem Marsch eines Volkes in eine Helle Zukunft Augenblicke, in denen alle stille stünden, um Umschau zu halten. An einem solchen Schnittpunkt befänden mir uns heute. Wir sähen vor uns die goldenen Brücken, die sich zu dieser Stunde zwischen Front und Heimat spannten. Fast hätten mir das Gefühl, als könnten wir uns die Hände reichen, so wenig (Entfernung liege jetzt noch zwischen uns. Es gebe niemanden unter uns, der sich dem starken Zauber einer solchen seelischen Verbundenheit entzichen könnte oder wollte. „Ein Soldatentum, wie es die Geschichte noch niemals sah, bildet weit vor den Grenzen unseres Landes einen Wall, den kein Feind überfteigeni kann. Aber es gibt draußen wohl keine Einheit, in der nicht bei diesem Weihnachtsfest ein guter Kamerad fehlt. Und unsere Toten sind die einzigen, die heute zu fordern haben, und zwar von uns allen, an der Front wie in der Heimat. Sie find die ewigen wahner, die Stimmen unseres nationalen Gewissens, das uns ständig antreibt, unsere Pflicht zu tun. Die Eltern, Frauen und Kinder unserer gefallenen Helden schllehen wie in dieser Stunde am dankbarsten in unsere Herzen ein. Sie sollen die Vollendung dessen erleben, wofür ihre Söhne, Wärmer und Väter starben, und darin den wohltuendsten Trost empfangen. Heute möchte ich besonders eindringlich zu den deutschen Müttern sprechen. Der Krieg ist zwar im großen ganzen eine Sache der Männer. Aber wqhln würden wir geraten, wenn unsere Mütter und Frauen dabei nicht helfend zur ©eite ständen! Aus ihrem weiblichen Instinkt heraus, der sie niemals trügt, erkennen sie die entscheidende Größe dieser Zett. Sie fühlen genau, daß mit ihm auch die Stunde der Mutter gekommen ist, daß im Ansturm unserer Feinde gegen das Reich, wie diese auch selbst offen zugeben, gerade das bedroht ist, was unsere Frauen unter Schmerzen der Nation schenkten: ihre Kinder. Was soll ich unseren Soldaten von der Heimqt sagen? Daß sie treu und unbeirrt hinter ihnen steht, das wissen sie längst. Das erfahren sie vor allem am heutigen Tage in unzähligen Millionen von Briesen und Liebesgaben von zu Hause. Wir sind alle bei ihnen, die Heimat wird die Front niemals im Stich lassen. Der Soldat braucht, wenn er mit dem Gesicht gegen den Feind steht, überhaupt nicht zurückzuschauen. Er ist im Rücken gedeckt durch ein Berlin, 24. Dez. (DNB.) Wie in den vergangenen Kriegsjahren brachte der Rundfunk auch ür die 4. Kriegsweihnacht ein besonders festliches Programm. Orgelklängen aus den schönsten deut- chen Domen folgte eine „Musik zur Bescherung", )ie Weihnachtslieder in die Stuben der Heimat und in die Bunker und Unterstände an allen Fronten trug. Um 19.25 Uhr begann die Weihnachts-Ringendung, die der deutsche Rundfunk in Zusammenarbeit mit dem OKW. gestaltet hatte. Zahlreiche Standorte, Beobachtungsstellen und Batterien, Gräben und Unterkünfte waren durch Leitungswege von über 50 0000 Kilometer Länge untereinander und durch den Aether mit der Heimat verbunden. Vor die so um die Lautsprecher gescharten Millionen Deutschen an der Front und in der Heimat trat um 21 Uhr Reichsminister Dr. Goebbels, um sich in seiner Weihnachtsansprache zum Dolmetsch des ganzen Volkes zu machen. Die Klänge von „Les preludes" von Franz Liszt, die Weisen des Vorspiels zu „Lohengrin" und die innigen Klänge des Weihnachtsliedes „Hohe Nacht der klaren Sterne" bildeten den Abschluß der Weihnachtsfeier des Rundfunks für Front und Heimat. Oie Weihnachisbotschast. Reichsminister Dr. Goebbels sagte in seiner Weihnachtsansprache, daß noch niemals in der deutschen Geschichte die Deutschen am Weihnachts- f-eft einander so ferne wie in diesem Jahr gewesen feien. Der Sohn stehe als Soldat im Osten, der Mann im Westen, der Bruder hoch im eisigen Norden und der Freund in den Scmdwüsten Afrikas. lieber alle Meere kreuzten deustche Kriegsfahrzeuge mit unseren Soldaten, um weit von der Heimat entfernt den Kampf für unser Leben zu führen. Es bedürfe schon einer starken Liede und eines sehr innigen Verbundenheitsgefühls, um für eine Viertelstunde wenigstens alle Deutschen im Geiste zu vereinen. „Der Krieg", so fuhr Dr. Goebbels fort, „ist eine harte Sache. Er nimmt nicht viel Rücksicht auf die Menfchen und ihre persönlichen Wünsche und Sehnsüchte. Er wird für ein großes Ziel geführt, und man kann dieses Ziel überhaupt nur erreichen, wenn man ihm alles andere unterordnet. Fast 3*lt Jahre leben, kämpfen und arbeiten wir nun unter feinem gebieterischen Zwang. Er entläßt uns keinen Tag, ja keine Minute aus feinem Pflichtenkreis. Wer es ernft mit diesen Pflichten nimmt — und wer hätte nicht den Ehrgeiz das zu tun! — der steht unter feinem kategorischen Imperativ von feiner ersten bis zu seiner letzten Stunde/ Am tiefsten werde der die wehmütige Festlichkeit dieser Stunde empfinden, der ein ganzes Jahr auf pflichtenreichem Krieggsposten gekämpft und gearbeitet habe; denn er allein habe ein Recht darauf, diesen Weihnachtsabend ganz zu feinem Besitz zu machen, sich von seinem, wenn auch im Kriege herben Zauber gefangennchmen zu lassen und aus abgeroiefen und eine große Anzahl amerikanischer Gefangener eingebracht. Einzelne britische Flugzeuge warfen am Deih- nachtsabend einige Bomben auf westdeutsches Gebiet. Oer Wehrmachtbericht vom Gamstag. DBB. Aus dem Führerhauptquartier, 26. Dez. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: TlördlichdesTerek rannte der Feind wieder vergeblich unter hohen blutigen Verlusten gegen die deuffchen Stellungen an. 29 Sowjetpanzer wurden dort vernichtet. Zwischen Wolga und Don und im Dongebiet brachen sich die anhaltenden feindlichen Angriffe an dem harten Widerstand unserer Truppen. 3n Gegenangriffen warfen deutsche Truppen an mehreren Stellen die Sowjets zurück. 42 Panzerkampfwagen wurden abgeschossen. Starke Verbände der Luftwaffe und schnelle ungarische Kampfflugzeuge unterstützten die Kräfte des Heeres bei Tag und Nacht. Ungarische Truppen zerstörten bei örtlichen Vorstößen auf dem Ostufer des Don eine größere Anzahl feindlicher Kampfsiände und vernichteten deren Besatzungen. Nordwestlich Woronesch und westlich Kaluga erlitt der Feind bei erfolgreichen eigenen Angriffen schwere Verluste. Zahlreiche Gefangene und Beule wurden eingebracht. Oertliche feindliche Angriffe im mittleren Frontabschnitt scheiterten. Der Stützpunkt Welikije Luki wehrte in erbitterten Kämpfen erneute feindliche Angriffe ab, die mit Panzer-, Luftwaffen- und starker Arlillerieunter- siühung vorgetragen wurden. Bei erfolglosen Angriffen südöstlich des 31- men sees verlor der Feind 10 Panzer. 3m hohen Norden bekämpften Sturzkampfflugzeuge sowjetische Batterieftenungen auf der Fischer-Halbinsel und die Bahnhofsanlage von Kandalakscha mit Bomben schweren Kalibers. Am 25. Dezember wurden 30 Sowjetflugzeuge abgeschossen. Lufttransportverbände versorgten bei Tage und bei Nacht an verschiedenen Frontabschnitten eine Anzahl vorgeschobener hart urafämpffer Stützpunkte. 3n Libyen nur Spähtrupptätigkeit. Deuffche Schlachtflieger bekämpften im Tiefflug britische Kräfte. 3n der Nacht wurde der Hafen von Bengasi wirksam angegriffen. 3n T u n es i e n nahmen deutsche und italienische Truppen hart umkämpfte Stellungen und schlugen feindliche Angriffe zurück. Die deutsche und italienische Luftwaffe griff die Hafenanlagen von Algier sowie Flugplätze in Algerien an. Oer Wehrmachibericht vom Sonntag. DNB.Aus dem Führerhauptquartier, 27. Dez. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: 3m Terek-Gebiet waren die Angriffe der Sowjets schwächer als an den Vortagen. Bereitstellungen des Feindes wurden zum Teil schon durch Artilleriefeuer zerschlagen. Feindliche Angriffe zwischen Wolga und Don und im Raum von Stalingrad wurden abgewehrt. 3m gtofcen Do«. Vogen warfen Infanterie- und Panzerverbände in fortschreitendem Angriff die Bolschewisten weiter nach Norden zurück und nahmen eine Anzahl Ortschaften. Eine stärkere feindliche Kräftegruppe mit Panzern wurde eingeschlossen. Deutsche, italienische und rumänische Luftstreitkräfte griffen an den Schwerpunkten der Kampfhandlungen wirksam in die Lrdkämvfe ein. Oertliche Angriffe und Vorstöße der Sowjets im mittleren und nördlichen Frontabschnitt scheiterten. Tag- und Nachtangriffe der deutschen Kampfflugzeuge richteten sich gegen feindliche Bereitstellungen und Eisenbahnziele. Bei den andauernden schweren Kämpfen um den Stützpunkt W elikije Luks erlitt der Feind gestern durch die hartnäckige deutsche Abwehr ungewöhnlich hohe Verluste. 3n Lappland wurden die Bahnanlagen von Kandalakscha im Tiefflug angegriffen und große Zerstörungen verursacht. 3n Tunesien festigten die deutsch-italienischen Truppen die neu gewonnenen Stellungen und brachten bei erfolgreichen Stoßtruppunternehmungen Gefangene und Beute ein. 3n Luftkämpfen an ber tunesischen Front und bei schweren Angriffen ^deutscher Fliegerverbande gegen Flugstützpunkte in Algerien wurden am 26. Dezember 17 feindliche Flugzeuge, darunter eine Anzahl schwerer Bomber vernichtet. Außerdem verlor der Feind fünf Flugzeuge bei Luftangriffen gegen Bi- zerta und Tunis. Bei einem nächtlichen Vorstoß eines Kampffliegeroerbandes zur algerischen Küste erhielt ein großer Transporter des Feindes schwere Treffer. Elf Transportflieger mit dem 5titferfreu$ ausgezeichnet. Berlin, 24. Dez. (DNB.) Der Führer hat auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe fot* genden elf Transporkfltegern das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen: Oberst imtt> Lufttransportführer Förster, Oberst und Gruppenkommandeur Beckmann, Major und stelloertr. Gruppenkommandeur Fath, Major und Gruppenkomman- deur Z a h r, Hauptmann und Staffelkapitän E r S- mann, Oberleutnant und Flugzeugführer Delz, Oberleutnant und Staffelkapitän Meltzer, Leutnant und Flugzeugführer Köbitz, Oberfeldwebel und Flugzeugführer Domenikus, Feldwebel und Flugzeugführer Kräufsel und Feldwebel und Flugzeugführer F r e n z e l. * Seit Kriegsbeginn tun die Transportflieger im» erm üblich ihre Pflicht, die höchste Ansorberum gen an Mut, Tatkraft und Entschlossenheit stellt Nach dem ersten erfolgreichen Einsatz in Nor« wegen bebingten die oft kaum passierbaren Nachschubstraßen im Osten einen erhöhten Einsatz der Transportflieger. Bis zu den vordersten Stützpunkten der Erbtruppe schleppten die Transport- Jus stets zuverlässig und pünktlich alles bas heran, was man vorn notwendig brauchte. Diele Tausende von Verwundeten wurden auf dem Rückflug mitgenommen. Unzählige Heldentaten geben Kunbe von dem hohen Lieb stillen Opfermutes der deutschen Transportflieger. Zu jeder Stund« einsatzbereit, fliegen sie ihre täglichen Dersorgungs- einsätze. Auch im Süden, wo ihre Staffeln das weite Mittelmeer überwinden, sind sie den in Afrika hart kämpfenden Truppen ein treuer Helfer. So tragen die Transportflieger oftmals zu kampf- entscheidenden Erfolgen bei. Die Truppe weiß, in welchem Umfang dem rechtzeitigen Erscheinen der Transportgeschwader manches Ausharren lp he« dranOsr Lage und mancher Sieg -u perdtmkW G auf ist meradschaf ruleiters u ihrer miede -ranlaßt ha u Mittelpur Kun JJtofeffc Km 22. D Iperen Dpe t Dr. ®eo: w Tcheinm stufen war! kbiet des ■ der Knock 83 in Berli unchen und reifsmald. : l Chirurg« nach Bor M des Ki N wirkt? ■ "scheu Aka L Nachfolge Rechtet t> 3 er auch d k.wnr auch -Achen Ni ■ -»«ende * S° w •VfterneW Mchlige1 ^Schutz 1 wen Mergel Len kann M hat uns labe wäre »MdfteN' Wer ihw ft' L §o und Li Das sei *3d) richte' front,« d-> Sind d-r L Litt Zeit r jinöe, fo ® ftr fo nai loren Stern rauen « hadert W cher Ferne JJ; aber e os ist nur vld, des Mi Vertraue Tapferkeit ur Sr.Sorb Jerwunfr Berlin, oebbels sta eseroelazan achmittag i en einer n D das M zpfere fialhi rten, die ihr Itit und den jrem Blute Minister, ir durch W a-, daß si Ulke. Führer-: M ü n ch e i arteigenosse chen, am Al 7'Mihnach «nbräukellei uftrage des Wommen R°Man Arid vor ? °?f trie ? 'Herr D ^uß jetzt seine l011- i?3en Ci Kr VZ ‘'"teilen M K- An^bai N d. h uner- len ' tat wahren. Dr. Hermann Hering. ion t 1 ick Am 22. Dezember starb in Berlin nach einer schweren Operation der Münchener Chirurg, Professor Dr. Georg Magnus, der 1936 als Nachfolger AUF MÖNCKEBER6 gab. (Fortsetzung folgt) n 5 tN Itil ft in Verwundete eines Berliner Lazaretts. Berlin, 25. Dez. (DNB.) Reichsminister Dr. US lls ler chco und um* nklc nd' iroe der * tM iO ndrr Kunst und Wissenfchast. Professor Dr. Georg Magnus gestorben. tapfere Haltung der um ihn versammelten Derwun- en, die ihren kämpferischen Einsatz für die Sicher- stlicke. ,!?ührer-Weihnacht* der Alten Sarde. München, 24. Dez. (DNB.) Münchens älteste rteigenossen trafen sich, soweit sie nicht im Felde ehen, am Abend des 23.12. zur traditionellen „Fäh- er-Weihnacht" im weihnachtlich geschmückten Lö- enbräukeller, auf der Gauleiter G i e s l e r im uftrage des Führers die alten Kämpfer herzlich lllkommen hieß, besonders jene im feldgrauen leid der Soldaten, die Symbol sind für die große ameradfchaft in diesem Kriege. Eine Ansprache des leiters und eine schlichte Bescherung, die der lihrer wieder für die Männer seiner ältesten Garde öcranlaßt hatte, standen auch im vierten Kriegsjahr im Mittelpunkt der Feier. all? ß W All? n«11' ntflfr elj' & er Minister, ehre die Versehrten des Krieges nicht ur durch Worte, sie beweise vor allem durch die aj, daß sie in ihnen mit ihre besten Söhne er- Gliederungen der Partei, DRK. und Behörden waren den Einladungen gefolgt und nahmen teilweise auch an der abends folgenden Kaffeetafel teil. Sloria-palast: »Stimme des Herzens* Die Geschichte des unglücklichen Liebespaares Francesca da Rimini und Paolo Malatefta, wie sie im fünften Gesänge von Dantes „Göttlicher Komödie" erzählt wird, erhielt ihre kongenial« Verklärung in der bildenden Kunst durch Feuerbachs berühmtes Gemälde; dieses Gemälde, als „lebendes Bild" dargestellt, war offenbar als die Zentralszene des Films „Stimme des Herzens" gedacht, mit dem die neu gegründete Berlin-Film-G.m.b.H. sich einführt. Die Ueberttagung des alten Themas in eine neuzeitliche Umgebung hatte bereits Wildenbruch in einer Novelle erprobt; das Motiv des lebenden Bildes ist für eine filmische Wiedergabe naturgemäß besonders gut geeignet, allerdings wird es hier insofern um seine Wirkung gebracht, als jenes ursprünglich entscheidende Moment der plötzlichen Liebe sertenntnis (beim gemeinsamen Blick in den Spiegel) wegfällt, denn Paul und Felicitas, die hier die Rolle von Paolo und Francesca spielen, wissen schon seit langem genau, wie es mit ihnen steht. Im übrigen hat das Buch von Gerhard T. Buchholz und Georg Hurdalek die allitalienische Fabel in einen Unterhaltungs- und Gesellschaftsroman verwandelt, der zu Anfang dieses Jahrhunderts in einer deutschen Hansestadt spielt und die Liebesgeschichte im Zusammenvrall zwischen den unvereinbaren Sphären der künstlerischen und der kauttnännischen Welt entwickelt. Abgesehen von der Modernisierung der Fabel und der bereits erwähnten Szene — bezeichnet durch die berühmt gewordenen Worte „An ienem Tage lasen mir nicht weiter" — besteht der entscheidende Eingriff des Films in dem Umstande, daß er auf einen tragischen Ausgang verzichtet und aus dem unglücklichen ein zu guter Letzt glückliches Liebespaar gemacht hat. Dem Spielleiter Johannes Meyer stand ein nicht ungeschickt inb | ils w pen Sei »fr fern «hudle ige- „Vielleicht", antwortete sie achselzuckend; „aber wir wollen ehrlich gegeneinander sein, nicht wahr, Frank? — Sehen Sie, ich habe Sie gern, wie ein guter Kamerad den anderen gern hat. Aber Liebe? Unter richtiger Liebe stelle ich mir etwas ganz anderes vor! Liebe ist wie eine zarte Blüte; sie braucht Zeit, um zu reifen, um groß und stark zu werden. In ihren ersten keimenden Anfängen aber genügt ein kalter Windhauch, um sie für immer zu vernichten? Darum wollen wir vorläufig nicht mehr davon sprechen. Lassen Sie mir Zeit, Frank, und sich selbst auch? Sie haben eine schwere und entscheidende Arbeit vor sich, und dazu brauchen Sie innerliche und äußerliche Freiheit! Später vielleicht — dann werden wir sehen ... Kommen Sie, Frank, wir wollen gehen?" Sie erhob sich. Verwirrt und ernüchtert sprang er auf und hals ihr in den leichten Setdenmantel. Als sie die Strafte betraten, umfing sie das Leben der Großstadt Berlin, die auch noch in dieser Stunde um Mitternacht das ewige Lärmlied des Verkehrs summte. Sie gingerfb ein kurzes Stück durch die Sckloß- straße m Steglitz — eine der vielbenutzten Ausfallstraßen Berlins —, dann bogen sie in *?»ne der Seitenstraßen ein. Die Beleuchtung wurde matter, gedämpfter; der Lärm erstarb überraschend schnell, und das Geräusch ihrer Schritte klang nun laut und aufdringlich in die plötzlich einsetzende Stille. Eine Weile gingen sie schweigend nebeneinander her. Vereinzelt begegneten ihnen einige späte Heimkehrer, und dann geschah es öfters, daß man sich nach dem Paar umdrehte, nach dem großen, schönen, schlanken, jungen Mädchen und dem sporllich aussehenden Studenten, der noch einen halben Kopf größer war als Sigrid, und dem der keck zur Seite geschobene Hut etwas Flottes und Draufgängerisches iol' ten !