Sicheim Anzeiger Schnelle Verbände weit nach Süden vorgestoßen tkM keil Königin iübsche .chtigaü istinnen izerin Oie Erstürmung von Bataisk 2272.P tragen, großen Icmdes, Itung Palast 30. erkaufe* , Gießen jungen, die wesentlich dem Kanalbau, seiner Erhaltung und Ueberwachung dienen; dazu die von Js- milia nordwärts nach Port Said und südwärts ebenfalls durch unabsehbare Wüstensande den Kanal in größerer oder geringerer Entfernung begleitende Oer Wehrmachtbericht. DNB. Aus dem Führerhaupkquartier, 27. Juli. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Südlich Rostow wurde die stark befestigte und zäh verteidigte Stadt Bataisk nach zweitägigem Kampf von deutschen Truppen im Sturm genommen. Kampf-, Zerstörer- und Schlachtgeschwader bahnten hierbei der Infanterie den Weg. Weiter ostwärts stießen Schnelle Verbände weit nach Süden vor. Im großen Donbogen warfen deutsche und rumänische Infanteriedivisionen in engem Zusammenwirken mit Panzer- und Luftwaffenverbänden den Feind und erreichten in breiter Front den Fluß. Nordwestlich Kalatsch stehen Panzerverbände und Schnelle Truppen in schwerem Kampf mit sowjetischen Panzer- und Jnfanteriekräften, die verzweifelt das Höhengelände westlich des Flusses zu halten versuchen. Schwere Luftangriffe richteten sich gegen den Nächschubverkehr des Feindes auf der Wolga und gegen Eisenbahnziele nordwestlich Stalingrad. Angriffe auf den Brückenkopf Woronesch wurden erneut blutig abgewiesen. In der Schlacht nordwestlich der Stadt wurden die Sowjets nach Vernichtung eingeschlossenex Kampfgruppen über ihre Ausgangsstellungen nach Norden zurückgeworfen. In diesen schweren Abwehrkämpfen sind feit dem 10. Juli allem im Abschnitt eines Armeekorps 751 feindliche Panzer vernichtet worden. Der 1615 geborene Oberleutnant Bauer ist der Sohn eines ostpreußischen Gutsbesitzers. Als Fahnenjunker trat er 1936 in die Luftwaffe ein und wurde zunächst als Kampfflieger ausgebildet. Er ging später jedoch zur Jagdfliegerei über. Am 4.11.1940 wurde er Staffelkapitän in einem Jagdgeschwader und bekam nach seinem 34. Luftsieg am 1.8 41 das Ritterkreuz. Ständig an der Ostfront eingesetzt brachte er innerhalb von acht Tagen elf Flugzeuge zum Absturz und errang innerhalb von knapp zwei Monaten 38 Luftsiege. Am 25. Juli vernichtete er seinen 100. Gegner. Im mittleren Frontabschnitt wurden bei einem örtlichen Angriffsunternehmen mehrere feindliche Bataillone eingeschlossen. Deutsche Jagdfliegerverbände schossen gestern bei drei eigenen Verlusten 120 sowjetische Flugzeuge ab. Außerdem brachten italienische Jäger drei feindliche Flugzeuge zum Absturz. In Aegypten wurde im S üdteil der Ll- Alamein-Stellung ein feindlicher Vorstoß abgewiesen. Die Zahl der in der Abwehrschlacht feit dem 22.7. vernichteten britischen Panzerkampfwagen hat sich auf 146 und die Zahl der Gefangenen auf 1400 erhöht. Auf Flugplätzen der Insel Malta wurden durch Bombentreffer mehrere britische Flugzeuge am Boden zerstört. Im Kampfe gegen Großbritannien bombardierten Kampfflugzeuge am gestrigen Tage kriegswichtige Anlagen an der S ü dküst e Englands und in den Midlands. Im Kanalgebiet und an der Deutschen Bucht verlor der Feind in Luflkämpfen sechs Flugzeuge. Nach wirkungslosen Störangriffen am Tage auf westdeutschem Gebiet wurde in der Nacht zum 27.7. die Stadt Hamburg und Umgebung von der britischen Luftwaffe mit Spreng- und Brandbomben belegt. Die Zivilbevölkerung hatte stärkere Verluste. Fast ausschließlich in Wohnvierteln wurden zahlreiche Gebäude zerstört und beschädigt. Nachtjäger, Flakartillerie und Vorpostenboote schossen 37 der angreifenden Bomber ab. Die Bolschewisten hatten nicht nur die Stadt Rostow, sondern auch das Höhengelände südlich des Don und seiner Niederungen in den Raum von Bataisk stark befestigt. In erbitterten wechselvollen Kämpfen wurden die Verteidigungsstellungen durch deutsche Infanterie und Panzer durchbrochen und der mit allen Mitteln befestigte Eisenbahnknotenpunkt Bataisk im Sturm genommen. Dabei haben sich der Kommandierende General eines Armeekorps, General der Gebirgstruppen Konrad, und der Kommandeur einer Infanteriedivision, Generalleutnant S ch necken- b u r g e r, besonders ausgezeichnet. Sie haben an der Spitze der angreifenden Truppen die Stadt erstürmt. Die Luftwaffe unterstützte das Vordringen des Heeres durch rollende Angriffe gegen feindliche Batterien und Kolonnen. Zahlreiche Geschütze und über 100 Fahrzeuge wurden durch Bombentreffer vernichtet. Auch mehrere Städte im Mündungsgebiet des Don, durch die sich die Bolschewisten nach Süden und Südwesten zurückzogen, wurden von Kampf- und Sturzkampfflug-. zeugen mehrfach angegriffen. Durch Tiefangriffe deutscher Zerstörerflugzeuge hatten die ungeordnet zurückflutenden feindlichen Kräftegruppen hohe Verluste an Menschen und Material. Am unteren Don wurden bereitstehende Brückenköpfe erweitert und neue gebildet Im Raum ostwärts Nowotscherkassk säuberten die deutschen Truppen den neu gewonnenen Raum von versprengten bolschewistischen Einheiten. Jm^ weiteren Vorstoß durchbrachen Infanterie und Panzer zur Verteidigung des Don angelegte breite Bunker st ellungen südostwärts Nowo- tscherkask-Kriwjanskaja und drangen in den zäh verteidigten OrtBesorgenjewskaja ein. Die Einnahme dieser Orte im Mündungsgebiet des Don bedeutet einen empfindlichen Verlust für die Bolschewisten, da der ganze Raum ostwärts Rostow in den letzten Jahren hoch industrialisiert ist und in diesem Gebiet neben vielseitiger Rüstungsindustrie zahlreiche chemische und landwirtschaftliche Industrien liegen. Besonders Nowotscherkassk ist Standort einer bedeutenden Rüstungsindustrie. Die Masset -i den a 3 liathletei I Wt betl jujdjauer 1 e Kiimpst I )M befa. 1 Mtelten I kommando von der Zwecklosigkeit dieser Jnfan- terieangriffe überzeugt hatte, setzte es inzwischen aus England und dem Nahen Osten eingetrofsene Panzer ein. Aber auch diese wurden abgewiesen und Der Feind zum Rückzug gezwungen. Der vor wenigen Tagen unternommene Panzerangriff auf die italienischen Stellungen wurde von General Auchinleck persönlich geleitet, aber der Versuch kostete die Engländer 13. Panzer, Das Eichenlaub für Oberleutnant Bauer. Berlin, 27. Juli. (DNB.) Der Führer verlieh dem Oberleutnant Bauer, Staffelkapitän in einem Jagdgeschwader, das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes und übermittelte ihm folgendes Schreiben: „In dankbarer Würdigung Ihres heldenhaften Einsatzes' im Kampfe für die Zukunft unseres Volkes verleihe ich Ihnen als 107. Soldaten der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Adolf Hiller." so ist doch der Geist Zaglul Paschas, des Vorkämpfers der Freiheit seines Vater- Heute lebendiger denn je. El Alamem. Rom, 27. Juli. (DNB.) Bei den Kämpfen an der El-Alamein-Front kommt, wie ein Sonderberichterstatter des italienischen Nachrichtendienstes Stefan! meldet, wegen der besonderen Beschaffenheit des Geländes beso uders Infanterie zum Einsatz. Trotz der unvermeidlichen Verluste, die die Infanterie im Verlaufe von fast zwei Monaten siegreicher Kämpfe bei El Gazala, Tobruk und Marsa Matruk erlitten hat, wies sie, nachdem ie sich in ihren Stellungen verschanzt hatte, sämtliche von den ganz frischen britischen, australischen und neuseeländischen Jnsanterieverbänden unternommenen Angrifft ab. Nachdem sich das englische Ober- chxäte W ass 1942 n, 20 Uto its. kheiteo Gärten 230$ Meter- ing SchaÜ uermaqer >er(Mn>! ) 352,00*, I soivle 0 den« ßen. 10,6; 40Q| 0 Metes W A (Fühl gingen) ■ (Berlin) I 0(3) 554! 1 Weil. V Werfen I >r (Wien) 1 00*. 1 Zwischen Asien und Afrika Von Dr. Hans Offe. [-Nj "Nir Miner). schützten die angreifenden Kampfflugzeuge und schos- ' sen über dem südlichen Abschnitt der Ostfront 112 bolschewistische Flugzeuge ab. Zahlreiche Schiffe auf der Wolga versenkt. Berlin, 27. Juli. (DNB.) Durch Anariffe deutscher Kampfflugzeuge wurde auf der Wolga ein Transportschiff von 1200 BRT. versenkt. Zwei Tanker gerieten nach mehreren Bombenvolltresfern auf Bug und Heck in Brand und versanken ebenfalls. Das gleiche Schicksal erlttten fünf Lastkähne, die Truppen und Material an Bord hatten. Der Schlepper^ der die Lastkähne stromaufwärts zog, wurde gleichfalls versenkt, zwei weitere Tanker und ein Schlepper trieben, von Bomben schweren Kalibers getroffen, brennend und steuerlos auf das Mündungsgebiet der Wolga zu. Auf einem Handelsschiff mittlerer Größe detonierten mehrere Bomben, so daß der Frachter stark beschädigt liegen blieb. Zahlreiche weitere Lastkähne, die den Fährverkehr auf dem breiten Strom aufrechterhalten sollten, wurden schwer beschädigt. Andere Kampfflugzeuge griffen in mehreren Wellen eine mit bolschewistischen Truppen dicht belegte Stadt im Kuban-Gebiet an. In den Bahnhofsanlagen entstanden heftige Explosionen. Zahlreiche Brände dehnten sich Über das ganze StOtgebieL au& „ N St ' N«t,| '21 Mirr ] 'm-(Sich, MA lj W, föne 1Q5; H hinhiiis Arrzeigen-Vreise für die Millimeter-Zeile von 22 Millimeter Breite: 7 Stof, für Familienanzeigen und private Gelegenheitsanzeigen 14 Stof. f. Werbeanzeigen und geschäftliche Gelegenbeitsanzeigen Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25% metnc Dienstag, 28.3uH (9^2 Annahme von Anzeigen für die Mittaasnummer biS 8Vi Uhr desVormittags Oie Wolga. Von Dr. Paul Rohrbach. Die militärischen Ereignisse sowohl in dem weit nach Osten ausgreifenden Bogen des Don, der sich tark dem Unterlauf der Wolga nähept, als auch im oberen Wolgagebiet bei dem wichtigen Schiffahrts- platz Rschew, lenken die Aufmerksamkeit auf den großen osteuropäischen Strom, der durch seine Länge, seine TPasserfülle und die Größe seines Einzugsgebietes schon an asiatische Verhältnisse erinnert. Wie die Deutschen vom Vater Rhein sprechen, so prechen die Russen vom Mütterchen Wolga. Das Volk glaubt, die Wolga entspringe unter einem chwarzen Johannisbeerstrauch, um den für den ruf- ischeu Bauern,eine geheimnisvolle Kraft weht. Die Quelle liegt nur 228 Meter über dem Meer auf der Waldai-Höhe, und die geringe Höhendifferenz Äs zur 3700 Kilometer entfernten Mündung läßt chon darauf schließen, daß der Schiffahrt keine natürliches Hindernisse entgegenstehen. Allerdings ist die obere Wolga nur etwa 200 Tage im Jahr, die untere 40—50 Tage länger, eisfrei. Die lang dauernde winterliche Eisdecke ist der Hauptnachteil für den Verkehr auf allen russischen Flüssen, und sie beeinträchtigt auch die Benutzung des umfassenden Kanalsystems, das die Wolga sowohl mit der Ostsee, als auch mit dem Weißen Meer verbindet. Flößbar ist die Wolga fast von der Quelle an, die Dampfschiffahrt beginnt bei Rschew. Mehr als dis Hälfte des ganzen Binnenwasserverkehrs in der Sowjetunion entfällt auf das Stromsystem der Wolga, auf dem mehrere tausend Dampfer und eine noch weit größere Zahl von Anhängebarken, verkehren. In ftüherer Zeit wurden die mächtigen plumpen Barken von der Stömung abwärts getragen, und aufwärts von einer besonderen Gilde von Schiffsziehern, den Burlaken, mit melancholischem Gesang gezogen. Das Wolgalied ist ja in ganz Europa populär geworden; im übrigen galt der1 Burlak in Rußland sprichwörtlich als grober, unge» chliffener Kerl. Die Wolga hat 132 Nebenflüsse, von denen die beiden größten die von rechts einmündende O k a und die von links kommende Kama sind. Die Oka ist länger als der Rhein und wird von der Kama an Lauflänge noch um mehrere hundert Kilometer übertroffen. Der von Natur gegebene Hauptverkehrsplatz im Wolgagebiet liegt am Zusammenfluß von Wolga und Oka, weil beide Flüsse aus relativ dicht bewohnten Gebieten kommen, während die Kama viel ödes Land durchfließt. An der Okamün- düng entstand schon früh die berühmte Messestadt Ntschnij Nowgorod, heute zu Ehren des Dichters des proletarischen Rußlands Maxim Gorki (übrigens ein Pseudonym, Gorki heißt: der Bittere) in Gorki umbenannt. Nischnij Nowgorod hctt wie Moskau einen ummauerten, altertümlichen Kreml, und in der Erzengel-Kathedrale eine der ältesten Kirchen Rußlands aus dem 13. Jahrhundert. Dis vom 15. August bis zum 15. September dauernde Messe wurde von Iwan dem Schrecklichen eingerichtet; im früheren Rußland war sie der Höhepunkt des Geschäftslebens und derb-materieller Vergnügungen der russischen Kaufmannschaft, jetzt hat sie ihre Bedeutung verloren, da aller Handel verstaatlicht ist. Um Moskau an den großen Wolgaverkehr anzuschließen, wurde auf Befehl Stalins unter maßlosen Menschenopfern ein Kanal in nordwestlicher Richtung gebaut, auf dem die größten Wolgadampfer fahren können. Ein anderes, feit Jahren betriebenes, aber noch unvollendetes Kanalprojekt sollte den unteren Don mit dem nur 60 Kilometer entfernten Wolgaknie bei Stalingrad (früher Zarizyn) verbinden. Etwas oberhalb der Kama-Mündung liegt Kasan, früher Hauptstadt eines tatarischen Chanats, von Iwan dem Schrecklichen erobert. Weiter stromab, bei Sysran, kurz vor Samara, heute Kuibyschew, wohin Stalin mit der Räteregierung und den fremden Diplomaten floh, als Moskau von den deutschen Truppen bedroht wurde — überschreitet die Eisenbahnlinien nach Sibirien auf einer zwei Kilometer langen Gitterbrücke die Wolga. Von unvergleichlicher Wichtigkeit für die Sowjetunion ist der Mündungshafen A st r a ch a n inmitten des über 6000 Quadratkilometer großen Deltas der . Wolga. Astrachan empfängt die Hauptmenge der von Baku und Grosnyj, den beiden Haupterdölgebieten des Kaukasus, kommenden und für den inneren Verbrauch der Sowjetunion bestimmten Transporte von Deien und Treibstoffen. Sie werden auf einer Spezialflotte von Tankschiffen stromauf nach allen von der Wolga her erreichbaren Verbrauchsgebieten verfrachtet. Für die Motorisierung der Ar- Siitipaläftina erreicht. Grundverschieden ist der Gesamteindruck des ur- Äen Kulturlandes von der mittelmeeri- slhenKuste her, etwa von Alexandria oder auch Dein halbwegs zwischen diesem und Kairo gelegenen Tmta. Die Gegend am Suezkana^ ist nicht mehr bös fruchtstrotzende, dichtbevölkerte Unterägypten, bös übrigens der Europäer nach seiner Ausdehnung zu unterschätzen pflegt, — in Wirklichkeit über« trifft das Nildelta ein Land wie Baden um ein Beträchtliches an Gebietrumfang! Nein, jenseits vom Mmfalesee, dem westlichen „Hinterland" von Port Seid, gewahrt das unbefangene Auge des Reifenden einen sehr tiefgreifenden Unterschied der Land- fitjtspunften im Streit liegen. Nähert man sich, vom Roten Meer kommend, btm Golf von Suez, so wird man um einen zeitlebens vorhaltenden landschaftlichen Eindruck bereichert: linker Hand die gewaltige Landmarke des Ächebel Garib, rechts aber die in geradezu überirdischem Glanz schimmernden Felsen des Sinai- gtürges, umsäumt von einem mit Korallenriffen eingefaßten Strand. Das Bild, wie es hier unser Kge immer von neuem entzückt, stellt sich in der mchternen Sprache der Wissenschaft dar als die Felge der Aehnlichkeit des geologischen Aufbaus beiderseits der Meerenge, verstärkt durch ein übereinstimmend sehr trockenes Al i m a sowie eine weitreichende Uebereinftimmung ier Pflanzen- und Tierwelt. Nimmt man bie jahrhundertealten, Aegypten mit Arabien ver- Liudenden Kultureinflüsse hinzu — gedacht sei nur an Mekka als Wallfahrtsort —, dann be= greift sich leicht, daß die politische Grenze im Nordoken Aegyptens nicht etwa durch die Gewässer um Suez verläuft, vielmehr am innersten Winkel des Gifts von Akaba beginnend und in nordwestlicher Richtung verlaufend das Mittelmeer bei Rafa in P2. Jahrgang Nr. (75 Erichemi täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Gießener ftamilienb lütter Heimat imBild'DieScholle Bezugspreis: Monatlich..... RM.1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewatt öernsvrechanjchluß 2251 KDrabtanschrift: „Anzeiger" .Boftf check 11688 Frankk./M. Stadt wird an drei Seiten von dem Aksaj,- einem Nebenfluß des Don, und demTosokow umflosfen. Die alte Donkosaken-Hauptstadt zählt heute mehr als 100 000 Einwohner. Das wichtigste Unternehmen der Rüstungsindustrie in Nowotscherkassk war die Geschützfabrik „Budjenny", ein Werk mit einer Belegschaft von etwa 12 000 Arbeitern für die Herstellung von Geschützen, Geschossen und Pan- zerlokornotioen. In dem chemischen Werk ,Iraßnyjk- Detonator" wurden Spreng- und Kampfstoffe, sowie Schwefel- und Blausäure hergestellt. Kleinere Fabriken der metallverarbeitenden und der Maschinenbauindustrie, Munittoriswerke, Pulverfabriken zeigen, daß in dem jetzt von den deutschen Truppen eroberten Gebiet viele kleiner Städte hochindusttiali- siert sind und die Eroberung jeder einzelnen von ihnen die Bolschewisten in ihrer Widerstandskraft schwächen muß. Im großen Donbogen kam es am 26.7. zu heftigen Kämpfen. Deutsche und rumänische Infanterie-Divisionen brachen im Zusammenwirken mit Panzerverbänden den feindlichen Widerstand. Die Bolschewisten wurden in breiter Front über den Don zurückgeworfen. In einem anderen Kampfabschnitt wurde nach harten Kämpfen gegen sich verstärkenden Widerstand des Feindes der Uebergang über den Tschir erzwungen und dabei 27 feindliche Panzer abgeschossen. Vereinzelte erbitterte Gegenangriffe der Bolschewisten wurden abgewiesen und der Feind in weiteren Vorstößen geworfen. Starke Sturzkampf- und Schlachtfliegerverbände unterstützten die Kämpfe des Heeres im Donbogen. Die Ziele der deutschen Bomben waren vor allem die Truppentransporte der Bolschewisten auf Straßen und Bahnen im Raum westlich Stalingrad. Durch die ständigen Luftangriffe wurden die Versuche des Feindes, Verstärkungen an die Front zu bringen, erheblich gestört. In wichtigen Verschiebebahnhöfen entstanden nach Bombentreffern heftige Explosionen und Brände. Die Bahnkörper mehrerer Nachschubstrecken wurden erneut an vielen Stellen zerstört. Durch Bomben und Beschuß mit Bordwaffen würden mehrere Transportzuge m Brand gesetzt. Jäger vröhlsche Universttatrdruckerei B. Lange General-Anzeiger für Gberhefsen $*rf«iefien,9$*el1tro6eM I tiaft, die reine, zumeist recht unschöne Zweckmäßigkeit der ohne volkhafte Eigenart angelegten Sied- Äsen bahn. ,, Angesichts des Gesagten könnte man wohl den yfcbanten fassen, als habe der Mensch mangels natürlicher Grenzen zwischen Asien und Afrika das Neerwasser auf 160 Kilometer zwischen Suez und hort Said einströmen lassen, dergestalt nachholend, dos die Natur an dieser weltgeschichtlich von jeher Isa bedeutsamen Stelle unseres Planeten an klarer Scheidung zu roenig- getan. Ob aber Gemeinsamkeit, ob Unterschiedlichkeit der landschaftlich-kulturellen Eindrücke, unbekümmert darum, wie mir uns „die Grenze der Erdteile gezogen denken: das Land Wischen dem Westen des Nildeltas und Sudpalaftma tmirbe seit altgeschichtlicher Zeit durch die jeweiligen Machthaber als ein Ganzes und Unteilbares angesehen. Bereits am Ende des politisch wie kulturell gleich glänzenden altägyptischen Reiches, im 18. vorchristlichen Jahrhundert, roirt> das Mland immer entschiedener ein Bestandteil der rarderasiatischen Staatenwelt, mit lebhaften Beziehungen zu allen übrigen Gliedern dieser Gemein- < Haft wie Syrien, Kleinasien und zumal Baby- I Ionien." Aehnlich verband das Aegypten der Ptole- IlSöer, das politische Erbe Elexanders des Gro^n, Las Niltal mit dem Euphrat und Tigris Das Ro- l milche Reich zur Zeit seiner größten Ausdehnung unter Trajan zeigt Aegypten in ^minlstrativer Einheit mit Arabia petraea (Sinai) und Palästina, bum viel anders das Oströmische Reich, m dem Khalisat unter den Abassiden das Nilland gleichfalls an Borderasien anschließt. Nicht zu vergessen hs Reich der Mameluken, das von der Mitte des 13. bis zu Beginn des 16. Jahrhunderts Aegvpten init Syrien vereinte. Und nachdem die Sinai-Halb- jinfcl in der Verfallszeit des Osmanenstaates vom Nlande getrennt war, gehört sie fett 1906 nneöer zu Aegypten. Kein Wunder also, wenn im Altertum und während des von ihm abhängigen Mittelalters, K zum Teil selbst noch in der Neuzeit die Anstauung fortbestehen bleibt, nach der Aegypten nitfamt Libyen in Asien ausgenommen wird. So ht Johann Helfserich in feinem „Bericht von Der Steife" von Alexandria: „Wenn man der gemeinen Seiet nachrechnen will, daß der Nilus Astam und Sfricam scheiden soll, so liegt diese Stadt mehr m Ipfrica denn in Asm." ! Sille solche geschichtlichen und naturwissenschaft- Ichen Erwägungen könnten freilich zu dem Schluß Umführen, Aegypten im allgemeinen für einen poli- tisri-geographischen „Begriff an sich zu erJaren rnsuchen wir doch vergeblich, das Afrika der in einen geistigen Zusammenhang mit Dem Jius lande zu bringen. Und fo liegt es nahe, letzte Auf- shlusse über Die ungeheure Anziehungskraft jenes o'iatisch-afrikanischen Bindegliedes abzuletten aus einer Betrachtung von erhöhtem Stundpunkt, die mir als Die geopolitische Anschauung zu be- Mnen pflegen. Der Tat, Aegypten ist geradezu der Beweis tijür, daß es Möglichkeiten verschiedenster Art gibt, sienden Staaten vermeintliche „Interessen aufzu- prigen, um sie Den eigenen Zielen trotz allem Dienst- tir zu machen. Seinem Der Brite, in klarer Erkenntnis der Schlüsselstellung des Landes auf Dem Senvege von Europa nach Ostindien, im Jahre ^1882 bfann. Die ägyptische Wirtschaft nach seinen Zwecken und ohne Rücksicht auf die volkseigenen am $il zu formen, erwachte das ägyptische National- imußtfein; und je mehr das Nilland auf Kosten kfi jeglichen anderen Anbaus zu einer riesenhaften HiimmoH plan tage wurde, in der Mulm- Politik zutage. Die „hohe" Politik brachte bisher keinerlei durchgreifende Wandlung zustande: solange britische Streitkräfte Die Macht am Suezkanal hielten und Der Wasserhaushalt Des Nils von Den Eng- länDern im Sudan selbstherrlich geregelt wurde, kam der 1922 vielfach mit übertriebenen Erwartungen begrüßten „Unabhängigkeit" Aegyptens nur sehr isdingter Wert zu. Mag augenblicklich noch Aegypten im allgemeinen und der Suezkanal im besonderen Den Charakter einer britischen Operationsbasis großen Stils für Ostafrika unD Dorderasien Was uns von der Schulbank her die ftlbstver-1 nen Fellachen dem Hungertode verfielen, desto offtn- sßndlichste Sache von Der Welt bedeutet, Die Ein- sichtlicher trat Die schamlose englische Ausbeutungs- telung Der Festlandmasse in fünf Erdteile, ist in Hahrheit eine höchst problematische Angelegenheit. Ais gilt um so mehr, als Dabei fast durchgängig mturwissenschaftliche mit geschichtlich-kulturellen Ge- mee, der Landwirtschaft und der Industrie im größeren Teil der Sowjetunion ist deshalb die Wolga eine Lebensader schlechthin, deren Unterbindung eine Katastrophe für alles, was mit der Sowjetwirtschaft zusammenhängt, bedeuten würde. Der einzige Mangel, der dem Mütterchen Wolga anhaftet, ist die Mündung in ein rings geschlossenes Binnenmeer. Daher auch der Plan des Wolga- Don-Kanals. Unermeßlich ist der F i s ch r e i ch t u m der Wolga, besonders in ihrem Unterlauf. Das Delta ist einer der reichsten Fischgründe der Erde, wo über hunderttausend Fischer und Fischereiarbeiter dauernd beschäftigt sind. Die jährliche Fischereiproduktion beträgt dort eine halbe Million Tonnen. Der A st r a ch a n - K a v i a r stammt von der Beluga genannten Stör-Art. Ein ausgewachsener Fisch liefert 12—20 Kilogramm Kaviar. Bis Nischni-Nowgorod fließt die Wolga durch kernrussisches Land. Weiter unterhalb mischen sich mit den Russen „Fremdvölker": Mordwinen (nahe Verwandte der Finnen), Kasansche, Tataren, Kalmücken, Baschkiren. Bei Saratow liegt aus fruchtbarem Schwarzerdeboden die „Wolgadeutsche Sowjetrepublik", die Zwangsorganisation der nach der Hungersnot von 1920/21 und nach den Terrormaßnahmen der Bolschewisten noch übriggebliebenen deutschen Kolonisten, deren Vorfahren von Katharina II. ins Land gerufen wurden. Dor dem Welt- krieg zählten sie nahe an 600 000 Seelen, jetzt vielleicht nur noch die Hälfte. Das Landschaftsbild an der Wolga hat einen majestätischen Zug durch die gewaltige Breite des Stromes. Auf einer Strecke von 1000 Kilometer am Mittel« und Unterlauf ist das rechte Ufer hoch, bis zu 200, ja 300 Meter über dem Stromspiegel, das linke, das sogenannte Wiesenufer, ist stach. Die grandiose Eintönigkeit des Ostens ist auch ein Eharakterzug der Wolga. Oie Transsaharabahn. Vichy, 27. Juli. (Europapreß.) „Die Trans- sahara-Bahn ist der goldene Schlüssel, der die Tür der Wirklichkeit vpn morgen erschließt", heißt es in einer amtlichen französischen Broschüre, in der auch Mitteilungen über den Stand des Baues der Trans- sahara-Bahn gemocht werden. Der Bau der Teilstrecke Colornv—Bechar—Beni Abes über Igli soll um 200 km weiter fortgeschritten sein. Gleichzeitig habe man die Verbindung mit Bou Arfa und Ce- nadza hergestellt. Im Niger-Gebiet sei die Verbindung Kanako—Segou hergestellt. Damit seien die Phosphatschätze von Jn-Tassit erreicht worden. Der Bau vollziehe sich in drei Etappen: die algerische, die Niger- und die westafrikanische Etappe. Die erste Etappe soll sofort fertiggestellt werden. Die zweite Etappe soll in zehn Jahren den Transport von 300 000 Tonnen Baumwolle und Reis aus dem Bewässerungsgebiet des Niger zwischen Timbuktu und Segou gestatten. Bei der dritten Etappe handelt es sich um die Herstellung eines Verkehrsnetzes, das drei- oder viermal in teilweise parallelen Strecken die Wüstengegenden des schwarzen Kontinents durchqueren wird. Eine zweite amtliche Mitteilung behandelt den Ausbau des Verkehrsnetzes Casablanca —Da- f a r über Tiznit und Atar. Vor dem Kriege hat dieses Netz militärische Bedeutung gehabt; heute dient es dazu, die Produktion des Senegal, vor allem Arachisöl, nach Frankreich zu bringen. Umgekehrt werden pharmazeutische Artikel und Post auf diesem Wege von Frankreich nach den afrikanischen. Kolonien befördert. Die erste Strecke von 500 km ist eine ausgezeichnete Autostrecke; das Teilstück zwischen Tiznit* und Nouakchott dagegen nur eine einfache Piste. Seit August 1940 sind marokkanische Straßenarbeiter und Techniker mit der Asphaltierung beschäftigt. Die Straße soll bis Din- dorf bereits fertig sein. Schon jetzt werden auf dieser Straße in beiden Richtungen täglich 50 bis 60 Tonnen befördert. Interessant ist die Art, wie man sich über den Oel- und Benzinmangel Hinweg- Hilst. Die Lastkraftwagen werden mit Arachis- oder Palmöl gefettet. Der Treibstoff wird aus Bananen und Hirse hergestellt. Die schwere Fracht bleibt auch in Zukunft dem Schiff überlassen. Der Berliner türkische Botschaster verlieb Berlin. Der von der türkischen Regierung abberufene türkische Botschafter in Berlin, R. Huesrev Gerede, verließ die Reichshauptstadt. Zu seiner Verabschiedung hatten sich im Auftrage des Führers Staats- mintfter Dr. Meißner sowie in Vertretung des Reichsministers des Auswärtigen Staatssekretär Russen geschlagen hat. In dem Frecheitskampf der Türken gegen den Vertrag von Teures war Huesrev Gerede Adjutant Kemal Atatürks. Gerede trat bann in diplomatische Dienste, war Gesandter in Sofia, “ 'chaster in Teheran und in Tokio, ehe er nach von Weizsäcker eingefunden. Gerede war in den entscheidenden Tagen des September 1939 nach Berlin gekommen. Er hatte den Weltkrieg als Generalstabsoffizier der türkischen Armee mitgemacht.- Er war Generalstabschef der türkischen Kaukasus- Botschaster Armee gewesen, die sich hervorragend gegen die Berlin kam. Wachsende Beunruhigung in England. Von unserer Berliner Schriftleitung. Oie Wahrheit über Woronesch Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht der Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht zu melden weiß, daß die Bolschewisten wieder starke Angriffe gegen den Brückenkopf W o ro n e s ch gerichtet und sich dabei blutige Abfuhren geholt haben. Um etwas Abwechslung in die Sache zu bringen, hatte man zwischen hinein von Moskau aus gemeldet, daß es den bolschewistischen Truppen gelungen sei, die Stadt Woronesch wieder zurückzuerobern, so daß sie jetzt bereits wieder in bolschewistischem Besitz sei. Deut- scherseits wurde daraufhin der eindeutige Beweis angetreten, daß diese Moskauer Behauptung aufgelegter Schwindel fei, und daß die Stadt Woronesch nach wie vor von den- deutschen Truppen gehalten werde. Daraufhin wurde es bei den Sowjets mit der Behauptung, man besäße Woronesch, wieder still. Aber Tag für Tag müssen nunmehr die bolschewistischen Soldaten und Danzer gegen die deutschen Stellungen bei Woronesch anrennen, ohne den geringsten Erfolg zu erreichen. Die deutschen Soldaten, die diese Bastton verteidigen, wissen, welche verantwortungsvolle Aufgabe ihnen anver- traut worden ist und wieviel es darauf ankommt, daß sie feststehen. Sie sind sich klar darüber, daß ohne ihr Aushalten die großen Erfolge im großen Donbogen und bei Rostow überhaupt nicht möglich waren. Im sowjetischen Hauptquartier kann man den brittschen Militarkorrespondenten nicht mehr länger blauen Dunst vormachen. Die „Dimes" schreibt, in sowjetischen Militärtreisen mache man kein Ge- heirnnis daraus, daß die Lage alarmierend ge- worden sei wie nie zuvor. Die letzten Berichte von der Front zeigten deutlich, daß der Ausgang des Krieges für die Sowjetunion besiegelt sei, wenn nicht Hilfe komme. Durch den Verlust von R o st o w und ohne die Freiheit der Seeroute sei Sowjetrußland jetzt von seiner wichtigen Kornkammer abgeschnitten. Ohne Stalingrad wäre Zentralrußland von der Hauptwasserverbindung nach den Oel produzierenden Gebieten und nach dem mittleren Osten abgetrennt. Die „Times" muß zugeben, daß auch bei Woronesch und Brjansk sich immer deutlicher zeige, daß die Deutschen den Sowjets überlegen seien. Darch ihre Offensive hätten die Deutschen bereits 23 v. H. des kultivierten Bodens Rußlands und 22 v. H. der Weizenanbaufläche erobert. Wenn deutsche Truppen Stalingrad erreicht hätten, werde etwa die Hälfte des gesamten unter Kultur stehenden Bodens der Sowjetunion in deutscher Hand sein. Auch ,Jaily Wörter" weist darauf hin, daß die nächsten zehn Tage das von Timöschenko gewagte gewaltige Glücksspiel um den Besitz des Schwarzerde-Gebietes entscheiden würden. „Daily^preß" wirft die Frage auf, ob die Rote Armee überhaupt in der Lage sei, einen weiteren deutschen Vormarsch aufzuhalten. Es sei erstaunlich, daß Deutschland in. der Lage sei, riesige Reserven im Osten und in Nordafrita in den Kampf zu werfen, währenddes den Alliierten bisher nicht möglich gewesen sei, die Kriegsindustrie auf die Bedürfnisse der Schlachtfelder abzustimmen. Kommunistische Kreise entfalten unter Ausnutzung der ihnen von den Polizeibehörden im Interesse der Beziehungen zu Moskau eingeräumten größeren Handlungsfreiheit rege Tätigkeit, um die Aufhebung des Verbotes der kornmunisttschen Tageszeitung „Daily Wörter" durchzusetzen. In allen Wahlkreisen werden Abordnungen zusammengestellt, die in Stärke von etwa tausend Personen in London Zusammentreffen und der Regierung demonstrativ eine Bittschrift mit der Forderung nach Aufhebung des Verbotes Überreichen sollen. Auch Ppping, der Wahl- kreis Churchills, wird durch eine Delegation vertreten sein. Eine kommunistische Massenversammlung auf dem Londoner Trafalgar-Square forderte die sofortige Errichtung einer „zweiten Front". Der Vorsitzende der Dergarbeitergewerkschaft Lawthon leitete die Versammlung. Die Neuordnung Ostasiens. Oer japanische Ministerpräsident an Indien und Australien. Tokio, 27.Juli. (Europapreß.) Der japanische Ministerpräsident T o j o sprach vor der japanischen Thronhilfebewegung in Osaka. Er wies darauf hin, daß in China die tschungking-chinesischen Streitkräfte in den Provinzen Kiangsi und Tschekiang vernichtend geschlagen worden seien und mit der Besetzung der Tschekiang-Kiangsi-Eisenbahn die Hauptzufuhr kriegswichtiger Materialien nach Tschungking abgeschnitten worden sei. Große Gebiete in Nord- und Mittelchina seren b e f r i e ■ d e t worden; in Südchina habe die japanische Armee dem Feinde schwere Schläge zugefügt. Im Kampf gegen Anglo-Amerika habe die japanische Wehr-» macht auch weiterhin die Initiative behalten. Tojo erinnerte an die japanischen Angriffe auf Midway und Dutch Harbour sowie Sydney und Madagaskar. Währenddessen schreite der Ausbau der neuen Ordnung in den unter japanische Kontrolle gelangten Gebieten ständig fort. Die Völker der südlichen Gebiete arbeiteten mit großer Freude an den ihnen im Rahmen des Aufbaues von Großostasien gestellten Aufgaben. Japan werde nicht zögern, auch mit Indien zusammenzuarbeiten und es auf seinem Wege zur Freiheit zu unterstützen. Japan könne jedoch den anglo-amerikanischen Einfluß in Indien nicht länger dulden, denn Indien sei stets die Grundlage für das Bestehen des britischen Reiches gewesen. Weiterhin erklärte Tojo, er brauche nicht zu wiederholen, daß, falls Australien die Zeichen der Zeit picht verstehen wolle und nutzlosen Widerstand zu leisten versuche, Japan Australien ohne Erbarmen vernichten werde. Japan sei seines Sieges sicher. Es sei Pflicht des japanischen Volkes, die Truppen in ihrem Kampf zu unterstützen. Der Ministerpräsident stellte ein Fünf p unkte pro gramm für die innerjapanische Haltung auf; Stärkung der nationalen Einheit; Schnelle Durchführung der notwendigen Maßnahmen; Aufrechterhaltung des Lebensstandards; Produktionsausdehnung und Erneuerung der Erziehung. Der japanische General Nobuyuki Abe, der Präsident des Politischen Ausschusses, beleuchtet in einer Rede in Nakanoshima die Heuchelei, mit der sich England und die USA. als Schützer der Demokratie aufspielten. In Öftesten drückten sie die meisten Na- ttonen aus einen kolonialen Status herab und kümmerten sich um das Wohlergehen der von ihnen unterdrückten und ausgebeuteten Rassen überhaupt nicht. Japan dagegen gönnt jedem Lande seinen Platz an der Sonne und mischt sich nicht in internationale Porbleme ein, es will im Gegenteil dazu beitragen, Konfliktstoffe aus der Welt zu schaffen — ganz im Gegensatz zu England und den USA., die nur an ihre eigenen Interessen denken ohne Rücksicht darauf, daß sie dadurch den Frieden stören. Oer japanische Lustangriff aus Townsville. Berlin, 27.Juli. (DNB.) Die japanische Marineluftwaffe führte am 25. Juli starke Luftangriffe gegen die australischen Stützpunkte Port Darrn i n und Townsville, durch. In Port Darwin wurde ein 4500 BRT. großer Truppentransporter so schwer getroffen, daß er kenterte. In Barackenvierteln wurden weitere Zerstörungen angerichtet. *— In Townsville, einer bedeutenden Hafenstadt in Nordqueensland, wurden gleichfalls schwere Schäden Sterne und Sternbilder. Von Bruno H. Bürgel. Wer von uns heute Lebenden vermag sich noch eine Vorstellung zu machen von den Empfindungen, mit denen vor Jahrhunderttausenden der Urmensch die ihn umgebende Natur betrachtete? Er war der tägliche Entdecker, er kannte die Empfindung der Selbstverständlichkeit nicht, mit der der blasiert gewordene Europäer von heute die größten Wunder und Rätsel der Natur betrachtet, oyne doch in den allermeisten Fällen eine Ahnung davon zu haben, wie denn das beschaffen ist, was er sieht, und wie cs zustande kommt. Es ist sehr interessant, daß der Gelehrte, der Fachmann, die Dinge viel weniger selbstverständlich findet als jemand, der in\ Grunde gor nichts davon kennt. Ohne Zweifel wird der Ur» zeitmenfch vielen Erscheinungen der Natur, mit Furcht und Schrecken gegenübergestanden haben, etwa schweren Gewittern, verheerenden.Stürmen, Vulkanausbrüchen, Waldbränden, Ueberschwemmun- gen, und auch in der lebendigen Welt der Tiere wird manches ihn das Grauen gelehrt haben. Aber selbst Dinge, die wir heute kaum beachten, die jedes Kind als Alltäglichkeit ansieht, waren ihm rätselhaft und bedeutungsvoll; denken wir nur, an das Feuer, das er erst später meistern, hüten, an- fachen lernt, denken wir an die weißen Zaubersterne des Schnees, an Hagel und dergleichen. Und dann der Himmel! Wie rätselhaft war oas wechselnde Bild des Mondes, was für eine Unbegreiflichkeit der Regenbogen, wie sonderbar waren die Lichter droben, die die Nacht entzündet, der aufsteigende Tag wieder verlöscht! Auch der Mensch jener Tage mag schon darüber nqchgegrübelt hoben, zum mindesten jene wenigen geistig Regsameren, die Führer waren, Zauberpriester. Ein klein wenig von diesen Uroorstellungen erfahren wir noch, wenn wir das betrachten, was noch jetzt da und dort lebende pri- mitivc Dolksstämme über die Sterne aussagen, denn das geht ja gewöhnlich auf uralte Ueberlieferungen ihrer Vorfahren zurück. So finden wir bei einigen Stämmen in Afrika die Meinung, ein Vogel fei an einem langen Spinnenfaden zum Himmel emporge- Hettert und habe mit seinem Schnabel Löcher in dos (Gewölbe gepickt, und da sah man nun dalstnter das „Himmelsfeuer" (Blitz, Wolkenglühen!). Hier sind also die Sterne Löcher, die das Himmelsfeuer sichtbar machen. Merkwürdig oft aber sehen Urvöl- fer in den Sternen Augen, Augen der verstorbenen Mutter, die auf die zurückgelassenen Kinder niederblicken, Augen großer Krieger, Führer, auch böser Dämonen. Immer aber sehen sie in den Sternen, deren ungeheure Entfernung sie ja nicht kennen, Gebilde, die so oder so von der Erde stammen. Später tritt der Gedanke auf, die Helden, die großen Führer, überhaupt bedeutende Menschen seien da in den Himmel versetzt, die Sternfiguren werden zu „Sternbildern", der Himmel wird ein ungeheures, ewiges Bilderbuch; noch heute geistern die Dolkssagen in vielen Gegenden der Welt um diese Sterngestalten. Ganz prächtig ist diese Sagenwelt bei den alten Griechen, auch bei den Germanen der Frühzeit. Da sehen wir (unsere heutigen Sternkarten zeigen das noch häufig in Bild und Namen) den gewaltigen Jäger Orion, der mit erhobener Keule auf den wilden Stier losgeht, und nicht fern davon das Siebengestirn, die Plejaden-Mädchen, die sieben Töchter des Atlas, die vor dem wilden Jäger fliehen, weil er ihnen nachstellt. Zeus, der Götter- vatcr, so sagten die Griechen, habe sie in den Hirn- mel versetzt, um sie dem wilden und unbedenklichen Orion zu entziehen. Hoch am Nordhimmel sehen wir Perseus, den Sohn des Zeus; in einer Hand hält er das Schwert, in der anderen das eben abgeschlagene .Haupt der schrecklichen Medusa, deren Blick die Menschen zu Stein erstarren ließ, und nicht weit davon ist das Sternbild Andromedas, jener lieblichen Jungfrau, die an einen Felsen geschmiedet war und von diesem selben Perseus befreit wird. Ganze Romane illustriert der Himmel so. Bei den alten Germanen tötet Thor den bösartigen Riesen Thiazi und schien- dert feine Augen an den Himmel; da funkeln sie noch immer (die beiden Sterne, die wir Kastor und Pollux nennen). Das bekannteste Sternbild des Nordhimmels, das wir heute „Großer Bär" nennen, ist unseren Vorfahren der „Wagen Wotans", des obersten der Götter; vielfach sehen alte Volks- jagen im Siebengestirn sieben Geißlein, Küchlein, Kinder, selbst bei einigen noch wild lebenden Stäm- men Australiens werden diese Sterne als Kinder gedeutet, und weit in der Welt findet sich die Vor- stellung, der böse Mond (als Wolf oder ähnlich um. gedichtet) fresse sie auf. Zuweilen nämlich bedeckt der ja im Lauf eines Monats um den Himmel herum- wandernde Mond die Sterngruppe des Siebengestirns, und wir sehen gerade hier, wie das Volk in fernen Tagen all solche Erscheinungen auf seine Weise deutete, zu Sagen verarbeitete. Und endlich fängt der Mensch, der seine Kindheit überwunden hat, an, über Bau und Sinn der Welt zu grübeln, sich Gedanken zu machen über die wahre Natur der Sterne. Erste Vorstellungen dieser Art, die auf uns gekommen sind, mögen sechs bis sieben Jahrtausende alt fein, und selbstverständlich hatte man damals noch nicht die Möglichkeit, die Richtigkeit dieser Gedanken nachzuprüfen. Aber daß die Sterne sehr ferne, feurige, glichende Körper sind, das ist doch den Weisen alter Zeiten schon klar, wenn auch vielfach noch der Glaube eine Rolle spielt, sic seien Lichter, befestigt am Kristallgewölbe des Himmels. Im dritten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung sind sich griechische Denker darüber einig, daß die Fixsterne unermeßlich weit abstehen von der Erde, daß sie sehr, sehr groß sein müssen, sonst könnten wir sie aus dieser Ferne gar nicht mehr sehen, und daß sig wohl riesige Glühkörper fein mögen. Allein, wie lange dauert es, bis wir wirklich Entfernung und Zustand der Fixsterne einwandfrei messen, mit geistvollen physikalischen Methoden untersuchen können! Erst vor hundert Jahres im Jahre 1838, gelingt es dem deutschen Astronomen und Mathematiker Bef sei zu Königsberg, die (Entfernung eines Fixsternes zu messen; er wählt sich als Objekt einen kleinen Stern im Sternbilde des Schwanes, von dem man aus gewissen Gründen annehmen konnte, daß er uns viel näher stehen müsse als andere Sterne Besse! bekommt heraus, daß dieser Stern 587 000 mal weiter von uns entfernt ist als die Erde von der Sonne, also rund 88 000 000 000 000 Kilometer. Spater erkennt man, daß es ein paar noch „nähere^ Fixsterne gibt, vor allem einen am südlichen Himmel, Alpha Centauri genannt, der nur ungefähr halb soweit entfernt von uns ab steht als jener Befselsche Stern im Schwan. Wie ungeheuer groß müssen diese „Augen des Himmels" fein, wenn sie uns aus solchen Weiten noch leuchten! Es müffen glühende Bälle fein an» nähernd fo groß wie die Sonne, in die sich Aünf- oiertelnnllionen Erdkugeln hineinfüllen ließen. Erft die Erfindung dex wundervollen Unterfuchungsme- thoden der Spe ktralanaly je (Wollaston, in den Hafenanlagen und Lagerhallen angerichtet. Die Funkstation wurde zerstört sowie die Bahn, anlagen schwer beschädigt. — In Papualand (Neu-Guinea) gelang es den Japanern, ihre Land, basis bei Buna zu verbreitern. Ein Küstenstreifen von mehr als 80 Kilometer Breite befindet sich be« reite in ihrem Besitz. Die einheimische Bevölkerung, größtenteils Papuas, begrüßte die japanischen Trup- ! pen als Freunde. In 'Australien ist man über den japanischen Luftangriff auf Townsville sehr beunruhigt. Durch die Landung in Papualand ist es den Japanern möglich, die Küstenstädte in Queensland leicht zu erreichen. In Brisbane, der Hauptstcüt von Queensland, fin^ die Abwehrmaßnahmen Der« schärft worden. Auch in New Castle und S y d. n e y wird die Verdunkelung jetzt scharf durchge. führt. Man erwägt, den Eisenbahnverkehr zwischen Sydney und Townsville einzustellen. Zur Vernichtung des englisch-amerikanischen Geleitzuges im Nordmeer. Berlin, 27. Juli. (DNB.) Der in den Berichten des OKW. vom 5. bis 10. Juli gemeldete Erfolg der deutschen Unterseeboote und Luftwaffe gegen den englisch-amerikanischen Geleitzug im Nordmeer erfährt nun durch Gefangenenaussagen seine Bestätigung. Der Geleitzug bestand aus 37 Transportern mit einer Gesamttonnage von 231 000 BRT., die in neun Kolonnen zu je vier Schiffen fuhren. Bei 21 dieser mit Kriegsmaterial und Lebensmitteln beladenen Dampfer mit zusammen 136 081 BRT. handelt es sich auf Grund der Aussagen geretteter Ka. pitäne und Besatzungsmitglieder um folgende: Frachtdampfer „River Aston" (brt.) 5479 BRT.; „Earkston" (brt.) 7000 BRT.; „Empire Byron" (brt.) 9000 BRT.; „Christopher Newport" (USA.) 6000 BRT; „Hononu" (USA.) 6977 BRT.; „Da- niet Morgan" (USA.) 8770 BRT., sämtlich versenkt am 4.7.; „Pan Kraft" (USA) 5644 BRT.; „Sil- oer Sword" (USA.) 4937 BRT.; Tanker „Azerbaid- Jan" (Rufs.) 6114 BRT.; Frachtdampfer „Export»" (USA.) 4969 BRT, sämttich versenkt am 5. 7.; „Hartlebury" (brt.) 5082 BRT; „Olepana" (USA.) 6069 BRT.; „Alcoa Ranger" (USA.) 5116 BRT; „Winston Salem" (USA.) 6223 BRT.; Tanker ,» dersdals" (brt.) 8402 PRT; Frachtdampfer ,Zon Witherspom" (USA.) 10 900 BRT.; „Carlton" (USA.) 5127 BRT., sämtlich versenkt am 6.7.; „Hoosier" (USA.) 4988 BRT., versenkt am 9.7.; „El Capitän" (USA.) 5216 BRT.; „Empire Tide" (brt.) 6800 BRT, beide versenkt am 10.7.; „Paulos Potter" (holl.) 7168 BRT., versenkt am 11.7. Da noch wertere Ueberlebende, vor allem durch Unter, seeboote, in deutsche Stützpunkte eingebracht werden, dürften weitere Einzelheiten in den nächsten Tagen bekannt werden. Die britische Admiralität und das amerikanische Marine-Ministerium haben bisher die ganze Geleitzugkatastrophe totgeschwiegen. Aus dem Reich. 7!eue Mitglieder des Volksgerichtshofes Der Führer hat auf Vorschlag des Reichsministers der Justiz zu ehrenamtlichen Mitgliedern des Volksgerichtshofes für die Kriegsdauer bestellt; Generalleutnant der Polizei von Kamptz, Ministerialrat Dr. Li-nden, Polizeipräsident von Dolega-Kozierowski, Admiral z.V. Wer- ner Tillessen, Generalmajor z.V. Gempp, SA.-Brigadeführer von Schmidt, SA.-Ober- führer L o e ni cker, SA.-Brigadeführer Be hrens, ^-Brigadesührer Juers, ^-Brigccklefüh- rer Heider, ^-Oberführer von Gottberg, NSKK.-Brigade'fuhrer Hoffmann, Generalarbeitsführer D o r t sch y , Generalarbeitsführer von Wenckstein, Generalarbeitsführer von Mango l d t und Oberarbeitsführer Goedel. Oie parieiiranerfeier für Josef Gtolzing-Eerny. In einer vom Führer ungeordneten Parteitrauerfeier wurde dem um die Bewegung hochverdienten Kulturschristleiter Josef Stolzing-Cerny die letzte Ehre zuteil. Mit den Reichsleitern Schwarz und F i e h l e r, dem Gauleiter G i e s l e r, dem Vertreter des Reichspressechefs, Stabsleiter Sün- d ermann, und dem Vertreter des Reichsleiters Amann, Hauptdienstleiter K o r t h, nahm pine große Anzahl sichtender Persönlichkeiten der Partei, des Staates, der Wehrmacht und Presse an dem Trauer-- ! aft in der Ehrenhalle des Münchener Ostfriedhofes teil. SA.-Brigadeführer Zöberlein würdigte Fraunhofer, Kirchhoff und Bunsen, 1802 bis 1859) erlaubt die Feststellung, daß diese Fixsterne wirklich ferne Sonnen sind, denn nun können wir sagen, welche Stoffe dort glühen und leuchten, erken- . nen, daß es im Grunde die gleichen sind, die auf der Sonne glühen und die auch den Erdball zusam-1| mensetzen in seinen Urbestandteilen. Heute ist das I eine komplizierte Spezialwissenschast geworden, zu der (wie etwa auf der Sternwarte zu Potsdam) ein mächtiges Instrumentarium gehört. Diele Rätsel sin- gelöst, viele sind noch zu lösen, und auch hier reifte der Mensch vom Irrtum zur Wahrheit. — Die Bienenkorbsiedlung. Wohl die eigenartigsten menschlichen Wohnstätten, die es auf J)er Welt gibt, sind die Bienenkorbsieb' Jungen in Syrien, die Dr. Rolf H e ck e r in der von Martin H ü r I i m a n n herausgegebenen Monatsschrift „Atlantis" in Wort und Bild schildert. Die schönste Siedlung dieser Art, der Ort Tel Biseeh, liegt zwischen Homs und Hama. Eine große Zahl der wie Bienenkörbe gestalteten Häuser liegt da gleichmäßig hoch nebeneinander, durch niedrige Mauern voneinander geschieden. Die Häuser haben für die Bewohner viele Vorzüge. Sie haben dicke Lehmwände, die das Innere im Sommer kühlen und im Winter die Kälte zurückhalten. Dabei ist es gar nicht so einfach, ein solches primitiv erscheinendes Haus zu erbauen; es gibt nur wenige Baumeister, die diese Art heute noch bauen können, und ie sind in der Gegend auf Hunderte von Kilometern ;esucht. Dabei machen sich heute schon moderne Be- trebungen innerhalb der Bienenkorbsiedlungen bemerkbar. Wenn der Bewohner eines solchen Hauses durch den Absatz seiner Kamelherden gut verdient ! hat, richtet er sich einen kleinen Dachgarten ein, imd später geht er zu einem „halb modernen" Hause über; das verschafft ihm zwar ein gewisses Ansehen im Dorfe, setzt ihn und seine Familie aber viel mehr den Unbilden der Witterung aus als es früher in seinem Bienenkorb der Fall war. Merkwürdig wirkt es auf den Reisenden, wenn er in dieser Umgebung mit ihrem vorweltlichen Baustil plötzlich eine feine deutsche Nähmaschine oorfindet, die allerdings nicht elektrisch betrieben oder mit Füßen getreten, fon« dem mit der Hand betrieben wird. QIC Neer, Die Adoption Bei einer Tagung der Fachschaft „Höhere Schu- Mofti Heute beginnt unser neuer JRonwn Or. Brüggers Patientin von Walter Klöpffer sich einem jungen Mädchen gegenüber, das eine rote Handtasche an seinen Trenchcoat preßte und hörbar Luft holte. Fünf Treppen waren nicht jedermanns Sache. _ v , „Guten Tag", grüßte die junge Dame und sah zu. traulich zu ihm auf. „Guten Tag, Anna, du hier?" ,,^a, ich mal nachsehen, wie es dir geht", sagte Anna Hudal leichchin, obwohl ihr jämmerlich zumute war. > „Na, schön. Komm herein, wenn du schon mal da bist" forderte er sie auf, und es klang nicht gerade herzlich. Er führte seinen Besuch durch den kurzen Korridor und stieß die Ateliertür auf. Als Anna Hudal auf der Schwelle sichtbar wurde, stieß die Edhofer «inen kleinen Schrei aus und griff nach einem Kleidungsstück. „Entschuldigung! Sic können dort drinnen warten, Fräulein Edhofer. Nehmen Sie Ihr Zeug mit!" Fender öffnete die Tür zu einem kleinen Kabinett, das ihm als Schlafraum diente. Die Edhofer huschte hinein. Er schloß die Tür hinter ihr und war nun mit Anna allein, die unsicher und unbehaglich dastand. „Nun Anna?" „Du fragst noch? Wenn Mohammed nicht zum Berge kommt —" . „Ach so." Er zündete sich eine Zigarette an und hielt ihr die Schachtel hin. „Auch eine?" „Nein, danke. Ich habe es nicht mehr ausgehal- ten, Kaspar. Man hört und sieht nichts von dir. Drei Wochen sind es jetzt her, daß wir uns das -letzte Mal getroffen haben", sagte sie zaudernd und zog ihren Handschuh aus. Würde er ihr nicht endlich einen Stuhl anbieten? In ihren Augen schimmerte es verdächtig. Fender unterbrach seine Beschäftigung, kunstvolle Ringe zu blasen, und verteidigte sich. „Ich war weg, liebes Kind. „Das weißt du doch. Arbeiten. Die Ausstellung drängt. Ihr stellt euch immer vor, so ein Maler hat gar nichts zu tun." „Und ist dir etwas gegluckt?" , Ich fyoffc", erwiderte er leichthin. könne. Kunst und Wissenschaft. Ehrungen für Bruno Brehm. In Wien überreichte Reichsleiter von Schi rach dem Dichter Bruno Brehm zum 50. Geburtstage bas goldene Ehrenzeichen der Hitler-Jugend und würdigte die große erzieherische Mission des Dichters und seine Derdienste um die deutsche Jugend. Weiter verlieh der Reichsstatthalter an Bruno Brehm Äs ersten die neu gestiftete Prinz-Eugen-Medaille der Stadt Wien. . — SA.-Ob«- er Bef- kigadeH ittberg, Generale iihrer 001 jn Man« l. ier erny. arteitrautt hverdieick >rny Schwarz rler, te iter Sii»' NeichsleiM , fitie M Partei, & iem Trau«- )stftiedhosii t würdig hsministn! des W !t bestellt ptz, M lent tm z.V. ®empp, Ä V 2 bis 1$ sterne ien vir hten, erker .nd, die «r »ball zu eilte ist Miden, lotst®"). e StätfeC 1 Lpd. Durch Urteil des 2. Senats des Volksgerichtshofs wurden der Pfarrer a. D. und Schriftsteller Dr. Alfred Kaufmann und der Kunstmaler Heinrich Will aus Gießen wegen landesverräterischer Feindbegünstigung in Tateinheit mit Verbrechen ;egev die Verordnung über außerordentlicke Rund- unkmaßnahmen mit dem Tode und leoensläng- lickern Ehrverlust bestraft. Zwei weitere Angeklagte erhielten wegen der Teilnahme an dem Rundfunkverbrechen 6 bzw. 3 Jahre Zuchthaus, drei Mittäter aus dem gleichen Rechtsgrund unter Annahme eines leichteren Falles Gefängnis st ra« f e n voN/je 3 Jahren. Kaufmann hörte seit Kriegsbeginn fortgesetzt die Hetznachrichten feindlicher Rundfunksender ab und zog schließlich unter besonders intensiver Mitwirkung Willsbis Februar 1942 die übrigen Mitangeklagten, die wie die Hauptangeklagten reaktionären Kreisen entstammen, in regelmäßigen Zusam- Zwei RuMunkverbrecher zum Tode Eine deutliche Sprache gegenüber reaktionären Kreisen. 'S. enenE r in WIM en *** a, „ff* Dabel'^ xK Mlichen Zug der Mädchenoberschule einzurichten mit dem doppelten Ziel der Erziehung zur Frau imb Mutter und der Erziehung für den künftigen Beruf. Hierbei sollten Schule und Universität mehr Rücksicht auf das Wesen der Frau nehmen. Lateinisch sollte als Pflichtfach an der Oberschule eingeführt, die Unterrichtsstunden für Chemie müßten f vermehrt werden, der Geschichtsunterricht könnte eine | Vertiefung nach dem Kulturkundlichen hin erfahren. für die Einrichtung einer einzigen Form der Mäd- Lenoberschule auf' hauswirtschaftlicher Grundlage (statt der bisherigen Gabelung in einen Hauswirtschaft! ichen und einen sprachlichen Zweig) will der RS.-Lehrerbund sich einsetzen. Ferner wurde das Problem der Fremdsprachen an den höheren Schulen nach dem Kriege behandelt und die Beibehaltung der derzeitigen Regelung — Eng- ksch als erste, Lateinisch als zweite Fremdsprache — auch für die Zeit nach dem Kriege gewünscht. Den Tchülern müsse Gelegenheit gegeben werden, auch eine dritte Fremdsprache — Italienisch, Spanisch, Rumänisch, Französisch <— nach freier Wahl zu erlernen. Japanisch als Pflichtfach und auch die slawischen Sprachen könnten dagegen kaum eingeführt werden, da sie zu viel Schwierigkeiten böten. Es wurde auch auf die Unterrichtsschwierigkeiten hinge- wiesen, die der höheren Schule im Kriege erwachsen wären und dabei betont, daß ihr nur noch siebeneinhalb Jahre zur Verfügung stünden. Deshalb muffe alles Unwesentliche aus dem Lehrplan verschwinden, damit das Höchstmögliche geleistet werden Aus -er Stadl Gießen. Gesundheitsgefahren im Sommer. Nicht nur der Winter bringt mancherlei gesundheitliche Gefahren mit sich, die den Unachtsamen bedrohen. Auch der Sommer hat die seinen, und sie wirken sich vielleicht noch stärker aus, als gerade die warme Jahreszeit zu größerer Sorglosigkeit verleitet. Da sind zunächst die Gefahren des Wassers. Wenn auch die Jugendlichen heute wohl alle des Schwimmens kundig sind, so gibt es doch noch viele andere, die gar nicht oder wenigstens nicht sicher schwimmen. Diese sollten sich nie verlocken lassen, in Gewässern zu baden, die sie nicht sehr genau kennen oder die eine starke Strömung hohen. Gerade die Gefahren der Strömung werden häufig unterschätzt. Da aber der menschliche Körper nur um ein Geringes schwerer ist als Wasser, fängt er an zu schwimmen, wenn er mehr als zur Hälfte vom Wasser umspült wird, und nur allzu leicht wird ein nicht sicherer oder gar ein Nicht-^Schwim- mer von der Strömung erfaßt und mitgerissen. Aber auch der sichere Schwimmer ist nicht ungefährdet, wenn er bestimmte Vorsichtsmaßregeln nicht beachtet. Da ist vor allem die erste: nicht in erhitztem Zustand ins Wasser gehen, sondern erst Füße, Achselhöhlen und Nacken anfeuchten. Der Körper kann zwar verhältnismäßig hohe oder tiefe Temperaturen vertragen, aber er ist empfindlich gegen plötzliche starke Temperaturveränderungen und die damit verbundene Schockwirkung. Wie mancher Herzschlag im Wasser mag auf diesen Schock zurückgehen. Gefährdet sind auch die Pilzläger, die ohne sich vorher genaue Kenntnisse über eßbare und giftige Pilze verschafft zu haben, sich ihre Mahlzeit aus dem Walde mit nach Hause bringen. Irgend ein allgemein gültiges Erkennungszeichen oder Prüfungsmittel zur Unterscheidung der eßbaren von giftigen Pilzen gibt es nicht. Weder die Braunfärbung bes Silberlöffels, mit dem das Pilzgericht umgerührt wird, noch die Verfärbung einer mitgekochten Zwiebel, aber auch nicht das Vorhandensein von Milchsaft ober die klebrige Beschaffenheit des Pilzhutes zeigen die Giftigkeit an. Nur die genaue Kenntnis der Unterscheidungsmerkmale zwischen eßbaren und giftigen Pilzen kann vor Schaden bewahren. Eine ebenfalls nicht genügend beachtete gesundheitliche Gefahr des Sommers ist die Flüssigkeitsaufnahme nach dem Genuß von Obst. Unmittelbar nach dem Essen von Früchten jeder Art hüte man sich, Wasser, Milch oder andere Flüssigkeiten zu sich zu nehmen. Es besteht sonst die Gefahr, daß die noch unverdauten Früchte im Magen aufquellen. Heftige Schmerzen sind die Folge, die in schweren Fällen sogar zum Tode führen können. Eine andere Gefahr droht im Hitzschlag und im Sonnenstich. Zwischen beiden, die oft verwechselt werden, bestehen grundlegende Unterschiede. Hitzschlag wird durch außerordentliche Hitze hervorgerufen und ist ein Erschöpfungszustand, während Sonnenstich auf der unmittelbaren Strahlenwirkung der Sonne beruht. Daher kann er auch im Hochge- birge trotz verhältnismäßiger Lu st kühle auf treten. Die Erscheinungen beim Betroffenen sind fast die gleichen. Herzschwäche, Rötung der Haut, Atemnot. Den Erkrankten bringt man dadurch Hilfe, daß man sie an einen schattigen Platz schafft, die Kleidung lockert, den Kopf hochlagert und Gesicht, Brust, Hände und Arme mit kühlem Wasser besprengt. In ganz schlimmen Fällen, wenn der Atem aussetzt, muß die künstliche Atmung einsetzen. Bei längeren Märschen in der Sonne soll man den Kopf unbedingt durch eine leichte, die Sonnenbestrahlung ableitende Kopfbedeckung schützen. Von der Ludwigs-Universität Giehen. Die Pressestelle der Ludwigs-Universität teilt uns mit: Der Ordinarius der theoretischen Physik an unserer Universität Dk. Karl B e ch e r t hat einen ehrenvollen Ruf an die Universität Königsberg erhalten und abgelehnt. Wir geben unserer Freude Ausdruck, daß dieser ausgezeichnete Gelehrte unserer alten Universität die Treue hält und ihr weiter seine wertvolle Arbeit widmet. Der Dozent der klassischen Philologie Dr. habil. H. O. Schröder wurde mit dem Eisernen Kreuz I. Klasse ausgezeichnet. Gießener wochenmarktpreife. * Gießen, 28. Juli. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Kartoffeln, neue, Vi kg 10^ Rpf., 5 kg 1 NM., Wirsing, % kg 12 bis 14 Rpf., Weißkraut 9 bis 11, Rotkraut 25, gelbe Rüben, das Bund 15, rote Rüben 15, Römischkohl, V» kg 13, Bohnen, grün, 30, Erbsen 20, Tomaten 46, Himbeeren 46, Kir chen 40, Johannisbeeren 20 bis 24, Salatgurken 28, Blumenkohl, das Stück 40 bis 50, Salat 5 bis 10 Rpf. Dr. Brüggers Patientin Roman von Walter Klöpffer „Nicht so steif, Menschenstind! Gelöster, ungezwungener. Und das rechte Bein eine Spur hoher, , Damit der Strumpf besser ums Knie spannt — 1°, letzt ist es gut. Herrgott, war das eine schwere Geburt'" In dieser Weise nörgelte Kaspar Fender an seinem Modell herum. Seufzend stand er an der Staffelei. Das Bild, dem das Kennwort „Vor dem • Spiegel" zugedacht war und das noch an den Anfängen stak, gefiel ihm immer weniger, je langer er es betrachtete Die Edhofer war viel zu plump für so otel Tüll und Rückenlinie. Zu der gehörten geringelte Bauernstrümpfe und ein scharlachroter Unter» wck. Ihm schwebte eine Schlanke, Biegsame vor, aber woher nehmen? „ .. „ _, . Die Elvira Edhofer zog eine gekrankte ^schnu e und versuchte gelockerter auszusehen, „oft es jd richt?" fragte sie weinerlich - sie war nach nicht lange beim Bau. v .... . „Ausgezeichnet ist es", höhnte Fender und lammte mit den Fingern das lange schwarze Haar. Das Licht im Atelier war falt und machte die dinge ernüchternd deutlich. Der Kanonenofen krachte Sin Apfel bruzzelte auf feiner Platte. Fender kratzte verzweifelt mit dem Spachtel herum. In vier Wochen begann die Ausstellung und er hatte noch kein einziges Bild fertig! Mit einem Ruck wandte er sich von der Staffelei ab und wischte die Finger ai seinem fleckigen Malerkittel ab. Er war gut zc wachsen und jung, knapp vierundzwanzig, trug gewählte Kleidung und besaß ein kühnes Gesicht, btm nur wenige Frauen widerstanden. Er hatte eine ungenierte Art, sie mit seinen -dunklen Augen aozu- leuchten und brachte manche sogar zum Erraten. Plötzlich läutete die Flurklingel. Fender legte Pinsel und Palette weg, fluchte em -ftchen, war aber im Grunde genommen froh uv er :jc Unterbrechung. Dai,in ging er öffnen. Er sah '.Expoü' am 5.1 1" (UN 16» anker L. P>r der aufzuheben. Die Aufhebuna ist auch wieder an strenge Bedingungen geknüpft, denn die leichtfertige Annahme an Kindesstatt muß möglichst verhindert werden. Liegen aber triftige Gründe für die Aufhebung vor, dann ist die Lösung des Verhältnisses möglich. Die Aufhebung der Adoption kann durch Vertrag zwischen dem Wahlkind und dem Annehmenden erfolgen. Sie unterliegt den gleichen Bedingungen wie der Annahmevertrag. Die Aufhebung ist aber auch durch gerichtliche Entscheidung möglich und setzt bann voraus: einen wichtigen Grund in der Person des Annehmenden oder des Wahlkindes. Die Aufrechterhaltung der Adoption darf sittlich dicht mehr gerechtfertigt erscheinen. (Beispiele: Das Wahlkind zeigt schlechte Erbanlagen» so daß eine elterliche Erziehung fraglich erscheint; oder: der sittliche Lebenswandel des Annehmenden gefährdet die Seele des Kindes). Zur Aufhebung ist ein Antrag erforderlich, der von den Beteiligten selbst oder von der Verwaltungsbehörde gestellt werden kann. Zuständig für die Aufhebung ist das gleiche Amtsgericht, das den Annahmevertrag bestätigt hat. Die Adoption verschafft dem Wahlkind die Rechts- siellung eines ehelichen Kindes des Annehmenden. Es erhält also den Familiennamen und tritt unter die elterliche Gewalt des Annehmenden. Gleichzeitig entstehen gegenseitige Unterhaltsansprüche. Einige Besonderheiten sind noch zu merken: Das Wahlkind hat das Recht, dem Familiennamen des Annehmenden seinen eigenen Namen hinzuzusetzen. Um zu verhindern, daß die Adoption aus gewinnsüchtiger Absicht erfolgt, erwirbt der Annehmende kein Erbrecht gegen das Wahlkind, dagegen kann das Wahlkind den Annehmenden beerben. Da die Adoption eine rein persönliche Angelegenheit zwischen den Beteiligten ist, erstrecken sich oie Wirkungen des Vertrages auch nur auf die Vertragschließenden selbst. So werden die Verwandten des An- nehmenden von der Adoption nicht berührt. Der Ehegatte des Annehmenden wird nicht mit dem Kinde, der Ehegatte des Kindes nicht mit dem An- nehmenden verschwägert. Dagegen erstrecken sich die Wirkungen der Annahme auf die Abkömmlinge des Kindes, soweit sie nach der Annahme an Kindesstatt geboren werden. Auf bereits schon lebende Abkömmlinge erstreckt sich die Adoption nur dann, wenn es im Annahmevertrag ausdrücklich bestimmt wurde. Mit der Annahme an Kindesstatt verlieren die leiblichen Eltern die Gewalt über das Kind, die un- eheliche Mutter das Recht und die Pflicht, für das Kind zu sorgen. Die vielleicht hart erscheinende Be- ftimmung hat aber ihr Gutes: Ist der Annahmeoer- trag bestätigt worden, dann soll das Verhältnis zwischen den Annehmenden und dem Wahlkind nicht mehr gestört werden können. Diese Bestimmung ist vor allem zum Schutze des Wahlkindes erlassen worden. Wahre Kindesliebe kann durch scheinbar schwierige Bestimmungen nicht abgehalten werden, ein Kind, das seinen Vater vielleicht im Kriege verloren hat, zu adoptieren. Beide Teile sollen geschützt und das neue Verhältnis gehütet werden. Dr. Tw. menkünften zum Abhören der Feindsender und zu den anschließenden staatsfeindlichen Diskussionen zu. Er und Will haben aus gegnerischer Einstellung zum nationalsozialistischen Staat auf die leicht beeinflußbaren Mitangeklagten einen außerordentlich unheilvollen Einfluß im Sinne der zersetzenden Feindpropaganda ausgeübt und damit im Entscheidungskampf des deutschen Volkes die Geschäfte des Gegners betrieben. Die beiden Haupttäter mußte wegen der besonderen Schwere und Gefährlichkeit des Kriegsverbrechens die härteste Strafe des Gesetzes treffen. Das Urteil möge aber auch, wie in der Hauptverhandlung heroorgehoben wurde, War- nung und Abschreckung für alle diejenigen fein, die noch in Verkennung Der Tragweite eines solchen Verhaltens bewußt oder unbewußt in gleicher Weise die Bestrebungen der verlogenen Feindpropaganda fördern und damit zum Landesverräter werden. Sie hielt Umschau. An den Wänden die alten Sachen, die kreolische Tänzerin, Leda mit dem Schwan, die Venus von Urbino und noch ein paar Gemälde, die sie nicht übermäßig mochte. Sie stellte ihr Handtäschchen hin und griff nach dem Skizzen- buch. Leer. Nicht. Er log. Er hatte nichts geschasst, sondern hatte wieder einmal gebummelt, mit seinen Freunden, vielleicht mit diesem Carlo Punz, ober mit Frauen, die es nicht so genau nahmen. — Wie ekelhaft das alles war. Am liebsten hätte sie losgeheult, aber den Hudals sahen die Tränen nicht so locker. „Warum belügst du mich, Kaspar?" fragte sie sanft. „Ich habe die Bilder nicht hier. Und überhaupt, was spionierst du da herum? Ich verbitte mir das. Bin ich dir Rechenschaft schuldig? Kommt da her und macht eine Szene!" rief er aufgebracht. Heute kam sie ihm gerade recht. Heute war mit ihm nicht gut Kirschen essen. Er hatte eine verrückte Nacht Hiner sich, den Schädel voll Alkohol, er hatte Ausstellungssorgen und Aerger über diesen Schinken da, der nichts werden wollte. Warum lief sie ihm nach? Er haßte nichts mehr, als wenn Frauen, die bereits ad acta gelegt waren, ihm die Bude einrannten. „Und außerdem stehst du, daß ich zu tun habe. Ick) schätze das gar nicht, so überfallen zu werden." * „UeberfaUen —", lachte sie zornig. „UeberfaUen nennt er das, wenn man nach drei geschlagenen Wochen mal nachsieht, weil der gnädige Herr sich totstellt. Du hast es nötig, beleidigt zu tun. Das ist bequem." Plötzlich fiel ihr ein, daß sie so nicht reden durfte. Es stand alles auf dem Spiel. Darum kämpfte sie alles Aufrührerische in sich nieder und lenkte ein. „Sei doch gut, Kaspar. Ich mache dir ja keine Vorschriften. Ich habe halt Sehnsucht gehabt, verstehst du das nicht? Ich war so allein, ich habe doch niemand als dich. Wollen wir uns wieder vertragen Sie griff nach seiner Hand. ,,'^ß! Mir sicht heute nicht der Sinn nach. BerichiE- " Erfolg . .egen l >meer?, Worfo die j, i&ijl teln bei- tteterl ,Nenk L M ?•’ «k Averse,- 'Azerbak Schäferstündchen!" erwiderte er grob. „Ich habe Sorgen. Sieh dir bloß das Bild an, diesen Mist! Es gelingt nicht. Na, sie schicken einem ja auch Modelle danach. Hast du die da drinnen betrachtet? Kann man so was malen? Ich brauche etwas Graziöses, mit schmalen Fesseln, anmutig, natürlich und doch pikant — du, eine Idee — laß dich mal ansehen!" Er trat ein paar Schritte zurück und musterte sie. Dann nickte er beifällig. „Nicht übel. Schon eher das, was mir vorschwebt. Die Fiaur ist gut, die Beine sind vorblldlich, und das Gesicht, nun, das machen wir anders. Da muß so ein leicht raffinierter Zug hinein, mein Schäf- chen. Laß mich das nur deichseln. Mit dir wird das Bild großartig, wirst sehen. Herrgott, daß mir das nicht früher eingefallen ist!" Er rannte nach Spachtel, Terpentin und Lappen, dann zu der Staffelei und wischte die Elvira Edhofer weg, die ihn nicht mehr interessierte. Daß sie im Nebenraum wartete, hatte er längst vergessen. Er war voll Betriebsamkeit und Eifer und befand sich in einem Zustand hochgestimmter Erwartung und Erlöstheit. Dann kam er zu Anna Hudal zurück. „So, null wollen wir mal sehen, was mit dir los ist", begann er vergnügt. „Ich denke mir das so: du steyst vor dem Spiegel, Halbakt, den Kopf leicht zurückgeworfen, die rechte Handfläche im Nacken, von den Hüften ab kommen Spitzen und Tüll — ich hole dir die Sachen gleich — und jetzt zieh dich aus, wir wollen probieren." Anna schüttelte den Kopf. Sie blickte an ihm vor-, bei, irgendwohin ins Leere. Fender hob die Augenbrauen. „Weshalb denn nicht? Zimperlich? Sieh mal, das ist nur halb so schlimm. Du tust es ja für mich. Ich brauche doch ein Glanzstück für die Ausstellung. Vielleicht begründet das Bild meinen Ruhm. Du darfst mich nicht im Stich lassen. Horst du? Gib deinem Herzen einen Stoß und sei nett zu mir, dann bin ich auch nett. Ja?" „Neinl" -sagte sie traurig (Forschung folgt.) Einem Ehepaar, das in guten Verhältnissen lebt, sind Kinder versagt geblieoen. Beide Gatten sind kinderlieb und, da sie keine wirtschaftlichen Sorgen haben, wollen sie ein fremdes Kind als ihr eigenes annehmen und großziehen. In ihrem Bekannten- kreis ist niemand, der für eine Adoption (Annahme an Kindesstätt) in Frage käme. Das Ehepaar geht deshalb zum Jugendamt oder zur NSV. Was ist hierbei zu beachten und welche Wirkungen hat die Annahme an Kindesstatt? Um einen viel verbreiteten Irrtum aus dem Wege zu räumen, sei auf folgendes hingewiesen: In der Regel wird wohl die Adoption so vollzogen, daß jemand von einem Ehepaar als gemeinschaftliches Kind angenommen wird. Das ist aber nicht Voraussetzung, denn auch ein einzelner Ehegatte (der dann allerdings das Einverständnis des anderen Ehegatten haben muß) und sogar unverheiratete Personen können jemanden ädovtieren. Es ist auch nicht Voraussetzung, daß der Angenommene noch im KinAes- alter sieht (was zumeist der Fall jein wird), der Angenommene kann selbst schon verheiratet sein. Voraussetzungen der Annahme an Kindesstatt sind dagegen: Der Annehmende darf keine ehelichen Abkömmlinge haben. Das Vorhandensein von unehelichen Kindern und von bereits angenommenen steht nicht entgegen. Der Annehmende muß das 50. Lebensjahr vollendet haben und mindestens 18 Jahre älter sein als das Kind. Von dieser Bestimmung kann das zuständige Amtsgericht 'Befreiung erteilen. In einigen Fällen ist auch noch die Einwilligung anderer Personen erforderlich. Es ist notwendig die Einwilligung des Ehegatten, wenn der Annehmende oder das Wahlkind verheiratet ist, und die Einwilligung der Elterii (bei unehelichen Kindern die Einwilligung, der Mutter), wenn das Wahlkind noch nicht 21 Jahre alt ist. Die Annahme selbst erfolgt in einem besonderen Annahmeverfahren. Hierzu gehört insbesondere der Annahmevertrag, der unter gleichzeitiger Anwesenheit. beider Teile zwischen dem Annehmenden und dem Wahlkind vor einem Gericht ober Notar abgeschlossen wird. Ist das Wahlkind noch nicht 14 Jahre, dann wird der Vertrag durch den gesetzlichen Vertreter abgeschlossen, der wiederum der Genehmigung des Vormundschaftsgerichts bedarf. Der so abgeschlossene Annahmevertrag muß von dem Amtsgericht bestätigt werben, in dessen Bezirk der Annehmende wohnt. Bevor das Gericht die Bestätigung ausspricht, ist im Hessen die Landesregierung zu benachrichtigen, die dadurch Gelegenheit hat, sich mit dem Annehmenden in Verbindung zu setzen und etwaige Bedenken beim Amtsgericht vorzubringen. Erst mit der Rechtskraft des Bestätigungsbeschlusses ist die Adoption vollzogen. Das etwas schwerfällig anmutenbe Verfahren gibt aber die Gewähr, daß alles getan wurde, um das Wahlkind vor 'künftigen Gefahren zu schützen. Die Landesregierung wirb insbesondere prüfen, ob tatsächlich ein Elternverhältnis begründet werden soll. Sie wird die Versagung der Bestätigung veranlassen, wenn begründete Zweifel an der Lauterkeit des Zweckes bestehen (z. B. Kauf eines adligen Namens im Wege der Adoption). Weiterhin ist zu prüfen der Standpunkt der Familie des Annehmenden und ob im öffentlichen Interesse wichtige Gründe gegen die Herstellung eines Familienbandes bestehen (z. B. in eine gesunde Familie kommen minderwertige Personen ober in eine reinrassige Familie werden Fremdrassige angenommen). So betrachtet, kann das erschwerte Annahme- verfahren nur begrüßt werben. Selbstverständlich besteht die Möglichkeit, das durch die Adoption begründete Rechtsverhältnis wie« Erziehung der Mädchen behandelt und dabei die auswirtschaftliche Form der Oberschule erörtert. Von «erschiedenen Seiten wurde nachteilig empfunden, aß die Abiturienten der hauswirtschaftlichen Form frgänzungsprüfungen auf der Universität abzulegen Men. Die. Reicksabteilungsleiterin für weibliche krzichung, Professor Dr. Rebe r-Gruber, er- Härte deshalb, daß es vorteilhafter fei, einen ein« istolzing-Eerny als einen Mann der Feder, her licht wegzudenken ist aus der Geschichte der Par- tei, als einen Mann der deutschen Presse, auf den lese als Vorbild stolz sein kann. „Wer fein Volk ebt, zeigt es durch das Opfer, das er für fein Volk i bringen bereit ist." Von diesem Führerwort ging ^Öberlein aus, um den dornenvollen Lebensweg des Hannes äu schildern, der in feinem tiefsten Herzen ie Sehnsucht nach dem großen Reich aller Deut- chen trug und diesem Gedanken durch fein ganzes teben mit feiner ganzen Kraft diente. Zoberlein eichnete Stolzi-ng-Cerny als einen Charakter, der, bwvhl damals nichts zu verdienen war an Ansehen inib Ehre, nach jeder Gelegenheit griff, um für das ationale Großdeutschland und für den nationalen Sozialismus mit dem ganzen Mut einer wahrhaft mrnalistifchen Persönlichkeit sich einzusetzen. Im Inschluß an die Gedenkansprache legte Gauleiter Jaul Giesler den Kranz des Führers an. der Bahre ieber. ,Sturierfe(eflramm Sronf-deimaf*. Mit dem .Kuriertelegramm Front—Heimat" ist ■ne neue schnelle Verbindungsmöglichkeit von der ront zur Heimat geschaffen worden, die dem Front« ilbaten jeden Dienstgrades in dringenden Fällen ffensteht. Das „Kuriertelegramm" soll in erster inie den in der Front eingesetzten Soldaten die Möglichkeit geben, in dringenden persönlichen Ange- genheiten ihxen Angehörigen in der Heimat eine Nachricht schneller zukommen zu lassen, als es mit er Feldpost möglich wäre, z. B. im Falle einer Ver- lunoung, einer überraschenden Beurlaubung ober oi Stellungnahme zu einer wichtigen Familien- ngelegenheit. Das „Kuriertelegramm" darf außer er Anschrift acht Worte umfassen, also z. B. „Leicht ermunbet, Lazarett Drei, bereits gute Besserung, ritz." Die Anzahl der Telegramme, die täglich ir die einzelnen Armeen zugelassen sind, ist so och bemessen, daß alle dringenden Benachrichti- ungen durchgeführt werden können. Da^ „Sturier- legramm" lauft auf Wehrmachtleitungen in jedem all bis nach Berlin und wird von dort aus als normale Feldpost weitergegeben, so daß die Gesamt- dufzeit etwa drei bis vier Tage betragen dürfte. Oie höhere Mädchenschule. 'm? Bei einer Tagung der Fachschaft „Höhere Schul'" o- len" des NS.-Lehrevbundes wurde nach einem Be- PÜe Tib dicht der Frankfurter Zeitung auch die Frage der ■: „Pack, 11.7. ft rch Unt«. ht werde: iten lafltr it unbbo- bisher d- e L ' "ft fr Hit Je«n sift * Kleine Küchenkniffe von Statt Karten. Danksagung. 03602 Für die überaus zahlreichen Beweise aufrichtiger Teilnahme in Wort und Schrift, die uns bei dem Heldentode meines lieben Mannes und Vaters, unseres braven Sohnes, Schwiegersohnes und Enkels entgegengebracht.wurden, danken wir auf diesem Wege herzlichst. Lotte Lyncker, geb. Schirmer Carl Lyncker u. Frau Gustel, geb. Mayer. Kehl a. Rh., Gießen, im Juli 1942. (Putzfrau für die Abendstunden gesucht Sfie/iener 4nzei^er Schulstraße 7 2277V Karlsfprude/ Bekanntmachung BezirKssDarkasse Kietzen 2054 D dentod. In tiefem Schmerz: Zum Verbessern Einer für Alle fader Soßen TägL 3,5.15,8. So. 2.80,5,8 Uhr 1643 V urer u arfen - HeilpraktikerStrauß Gießen, Bahnhofstraße 65 Ab 1. August 1942 verreist flechte schließen lassen, verwenden Sie sofort Ovis. Alpine Chemische A.-G., Berlin NW 7. [2079C Mr frauenlosen einfach bürgerlichen Haushalt in Vorort, Gießen (keine Landwirtschaft) erfahrene atöeltsfreuöige WSWierin gesucht. Alter, Geburtsort, bisher. Tätigkeit und Forderung bitte mit Bewerbung anzugeben. Schr. Ang. unt. 2315D an den Gieß. Anzeiger. Zo gleichen Preisen in Hpoftekeo. Drogerien end durch Le Braonenverwatiung Biskirchen - Rui 44 - erhältlich» I. 1. Zur Erhöhung der Schlagkraft des Selbstschutzes gelten alle im Luftschutzort Gießen ansässigen oder sich aufhaltenden Deutschen hiermit für den Selbstschutz im Bereich dieses Luftschutzortes als herangezogen. 2. Die Einteilung und den Einsatz der Kräfte im Selbstschutz bestimmen die von mir ernannten Luftschutzwarte nach meinen Weisungen. II. Von der Heranziehung sind ausgenommen: a) Personen, die infolge ihres Alters oder ihres Gesundheitszustandes ungeeignet erscheinen, und zwar: 1. Personen unt. 15Jahren u. üb er 70 Jahre, rerifan Li iKini Ulis alle 8,'LoiÄ n- empl tigts un t: Initi Dame mit erwachsener Tochtersuchtoon Mitte August auf die Dauer von 3 Wochen Unterkunft in der Umgegend Gießens. Hausarbeit kann teilte, mit über- nornrn. werden. Grete Backhaus, Essen-Rtitten- scheid, 2317V Josevhinenstr. 1 der 44. Zuteflungsperiode, außer Kraft treten. Es werden neue Marken für Brot, Fleisch, Butter, Margarine, Käse und Nährmittel eingeführt, die von den Ernährungsämtern und Kartenstellen mit Beginn der 43. Zuteilungsperiode am 16. November ausgegeben werden können und von diesem Tage an zum Warenbezug berechtigen. Bis zum 10. Januar gelten dann beide Ausgaben nebeneinander. Die neuen Reisemarken sind in ihrer Gültigkeit durch Aufdruck bis Ende September 1943 beschränkt. Aus der engeren Heimat. Landkreis Gießen * Burkhardsfelden, 25.Juli. Heute konnte Frau Marie Brück, geb. Möbus, auf eine 25jäh- rige ununterbrochene Tätigkeit in der hiesigen Zigarrenfabrik der Firma Joh. Balth. Noll, Gießen, zurückblicken. Aus diesem Anlaß war von den Ar- beitskameradinnen ihr Platz mit Blumen dekoriert. Der stellvertretende Betriebsführer gedachte in einem Betriebsappell in anerkennenden Worten der treu geleisteten Dienste der Jubilarin und überreichte ihr eine Ehrenurkunde nebst einem Geldgeschenk. geschmück,möchensbSamsta)Te Goldene Hochzeit eines oberhessischen Archäologen. LPD. Büdingen, 27. Juli. Ein bekannter und erfolgreicher oberhessischer Altertumsforscher,, der besonders auf dem Gebiete der Erforschung der römischen Besatzungszeit in Deutschland — die um 260 n. d. Zw. abschloß — bahnbrechend tätig war, Kustos i. R. Rudolf Weicker in Christinen- Hof bei Büdingen, kann am 28.Juli piit seiner Frau Mathilde, geb. Traudt, das Fest der goldenen Hochzeit feiern. Der Jubilar hat seinerzeit bei der Ausgrabung der Römerstädt Nida (Heddernheim bei Frankfurt) und bei der Feststellung des römischen Straßburg (Argentoraten d. Römer) wissenschaftlich mitgewirkt und die Funde bestimmt, lieber die römische Okkupationszeit der Wetterau und überhaupt über die Einflüsse der römischen Kultur auf das gesamte Volksleben der Wetterau liegen aus' seiner Hand wertvolle Abhandlungen MstiiMeii für Damen- Fahrrad gesucht. Schrift!. Ang. unt. 2295D an b. Gieß. Anz. Bewährte Hilfe für alle, die an Fußflechte leiden. Die häßliche und übertragbare Fußflechte, die der Arzt Dermatomykose nennt, kann auch die saubersten Menschen befallen. Die feuchten Stellen, schmerzhafte Hautrisse zwischen den Zehen und unter den Fußballen, entstehen durch einen Pilz, der in Wärme, Feuchtigkeit und starker Schweißabsonderung besonders gedeiht. Befeuchten Sie morgens und abends die von der Fußflechte befallenen Hautstellen mit Ovis, dem erprobten Desinfektionsmittel für Füße. Ovis dringt tief in die Oberhaut ein und tötet die Pilzbildung schnell und schmerzlos ab. Beobachten Sie Ihre Füße täglich. Bei den ersten Anzeichen, die auf Fuß- Unser heißgeliebter braver Sohn, tRüRl mein einziger lieber Bruder, Schwager, EL Enkel, Neffe und Onkel Willi Brück Obergefreiter in einer B.-Abteilung fand am 15. Juli 1942, im Osten den Hel- Oer Kampf um den Aufstieg. Isenburg und Rüsselsheim bleiben vorn. Im Kampf um den Aufstieg zur Fußball-Gauklasse haben Spog. Neu-Isenburg und SE. Opel Rüsselsheim ihre guten Aussichten gewahrt. Während die Isenburger das Rückspiel beim VfB. Offenbach mit 412\ Toren siegreich gestalten konnten, buchte Rüsselsheim gegen Hassia Dieburg nur einen mageren 2:1°Sieg. Interessant ist, daß in beiden Spielen die Gegner bei der Pause jeweils die Führung hatten. Offenbach mit 2:1 und Dieburg mit 1:0. Den Jsenburgern kann nun in der Gruppe 1 nichts mehr passieren, während Rüsselsheim noch mit Alemannia Nied zu rechnen hat, die allerdings auch diesmal sieglos blieb und beim VfR. Bürstadt nur ein 3:3 (2:2) erreichte. Im vierten Spiel des Tages siegte die FVg. Ravolzhausen mit 4:0 (2:0) über die Gießener Luftwaffe. — Tabellen: kchen, 1 Übst btt Dvinnei . 2en Q JW J. die „ R gen pichen "'M, bi August S fr tain du jnbern i,lfn w W« ei W unt J5 lh Ren. b S56ripti WHa SH W zug «er W *mare Udes Mnie! r, $6 «le N«ch-i trüber0 Nen $ '»Seit, 3M "fcifi tt Sn siiiif Karl Brück II. und Frau Katharine, geb. Gilbert Or. med. Karl Brück, z. Z. Im Lazarett, und Familie Leihgestern, Darmstadt, im Juli 1942. 2311 l) V Ech ut gep Glona-Palast: „Oie Nachtin Venedigs Das berückende Stadtbild Venedigs samt Lido und Canale grande, das schon manchem Film die lebenden Kulissen gestellt hat, und die Melodien der Straußschen Operette bilden in reizvoller Harmonie die optische und die klangliche Folie einer Handlung, die der Spielleiter Paul Verhoeoen (früher am Frankfurter Schauspielhaus) mit leichter Hand und gutem Blick für filmische Wirkung in Szene gesetzt hat: es war, fast überraschend, ein ähnlich glücklicher Griff nach dem Operettenlibretto, wie ihn vor kurzem Willi Forst mit „Wiener Blut" getan t)at: diese Handlung, in vielen, schnellen Ueberblendungen photographiert, hat etwas von der improvisatorischen Unverbindlichkeit und Unbekümmertheit der commedia dell’arte, sie hat Tempo und spritziges Temperament, viel Sinn für die Komik der ungewöhnlichen Situation und einen hübsch pointierten Dialog; sie' ist im übrigen so kunstgerecht verschlungen und verwirrt/ daß es ein ziemlich hoffnungsarmes und salzloses Unternehmen wäre, sie nacherzählen zu wollen: eben die improvisatorische Lockerheit, die ihren Hauptreiz ausmacht, ginge darüber verloren. Es ist aber sozusagen alles da, was jenseits eines verbrauchten Operettenklischees eine gesunde Mischung und einen heiteren Erfolg verbürgt: Liebe übers Kreuz, Geschäft und Theater, Verwechslung und Vertauschung, Mißverständnisse auf deutsch und italienisch, Gondelfahrt und Liebesinsel, Flscherhochzeit und Flirt am Strande, große Arie und großes Ballett und sonst noch allerhand, was man sich am unterhaltsamsten im Kino ansieht und anhört. Der beschwingten Musik und der anregenden Führung Verhoevens haben sich eine ganze Reihe sehr guter Schauspieler anvertraut, deren jeder sich dem eigentümlich lockeren und dennoch präzisen Spielstil dieses Films geschmeidig anpaßt; alle zusammen bilden ganj unauffällig ein tadellos aufeinander abgestimmtes Ensemble: Heidemarie Hotheyer, vom schweren Alpdruck der dunklen Fabel „Ich klage an" befreit, gibt sich mit jugendlicher* Gelöstheit dem unverhofften Glückstraum einer Ferienreise an den Lido hin; Harald Paulsen kehrt wieder zu seinen Operetten an sängen zurück, singt mit Bravour und gibt einen von Ironie funkelnden, von versteckter Zärtlichkeit be? flügelten Dialogpartner ab. Die pikante Lizzi Waldmü 1 le r, Hans Nielsen, sehr drollig, der große Charakterspieler Erich Ponto und der Komiker Paul Henckels sind ebenfalls Sterne erster Ordnung am Himmel dieser venezianischen Nacht. — (Tobis.) — Im Beiprogramm läuft die neue Wochenschau, die schon ausführlich gewürdigt wurde. HansThyriot. Neue Neisemarken. Nachdem die reichseinheitlich hergestellten Lebensmittelmarken und Reichskarten für Urlauber jetzt auf Papier mit dem gleichen Wasserzeichen gedruckt werden, sollen zweckmäßigerweise auch die Reise- und Gaststättenmarken, die bisher kein Wasserzeichen hatten, aus diesem Papier hergestellt werden. Diese Umstellung wird zum Anlaß genommen, die Marken in neuer Gestaltung herauszugeben und ihre Gültigkeitsdauer zu befristen. Der Reichsernährungsminister hat deshalb angeordnet, daß die geltenden Reife- lind Gaststättenmarken für Brot, Fleisch, Butter, Margarine usw., Käse und Nährmittel mit Ablauf des 10. Januar 1943, dem Ende Großer Straßenpreis von Gießen mit internationaler Besetzung. Der große Straßenpreis von Gießen, der am kommenden Sonntagvormittag von den Radfahrern umstritten wird, findet auf Der alten Strecke wie im vergangenen Jahre statt. Durch dar Entgegenkommen unseres Oberbürgermeisters Ritter, der vor. Auch im Düdinger Gebiet hat sich Kustos Weicker um manche historische Entdeckung, wie um den Aufbau des Büdinger Schloßrnuseums, verdient gemacht. Tod durch Fliegenstich. * Usenborn (Kreis Bübinnen), 26. Juli. Der seit Ostern 1935 hier wirkende Lehrer Dr. B u 11 - mann ift am Freitag an den Folgen eines Fliegen st iches gestorben. Der 42 Jahre alte Mann war am Samstag vorher von einer Fliege im Gesicht gestochen worden. Der Fliegenstich führte nach kurzer Zeit zu starker Geschwulstbildung im Gesicht und verursachte eine schwere Blutvergiftung, die die Ueberbührung des Kranken in das Krankenhaus zu Gelnhausen notwendig machte. Dort ist der bedauernswerte Mann nach mehrtägigem Krankenlager verstorben. Lehrer Dr. Bullmann erfreute sich in unserem Orte allgemein großer Wertschätzung. Unsere Gemeinde nahm am Sonntagvormittaa in einer Feier Abschied von ihrem geschätzten Lehrer, der eine Frau und ein Kind hinterläßt. Die Leiche wurde nach Oberrosbach (Kreis Friedberg), von wo Dr. Bullmann herstammt, zur letzten Ruhe verbracht. Feuer im Dorf. * Alsfeld, 27.Juli. In dem Kreisorte Vadenrod brach am Sonntagnachmittag in der Scheune des Landwirts Karl Lang Feuer aus, das sich auch auf das angrenzende Wohnhaus des Landwirts Heinrich Georg ausdehnte. Die Scheune wurde vollständig eingeäschert, während das Wohnhaus sehr stark beschädigt wurde, so daß nur noch ein erheblich mitgenommener Rest des Hauses steht. Die Ortsfeuerwehr bekämpfte den Brand mit großer Tatkraft, so daß es ihr in verhältnismäßig kurzer Zeit gelang, eine weitere Ausdehnung der Flammen zu verhindern. Die Motorspritzen von Alsfeld und Vrauerschwend sowie die Feuerwehr von Storndorf waren zur Hilfeleistung herbeigeeilt, die Vadenröder Wehr hatte aber beim Eintreffen der Nachbarhilfe den Brand bereits ein- aedämmt. Die Ermittelungen über die Brandursache sind noch im Gange. 2. Kranke, Gebrechliche, Schwangerer x b) Personen, die infolge ihres Dienstverhältnisses und ihrer Berufspflicht anderweitig eingesetzt sind, und zwar: . 1. Wehrmacktangehöriae, dke durch ihr Wehr» Machtverhältnis an der Ausübung des Selbstschutzes im Einzelfall tatsächlich verhindert sind, 2. Angehörige des öffentlichen Dienstes, so? weit sie im Einzelfall durch die Ausübung ihres ' Berufspflichten an der Ausübung des Selbst? J1 schutzes tatsächlich verhindert sind, 3. Angehörige der NSDAP., ihrer Glieds rungen und angeschlossenon Verbände, soweit sie durch die Hoheitsträger im Einoernehmeri mit dem örtlichen Luftschutzleiter schon bisher herangezogen sind, 4. Pfleger und Pflegerinnen hilfsbedürftiges Personen, darunter auch Mütter aufsichtsbedürftiger Kleinkinder, soweit sie durch die ihnen obliegende Pflege und Aussicht an der Ausübung des Selbstschutzes tatsächlich verhitt« dert sind. Gießen, den 23. Juli 1942. Der Polizeidirektor als örtlicher Luftschutzletter. I, V.r Hellwege-Emden.«nH veranlaßt hat, daß die Obuslinie für die Zeit des Rennens stillgelegt wird, kann der Veranstalter sich seiner im vorigen Jahre schon bewährten Rennstrecke bedienen. Die Zuschauer werden so ein einwandfreies Rennen mit hervorragender Spurtstreck- in der Ludwigstraße und einer schnellen Geraden in der Stephanstraße sowie einigen Kurven in der Bleichstraße und Gartenstraße zu sehen bekommen. Daß die Rennen unserer Stadt bei den Fahrern sehr beliebt sind, geht aus dem bereits vorliegenden Nennungsergebnis hervor. Außer der HJ.-Klaffe, die sehr zahlreich vertreten ist, haben in ter Klasse der Aktiven neben.hen bereits erwähnten Fahrern die Luxemburger Meyers und Kars sowie der Belaier Jac. Beeks sowie eine ganze Anzahl der besten Amateure Deutschlands ge« meldet. Der Luxemburger Kars ist (Sieger der reichsoffenen Rundstreckenrennen in Düsseldorf, Aachen, Köln, Luxemburg usw. Meyers gewann die Rundfahrt um Luxemburg in vier Etappen sowie Luxemburg—Koblenz und zurück. Der Belgier Beeks zählt zu den besten Amateuren seines Heimatlandes. Durch die Stiftung einer größeren Ueberrun- dungsprämie, sowie zahlreicher anderer Prämien werden die Fahrer ihr Letztes hergeben, um immer mit vorn zu fein, damit sie bei den Wertungskämpfen um die Punkte auch hier wieder eingreifen können, da die Sieger durch Punktwertung festgestellt werden. Gießener HI.-Nuderer in Frankfurt. Der Bann 116 Gießen hatte zu den Ge« bietsmeisterschaften und Rahmenkämpfen im Rudern, die am Sonntag auf der Frankfurter Gerber« mählstrecke ausgetragen wurden, Mannschaften aus beiden hiesigen Vereinen entsandt, die sich mit wechselndem Erfolg geschlagen haben. Im Titelkampf war es dem Vierer der Gieße, ner Rudergesellschaft 1877 und im Achter der aus den beiden Vereinen gebildeten Renngern e i n s ch a f t nicht möglich, gegen die Heb er macht der Gegner anzukommen. Die Mannschaften hielten sich tapfer,- wobei übrigens zu beachten bleibt, daß die beiden Achtereinheiten der Renngemeinschast noch nicht allzu lange im Training sind. Anderseits war die Vertretung der Gießener HJ^ Rudersportler doch von Erfolg gekrönt, denn in den Rahmenrennen gab es zwei Siege. Das Anfänger* Rennen im Gigoierer für Schwergewichte aewarns die gut eingespielte Mannschaft des Gießener RK. „H assi a" nach erbittertem End rin gen mir einer Viertellänge Vorsprung in'3:38,2 vor dem sieggewohnten Frankfurter RV. 65 in 3:39,3 und dem Mühlheimer RV. in 3:40,6. Das Rennen war über die volle Tausend-Mssterstrecke geschlossen, wo« bei die Führung ständig zwischen Gießen und! Frankfurt wechselte. In einem Vierrennen der Steuermänner, das von drei Bootsbesetzungen bestritten wurde, siegten di- zu einer Mannschaft an Ort und Stelle zusammen« gesetzten Steuerleute . Salzmann (Gießener RG ), Hofmann (Oberrad), Appel (Hassia Gießen), Hahn (Gießener RG.), Steuer: Gluchardt (Hassia Gießen) mit zwei Längen vor den gegnerischen Booten. Hanptschriftleiier: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter brt HauptschriftleiterS: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für das Feuilleton: Dr. Hans Thyriotz für Stadt Gießen, Provinz, Wirtschaft und Sport: Ernst Blumschein. j Druck und Verlag: Brühlsche Universttatsdruckeret R. Lange K. (5, DerlagSleiter: Dr.-Jng. Erich Hamann; Anzeigenleiter: Hans Beck. Anzeigenpreislistc Nr. 6. v Haus für älteres Ehepaar in ruhiger Gegend m. Garten, elektr. Licht und etwas Feld z.kaufen gesucht. Näheres O36o7. Weidengasse 18 p. r. bei Frau Funke. fmchtba önen di kperim. Seit d jenen I, Aschen !c-iMos Mes hiens g Re, o sprech •enfädjli, ’iiom un Jiltig, oi Vckanulmachung. Beir.: Eierbezug bei Hühnerhattern. DiejeniyenHaushaltungen, die ihre Eier unmittelbar von Hühnerhaltern beziehen wollen, werden aufgefordert, die Bestellscheine Nr. 39 der Rcichseier- fartc auf Zimmer 9 des Ernahrungsamtes in der Zeit von 8 bis 13 Uhr zum Umtausch in Berechtigungsscheine vorzulegen. Gießen, den 27. Juli 1942. Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen. Eyiahrungsamt Abt. B. 2312d Tieferschüttert erhielten wir die schmerzliche Nachricht, daß mein lieber, herzensguter, unvergeßlicher Mann, der tteusorgende Vater seines einzigen Kindes, unser hoffnungsvoller jüngster Sohn, Bruder, Schwiegersohn, Schwager, Pate, Onkel und Neffe Otto Stamm Gefreiter in einem Infanterie-Regiment im blühenden Alter von fast 29 Jahren bei den schweren Kämpfen im Osten, am 1. Juli 1942, sein junges Leben für sein geliebtes Vaterland hingab. Er ruht in Gotte? Frieden, fern der Heimat und seinen Lieben. In tiefem Schmerz: Marie Stamm, geb. Grün, nebst Söhnchen Waldemar Helprich Stamm und Frau Luise, geb. Rith Familie Karl Grün und alle Verwandten. Harbach, Atzenhain, den 27. Juli 1942. Mit den Angehörigen trauern um einen lieben Arbeitskameraden die Betriebsführung und Gefolgschaft der Firma G. Allmendinger, Grünberg (Hessen). 03606 | Verschiedenes! Mltoier entlaufen. Nachricht erbet. omio Lob erstraße 17. Mündlich können Sieesnurwenlgsn sagen, schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen Sie es Allen D ft ,kr zy" Mte ; AllSf ijonflCi auM lider eite oft Mr s uchen• H vor -ge üb $5 da | Mietgesuche | Suche Frau übernimmt evtl, auch stundenweise Hausarbeit. Schriftl. Angeb. unter 03614 an den Gieß. Anz. Berufstätige Dame sucht 1-2 leere Zimmer. Schriftl. Angeb. unter 03613 an den Gieß. Anz. MesZimmer in der Nähe des Bahnhofs ges. Schriftliche Angebote aN 2314Ö Bahnholgaslstätten |Stellenangebote| Ruhiges Fräulein ehrlich und zuverlässig, oder alleinsteh. Frau, der an einem Dauerheim gelegen ist, (auch etwas Gartenarbeit) zu älter. Ehepaar als ■ Hausangestellte für sofort oder spater gesucht. Schr. Ang. unt. 03615 a. d.G.A. Keine Ursprungszeugnisse, sondern nur Zeugnisabschriften dem Beko erbungsichreiben beilegen l - Lichtbilder undBewerbungSunte» lagen müssen zur Bei- meidung von Verlusten auf der Rückseite Namen und Anschrift des Bewerbers tragen! | Kaufgesuche | Junge MelWM möglichstZwerg- dackel, zu kaufen gesucht. Schr. Ang. unt. 03608 a. d.G.A. Reisebeamter für Kreis Gießen gesucht. Nürnberger Lebensversicherung AG. Bezirksdirektion I, Frankfurt am Main, Röderbergweg 4 2268 D reichtet, benso ki p;el bp r". ähr Kuertid) l.ien i l- En foßten »erliche ii ruf bei inbern: Mö 3gC/ ^/schreitet M // in die ■ -Ä". Piano, eventl. Harmonium, z. kaufen gesucht. Schr. Ang. unt. 2300Da.d.G.A. Verkäufe I Habe eine junge schwarze 23i6O Fahrkuh zu verkaufen Fellingshausen Haus Nr. 2. Hochträcht. rotb. Niedergs.'Milch' leist.-Knbvreisw. z.verk. H. 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