<92. Jahrgang Nr. 98 Erscheint täglich, nutzer Sonntags und feiertags ©ctlngcn: Gietzener r>amilienblätter Heimat iniBlld DieScholle Bezugspreis: Monatlich.... RM.1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvrechanschlutz 2251 Drahtanschrift: „Anzeiger" Postscheck 11686 Franks.'M. vkenriag,28.Aprvl942 Annahme von Anzeigen für die Mittaasnummer bis 8*z7 Uhr desBormittagS Anzeigen-Preife: Anzeigenteil 7 Rvf. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Tertteil 50 Rvf. je mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffel 1 AbschlusseMengenstaffelL Platzoorschrist (vorherige Vereinbarung) 25%ment Gietzener Anzeiger vr«-unöv«rlag: fÜf $Wleihtn9nnb6tfd)8ftsfteIle: VrühlscheUniverfltStLdruckerriR.Lange V/vIlVlUvdlljviyvl |U€ Ilz V>l’VV||V II Gießen,Schulstrahe7-- Das Echo der Führerrede. Zn Paris. Paris, 27. April. (Europapreß.) Die Pariser Presse gibt die Reichstagsrede des Führers in großer Ausführlichkeit wieder. „Der Führer hat England und dem Judentum den Prozeß gemacht, schreibt der „Petit Parisien", während der „Matin" besonders den Saß unterstreicht: „Der bolschewistische Koloß wird von uns solange geschlagen werden, bis er zertrümmert ist." Die Erwähnung der Teilnahme der französischen und belgischen Freiwilligen am Kampfe gegen den Bolschewismus wird unterstrichen. Der „Paris Soir" rechnet in seinem Kommentar mit den „entlarvten" früheren „Freunden" Frankreichs ab. Sollte etwa England die französischen Sympathien beanspruchen dürfen, dessen Ueberkapitalisten sich in widerwärtigen Freundschaftsbeziehungen gegen die bolschewistischen Machthaber überbieten, dessen Erzbischöfe die blutigen Henker Moskaus an ihre Brust drücken? Oder sollten nicht alle Sympathien im Gegenteil denen zusliegen, die auf feiten der heldenmütigen Kämpfer für ein neues Europa die Ostfront verteidigen? Das Blatt erklärt, die französischen Freiwilligen der Legion gegen den Bolschewismus, die der Führer in seiner Reichstagsrede in die Ehrung für die Kämpfer der Ostfront mit einschloß, hätten im voraus diese Fragen beantwortet. Zn Spanien. Madrid, 28. April. (Europapreß.) In größter Aufmachung bringt die spanische Presse die Ausführungen Adolf Hitlers. Die-Zeitung „Madrid" weist darauf hin, daß der Führer nur zwei- oder dreimal im Jahre zu seinem Volke spreche, daß aber seine Worte immer wieder einen aufrichtigen Lagebericht und ein unerschütterliches, absolut sicheres Bekenntnis zum Siege darstellen. „Alkazar" unterstreicht den Satz des Führers, daß der Verlust dieses Krieges über Europa die Barbarei bringen würde. Damit habe er denen die Augen geöffnet, die sie vor der großen und furchtbaren Gefahr immer noch geschloffen hätten, der Kampf im Osten sei der entscheidende. „Jnformaciones" bringen in Erinnerung, daß Spanien die erste Schlacht in diesem gewaltigen Krieg gewonnen habe und glücklich sei, diese Tatsache von so gerechten und berufenen Lippen wie denen Adolf Hitlers bestätigt zu sehen. Das Lob, das der Führer der Blauen Division Spaniens an der Ostfront zolle, mache die Spanier stolz auf ihre kämpfenden Landsleute. Das Syndikatorgan „Pueblo" betont, Adolf Hitler folge eine ganze Nation in Waffen und im Dienst Europas. Zn Bulgarien. Sofia, 27. April. (Europapreß.) Die bulgarische Presse hebt die Entschlossenheit zum Siege hervor. „Prasdnischni Wefti" bemerkt, Deutschland mache sich heute die eigenen und die Erfahrungen anderer Länder aus dem Weltkriege zunutze, um nicht Fehler der Vergangenheit zu begehen. „Dnes" sagt, nach der glänzend bestandenen Prüfung durch den sibirischen Winter sei die deutsche Ostfront Garant des Sieges über das Bolfchewistentum. — „Slowo" unterstreicht, daß der Führer und das deutsche Volk entschlossen seien, den Kampf für die Neuordnung in Europa und in der Welt bis ans Ende durchzuführen. — „Mir" mißt den Vollmachten, die dem Führer zugesprochen wurden, große Bedeutung bei. Die weitere Festigung der inneren Front sei ein Zeichen dafür, daß die Vorbereitungen für die militärischen Operationen der verschiedenen Frontabschnitte bereits abgeschlossen seien. Zn Schweden. Stockholm, 27. April. (Europapreß.) Die neuen Vollmachten für Adolf Hitler werden von der schwedischen Presse besonders herausgestellt. „Stockholms Tidningen" betont, Hitler habe rückhaltlos und offen die unerhörten Schwierigkeiten- und Leiden, mit denen dis deutschen Truppen im Osten zu kämpfen hatten, geschildert. Auch „Dagens Nyheter" unterstreicht die rückhaltlose Offenheit, mit der der Führer sprach. Venezuela wird AGA.-Kolonie. Von unserer Berliner Schriftleitung. Der Staatspräsident von Venezuela, Jsaias Medina, hat in einem Rechenschaftsbericht über das verflossene Regierungsjahr zugegeben, daß er die Landung nord amerikanischer „Ausbildungstruppen" auf venezolanischem Boden gestattet habe. Roosevelt hat also einen „neuen" Erfolg in Südamerika zu verzeichnen. Seine Politik gegenüber den mittel- und südamerikanischen Staaten fängt mst der Beteuerung der „guten Nachbarschaft" und dem Versprechen, diesen Staaten alle nur mögliche Hilfe zu leisten, an, sie endet aber stets damit, daß Roosevelt Truppen schickt, Stützpunkte ausbaut und besetzt und das Land wirtschaftlich versklavt, also, unter die Herrschaft des Dollarimperialismus bringt Stets gibt Roosevelt feine Dollarmillionen aus „völlig uneigennützigen" Gründen, stets folgt aber auf den Scheck aus Washington früher oder später der nordamerikanische Soldat, der dann irgend etwas „beschützen" soll. Das war beispielsweise der Fall, als im November 1941 in Washington amtlich bekanntgegeben wurde, daß die USA.°Regierung ein Truppenkontingent nach Holländisch-Guyana schicken werde, um die dortigen Bauxitwerke zu schützen, die für die USA.- Aluminium-Jndustrie von großer Bedeutung seien. Damals bildete dieser erste militärische Angriff Roosevelts auf Südamerika noch die Hauptsensation der gesamten nordamerikanischen Presse, denn dieser Gewaltstreich richtete sich ja unmittelbar gegen die panamerikanischen Beschlüsse, die von einer „Koordinierung" der amerikanischen Verteidigung sprächen. Roosevelt hatte sich damit kraß über alle Absprachen hinweggesetzt und wird sich, wie das Beispiel Venezuela ieigt auch weiter unter Anwendung der schärfsten Druckmittel über alle früher gegebenen Versprechungen Hinwegseßen, um ganz Südamerika zu dem Aegypten der USA. zu machen. Die nordamerikanische Presse wird diesen neuen Gewaltstreich Roosevelts zwar kaum mehr mit Riesenlettern und als Sensation ankündigen, denn inzwischen haben stch die Vergewaltigungen der süd- amerikanischen Staaten derart gehäuft, daß es sich hier nur noch um ein Glied in einer Kette handelt, mit dem der ganze südamerikanische Kontinent an den Wagen des Dollarimperialismus gefesselt werden soll. Der Vorgang ist dabei stets derselbe und nicht einmal eine Erfindung des jetzigen Präsidenten. Denn auch schon unter Harding und Coolidge herrschte in vielen südamerikanischen Ländern im wahrsten Sinne die Despotie des Dollars, wofür man als Kronzeugen Sumner Welles anführen darf, der schon vor vielen Jahren den Ausspruch tat, die historische Mission der USA. sei, Jbero-Amerika zu einer USA.-Kolonie zu machen, und jedes Mittel fei daher gerechtfertigt, um dieses Ziel in die Wirklichkeit umzusetzen. Sumner Welles, der heutige Nnterstaatssekretär, war damals — vor 1933 — Mitglied der USA.- Botschaft in Mexiko. Was aus M"riko inzwischen geworden ist, hat die Weltöffentlichkeit ja bereits erfahren. Heute sind in Mexiko zahlreiche USA.-- Regimenter stationiert, überall werden strategische Küstenpunkte ausgebaut, um das Anlaufen nord- amerikanischer Kriegsschiffe zu erleichtern und um den Marinetruppen der USA. die Unterbringung zu ermöglichen. Roostvelt geht dabei nach einem festen Plan vor, wobei sich die Methoden jeweils ändern mögen, aber stets beginnt es damit, daß er südamerikanischen Regierungen Kredite anbietet und ihnen die freund- schafllichsten Beteuerungen macht, wie beispielsweise jetzt wieder Nicaragua, das eine halbe Million Dollnr „für industrielle Zwecke" erhielt. In Zentralamerika hatte man es ja von jeher einfacher, dort saß die berüchtigte United Fruit Company, die größte Bananen-Gesellschaft der Welt, die nahezu unumschränkt schaltete und waltete. Wer es wagte, sich den Wünschen dieser Gesellschaft nicht zu fügen, verschwand von der Bildfläche, wurde gestürzt oder verbannt, bis schließlich dieses tolle Treiben in der Weltöffentlichkeit Aufsehen erregte und Washington aus Prestigegründen schon dafür sorgen mußte, daß die Methoden etwas zivilisierter und feiner wurden. Passierte doch in Nicaragua der Fall, daß die United Fruit Company einfach einen ihrer Buchhalter, Diaz mit Namen, zum Präsidenten machte und die rechtmäßige Regierung aus dem Lande herauswarf. Das alles geschah schon unter dem Einfluß von Sumner Welles, der also in bezug auf die Behandlung südamerikanischer Staaten die nötige Erfahrung hat. Alle südamerikanischen Staaten, die heute unter der Herrschaft des Dollars stehen, haben jedenfalls die für sie immer betrübliche Erfahrung gemacht, daß der Einfluß Washingtons mit Schmeicheleien — oft auch mit Erpressungen — und mit einem Dollarsegen anfing, aber stets mit der militärischen Besetzung und damit völligen Entrechtung des Landes endete. Bkn. Vichy protestiert gegen USA.-Truppen auf Neukaledonien. Berlin, 27. April. (DPB.) In Vichy wurde ein Kommunique zu der Entsendung von USA.-Truppen auf die von dem Verräter de Gaulle an sich gebrachte Inselgruppe Neukaledonien herausgebrachte Inselgruppe Neukadelonien herausgegeben, In ihm heißt es, die Tatsache, daß aufständische Franzosen am 30. September sich Neukaledonien bemächtigt hätten, berechtige die Vereinigten Staaten nicht, dorthin Truppen zu schicken unter dem Vorwand, daß diese an der Verteidigung der Insel teilnehmen sollten. De Gaulle oder seine Vertreter seien nicht berechtigt, im Namen Frankreichs zu sprechen. Die französische Regierung habe den französischen Botschafter in Washington angewiesen, Protest zu erheben. Der Botschafter der Vereinigten Staaten in Frankreich, Admiral Leahy, wurde am Montag vom Staatschef P 6 t a i n und vom Ministerpräsident Laval empfangen. Neukaledonien zählt rund 60 000 Einwohner auf mehreren Inseln, die zusammen etwa 19 000 qkm umfassen. Die Hauptinsel ist von einem Riff umgeben, durch das schmale Fahrrinnen zu vielen guten Häfen führen. Der wichtigste ist die Hauptstadt N u m e a (12 000 Einwohner). Die Küsten sind felsig und das Innere ein bis zu 1700 m ansteigendes Kettengebirge, das wertvolle Nickel-, Kobalt-, Chrorn- und Eisenerzlager enthält..Daneben sind Kokosnüsse, Tabak und Kaffee die wichtigsten Ausfuhrwaren. Neukaledonien wurde 1774 von dem englischen Forschungsreisenden Cook entdeckt, ist jedoch seit 1853 französische Sträflingskolonie. Es hat Kabelverbindung mit Queensland und wurde von Roosevelt unter dem Vorwand besetzt, daß es feiner Lage im Zentrum des Jnselbogens vor der Ostküste des australischen Kontinents nach japanischen Angriffen auf Australien als Stützpunkt dienen könnte. Wieder 17 Briten an der französischen Küste abg^schoffen. B e r l i n . 27. April. (DltB.) Montag mittag versuchten stärkere britische Jagdverbände sich der nordwe st französischen Küste zu nähern. Sie wurden jedoch noch vor der Küste von Jägern gestellt. In Hesligen Lustkämpfen brachten die deutschen Me-109- und Fokke-Wulff-Jäger sechs 5pif- fires zum Absturz. Eine weitere Spitfire wurde von der Flakartillerie abgeschossen. Auch am Nachmittag kam es zu Luftkämpfen, als einige britische Bombenflugzeuge in Begleitung zahlreicher Jäger sich der Küste näherten. Dabei wurden neun weitere britische Flugzeuge abgeschossen, darunter ein Bombenflugzeug vom Muster Boston. Eine weitere Boston fiel dem Feuer der Flakartillerie zum Opfer und stürzte brennend ab. Es kam nur zu vereinzelten Bombenabwürfen, die unwesentlichen Schaden anrichteten. Nur ein deutsches Flugzeug kehrte nicht zurück. Oer Wehrmachiberichi. DNB. Ausdem Führerhauptquartier, 27. April. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: An der Ostfront eigene örtliche Angriffs- und Sloßtruppunleruehmen. Mehrere Angriffe und Vorstöße des Feindes wurden abgeschlagen. In Lappland wiesen deutsche und finnische Truppen weitere Angriffe der Sowjets in harten Abwehrkämpfen ab. Der Feind erlitt schwere blutige Verluste. Mehrere Panzer wurden vernichtet. Im Raum von Murmansk vernichteten deutsche Jagdflugzeuge in Luftkämpfen neun feindliche Jäger ohne eigene Verluste. In Nordafrika lebhafte Aufklärungstätigkeit. Die Luftangriffe auf die Insel Malta wurden mit starken Kräften und guter Wirkung fortgesetzt Leichte Kampfflugzeuge erzielten bei Tag Volltreffer in Kasernen und in einer Fabrikanlage in Südostengland. Im Seegebiet von Island wurde ein Vorpostenboot versenkt. Stärkere Kampssliegerverbände setzten in der letzten Nacht die Vergeltungsangriffe gegen England fort Bei guter Sicht wurde die Stadt Bath mit starker Wirkung bombardiert. Britische Bomber wiederholten in der Nacht zum 27. April ihre Terrorangriffe auf Wohnviertel der Stadt Rostock. Die Zivilbevölkerung erlitt weitere Verluste. Nach bisherigen Meldungen wurden zwei feindliche Bomber abgeschossen. Gehorchen und Handeln. Geschichlliche Entscheidungen sind ohne Eingriff in alte Rechte und Gepflogenheiten undenkbar. Denn jede grundsätzliche Entjcheidung hebt Gegebenes auf und führt Neues zum Ziel. Das ist im Alltagsleben des einzelnen genau so wie im Leben der Völker. Bei der Entwicklung zu dem Neuen muß da und dort zugepackt und deutlich geredet werden. Denn nicht alle, die in diese entscheidenden Entwicklungen einbezogen sind, sind wachen Geistes und tatbereiten Willens. Sie müssen angestoßen, sie müssen zurecht« gewiesen werden. Jeder Krieg berührt die Lebensgewohnheiten der Völker und innerhalb dieser die einzelnen Menschen. Deutschland hat den heut'gen Krieg weder gewollt noch den Anlaß dazu gegeben. Es ist ihm aber auch nicht ausgewichen, weil die Führung Deutschlands feit langem erkannt hatte, daß das heutige Europa, gestaltet und bevormundet durch eine überlebte Welt plutokratisch-jüdisch-bolschewistischer Machthaber, einer Neuorientierung und Neuorganisierung zwangsläufig zustrebt. Denn gerade die Nachwirkungen und Erfahrungen des ersten Weltkrieges deuteten auf eine Entscheidung so oder so hin. Als der Führer in feiner Rede vom 26. April ein« leitend noch einmal die volitischen, vor allem macht- politischen Zusammenhänge des euroväischen Le- bensraums im Rahmen der weltherrschenden Bestrebungen der bisher führenden Mächte umriß. aab es dem deutschen Volk wie dem Ausland die Möglichkeit, sich die Verhältnisse ins Gedächtnis zurückzurufen, die diesen Krieg auslösten. Die Schuld dieses Krieges liegt weniger bei den Völkern, sondern bei jenen international verfilzten Machtkliquen plu- tokratisch-jüdisch-bolschewistischer Prägung, die int Laufe der Jahrzehnte und Jahrhunderte sich die Welt und damit die Völker untertan machten. Der erste Weltkrieg war von diesem volitischen Verbrechertum erzwungen worden, nm ihre Weltherrschaft vollkommen zu gestalten. Wenn sie dieses Ziel nicht erre'chten, so einmal durch die Zügellosigkeit ihrer Diktatforderungen, zum anderen durch die Unfähigkeit, ihre materiellen Interessen mit ihren politischen Zielen in Einklana zu bringen und schließlich — und das zeigt sich durch diesen Krieg — weil in einzelnen Völkern der Grund ihrer Unfreiheit, ihres Unftiedens und ihres nationalen Unglücks erkannt und der Zukunfts- und Lebenswille stärker war, als ihre Peiniger vermutet hatten. Heldenfeier am Aasukuni-Gchrern. Von unserem Dr. Abs.-Korrespondenten. Tokio, Aprll 1942. Der Pasukuni-Schrein in Tokio ist das Heiligtum der für die Größe des japanischen Reiches gefallenen Soldaten. Er wurde nach der Restauration der kaiserlichen Macht von Kaiser Meiji für die Seelen derjenigen gestiftet, die ihre Treue für den Tenno in den inneren Kämpfen der 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts mit dem Tode besiegelten, aber auch die Seelen derjenigen, die in den Kriegen des japanischen Reiches gefallen sind, finden nach der in Japan herrschenden Auffassung hier chre Heimat. Alljährlich im Frühjahr feiert das japanische Volk das feierliche Shinto-Rituat am Hasukuni- Schrein; es erweist den Seelen der Gefallenen göttliche Ehren. Die Angehörigen der Gefallenen, die aus allen Gauen des japanischen Reiches als Gäste des Staates nach Tokio kommen, um in gemeinschaftlicher Feier sich im Geiste mit ihren gefallenen Männern, Vätern und Söhnen oder Brüdern zu vereinen, treffen sich an diesem Schrein. „Am Pasu- kuni-Schrein sehen wir uns wieder!" ist der Abschiedsgruß des japanischen Soldaten an seine Angehörigen, ehe er ins Feld geht, ein echter Ausdruck der Hingabe und Todesverachtung, mit der Japans junge Mannschaft für den Tenno und Japans Größe — zwei für den Japaner untrennbare Begriffe — in den Kampf zieht. Durch den großen Ostasienkrieg erhält die mehrtägige Feier in diesem Jahr eine besondere Weihe. Zwar sind die Helden, denen dieses Jahr göttliche Ehren erwiesen werden, noch Gefallene aus dem China-Feldzug und den Kämpfen gegen die Sowjettruppen bet Nomonhan im Jahre 1939, aber der Eintritt Japans in den Krieg gegen England und USA. an der Seite Deutschlands und Italiens hat den Japanern jenen Kampf nähergebracht, als es einst, da er geführt wurde, der Fall war. Die Eröffnungsfeier begann auch diesmal wie in jedem Jahr in den Abendstunden. Im Abendwind flackernde Feuer in eisernen Körben beleuchten weite Vorhöfe des Tempelschreins, wo sich 30 000 Angehörige der Gefallenen versammelt haben: Männer, Frauen, Greise, alte Mütterchen und Kinder, die Kleinsten im Tragtuch auf dem Rücken ihrer Mütter. Die meisten sind in Landestracht, die Frauen in ihren schönsten Festkimonos, die Männer in dunklen Seidengewändern. Unter den Klängen der Pasu- kuni-Hymne schreitet der Oberste Priester des Schreins auf die Tore des inneren Heiligtums zu und öffnet es nach kurzem, stillen Gebet. Wie durch einen Zauber erloschen die Feuer, und es liegt Stille über dem weiten Tempelqrund. Dann intoniert eine Marinekapelle den Totenmarsch der japanischen Wehrmacht, den man etwa mit dem Lied vom guten Kameraden vergleichen könnte. Durch den Tempelhof schreiten zehn weißgekleidete Priester, die wie einen gewaltigen schwarzen Sarkophag die heilige Lade tragen, welche die Namentäfelchen ber, 15 017 Gefallenen enthält, welche heute nach japanischer Auffassung in die Göttlichkeit eingehen. Die Menge verneigt sich tief. Hie und da hört man eine Frau oder einen alten Vater schluchzen, aber den Schmerz überwiegen Freude und Stolz, eine Freude, die dem Ausländer vielleicht am besten verständlich wird aus der Bemerkung einer japanischen Zeitung, daß die Kinder der Gefallenen „glücklich waren, ihre Väter, welche sie seit deren Auszug in den Krieg nicht mehr gesehen hatten, jetzt hier wiederzutreffen". So eng ist für den Japaner die Verbindung zwischen dem Jenseits und seinem alltäglichen Leben. Dies geht auch daraus hervor, daß die fünf läge der Aasukuni-Feier für die Hinterbliebenen nicht den Charakter einer Trauerfeier, sondern eines Freudenfestes tragen. Die Tempelgründe des Pasu- kuni-Schreins sind in diesen Tagen von früh bis spät der Tummelplatz dicht gedrängter Menschenmassen, welche die dort ausgestellten Kriegstrophäen - bewundern und sich vor dem mit großem Realismus gemalten, viele Meter langen Kriegspanorama stauen, auf dem die Kämpfe in China und bei Nomonhan und auch die Höhepunkte des gegenwärtigen Krieges, der Angriff auf Pearl Harbour und die Eroberung von Singapur dargestellt sind. Und überall in den Straßen Tokios, in den Gaststätten wimmelt es von den Pasukuni-Pilgem, die die Wunder der Hauptstadt bestaunen. Es gibt für den Japaner, wie die „Japan Times" es ausdrückt, kein höheres Glück, als für den Tenno und Japans Größe zp sterben, und es sind Fälle bekannt, wo Kinder, die von ihren Schulkameraden von dem Zusammentreffen mit ihren gefallenen Vätern am Pasukuni-Schrein hörten, nach Hause tarnen und zu ihrem Vater sagten, er möge doch auch in den Krieg ziehen, damit sie ihn bann auch bald am Pasukuni-Schrein als gefallenen Helden wiedertreffen könnten. Java feiert den Geburtstag des Tenno. Tokio, 27. Aprll. (Europapreß.) Der Geburtstag des Tenno am Mittwoch ift Gegenstand großes Feierlichkeiten in ganz Java, sie haben bereits an Montag begonnen. Das Leitmotiv dieses Festes ist die Betonung der engen Verbundenheit Javas mit Japan, aus diesem Grunde wurde auch der Termin der Wiedereröffnung der Schulen mit einem nach japanischen Gesichtspunkten abgeänderten Lehrplan sowie die Ernennung zahlreicher eingeborener Staatsbeamten durch die japanische Militärbehörde auf den 29. April festgesetzt. Die Hauptstadt Javas, Batavia, zeigt ein festliches Bild. Zahlreiche Triumphbogen sind ausgestellt. Ueberall wehen japanische Sonnenbanner. Zehntausend Kinder zogen am Montag mit japanischen Flaggen durch die Stadt. Am Mittwoch soll eine Parade jepanischer Flieger in erbeuteten feindlichen Flugzeugen über Batavia ourchgeführt werden, während am gleichen Tage in Bandoeng die im ganzen Lande gesammelten holländischen Flaggen öffentlich v-e r b r a n n t werden. Javanische Tempeltänze ,L>ankbarkeits- bazare" zu Gunsten der japanischen Truppen sowie ein Fackelzug der Chinesen mit Drachen und Laternen sind weitere Teile des Festprogrammes. Parade -er japanischen Luftwaffe. Tokio, 27. April. (Europapreß.) Ein eindrucksvolles Bild von der Stärke der japanischen Luftmacht erhielten die Einwohner Tokios am Montagmorgen. 500 Flugzeuge des Heeres überflogen den Pasukuni-Schrein in Tokio, um diesem Ehrenmal gefallener Soldaten ihre Ehrenbezeugung zu erweisen. Unter den Flugzeugen sah man Formationen des neuesten japanischen Jagdflugzeug« typs „Haybusa" (d.h. Falke). Berlin, 28. April. (DNB. Funkspruch.) Wie der OKW.-Bericht vom 9.4. meldete, wurden die von der englischen Regierung gecharterten norwegisch e n S ch i f f e , die in einem schwedischen Hasen gelegen hatten, im Skagerrak 'bei einem Durch- bruchsversuch durch deutsche Aufklärungsstreitkraste gestellt Die im Göteborger Hafen liegenden , norwegischen Schiffe waren durch die norwegische Eml- grantenregierung in London der britischen Regierung verchartert worden. Für den Ausbruch der Schiffe hatten englische diplomatische Vertreter, u. a. der zweite Handelsattache an der britischen Gesandtschaft in Stockholm, Sir George B i n n e y , unter widerrechtlicher Aus- nuhung des Jmmunitätsrechts, das ihnen als Diplomaten nach dem Völkerrecht zusteht, Massen, Munition und Sprengstoff an Bord der Schiffe gebracht. Sicherheitshalber hatte Binney es für angebracht gehalten, sich nach England zu begehen, um nicht Gegenstand unerfreulicher (Erörterungen in Schweden zu werden. Aber die von ihm verführten und im Stich gelassenen angeheuerten Kapitäne der nach Göteborg zurückgefluchteten Schiffe „Dickto" und „Lionel" müssen sich dem Gericht stellen. Des weiteren hat die schwedische Regierung -in London Protest erhoben. Auch die schwedische Presse wendet sich gegen die rechtswidrige Bewaffnung der norwegischen Schiffe und Englische Diplomaten als Waffenschmuggler. hebt besonders das dem Völkerrecht widersprechende Verhalten des englischen Handelsattaches hervor, das ein großer Mißbrauch des Jmmuni- tätsrechts darstelle. Es sei klar, daß die Angelegenheit nicht ohne Folgen für die beteiligten britischen Beamten bleiben könne. Schwedens Neutralität fordere ein kategorisches Vorgehen. Es müsse festgestellt werden, wie die unter dem Schutz der diplomatischen Immunität an Bord der norwegischen Schiffe ge= schmuggelten Maschinengewehre eigentlich nach Schweden gekommen seien. Der englische Handelsattache, der wiederholt Reisen zwischen Stockholm und London unternommen habe, sei aus der englischen Hauptstadt stets mit großem Diplomatengepäck zurückgekehrt, das auf Grund des Diplomatenpasses ohne Untersuchung nach Schweden gebracht werden konnte. „Socialdemokraten" schreibt unter der Ueberschrift „E i n gebrochenes Vertraue n", die Angelegenheit habe einen peinlichen Charakter. Die Verletzung des den Diplomaten nach internationalem Recht entgegengebrachten Vertrauens durch die Engländer müsse Schweden aufs tiefste bedauern. Es sei selbstverständliche Pflicht Schwedens, der Angelegenheit energisch nachzugehen, da man im vorliegenden Falle von einem unanständigen S p i e l der Engländer sprechen müsse. AeMdmmg des Kontingentierungs-Verfahrens. In dem jetzigen Krieg geht es um Sem oder Nichtsein. Deutschland und seine Verbündeten wissen, daß, wenn sie den Krieg verlieren würden, sie für alle Zeiten vernichtet wären. Sie haben nur alles zu gewinnen, nichts zu verlieren. Mit dem Schicksal des Volkes ist das Leben und die Zukunft jedes einzelnen Volksgenossen verbunden. Was ein Sieg des Bolschewismus für Deutschland, ja für Europa bedeuten müßte, das wissen am besten unsere Soldaten, die dieses Paradies des Bolschewismus selbst sehen und es täglich noch empfinden. Dieser Krieg ist ein Volkskrieg in des Mortes weitgehendster Bedeutung, nicht nur der Soldat an der F^ont, sondern jeder Volksgenosse in der Heimat ist in diesem Krieg eingespannt, ihm verpflichtet und deshalb gesetzlich und sittlich gehalten, seine ganze Kraft, seinen ganzen Willen und seinen ganzen Glauben emzu- setzen, um den Sieg zu erringen. Es ist im Laufe dieses Krieges und vor allem im Laufe des vergangenen Winters so oft von den außergewöhnlichen Anforderungen gesprochen und geschrieben worden, die an unsere Soldaten heran- getragen wurden. Der Führer hat in seiner letzten Reichstagsrede diese Berichte noch einmal mit stärksten Worten unterstrichen. Unsere Gegner haben gehofft, daß der russische Winter die deutschen Armeen genau so zerschlagen würde wie Napoleons Heere im Jahre 1812. Sie konnten diese Hoffnung um so mehr haben, als die Plötzlichkeit und die Härte des napoleonischen Winters diesmal weit übertroffen wurde. Der Führer sagte hierzu:. „Sie werden es verstehen und sicher billigen, daß ich in dem einen oder anderen Fall rücksichtslos und hart zugegriffen habe, um unter Einsatz der grimmigsten Entschlossenheit einem Schicksal Herr zu werden, dem wir sonst vielleicht hätten erliegen müssen." Die Gegen mögen jetzt vielleicht ihren auf ein Minimum gesunkenen Mut nachträglich zu steigern versuchen, indem sie erklären: Die Deutschen haben diesen Winter nur mit letzter Ueberwindung durchstehen können. Jawohl, aber sie haben ihn durchgestanden. Und haben Erfahrungen und Erkenntnisse gesammelt, die sie etwaigen neuen Naturgewalten entgegenstellen werden. Die Front hat die schwerste Prüfung, die je einer Wehrmacht auferlegt wurde, siegreich bestanden. So siegreich, daß heute unsere Gegner vor den kommenden Ereignissen zittern und zagen. Dem Sieg sind wir damit einen erheblichen Schritt nähergekommen. Mögen sie drohen und von Offensiven faseln. Sie beweisen uns damit nur, wie schwer sie durch den vergangenen Winter geschlagen wurden. Wir geben uns nicht der ruhigen Sicherheit hin, daß die Zukunft von uns nicht noch Schweres fordern wird. Im Gegenteil: Wir sind davon überzeugt, daß je näher die Entscheidung heranrückt, u m so größere Anforderungen an uns gestellt werden müssen. An jeden einzelnen. Im Zusammenwirken'aller Waffen wird an der Front der Sieg erfochten. Im Zusammen st eh en aller Volkskreise, aller Berufe und aller Geschlechter in der Heimat werden der Front die Waffen geliefert und das Vertrauen gestärkt. Aus dieser Front der Heimat darf es ebenso wenig ein Ausbrechen geben wie an der Front unserer Soldaten. Deshalb ist es erforderlich, und der Führer hat ausdrücklich um diese Ermächtigung gebeten, daß ihm das deutsche Volk das Recht und.die Macht gibt, rücksichtslos dort durchzugreifen, wo der Sieg durch Eigensucht oder durch volksschädliches Verhalten gefährdet wird. Gehorchen und Handeln ist der Grundbegriff wahrer Volksgemeinschaft, ist Voraussetzung für den Sieg. Der deutsche Reichstag hat einstimmig dem Führer die Ermächtigung erteilt. Hinter dem Reichstag steht das deutsche Volk, das gewillt ist, sich seiner'Soldaten würdig zu erweisen. Je geschlossener die Front, um so großer und um so schneller der Sieg. Und Deutschland wird siegen. Schwere britische Verluste in Burma. G e n f, 28. April. (DNB. Funkspruch.) Nach einem Bericht des „Daily Expreß" aus Kalkutta mußten drei englische Eliteregimenter, und zwar die„Cameronians", die „Gloucesters" und das „Porkshire Jnfanterie-Leibregiment des Königs" von der Front in Burma zurückgezogen werden, da sie schwerste Ausfälle erlitten hätten. Ihrer Wiederauffrischung stünden ernste Hindernisse im Weg, weil die Verbindung nach Indien und anderen Teilen des britischen Empires so gut wie abgeschnitten sei. Die Reste der drei Regimenter seien nun nach Nordburma gebracht worden. Die gleichfalls in Burma kämpfenden Tschungking-Truppen konnten sich noch auf die Hilfe der britischen Luftwaffe und der „fliegenden Tiger" stützen. Diese sind allerdings freiwillige USA.-Flieger. Klagenfurt, 25. April. (DNB.) Reichswirtschaftsminister Funk eröffnete hier die neugeschaf-- fene Gauwirtschaftskammer Kärnten und gab die wichtigsten Grundsätze der Neuordnung und Vereinfachung der Kontingentierungsverfahren und der Bewirtschaftung bekannt. 'Danach wird das gesamte Rohstoffkontingentierungs- und Bewirtschaftungssystem der Reichsstellen, Kriegsbeauftragten usw. in seiner ganzen Gesamtheit überprüft und unter Innehaltung folgender Gesichtspunkte vereinfacht: Es ist sicherguftellen, daß die durch die Hauptausschüsse und Hauptringe des RüstungsMinisters vorzunehmenden Jndustriebelegungen möglichst reibungslos mit den nötigen Rohstoffen versehen werden. Bei Festlegung des neuen Kontingentierungsverfahrens ist darauf zu achten, daß sich der technische Ablauf der Bewirtschaftung mit einem M i n- destrnaß von Schreibwerk vollzieht. Grundsatz muß sein, die Kontingentierungen so durchzufüh- ren, daß ein rascher Ablauf der Produktion gewährleistet wird. Die Kontrollvorgänge sind so einzurichten, daß ihr Ergebnis gleichztitig als statistisches Material seine Ansroertuna finden kann, um die Berichte und statistischen Meldungen zu verringern. Alle Meldungen sind auf ihre unbedingte Notwendigkeit zu prüfen. Es ist dafür zu sorgen, daß inhaltlich gleiche Meldungen nicht an eine Vielzahl von Stellen zu erstatten find. Weiter ist zu untersuchen, ob die Rohstoffbewirtschaftung so umgestal- tet werden kann, daß jeder Betrieb mit möglichst wenigen Reichsstellen zu tun hat. Mit der Neuordnung des Rohstoffkontingentierungs- und Bewirtschaftungssystems ist Präsident K e h r l beauftragt. Die Rationalisierungsaktion wird sowohl die Preisgestaltung als auch die Kriegsstnanzierung wesentlich beeinflussen, auch kann man erwarten, In festlichem Rahmen hat der Kölner Männergesangverein sein lOOjähnges Bestehen gefeiert. Am Vorabend gab die Stadt Köln einen Empfang, auf dem Oberbürgermeister Dr. W i n ■ kelnremper dem Jubilar ein kostbares Ehrengeschenk überreichte. Am Sonntag fand in der großen Messehalle zu Köln-Deutz ein Festakt statt, unter dessen Ehrengästen sich Hans Pfitzner und Paul Gra euer befanden. Generalintendant Dr. Drewes teilte mit, daß der Schirmherr der 100= Jahr-Feier, Reichsminister Dr. Goebbels, dem Verein in Anerkennung der Verdienste um die Pflege des deutschen Liedes die Goldene Zelter- Plakette in einer besonderen künstlerischen Ausfertigung verliehen hat. Dr. Drewes betonte, daß der nationalsozialistische Staat von dem Willen beseelt fei, die Werte solcher bedeutenden volkskünstlerischen Vereinigungen mit herzlicher Wärme zu daß dadurch die Bestrebungen zu einer weiteren Erhöhung her Leistung in der Wirtschaft eine wesentliche Förderung erfahren werden, da die Wirtschaft nunmehr ungehemmt durch übermäßige behördliche Kontingentierungen ihre Energien v o l l e n t f a l t e n kann. Damit erhält die Wirtschaft allerdings auch eine bedeutend höhere Verantwortung. Aufgabe der Wirtschaft fei es, im Wege der Rationalisierung, der Gewinnbeschränkung und einer verfeinerten Lohngestaltung weitere Kosten- senkungen zu ermöglichen. Insbesondere werde man durch einen stärkeren lieber gang zum normalen Bankkredit und einer allmählichen Ablösung der Reichszuschüsse zu erheblichen Einsparun- gen im Rüstungsetat des Reiches gelangen. Durch unsere Art der Kriegs'finanzierung wird den breitesten Schichten des schaffenden Volkes die einmalige Gelegenheit gegeben, sich die Zukunft auf weite Sicht materiell zu sichern. Das Vertrauen des Volkes in die Wertbeständigkeit feiner Sparguthaben und der Reichsanleihen ist zu befestigen, indem diese Geldanlagen in jeder Weise bevorzugt werden. Nach siegreicher Beendigung des Krieges wird das Problem der Kriegsverschuldung sich, in kurzer Zeit lösen lassen, da wir mit billigen Arbeitskräften und Rohstoffen für die deutsche Wirtschaft rechnen können. Der Preis der auf diese Weise erzeugten Güter wird wesentlich unter dem Reichs- niveau liegen. Die Differenz wird zum Abbau unserer Kriegsverschukdung und damit auch zur Untermauerung unseres Geldwertes dienen, der dann gütermäßig wieder voll belegt sein wird. Auf diese Weise wird der hohe Lebensstandard des deutschen Volkes gesichert werden, ebenso wie der Wert seines im Kriege ersparten Geldes. fördern. Prinzip nationalsozialistischer Kunstgesinnung und Kunstpflege sei das Dienen, wie es Richard' Wagner formulierte: „Deutsch sein, heißt, eine Sache um ihrer selbst willen zu tun." Schöpfer wie Interpreten seien Beauftragte der Volksseele und hätten sich von eitler Selbstbespiegelung fern zu halten. Der Kölner Männergesangverein habe dank seiner ausgezeichneten Dirigenten die fruchtbare Linie zwischen Volkskunst und Künstlerkunst eingehalten und die dem Männerchor drohenden Gefahren der flachen Liedertafelei als einer falsch verstandenen Volkskunst wie der Atonalität als einer dekadenten Ausgeburt blutleerer Artistik vermieden. In diesem Sinne sei er den deutschen Chorvereinen ein Vorbild zum Nacheifern. Die dem Kölner Männergesangverein zu feinem 100jährigen Bestehen gewidmeten Chorwerke, die im 'Rahmen eines Festkonzertes uraufgeführt Solche Soldaten können nur siegen. Die Kämpfe im Osten haben feit etwa vierzehn Tagen ein anderes Gesicht. Die Winterlandschaft ist verschwunden. An ihre Stelle trat unter Den Auswirkungen der Schneeschmelze ein Schlamm- Inferno, wie wir es uns auch in unserer blühendsten Phantasie nicht vorstellen können. Die Straßen befinden sich in einem Zustand, demgegenüber^ die Moraststraßen vom vergangenen Herbst fast östlichen „Rollbahnen" vergleichbarsind. Das erklärt, daß auch heute noch die Kampfoperationen im Osten von Naturgewalten beeinflußt werden, mit denen nur eine Truppe fertig wird, deren kämpferischer Geist allein den Sieg um jeden Preis kennt. Wir haben im letzten Herbft manchmal die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen, wenn-w r in den Wochenschauen den Kampf unserer Soldaten mit dxn Schwierigkeiten des sowjetischen straßenlosen Schlamm-Paradieses sahen. Dieser Kampf ist nicht vergleichbar mit jenem, den unsere Soldaten durch vier bittere Wintermonate führen mußten. Jetzt, wo diese Naturkatastrophe vorüber ist und unsere Soldaten auch darin den Sieg daoongetragen haben, war es der F ü h r er, der am letzten Sonntag in seiner Reichstagsrede die plastischste und erschütterndste Schilderung von dieser Winterkatastrophe gab, die unsere Soldaten mit verbissener Zähigkeit bestanden haben. Wir in der Heimat haben, gemessen an unseren im Verhältnis kleinen winterlichen Sorgen und Leiden, uns wohl oft Gedanken gemacht, wie es wohl an der Ostfront aussehen möge und wie unsere Soldaten wohl mit diesem grimmigsten aller Feinde fertig würden. Wir haben uns in der Regel mit den Feststellungen des deutschen Wehrmachtberichtes beruhigt, daß unsere Soldaten bei Kältegraden, oft unter 40 Grad, im schneidenden Eis- sturm und im stärksten Schneefall entweder den Feind abgewehrt oder in eigenen Unternehmungen in die feindlichen Stellungen eingedrungen sind. Aus dem Mund des Führers wissen wir, daß hinter diesem Kampf ein unvorstellbares Ringen des Lebens mit dem Tode sich verbarg. Der Führer hatte sehr bald nach dem plötzlichen Einbruch des Winters erkannt, daß der Truppe Schwerstes bevorstand, daß Härtestes von ihr gefordert werden muhte. Er hat es als seine Ehrenpflicht angesehen, „in diesem Augenblick seinen Namen mit dem Schicksal der Armee zu verbinden". Er übernahm damals selbst die Führung dieses Kampfes zu einem Zeitpunkt, wo die Härte dieses Krieges den Höhepunkt erreichen muhte. Das . ist deutsches Soldatentum in vollendeter Form, nämlich dann die Verantwortung zu übernehmen, wenn jede Entscheidung, die getroffen werden muhte, Leben oder Tod bedeuten kann. Zu dieser Verantwortung konnte sich nur eine Führernatur entscheiden, die aus eigener Erfahrung weiß, wie der Soldat eine harte Entschei- wurden, gestatteten einen Ueberblick über das deutsche Chorichaffen der Gegenwart. Auf ausgesprochen romantischen Bahnen der Klangtechnik und der Stimmung bewegen sich die neuen Chorstücke von Pfitzner und Graener. Hans Pfitzner widmete dem Kölner Meisterchor zwei Kompositionen nach Texten von Hans Franck und Ludwig Uhland. Während Francks „Wir gehn dahin" ein ernstes, tief versonnenes Chorstück ist, gibt sich Uhlands „Das Schifflein" als ein Kabinettstück heiter-volkstümlicher Chorkunst. Ein im Klang außerordentlich schönes und feierlich hochgestimmtes Werk ist Oraeners felbstgedichteter Chorhymnus „Musik, du heilige Kunst". Ausgesprochen romantische Chorkunst ist Othegravens „Sonntags am Rhein" nach dem Gedicht von Robert Reinick. In drei Choren nach Texten von Julius Ludwig, Heinz Steguweit und Jorg Ritzel huldigt Richard Trunk dem zeitnahen Bekenntnislied. Ganz auf dem Boden der Chorballade steht der im vergangenen Jahre verstorbene frühere Dirigent des K. MGV.s Heinrich Zöllner mit feinem Chorgemälde „Die alten Landsknechte" nach dem Gedicht von Borries von Münchhausen. Außer einem dem Verein bereits vor Jahren von Richard Strauß gewidmeten Chor „Traumlicht" brachte das Festkonzert eine Motette nach Worten von Matthias Claudius, die der Chormeister Eugen Papst feinem Verein gewidmet hat: ein stark polyphones, barocke Monumentalität und romantische Inbrunst vereinigendes Werk. Das Konzert, in dem noch einige ältere Chore erklangen, gab den neuen Werken eine der großen künstlerischen Tradition des Vereins durchaus würdige Wiedergabe. Robert Greven. 100 Jahre Dienst am deutschen Lied. Oie Jubiläumsfeier des Kölner Männergesangver^ns. Laura. Bon Anton Schnack. Laura geht in meinen Gedanken von der vergangenen Zeit durch die Rue Vernet, die den Zugang zum mittelalterlichen Avignon bildet. Die Straße ist verbrämt von der Schwermut verbrauchter Herrlichkeit. Die Paläste tragen verwitterte Wappen und verwaschene Marmortafeln mit eingemeißelten Namen, die einen Klang aus proven- xalischen Balladen beschworen. Sind das die Namen von Faunen, von ausge- ftorbenen Geschlechtern, von Troubadouren, von Rittern oder von schonen Frauen? — Hotel de Tonduty de Malijac et l’Escarebe, Hotel de Suares d’Aulan, Hotel Fortia de Montreal, Hotel d’Hono- rati de Jonquerettes. Laura konnte in einen dieser Paläste ehemaliger Gesandter, Legaten und Barone gehen; denn man sieht ihr Stolz und Ruhm an. Klingen noch in ihren Uhren die verführerischen Worte eines geistreichen, schönen und eleganten Liebhabers? Kommt sie von einem heimlichen Stelldichein oder huscht sie zu einem heimlichen Stelldichein? Wer wird ihre gedunkelte Haut berühren? Und wird der Kavalier die Empfindung haben, daß ein feiner Hauch von Lorbeer und Myrrhe der Mädchenhaut entströmt. Auf die Art und Weise wie dem Dichter Petrarca Laura aus Avignon zum erstenmal begegnet ist, wird uns eine Laura kaum begegnen. Laura, die junge Frau des Hugo de Sade, begegnete dem jungen Dichter und Gelehrten, als sie zur Kirche ging. Petrarca stand wie immer mit anderen feinen Stutzern am Eingang der Kapelle, in welcher ein weltmännischer Kardinal die Messe zu lesen pflegte. Es war im päpstlichen Avignon Sitte, schonen Frauen beim Eintritt in die Kirche das Weihwasser zu reichen, womit die rosigen Fingerspitzen dann andeutungsweise die verschleierten Gesichter besprengten. Man reichte das geweihte Wasser aber nur der Dame, für die man schwärmte. Dieses Tun war eine beliebte Modegeste jener Zeit — die Frömmigkeit wurde dadurch verweltlicht und das Liebesempfinden bekam einen Schimmer von Heiligung. Laura dankte Patrarca, dessen schöner italienischer Kopf von einer Fülle schwarzer und sorgfältig gepflegter Ringellocken umgeben war, mit einem leuchtenden und verheißungsvollen Augenaufschlag. Der anmutig und geistvoll beredte Dichter hatte die (Empfindung, als neige die Göttin Venus sich ihm zu. Von diesem Augenblick an war er verzaubert und Laura verfallen, und ^einundzwanzig Jahre lang, bis über ihren frühen Tod hinaus, war sie der Mittelpunkt seiner Kunst. Gab Laura dem Dichter sonst noch etwas? Zärtlichkeiten, Küsse, Umarmungen? Jedenfalls ließ sie sich die dichterischen Huldigungen gefallen und wurde dadurch ewig und verfiel nicht dem Staub der Vergessenheit. ' * Seltsamer Eindruck, einer Bewunderung zu lauschen, die vor vielen Jahrhunderten den Geist und das Herz eines großen Menschen und Mannes beglückt und durchströmt hat! „Du bist die hohe Tugend, Du bist der Inbegriff der Jugend, Mein Herz, von Wahn und Eitelkeit gepeinigt. Hast du, o Königin, von Niedrigkeit gereinigt!" War Laura eine von Launen bewegte Frau? Wechselnd in ihrem seelischen Zustand? Fast scheint cs so, denn Petrarca hat ihr Wesen überliefert: „Bald war sie demütig und geneigt, dann stolz und schroff, bann wieder schlicht und einfach. Bald war sie abweisend, bann in jähem Wechsel mieberum entgegenkommend. Bald zeigte sie ein sanftes Wesen. Bald war sie voll Geringschätzung. Dann schlug sie um zu wilder Leidenschaft. Bald sprach sie mich süß an und bestrickte mich. Auf dieses Kissen setzte sie sich voll Anmut nieder. Auf jenem Wege wandte sie sich um, um mich zu locken. Hier blieb sie stehen, um auf mich zu warten. Bald durchbohrte sie mit ihren schönen Samtaugen mein Herz und flüsterte vertraut zu mir. Dann lächelte sie verführerisch. und bann verfinsterte sich ihr Antlitz und strömte Kälte aus. Ach Amor, Gott ber Liebe und unser aller Herr, du zwingst mich, bei Tag unb Nacht an sie zu benten!"* Im Dorf Vaucluse, nahe der Brücke über bie Sorgue unb unweit eines in den Felsen gebohrten Tunnels aus römischer Zeit, wird, noch heute das kleine Haus gezeigt, das Petrarca gehörte. Hierher flüchtete nach dem Bericht des Florentiners Luigi Peruzzi der Dichter, wenn die schwefelige Hochsommersonne der Provence über Avignon zitterte. Um diese Zeit waren die Gassen unb Straßen der Stadt von einem peinigenden unb faulen Gestank der vielen Küchen unb Ausgüsse erfüllt. Das konnte Petrarca nicht vertragen. Aber in bem abgeschiedenen Dorf Vaucluse war es angenehm. Vom sanften Fluß stieg die Kühle auf unb die nahen Felswände der Schlucht waren voll Schatten, und der Thymian duftete ringsum. Einige Lorbeersträucher wachsen in dem Gärtchen, welches das Haus umgibt. Hat Laura von bem gleichen Lorbeer bem Dichter einen Kranz gern unb en unb seine schwarzen Locken bamit geschmückt? Hat sie an ber hohen Platane gelehnt, bie ben Giebel bes Hauses beschattet? Hat sie von den Früchten bes alten Feigenbaumes gegessen, der seinen großblätterigen Schatten an die Hauswand wirft? Vielleicht wird manches Mädchen der Gegenwart, bas auf den Namen Laura getauft ist und die berühmte Dichterklause besucht hat, sich derartig naheliegende Gesten einbilden; denn die weißlich-graue Rinde der Platane unb ber Stein ber Hausmauern sind beschrieben, unb immer roieber kann man bie Namen Laura, ßaurette oder Saure lesen. * Laura, bie mir die Vision von der mittäglichen Sommeruhe des südlichen Meeres gibt, das mit kaum gewahrer Bewegung an ben Ufersteinen leckt. Weder von ben btenbenben Kalkrippen der Berge noch aus den regungslosen Kiefernwäldern am Stranbhügel weht ein Luftzug. Ein Sud ausgekochter Blätterbitterkeit, knisternden Salzes unb honigfarbenen Baumharzes liegt über der stillen, antiken Erde. Es' sind zertrümmerte Säulen und verwitterte Ruinentrümmer in der Nähe. Eine metallisch schimmernde Smaragdeidechse formt sich regungslos auf dem Stein. Das Mädchen, das im Schatten eines runden Fensterbogens sitzt unb dem flimmernden Meere ins Antlitz sieht — das ist Laura. Sie hat einen Rahmen zwischen den Händen ihrer braunen Arme, um irgendeine Blume ober einen Vogel in den Stoff zu sticken. Aber sie fitzt bewegungslos, nur ihr innerster Herzgedanke, webt an einem Gespinst von Träumen unb Sehn« süchten. Wenn bie Dämmerung mit blauem Mantel unb Lavenbelgerüchen von den Bergen kommt, wird der dunkle junge Fischer im vorübergleitenden Boot fingen; denn immer fingen die Troubadoure unb Dichter einer Laura. Immer und ewig. »Müller-Lieder" - nicht von Schubert. Als Franz Schubert der Gedichthand mit dem umständlichen Titel „Gedichte aus den hinterlassenen Papieren eines reifenden Waldhornisten" in bie Hand fiel, unb er sofort mit der Vertonung des Zyklus „Die schone Müllerin" begann, hatten einige der Gedichte schon fünf Jahre früher ihrs Uraufführung in Liedform erlebt. Damals zog das kunstsinnige Heim des Staatsrats Friedrich August von Staegemann, eines vertrauten Mitarbeiters Hardenbergs und vaterländisch begeisterten Dichters, die künstlerisch begabte Jugend Per- lins nicht zuletzt wegen der Schönheit der Tochter des Hauses an. Ihr galten die Huldigungen in Wort und Ton, ihr auch das Liederspiel „Dis schone Müllerin", dessen Texte aber nicht ausschließlich von Wilhelm Müller, sondern auch von anderen Freunden des Hauses stammten. Komponiert wurden die Gedichte von Ludwig Berger, der in Berlin als Sohn eines Architekten geboren war und nach einer gründlichen musikalischen Ausbildung sich dem reisenden Klaviervirtuosen und Lehrer Clementi anschloß. 1815 war Berger in seine Vaterstadt zurückgekehrt und wirkte hier bis zu seinem Tode als geachteter Lehrer. Mit G. Neichardt und L. Rellstad gründete er 1819 die „jüngere" Lieb er täfel nach bem Vorbild ber Zelterschen. Die zarte romantische Stimmung des Liederspiels van der „Schönen Müllerin" fand in ihm den be^ rufenen Komponisten, der den Dichtungen in schlichtem phonetischem Bau den musikalischen Ausdruck gab, wie er bei diesem Hauskonzert, das sogar eins szenische Darstellung fand, erreicht werden konnte. Ein Vorbote des kommenden genialen Liedersängers, ein geschmackvoller Gestalter aus dem Geist idyllischer Romantik. — Das Berliner Schiller- Theater erinnerte in einer Morgenfeier an diese Uc« aufführung. Lothar Band, düng empfindet. In diesem Zeitpunkt aber weich ein, bedeutet Schwachheit. Schwachheit aber ge- ährdet den Sieg. Der Führer kannte die Schwere einer Verantwortung, er kannte aber auch die Härte dieses Winterkrieges. Für ihn mußte sich entscheiden, ob sein Vertrauen, das er dem deutschen Soldaten immer entgegengebracht, voll gerecht- fertigt war. Der deutsche Soldat hat den härtesten aller Winter überwunden. Er hat des Führers Vertrauen gerechtfertigt. Solche Soldaten können nur siegen. Träger -es Ritterkreuzes. Berlin, 27. April. (DNB.) Der Führer verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an: Hauptmann P o e t t e r, der als Gruppenkommandeur in einem Kampfgeschwader auf Moon und Oesel im Tiefflug einzelne MG.-Nester bekämpfte und dadurch das Ueberseßen der ersten Wellen einer Infanteriedivision ermöglichte. Dann griff er über den eigenen vorderen Linien fliegend, vor einem Waldstück Widerstandsnester der Sowjets an, trieb die Bolschewisten in die Flucht und unterstützte eine in der Nacht vorgeschobene und von den Sowjets eingeschlossene Aufklärerabteilung so, daß sie weiter vorwärtskommen konnte. Der Führer verlieh ferner das Ritterkreuz an Generalmajor Schlemmer, Kommandeur einer Infanterie-Division, und Oberleutnant P r o s k e, Kompaniechef in einem Infanterie-Regiment. General Schlemmer zeichnete sich nordostwärts Orel bei der Abwehr vorübergehend eingedrungener Kräfte aus. In harten und zähen Kämpfen wurde dem Gegner ein Dorf nach dem anderen wieder entrissen. — Oberleutnant Proste nahm am Oberlauf des Dnjepr nach einem kühn durchqeführten Spähtruppunternehmen eine wichtige Brücke unversehrt in Besitz und verteidigte sie gegen alle zahlenmäßig überlegenen Gegenangriffe. Ritterkreuzträger Hptm. Steinhardt ist in den schweren Kämpfen südlich des Ilmensees als Bataillonskommandeur in einem J.R. gefallen. Zusammen mit Leutnant Stolz hatte er schon im Po- lens^ldzug für seine hervorragende Waffentat bei Erstürmung des Forts II bei Warschau das Ritterkreuz erhalten. Leutnant Stolz ist ebenfalls im Kampf gegen den Bolschewismus gefallen. Hauptmann Steinhardt hatte die Führung eines Infanterie-Bataillons. Als. im Kessel von Smolensk starke Kräfte eingeschlossen waren, war es seiner Verteidigung des Bahnhofes Iarcewo zu verdanken, daß es dem Gegner nicht gelang, den Einschließungsring zu'durchbrechen. Im Wolchow-Abschnitt verteidigte er eine Eisenbahnlinie nach Petersburg gegen äußerst erbitterte Gegenangriffe. Südlich des Ilmensees behauptete er 50 Tage lang eine stützpunktartig ausgebaute Ortschaft gegen alle Angriffe des Gegners, die mit ftärffter Ärttllerie- und Panzerunterstützung nor getragen wurden. Ende März 1942 zeichnete er sich erneut beim Angriff auf einen stark besetzten Waldabschnitt aus. Kleine politische Nachrichten. Das Staatsdepartement der USA. gab bekannt, daß die in Indien lebenden 3500 USA.- Staats- on gehörigen angewiesen wordep sind, Indien zu verlassen. * Die japanische Mavineluftwaffe griff mit starken, unter Jagdschutz fliegenden Verbänden, den nordaustralischen Stutzpunkt Port Darwin an. In den Hafenanlagen und militärischem Einrichtungen sowie auf dem Militärflugplatz wurden schwere Schäden .angerichtet. Vier am Boden stehende australische Flugzeuge wurden zerstört. In Luft- kämpfen über der Stadt wurden sieben weitere abgeschossen.. Ein im Hafen liegendes Transportschiff wurde durch Bombenvolltreffer versenkt. * Auf ein englisches Bombenflugzeug, das um 3 Uhr am Montagmorgen von Südwesten über Schoonen einflog, wurden Warnungsschüsse von der schwedischen Neutralitätswache abgegeben. Infolge Motorschadens mußte das Flugzeug später nordwestlich von Ustad notlanden und wurde dabei vollständig zerstört. Die Besatzung blieb unverletzt und wurde in Gewahrsam genommen. * Im Festsaal der Neuen Technischen Hochschule in Lissabon wurde die Ausstellung deutscher Technik eröffnet, die vom Werberat der deutschen Wirtschaft zusammen mit dem Verband deutscher Ingenieure und unter dem 'Patronat des portugiesischen Instituts für hohe Kultur und der Lissaboner Technisches Hochschule veranstaltet wird. Die Eröffnung wurde vom deutschen Gesandten, Baron von Hoy- ningen-Hüne, vorgenommen. Aus der Stad« Gießen. Zwischen Wassern und Wiesen. Im Strahlenblick der Frühlingssonne tummeln sich spielerisch die Wasser des Flusses. Er hat es nicht, eilig in seinem Bett, und die kleinen Wellen scheinen sich zwischen Gestein und Schilf einkuscheln zu wollen, als wären sie der langen Wanderschaft müde und zu rasten entschlossen. Wehende Weidenbüsche mit jungem Laub zwischen ausgeblühten Kätzchen stehen winkend am Wasserrand, wie von den Wiesen hinter ihnen beauftragt, ruhebedürftige Gäste anzulocken. Schon sind die Grasbüschel an den sonnigen Hängen und in windstillen Mulden zu üppigen Kissen und Polstern zusammengewachsen und mit kleinen Gänseblumen und Taubnesseln weiß und lila besprenkelt, daß die Füße auf schmalem Pfade nur ungern weiterschreiten. Pfauenaugen und Zitronenfaltern scheint das Rasten bereits eine liebe Gewohnheit zu sein. Sie sitzen mit spielenden Flügeln, den zarten Leib in der Sonne badend, ober schaukeln, aufgescheucht, nur kleine Strecken weiter, um sich erneut niederzulassen. Eine Lerche jubelt ihre Frühlingsfreude mit hellem Gezwitscher aus und steigt in jungem Ungestüm flatternd der Sonne entgegen. Das blendende Blau des Aethers entrückt sie rasch den folgenden Blicken. Ein Angler, der auf schnellem Rad mich überholt, fteuert stilleren Wasserarmen zu. "Hier sind die Ufer breit ausgetrocknet und das über Manneshöhe auf- ragende Schilf knistert braun und dürr im Wind. Einige Frösche hasten mit flachen Sprüngen den Wassern zu und lassen sich schwerfällig hineinplumpsen. Eine braune Schlange, die mein Fuß fortschleudert, gibt sich bei näherem Bettachten als Wurzel einer Wasserrose zu erkennen. Sie ist daumendick, schön gezeichnet, biegsam und leicht wie Kork. Kaum zu glauben, daß an ihr einmal große Blätterherzen und weiße oder gelbe Blüten, wie sie im Juni den Wasserspiegel bevölkern, sicher verankert lagen. Vereinzelt lugt zwischen störrischen Schilfstoppeln schon junges Grün. Es wird sich rasch ausbreiten, nachdem seinem Wachstum eine so mächtige Bresche geschlagen ist. In einer kleinen Bucht, wo schwarze Wasser ihre Tiefe behaupten und die Wurzeln einer alten Weide fast bloß gelegt haben, halten sich ein paar Büschel saftiger Sumpfdotterblumen am Rande festgeklammert und schwenken aus sattem Blättergrün ihre großen gelben Blüten über die Flut, als wollten sie mit ihnen hinableuchten und den letzten säumigen Schläfer wecken. Aber die Wasserpflanzen sind sicher schon unterwegs auf ihrem Aufstieg aus den Tiefen. Langsam wachsen ihre schlauchartigen Stengel der Oberfläche zu und entfalten vielfach erst auf ober über dem Wasserspiegel ihre Blätter wie aufgerollte Fahnen. In einem Tümpel, der sich leicht überblicken läßt, wimmelt es von schwänzelnden Kaulquappen, die aus den verlaschten Uferrändern aufgebrochen sind. Und ein Wassermolch, den der wundervoll gezackte, hell bebänderte Rücken kämm und die feuergelbe Bauchseite als unternehmungslustigen Freiersmann kennzeichnen, durchrudert in gewandten Schleifen die Flut, um feine wohl noch schüchtern versteckte Schöne zu locken. Der Oiebesmai ist nahe. Spaliere von Weißdomhecken säumen streckenweise die Ufer eines Wasserarms. <5ie tragen über ihrem frischen Laub kleid das zarte Spitzengeriesel ihrer weißen Blüten wie ein Zug wallender Bräute ihre wehenden Schleier. P. B. Kür Tapferkeit vor öem Keinöe. Der Unteroffizier Walter Bachmann aus Gießen, Am Kugelberg 18, wurde für Tapferkeit vor dem Feinde bei den Kämpfen im Osten mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet. Zur Auslösung der Industrie- und Handelskammern. Besondere Bestimmungen des Reichswirtschaftsministeriums sind abzuwarlen. NSG. Es besteht Veranlassung, darauf hirkzuwei- sen, daß die gemäß der Verordnung über die Vereinfachung und Vereinheitlichung der Organisation der gewerblichen Wirtschaft vom 20. Aprll 1942 aufzulösenden Industrie- und Handelskammern solange fortbestehen, bis über die Zuteilung ihrer Bezirke besondere Bestimmungen getroffen sind und die Rechtsnachfolge geregelt ist. Nach § 2 der Zweiten Durchführungsverordnung ist diese.Regelung besonderen Bestimmungen des Reichswirtschaftsministeriums vorbehalten. Die Industrie- und Handelskammern Bingen, Darmstadt, Friedberg, Gießen, Mainz, Offenbach und Worms, die — wie gestern schon von uns gemeldet — in unserem Gaugebiet zur Auflösung kommen, bestehen also so lange mit ihren sämtlichen Rechten und Pflichten fort, bis die entsprechenden Veränderungsbestimmungen vorliegen und veröffentlicht werden. Warnung aus Stendal Roman von A. Lothar Philipp 16. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Willis schüttelte den Kopf. Er begriff es nicht, wie einer Frau, wie es Elisabeth Perling war, gegenüber auch nur der geringste Zweifel bestehen konnte. Wenn sie wirklich die Ursache der Tat war, bann war sie trotzdem unschuldig, denn daß sich zwei Männer ihretwegen gegenseitig ums Leben brachten, das konnte er, Willis, verstehen. Aber das war doch schließlich kein Grund, sie zu verdächtigen und sie für mitschuldig zu halten. „Weißt du, Welt", sagte er endlich, „manchmal komme ich mir vor wie eine Kindergärtnerin. Es ist schwer, euch vernünftig zu machen. Manchmal habe ich Angst, daß ihr euch gegenseitig verprügelt, dann wieder, daß ihr euch wegen derselben Frau auf- hängt. So geht das nicht weiter. Und was ist mit Irene? Petersen sagte, sie sei heute nervös und zerfahren gewesen. Hast du etwas bemerkt?" Welt lächelte bitter. „Nervös und zerfahren ist sehr höflich ausgedrückt", meinte er, „sie war überhaupt nicht zu gebrauchen. Sie gab sich Mühe, aber sie zitterte und bebte dabei und hat während des Tangos mehrfach ganz falsche Schritte getan —" „Wie?" rief Willis erstaunt, „und das haft du gemerkt?" „Nun ja, weil ich jeden Takt mitzähle, das hast du mir doch selber geraten. Einmal ist sie überhaupt ganz aus dem Takt gekommen und warf mir einen wütenden Blick zu, als ob ich etwas dafür könne. Wenn das so weitergeht, können wir getrost ab- bauen, Willis." „Ich kann mir nicht denken, was mit Irene plötzlich los ist", seufzte Willis. , „Manchmal denke ich, sie weiß auch mehr über den Mord, als sie zugibt", sagte Welt leise, „warum wurde sie so wütend, als Elisabeth sagte, sie wolle zur Polizei gehen? Und warum sagte sie, wenn Lanos den Barthold nicht ermordet hätte, hätte sie nicht zu uns kommen können? Es ist doch auffällig, daß sie gerade an dem Abend zu uns kam, als der Mord geschah. Manchmal möchte ich mit Knüppeln dreinschlagen", schimpfte er „keiner will die Wahrheit fagen und wir müssen darunter leiden, obwohl wir ganz unschuldig sind." Willis entschloß sich, einmal mit Elisabeth zu sprechen. Er ließ sich im Büro des Eispalastes ihre Adresse geben. Sie wohnte im Imperial-Hotel, in dem gleichen Hotel, wo auch die drei Willis wohnten. „Das ist sehr auffällig", sagte der kleine Petersen, als er die Adresse erfuhr. „Komisch", meinte Welt, „wieso haben wir sie dann nie getroffen? Offenbar verbirgt sie sich vor uns." Nur Willis sagte nichts dazu. Aber er dachte: „Das ist ein gutes Zeichen." — 5. Der Schreck und die Bestürzung, die Elisabeth Perling über die Ermordung ihres alten Freundes Barthold und über den Verdacht gegen ihren Lehrer Lanos empfand, waren durchaus echt. Sie war ängstlich geworden und fühlte sich vereinsamt, obwohl sie von beiden seit fast zwei Jahren nichts mehr gehört hatte. Aber sie hatte stets das Bewußtsein gehabt, daß sie für sie da waren und ihr helfen würden, wenn sie sie jemals brauchen würde. Außer diesen beiden hatte sie keine Freunde. Als sie Willis und seine beiden Partner in der Variete-Kantine wiedersah> hatte sie nicht im entferntesten daran gedacht, die alte Bekanntschaft weiter zu pflegen, nachdem ihr seinerzeit Willis deutlich genug zu verstehen gegeben hatte, daß ihre Anwesenheit die Einheit und Eintracht der Truppe gefährde. Aber dann erfuhr sie die Tat, erlebte die Verdächtigungen der Norodna und fühlte erst, als sie wieder allein war, die ganze Schwere des 23er- Vortragsabend der AS.-Dozenten-Akademie. Von der Hochschulgruppe Gießen des NS.-Dozen- tenbunbes wird uns berichtet: Bei der ersten Veranstaltung der NS.-Dozenten- Akademie im laufenden Sommersemester sprach der Präsident Pg. Prof. Dr. H. W. Kranz, Rektor der Ludwigs-Universität, im Hörsaal des Physiologischen Instituts vor den Mitgliedern des NS.-Do- zentenbundes und zahlreichen Gästen über „Neue Forschungsergebnisse auf dem Gebiet des Asozialenproblems". Der Vortragende berichtete über die Ergebnisse seiner Forschungen an 500 asozialen Sippen mit ungefähr 8000 Sippenmitgliedern. Vorwiegend handelt es sich um eine Frage der Gesamtperjönlichkeit, die sehr weit in das charakterologische Gebiet hinein- reicht. Die Zusammenhänge zwischen Psychopathologie und Gemeinschaftsunfähigkeit wurden kurz angedeutet. Erbstatistisch ließ sich die Erblichkeit gemeinschaftsunfähigen Verhaltens auch wissenschaftlich unter Beweis stellen. Die Ueberfruchtbarkeit der Gemeinschaftsunfähigen betrug in dem untersuchten Material 20 v. H. Ferner konnten Erbprognose- ziffern errechnet werden, die denjenigen aus der Rüdin scheu Schule für Geisteskrankheiten an die Seite gestellt werden können. Die sog. Asozialenfrage ist vorwiegend ein sozialbiologisches und nicht allein ein „medizinisches" Problem. So sehr die Ergebnisse und die praktische Zielrichtung übereinstimmen, sind die wissenschaftlichen Bemühungen sowohl nach der sozial-biologischen Seite als auch nach der psychopathologischen Seite hin in ihrem unterschiedlichen methodischen Vorgehen berechtigt. In dem letzten Teil seiner Ausführungen wies der Vortragende auf die große bevölkerungspolitische Bedeutung des Problems bezüglich des zukünftigen Leistungszustandes unseres Volkes hin und machte Vorschläge für eine zukünftige praktische Regelung. Die Zuhörer dankten dem Vortragenden durch reichen Beifall für seine hochinteressanten Ausführungen, die klar und überzeugend die Wichtigkeit des Asozialenproblems bargelegt haben. Von der Ludwigs-Universität Gießen. Mit Wirkung vom 1. April 1942 wurde der Ordinarius für mittelalterliche Geschichte an der Ludwigs-Universität Gießen, Prof. Dr. phil. Tellen» bad), in gleicher Diensteigenschaft an die Universität Münster berufen. Prof. Dr. Teilend ach kam im Wintersemester 1937/38 von Heidelberg, wo er als Dozent gewirkt hatte, nach Gießen, um hier zunächst auftragsweise den Lehrstuhl für mittelalterliche Geschichte zu versehen. Am 1. Januar 1938 erfolgte hier feine Ernennung zum ordentlichen Professor. Dodenbenuhungserhebung 1942. NSG. Die Landesbauernschaft Hessen-Nassau teilt mit: Im Mai findet wieder eine Bodenbenutzungserhebung statt, mit der eine Erhebung über den Bestand an ertragfähigen Obstbäumen verbunden ist. Zu gleicher Zeit wird die Erhebung über die Arbeitskräfte in der Landwirtschaft durchgeführt. Die Vorerhebung zur Feststellung der neuen Betriebsund Wirtschaftsflächen wird in diesem Jahre wegen der gegenwärtigen Schwierigkeiten mit der Haupt- erhebung zusammengelegt. Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft hat in seinem Erlaß vom 10. März 1942 betont, daß die Ergebnisse für Bodenbenutzungserhebung eine unentbehrliche Grundlage für die Maßnahmen zur Sicherung der Dolksernährung bilden, und daß trotz der bestehenden Schwierigkeiten die Gewinnung genauer Zahlenangaben über die landwirtschaftliche Bodenbenutzungserhebung unbedingte Notwendigkeit ist. Die Bürgermeister sind deshalb zu ganz besonders sorgfältiger Arbeit verpflichtet. Die Betriebsinhaber müssen sich über die Bedeutung der Erehbung im klaren sein, sowie auch darüber, daß sie sich strafbar machen, wenn sie durch bewußt falsche Flächenangaben das Ablisferungs- ergebnis beeinträchtigen, das mehr denn je von kriegsentscheidender Bedeutung ist. Deshalb finden in diesem Jahre auch in größerem Umfange Nachkontrollen der Bodenbenutzungserhebung statt. Es wird erwartet, daß die Betriebsinhaber oder ihre Beauftragten von sich aus das nötige Verantwortungsbewußtsein besitzen, um durch genaue und wahrheitsgemäße Angaben ein einwandfreies Ergebnis der Bodenbenutzungserhebung sicherzustellen. Frohe Stunden fürunsere Verwundeten Am Geburtstage des Führers fanden • in allen hiesigen Lazaretten gemeinschaftliche frohe Kasfee- stunden statt. Die Betreuerinnen der NS.-Frauen- schast hatten mit den Schwestern die Tische schön gedeckt und bewirteten unsere Verwundeten. Die guten Kuchen waren durch Vermittlung der Kreisfrauenschaftsleiterin W r e d e von den Ortsfrauen- schäften in Bellersheim, Obbornhofen, Beltershain, Stangenrod und Reinhardshain gespendet. Zigaretten, Süßigkeiten und Postkarten hatte die Kreis- amtsleitung der NSV. gestiftet. Jungmädelgruppen vom Bann 116 brachten mit Gesang, Musik und Lesung Frohsinn in die Räume. Kreisleiter Backhaus besuchte in Begleitung von NSV.-Kveisamts- leiter Hortig, Kreisfrauenschaftsleiterin Wrede nebst Mitarbeiterin Kümmel, BDM.-Untergau- fühverin Hack und Lazarettbetteuer der NSKOV. G r a v e l i u s zwei Lazarette und nahm an den Feiern teil. In einem Lazarett brachten nach dem Programm der BDM.-Jungmädelgruppe unter Führung von Frl. Kühne einige Kameraden von einem hiesigen Wehrmachtteil eine unterhaltsame Festfolge. Der Zauberkünstler Bellini setzte alle in Erstaunen. Neben dem Akrobatikakt von Bini & Sidi zeigten auch zwei Bandoniumspieler ihre Kunst. Diel Heiterkeit brachten der Schnellmaler Quick sowie Koko, welcher mit Humor für die Verbindung sorgte. Im Auftrage des Oberkommandos der Wehrmacht und in Zusammenarbeit mit dem Sonderreferat „Truppenbetreuung" im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda führte die NS.- Gemeinschaft „Kraft durch Freude" in hiesigen Lazaretten verschiedene Veranstaltungen durch. In einem fröhlichen Programm unter dem Motto „Eine Stunde SonnenschÄn" erfreute die Konzertsängerin Mimi Klingler mit einigen Liedern. Als Ak- kordionvirtuose und Zauberkünstler unterhielt Erich Schmidt die Verwundeten bestens. Die Vortrags- künstlerin Paula Schmidt brachte frohe Stimmung. — In einem Lazarett hielt Universitäts- Professor Dr. Küster einen interessanten Vortrag mit Lichtbildern über „Gartenkunst in drei Jahrhunderten". — Zwei Lazarette hatten eine Vortragsfolge „Meisterwerke für Klavier und Gesang". Die Sängerin Marianne Kolbe erfreute durch Lieder von Grieg, Schumann, Brahms und Hugo Wolf. Professor G r u n d e i s (Leipzig) spielte Konzertstücke von Schubert, Chopin unft) Liszt und hatte die Begleitung am Klavier übernommen. — Am Sonntag gab der Gesangverein „Männerchor 1838" in Butzbach in einem hiesigen Lazarett sein erstes Konzert. Unter der Stabführung von Chormeister Dr. Schmidt wurden Chöre und Volkslieder in sehr guter Form zum Vortrag gebracht. Eine größere Spende Bier wurde von den Sängern gestiftet. — In einem Lazarett erfreute der Gesangverein in Lich die Verwundeten durch Volks- und Soldatenlieder. Chormeister U h r h a n dirigierte den Chor und brachte die Lieder gut zu Gehör. — Mit musikalischer Unterhaltung. stellte sich die Spielschar Gambach in zwei Lazaretten für die gute Sacke zur Verfügung. Otto Wenzel als Klaviervirtuose und Begleiter, Rudi Boller mit Handglocken und der kleine Gerhard Liller als Flötist und Tylophon» künstler fanden für ihre Leistungen starken Beifall. Gertrud Beck sagte an, und Lehrer Lahm führte die Programmfolge bestens durch. Bei allen Veranstaltungen zeigte der starke Beifall, daß es den Verwundeten gut gefallen hatte. Der beste Lohn für die sich zur Verfügung stellenden Veranstalter. Zum Tage der Ruderer am Sonntag hatte der Ruderclub „H a f f i a" die Mitglieder des Deutschen Rudersports, welche sich in hiesigen Lazaretten befinden, zur Veranstaltung eingeladen. Verwundete, die nicht teilnehmen konnten, wurden im Lazarett erfreut.' Gießen-Klein-Linden. Am Samstagabend sprach in der hiesigen Turnhalle in einem Dorfgemeinschaftsabend der NSG. „Kraft durch Freude" Oberstudiendirektor P h i • lipps von Friedberg über das Thema „Humor im hessischen Volkstum". Der örtliche Beauftragte der Volksbildungsarbeit dankte dem Redner und dem „Gesundheit ist kein Zufall" Tausende haben während des Krieges diesen Film gesehen und die Broschüre gleichen Namens gelesen. Sie hat ihnen gezeigt, wie wertvoll und wichtig die Zähne und ihre richtige Pflege für Gesundheit und Aufbau des ganzen Körpers sind. Die gesteigerte Nachfrage nach Zahnpflegemitteln, wio Chlorodont, ist eine folge dieser Aufklärungsarbeit. Chloro- dont wird noch immer in großen Mengen hergestellt und nur an Fachgeschäfte abgegeben. Direkte Bestellungen können nicht berücksichtigt werden. Wir bitten um Ihr Verständnis, wenn Sie Chlorodont nicht immer in Ihrem Stamm« geschält erhalten können. Gehen Sie jetzt mit Chlorodont besonders sparsam um I luftes, der sie betroffen hatte. In ihrem natürlichen weiblichen Anlehnungsbedürfnis hatte sie sich entschlossen, ins Imperial-Hotel zu ziehen, wo, wie sie wußte, die Willis wohnten, die damit von der alten Artisten-Gepflogenheit, in einer kleinen Pension zu wohnen, abgewichen waren. Sie hoffte, so eher mit ihnen zusammen zu treffen und mit ihnen sprechen zu können, sie erhoffte sich von Willis Schutz und Rat und es verschaffte ihr große Beruhigung, ihn in ihrer Nähe zu wissen. Willis, der Kapitän der Truppe, war schon vor einigen Jahren dazu übergegangen, in Hotels zu wohnen und die Artistenpensionen zu meiden. Es hatten sich da einige Vorfälle ereignet, die ihn zu diesem Entschluß getrieben hatten. Vor allem war es der kleine Petersen, der keine Gelegenheit unbenutzt lieh, mit jungen und hübschen Kolleginnen zu flirten, und der dadurch Streit und Unruhe schaffte, welche sich in einer so kleinen Pension stets sehr ungünstig auswirkten und stets sämtliche anderes Gäste mit ergriff. Es war dann stets die Aufgabe Willis' gewesen, schlichtend einzugreifen und den kleinen Petersen aus unangenehmen Lagen zu befreien. In einem Hotel war das alles nicht so gefährlich. Der einzelne verschwand mehr unter der Menge der anderen Gäste, und man kümmerte sich weniger um das, was einzelne Gäste trieben, als dies in einer Pension der Fall war, wo sämtliche Gäste mehr oder weniger eine große Familie bildeten. Zwar belastete die größere Ausgabe des Hotel- wohnens die gemeinsame Kasse etwas mehr, dafür aber blieb die Einheit der Truppe gewahrt und auch die Nerven hatten ihren Gewinn davon. Petersen hatte anfangs beschlossen, mit Elisabeth nur ganz förmlich zu verkehren. Ihre Rolle, die sie in der Sache Lanos spielte, war zum mindesten noch ziemlich ungeklärt und er scheute jedes Aufsehen und jede Verwicklung in polizeiliche Dinge wie die Pest. Wenn er Elisabeth sah, begrüßte er sie zwar freundlich, ging aber dann bald nach wenigen belanglosen Worten seines Weges. Ganz anders Welt. Seine schmerzliche Stimmung wurde immer größer, je öfter er Elisabeth sah. Dann drückte er ihr die Hand und sah ihr mit wehmütigem Ausdruck ins Gesicht, setzte sich mit ihr in die Halle und schwieg oft viertelstundenlang, wobei er seufzte und hin und wieder einen Blick auf sie warf, der sie hätte bis ins Mark rühren müssen, wenn Elisabeth nicht über fein sonderbares Benehmen hätte lächeln müssen. Sie tat so, als merke sie seine Melancholie nicht, unterhielt sich und plauderte mit ihm und fragte ihn, ohne daß er es merkte, über Willis aus, wobei sie sich anscheinend besonders für etwaige Freundinnen interessierte. Doch konnte Wett ihr damit nicht dienen, so gern er das auch gemacht hätte. Denn er war fest davon überzeugt, daß er für Elisabeth alles tun würde, und wenn sie von ihm verlangen würde, sich vom Funkturm herunterzustürzen, so würde er das mit einem erleichterten Seufzer ohne weiteres tun. Dabei war Wett zu ihr sehr höflich und rücksichts- voll. Wenn sie in die Bar traten, rückte er ihr den Sessel hin, .er bestellte für sie das, was sie gern haben wollte: er versuchte, ihr alle Wünsche von den Augen abzulesen. Und niemals spielte er auf den Fall Lanos an. Und das war es, was Elisabeth besonders angenehm empfand und weshalb sie gern mit dem großen, starken Wett zusammen war. Denn wenn sie allein in ihrem Zimmer war, bann bestürmten sie die Gedanken an die Mordtat, und immer wieder kam die große Frage, deren Beantwortung sie fürchtete, weil sie die Antwort darauf ahnte: warum? Petersen hatte sich das öftere Zusammensein seines Partners Welt mit Elisabeth eine zeitlang mit angesehen. Dann sagte er eines Tages zu Willis: „Was macht eigentlich Welt dauernd bei Elisabeth?" Willis fragte verwundert zurück: „Was soll er denn machen? Er unterhält sich mit ihr. Elisabeth ist anscheinend gern mit ihm zusammen — Welt deutete neulich so etwas an —" «Fortsetzung folgt.) SJ.Jpori altes 01956 III. cäusIriä? lien- u. Heirats-' v nisv Wacwn Mtk Henkel-Wecbunty? Persil-Werke, Düsseldorf Henko ATA Mitunter werden wir gefragt: Warum lassen Sie Anzeigen erscheinen, wenn dieses oder jenes Ihrer Erzeugnisse schon mal knapp ist? Hier unsere Antwort: Wir werben nicht, um zu verkaufen, sondern um der Hausfrau zu zeigen, wie sie auch Im Kriege gut und schonend waschen kann. Beratung und Derbraucheraufklarung sind seit je die Merkmale unserer Werbearbeit. Sitte, beachten Sie daher gerade heute unsere erprobten Ratschläge- sie helfen mit, Ihre Wäsche zu erhalten, bis sie wieder persilgepflegt werden kann. THEATER der Universitätsstadt Gießen Ihre Vermählung geben bekannt Rudolf Feuring Sanitäts-Feldwebel Hilde Feuring.geb. Schäfer einen leeren Wagen mit Gummibereifung einen abschüssigen Weg hinab zu einem anderen Teil des Bauhofes zu fahren. Magel führte, rückwärtsgehend, den Wagen an der Deichsel, während fein Arbeitskamerad auf dem Wagen faß und die Bremse bediente. Bei der Abfahrt den Weghong hinunter kam der Wagen — ob die Bremse nicht fest genug angezogen oder gelockert war, ist noch unbekannt — in etwas raschere Fahrt, so daß die Vorderräder vermutlich in eine Fahrrinne kamen. Dadurch wurde ein sog. Deichselschlag ausgelöst, d. h. die Deichsel schlug plötzlich zur Seite, wobei Magel getroffen und mit großer Wucht auf einen Haufen Feldbahnschienen geschleudert wurde. Der bedauernswerte Mann schlug heftig mit dem Kopfe auf die Schienen auf, außerdem wurde er noch von einem Rad des Wogens überfahren. Mit sehr schweren Schädelverletzungen mußte der Verunglückte vom Roten Kreuz der Chirurgischen Klinik zugeführt werden, wo er in lebensgefährlichem Zustand daniederliegt. ZIGARETTEN MILDE SORTE MEMPHIS DRITTE SORTE NIL WsgeMn eventl.Halbtaas- mädchen sucht Zahntechnisches Laboratorium Rudolf Fischer Bahnhofstr. 22. Dienstag, den 28. April 18.30 bis 21.45 Uhr: SO.Dienstagmieteu.HalbmieteB Wo die Lerche singt Operette von Franz Lehar. Preise von 0.90 bis 3.60 RM. —-__________WL Berl griffe au S 3°9' Stunde losten bi vonSs • ^sohlenk d>e W obachten **le sich b en Gr» her k Hause, Annne QQfl Wru ben hseugi Als » Mitarbeit Unabhänc Juden w Staates l blasse Ah tilgten 61 schäft gen minder g darauf b( ben und denen ihr geschieht tatsächlich einigten nunmehr das der f sel über Großr Schon dc in den S Art, d, feien, eir schäft i in ihrem Mit di den, wo warnte. Handball. Bann 116 Gießen Gruppensieger. Bann 116 Gießen — 772 Weilburg 16:4 (10:2). Das letzte Spiel um die Gruppenmeisterschaft konnte die Auswahl des Bannes 116 Gießen klar für sich entscheiden. Durch diesen Sieg nimmt der Bonn 116 nun an den weiteren Spielen um die Gebietsmeisterschaft teil. Obwohl die Aufstellung gegenüber den ersten Treffen einige Aenderungen verzeichnete, konnte man mit der Leistung zufrieden fein. Die Hintermannschaft und Läuferreihe waren der beste Mannschaftsteil. Der Sturm war nur im ersten Spielabschnitt voll auf der Höhe, während es nach der Pause Mängel gab. Die Torausbeute mußte unbedingt eine größere werden. Immer wieder beging man den alten Fehler, durch Einzelspiel zu Erfolgen zu kommen. Von dem Gegner hatte man etwas mehr erwartet. Der Bann 772 Weilburg hatte die Uffz.-Vorschüler mit der Vertretung beauftragt. Die Mannschaft spielte zu durchsichtig und konnte dadurch die gegnerische Hintermannschaft nicht besonders gefährden. Von Beginn beherrschten die Gießener das Spielgeschehen. In regelmäßigen Abständen wurden die Treffer erzielt. Erst gegen Schluß der ersten Halbzeit gelangen den Gästen zwei Erfolge. Mit Vergeben des ersten 13- Meter-Balles für den Bann 116 begann die zweite Hälfte. Weitere Tore der Gießener vergrößerten den Abstand, ehe Weilburg zu zwei weiteren Gegentoren kam. Obwohl die Gäste durch Herausstellung eines Spielers geschwächt waren, konnte der Sturm der Gastgeber nicht mehr an die anfängliche Leistung herankommen. Nach Auslassen eines weiteren 13-Meter-Balles beendete Schiedsrichter Beyer (Luftwaffe Gießen) das Spiel. Durch anständige Spielweife erleichterten beide Mannschaften ihm fein Amt. Die Torschützen für Gießen waren: Menges (5), Rühl (4), Beckers (3), Wenzel (2), Bentheim und Schneider (1). Tfchammer-pokalfpiel. Sport». Bübingen — Luftwaffe 1:2 (0:1). Wie erwartet, stieß die Luftwaffe auf einen zähen Gegner, der bis zum Schluß einen nicht erlahmenden Widerstand leistete. Ueberraschend ging die Luftwaffe schon in der 6. Minute durch den Halbrechten in Führung, und Dörschel erhöhte nach der Pause auf 2:0. Einen groben Deckungsfehler der Verteidigung nutzte der Halblinke Büdingens geschickt zum Ehrentor aus. Gegen Ende ließ die Luftwaffe merklich nach, doch widerstand sie dem schwe- Kra tfahrzeughandwerker-Lehrling sofort gesucht. Genehmigung vom Arbeitsamt liegt vor. Willy Letsch Gießen, Krofdorfer Straße 16 1336 D Absolventin des Vriv.-Lehrinstit. Dr. Nitsch, Bad Harzburg, sucht Stelle alsl 12631) Arzthilfe Gesl. Zuschrift, erbeten an Trudel Becker, Bad Salzhausen (Oberhessen). Heute entschlief nach kurzer Krankheit unser liebes, unvergeßliches Kind, unser Sonnenschein Marianne im Alter von 2% Jahren. In tiefem Schmerz, für alle Angehörigen: Fritz Gerlach und Frau Anna, geb. Breuer. Großen - Buseck, Mandeln (Dillkreis), den den 27. April 1942. Die Beerdigung findet Mittwoch, 29. April, nachmittags V/2 Uhr statt. Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlichen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlagserzeugn sse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens und damitdurcherweitertes Wissen erhöhte Freude an den vielfältigen Schönheiten der Natur. Verlangen Sie Prospekte und auch Probehefte der Zeitschrift: „Freude am Leben“ Hugo Bermü hier Verlag Berlin-Lichterfelde Hi s “"Iler w Tieferschüttert erhielten wir die schmerzliche Nachricht, daß unser innigstgeliebter, hoffnungsvoller, bra- ver Sohn, uns. lieber Bruder, Schwager, Onkel und Neffe, mein herzensguter Bräutigam Georg Heilmann Unteroffizier und Bordmech. Inhaber des E. K. II und der Frontflugspange in Bronze im Alter von 25 Jahren bei einem Feindflug im Osten in soldatischer Pflichterfüllung für Führer, Volk und Vaterland den Heldentod gefunden hat. In tiefer Trauer: Georg Heilmann, Krlm.-Sekr., und Frau Johanna, geb. tauber, Heinz Heilmann, Oberfeldwebel der Luftwaffe, Im Felde, nebst Frau Karla, geb. Pilz, und Kind, Karl Heilmann, Ursula Weloch (Braut) und alle Verwandten. Gießen (Liehet Straße 111), Graz, Sagan. 01964 Pormon @ui ?°oren tenbes Kni ^nsjo Wfr haben uns vermählt Dr.med. Heinr. Eidmann t. Z. San, Feldw. in einem Res.-Laz. Hilde Eidmann geb. Rothfuchs Gießen, den 28. April 1942 Frankfurt a. M. Gießen Myliusstrabe 59 Liebigstrahe 49 . 01953/ Gesichtshaare, alle lästig. Haare werd, nur durch d. von mir angew. einzig sichere Meth. unt. Garant für immer mit d. Wurzel entfernt Frau tt.Gulden.eeit36Fr.W.Henkel Sprechstunden jeden Mittwoch: Hießen, Am Riegelpfad 32, 9-17 Uhr. i369d grünte und bNhte es. Der vorn VHC. neu herge- stellten Roten-Strich-Markierung folgend, kamen die Wanderer über Trais-Münzenberg nach Muschen- heim, wo die Uebertragung der Reichstagssitzung angehört wurde. Später wurde nach gemütlicher Kaffeestunde der Heimweg angetreten. Wegen der vorgeschrittenen Zeit mußte die vorgesehene Beüch- tigung des Klosters Arnsburg verschoben werden. Beim Eintritt in den Wald kehrte der Blick nochmals nach der alten Burg zurück, die mit ihren beiden wuchtigen Türmen die Landschaft weithin beherrscht. Don Lich aus brachte die Bahn die Wander- schar wieder nach Gießen zurück ** Auf seinem Arbeitsplatz schwer verunglückt Am gestrigen Montagoormittag ereignete sich auf dem Bauhof der Firma Abermann an der Schiffenberger Chaussee ein schwerer Unglücksfall. Dort war der 53 Jahre alte Platzmeister H e i n r j ch Magel aus Heuchelheim in Gemeinschaft mit einem anderen Manne damit beschäftigt, s? ff- Sfe ren Druck erfolgreich. Während bei der Luftwaffe die gesamte Mannschaft befriedigen konnte, ragte bei den Platzbesitzern der Mittelläufer hervor. Dom Radsport. Ilebungsgemeinschafl für Llraßenwettberverbe HJ.-Vann 116 und NSRL. kreis IBetterau-Horb. Am Sonntag haben die Radfahrer mit ihrem ersten Slraßenfahren die Saison eröffnet. Erfreulich war es, daß die HI. diesmal sehr stark vertreten war. Mit Start an der Volkshalle wurde eine 30 km lange Strecke (Gießen—Reiskirchen—Lindenstruth— Saasen und zurück) gefahren. Von den jugendlichen Fahrern wurden zum Teil sehr gute Zeiten erzielt, besonders wenn man berücksichtigt, daß der größte Teil der Teilnehmer Räder mit Wulstreifen gefahren hat. In der Klasse der Aktiven wurde die Strecke von Becker (Gießener Radfahrer-Vereinigung) in der Zeit von 54 Min. 37 Sek. gefahren. HI. Bann 116 Klasse A: 1. Ulrich 1:01,10 Std., Bannstab; 2. Rügge 1:09,12 Std., SRD.; 3. Greilich 1:09,13 Std., SRD.; 4 Moos 1:10,05 SD., SRD.; 5. Weller 1:10,26 SD., SRD.; 6. Haßler 1:12,00 SD., Ges. 1. Mannschaftssieger: SRD. (Rügge, Greilich, Moos). Klasse B: 1. Werner 0:59,19 SD., SRD.; 2. Deibel 1:05,25 Std., MHI.; 3. Vater 1:12,24 SD. Gef.1; 4. Gehbauer 1:14,02 SD., SRD.; 5. Storch 1:14,15 SD. MHI.; 6. Hofmann 1:16,34 SD. SRD.; 7. Wolf 1:17,47. SD. SRD.; 8. Lock 1:20,15 SD. MHI.; 9. Thon 1:22,09 Std. MHI. Mannschaftssieger: SRD. (Werner, Gehbauer, Hofmann); 2. MHI. (Deibel, Storch, Lock). Werbeturnen in Holzheim. Der Sportkreis Wetterau-Rord führte am Sonntag in Holzheim ein Bühnenturnen durch, bei dem die Kreisvorführungsgruppe zum erstenmal eingesetzt wurde. Rach der Begrüßung durch Vereinsführer Z e i ß , die den sehr zahlreich erschienenen Vereinskameraden und Gästen, der Vorführungsgruppe, Kreisfachwart D a u p e r t, Kreismänner- turnwart Reuter und Kreissportwart Heller galt, umriß Kreisfachwart Daupert Zweck und Ziel der Leibesübungen im Kriege. In flott durchgeführtem Wechsel zeigten dann die Turnerinnen Gymnastik, Keulenübungen, Barrenturnen und Tänze, die Turner Barren-, Reck- und Bodenturnen und fanden sehr beifallsfreudige und begeisterte Zuschauer in dem überfüllten Saal der Gastwirtschaft Sames. Besonders die hervorragenden Leistungen von Altmeister Reuter, Bettin und Helma Schmieder fanden reichen Beifall. Bekanntmachung. I. Auf die Abschnitte 4 bis 6 des Dezugsausweises können ohne Rücksicht auf die auf ihnen vermerkte Befristung ab sofort 2,5 kg Kartoffeln je Abschnitt, soweit vorhanden, bezogen werden. II. Die Kleinverteiler haben erstmals für die Woche mitwirkenden Mannergesangverein „Arion, der unter der Stabführung von Ehrenchormeister Nicolai (Großen-Buseck) vortrefflich geschulte Dolks- und Soldatenlieder zum Vortrag brachte, und sprach über die Segnungen der RSG. „Kraft durch Freude" für unser Volk. Den Dank für die Darbietungen des Abends erstattete Pg. Kehl als Beauftragter der Ortsgruppenleitung. Er schloß mit dem Gruß an den Führer und unsere Wehrmacht. Zwei Stunden Frohsinn beim Gauvanetezug. Der Gauvarietszug, in Gießen durch mehrere ausgezeichnete Gastspiele bereits rühmlich bekannt, zeigte gestern abend unter dem Stichwort „Zwei Stunden Frohsinn" auf Einladung der NSG. „Kraft durch Freude" im Gloria-Palast ein neues Programm, das geschickt und abwechslungsreich zusammengestellt war und das ausverkaufte Haus aufs beste unterhielt. B e l l i n g und Partnerin brachten in sehr sicherer Arbeit eine Reihe origineller Tricks mit ihrem altjapanischen Jongleur- Akt. B r o n 5 trieb erstaunliche Späße am schlappen Sell und brachte die Leute mit seinen komisch- ackrobatischen Episoden zum Lachen. Anneliese Barthel fand mit einem Step, einem volkstümlichen Kostümtanz und zum Schluß einem Cancan freundlichen Anklang. Mit einem exotischen Gesangsprogramm erfreute das mexikanische Duett Los Herrera Vega. Eine der artistisch gediegensten Nummern des ganzen Programms boten die akrobatischen Springer Drei Hugonis aus Italien: sehr leichte, schnelle und anmutige Arbeit mit einem weiblichen Partner als „Untermann". Elisabeth Endres zeigte eine eindrucksvoll gesteigerte Hohe Schule austdem Drahtseil; der Spagat ohne Schirm und sonstige Hilfsmittel war ein besonders schwieriger und gelungener Trick dieser hübschen Nummer. Ebenfalls aus Italien kommt das Ernea- T r i o , das unter dem Titel „Puppe oder Mensch?" eine Elastik-Szene mit verblüffenden Effekten vorführte. Adolf Schäfer begann mit einer Reihe unterhaltsamer illusionistischer Kunststücke und ergötzte seine Zuschauer außerdem mit allerlei drolligen Handschattenspielen. Soldo und Partner haben sich als Musik-Clowns eine vielseitige, hübsch und luftig kombinierte Szene ausgedacht, die allen Leuten ein Augen- und Ohrenschmaus war. Zuletzt erschien der „Lange E m i l" mit seinem Mima- tur-Zirkus: auch er begann mit Musik; dann führte er die beiden kleinsten Ponies auf dem Kontinent vor, die sich alsbalb als gelehrige Hunde entpuppten: ein reizender kleiner Drahthadrfox erwies sich zum Schluß als vollendeter Akrobat und sehr geschickter Partner seines überlebensgroßen Herrn und Meisters. Erna Ludewig (am Flügel) wirkte als taktsichere, zuverlässige Begleiterin. Das Publikum spendete wohlverdienten Beifall. Hans Thyriot. VS6 - Zweigverein (Hießen. Zur Aprilwanderung am Sonntag hatten sich 40 VHC.er eingefunden. Die Bai^n brachte die Wanderschar nach Lang-Göns, von wo aus die Richtung Pfahlgraben eingeschlagen wurde. Der blauen Kell- Markierung folgend ging es an dem hier noch sehr gut erhaltenen Psahlgraben entlang, bis auf die Höhe von Kirchgöns. Schöne Ausblicke ergaben sich nach dem Dünsberg, dem Stoppelberg und in die Taunusberge, dazwischen eingebettet im Sonnenschein die Dörfer unserer engeren Heimat. In Gam- ibach wurde bei einer guten Suppe Mittagsrast gehalten. Gestärkt und ausgeruht ging es dann durch die fruchtbaren Fluren der Wetterau nach Münzen- derg, dessen Wahrzeichen „bas Wetterauer Tintenfaß" schon lange sichtbar war. Bei der Besichtigung der rm 12. Jahrhundert von Kuno v. Hagen erbauten trutzigen Burg lauschte man dem Vortrag des Beschließers, der die Besucher in die längst vergangene Ritterzeit zurückversetzte. Weit hinaus schweifte der Mick in die Ebene und rings um die Burg Gut möbliertes Simmet an soliden Herrn bis zum 15. Juli zu vermietenol959 Löb erste. 19 n. |Wohnungstausch| Schöne MirMoiig gegen 4-Zim.WohBDng zu tauschen ges. Schristl Angeb. unter 1413D an den Gieß. Anz. richten. Das Ernährungsamt stellt auf Anforderung über die Zulaqemenge einen Bezugschein aus. Eine Kartoffelzulage von 1 kg pro Kopf und Woche erhalten vom gleichen Tage ab die Ge- meinschaftstager (auch von Kriegsgefangenen). Gießen, den 27. April 1942. Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen. Ernährungsamt Abt. B. Bekanntmachung. Apfelsinenverteilung Der Restbestand an Apfelsinen ist an Familien mit Kindern bis zu 3 Jahren gegen Abtrennung des Abschnitts 39 der Nährmittelkarte Nr. 35 mit etwa 100 g je Kind abzugeben. 1410V Gießen, den 27. 4.1942. Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen. Ernährungsamt Abt. B. vom 19. bis 25.4.1942 die bei ihnen eingegan- genen Abschnitte zu je 20 Stück, auf Bogen auf- geklebt, dem Ernährungsamt (Zimmer 4) zur Ausstellung von Bezugscheinen A einzureichen. Die ausgestellten Bezugscheine sind unverzüglich an die Großverteiler wellerzugeben. Die Gültigkeitsdauer der kartoffelmarken wird jeweils auf 2 Zuteilungsperioden erstreckt. Die Warken mit dem Ausdruck 35 haben daher neben den neuen Warten für die 36. Zuteilungsperiode auch in der 36. Zuteilungsperiode Gültigkeit. Die Warten mit dem Ausdruck 36 verlieren erst mit Ablauf der 37. Zuteilungsperiode I Verkäufe | Ein 4 Monate Schreibtisch evtl. Biiroscbreibt. z. kaufen gesucht. Schr. 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Es gelang chm, das verunglückte Kind, das vier Jahre alle Töchterchen des im vorigen Jahre auf dem Felde der Ehre im Osten gefallenen Wilhelm Z i m m e r von hier, gerade noch an einem Beinchen zu fassen und aus dem Wasser herauszuziehen. Das Kmd, das bereits bewußtlos war, konnte erst nach großer Mühewaltung wieder ins Leben zurückgerufen werden. Schweinemarkt in Butzbach. * Butzbach, 28. April. Auf dem heutigen Schweinemarkt waren 171 Ferkel aufgetrie- ben. Es kosteten 6 Wochen alte Ferkel 33 bis 35, 6 bis 8 Wochen alte 35 bis 40, 8 bis 10 Wochen alte 40 bis 45 RM. pro Stück. Das Geschäft verlief flott, der Markt wurde geräumt. Schweinemarkt in Alsfeld. * Alsfeld, 27. April. Der heutige Schweinemarkt war mit 172 Ferkeln beschickt. Es kosteten 6 bis 7 Wochen alle Ferkel 40 bis 45 RM., 7 bis 8 Wochen alte Tiere 60 bis 65 RM. das Stück. Der Handel verlief flott, es verblieb geringer Ueberftand. Landkreis Gießen. $ Steinbach, 28. April. Morgen, 29. Aprll, feiern die Eheleute Johannes Arnold, Zimmermann, und Marie, geb. Größer, das Fest der silbernen Hochzeit. Unsere besten Glückwünsche! «AGroßen-Linden, 27. April. Das Reichsbahn - Kameradfchaftswer^k Großen- Linden und Umgegend hielt am ^onntagnachmit- lag feine Jahreshauptversammlung in Großen-Lin- den ab. Nachdem die zahlreich erschienenen Berufskameraden die Reichstagsrede des Führers angehört hatten, gab der Vorsitzende, Reichsbahn-Obersekretär S p e h r e r, Leihgestern, den Jahresbericht für das abgelaufene 18. Geschäftsjahr bekannt. Die Mitglie- derzahl hat sich gegen das Vorjahr nicht verändert. Der Verstorbenen und der im Kriege Gefallenen wurde in der üblichen Weife gedacht. Der Kassenbericht, von Berufskameraden Keßler vorgetragen, zeigt geordnete Verhältnisse, Dem Winterhilfswerk konnte wiederum ein Betrag von 50 RM. zugewendet, weiterhin für die Errichtung einer Kinderheimstätte ein größerer Betrag zur Verfügung gestellt werden. Nachdem noch der Voranschlag für das kommende Jahr genehmigt war, wurde die Versammlung vom Vorsitzenden mit dem Gruß an den Führer geschlossen. Heizung rechtzeitig einstellen. Die Reichsstelle für Kohle gibt bekannt: Beim Einsetzen frühlingshaften Wetters muß die Beheizung rechtzeitig eingestellt werden. Jeder Tag, an dem nicht geheizt wird, bringt eine Ersparnis von vielen Tausenden von Tonnen Kohle. Wer seinen Kohlenverbrauch herunterdrückt, ist ein Helfer am Siege. Hausbrandverbraucher, die die Brennstofszuteilung für das Kohlenwirtschaftsjahr 1942/43 (1.4.1942 bis 31.3.1943) jetzt möglichst wenig angreifen, treiben im übrigen eine verständige Vorratswirtschaft für den nächsten Winter. Derduvkelungszett: 28. April von 21.42 bis 5.26 Uhr. Hauptichriftleiter^Tr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter be« Hauptjchriftleilers: Ernst Blumlchcin. Verantwortlich für Politik und Bilder: Dr. Fr^ W. Lange: für bas fieutüeton: Dr. Hans Thyriot; für Stadl Gienen, Provinz, Wirtschaft und Svort: Ernst B:um>chein. Truck und Beriag: BrühUche Univeriitätsdructerer R. Lange K. G. Berlagsieiter: Tr.-Jng. Erich Hamann: Anzeigenleiter: Hans Beck. Anzcigenpreisliste Nr. 6. Karl Reinhard 24. April 1942 Die Geburt ihres zweiten Kindes zeigen in großer Dankbarkeit hocherfreut an Karl Zeiß, Pfarrer z. Z. bei der Wehrmacht Dore Zeiß, geb. Lehmann Bad Kösen, Rudelsburgpromenade 7 z. Z. Naumburg (Saale) Städt. Krankenhaus. Privat'Station Dr. Meumann S 1415D/-