Samstag, 28. /Sonntag, 29. Mär; 1942 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/» Uhr desVormittagS Anzeigen-Preise: Anzeigenteil 7 9h)f. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Textteil 50 Rvf. je mm bei 70 mm Zeilenbrette Nachlässe: Wiederholung Malstaffell AbschlüsseMengenstaffelS Vlabvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25"/»mehr ,92. Jahrgang Nr. 74 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat imBild DieScholle Bezugspreis: Monatlich.....RM.1.80 Zustellgebühr... ,, -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvrechanschluh 2251 Drahtanschrift: „Anzeiger"^ Postscheck 11686 Franks./ M. Gießener Anzeiger ,...^:^...7Genera!-Anzeiger siir Oberhessen Indien Stockholm, 24. März. In der Dritten Republik pflegte man die Frage, Japans Flotte im Golf von Bengalen in Nord-Burma Derbrilische ImperialismusIndiens einziger Feind Ein offener Brief Gubhas Ehandra Boses an Cripps London traf und das Vergnügen hatte. Sie kennen- Staatsrninisters und ständigen ,----- Krieaskabinetts für den mittleren Osten übernahm und allmählich eine Art Vnekönig dieses zweitwich- tigsten britischen Herrschaftsgebietes nm.nbe, ließ schon eine volitische Laufbahn aroßen Ausmaßes vermuten. Seine Ernennung zum P r o b u k tions- Minister und mit Vollmachten» wie sie bisher noch kein anderer Minister in England gehabt hat, bestätigt diese Vermutung und wacht Lyttelton zu e'nem der ersten Anwärter auf die höchste politische Würde seines Landes — wenn er das Format da- Office sitzen Richard Law, dessen Vater Donar Law zwischen Baldour und Baldwin dle konservativen führte. Im Kriegsministerium hat Duncan Sandys, der Schwiegersohn Churchills, Unterkunft gefunden. Der Sohn Lloyd Georges sitzt im Ernährungsministerium. Lord Cran- borne, der Enkel des großen Salisbury, hat es sogar bis zum Kolonialminister gebracht, aber nicht einer von ihnen allen hat bisher Anzeichen dafür verraten, daß er berufen oder fähig fei, rnitzuwir- ken an dem Umbau des britischen Reiches und seiner Führung in Westminster, dessen Dringlichkeit angesichts der militärischen Katastrophen in Europa und Ostasien den erwachenden Völkern im Empire und zu Hause nicht mehr verborgen werden kann. Wahlniederlage der Konservativen. Stockholm, 27. März. (DRB.) Bei den Ersatzwahlen im Wahlkreis Grantham Lincolnshire erlitt der Kandidat Churchills eine Niederlage, da der unabhängige KandidatKendall einen Vorsprung von 367 Stimmen über den Re- gierungskandid-aten erzielte. Dazu stellt der Londoner Korrespondent von „Stockholms Tidmngen fest, daß dieses Wahlergebnis kennzeichnend für den allgemeinen Umbruch der öffentlichen Meinung m England fei, die durch den Ein tritt von Cripps in die Regierung ihr Gepräge erhielt. Das Vertrauen zu der Konservativen Partei sei untergraben. — Der Londoner Korrespondent von „Svenska Dagbladet" bezeichnet die Wahlniederlage Churchills als eine deutliche Warnung an die Tokio, 27. März. (Europapreß.) Große Bedeutung mißt man dem Eintreffen japanischer Flotteneinheiten im Hafen von Rangun bei. Die Kriegsschiffe, welche am 24. März vor der Mun- wurde, ist von japanischen Flugzeugen in Benutzung genommen worden. Die Japaner sind damit m der Lage, in nur einstündigem Fluge das Erdöl gebt et von Pagan und Singu zu erreichen. Auch die altburmesische Hauptstadt Mandalay liegt im unmittelbaren Angriffsbereich der japanischen Kampfflugzeuge. Begrabene Illusionen. Begründete Skepsis in den USA. Genf, 27. März. (DNB.) In der ersten Märzhälfte, so schreibt die amerikanische Zeitschrift „Time", sel bei den Alliierten die Illusion zu Grabe getragen worden daß die USA. und Großbritannien mit ihrer Macht bis zum siegreichen Ausgang des Krieges haushalten könnten. Angesichts der Tatsachen, daß die Deutschen trotz ständiger und schwerer Angriffe der Sowjets und des strengen Winters die Ostfront hielten und Japan den südwestlichen Pazifik völlig abriegelte, seien die Alliierten gezwungen worden, die bittere Pille der Erkenntnis zu schlucken, daß man auf ihrer Seite den Krieg auch verlieren könne. Aus London werde berichtet, daß die Sowjets aus Furcht vor kommenden Ereignissen ihre Verbündeten aufgefordert hätten, schnellstens eine zweite Front im Westen zu ihrer Entlastung zu schaffen. Aber alle Überlegungen liefen immer wieder auf die Erkenntnis hinaus, daß man für ein offensiveres Vorgehen noch nicht genügend vorbereitet sei. Dennoch erkenne man die Notwendigkeit, in diesem Frühjahr irgend etwas zur Entlastung der Sowjets zu unternehmen. Die militärische Lage sei also die, daß die Achsenmächte den Krieg gewinnen könnten, wahrend die Alliierten sich immer noch auf die eigentliche Kriegführung vorbereiteten. au hat. Gerade das aber ist schwer zu sagen, da er politisch bisher ein unbeschriebenes Blatt war. Die fvr= kirnst könnte nach bisherigen Maßstäben nicht besser sein. Die Lytteltons sind seit Jahrhunderten an der Führung Englands beteiligt gewesen. Olivers Vater Alfred war um die Iabchundert^mde einer der glänzendsten politischen Köpft in Westmmster, und nur ein früher Tod versagte ihm das höchste Amt Der Großvater war mit Gladstone verschwägert und । auf der mütterlichen Seite hieß der Großvater Ar-1 Das Minorttaten-Probl.m ist — es findet sich überall in der Welt. Wenn britische Politiker wirklich an Demokratie glauben, warum wenden sie dann nicht das demokratische Rezept auf Indien an und lösen dadurch das indische Problem. Britische Politiker und die britische Propaganda- maschine haben uns seit 1939 unaufhörlich gepredigt, daß die Achsenmächte Indien bedrohten, und jetzt erzählt man uns sogar, daß Indien durch einen feindlichen Einmarsch bedroht wird. Ist das nicht reine Heuchelei? Indien hat keine Feinde außerhalb seiner Grenzen. Indiens einziger Feind ist der britische Imperialismus, und der einzige Angriff, gegen den Indien antreten muß ist der ewige Angriff des britischen Imperialismus. Die Dreierpaktmächte haben für das indische Volk und sein Streben nach Freiheit nur Sympathie und Der. ständnis. Ich bin überzeugt, daß, wenn Indien nicht an Englands Krieg teilnimmt, auch nicht die geringste Möglichkeit für einen Angriff auf Indien durch eine der Dreierpaktmächte besteht. Und wenn Sie auch nur die geringste Sympathie für das indische Volk empfinden und ihm die Schrecken ^moderner Kriegführung ersparen wollen, dann möchte ich Sie bitten, dafür zu sorgen, daß Englands Militärbasis von Indien entfernt wird und die Ausnutzung meines Landes für Ihren imperialistischen Krieg aufhört. Ich muß Sie in bleiern Zusammenhang daran erinnern, daß seit zwei Jahren die britische Regierung sich bewußt bemüht hat, andere Staaten zum Kriegseintritt zu bewegen. Diese Staaten haben Englands Schlachten geschlagen, jedesmal aber sind sie verraten und allein in ihrem Unglück gelassen worden. Nur das arme indische Volk wird leiden, wenn seine Städte und Dörfer durch die fliehende brittsche Armee angezündet werden. Der Ministerpräsident von Japan hat unzwei- deuttg zum Ausdruck gebracht, daß die feste Politik seiner Regierung die eines unabhängigen Indiens sei. Darf ich Sie und Ihre Regierung bitten, die Formulierung der japanischen Regierung, thur Balfour. Es ist fast unbegreiflich, daß Sohn blik trneate man Die itraae |Uni> Enkel bis zum 47. Lebensjahr der Politik fern- 70iäbriaen männnn Wri blieben. Vielelicht wird ihm gerade seine Partello,ig- 7viayrigen Mannern regier-1 .f bejm $o(t cine Empfehlung und Stutze jem. Mag also Lyttelton immerhin das Zeug zum Neue Männer oder junge Leute? Von unserem Dr. L.-Korrespondenten. daß die Geschichte der englischen Herrschaft in In- dien nur eine Kette von gebrochenen Verträgen und nicht erfüllten Derspre- chungen ist? Was dazu noch alle patnottschen Inder vor den Kopf gestoßen hat, ist, daß Sie beabsichtigen, in Indien mit allen möglichen Parteien zu verhandeln, und zwar gleichgültig ob sie wirklich Vertreter der Massen ober lediglich Organisationen ohne irgendwelchen Anhang sind. Sie wenigstens sollten wissen, daß einige dieser Parteien bisher durch die britischen Politiker lediglich g e g e n den Kongreß ausgespielt worden sind um seinen Einfluß und seine Bedeutung herabzusetzen. Ebenso erstaunlich ist es, wenn Sie den Fürsten versichern wollen, daß sie von den kommenden Änderungen nichts zu fürchten haben werden Seit Anfang dieses Krieges haben britische Politiker laut und vernehmlich von Freiheit und Demokratie gesprochen. Ebenso haben sie schlaflose Nachte über das Schicksal der indischen Minoritäten verbracht 1 Das Minoritäten-Problem tft nicht speziell indisch Schanghai, 27. März. (Europapreß.) InNord- Burma zeichnen sich bereits die Erfolge der seit Wochen eingeleiteten Zangenbewegungen der japanischen Streitkräfte ab. Der wichtige Bahnknotenpunkt auf der Strecke nach Mandalay, die Stadt Tungu, ist bereits von allen Seiten von starten japanischen Kräften umzingelt. Seit 36 Stunden wird ein tief ausgebautes und von britischen und tschungking-chi- nesischen 'Truppen besetztes Verteidigunassystem heftig von den Japanern angegriffen. Die alliierten Verteidigungsstellen sind wiederholt von un-unter- brachen aufeinanderfolgenden Wellen japanischer Bombenflugzeuge im Diefflug angegriffen worden. Der Einbruch Japans in die Welt des Indischen Ozeans, den man in England bislang gerne als einen britischen Binnensee betrachtet hat, hat in London der Meinung zum Siege verholfen, daß angesichts der schweren Niederlagen, die Englands Waffen und Englands Prestige im bisherigen Verlauf des Ostafientrieges bauen getragen haben und angesichts der beispiellosen Mißstände, die dabei sowohl in der britischen Kolonialverwaltung wie in Organisation, Ausrüstung und Führung der bri- tislyen Wehrmacht in Ostasien zutage getreten sind, nun endlich allen Ernstes etwas geschehen müsse, um gleichsam in letzter Minute die Verteidigung des Britischen Empire, dessen Kern nach wie vor Indien ist, auf einen der Größe der Gefahr ent- prechenden Stand zu bringen. Daß dies nicht ohne )ie Mitwirkung des indischen Volkes möglich ist oder zumindest wenigstens äußerst erschwert würde, haben einige Leute in London auch schon immerhin begriffen und sie haben es gegen die sturen Imperialisten durchge'setzt, daß man für einen Augenblick die Peitsche aus der Hand legt und es wieder einmal mit dem Zuckerbrot versucht, bas ja schon im ersten Weltkrieg so gute Dienste geleistet hat. Im Ziel der Aufrechterhaltung der britischen Herr- schäft über Indien bleibt man sich dabei völlig einig, nur die Methode wechselt nach den Umständen, und heute, wo den Engländern bas Wasser bis zum Halse steht, empfiehlt es sich, schmiegsamere und beweglichere Leute als Churchill ober den Indienminister Arnery, der zwar in Indien geboren ist, trotzdem aber mit Konsequenz den Standpunkt des Herrn im Hause verficht, in den Vordergrund zu rücken. Daraus resulttert der Auftrag an Stamford Cripps, den Versuch zu machen, Indien in die ReichsVerteidigung einzuspannen und dafür die ungeheuren Menschenreserven des volkreichsten Landes der Erde mit seinen gewaltigen wirtschaftlichen Kräften mobil zu machen, ohne dem indischen Volk als Gegenleistung für bas von ihnen wiederum geforderte Opfer an Gut und Blut mehr zu bieten als vage Versprechungen für die Zeit nach dem Kriege. Der indische Nationalismus hat die Beteiligung Indiens am Kriege abgelehnt und gegen bis Verwendung indischer Truppen außerhalb des Landes schon 5U Beginn des Krieges protestiert. Dis außerordentlich zahlreichen Inder im Ausland haben durch ben' Nebel der britischen Propaganda dis Zeichen der Brüchigkeit der britischen Weltherrschaft erkannt und viele haben begriffen, daß jetzt für ihr Volk die Stunde der Entscheidung naht, ob es sich stark und einig genug fühlt, das britischr Joch ab* zu schütteln. Der unerhörte Siegeszug der japanischen Waffen, der die asiatische Großmacht an die Schwelle des Indischen Ozeans geführt hat, hat ttotz der Der- schleierungstakttk der britischen Zensur in Indien einen starken Eindruck hinterlassen und nicht minder das von bitterer Not diktierte Bündnis Großbri« tanniens mit Rußland, das man länger als ein halbes Jahrhundert hindurch in London als den schärfsten Rivalen im Mittleren Osten und Todfeind der britischen Herrschaft in Indien betrachtet hat* dem man jetzt jedoch in äußerster Bedrängnis beit Weg zum Persischen Golf und damit in die Flanke Indiens freigeben muß. Man darf also wohl annehmen, daß zumindest die politischen Führer des indischen Volkes und große Teile seiner Intelligenz ttotz der hermetischen Absperrung des Landes die äußerst prekäre Situation Englands durchschauen, aus der heraus man sich in London entschlossen hat, Stafford Cripps nach Neu-Delhi, der Residenz des Dizekönigs und dem Sitz der Zenttalbehörden, zu! falls ihre Partei, aber kaum ihr überdurchschnitt- Regierung, liches Können dorthin verholfen hat. Im Foreign warum Frankreich von werde, etwas spöttisch damit zu beantworten, daß die 80jährigen zu alt seien. In England haben zwar i Mann" ^besitzen, so finden wir im übrigen von jeher nur wenige Staatsmänner das 8. W junae ßeuteJ Der äl efte von ihnen, Lle- Zehnt ihres Lebens vollendet, aber »m übrigen ist I nur 5 „junge ^eure. ^er^ a^i ^^tian und hat Dort die Zahl der Jahre niemals als die polittfch ihm unter Churchill Karriere gemacht. Aber Tätigkeit hindernd oder fordernd empfunden war- 'L^nn Llewelltts Werdegang ist so vor- ben. Die Berechtigung zur Führung des Onates * a[3 Beispiel stehen wurde dort durch die Herkunft erworben, ^.^DemSchulbesuchin Eton urib Studium in Wer das Glück hatte, im Schloß oder Gutshaus ^cyuwe,ucy in geboren zu sein, konnte, wie Pitt, mit 24 Jahren I N^f^ die Führung der Regierung errmgen und konn lg2g j. . 36^^ sich ins Unterhaus wählen sie, wie Salisbury, noch mit über 70 3af)ren be durchlief dort die Regierungsposten vom Pri- haupten. Daneben gab es bie roemgen begabten natrefrct$ Jinc5 Ministers über ein Amt in der Ausnahmen, burd) beren berethDtmge tonferDatiDen Fraktion zum Sekretär in verschie- und Aufnahme tn die eigenen Reihen die bntifch . Ministerien bis er schließlich unter Churchill Aristokratie revolutionären Erploswnen vor^ I ^L^Xr ^ und kürzlich den wichtigen beugen verstand. Waren dieseAußensetter abe^^ des Ministers für Flugzeugproduktion er- mal anerkannt, so konnten sie, wie der -aude ß Manche Leute sagen ihm eine größere Zukunft jamm Disraeti oder Ramsay Macdonald, bis tn D£)r(^U5 er &en veränderten Verhältnissen ge» hohe Alter hinein an der Führung ^ünchmen , ochsen ist, kann allein die Zukunft lehren. Dieses System der a r l st 0 k r a t l s ch e n D 11 9 ~ übriaen sieht man heute auf den Posten der a r ch i e ließ die Staatsmaschine nahezu reibung - Hnterrtaat5fefretQre un& parlamentarischen Sekre- io, lausen solang- dl- d-n°n allein ihre Abkunft, allen- nerahon für Generation eme beträchtliche Anzahl | snnrt»; nh^r fnitm ihr überdurchschnittpolitisch begabter Männer hervorbrachten. In der Unaufhörlichkeit des guten Durch- schnitts lag das Geheimnis der Macht der englischen Aristokratie begründet. Als aus Ursachen, deren Aufzählung und Untersuchung hier nicht möglich ist, nicht nur die Zahl der aristokratischen Familien kleiner wurde, sondern auch ihr Nach- w u ch s an Zahl und Güte abnahm, mußte dadurch die ganze politische Verfassung Englands erschüttert werden. Diese Entwicklung wurde beschleunigt durch ----7_ .... ben vorigen Weltkrieg, der unter den Söhnen der &ung des Jrawadi eintrafen und, nachdem ote eng« führenden Familien blutige Ernte hielt. Es waren [i^en Minen aus dem Fahrwasser entfernt waren, keineswegs immer die Besten, die in die Heimat am 25. in den Hafen von Rangun einhefen, haben zurückkehrten, um dort nun die Führung bes am 23. an ben ß ani) un gs 0p er a ti 0n en auf Empire zu übernehmen oder sich darauf vorzube- ben Andamanen teilgenommen. Ihre Ankunft reiten. in Rangun bedeutet, daß dieser wichtige Hafen Der Mangel an politischem Nachwuchs wurde nunmehr als Basis für bie japanischen schon viele Jahre vor diesem Kriege in England sehr Seekriegsunternehmungen im Jn- schmerzlich empfunden. Die vergleichsweise ruhigen bischen Ozean in Betrieb genommen worden Verhältnisse und vor allem das Vorhandensein der -st. Sie zeigt zugleich eine Verschärfung der japa- Parteien, deren Organisation über manche Lücke mischen Kontrolle über den Golf von Bengalen an hinwegzutäuschen vermochten, ließen die gähnende unb macht die Bedrohung Britisch-Jndiens noch Leere im Rücken der Regierungen weniger schrecklich ernster. erscheinen. Jetzt aber, da die Parteien im (Sturm des Krieges mehr und mehr zerbröckeln, da den namenlosen Parlamentariern in Westminster die Stütze der mächtigen Organisation bei den Konservativen oder der starren Doktrin bei der Arbeiterpartei entgleitet, hält man in dem Walde der Ta- lentlofigteit vergeblich Ausschau nach jungen Dne- ' ben, die, wenn die alten Stämme stürzen, das Leben weitertragen könnten in eine ferne und unbekannte Zukunft. Wenn daher seit Kriegsausbruch den beiden Premierministern Neville Chamberlain und Churchill, die sonst so wenig Gememsames haben, der gleiche Vorwurf gemacht wurde, daß sie ihre Kabinette niemals umbildeten, sondern nur die Plätze vertauschten, so war das zwar richtig, beruhte aber nicht nur auf dem Eigensinn der Premiers, sondern auch auf dem M angel an neuen .... —,,—n - u-o ,, Kräften. Immer wieder wird Churchill heute ^er Flugplatz, ungefähr 12 Kilometer nördlich der vorgehalten er solle frisches Blut ins Kabinett brm= Stadt, der von japanischen Truppen genommen gen, aber das englische Blut ist alt geworden, und ................ die neuen Männer, nach denen die Oeffentlichkeit---- „Indien für die Inder", ohne Hintergedanken an* zunehmen unb unmittelbar in die Wirklichkeit um* zusetzen? Das heißt, indem der letzte Engländer Indien sofort verläßt. Das wäre der einzige gültige Maßstab für Ihre Aufrichtigkeit. Indien ist fest entschlossen, sich feine Freiheit mit allen Mitteln zu erkämpfen. Das indische Volk weiß heute, daß die schwarze Nacht der Sklaverei vorüber und die Dämmerung der Freiheit angebrochen ist." „Oberster Ehef aller Inder Ostasiens." B a n g k 0 k, 27. März. (DNB.) Der Generalsekretär der indischen Unabhängigkeitsliga in Bangkok machte Mitteilung von einem Treffen von Führern der indischen Unabhängigkeitsbewegung, bei dem Subhas Chandra Bose zum obersten Führer bet indischen Unabhängigkeitsliga unb der reten indischen Armee gewählt wurde. Zu einem Stellvertreter wurde der Führer der inbi- chen Unabhängigkeitsbewegung in Japan, Rash B e ha r i Bose, bestimmt. Das Treffen fand am 9. März in Singapur statt. Es nahmen daran u. a. teil der Präsident der indischen Unabhängigkeitsliga in Thailand, Pritam Sinah, Vertreter der indischen Unabhängigkeitsliga aus Malaya, der Befehlshaber der freien indischen Armee, Mohan Singh, und der Präsident des indischen Nationalrates in Thailand, Swami Satyananda Puri. Die Delegierten reiften bann nach Tokio, wo am 28. unb 29. März eine Konferenz aller Führer der Inder in Ostasien über Mittel und Wege zur Sichermig der indischen Unabhängigkeit beraten wild Gestützt auf bas Inder-Treffen in Singapur schlagen der Arbeitsausschuß her indischen Unabhängigfensliga in Bangkok und der indische Nationalrat in Thailand die Wahl Subhas Chandra Boses zum „obersten Chef aller Inder in Ostasien und der. Bewegung zur Befreiung Indiens" vor. Die tailanbi- schen Inder haben Subhas Chandra Bose bereits Treue gelobt ruft, sind schwer zu finden. Immerhin bedeutet die letzte Umbildung des britischen Kabinetts m e h r als nur ein Vertauschen der Plätze. Der Wind schlägt um in Westminster Die alten Bauten zittern im Sturm der kriegerischen Gegenwart, und man versucht, Männer zu finden, die mit der Erfahrung vergangener Geschlechter d,e Forderungen der neuen Zeit erfüllen und den Um- Berlin, 27. März. (DNB.) Der indische Natio- bau einleiten können, ehe die Mauern einsturzen „olistenführer Subhas Chandra Bose hat sich mit und alles unter sich begraben. Wem aber legt Das offenen Brief an Cripps gewandt. Schicksal diese Aufgabe auf die Schultern? Sind es bem Pries, der über einen ungenannten Sender neue Männer ober nur „junge Heute , wie ^öffentlicht wurde, sagt Bose u. a.: Indien wird man in Westminster die nächste Generationzu nen- n-unials vergessen, daß eine Lab 0 ur - Re g i e - . nen pflegte, selbst wenn diese schon ben Fünfzigern r u n g dafür verantwortlich war, daß ungefähr entgegengingen? . . _x... 100000 Männer und Frauen in bie Gefängnisse Im neuen Kriegskaibmett gibt es nur zwei Man- sonderten, daß im ganzen Lande unbewaffnete ner, die erst jetzt in den Vordergrund getreten sind. unt) ^rauen mit Gummiknüppeln usw. Stafford Cripps und Sir Olwer «Yttelkon. wurden, daß wie in Pesbawar auf un° Crivvs ist heute bereits so bekannt daß eine nähere bei£af;nete Menschenmengen geschossen, daß Hau- Beschreibung sich erübrigt. Anders steht es mit verbrannt und Frauen vergewaltigt wurden wie ielton, der, bis vor zwei Rohren außerhalb Cng= Dörfern von Bengalen. Sie waren feiner- lands, höchstens einigen Wirtschaftlern als einer der jmrner der schärfste Kritiker der La- führenden britischen Schwerindustrielleg bekannt M r martn a{9 ich Sie im Januar 1938 in war Ais Churchill ihn im Mai ^um Hand^s- ^ndon traf unb das Vergnügen hatte. Sie kennen- minister machte, glaubten die meisten, daß ßnttel- c^ute aber scheinen Sie ein v oll kam- ton als Fachmann in die Regierung gekommen ,ei nn^er er Mann zu sein. Sie möchten und nicht als Politiker. Seme Uebersiedftmg n ach . einwenden, daß Sie England und Indien Kairo, wo er den neu aef dürfen er, poften Einander aussöhnen wollten. Wissen Sie nicht, Stnntsmmisters und ständigen Verttet.rs des »nnriffhon Af’rrfrhaft tn In» La Valetta sowie in her 2H o r f a - S c i t o c c o- I >1 der Gi: be l u u Id ner trn frei der 1 tret ra nar M Han! und N über kni auf ften M < X de° («Ü eine Hampden! Wir pirschen uns in Schußposition heran. Jetzt reißt Oberfeldwebel Gildner das Fsug- zeug hoch. Der Tommy kommt ins Visier — ein Druck, alle Waffen speien eine glühende Garbe. Wir drücken weg, und da brüllt's schon aus allen Mündern: Er brennt! In fünfhundert Meter Entfernung fällt der Engländer als glühender Ball uni) verzischt in den Fluten der Nordsee. Peshawar als Hauptstadt einen dem britischen Parlament verantwortlichen Gouverneur, einen von ihm ernannten ausführenden Rat, in dem auch Inder sitzen, und ein nach sehr vorsichtig abgestuftem Wahlrecht gewähltes und nur sehr beschränkt be- wegungsfähiges Provinzialparlament. Fünf andere Provinzen, die noch nicht der Selbstverwaltung selbst in den sehr eng gezogenen Grenzen für würdig befunden werden, unterstehen einem britischen Fre N 3oi gab ItlQi Bucht mit besonderem Erfolg fort. Bomben schweren Kalibers trafen einenkreuzer und fünf große Handelsschiffe, von denen vier in Brand gerieten. Weitere Bombentreffer wurden in Oeltanklagern. Docks, Kasernen und Alakstellungen erzielt. Im Mittelmeer verfolgte ein deutsches Un- terseeboot den britischen Geleitzug, aus dem — wie im gestrigen Wehrmachtbericht gemeldet — bereits ein Zerstörer und ein Dampfer herausgeschossen wurden und versenkte durch Torpedotreffer einen Tanker von 4000 BRT. 3m Kampf gegen die britische Insel belegte die Luftwaffe in der letzten Nacht militärische Anlagen des wichtigen Schiffsbauplahes Sunderland und einen Hafen an der Humber-Mün- d u n g erfolgreich mit Bomben. Ostwärts von Island griff e|n Unterseeboot ein feindliches Handelsschiff von 1500 BRT. an, das von einem Bewacher und zwei Unterseebootsjägern gesichert war, und versenkte alle vier Fahrzeuge. Bei Angriffen schwächerer Kräfte der britischen Luftwaffe in der letzten Nacht auf Westdeutschland erlitt der Feind hohe Verluste. Nachtjäger und Flakartillerie schossen 16 d e r a n - greifenden Bomber ab, vier weitere britische Flugzeuge wurden bei Tage an der französischen Westküste zum Absturz gebracht. Oberfeldwebel Gildner errang seinen 26. bis 28. und Oberleutnant zu Lippe-Weißenfeld seinen 18. bis 21. Nachljagdsieg. Ein Nachljagdver- ' band unter der Führung von Generalleutnant jftamm6u6cr erzielte in der letzten Nacht seinen | 500. Abschuß. fläu|ei drln - Stärkere Sowjetkräfie nordostwärts Taganrog aus ihre Ausgangsstellungen zurülkgeworsen. MC bie als rch Au MC tun arb nich Am der Cxe den des eint die den W 1 fr tie/" stBS Preis- Sejüh M Ä- ‘ nut: von“ hjM'i Ahleü Der Wehrmachtbericht. DNB. AusdemFührerhauptquartier, 27. März. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Auf der Halbinsel Kertsch schlugen deutsche und rumänische Truppen in mehreren wellen vorgetragene Angriffe des Feindes ab und vernichteten dabei zwölf Panzer. Nordostwärts Taganrog wurden starke Kräfte der Sowjets im Gegenangriff unter schweren Verlusten auf ihre Ausgangsstellung zurückgeworfen. An mehreren Stellen des mittleren und nördlichen Frontabschnittes hatte der Feind bei der Wiederholung seiner erfolglosen Angriffe ebenfalls hohe Verluste. Eigene örtliche Angriffe führten zu weiteren Erfolgen. Die L u f t w a f f e zerschlug Panzeransammlungen des Feindes auf der Halbinsel Kertsch und zerstörte allein im mittleren Frontabschnitt 19 Transportzüge der Sowjets. Die rheinisch-westfälische 25 3. Infanteriedivision hat in wochenlangen härtesten Abwehrkämpfen 120 zum Teil von Panzern unterstützte Angriffe des Feindes zurückgeschlagen und die Masse mehrerer sowjelischer Divisionen vernichtet. In Nordafrika wurde bei Luftangriffen auf den Hafen von Tobruk ein Handelsschiff mittlerer Größe beschädigt. Die Wüstenbahn in Nordägypten wurde in der vergangenen Nacht durch Bombenvolltreffer an mehreren Stellen unterbrochen und hierbei ein britischer Transportzug vernichtet. Auf Malta setzten deutsche kampffliegerkräfte die Angriffe auf feindliche Schiffe im Hafen von itianix ftänbi er W der e1 zieh" er do aekW tert? und i leit d W MW We ders! den j deutsc ftänbi geinic jrnige ander verirr Das! in de |4“l M Merkreuziräger Gildner aus Aachtjagd Von Kriegsberichter Heinz Boback. Oberfeldwebel Gildner, der seinen 26. bis 28. Nachtsieg errang, und Generalleutnant Kamm- Hub e r, dessen Verband in der letzten Nacht seinen 500. Abschuß erzielte. (PK.-Aufnahme: Kriegsberichter Wellendorf. jSch.j) schnallt. Befehl zum Starten — die Motoren springen an, und schon zieht Oberfeldwebel Gildner hoch. Die Erde fällt schwarz von unseren Augen ab. Der Mond macht wunderliche Kapriolen. Wir gehen auf befohlenen Kurs und suchen höhe. Eine gute StuiDe kreuzen wir herum über Festland und Meer, kein Tommy will sich finden lassen. Wir tauschen durch die Eigenverständigung unser Mißfallen aus. Da, da! Steil über uns ein Schatten. Der Tommy! Wir setzen uns hinter ihn. Deutlich auszumachen: jedes andere islamische Land und die indischen Mohammedaner die Verbindung mit der islamischen Kultur aufrechterhielten, ja in ihrem Zusammenleben mit einer überwältigenden Hindu-Mehrheit Rückhalt an der all-islamischen Gemeinschaft suchten. Es ist daher nur natürlich, daß in der sorgsam ausgeklügelten Regierungspraxis der Engländer dies Verhältnis zwischen Hindus und Mohammedanern ein wichtiger Ansatzpunkt ist, um durch künstliches Schüren der Gegensätze eine Einigung des indischen Volkes zu verhindern und die eigene Herrschaft aufrechtzuerhalten. So werden nach Versicherung indischer Nationalistenführer Hindus und Mohammedaner durch erlogene Schauergeschichten von Agenten bes Secret Service aufgehetzt und zu blutigen Zusammenstößen getrieben, oei denen dann die Engländer als Friedensstifter auftreten. Wenn den Mohammedanern won England gern politische Vorrechte eingeräumt werden, so vertieft das naturgemäß den bestehenden Gegensatz zu den Hindus, womit die Engländer dann ihren Zweck erreicht haben. Auch dem oben schon erwähnten Kastenwesen, das von englischen Politikern gerne als schwerstes Hindernis für eine nationale Einigung Indiens hinge- ftellt wird, schreiben indische Nntionalistenfühn-r ebenso wenig hemmende Wirkung zu wie der Stellung der Parias. Der Inder sei seiner Natur nach viel zu duldsam, als daß diese in der religiösen und geschichtlichen Entwicklung des Landes begründeten Eigenarten wesentliche Trennungsmomente abgäben, wie es die Engländer in ihrer Propaganda immer wieder behaupteten. Einsichtige Hindus arbeiten feit langem an dem Abbau solcher Gegensätze, es ist ja auch bei uns bekannt geworden, wie sehr sich gerade Gandhi für eine soziale Hebung der Parias eingesetzt hat, denen die Briten wie einst den Mohammedanern ein eigenes Wahlrecht für eine gesonderte Volksvertretung geben wollten, um auch diesen Gegensatz zu verewigen. ■fllW ■ H—■ । ■■■q——■ terstehen die meisten dem Vizekönig direkt, andere den Provinzialgouverneuren. Fast 40 v. h. der Bodenfläche Indiens mit freilich nur 81 von 352 Millionen Einwohnern entfallen auf diese Fürsten« taaten, 562 an der Zahl, von denen die größten wie Hyderabad oder Kaschmir so groß wie Großbritannien sind, die kleinsten jedoch nur wenige Hektar umfassen. Kaum zwei haben die gleiche staatsrechtliche Lage, sie ergibt sich aus den Schutzver» trägen und sonstigen Abmachungen, die sie zu ganz verschiedenen Zeiten und unter ganz verschiedenen Umständen mit der Ostindischen Kompanie oder ihrer Nachfolgerin, der britischen Krone, geschlossen haben. Die Regierungsform ist meist die unverfälschter mittelalterlicher Despotie, was nicht hindert, daß einige der bedeutendsten ausgezeichnet regiert werden und in kultureller Hinsicht fortschrittlicher sind als manche Provinzen Britisch-Jndiens. Ueberall sorgen „Berater" als Kontrollorgane der Zentralregierung für Wahrung der britischen Interessen. Die britische Herrschaft hat sich in den Fürsten ein zuverlässiges Gegengewicht zu der indischen Freiheitsbewegung erzogen, denn von ihrem Sieg haben sie zumindest starke Beschneidung ihrer Rechte zu erwarten, während die Briten ihnen die Sicherheit ihres phantastischen Besitzes garantieren. Wir sehen also, Indien bietet ein weites Feld für die englische Praxis des Gegeneinanderausspielens der religiösen und sozialen Gegensätze wie der machtpolitischen Jnteresien. Nach Kriegsausbruch forderte der Nationalkongreß, die größte Organisation der nationalistischen Hindu, die Unabhängig- leit Indiens sofort nach Kriegsschluß und Ausarbeitung einer Verfassung in einer indischen Nationalversammlung ohne britische Einmischung. Im Januar 1940 versprach darauf der Vizekönig Lord Linlithgow den Dominionstatus als Ziel der verfassungsmäßigen Entwicklung und es zeigte sich, daß die Hindu Mahasabha, eine gemäßigte Hinduorganisation, und die Muslim-Liga sich damit be- gnügen wollten, der Nationalkongreß jedoch deck Vorschlag strikt ablehnte. Die Muslim'Liga, die freilich nur sehr bedingt den Ansvruch erheben kann> die 90 Millionen indischer Mohammedaner zu vertreten, da viele erkannt haben, daß der Gegensatz zwischen Hindu und Muslim nur im Zeichen eines einigen indischen Nation überwunden werden tann* deren Verwirklichung die Kongreßpartei anftrebt^ hat einen Plan auf Teilung Indiens in einen Hindu-Staat „Hindustan" und einen im Nordwesten aus Panjab, Afghanistan, Kaschmir und Sind zu schaffenden mohammedanischen Staat „Pakistan* aufgestellt, der von dem mohammedanischen Dichter und Politiker Sir Muhammad Jgbal ausg^arbeitet • und nun von dem Führer der Muslim-Liga Mohammed Ali Jinnah vorgelegt wird, aber wis Cripps wohl zur Beruhigung der Hindus mitgeteilt hat, nicht zu den Vorschlägen der britischen Regierung gehören soll. Cripps wird zweifellos alle Register ziehen, um die Unmöglichkeit nachzuweisen, Nationalkongreß, Muslim-Liga und Fürsten unter einen Hut zu bringen, um dann die englischen Vorschläge alr. das einzige Mittel für eine Befriedigung aller Interessen zu preisen und mit weiteren Vertröstungen auf die Zukunft die politischen Führer des indischen Volkes zu überreden, sich und ihr Land der Verteidigung des Empire zur Verfügung zu stellen. Ob ihm dies gelingen wird, ist angesichts der grundlegenden Wandlungen der weltpolitischen Lage seit Kriegsbeginn doch sehr zweifelhaft. Wenn damals auch noch nationalistische Inder wie Nehm und Gandhi den Briten ihre Unterstützung zusagten, so muß heute, wo Japan an das Tor Indiens klopft, auch diesen klar sein, daß Indiens Schicksalsstunde kühne Entschlüsse fordert* soll sie nicht unwiederbringlich entschwinden. Dr. Fr. W. Lange. * Die Vielfalt des indischen Problems konnte hier nur angedeutet werden. Wer sich näher informieren will, sei nachdrücklich verwiesen auf das ausgezeichnete Werk von Dr. Ludwig Alsdorf: „Indiens das auch die Entwicklung feit Kriegsausbruch be rücksichtigt. Von älteren Werken feien genannt: „Geschichte Indiens" von Prof. Dr. Emil Schmidt, „Indien kämpft" von Walter Boßhardt, „Mein Leben" von Mahatma Gandhi und als englische Darstellung: „Geschichte Indiens" von Sir Georg- Dunbav» Gerechtigkeit. Der Krieg wird für jeden deutschen Volksgenossen von Tag zu Tag fühlbarer. Je einschneidender die Einschränkungen aber sind, die alle deutschen Volks- genossen auf sich nehmen müssen, um so strenger muß darauf geachtet werden, daß das Gebot der Gerechtigkeit nicht verletzt wird und die Verteilung der Lasten nach einem Schlüssel erfolgt, der keinen besser stellt und von allen das gleiche verlangt. Insbesondere ist das auf dem Gebiete der Lebensmittelversorgung der Fall, die ja durch die in diesen Tagen verkündete Anpassung der Rationen an die Vorräte neue erhebliche Entsagungen notwendig macht; hier ist besonders scharf darauf zu achten, daß die Linie der Gerechtigkeit peinlich genau eingehalten wird. In der Erkenntnis der ungeheuren Bedeutung, die gerade in dieser Zeit der Gerechtigkeit als oberstem Gesetz der Staatsführung zukommt, hat daher in diesen Tagen der Ministerrat für die Reichsverteidigung diejenigen, die Rohswffe oder Erzeugnisse, die zum lebenswichtigen Betrieb der Bevölkerung gehören, vernichten, beiseite schaffen oder zurückhalten und dadurch böswillig die Deckung des Bedarfes gefährden, mit Zuchthaus oder Gefängnis und in besonders schweren Fällen mit dem Tode bedroht. Mit Gefängnis wird außerdem bestraft, wer in Ausübung feines Berufes oder Gewerbes für die Bevorzugung eines anderen bei der Lieferung von Waren oder Darbietung von Leistungen einen Vorteil fordert oder sich oder einem anderen versprechen oder gewähren läßt, oder die Lieferung von Waren und sonstige Vorteile an» bietet, verspricht oder gewährt, um sich oder einem anderen Waren oder Leistungen bevorzugt zu verschaffen. Die Staatsanwaltschaften sind dabei angewiesen, mit aller Schärfe Verstöße gegen diese Verordnung zu verfolgen und mit der Milde, die bisher hier und da noch geübt wurde, endgültig Schluß zu machen. Die deutsche Staatsgewalt ist also fest entschloßen, das deutsche Volk vor der Ausnutzung durch Schieber und Wucherer zu schützen. Es wird damit ein Ende haben, daß der Schleich- und Tauschhandel gewissen- und verantwortungsloser Elemente aus dem Kriege ein Geschäft macht. Die Entschlossenheit, mit der die Reichsregierung die unbedingte Gerechs tigkeit besonders jetzt, da die Lasten für den einzelnen noch schwerer werden, verbürgt, nmß für alle eine Warnung sein, besonders auch für jene, die sich kein Gewissen daraus machten, auf dunklen Schleichwegen mit horrenden Ueberpreisen sich law» send rationierte Lebensmittel uyd Genußmittel zu verschaffen oder abzugeben. Im Kriege gehören alle Waren und Lebensmittel Buntscheckigkeit der staatlichen Verwaltung und vor allem die Sonderstellung der indischen Fürstentümer. Man muß wissen, daß die Engländer ja nicht ursprünglich als Eroberer nach Indien kamen, die sich das ganze Land unterwarfen, sondern als Kaufleute einer-Handelsgesellschaft, der Ostindischen Kompanie, die das Land erwarb. Noch 150 Jahre nach Gründung der Kompanie war der englische Territorialbesitz in Indien kaum der Rede wert. Erst in dem Maße, wie die politische Auslösung, der Indien zu Anfang des 18. Jahrhunderts nach dem Sturz der Großmogulen verfiel, die europäischen Kaufleute zwang, selbst für die Sicherheit ihrer Niederlassungen zu sorgen, wurden sie zu einer politischen Macht, die auch in den Streitigkeiten der einheimischen Fürsten eine Rolle zu spielen begannen. Daraus leitete sich bann die britische Eroberung Indiens her, das heute keineswegs das gleichmäßige Bild einheitlicher britischer Verwaltung darstellt, wie man gemeinhin annimmt, sondern in seiner Buntscheckigkeit den Charakter der englischen Durchdringung heute noch widerspiegelt. So muß man unterscheiden zwischen dem eigentlichen Britifch-Jndien und den Eingeborenen-Staaten. Von den Provinzen Britisch-Jndiens, das dem Dize- könig als Generalgouverneur direkt untersteht, haben elf, darunter, um nur die bekanntesten zu nennen, Bengalen, Bombay, Madras und das Punjab mit der Hauptstadt Lahore ebenso wie die Vereinigten Provinzen von Agra und Udh mit der Hauptstadt Allahabad und die Nordwestprovinz mit entsenden. Seine Mission ist nach dem Gesagten denkbar schwierig. Ihn empfahl dafür sein betonter Radikalismus und feine Bekanntschaft mit Pandit Jawaharlal Nehru, den Gandhi nach seinem Rück- tritt von der offiziellen Führung der Kongreßpartei, der stärksten Organisation des indischen Nationalismus, zu feinem Nachfolger ernannte und bem man ähnlich wie Cripps Sympathie mit bolschewistischen Gedankengängen nachsagt. Vielleicht sprach bei Churchill persönlich auch für die Wahl von Cripps mit, , daß er einen ihm höchst unbequemen Kritiker seiner ' Amtsführung und Konkurrenten um den Posten des । Premierministers für einige Zeit aus London entfernt hat und, falls dessen Indien-Mission scheitern , sollte, ganz ausbooten konnte. । Sei dem, wie ihm wolle, Stafford Cnpps hat in- ' zwischen in Neu-Delhi seine Besprechungen aufgenommen. Daß er erklärte, nur vierzehn Tage Zeit zu haben, haben seine indischen Verhandlungspart- - ner als einen Versuch aufgefaßt, sie unter Druck zu setzen. Auch der eng gezogene Kreis der zu den Besprechungen Geladenen und das Wenige, was i über die Vorschläge durgesickert ist, die er aus London mitgebracht hat, sind bereits Gegenstand kn- ( iischer Erörterung in der indischen Oeffentlichkeit gewesen. Zu den Besprechungen hinzugezogen wurden Vertreter des Nationalkongresses, der Muslirn- liqa, der Hindu Mahasabha und der Fürstenkammer, ferner der liberale Politiker Sir Taj Dahndur Sa- pru, der Premierminister von Bengalen Fazlul Huk, der Führer der Paria Dr. Ambedkar und einige wenige andere Politiker. Inzwischen hat Cripps auch mit Gandhi Fühlung genommen und wird auch mit Nehm Zusammentreffen. Im Mittelpunkt der britischen Vorschläge, die Cripps als unabänderlich bezeichnet haben soll, womit sie für die indischen Nationalisten an Wert erheblich eingebüßt haben dürften, scheint wiederum die schon sooft gemachte und niemals erfüllte Zusage der Verleihung des Dominionstatus nach dem Kriege zu stehen, obwohl es gerade Nehm war, auf den Cripps heute feine größte Hoffnung fetzt, der fdjon vor zwei Jahren den Nationalkongreß bestimmt hatte, den Dominionstatus abzulehnen und ausdrücklich ,/Unabhängigkeit Indiens außerhalb des Britischen Reiches" zu verlangen. Ein Domimon Indien würde im Kreise der übrigen Dominien seiner rassisch-kulturellen Eigenart entsprechend immer ein Fremdkörper fein. Die Behandlung der Aus- laNds-Jnder gerade in den Dominien hat ja schon gezeigt, daß die Dominien niemals gewillt fein werden, ein gleichberechtigtes Indien neben sich zu dulden, das überdies nach feiner weit höheren Devöl- kerungszahl und stärkeren Wirtschaftskraft das Empire bedenklich aus dem Gleichgewicht bringen müßte. So empfindet man in Indien den.englischen Vorschlag des Dominionstatus als gar nicht ernsthaft gemeint. Noch weniger natürlich die sogenannte „ägyptische. Lösung", die man den Gegnern des Dominionstatus als neuen Koder hinwirst. Auch ibiefe kann unmöglich den Forderungen der indischen Nationalisten genügen, denn Jie würde ja einzig und allein darauf hinauslaufen, die britische Herrschaft auf jene diskretere Art aufrechtzuechalten und zu verewigen, wie sie England in Aegypten und hn Irak beliebt, wo hinter einem einheimischen Herrscher und einer einheimischen Regiermig mit einheimischem Parlament die englischen „Berater" dafür sorgen, daß die wirtschafttiche und.mm» tärische Kontrolle des Landes fest in den Händen Englands bleibt. Mit einem solchen SchAn einet nationalen Unabhängigkeit, bei bem in WcchrlM alles beim alten bliebe, wäre dem indischen Volk« natürlich nicht gedient. _ , _ Die oft erprobte englische Derhandttmgspraxis, von der sich Cripps nun wieder bei feinen Besprechungen in Neu-Delhi Rettung aus allen Der» legenheit verspricht, gründet sich auf die Meinungsverschiedenheiten unter den Indern JewjL Man kann sie nicht begreifen ohne einen Rückblick auf die Geschichte Indiens stnd die Entwicklung der indischen Freiheitsbewegung. Dabei ist es nicht ganz leicht, zwischen dem, was die englische Pro- paganba über die Uneinigkeit des indischen Volkes als angeblich stärkstes Hindernis für ein unabhängiges Indien in die Welt gefetzt hat, und den gegenteiligen Behauptungen indischer Nationalisten den Weg zu finden, auf dem sich ein klares Bild der innerpolittschen Lage Indiens gewinnen läßt. Indiens Geschichte ist die Geschichte seiner Beherrschung durch fremde Eroberer. Alle bis auf die letzten, die Engländer sind von 3nbien auf gesogen und haben dem rassischen, völkischen, sprachlichen Mosaik, des Landes, das in seinen ungeheuren Ausmaßen fast einen Erdteil für sich darstellt, ein Steinchen hinzugefügt. Eine politische Einheit hat Indien bis zur britischen Eroberung nicht gekannt, wenn auch im 3. Jahrhundert und seit dem 16. Jahrhundert unter den mohammedanischen Mogultcrisern große Teile Indiens politisch zusammengefaßt waren. Aber die Vielzahl der politischen Staatsgebilde, in die Indien selbst während der mohammedanischen Zeit meist zerfiel, war geeint im Zeichen der hinduistischen Kultur, deren wesentlichster Zug ihre totale religiöse Ausrichtung ist. Aber nicht der Glaube entscheidet darüber, wer ein Hindu ist, sondern allein die Zugehörigkeit zu einer Hindu- Kaste, die nur durch Geburt erworben werden kann. Sie ist eine durch gemeinsame ererbte religiös-soziale Rechte und Pflichten zufammengehaltene Genossenschaft, die ihren Mitgliedern die engere Verbindung, ja das gemeinsame Essen mit solchen anderer Kasten verbietet. Die soziale Gesellschaftsordmmg Indiens wird von diesen mehr als zweitausend verschiedenen Kasten bestimmt, deren oberste auf der gesellschaftlichen Stufenleiter die Brahmanen sind, lieber» Haupt keinen Platz auf dieser Leiter haben die Parias, die „Unberührbaren", die in ihrer menschenunwürdigen sozialen Lage von den Hindus überhaupt erst für sich in Anspruch genommen wurden, als es sich darum handelte, in den Provinzen mit überwiegend mohammedanischer Bevölkerung die Zahl der Hindus in die Waagschale zu werfen. Da die Parias etwa 40 bis 60 Millionen Menschen ausmachen, spielen sie in dem tnnerpoütifchen Kamp zwischen Hindus und Mohammedanern schon zahlenmäßig eine Rolle. Diese, heute noch ein Volksteil von fast 90 Millionen, haben sich der religiös-kulturellen Einschmelzung durch den Hinduismus entzogen, wenn auch nur der kleinere Teil aus ^Abkömmlingen der islamischen Eroberer besteht, der größere aus Nachkommen übergetretener Hindus. i)er Großmogul Akbar, der zu Ende des 16. Jahr- bunberts über ein Reich gebot, wie es Indien in solcher Ausdehnung und Geschlossenheit seit dem 3. Jahrhundert nicht mehr gesehen hatte, und der als erster versuchte, ein national-indisches Reick zu schaffen, bemühte sich um eine Versöhnung zwischen Hindus und Mohammedanern, aber schon hundert Jahre später machte der Mogul Aurangzeb dieser weitsichtigen Toleranzpolitik ein Ende, der alte Zwiespalt lebte auf und unterwühlte das Mogulreich, das um 1730 ein Opfer der brahmanischen Marathen wurde. Der Gegensatz zwischen Moham- mebenem und Hindus hat seitdem dem politischen Leben Indiens einen wesentlichen Zug gegeben, da Indien noch heute mehr Mohammedaner zählt als Wir krebsen weiter, frühstücken ein Butterbrot, 3agb macht Hunger. Die Minuten verrinnen. Wir haben wieder einen! Diesmal links vor uns. Er scheint uns noch nicht bemerkt zu haben. Der Flugzeugführer drückt „Pulle" rein. Wir holen auf, und schon prasseln die Garben in den Rumpf des feindlichen Flugzeuges. Auch dieses brennt nach dem ersten Feuerstoß, ohne an Gegenwehr zu denken, hält sich kurze Sekunden lichterloh brennend und stürzt wie ein Komet in weitem Bogen ins Meer. Wir sehen, wie sich aus dem Flugzeug ein Fallschirm löst, aber es hllft ihm kein Wind, und er pendelt unaufhaltsam in die Flammen der brennend auf der Wasseroberfläche treibenden Maschine. Jetzt geht's auf Heimatkurs, es wäre Zeit zum Landen. Im selben Augenblick erblicken wir rechts über uns den Schatten eines Flugzeuges. Ist es eines unserer eigenen Flugzeuge oder der Tommy? Endlich können wir es ausmachen — das kann nur ein Engländer fein. Im gleichen Augenblick hat er uns bemerkt und läßt sich durchfallen, aber er ist nicht rasch genug. Es beginnt eine aufregende Jagd. Diesmal haben wir es mit einem erfahrenen Gegner zu tun. Er versucht, im Tiefflug zu entkommen. Oberfeldwebel Gildner drückt noch und setzt sich auf die kürzeste Entfernung hinter ihn. Der alte Bursche macht Zickzackkurs, schert nach rechts und nach links aus. lieber Bäume und Häuser hinweg, immer der Küste zu. Jetzt kommt der Damm und das Meer. Der Tommy wehrt sich verzweifelt. Zweimal haben wir schon zum Angriff angesetzt. Er ift nur noch fünfzig Meter vor uns und fetzt seine Garben über unsere rechte Tragfläche. Wir setzen zum drittenmal an, — zwei, drei Feuerstöße. Der Engländer saust in den Nordseeschlick, den die Ebbe freigelegt hat. Wir klopfen Oberfeldwebel Gildner auf den Rücken vor Freude, daß wir auck noch den dritten zu fassen gekriegt haben. Er kurvt noch einmal, aber die Absturzstelle des dritten Flugzeuges läßt sich im dunklen Watt nicht ausmachen. Ein weiterer Ansatzpunkt für die britische Regie- i.„ ----- —................. ..... rungsmaxime des „Teile und Herrfche!" ist die iOberkommistar. Von den Eingeborenenstaaten un« DNB. ..., 27. März. (PK.) Es tft ganz großes Jagdwetter. Der Mond steht zeitig zur guten Hälfte am leichtbewölkten Himmel. Die Sicht läßt nichts zu wünschen übrig. In der Maschine hat ein jeder einen Platz eingenommen, den Fallschirm umge- müht. Dücherttfch Botanische Lteberraschungen aus Lava Von Geheimrat Dr. G. Haberlandt, einer, o. Professor der Botanik an der Universität Berlin. Hauptschriftletter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter d& Hauptichrtstleiters; Ernst Dlumschetn. Verantwortlich für Polltik unb Bilder- Dr. Fr. W. Lange: für das Feuilleton: Dr. .Han» Tbhnot; kür Stadt Gießen, Provinz Wirtichaft und Sport: ErnÜ V^umIcheln^ Truck und Verlag: Brühlsche Un-verftt^-druclcre, R. Lange K. F. Verlagsleiter: Dr.-Ing. Erich Hamann: Lnzchgenleiler: Hans 3etT. Anzeigenpreisliste Nr. e. ___________ t_ Erfreuliche Steigerung der Spartätigkeit. Hamburg, 27. März. (DNB.) Staatssekretär Reinhardt mies in einer Rede darauf hin, daß die öffentlichen Einnahmen des Reich e s im dritten Kriegsjahr 49 Milliarden Reichsmark betragen werden. Die Finanzkraft des Reiches ist erheblich stärker als im Weltkrieg 1914/18. Irgendwelche Gefahren für die Währung können sich aus der Finanzlage des Reiches nicht ergeben. Der Zuwachs an Spareinlagen, also der Ueberschuß der Einlagen (einschließlich der Zinsgutschriften) über die Abhebungen, beträgt seit November 1941 bis heute im Monatsdurchschnitt etwas mehr als 1500 Millionen Reichsmark. Die Steigerung beträgt demgemäß 50 v. S). Die Spareinlagen insgesamt betragen 55 Milliarden Reichsmark. Die eisernen Sparguthaben haben in der kurzen Anlaufzeit bis Ende März bereits rund 250 Millionen Reichsmark erreicht. Am eiserenen Sparen beteiligen sich bereits mehr als drei Millionen Lohn- und Gehaltsempfänger. Die Möglichkeit, eisern zu sparen, ist wegen der damit verbundenen großen Vergünstigung aus dem Gebiete der Steuern und der Sozialversicherungsbeiträge begrenzt. Der Lohn- oder Gehaltsempfänger kann nur drei oder sechs Reichsmark wöchentlich, 13 oder 26 Reichsmark monatlich sparen. Diese Beträge können bei Leistung von Mehrarbeit um die Hälfte erhöht werden. Es ist zu erwarten, daß die Zahl der eisernen Sparer fortgesetzt weiter steigen wird. Oer Duce lobt die Sparer. Rom, 27. März. (DNB.) Mussolini empfing den Vorsitzenden und den Derwaltungsrat der italienischen Dolksbanken, er sagte: „Die Sparer müssen geschützt werden, denn ich halte sie für die besten Staatsbürger. Sie beweisen durch Taten, daß sie an den Staat, an seine Währung und an den Sieg unserer Waffen glauben. Was dagegen nicht bei jenen Verantwortungslosen, Hysterikern und Defaitisten der Fall ist, die alles kunterbunt zusammenkaufen von den schlechten Bildern unbekannter Kleckser bis zu jeder Art unnutzer Vasen " lieber 19 Millionen Sparer, deren Ersparnisse 65 728 000 000 Lire betragen, beweisen, daß das italienische Volk und vor allem die Bauernbevölkerung, die den wesentlichen Teil der Sparer ausmacht, geistig gesund ist. „Nicht durch eine rllu- syrische Erhöhung der Preise, sondern durch Die Verteidigung ihrer Ersparnisse schützt man d e wahren Interessen des Bauernstandes. Und diese Aus aller Wett. Liesbet Dill 65 Jahre all. Am 28. März wird eine Schriftstellerin 65 Jahre alt, die zwar mehr als die Hälfte ihres Lebens in Berlin gewohnt hat, ihre besten Kräfte aber aus dem Land ihrer Jugend gezogen hat, dem Saarland, dem sie zeitlebens die Treue gehalten und um dessen Deutschsein .sie mit Eifer gekämpft lat: Liesbet Dill. Sie wurde in Dudweiler geboren; ihre Vorfahren väterlicherseits waren im ersten Drittel des 18. Jahrhunderts aus Lothringen nach Saarbrücken ;ekommen, ihre Mutter stammte aus einer Winzer- amilie an der Mosel. An der Westgrenze des Reiches, dort, wo Liesbet Dill groß geworden ist, pielen fast alle ihre Romane, und sie, die mit 20 Jahren zu schreiben anfing, hat bis heute über ein halbes Hundert veröffentlicht. Dazu kommen Essays und Novellen, auch einige geschichtliche Ad- landlungen, und aus allen ihren Werken spricht rische Natürlichkeit, Herzens- und Gemütstiefe, Lebenserfahrung und Menschenkenntnis. Eine Reihe ihrer Romane ist auch, wie manche unserer Leser sich ;ern erinnern werden, im Gießener Anzeiger er- chienen. Backhaus spielte in Florenz. Das mit fünf Beethoven-Sonaten bestrittene Eigenkonzert von Wilhelm Backhaus in Florenz war überfüllt. Backhaus gestaltet die Ausdruckswelt Beethovens mit jener im Hölderlinschen Sinne „heilig-nüchternen" Konzentration, die unter Verzicht auf alle noch so interessante, doch private Deutung gerade das Unmittelbar-Menschliche in der Tonsprache des Meisters mit letzter Reinheit, Reife unb Gültigkeit übermittelt. Die gleiche Unbedingtheit in der schlackenlosen Erfassung des Gehaltes zeichnete auch die Wiedergabe des 8-äur-Klavierkon- zertes von Brahms aus, das Backhaus unter Orchesterbegleitung Mario Rossis im Teatro kommunale vortrug.! Nicht endenwollende Ovationen dankten. Erzähler-Wettbewerb der „neuen linie". Im Erzähler-Wettbewerb 1942 der „neuen Fi nie* erhielt Alfred Richter, der bereits früher mit dem Preis der Stadt Leipzig ausgezeichnet wurde, den 1. Preis. Weitere Preisträger sind Arnold Ulitz, Günther Wandel, Heinz Horn, Grete König und Hugo Gabriel Lindner. — Dieser Wettbewerb wird jetzt im 10. Jahre durchgeführt und hat sich in den letzten Jahrem hauptsächlich um die Kriegserzählung be- — Josef Winschuh: Der Partner, Wirtschaftseindrücke einer Jtalienreise, Preis kart. 1,80 MR. Deutscher Verlag, Berlin. Auf Einladung des Instituts für den industriellen Wiederaufbau, das als Treuhänder der staatlichen Wirtschaftslenkung Italiens Wirtschaftsautarkie zu fördern bestrebt ist, hatten deutsche Wirtschaftsjournalisten Gelegenheit, einmal eine andere als die übliche Jtalienreise zu machen. Der Verfasser berichtet sehr lebendig und aufschlußreich über seine vielfältigen Eindrücke auf dieser Studienfahrt durch die wichtigsten italienischen Wirtschaftsprovinzen, auf der die außerordentliche Energie, mit der das faschistische Italien auch wirtschaftspolitisch aufholt, was in Jahrzehnten vorher versäumt war, überzeugend in Augenschein trat — Oswald Gerhardt: Stationen eine Idee. Behrings schicksalsvoller Weg. 159 S. mit Abbildungen. 1,50 RM. Wilhelm Limpert, Verlag, Berlin. — (13) — In diesem Frühling jährt sich zum 25. Male der Todestag des großen deutschen Arztes und Forschers Emil von Behring, des genialen Bekämpfers der Diphtherie, des Tetanus und der Tuberkulose, des Retters und Erhalters ungezählter Menschenleben. Aus Anlaß des goldenen Jubiläums feiner Blutserum-Therapie hat im Jahre 1940 an der Stätte seines Wirkens in Marburg die gesamte Kulturwelt dem Andenken Behrings und seinem segensreichen Werke gehuldigt. Das vorliegende Buch möchte, als Ausdruck des Dankes des deutschen Volkes, auch dem wissenschaftlich nicht vorgebildeten Leser einen Begriff von Behrings Persönlichkeit und von der unermeßlichen Bedeutung seines Lebenswerkes vermitteln. Dabei kam es dem Verfasser nicht so sehr auf Vollständigkeit als auf die Darstellung der großen Entscheidungen unb Wendepunkte in Behrings Leben an. Eme Reihe interessanter Bilder unb eine durchaus volks- tümlich-feuilletonistische Schreibweise machen bas Buch zu einer für jedermann einleuchtenden, leicht faßlichen Lektüre; sie wird in einem weiteren Umkreise, als er der rein wissenschaftlichen Monographie zugänglich zu sein pflegt, dazu beitragen, im beut- scheu Volke Verständnis und Dankbarkeit für Behrings gewaltige Lebensarbeit zu wecken und zu vertiefen. Hans Tbyriot Was die Früchte Javas, das Obst betrifft, so sei nur soviel gesagt, daß damals eine Ananas nur 2 Cents kostete und daß die Mangos und andere Früchte bei jeder Mahlzeit aufgetischt und mehr geschlürft als gegessen werden. Nur der kindskopf- große, grüne, stachelige Durian ist trotz seines delikaten Fruchtsbreies wegen des fürchterlichen Gestankes, den er weithin verbreitet, nicht jedermanns Sache. Während der ursprüngliche Botanische Garten gegenwärtig rein wissenschaftlichen Aufgaben dient, so ist der nicht weit von ihm entfernte, später angelegte „E u l t u r t u i n" mit seinen Versuchsfeldern unb seinem agrikulturchemischen Laboratorium, dazu bestimmt, die Pflege tropischer Kulturpflanzen zu fördern. Schon der alte Garten hat in dieser Hinsicht Hervorragendes geleistet. Ihm ist die 1852 erfolgte Anpflanzung der ersten südamerikanischen Chinarindenbäumchen zu verdanken, deren Nachkommen heutzutage auf Java nach Millionen zählen, und in ihm haben die paar letzten Gutta- perchabäume nach ihrer Ausrottung auf der heimatlichen Insel Singapur eine Zuflucht gefunden. Während meines ganzen mehrmonatigen Aufenthaltes in Buitenzorg herrschte tagsüber eine durchaus erträgliche Temperatur. Morgens rund 25 Grad Celsius, mittags 29 bis 31 Grad, abends und nachts 24 bis 25 Grad, und so Tag für Tag mit einer Regelmäßigkeit, die an die Exaktheit eines Thermostaten erinnert. Mit derselben Promptheit stellen sich in der Regenzeit, wenn der Westmonsun herrscht, die täglichen Gewitter ein, wobei der Blitz häufig in die langen Taue der Lianen einschlägt, die natürliche Blitzableiter sind. Von 2 dis 3 Uhr gehen mehrere Wolkenbrüche nieder. Wenn sich in den späteren Nachmittagsstunben die Gewitter ausgetobt hatten und die Abendsonne schien, unternahm mein Gastgeber mit mir häufig eine Spazierfahrt durch die Umgebung Buitenzorgs. So lernte ich den Charakter der westjavanischen Landschaft kennen. Die von endlosen Reisfeldern, den Sawahs, mit ihren bewässerten großen und kleinen Terrassen von Kokospalmhainen, Brotfruchtbäumen und malaischen Dörfern bedeckten weiten Ebenen werden von tiefen bambusbewachsenen Schluchten durchfurcht, in denen die Bergströme dahinbrausen; und aus den Ebenen erheben sich, mehr oder minder kegelförmige, die zahlreichen teils erloschenen, meist aber noch tätigen Vulkane heraus, an ihren unteren Hängen Tee- unb Kaffee- plantagen tragend, in den höheren Lagen vom Urwald bedeckt. Ein pittoreskes Landschaftsbild. Den w e st j a v a n i s ch e n Urwald, der ein typischer Regenwald ist, habe ich von dem 1425 Metfr hoch gelegenen Berggarten Tjibodas aus kennpngelernt. Nur mit ein paar Schlagworten kann hier dieser Waldorganismus charakterisiert werden, in bim, wie Fr. W. Junghuhn, der große Durchforscher Javas, treffend bemerkt hat, eine wahres Horror vacui, ein Abscheu vor dem leeren Raume herrscht und äußerste Raumausnutzung durch die Pflanzenwelt geübt wird: turmhohe Bäume mit Hellen Stämmen und schütterem Laubwerk. Infolgedessen ausgiebige Durchleuchtung des Waldes, die das Aufkommen eines reichen Unterholzes mit seinem unbeschreiblichen Wirrwarr ermöglicht. Großer Reichtum an Holzgewächsen verschiedenster Art, an Kletterpflanzen, Lianen und Epiphyten, die die Aeste der Tragbäume besiedeln, um dem Unterholz zu entrinnen und zu einem noch ausgiebigeren Lichtgenuß zu gelangen. Anscheinend ein heftiger Kampf ums Dasein; wechselseitige Anpassung, das Sich-miteinander-uertragen-können ist die letzte Losung der Flora ors tropischen Urwalds. Als ich vor einem halben Jahrhundert in dem berühmten botanischen Garten Buitenzorg auf Java wissenschaftliche Untersuchungen anstellte, genoß ich die Gastfreundschaft seines Direktors, Dr. Melchior T r e u b , mit dem ich mich häufig neben botanischen auch über wirtschaftliche, kulturelle und politische Fragen unterhielt. Wiederholt wurde die Zukunft Javas besprochen. Das Städtchen Buitenzorg („Sanssouei"), von den Eingeborenen B o g o r genannt, liegt anderthalb Eisenbahnstunden weit nördlich von Batavia am Fuß des erloschenen Vulkans Salak in herrlicher Tropenlandschaft. Seine Berühmtheit verdankt es seinem Botanischen Garten, dem herrlichsten und schönsten der Welt. Aus aller Herren Länder, besonders aus Deutschland und Oesterreich, kamen namhafte Botaniker, um hier die morphologischen unb biologischen Merkmale der tropischen Pflanzenwelt zu studieren. Es ist hier nicht der Ort, auf die Pflanzenschätze des Gartens näher einzugehen. Sein erster Eindruck auf mich war der, daß er eigentlich ein einziges Arboretum ist, so sehr überwiegen Holzgewächse aller Art neben bloßen Stauden und Kräutern. Ueberrascht ist man ferner von dem schütteren Laubwerk der Bäume, was damit zusammenhängt, daß das Laubblatt, das wichtigste Ernährungsorgan der Pflanze, im feuchtwarmen Tropenklima das ganze Jahr über assimilieren kann, so daß der Baum mit kaum der Hälfte der Blätterzahl auskommt, die ein europäischer Waldbaum benötigt. Befremdend wirkt auch die oft groteske Art der Verzweigung, die Form der Laubkronen all der Schirm-, Etagen- und Kandelaberbäume, wie der Botaniker sie kurz zu bezeichnen pflegt. Ganz eigenartig ist ferner die Laubentfal - tung vieler Bäume; wenn es bei uns heißt „die Bäume schlagen aus", so darf man, wie Treub treffend bemerkt hat, hier sagen, „bie Bäume schütten die Blätter aus". Heber Nacht brechen aus den Laubknospen 20 bis 80 cm lange Blattbüschel hervor, die schlaff senkrecht herabhängen und im Winde jin und yer pendeln. Erst nach und nach richten ich die einzelnen Blätter auf. Wenn noch dazu >ie Blattbüschel anfangs weiß oder rosig gefärbt ind, so machen sie einen schier märchenhaften Eindruck. Hat man nacheinander die einzelnen Pflanzenquartiere des Gartens besichtigt, wozu ich mehrere Monate brauchte, auch den Laboratorien einen Besuch abgestattet, worin mikroskopiert und experimentiert wird, so wandelt man immer bewundernd durch die herrliche „C a n a r i e n a 11 e e", die aus den von Epiphyten und Lianen überwucherten Exemplaren von Canarium commune bestehend, vom Gartenausgang, an dem von riesigen Blättern und Blüten der Victoria regia bedeckten Teiche vorüber, direkt bis zum Palais des Generalgouverneurs führt. Die dichten Kronen der beiderseitigen Baumreihen vereinigen sich zu einem gewaltigen Bogengänge. Der Vergleich mit einem gotischen Dome Drängte sich mir stets aufs neue auf. Die Skala der Blumenfarben, im Garten, wie überhaupt auf Java und auch sonst gewöhnlich in den Tropen, reicht vom hellsten Weiß über Gold und Orange bis zum grellsten Rot: eine Anvassung an den Farbensinn der so zahlreichen Tagschmetterlinge, die als Blütenbestäuber diese Farben bevorzugen. Unvergeßlich ist mir ein mächtiger Leguminosenbaum des Gartens, Schozolobium excelsum, der ein einziger goldgelber Blütenstrauß war. Näherte man sich ihm, so hallte ein leiser, dunkler Glockenton an das Ohr, das Gesumme von tausenden stahlblauen Riesenhummeln, die die Blütenwolke angelockt hatte. Perteidigung wird, wenn möglich, in Güte, wenn notwendig aber auch mit Gewalt durchgeführt werden, um zu verhindern, daß zuerst eine Verminderung und schließlich eine völlige Entwertung der Währung eintritt. Alle Italiener müssen sich dieses höchsten Gebotes bewußt sein." 10 Millionen RM. mehr als imDorjahr. Berlin, 27. März. (DNB.) Der am 6. März durchgeführte letzte Opfersonntag im kriegs-MHw. 1941/42 beweist mit seinem Ergebnis von 37 817306,05 RM.» dem bisher höchsten Er- gebisis eines Opsersonntages, die ungebrochene Kraft der deutschen Heimat. Das Ergebnis der gleichen Sammlung des vorjährigen Kriegs-wyW. betrug 27 760 791,89 RM., so daß eine Erhöhung um 10 056 514,16 RM., das sind 36,23 v. H. zu verzeichnen ist. Zwei Jagdflieger mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet. B e r 11 n, 27. März. (DNB.) Der Führer verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe das Ritterkreuz an Oberfeldwebel Mink und Oberfeldwebel Tange, beide Flugzeugführer in einem Jagdgeschwader, Die in harten Luftkämpfen bisher je 40 Feindflugzeuge abgeschossen haben. Das Ritterkreuz. Berlin, 27. Marz, (DNB.) Der Führer ver- lieh das Ritterkreuz an: Generalmajor Behrens, Kommandeur eines Jnjanterie-Regiments; Major Lindner, Bataillonsführer in einem Infanterie- Regiment, und Oberleutnant Maek, Kommandoführer in einem Infanterie-Regiment. * Dem tapferen Einsatz des Generalmajors Behrens ist es zu verdanken, daß Der unter rücksichtslosem Einsatz an Menschen und Material geführte bolschewistische Durchbruchsversuch an der Olarafront zum Scheitern tarn. — Major Lindner zeichnete sich bei Der Abwehr starker Sowjetangriffe im Raum ostwärts Kursk aus. Mehrfach war es Den Bolschewisten infolge ihrer Uebermacht vorübergehend gelungen, örtlich einzubrechen; sie wurden aber jedesmal unter großen Verlusten zurückgeschlagen. — Oberleutnant Maek hat sich bei der Abwehr bolscke- wistischer Massenangriffe am Oberlauf Der Wolga hervorragend bewährt. Die ganze Wucht der .feindlichen Angriffe richtete sich'gegen einen wich^gen Stützpunkt Der deutschen Abwehr front. Als die Bolschewisten bereits in Den Ostteil Der Mtzpunktartig dem ganzen Volke. Sie müssen deshalb gleichmäßig und gerecht verteilt werden. Wer sich gegen diesen Grundsatz versündigt, schädigt die Versorgung Der Gesamtheit. Was Der Bauer erzeugt, gehört Dem ganzen Volke. Er soll unb muß Den Hamsterer von seinem Hose weisen. Was Deutsche Erde und deutscher Fleiß hervorbringen, geht durch die Hand des Kaufmanns. Er ist Treuhänder Dieser Waren. Er verteile sie gerecht. Durch Tausch- hanDel macht er sich schwer strafbar. Auch Die Leistung Des HanDwerkers hat ihren gerechten Preis. Es ist Deshalb unehrenhaft unD strafbar, Sondervorteile zu verlangen unD anzunehmen. Das Gefühl für Recht und Unrecht bet jedermann ist Die sicherste Garantie einer befriebigenDen Verteilung. Die Deutsche Hau.sfrau erwarte und verlange vom Verkäufer "nur, was ihr zusteht. Die Hingabe von Ueberpreisen und Schmiergeldern ist ihrer nicht würdig und außerdem strafbar. Tauschhandel, Schleichhandel, Wucher, Preisüberbietung und Bestechung werden bestraft. In besonders schweren Fällen werden Vermögenseinziehung und Todesstrafe verhängt. Jeder, ob Erzeuger, Kaufmann oder Käufer setze seine Ehre Darein, vorbilDlich zu handeln. Jeder begnüge sich mit Dem, was ihm zusteht. Das ist auch Dienst im Kriege und Vorarbeit für Den Sieg. Es kommt Dabei auf uns alle an. Wir können uns nicht vorstellen, Daß es noch jemanden unter uns gibt, der Diesen Appell an Anständigkeit und Sauberkeit überhören wollte. Wer es dennoch tut, handelt auf eigene Gefahr. Es mag Der eine oder Der andere Den Krieg in dieser Beziehung bisher nicht so ernst genommen haben, wie er Das verdient. Er gibt den anständigen Volksgenossen ein denkbar schlechtes Beispiel und ersebüt- tert Damit auf die Dauer ihr Gerechtigkeitsgefühl und ihren Glauben an die Lauterkeit und Sauberkeit des öffentlichen Lebens. Es entspricht Diesem Imperativ der Gerechtigkeit, Daß, wie es Reichs- Minister Dr. Go ebb eis formuliert hat, es sich in Bälde nicht mehr rentieren wird, für eine besonders liebevolle Pflege des Bauches unter Umständen den Kopf zu riskieren. Für die große Maste des deutschen Volkes wird dieser Appell an das An- siändigkeits-, Sauberkeits- und Gerechtigkeitsgefühl genügen, um sie von Verstößen zurückzuhalten, denjenigen aber, Die nicht hören wollen, bleibt nichts anderes übrig, als zu fühlen. Sie können sich Darauf verlasen, daß ihrem Treiben ein Ende bereitet wird. Das Deutsche Volk hat sich in seiner Gesamtheit auch in der Heimat mustergültig verhalten. Es wird ein scharfes Vorgehen gegen Rechtsbrecher aus vollstem Herzen begrüßen. Eine anrüchige Garantie. Berlin, 27. März. (DNB ) Die schwedische Zei- hing „Astonbladet" bestätigt in einer Meldung aus Washington, daß Roosevelt sich auch in Indien ein- schalten will. Wie Das Amsterdamer „Allgemeen Hanbelsblad" seinerzeit berichtete, hatten Churchill und Roosevelt eine Erklärung nach Art Der „14 Punkte Wilsons" verabredet, mit Der die Inder übertölpelt werden sollen. Die Garantie des amerikanischen Präsidenten solle Den Indern als Wechsel auf Die Zukunft überreicht werden und sie zu äußersten 2lnftrengungen für den englischen Krieg anspornen. Churchill wäre Damit unmittelbarer Zugeständnisse enthoben und Cripps hätte trotzdem eine Basis für feine Verhandlungen. Die Vorschläge, Die Cripps Den Indern mitbringt, enthalten zunächst Das Zugeständnis des Dominienftatus „so schnell wie möglich nach Dem Kriege". Das gleiche Versprechen gaben Die Engländer bekanntlich schon im Weltkrieg, und als Indien sein Blutopfer an Der Westfront verrichtet hatte, war in London alles wieder vergessen. Auch die Akzeptierung des indischen Vorschlages nach Einberufung einer konstituierenden Versammlung, die eine Dominienverfassuna für Indien ausarbeiten soll, enthält nichts Greifbares. Schon gar nicht als Zugeständnis zu werten ist Die angebliche Annahme eines indischen Vorschlags durch Cripps, Der Uebertragung Der „gesamten Macht" an den Exekutivrat vorsieht. Denn der Engländer macht hier den Dprbehalt, daß Der Vizekönig die Anordnungen des Exekutivrates sanktionieren muß. Auch von einer Beseitigung Der englischen Verwaltung ist nicht Die Rede. In der Praxis würde es eine Farce bedeuten, einen solchen Exekutivrat als „nationale in- ausgebauten Ortschaft dngebmngen waren, trat Oberleutnant Maek zum Gegenstoß an unD warf Den Feind im Nahkampf zurück. Kleine politische Nachrichten. Längs der Küsten Der USA. operierende italienische U-Boote versenkten Drei Schisse mit insgesamt 22 600 BRT., Darunter zwei Tanker. * Wie Der italienische Wehrmachtbericht vom Freitag bekanntgibt, beschränkten anhaltende Sandstürme in der Cyrenaika Die Tätigkeit sowohl Der Spähtrupps wie Der Luftwaffe. * Das griechische Kultusministerium hat an den Knaben- und Mädchen-Oberschulen, den Versuchsanstalten Der Universität sowie an Handelsschulen Den Unterricht in Der Deutschen und italienischen Sprache als Pflichtfach eingeführt. * König Gustav von Schweden hat nach Wiederherstellung von den Folgen seiner Operation Die Klinik wieder verlassen. Für die ihm während seiner Krankheit erwiesenen Beweise Der Teilnahme aus allen Schichten Des schwedischen Volkes wird der König am Sonntag über Den schwedischen Rundfunk feinen Dank aussprechen. bische Regierung" hinzustellen. Gandhi bei Lnpps. Stockholm, 27. März. (Europapreß.) . Am Freitag hatte Gandhi in Neu-Delhi feine zweistündige Unterredung mit Cripps. Er weigerte sich Journalisten gegenüber nach Der Unterredung Angaben über Den Inhalt Der Besprechungen zu machen. Japanischer Gondergesattdter beim Vatikan. Tokio, 27.März. (Europapreß.) Der stellvertretende japanische Botschafter in Vichy, Ken K a - rada, ist zum Sondergesandten beim Vatikan ernannt worden. Die Gattin Haradas ist Katholikin. Dazu erklärte Das japanische Außenamt, daß angesichts Der gegenwärtigen Weltlage und der großen Zahl Der Katholiken in Ostasien die freundschaftlichen Beziehungen Und Der Kontakt zwischen Japan und dem Vatikan einer Vertiefung bebürfen. Die japanische Presse unterstreicht Die Bedeutung Der Ernennung, zumal England und Die Vereinigten Staaten versucht hatten, eine solche Engergestaltung Der freundschaftlichen Beziehungen zwischen Tokio und Dem Vatikan zu hintertreiben. Die Zahl Der Katholiken in Japan einschließlich Korea beträgt rund 200 000, Doch ist Die Zahl der Katholiken innerhalb Des ostasiatischen Raums um ein Vielfaches höher (allein auf den Philippinen rund acht Millionen). Innerpolitische Maßnahmen in Argentinien. Buenos Aires, 27. März. (Europapreß.) Eine Konferenz der Innenminister Der argentinischen »BunDesstaaten und Polizeichefs Der Provinzen beschloß, ein Programm zur Verhinderung staatsfeindlicher Umtriebe. Die in Argentinien lebenden Ausländer sollen nach Erfassung Durch Meldeämter genauer überwacht und ohne staatliche Erlaubnis eingewanderte Personen ausgewiesen werden. Das. Programm sieht ferner Die Nationalisierung des Schul- Unterrichts vor, die Kontrolle des Waffenbesitzes sowie die Einrichtung eines ständigen Ausschusses zur Unterdrückung staatsgefährlicher Bestrebungen. _________________________ ßiMawffeilauelle KaiisFprudßl*1tfe BrMoe^Sn j Brtlei -RelU- ertffi. 01343 Gießen (Hillcbrandstr. 14), im März 1942 sonstige Fußpflege: Efasil-Zußbad. 01368 In Apotheken, Drogerien u. Fachgeschäften erhäl Gießen, im März 1942. 01358 Danksagung Statt Karten 01375 01573 | Mietgesuche | UiW.-MWl> in Stadtmitte od. 01579 (2 Pers.) sucht f. Verkaufe e sucht. [01370 KAISERS ceI'hsft( Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darnm: Klein an- seinen in die Heimatzeitung, den Glefiener Anzeiger mit guter Handschrift, die mit Kartfeiführung od. Rechnungsweser vertraut sind. 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Er trocknet^ beseitigt übermäßige Schweißabsonderung verhütet Blasen, Brennen, Wundlausen» Hervorragend für Massage I Fürs Für die vielen Beweise mitfühlender Teilnahme bei dem schweren Verluste unseres innigstgeliebten, unvergeßlichen Sohnes, Bruders und Enkels Alfred Schneider, Gefreiter in einer Aufklärungsabteilung, sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank Familie Jakob Schneider Holzheim, im März 1942 Spielplan vom 31. März bis 6. April Dienstag, den 31. März, 19 Uhr: 27.Dienstagmiete u.HalbmieteA Das Himmelbett von HlBgcnhöh. Mittwoch, den 1. April, 15 Uhr: Der kleine Däumling. 19 Uhr: 27.Mittwochmiete u.HalbmieteA Das Mädchen Till. Freitag, den 3. April, 19 Uhr: 27. Freitagmiete u. Halbmiete A Japanischer Abend. Sonntag, den 5. April, 14.30 Uhr: Der kleine Däumling. 18.30 Uhr: Königskinder. Montag, den 6. April, 14.30 Uhr: Der kleine Däumling. 18.30 Uhr: Der Zarewitsch. Danksagung. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme bei dem so schweren Verlust, der mir durch den Heldentod meines geliebten unvergeßlichen Mannes und Vaters' seiner kleinen Rosel, unseres lieben Sohnes, Schwiegersohnes und Bruders Alfred Dresbach, Obergefreiter, zuteil wurde, sagen wir hierdurch allen unseren herzlichen Dank. Im Namen aller trauernden Hinterbliebenen t Therese Dresbach, geb. Heller. Kassel, Gießen, März 1942. Hart und schwer traf uns die Nachricht, daß unser sonniger, braver Junge, mein einziger, guter Bruder, unser lieber, guter Enkel, Neffe und Vetter, der Kriegsfreiwillige Reinhold Faber Gefreiter in einem Panzer-Regiment Inhaber des Panzer- Sturmabzeichens und des Verwundetenabzeichens am 19. Februar im Alter von 20 Jahren in einem Kriegslazarett seiner schweren Verwundung erlegen ist. Er gab sein junges Leben für seinen geliebten Führer und die Zukunft Deutschlands. In tiefem Weh: Lehrer Wilhelm Faber, Hauptmann und Kompaniechef, z. Z. im Felde Frau Emilie, geb. Faber, z. Z. Leihgestern Karl-Hans Faber und alle Verwandten. Leihgestern, Großen-Linden, Offenbach a. M. 01350 JP>UJDIE1RL Füße erhitzt, überangestrengH brennend? -§rcme und «Tinktur Elrcu.Dose 75 Pf. Nachfüllbeutel 50 Pf. Behörde sucht pensionierte Beamte w- MbkllMl z. kaufen gesucht. Schrift!. Angeb. unter 01394 an den Gieh. Anz. Habe noch abzugeben größere Posten Himbeerpflanzen („Preußen“ u. „Lloyd George“) ferner: Ziersträucher in Sorten Pyramiden, Pappeln und Trauer- Goldweiden O158O Alle übrigen Obstgehölze sind ausverkauft Äug. Engelhardt, Baumschulen Heuchelheim, Fernsprecher 4217 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgang unserer lieben Entschlafenen Frau Elisabetha Habicht geb. Dechert sowie für die vielen Kranzspenden sagen wir allen auf diesem Wege innigsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Richard Habicht, Lok.-Führ. 1. R. Statt Karten Für die vielen Beweise herzlicher Anteilnahme die mir bei dem Heimgange meiner lieben Schwester Henriette Bonarius entgegengebracht wurden, sowie für die zahlreichen Kranz- und Blumenspenden sage ich auf diesem Wege meinen herzlichsten Dank Wilhelm Bonarius Gießen, den 27. März 1942 Sonntag* den 29. März 14.30 bis 17.80 Uhr: Nachnilttags-Fremdenvorstelliui» Rigoletto Oper von Giuseppe Verdi. Preise von 1.20 bis 4.10 RM, Für Büro wird zuverlässige und gewissenhafte Kraft gleich welchen Alters, zum baldigen Eintrittges. Bei Eignung angenehme Dauerstellung. Bewerbungen unter 01410 an den Gießener Anzeiger. Versicherungssachbearbeiter (in) Mittelrbeinisches Industrieunternehmen sucht für seine Versicherungsabteilung einen tüchtigen und gewandten Sachbearbeiter! in). Selbige(r) muh in den hauptsächlichen Zweigen der Sachschaden- Versickerung bestens bewandert und fähig sein, den Abteilungsleiter zu vertreten. 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Am Schluffe war es ein reichgegliedertes Netz, das besonders dichtmaschig über Polen und Galizien lag, und seine Ausläufer reichten bis nach Rußland und in die Bukowina, dann über die Karpathen ins ungarische Land und weiterhin in die Slowakei. Einfachere Linien gingen südlich bis über die 'Sarve, in die Matschwa und nach Bosnien und Dalmatien. Ein anderer Zweig drang über Innsbruck,- Trient, Rovereto bis zum Gipfel des Pafubiomafsivs vor. Jeder Soldat des gegenwärtigen Kriegs sollte für sich alle seine Züge aufzeichnen, um solcherart für spätere Tage seine Erinnerung zu stützen. Wie interessant müßte aber eine gemeinsame Aufzeichnung aller soldatischen Wege aus dem gegenwärtigen Kriege werden. Man denke sich eine ungeheure Karte, auf der jeder Weg jedes einzelnen deutschen Soldaten in einer fast unsichtbar dünnen und fast unsichtbar gefärbten Linie ausgezeichnet würde. Da hätten sich vorerst in zarten Ausstrahlungen die Linien der Flieger über ein feindliches Land hin ausgeprägt und erst später beim Borrucken der Truppen wären dichtere Zeichnungen entstanden, dicke dunkle Linien auf den Anmarschwegen und wie mit Kämmen gezeichnete Wege der kämpfend vorrückenden Gruppen. Natürlich dürften auch nicht die vielfältigen Striche fehlen, welche große und kleine Fahrzeuge unserer Kriegsmarine durch die Meere pflügend ziehen. Im ganzen müßte dies ein ungemein ausdrucksvolles, in seiner Abtönung geradezu plastisch wirkendes graphisches Bild ergeben, in dem sich das gewaltige Spiel der geballten Volkskräfte widerspiegeln würde. Das Entstehen dieser unvorstellbar fesselnden Zeichnung müßte man mit dem Aufblühen einer lange Zeit vertrocknet gelegenen Jerichorose vergleichen können, die, vom nassen Element überspült, allmählich zu neuer lebendiger Entfaltung kommt, indem sie ihre schwellenden Zweige und Fasern kraftvoll zu einem wunderbaren organischen Gebilde breitet. Es wäre wie ein Sinnbild für das viele Jahre hindurch entkräftete, sozusagen emgeschrumpfte Deutschland, das schließlich wie von einem Zauberhauch überweht seine Lebenskräfte nach allen Seiten neu regt. befchuß des _ Heimat wohnt mitten in ihm. Wann brachten die Kameraden aus den rückwärtigen Stellungen den letzten Feldpostbrief? Es wird wohl zwei oder drei Wochen her fein. Aber das von daheim mitgeteilte Wort lebt zwischen den mit morschen Brettern abgestützten Erdwänden, als wenn es eben erst geschrieben wäre. Ein Gruß, eine Mitteilung, eine Kunde überbrückte den Raum, erfüllte die kleine Gemeinschaft, zauberte jene innere Stimmung herauf, die den Soldaten die harte Gegenwart für Augenblicke nahezu vergessen läßt. Da liegt eine alte Heimatzeitung zwischen den Kochgeschirren. Sie hat Abende lang in den Bunkern die Runde gemacht. Viele, viele Tage find seit ihrem Erscheinen verflossen. Gleichviel, sitz ist ein Gruß aus dem Heimatgau der beiden Gefreiten, der gar nicht veralten kann. Vielleicht enthält sie eine Notiz aus dem kleinen Dorf, in dem die Eltern oder Frau und Kinder des Kameraden leben, vielleicht ein' Bild, des Marktplatzes, an den sich so viele Erinnerungen knüpfen. Und dann erzählt sie von der Arbeit und von der Zuversicht derer daheim, erzählt sie von den tausendfältigen Mühen der Millionen werkenden Hände, der Front ihre schwere Pflicht erfüllen zu helfen. Und wieder war bas Band zur Heimat geknüpft: „Die daheim sind doch auf dem Posten." Eines Tages erreichte die Kompanie ein schweres Paket: Brettspiele, Bastelgerät, ja sogar ein ausgewachsenes Koffergrammophon mit einem runden Dutzend Schallplatten. Und dann kamen gleich hoch- bepackte Schlitten heran, die Zuteilung für die Einheit aus der Wintersachenspende des deutschen Volkes. Wie spürbar wehte an diesem Vormittag der Atem der Heimat über den frostklirrenden Wintertag. Sahst du die blanken Augen, Kamerad, die lachenden bärtigen Gesichter, als die vielen Decken, Pelze, Socken und wollenen Unterjacken zum Vorschein kamen? In einer geschlossenen Phalanx waren unsere Frauen, Mütter, Schwestern und Brüder angetreten, uns die dunklen und oft bitteren Wintermonate durch ihre hingebende Liebe vergelten zu helfen. Und immer wieder rückt die Heimat zusammen. Wo auf der weiten Welt ist mit einer so stummen Selbstverständlichkeit gearbeitet, verzichtet und gespendet worden? Wo paarte sich der Fleiß mit dieser selbstlosen Hingabe? Wo wurde so wenig von Opfern geredet und so folgerichtig gehandelt? Gewiß, niemand hat das Recht, sich dieser helfenden Bereitschaft tönend zu rühmen. Ist sie doch nur ein kleiner Dank der großen deutschen Familie, der gar nicht wagt, Vergleiche zu ziehen nfit dem stummen verbissenen Heldentum der Front in der Eiswüste des Ostens. Und doch fühlte der Soldat den Eifer der Heimat und ist unendlich froh darüber. Wenn sich an den Opfersonntagen des Kriegswinterhilfswerkes die Sammelbüchsen füllen, weiß er eine gläubige, siegesgewisse Bereitschaft hinter sich, die das große deutsche Vaterland von der Küste der Ostsee bis. hinunter zu den Ufern des Bodensees umspannt. Und wenn die Wehrmacht selber aufruft, wenn sie selber wirbt für das einmalige Hilfswerk der Nation, ist sie gewiß, daß die Heimat sie hören wird. An diesem Tag spricht der Soldat der Heimatgarnison zu der Gemeinschaft des Volkes. „Ich komme", ruft er ihr zu, „als Sendbote der Millionen Männer, die alles hinter sich ließen, um mit ihren Leibern den heiligen Boden der Erde zu schützen. Ich will das Band verstärken, bas uns in diesen Kampfjahren zusammenhielt." Und das deutsche Volk wird wieder nebeneinander stehen, wird sich dankbaren Herzens um seine Wehrmacht scharen und dem Ruf ein Echo verschaffen, das jenen namenlosen Dank in sich einschließt, das Sinnbild der ewigen deutschen Schicksalsgemeinschaft, die in sechs Feldzügen geschweißt worden ist. Der Gauamtsleiter des Amtes für Volkswohlfahrt im Gau Hessen-Nassau hatte die Vertreter einer Reihe von Zeitungen des Gaues zu einer Besichtigung von NSV.-Ein- richtungen im Gau Hessen-Nassau eingeladen, um ihnen Einblick in einen wichtigen Sektor der Arbeit der NSV. zu geben. Es handelte sich dabei um die Betreuung erholungsbedürftiger Mütter und Mädchen, die sich im Einsatz für unser Volk durch außerordentliche Leistungen eine besondere Stärkung ihrer körperlichen und geistigen Kräfte verdient haben. Unser Schriftleiter berichtet hier von seinen Eindrücken und Beobachtungen bei dieser Besichtigung. Der Leiter des Amtes für Volkswohlfahrt im Gau Hessen-Nassau, Gauamtsleiter Fuchs, gab am Montag im Jakob-Sprenger-Haus in Darmstadt, dem Sitz der Gauamtsleitung der NSV., vor den Pressevertretern einen Ueberblick über die großzügige Arbeit der NSV. in unserem Gau. Er schilderte in kurzen, aufschlußreichen Umrissen die Entwicklung dieser Tätigkeit von 1933 bis in die jüngste Zeit und knüpfte daran einen Ausblick auf die weiteren großen Aufgaben, die in der Zukunft und besonders nach dem Kriege von der NSV. zum Besten unserer Volksgemeinschaft zu erfüllen sind. Gleichzeitig umriß er die Verpflichtungen, die allen Volksgenossen gerade jetzt im Kriege obliegen, um auch durch ihre Mithilfe in der NSV. zur Stärkung unseres Volkes und zum Siege unserer Waffen beizutragen. Wir behalten uns vor, diese Aufgaben und Verpflichtungen in nächster Zeit noch besonders zu behandeln. Den eindrucksvollen Darlegungen des Gauamtsleiters folgte eine Besichtigungsfahrt zu verschiedenen Einrichtungen der NSV., die der Betreuung besonders erholungsbedürftiger Mütter und Mädchen im Rahmen des Hilfswerkes „Mutcker undKin d" dienen. * Der Besuch gilt zunächst einem Erholungsheim in Bensheim. Dort sind in dem schönen Gebäude der Gauichule des NSLB. (NS.-Lehrerbundes) Gau Hessen-Nassau 40 Mädel von 16 bis 25 Jahren untergebracht, die in der Rüstungsindustrie wichtige Kriegshilfe leisten und sich nun in diesem Heim in einem Aufenthalt von 3 bis 4 Wochen erholen und kräftigen sollen. Inmitten eines großen und schönen Gartens gelegen ist das weiträumige Haus mit feinen hohen und lichtdurchfluteten Zimmern und kleinen Sälen ein behaglicher Aufenthaltsort. Die junge Heimleiterin, eine frische und anmutige bewährte frühere Frankfurter BDM.-Führerin, paßt in ihrer frohgestimmten Art gut zu den jungen Mädels, die ihr für einige Wochen zur Führung und Betreuung übergeben werden. Schon von weitem hören wir beim Gang durch den Garten den fröhlichen Gesang der Mädels, die wir in einem Wintergarten luftig beisanimensitzend singend an- treffen. Aus den jungen Gesichtem sieht man die Freude an/ber schönen Urlaubszeit leuchten, und begeistert erzählen die Mädels von den herrlichen Tagen, die sie hier verleben dürfen. Bis %8 Uhr morgens können sie schlafen, dann können sie nach dem Frühstück entweder in dem großen Garten spazierengehen, oder es wird Sport getrieben, mit der Heimleiterin ein Ausflug gemacht, oder gesungen und musiziert bzw. Gesellschaftsspiele gepflegt, daneben ist aber auch Gelegenheit zu ernster geistiger Unterhaltung usw. Nach dem kräftigen Mittagessen herrscht für zwei Stunden Bettruhe, damit sich der junge Körper gut kräftigen kann, nachmittags verlaufen die Stunden ähnlich wie am Vormittag, der Abend bringt dann nach dem stärkenden Abendbrot noch einige Zeit ftoher Unterhaltung verschiedenster Art, es wenden auch Konzerte und Vorträge besucht, bis gegen 21 oder 22 Uhr alles „ins Körbchen" steigt. Schöne Schlafräume, gute Wasch- und sanitäre Anlagen bilden eine treffliche Ergänzung der freundlichen Tages- und Gemeinschaftsräume. Die Mädels find von Herzen dankbar für die schöne Erholungszeit, die ihnen hier geboten wird. Mit leuchtenden Augen und strahlendem Gesicht — wie z. B. freuen, im Lesezimmer lesen usw.: sie können alles tun, nur arbeiten dürfen sie nicht, sie sollen nur gepflegt und bedient werden. Nach dem Mittagessen ist für alle Frauen zwei Stunden Bettruhe, dann gibt's Kaffee, anschließend wieder Spaziergänge, frohgestimmte Unterhaltung in den Gemeinschaftsräumen und mancherlei andere Kurzweil, die dem Erholungszweck des vierwöchigen Urlaubs von der Arbeit forderlich ist. Dem Abendessen folgen noch zwei Stunden in froher Kameradschaft, bann geht's in die Betten, die in schönen, großen Schlafzimmern den Gästen beste Ruhemöglichkeit geben. In Schönberg und auch in Falke n h o f hörten wir von den Frauen, mit denen sich die Pressevertreter zwanglos auch beim gemeinsamen Mittagessen unterhalten konnten, übereinstimmend nur Lob und höchste Anerkennung für dieses Werk der NSV.; aus den vielen Stimmen dieser Art zitieren wir hier z. B. die dankbaren Feststellungen der Frau Weimer aus Gießen, Frankfurter Straße 31, und der Frau Mogk aus Alsfeld, daß sie nach einer so schönen Erholung noch mal so freudig als früher in ihr Alltagsleben zurückkehren und daß sie wie alle übrigen Frauen der NSV. herzlich verbunden sind. Wie im schönen Odenwald an mehreren Stellen, so steht den Müttern auch im Taunus ein herrlicher Ruheplatz zur Verfügung. Hier ist es das NSV.- Müttererholungsheim Ahrtal bei Bad Schwa!- bad). Die NSV. hat dieses Besitztum von einem Deutschamerikaner käuflich erworben, der es sich vor dem Kriege in feiner engeren Geburtsheimat — er stammt aus Eltville — als Landsitz geschaffen hatte. Zwei schöne Häuser mit zahlreichen Zimmern, einem Park mit eigener Gärtnerei und Treibhausbetrieb, Geflügelhof und sogar mit einem Wildgatter, in dem Damwild seinen Standort hat, lassen die 60 Mütter bei ihren je vierwöchigen Erholungsaufenthalten bei guter Verpflegung, in herrlicher Landschaft mit reizvollen Fernblicken und Sonne und würziger Waldluft neue Kraft für die Alltagsmühen gewinnen. Die Heimleiterin ist auch hier, wie in allen diesen schönen Heimen, unermüdlich um das Wege deutscher Soldaten. Von Robert Michel. Vor vielen Jahren blätterte ich einmal in einer großen Literaturgeschichte, und ba fesselten mich im Anhang einige Blätter, auf denen die Reisen deutscher Dichter ausgezeichnet waren. Ich habe schon längst vergessen, von wem diese Literaturgeschichte war, und was ich sonst darin gefunden hatte. Nur diese Darstellung der Lebenswege unserer Dichter hatte sich meinem Gedächtnis tief eingeprägt und seither oft und oft mein Denken beschäftigt. Jedes dieser Blätter war einem einzigen Dichter gewidmet und hielt übersichtlich seine kleinen und großen Reisen und Wanderungen fest. Man erfuhr aus den Zeichnungen nichts Neues, aber die mannigfaltigen Figuren, welche sich dergestalt ergaben, boten dem Beschauer eine eigenartige Anregung und brachten ihm den äußerlichen Schicksalsgang des Dichters fast zum Greifen nahe. Manche machten den Eindruck, als wären sie die säuberliche Lösung einer Rösselsprungaufgabe. So begann* Hans Sachsens Linie in Nürnberg und kehrte nach einigen bescheidenen Zügen wieder dorthin zurück. Nur im Anfang war sie ein wenig verwickelt; als er über Passau und Salzburg nach Hall in Tirol gekommen war, wandte er sich neuerlich gegen Sonnenaufgang und kam über Braunau bis Wels; dort, besann er sich aber wieder und zog, die bekannten Gebiete durchquerend, noch einmal nach Tirol, nicht anders, als ob er den zum ersten - mal versäumten Besuch Innsbrucks hätte um jeden Preis nachholen müssen. Die Zeichnung der Lebenswege Luthers machte den Eindruck einer zielbewußten energischen Führung; alle Linien liefen in scharfgespitzten Winkeln in Wittenberg zusammen, nur der Anfang und das Ende waren in Eisleben. Die Züge Klopstocks und Wielands ergaben nur sehr dürftige Figuren, die sich ängstlich schmal aus dem Norden bis in die Schweiz erstreckten. Weit ausgreifend und klar waren die Lebenswege Lessings, Herders, Hebbels, und Grillparzers, wogegen die Zeichnung der die junge Martha Eßmann aus Crumb ach am Dünsberg, die in der Crumbacher Zigarrenfabrik von Rinn & Cloos arbeitet — erzählen sie uns von der schönen Freizeit, die ihnen die NSV. hier bereitet und die sie immer in freudiger Erinnerung behalten werden. Und quicklebendig und lebensfroh, wie sie uns empfangen, so verabschieden uns diese Mädels wieder, als mir nach längerer Unterhaltung und eingehendem Rundgang durch das Haus unsere Fahrt fortsetzen müssen. * Herrlich inmitten der Forsten und Berge des Odenwaldes liegen die NSV.-Müttererholungsheime Schönberg und Falkenhof, denen nun unser Besuch gilt. Beide sind benachbart in kurzer Entfernung voneinander gelegen. Schönberg, ein hübsches Landhaus, war das erste Heim dieser Art, das im Jahre 1937 von der NSV. aus dem Besitz der Landesversicherungsanstalt Hessen erworben und damit gaueigen wurde; Falkenhof, ein schloßartiger Bau hoch oben auf einem Berge, umgeben von herrlichem Wald und prächtige Ausblicke auf die wunderbare Landschaft bietend, gehörte früher einem Frankfurter Bankjuden, der dieses große Haus mit seiner Unzahl von Zimmern und weiten Räumen als Sommeraufenthalt für zwei (!) Personen benutzte; es findet jetzt nach der lieber» nähme durch die NSV. eine weit bessere und für unsere Volksgemeinschaft würdigere Verwendung als > Heim für erholungsbedürftige Mütter. In Schönberg genießen 36 Mütter, in Falkenhof 53 Frauen aus allen Gegenden des Gaugebiets einen Ferienaufenthalt von je 4 Wochen Dauer. Hier können sich die Mütter nach den schweren Anstrengungen ihres Alltags nach Herzenslust ausruhen und wohlfühlen, denn von der NSV. und den Heimleiterinnen wird in bester Weise für sie alle gesorgt. Morgens können die Frauen ausschlafen, bann können sie je nach Wunsch gemeinsam, in Gruppen ober auch einzeln spazieren gehen, sie können in winbgeschützten unb sonnigen Liegehallen Kräftigung finben, ober im Schreibzimmer Briefe schreiben, in -den schönen Gemeinschastsräumen sich unterhalten ober an Gesellschaftsspielen sich er» tungen ber Artillerie haben wir am Donnerstag bereits ausführlich berichtet. Zu ergänzen ist heute noch bas Unterhaltungsprogramm ber Flieger, bie ihren Besuchern neben ben Besichtigungen ber Unterkünfte am Sonntagnachmittag noch einen Feldflug- platz unb Segelfliegen zeigen wollen, an ber Haupt- wache Solbaten fingen lassen unb im übrigen eine große Varietöveranstaltung im Wirtschaftsgedaube starten, bie bei allzu starkem Besuch sofort burch eine Parallelveranstaltung erweitert werben kann. Wer an seinem Mantel ober Rock ein (minbe- stens!) Spenbezeichen vom „Tag ber Wehrmacht" trägt, kann den Fliegerhorst bzw. die Kasernen ohne weitere Zahlung betreten, wer ein solches Abzeichen nicht besitzt, muß am Eingang des Horstes bzw. ber Kasernen 20 Pf. Eilttrittsgebühr ablaben. Photoapparate dürfen nicht mitgebracht werben. Im Fliegerhorst ist auch Abstellmöglichkeit für Fahrräber vorgesehen. Der SA.-Musikzug wirb am morgigen Sonntag vor ber Universität bzw. im Schulhof der alten Pestalozzi schule während ber Essenausgabe konzertieren, die Artillerie hat für bie Zeit ber Essenausgabe von 12 Uhr ab ebenfalls ein Konzert angefünbigt. Nach her Gchlachi bei Kunersdorf. Die nächste Nacht brachte Friedrich in einer von den Kosaken geplünberten Bauernhütte zu, welche dem Wind und Wetter überall Eingang ließ. Seine Adjutanten schliefen um ihn her, denn sie hatten kein Königreich zu verlieren. Aber in Fried- richs Augen wollte kein Schlaf kommen, er erwartete auf einem Strohlager nur den künftigen Morgen. Da meldete ihm ein Offizier, man habe doch noch einiges Geschütz gerettet. „Monsieur, Er lügt!" fuhr Friedrich ihn an, unb befahl seinen 5000 Mann (bie von den 38 000 übrig waren) schnell weiter zu ziehen, benn noch wollte er seine Hauptstabt beeten ober sterben. Deswegen führte er auch während des ganzen Krieges immer ein Giftpulver bei sich, und schon nach der Schlacht bei Kollin hatte er den Entschluß gefaßt, es zu nehmen; nur die günstige Wendung der Sachen hatte damals seine Verzweiflung beschwichtigt, und jetzt kam ihm die Uneinigkeit der Russen und Oester- reicher zu Hilfe." — So zu lesen im 7. Band der Weltgeschichte von Annegarn aus dem Jahre 1833. Joh. Will), v. Archenholz, der den Siebenjährigen Krieg z. T. als Offizier mitgefochten hat, schreibt in seiner „Geschichte des Siebenjährigen Krieges in Deutschland": „Nie war die Standhaftigkeit dieses Monarchen so außerordentlich erschüttert worden als an diesem unglücklichen Tage. In wenig Stunden hatte ihn das Kriegsglück von der Höhe eines unbezweifelten Sieges in die Tiefe einer Niederlage herabgeftürzt. Er versuchte alles, um feine fliehende Infanterie zum Stehen zu bringen; allein Vorstellungen, dringendes Bitten, fönst von den Lippen eines Königs, und zwar dieses Königs fo wirksam, nichts wollte hier helfen. Man sagte, daß er in dieser verzweiflungsvollen Lage sich laut den Tod wünschte. Seine lebhafte Einbildungskraft stellte ihm in den ersten Augenblicken die Folgen dieser verlorenen Schlacht als schrecklich dar, so daß er von eben diesem Schlachtfelde, wo er wenig Stunden zuvor Siegeskuriere ab gefertigt batte, jetzt Befehle nach Berlin sandte, die Sicherheits- maßregeln und schleunige Rettung zum Gegenstände hatten." — Nach den historischen Tatsachen wird in dem von Veit Harlan inszenierten 9ilmi „-D e r große König" die Schicksalsstunde von Kunersdorf eindringlich beschworen. Irrfahrten Kleists in einem wirren Gewebe bestand. Schillers Linien waren kümmerlich, wie von einer peinlichen-Not zufammengedrückt. Und Goethes Lebenskarte: es war seltsam, daß gerade die Linie dieses schönen und harmonisch geführten Lebens eine Figur bildeten, aus der man eine Art Karikatur, das Abbild eines verwachsenen Kobolds, zu erkennen glaubte, der einen übergroßen Kopf hatte. Das Auge war Frankfurt und von da aus ging ein starker Nerv nach Weimar, das rückwärts irgendwo an der Hirnrinde lag. Mit dem scharfen Schnabel hackte er gegen Frankreich, und bic Spitzen bes Kinnbartes gingen bis in bie Schweiz, nach Zürich unb Schaffhaufen. Nach Oesterreich reichte nur ein Haarzipfel, nach Karls- bab und Eger. Der übrige Körper, besten Füße bis tief nach Italien langten, war nur flüchtig gezeichnet, und Innsbruck faß biefem Wicht genau im Nacken. Wenn ich an biefe Karten zurückbachte, hätte ich mir auch noch bie Darstellung ber Lebenswege anderer beutfcher Dichter unb Geistesheroen gewünscht, unb ganz besonbers fehlte mir immer bie Lebenskarte Kants. Die gäbe allerdings nur einen einzigen schwarzen Punkt — Königsberg — aber dieser schlichte Punkt müßte neben den Lebenskarten anderer großer Deutscher auf den Betrachtenden überwältigend wirken, weil er immer wieder eindringlich zu erkennen gäbe, daß dieser überragende Geist der es vermochte, ein eigenes Weltgebäude zu errichten, völlig auf bie Bekanntschaft mit ber kleinen irbischen Welt, bie jenseits ber Bannmeile seiner Vaterstabt lag, verzichten konnte. Immer weiter gingen meine Wünsche. Ich hätte bie Lebenskarten ber Eltern haben wollen unb bie der Großeltern und aller meiner Vorfahren, deren eigenstes Wollen noch in meinem Mute kreiste So manches dunkle Drängen und manche Sehnsucht märe mir vielleicht beim Anblick dieser Limen verständlich geworden. Manchmal meldete sich auch der Wunsch in mir, meine eigenen Fahrten fo in Amten »«^ufteUen, aber erst zu Beginn des Weltkrieges schaffte ich mir eine große Karte von Mitteleuropa an und zeichnete in den vier Jahren dann mit roter Tinte Der Verkauf der schönen Abzeichen zum „Tag Äer Wehrmacht" ist in allen Straßen lebhaft im Gange. Am heutigen Samstagnachmittag werden die Veranstaltungen der Wehrmacht zu diesem Tage mit dem Marsch einer Geschützstaffel durch die Stadt eingeleitet, bei dem von 14 Uhr ab folgende Straßen berührt werden: Kaiserallee, Moltkestraße, Hitler- wall Walltorstraße, Marktplatz, Schulstraße, Son- nenstrahe, Kreuzplatz, Seltersweg, Frankfurter Straße, Liebigstraße, Ludwigstraste, Bismarckstraße, Hindenburgwall, Ludwigsplatz, Kaiserallee. Um 15 Uhr findet am Selterstor Schießen mit Uebungs- munition statt, um 16 Uhr folgt die gleiche Darbietung am Stadttheater. Die Nachrichtenhelferinnen werden heute um 16 Uhr am Selterstor, um 17 Uhr auf dem Kreuzplatz durch Gemeinfchaftsgesänge erfreuen. ' . Der morgige Sonntag gilt von 9 (bei ber Artillerie) bzw. 10 Uhr (bei ben Fliegern) ab ber Kasernen- bzw. Horstbesichtigung: Im Verlaufe bes Vormittags unb Nachmittags werben bann unsere Artilleristen unb Flieger ihr Besucher mit vielerlei Darbietungen und Ausschnitten aus bem militärischen Dienstbetrieb unterhalten. Von 11 bis 14 Uhr wirb das Essen aus ben Feldküchen ausgegeben. Wer in den Kasernen essen will,.yiuß feinen Löffel mitbringen, in der Bergkaserne auch den dazu gehörigen Teller. Das Essen kann nur an der Stelle empfangen werden, die auf den Eßmarken ausdrücklich bezeichne^ ist. Nudeln mit Rindfleisch gibt's bei ben Fliegern unb im Stubentenheim, Bergkaserne, Zeughauskaserne, ferner in Klein-Lin- ben unb am Bahnhof. Bei ber Artillerie gebfs Erbsen mit Speck, lieber bie Darbietungsvorberei- ■ (Nachdruck verboten.) 51. Fortsetzung. ZulaffungSkarten für den Osterverkehr. Zur Vermeidung einer Ueberfüllung der Schnell, und Eilzüge in der Zeit oom 1.4. bis 7.4. werden in Frankfurt (Main) Hbf., Offenbach Hbf., Hanau Hbf., Frudberg und Gießen für die meisten dieser Zuge Zulassungstarten ausgegeben. Alle in Frankfurt Hbf. ab 1.4. nach 12.00 Uhr abführenden rationierten Züge können nur mit Zulassungskarlen benutzt werden; die Zulassungstartenpflicht endet bei den an den Laynhofen am 7.4. bis 24 Uhr ab» gehenden Zügen. Die Fahrausweise und Zula,sungs» rarten können bereits vier Tage vor dem Reise» antritt gelöst werden. In der Zeit vorn 1.4. bi- 7.4. sind die meisten der zulassungstartenpflichtigen Züge für den Nahverkehr bis 150 km gesperrt. Ueoer» gangsreifende, Inhaber von Zeitkarten (auch Netz» und Bezirtskarten), Bettkarten, Wehrmachtsfahrscheinen und Wehrmachtsfahrkarten find von der Lösung von Zulassungskarten befreit; auch die Be» schränkungen des Nahverkehrs finden auf sie keine Anwendung. Sießen-Mein-Linden. ist wirklich ideal, es gibt dem Kuchen, auch wenrw er mit dunklem Mehtj gebacken ist, ein appetitliches Aussehen und» feinsten Vapillegeschmadd SSackfeut i$t das onbedlngl zuverlässig»-* Der feurige Ofen Roman von Hans von Hülfen Gießener Konzeriring. Erstes Zubiläumskonzert zur 150-Iahrfeier des KonzerivereinS wider. Bruckners gigantisches Formenausmatz, obwohl durchaus auch der traditionellen Forderung nachkommend, ist aus der elementarsten Keimzelle her- ausaewachsen; ja, seine Themen entstehen gewisser-1 maßen vor den Ohren des Hörers und finden dabei aus ihren eigenen Bedingungen heraus ihre klangliche Einkleidung. Daraus ergibt sich die Basis, von welcher aus die Klangwerdung einer Bruckner- Symphonie einzig möglich ist. Professor Temes» väry hat im Laufe der Fahre gerade die Vierte besonders bevorzugt, und von Mal zu Mal hat seine Darstellung an elementarer, ursprünglicher Kraft gewonnen und das Innerste des Werkes immer vertrauter und restlos deutlich werden lassen. So ließ er auch diesmal die Ecksätze in ihrer koloßhaften Monumentalität in klarster Gliederung und innerster Gezogeuheit erstehen, jenen Momenten des Webdens und Entwickelns in den lieb ergangen zwingende, bannende Kraft gebend. Ausgetönt mit der Organik waren die dynamischen Werte als Untergrund sich breit ausschwingende Stimmungen. Tiefstes Empfinden durchzog das wehmutsvolle Andante mit seiner seinen Durchbildung der instrumentalen Thematik. Unmittelbare Frische in vollstem Lebensgefühl atmete das Scherzo mit seinen leuchtenden, ja saftigen Klängen; im Trio breitete sich anmutige Anschaulichkeit aus. Ganz besondere Aufmerksamkeit wandte Professor Teüiesvary den gerade bei Bruckner so bedeuts-amen Koda-Entwicklungen zu, und so fand das Finale geradezu machtvollen Nachhall. Die Helfenden im Orchester setzten an jedem Pult bestens ein; volle satte Streicherklänge, ausgeglichene Blaskörper in Fülle und Weichheit; fein nachgebende Holzbläser und vor allem die mit reichlichen, aber auch schwierigen Aufgaben bedachten klangschönen Hörner. Stärkster Beifall war der Dank aller Hörenden. Dr. Hermann Hering. In seinem ersten Iubiläumskonzert hatte es der Konzertverein mit Recht unternommen, den Ort seiner Tätigkeit im Lichte des Wirkens der jetzigen Generation zu zeigen und so eine „S i n s o n i e t t a" von Gustav Adolf Schlemm (geb. 1902 in Gießen) der Vortragsfolge eingegliedert und als ausübende Künstlerin ebenfalls in Gießen verwurzelt, Waltraud Schüttler (Violine) gewonnen. Gustav Adolf Schlemm folgt mit seiner Sin- fonietta den Bestrebungen der jüngeren Zeit, indem er an Stelle der zu immer größeren Ausmaßen entwickelten Symphonie sich der Sinfonietta zuwendet, d. h. nach den gleichen Gestaltungsprinzipien den Rahmen der Ausweitung des Werkes beschränkt. Schlemm hat ein stark ausgeprägtes Formempfin- den, das den angeschlagenen Gedanken in engster Kürze bindet und bemüht ist, das innere Gleichgewicht der einzelnen Teile innezuhalten. Er verliert sich dabei aber nicht in reiner Erfüllung des Formalen, sondern ist, wie zumal aus dem langsamen Satz hervorgeht, um den Ausdruck mit ernstem, starkem Wollen bemüht. Seine Melodik erscheint zunächst nicht so eingängig, weil sie originell erwuchs ohne erkennbare Anlehnung an Vorbilder. Seine Klänge lieben die innere Spannung durch Dissonanzen und eine ausgeprägt durchgeführte Linearität, so daß sich in der klanglichen Struktur ein vielfältiges Bild aus dem organischen Verlauf der Einzelentwicklungen der Stimmführung ergibt. Zu seiner Sinofonietta zieht er ein großes Orchester heran; er verfällt aber dabei nicht einem sogenannten Prunkst», sondern seine Art der Instrumentierung ist einzig auf die Ausdruckskraft feiner Themen der Leichtigkeit und Handhabung der einzelnen Stricharten und Vortragsmanieren. So konnte sie iir den musikalischen Willen der jüngsten Gießener Generation zeugen und mit Mozarts A-dur» Konzert den entscheidenden Schritt in.die Oeffent- lichkeit tun. Besonderes Augenmerk lenkten die Kadenzen auf sich, zumal im ersten Satz, durch die Sauberkeit in der Phrasierung und die Plastik der klanglichen Durchgestalung; hier ließ sich am deutlichsten ihr geigerisches Können erkennen. Waltraut Schüttler wurde darum mit Recht überaus freundlich in ihrer Vaterstadt gefeiert. Starkes, bannendes Erleben strahlte die Wied ergäbe von Bruckners vierter Symphonie (Es-dur) durch Professor Temesvary aus. Wenn dieses zweifellos volkstümlichste Werk unter den Brucknerschen Symphonien die zusätzliche Bezeichnung „Romantische" trägt, so ist Bruckner doch nicht als Romantiker etwa in der Art Webers oder Schu- manns anzusprechen. Was sich in dieser Symphonie widerspiegelt, ist die Hingabe an die Natur, die in der Verbundenheit von Mensch und Natur kindhaftes Beglücken erwachsen läßt. Ist z. B. das Gesangsthema des ersten Satzes der Symphonie durch den Ruf der Waldmeise angeregt worden, so läßt Bruckner hier gleichzeitig in der Bratsche eine Melodie ausblühen, die nach seiner, eigenen Aussage „das eigene Glücksgefühl ausdrückt, solchen traulichen Naturstimmen im Walde lauschen zu können". Ein ähnliches Durchdringen-von Naturvorgana und Empfindung spiegelt auch die Jagdszene (Scherzo) schmettert der Buchfink sein herausforderndes Liedchen. lieber jede Frühlingsstimme freuen wir uns. Im Herzen fitzt das Frühlingsgefühl und will nun nicht mehr weichen. Selige Unruhe erfüllt des Menschen Herz. Wir stehen vor den Blumenläden und staunen. Wir schauen nach dem Himmel und horchen auf den Gesang der Vögel. Wir erleben die ersten Frühlingsstimmen mit offenen Augen und hoffendem Herzen. —h. Eierkarte des 32 /34. VersorgungS- '. abschnittes aufheben. NSG. Da auf die Eierkarte des 34. Versorgungsabschnittes Eier noch nicht abgegeben werden konnten, bei der nächsten Kartenausgabe jedoch wieder eine neue Eierkarte zur Ausgabe gelangt, könnte der Irrtum auftreten, daß die alte Eierkarte wertlos geworden sei. Dies ist nicht der Fall. Vielmehr werden auf die Eierkarte des 32. bis 34. Versorgungsabschnittes noch Eier ausgegeben. Diese Karte darf also nicht vernichtet werden, sondern ist auf alle Fälle aufzuheben. _______________________ eingestellt. Der Kopfsatz der Sinfonietta (Allegro moderato) erwächst aus motorischem Impuls, in herber Klang- lichkeit kontrastierend in der rhythmischen Abwandlung; der Seitengedanke erhält in seiner Wiederkehr eine besondere klangliche Abprägung (gestopftes Hom). — Dem Grave ist ein innerlich schwerer, lastender Ausdrucksstil zu eigen, der an den harmonischen Entwicklungen letzter Jahrzehnte nicht unberührt vorübergeht. In seiner weiteren Ent- altung stellt dieser zunächst den Streichern vor- behaltene Satz später die Holzbläser mit dem Streichkörper in wechselseitiger Durchdringung gegenüber bei besonderem Anteil der Solovioline. In Breite klingt das Ganze aus. — Das Scherzo folgt der überkommenen Form. Sein Thema wixd von kühnen Intervallschritten bestimmt; geschickt ist auch hier die Gegenüberstellung von Streichern und Holzbläsern.— Das Finale voll innerer Straffheit verbindet Entwicklungsepisoden gegensätzlicher Thematik; es mündet in ein Fugato der Streicher, das fortklingt in dem herben Choral der Posaunen und sich zur ekstatischen Coda ausweitet. Die Einstudierung dieses in feiner inneren Haltung schwierigen Werkes hatte Professor Stefan Temesvary mit stärkstem Ausdruckswillen durchgeführt; so wurde dem anwesenden Komponisten ehrende Anerkennung zuteil. Waltraud Schüttler ist den Gießenern durch ihre Mitwirkung bei verschiedensten Gelegenheiten in früheren Jahren in Erinnerung. Was damals als Entwicklungsansatz und glückliche Veranlagung bewertet werden konnte, hat sich nach ausgedehntem Studium organisch herangebildet, und der Werdegang von Waltraud Schüttler hat jetzt einen entscheidenden Abschnitt erreicht. Ihre Griffbrett-Technik ist sorgfältig durchgebildet und zeugt von eifriger Arbeit. Dem entspricht auch ihre Bogenführung in Wohl ihrer Pfleglinge bemüht. Schöne Gemeinschaftsräume, gute Schlafzimmer, sonnige Balkons und windgeschützte Liegeterrajsen, prächtige Gartenwege usw. werden von den Müttern täglich aufs neue als besondere Annehmlichkeiten empfunden, dazu kommt die vielfältige Möglichkeit, sich an den Schönheiten des herrlichen Taunus erfreuen zu können. Unter diesen günstigen Umstünden verbringen die Frauen auch hier bei Spaziergängen, kameradschaftlicher Unterhaltung usw. ihre Ruhetage. Alle sind begeistert von diesem Ausspann und erfüllt von Dankbarkeit für dieses wahrhaft sozialistische Werk der NSV. Diesen Eindruck gewannen wir bet unseren Unterhaltungen mit den Müttern, in deren Kreis sich aus unserer engeren Heimat zur Zeit Frau Hillenbrand aus Gießen-Wteseck, ZumÄhlb^ehagen der Mütter tragt auch die Tatsache erheblich bei, daß sie sich in ihrer Freizeit keine Sorgen um ihre Kinder daheim zu machen brauchen, Denn für diese wird in Abwesenheit der Mutter auch von der NSV. gesorgt. Kleine Kinder werden in dieser Zeit in die NSV.-Kinderheime aufgenommen, wo sie von sachkundigen und erfahrenen Kinderschwestern und Kindergürtnerinnen sorgsam betreut werden. * Im Gau Hessen-Nassau hat die NSV. bis jetzt sieben Müttererholungsheime erworben und eingerichtet; darunter befinden sich ein Heim für werdende Mütter und ein Heim für Mütter mit Kleinkindern. In den Jahren 1934 bis 1941 einschließlich sind zur Erholung in diesen Heimen rund 20 000 Mütter, in das Mutterheim mit Kleinkindern von 1936 bis 1941 einschließlich rund 2300 Kleinkinder verschickt worden. Auf das Jahr 1941 allein entfallen davon 3300 Mütter und 884 Kleinkinder. Daneben wurden von 1937 bis 1940 einschließlich (die Zahlen von 1941 liegen uns noch nicht vor) noch 45 848 werdende Mütter, Wöchnerinnen und ledige Mütter in die Betreuungsmaßnahmen der NSV. einbezogen. Außerdem unterhält die NSV. in unserem Gau noch sieben Kindererholungsheime für Knaben und Mädchen. Diese Zahlen allein offenbaren schon eine gewaltige Leistung der NSV. unseres Gaues zum Besten unserer Volksgemeinschaft und der Zukunft unseres Reiches. Dieses Werk verdient denn auch die höchste Anerkennung und die vollste Unterstützung aller Volksgenossen. Heute und morgen am „Tag der Wehrmacht" haben wir alle erneut Gelegenheit, unserem Dank und unserer Anerkennung für das Werk der NSV. Ausdruck zu geben. Möge diese Bekundung unserer Mithilfe bei dem vorbildlichen Werk der NSV. alle Volksgenossen zur höchsten Leistung veranlassen, als erneuten Beweis unterer Entschlossenheit, alle Kräfte anzufpannen im Dienste unseres Volkes und zugleich als sichtbaren Ausdruck des Dankes an unsere Mütter als den Trägerinnen der Zukunft des ewigen deutschen Volkesl B. „Ja, Marion", fing er sofort an, „es ist nun so weit ...Ich möchte dir vor allem sagen, daß ich inzwischen bei Abbeg gewesen bin. Er leugnet gar nichts. Ich habe ihm für morgen meine Forderung angekündigt." Marion preßte für einen Augenblick beide Häntx gegen die Schläfen. Sie ging quer durchs Zimmer und ließ sich in einen der Klubsessel unter Annettens Bild fallen. „Schrecklich, Jan! Daß ihr Männer immer so schnell handeln müßt!" „Mein liebes Kind, so handelt man, wenn Oie Ehre kommandiert." „Ich kann dich leider nicht hindern. Aber ich denke doch, du wirst die Dinge anders ansehen, wenn ich dir alles gesagt habe." „Sprich nur!" erwiderte er, unter dem Kronleuchter stehend, dessen Schein hell auf feinem hellen Haar lag. „Du weiht nicht, wie ich darauf warte. — Freilich, im Grunde, was willst du mir noch sagen, nachdem Abbeg selber alles preisgegeben W t „Was — was hat er preisgegeben? „Muß ich es wirklich wiederholen? Derlei ist in diesem Hause noch nie gesprochen worden. — Daß er und du — eh, daß du seine Geliebte — Er biß die Zähne zusammen und wandte sich gegen die Tiefe des Zimmers. Marion schwieg ein paar Herzschlage lang. Dann» sagte sie ruhig: „S)öre zu, Jan. Fürchte nicht, daß ich Winkel» züge mache. Ich werde ganz offen fein. Ich weih, daß ich verspielt habe — aber nicht um solcher Dinge willen, die nicht sind, und die auch Abbeg dir nicht „preisgegeben" haben kann, er wäre denn ein großer Lügner. Ich fürchte, meine Schuld gegen dich ist viel schlimmer. Aber ich will nicht verurteilt werden um einer Schuld willen, die i* nicht begangen habe..." (Fortsetzung folgt.) Vrakel rappelte sich auf dem Ruhebett des Fremdenzimmers hoch. Was war?! ... Es klopfte noch einmal. — Das Zimmer lag in tiefer Dämmerung. — „Herein!" Auf der Schwelle stand Marion. „Um Gotteswillen, Papa, was . ist denn mit Mr?J Ich warte und ^warte — es ist ja gleich sieben Uhr!" „Gleich sieben —? Donnerwetter, da haben wir's aber gründlich verpennt!" Er faß schon auf der Kante des Diwans und zog sich die Schuhe an. Marion mußte denken, daß er jo _ genau so damals, in ihrem Münchener Wohnzimmer, drei Uhr nachts auf der Couch vor ihr gesessen hatte ... „Nun wär's gar nicht nötig gewesen .. .!" schoß es ihr durch den Kopf ... „Du mußt ja mächtig erschöpft gewesen sein, Papa! — Wir werden gleich essen. Mach' dich nur fertig und komm herunter. In fünfviertel Stunden mußt du fahren." Eine Viertelstunde später schellte er an der Direk- torvilla. Natürlich — Abbeg kam selbst, ihm zu offnen! Selbstverständlich hatte er den Diener weggeschickt. Es war ja alles so entsetzlich klar. Abbeg blickte ihn kühl an, als im Herrenzimmer die Lampe aufflammte. Fehr glaubte, noch den Rauch einer Zigarette im Raum zu spüren. „Herr Abbeg", sagte er, ohne den angebotenen Sessel zu nehmen: „Ich habe vorhin, als ich hier vorbeifuhr, meine Frau Ihr Haus verlassen sehen. Sie sind mir eine Erklärung schuldig." „Ich, Baron?" fragte Abbeg ganz ruhig zuruck: „Ich glaube, Ihre Frau schuldet Ihnen eine Erklärung." „Sie werden mir nicht ausweichen wollen, Herr Abbeg. Das wäre jedenfalls in meinen Augen eine unbeschreibliche Feigheit." ,Lch nehme das offenbar mit Vorbedacht gewählte Wort zur Kenntnis, Baron." Abbeg hatte jetzt ein kleines Lächeln im Gesicht, aber die rötlich glühenden Schmisse auf feinem Schädel verrieten, daß auch er erregt war» „Sie werden mich jedenfalls durch ein Wort, das die Dinge in unerlaubter Weife vereinfacht, nicht provozieren." „Keine Redensarten, wenn ich bitten darf Ich fürchte, die Dinge liegen so einfach, daß ein ein» ziqer Dort genügt, sie zu charakterisieren. — In «eichen Beziehungen stehen Sie zu meiner Frau? Jn Beziehungen, dis Ihnen erlauben, sie hinter ASinem Rücken allein in Ihrer Wohnung zu emp- fanaen?" Ach bedauere, daß die Baronin Fehr nicht vor der Heirat ihren Mann über die Beziehungen auf» Am Sonntagnachmittag hielt der Männer-^ gefangnere in .Harmonie" in seinem Der» einslokal, der Wirtschaft „Zur Burg", seine diesjährige Jahreshauptversammlung ab. Der stellv. Vereinsführer Heinrich Diehl begrüßte die Erschienenen, u. a. den auf Urlaub weilenden Vereinsführer Fritz Jung VHI. Er gedachte der Verstorbenen und Gefallenen des verflossenen Jahres. Seinem Jahresbericht ist entnommen, daß der Verein beim Kreissängertag und beim Peter-Cornelius« Singen in Mainz vertreten ist, bei letzterer Veranstaltung sogar mit sechs Mitgliedern. Zwei Sänger» kameraden erhielten für 40jührige aktive Sänger« tätigfeit die Ehrennadel. Den im Feld' stehenden Mitgliedern wurden zu Weihnachten Liebespakete zugesandt. Die Mitgliederzahl hielt sich auf der alten Höhe, lieber die finanziellen Angelegenheiten berichtete Kassenwart Ludwig Langsdorf.Seiner mustergültigen Arbeit wurde durch den Versammlungsleiter Dank und Anerkennung gezollt. Der Vorstand bleibt wie seither bestehen. Der auf Urlaub weilende Vereinsführer Fritz Jung gedachte der stolzen Leistungen der an der Front weilenden Waffenbrüder und wandte sich dann mit der Aufforderung zur größten Pflichterfüllung an die in der Heimat weilenden Sängerkameraden. Die Versammlung klang mit dem Gruß an den Führer und unsere stolze Wehrmacht aus. Der Geflügelzüchteroerein Klein-Linden hielt am Samstagabend in feinem Vereinslokal feine Jahreshauptversammlung ab. Dereinsführer Aug. Lenz gab den Jahresbericht. Den Kassebericht erstattete Kassenwart Otto Lippert. Ein kleiner Ueberschuß der Einnahmen konnte für das kommende Jahr überschrieben werden. Die Rechnung fand die Genehmi- K'er Versammlung. Den Mitgliedern, die unter affen stehen, wurde als Liebesgabe der Geflügelzüchterkalender übersandt. Der Vereinsführer forderte die Mitglieder auf, sich eifrig an der pflichtgemäßen Eierablieferung zu beteiligen. Auf Anregung des stellvertretenden Dereinsführers sollen Samen von Sonnenblumen bestellt werden, um ! selbsteigenes Futter zu erzeugen. Gießener Wodjenmarftpreife. * Gießen, 28. März. Auf dem heutigen Wochen- ! markt kosteten: Markenbutter, Va kg 1,80 RM., > Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 8 bis 9, gelbe ' Rüben 12, Spinat 65, Unterkohlrabi 8 bis 10, Zwie- i beln 11, Lauch, das Stück 10, Endivien, % kg 42 Rpf. ♦ * * Ostermärchen im Stadttheater. Aus dem Dramaturgischen Büro wird geschrieben: Heute ' ist die Erstaufführung des Ostermürchens „Der kleine geklärt hat, in denen ich zu ihr seit langen Jahren stehe. — Und über verschiedenes anderes." Fehr war es, als packte ihn der Schwindel. Er nahm alle Kraft zusammen. „Alles andere, was Sie anzudeuten belieben, kommt in zweiter Linie. Das Entscheidende haben Sie, wie ich feststelle, ausgesprochen. Sie werden von mir hören. „Durchaus bereit, Baron. Mir war immer klar, daß dieser Augenblick kommen würde. Aber ich war nicht feige genug, um seinetwillen auf Rechte zu verzichten, in die Sie eingebrochen sind. Schicken Sie mir also Ihren Bevollmächtigten. Ich meines- teils werde von jetzt an jede freie Minute benutzen, um mein Handgelenk, das Sie ja schon einmal kennenlernten, zu trainieren. Die vielen Krähen, die unterm Fenster meines Schlafzimmers lärmen, werden sich glücklich schätzen, Sie als Ziel zu ersetzen." Fehr verbeugte sich kurz, mit der Miene, die seinen unverhohlenen Ekel ausdrückte. Aus der Stadt Gießen. Frühlingsstinnnen. Arn frühen Morgen weckt uns jetzt Vogelgezwitscher. Im Garten sind die Schneeglöckchen erwacht und zittern leise, wenn der laue Frühlingswind sie bewegt. Auch die Krokus blühen, und an sonnigen Abhängen kommen die ersten Gänseblümchen. In der Luft trillert die Lerche. Wohl lärmten und schwatzten die Stare schon lange in den Bäumen rings um die Stadt, aber die Lerchen sind erst vor kurzem zurückgekommen von ihrer Reise, und es lohnt sich, stehen zu bleiben und zu horchen. Du siehst sie nicht, hörst sie nur, nicht eine, son- dem viele. Die Lust ist voller Lerchensang. Da kommt eine herunter aus dem Blau. Wie ein kleiner grauer Stein läßt sie sich fast senkrecht in den Kleeacker fallen. Du siehst sie herumhuschen und Futter suchen. Nicht lange, dann kommt noch eine, und doch hört das Jubilieren in der Luft nicht auf. Nun steigt wieder eine auf. Erst fliegt sie schräg nach der ©eite jetzt wendet sie sich und steuert im Zickzack gegen den Wind, dann aber fängt ihr Lied an, ein Jubeln und Singen, daß es einem warm in der Brust wird. Steil fliegt sie in die Höhe, und bald ist sie deinen Augen entschwunden. Don der hohen Kiefer am Waldrande kommt eine andere Stimme des Frühlings. Die Amsel flötet. Du siehst den schwarzen Sänger hoch oben sitzen. Wie er sich aufplustert, wie schmelzend er lockt! Du denkst nicht daran, daß dir die Amsel im Garten die besten Beeren stiehlt. Nein, du freust dich über den Sänger und nickst chm freundlich zu. Und die kleinen zarten Stimmen der Meisen tönen dir entgegen. Sie Hüpfen auf den Büschen, von Ast zu Ast, von Zweig zu Zweig. Dazwischen Zusahkleiderkarie für Jugendliche zur dritten Iieichskleiderkarte. Wie kürzlich bereits bekanntgegeben wurde, wird auch in diesem Jahr wieder eine Zufatzkleiderkarte für Jugendliche ausgegeben mit 30 Vezugsabschnitten für Knaben und 20 Bezugsabschnitten für Mädchen. Die Karte enthält weiter zwei Bezugsnachweise für je ein paar Strümpfe oder Socken. Alle Bezugs- äb'fchmtte und Bezugsnachweise der Zufatzkleider- karte sind sofort fällig. Die Zusatzkleiderkarte wird auf Antrag an alle Jugendlichen ausgegeben, die zwischen dem 2. September 1923 und dem 1. September 1928 geboren sind und bereits eine dritte Reichskleiderkarte erhalten haben. Antragsberechtigt find die Jugendlichen ober deren gesetzliche Vertreter. Die Anträge können vom 30. März ab bei den zuständigen Wirtschaftsämtern (Kartenstellen) gestellt werden. Bei der Antragftellung haben die Jugendlichen ihre dritte Reichskleiderkarte sowie einen Ausweis, aus dem das Geburtsdatum her- vorgcht (z. B. Kennkarte, HJ.-Ausweis, Geburtsurkunde) vorzulegen. Die Antragsfrist endet am 30. April 1942. „Hab' ich den Kerl doch nicht am Schlafittchen gekriegt! ... murmelte Brakei, indem er sich ächzend die Schuhriemen zuband. Auf der Galerie, die im trüben Licht des nur zur Hälfte brennenden Kronleuchters lag, traf Marion Fehr, der aus dem Schlafzimmer trat. Sie wich feinem Blick nicht aus. „Ich bitte dich nur um eines, Ian: laß Papa nichts merkens Du wirst sehen, wie er mit allem zusammenhängt. Wir sprechen uns nachher." „Selbstverständlich. Gute Haltung bis zuletzt." „Zuletzt —1 dachte sie mit einem Schauer aller Nerven und ging an ihm vorüber. — Das Abendessen verlief in bester Form. Heber der Tafel wehten die Kerzen. Marion gab sich heiter — ihr war, als märe sie ip ihr früheres Leben zurückgeschlupft und spielte Line Rolle in einem Stück — und Christian Fehr gewann es sogar über sich, mit dem Schwiegervater „auf baldiges frohes Wiedersehen" anzustoßen, obwohl er kein Wort davon glaubte, sondern hinter der höflichen Redensart nichts sah als die Trümmer seines Glücks. Brakei bedauerte noch einmal, daß er den Besuch bei Abbeg versäumt habe: eine ganz unerklärliche Müdigkeit sei plötzlich über ihn gekommen, noch niemals habe er so etwas erlebt, jetzt habe er mindestens für drei Nächte Vorrat geschlafen ... Fehr sah Marion mit flüchtigem Blick an, als der Name Abbeg fiel, aber sie schaute ruhig an ihm vorbei. Es erstaunte und erbitterte ihn, daß sie so ruhig war. Ein Viertel nach acht meldete Fabian den Wagen. Im Lichte der Kugellampen nahmen Fehr und Marion Abschied von ihrem Gast. „Na, die Kleine kann zufrieden fein ... hat eine feine Partie gemacht und einen seelenguten Mann gekriegt!" dachte Brakei, während das Auto ums Rondell fuhr. — m Christian Fehr ließ Marion den Vortritt, als sie 1 ins Haus zurückgingen. Dann öffnete er die Tür ; zu feinem Zimmer und schaltete alle Lichter em, damit es hell um ihp wäre in dieser Stunde, Däumling und die Siebenmeilenstiefel*. Der Mär- chenonkel Karl Volck hat mit seiner Inszenierung dafür gesorgt, daß es allen viel Freude machen wird. Lustige Tänze und schöne Musik tun ein weiteres, alle Kinderherzen höher schlagen zu lassen. In den Hauptrollen: Käte Jaenicke, Hilde Kneip, Valeska Lange, Ines Raßl, Editha Thomas; Hans Bergmann, Leopold Fischer, Ernst Heck, Hans Seitz und Karl Volck. Die musikalische Leitung hat Carl Willy Hahn, die Tanzleitung Andreas Volpert. ** 8 0 Jahre alt Frau Elisabeth Wagner Witwe, Stephanistraße 53 wohnhaft, begeht am morgigen Sonntag, 29. März, in bester körperlicher und geistiger Rüstigkeit ihren 80. Geburtstag. Der Jubilarin bringen auch wir unseren herzlichen Glück- wünsch dar. ♦* Ein Siebzigjähriger. Am morgigen Sonntag, 29. März, kann der Kaufmann Emil Fischbach, Bleichstraße 13 wohnhaft, in aller Frische seinen 70. Geburtstag begehen. Dem Jubilar gilt auch unser herzlicher Glückwunsch. ** Di e Reichsverbilligungsscheine zum Fettbezug werden in Gießen am kommenden Dienstag, 31. März, ausgegeben> wie das Sozialamt heute bekanntgibt. *♦ Der Großzirkus Max Holzmüller eröffnet am nächsten Samstag, 4. April, nach mehrmonatiger Winterpause ein mehrtägiges Gastspiel auf Oswaldsgarten. Mit einem 2/4ftünbigen Programm will er seinen Besuchern eine vielseitige Unterhaltung bereiten. Dabei wird auch der bekannte Elefant Nurmi Mitwirken. , Derdunkelungszeik: 28. März von 20.48 bis 6.35 Uhr. 29. März von 20.50 bis 6.33 Uhr. Der Sport am „Tag der" ehrmacht". Fuhball. Auch der Fußball kommt am „Tag der Wehrmacht^ zu Wort. In einem Freundschaftsspiel stehen sich auf dem Waldsportplatz die Mannschaften der Luftwaffe und eine komb. Mannschaft von 1900/ VsB.-R. gegenüber. Die Luftwaffe konnte seither Sieg um Sieg erringen. Durch den zweiten Tabellenplatz, den die Luftwaffe bei den Meisterschaftsspielen einnimmt, zeigt sich die Beständigkeit dieser Elf. Erfreulicherweise konnte man auch am vergangenen Sonntag im Spiel 1900 — VfB.-R. feststellen, daß auf beiden Seiten noch gute Kräfte zur Verfügung stehen. Wenn das Zusammenspiel der kombinierten Mannschaft klappt, sollte die Luftwaffe auf einen ernsthaften Gegner stoßen. Erstmalig wird auf Seiten der Kombinierten der bekannte Kasseler Torschütze Klein vom Sportclub 03 mitwirken, der in D e e g einen ausgezeichneten Nebenmann haben wird. 1900/VfB.-R. komb.: Wiegel (VfB.-R.), Schuck (1900), Schlitz (VfB.-R.), Weniger (1900), Carstens (1900), Bauer, Fröhlich (VfB.-R.), Klein, Deeg, (1900), Fleischhauer, Leuthäuser (VfB.-R.). Luftwaffe: Kaatz, Petri, Weiß, Möller, Rose, Bauer, Suydorf, Tonhausen, Dörschel, Peppmeier, Wolff. Vor diesem Spiel werden die Auswahlmannschaften vom Bann 116 und Bann 823 (Friedberg) auseinander treffen. Dieses Spiel, das als Vorentscheidungsspiel um die Gebietsmeisterschaft ausgetragen wird, sollte der Bann 116 gewinnen. Handball. Luftwaffe Gießen — Grüningen/holzheim komb. In früheren Begegnungen konnte die Luftwaffe gegen die beiden Landvereine nur knappe Ergebnisse erzielen. Gespannt ist man nun auf das Treffen am morgigen Sonntag auf dem Waldsportplatz des VfB.-R. Durch ihre Teilnahme an der Gauklasse haben die Soldaten an Spielerfahrung gewonnen. Die Spieler der beiden Landvereine haben den besonderen Ehrgeiz, ehrenvoll gegen die Soldaten zu bestehen. Handball der HI. Spiele um die Gebietsmeisterschaft. Die deutsche Jugendmeisterschaft im Handball wird durch die Vann-Auswahlmannschaften ermittelt. Jede Bann-Auswahl hat also die Möglichkeit, neben der Gebietsmeisterschaft den Titel „Deutscher Jugendmeiister" zu erwerben. Die 27 Banne des Gebietes Hessen-Rassau sind in 7 Gruppen eingeteilt. Gespielt wird in einer einfachen Runde, gewertet nach dem Punktsystem. In Ausscheidungsspielen der Gruppensieger werden nach dem Pokalsystem die beiden Endspielmannschaften des Gebietes ermittelt. In der 4. Gruppe spielen: Bann 88 Wetzlar, Dann 116 Gießen, Bann 772 Oberlahn-Usingen und Bann 823 Friedberg. In Wetzlar stehen sich Bann 88 Wetzlar gegen Bann 116 Gießen im ersten Gmppenspiel gegenüber. Das Treffen wird im Rahmen des „Tages der Wehrmacht" auf der Spilburg ausgetragen. Amtsgericht Gießen. Der K. P. in Rüddingshaufen hatte einen Straf» befehl über 100 RM. erhalten, gegen den er Ein- fvruch einlegte. P. fuhr am 26. August v. I. in Beuern mit feinem Lastkraftwagen auf der linken Seite seiner Fahrtrichtung, wodurch der Zeuge St. mit seinem Kleinkraftrad die Straße nicht befahren konnte und so weit nach rechts abbiegen mußte, daß er mit dem Kleinkraftrad zu Fall kam, Ver- »en erlitt und 15 Tage arbeitsunfähig war. ngeklagte behauptete, der Verletzte habe genügend Platz gehabt, er wurde aber überführt und wegen Übertretung der Straßenverkehrsordnung in Tateinheit mit fahrlässiger Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 10 0 RM. verurteilt. Die E. M. in Gießen war bei einem Landwirt in Gießen beschäftigt, bei dem auch Kriegsgefangene tätig waren. Sie hatte sich hier mit einem Kriegsgefangenen mehr unterhalten, als es bei der Arbeit nötig war. U. a. hatte sie sich während der Frühstückspause abseits von den übrigen deutschen Arbeitern gesetzt und gemeinsam mit dem Kriegsgefangenen gegessen, sich mit diesem auch privat unterhalten. Daboi hatte sie dem Gefangenen Brötchen, Bonbon und Gebäckstücke geschenkt. Die Angeklagte war geständig und bereute ihr Verhalten. Dem Antrag des Anklagevertreters entsprechend wurde sie zu einer Gefängnisstrafe von fünf Monaten verurteilt. Wenn Augen versagen Magnus-Brillen tragen! 1. 2. 10610 Alsfeld, Bübingen, Friedberg, Gießen, Grünberg, Hungen, Lauterbach, Nidda und Schotten. IMMER GLEICHE LEIBEND GUT ~ WELL AUS DEN SIDOL-WERKEN W99 ütrHcth^unö fetug rvsr- machte «Mi Irlich unö klar! REEMTSMA SORTE Gießen, den 28. März 1942. Die Finanzämter 5 Mi roätot ftarh oerfdtmufite GtraMItWung ohne Seife unö WafcftpuTotf. Reifigverkauf im Licher Stadtwald. Am Mittwoch, dem 1. April d.werden in verschiedenen Forstorten des Großhäuserbergs verkauft: Rettig: Buche 1028 rm, Eiche 17. Zusammenkunft vormittags 10^ Uhr am Waldeingang an der Straße Nieder-Bessingen—Langsdorf. 10480 Lich, den 26. Marz 1942. Der Bürgermeister: Geil. helfen bei Rheuma, Gicht, Ischias, Glieder- und Gelenkschmerzen, Hexenschuß, Grippe und Erkältungskrankheiten, Nerven- und Kopfschmerzen. Beachten Sie Inhalt und Preis der Packung: 20 Tabletten nur 79 Pfennig 1 Erhältlich in allen Apotheken. Berichten auch Sie uns über Ihre Erfahrungen! TRINERAL G.M.B.H., MÜNCHEN J 27/547 la ostdeutsche Kiefernstammware la Fichtenschnitthölzer in allen Güteklassen, sowie alle anderen Laub- und Nadelschnitthölzer, auch Sperrholz, liefert ab Lager Gießen vöiCBe^f: ARBEITSMANN Meine Sachen in Ordnung zu halten gehörtzum Dienst, täglich werden die Schuhe tadellos gebürstet und gepflegt. Bekanntmachung. Die Zufahkarten für Schwer- und Schwerstarbeiter sowie die Zulagekarten für Lang- und Nachtarbeiter werden wie folgt ausgegeben: Für Betriebe mit den Anfangsbuchstaben A—H am Montag, dem 39. März 1942, I—L am Dienstag, dem 31. März 1942, M—R am Mittwoch, dem 1. April 1942, 8—Z am Donnerstag, dem 2. April 1942, in der Zeit von 8 bis 13 und 14)4 bis 17 Uhr. Die vorgeschriebenen Listen und Bescheinigungen sind vorzulegen. 1059V Gießen, den 27. März 1942. Der Oberbürgermeister. Ernährungsamt Abt. B. Bekanntmachung. SondergebaudestLuerfürdaSRj.1942 Es wird auf Absatz 2 der Bekanntmachung vom 27. Februar 1939 zur Abänderung des Sonder- aedäudesteuergesetzes vom 19. Februar 1938 (Reg.-Bl. 1939 Seite 22) hingewiefen. Hiernach sind auch für das Rechnungsjahr 1942 die für die Rj. 1938 bis 1941 festgesetzten Steuerbeträgs so lange weiter zu entrichten, bis sie durch neue Steuerbescheide ersetzt werden. Gegen die nach Absatz 1 dieser Bekanntmachung festgesetzten Steuerbeträge ist das Anfechtungs- Verfahren der Reichsabgabenordnung gegeben. Die Frist zur Einlegung der Anfechtung beginnt am 1. April und endigt am 30. April 1942. Sckukpfilege aS heute nötiger denn je! SllSms Mr den SWWMWNg in der Stabt Gießen vom 27. März 1942. Auf Grund der §§ 3 und 18 der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 (RGBl. I S. 49) wird nach Beratung mit den Ratsherren und mit Genehmigung des Herrn Reichsstatthalters in Hessen — Landesregierung — vom 7. März 1942 zu Sir. 111G1890 die folgende Satzung erlassen: § 1. Die Sadt Gießen unterhält einen Schlachthof, der zur öffentlichen Benutzung zur Verfügung gestellt Wird. 8 2. (1) Innerhalb des Gemeindebezirkes der Stadt Gießen darf das Schlachten von Rindern, einschließlich Kälbern, von Schweinen, Schafen, Ziegen, Lämmern, Pferden und anderen Einhufern sowie von Hunden, deren Fleisch zum Genuß von Menschen verwendet werden soll, nur in dem städtischen Schlachthof vorgenommen werden. (2) Diese Bestimmung findet keine Anwendung tnlf Hausschlachtungen im Sinne des § 2 des Fleischbeschaugesetzes vom 29. Oktober 1940 (RGBl. I S. 1463) für die Bewohner der ehemaligen Gemar- tungen Klein-Linden, Schiffenberg und Wieseck, sowie des Forsthauses Hochwart und des Bahnwärterhauses Grünberger Straße Nr. 111. 8 3. (1) Soweit nach § 2 der Schlachthofzwang vorgeschrieben ist, dürfen außerhalb des Schlachthofes nur Notschlachtungen vorgenommen werden. Eine Notschlachtung liegt dann vor, wenn zu befürchten steht, daß das Tier bis zur Ueberführung in den Schlachthof sterben oder das Fleisch durch Verschlechterung des krankhaften Zustandes wesentlich an Wert verlieren werde, oder wenn das Tier infolge eines Unglücksfalles sofort getötet werden muh. (2) Außerhalb des Schlachthofes notgeschlachtete Tiere sind sofort mit sämtlichen Eingeweiden und dem Blut zum Zweck der weiteren Ausschlachtung und Untersuchung nach dem Schlachthof zu verbringen. Das Ausweiden solcher Tiere an der Schlachtstelle ist, soweit erforderlich, gestattet. (3) Notgeschlachtete Tiere, die Erscheinungen einer vnzeigepslichtigen Seuche zeigen. oder einer solchen verdächtig sind, müssen bis zur Entscheidung der zuständigen Polizeibehörde an der Schlachtstelle sicher aufbewahrt werden. Der Polizeibehörde ist sofort Anzeige zu erstatten. Auch die Schlachthofoerwal- tung ist von jeder Notschlachtung zu benachrichtigen. 8 4. (1) Für die Benutzung des Schlachthofes sowie für die Untersuchung der Schlachttiere und des Fleisches Verden Gebühren nach Maßgabe einer besonderen Gebührenordnung erhoben. (2) Die Schlachthofgebühren und die Schlachtsteuern sind an die Schlachthofkasse vor der Schlachtung einzuzahlen: bei Notschlachtungen hat die Zahlung innerhalb 24 Stunden nach erfolgter Schlachtung zu geschehen. Bis zu deren Entrichtung kann vis Sicherstellung des Fleisches erfolgen. 8 5. (1) Bei Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen dieser Satzung kann nach vorheriger schriftlicher Androhung und Ablauf einer gesetzten — an- gemeffenen Frist durch die Stadt Gießen ein Zwangsgeld bis zur Höhe von 1000,— RM. festgesetzt werden. (2) Statt desien kann nach vorheriger Androhung und Ablauf der gefetzten — angeme|fenen — Frist die Vornahme der vorgeschriebenen Handlungen an Stelle und auf Kosten des Verpflichteten durch die Stadt Gießen oder die von ihr Beauftragten verfügt werden. Bei Gefahr im Verzug kann von einer Fristsetzung abgesehen werden. (3) Ist Ersatzvornahme möglich, so ist die Androhung und Festsetzung eines Zwangsgeldes wegen desselben Tatbestandes nur einmal zulässig. (4) Gegen die Festsetzung von Zwangsgeld und die Verfügung der Ersatzvornahme nach Absatz 1 und 2 sind die Rechtsmittel der $§ 29, 30 DGO. gegeben. Der Einspruch hat aufschiebende Wirkung, wenn die Festsetzungsverfügung selbst nichts anderes besagt (§ 29 DGO.). (5) Das Zwangsgeld und die Kosten für die Ersatzvornahme werden im Verwaltungszwangsverfahren beigetrieben. 8 6. Diese Satzung tritt am 1. April 1942 in Kraft. Gießen, den 27. März 1942. Der Oberbürgermeister. I. D.: Nicolaus. Eugen Dürr&Co., Holzgroßhandlung Gießen, Fernsprecher 8949 912Ö Bekanntmachung. Fettverbittigung, hier: Ausgabe der Reichsverbilligungsschetue für die Monate April bis Juni 1942. Die Maßnahmen der Reichsregierung zur Fettversorgung der minderbemittelten Bevölkerung werden auch für die Monate April bis Juni 1942 durchgeführt. Die Reichsoerbilligungsscheine werden verausgabt: 3n Gießen: a) für Sozialrentner und für Unterstützungsempfänger der Allgemeinen Fürsorge, Lonyftraße 2, und zwar am Dienstag, dem 31.3.1942, von 8 bis 12 Uhr; b) für Kleinrentner, Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene, Empfänger von Familienunterhalt und für Volksgenossen, die nicht in Unterstützung des Sozialamtes stehen, Gartenstraße 2, Zimmer 14, Buchstabe A—K am Dienstag, dem 31.3.1942, Buchstabe L—Z am Mittwoch, dem 1. 4.1942, jedesmal von 8 bis 12 Uhr und von 15 bis 17 Uhr. In Gießen-Mefeck und In Gießen-Klein-Linden am Dienstag, dem 31.3.1942, von 8 bis 12 Uhr. Die vorstehend aufgeführten Ausgabetermine sind unbedingt einzuhalten. . . An Kinder werden Reichsverbilligungsscheine nicht ausgehändigt. ,, . An Nachzügler können Reichsverbilligungsscheme nur noch einmal, am Mittwoch, dem 6.5.42, ausgegeben werden. In diesem Falle ist der Abschnitt für April verfallen. Bei jeder Ausgabe der Reichsverbilligungsscheme ist die Sonderausweiskarte zum Bezüge von Fischen und Fischwaren als Kontrollkarte und zum Vermerk der erfolgten Entgegennahme der Reichsverbilli- gungsfcheine vorzulegen. Jede Aenderung des Einkommens und des Personenstandes ist der Ausgabestelle umgehend zu melden. Die Unterlassung dieser Meldung und der un- berechtigte Bezug von Reichsoerbilligungsscheinen zieht strafrechtliche Verfolgung nach sich. 1056C Gießen, den 25. 3.42. Der Oberbürgermeister. Sozialamt. xu-ftutMZei« 4-Masien-Großcirctis Max Holzmüller 1010 A 1055 DZ Büromaschinen pflege 915 D Z :g Seltersweg 44 Gießen Goethestr. 32 01324 MÜNCHEN TOGALWERK Für die Erhaltung des Em Bauer 61 wird. ja wieder m-sm Gewerbeschule Gießen | VogtaXo | GfefcnanMCollh W ' ' / - 'E " . ' ' \,£idetk5C." FuMtojctnütel ist neben Kunst und persönliche gesamten Fürsorge so das dem ständiges unermüdliche Wort, in Bereitsein, mitschwingt und Gefühl des Ge- Lebensbildes des Patienten entscheidend. 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K O T H A U S FRAN K. - F U Die neuen Lose sind da. Amtliche Gewinnpläne mit den amtlichen Spielbedingun- gcn w rden unentgeltlich abgegeben. Die amtlichen Gewinnlisten liegen zur kostenlosen Einsichtnahme aus Gewinnlisten- und Lose-Verkauf nach den amtlichen Bestimmungen föucfiaröcr Gießen, Neuen Bäue 11 Allen Verwandten und Bekannten danke ich herzlich für erwiesene Aufmerksamkeit zu meinem 70. Geburtstag. Christian Balser. HenwagendbewMei Rheuma-Gichf Neuralgien ErkäHtungs^ Krankheiten Wohlbefindens der ärztlichen Erfahrung die Kenntnis des ist auch für die Fülje wichtig! EirfedW FUSSPUDER beseitigt und verhütet Fufjschweifj, Brennen, Entzündungen, Wund- und Blasenlaufen usw. Kennen Sie schon die zuverlässige SCHÄLKUR gegen Hühneraugen und Hornhaut! CARL HAMEL & CO. FRANKFURT/M.9 Der Circus, der 38 Staaten bereiste, kommt mit einem Aufgebot von Mensch und Tier nach Gießen, Oswaldsgarten Eröffnungsvorstellung: Samstag, 4. April,19.30 Uhr. 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