192. Jahrgang Ur. 121 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Gießener Familienblaiter Heimat imBild-DieScholle Bezugspreis: Monatlich.....RM.1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvrechanschluh 2251 Drahtanschrift: „Anzeiger" Postscheck 1168k Frankf./M. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Zchristleltung und Heschüftrstelle: Giehen, Zchulstrahe 7-9 * Druck und Verlag: vrühlsche riniversttlttrdruckerei B. Lauge Mittwoch, 27. Mai 1942 Annahme von Anzeigen > für die Mittagsnummer bis 81/» Ubr desVormittags Anzeigen-Preise: Anzeigenteil 7 Rpf. je mm bei 22 mm Zeilenbrette, Tertteil 50 Rvf. je mm bei 70 mm Zeilenbrette Nachlässe: Wiederholung Malstaffel I AbschlüsseMengenstaft'el B Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25"/.mehr Keffelschlacht südlich Sharkow in vollem Gange Hjtshin JtliMwefgm iwojRog Feodösia UFFP-‘- Der Raum um Charkow etwa von Kursk aus durch die Ebene des Tscherno- jom, der Schwarzerde, die ein in den Zwi- chenzeiten der Eiszeit durch den Wind abgelagerter Löß ist, deren oberflächlicher Teil von Humus chwarz gefärbt ist. Bei Belgorod tritt die Bahn an den Oberlauf des Donez heran. Die Stadt selbst ist auf den hohen Kalkfelsen am rechten Flußufer malerisch gelegen. Fast 100 Kilometer weiter südlich NSG. Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger besuchte am Pfingstmontag ein HJ.-Lager in Roßdorf bei Darmstadt und eröffnete von da aus die in den landschaftlich schönsten Gegenden des Rhein-Main-Gebietes errichteten Sommerlager der Hitler-Jugend. In Anwesenheit des K.-Geschäftsführers Dr. G a u h l legte der Gauleiter der unter der flatternden Lagerfahne angetretenen Hitler-Jugend seine Gedanken über die Zielsetzung und Notwendigkeit der Sommerlager dar. Mit anerkennenden Worten gedachte er dabei zuerst der Erziehungsarbeit der HI. Ihr Erfolg sei in der durch den Berufswettkampf erzielten und immer mehr verbreiteten beruflichen Bestleistung der Jugend ebenso offenbar, wie in den Taten unserer von der HI. mit dem Rüstzeug des Mutes, der Tapferkeit und Treue versehenen jungen Soldaten. Eine bessere Bestätigung für die Richtigkeit des eingeschlagenen Weges gäbe es nicht, so folgerte der Gauleiter hieraus. Der Nationalsozialismus, führte er weiter aus, leugne gewiß nicht die Macht des Geistes. Sein Bestreben sei es daher auch, der deutschen Jugend die geschliffenen Waffen des Intellekts zu vermitteln. Sie werde diese jedoch nicht für eine Beweihräucherung und Vergötzung des Wissens an sich be- man den Dnjepr als Grenze nehmen. Jedoch reichen die westlichen Einflüsse über diesen Strom hinaus und schließen auch das schlachtenberühmte Poltawa oder weiter im Norden Mirgorod, Konotop, ja selbst Tschernigow an der Desna ein. Um alle diese Städte schwingt ein Hauch westlichen Lebens. Die Ostukraine ist ein ganz anderes Land. Jahrhunderlang war sie Tummelplatz von Nomadenstämmen. Und als die amerikanische Entwicklung von'Charkow begann, brach hier — man kann es gar nicht anders sagen — mit nomadenhafter Ursprünglichkeit erst der Frühkapitalismus und dann die sowjetische Jn- dustrietyrannei herein. Das Dreieck Charkow—Dnje- propetrowsk (das alte Iekaterinoslaw) — Stalino bzw. Schachty wurde der Exerzierplatz der sowjetischen „Gigantomanie", des mechanischen Jndustrie- aufbaus: Hier waren 60 v. H. der Rohstahl- und Walzwerkleistungen, auch etwa 60 v. H. des normalen Lokomotio- und Waggonbedarss der ganzen Sowjetunion konzentriert. Der Reisende, der von Moskau, her kommt, führt Charkow liegt an der mittleren (und ältesten) Bahnverbindung Moskaus mit der Ukraine und der Schwarzen Meer-Küste. Oestlich von Charkow fuhren nur noch zwei Linien nach dem Süden. Hier ist die Kriegführung schon weitgehend ein Kampf um Bahnen! Das ist ein Grund, vielleicht der Hauptgrund, warum die Sowjets so verbissen kämpfen, als hätten sie keinen Raum zum Ausweichen! Die Bahn, die von Moskau nach Charkow führt, ist das Schicksal dieser Stadt geworden. Sie wurde angelegt, als die Lehren des Krimkrieges (1853/56) dem Zarenreich die Bedeutung der Bahnen für Aufmarsch und Nachschub klarqemacht hatten. 1856, unmittelbar am Ende des Krimkrieges, zählte Charkow noch 30 600, um die Jahrhundertwende etwa 175 000 und 1939 833 432 Einwohner. Charkow ift die viertgrößte Stadt der Sowjetunion und folgt in der Einwohnerzahl unmittelbar auf Kiew, die alte historische Hauptstadt der Ukraine. Die West- und Ostukraine müssen scharf auseim andergehalten werden. Im groben Ungefähr kann nützen, sondern sie allein im Einsatz für die Idee zu führen wissen, lieber allem kalten Intellekt aber, so erklärte die Rede weiter, stehe die Kraft des Gemüts, der feste Charakter und das tapfere treue Herz. Sei so das Buch ein unentbehrliches, ja selbstverständliches Rüstzeug der deutschen Jugend, so stünde über ihm dennoch die anhaltende praktische Erprobung der Kräfte der Seele und des Körpers, wie sie sich uns in den Anforderungen einer Jungengemeinschaft an Charakter und physischer Stärke jedes einzelnen ihrer Angehörigen am ausgeprägtesten darstelle. Hierbei sei den Sommerlagern der HI. eine außerordentliche Aufgabe zugewiesen. Tausende junger Nationalsozialisten werden in den in allen Teilen unseres Gaues errichteten Sommerlagern Körper und Geist stählen. Sie werden neben dem Erlebnis der Heimat den hervorragendsten Teil jenes Rüstzeuges erhalten, der ihnen die Verteidigung dieser Heimat ermöglichen wird. Mit dem Blick auf die Taten der Front, so schloß der Gauleiter, werde diese Jugend in den opferfreudigen Helden unseres Freiheitskrieges ihre Vorbilder sehen und erkennen, daß die Treue zu Führer und Volk die Treue zu den gefallenen Kameraden ist. Der Wehrmachtberichi. DNV. Aus dem Führerhauptquartier, 26.2Nai. Das Oberkomamndo der Wehrmacht gibt bekannt: Die Kesselschlacht südlich Charkow ist in vollem Gange. 7Nit geballter Kraft sucht der eingeschlossene Gegner nach O st e n auszubrechen. 3n harten Kämpfen wurde diese Absicht auch gestern vereitelt. Gleichzeitig hat der von Süden, Westen und Norden her geführte Angriff deutscher, rumänischer und ungarischer Verbände die Bewegungsfreiheit des Feindes erheblich eingeschränkt. Seine dichtgedrängten Massen unterliegen zunehmend den Vernichlungsschlägen unserer Luftwaffe. Nordostwärts Charkow wurden wiederholte Angriffe der Sowjets abgeschlagen. 3m mittleren Abschnitt der O st front brachten örtliche eigene Angriffe weiteren Geländegewinn. Eigene Stohtruppunternehmen im nördlichen Frontabschnitt verliefen erfolgreich. Im Seegebiet zwischen 3 s land und dem Nordkap grissen Kampsflugzeuge in der Nacht zum 26. Mai einen stark gesicherten feindlichen Geleitzug an. Ein Handelsschiff von 8000 DAT. wurde versenkt, fünf weitere wurden durch Bombentreffer beschädigt. 3n Nordafrika bombardierten starke Kampffliegerkräfte militärifche Ziele im Raum um Tobruk. * Was mir tun können, das hat die deutsche Heer- führung auf der Halbinsel Kertsch und bei der Abschneidung der drei Offensivarmeen Timoschenkos südlich von Charkow unter Beweis gestellt. Nun ist es an der Sowjetführung, nach so vielen ruhmredigen Ankündigungen auch nur die Fähigkeit unter Beweis zu stellen, die südlich Charkow eingeschlossenen Stoßarmeen zu befreien oder ihnen das finnische Messer, im Stiefelschaft, stiegen zu. Sie brachten etwas von der urtümlichen Wildheit finnischer Wälder mit. Alle strebten sie nach Hause und waren zugleich noch im kraftvollen Schwung ihrer Arbeit. Zurufe in der uns so fremden, aber schön klingenden Sprache, Gelächter, Gedränge ... Immer mehr preßten sich herein. Ein langsam steigender Wildbach, der über uns Sitzende zusammen- schlug. Vorhin noch in Stockholm, als wir im „Zubringer" alleine nach dem Flugplatz durch die Stadt hinauffuhren, fast wie irgendwie besonders Aus- gewählte, konnten wir persönlich uns noch in einer Sonderrolle denken. Jetzt, im Warten, in der Enge, in der Dunkelheit des übervollen Wagens, fühlte man sich sofort als zugehörig zu dieser fremden Umwelt, man war ausgenommen und eingegliedert in das Schicksal des' Landes. Wieder waren wir gepackt von dem großen wilden Strom unserer Zeit. wenigstens eine Entlastung zu bringen. Kann Stalin als oberster Kriegsherr der Sowjets helfen oder kann er es nicht? Das allein ist hier die Frage. Der deutsche Wehrmachtbericht vom 26. Mai schildert mit wenigen Worten, die sich dem Gedächtnis einprägen, wie sich die Vernichtung der sowjetischen Stoßarmeen vollzieht: „Die Kesselschlacht ... ist in vollem Gange. Mit geballter Kraft sucht der eingeschlossene Gegner nach Osten auszubrechen. In harten Kämpfen wurde diese Absicht auch gestern vereitelt ... Seine dichtgedrängten Massen unterliegen zunehmend den Vernichtungsschlägen unserer Luftwaffe." Der deutsche Wehrmachtbericht zeichnet mit diesen Worten das grandiose Bild eines letzten Aufbäumens gegen ein Schicksal, das übermächtig geworden ift. Dor dem Auge wird das wellige, von manchen Erdfchluchten und Weingärten durchsetzte Gelände Charkows sichtbar: da oder dort ein Fluß mit steilen Ufern oder ein Bach, der weit über feine ursprünglichen Ufer getreten ist. Eine Landschaft, über der gestern eine Hitze von 30 Grad brütete und heute tiefe Wolken dahintreiben, aus denen die deutschen Kampfflieger und Stukas mit ihrer Unheilslast hervorbrechen. Eine Landschaft von östlicher Weite und Einsamkeit und Eintönigkeit, aber auch nicht so grenzenlos erdrückend wie weiter unten im Süden die steinige Salzsteppe. Das ist der Schauplatz der Vernichtung. Hier sterben die Gardedivisionen, die Stalin seit wenigen Monaten geschaffen hat. Kommt er ihnen zu Hilfe oder steht er untätig zu? Der deutsche Wehrmachtbericht vom 26. Mai fährt im Anschluß an das Vernichtungsgemälde fort: „Nordostwärts Charkow wurden wiederholte Angriffe der Sowjets abgeschlagen." Das ist alles. Es wird nicht einmal gesagt, daß die Angriffe besonders heftig oder mit sehr starkem Einsatz durchgeführt worden wären. Es werden nur „wiederholte Angriffe der Sowjets registriert. Das ist alles. An den übrigen Frontabschnitten zeichnet sich überhaupt keine Bewegung ab, um die eingekesselten Sowjetarmeen zu entlasten. Bei unseren finnischen Waffengefährten Von unserem E. S.-Sonderbcrichterstatter. Eröffnung der Hl.-Sommerlager im Gau Oer Gauleiter vor der Hitler-Jugend im Lager Boßdorf. Rufe, Befehle ... , m , r. . . Wir aus dem leuchtend farbigen Vogel sind inmitten dieser graugrün getarnten, von Kraft und Spannung geladenen Welt des Krieges plötzlich nur noch eine Nebensache, die wir vor wenigen Stunden in Stockholm noch angesehene, ja sogar besondere Fluggäste waren mit dem gehobenen Selbstbewutzt- sein das mühselig und teuer erworbene Paßvisen zusammen mit dem Gefühl verleihen, aus einem neutralen in ein kriegführendes Land zu reifen, aus einem gleichsam vom Schicksal noch ausgesparten Bereich in einen solchen des dichtesten und vollsten Schicksals zu fahren. Und doch fühlte man sich als Deutscher hier nun wieder ganz zugehörig, wie sehr mit Recht, das erlebten wir gleich m den ersten Tagen in Finnland sehr..emdrmglich Und da man nach vielen Besuchen im zah und hoffnungsvoll aufbauenden Finnland vor feinem mutig ne- stand en en Winterkrieg 1939/40 nun ^um ersten Male i m Kriege wieder kam, wurde dieses Wiedersehen zu einem ganz besonderen, ergreifenden Erlebnis Daß- und Zollkontrolle gingen kaum merkbar vorüber ganz anders als neulich bei der Ausreise aus Dänemark. In dem entzückend verträumt an einem kleinen Hafen gelegenen He stngor mi: bem frhfnfe im Hintergrund, hatte em dänischer Grenzbeamter, der sonst Hunderte von Menschen für die Fäh^e nach dem nur durch den Sund getrennten schwedischen Helsingborg abfertigte, fetzt aber nur aaiue acht Menschen betreuen mußte, wohl um feine Kollegen zu beschäftigen, eine Körperliche Durchsuchung" in einem besonderen Raum ongeorbnet. Diese für jeden auch noch so harmlosen ^eistnden fürchterlich klingende Weisung war allerdings durch ein Gespräch über die gemütliche Warme m bem für eigentlich nicht so angenehme Zwecke be stimmten Raum mit einem sehr zur Gemütlichkeit neigenden Beamten so sehr abgemildert worden, wie sie der milden Temperatur des kleinen Gelasses ent Nikolajew k JkJwrfon im Atlantik entlassen wurde, mußte die „Bismarck" infolge Leckens der Oelzellen zur Behebung dieses Schadens einen Heimathafen aufsuchen. Auf der Fahrt hatte die „Bismarck" am 26. Mai den Atlantik westlich der französischen Westgrenze in etwa 1100 Kilometer Entfernung erreicht. Sie war in weitem Umkreis von nicht weniger als fünf Schlachtschiffen, drei Kreuzern, zwei Flugzeugträgern und zahlreichen leichten Seestreitkräften umstellt. Der britische Admiral setzte.zunächst von den Flugzeugträgern Torpedoflugzeuge an, von denen es einem gelang, einen Treffer in die Ruderanlage der „Bismarck" zu erzielen und dadurch das Schlachtfchif manövrierunfähig zu machen. Am Vormittag des 27. Mai meldete Admiral Lütjens dem Oberbefehlshaber der Kriegsmarine: „Schiff manövrierunfähig. Wir kämpfen bis zur letzten Granate. Es lebe der Führer." Ueber vierzehn Stunden währte dieser ungleiche Kampf, bis schließlich die „Bismarck", vollständig bewegungsunfähig, durch zahlreiche Artillerie- und Torpedotreffer schwerbeschädigt, crm 27. Mai, 11.01 Uhr, mit wehender Flagge versank. Heroisch war der Kampf, heroisch der Untergang der „Bismarck". Am Tage von Tsuschima. Eine stolze Bilanz der japanischen Marine. Tokio, 26. Mai. (Europapreß.) Der Jahrestag der S e e s ch l a cht von Tsuschima, in der im Jahre 1905 die aus der Ostsee in die Meerenge von Korea herangeführte Flotte des russischen Admirals Roschestwensky durch den japanischen Admiral Togo vernichtet wurde, wird in Japan als Tag der Marine gefeiert. Das japanische Hauptquartier veröffentlicht einen Bericht über die Verluste, welche die japanische Marine und die Marine- Luftwaffe seit dem 8. Dezember 1941 den alliierten Flotten zugefügt hat. In dieser Zusammenstellung besonders in die Augen springend sind die gewaltigen Verluste, welche England und die USA. in , dem Bestand ihrer Hochseeflotte a n G r o ß k ap f- schiffen und Flugzeugträgern in der verhältnismäßig kurzen Zeit des ostasiatischen Krieges erlitten haben. Es wurden nämlich 6 nordameri- ranische und 2 britische Großkampfschiffe versenkt, vier nordamerikanische und ein britisches ernstlich beschädigt, fünf nordamerikanische und ein britischer Flugzeugträger versenkt. Auch die Liste der versenkten leichten Streitkräfte, welche neben englischen und nordamerikanischen Schiffen so gut wie die gesamte holländisch-indische Flotte einschließt, ferner die Anzahl der abgeschossenen Flugzeuge ist von imponierender Größe. Es wurden versenkt 17 Kreuzer, 12 beschädigt. Versenkt wurden ferner 12 Zerstörer, schwer beschädigt 11. An U-Booten sind 50 versenkt, 29 erheblich beschädigt worden. Insgesamt sind versenkt worden: 169 feindliche Schiffe mit 934 000 BRT., schwer beschädigt 129 mit 485 000 BRT., erbeutet 503 mit 220 000 BRT. Die Verluste der japanischen Flotte beliefen sich auf 29 größere und kleinere versenkte Schiffe, schwer beschädigt wurden 10. An Flugzeugen verloren die Japaner 218 Apparate, während sie selbst 982 feindliche Flugzeuge abgeschossen und 1292 schwer beschädigt haben. Roch ein LtGA.-Kreuzer versenkt. Japan meldet weitere Erfolge in der Seeschlacht im Korallcnmeer. Tokio, 25. Mai (DNB.) Das japanische Hauptquartier gab nachträglich folgende weiteren Ergebnisse der Seeschlacht im Korallenmeer bekannt: Ein USA.-Kreuzer von Typ „Portland" versenkt und ein USA.-Schlachtschiff der „Nord-Caro- lina"«Klasse schwer beschädigt. Bei dem früher gemeldeten schwerbeschädigten Kreuzer unbekannten Namens handelt es sich um den Typ „Louis- v i l l e". Die früher bereits in der Seeschlacht im Korallenmeer als versenkt gemeldeten feindlichen Kriegsschiffe waren ein USA.-Schlachtschiff der „C a l i f o r n i a"-Klasse und zwei nordamerikanische Flugzeugträger der „S a r a t o g a"- und „York- t o w n"-Klasse, während ein britisches Schlachtschiff der „W a r s p i t e"-Klasse und ein australischer Kreuzer der „C a n b e r r a"-Klasse beschädigt wurden. * Bei der „North Carolina"-Klasse handelt es sich um moderne Schlachtschiffe der USA.-Flotte. Der größere Teil dieser Klasse befindet sich noch im Bau. Die Schiffe sind 35 000 Tonnen groß mit einer Besatzung von 1500 Mann. Sie haben neun 40,6 cm- Geschütze, eine starke mittlere Artillerie und Flug- ^eugabwehr, zwei Flugzeugschleudern und vier Wasserflugzeuge an Bord. Die „North Carolina" selbst ist erst am 13.6. vom Stapel gelaufen. Das Schme- sterschiff, die „Washington", 'wurde am 1.6.1940 fertiggestellt. Die Schweren Kreuzer der „P o r t - l a n d"-Klasse sind 9800 Tonnen groß und haben eine Besatzung von 551 Mann. Sie haben ebenfalls neun 20,3-cm- und acht 12,7-cm-Geschütze sowie zwei Flugzeugschleudern und vier Wasserflugzeuge an Bord. Der Schwere Kreuzer „Portland" ist am 21 5.1932 vorn Stapel gelaufen. Die „Louis- ville", ein Kreuzer derselben Größe, wurde am 1. 9.1930 sertiggestellt. Tschungking hat nur noch neunzig Flugzeuge. Tokio, 26. Mai. (Europapreß.) Domei teilt mit, daß die tschungkingchinesische Luftwaffe nur noch über 90 Maschinen verfügt. Die ununterbrochenen japanischen Luftangriffe auf die tschungkingchinesj. schen Luftbasen in Süd- und Mittelchina hätten diese für Tschungkina so verheerenden Auswirkungen zur Folge gehabt. Vor allem die Angriffe auf die Flugplätze von Kunming, Kweilin und Liutschau. Vornehmlich die Burmaschlacht habe der Tschung- king-Luftwaffe schwerste Verluste gebracht, sic habe dort den Hauptbestandteil ihres Flugzeugparkes, 40 nordamerikanische Curtiß-Jäger, verloren. Aus der Bombardierung von Kunming hätte sie nicht einmal mehr als 30 Apparate retten können. Die Flugzeuge von Hangtschan, Kweilin und Liutschau aber seien völlig zerstört worden. 3m Mittelmeerraum in neun Monaten 1391 Flugzeuge verloren. Berlin, 28. Mai. (DNB.) Wie das OKW. mit. teilt, haben allein die Verbände der deutschen Luftwaffe vom September v. I. bis Mitte Mai 1942 im Gebiet des Mittelmeeres insgesamt 588 feindliche Flugzeuge vernichtet. Davon wurden in Luftkämpfen 377 Flugzeuge abgeschossen, und zwar u. a. 135 Curtiß-Tomahawk-Jagdflugzeuge, ferner 87 Spitfire- und Hurricane-Jäger. Den deutschen Jagd- und Zerstörerflugzeugen fielen außerdem über 50 zweimotorige Bomber, meist des Musters Bristol-Blenheim, zum Opfer, außerdem einige der wenigen in Nordafrika bisher aufgetretenen viermotorigen ,/fliegenden Festungen" amerikani- scher Bauart. 63 britische Flugzeuge wurden von der Flakartillerie zum Absturz gebracht, während mindestens 148 feindliche Flugzeuge bei Angriffen deutscher Luftwaffenoerbände auf Malta und britische Wüstenflugplätze in Nordafrika am Boden zerstört wurden. Durch die italienischen Streitkräfte sind in der gleichen Zeit 803 feindliche Flugzeuge ab geschossen oder am Boden vernichtet worden, von denen 518 in Nordafrika und 285 auf verschiedenen Kriegsschauplätzen des Mittelmeeres verloren gingen. Damit beträgt die Gesamtzahl an Flugzeugen, die die Engländer und Amerikaner im südeuropäifchen und nordafrikanischen Gebiet verloren haben, 1391 Maschinen. Mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet. Berlin, 23. Mai. (DNB.) Der Führer verlieh das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Oberst Michael, Kommandeur eines Infanterieregiments, Oberleutnant Johannmeyer, Batail- lonsfuhrer in einem Infanterieregiment und Oberfeldwebel Hausmann, Kompanieführer in einem Jägerregiment. Oberst Michael zerschlug in fünftägigem erbitterten Ringen einen durch zahlreiche Panzer unterstützten schweren Angriff. Als es den Bolschewisten vorübergehend gelungen war, Teile des Regiments zu umgehen^ fing das Regiment in einer neuen Stellung zunächst die Wucht des Angriffs auf und schlug bann in einem schneidigen Gegenangriff die Bolschewisten wieder zurück. — Oberleutnant Johann meyer warf Anfang Mai südlich des Ilmensees bei der Abwehr schwerer bolschewistischer Angriffe die bolschewistischen Truppen in scharfem Nachstößen über die Ausgangsstellungen zurück und vereitelte so die Absicht des Gegners, deutsche Kräfte durch einen Durchbruch abzuschne'i- den. — Oberfeldwebel Hausmann ist es zu danken, daß der vorübergehend liegengebliebene Angriff eines Jägerbataillons südlich des Ilmensees Tokio, 26. Mai. (Europapreß.) Ueber den Verlauf der Schlacht im Korallenmeer erklärte ein Mitglied des japanischen Marine-Oberkommandos der Presse: „Am 7. Mai um 7 Uhr morgens meldet unsere Luftaufklärung das Herannahen eines großen feindlichen Verbandes. Die Bombenflugzeuge auf unseren Flugzeugträgern erhalten unverzüglich Starterlaubnis und find bald unseren Blicken "in Richtung auf den noch hinter der Kimm verborgenen Gegner entschwunden. Zuerst geraten unsere Jagdflugzeuge mit den alliierten Kriegsschiffen ins Gefecht. Im ^turzslug stoßen sie auf die Kriegsschiffe herunter und bestreichen die Decks mit Maschinengewehrfeuer. Gleich darauf haben die Geschwader unserer Torpedobomber die Schiffe gesichtet. Aus einem Schlachtschiff der nordamerikanischen California-Klasse schießt nach der Explosion von Torpedos eine 200 Meter hohe Stichflamme gen Himmel. Kurz darauf schlagen die Wellen über 'dem Schlachtschiff zusammen. Andere Flugzeuge griffen e i n e n gl isch es Schlachtschiff der War- spite-Klassc mit zahlreichen Torpedos an. Damit waren die feindlichen Großkampfschiffe innerhalb von 1 0 M i n u t e n a u s g e s ch a l t e t. Der Angriff unserer Torpedoflieger wurde unter größter Selbstaufopferung durchgeführt. Die Maschine des Kommandeurs erhielt schwere Flaktreffer. Trotzdem setzte sie zum Angriff an und wurde von dem Flugzeugführer in die Ausb aut en des feindlichen Schiffes hin elingejagt. Am Nachmittag begegneten wir auf unserem Schiff japanischen Z e r ft ö r e r n, die zum Nachtangriff auf das feindliche Geschwader angesetzt waren. Am Morgen des 8. Mai erhalten wir Meldungen, daß die übrigen Einheiten unseres Geschwaders den Gegner angegriffen haben. Das war der Beginn der ersten großen Schlacht zwi- Ende März wieder vorwartskam. In metertiefem Schnee und bei stärkster Kälte arbeitete er sich bis auf Einbruchsentfernung an die erbittert verteidigte Waldstellung heraxi, brach in das bolschewistische Stellungssystem ein, vernichtete ein Widerstandsnest nach dem andern und zerschlug alle Gegenstöße. * Der Führer verlieh ferner das Ritterkreuz an: Oberst Eckhardt, Kommandeur eines Jäger-Regiments, und Hauptmann Greve, Bataillans- kommandeur in einem Jäger-Regiment. Oberst Eckhardt durchbrach (£nbe März südlich des Ilmensees stark befestigte Stellungen der Bolschewisten, nahm eine das Gelände weithin beherrschende Höhe in Besitz und schuf damit die Voraussetzung für die erfolgreiche Fortführung des Gesamtangriffes. Hauptmann Greve stürmte Anfang Mai im Osten der Krim ohne Artillerieunterstützung über das befohlene Angriffsziel hinaus und brach in die stark befestigte, zäh verteidigte Stellung ein. Es gelang ihm, die Bolschewisten mehrere Kilometer zuruckzuwerfen und dadurch eine besonders günstige Ausgangsstellung für den weiteren Angriff der Division zu schaffen. Hauptmann Greve fit im Zivilberuf Professor für Zahnheilkunde an der Universität Breslau. * Der Führer verlieh ferner auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Hauptmann Hennings, der als Staffelkapitän in einem Kampfgeschwader in über 300 Feindflügen an allen Fronten den Gegner schwer geschädigt hat und von einem Feind- flug nicht zurückgekehrt ist. Ferner an Major Z eidl er, der als Kommandeur einer Kampfgruppe z. b. V. sich bei zahlreichen Nachschubein- sützen schon in Polen, Norwegen, Holland und Frankreich in höchstem Maße bewährt und in vier- monatigem Einsatz an der Ostfront sich um die Versorgung der kämpfenden Truppe neue hervorragende Verdienste erworben hat. schen Flugzeugträgern, des ersten Ereignisses dieser Art in der Seekriegsgeschichte. Um 9 Uhr starteten sämtliche Kampfflugzeuge von den japanischen Flugzeugträgern und griffen den USA.-Träger „S a r a t o g a" von allen Seiten an. Trotz wahnsinnigen Flakfeuers treffen zwei, drei ober mehr Torpedos die Breitseite des Riesenschiffes. Eine schwarze Wolke hüllt die Aufbauten ein und läßt nur noch Bug und Heck erkennen. Die Besatzungen der Torpedoflugzeuge vernehmen trotz des Lärms ihrer eigenen Motoren gewaltige Detonationen im Innern der „Saratoga". Plötzlich mischt sich eine weiße Wolke in den schwarzen Qualm und steht etwa 100 Meter über dem Deck als deutliches Zeichen einer Kesse l e x p l o si o n. Als der Wind den Qualm vertreibt, ist die „Saratoga" verschwunden. Nur ein Oelsleck und treibende Wrackstücke zeigen die Stelle an, an der der größte Flugzeugträger der Welt kämpfend seinen Untergang fand. Mit großer Geschwindigkeit sucht sich inzwischen, der Flugzeugträger „Yorktown" durch Flucht einem ähnlichen Schicksal zu entziehen. Hinter einem Schleier von Zerstörern fährt die „Yorktown" mit Volldampf Zickzackkurs. Japanische Bomber greifen fie unaufhörlich an. Auf dem Flugdeck und rechts und links neben dem Schiff schlagen ihre Bomben ein. Dann treffen auch die Torpedos anderer japanischer Flugzeuge das Schiff. Innerhalb kurzer Zeit folgt es der „Saratoga". Nach der Landung der japanischen Flugzeuge auf ihren Trägern erreichen uns Meldungen'von'anderen Einheiten unseres Geschwaders, nach denen die „N o r t h - C a r o l i n a" , das neueste Schlachtschiff der USA. den Flugzeugträgern Entlastung zu verschaffen sucht. Auch sie wurde dabei von japanischen Torpedos gettoffen und mußte mit großen Löchern in der Bordwand, aus denen kostbares Heizöl entströmte, den Kampfplatz räumen." Amerika und Deutschland 1898. Am 15. Februar 1898 flog im Hafen von Havanna bas amerikanische Kriegsschiff „Maine", das angeblich zu einem Gegenbesuch die spanische Kolonie Kuba anlief, in die Luft, wie die Amerikaner behaupteten, durch ein spanisches Torpedo, wie aber die späteren Untersuchungen ergaben, infolge einer Explosion in der Munitionskammer des Schiffes, denn die Außenwand war nicht beschädigt, was doch bei einem Torpetzotreffer hätte der Fall sein müssen. Das war den Amerikanern eine willkommene Angelegenheit, sich in die auf Kubä herrschenden Kämpfe der Aufständischen einzurnischem die sie in ihrer gewohnten Weise mit Munition, Waffen und Geld unterstützt hatten, um den Spaniern Verlegenheiten zu bereiten und schließlich diesen den Krieg zu erklären. Es mag zugegeben werden, daß die Verwaltung des spanischen Kolonialbesitzes damals viel zu wünschen übrig ließ, die dort herrschenden revolutionären Zustände hätten aber niemals den Umfang onnehmen können, wenn nicht die Amerikaner sie im Stillen gefördert hätten. Wir können ja in der Geschichte des amerikanischen Imperialismus eine Reihe ähnlicher Beispiele feststellen. Es sei nur an Texas, Mexiko, Panama erinnert. Der Krieg, der sich dann zwischen Amerika und Spanien auf Kuba, Portoriko und den Philippinen abspielte, war für beide Teile kein ruhmvolles Blatt. Die Desorganisation war auf beiden Seiten unbeschreiblich. Nachschub, Verpflegung, die sanitären Einrichtungen spotteten jeder Beschreibung, die Truppen, unter denen sich bei den Amerikanern viele Freiwillige befanden, waren undiszipliniert und entbehrten in der überwiegenden Zahl jeder militärischen Erziehung. Das Offizierskorps hatte mit wenigen Ausnahmen überhaupt keine militärische Erfahrung, und wenn die Amerikaner schließlich in diesem Kampf die Oberhand gewannen, so hatten sie es nur dem Umstand zu verdanken, daß ihnen in den damaligen spanischen Truppen auch keine ausgebildeten Kräfte entgegentraten. Bei einigermaßen tüchtiger Führung hätten die Spanier den Amerikanern bei ihren mangelhaft durchgeführten Landungen eine Katastrophe bereiten können. Was uns heute interessiert, ist die Frage, wie sich damals die europäischen Staaten zu diesem amerikanischen Raubzug stellten. Die spanische Mißwirtschaft in den Kolonien wurde im allgemeinen verurteilt, so stand man in Europa den Insurgenten wohlwollend gegenüber, weil man damals ihre Barbarei und ihre Unfähigkeit, sich selbst zu regieren, nicht kannte. Aber trotz des Humanitätsmäntelchens, das sich die Amerikaner umhängten, erkannte man doch ihre wahren Absichten, die daraus abzielten, einen Schwachen zu vergewaltigen und reine Machtpolitik zu treiben. Man empfand schon damals eine Bedrohung der europäischen Kolonialländer durch die Amerikaner, die daraus hinausgingen, langsam, aber rücksichtslos .unb- gegebenen» aUs mit Gewalt die Weltherrschaft zu erringen. Mancher empfand schon damals, gewissermaßen instinktiv, daß mit diesem Krieg eine neue Epoche der Weltgeschichte ihren Anfang nahm. Nur bei den Engländern hatte die amerikanische 'Kriegspolitik Sympathie gesunden. Die englische Politik, die ja stets ihren Blick in die weite Zukunft richtete, glaubte in den Vereinigten Staaten vielleicht später einmal einen Freund gewinnen zu können, der ihr bei der Durchführung ihrer eigenen Pläne sehr willkommen sein könnte. Der Weltkrieg und der jetzige Krieg bestätigen ja diese Auf- assung. Die durch Sprache und Abstammung verwandten Amerikaner nahmen diele ihnen entgegengebrachte Freundschaft gerne an. England verfolgte ja in seiner Kolonialpolitik ähnliche Ziele mit gleicher Rücksichtslosigkeit, und in diesem Streben war es ja nur Deutschland, das dem englischen Industrie- Wunsch übermitteln, daß sie sich über die internationale Lage klar werden und die geographische Umgebung Australiens in Betracht ziehen, um dann mutig sich für den für Australien bedeutsamen Schritt zu entscheiden. Mit dem festen Glauben an den Endsieg führt Japan seine Operationen weiter. Die Regierung wird trotz aller Siege die Wachsamkeit nicht außer Acht lassen und den traditionellen Geist des Opfers und der Ergebenheit gegenüber der Nation fördern, um dadurch schnell dem Ziel des Krieges näherzukommen. Oie Auferstehung Ostasiens Eröffnung des neuen japanischen Reichstages. Oer erste Augenzeugenbericht von der Seeschlacht im Korallenmeer. Tokio, 27. Mai. (DNB. Funkspruch.) Vor dem am Mittwoch eröffneten neuen japanischen Reichstag hielt Ministerpräsident T o j o eine Rede, in der er u. a. ausführte: In weniger als einem halben Jahr feit dem Ausbruch des Krieges in Großoft- afien haben die kaiserlichen Streitkräfte die Kräfte des Feindes zerschlagen, wo immer sie auch auftraten, wichtige Gebiete im großasiatischen Raum wurden besetzt und die Seestreitkräfte der Vereinigten Staaten und Großbritanniens im Pazifik und im Indischen Ozean praktisch ausgetilgt. Neben den militärischen Operationen in den südöstlichen Gebieten wird die Macht der Tschungking-Streitkräfte weiterhin stetig geschwächt. Die Sicherheit unserer Verteidigung steht fest wie ein Fels. 2er patriotische Geist unseres 100-Millionen-Volkes wurde tagtäglich gestärkt, fein unbezähmbarer Wille, den Krieg in Großostafien bis zum erfolgreichen Abschluß durch- zukämpfen, zeigt sich in seinem einfachen und tätigen alltäglichen Leben in greifbarer Weise. Die Tatsache, daß die Entscheidung über Sieg oder Niederlage in unserem Krieg gegen die Vereinigten Staaten und Großbritannien in dem Ausgang des jetzt noch vor uizs liegenden totalen Krieges liegen wird, bedarf keiner weiteren Erklärung. Seit dem Ausbruch Sbes Krieges ist unsere gesamte Nation von der unbeugsamen Entschlossenheit erfüllt, niemals das Schwert der gerechten Sache einzustecken, bis nicht der Einfluß der anglo-amerikanischen Mächte mit allen ihren Träumen von der Weltherrschaft vollständig ausgetilgt sein wird. Der Kardinalpunkt der weiteren Fortführung des Krieges wird es fein, die glänzend koordinierten Operationen der Armee und der Marine weiterzuführen, den Feind aufzufuchen und ihn unfehlbar niederzuschlagen und Parallel zu den militärischen Operationen ein großes Aufbauwerk durchzuführen, um die Gesamtkraft unserer Nation in entscheidender Weise zu erhöhen und damit unserem Land die Grundlage für die Sicherung des Sieges zu fchaf- en. Durch die Bemühungen der Regierung wuchs unsere wirtschaftliche Stärke derart, daß unmittelbar vor Ausbruch des Krieges unser.Land nicht allein in der Lage war, dem anglo-amerikanischen Druck Widerstand zu leisten, sondern auch in den Krieg einzutreten. Dank der glänzenden Siege der kaiserlichen Truppen sind alle wichtigen Quellen in den südlichen Gebieten, die für die nationale Verteidigung von Interesse sind, wie Erdölvorkommen, Gummi, Zinn usw. in unsere Hände übergegangen, so daß dank unseren Bemühungen die Lage unserer Nationalwirtschaft aus ihrer Abhängigkeit gelöst und weiter autark gestaltet werden könnte. Gleichzeitig wurden die Rohstoffquellen für die nationale Verteidigung der feindlichen Länder abgeschnitten, was für diese einen außerordentlich schweren Schlag darstellt. Ich freue mich, erklären zu können, daß kein Grund zu irgendwelchen Befürchtungen in bezug auf die künftige Versorgung des Volkes besteht, gleichgültig, wie lange der Krieg auch dauern mag. Japan wird fein Aeußerftes hergeben, um als TeilhaberdeS großartigen Kampfes Deutschlands unb Italiens gegen di e 11(5 21. unb Großbritannien seinen -Beitrag zu den umfafjenben Siegen biefer Länder AU leisten. Japan hat besonderes Interesse, hi strategischer Hinsicht mit seinen Verbündeten aufs engste zusgmmenzuarbeiten unb badurch eine neue Weltorbnung aufzurichten. Da sich alle vorgeschobenen Stützpunkte des britischen Empires für die Verteidigung Indiens jetzt im Besitz der Kaiserlichen Truppen befinben, steht dem indischen Volk die Gelegenheit offen, sich zu erheben und die Unabhängigkeit zu erringen, die es j&it langem ersehnt hat. Die Tatsache, daß die britisch-indischen Verhandlungen abgebrochen wurden, ohne auch nur bas geringste Ergebnis zu zeitigen, ist ein Beweis dafür, baß Indien bereits geistig unabhängig von Großbritannien ist. Solange angloamerikanische Truppen in Indien verbleiben, ist Japan unbeugsam entschlossen, sie restlos zu vernichten. Ich hoffe jeboch, daß das indische Volk sich unerschrocken erheben wird, um die ayglo-amerikani- fchen Truppen und ihren Einfluß restlos aus Indien zu vertreiben unb dadurch die Unabhängigkeit ihres Vaterlandes zu verwirklichen. Durch die Niederringung der feindlichen Truppen in Burma ist nun endlich auch das Tschung- king-Regime isoliert worden. Es geht seinem unvermeidlichen Fall entgegen. Japan hat die Absicht, der Widerstandskraft des Tschungking-Re- gimes den letzten niederschmetternden Schlag zu versetzen. Nachdem nunmehr der südweslliche Pazifik vollständig unter unsere Kontrolle gebracht wurde, ist A u st r a I i e n das Waisenkind im Pazifik geworden. Als Ergebnis der Schlacht im Korallenmeer sind die zur Verteidigung dieses Landes bereitgestellten Marineeinheiten beseitigt worden, so daß Australien jetzt hilflos dem Angriff der Kaiserlichen Armee entgegensieht. Ich möchte daher den Führern Australiens noch einmal meinen aufrichtigen Außenminister Togo führte bann vor dem Reichstag noch folgendes aus: Als Japan das Geschick der Nation von dem Ausgang eines Krieges abhängig machte, war es von dem Wunsch beseelt. Ostasien von dem Joch der Ausbeutung durch dis ISA. und Großbritannien zu befreien, den An« spruch dieser Nationen auf die Weltherrschaft zu« Nichte zu machen, und das große Ideal einer neuen Weltordnung zu verwirklichen. Das große Ideal des Aufbaues einer neuen Ordnung auf moralischer Grundlage, das allen Völkern und allen Ländern dieser Sphäre das Recht zubilligt, feinen eigenen Platz einzunehmen unb an der Ehre der Äufer- ftehung Ostasiens beteiligt zu sein, steht im Begriff, verwirklicht zu werden. Wenn die Völker der befetten Gebiete im Süden uns ihre tatkräftige ungezwungen Mitarbeit zuteil werden lassen, während der Schlachtenlärm noch kaum verhallt ist, so ist dies einer der vielen Beweise dafür, daß Großost- asien mit dieser Tatsache wohl zufrieden fein darf. Sofort nach Ausbruch der Krieges für ein größeres Ostasien schloß Japan den epochemachenden Bündnisvertrag mit Deutschland und Italien ab, in dem die unverrückbare Entschlossenheit dieser Länder zum Ausdruck kam, gemeinschaftlich den Aufbau einer neuen Welf in Angriff zu nehmen und das Schwert nicht in die Scheide zu stecken, bevor der gemeinsame Krieg gegen die USA. und Großbritannien zu einem erfolgreichen Ende gekommen ist. Das Zusammenwirken zwischen den drei Mächten ist eng und herzlich, nicht nur auf militärischem Gebiet, sondern auch auf dem Gebiet der Politik, der Wirtschaft und der Kultur. Tag für lag kommen wir den gemeinsamen Zielen dank dem Zusammenwirken aller Verbündeten und dank den militärischen Erfolgen der Achsenmächte im Osten und Westen näher. Der Außenminister berührte bann die bereits früher festgelegten Verhältnisse Japans zu einigen roederen Ländern und fuhr fort: Heute erklärt Ja- Jan vor der ganzen Welt seine erneute Entschlossenheit, den Krieg bis zum erfolgreichen Ende fortzu- sttzftt durch die Schaffung einer neuen nationalen pohhidjen Struttur im Geiste der Zusammenarbeit und auf Grundlage der nationalen Einheit durch die ,seine Krcegsanftrengungen mit «ferner ©ofi* barr-tot verstärkt mürben. und Handelsmonopol immer fühlbarere Konkurrenz machte. Es war die Zeit, in der mir Deutsche unser Kolonialreich aufbauten und der englischen Industrie und dem englischen Handel in allen Teilen der Welt infolge unserer Tüchtigkeit Konkurrenz machten. Und als nun in der deutschen Presse sympathische Artikel für Spanien erschienen, benutzte England diese Aeußerungen, um in Amerika den Eindruck zu erwecken, Deutschland hege feindselige Ge- finungen gegen die USA. und suche nur nach einer Gelegenheit, sich einzumischen und Amerika den Erfolg des Krieges mit Spanien streitig zu machen. Frankreichs Sympathie stand noch viel ausgeprägter auf der Seite der Spanier. Aber Frankreich brauchte man ja nicht so sehr als Konkurrent zu fürchten. Frankreich konnte man anders behandeln. Man bedauerte feine Haltung, machte aber deshalb keinen großen Lärm, auch nicht, als behauptet wurde, ein französischer Dampfer, dem die Amerikaner das Anlaufen von Havanna genehmigt hatten, habe Waffen und Munition und Instrukteure gelandet. Ganz anders aber wurde der Fall des deutschen Kreuzers „Irene" behandelt. Das Schiff hatte, gleich den anderen deutschen Kriegsschiffen, die Aufgabe, nicht nur die deutschen Interessen zu schützen, sondern auch für die Nichtkämpfenden die Schrecken des Krieges soviel wie möglich zu mildern. Der Kreuzer lief am 5. Juli 1898 die Subig-Bucht auf Luzon (Philippinen) an, um alte Leute, Frauen und Kinder, die aus dem Innern an die Küste geflüchtet waren,- aufzunehmen. Bei der Isla grande traf der Kreuzer einen Dampfer, der die Jnsiir- gentenflagge gehißt hatte. Es handelte sich um einen spanischen Dampfer, der von den Insurgenten in Benutzung genommen worden war. Daß die malaiischen Mannschaften am Tage zuvor vier Offiziere des spanischen Dampfers ermordet hatten, war dem Kommandanten des deutschen Kreuzers nicht bekannt. Kanonen führte das Insurgentenschiff nicht. Als die „Irene" näher kam, hißte der Dampfer, wohl im Gefühl bösen Gewissens, die weiße Flagge. Als der Kommandant der „Irene" dem Führer des Dampfers bedeutete, daß die Führung einer nicht anerkannten Flagge — und bei den Insurgenten handelte es sich um eine solche — nicht gestattet sei, fuhr der Dampfer unter weißer Flagge nach Manila weiter. Der Kreuzer „Irene" nahm dann die Hilfsbedürftigen, die ohne Zweifel von den Insurgenten ausgeraubt und vergewaltigt werden sollten, an Bord. Auf der Fahrt begegnete der deutsche Kreuzer einem amerikanischen Kriegsschiff. Aus diesem vollkommen einwandfreien Verhalten des deutschen Kommandanten konstruierten nun die Amerikaner und ihre Eideshelfer, die Engländer, die Lüge, daß das deutsche Kriegsschiff ein Jnsurgentenschisf an feiner militärischen Tätigkeit gehindert habe, und daß ein weiteres Vorgehen des deutschen Kommandanten nur durch das Erscheinen des amerikanischen Kriem^chiffes verhindert worden sei. Weiter wurde die Lüge verbreitet, die Deutschen hätten unter dem Vorwand Ruhe und Ordnung herzustellen, Mann- schasten in Manila gelandet, sie hätten die amerikanische Admiralitätsflagge nicht gegrüßt und hätten in demonstrativer Weise die spanische Nationalhymne an Bord gespielt. Ferner habe das deutsche Kriegsschiff „Kaiserin Augusta" den spanischen Generalgouverneur Augustin heimlich an Bord genommen, um diesen der Gefangennahme zu entziehen und dergl. Lügen mehr. Die Verhetzung wurde damals soweit getrieben, daß die nordamerikanische Presse allen Ernstes über die Möglichkeit eines Krieges mit Deutschland schrieb, und daß man das Nichtforcieren des Hafens von Santiago auf Kuba durch die Flotte des amerikanischen Admirals Sampson der Notwendigkeit zuschrieb, die Schiffe möglichst intakt zu halten, um die amerikanischen Schiffe gegen die Flotte des Deutschen Reichs verwenden zu können. Heute, wo die Philippinen und die Inseln Westindiens in das Blickfeld des militärischen Geschehens gerückt sind, scheint es angebracht, auf die Stimmungen vor 44 Jahren zu verweisen, weil schon damals, ohne daß es uns Deutschen so recht zum Bewußtsein kam, mit allen Mitteln der Lüge und Verleumdung gegen uns gearbeitet wurde. L. G. Das Ritterkreuz zum Kriegsverdienstkreuz. Berlin, 26.Mai. Der Führer verlieh dem bisherigen deutschen Gesandtschaftströger in Washington, Gesandten Dr. Hans Thomsen, für seine besonderen Verdienste als diplomatischer Vertreter des Reiches das Ritterkreuz zum Kriegsverdienst- kreuz und dem bisherigen Militärattache in wa- shlngton. General der Artillerie von Vötti- cher, in Anerkennung seiner besonderen Verdienste das Ritterkreuz zum Kriegsverdienstkreuz mit Schwertern. _________ Altkleider- und Spinnstoffsammlung 1942. Ein Aufruf des Reichswirtschastsministers Funk. Berlin, 27.Mai. (DNB.) 3n der Zeit vom 1. bis 15. Juni 1942 wird im ganzen Reich die Altkleider- und Spinnstoffsammlung 1942 durch- gesührt, zu der Reichswirlschaftsminister Funk folgenden Aufruf erläßt: Deutsche Volksgenossen, deutsche Volksgenossinnen! In dem schweren Ringen des deutschen Volkes um seine Selbstbehauptung haben immer mehr schaffende Hönde den Hammer mit dem Gewehr, den Pflug mit der Waffe vertauscht und stehen als eiserner Wall fern von ihren Werkstätten und Aeckern im erbitterten Kampf zum Schuhe ihrer Heimat. Ihre Arbeitsstätten, an denen sie seit Jahren für den friedlichen Aufbau im nationalsozialistischen Großdeutschland schafften, sind von Millionen Wertktätigen eiägenommen worden, die vorher an weniger kriegswichtigen Arbeitsplätzen gestanden hatten. Diese Männer und Frauen brauchen in ihrer neuen Tätigkeit im Frontbereich, in der Rüstungsindustrie und in der Landwirtschaft viel mehr, Kleidungsstücke zum Schuhe gegen Wind und Wetter als in den Büros oder als haussrauen im eigenen heim. In fast jeder Haushaltung hängen Kleidungsstücke, die seit Jahren nicht mehr gebraucht und die auch in absehbarer Zeit nicht mehr getragen oder umgearbeitet wer- Aus de« Der neue Gauleiter Weser-Ems. Berlin, 26. Mai. (DNB.) Der Führer hat an Stelle des verstorbenen Gauleiters und Reichsstatthalters Rover den Stellvertretenden Gauleiter Paul Wegener zum Gauleiter des Gaues Weser- Ems der NSDAP. und zum Reichsstatthalter in Oldenburg und Bremen ernannt. Wegener war bisher Strellvertretender Gauleiter im Gau Mark Brandenburg und seit der Pesehung von Norwegen als Vertreter des Reichskommissars für die besetzten norwegischen Gebiete in Oslo tätig. Parteigenosse Wegener hat in den Reihen der Waffen-^ am Kriege teilgenommen und wurde mit dem E. K. II ausgezeichnet. Kreisleiter Biedert gefallen. NSG. Bei den schweren Abwehrkämpfen an der Ostfront fiel am 26. 4.1942 als Leutnant der Infanterie der Leiter des Kreises Rhein- gau-St. Goarshausen der NSDAP., Kreisleiter Adam Biedert. Zuerst als SA.-Führer und dann als Politischer Leiter stand er seit dem Jahre 1930 im Einsatz für die Bewegung.. Als besonders befähigten Ortsgruppenleiter berief ihn der Gauleiter 1935 zum Kreisleiter, in welcher Eigenschaft er der Partei im Kreis Oppenheim und feit dem den. Deutsche Volksgenossen und Volksgenossinnen! Gebt diese noch tragbaren Kleidungs - ft ü cf c und darüber hinaus alle a Iten, nicht mehr gebrauchsfähigen Spinnstoff- waren (z. V. Anzüge, Frauenkleidung, Unterwäsche, Lumpen) zur Altkleider- und Spinnstosssammlung 1942. Jeder, der für den deutschen Endsieg seine Arbeitskraft einseht, soll an Kleidung das erhalten, was er zur Aufrechterhaltung feiner Arbeitskraft und seiner Gesundheit braucht. Gerade heute im Endkampf um Deutschlands Freiheit muß diese Rohstoffreserve, die bereits in Friedenszeiten regelmäßig erfaßt und verwertet worden ist, eingesetzt werden. Sie darf nicht in den Haushaltungen vermodern. Auch dieser Appell, der sich hauptsächlich an die deutschen Hausfrauen wendet, wird die Bereitschaft des ganzen Volkes finden, denn niemals wird das deutsche Volk in seiner Gebefreudigkeit erlahmen, wenn es gilt, die deutsche Kriegswirtschaft arbeitsfähig und schlagkräftig zu erhalten. Jede Spende zur Altkleider- und Spinnstoffsammlung 1942 dient unmittelbar oder mittelbar der Front, die unerschütterlich steht und unaufhaltsam oorwärtsdrängt, bis der Endsieg gesichert ist. Berlin, den 26. 2Uai 1942. Ge;.: Walther Funk. n Reich. Jahre 1937 im Kreis Rheingau-St. Goarshausen hervorragend biente. Mit ihm ist ein Nationalsozialist von uns gegangen, der sich in Gesinnung und Handeln allein der Idee verpflichtet fühlte. So wie er in den Jahren des Friedens als unermüdlicher Kämpfer für den Führer am Werk war, so hat er nunmehr sein Leben für den Bestand des Reiches hingegeben, als unerschrockener, aufrechter Nationalsozialist, der auch in seinen letzten Briefen an den Gauleiter und seine Kameraden stets betonte, wie glücklich er war, für seine Ueberzeugung mit der Waffe eintreten zu dürfen. Seine Persönlichkeit und ihr Wirken werden in Hessen-Nassau unvergessen bleiben. Gründung des Gausozialgewerkes. NSG. Nachdem in sämtlichen Kreisen des Rhein- Main-Gebietes Sozialgewerke für die Handwerker gegründet worden find, erfolgt nun am 30. Mai als Zusammenfassung dieser Sozialgewerke in einer Sitzung in Wiesbaden die Gründung des Sozialgewerkes für die Handwerker des Gaues Hessen- Nassau. Damit schließt die Deutsche Arbeitsfront in unserem Gau vor allen anderen Gauen an erster Stelle eine organisatorische Arbeit ab, die bei uns mit den Sozialgewerken in Wiesbaden, Darmstadtund Frankfurt a. M. auch beispielhaft für alle Gaue Deutschlands begonnen wurde. Die Leitung des Aufsichtsrates des neuen Gausozialgewerkes übernimmt der Landeshandwerksmeister, Gauamtsleiter Garner. Kleines russisches 2 !«' örterbuch. ^-PK. Damit ihr euch in der Heimat nicht allzu sehr wundert, wenn „euer" Soldat von der Ostfront einmal auf Urlaub kommt und euch unverständliche Worte in seinen (vielleicht auch nicht mehr vorhandenen) Bart murmelt, will ich euch heute einmal einige kleine Tips geben. An Urlaub ist vorläufig ja nicht zu denken, da habt ihr also Zeit genug, um anhand der folgenden Zeilen einmal in die Geheimnisse der russischen Sprache einzudringen. Die deutschen Soldaten haben in den langen Monaten allerhand Russisch gelernt, manche sind wahre Meister geworden. Doch von deren Kenntnissen wollen wir nicht sprechen, sondern nur von den Worten, die heute eigentlich jeder Soldat im Osten beherrscht. So müßt ihr euch vor allem daran gewöhnen, von eurem Soldaten beim Betreten oder Verlassen der Stube ein lautes „sdraß" bzw. „do swidanja" zu hören. „Guten Tag" und „Auf Wiedersehen" heißen diese komischen Wörter, die nur zuerst unaussprechlich erscheinen. „Ponjumai?" Das wird wohl die Frage sein, die auch am häufigsten in den Ohren klingen wird außer dem anerkennenden „karosch" oder karascho". Ponjumai? Verstehen Sie? Karosch, karosch, pflegen die Russen bann zu antworten, gut, gut, in Ordnung. Ueberhaupt scheinen sie zu meinen, daß doppelt besser hält. „Da, da" (ja, ja), „njät, njät" (nein, nein)- das hört man den ganzen lieben langen Tag, wenn man bei ihnen „quartira" bezogen hat. Die Sauberkeit läßt ja meist zu wünschen übrig. „Muyschi, wschi und blockt" (Mäuse, Läuse und Flöhe) sind keine seltenen Gäste. Nach einem „ubor- naja" (Abort) im europäischen Sinne wird man überall vergeblich suchen, von einem „banja" (Bad) ganz zu schweigen. Auch die „muijla" (Seife) ist knapp, doch darin ist nicht der Grund zu suchen für das wenig appetitliche Aussehen der meisten Sowjeteinwohner. Denn „wodi" (Wasser) ist schon etwas reichlicher vorhanden', trotzdem genügt ein „kruschka" (Becher) voll „utrom" (morgens) für die Toilette der ganzen, vielköpfigen Familie. „Nitschewo" kann man da nur sagen, das herrliche Wort, das eigentlich „nichts" bedeutet und doch so vieles sagt, mit dem der Sowjeteinwohner alles entschuldigt. „Ka- puht, Pan, nitschewo". Aber als es so verdammt „chollodno" (kalt) war, hoben wir uns doch gefreut, trotz aller Unsauberkeit, daß wir einen warmen „pjetsch" (Ofen) fanden. Nicht nur. „wjätscherom" (abends) sitzt die ganze Familie, „atjetz, shenschtina, ssuiin, dokschj und ba» buschka" (Vater, Frau, Söhne, Töchter und Großmutter) um den Ofen herum, sondern fast den ganzen Tag. Vor allem dem Mann steht der Sinn gar nicht nach „rabota" (Arbeit), sondern nach „tabaf, papirossi, wodka und piwa (Bier)", aber leider, leider: Nitschewo. Ponjumai? Die „matfa" (Mütter) muh fast alles „domo" (im Hause) allein machen, die Arbeit in der „kuchnja" (Küche) und im Stall. Sie sorgt für „sup" (Suppe) und „kapusta" (Kohl), die einzigen warmen Gerichte, die bie_ßeute im „Sowjetparadies" sich leisten konnten. Sie muß das „chleb" (Brot) backen, sie kocht auch uns den „koste" oder „tschai" (Kaffee oder Tee). Sie hat vielleicht auch manchmal „adin jaika" (ein Ei) oder etwas „molloko" (Milch) für uns. Aber es ist ja alles knapp, denn „bolsche- wist", „wojna" (Krieg) und so. „Ponjumai?" „Maslo" (Butter) zum Braten kann man meist noch haben, aber mit „kartoschki" (Kartoffeln), die man in der „skawaroda" (Psanne) bereiten könnte, sieht es auch nicht gut aus. Also blasen wir das Licht der „kürassin"-(Petroleum)-Lampe aus, gehen wir „spattj" (schlafen), denn „sawtra" (morgen) ist auch noch ein Tag. „Stoi", werden Sie denken, lieber Leser, halt, jetzt ist es genug, Mir brummt ja schon der Schädel von dem vielen Russisch! Aber ich wollte Ihnen doch nur einige Tips geben, damit Sie Ihren Soldaten dereinst zünftig mit den ihm inzwischen vertraut gewordenen Ausdrücken empfangen 'können. Denn das „ponjumai?" und „karosch" wirb er sich nicht schnell abgewöhnen. Er wird sich freuen, wenn Sie einiges von dem Vorstehenden behalten haben. „Spassiba" (danke sehr) wird er sagen, wenn Sie schön breit und langsam anfangen, russisch mit ihm zu sprechen. Er wird sich dann viel leichter wieder in die heimtliche Umgebung einleben, wenn, ihm auf diese Weise auch ein Gruß aus dem wenig paradiesischen Paradies geboten wird, aus dem er kommt. Ponjumai?? ^-Kriegsberichter Karl-Heinz Vollmann. Aus aller Well. Acht Todesopfer der Berge. Während der Pfingstfeiertage haben die Berge acht Todesopfer gefordert. In den Berchtesgadener Bergen starben im Gebiet des Hohen Göll in der Reiteralpe drei Bergsteiger, im Kaisergebirge am Totenkirchl und am Kopftoerlgrat ebenfalls drei Bergsteiger an Erschöpfung. In der Geisteistein- Nordwand stürzten zwei Bergsteiger ab, von denen der eine nur tot geborgen werden konnte. Auch an der Ostkante der Partenkirchener Dreitorspitze ereignete sich ein tödlicher Absturz. Keine Nachsicht mit Verkehrssündern. Ein warnendes Urteil fällte die Magdeburger Strafkammer gegen den 46 Jahre alten Walter K. Er hatte mit einem Lastzug eine schon häufig von ihm befahrene Straße passiert und daher sehr wohl gewußt, daß an einer bestimmten Stelle das Einbiegen mit einem langen Lastzug erhebliche Schwierigkeiten bereitete. Um so unverantwortlicher war es, daß er, wenn auch mit geringerer Geschwindigkeit, die Kurve zu kurz nahm, mit den rechten Rädern der beiden Anhänger auf den Gehsteig geriet und dabei einen 12jährigen Jungen anfuhr, der unter die Räder des zweiten Anhängers geriet und sofort getötet wurde. Die Strafkammer erkannte zur Warnung für alle Kraftfahrer auf ein Jahr Gefängnis. Pflücken von Enzian wird streng bestraft. Eine Bergwachtstreife stellte in der Nähe eines bekannten Allgäuer Fremdenortes zwei Frauen beim Pflücken des streng geschützten ftengellofen Enzians. Die Zählung des bereits gepflückten Enzians ergab eine Menge von 1220, zum Teil bewurzelter Pflanzen. Anzeige gegen diesen Pflanzenraub ist er- stattet.Wer der Meinung ist, das Reichsnaturschutzgesetz stehe nur auf dem Papier und jetzt im Kriege könne man die Berge ausplündern, der befindet sich gründlich auf dem Holzweg. Alle Gebiete werden wie im Frieden überwacht und den Vernichtern der Schönheit der Berge wird das Handwerk gelegt. Hauptfchriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter de« Hcmptschristletters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für das Feuilleton: Dr. Hans Thvriot; für Stadt Gießen, Provinz, Wirtschaft und Sport: Ernst Biumschein. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange K. G. Verlagsleiter: Dr.-Hng. Erich Hamann: Anzeigcnleiter: Hans Beck. Anzeigenpreisliste Nr. 6. Behelfsmäßige Zahnpflege ist heute leider unvermeidlich, weil die erhöhte Nachfrage nach den bekannten und beliebten Zahnpflegemitteln, wie Chlorodont, größer ist als die zeitbedingte Herstellungsmöglichkeit. Die Hauptsache ist, daß abends und morgens der Mund kräftig ausgespült wird und die Zähne und Zahnzwischenräume gründlich von allen Speiseresten befreit werden Möglichst einmal im Jahre sollte außerdem eine vorbeugende Zahnuntersuchung durch den Zahnarzt oder Dentisten stattfinden. Warnung aus Stendal Roman von A. Lothar Philipp 39. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) ,„Was mag wohl Sanas im Eispalast gesucht haben?" fragte Welt. „Sicherlich Elisabeth", warf Petersen ein, „er wollte mit ihr sprechen und alles mit ihr beraten —" , .. „ „Daß er Elisabeth gesucht hat, ist möglich wars Willis ein, „er kann ebensogut beabsichtigt haben, mit Irene zu sprechen. Das wissen wir nicht. Es sind eben nur Vermutungen —" „Da kommt Elisabeth!" ries Welt. Ihre Unterhaltung sand in der Bar des Imperial-Hotels statt. Elisabeth war soeben herem- getreten yud schien sie zu suchen. Jetzt hatte sie sic erkannt und schrill auf sie zu. Petersen erhob sich, verbeugte sich kurz vor ihr und verließ den Raum. Elisabeth sah shm nach und warf dann fragende Blicke auf Willis. „Nehmen Sie Platz, Elisabeth, wir lasen gerade die Meldungen der Presse über ßanos und die Norodna. Was halten Sie von der Sache. Ich halte Lanas trotzdem für unschuldig", sagte sie' leise, „vielleicht sagt er alles nur, um eine andere Person zu schützen." „Sie meinen Irene?" Willis warf ihr einen Blick zu und sah, wie sich chre Augen leicht umflorten. ^Ich "hoffe", fügte sie hinzu, „Sie verstehen mich nicht falsch. Irene ist Zigeunerin Sumor i|t Zigeuner Ist es nicht sonderbar, daß . Sumor und Barthold die Namen getauscht haben? Sollte das nicht ein Hinweis sein? Warum leugnet Irene, am Mordabend bei ßanos gemefen du Äenn sie mischuldig war, brauchte sie nicht zu leugnen. „Sie haben recht, Elisabeth, ich werde die Sache nicht ruhen lassen, bis die Wahrheit gefunden wird. Ich werde noch einmal mit dem Kriminalrat sprechen. Ick glaube ohnehin, daß wir alle als Zeugen geladen werden." „Glauben Sie denn, daß ßanos den Barthold Ihretwegen getötet hat?" fragte jetzt Welt etwas zaghaft. Er schien wieder in feine Melancholie zu fallen. Man sah es ihm an, wie er sich in seinen Gedanken quälte, die Wahrheit zu ermitteln. „Nein", sagte Elisabeth und sah ihn offen an, „ich alaube es nicht, ich glaube überhaupt nicht, daß ßanos es gewesen ist." „Ich bin ganz Ihrer Meinung, Elisabell)", stimmte ihr Millis bei, „ich glaube es auch nicht. Was auch kommen mag, Sie dürfen fest damit rechnen, mich stets an Ihrer Seite zu sehen." Sie reichte ihm lächelnd ihre kleine Hand. „Sie wissen nicht, Eberhard", sprach sie leise, „wie glücklich Sie mich mit diesen Worten machen." „Elisabeth ist eine Bestie, die Norodna ist eine Bestie, die Edith ist eine Bestie", brüllte Petersen, „alles was weiblich ist, ist eine Bestie, laß mich mit den Weibern in Ruhe." Willis halle, nachdem Elisabeth gegangen war, Petersen im Zimmer aufgesucht und versuchte nun, ihn vernünftig zu machen und ihn von seinem Vorurteil gegen Elisabeth zu heilen. Aber Petersen hatte seine Wut gegen die gesamte Weiblichkeit und war allen Dernunftgründen gegenüber unzugänglich. „Jawohl", bestätigte er, „ich habe die trübften Erfahrungen gemacht. Nie wieder werde ich eine Frau ansehen, nie wieder mich verlieben, oder der Teufel soll mich sauer kochen." „Ich wollte dich bitten, mit mir zu Brommund 5’i gehen —", begann Willis von neuem. „Brommund? Wer ist Brommund? Sind da auch wieder Weiber?" „Nein, er ist der Direktor des Zirkus, an dem zuletzt Sumor beschäftigt war." „Und was soll ich dort?" fragte der Kleine. „Vielleicht gelingt es uns festzustellen, warum Sumor und Barthold ihre Namen vertauscht haben —" „Und was soll uns das nützen?" „Ich tu’s wegen Elisabeth —" „Natürlich, natürlich", tobte Petersen, „wegen eines Weibes. Nein — nein und nochmal nein, ich tu’s nicht. Sie ist eine Bestie und ist so schuldig wie Irene und wie alle anderen, ßaß mich in Ruhe in Kreuzteufelsnamen." Willis verließ achselzuckend das Zimmer. Unten traf er den großen Well, der melancholisch in der Halle faß und einen Tee trank. „Kommst du mit?" fragte er ihn. „Wohin?" „Zu . Brommund, um etwas über Sumor zu erfahren." Welt gähnte. „Ich bin müde", sagte er, „todmüde, aber ich gehe trotzdem mit. Vielleicht finden wir einige Klarheit über Elisabeth. Komm!" — -x * Sie kamen beide erst kurz nach ein Uhr nachts nach Hause. Welt schien sehr befriedigt zu fein und schlief zum erstenmal ruhig und traumlos. Aber Willis lag die ganze Nacht wach. Am Morgen zog er sich eiligst an und fuhr nach dem Alexanderplatz, wo er eine Unterredung mit Wenig und Krähe hatte. Diese Unterredung fand bei verschlossenen Türen statt. Erst eine Stunde später öffnete sich diese Tür. Der Kriminalrat begleitete Willis hinaus und drückte ihm die Hand. Dabei lachte er: „Ich schicke Krähe sobald als möglich nach Stendal", sagte er, „und es müßte mit dem Teufel zugehen, wenn wir die ganze Sache nicht aufstöbern. Jedenfalls bin ich Ihnen sehr dankbar. Sie haben mir eine große Arbeit abgenommen und mir einen guten Tip gegeben. Fräulein Perling kann Ihnen auch dankbar fein, ebenso der Staatsanwalt und alle Welt. Nur Sumor und die Norodna werden auf Sie schimpfen, aber daraus werden Sie sich wohl nichts machen. Auf Wiedersehen zum Termin, Herr Willis, und alles Gute!" 12. Der Staatsanwalt hatte sich nach reiflichem lieber- legen und nach einem eingehenden Studium der Akten und der Ergebnisse, die der Untersuchungsrichter den polizeilichen Ermittlungen hinzugefügt hatte, entschlossen, gegen Joseph ßanos Anklage wegen Mordes zu erheben. Hierzu hatten ihn insbesondere die Manipulationen mit der Uhr bestimmt, die auf große Ueberlegung schließen ließen. Den Vorsatz erkannte er daran, daß Irene mit der Schußwaffe zur Zeit des Mordes anwesend gewesen war und helfen konnte, die Tat zu verüben und die Spuren der Tat zu fälschen. Deshalb hatte er auch gegen Irene Anklage auf Beihilfe zum Morde und auf versuchten Totschlag erhoben, gegen Sumor Anklage wegen Führung falscher Papiere, intellektueller Urkundenfälschung und Nichterstattung einer Anzeige. Er nahm an, daß Sumor zwar nicht an der Tat beteiligt sei, sie aber gewußt habe. Der Staatsanwalt verhehlte sich nicht, daß manche seiner Anklagen auf schwachen Füßen stand. Namentlich in bezug auf Sumor war nicht mit einer Verurteilung wegen Nichterstattung einer Anzeige zu rechnen, sondern hockstens wegen Führung falscher Papiere, einer Uebertretung, auf die nach § 363 Abs. 2 Haft oder Geldsttafe ftanb. Selbst die intellektuelle Urkundenfälschung war noch reichlich zweifelhaft. Zwar hatte er sich auf Grund der Papiere des Barthold polizeilich angemel^j^^h damit eine falsche Registereintragung war aber fraglich, ob das Gericht diese so streng betrachten würde, um zu lung zu gelangen. (Fortsetzung folgt.) ; f ßMihfaqtfeilguelle Korlslpnidel I [ ___________ «r * * w*e ff m Gießener Anzeiger werden von Tausenden beachtet und gelelen. Leistungsprobe von heute Gewinn für die Zukunft Heute wird Ihr Burnus oft nur für die Wäsche ausreichen, die schwierig zu reinigen ist - oder für empfindliche Gewebe, die geschont werden müssen. Gerade dann werden Sie aber auch sehen, wie schonend die Burnuswirkstoffe den Schmutz ins Einweichwasser ziehen, wieviel Waschmittel und Feuerung sie sparen helfen. Wenn Burnus wieder in jeder Menge zu haben ist. werden Sie darum als kluge Hausfrau BURNUS • GMBH ■ DARMSTADT Vertriebsgesellschoft der Röhm & Hoot GmbH. THEATER der Universitätsstadt kieken | Mietgesuche | WIMmer rwn jung, berufstätigen Mädel zu miet, gesucht. Schriftl. 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Monaten in den Tod. Die schwergeprüften Eltern: Hans Herrmann und Frau. Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 28. Mai, 14.45 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. — Beileidsbesuche dankend verbeten. Gießen (Wetzsteinstr. 16), den 27. Mai 1942. '__1739 D Impfung: Donnerstag, 28. Mai 1942, von 15 bis 16 Uhr. Nachschau: Donnerstag, 4. Juni 1942, von 15 bis 16 Uhr. d) Familienname beginnend mit Buchstabe J bis R: Impfung: Montag, 1. Juni 1942, von 15 bis 16 Uhr. Nachschau: Montag, 8. Juni 1942, von 15 bis 16 Uhr. Statt Karten! Für die in so reichem Maße erwiesenen Aufmerksamkeiten anläßlich unserer gold. Hochzeit danken wir herzlichst Peter Hofmann und Fran Katharine,geb.Forbach Alten-Buseck, den 26. Mai 1942 _______________02486/ vni Die Kleinen gedeihen dabei vorzüglich, werden widerstandsfähig und machen den Eltern Freude. die gute Wirkung von Burnus für alle Wäsche ausnützen I Hiotorroö (^ündavv) 198 oem, sehr gut erhalten, zu verkaufen. 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Die Trauerfeier fand in der Stille statt. ___________________________________________________02490 rdald erservöhrra Öffner nicht nötig.Man nimmLeinb.e* lliebiges Metallstück, Messer oder dergl.,stecktes zwischen Deckel und Unterteil dertj^ daldose und dreht wie b.etiri) angenieteten Dosenöfto.efi» Schon sieht zum Gebrauch bereit das Mrtwäkde. Erdal Mittwoch, den 27. Mai 19 bis 22 Uhr: 34.Mittwochmiete u.HalbmieteB Wo die Lerche singt Operette von Franz Lehar. Preise von 0.90 bis 3.60 RM. __________1700 D den und Wieseck) wohnhaften Kinder statt: 1. die im Kalenderjahr 1940 oder in früheren Jahren geboren, jedoch noch nicht erftgeimpft sind, zurückgestellt waren oder ungeimpft von auswärts zugezogen find: Impfung: Mittwoch, 27. Mai 1942, von 15 BilöeM „Mit der O. T. am Westwall" (Bilder von Prof. Bollbehr) zu kauf, gesucht. 2chr.Angeb.unt. 02491 and.G.A. Suche sof. für Mädel Kost und pflege auf 5 Wochen. Zuschriften an Göschl, München Paul-Heysestraße 16. (02451 Die Schuhe halten länger und bleiben länger schön! Impf- und Nachschoulokal: Turnhalle der Schillerschule, Schillerstraße 8. Die Eltern und Pflegebefohlenen werden ausgefordert, ihre Kinder pünktlich zu obigem gebührenfreien Impfterminen zu bringen, andernfalls nach Ablauf des Kalenderjahrs Strafanzeige erfolgen muß. Es wird darauf hingewisfen, daß die Kinder und ihre Kleider sich in sauberem Zustand befinden müssen, ferner daß kranke Kinder und solche aus Häusern, in denen zur Zeit ansteckende Krankheiten bestehen, zur Impfung nicht zugelassen sind. In letzteren Fällen ist ärztliche Bescheinigung dem Stcvatl. Gesundheitsamt Gießen, Wilhelmstraße 59, alsbald vorzulegen. 1692C Gießen, den 19. Mai 1942. Der Oberbürgermeister. (Jmpfpolizeibehörde.) I. D.: Nicolaus. 1 neues tecHsrai geg. Bezugschein zu kauf, gesucht. Schriftl. Augeb. nnt.02498anden Gietz.Anz. erbet. fflandoeicfuiaert 1 Der Arzt warnt vor einem einfachen Heftpflaster, vielmehr empfiehlt er ein richtiges Wundpflaster. Also Traumaplast mit dem luftdurchlässigen Mullkissen, das ein weiches Polster bildet und die Wunde bzw. Blase sowohl vor Verunreinigung als auch vor neuerlicher Reibung schützt. Beaintcntochter, im. eigen. Haus, wünscht gebildet. Herrn im Alter von 40-50 Jahr, kennenzulernen zwecks späterer Heirat. Zuschr. mit Bild (zurück1U.1729D an d. Gien. Anz. Alleinsteh.Dame (gute Erschein.), tüchtig im Haushalt, sucht die Bekanntschaft eines Herrn im Alter bis zu 55 Jahr., Rentn.nicht aus- geschloss., zwecks Heirat. Schr.2lngeb.unt. 02489 and.G.A. 3 GUTE GRUNDE die Astro langsam und mäßig zu rauchen und sorgsam mit ihr umzugehen, damit Aroma und Frische nicht leiden. I Mall fiteilig zu verkauf. [02497 Atterweg 27. | Kaufgesuche | Er hat alle Hände Vollzug Machen Sie dem Schuhmacher jetzt keine überflüssige Arbeit. 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Aus gestreiftem .geschnittene Kleid kleinen Stehbund cnkgcgenlaufend) wird im Rücken gibt es für Kinderschuhe keine sich auch beim Aufheben der Geschwister durch Ausstopfen. Papier helfen muß. Praktisch und kleidsam sind die zwei jugendlichen, warmen Sommerkleider aus kariertem und gestreiftem, leichtem Wollstoff. ,Das Kleid links ist glockig in sechs Bahnen geschnitten, der Rock hat außerdem vorn wie hinten je zwei Falten. Die kurzen, losen Acrmel sind dem Blusenteil angeschnitten, ein kleiner, weißer Pikee- lragen und ein farbig passender Gürtel sind der schlichte Ausputz. aufgesetzten Taschen. Die Bluse (mit kleinen Stoffknöpfen) ge- deren Geschmack zu erzielen, wendet man statt des Essigs ein wenig Zitronensäure, etwas geriebene Zwiebel und einige Tropfen Würze an. Auch hier wird nach Geschmack gesalzen, vielleicht auch etwas gezuckert. Letzteres aber nur in ganz geringem Maße, denn die Mayonnaise soll nicht süß schmecken, sondern lediglich durch die Zuckerbeigabe einen milderen Geschmack annehmen. Wer Buttermilch zur Verfügung hat, setze sie an Stelle des Wassers der Tunke zu, er muß aber dann besonders vorsichtig mit dem Gebrauch von Essig sein. H. v. L. Rezepte. Rhabarberkartoffeln. 750 g Kartoffeln, 500 g Rhabarber, Salz, Zucker. Die geschälten und in kleine Stücke geschnittenen Kartoffeln werden in wenig Salzwasser halb gargekocht, dann gibt man den gut gewaschenen und in Stücke geschnittenen Rhabarber dazu, läßt das Ganze ggr werden und schmeckt mit Salz, Zucker und Zitronensaft, ab. Rhabarbergraupen. 500 g Rhabarber, y> Liter Wasser, Zitronenschale, Salz, 200 g Graupen, Zucker. Unter die Halbgargekochen Graupen wird der in Stücke geschnittene Rhabarber sowie Zitronenschale gemischt, das Ganze gargekocht und mit Salz und Zucker abgeschmeckt. R h a b a r b e r k a l t s ch a l e. 750 g Rhabarber, 1 Liter Wasser, Zitronenschale, Zucker nach Geschmack, 30 g Stärkemehl. In das kochende Wasser gibt man den gewaschenen, ungeschälten, in Stücke geschnittenen Rhabarber und kocht ihn mit der Zitronenschale fast gar. Dann gibt man das mit kaltem Wasser angerührte Stärkemehl dazu und kocht gar, schmeckt mit Zucker und evtl, etwas Zitronensaft ab. R i e r e n k a r t o f f e l n. % bis 1 kg Kartoffeln, 200 bis 250 g Nieren, 15 g Fett, 1 Zwiebel oder Lauch, Thymian, etwa 1 Liter Wasser oder Gemüsebrühe, % Liter saure Milch, Salz. Zwiebel wird in Fett angeröstet, die vorbereitete Niere dazugegeben. Nachdem alles ein wenig gebräunt ist, füllt man mit heißem Wasser oder Gemüsebrühe auf, gibt die geschälten und in Scheiben geschnittenen Kartoffeln und die saure Milch hinein und läßt langsam garkochen. Statt mit der sauren Milch kann man auch mit etwas Essig abschmecken. Man reicht dazu Frischkostsalat. Um den natürlichen Verschleiß der Sohlen auf ein Mindestmaß zu beschränken, empfiehlt es sich, die Sohlen mit einer konservierenden Flüssigkeit zu tränten und am Hacken und an den Spitzen Eisen-- beschlüge anzubringen. Die ganze Sohle mit Eisenj zu beschlagen, würde zur Folge haben, daß dis Schuhe bei Regenwetter undicht sind. Daß dis Schuhe stets sehr gründlich gereinigt werden, ist selbstverständlich. In einen ordentlichen Putzkasten oder Putzschrank gehören für die verschiedenen Farben der Schuhe auch die entsprechende Zahl ait Auftragbürsten, Blankbürsten und Poliertüchern^ Die Bürsten und Tücher müssen von Zeit zu Zeit in heißem Jmiwasser gereinigt werden. Man jolt die festen Lederschuhe auch besser für Regen- und Wintertage aufheben und die .Binder auf der Straßg mit Holzsandalen laufen lassen. Ob wir die Holzsandalen im Hause nicht lieber durch ein Paar Hausschuhe vertauschen, liegt an den Wohnungsverhältnissen. Wir wollen keinen Bewohnern der unteren Stockwerke in Holzsandalen springendo Kinderfüße zumuten. Hausschuhe können aus alten Stoffresten und Filzhüten nach Schnittmustern der NS.-Frauenschaft ober der Modezeitunqen herqe- stellt werden. Es laufen auch immer Nähkurse in der Frauenschaft. Eine vorsorgliche Mutter wählt die Schuhe für ihre Kleinen beim Einkauf nicht zu klein und verzichtet zugunsten der Haltbarkeit auch lieber auf ein elegantes Aussehen. Außerdem besteht die Möglichkeit, guterhaltene Kinderschuhe umzu- tauschen. A. M. Sch. Dom Umgang mitKochiöpfen! ersetzen. Bei angebrannten Stellen kann man auch Sodawasser zum Lösen der Speisereste verwenden, allerdings kommt dieses Mittel bei Aluminiumtöpfen nicht in Frage. Hier hilft am besten starkes Zwiebelwasser, um auch die hartnäckigsten angebrannten Stellen abzuweichen. Weiter empfiehlt es sich, „an- gebrannte Töpfe" über Nacht mit Salzwasser gefüllt stehen zu lassen, bevor man am nächsten Tag den mühelosen Reinigungsprozeß in Angriff nehmen kann. — Emailletöpfe sind mit besonderer Vorsicht zu behandeln. Man darf einen leeren Emailletopf niemals auf die heiße Herdplatte stellen — auch nicht zum Austrocknen. In einen heißen Emailletopf darf man kein kaltes Wasser füllen, sonst springt die Glasur. Schadhafte Emailletöpfe sollen nicht zum Dünsten verwendet werden, weil dann dis Glasur immer mehr leiden würde, was schließlich nicht nur die Töpfe völlig zerstören, sondern auch gesundheitliche Schäden zur Folge haben ^tönntew Wildgemüse. Brennesselauflauf. 1 kg Brennesseln oder anderes Wildgemüse, 250 g altbackenes Brot, 20 g Fett, 1 kleine Zwiebel oder Lauch, Kräuter wie Liebstöckel, Dill oder Bohnenkraut oder Basilikum, 1 Ei. Man läßt die gut gewaschenen zarten Brenv-- nesselblättel in wenig Salzwasser weichkochen, gießt ab, dreht sie durch die Fleischmaschine. Das Brot wird feingeschnitten, in Fett angeröstet und dazugegeben, ebenso die gewiegten Kräuter. .Schließlich gibt man das Ei dazu und rührt alles miteinander durch und schmeckt mit Salz ab. (Man kann auch das Eiweiß zu Schnee schlagen.) Dann füllt man die Masse in eine gut gefettete Auflaufform und bäckt im Backofen. Das Gemüsewasser wird zur Tunke verwandt. besser und leichter ist es, . _ . _ Wasser zu füllen, etwas weichen zu lassen und dann mit einer Bürste und Scheuersand gründlich zu reinigen. Die früher so beliebten metallenen Topfreiniger, auf die man jetzt auch verzichten muß, lassen sich gut durch einen Ball von Papierkordeln Kriegszeitliche Wäschebehandlung. Wollen wir mit unserem verkleinerten Wäschebestand durchhalten bis die Industrie unsere Wünsche wieder erfüllen kann, dann müssen wir schon das kleinste Loch achtsam ausbessern und mit lieber» legung flicken. Da fehlt nun mancher jüngeren Hausfrau die Erfahrung. Drei wichtige Regeln muß man sich einprägen: 1. Bessere jede dünne Stelle sofort aus! Flicke vor allem jedes Loch, sobald der Schaden sichtbar wird, möglichst noch vor der Wäsche, denn die Wäsche vergrößert leicht den Schaden. Eine Ausnahme machen nur Strümpfe und Leibwäsche aus Seidengewebe, die mit der Hand, also mit aller Schonung, gewaschen werden. Den meisten '^taucn wird es unangenehm sein, schon getragene Wäsche zu flicken. Da aber übersehene, brüchige Stellen sich meist sofort nach der Benutzung des Stückes zeigen, wird man sich wohl zu einer Ausbesserung zwischendurch überwinden können. Dies ist die pflegsamste Art der Wäsche- behandlung! 2. Sieh jedes Stück nach der Wäsche gut durch auf Schäden, die dabei entstanden sind — und bessere sie vor dem Legen, Heißmangeln oder Handplätten aus! 3. Mußt du Flicken einsetzen, so schneide sie nur aus dem gleichen Material (bei schon stark benutzten Stücken nicht aus neuem Stoss!) und im gleichen Fadenlauf zu; bei gewirkter und kunst- seidener Wäsche bediene dich beim Flicken niemals der Maschine, sondern der Hand. Nur so hat die Ausbesserung gewirkter Wäsche überhaupt Wert! Wir haben uns alle schon verleiten lassen, aus Gründen der Zeitersparnis auf ein Männer-, Frauen- »oder Kinderbeinkleid aus funftfciöcmhn Wirkstoff schnell einen Flicken mit der Maschine aufzusetzen. Aber schon beim ersten Tragen rissen die Nähte, und nach der Wäsche Zeigten sich neue Löcher. Kein Wunder, Wirkstoff dehnt sich bei der Bewegung des Körpers (darum ist er im Tragen so angenehm und -hat es fertiggebracht, die Kochtöpfe sind heute fast unersetzlich geworden, dgi der Rohstoff Eisen für andere Zweck dringender benötigt wird und auch das Aluminium im Rahmen der Kriegswirtschaft Aufgaben zu erfüllen hat, dis feine Verarbeitung zu Küchengeräten verbieten. Es versteht sich daher von selbst, daß unsere Hausfrauen darauf bedacht sind, mit ihren Kochtöpfen —* dem wichtigsten Handwerkszeug ihrer Küchen — sn schonend wie irgend möglich zu verfahren. Di« meisten Schäden an unseren Töpfen werden durch unsachgemäßes Reinigen verursacht. Wenn einmal Speisereste oder Anbrennstellen so hartnäckig am ~ " ' ' " e " man sie durch bloßes Die Sorge um das Schuhzeug unserer Kinder ist groß. Fast alle halbe Jahre sind ein Paar Kinder« schuhe ausgewachsen oder die Schuhe durch Zerreißen, Durchstoßen oder Durchlaufen reparaturbedürftig. Mutwillige Schäden sollten durch Ermah« nungen vermieden werden. Sehr beliebt ist bei unseren Kindern das Anziehen der Schuhe ohne» Schuhlöffel und kaum geöffneten Schnürbändern, oder das Ausziehn der zugeknöpften Schuhe mit Hilfe des anderen Fußes, welches unweigerlich das Reißen der Hinteren Naht zur Folge hat. Schäden um Schuhwerk entstehen auch durch unsachgemäße Behandlung der nassen Schuhe, die zum Trocknen an den heißen Herd gestellt werden. Die, Schuhs müssen aber zum Trocknen mit Zeitungspapier aus- an einem warmen Ort lang* und Küchentüchern kann man sparen. Das fängt man folgendermaßen an: Genügend Hand- und Küchentücher müssen bereitgelegt werden; das ist un- ..... wenn die allgemeine Sauberkeit nicht Und das soll sie natürlich nicht. Es darauf an, die Tücher mit der richtigen benützen. Und da heißt es vor allem: Schmutz und alle Seifenrückstände sorg- Händen und Geschirr ab, ehe ihr ans geht. Wenn nur reines Wasser' mit den Chifsonleibwäsche unserer Zugendtage zu drängen). Diesem Gesetz fügt sich die der Maschine gesteppte Naht nicht — der rings um die Naht muß reißen. Setzt aber in ein solches Stück, wo ein Stopfer zu Eine wohlschmeckende Mayonnaise. Zu all den verschiedenen Salaten, die die Hausfrau auf den Tisch bringt, ist die Mayonnaise notig. Zwar kann man Kartoffel-. Rote-Rüben- und Gemüsesalate auf die verschiedenste Weise Herstellen, aber wirklich schmackhaft werden sie erst, wenn die dazugehörige, alles verbindende Tunke daruberge- qo sen wird. Sie läßt sich ohne Ei und ahne Beigabe von Del Herstellen: Man kocht einen Mehlbrei, welcher ziemlich dicklich sein muß; man latzt: ihn erkalten und vermischt ihn mit folgender flüssiger Beigabe, bis er die richtige Beschaffenheit har: Ei- Austauschmittel wird in Wasser aufgelöst und mit Salz und Zucker, etwas Essig und grünen oder getrockneten Küchenkräutern vermengt. Um einen an-- Abtrocknen geht. Wenn nur reines Wasser' mit den Tüchern in 'Berührung kommt, holten sie sich noch einmal so lange sauber, denn sie nehmen alsdann nur den Schmutz an, der mit dem Staub sich auf sie niederläßt. Hand- und Küchentücher aber dienen leider oft genug dazu, den halben Schmutz, der nur flüchtig überspült wurde, aufzunehmen. Ja, es gibt Leute,' die sich kaum Zeit lassen, den Seifenschaum zu entfernen, sondern ihn beim Abtrocknen in das Handtuch hineinwischen. Kein Wunder, wenn das Tuch schon nach wenigen Tagen schmutzig und unappetitlich aussieht. Pflegt man auf diese Weise seine Trockentücher, achtet man ferner daraus, dasz sie nach Benutzung in die Nähe des Ofens gehängt werden, wo sie bald trocknen können, so daß der Staub nicht aüf ihnen kleben bleibt, dann wird man erstaunt sein, wie wenig Hand- und Küchentucher verbraucht werden, wie sehr nicht nur die Seife, sondern auch die Tücher selbst geschont werden, denn Staub und Schmutz beschädigt natürlich die tfafer nicht unerheblich, und das häufige Waschen tut keinem Stoff wohl. MormoWaSt^e '' * Doppetflasche . • • 20 Gramm Beutel und zu zeitraubend wäre, einen Wirkstoff-Flicken mit der Hand ein, so ist es haltbar und material- gerecht. Es ist freilich zu beachten, daß sulche Flicken mit weichem Twistfaden auf bzw. einzusetzen sind, wobei die das Wäschestück haltende Hand die Naht etwas spannt, damit dem Dehnungsverlangen des Stoffes der nötige Spielraum geschaffen wird. Wer besonders weitschauend arbeiten will, der verstärke bei neuen Stücken gleich die meistbeanspruchten Stellen mit einem durchgestopften Faden. E. H. „Waschmittel für Feinwäsche." Feinwäsche wird weder eingeweicht noch gekocht, sie wird auch nicht mit dem gewöhnlichen Waschpulver, sondern mit dem neutralen „Waschmittel für Feinwäsche" gewaschen. Bei diesem Waschmittel ist es gleich, ob man Regen-, also weiches Wasser oder mehr oder weniger kalkhaltiges Leitungswasser verwendet, immer ist seine Reinigungskraft gleichbleibend, weil es hartwasserbeständig ist und keine Kalkseife bildet. Kalkseife umjchließt die Faser, macht sie brüchig und zerstört sie schließlich. Es ist jedoch von Vorteil, die Wäschestücke in klarem, angewärmten Wasser durchzudrücken, um anhaftenden Staub und leicht lösbaren Schmutz zu entfernen. Das „Feinwaschpulver" wird in wenig lauwarmem Wasser aufgelöst und mit wärmerem Wasser aufgefüllt. Auf 40 Liter Wasser kommt ein kleines Paket Waschpulver. Im Verhältnis von einem Eßlöffel Waschpulver zu 4 Litern Wasser setzt man jede benötigte Menge Waschlösung an. Zuerst wäscht man nun die weniger schmutzigen und hellen Sachen; cs folgen dunklere und mehr verschmutzte. Die Strümpfe und Socken nimmt man zuletzt und läßt sie einige Minuten in der Lösung liegen. Auf sehr stark be- beschmutzte Stellen, Ränder an Manschetten und Kragen oder schwer lösliche Flecken, streut man • etwas von dem neutralen Waschpulver und nach kurzer Frist läßt sich der Schmutz leicht herausdrücken, überhaupt: ja nicht reiben, sondern^ leicht durchdrücken in reichlich Flüssigkeit. Bunte Sachen nie in nassem Zustand aufeinander liegen laßen. Es sollte immer ein Bottich mit lauwarmem, klarem Wasser bereitstehen, der jedes gewaschene Stück ausnimmt. Abfärbendes muß sofort in ein Essigbad kommen. . . . f . Ist alles rein gewaschen, wird in handwarmem Wasser so lange gespült, bis das Wasser ganz ohne Seifenrückstände ist. Herrenhemden, Schlafanzuge, aucki einige Arten von Damenunterwäsche können aufgeljänqt werden, jedoch nur im Schalten Ge- strickte^ Gehäkeltes und Gewirktes iedoch wird erst in ein "saugfähiges Frottiertuch gerollt, dann in Storm gezogen und flach liegend getrocknet. Strümpfe klammert man an den Fufgpche.n an das Seil und rollt sie, damit sie in richtige Form komme^ Nie an der Sonne oder Ojenhitze trocknen. Gebügelt werden handgearbeitete am besten gar nicht, das Strickprojil geht dadurch oer- loren. Wäschestücke aus Kunstseite und «e,de nur mit lauwarmem Eisen glatten Wird Femwa che richtig behandelt, dann dankt sie uns das durch lang« Haltbarkeit und gutes Aussehen. Schont Hand- und Küchentücher. Weniger schmutzig- Wäsche ist auch ein Weg zum r~ •; Ttiife man beute die bunten Kaffee- keÄ7an°Sl°ll°wL°r Tischtücher treten lätztt hat sich schon berumgesprochen. Aber auch br^Han^ o Aus -er tzia-t Gießen. Da« deutsche Lied. Auch in diesem Kriege bewährt sich das Lied Q . als der treueste Kamerad des Soldaten in guten * wie in bösen Tagen. Wenn irgendwo, in Norwegen oder in Afrika, in Frankreich oder im Lande der -^Sowjets die Gedanken heimwärts ziehen, zu Haus -IMvnd Herd, zu Frau und Kind, dann formen sich MM^die Gedanken unwillkürlich zu der Weise eines Volkslieds. Oder wenn die Truppe auf dem Marsch einmal müde ist, dann braucht einer nur eines unserer schönen Soldatenlieder anzustimmen, und die Müdigkeit, die Strapazen, die Niedergeschlagenheit sind vergessen, und aus einem dahinschleichenden Haufen ermatteter Menschen wird wieder eine Truppe mit Haltung, die zu neuem Einsatz bereit ' ist. So hat das Lied schon manchmal den toten Punkt der Erschöpfung oder der inneren Unruhe überwinden und die Entscheidung herbeiführen helfen. Bei Langemarck zog die Blüte der Nation mit dem Deutschlandlied in die Schlacht, und mtt dem Lied „O Deutschland hoch in Ehren" haben der Führer und seine Getreuen den Marsch zur Feld- herrnhalle angetreten. Immer wenn der Mensch sich dem Schicksal gegenübersieht, dem Unbekannten, dem, was über das begriffliche Vermögen hinuus- geht, genügt ihm das Wort nicht mehr, dann greift er zum Wed, das nicht wie das Wort zunächst von Verstand zu Verstand, sondern von Seele zu Seele spricht. Es ist merkwürdig, daß der Mensch gewissermaßen über zwei Sprachen verfügt, über eine der Vernunft und über eine des Gefühls, des Affekts, der Leidenschaft. Will er etwas mitteilen, will er Feststellungen, Erkenntnisse weitergeben, dann verwendet er das Wort, den Begriff; will er seinem Empfinden Ausdruck verleihen, seinem Ueber- schwang, seiner Freude, seinem Schmerz, oder will er unmittelbar von Seeele zu Seele wirken, dann nimmt er den Ton zuhilfe. Das ist die Sprache, die meist tiefer geht, eben weil sie die Seele unmittelbar in Schwingung versetzt. Die Musik braucht keine Worte, und doch kündet sie tiefste Geheimnisse. Auch wer nicht (n die letzten Feinheiten der Tonkunst eingedrungen ist, verspürt immer wieder ihren Zauber: ein Tanz hat magische Gewalt über unsere Glieder, eine schöne Melodie lockt ins Reich der Träume, ein Marsch weckt unsere kämpferischen Instinkte. Mehr als einmal hat die Musik die kämpfende Truppe begleitet, und wer je einmal einen Sturmangriff miterlebt hat, der wird die mitreißende Wucht des Sturmsignals und des Trommelwirbels nie vergessen. Hier wird an Urgefühle gerührt, an geheimste Bezirke des Seelischen. Das Lied ist die Sprache der Seele. Es ist daher auch nach Völkern und Rassen verschieden. Wie anders klingen ein deutsches Volkslied und etwa ein russisches. Hier die ganze Wildheit und Maßlosigkeit, das Schweifende und Grenzenlose der Steppe, bei uns die Tiefe und Wurzelhaftigkeit der deutschen Seele. Und von unserer Musik scheint keine Brücke zu der chinesischen oder arabischen zu führen, so verschieden sind die Rassen auch nach ihrer inneren Form, nicht bloß nach Farbe und Gestalt. Die Völker empfinden daher ganz richtig, wenn fie ihre Nationalhymnen als Ausdruck ihres Wesens betrachten. Hier haben sie das einigende Symbol für jeden Angehörigen der großen Gemeinschaft, hier spricht aus ihrer Tiefe die Seele des Volkes. Wir ehren sie und damit uns selbst, wenn wir den Liedern der Nation unsere Ehrfurcht bezeugen, wo immer sie aufklingen. Aber nicht nur das Volk in seiner Gesamtheit hat seine Lieder, auch kleinere Gruppen, Kreise und Stände haben ihre Gesänge: es gibt Soldatenlieder, Studentenlieder, Gemeinschaftslieder. Wo immer , eine Anzahl von Menschen von derselben Idee erfaßt ist, wo irgend ein besonderes Erleben vorliegt, sucht es Ausdruck im Lied, um die Gemeinschaft in das Bewußte zu heben und zugleich bei anderen zu werben. Manche große geistige oder politische Bewegung hat sich mit dem Lied in das Herz des Volkes hineingesungen, auch die Bewegung des Führers. In ihren aufrüttelnden Liedern ist das neue Deutschland erstanden, längst ehe es nach außen sichtbar wurde; unter ihrem Rhythmus haben sich immer mehr Männer ins Glied gestellt, bis die Kampflieder schließlich über dem Siege erklangen. W. F. Kür Tapferkeit vor Üem Kemöe. Der Gefreite Fritz Eberhardt aus Gießen, Asterweg 86, wurde für Tapferkeit, vor dem Feinde bei den Kämpfen im Osten mit dem Eisernen Kreuz H. Klasse ausgezeichnet. Gloria-palast. „Anuschka". Dos Thema dieses Films ist nicht neu, es hat schnn in den allerersten Zeiten des Tonfilms seine Anziehungskraft bewiesen. Damals hieß es wohl .'iingarische Rhapsodie", später tauchte es, mit viel stärkeren künstlerischen Mitteln bestritten, in der „Julika" wieder auf; auch an „Die ganz großen Torheiten", die kürzlich hier wieder gegeben wurden, mag man denken. Natürlich gibt es Schattierungen, Variationen und Unterschiede, aber das Grundthema ist gemeinfam: Schicksal eines Landmädchens in einer großen Stadt. Hier heißt es Anuschka (mit dem Ton auf der ersten Silbe), es hat daheim auf dem Dorfe Unglück gehabt — Unglück in der Liebe, mit dem Hofe, in der Familie. In ihrer hilflosen Not erinnert sich Anuschka des Wiener Arztes, der ihren tödlich verunglückten Vater behandelt und ihr gütig tmd menschlich zugeredet hat. Zu dem geht sie in Stellung und wird ein Hausmädchen. Das läßt sich erst gar nicht übel an, aber dann, an einem Faschingsdienstag (um die Jahrhundertwende) gerät das Mädel in einen richtigen „Pallawatsch": man kann dieses wienerische Wort kaum übersetzen, auf preußisch würde es vielleicht Schlamassel heißen. In einer Weise, die ganz glaubwürdig anmutet und die übrigens in mancher Beziehung an Forsts unvergeßliche „Maskerade" erinnert, wird Anuschkas persönliches Geschick in die Geschichte einer eben zu einem verspäteten Glück aufblühenden Ehe so bösartig und hartnäckig verstrickt, daß man fast an einem guten Ende verzweifeln möchte. Es kommt dann zuletzt noch alles wieder ins rechte Geleise, aber das erscheint für die Bewertung dieses Films weniger wesentlich als die Art, wie hier eben die hilflose Verstrickung eines ganz unschuldigen Geschöpfes in einem Netz von Zufälligkeiten dargestellt wird, daß jeder Versuch, sich zu befreien oder zu rechtfertigen, den „Pallawatsch" nur noch ärger macht. Der Spielleiter Helmut Ääutner (ehemals bei den Münchner „Vier Nachrichtern") hat das fein und richtig beobachtet; er inszenierte sehr geschickt, nicht ohne Humor und feiner (auch der filmischen) Wirkung durchaus bewußt — so tMußt wie seine Hauptdarstel- lerm Hilde KrahlMie ist die Aliuschka mit dem puritanisch zurückgekämmten dunklen Haar, voll im. gegen die bohrende Pein des Hühnerauges, denn ich bin die Pflasterbinde Elastocom und befreie Sie schnei 1 von dem Quälgeist. elastQcorn Mobilisierung der Gpinnstoffreserven. Zur Altkleider- und Gpinnstoffsammlung 1942. Von Winfried Thomsen, Bevollmächtigtem Vertreter des Reichsbeauftragten der NSDAP, für Altmaterialerfassung. In einem totalen Kriege muß ein Volk, das den .Sieg erringen will, alle Kraftreserven nacheinander mobilisieren, die in den Friedensjahren aufgestapelt worden sind. Am Anfang steht die Mobilisierung der wehrfähigen Männer und aller kriegswichtigen Rohstoffe. Der moderne Materialkrieg verschlingt aber Unmengen von Kriegsmaterial nicht nur an Munition, sondern auch an Fahrzeugen, Uniformen und schließlich Bekleidungsstücken für die in der Rüstungsindustrie und im Frontbereich sowie in der Ernährungswirtschaft eingesetzten Arbeitskräfte. Man denke nur einmal daran, wie Eis und Schnee und dann die Schlammperiode die Uniformen unserer Soldaten beanspruchten Die deutschen Soldaten sollen aber weiterhin aufs beste ausgerüstet sein, um den Endkampf bestehen zu können. Weiter überlege man sich einmal, wieviel Millionen Arbeitskleidung von den an der Front stehenden, mit Uniformen immer wieder versorgten Kämpfern in den Kleiderschränken zu Hause hängen. Ihre Arbeitsplätze aber mußten wieder besetzt werden, um den ungeheuren Bedarf an Munition, Waffen, Bekleidung und Ernährung für Front und Heimat sicherzustellen. Diese neueingesetzten Arbeitskräfte brauchen viel mehr Kleidung als in ihrer früheren Tätigkeit, Spezialkleidung, die auf jeden Fall beschafft werden muß, um ihren vollen Arbeitseinsatz zu gewährleisten. Millionen ausländische Arbeitskräfte mußten in der deutschen Kriegswirtschaft eingesetzt werden, die wiederum einen gesteigerten Bedarf an Arbeitskleidung haben. Es ist verständlich, daß bei derartigen Beanspruchungen des Spinnstoffbedarfs die Heranschaffung von neuen Kleidern für die Arbeiter in den Rüstungsbetrieben, im Frontbereich und in der Landwirtschaft nach über zwei Jahren Krieg nicht mehr gewährleistet werden kann. Deshalb gilt es nun, durch die Altkleider- und Spinnstoffsammlung 1942 alle dies eigen Kleidungsstücke von Männern und Frauen zu mobilisieren, die in den Millionen von Haushaltungen seit Jahren oft ungenutzt in den Schränken hängen. Es ist kein Zweifel, daß heute jede Hausfrau darauf bedacht ist, diese Altkleider der Familie, für die Kinder oder für den eigenen Bedarf, für eine spätere Umarbeitung, aufzubewahren. Bei der Beurteilung der Reserven, die unbedingt für den Haushalt aufgehoben werden müssen, muß sich jede Hausfrau genauestens selbst prüfen, ob die Abgabe bei der Sammelstelle der Altkleider- und Spinnstoffsammlung im Augenblick nicht kriegswichtiger ist als eine zu vorsorgliche Vorratswirtschaft im eigenen Haushalt. Dabei ist es notwendig, daß vor allem die Altspinnstoffe, wie zerschlissene Wäsche, alte Teppiche, nicht mehr tragfähige Kleider und Anzüge restloszurSpinN- st o f f s a m m e l st e 11 e wandern. Sie werden über die Lumpensortieranstalten und die Reißwollfabriken wieder zu neuen Spinnstoffen verarbeitet, die die Front und die Heimat so dringend brauchen. Es ist ja eine bekannte Tatsache, daß die Verarbeitung der Altspinnstoffe zu neuen Garnen viel weniger Arbeitskräfte erfordert und vor allem die Heranschaffung neuer Rohstoffe erspart, als wenn der gesamte Bedarf der Spinnstoffwirtschaft aus neuen Rohstoffen befriedigt werden müßte. pulsiven Gefühls, mit Temperament und Energie, geschickt, anpassungsfähig und intelligent, aber dies alles zusammen paßt trotz der bäurischen Tracht viel eher zu dem Büromädel im „Anderen Ich", das sie neulich spielte, als zu dieser ahnungslos-unerfahrenen Anuschka; ihr fehlt jene vollkommene, unbefangene Naivität, wie sie der Wessely als Julika so bezaubernd zu Gebote jtanb. Sehr menschlich, überlegen und nobel spielt Siegfried Breuer, endlich einmal aus dem Rollenschema des eleganten Intriganten erlöst, den Professor v. Hartberg; mit sicherem Instinkt für den weiblichen und den männlichen Typus, die hier gemeint waren, geben Friedl Cze - p a und Rolf Wan ka die Frau Eva und den Herrn Dr. Wendt. Drumherum sieht man eine ganze Reihe hübsch ausgeführter Randfiguren: Etlinger, Odemar, Pointner, Schwaiger, Ellen Hille und Lotte Lang. — Das von Käut- n e r bearbeitete Drehbuch stammt von Axel E g gebrech t; Erich Claunigk lieferte die saubere Photographie, Bernhard Eichhorn die Begleit- musik. — (Bavaria.) Im Vorprogramm laust die neue Wochenschau mit ersten Bildberichten aus der Schlacht bei Kertsch. — Auf der Bühne fand ein Lustgymnastik- und Zahnkraftakt verdienten Beifall. Hans Thyriot. Oer Ausbrecher Salewski festgenommen. Dazu fehlen eben heute die Arbeitskräfte, und deshalb muß jede Haushaltung alle Altkleiderund Spinnstoffreserven abgeben, die sie in absehbarer Zeit nicht selbst gebrauchen wird. In den letzten Friedensjahren konnte in jedem normalen Haushalt für jede erwachsene Person jährlich mindestens 1 Anzug oder 1 Mantel oder 2 feste Kleider für die weiblichen Familienmitglieder angeschafft werden. Im Laufe der Jahre haben sich infolgedessen ganz beträchtliche Reserven an Oberkleidung in den Haushaltungen an gehäuft, so daß sich Millionen von Haushaltungen mit beträchtlichen Mengen an der Altkleidersammlung beteiligen können. Es ist ja nicht zu bestreiten, daß zur Wollsammlung im Winter spezielle Winterkleidung und vor allem Pelzsachen abgegeben wurden, während im Verlauf dieses Krieges auf die Altkleider- r e f e r d e n noch nicht zurückgegriffen wurde. Der Lumpenfack wurde zwar schon einmal vor einem Jahre zur Reichsspinnstoffsammlung geplündert. In der Zwischenzeit hat sich wieder vieles an- gesammelt, das während des Krieges nicht mehr abgeholt wurde, weil ja auch die Sammler des Altstoffgewerbes teils eingezogen sind, teils wegen Transportschwierigkeitep die Altspinnstoffe nicht mehr abholen konnten. Dies ist schon aus der Tatsache ersichtlich, daß in den beiden ersten Kriegsjahren etwa ein Drittel an Reißspinnftoffen weniger erzeugt werden konnte als im letzten Friedensjahre. Zur Altkleider, und Spinnstoffsammlung 1942 werden also die Kleiderreserven und die Altspinnstoffe aus den Haushaltungen rest - los mobilisiert. Auch diese Stoßaktion wird wieder ein Beweis der Spendefreudigkeit des deutschen Volkes fein. Jede Haushaltung wird ihren Teil beitragen zur Sicherung des Arbeitseinsatzes in der Heimatfront und zur Deckung des TeMbedarfs der Soldaten. Was wird gesammelt? Zur Altkleider- und Spinnstofstammlung 1942 werden Altkleider aller Art angenommen, und zwar: Männer-, Burschen-Oberkleidung, z. B. Anzüge (Straßen-, Gesellschafts-, Sport-, Schi-, Trainings-, Monteuranzüge); Jacken (Sakkos, Jacketts, Trainings- und Verufsjacken); Joppen (Wolljoppen, Stutzen, Lodenjoppen); Westen; Hosen (Sporthosen, Breeches, Reithosen); Mäntel (Winter-, Sommer-, Gabardinmäntel); Kopfbedek- kung (weiche Filzhüte, Schirm-, Reise-, Baskenmützen). Frauen-Oberkleidung, z. B. Kleider und Blusen aller Art; Jacken (Kostümjacken, Wind-, Trainingsjacken); Röcke; Mäntel (Winter-, Sport-, Gabardinmäntel); Kittel und Schürzen (Kittelschürzen, Arbeitsmäntel). A1 ts p i n n st o s f e (Lumpen) jeder Art aus: Wolle, Baumwolle, Leinen, Zellwolle, Seide, Kunstseide, Jute, Hanf, Kokos, sowie nicht mehr trag- fähige Kleidungsstücke, aljo auch alte Wäsche, Krawatten, Strümpfe, Fahnen aus alter Zeit. Stoffreste aller Art, Gardinen, Teppiche, Kokosmatten, Säcke, Filzhüte, Filzschuhe, Bindfadenreste, auch wenn diese Dinge zerrissen, vermottet, verschmutzt, verölt sind. 5 kg 47, Spinat 20, Spargel 32 bis 70, Rhabarber 20, Salat, das Stück 25, Oberkohlrabi 30, Rettich, das Bund 30, Radieschen 20 Rpf. * ** Silberne Hochzeit. Die Eheleute Georg Schneider und Frau Helene, geb. Funk, Wart-' weg 31 wohnhaft, können am morgigen Donnerstag, 28. Mai, das Fest der silbernen Hochzeit begehen. Dem Jubelpaar gilt auch unser herzlicher Glückwunsch. ** Theater der Universitätsstadt Gießen. Aus dem Dramaturgischen Büro wird uns mitgeteilt: Intendant Hans Walter Klein inszeniert zum Abschluß der Schauspiel-Spielzeit als 7. Festabend dramatischer Bühnenkunst Schillers Schauspiel „Die Räuber". Diese letzte Klassikeraufführung der Spielzeit 1941/42 ist eine Festoorstel- lung zur Ehren des verdienten Förderers des Gießener Theaters, Geheimrat Professor Dr. Carl Fromme, anläßlich seines 90. Geburtstages. Premiere am 6. Juni. ** Vortragsabend von Prof. Dr. Peter Raabe. Der am 28. Mai stattfindende Vortrag des Präsidenten der Reichsmusikkammer, Prof. Dr. Peter Raabe, begegnet, wie zu erwarten war, sehr großem Interesse in allen Kreisen. Das Städtische Orchester wird den Albend mit der JdomenewOuver- türe D-dur von Mozart einleiten. Die Veranstaltung wird pünktlich um 19 Uhr beginnen. Landkreis Gießen. * Großen-Linden, 27. Mai. Die älteste Einwohnerin unseres Ortes, Frau Sophie Menges Ww., geb, Leun, Bahnhofstraße 23 wohnhaft, begeht am morgigen Donnerstag, 28. Mai, in körperlicher und geistiger Frische ihren 9 0. Geburtstag. Der Jubilarin unsere herzlichen Wünsche zu ihrem Geburtstage und für einen schönen Lebensabend. --^-Leihgestern, 26. Mai. Seinen 8 0. Geburtstag konnte am arbeiten Pfingsttag der weit über die Ortsgrenzen hinaus bekannte Zimmer- meister i. R. Johannes Weller in guter Gesundheit begehen. Nachträglich unseren herzlichen Glückwunsch. * Treis (Lumda), 26. Mai. An den beiden Pfingsttagen hielt die hiesige Kri egerkame- r ad sck ast ein Preisschießen ab. Die Beteiligung mar sehr rege. Besonders die Jugend zeigte großes Interesse für das Wettschießen. Handball. Bann 81 Frankfurt — Bann 116 Gießen 10:7 (7:3). Die Erwartung, den Bann 116 im Endspiel zur Gebietsmeisterschaft zu sehen, wurde durch die knappe Niederlage leider zunichte gemacht. In har» tem Kampfe behielten die Frankfurter die Oberhand. Die Gießener konnten in der ersten Hälfte nicht überzeugen. Die Hintermannschaft beging taktische Fehler, wodurch die Frankfurter größeren Spielraum hatten. Man rückte zu weit auf, und der Gegner lag bald mit zwei Toren im Vorteil. Durch Treffer von Rühl und Menges wurde der Gleichstand hergestellt. Frankfurt gelang durch drei weitere Strafwürfe ein größerer Vorsprung, ehe Gießen verkürzen konnte. Mit zwei weiteren Toren für Frankfurt ging es zur Halbzeit. Die zweite Hälfte begann mit einem zweifelhaften Tor für den Gegner. Gießen ließ sich jedoch nicht beirren und konnte durch Treffer von Becker, Rühl und Schneider aufholen. Trotz weiterer Ueberlegenheit gelang es nicht, Zählbares zu erreichen. Die Frankfurter verteidigten mit der ganzen Mannschaft, und der Gießener Sturm rannte sich immer wieder fest. Weitere^ Angriffe ließen die nötige Ueberstcht vermissen. In dieser 'Drangperiode fiel durch einen plötzlichen Vorstoß ein weiterer Treffer für den Gegner. Das Spiel wurde nun immer härter. Gießen war durch Rühl nochmals erfolgreich. Kurz vor Schluß stellte Frankfurt den Sieg sicher. Die Frankfurter tragen nun am kommenden Sonntag mit Offenbach das Endspiel aus. Kurze Sportnotizen. Die vier Zwischenrundenspiele zur Deutschen Fußballmeisterschaft wurden zum 7. Juni wie folgt angesetzt: Kickers Offenbach gegen Werder Bremen in Frankfurt am Main; Schalke 04 gegen Straßburg in Gelsenkirchen; Blau-Weiß Berlin gegen VfB. Königsberg in Berlin; Vienna Wien gegen SC. Planitz in Wien. Den Fußball-Aufstieg zur' Gauklasse Kurhessen hat sich der Bezirksmeister von Kassel,. Spvgg. Niederzwehren, durch einen 3:0-Sieg über TSG. Fritzlar gesichert. Zur zweiten Handball-Vorrunde am 31. Mai ist jetzt alles klar. Im noch ausstehenden Treffen der ersten Vorrunde gewann die Kruppsche Tg. Essen mit 9:6 (5:2) Toren über den TK. Nip- pes-Köln. Essen trifft nun auf den Titelverteidiger Ordnungspolizei. Hamburg. In den vier Zwischenrundenkämp- feu zur deutschen Hockeymeisterschaft blieben am Pfingstsonntag To. 57 Sachsenhausen, Etuf Essen, Wacker München und der Titelverteidiger Berliner HC. siegreich. Der Tv. Sachsenhausen gewann in Köln gegen den KHC. mit 6:0 (2:0), während Etuf, München und BHC. ihre Spiele jeweils nur mit 1:0 gewinnen konnten. München siegte über die Tg. 78 Heidelberg erst in verlängerter Spielzeit. Frankfurts Schwimmer gewannen iy Frankfurt a. M. einen Acht-Städtekampf mit vierzig Punkten vor Darmstadt (31), Wiesbaden (27), Worms (23), Friedberg (17), Mainz (12), Gie - ß en (9) und Offenbach (5), während bei den Frauen Frankfurt mit 27 Punkten vor Offenbach (24), Darmstadt (17), Wiesbaden (15), Worms (12) und Gießen (4) siegte. Der T v. Offenbach a. M. verteidigte in Kassel die deutsche Mannschaftsmeisterschaft im Frauen-Florettfechten erfolgreich. Im Schlußkampf wurde der FC. Union Rodenstein Wien mit 12:4 besiegt. Tennis-Städtekampf 3:3 in Budapest. Erfolgreicher als erwartet kämpfte die deutsche Tennismannschaft im Budapester Länderkampf um den Rornpokal gegen llngafn, den vorjährigen Gewinner der Trophäe. Der Länderkampf schloß mit einem Unentschieden von 3:3, einem Ergebnis, mit dem Deutschland unter den gegebenen Verhältnissen sehr zufrieden fein kann. Deutschlands Radsportler gewannen in Wuppertal den Länderkampf gegen Italien auf der Bahn sicher mit 31,5 zu 21,5 Punkten. Den Hauptanteil am Sieg hatten die Dauerfahrer, die mit einem Punktverhältnis von 15:6 aufwarteten. Millionen treten an. Reichssportwettkampf der Hitler-Zngend. Von der Kriminalpolizei Gießen wird uns mit» geteilt: Der in der Nacht zum 23. April gemeinsam mit dem inzwischen wieder feftgenommenen Sicherungsverwahrten Paul Mertens aus der Siche- rungsanftalt Butzbach ausgebrochcne, 31jährige Schwerverbrecher Alfons Salewski konnte am 21. Mai durch die Gendarmerie Hochscheid (Hunsrück) bei seinem in Oberkleinich bei Hochscheid wohnhaften Schwager festgenommen werden. Bei seiner Festnahme führte Salewski fatsche Personalpapiere bei sich. Er wurde anschließend in das Gerichtsgefängnis Bernkastel und von dort in das Gerichtsgefängnis zu Trier übergeführt. Am 25. Mai erfolgte seine Abholung und Einlieferung in das Polizeigefängnis in Gießen. Nach erfolgter Vernehmung über die auf der Flucht begangenen Straftaten wird Salewski wieder nach der' Sicherungsanftalt Butzbach zurückgebracht. siebener SäNachtviebmarkt. Auf dem gestrigen Gießener Schlachtoiehmarkt (Schlachtvieh-Verteilungsmarkt) in der Viehversteigerungshalle Rhein-Main kosteten: Ochsen 40,5 Rpf., Bullen 44 bis 54, Kühe 28 bis 48, Färsen 39 bis 53, Kälber 32 bis 57 Rpf. je Vi kg Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende! Preise erzielt: Klasse a (150 kg und mehr)' 1,Ä RM., bl (135 bis 149,5 kg) 1,25, b2 (120 bis 134,5 kg) 1,25, c (100 bis 119,5 kg) 1,23, d (80 bis 99,5 kg) 1,15, e—f (unter 80 kg) 1.11, gl (fette Specksauen) 1,25, i (Altschneider) 1,25, g2 (andere Sauen) 1,15, h (Eber) 1,15 RM. Marktverlauf: alles zu geteilt. 5'eßev^, -arfroreile Gießen, 27. Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, kg 1,80 RM. Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 8 bis 9, Kartoffeln, Eine starke Jugend ist der beste Garant für die Zukunft unseres Volkes. Auch im dritten Kriegs- sahr tritt deshalb die Hitler-Jugend zu ihrer großen, umfassenden Leistungsprüfung an, her sich "ach dem Willen des Führers jeder deutsche Junge und jedes deutsche Mädel einmal im Jahre unter» stehen muß. Der Reichssportwettkampf der Hitler- Jugend wird am 30. und 31. Mai durchgeführt. Vor der ganzen Nation wird die Jugend erneut ein Bekenntnis ihrer Leistungsfähigkeit und Einfatzdereit- schaft ablegen. Der Reichssportwettkampf, bestehend aus Lauf, Sprung und Wurf, führt am Samstag das Deutsche Jungvolk und die Jungmädel auf die Plätze; am Sonntagvormittag treten die Hillerjungen, der BDM. und das BDM.-Werk „Glaube und Schönheit" zu der Leistungsprüfung an. Jeder Junge und jedes Mädel kämpft im Einzel- kampf um die Siegernadel, und jeder Teilnehmer wird nach der 100-Punkt-Wertung des Reichssportwettkampfes innerhalb seiner Altersstufe bewertet, wobei die Wertung zwischen den Altersstufen so ausgeglichen ist, daß die jüngeren Jahrgänge gegenüber den älteren nicht im Nachteil sind. 2öer 180 Punkte und darüber erreicht, wird zum Zeichen seiner erfolgreichen Teilnahme mit der Siegernadel ausgezeichnet. Der Schwerpunkt des Reichssportwettkampfes liegt jedoch in ferner mannschaftlichen Wertung. Die besten zehn Jungen oder Mädel in einer Jungenmannschaft bei den Pimpfen,, einer Kameradschaft bei den Hillerjungen, einer Jungmädel, oder Mädelschaft kämpfen innerhalb ihres Fähnleins, ihrer Gefoglschaft, Jungmädel» oder Mädelgruppe um die höchste Anerkennung, die vom Führer unterschriebene Mannschastsurkunde. Die beste Mannschaft jeder Einheit setzt den Reichs- sportwettkampf in gleicher Form bei den Bann- und Gebietsmeisterschaften fort. Die deutsche Jugend tritt am 30. und 31. Mai wieder an, um sich freudig der vorn Führer geforderten Leistungsprüfung zu unterziehen. Das deutsche Volk wird mit Vertrauen auf seine leistungsstarke und gesunde Jugend schauen und auf sie stolz sein. ' verdunkelungszeit: 27. Mai von 22.28 bis 4.40 Uhr.