192. Jahrgang Nr. 75 Erscheint täglich, nutzer Sonntags und feiertags Beilagen: Gietzsner ^amilienblätter Heimat imBild DieScholle Bezugspreis: Monatlich.....RM.1.80 Zustellgebühr... ,, 7-25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvrechanscklutz 22.11 Drahtanschrift: „Anzeiger" Postscheck 11686 Franks./M. 8reltag.27.MSrz 1942 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8*/9 Uhr desBormittagS Anzeigen-Preise: Anzeigenteil 7 Rvf. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Textteil 50 Rvf. je mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffel I AbschlüffeMengem'taffelS Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25"/«mehr Gießener Anzeiger vrShlschrUn>vrrstätsdn«Iirri». lange General-Anzeiger für Oberhessen «ietzen^chnlstratzi 7-9 942 mit it Dom ehändigt 6.01* lufsous: Ausstel. ismittel« 1VKV len, vor usweisw ind uv. lei. ien. letten sken. igenl '1541 aus- iilfio ■fM l SB in Stand, üöck lelheim >ines viesenen «schenke ;mWege nk ßelloff W. a Zrund. nige.Ä Mb« Das Eichenlaub für Leutnant Strelow das Deutsche recht gut. , Die Weiterreise nach Istanbul, wegen der zur Zeit unpassierbaren Maritzabrücke und der Schwre- rigkeiten des Geländes zeitraubend und beschwerlich, wird zur längsten Etappe dieser Reise. Soi - lengrad, der bulgarische Grenzort, ist wegen des derzeitigen Grenzverkehrs zu einer früher nicht geahnten und eigentlich wenig berechtigten internationalen Berühmtheit gelangt. Bon dort werden die Reisenden der verschiedenen Nationalitäten aus einigen Autos hinüber zur türkischen Grenze gebracht, und dann geht es nach den üblichen ®ren3= formalitäten mit türkischen Wagen auf unvorstellbar schwierigen Wegen, deren Schnee- und Eis- gebirge dem'Schlamm und den Wafferlochern des abebbenden Hochwassers Platz gemacht haben, nach E d i r n e , dem einstigen A d r i a n o p e l das uns schon ganz Orient, für eine lange Nacht beherbergt. Dieses nicht sehr erholsame Zwischenspiel bietet uns allerdings neben anderen morgenländischen Impressionen die Möglichkeit der Besichtigung einer der schönsten und berühmtesten Moscheen der Welt Sie vermittelt einen tiefen Eindruck von der einstigen Pracht und der fremden, aber doch tiefbewegenden Idee des Islams. Die schwierige Fahrt des nächsten Tages, deren Kilometer sich auf der unwegsamen verschlammten Straße ins Endlose dehnen, bietet ebenfalls eine Fülle von Eindrücken dieses orientalisch geprägten letzten Zipfels Europas, auf die der zu anderer Zeit und bequemer Reisende verzichten muß. Eindrücke von Land und Leuten, Trachten, Lebensstil. Flora und Fauna, oft so überraschender und seltsamer Art, daß wir glauben, schon tief drinnen in Asien zu sein Die Behörden und amtlichen Stellen, mit denen wir zu tun bekommen, sind höflich, ja freundlich und versuchen die Unbilden und Härten dieser^ besonderen Art des Reiseverkehrs, die sie ja im übrigen zu teilen haben, zu erleichtern, so daß wenigstens die innere Stimmung erträglich bleibt. Ja, am nächsten Tage bietet man uns unerwartet und daher um so freudiger begrüßt, einen Schlafwagen, der den letzten Teil des Weges von Babaeski bis Istanbul erholsamer macht. Als sich dann im Dämmern des kommenden Morgens der fast unwirklich schöne Blick auf das Marmarameer, an dem der Zug entlangfährt, durch das Abteilfenster bietet, ist manches von den Unannehmlichkeiten der letzten zweieinhalb Tage vergesien, und die Gepflegtheit der Hotels droben in Pera stellt auch den äußeren Menschen wieder her und macht ihn bereit, sich in die Märchen von Tausendundeiner Nacht versetzen zu lassen, die diese zauberhafte Stadt auch heute noch zu zeigen vermag. Am frühen Morgen eines der folgenden Tage führt uns einer der ständig kreisenden Dampfer, die den Bosporus befahren, an den erinnerungsreichen Serailgärten vorüber und mit dem wechselnden Blick auf die Schönheiten des Goldenen Horns hinüber zum Bahnhof Haidar Pascha, wir betreten damit asiatischen Boden. Der Taurus-Expreß nimmt uns für den beginnenden Tag auf, der eine kaum faßbare Fülle von Reizen bietet, obwohl die Götter nach wie vor grollen und dann und wann regennasse Schneeflocken an den Abteilfenstern vorüberjagen. Aber auch sie vermögen den Eindruck der bald pittoresken, bald heroischen Landschaft auf die Dauer nicht anzutasten, und die Felder und Gärten lassen sich das pastellsamtene Grün aller Schattierungen durch diese letzten Vorstöße der Steppen des Ostens nicht mehr rauben. Einige Stunden lang verfolgt der Expreß die östlichen Ufer des Marmarameeres. Der ganze Zauber dieser südlichen Landschaft bietet sich dem fast trunkenen Auge: das bald smaragdene, bald aquamarinfarbene Meer, die vielgestaltigen Bäume des Südens- zumeist in ihrem /immergrünen Blätterschmuck prangend, die hundert Nuancen des Grün und Gelb und des Weiß der ersten Blumen auf den Feldern, in den Gärten, auf den Hügeln zur Linken, die Ortschaften und Häuser, oft wie jahrhundertealte Kastelle wirkend, Moscheen und Minarette von un- To ki o, 26. März. (DNB.) Die schon gemeldete Landung japanischer Streitkräfte allf den Anda- manen-Inseln wird von der japanischen Presse als Operation von weittragender Bedeutung gekennzeichnet. „Asahi Schimbun" hebt hervor, daß mit der Besitzergreifung der Andamanen-Inseln Englands Sorgen um seine Kronkolonie Indien noch weiter wachsen. Für die weiteren Operationen im Golf von Bengalen und im gesamten Indischen Ozean sei die Besetzung dieser Inseln von entscheidender Bedeutung. Ein A u ß e n p o st e n Indiens sei damit bereits in japanische Hände gefallen. Die Andamanen liegen nur noch rund 1000 Kilometer von der Ostküste Britisch-Indiens entfernt. Die Entfernung bis zu dem wichtigen britischen Flottenstützpunkt T r i n c o m a l e e auf Ceylon beträgt nur rund 1200 Kilometer. Die wichtigsten See- verbindungen nach Indien laufen aus dem Indischen Ozean in 'den Golf von Bengalen, der jetzt, nachdem die Andamanen in japanischer Hand sind, von der japanischen Flotte beherrscht wird. Die Seezufuhren nach Kalkutta und Madras sind damit bedroht. Nachdem Sumatra, Java, die Halbinseln Malakka und damit ein großer Teil der burmesischen Küste in japanische Hand gefallen sind, befinden sich fast 4000 Kilometer Küsten- (inte am Indischen Ozean unter japanischer Kontrolle. Die Andamanen sind sowohl als Flotten- wie als Luftbasis für die nächsten japanischen Operationen von unschätzbarem Wert. Dte Hauptstadt der Inselgruppe, Port Blair, besitzt ebenso wie Port Cornwall einen ausgezeichneten Flugplatz. Auch in England werden die weitreichenden strategischen Folgen des japanischen Handstreichs auf die Andamanen nicht unterschätzt. So schreibt z B der militärische Mitarbeiter des Londoner Daily Erpreß", die Japaner hätten jetzt vorzügliche Luft- und Flottenstützpunkte tm Golf von Bengalen halbwegs zwischen Kalkutta und Australien. Ferner seien die Japaner jetzt bei ihren Operationen in Burma gegen Seean griffe inderFlankegeschützt, und schließlich seien Madras und Ceylon in den Operationsbereich der Fernbomber gekommen. Außerdem würden die Transportschwierigkeiten für die Engländer immer Stalin sieht seine Chance zerrinnen. So werden die Mahnungen an London und Washington, ihre Versprechungen einzulösen, immer dringlicher. Vor zehn Tagen lamentierte der Jude Litwinow- Finkelstein vor den Neuyorker Plutokraten und rief ihnen zu, nur eine Aktion, die ein Wagnis bedeute, habe „einige" Aussicht auf Erfolg. Noch deutlicher spricht Maisky es jetzt aus, daß ein Aufschub verhängnisvoll wäre. Aber selbst nach dem Urteil sachverständiger und besonnener englischer Kreise bedeutet eine Offensive für die Verbündeten, wenigstens für die nächste Zeit, nichts anderes als Selb st mord. Der militärische Mitarbeiter der Londoner Wochenzeitung „Jllustrated London News", Cyrel Falls, schreibt, ihm sei nicht bekannt, daß die Sowjets jemals während ihrer langen Winteroffensive größere Ortschaften zurückerobert hätten. An nichts könne sich ihre Hoffnung klammern. Und diese ausweglose Situation ist es, die Stalin M immer dringlicheren Notrufen veranlaßt. Es ist nicht so, daß die Sowjets den Engländern und Amerikanern den Sieg in den Schoß legen. Noch in diesem Jahr fällt die Entscheidung, so beurteilt Stalin selbst seine Lage. B e r l i n, 26. März. (DNB.) Die Furcht vor der Zukunft veranlaßt' Stalin, durch seinen Londoner Botschafter Maisky einen neuen Hilferufe nach Errichtung einer „zweiten Front" an seine plutokratischen Freunde zu richten und sie dringend an die Erfüllung ihrer Versprechungen zu mahnen. Das Jahr 1942, so versuchte Maisky den Engländern klar zu machen, sei „der entscheidende Augenblick". Die Verbündeten mühten „\ ofort d i e Offensive ergreife n", wenn sie wirklich den Sieg zu erringen wünschten. Noch liege die Initiative beim Feind, aber die Verbündeten müßten diesem Zustand ein Ende machen. Dies sei der einzige Weg zum Sieg. Der entscheidende Kampfplatz sei die Ostfront. „Wenn die Verbündeten den Krieg gewinnen wollen, so müssen sie alles, was sie haben, in die Waagschale werfen. Wie, wann und in welcher Form dies getan werden kann, ist eine Angelegenheit, die die Generalstäbe entscheiden müssen." Eindringlicher, als es der Jude Maisky in Stalins Auftrag getan hat, kann ein Notschrei nach sofortiger Rettungsaktion nicht ausgestoßen werden. Vier Monate Winterkrieg haben die Hoffnungen der Bolschewisten auf eine Wendung des Geschicks zunichte gemacht. In Schnee uni) Eis trieben Poli- truks unendliche Massen Kanonenfutter gegen die Der Führer verlieh — wie schon gemeldet — den Leutnant Strelow, Flugzeugführer in einem Jagdgeschwader, anläßlich seines 66. Luftsieges — davon 7 an einem Tage — das Eichenlaub zum Ritterkreuz. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Das Ritterkreuz. Berlin, 26. März. (DNB.) Der Führer verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe das Ritterkreuz an Oberst Seidemann, Chef des Generalstabes einer Luftwaffe, der durch seine umfassenden Kenntnisse in der Truppenführung und im Einsatz von Fliegerverbänden sowie durch seine großen fliegerischen Fähigkeiten an den Erfolgen der Luftflotte im Angriff gegen England hervorragenden Anteil und im Ostfeldzug die Angriffsoperatio» nen ebenfalls maßgebend beeinflußt hat. Bei einem Sonderunternehmen hat er als Führer von Lustwaffenverbänden im Zusammenwirken mit einer Armee durchschlagende Erfolge erzielt. Der Führer verlieh ferner das Ritterkreuz an Oberleutnant Werner, Kompanieführer in einem Infanterieregiment, und Oberleutnant Eggers. Kompanieführer in einem Infanterieregiment. — Oberleutnant Werner hat als Kommandant eines Stützpunktes trotz zweifacher schwerer Schulterverletzung einen wichtigen Abschnitt tapfer verteidigt. — Oberleutnant Eggers hat südlich des Ladogasees dazu beigetrügen, daß mehr als 40 Angriffe abgewiesen werden konnten, und die Absicht der Bolsche«. wist en, mit vier Divisionen den Durchbruch zu e*» zwingen, zum Scheitern gebracht wurden. deutschen Linien und vermochten sie doch nicht , erschüttern. Nun naht die wärmere Jahreszeit und „Ein Außenposten Indiens in japanischer Hand." Die Besetzung der Andamanen-Inseln. „1942 der entscheidende Augenblick." Ein neuer Notruf Stalins an London. Das Ende der nordamerikanischen Baumwolldiktatur. Es wird für die ganze außerbritische Welt eine der wohltätigsten Folgen dieses Krieges sein, daß das Rohstoffmonopol Großbritanniens und Nordamerikas auf einigen wichtigen Gebieten gebrochen sein wird. Auch dort, wo man heute noch glaubt, es mit John Bull und Bruder Jonathan nicht endgültig verderben zu dürfen, wird man recht zufrieden damit sein, daß die Herrscher über die Rohstoffquellen vom hohen Pferd herabsteigen müssen, auf dem sie bis in das Jahr 1942 hinein gesessen haben. Eines der markantesten Herrschaftsgebiete der Briten und Nordamerikaner auf diesem Gebiete war das der Baumwolle. Von den vor dem Kriege auf den Weltmarkt gelangenden, also den Eigenbedarf der Erzeugerländer übersteigenden Rohbaumwollmengen in Höhe von etwa 3,3 Millionen Tonnen stammten etwa 40 v. H. aus bett Vereinigten Staaten von Amerika und fast ebensoviel aus britischen oder den Briten eng-liierten Ländern. Aegypten, dem Anglo-Aegyptischen Sudan, den tropisch-afrikanischen Kolonien Kenya- Uganda und Britisch-Jndien. Außerhalb des angelsächsischen Monopols standen nur China, Iran, Brasilien, Peru und Argentinien mit zusammen etwa 15 v. H. der gesamten auf dem Weltmarkt erscheinenden Baumwolle. Japan hat bereits Jahre lang, ehe es sich gegen den britisch-nordamerikanischen Würgegriff zur Wehr setzte, unter der Politik Washingtons zu leiden gehabt. Japan versorgt einen großen Teil der tropischen Länder mit Baumwollwaren und hatte bisher in der näheren Umgebung seiner Inseln nur die geringe Erzeugung Chinas, der südlich anschließenden hinterindischen Gebiete und der Philippinen, Nordamerika schränkte seine Lieferungen ein, und auch aus der britischen Kronkolonie Indien flössen die Baumwollzufuhren immer spärlicher. Gegenüber der übermächtigen nordamerikanischen Konkurrenz konnte sich der Baumwollbau in China nicht recht entwickeln, so daß sich Japan sogar veranlaßt sah, einen Teil der im besetzten China bestehenden Baumwollkulturen auf Sojabohnen umzustellen. Diese angelsächsische Aushungerungspolitik wird jetzt ein schnelles Ende nehmen. Der Rohbaumwollbedarf des ost asi a ti f ch en Wirtschafts- raumes für das Jahr 1942 ist mit rund 1,1 Millionen Tonnen veranschlagt worden. Hiervon wird die hochentwickelte japanische Baumwollindustrie etwa drei Viertel, die Industrien der übrigen ost- asiatischen Länder das restliche Viertel verbrauchen. Nachdem China die Unterbietung durch nordamerikanische Pflanzer nicht mehr zu befürchten hat, hofft man die Baumwollerzeugung in Nord- und Bon Berlin nach Ankara Von unserem K.-Korrespondenten. zeigen. Noch mehr vom Reiz dieses weiten, fruchtbaren und reichen Landes geht uns auf, als wir, eine Woche später, im Flugzeug gen Süden fliegen. Die fremdländische und doch so packende, auch aus tausend Meter Höhe niemals eintönige Landschaft der Pußten begleitet uns, bis "Dunst und Wolken das ungarische Land dem Auge entziehen. Die zerklüfteten Berge, die urwelthasten Wälder, die reißenden Wildwässer des Balkangebirges erscheinen unter uns, als wir die Wolken wieder durchstoßen. Die bulgarische H a u p t st a d t ist nicht mehr weit. Eine Stadt ganz anderen Charakters^ aber nicht geringerer Reize nimmt uns auf, die freundliche Metropole eines bäuerlichen Landes, die nicht mehr fein will als dies, die das aber in einer klaren imponierenden Form ist , ... ., Neben den schönen Trachten der die Hauptstadt besuchenden Bewohner des Landes, unter denen dte der befreiten Mazedonier besonders auffallen, sehen wir die zahlreichen Uniformen dieses soldatischen Volkes. Verstreut mischen sich die vertrauten, feldgrauen Farben deutschen Militärs in dieses Bud, das dort höflich, korrekt und dem Landsmann dtenst- fertig, seine Pflicht tut, erfüllt. Der Gast wird nut Bereitschaft und großer Gastfreundschaft empfangen, deutsche Laute dringen überall an sein Ohr. Man bemüht sich, dem Gast zu Ehren deutsch S" sprechen; ein großer Teil der jungen Generation beherrscht Antara, März 1942. Das nächtliche Berlin entläßt unseren Schnellzug mit Eiseskälte und will damit, wie es scheint, einen Vorgeschmack der beginnenden Reise geben. Dennoch wirken die Lautsprecherrufe — „Bahnhof Friedrichstraße!", „Alexanderplatz!", „Schlesischer Bahnhof!" — wie ein Abschiedsgruß, wenn er auch durchaus dem Charakter dieser herben Stadt angepaßt ist. Der nächste Tag findet uns tief drinnen i n Mähren, die eigenartige ^Landschaft verhehlt auch in Winterstürmen und durch den vom Atem in die Eisschicht des Fensters geblasenen Ausguck ihren Eindruck nicht und weckt viele Erinnerungen. Das Wiener Element und Temperament, die unter den Reisenden vorherrschen, machen den langen Aufenthalt im Innern der Wagen angenehm und kurzweilig, und so erreichen wir Wien in dem geeigneten Optimismus. Es zeigt sich auch in diesem dritten Kriegswinter im besten Gewände und liebenswürdig wie immer. Bei Bruck an der Leitha nehmen mir am nächsten Tag Abschied von deutschen Landen. Die Donau entlang eilt der Zug nach Südosten der ungarischen Hauptstadt zu, durch überraschenden strahlenden Sonnenschein — den einzigen dieser Reise—, der den Schnee in goldene Farbe taucht. Budapest ist königlich wie je, auch in dem Schneesturm, der mit unvorstellbarer Wucht am nächsten Tage einsetzt. Den alten Glanz dieser unvergleichlich gelegenen Stadt mit ihrer Fülle natürlicher und architektonischer Schönheiten an der Grenze zweier Welten nimmt das Auge mit Freude und Entzücken wahr. Dabei ist unverkennbar, daß dieses ritterliche und gastliche Volk wie wir in einem entscheidenden und zukunftsschweren Kriege steht. Die Uniformen, soweit es keine Felduniformen sind, bunt, gefällig und vielgestaltig, beherrschen das Straßenbild auch hier; das zivile Leben steht unter dem Gesetz dieses Krieges um unsere Kultur. Ordnung, Klarheit und entschiedener Wille zum Sieg imponieren; Kameradschaft und Achtung, die dem deutschen Gast geboten werden, berühren angenehm, um so mehr, als sie sich in männlicher Ritterlichkeit größer, weil Kalkutta teilweise isoliert werden könne, so daß der Nachschub bereits in Bombay gelandet und auf dem Landwege weitergeschickt werden müsse. Wachsende Nervosität in Indien. Genf, 26. März. (Europapreß.) Nach Meldungen amerikanischer Korrespondenten aus Kalkutta hat die Besetzung der Andamanen-Inseln durch Japan eine allgemeine Evakuations-Psychose in den großen Städten Indiens wie auf Ceylon ausgelöst. Nach Meldungen aus Colombo hat die Regierung von Ceylon Colombo verlassen und ist ins Innere der Insel geflüchtet. In Kalkutta, Madras und Bombay hat die Evakuationswelle einen neuen Auftrieb erhalten. Sie hat auch in den anderen großen Städten des indischen Subkontinents eingesetzt. Die Küstendampfer «sind auf Wochen hinaus oorbelegt. In den ins Innere des Landes und nach Norden führenden Schnellzügen Plätze zu bekommen, ist so gut wie unmöglich. Cripps in Neu-Delhi. Schanghai, 27. März. (Europapreß.) Cripps hat am Donnerstag den Maharadscha!; Jam Sahib von Nawanagar, Kanzler der indischen Fürstenkammer, und dessen Stellvertreter, den Maharad- schah des Rajputana-Staates Bikaner, empfangen. Am Freitag wird der Führer der indischen Liberalen Sir Tej Pahaddur S u p r u , mit Cripps zusammentreffen. Gandhi hat am Donnerstagvormittag auf dem Wege zu den Besprechungen mit Stafford Cripps in Neu-Delhi die Stadt Nadapur passiert. Die endgültige Entscheidung der Kongreßpartei über den Jndienplan Cripps' wird für Freitag in Allahabad erwartet. In Allahabad findet am Samstag eine Sitzung des Ausschusses der Kongreßpartei unter dem Vorsitz von A z a d statt. Der internationale Nachrichtendienst berichtet aus Neu-Delhi, der britische Plan sehe in den Hauptpunkten die Gewährung des Dominien-Sta- tus nach dem Kriege sowie Wahlen für die regierenden Körperschaften der Provinzen, "gleichfalls nach dem Kriege, vor. vergleichlichem architektonischem Zauber, die malerischen Trachten der dunkeläugigen Menschen, die bunte Tierwelt des südlichen Meeresstrandes, das Gewimmel der tausend Vögel, die eine phantasiereiche Natur schuf, die Barken und Fischerkähne mit den bunten Segeln mannigfaltiger Form. Drüben auf der anderen Seite des Meeresarmes glänzen hohe Berge mit schneebedeckten Gipfeln. Der bequeme und saubere Zug ist mäßig besetzt. Unter den Reisenden herrschen die Türken vor; doch gibt es einige Engländer, Franzosen und Aegypter. Sie alle haben sich häuslich eingerichtet und begleiten je nach Temperament, Alter und Nationalität die Schönheit der Landschaft mit Aufmerksamkeit, Gleichgültigkeit, Lektüre oder den nicht zu unterschätzenden Reizen des Speisewagens. Man ist sehr höflich untereinander. Das Französisch, als vermittelnde Sprache hier fast unersetzlich, ist bei den meisten gleich schlecht. Einheitlicher und im Grunde wohl auch sympathischer ist das Volk draußen an den Straßen und Bahnübergängen; es ist so ursprünglich und unverbildet, daß es, ob Mann, ob Kind, ob glutäugige Schöne dem Zuge nachwinkt. Schließlich ist der zweimal wöchentlich verkehrende Taurus-Expreß auch ein genügend wichtiges Ereignis, daß er solchen Gruß verdient. Mit einem großen Bogen verabschiedet sich der Zug von den geschichtlichen Gestaden dieses Meeres und stößt nach Osten in die hohen Berge Anatoliens vor. Mit mehreren Maschinen erklimmt er schnell und durch hundert Schluchten, an reißenden Flüssen vorbei, in zahlreichen Tunnels die Höhen, auf denen die Frühlingsblumen bald dem gleißenden Schnee weichen. Bald bietet sich rechts und links der Bahn die weite Hochebene Anatoliens. Eskifehir und andere Orte zeigen sich in naßkaltem Gewände, und nun eilt der Zug durch die schweigende Nacht, die nur durch die Perlenkette der strahlend leuchtenden Fenster des Expreß erhellt wird. Der Wehrmachtbericht. DRV. AusdemFührerhauptquartier, 26. März. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Auf der Halbinsel Kertsch wurden schwächere feindliche Angriffe abgeschlagen. 3m Donezgebiet scheiterten Angriffe des Feindes, die zum Teil von panzern unterstützt waren, in erbittertem Nahkampf an dem hartnäckigen Widerstand deutscher und rumänischer Truppen. An verschiedenen Abschnitten der übrigen O st - front wurden bei fortdauerndem Tauwctter feindliche Angriffe in teilweise harten Kämpfen ebenfalls obgewiesen. Oertllche Angriffsunternehmungen vertiefen erfolgreich. Am 24. März warfen Kampfflugzeuge in einem Hafen an der Kaukasusküste ein Handelsschiff mittlerer Grütze in Brand. Ein deutsches Unterseeboot versenkte ostwärts Sotlum aus einem stark gesicherten britischen Geleitzug einen Zerstörer und einen Dampfer von 5000 BRT. Deutsche Kampfflieger griffen den Hafen La vale t t a auf M a l t a mit guter Wirkung an. Vor der Bucht Marsa Scirocco erhielt ein britisches Vorpostenboot einen Bombentreffer. Nachtangriffe der Luftwaffe mit Bomben schweren Kalibers auf das Hafengebiet von Dover und kriegswichtige Anlagen der Stadt verursachten grohr Schäden. Ein zur Aufklärung eingesetztes Kampf- flugzeug schotz am Tage über der Südostküfte Englands ein britisches Jagdflugzeug ab. Der Feind warf in der vergangenen Nacht Spreng- und Brandbomben auf mehrere Orte in Westdeutschland. Die Zivilbevölkerung hotte Verluste an Toten und Verletzten. Störungsflüge einzelner feindlicher Flugzeuge führten in das südliche Reichsgebiet. Nachtjäger und Flakartillerie schossen acht der angreifenden Bomber ab. hierbei erzielte Oberleutnant Becker seinen 15. und 16. Nachhagdsieg. Hauptmann Jhtefeld schotz am 24.März seinen 70. bis 74. Gegner im Luftkampf ab. Erneute feindliche Angriffe im Donez-Gebiet in erbittertem Aahkamps gescheitert. Verlagerung des Verkehrs hat die amerikanischen Eisenbahngesellschaften vor eine schwierige Frage gestellt, da das amerikanische Bahnnetz ohnehin schon überlastet ist. Der amerikanischen Regierung blieb aber keine andere Wahl, denn die amerikanischen Küstenschi-ffe müssen, so wenig sie auch für Hochseefahrten geeignet sein mögen, für überseeische Transporte eingesetzt werden, da die Produktion der Werften nicht im entferntesten mit der Versenkungsziffer Schritt hält. Der Katt von Singapur. Die Korruption der britischen Verwaltung. Stockholm, 26. März. (DNB.) Im Oberhaus verlangte Lor>d AMfon Einsetzung einer Untersuchungskommission über die V e r t e i d i g u n g S i n- gapurs. Er erklärte: „Wir müssen in den Annalen unserer Geschichte Herumsuchen, um ein Ereignis zu finden, welches ein derartiger Schock für die öffentliche Meinung war. Es war kein plötzlicher Verlust, sondern das Finale einer zweimonatigen Reihe von Ereignissen, die eins nach dem andern einen unverzeihlichen Mangel an Voraussicht, an richtiger Einschätzung der feindlichen Stärke, an hinreichendem Ausrüstungsmaterial sowie ungenügende Ausbildung der Truppen und das Versäumnis, mit der Eingeborenen- beoölkerung in richtige Beziehung zu kommen, erkennen ließen." Lord Addison sagte weiter: „Ich glaube, es ist Material genug vorhanden für eine Untersuchung, daß keine Landverteidigungswerke errichtet worden sind, daß die Wasserreservoire offen gelassen wurden und daß die Jv- Hur-Hügel unverteidigt blieben." Lord Addison rief mit' tiefster Empörung in den Saal: ,Fch hoffe, daß wir niemals wieder einen britischen General sehen werden, der den Union Jack mit einer weißen Fcchne zum Feind trägt!" Bezeichnenderweise hat Reuter gerade diesen Satz unterschlagen, denn gerade zu der Zeit, als Lord Addison feine Anklagerede hielt, mußte Reuter melden, daß abermals ein britischer Offizier mit der weißen Fahne — diesmal auf den Andamanen — die Kapitulation seiner Truppen notifizieren mußte. Obgleich der Regierungsoertreter Lord Cranbourne so tat, als fei noch kein ausführlicher Bericht über den Fall Singapurs eingegangen, da verlas Lord Addison den Brief eines Obersten, der in Malaya gekämpft hat und schrieb, daß er von einem General angefahren worden sei, weil er Prioatgummi- plantagen mit seinem Lastkraftwagen habe durchfahren müssen, wo keine andere Möglichkeit bestand. Die englischen Truppen seien sich der Gefahr der japanischen Truppen gar nicht bewußt gewesen, da sie sich samstags vom Dienst zu drücken versuchten und sonntags durchweg keinen Dienst machten. Haiti willzu den USA. Rom, 26. März. (Europapreß.) Der Präsident der Republik Haiti, Elia I e s c o t t, ist nach Washington gereist, um die Einzelheiten über die Form festzulegen, unter der Haiti in Abhängigkeit I von den USA. treten wird. Vor seiner Abreise von nern ebenso zur Pflicht gemacht werden wird, wie die Einhaltung der unter amtlicher Aufsicht stehenden dörflichen Waschtage. Aus dem Reich. Das Langemarck Studium. Das Langemarck-Studium der Reichsstudentenführung hat auch im dritten Kriegswinter seine Auslese- und Erziehungsarbeit in 13 Hochfchul- tädten fortgesetzt. In diesen Tagen haben sich in ieben Lehrgängen 250 Langemarck-Studenten einer Zeistungsprufung unterzogen. Sämtlichen Männern, die am Ende der dreisemestrigen Vorstudienausbil'- dung standen, konnte das Zeugnis der Reife aus- gehändigt werden, das zum Studium an allen Hochschulen berechtigt. Erstmals wurden Lehrgänge von Kriegsteilnehmern durchgeführt, in denen bewährte Frontsoldaten mit mindestens drei- jähriaer Dienstzeit Aufnahme fanden. Sie sind inzwischen wieder zu ihren Truppenteilen zurückgekehrt., Alle, die die Leistungsprüfung ablegten, haben sich freiwillig zur Wehrmacht oder Waffen-^ gemeldet. Die Ausbildung des jüngsten, noch nicht wehrpflichtigen Jahrganges im Langemarck-Studium geht planmäßig weiter. Gauausstellung für Bildende Künste 1942. NSG. In Erkenntnis der politischen Aufgaben der bildenden Künste als eine der seelischen Kraftquellen der Nation, die gerade angesichts der gesteigerten Anstrengungen des deutschen Volkes für dis Erringung des Endsieges ihre Berührung mit dem schaffenden Volk fordert und im Rahmen einer öffentlichen Ausstellung in besonders eindrucksvoller Weise gewährleistet erscheint, hat der Landesleiter Hessen-Nassau der Reichskammer der bildenden Zentral-China innerhalb von fünf Jahren auf 0,8 Millionen Tonnen im Jahre steigern zu können. Die übrigen zur Deckung des ostasiatischen Bedarfes erforderlichen 0,3 Millionen Tonnen sollen von Jndochina, Tailand und den Philippinen hervorge- bracht werden. Wenn darüber hinaus ätwa noch Malaya und die Sunda-Jnseln in größerem Umfange Baumwolle bauen sollten, würde der ost- asiatische Wirtschaftsraum später einen Teil der Versorgung des befreundeten europäisch-afrikanisch- vorderasiatischen Wirtschaftsraumes übernehmen können. Die grundsätzliche Bereitschaft, sich mit den Verbündeten dieses Krieges und den befreundeten Ländern auszugleichen, ist soeben erst wieder von autoritativer ,apanischer Stelle bestätigt worden. Auch der europäische Raum kann durch entsprechende Vorkehrungen von der angelsächsischen Baumwolldiktatur befreit werden. Von der gesamten jährlich auf den Weltmarkt gelangenden Baumwollmenge nahmen die Länder des europäischen Fesllandes etwa 1,4 Millionen Tonnen in Anspruch. Wenn auch die Baumwollgewinnung in den südeuropäischen Ländern: Italien, den Donau- und Balkanländern und der Türkei in den letzten Jahren erfreuliche Fortschritte gemacht hat, so ist doch an eine kontinentaleuropäische Baumwoll-Autarkie selbst dann nicht zu denken, wenn die künstlichen Spinnstoffe ihren bisherigen Siegeszug unverändert fortsetzen und den Baumwollbedarf weiter em- schränken sollten. Aber gegenüber der europäischen Südküste, aus dem anderen Ufer des Mittelmeeres, liegt ein Baumwolland, das nach den traurigen Erfahrungen mit dem Baumwollabsatz im Kriege dringend an stetigen und lohnenden Lieferungen an kaufkräftige Abnehmerländer interessiert ist: Aegypten mit dem Anglo-Aegyptischen Sudan. Diese beiden Gebiete könnten rund ein Drittel des kontinentaleuropäischen Baumwollbedarfs befriedigen. Rechnet man weiter mittel-, west - und o st afrikanische Gebiete hinzu, die für den Baumwollanbau hervorragend geeignet sina (wie die französischen Kolonien Algier, Tunis, Marokko, das Senegal- und das Niger-Gebiet sowie Kenya-Uganda und Deutsch- Ostafrika) so ergibt sich nach einer Anlaufzeit von wenigen Jahren eine Deckung des kontinentaleuropäischen Baumwollbedarfs aus raumeigenen und raumnahen Gebieten im Ausmaß von etwa 60 v. H. Wenn dann die vorder- und mittelasiatischen Produktionsgebiete Irak, Iran und Indien in die europäische Bedarfsdeckung eingeglie- dert werden könnten, und wenn der ost asiatische Raum über den Eigenbedarf hinaus Ueberschüsse erzielt, so würde sich die Versorgung Europas mit dem wichtigsten pflanzlichen Spinnstoff ohne Rückgriff auf die Erzeugung der Neuen Welt ermöglichen lassen. Man hat in den Vereinigten Staaten und auch in den südamerikanischen Baumwolländern — von denen Brastlien vor dem Kriege für die deutsche Versorgung wachsende Bedeutung erlangte — noch nicht begriffen, woher der Wind weht, und daß die dichtbesiedelten Wirtschaftsräume der Alten Welt, nämlich Kontinentaleuropa und Ostasien, im Begriffe stehen, sich von den Baumwollzufuhren aus dem amerikanischen Doppelkontinent völlig unabhängig zu machen. Die Pankees haben in Den 100 Tagen, die seit ihrer unmittelbaren Beteiligung am Kriege verflossen sind, schon manche Felle davonschwimmen sehen. Man darf darauf rechnen, daß die beiden Völker merken, auf welchen gefährlichen Irrweg sie von ihren Staatslenkern geführt worden sind, wenn das Verlustkonto genügend angeschwollen sein wird. Folgen des Lt-Boot-Krieges. Das Transportproblem der USA. Lissabon, 27. März. (DNB.) Die wachsende Schiffsraumknappheit der Vereinigten Staaten, eine Folge der steigenden Versenkungsziffern der deutschen U-Boote im Atlantik und vor der nordamerikanischen Küste, hat die USA-Regierung veranlaßt, die Küstenschiffahrt zwischen Den Häfen der amerikanischen Atlantik- und der amerikanischen Pazifikküste einzustellen. Die einzige Ausnahme bildet der Tankverkehr, so daß infolgedessen gerade die Verluste an Tankschiffen besonders anstiegen. Bisher haben 16 Reedereien mit rund 170 Schiffen den Verkehr zwischen den beiden amerikanischen Küsten durch den Panama-Kanal aufrechterhalten. In normalen Jahren wurden von diesen Schiffen rund sieben Millionen Tonnen Fracht befördert, darunter 1 500 000 Tonnen Holz, 1200 000 Tonnen Nahrungsmittel und 1200 000 Tonnen Stahlerzeugnisse. Alle diese Frachten müssen jetzt auf dem Eisenbahnwege von Westen nach Osten befördert werden. Dazu sind 17 500 zusätzliche Eisenbahnwaggons erforderlich. Diese durch die deutschen U-Boote erzwungene gang kommandiert sind, über die politische Lage und gab ihnen Richtlinien für ihre zukünftige Arbeit. Ein Kameradschaftsabend vereinte die Kriegsberichter mit Offizieren des Oberkommandos der Wehrmacht und Männern der Presse. * Die, ersten Transporte junger Mädchen und Frauen aus Lettland sind im Reich eingetroffen. Sie haben Arbeitsvertrüge für ein Jahr abgeschlossen und kommen als Land- und Fabrikarbeiterinnen vorerst nach der Nordmark. Sie erhalten tarifmäßige Löhne, über die sie nach Ausgleich der Unkosten für Unterkunft und Verpflegung frei verfügen können. Keine Kleckfiebergefahr! Eine Klarstellung des Reichsgesundheitsführers. Berlin, 26. März. (DNB.) Die Feindpropaganda beschäftigte sich in letzter Zeit mit Vorliebe mit der Erfindung von einer Fleckfiebergefahr, die ganz Europa drohen solle. Im Völkischen Beobachter nimmt Reichsgesundheitsführer Dr. Conti dazu Stellung. Er erklärt: Die Berührung mit der Un° , kultur der verlausten sowjetischen Horden und einer Bevölkerung, die in jahrzehntelangem Schmutz ständiger Herd dieser und anderer Seuchen ift, brachte gerade für den hochstehenden deutschen Soldaten und damit auch für die deutsche Heimat Gefahren volksgesundheitlicher Art mit sich. Die Bedrohung durch das Fleckfieber ist jedoch gebannt. Um 70 v. H. sind die Neuerkrankungen im März 1942 gegenüber den im Dezember 1941 zurückgegangen. Das Reich ist während der ganzen Wintermonate vom Fleckfieber weitgehend freigeblieben. Selbstverständlich hat es einzelne eingeschleppte Fälle gegeben, sie sind jedoch immer isolierte Einzelherde oder beschränkte Gruppenerkrankungen geblieben. 1941 hab. ten wir im Ältreich 165 Fleckfiebererkrankungen bei deutschen Volksgenossen und 121 Erkrankungen bei Juden. In Danzig, Westpreußen und Posen wurden 34 Fälle bei Deutschen und 2750 Fälle bei Juden gezählt. Im Februar 1942 hatten wir im Altreich noch 53 neue Fleckfiebererkrankungen bei Deutschen und 56 bei Juden. In Berlin mit über 4Vs Millionen Menschen auf engem Raum hatten wir in der Zivilbevölkerung in der ersten Februarhälfte zwei Fälle und in der letzten Februarhälste wieder zwei Fälle von Fleckfiebererkrankungen. Für das deutsche Volk im Großdeutschen Reich besteht nun praktisch keine Fleckfiebergefahr mehr. Mit der Bannung dieser Gefahr aus dem Osten hat Deutschland wieder eine europäische Ausgabe erfüllt. In Lemberg wird von den Behringwerken in Marburg ein Flecks ieber-Jmpf- st o f f w e r k eingerichtet, das den Impfstoff in großem Maßstab Herstellen wird. In allen größeren Orten sollen Entlausungsanstalten entstehen lohne Laus kein Fleckfieber!), deren Besuch allen Einwoh- Port-au-Prince hat der Präsident noch das Dekret über die allgemeine Mobilmachung der Männer von 18 bis 45 Jahren unterschrieben. Die nationalistische Partei von Haiti betreibt demgegenüber eine lebhafte, an die „wahren Leute von Haiti" gerichtete Propaganda. Sie fordert auf, sich nicht in die Konttollisten eintragen zu lassen, um nicht zugunsten des USA.-Heeresdienst leisten zu müssen. Zuspitzung der Lage in Iran. I st a n b u l, 26. März. (DNB.) Nach Meldungen aus Teheran hat die Lage in Iran eine außerordentliche Zuspitzung erfahren. Die Unruhen und die Verwirrung unter den verschiedenen Stämmen im Lande haben sich überall vermehrt, die Ernährungsfrage ist kritisch geworden, und die Verkehrswege durch Ueberfälle räuberischer Banden unsicher. Infolge des Kabinettswechsels, durch den in Teheran eine sowjetfreundliche Regierung ans Ruder kam, hat sich der Boden für die weitere bolschewistische Durchdringung des Landes noch günstiger gestaltet. Kleme politische Nachrichten. Die Wafd-Partei hat bei den ägyptischen Parlamentswahlen von 264 Kammersitzen 216 errungen. Die Unabhängigen erhielten 13, die Liberalen 4, die Watan-Partei 2 und die Saad-Partei einen Sitz. * Japanische Streitkräfte haben eine Aktion gegen chinesisch-kommmüsttsche Truppen in den Bergen Oft-Schantungs in Gang gesetzt. Die Operationen haben etwa 15 Kilometer nordöstlich von Dsingtao begonnen. Die Streitkräfte der chinesischen Kommunisten werden auf etwa 30 000 Mann geschätzt. * Der von einer Expedition in die Antarktis zurück- gekehrte argentinische Hilfskreuzer „Pasmerö di Mayo" hat im Namen der argentinischen Regierung von der Insel D e c e p t i o n auf den australischen Shetland-Inseln Besitz ergriffen und auf einer Insel der australischen Orkaden eine Wetterstation eingerichtet, die den ganzen Winter über arbeiten soll. Die Inselgruppe hat große Bedeutung für den Walfischfang. * Der Chef des italienischen Generalstabes, General Cavallero, ist in Budapest eingetroffen und vom ungarischen Honoedminister und Generalstabschef begrüßt worden. Aus Einladung des Chefs der. Heeresrüstung und Befehlshabers des Ekfatzheeres, Generaloberst Fromm, weilt der slowakische Verteidigungsminister General Catlos Mit seinem Stabschef, Oberstleutnant T a t a r k o, zum Besuch von Truppenteilen in Berlin. * In Görlitz sprach Reichsorganisationsleiter Dr. Ley auf dem Appell der Führungskräfte der Rüstungsindustrie des Gaues Niederschlesien. Reichspressechef Dr. Dietrich sprach vor Kriegsberichtern, die zu einem kurzen Ausbildungslehr- Die Treppen Roms und ihre Königin. Von unserem MP.-Korrespondenten. Rom, im März. Wenn eine Stadt, die wie Rom auf Hügeln gebaut ist, auch öffentliche Treppen in größerer Zahl besitzt, so ist das kein Wunder. Was das Wunder der römischen Treppen ift, ist immer wieder die Schönheit der Erfindung, die Kühnheit der architektonischen Lösung, der Schwung, mit dem sie sich in das Bild der Stadt hineinschmiegen. Vor allem die Treppen, die den Pinciohügel erklimmen, wurden zu aller Zeit für wert befunden, auf ihren Bau besondere Liebe und Sorgfalt zu verwenden. Die Königin der römischen Treppen ist nicht die gewaltige Treppe, die zu den beiden Riesengestalten der Dioskuren den Kapitolhügel hinaufführt, noch die neben ihr in beängstigender Steile ansteigende Treppe nach Araceli, sondern die spanische Treppe, jene Treppe, die von der Piazza di Spagna nach der TrinitL del Monte emporführt. Wie hier der steile Anstieg durch sich immer wieder kreuzende Schwünge der Ireppenftetgung überwunden wird, wie die Bewegungen des Schwunges nach außen und innen sich überschneiden und ineininder- greifen, ist ein Schauspiel, das bei jedem Wetter und jeder Beleuchtung immer wieder neue Reize bietet. Im Jahre 1660 hinterließ der edle Stefano Guef- fier das Geld zum Bau der Treppe. Nach mancherlei wechselnden Schicksalen wurde das Bauwerk im Jahre 1725, wie dies die lateinische Inschrift an der Treppe verkündet, fertiggefteüt. Wie so oft, entstand auch hier ein herrliches Zeugnis des Kunstschaffens nicht aus dem Willen heraus, irgendwo ein Monument hinzustellen, sondern lediglich dazu, daß das Minoritenkloster auf der Höhe der Trinitä del Monte einen würdigen Zugang erhielt. Daß die Treppe im allgemeinen und den Römern im besonderen teuer ift, verwundert keinen, der sie gesehen hat. Erst kürzlich hat Libero de Libero von ihr gesagt, die wichtigsten Treppen Roms zeigten dem Menschen drei Arten, wie er zum Himmel kommen könne: die eine, die mittelalterliche, zeigte die Treppe nach Aracelij die zweite, die der Renaissance, die Treppe zum Kapitol und die dritte, die des Barocks, die spanische Treppe. Sei die erste Treppe die Treppe der Demut, so sei die zweite heroisch, die dritte aber, die spanische Treppe, musikalisch. Das klingt ein bißchen nach den „großen Worten", die der Nordländer für den Ausdruck feiner Gefühle nicht liebt, weil er meint, daß er mit ihnen zuviel davon verräte und sich irgendwie bloßstelle. Aber tatsächlich lernt man in Rom, daß man anders mit diesen Dingen einfach nicht fertig werden kann. Es braucht schon großer Worte, um der Größe dieser Dinge gerecht zu werden. Denn selbst noch jene Treppen, die gewissermaßen bescheiden im Hintergrund ein stilles und zweckmäßiges Dasein führen, habei darum doch den Anspruch auf Schönheit und Gestaltung nicht vergessen. Die Treppe, die von der Höhe des Pincio, von einem der herrlichsten Aussichtspunkte Roms über der Piazza Del Popolo wie ein Bergbach zwischen Mauern und Geländern nach dem Platz herunterrieselt, ist sich ihres architektonischen Wertes vollauf bewußt. Und wenn man versteht, wie dieses natürliche Niedergleiten der Treppe von einem Berghang herab dem Wasser abgelauscht ist, dann sieht man plötzlich mit anderen Augen die Wasserkünste in den Parks italienischer Dillen, in den Villen der Aldobrandini und der Torlonia in Frascati, in der Villa d'Este in Tivoli, im Park des Farnese-Schlosses von Caprarola. Der Gedanke, Wasser und Treppe miteinander zu verbinden, das Wasser eine Treppe hinünterlaufen zu lassen, ja einem künstlichen Bächlein auch noch auf dem Treppengeländer einen plätschernden, vielfach unterbrochenen Weg zu weifen, wird dann plötzlich nicht mehr eine gewollte Künstlichkeit, sondern ein ganz organischer Hinweis darauf, welcher wohl einmal der Gedanke zur Treppe überhaupt gekommen sein mag. Und daß von diesem Anfang bis zu dem, was als vollkommene Kunstform die Hügel Roms auf und ab steigt, die Verbindung nicht abgerissen ist, sondern daß im Gegenteil immer wieder an diese Verbindung erinnert wird, vielleicht nicht bewußt und gewollt, aber doch mit Notwendigkeit, weil das Gefühl es immer wieder sagte, das ist vielleicht der Grund dafür, daß keine dieser Treppen künstlich wirkt. Sie sind natürlich, sie sind nützlich, auch wenn sie schön sind, die römischen Treppen. Menschen, die sie benutzen, stören nicht, sondern sind ihre selbstverständliche Ergänzung. Und die Stände der Blumenhändler, die unten am Fuß der Spanischen Treppe gegenüber dem Brunnen in Gestalt eines altrömischen Schiffes laut angestammter Ueberlieferung mit ihrer bunten, vergänglichen Ware aufgebaut sind, sind keine Majestätsbeleidigung für die Königin der Treppen, sondern nur ein Stückchen bunten Lebens, in dem sie steht, und für das sie gedacht ist. Herzhafter Bayer. Von Dr. Heinrich Diehl, Darmstadt. Das Unsagbare war Überstanden. Wir waren aus der Sommeschlacht herausgezogen worden und hatten dann einige Wochen auf den Maashöhen bei St. Mihiel gelegen. Nun war es Dezember 1916, und wir waren wieder an der Somme, aber diesmal weiter südlich, in der Gegend von Peronne. Wir lagen zwar nur 80 Meter vom Franzmann, aber es war ziemlich ruhig, die Sommefchlacht wckr vorüber. Unsere Linie war recht dünn, es waren verbundene Granattrichter, es blieb auch einmal eine Lücke von 100 Metern, die überhaupt nicht besetzt war. Da kam Befehl, ich hätte mit zwei Maschinengewehren eine zweite Linie zu bilden, 400 Meter weiter rückwärts. Wir bezogen in dieser zweiten Linie einen ehemaligen Artillerieunterstand. Zwölf Mann eines hessischen Infanterieregiments waren wir: zwei Gewehrbedienungen zu je einem Unteroffizier und vier Mann, ich als Zugführer und mein Melder. Eigentlich waren wir dreizehn. Es war uns noch ein bayerischer Pionier beigegeben. Mit seinem langen Spaten und seinem großen Geschick half er uns bei unseren Erdarbeiten. Die mußten mir nachts ausführen. Wir bauten für unsere beiden Gewehre Gewehrstände, für jedes drei oder vier. Wenn ein Gewehr Artilleriefeuer bekommt, muß man sofort einen anderen Stand beziehen können. Wir sollten, falls der Franzmann vorn durchkäme, ihn in der Flanke fassen. Das eine Gewehr schoß nach rechts, das andere nach links. Unsere Eroarbeiten mußten wir gut verblenden, wenn der Franzmann nur die geringste Veränderung im Gelände merkte, war's mit uns aus. Da — eines Mittags, die einen lagen auf dem Drahtgestell, die anderen hockten um unsere Kerztz — streut der Franzmann mit leichten Granaten in unserer Gegend herum, als seuche er etwas und — ein ungeheuerer Donnerschlag. Dunkel — Krachen — Splitter — Sand — erstickende Explosionsgase. — Ich will ein Streichholz anzünden — bie Schachtel entfällt meiner Hand. Naß, warm, klebrig. Stöhnen aus der Ecke. Einer zündet die Kerze wieder an, sie brennt mit trüber, langer Flamme. Verbandpäckchen um die Hand, fest zugezogen. Der Eingang ist zusammengestürzt. Verschüttet. Wir können kaum atmen. — Es waren unsere Handgranaten, sie lagen auf den beiden oberen Treppenstufen, da ging der Schuß drauf. Ihre Splitter tarnen herunter, ihre Explosionsgase wurden her- untergeschleudert, und dann war der Stollen zu» sammengesackt. Unser Pionier mit seiner oberbayerischen Ruhe und mit seinem technischen Sinn findet den rettenden Gedanken. Die Stollenbretter hatten sich beim Zusammenrutschen gesperrt, und ein schwacher Schein Tageslicht drang bis zu uns herunter. Was tut der Bayer? Er zieht eine Dose Hartspiritus aus der Tasche, etwas, was wir noch gar nicht kannten, und zündet ihn an. Nun streckt er den Arm, so hoch er nur kann, und hält die blaue Flamme in den engen Lichtschacht. Es währt noch keine Minute, und wir spüren die frische Luft und können wieder Atem schöpfen. Die schlechte Luft zog in dem Schacht nach oben, und gleichzeitig kam frische Außenluft heruntergeströmt. Die Kerze brannte wieder heller, einige verbanden die Verwundeten, andere schaufelten den Eingang frei. Herzhafter Bayer, denkst du noch an die Mcv schinengewehrkomvanie? Bei Marchelepcht war's. Ich jedenfalls kann dich tmb ferne HÄk fpiritusdoje nicht vergessen» inen .mph ioff m 'ößereil lohne inwoh. 'Ö, wie stehen» r gestel» für bi« nit dem iner ®f* ^svoller Leslciter Wenden denten» c seine ichschul- sich in n einer innern, ausb.'l- e aus» , allen Mnge hrt, in is Örel» sind in« mckge» , haben ■ff h nicht rck-Ttn» iTOpQ, •Hiebe 'r, die achter bazu r Un» einer ' stiin» Machte baten ahren h 12 ge» n Dag e voin And. ■geben, 'er be. 11 hat» en bei en bei ourben Älden lltreich utschen Millio» in der ? zwei r zwei 'rutsche roktisch mnung id wie» ■and be» nzmann m, Las re nach oerblen» ste Der« ins aus» auf dem re Kerz- Sranaten ®fl5 uns _ Kra« fft klebrig. rz- r» ■6 Sj* ;n Tr-P> »en ,n Rn-' i re»"' chwE « ®»s , fo h°ch ein»-" WÖ m ad? 5 rÄ eiten den nachsah. (Fortsetzung folgt.) in kurzer Zeit trotz anhaltend schwerer Abwehr« kämpfe 110000 RM. aus und vermittelte diese ansehnliche Spende dem Deutschen Roten Kreuz. Als Zeichen des Dankes an die Heimat ... Und die Heimat? Sie nimmt mit Ergriffenheit Kenntnis von diesen vom Frontgeist erfüllten Beweisen einer verschworenen Schicksalsgemeinschaft. Am kommenden (Sonntag aber wird sie zum Tag der Wehrmacht Treue mit Treue erwidern! Kopf bekommen: aus der Tür von Abbegs Billa trat Marion — Marion in dem leichten silbergrauen Gabardinemantel, das weiße Filzkäppchen auf dem braunen Haar. Er war so tief erschrocken, daß er den Wagen noch hundert Meter weit laufen ließ, ehe er ihn stoppte. Dann erst schaltete er mit einem wilden Ruck den Rückwärtsgang ein. „Marion!" Er rief, sobald sie auf Hörweite heran war: „Marion! — Was machst du? — da?" Und sprang heraus und lief ihr entgegen und fing sie r '■**- Fieber — oder von Eine Minute später sah sie neben ihm im Wagen. Er bestürmte sie, während das Steuer unter seinen unsicheren Händen tanzte. Aber sie blickte starr geradeaus, mit Augen, an deren Wimpern eine Träne hing, und sagte immer nur: „Es ist nicht was du denkst ... Frag' mich nicht, Ian ... Ich kann dir jetzt nichts sagen ... Wenn Papa weg ist —" In ihm wogte es, wie ein aufgeregtes Meer, aber er bezwang sich und willfahrte ihr. Als sie am Portal vorfuhren, gingen sie wortlos auseinander, Marion nach oben, Fehr in fein Zimmer. Er schellte sofort nach Fabian: Ob jemand hier gewesen sei? Ob sich hier irgend etwas Besonderes ereignet habe? Der alte Diener schüttelte stumm den Kopf und zog sich auf einen Wink zurück. Was war mit dem Herrn los? So hatte er ihn noch nie gesehen. Ja, was war mit Christian Fehr los? Er ging im Zimmer umher, das Herz klopfte oben am Halse, die Augen waren ihm heiß und die Hände kalt, er horte droben Marions Schritte. Was war mit ihm los? , u , Er wußte es selbst nicht. Alles war so dunkel mch verworren, und kein Ausweg aus der Dunkelheit. Das eine nur wußte er: daß er ein ungeheurer Esel gewesen war. auf. Ihr Gesicht glühte wie im v rasenden Liebkosungen? „Marion, Marion!" Verwundete als Gastschüler an Höheren Schulen. Aus der Praxis heraus war die Bitte an Geiz und Habgier. Zwei Dolksschädlmge von der Gießener Kriminalpolizei verhaftet. fünfte dem Wunsch des Gauleiters entsprechend die ersten Borberertungen für die Gauausstellung 1942 angeordn-et. Die hiermit gestellte Aufgabe ebenso tnle die zeitlichen Schwierigkeiten erfordern die sorgsame Beschränkung auf das Wesentliche, wie ein Aufruf des Landesleiters an die Künstlersckaft unseres Gaues zum Ausdruck bringt. Es handelt sich also keineswegs darum, einen allgemeinen Querschnitt durch das bildnerische Schaffen des Gaues zu geben, sondern nur die besten, von künstlerischem Ernst und echter Hingabe erfüllten Werke herauszu- stellen und zum Erlebnis werden zu lassen. Die Ausstellung soll wie in den Borjahren im Se fite m b e r des Jahres eröffnet werden. Für den A n- kauf von Werken stehen neben dem Preis des Gauleiters wiederum namhafte Beträge der Städte des Gaues zur Verfügung. Aus der Giadi Gießen. Hausfrau und neue Rationen. Sich umzustellen und anzupassen, ist den deutschen Hausfrauen nichts Neues. Sie haben es im Laufe des Krieges bei allerdings nur wenig veränderten Rationen, stärker noch bet der gelegentlichen Verknappung der freien Waren und bei besonderen Zuteilungen seit zweieinhalb Jahren fortlaufend und in steigendem Maße bewiesen, daß sie ihren Aufgaben gewachsen sind. Die kommende Einschränkung stellt die Haushaltungen aber vor eine größere Probe, und bie besten Vorschläge für zweckmäßigste Verwendung ersparen es keinem, mit verstärkter, sicher oft mühevoller Disziplin an die neue Umstellung heranzugehen. Es gibt immer noch Möglichkeiten, sich der neuen Versorgungslage durch eine bis zum letzten gesteigerte Ausnützung und durch zweckmäßigste Zusain- menstellung des Vorhandenen anzupassen. Das Deutsche Frauenwerk hat Mittel und Wege, die der Hausfrau heute vorgeschlagen werden können, gründlich geprüft. Allerdings verlangt in diesem Fall jeder gute Rat als erstes, daß man sich auf den Boden der gegebenen Tatsachen stellt. Die besten Einteilungs- und Sparmethoden können die erforderliche Einschränkung, deren Notwendigkeit nach der Begründung gerade auch jede Hausfrau einsieht, als solche nicht wirkungslos machen; aber ie können sie der Hausfrau erleichtern. In dem ent= cheidenden Stadium, da nicht nur an der Front, andern auch in" der Heimat bedingungsloses Sich- einsetzen, harte und härteste Opfer verlangt werden, wäre es töricht, zu erwarten, daß der Haushalt von einschneidenden, empfindlich spürbaren Forderungen verschont bleiben kann. Daß die Führung dem Volk nur das Tragbare aufbürdet, wissen wir alle. Vor dem Sieg aber steht die Bewährung — entscheidend auch im Haushalt. Einen Rückhalt für diese Bewährung bieten die gewissenhaft erprobten Ratschläge und Arbeitsanweisungen sowie die zuverlässigen Rezepte des Deut- scheu Frauenwerkes. Wer sich anhand der laufenden Veröffentlichungen über diese vorbereitende und stützende Arbeit unterrichtet, ist in der Lage, das Beste aus dem Vorhandenen zu machen. Die Notwendigkeit klarer Einteilung kann nicht ernst genug genommen werden. Einzelne Beispiele zeigen, daß dabei für persönliche Gewohnheiten noch Spielraum bleibt. Einer gleichmäßigen Verteilung der Rationen auf sämtliche Wochentage steht verschiedentlich der Wunsch entgegen, die Lebensmittel für eine ausgiebigere Mahlzeit am Sonntag zu sparen. Das kann zweckmäßig fein, wenn die größere auf den Sonntag zugeschnittene Fleischration so verwendet wird, daß von vornherein zu diesem Zweck zurückgestellte Reste aufbewahrt werden und die Gerichte der folgenden Wochentage ergänzen. Etwas anderes ist es, wenn ein Sonntagsessen — mit dem unberechttgten Anschein friedensmäßiger Gewohnheit auf Kosten der übrigen sechs Tage angerichtet — am gleichen Tage verzehrt wird. Eine solche Mahlzeit kann natürlich nicht, sechs Hauptgerichte ersetzen. „Einmal alles" ist ein Grundsatz, der bei den wenigsten auf die Dauer Magen und Gaumen zufriedenstellen dürfte. Gin gewisses Gleichmaß einzuhalten, mag zunächst einen Entschluß bedeuten; aber für Gesundheit und gute Laune ist es zuträglicher, vor allem macht es das Eingewohnen in unumgängliche Verhältnisse leichter. Denn wir müssen uns nun einmal bequemen, unsere täglichen Ge- wohnheiten auf die Möglichkeiten eines im dritten Kriegsjahr kämpfenden und einer Unzahl von ausländischen Arbeitern und Gefangenen ernährenden Volkes umzustellen. Die unbedingt notwendige Einteilung von fleisch und Fett wird wesentlich erleichtert durch die zahlreichen Möglichkeiten des Streckens. So empfehlenswert die zahlreichen Rezepte sind, die das Deutsche Frauenwerk für eine ausgiebigere Verwertung zusammengestellt hat, so ist es auf der anderen Seite selbstverständlich, daß die Substanz Die Kriminalpolizei bei der Polizeidirektton in Gießen berichtet uns: Die 49jährige Ehefrau des Poststelleninhabers von Eschenrod bei Schotten, Elisabethe Pfeffer, hat, da ihr Ehemann einen Erbhof von 40 Morgen Land und Wiesen mit einem Viehbestand von 1 Pferd und 8 Stück Rindvieh bewirtschaftet, die Postgeschäfte erledigt, wozu sie auch vereidigt war. In dieser Eigenschaft hat die beschuldigte Pfeffer seit Kriegsausbruch fortgesetzt Post- und Feldpostsendungen unterschlagen. Nach dem vorliegenden Ermittlungsergebnis hat sie über 80 Fälle auf Grund der Vorgefundenen Beweisstücke zugegeben. Es sind aber bestimmt noch weit mehr Fälle, auf die sich die Beschuldigte heute nicht mehr entsinnen will. Einen großen Teil der von der Front und aus den besetzten Gebieten von Wehrmacht- angehörigen nach Hause geschickten Päckchen hat sie unterschlagen. Wenn ein Päckchen Gegenstände enthielt, die ihr nicht genehm waren, dann wurde das Päckchen nach Entnahme der brauchbaren Sachen wieder verpackt und dem Adressaten zugestellt. Es waren aber nur ganz wenig Sachen, die sie den Eigentümern zustellte, da sie alles gebrauchen konnte, wie Kleiderstoffe, Wäsche, Strümpfe, Schuhe, Kaffee, Gewürze, Samen, Tabakwaren, Schokolade usw. Das verwerflichste ihrer Handlungsweise ist aber, daß sie Lebensmittel- und Rauchwarenpäckchen, die für Frontsoldaten bestimmt waren, unterschlug. So hat sie z. B. Weihnachtspäckchen mit je 2 kleinen geräucherten Bratwürstchen unterschlagen und die Würstchen in ihrem Haushalt verbraucht, obwohl bei ihr Wurst- und Fettwaren in überreichlichem Maße vorhanden waren und heute noch sind. Im letzten Winter wurden von der 4köpfigen Familie 3 Schweine geschlachtet. An Zigarettenpäckchen hat sie die Adresse entfernt und das Päckchen mit der Anschrift ihres Sohnes versehen und abgeschickt. Die beschuldigte Pfeffer hat keineswegs in wirtschaftlicher Not gehandelt, denn genau wie bei den Lebensrnitteln sind auch Wäsche, Bekleidungsstücke und alles, was zu einem Haushalt gehört, in überreichlichem Maße vorhanden. Nur reine Habgier war die Triebfeder zu dem verwerflichen, volksschädlichen Tun der Beschuldigten. Die Pfeffer befindet sich seit 11.3.42 in Untersuchungshaft. Die Akten wurden dem Sondergericht zugeleitet. * Am 24. 3. 42 wurde die alleinstehende, 46jährige Geschäftsinhaberin eines kleinen Textilwarengeschäfts Frieda Dieruff in Büdingen wegen Verstoß gegen die Kriegswirtschafts- und Verbrauchsregelungsstrafverordnung festgenommen. Bei den Ermittlungen wurde auch festgestellt, daß die Beschuldigte Lebens- und Genußmittel gehamstert und in übergroßem Vorrat aufgespeichert hat. U. a. wurden etwa 1 Zentner Fett, darunter viel zerlassene Butter, Vz Zentner Oel, 2 Zentner feinstes Weizenmehl, % Zentner Wurst, Speck und Dörrfleisch, 1 Zentner Zucker, außerdem größere Mengen Hülsenfrüchte, Kindernährmittel, Beis, Grau- als solche die gleiche bleibt. Neben das Strecken rarer gehaltvoller Lebensrnittel durch Vorräte anderer Art tritt das bewußte Einsparen Die erprobten Möglichkeiten, mit geringsten Mengen von Fett zu backen und zu braten, müssen allgemein bekannt werden. Hinweise, wie nicht nur fettes, sondern auch mageres Fleisch ohne Fett angebraten und angebräunt werden kann, sind um so wertvoller, als auf diese Weise vermieden wird, daß mehrere hochwertige Nahrungsmittel auf einmal zusammen verbraucht werden. Sicher verlangt die beste Nutzung des Vorhandenen ein Wissen, das viel Aufmerksamkeit und Bemühung beim Umsetzen in die Praxis erfordert. Ist der Uebergang jedoch erst überwunden, dann sieht sich die Hausfrau in die Lage versetzt, jede Mahlzeit so anzurichten, daß sie wohlschmeckend und nahrhaft und sättigend ist. Wenn durch Einsicht und guten Willen das Ziel erreicht ist, daß die Ledens- Fontana hatte er im Verdacht gehabt! Natürlich war es Abbeg! Von allem Anfang war es dieser Abbeg gewesen! Schon in Berlin! Und vorher und Herrgott nochmal — nachher?! Hatte der Kerl sich nur — zu diesem Zweck hier in Lappersdorf ansässig gemacht? Und war das Ganze ein Komplott zwischen Abbeg und Marion? „Es ist nickt, was du denkst!" horte er Marions Stimme im Ohr nachhallen — eine müde verzagte Stimme. Ja, in drei Teufels Namen, wozu war sie Schauspielerin, wenn es ihr nicht einmal gelingen wollte, mit „müder, verzagter Stimme" zu sprechen, um der einen großen peinlichen, entscheidenden Frage auszuweichen! „Wenn-Papa weg ist", hatte sie gesagt. Natürlich, sie wollte Zeit gewinnen! Er hatte sie ja Überrascht wie ein Wild, sie mußte sich erst eine schöne, plausible, harmlose Darstellung ausdenken! Gewiß.stand sie droben vor dem Spiegel und übte die rührende Mimik ein Aber er — er wollte nicht warten! Er wollte sofort Antwort haben! Hatte er sich, fein Haus, feinen Namen besudelt, durch diese Heirat ... Ach, und die arme Ulla war um dieser Heirat willen aus dem Hause gegangen, wie eine Verstoßene ... dann durfte er keine Minute verlieren, den Flecken auszutilgen! Er hob den Kopf und sah, die schmerzenden Lider zusammengekniffen, zu Annettens Bild hinauf. Die Züge ihres schonen, reinen Gesichts verschwommen in der Dämmerung, ihm war, als fände er nie mehr ihren Blick. „Nein, du hast mich nicht so geliebt", dachte er: „so nicht!.. - Plötzlich machte er kehrt. Ging in die Diele. Nahm Hut und Mantel und verließ das Haus. Er ging durch den Park, er schloß hinter sich dieselbe Gartenpforte, durch die vorhin Marion gegangen war. Hätte er sich umgesehen, er hätte sie droben am Fenster ihres Zimmers bemerkt, wie mm aufs Exempel zu machen. Von der Wulflamschen Wohnung bis zum Jagdhaus droben im Wald, das war ein Umweg von wenigen Minuten, wenn man mit achtzig Kilometer fuhr. Nur mal die Nase ins Jagdhaus stecken! ... Vorwand? Ließ sich leicht finden. Vielleicht — höchstwahrscheinlich — klärte sich alles ganz harmlos auf. Aber man hatte dann wenigstens Sicherheit ... Und schon war er von der Chaussee abgebogen, ohne auch nur einen Blick in Ullas Fenster zu werfen, und ließ den Motor den Berg emporbrummen, zwischen den Fichtenwänden hin. Als er um die Ecke bog, sah er Fontana im Garten. Er war allein, er machte sich irgend etwas an den Sträuchern zu schaffen. Nun hob er den Kopf, erkannte Den Wagen und winkte. Fehr muhte halten. Es gab ein kleines Gespräch zwischen den beiden Männern. Fontana bedauerte nochmals, daß der Herr Baron seine Stellung zur Frage des Verkaufs so plötzlich geändert habe und fragte, wohin er fahre. Äch, muß mal ein bißchen nach meinem Holz sehen, droben im Walde!" — Fehr rechnete darauf, der Musiker verstehe - von diesen Dingen ja doch nichts, man konnte ihm das Märchen ruhig aufbinden! Es war so beruhigend zu wissen, daß dieser Argwohn — dieser dreimal lächerliche Argwohn gegen Marion wieder ins Leere geschossen hatte. Er fuhr bergan und überlegte dabei, daß er nun Die Wahl habe, entweder eine Weile im Walde zu sitzen und so seiner Aufgabe den Anstrich von Wahrscheinlichkeit zu geben ober auf schlechten Wegen durch den Forst zum Schlosse zu fahren. Na, bte Sonne der letzten Wochen hatte,a alles wieder getrocknet, die Waldwege wurden schon passierbar fern! So entschloß er sich. Fünf Minuten spater qualmte über den Wipfeln der Tannen der Schlot der Sophienau. Er fuhr, als ob ihm dies alles noch gehörte, über den Hof und an der neuen Pirektor- mybeDrDIbaeiroar ihm plötzlich jumute als Jjätte er mit einem schweren Knüppel einen Schlag über den Der feurige Gfen Roman von Hans von Hülfen 50. Fortsetzung. (Nachbruck verboten.) „Nein, Herr Baron. Herr von Brakel schläft auf feinem Zimmer." . „Such noch'einmal, Fabian. Sie ist doch nicht verschwunden?" . v , Nach einiger Zeit kam Fabian wieder: Mantel und Hut der Frau Baronin fehlen m Der Garderobe. _ , ., „Hm — sonderbar. — Na,, ich komme gleich hinaus. Sage der Frau Baronin, wenn du sie siehst, daß sie mich erwartet." Er hängte an und setzte sich wieder ans Steuer. „Sehr sonderbar — sehr sonderbar .... , gingen seine Gedanken, während er durch die Straßen fuhr, um die Chaussee zu gemi raren: „Wo kayn sie Denn hin fein?" __ ,, ... , _ Ist doch sonst nicht ihre Art? Wohin konnte sie auch gehen? Und wenn sie ausgeritten wäre, dann wäre Hut und Mantel da ... Je länger er nachdachte, desto unsicherer wurde er. Und desto mehr gewann in seinem Bewußtsein die kleine Beobachtung, die er heute bei Tisch gemacht, als der Name Abbeg wie eine offene Karte auf Den Tisch flog, an Bedeutung. War zwischen ihr und dem Vater doch nicht alles völlig im Lot? Der zwischen Zorn und Ironie hinschwankende Blick Vrakels verriet etwas davon ... Plötzlich sprang ihn der Gedanke an: Bei Fontana — sie könnte bei Fontana sein! Das war ein Ueberfaö aus dem Hinterhalt, und alle guten und gläubigen Kräfte in ihm waren alsbald mobil, ihn abzuwehren. Vergebens: er hatte diesen Gedanken in letzter Zeit zu oft gedacht, immer wieder schlich er sich in seine Vorstellung ein ... Als er die Chaussee entlangbrauste, tarn ihm Der Einfall, daß es ja nichts koste, einmal die Probe mittel auf diese Weise mengen- und wertmäßig vollständig ausgenutzt werden, dann vollbringt die Hausfrau für die Gesunderhaltung des Volkes eine Leistung, die wichtigen Anteil am Siege hat. Treue um Treue. Zu einem Hohelied beispiellosen Heldentums und Opfermutes fügen sich die zahllosen Einzelmeldungen, die uns Tag um Tag von dem erbitterten Ringen an der Ostfront Kunde geben. In harten, schweren Abwehrkämpfen bieten unsere Väter, Sohne und Brüder trotz grimmigster Kälte, trotz Eis und Schnee seit Monaten einem zahlenmäßig überlegenen, fanatisierten Gegner erfolgreichen Widerstand und fügen ihm vernichtende Verluste zu. Auch jene zwei Infanteriedivisionen eines deutschen Armeekorps, von denen hier aus einem besonderen Grunde die Rede sein soll, stehen inmitten dieses gigantischen Kampfes, der von jedem das Letzte fordert. Aber sie wollten es nicht genug fein lassen mit dieser ihrer Opferbereitschaft für Deutsch- land. Die Frontsoldaten, die mit der Waffe kämpfen, wollten ihre starke Hand helfend auch dem Kriegswinterhilfswerk reichen und damit dem Betteuer von Mutter und Kind, diesen Trägern der größeren deutschen Zukunft. „Obwohl sie während der ganzen Woche in schweren, aber siegreichen Ab- wehrkämpfen standen", so heißt es in der schlichten Meldung über dieses beispielhafte soziale Gemeinschaftswerk zweier deutscher Infanteriedivisionen, . wurden nach noriäufiger Feststellung 323 500 RM. für das Kriegswinteryilfswerk gesammelt." Eine andere Infanteriedivision brachte als Zeichen des Dankes an die Heimat für gespendete Liebesgaben pen, Nudeln, Büchsenmilch, Bohnenkaffee, Tee, Kakao, Schokolade, Bonbons, Konfekt, Pudding- und Backpulver, 300 Eier, Fein- und Kernseife, Waschmittel, viele Zigarren-und Zigaretten beschlagnahmt und sichergestellt. Etwa 2 Zentner Eßäpfel wurden im Keller verfault und verdorben vorgefunden. Den überwiegenden Teil der vorstehend aufgeführten Waren hat Die BeschulDigte Durch Abgabe von bezugsbeschränkten Waren ohne Punkte in ihren Besitz gebracht. Noch nach Der Festnahme Der Beschuldigten kamen, während Die Erhebungen noch im Gange waren, Käufer, Die Speck, Eier, Butter unD Schmalz mit sich führten, um Diese gegen Textilwaren einzutauschen. Die beschlagnahmten Lebens- unD Genußmittel würben Dem Ernährungsamt Büdingen zur Verfügung gestellt, das sie an Lazarette abgeliefert hat. Bei den noch nicht zum Abschluß gekommenen sehr umfangreichen Ermittlungen wurde u. a. festgestellt, daß sich die Beschuldigte auch wegen Preisüberschreitung ftrafbar gemacht hat, obwohl sie schon früher deswegen bestraft worden ist. Auch bei der Beschuldigten Dieruff waren Geiz und Habgier das Motiv ihres Handelns. Alle diejenigen, die sich mit der Dieruff in Tauschgeschäfte eingelassen und bezugsbeschränkte Waren ohne Punkte erhalten haben, werden ebenfalls zur Verantwortung gezogen werden. Zu dem skandalösen Fall Der Hamsterin Dieruff in Büdingen entnehmen wir einem Bericht des NS.-Gaudienstes noch folgendes: Zum Abtransport des Hamsterlagers war ein großer Lastwagen notwendig. Was es an Mangelwaren überhaupt nur gibt, das hatte die gemeine Verbrecherin sinnlos gehamstert und in leichtsinniger Weise aufbewahrt. Da lagen die Speckschwarten noch so in Dem Papier, wie sie sie vor Wochen und Monaten von ihren „Kundinnen" bekommen hatte. Auf langen Stangen hingen Die Würste in einer Dumpfen BoDenkammer, zum Teil verschimmelt oDer von Würmern zerfressen. Gläser mit eingewecktem Fleisch waren auf« gequollen unD verdorben, Mehl stickig geworden, in einem Schrank lag Rattengift neben Der Blockschoko- lade, in einem eisernen Bräter fanden sich ein paar Kilo Fett vor, mit Denen sie vor VA Jahren einmal Krüppel gebacken hatte, unD Das sie nachher vergaß. In einem anDeren Bräter fand sich, in dicker Fettschicht eingehüllt, ein großes, verdorbenes Kotelett- stück. In Der Küche standen Kasten und Korbe mit Zwiebeln, Teigwaren, Würsten aller Art, Butter und Fett herum, Die die Hamsterin als alleinstehenDe Frau in Wochen nicht hätte verzehren können. Aus Steinkrügen quollen völlig verDorbene Eier aus Der Konservierflüssigkeit, im Keller lagerten. VA Zentner gute Tafeläpfel, Die Durch unsachgemäße Aufbewahrung verfault unD von Mausen zerfressen waren. In einem Kasten im Schlafzimmer fanD man wahllos durcheinanderliegend große Mengen von Zigarren unD Zigaretten, in Schubladen Weine und Liköre aller Sorten, in allen Ecken Flaschen und Kanister mit feinstem Olivenöl. Reichserziehun gsminister gerichtet worden, schwer- verwundeten Soldaten — früheren Abiturienten ' , usw. — die Möglichkeit zu geben, im Unterricht ' der Höheren Schulen zu hospitieren, : und zwar in einzelnen Fächern ober Stunden, da- , mit sie ihr im Laufe Der Jahre lückenhaft gewordenes Wissen vor Beginn ihres Studiums ergänzen ' können. Der Reichserziehungsminister hat die Unter- richtsverwaltungen ersucht, Anträgen dieser Art stattzugeben. Ehemalige Schüler dürfen zugelassen werden, wenn sie im Besitz des Reifezeugnisses sind. Die Zahl der Gastschüler in einer, Klasse oder in einem Fach darf ein erfolgreiches Arbeiten im regelrechten Klassenunterricht nicht gefährden. Die regelmäßige Teilnahme an den Unterrichtsstunden Der . gewählten Fächer ist für die Gastschüler Pflicht. Bei Versäumnis ist Beurlaubung erforderlich. Der Besuch des Unterrichts soll erfolgen, sobald die Soldaten so weit wiederhergestellt sind, daß sie das Lazarett verlassen Tonnen. Erst ausbessern, dann neuanfertigen. Die kriegswirtschaftliche Versorgungslage erfordert es, daß alle Neuanfertigungen von Bekleidungsstücken zu Gunsten Der Pflege Der vorhandenen Bekleiduna durch Ausbesserung und Instandsetzung zurückgestellt werden. Der Reichshandwerksmeister hat deshalb mit Zustim- mung des Reichswirtschaftsministers angeordnet, daß alle Zivilschneider zuerst Reparatur- und Aen- derungsarbeiten jeder Art, Wenden und Kleiderpflege, Durchführen müssen. Neuanferttgungen dürfen erst in Angriff genommen werden, wenn Diese Arbeiten erledigt sind. Auch Dürfen Reparaturaufträge nicht deshalb zurückgewiesen werden, weil Aufträge aus Neuanfertigungen vorttegen. Auch an Knobenkleidung auszuführende Arbeiten dieser Art müssen angenommen werden. Die Anordnung gilt auch für Uniformschneider, soweit sie Zivilaufttüge ausführen. Aus aller Wett. Hlngerlchlet. Am 24. März ist der in Unterdeufstetten geborene Kurt Schrimpf hingerichtet worden, den Das Sondergericht in Hamburg als Dolksschädling zum Tode verurteilt hat. Schrimpf, ein arbeitsscheuer und unerziehbarer Mensch, hat außer anderen Straftaten wiederholt von einem Luftschutzraum des Hamburger Hauptbahnhofs aus Bahn« und Postsendungen, darunter auch viele.Feldpoftfendungen, gestohlen. Ferner ist Der Stefan Wlodara yin- gerichtet worden, Den das Sondergericht in Schwerin zum Tode verurteilt hat. Wlodara, ein polnischer Zivilarbeiter, der schon lange ein aufsässiges Verhalten an den Tag gelegt hatte, hat seinen deutschen Arbeitgeber bedroht und mehrmals tätlich angegriffen. Den Tod von fünf Kindern verschuldet. Vor Der DüsselDorfer Strafkammer hatte sich eine Frau wegen fahrlässiger Tötung zu verantworten. Sie war von einer Nachbarin gebeten worden, ihre zwei Kinder zu beaufsichtigen. Sie verließ aber kurz Darauf ihre Wohnung, um Einkäufe zu machen. Die ihr zur Aufsicht übergebenen zwei Kinder sowie ihre drei eigenen Kinder — im Alter von zwei bis sechs Jahren — blieben in der Wohnung allein zurück. Während dessen geriet ein Sofa in Brand, das am Küchenherd stand, Die KinDer erlitten sämtlich den Erstickungstod. — Bei der Urteilsfindung berücksichtigte Das Gericht Den UmstanD, Daß Die Angeklagte Durch Den Tod ihrer drei Kinder bereits schwer gestraft ist und verurteilte sie zu fünf Monaten Gefängnis. Italienische Ehrung für Emil Jannings. Der italienische Botschafter Alfieri überreichte Dem Staatsschauspieler Emil Hannings für seine besonderen Verdienste um Die Deutsch-italienischen Kulturbeziehungen bas Groß-Offizierskreuz Des Ordens her Krone von Italien. ____________ 720 paar Pantoffel! gfs. 720 Paar Pantoffel, das ist doch eine Sache, und dies in einer Woche. Wie dankbar find unsere Soldaten im Reservelazarett, daß das Deutsche Fra-uenwerk ihnen durch diese Sendung so richtig geholfen hat. Aber bei den 720 Paar allein bleibt es gar nicht. Kleinere Mengen werden immer wieder in die Lazarette gebracht, und jetzt brauchen wir erst recht wieder Pantoffel. Wie gut ist es da, daß so viele Frauen bereit sind, zu helfen und nun regelmäßig in die Nähstuben kommen. Denn dort gibt es ja nicht nur Pantoffel zu nähen, auch die Soldatensocken mässen geflickt werden, und was haben die für Löcher und wie viele sind es immer! Auch die Flickbeutel unserer überlasteten Haus- und Landfrauen müssen in Ordnung gebracht werden. Es gibt für viele fleißige Hände zu tun. Dafür haben wir aber jetzt auch unsere Einsaßkarten, und jeden Monat wird jeder Hilfe bescheinigt, was sie geleistet hat. Die Art der Hilfe'ist sehr vielseitig. Da gilt es im Lazarett Gemüse zu putzen und auch einmal gemeinsam mit den Soldaten Kartoffeln zu schälen, Nachbarschaftshilfe wird bei einer Kranken gebraucht, beim Markenkleben wird den Kaufleuten geholfen usw. Jeder Einsatz aber bringt innere Befriedigung, denn was in unseren Kräften steht, das wollen wir beitragen zum Gelingen des Ganzen. Oie neue Wochenschau. Die neue Wochenschau zeigt einige kurze Szenen von der begeisterten Ausnahme, die Reichsminister Dr. Goebbels in den Hauptstädten der Donau-Gaue fand. Von den Aufnahmen aus den einzelnen Abschnitten fesseln diesmal besonders Bilder von der Afrikafront, und zwar sind sie im wesentlichen der Luftwaffe gewidmet. Man bekommt den Eindruck, Bilder von einer Riesenexpedition zu sehen, eine große Familie setzt sich durch in einem Raum, der ihr nicht wohl will, den Sandstürme überziehen und brennende Sonne drückt. Die Unbill aber macht das Band der Menschen untereinander fester. Man sieht dies im Filmbild an der Gleichartigkeit der Bewegungen aller, die sich gegen den fliegenden Sand verteidigen. Es gibt auch dramatische Szenen in dieser Wochenschau: wenn etwa ein britisches Torpedoflugzeug im Tiefangriff einen durch italienische Seestreitkräfte stark gesicherten Ge- leitzug angreift. Im klaren Gegensatz zu dem heftigen Ablauf der Kampsszenen stehen die ruhigen Bilder aus dem F ü h r e r h a u p t q u a r t i e r. Unausgesprochen wird es hier einmal deutlich, daß das deutsche Volk unendliches Vertrauen zu seiner militärischen Führung haben kann. Bei uns, so sprechen diese Bilder, werden milttärische Ereignisse nicht improvisiert, nicht von Feuerköpfen oder Dilettanten in unruhigem Hin und Her einmal hier, einmal dort ins Leben gerufen, bei,uns wird alles, was berechenbar ist, aufs Genaueste festgelegt, durch die überlegene Planung des Genies. So ist auch das Führerhauptquartier der würdigste Ort für die Ehrungen der Helden dieses Krieges, von denen wir die Ueber- reichung des Eichenlaubs zum Ritterkreuz für Feldwebel K ö p p e n durch den Führer miterleben. H. H. G. Derduvkelungszelk: 27. März von 20.46 bis 6.38 Uhr. Todes- Anzeige. Nach langem Leiden verschied unerwartet mein lieber Mann, unser guter Vater Herr August Strack im Alter von nahezu 55 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Amalie Strack, geb. Ehrlenbach. Gießen (Bahnhofstr. 66 I), den 26. März 1942. Die Trauerfeier fand auf Wunsch in aller Stille statt. _______________ Mit den Angehörigen trauert auc führung und Gefolgschaft der "Mattil, Frankfurt a. M. i die Betriebs- Firma Adolf Nach längerem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden verschied für uns doch "unerwartet unser lieber, unvergeßlicher Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Werkmeister Herr Johannes Opfer im Alter von 58 Jahren. In tiefer Trauer: Friedrich Brück und Frau Erna, geb. Opfer Feldwebel Hans Opfer nebst allen Verwandten. Heuchelheim und im Felde, den 26. März 1942. Die Beerdigung findet Samstag, den 28. März, 14 Uhr, in Kinzenbach statt. 01348 Statt Karten! Danksagung. Für die zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme an dem schweren Verlust, den wir durch den Heldentod meines über alles geliebten, unvergeßlichen ManneS, des lieben, treusorgenden Vaters seines Kindes, Schwiegersohnes, Schwagers und Paten Paul Feuser, Soldat in einer Flak-Abteilung, erlitten haben, sagen wir allen auf diesem Wege innigsten Dank. Gleichzeitig danken wir der Betriebsführung und Gefolgschaft der Firma Karl Becker II. In tiefer Trauer: Elli Feuser, geb. Weil, u. Sohn Friedel nebst allen Angehörigen. Gleiberg, im März 1942. - _________________________01346 TAG DER WEHRMACHT AM 28.UND29.MARZ.1942 4IE (TOMEN HEUTE AUF EIN ÄNDERE« DEUTSCHLAND AU ÄUF DAS DEUTSCHLAND VON EINST OED FÜHRER am S014] 1 DA15 Der Lohnssop gilt auch für die Hauswirtschaft. NSG. Der Äeichstteuhänder der Arbeiter für das Wirtschaftsgebiet Hessen hat in seinen Amtlichen Mitteilungen vom 25. März 1942 folgenden Hinweis veröffentlicht, der alle Haushaltungen, in denen Hausgehilfinnen beschäftigt werden, angeht: Nach meinen Feststellungen stellen Hausgehilfinnen häufig überhöhte Lohnforderungen, auf die auch wiederholt Hausfrauen ohne weiteres eingegangen sind. Andere Hausfrauen haben von sich aus den Hausgehilfinnen überhöhte Löhne angeboten und bezahlt. Ferner ist mir bekannt geworden, daß Haushaltungen, die eine Hausgehilfin suchten, von sich aus die Zahlung einer „Ausstat- tungshilse" zugesagt haben, wie sie nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen von Reichs wegen für Hausgehilfinnen in kinderreichen Familien vorgesehen ist. Ich nehme diese Feststellungen zum Anlaß, darauf hinzuweisen, daß der allgemeine Lohnstop sich auch auf das Hauswirtschaftspersonal erstreckt. Danach ist die eigenmächtige Erhöhung von Löhnen nicht zulässig. Zu jeder Lohnveränderung ist meine Genehmigung ei'nzuholen. Auch neu eingestellten Hausgehilfinnen dürfen keine höheren Löhne gezahlt werden, als sie vergleichbare Hausgehilfinnen im gleichen Haushalt bzw. ortsüblicherweise am 16. Oktober 1939 (dem Tage des Inkrafttretens des Lohnstops) erhalten haben. Was ortsüblich ist, ergibt sich aus meinen Richtlinien für die Arbeitsverhältnisse der in Privathaushalten als Hausgehilfin und Hausangestellte beschäftigten Volksgenossen, die in meinen „Amtlichen Mitteilungen" vom 25.3.1942 veröffentlicht und im übrigen bei jeder Dienststelle der deutschen Arbeitsfront erhältlich sind. Es ist also unzulässig, bei Neueinstellungen höhere Löhne oder früher nicht übliche Zuwendungen zuzusagen. Die Bestimmungen des Lohnftops sind durch stärksten Strafschutz gesichert. Ich habe meine Beauftragten angewiesen, durch Stichproben festzustellen, ob die Haushaltungen den Bestimmungen des Lohnftops nachkommen. Bei Verstößen werden die gesetzlichen Strafmaßnahmen zur Anwendung gelangen. Sofern Zweifel über die richtige Höhe des Lohnes, bestehen sowie vor Vornahme von Lohnveränderungen haben die Haushaltungen daher einen entsprechenden Antrag an den Leiter des zustäMgen Arbeitsamtes als Beauftragten des Reichstreuhänders der Arbeit zu richten. Gin Regiment und fein Führer. Von Kriegsberichter Heinrich Schindler. * Fahne heften. Zu Beginn der großen Herbstoffen- sive kann das Regiment Wiese in einem geradezu klassischen Cinkreisungsunternehmen bei Beloj starke feindliche Kräfte vernichtend schlagen, Hunderte von Feldstellungen einnehmen und 500 Gefangene mit zwei Bataillonskommandeuren einbringen. Im siegreichen Vormarsch folgen heftige und erbitterte Kämpfe in den Wäldern westlich von Szytschewka und im weiteren Vormarsch in den Waldgebieten von Rschew und S t a r i z z a. Durch schneidige und ausgezeichnet angelegte Angriffe gelingt es^ immer wieder, den Gegner aus seinen Stellung^ zu vertreiben. Im Januar 1942 ist das Regiment Wiese bei K... als Divisionsnachhut eingesetzt. Die Division ist von einer starken Uebermacht des Gegners hart bedrängt und hat sich in der sogenannten „Königsberg-Stellung" festgesetzt, gegen die die Sowjets immer wieder anstürmen. Das Regiment Wiese wird als Divisionsnachhut vom Gegner eingeschlossen. Der Entschlußkraft seines Kommandeurs und seiner persönlichen soldatischen Tapferkeit ist es zu danken, daß das Infanterie-Regiment im unwiderstehlichen Ansturm die feindliche Umkreisung durchbrechen und nach Erfüllung er Aufgabe als Divisionsnachhut in den befoh- enen Abschnitt geführt werden kann. Die gesamte Lage der Division war an diesem Tage von der aufopfernden Haltung des Regiments Wiese maßgebend beeinflußt worden. Durch das Wald- und Steppengebiet der Wolga, westlich von Rschew, zieht eine Division der Sowjets nach der anderen gegen Norden und Nordwesten. Mehrere Divisionen mit einem ungeheuren Aufgebot an Geschützen und Fahrzeugen aller Art stoßen über dfe sogenannte „Russenstraße." in die Wälder qnd versuchen Anschluß an Teile der bolschewistischen Nordarmee zu bekommen. Im Ver- (PK.) Der Führer hat dem Kommandeur eines Infanterie-Regiments, Oberst F r i e d r i ch W le s e, das Ritterkreuz zum: Eisernen Kreuz und das Deutsche Kreuz in Gold verliehen. Oberst Friedrichs-Wiese, der am 5. Dezember 1892 in Nordhastedt (Süddithmarschen) geboren wurde, trat im August 1914 als Kriegsfreiwilliger ein und hat sich während des Weltkrieges als Offizier der Infanterie-Regimenter 84, 65, 147, 437 und 374 in den Kämpfen in Frankreich und Rußland bewährt, gehörte vom Januar bis August 1919 der Eisernen Division des Freiwilligenbataillons Kurland an, mit dem er sämtliche Kämpfe im Baltikum mitmachte. Von Oktober 1919 bis Oktober 1935 war er als Polizeioffizier bei der Polizeibehörde in Hamburg tätig. Seit Oktober 1935 wieder im aktiven' Wehrdienst, wurde er zum Major, 1938 zum Oberstleutnant und 1941 zum Oberst befördert. An der Spitze seines Infanterie-Regiments nahm^er 1939 an den Vorfeldkämpfen zwischen Mosel ühd Rhein teil, an dem Vormarsch durch Luxemburg, Belgien und Nordfrankreich, und zeichnete sich mit seinem Regiment im Mai und Juni 1940 besonders bei den Abwehrkämpfen um den Brückenkopf.von Amiens und den Kämpfen an der Somme, wärts von Amiens aus. Das Regiment nah ner an dem Durchbruch der Weygand-Linie teil,___ Kämpfen um die Pariser Schutzstellung und der Einnahme von Paris. Dann führte Oberst Wiese sein Regiment in den Verfolgungskämpfen bis zur Loire und deren Uebergang, war an der Besetzung Südfrankreichs beteiligt und übernahm bis Mai 1941 Küstenschutz an der französischen Kanalküste. Seit den ersten Tagen des Ostfeldzuges steht das Regiment Wiese im Kampf gegen die Sowjets. Wo immer die Hamburger und Westfalen eingesetzt werden, besonders aber in den Kämpfen der Düna- Front bei Jlino, können sie Sieg um Sieg an ihre bande einer Division gelingt es dem Regiment Wiese, diese starken feindlichen Kräfte einzukreisen. Vom 7. bis zum 23. Januar zieht sich der Ring unserer Infanterie immer enger um den Feind, und dann beginnt ein zäher und erbitterter Kampf um jedes Waldstück, jede Anhöhe, jedes Dorf. Der Feind versucht mit aller Gewalt, aus dem Kessel auszubrechen, Tag und Nacht toben die Kämpfe. Was die Männer stündlich im Einsatz leisten, was sie, oft tagelang im Freien liegend, durch rasch ge» baute Schneebunker notdürftig geschützt, an Opfern und Entbehrungen auf sich nehmen, übersteigt alle Begriffe. Mit einem blinden Fanatismus und dem Einsatz aller ihrer Mittel rennen die Sowjets immer wieder gegen unsere Stellungen an, feuern aus allen Rohren heraus, was sich noch in ihren Muni« tionslagern befindet, und in die Erdkämpfe dröhnt das Donnern der Flugzeuge und das Krachen berstender Bomben. Hier siegen der überlegene Weitblick des Truppenführers, die ruhigen Nerven, die mutige Entschlossenheit und die Zähigkeit unserer Männer über die Uebermacht und verzweifelte Wut des Feindes. Von Tag zu Tag wird der Lage der Sowjets aussichtsloser, und als es gelingt, den Kessel zu räumen, kann das Regiment Wiese neben 800 toten Sowjets 500 Gefangene melden und als Beute 37 Panzer, 43 Geschütze aller Kaliber, etwa 70 Maschinengewehre und eine Unzahl an Fahrzeugen. Tatkraft und Entschlossenheit zeichnen nicht nur den Regimentskommandeur aus, sie bestimmen — das hat man gerade in den Kämpfen der letztetr Tage gesehen — auch das soldatische Handeln seiner Offiziere und Infanteristen. Wenn der Führer durch die Verleihung des Ritterkreuzes an Oberst Wiese einen tapferen und erfolgreichen Offizier ehrte, dann hat er damit auch die Leistungen eines Regiments hervorgehoben, das für und mit feinem Komman» deur, wie man zu sagen pflegt, durch dick und dünn geht. ** Silberne Hochzeit. Das Ehepaar Hans P e ch e r und Frau Anna, geb. Sorg, Roonsttaße 26 wohnhaft, kann am morgigen Samstag, 28. März, das Fest der silbernen Hochzeit begehen. Dem Jus belpaar mich unseren herzlichen Glückwunsch. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) L. in G. Die durch Maßnahmen des Vermieters in Ihrer Wohnung bedingte außergewöhnliche Fliegenplage könnte geeignet sein, die von Ihnen gemietete Wohnung in ihrer Tauglichkeit im Sinne des § 537 des Bürgerlichen Gesetzbuches zu mildern. Nach diesen Bestimmungen hätten Sie das Recht, einen der Minderung entsprechenden Abzug an der Miete während der Dauer der verminderten Tauglichkeit zu machen. Sie müssen sich aber darüber klar sein, daß Sie, wenn es deswegen zu einem Prozeß käme, beweisen müßten, daß die Fliegenplage durch den Vermieter verschuldet ist und daß sie derart ist, daß sie wirklich eine Minderung des Wertes der Wohnung zur Folge hat. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bei Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für das Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt ©teilen, Provinz, Wirtichaft und Sport: Ernst Blumjchetn. Druck und Verlag: Brühstche Universttätsvruckeret R. Lange K. G. Verlagsletter: Tr.-Jng. Erich Hamann: Anzeigenleiter: Hans Beck. Anzeigenpreisliste Nr. 6. konservieren i Zeitung! 1 Schreiner oder Stellmacher 3 Schlosser oder Schmiede 2 Hilfsarbeiter für sofort gesucht. 3€. 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