Steifes, 26. JunH942 Das erste Bildtelegramm von Tobruk w m Capuzzo, Sollum und Halfaya genommen ÄGYPTEN l Y 0 chill zu erinnern. Wardlew-Milne,------ „ au den jüngeren Konservativen, bte m der letzten Seit immer stärker in den Vordergrund getreten sind und Admiral Sir Roger K e i) e s war vor kurzem noch der Kommandeur einer ausgesuchten Truppe für besondere Aktionen, bis er wegen ferner Kritik an der Regierung abgelöst wurde. „Das britische Volk ist heute", so erklärt Wickham Steed, „zornig und grimmig entschlossen. Die USA.-Botschafter wurde eine die Unabhängigkeit der türkischen Rechtsprechung unterstreichende Ant- mort zuteil. Bekanntlich lautete das wenige Tage später gefällte Urteil des türkischen Gerichts auf die Höchststrafe von 20 Jahren Zuchthaus für die beiden Sowjetagenten. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Helsinki, Juni 1942. Es ist eine eigene Lgndschaft, dies Lappland, von dem seit Beginn des Ostftldzuges der deutsche und der finnische Heeresbericht melden, und ein noch eigenartigeres Völkchen sind diese 40 000 Lappen, die Renntierzüchter, Fischer und eigentlichen Herren des finnischen Nordens, die so gar nichts gemein haben mit den Karins und Börjes mit ihren hohen Stirnen, blauen Augen und blonden Scheiteln des Nordens und die eher Ueberbteibfeln der und ein besonderes Erlebnis in diesen Breiten ist die erstaunliche Helligkeit des Firmaments, wobei zur Mittsommerzeit die Sonne Tag und Nacht scheint. Selbst wenn der Feuerball für eine kurze Weile unter den Horizont sinkt, ist es so hell, daß sich die Nacht kaum vom Tage unterscheidet. Diese hellen Nächte über den rundlichen baumlosen Berggipfeln, von denen der Blick meilenweit über ähn- Neber Rom gingen die neuesten Aufnahmen aus Tobruk ein. Unser Bild zeigt einen Teil der Hafen- anlagen von Tobruk. Im Hintergrund die Häuser der Stadt. — (Scherl-Bilderdienst- sLucej M.) 'Annahme von Anzeiaen . für die Mittaasnummer ‘ bis8'/rUbrdetzDornnttaas Anzeiaen-Preiie für die Millimeter-ttelle von 22 Millimeter Breite: 7Rvf. für* Pmmiltenan- zeigen und private Gelegenbeitsanzetgen 14Rvf. f. Werbeanzeigen und geschäftliche Gelegenbeitsanzetgen Matzvorichrist (vorherige Vereinbarung l 25% mehr Oer Wehrinachiberichi. DRV. Aus dem Führerhauptquartier, 25. Juni. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Im Festungsgebiet von Sewastopol gewann der Angriff der deutsch-rumänischen Truppen in erbitterten Wald- und Häuserkämpfen weiter an Loden. Schwere und wirkungsvolle Angriffe von Lufiwaffenverbänden richteten sich vor allem gegen die Stellungen an der Südbucht, bei Inter- m a n und gegen die Lerteldigungszone um 7t i - kölafewka. Südostwärts Charkow ist seit dem 22. Juni ein Angriff zur Vernichtung feindlicher Kräftegruppen im Gange. An der übrigen O st f r o n t bis auf harte erfolgreiche Kämpfe mit dem am Wolchow eingeschlossenen Feind keine wesentlichen Kampfhand- hingen. Aufklärungsflugzeuge vernichteten im Finnischen Meerbusen ein sowjetisches Räumboot. An der Cismeerfront versenkte die Luftwaffe in der Kola-Bucht zwei Handelsschiffe mit zusammen 11 000 BRT. und be- schädigle ein weiteres großes Frachtschiff durch Bombentreffer. Die Sowjets verloren am gestrigen Tage 71 Flugzeuge. Sieben eigene Flugzeuge werden vermißt. In Rordafrika brachen die deutsch-ltane- Nischen Truppen den. Widerstand des Feindes an der libysch-ägyptischen Grenze und nahmen die Festung Lapuzzo, Sollum und halfaya. In scharfer Verfolgung der geschlage- <92. Jahrgang Nr. (47 (Sricheim taguch. außer Sonntags und feiertags Beilaaen: Gießener Kamilienblätter Heimat imBild-DieScholle I Bezugspreis: zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes Oberfeld- wedel Steinbah. Flugzeugführer in einem Jagdgeschwader, ist nach seinem 99. Luftsieg vom Flug gegen den Feind nicht zurückgekehrt. Mit ihm verliert die Luftwaffe einen ihrer erfolgreichsten Jagdflieger. Der Führer hat den heldenmütigen Einsatz des Oberfeldwebels Steinbah durch nachträgliche Verleihung des Eichenlaubs mit Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes _______________________ gewürdigt. ! Eiszeit gleichen, rar verstreuten Mammutknochen Bei den im gestrigen Wehrmachtbericht gemel- gleich mitten einer gänzlich fremden Umgebung. Die . . (crtnfnpn jm Atlantik bat sich das Untersee- meisten von ihnen wohnen nach lahrhundertlanger besonders ausgezeichnet. s Bezirke der Gemeinde Enontekoö, führen mehrere Familien auch weiterhin ihr unstetes Nomadenleben in primitiven Lappenzelten. Sie alle tragen ihren durch Borten und Säume geschmückten Kittel, Lappenjacke, Lederhose, mit Heu ausgestopfte Schnürschuhe und als Krone die Vierwindmütze, dafür für die Frauen eine Kappe oder freundliche Haube. Tobruk ====== Sidi ßardid=^!^H 3m finnischen Lappland Von unserem H. E. M..-Korrespondenten. Monatlich.....RM.1.80 Zustellgebühr,.. „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Kernsvrechamchluß 2251 Drahtanschrift •,Anzeiger" Postscheck I16nkwransf/M Niederlage in der libyschen Wüste und der Fall Tobruks haben das Volk davon überzeugt, daß irgend etwas nicht in Ordnung ist. Die britische Bevölkerung ist in diesem Kriege schon öfters zornig gewesen, doch nicht mit der gleichen Grimmigkeit wie heute. Man hatte sie zu dem Glauben veranlaßt, einen Erfolg beim Kampf in Libyen zu erwarten. Jetzt muß sie feststellen, daß diese Versicherungen irreführend waren. Sie ist daher entschlossen, festzustellen, wer für ihre Enttäuschung verantwortlich war. Hätte Churchill sich in London befunden, so würde man eine I sofortige Debatte über die Niederlage und ihre Ur- I fachen gefordert haben. Bevor er zurückkehren kann, wird der Zorn sich etwas abgekühlt haben." England als USA -Stützpunkt. Stockholm, 25. Juni. (DNB.) Nach einer Reuter-Meldung aus Washington gab das Kriegsdepartement die formelle Einrichtung eines Operationsbereiches der USA.- Streitkräfte für den europäischen Kriegsschauplatz mit Generalmajor Dwight D. Eisen- Hower als Befehlshaber bekannt. General (Eifern I Hower wird fein Hauptquartier in London haben. Praktisch ist er also der Kommandant des vorgeschobenen Postens der USA. gegen Europa, England, des .Helgolands der USA. gegenüber Europa", wie Britannien kürzlich genannt wurde. Boosevelt wollte dieTürkei einschüchtern 3m Schatten von Tobruk. Besondere Ausschüsse in Washington für ein „Sofort-programm-. Lissabon. 25. Juni. (Europapreh.) Die letzten Beratungen zwischen Roosevelt un!> Churchill standen noch einer Erklärung von elfP^n. ®“rl5' b(iA Privatsekretär Roosevelts, völlig >m Zeichen der sich immer mehr verschlechternden m 1111 a r, | d) e n Lage in Nordafrika. Die Teilnehmer an den Besprechungen bezeichneten die Situation übereinstimmend als äußerst ernst. Deshalb seiein sonderer Ausschuß militari cher Sachoerstan. dia» einaelebt und mit der Ausarbeitung -,nes °s7f o?t-Programms" beauftragt worden um die äußersten Se,ähren - wenn noch mogllch abzuwcnüen. Die von Churchill be anders nachdrücklich gefordert- Hilfe für die britisch- ^-ordchrika Front wurde durch die sich überraschendschnell volb Ziehenden Ereignisse stark unterstrichen Wie aus den Erklärungen Earlys weiter hervorgeht, -.gab d e Erörterung des T ° n n ° g e - P r ° b l m s der^ artige Komplikationen, daß dieses .abgetrennt u einem besonderen Ausschuß über g ^^ U(;IL —----- -- . . . . den mußte. Dieser habe über die 9 • ,u glauben, daß dies der Wunsch Churchills und wie man den s e l e i t z u g v e r k e h r mnerymv u ,en ist der amerikanischen Territorialgewasser bester vori«wir Scharfe Mik an der zentralen Kriegführung. ^^ >*?*** I ----------- 1OAH Xntt h U-Bootanarmen schützen könne und welch- Dtaß. Man sieht selten diese Menschen des hohen und nahmen zur S "eigerungdcsSchiffsbaues höchsten Nordens, an den Landstraßen und Wegen IrArtifpn f-ion die von Rovaniemi kommend gen Petfamo zu ergreif'.n fe . zum (Eismeer führen, und wer ihre Sitten und Ge- Jtoofcoeli/ ^oberiicr FUyrer bräune kennen lernen will, muß einen Abstecher 2RüftOtlCn". machen in die eigentlichen Lappendörfer und in ” . I die abgelegeneren Gegenden, die die Namen Kolari Liffabon, 25.Juni. (Europapreß.) Der nord- Muonio am Ouänsjoki, Mtilä am Ounasjoki amerikanische Militärfachverftandige Mafor George unb Salmijärvi in Petsamo tragen, falls man nicht Field Elliot fordert in der „New York Times nod) weiter wandern will in die noch entfernter in die Schaffung eines „Oberste n F uh r ers der ben gingen Lapplands gelegenen Punkte, in denen Bereinigten Natione n". (EUiot erklärt, |i(j. Wappen zusammenschlossen zu einer Lebensge- London fei zu exponiert, Moskau und Tschungking ^einschaft. Dort aber sieht man sie in seltener Um zu weit entfernt, so daß nur W a f hin g to n als Herührtheit inmitten ihrer lappländischen Heimat Sitz dieses Obersten Führers, der Roosevelt j^re weiten, unbewohnten Wälder und uner- heißen müsse, in Frage komme. Wie sehr diese Mei- ^eßlichen Sümpfe, diese Riesenlichtungen mit den nungsäufjerung dem Weißen Haus ms Konzept Wellenlinien bläulich schimmernder Berge in der paßt, ja vielleicht von ihm infpinert morDen ift, ^erne bie einsame (Eismeertüftc vor beweist die Tatsache, daß die Aeußerungen Elliots Petsamo, deren kahle Bergknappen direkt aus am Donnerstagnachmittag durch den nordamenka- bem Meere auffteigen und die tiefliegenden, tun- nischen Rundfunk in die Welt hmausgerufen wur- breiartigen Inseln, auf denen Tausende von Vögeln den Roosevelt als ,cherr der Welt , es ist schlecht vertiefen die überwältigende, zauberhaft und ' zugleich rätseldurchsetzte Wirkung dieser einmaligen europäischen Landschaft Lappland. So eigenartig die Natur Lapplands auch ist, so eigenartig ist die Tatsache, daß es schwer festzustellen ist, wo die eigentlichen natürlichen G r e n • zen dieser Landschaft liegen; der Charakter der hpr ssburchill-Reqierunq im Mai 1940, daß diele Gegend verändert sich fast unmerklich, am lang- pinem direkten Mißtrauensavtrag gegenübersteht, famften im Flachlande des Westens und am schne - Doch gibt Reuter der Erwartung Ausdruck, daß sten in den Gebirgsgegenden. Hierin verankert aber Churchill bei der Wstimmunq wie immer eine große liegt die einmalige Eigenart ßapplanbs. 2m Der- Sehrheit erhalten werde. Tatsächlich wird die prak- aleich zum übrigen Flnnland- besitzt diese nördlichste tische Bedeutung des Mißtrauensantrages nicht groß Provinz^mlt ihrer Hauptstadt R o v anie mi nur lein Man braucht nur an die Abhängigkeit vieler wenige eeen unb bietet dafür desto mehr tellwelfe Interhausabaeorbneter von d?r Regierung und an direkt reißenden Flüssen Gelegenheit, ihre Waßer- ibre^ oft^bewiesene Willfährigkeit gegenüber Chur- massen in Flußbetten, die an Die Urzeit erinnern, Dft Immerhin gehört Sir John zu Tale zu wälzen. Kalte Tage im Winter raumen der den Antrag einbrachte, I im Sommer recht warmen Wochen ihreri Platz ein Gidi et Barani. „Es wurde mir im Namen der britischen Regierung in aller Form versprochen, daß jeder Angrisf gegen Aegyptens Tor bis zum äußersten bekämpft werden wird." Diese Erklärung gab der ägyptische Ministerpräsident Nahas Pascha am Nachmittag des 24. Juni im Kairoer Parlament auf Grund seiner Besprechungen mit dem britischen Botschafter und Generalleutnant Stone, dem Kommandeur der in Aegypten stationierten englischen Truppen ab. Zu gleicher Zeit, da sich Nahas Pascha gegenüber seinem Abgeordnetenhuus auf die englischen Versicherungen berief, war „Aegyptens Tor" bereits von den deutsch-italienifchen Truppen überrannt. Das Landkartengebiet „Aegypten" ist fast doppelt so groß als das Deutschland von Versailles; das bewohnte und fruchtbare Aegypten mit feinen rund 15 Millionen Einwohnern, also der schmale Streifen längs des segenspenden Nil, ist mit seinen 35 000 Quadratkilometer nicht größer als Brandenburg oder Ostpreußen! Längst war die westliche Sahara erforscht als sich kühne Pioniere an die Durchquerung der libyschen Wüste, Des Gebietes zwischen Nil und Tripolis, machten, Darunter die deutschen Afrikaforscher Rohlfs und Nachtigal. Das Wüstengebiet östlich Des Nils heißt Die arabische Wüste, weil Der Ostteil Aegyptens (Durch Das Rote Meer geschieden) an Arabien grenzt, und ebenso heißt die ganze Ost- Sahara libysche Wüste, obwohl die Grenze zwischen Libyen und Aegypten mitten durch diese „libysche" Wüste hindurchgeht. Schon Die eindrucksvolle Tatsache, Daß Die libysche Wüste als einer Der letzten Teile Afrikas wissenschaftlich erhinDet und erforscht wurde, warnt davor, an die Angaben des letzten deutschen Wehrmachtberichtes überspannte Erwar- tungen zu knüpfen. Die schwer angeschlagene 8. englische Armee hat schleunigst Verstärkungen an sich gezogen und mit ihnen Das Dreieck Sollum —Fort Capuz z o — H a l f a y a besetzt. Das sind Stellungen, Die aus dem Sommer 1940 und wiederum aus der Zeit vom Mai bis Dezember 1941 bekannt sind. Dieses Dreieck war die Widerstandslinie, die Rommels erste Libyen-Offensive im Vorjahr erreichte, bis Die Engländer im November 1941 ihre Gegenoffensive starteten. Sie sind jetzt über ihren damaligen Ausgangspunkt zurückgeworfen. Rommel hat in feiner neuen, zweiten Libyen-Offensive , o= e,nn: (DNB.) Das britische Stockholm, 25. Ium. bv-n-o., und Unterhaus erlebte nach dem . eine Dem weiteren Vormarsch der ^^^e/Sprecher stürmisch- Sitzung^ R-ut-r meldet. ..Der Sprech^ des Unterhauses, eir Stafford C ' p p 'A^ckM Donnerstag bekannt, man host, Bbßr beDOr- rechtzeitig zurückkehren werde, un „ £on, stehenden Libyen-Debatte fervative Sir John Ward! e w - M l l n e v einen Antrag ein, m dem es Ijeiöi, ö"uer der terhaus das Heldentum nnd . schwierigen Wehrmacht der Krone unter Verhältnissen lobt, aber te 1 .P a ^at". Die- d er zentralen Kriegs uh^Sir Roger fen Antrag haben unterzeichnet Konserva- K e y e s, Major Robert »0^teUrfS™(e, der sive, Höre B e l i s h a und 5 weit - ß ßabour3 Unabhängige Fredenk B eUe n g u P^ung abgcorbnete. Es. ist das erstemal 1 liche Kuppeln schweift, aber verleihen Lappland enen geheimnisvollen Zauber, der den Fremdling immer wieder und wieder in seinen Bann zieht. Während bis vor noch nicht allzulanger Zeit dieses Land verkehrstechnisch fast überhaupt noch nicht er» chlossen war und lediglich Saumwege die mehr- hundertkilometrigen (Entfernungen überbrückten, wurde 1929 die 531 Kilometer lange Eismeer- traße als Verbindung von der damals letzten Eisenbahnstation des finnischen Netzes Rovaniemi nach Petsamo als einzigste Autostraße zum (Eismeer dem Verkehr übergeben. Heute ist diese Straße, die nach Schneiden des Polarkreises fast ausschließlich durch wildes Oedland und sumpfige Tundra führt, von außerordentlicher strategischer Bedeutung, so daß selbst dieses Lappland, das bis zum zweiten Weltkriege fast gänzlich außerhalb jeder nidjtfinni- chen Interessen lag, heute mehr Denn je in Das . Blickfeld von Politik und Strategie rückte. Es geht eben heute um den territorialen Besitz dieser Provinz, Die weitab vom Getriebe Der Welt Naturschätze von heute noch ungekannten Ausmaßen in ihrem Schoße birgt, wie Nickel im Gebiete des Nickeldorfes Kolosjoki und Gold im Goldgebiet von ßaanila, wo schon 1868 in Dem Geröll Des Jvalojoki unD seiner oerschieDenen Nebenflüsse Gold gefunden würbe. Dorsch- unD Lachsfang verleihen Petsamo einen weit über Die Grenzen Europas hinausDringenDen Ruf. Ausschlaggebend aber für Die BeDeutung LapplanDs ist Liinahamari als nörDlichster EnDpunkt Der Eismeerstraße am Westufer Des PetsamofjorDes mit seinem vom Golfstrom Durchspülten, auch im härtesten Winter eisfreien, tiefen Hafen. Weich' ungeheuer enDIofer Weg Diese Rollbahn, Die sich Eismeerstraße nennt, wenn man an Der Tafel steht, Die Das unsichtbare Passieren Des Polarkreises anzeigt, unD gen NorDen blickt! TunDra rechts unD TunDra links, Moor, Sumpf, HeiDeland unD Die unzähligen Birken, Die nicht nur LapplanD, fonDern auch ganz FinnlanD Diese einmalig-schwermütige Note geben. Jst's ein WunDer, Daß Der nor- Dische Mensch Die LapplanD-Krankheit kennt. Dieses seltene Gemisch höchster Verzweiflung im ersten Jahr Der „Verbannung" nach Diesem hohen NorDen, unD abtötenDer Sehnsucht nach Der gleichen, ein ft oerDammten LanDschaft, wenn Das erste einjährige Stadium überrounDen rourbe unD in Der Ferne Die Erinnerung an LapplanD bei Tag unD bei Nacht immer stärker unD stärker wirD, LapplanD winkt, LapplanD ruft, LapplanD lockt ...! Dann zieht's nicht nur Den (Eingeborenen, Den Lappen, in Die GefilDe Der Mitternachtssonne, nach LapplanD, Dann erstehen auch in Der Seele und (Erinnerung Des Nicht-Finnen, Der in LapplanD weilen Durfte, Die farbenprächtigsten BilDer von Elchen, Renntieren unD Bären, Die LapplanDs UrroälDer unD HeiDen bergen, von schnittigen RinDen-Kanus, Die Durch wilde Gebirgsbäche und schäumende Gischten jagen, vom Pelzmarkt in Petsamo und von der Kirchweih in Alaluostari, bei Denen sich Lapplands Alt und Jung, Reich und Arm — soweit der Lappe derartige ideelle und materielle Begriffe überhaupt kennt — ein Stelldichein gibt. Dann fließt auch in Lappland der Brandy in Strömen und geräucherter Renntierschinken, in hauchdünnen Scheiben geschnitten, führt sich als einer der fabelhaftesten Lecker- bisser ein, den die Speisekarte von Pohjanhovi überhaupt kennt. Das alles gilt für Friedenszeiten, heute führt auch in Lappland Der Gott Des Krieges Das Zepter. Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen tsäss* Iftanbul, 25. Juni. (DNB.) In politischen Kreisen roirD bekannt, Daß vor Der Urteilsverkündung im Ankaraprozeß der nordamerikanische Bot- K »t ix«*««*» nnh di« l schaster in Ankara, der Jude Steinhardt, sich ncn Drtten wurde Sibi e! Bat am und Das H ^rkische Außenministerium begab und dort Gebiet südöstlich Davon erreicht. $ Lüor der Fällung eines scharfen Urteils gegen die 3m «Kamps gegen Großbritannien belegte angeklagUn Sowjetrussen eindringlich warnte mit Die Luftwaffe in der vergangenen Rächt das In- dem Bemerken, daß Sowjetrußland, England und dustriegsbiet von Birmingham sowie kriegs- die USA. ein ftr die Angeklagten günstiges Urteil „ x- Sie letzte Angriffsroule gegen lapan verloren. Oie Besetzung der Aleuten-Znseln Kiska und Attu. Tokio, 25. Juni. (DNB.) Der Kriegskorrespondent der kaiserlichen Marine schreibt: Mit der Besetzung von Kiska und Attu am 7. und 8 Juni haben die Vereinigten Staaten den letzten Stützpunkt für einen Angriffsweg gegen Japan verloren, d. h. die nördliche Straße über d i e A l e u t e n , nachdem sie durch ihre Niederlagen die beiden anderen möglichen Angriffsrouten für einen Angriff 'gegen Japan, die Straße Hawaii—Manila und Australien—Ostindien—Malaya verloren. Bei dem Ueberraschungsangriff auf die Aleuten zerstörten die Japaner Speicher, Oeltanks und andere wichtige militärische Ziele. Dutch Harbour war der wichtigste USA.-Seestützpunkt auf den Aleuten. Den Luftoperationen -folgten erfolgreiche Landungen auf Kiska am 7. und auf Attu am 8. Juni. Diese Erfolge sind vor allen Dingen den japanischen „Luftbeobachtungseinheiten" zu verdanken, die über dem ganzen ausgedehnten Operationsgebiet des Pazifik sorgsame Wacht hielten, unaeachtet des schlechten Wetters, der trügerischen Luftströmungen und des dichten Nebels, denn in der Gegend dieses nördlichen japanischen Pazifik- Stützpunktes herrschen bereits jetzt Kältegrade, wie in Tokio im Winter. Die Dämmerung beginnt schon am frühen Nachmittag. Die Windrichtungen wechselten ständig und erschwerten ^die Lufttätigkeit. Kein Widerstand. Nur zehn amerikanischeFischer alsBesatzung Tokio, 25. Juni. (Europapreß.) lieber die Landung auf den Aleuten gibt ein japanischer Kriegsberichter folgende Darstellung, die den gestern schon veröffentlichten Bericht ergänzt: In der Nacht des 7. Juni näherten sich unsere durch Kriegsschiffe geleiteten Transporter vorsichtig und ständig lotsend der Aleuten-Jnsel, deren Besetzung geplant war. Schnell bemannten unsere Truppen die Motorboote, die kurz darauf mit hoher Bugwelle dem Ufer entgegenbrausten. Aufklärungsabteilungen hatten inzwischen gemeldet, daß vor der Insel weder Minen gelegt, noch Maßnahmen zur Küstenverteidigung getroffen waren. Um 22.30 Uhr zeigte eine Leuchtkugel die erfolgreiche Landung der Truppen an. In völliger Dunkelheit gingen die Truppen durch schmelzenden Schnee gegen den amerikanischen Stützpunkt in einer in der Nähe der Landungsstelle gelegenen Bucht vor. Die Stille der Nacht wurde nur durch das Heulen von Polarfüchsen unterbrochen. ... Im ersten Morgengrauen erhielten die ersten japanischen Truppen plötzlich Maschinengewehrfeuer. Kyska S 00 WDOkm Dutch Här%our~^S [Sibirien Ein Stoßtrupp machte das MG. unschädlich und nahm die beiden Schutzen gefangen. Die Amerikaner sagten aus, daß die Besatzung der Insel nur aus zehn Mann bestehe und daß sie erst vor kurzem von ihrer Fischerei adge- rufen unb in Uniform gesteckt worden seien. Die übrigen acht wurden später gefangen genommen. Inzwischen waren die japanischen Kriegsschiffe bereits in die Bucht eingelaufen und hatten die Funkstation unbrauchbar gemacht. Um 4 Uhr morgens wurde in feierlicher Flaggenparade dasSonnenbannergehißt. Die japanischen Truppen verneigten sich in Richtung auf ihre Heimat und brachten Banzai-Rufe auf den Tenno aus. Am 9. Juni, so schließt der Bericht, begann die Transportflotte mit der Ausschiffung des mitgebrachten Kriegsmaterials und richtete die Insel zur Verteidigung ein. rend Generalfeldmarschall Rommel erklärte, die zu Beginn der Offensive ausgestellten Pläne seien in allen Teilen durchgeführt worden. Bastico konnte sich von dem Ausmaß der Ueberraschung, die dem Feind zuteil wukde, im früheren Hauptquartier der Engländer überzeugen. Nicht das Geringste ist dort zerstört worden; selbst die Tagesbefehle hingen noch an der Wand oder lagen auf den Tischen, zusammen mit anderen interessanten Dingen. In ganz Tobruk ist es so gewesen. Der Feind muß sich darauf Dor bereitet haben, auf Jahre hinaus in Tobruk Zu bleiben und von dort aus halb Libyen zu versorgen, so gewaltig sind die Vorräte aller Art. Oberfeldwebel Steinbatz. Berlin, 25. Sunt (DNB.) Oberfeldwebel Steinbatz war in kurzer Zeit in die Reihe der erfolgreichsten Jagdflieger aufgerückt. 1918 in Wien geboren, betätigte er sich als Segelflieger und trat nach dem Besuch der Volks- und Mittelschule 1937 in ein Fliegerregiment ein. Während des Balkanfeldzuges bewährte er sich als Jagdflieger, besonders bei den Kämpfen um Kreta. Nach feinem 42. Luftsieg war ihm das Ritterkreuz verliehen worden. Im Mai dieses Jahres erhöhte er innerhalb von vier Wochen feine Luftsiege auf 83. Ungestümes Draufgängertum und unermüdliche Einsatzbereitschaft bewies er auch bei Tiefangriffen gegen Panzerkampf- wagen und Kolonnen. Am 2. 6. wurde ihm nach seinem 91. Lustsiege das Eichenlaub zum Ritterkreuz verliehen. In den ersten Junitagen konnte er die Zahl seiner Luftsiege auf 96 erhöhen. Am 15. 6. brachte Steinbatz drei weitere Gegner zum Absturz. Er kehrte aber nach dem 99. Luftsieg nicht mehr zu feinem Einsatzhafen zurück. Das Heldentum des hervorragenden Jagdfliegers hat der Führer durch Verleihung der Schwerter zum Eichenlaub gewürdigt. Reichsmarschall Göring richtete an den Vater des Oberfeldwebels Steinbatz folgendes Schreiben: „Lieder Herr Steinbatz! Der Führer hat Ihren todesmutigen Sohn durch die Verleihung des Eichenlaubs mit Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes geehrt. Stolz und bewegt bringe -ich Ihnen das mit der Versicherung zur Kenntnis, daß meine Luftwaffe den jungen Helden, der in den Reihen unserer kühnsten Jagdflieger 99 Luftstege errungen hat, niemals vergessen wird. Göring, Reichsmarschall des Großdeutschen Reiche^ und Oberbefehlshaber der Luftwaffe. Das Ritterkreuz für einen Notflieger. Berlin, 25.Juni. (DNB.) Der Führer verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Haupt- mann Krofeberg, der als Staffelkapitän einer Notstaffel bei der Bergung in der Wüste notgelandeter oder über See abgeschossener Ve satzungen ungewöhnliche Lei- |hingen vollbracht hat. Von seiner hohen Ausgabe der Bergung in Not geratener Kameraden zutiefst erfüllt, hat er, in stillem Heldentum sich selbst aufopfernd, zahlreichen deutschen Soldaten das Leben gerettet, bis er von einem Bergungsflug weit über See nicht zurückkehrte. General Oßwald 60 Jahre. In diesen Tagen wird der General der Infanterie Erwin Oßwald, Stellvertretender Kommandierender General des V. Armeekorps und Befehlshaber im Wehrkreis V in Stuttgart, 60 Jahre alt. Er ist aus der württembergischen Armee hervorgegangen und hat im März 1902 im Infanterieregiment 126 seine militärische Laufbahn begonnen, die ihn im Welt- I krieg fn den Generalstab führte. Bei Kriegsenbü wurde er I. Generalstabsofsizier des VIII. Reserve- forps. 1930 bis 1933 war er Leiter der allgemeinen Abteilung des Wehramtes im Reichswehrministerium, 1933 wurde er Jnfanterieführer V, 1935 Inspekteur der Wehrersatzinspektion Kassel, 1936 Kvmmand eur der 9. Division in Gießen. Am 1. Dezember 1938 General z. b. V. beim V. Armeekorps in Stuttgart, 1940 wurde er General der Infanterie. Der Kampf an der Wolchow-Froni. Berlin, 25. Juni. An der Wolchow-Front ist den deutschen Soldaten als besondere Aufgabe das Kämpfen gegen zwei Fronten gestellt, da eingesickerte feindliche Kräfte dicht hinter den eigentlichen Frontstellungen eingeschlossen sind. Die den Mschließungsriegel bildenden deutschen Truppen kämpften einerseits nach Osten gegen die Entsetzungsversuche des Feindes und andererseits nach Westen gegen die Ausbruchsversuche der ernge* * feffeiten Bolschewisten. Der Kampf wird weiter er* schwert durch die völlige Wegelosigkeit des durch an- hallende Regenfälle morastigen Geländes. In hes* tigen Gefechten haben die deutschen Truppen des Abschnürungsriegels die Versuche des Feindes, den stählernen Ring zu öffnen, abgewiesen. Im Innern des Kessels entwickelt sich bereits das typische Bild der Vernichtung. Nach Abwehr von feindlichen Erkun» dungsvorstößen gegen die Riegelstellung drangen die deutschen Truppen in hestiaen Kämpfen weiter gegen die eingekesselten Bolschewisten vor. ©egen zähen Widerstand wurden zwei zu Stützpunkten ausgebaute Ortschaften' in Besitz genommen und trotz des versumpften Geländes im weiteren Angriff Boden gewonnen. Die Luftwaffe zerstörte die in Walddickichten angelegten Versorgungslager des Feindes sowie stark ausgebaute Waldstestungen. Da. durch gelang es, das Vordringen der deutschen Infanterie zur Verengung des ÜLolchow-Kessels wirksam zu unterstützen. Ostwärts der deutschen Riegel* ftellung wurden mehrere dicht belegte Ortsunter» fünfte und Panzeransammlungen sowie Flakbatterien von Kampfflugzeugen ersaßt. 25 Lahre Marburger Blinden-Giudienanstatt. Die Blinden-Studienanstall in Marburg konnte in diesen Tagen auf ihr 25jähriges Bestehen zurück- blicken. Geboren aus dem Kameradschaftsgeist des Weltkrieges und getragen von der Idee, den Blinden, vor allem den Kriegsblinden, wenigstens fee- lisch zu Hellen durch die Ertüchtigung zu geiftiger Arbeit, hat dieses in enger Zusammenarbeit mit der Universität zum größten BlinLeninstitut der Welt gewordene Unternehmen in rastlos vielseitiger Arbeit über 720 berufstätige blinde Geistesarbeiter ersaßt, davon 9 Hochschullehrer, 21 Theologen, 60 Juristen, 30 Staatswissenschaftler und 64 Philologen. 250 Blinden hat die Anstalt es ermöglicht, akademische und Staatsprüfungen zu bestehen. Mehr als 350 Blinde, vor allem auch jetzt Kriegsblinde, empfangen in der Anstall ihre Vorbereitung für ein Studium oder ihren Beruf. Dazu tritt die größte wissenschaftliche Blindenbücherei und der bedeutendste Blindendruckverlag für wissenschaflliche Werke, sowie eine mechanische Werkstätte für die Herstellung von Hilfsmitteln des Blindenbildungs- wesens. Anläßlich des Jubiläums stattete Reichsarbeits«. Minister S e I b t e der Blinden-Studienanstall einen Besuch ab, bei dem er in einem Festakt der Philipps-Universität über „Sozialpolitik und Forschung" sprach. Trotz Technik und Motor müsse sich jeder geniale Feldherr auf ein körperlich und seelisch gesundes Volk stützen können. Unsere Sozialpolitik habe wieder das Gefühl der Verbundenheit mit Staat unb Volk beim Arbeiter hervorgerufen. Nach Beseitigung ber sozialen Entrechtung im Innern stehe uns bas Recht zu, auch eine überstaatliche soziale Neuorbnung Europas zu verlangen, damit alle arbeitswilligen Völker an den Reichtümern der Erde teilnehmen könnten. Unsere Forderungen seien gerecht, deshalb müßten sich auch die alten Mächte, die sich uns entgegenstellten, früher ober später unserem Ordnungsgesetz beugen. — Zum Dank ba- für, baß sich Minister Selbte mit besonderer Liebe ber Betreuung der Kriegsblinden angenommen Hobe, ernannte die Blinden-Studienanstalt den Minister zu ihrem Ehrenmitglied. Der Minister sprach auf einem Bettiebsappell im Werkstättengebäude Nicht geringere Probleme für die Behandlung warfen dann freilich die Schußwunden der „Feuerröhren" auf. Der päpstliche Leibarzt Johann Vigo kam nämlich 1517 aiff den Gedanken, daß die Kugeln, die doch zuerst mit dem chemisch hergestellten Schießpulver in Berührung gekommen waren, von diesem vergiftet, seien. Er forderte deshalb, daß die von den Kugeln geschlagenen Wunden mit siedendem Oel oder gar mit einem glühenden Eisen ausgebrannt werben müßten, um die Wirkung des Giftes zu vernichten. Welche Beobachtungen ihn außer feinen chemischen Erwägungen vielleicht zu dieser Auffassung gebracht haben könnten, wissen wir heute nicht mehr. Jedenfalls konnten dber feinste Spuren des Kugelmetalls in das getroffene Fleischgewebe gelangen und dort leicht bei ber damaligen Wundbehandlung schon Blutvergiftungen herbeiführen. Vigos Lehre wurde jedenfalls in vielen Ländern allgemein geglaubt, und es fetzten jene „heroischen" Kuren ein, die die Kriegsverletzten nach der Schlacht viel schlimmer heimsuchten, als der Schuß selbst sie verwundet hatte. * ©in i Pariser Barbierlehrling, Ambrosius Pare, war an ber berühmten Chirurgenschule des Kollegiums von Kosmas in Paris zum „Barbierchirurgen" ausgebildet worben unb nahm als solcher an dem Krieg teil, den König Franz I. von Frankreich gegen Karl V. führte. Parö hatte auch gelernt, nach Pigos Lehre die Schußwunden auszubrennen. Nach einer Schlacht aber ging ihm das Oel, bas er in die Wunben gießen sollte, bei ben vielen Verletzten aus, so daß Parö nichts anderes übrigblieb, als bei einer großen Anzahl Blessierter die Wunden mit einer Salbe zu füllen und zu verbinden. Am nächsten Tage war er überrascht, daß die also Behandelten keineswegs Beschwerden hatten, sondern ihre Wunden weit besser aussahen als die ausgebrann- ten Ziemlich zur gleichen Zeit erkannte auch Bartholomäus Maggi in Bologna, daß Schußwunden letztlich Ouetschwunden des Fleischgewebes feien, unb daß man gewöhnlich von einer Vergiftung nicht reden könne. Er stellte auch eine ganze Reihe von Schießversuchen an unb bekämpfte nach deren Ergebnissen die Bigosche Lehre. * An diesem „Schußwunden-Streit", der sich noch viele Jahre hinzog, nahmen übrigens die deutschen Aerzte keinen Anteil, weil die deutschen Wundärzte wie Beris, Hieronymus Brunschwig oder auch der große Paracelsus die Schußverletzungen stets schonend behandellen. Brunschwig z. B. Halle sie mit Kuhmilch ober Ziegenmilch ober mich mit lauwarmem Oel ausgewaschen, also fifjon Zwei Menschenaller vor Pare einer milben Versür- ^as Wart geredet. Freilich konnten von einer Rücksicht auf die Verunreinigung der Wunden mit ben im Erdreich häufigen Tetanus- oder Gasbrand- bazillen weder Vigo noch Pars noch Brunschwig eine Ahnung haben. Erst die „Listersche Wundbehandlung" hat im 19. Jahrhundert hier neuen Auffassungen den Weg geebnet und' in Verfolg der Bakterienforschung von Robert Koch kamen Emil von Behring und K i t a f a t o zu ber Behandlung mit Tetanusserum, wie sie im Weltkrieg zahllosen Verwundeten das Leben erholten hat. • Dr. J. Schwanke. Die Krau im Garten. Ueberaü sehen mir heute die Frauen zugreifen, wo sonst Männer arbeiteten, ganz besonders auf । einem Gebiet, auf dem die Frau auch vor dem Kriege schon längst heimisch geworden war, im ©arten. Auch ber deutsche ©arten spielt ja für unsere Ernährung gegenwärtig eine größere Rolle als je <5UDor. Jeder, ber ein Gärtchen fein eigen nennt, «Siept barin sein Gemüse ober ein wenig Kartoffeln, unb es sind zum größten Teil die Frauen, denen die -Betreuung dieses Stück Landes obliegt Solange es deutsche Gärten gibt, ist die Frau mit dem Gartenwerk verbunden. Das leuchtet noch aus einigen germanischen Namen hervor wie aus Hildegard, Luitgard unb anderen, die Jakob Grimm als die ursprüngliche Bezeichnung von Priesterinnen deutete, die in ben heiligen Hainen ber Germanen ihres Amtes walteten. Sdjon am Eingang der deutschen Gartengeschichte steht die ehrwürdige Erscheinung" einer Frau, nänv lief? Der heiligen Hildegard von Bingen, die nicht uur die erste deutsche Naturforscherin war, sondern auch die frühesten genauen Anweisungen für die Einrichtung und Pflege eines Gartens gegeben hat. Die mittelalterlichen Burggärten, in denen sich zuerst die westliche Freude an Blumen und Pflanzen entfaltete, waren das Bereich der Schloßherrin. Sie dehnten sich meist unter den Fenstern der Frauen- wohmmg und wurden von Frauen gepflegt Das weibliche ©esckflecht ist überhaupt im Mittelaller aufs engste mit ber Gartenlust verbunden. Die Madonna im Rosenhag, Kriemhlld im Rosengarten sind nur einzelne Silber dieser allgemeinen Vorstellung, die Frauenschönheit sich am liebsten, im ©artenrahmen dachte. Doch find die Frauen hier keineswegs nur müßig lustwandelt. Wenn sie auch in ben ältesten Gartnerzünften keine Rolle spielen, so finden wir sie doch stets für das ©artenwerk besonders ein« genommen, und vielfach sind hervorragende Frauen auf diesem Gebiet auch fchöoferifch tätig gewesen. Bezeichnend dafür ist das Wirken der Gattin des Kurfürsten August von Sachsen, der „Muller Anna", die ihren Mann in ber Sorge für die Ausgestaltung des Gartenwesens in ihrem Reich noch übertraf unb f^cht nur bei ihren Schlössern prächtige Gärten schuf, sondern überall für die Verbreitung des Gartenbaues eintrat. Wenn Liselotte von ber Pfalz m ber Oede ber von ber Natur so weit entfernten französischen ©ar« tenanlagen oft nach einem „richtigen deutschen Kuchengarten" seufzte, so gab sie Damit einer allgemeinen Sehnsucht des weiblichen Geschlechtes Aus« druck In ber eigentlichen Gartenkunst find zrveifel« los die Männer ben Frauen überlegen gewesen: diese aber haben sich immer der praktischen Pflege der Gemüse und Kräuter gewidmet und dabei doch auch das Schünheifsbedürfnis nie vernachlässigt. ®rft in ber Zeit der Empfindsamkeit, in ber die ©auenfiebe zu einer Sache des Herzens wurde und die Frauen an fingen, „für die Natur zu schwärmen", widmeten sie sich auch dem Ziergarten mit hingehendem Eifer. Ernestine Voß, die Gattin des Homer-lieberfetzers, ihrer Gartenleidenfchaft keine alleinstehende Erscheinung, wir haben aber in ihrem Briefwechsel bas bezeichnendste Zeugnis für dieses innige Zusammenleben mit den Blumen und Pflanzen, das die Frauen jener Zeit erfüllte unb sich in der Bieder meierjeit noch steigerte. Ernestine Voß genießt jede Jahreszell hn Garten und greift überall selbst an, ßiebt sich ihre Blumen selbst unb ist über jede neue Pflanze, Die sich in ihrem kleinen Reich einbürgert, entzückt. Von nun an betrachtet die Frau eine Zeit« lang die ©artenarbeit als modischen Zeitvertreib, unb wir finden auf Den Biedermeierblldern viele Frauen in ©ärtnerinnentradjt darhestellt, die nicht nur eine spielerische Verkleidung ift wie nn Ro- kvko> . Löffle r), den Erfordernissen der Handlung (Nachdruck verboten.) 17. Fortsetzung. er- der Briefe in Bareiros Hand Roman von Anna Elisabet Weirauch Rechte durch Carl Duncker Verlag, Berlin W 35. Theater der Universitätsstadt Gießen Wolfgang Amadeus Mozart: .Oie Hochzeit des Figaro". wachsen, sich sinnvoll mit der Farbigkeit Kostüme bindend (Willi Endrich) und im Wechsel macht ein spitzbübisches Gesicht. „Gott sei Dank "0,Marum Gott sei Dank?" fragt Irmela verwirrt, als wäre sie auf ihren Gedanken ertappt. „Weil ich dich gern mal eben allein gesprochen hätte' Er kann jeden Moment kommen. Hör mal, Schwesterherz, kann ich nicht einen Pump bei dir aufnehmen?" „Was soll das heißen, Gerd?" Irmela sieht ihn bestürzt an. ,.Du hast doch keine Schulden gemacht?" Nö' — Kommt gar nicht in Frage! Ich will erst welche machen — bei dir. Aber ich mach' es milde. Der Sachverhalt ist nämlich der, ich bin ratzekahl! Und wir haben noch drei Tage bis Ultimo. Und — morgen hat Susi Geburtstag!" So — so? Hat Susi morgen Geburtstag? Irmela bemüht sich, ein strenges Gesicht zu machen, aber das Lachen sprüht in kleinen Funken aus ihren Augen. Die Verlegenheit des großen Jungen hat etwas ungemein Erheiterndes. „Und das ist dir heute eingefallen, nachdem du leichtsinnigerweise alles ausgegeben hast?! Na, weißt du, die wahre Liebe ist das auch nicht — ich werde es ihr er- 3Qf)Sas wirst du nicht tun! Du wirst jetzt so anständig sein und mir ein paar Mark pumpen, die du pünktlich am Ersten wiederkriegst. Kannst du dich beklagen, daß ich's nicht zurückgegeben habe, wenn du mir mal was vorgeschossen hast?" Nein, das wäre ungerecht! Abex, Junge, ich habe überhaupt kein Geld im Hause. Ich gebe dir einen Scheck und du kannst dir morgen früh das Geld holen." Während sie den Füller aufschraubt, geht ihr Blick noch einmal warnend zu ihm hoch. „Aber ich krieg's wieder, verstanden?" " An Ordnung gewöhnt, wie sie ist, trägt sie aus dem'stehenbleibenden Rand im Scheckbuch das Datum ein, den Betrag und darunter „Gerd Und dabei fällt ihr Blick auf den schmalen Streifen davor. Da steht eine weit größere Summe ausgezeichnet, aber kein Name dabei — cs ist, als ob eine kalte Hand nach ihrem Herzen griffe. Eine glückliche Minute lang hat sie die letzten Stunden vergessen. Während sie Gerd den Scheck gibt, sieht sie ihm angstvoll in die Augen. „Sei nicht leichtsinnig, Gerd, ich bitte dich! Ich habe so viel Vertrauen zu dir, mein Junge!" sagt sie herzlich. „Aber du darfst es nie enttäuschen, hörst du? Nie! Bleibe anständig — so anständig, wie du immer gewesen bist!" „Natürlich!" lacht Gerd verlegen, und macht sich von den Händen los, die seine beiden Arme festhalten. „Na, da ist ja Albrecht! Ich habe dir doch gesagt, wir können vünktlich esien, er wird in ein paar Minuten hier sein." Albrecht Sierinck steht in der offenen Tür zum Nebenzimmer, und ist anscheinend sehr in die Beschäftigung vertieft, sich eine Zigarre anzuzünden. „Was habe ich nur zuletzt gesagt?" denkt Irmela. „Bestimmt hat er alles gehört."- Was Albrecht Sierinck in den letzten Sekunden unwillkürlich gesehen und gehört hat, ist chm nicht gerade angenehm, warum muß Irmela ihren Bruder beschwören, anständig zu bleiben? Warum schiebt sie hastig das Scheckbuch in die Tasche, das eben noch offen auf dem Tisch gelegen hat? All seine Besorgnisse sind wieder geweckt. Gerd ist leichtsinnig, und Irmela unterstützt diesen Leichtsinn — hinter Albrechts Rücken. Er hat wenig handgreifkiche Gründe für dieses Mißtrauen. Oft genug hat er versucht, es sich durch eine halb bewußte Eifersucht zu erklären, er will niemandem Unrecht tun, er will streng und ehrlich gegen sich selbst sein — weit strenger als gegen andere — aber es bleibt immer ein Rest, der sich nicht mit logischem Denken wegspülen läßt, ein Gefühl, das immer mieber durch kleine Anläße Nahrung finbet — was zum Beispiel hat Gerd wie ein ertappter Dieb im Schrank seiner Schwester zu suchen gehabt? Die Gedanken arbeiten weiter in ihm, aber er spricht erst eine ganze Weile über andere Dinge, ehe er beiläufig und mit einem unfreien Lächeln sagt: „Du scheinst an der Kette wirklich nicht viel Freude zu haben! Du trägst sie schon wieder nicht mehr!" „Die Kette?!" Irmela tastet mit einem tötender Lichtführung sich belebend (Remigius Konen). Dazu vermählte sich in Einheit das Orchester unter Otto Söllner in weichem Nachgeben, Unter« streichen, Betonen, Herausstellen der mannigfachen, unerschöpflich erscheinenden Feinheiten Mozartscher Orchester-Zeichnung; ein förmliches Sich-Ueberbieten in Klangschönheit und Schmiegsamkeit besonders bei den Holzbläsern (Arie der Susanne). Die Chöre (Carl Willy Hahn) fügten sich klangfrisch dem Szenischen ein, und im Finale des dritten Aktes ließ die Gruvoe Inge Bergs das Musikalische sich ins Tänzerische stilvoll umsetzen. Das Drama des Figaro schlechthin wurde bannende Wirklichkeit durch Hans Lott. Bei souveräner Beherrschung der darstellerischen und gesanglichen Mittel komtte er diese mit Leichtigkeit und bereiter Willigkeit zur Verdeutlichung seines iüne- ren Erlebens mit stärkstem persönlichen Akzent ein- fetzen. Jede Seelenlage gab er mit dem ihr Zustehen- oen kund, nicht bloß singend, sondern in der mannigfaltigen Differenzierung der stimmlichen Mög- licyketten individualisierend und so Einblicke in sein Inneres gewährend. Seine Cavattne im ersten Akt oder gar die Arie im letzten (die wiederholt wurde) mußte stärksten Anteil an seinem Schicksal mit dem ihm drohenden Verhängnissen erwecken, und das Durchbrechen grimmigen Schmerzes in den Re- zitativen zu Eingang des letzten Aktes war über« wälttgend. In dem Verknüpftsein von Schein und Tatsache war Lisel Schröter-Beckers dem Figaro treff« lichsten Gegenspielerin. Quicklebendig, resolut, tat« bereit, herzhaft, graziös und prickelnd, der Situation schlagfertig gegenüberstehend, fand sie doch den beseelt-innigen Ausdruck, wenn sie in feiner Anschmiegsamkeit dem Ensemble sich eingliederte, leuchtenden, strahlenden Auges weit über eine bloße Bühnenfigur hinaus weifend und in gesanglicher Schönheit mit der Garten-Arie einen besonderen Höhepunkt der Aufführung gebend. Valeska Lange war ein Cherubino mit schwärmerischem Jünglingsherzen, empfindungsvoll geschwellt; quellend, überfließend in der Arie des ersten Aktes, mit schönen Klängen und tteftlicher gesanglich-musikalischer Gliederung in der Kanzone des zweiten Aktes. Dem Jungmädchenhaften gab Ines Raß! als Barbarina gewinnende Gestaltung, besonders in der geschmackvoll gesungenen Kavatine. Als Marcellina strahlle Gertrud Meinet warme Mütterlichkeit aus; plastisch war ihre Erregung in dem Komplimentierduett mit Susanne. mit der weißen Bluse, dem schwarzen Mieder und dem gefarteten, weiten Rock rechten und setzten Kegel. Aber nun war unser Wagen vollgeladen. Die Geräte, Sense, Gabel und Rechen wurden aufgepackt, wir alle sahen bald oben, und nun ging es langsam, langsam auf dem holprigen Feldweg nach Hause. Merkwürdig, wieviel Knochen man doch hat! Sonst spürt man das gar nicht so! Erleichtert rutschte man auf dem Hof vom Wagen. Die Kühe wurden aus- und dann gleich vor einen anderen Wagen angespannt, sie sollten noch Holz holen. Wir schoben zu Dritt den Wagen mit Futter in die Scheune, wo er abgeladen wurde. Dann gings zum Abendessen, an dem aber zunächst nur wir Helfer aus der Stadt teilnebmen konnten, da für unseren Bauern und seine Frau die Arbeit noch lange nicht beendet war. Stadttore als Abzeichen. Zur ersten Slraßensammlmrg für bas DRK. am 27. und 28. Juni. NSG. Im Mittelalter, als die Dore unserer Stcüste entstanden und oftmals heiß um kämpft wurden, war die Welt noch klein und der Feind nahe. Im Streit kam es auf jeden einzelnen Bürger an. Männer, Frauen und Kinder waren gleichermaßen in Not und Härte des Krieges gestellt und trugen oft unter größten Entsagungen' zum Sieg ihrer Sache bei. Heute dagegen stehen unsere Männer, Söhne und Brüder tief in Feindesland, während wir in Ruhe unserer Arbeit nachgehen können. Um so mehr sollen diese kleinen Darstellungen von Stadttoren aus alter Zeit uns daran mahnen, daß uns über alle Ferne zwischen Front und Heimat em gemeinsames Schicksal umschließt, in einem Kamps, zu dessen Sieg wir alle durch unsere Spende beitragen können. Vielseitige neue Wochenschau. Die Schlacht deutscher und italienischer Flugzeuge und Schnellboote mit einem englischen Geleit* zug im westlichen Mittelmeer erleben wir in der.neuen Wochenschau erst vom Gesichtspunkt des deutschen Fliegers aus, machen mit dem Blick in das Antlitz des Flugzeugführers den Sturz mit und erleben dann, ausgenommen von den Engländern selbst, die Wirkung dieses Angriffs. Da es gelang, englisches Filmmaterial zu erbeuten, ist diese in einem Kriege äußerst selten mögliche Schilderung einer Schlacht Wirklichkeit geworden. Das Filmbild beschönigt nichts; der Engländer mußte mit seiner Kamera die Volltreffer auf den englischen Schiften aufnehmen. Durch Bildet von einem Schnellbootangriff und den Einsatz von Lufttorpedos wird ein umfassendes Bild vom Kamps zwischen kombinierten See- und Luftstreitkräften gegeben, den erst dieser Krieg entwickelt hat. In engem Zusammenhang mit diesem Teil des Kriegsgeschehens steht Rommels Kampf in Afrika. BirHachheim und Tobruk sind die Standorte der Kriegsberichter. Es ist ihnen gelungen, durch einige wesentliche Bildstreifen etwas von der Größe unseres Sieges erahnen zu lassen. Eine dramaturgisch neue Form scheinen die Berichte von den Kämpfen vor Sewastopol zu haben. Hier ist einmal nicht der strategische Plan, der Soldat oder der General in den Mittelpunkt gestellt, sondern das Material. Kanonen und Munition, ausschlaggebende Faktoren bei der Bekämpfung von Festungen, sind Hauptobjekte der Kamera und geben einen Begriff von der zusammengeballten Kraft dieser deutschen Angriffsarmee auf der Krim. Gut informierende Fliegeraufnahmen geben einen hervorragenden Ueberblid über das Gelände der Festung und den charakteristischen Hafen. Die Kämpfe ostwärts Charkow, der Einsatz von Reichsarbeitsdienstformationen an der Ostftont, eine Inspektionsreise Großadmiral Raed ers und der Staatsakt für Korpsführer Hühnlein sind weiterhin Gegenstand dieses sehr Dielfeitigen Dokumentarfilms. H. H. G. Oie Wanderung am Sonntag. Gießen — Schiffenberg — Lindener Mark — Gießen. Eine für die Jahreszeit empfehlenswerte Wanderung, die nur durch Wald führt, ist die Begehung der gelben Punkt-Markierung. Das Wegezeichen be- ' ginnt beim Bahnwärterhaus unterhalb der Pflegeanstalt und führt den Alten Anneröder 5Beg,_ sog. Butterweg, entlang über die Hohe Warte, überschreitet unweit des Forschauses Hochwart die Licher Straße, stets durch unseren herrlichen Stadtwald ^führend, um nach 1% Stunden das im 12. Jahr- I hundert erbaute Kloster Schiffen berg zu erreichen, das sich gerade von dieser Seite besonders malerisch dem Auge des Wanderers bietet Don der Terrasse haben wir eine prächtige Ausschau bis zu den Höhen des Vogelsberges und des Taunus. Immer den gelben Punkten folgend, geht es dann durch den Bergwerkswald oder die Lindener Mark auf einsamen Waldpfaden über die Theodorsruhe, mit hübschem Blick auf den Schiffenberg, bis an die Unterführung vor Klein-Linden, wo mir die Frankfurter Straße zum Heimweg benutzen. Dauer der Wanderung etwa 4 Stunden. Rieder-Walgern — Rehbrücke — Frauenberg — Marburg. Eine von Kennern sehr geschätzte Wanderung ist folgende: Wir fahren mit der Bahn nach Ni^er» ber Blindenstudienanstalt zur Belegschaft und besuchte das Kriegsblindenheim, wo er im Kreise der Kriegsblinden die Probleme ihrer beruflichen Weiterbildung besprach. Tagesbefehl an das NSKK. Der neue Korvsfühter des NSKK. hat folgenden Tagesbefehl an das NSKK. erlassen: „NSKK.-Männer! Der Führer hat die Führung des Korps in meine Hände gelegt Ich habe das Werk Adolf Hühnleins als verpflichtendes Vermächtnis übernommen. Es in feinem Geiste fortzuführen, zu wahren und zu mehren, ist die Richtschnur meines Handelns. Daß ihr mir hierbei vertrauensvoll zur Sette steht und Euere Pflicht — und mehr als sie — mit ganzer Hingabe in alter Bewährung »ist die Bitte und Erwartung, die ich in dieser r an Euch richte; Berlin, am 25. Juni 1942. Kraus, Korpsführer." Kunst und Wissenschaft. Ein ReichsgastsiStten-Mnseum in Frankfurt. Im Hermann-Esser-Forschungsinstitut für Fremdenverkehr in Frankfurt a. M. wurde mit der Einrichtung des Reichsgaststätten-Museums begonnen. Neben Küchengeräten, Eßservicen, Trinkgefäßen und Bestecken finden sich Urkunden aus historischen Gaststätten, kostbare Pfeifen, Aushängeschilder alter Wtttschaften, schöngeschnitzte Faßböden und schließlich ist bereits der Grundstock zu einer Sammlung von Kunstblättern aus dem Gaststättenleben vorhanden. Für das Museum, das von Dr. Rapp eingerichtet wird, soll ein historisches Gasthaus in Frankfurt erworben werden, in dem ein Querschnitt durch die deutsche Gaststättenkultur der Jahrhunderte gegeben wird. Vie Würzburger Tagung für Sing- und Sprechkultur. Als unerläßlich für die Pflege der Kinderstimme mies Prof. Emge (Berlin) auf das nach Pestalozzis Grundsätzen bearbeüete Stimmbildungswerk von Pfeiffer und Naegeli hin, das die noch heute gültigen Forderungen vertritt: beizeiten die Singlust des Spielkindes in rechte Wege zu leiten und nicht erst barm mit der Schulung zu beginnen, wenn es seine Stimme schon heiser geschrien hat. Dazu muß es vor allem sparsam ausatmen lernen. Was bei der Stimmprüfung, Stimmbildung und Singlehrer- auslese zu gelten hat, gab Professor Greiner (Augsburg) aus der Erfahrung eines langen Lebens. blassen Gesicht über ihren Hals. „Ich habe sie immer getragen, ich habe sie umgehabt — heute ..." „Menschenskind! Hast du sie verloren?" bricht Gerd in ehrlicher Bestürzung aus. „Du hast sie nicht mehr gehabt, als du gekommen bist, das weiß ich genau! Hast du sie unterwegs verloren? Du bist doch aber ..." Albrechts Blicke gehen von Gerd zu Irmela und wieder zurück. In Gerds Gesicht ist nicht das geringste Schuldbewußffein, kann ein Mensch sich so verstellen? Nein, das darf man nicht glauben! Mer Irmelas Lippen fangen an zu zittern, die ganze Spannung der letzten Stunden löst sich in plötzlich hervorstürzenden Tränen. „Mer Häschen!" Mit einem gutmütigen Auflachen faßt Albrecht ihre beiden Arme unb schüttelt sie ein bißchen. „Mußt du darum heulen? Soviel hast du dir ja gar nicht daraus gemacht! Man darf dir eben so einen Kram nicht schenken, du hast es ja immer gesagt!" „Du bist so gut!" Mit einem Aufschluchzen wühlt Irmela das Gesicht an seiner Schulter ein. „Du bist viel zu gut zu mir, ich schäme mich so, ich schäme mich ja so." 21. Albrecht erwähnt die Kette nicht mehr. Und Irmela hat ein sonderbar befreites Gefühl, daß sie sie los ist ... fast als wäre eine abergläubische Bedeutung daran geknüpft. Es scheint chr gewisser- maßen ein Opfer, das sie dem Schicksal in den drohend aufgesperrten Rachen geworfen hat. Die Briefe sind vernichtet, gründlich und endgültig, nachdem sie noch einen flüchtigen Blick hin- eingeworfen hat ... einen Blick, der sie sehr beruhigt hat. Ein paar belanglose Zettelchen — sie hätte wissen können, daß es unsinnig war, sich darüber aufzuregen. Ein paar harmlose Verabredungen, ein paar Absagen: „Morgen kann ich nicht zum Tennis kommen, es tut mir wirklich sehr leid, aber wir kriegen Besuch von Tante Emily! Gittigitt, darum muß ich nun zu Hause bleiben! Spielen Sie nur mit Anita, die spielt ja ohnehin viel besser als ich, oder? Also auf Donnerstag! Diele Grüße Ihre Irmela Hoffttede." (Fortsetzung folgt.) Im Zwiespalt der Leidenschaft zwischen Standes« pflicht und Menschlichkeit hin- und hergeworfen, prägte Ludwig Druschel den Grafen Almaviva mit starkem Einfühlen ab. Seine große Arie wurde so zu einem persönlichen Bekenntnis; in den Rezi- tativen wie auch in den Ensembles weiteten sich seine stimmlichen Mittel zu ausdrucksstarker Klang- lichkeit. Organisch für Mozart-Gesang prädestiniert, erfüllte Walter E c s y die Gestalt des Basilio mtt den Zügen allzu bereiten Intrigantentums. Bernhard Schmitz war mit seinem Bartolo eine echte Buftoaestalt in Spiel und gesanglichem Können; Kurt B o s n y gab dem stotternden Richter eine individuelle Note, und Ottmar Mayr war ein beredter Ankläger als Gärtner Antonio: sprechend in der Mimik und pointiert im Gesanglichen. — Die Gräfin sang Cilly Mauer; in der Besetzung der Partie wäre ein Wechsel zu erwägen, wenn diese Frauengestart in der von Mozart gezeichneten Wesenseigentümlichkeit dem Ganzen als zu wertender Faktor eingegliedert werden will. Reicher Beifall, sehr häufig auf offener Szene, war das Zeichen für das Mitgehen des Kaufes und berechtigter Dank für die fo hochstehende Mfführung. Dr. Hermann Hering. Der ©hilfgarter Generalintendant Deharde sprach über die Erziehung des Sänger- und Schau- spielernachwuchses in der Bühnenpraxis. Auf einer Veranstaltung in der Universitätsaula sprach nach dem fettor Professor Dr. Seifert der Würzburger Germanist Professor Dr. Schröder über den höfischen Minnefang, und Professor Dr. Hans Joachim Moser (Berlin) fang unvergängliche deutsche Minneweisen. Anton Bruckner in Holland. Gewandhauskapellmeister Pros. Herrn. Abend- roth dirigierte im Niederländischen Staatsrund- ftmk die IX. Symphonie von Anton Bruckner. Damit fand der Zyklus „Die Symphonien Anton Bruckners" im Sender Hilversum seinen Abschluß. Dr. Fritz Oes er, der Verfasser der Schrift „Die KlanAtruktur bei A. Bruckner", hatte die nachgelassenen Skizzen zum Finale geführt. Für 1943 ist ein Niederländisches Brucknerfest vorgesehen. Reue Kompositionen von Johannes hannemann. Bei einem Orgelkonzert in Danzig-Langfuhr kamen mehrere Werke des namhaften Danziger Komponisten Johannes Hannemann zur Uraufführung. Das unerschöpfliche B—A—C—H - Thema hat ihn zu einer groß angelegten Pb an - tasie für Orgel, Blechbläser und Pauken inspiriert, die in der klanglichen Gegenüberstellung der Orgel mit den Bläsern und mit der m eigenartiger Weise zu Kadenzbekräftigungen heran- gejogenen Pauke neue Wege beschreitet und m einer gewaltigen, zu kühnen chromatischen Steigerungen sich erhebenden Passaccaglia gipfelt. Drei ernste Gesänge für Mezzo-Sopran und Cembalo deuteten die weltabgewandte Stimmung der Dichtungen bei aller Schlichtheit geistig vertiefend aus Die schöne Choralmelodie des ersten Gesanges hat Der Komponist dann noch in einer von außerordentlichem kontrapunktischen Können zeugenden Choralphantasie und Fuae in h = moll au5= gewertet. Helmuth Sommerfeld. Weimartage deutscher Dichter. Die Stadt Weimar hatte im vorigen Jahre Dichter für einige Zeit nach Weimar eingeladen^ Diese Dichterehruna wurde setzt wiederhol». Es w' den eingiladen Bodenreuth, Broger, Bürte Bnsse, Carossa, Griese, Hohlbaum, Kaergel, Kienau, Menzel, Nabl, Oberkofler, Wilhelm Schäfer, Ina Seidel, Stahl und Watzlik. Mozarts Ringen um die „teuftche Oper" schien nach dem Erfolg der „Entführung aus dem Serail" durch das Interesse, das der Wiener Hof wieder mehr an der italienischen Oper nahm, ohne weiteres Wirkungsfesd zu bleiben. Seiner dem Dramaturgi- chen züstrebenden Veranlagung ergab sich so keine andere Möglichkeit, als sich wieder der italienischen Oper zuzuwenden. Und gerade die Buffo-Oper, das Gewächs des Südens, sollte bei ihm zur Entfaltung jener Anlagen führen, die durch rassisches Gut in ihm bestimmt waren. Wo die Bufta ein wirbelndes Geschehen zeichnet, wo sie bei allem Eingehen auf die Textmöglichkeiten sich doch meist auf die Situationskomik stützt, da läßt Mozart statt der überlieferten Typen der Buffa sein eignes Fühlen, eignes Erleben voll Wärme in die Gestalten einströmen; inneres Verstehen bebt die Schranke zwischen Wirklichkeit und dem Theaterhaften an sich auf. So umgeht er das Parodistische. Betont-Komische, und stößt in menschlichem Durchfühlen zur gemeinsamen Wurzel für das Tragische und Komische vor. Wo die Situation sich zusvitzt, die verschlungenen Knoten der Handlung fast unentwirrbar erscheinen, da löst er die Lage auf zu lichter Klarheit des musikalischen Organismus, mit dem er das Ganze durchleuchtet. Wenn man die verschiedenlliche Behaitt)lung, die Mozarts „Figaro" an unseren Bühnen erfährt, in Vergleich stellt, so dürfte man kaum eine Aufführung antreften, die mit der anderen Übereinstimmt; so weiter Raum ist dem Einfühlungsvermögen des Spielleiters gesetzt. Max Schwarze lockerte das, was sonst in langer konventioneller Tradition dem Typisierten zustrebte, ungemein auf und ließ sprühendes Leben ersprießen, indem er die Handlung mit ihrer inneren Motivierung in Bewegung, Gebärde und Geste bis zur tänzerischen Gelöstheit hin urnfetzte; aber nicht als leeres Spiel der Bühne, sondern menschlicher Wahrhaftigkett zustrebend, stets verdeutlichend durch jedes nur zugängliche Mittel. Angesichts der bedeutungsvollen Tatsache, daß der weitaus größte Teil dieser Oper dem Ensemble gehört, ließ Max Schwarze gerade in der Auseinandersetzung zwischen den einzelnen Gestalten, in ihrem Mit- und Gegeneinander, in ihrer zumal in der Musik bis zum letzten abgeprägten Gruppierung, die Reize des Ganzen sich entfalten, die einzelnen Charaktere sich abzeichnen und entwickeln, von zuckendem Leben durchpulst, in ungekünstelter, unmittelbarer Natürlichkeit mit feiner Abstimmung der auf- einanderstohenden gesellfchaftlichen Schichtungen. Was die Bühne so abbildete, vollzog sich in einem Rahmen gewählter, farbig ausgeglichener, liebevoll und stilgerecht durchgeführter Bühnenbilder (Karl „Es ist alle-, was ich im Augenblick sür dich tun kann, aber ich tue es gern, wirklich. Es kann l-d-m passieren, daß er in eine augenblickliche Verlegen beit kommt. Es ist doch nichts dab , unter alt n Freunden." Sie spricht^°teml°-, g h-dst der Boden brennt ihr unter den tauften. 5. fnnnG fie Du kannst die Kette auch beyarten, kannst sie verkaufen, oder beleihen, nur nichth, andern Stadt, wo du zuerst Hmkommst sie hai sicher noch einigen Wert, und dann, vergiß micy, W^M'ift durchaus nicht gesonnen, sich erniedrigen zu Lasten. Aber er mutz anmenhen, wenn er Irmela In dem Halbdunkel aus dem TlschHen heg Sette und dar Stückchen Papier. Keiner will es an r,