<92. Jahrgang Nr. 120 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat iniBild-DieScholle Bezugspreis: Monatlich.....RM.1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvrechanschluh 2251 Drahtanschrift: „Anzeiger" Postscheck 1168k Frankf./M. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Zchristteitung und Geschäftrstelle: Gießen, Lchulftraße 7-9 Druck und Verlag: vrühlsche UnioerfitütLdruckerri 8. Lange Dienstag, 26. Mai 19^2 Annahme von Anzeige« > für die Mittaasnummer bis 81/, Uhr desBormittagS Anzeigen-Preise: Anzeigenteil 7 Rvf. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Textteil 50 Rvf. je mm bei 70 mm Zeüenbrette Nachlässe: Wiederholung MalstaffeH AbschlüsseMengem'taffelL Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/.mehr gen Die Kesselschlacht südlich Charkow den sowjetischen Verbänden, die von Süden her Charkow erreichen sollten, sämtliche Nachschubwege abgeschnitten. Der Ring ist geschlossen. Am Abend des 22. Mai startete ich von Charkow aus mit einem FockeWulf-Aufklärer .zu einem Flugeüber den Kessel. Kilometerweit liegen noch heute breite Rauchschwaden über dem sommerlichen fruchtbaren Hügelland, an jener Stelle, wo vor Tagen schon der bolschewistische Ansturm zum Stehen kam, wo jedes Dorf und jede Kolchose an einem Tag oft drei-, vier-, fünfmal den Besitzer wechselte. Hier und da auf den Feldern stehen noch abgeschossene Feindtanks, ausgebrannt und verlassen. Endlos flutet auf den wenigen großen Straßen der Strom unserer Nachschub- und Trvßkvlon- nen nach Südosten, durch Hakenkreuzfahnen für uns gut kenntlich gemacht. Minuten später: frische Brandherde unter uns, hell lodern die Flammen aus zerschossenen Dörfern empor, dazwischen marschierende Infanterie. Ist das jetzt die Front? Wir stoßen hinab auf 200 Meter. Immer noch eigene Truppen. Dabei sind wir über einem Gebiet, in dem zu Mittag noch die Bolschewisten saßen. Erst nach weiteren Flugminuten erkennen wir deutsche Infanteristen in Stellung. So weit ist hier der Angriff schon vorge- Schicksals hatte, konnte bei Attlee nur lächerlich wirken. Um nicht in der Opposition umzukommen, trat er in die Regierung ein, wo ihn das Gewicht Churchills innerhalb kürzester Zeit an die Wand drückte. Die Partei hatte diesmal aber keine Möglichkeit, sich von ihrem Anführer zu trennen. Sie mußte ihm in die Regierung folgen und besitzt nun heute den Schein der Mitverantwortung anstatt der lebendigen Wirklichkeit einer Opposition, zu der ihr die Kraft fehlte. starken sowjetischen Nachhuten, denn bei dem Wei. terflug über das Hinterland des Gegners sehen wir, wie sich die bolschewistischen Kolonnen planlos und in aufgelöster Ordnung nach Osten und Südosten wälzen, vielleicht einen Ausweg, eine Rettung suchend, die es doch nicht mehr gibt. Der Aufklärungsaufttag ist durchgeführt, Kurs nach Nordosten. Ueberall unter uns, links und rechts, ist die deutsche Front in der Bewegung. So, wie wir es hier gesehen, so ist es drüben im Osten und am Nordostrand des Kessels. Immer enger wird unter dem deutschen Ansturm der Raum, in dem der Feind zusammengetrieben wird. Timoschenkos Plan, durch starke Vorstöße von Süden und Osten her Charkow zurückzuerobern und dabei mehrere deutsche Divisionen einzuschließen, ist dank der überlegenen Strategie der deutschen Führung ins Gegenteil umgeschlagen. Die Angreifer selbst sitzen im Kessel. Die Schlacht um Charkow, bei uns als Abwehrkampf begonnen, wird nach dem Siege von Kertsch die zweite große Vernichtungsschlacht dieses Sommers. Auslandsjournalisten auf der Halbir sst Kertsch. B e r l i n , 25. Mai. (DNB.) Nachdem die Sowjets DNB.... 25. Mai. (PK.) Schneller als die deutschen Truppen im Raum von Charkow es selbst für möglich gehalten haben, ist in der Schlacht, die nach dem Beginn von Timoschenkos Offensive am 12. Mai in den darauffolgenden Tagen bedrohlich nahe an die Tore der Stadt heranführte, plötzlich die entscheidende Wendung eingetreten. Noch einmal tobte ostwärts und südlich Charkow eine Woche hindurch in aller Schwere der A b- wehrkampf gegen eine vielfache Uebermacht sowjetischer Schützendivisionen und Panzerbrigaden. Der Schwerpunkt der sowjetischen Offensive lag in dieser Woche zunächst an der deutschen Front südlich Charkow. 40 Kilometer vor der Stadt kam der bolschewistische Ansturm durch panzerbrechende Waffen — die im OKW.-Bericht erwähnte Sturmgeschütz- Abteilung und mehrere schwere Flakkampftrupps — endgültig zum Stehen, während der Feind seinen Schwerpunkt an die Front ostwärts Charkow verlagerte; um auch von dieser Ausgangsstelle her die Rückeroberung der Stadt erringen zu können. Bei aller Wucht, mit der Tirnoschenko seinen Schlag von Süden führte, war seine Rechnung jedoch nicht ohne Fehler: erstens war die sowjetische Aufmarschbasis zwischen unserer nördlichen Donez- Front und der deutschen Front am Nordwestrand des Donezbeckens zu schmal, und zweitens warf der Gegner nach feinen ersten Angriffserfolgen Divisionen über Divisionen in den Raum südlich Charkow. In die Flanke dieser schwachen Stelle stießen von Süden her deutsche Panzerverbände, die sich nach mehrtägigen, nach Norden und Nordwest vorgetragenen Angriffen am 22. Mai mit den Truppen der Armee des Generals der Panzertruppen die Hand reichten. Damit sind 1 ihre vernichtende Niederlage auf Kertsch mit Beharrlichkeit abgestritten hatten, erklärte das sowjetische Kommunique vom 24. Mai, also 5 Tage nach der Abschlußmeldung des OKW. über Gefangennahme von 170 000 Mann Sowjettruppen und der Bergung unübersehbaren Kriegsmaterials: „Auf Befehl des sowjetischen Oberkommandos haben unsere Truppen die Halbinsel Kertsch verlassen. Die Truppen und ihre Ausrüstung wurden evakuiert» Die Evakuierung erfolgte in bester Ordnung." Angesichts dieser im Hinblick auf die Größe des deutschen Sieges ungeheuer dreisten amtlichen Lügen der Sowjets hat sich eine Gruppe ausländischer 9 o u r n a I i ft en auf Einlctoung des OKW. auf das Durch die gestern gemeldeten Gegenangriffe find im Raum südlich Charkow nunmehr starke bolschewistische Kräfte eingeschlossen. Ihre Ausbruchsversuche blieben ebenso erfolglos wie die von außen her geführten Entlastungsangriffe des Gegners. Im Gebiet südostwärts des Ilmensees scheiterten auch gestern alle feindlichen Angriffe. 3m rückwärtigen Gebiet der Ostfront vernichteten ungarische Truppen bei einer mehrtägigen Unternehmung eine stark bewaffnete bolschewistische Bande und erbeuteten zahlreiches Kriegsgerät. 3n Rordafrika wurden südostwärts Mechili britische Kraftwagenansammlungen mit Artilleriefeuer belegt. Deutsche Jäger schossen über der Mar- marica 15 britische Flugzeuge ab; ein eigenes Flugzeug ging verloren. 3n Westengland wurden Hafengebiete am Bristol-Kanal bei Tage mit Bomben schweren Kalibers belegt. Hauptmann Gräve, Bataillonskommandeur in einem Jägerregiment, hat sich in den Kämpfen auf der Halbinsel Kertsch durch besondere Tapferkeit ausgezeichnet. Oer Wehrmachtbericht vom Montag. DRV. Aus dem Führerhauptquartier, 25. Mai. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Die Operationen im Raum füdlich Lhar- k o w haben sich zu einer großen Kesselschlacht entwickelt. Die Masse von drei sowjetischen Armeen, darunter starke Panzerktäfte, ist e i n- geschlo ssen. Alle Ausbruchsversuche sind unter schwersten Verlusten des Gegners gescheitert. Am mittleren Frontabschnitt wurden bei eigenen Angriffsunternehmungen über 30 Ortschaften genommen. Südostwärts des Ilmensees scheiterten örtliche Angriffe des Feindes. In Lappland zerschlugen deutsche und finnische Truppen in mehrwöchigen harten Kämpfen Kräfte in Stärke von mehreren Divisionen, hierbei hat die Radfahrabteilung 99 trotz schwierigster Geländeverhältnisse eine hartnäckig verteidigte, tiefgegliederte feindliche Bunkerstellung durchbrochen. An der Kandalakscha- bucht vernichteten Sturzkampfflugzeuge eine wichtige Brücke der Murmanbahn. Kampffliegerverbände belegten in der letzten Rächt einen Stützpunkt leichter britischer Seestreitkräfte an der Südküste Englands wirksam mit Spreng- und Brandbomben. So ist es denn kein Wunder, daß. heute mehr Unzufriedenheit in den Reihen der Partei herrscht als zu irgendeinem früheren Zeitpunkt. Die jun- Kräfte innerhalb der Wählerschaft und be- Der Ring ist geschlossen Von Kriegsberichter Rauchhaupt. Stockholm, Mai 1942. Der Gewohnheit früherer Jahre folgend, tral d i e englische Arbeiterpartei auch an diesem Pfingstfest wieder zu ihrer Jahresversammlung zusammen. Aber mehr noch als in den beiden vorangegangenen Parteikongressen des Krieges war es eine Zusammenkunft von Unzufriedenen, und es mag wohl fein, daß mancher der Teilnehmer sich diesmal die Frage vorlegte, ob er nicht überhaupt dem letzten Kongreß der Labour-Partei beiwohnte. Die Zeiten find den Parteien nicht günstig, und es bedarf einer durch Tradition, Fähigkeit und Wohlstand sehr festgefügten Organisation, um die Stürme dieses Krieges, die im Innern des Landes nicht weniger heftig toben als draußen an den Fronten, zu überstehen. Wenn nun vielleicht die materielle Lage der Labour-Partei angesichts der Unterstützung durch die mächtigen Gewerkschaften besser ist, als wohl mancher Außenstehende vermuten möchte, so fehlt es an den beiden anderen Voraussetzungen — Tradition und Tüchtigkeit — dafür um so mehr. Es ist von Anfang an das Verhängnis der Partei gewesen, daß sie nicht so sehr durch eigene Verdienste als durch die Schuld und Schwäche anderer und durch die Eigenwilligkeit der Verhältnisse zu Macht und Einstuß kam. Dor dem ersten Weltkriege bedeutete die Partei im politischen Leben Englands so gut wie gar nichts. Die Sozialisten Burns und Macdonald waren zwar auch damals schon auf der politischen Bühne erschienen, wurden aber kaum als Vorläufer einer ernstzunehmenden Bewegung betrachtet, sondern eher als Sonderlinge, und die politische Gesellschaft behandelte sie meistens als Merkwürdigkeiten und verzog sie wie mißratene, tragen worden. Jetzt geht es über das Niemandsland und wenig später über die feindlichen Stellungen hinweg. Schwaches Abwehrfeuer mit Infanteriewaffen, von dem wir oben selbst nichts merken; wir . , sehen sie unter nur, die Waffen im Anschlag, auf Reichspressechefs und des uns feuern. Die sowjetische Front steht hier noch. Schlachtfeld von Kertsch begeben, um sich Der Feind hat sich zur Verteidigung eingerichtet, 1 an Ort und Stelle von dem tatsächlichen Verlauf der aber es ist nur eine der zurückgelajjenen, teilweise'' gewalttgen Vernichtungsschlacht zu überzeugM. sonders der Arbeiterschaft fühlen sehr wohl, daß diese Leute, die ihr Leben in den Parteibüros verbracht haben, sie nicht mehr vertreten können. Zugleich weiß schon fast jedes Kind in England, daß spätestens nach diesem Krieg ein neues und wahrscheinlich sozialistisches Zeitalter auch auf den britischen Inseln herauf steigen wird. Die jungen Kräfte wollen den allzu brüchigen Rahmen der Partei, die niemals mehr als Rahmen war, sprengen und neue Formen des politischen Wollens suchen. Der Pfingst- kongreß wird gezeigt haben, wie stark diese jungen Kräfte heute sind und ob sie schon genügend Schwung besitzen, die alten Formen hinwegzufegen. Vielleicht wird ihnen ihr Vorhaben, die alte Partei zu stürzen, gelingen. Wahrscheinlich allerdings werden auch sie erkennen müssen, daß der Krieg zwar oft ein guter Wegbereiter ist, daß aber der Bau der neuen Straße erst im Frieden begonnen werden kann. aber gänzlich harmlose Kinder. Es'ist klar, daß die fünfzehn Jahre, die zwischen diesem Zustand und der ersten Premierministerschast Ramsay Macdonalds lagen, nicht ausreichten, um die Partei organisch in die Verantwortung hineinwachsen zu lassen. Das wäre schon in jedem anderen Lande eine ungesunde Entwicklung gewesen, mußte aber in dem jeder schnellen Veränderung abholden England beinahe katastrophale Folgen haben. Dieser Sprung aus der theoretischen Opposition auf die oberste Stufe der politischen Macht wäre auch unter normalen Verhältnissen nicht möglich gewesen. Nur der jähe Sturz der Liberalen Partei und ihr rapider Verfall schufen für Macdonald und seine Anhänger überhaupt die Möglichkeit, an die Teilnahme an der politischen Verantwortung zu denk'n. Es schien aber, als hätte das Schicksal sich vorgenommen, sogleich das ganze Füllhorn seiner Gnade oder, wie heute schon viele Labour-Mitglieder meinen, seines Verhängnisses über Macdonald und seine Partei auszuleeren. Die Parlamentswahlen des Jahres 1923 bestätigten zwar die Niederlage der Liberalen vom Jahre zuvor, beraubten aber auch die Konservattven ihrer mageren Mehrheit und ließen zum erstenmal seit Generationen das Unterhaus ohne Mehr- h e i t nach Westminster zurückkehren. Die Partei stand vor der Wahl zwischen Koalition oder Minderheitenregierung. Die Koalition war aber dem Wesen der englischen Politik durchaus fremd und bisher nur im Kriege vorgekommen. Anderseits wollten weder Konservative noch Liberale den anderen die Regierung überlassen. Als Ergebnis des Kompromisses zwischen den beiden alten Parteien gelangte Macdonald in das höchste Amt, welches England zu vergeben hat. Das erste L'abour-Experiment endete schon nach wenigen Monaten mit einer Katastrophe und einem überwältigenden Sieg der Konservativen. Das gleiche Schauspiel wiederholte sich 1929 noch einmal. Wiederum zog Macdonald als Premier- Minister einer Minderheitenregierung in Downing- ftreet ein. Diesmal dauerte das Experiment etwas länger, doch war dafür der Sturz auch um so tiefer. Die Weltwirtschaftskrisis rüttelte auch an den Toren der britischen Herrschaft, und die unerfahrenen Sozialisten waren dieser Gefahr nicht gewachsen. Es kam zu der berühmten Augustkrise und der Bildung der nationalen Regierung mit Macdonald als Premierminister und der Unterstützung nahezu aller Parteien. Aber es war nicht mehr der begeisterte Sozialist Macdonald, der diesmal das Amtssiegel aus der Hand seines Königs empfing. Es war ein alter und sehr ehrgeizig gewordener Mann, dem nächst dem Wohl seines Landes der persönliche Ruhm mehr am Herzen lag als die Sache, für die er zwanzig Jahre vorher im Gefängnis gesessen hatte. Die Partei zerbrach in dieser Krise. Ein kleiner Teil folgte Macdonald in die ertragreiche Oase der Verantwortung, während die große Mehrheit sich in eine erbarmungslose, unfruchtbare Wüste der Opposition flüchtete, in der während der nächsten zehn Jahre fast alle noch vorhandenen jungen Triebe verdorrten und von dem Treibsand doktrinärer Verbitterung erstickt wurden. Unter den Führern dieser verkleinerten und geschwächten Labour-Partei ragte nur einer über das allzu mittelmäßige Mittelmaß hinaus: der alte George Lans- bury, ein Ueberbleibfel aus der Frühzeit des Sozialismus in England. Ihm fehlte aber schließlich auch die körperliche Kraft, um in den stürmischen Jahren vor diesem Kriege die Partei zu führen. Er zog sich mehr und mehr aus der praktischen Politik zurück und schloß einige Monate nach Ausbruch des Krieges für immer die Augen. Die Führung der Partei lag bald nur noch in den Händen kraftloser Männer, die ohne Sinn für die Wirklichkeit mit den Scheuklapppen ihrer Doktrin einen seltsamen Weg verfolgten. Als der Krieg ausbrach, erkannten diese Männer, daß ein Anschluß an die Regierung den Tod ihrer Partei nur noch beschleunigen würde. Die Labour- Party begab sich darum in d i e Opposition und blieb dort auch, bis Churchill die Macht übernahm. Jetzt wiederholte sich noch einmal das Schicksal von 1931. Was bei Macdonald aber doch noch die packende Gewalt eines wirklich tragischen Durchbruch der Wahrheit. „Ich erteile unseren Truppen den Befehl zum! Beginn der entscheidenden Offensive gegen unseren hartnäckigsten Feind. Wir sind in eine neue Phase des Krieges eingetreten: die Phase der Befreiung der Sowjetunion." So sagte der Sowjetmarschall Tirnoschenko in dem Tagesbefehl an die sowjetische Südsront zu Beginn seiner Offensive, die am 12. Mai ihren Anfang nahm. Die Sowjets hatten es eilig. Sie begannen mit der Frühjahrsoffenfioe. Das Ziel der Sowjetoffensive war: die Einnahme von Charkow und ein Vorstoß in den Südwesten dieser wichtigsten Stadt der Mittelukraine, wobei ihnen nichts Geringeres vorschwebte, als alle deutschen Truppen im Donezbogen einzukesseln und die Ukraine bis zum Dnjepr zu befreien. Gleichzeitig planten sie eine Offensive von Kertsch aus, um die deutschen Stellungen auf der Krim aufzurollen uito über die Landenge von Pereköp in Richtung des unteren Dnjepr oorzuftoßen. Es war nichts Kleines, was sich Tschimoschenko vorgenommen hatte. Sein Plan blieb nicht Theorie, nur führte er in eine Praxis mit umgekehrten Vorzeichen. Die deutsche Führung kam dem feindlichen Stoß auf der Halbinsel Kertsch durch die Durchbruchsund Verfolgungsschlacht, die am 8. Mai begann, zuvor. Jetzt wurde Tirnoschenko der Gefangene seiner eigenen Projektemacherei. Er mußte jetzt los- losschlagen. Seine Offensive im Raum östlich Dort Charkow begann am 12. Mai. Sie scheiterte an dem brillanten Widerstand der deutschen Truppen. Die deutsche Führung setzte am 17. Mai zum Gegenstoß an, dessen Erfolg jetzt in einer wahrhaft großartigen Weise reift. Die Offensivarmeen Timoschenkos sind in eine Sackgasse gerannt, die von starker Panzer- unterstützung begleiteten Angriffe der Stoßarmeen Timoschenkos fanden schon am 12. Mai und den folgenden Tagen heftigen deutschen Widerstand. Dis Sowjets hatten in ihrer mechanistischen Auffassung von Strategie und Taktik geglaubt, durch stärkste Menschen- und Materialeinsätze den Durchbruch erzwingen zu können. Sie glaubten zu stoßen und wurden in Wirklichkeit gestoßen. Sie waren optimistisch genug, den Durchbruch gelungen zu glauben und erkannten zu spät, daß ihre Massen im Süden Charkows selbst in den Kessel hineingestürmt waren. Dort werden sie immer weiter zusammengepreßt. Das ist das Ende der enscheidenden bolschewistischen Offensive in der Ukraine, die Tirnoschenko in seinem Tagesbefehl angekündigt hatte. Ein Blick auf die Karte läßt vermuten, daß die volle Wucht des deutschen Gegenstoßes die Bolschewisten am Ostufer des Donez getroffen hat. Das muß Fern- und Tiefenwirkungen haben, die im Augenblick noch un- üderfehbar find. Die Masse der eingekesselten drei Sowjetarmeen ist sicher mit Offensivwaffen auf das stärkste ausgerüstet worden. So verspricht die Einkesselungsschlacht füdlich von Charkow eine der hervorragendsten Waffentaten der deutschen Wehrmacht zu werden und ein glänzender Erfolg der Feldherrn- fünft des Führers, der Zähigkeit und des Mutes der Truppeü und des genau abgestimmten Zusammenwirkens aller Wafengattungen. Der Sender Schenectady meldete am 15. Mai auf Grund von Informationen „direkt aus Charkow" (!)*, „Tirnoschenko hat zwei Durchbruchskeile von 2% Millionen Mann, 3000 Panzern und 1500 Flugzeugen vorgeschoben. Tirnoschenko hat durchschaut, daß die Deutschen die Sowjets auf der Krim beschäftigen wolle, um in der Ukraine eine Offensive zu beginnen. Die amerikanische Nachrichtenagentur United Preß vom selben Tage meldet, daß die deutsche Offensive ,stm Keim erstickt" sei. Es seien vielmehr die Sowjets, die mit ihrer Offensive Hitler überrascht und ihn zum vorzeitigen Einsatz seiner bereitgestellten Truppen gezwungen haben. Der englische Nachrichtendienst am 21. Mai berichtet: „Die Schlacht bei Charkow hat sich zu einer der größten Vernichtungsschlachten aller Zeiten entwickelt. Die Oer Kongreß -er Unzufriedenheit Von unserem Dr. L.-Korrespondenten. Oer Wehrmachtbericht vom Gamstag. DRB. AusdemFührerhauptquartier, 23. Mai. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: 3m Raum um Charkow ist der am 12. Mai begonnene sowjetische Großangriff, der von 20 Schützendivisionen, 3 Kavalleriedivisionen und 15 Panzerbrigaden geführt wurde, unter schwersten blutigen und Materialverlusten des Feindes restlos zusammengebrochen. Der deutsche Gegenangriff — am 17. Mai begonnen — führte in den Rücken der stärksten feindlichen Angriffsgruppe und hat ihre Bersorgungstinien durchschnitten. Seit zwei Tagen sind nunmehr die deutschen, rumänischen und ungarischen Truppen, von starken Kräften der Luftwaffe unterstützt, auf der ganzen Front der bisherigen Abwehrschlacht zum konzentrischen Gegenangriff angetreten. 3m Gebiet südöstlich des 3lmensees setzte der Feind seine hartnäckigen Angriffe ohne jeden Erfolg und mit schweren Verlusten fort. Starke eigene Kampf- und 3agdftiegerverbände haben dabei dem Feinde auf dem Gefechtsfeld und im Hintergelände schweren Schaden zugefügt. Eine von ihren Verbindungen abgeschnittene Kräftegruppe der Sowjets wurde in mehrtägigen Kämpfen vernichtet. 3n Lappland verlief ein örtlicher Angriff deutscher und finnischer Truppen erfolgreich. 3n der Zeit vom 14. bis 21.Mai verlor die Sowjet-Luftwaffe 4 5 2 Flugzeuge; davon wurden 342 in Luftkämpfen, 65 durch Flakartillerie und 26 durch Verbände des Heeres vernichtet, der Rest am Boden zerstört. Während der gleichen Zeit gingen an der Ostfront 45 eigene Flugzeuge verloren. Das Flakregiment 6 erzielte am 22.5. feinen 200. Flugzeugabschuß im Ostfeldzug. 3n Rordafrika wurde ein Vorstoß briti- tischer Aufklärungskräfte zurückgeschlagen. Deutsche Jäger schossen in Luftkämpfen zehn feindliche Flugzeuge ab. Einzelne britische Flugzeuge überflogen in der letzten Rächt die Deutsche Bucht und das norddeutsche Küstengebiet, ohne Bomben abzuwerfen. Oer Wehrmachtbericht vom Sonntag. DRV. Aus dem Führerhauptquarkier, 24. Mai. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Oie Japaner besetzen Tschekiang in deren Ostgebieten japanische Truppen zwei Ar- »eutfche Ge- nern und sechs Rumänen aus Brasilien ein. Zum Empfang waren erschienen der ~v. sanidte in Lissabon von Hoyningen-Hüne und Dor- tragender Legationsrat Freytag vom Auswärtigen Amt. Das Leben der Kraniche und Seeadler. Aus Walter Heges Kulturfilmschaffen. Prof. Walter Hege brachte vor Jahren seinen Film übet den Fischadler in freier Wildnis heraus und erzielte damit einen nachhaltigen Erfolg. (Ermutigt durch die starke Zustimmung, widmete sich Hege — Leiter der Abteilung für Photographie an der Staatlichen Hochschule für Baukunst, bildende jvunft und Handwerk in Weimar — weiteren Kulturfilmwerken über architektonische Werte und nach Beobachtungen aus dem Tierleben in freier Natur, ^o entstanden Filme, die zum Teil bahnbrechend wirkten oder heute noch ohne gleichwertiges Beispiel Und. Aus dem Bereich feinsinniger, einfühlsamer Raturbeobachtung stammen die von Hege zusammen mit seiner bewährten langjährigen Mitarbeiterin Ursula v. Löwenstein gestalteten Bavaria-Kul- turfilme über den Kranich und die Seeadler. Der r>ilm ,Lor-Lu, der Kranich" wurde erstmalig während der Reichswoche für den deutschen Kulturfilm im Dorjahre gezeigt und hinterließ der wundervollen Bilder und der Tonaufnahmen wegen einen starken Eindruck. Zum ersten Male waren den an sich schon eindrucksvollen Bildaufnahmen d.e in ungetrübter Reinheit eingefangenen Geräusche der Natur, die Laute der sich unbelauscht fühlenden Tierwelt als wertvolle Ergänzung zuge- sellt. Diese wirklichkeitstreue „Tonkulisse" erhöhte den beglückenden Gesafnteindruck, den im Endergeb- nis das Heranpirschen an die in solcher Unmittel- barkoit kaum je erlebten Geheimnisses der Natur und Tierwelt vermittelte. Ein Film „Der S e e - adlerundseinHor st", und ein weiterer, „I m Jagdrevier der Seeadler", entstanden an- schließend für die Bavaria. Blick in die rheinische Heimat. Von Heinrich Zerkauten^ Alles Geschehen und Gestalten kommt vom Blute her, sofern es echt und gewachsen sein soll. Alle Heimat schlummert in uns tief, und wären wir selber durch Schicksal und Fügung der Tage auch Meilen von ihr entfernt. Die Eltern stammen beide vom Rhein: der Dater vom Niederrhein, von der holländischen Grenze her, meine Mutter aus der Landgegend zwischen Bonn und Köln. Das Schwere, Besinnliche, fast Verträumte, manchmal auch leicht Verbockte des Nie- derrheiners fand immer noch durch die mehr befreite, bejahende, spielerische, jedenfalls schlagfertige Art des Menschen aus der Kölner Gegend diese versöhnliche Auflockerung. Kein Wunder, daß in rund tausend Jahren gerade im Rheinland sich ein Volkstum von so ausgesprochener Eigenart entwickeln mußte, wie es die rheinische Lebensart bedingt. Ich sah als kleiner Junae die stolzen Sinnbiloer einer neuen Weltwirtschaft, die Zechen und Hochöfen des benachbarten Ruhrgebietes. Ich erlebte aus nächster Nähe mit, wie Rheinromantik und Rheinstahl ihre gute Gemeinschaft eingingen. Bis zum heutigen Tage klingt zur Musik der mächtigen Hämmer der Walzwerke auch die zarte Melodie der Elfen, und unter den Fracht- und Kohlenschleppern schweben immer noch die Rheintöchter der Nibelungen: Umbs singens willen wolt ich ziehen an den Rin, mir wart gedeit, wie hi die besten senaer sin. Eine alte Legende weiß zu erzählen, daß in den Tagen der Traubenblüte die Großen des Reiches und der Nation aus ihrem Grabe erwachen und in sommerlichen Nächten auf einem der geheimnisvollen Schiffe den Rhein hinauffahren bis zur alten Pfalz Ingelheim. Sie segnen dann die Weinberge zu beiden Seiten des Stromes, auf daß ihnen wieder eine reiche Ernte beschert sein möchte. Rheinstahl und romantische Legende — fast erscheinen sie unvereinbar. Und dennoch wurden sie Inbegriff jener organischen Wesenheit, die darin gipfelt, auf- die Sterne zu schauen und dennoch auf die Gassen acht zu haben: Tradition geschichtlicher Vergangenheit im Blut und immer gesunde Werk- tättgkeit für die Zukunft in Händen. Wettere Amerika-Deutsche in Frankfurt. Herzlicher Empfang der Heimkehrer. Am Pfingstsonntag trafen aus Lissabon in zwei Sonderzugen weitere Mitglieder deutscher Missionen und der Reichsdeutschen-Kolonien aus den Ländern Mittel- und Südamerikas, mit denen Deutschland keine diplomatischen Beziehungen mehr hat, mit ihren Angehörigen, insgesamt etwa 400 Deutsche, in Frankfurt ein, an der Spitze die Gesandten Ruedt von Eollenber, Dr. Poensgen, Klee, Langmann, Noebel und Roehrecke sowie die Geschäftsträger Tauchnitz, Kaempfe und Hoeller, ferner deutsche Schriftleiter, die unter den schwierigsten Umständen ihre Berichterstattertätigkeit für die deutsche Presse ausgeübt haben. Im Auftrage des Reüchsminifters des Auswärtigen hieß Unterftaats- fekretär Luther auf dem Frankfurter Hauptbahnhof die Rückkehrer willkommen. Mittags fand im Bürgersaal des Römers ein Empfang statt. Aufgabe der Missionen, so sagte Unterstaatssekretär Luther, sei es gewesen, Mittler des Friedenswillens des Führers zu einem Kontinent zu sein, mit dem uns regste kulturelle und wirtschaftliche Beziehungen verbanden. Jahrhundertelang habe bestes deutsches Blut an dem Aufbau dieses Kontinents mitgewirkt, bis wider alle Vernunft es judenhörige Politiker vermocht hätten, ihre Länder zum Schaden ihrer Völker und der Souveränität ihrer Länder dem Roosevelt-Imperialismus auszuliefern. Mit wachen Augen verfolge Deutschland diese Dinge und werde das Opfer keines Deutschen vergessen. Im Namen des Gauleiters richtete Kreisleiter Schwebe! herzliche Worte der Begrüßung an die Heimgekehrten. Als Vertreter der Auslandsorganisation der NSDAP, hieß Gauamtsleiter Heller- m a n n die aus der Sphäre des Rooseveltfchen Im- Aus aller Wett. Fußgänger achtel auf die Fahrbahn; An einem Verladebahnhof hatte sich ein schwerer Verkehrsunfall ereignet, bei dem eine Frau so schwer verletzt wurde, daß sie am nächsten Tage verstarb. Vor der Großen Strafkammer Magdeburg mußte sich der Fahrer des Kraftwagens wegen fahrlässiger Tötung verantworten. Die Beweisaufnahme ergab jedoch, daß die verunglückte Frau zusammen mit ihrem Ehemann, ihre Fahrräder an der Hand führend, den Fußweg und einen Teil der Fahrbahn benutzt und dadurch zu einem wesentlichen Teil den Unfall mitoerschuldet hatten. — Das Gericht kam daher zu einem Freispruch des Kraft- sahrers, weil die Verunglückte sich unoorschrifts- mäßig im Straßenverkehr verhalten hatte. Sie hätte als Fußgängerin auf keinen Fall auf dem Fahrdamm gehen dürfen. Die Wellkriegsstellungen am Harimannsweilerkopf. Um den Hartmannsweilerkopf im Elsaß ist bis 1917 unaufhörlich mit allen Mitteln des Grabenkrieges gekämpft worden. Der Kampf hat allein auf deutscher Seite 40 000 bis 50 000 Tote und Derwun. dete gefordert. Auf Veranlassung des Befehlshabers im Wehrkreis V und im Elsaß wurde nach der Be. fteiung des Elsaß mit der Freilegung und Wiederinstandsetzung der- noch gut erhaltenen deutschen Stellungen auf dem Hartmannsweilerkopf begonnen. Jetzt ist zur Erinnerung an die schweren Kämpfe ein Kartenblatt mit dem deutschen Grabensystem und mit einem Abriß der Kampfhandlungen herausge- geben worden, das vielen Weltkriegsteilnehmern ein wertvoller Führer sein wird. Die Arbeit an den drei Filmen sind in fast ur- weltlich unberührter Natureinsamkeit in Mecklen- bürg entstanden, in Sumpf-, Wald- und Seegebieten. Das Leben der Seeadler, dieser größten europäischen Raubvögel, wurde am Müritzsee und in seiner Nähe aus Verstecken heraus sorgfältig be- drastisch, verdeutlicht. Hat der Dirigent oder das Orchester die größere Bedeutung? Probleme musikalischer Neutönerei und die Begriffe des Echten und Schönen sind ungefähr die Themen. Als Dialog- Oper mit geschlossenen Nummern gebaut, -gibt Henrich vorwiegend illustrierende, oft auch karikierende Musik. Er beweist dabei eine geschickte Technik und lustfpielhaften Kammerstil. Ein schlichtes Volkslied, das dem Jazz gegenübergestellt wird, bleibt im Ohre. Das Schweriner Staatstheater hatte die Aufführung liebevoll einstudiert. Von Karl E11 i am Dirigentenpult, von Hans Brandt szenisch und Erich Hempgens dekorativ betreut, brachte die Premiere dem Komponisten viel Beifall. Walter Eggert. Eine Ernsi-haeckel-Gesellschafi. In Jena, der langjährigen Wohnstätte des Vorkämpfers der naturgeschichtlichen Entwicklungslehre, ist eine „Ernst-Haeckel-Gesellschaft" unter dem Vorsitz von Professor Dr. V. Franz, dem Leiter des Ernst-Haeckel-Hauses, ins Leben getreten. Sie will die Erinnerung an den bahnbrechenden Forscher und zähen Kämpfer wachhalten. Um das Bleibende an Erkenntnissen und Werten aus seinem Lebenswerk ' und neuzeitliche, auf seinen Befunden weiterbauende Forschungen vor Augen zu führen, will die Gesellschaft ihren Mitgliedern ein Ernst-Haeckel-Jahrbuch in die Hand geben, dessen erster Band Anfang 1943 erscheinen soll. Schirmherr der Gesellschaft ist Reichsstatthalter Sauckel. Als Förderer unterzeichnete den Aufruf der Rektor der Universität Jena Professor Dr. A st e l. Tokio, 25. Mai. (Europapreß.) Die Vorausabteilungen der in Osttschekiang operierenden japanischen Streitkräfte, die den Feind am Tangyangfluß vernichtend geschlagen haben, haben die Eisenbahnlinie erreicht, die von Hangtschou aus nach Süd- wssten führt, und die Stadt Jwu, etwa 100 Kilometer südlich Hangtschou, besetzt. In Jwu fand man in der Umgebung der Eisenbahnstation größere Mengen Kriegsmaterials, die nach Tschungking transportiert werden sollten. Angesichts der ständi- gen japanischen Luftangriffe hatten die Chinesen diese nach der Provinz Riangsi führende Bahnlinie nur des nachts zum Transport von Kriesmaterial benutzt. Auch das große Schulgebäude von Jwu, das von den Tschungkingtruppen als Hauptquartier benutzt worden war, ist durch Bombentreffer zerstört worden. Die japanischen Operationen in der Provinz Tschekiang können als abgeschlossen gelten, nachdem auch der Eisenbahnknotenpunkt Kinhwa, südlich von Hangtschou, genommen wurde. Von hier führt die Bahn als Hauptstrecke weiter nach Süden, während gleichzeitig eine Seitenlinie in nordwestlicher Richtung nach L a n t u abzweigt. Das 10. Armeekorps der Tfchungingtruppen befindet sich im allgemeinen Rückzug entlang der Tscheking-Kiangfi- Bahn. Japanische Armeeflieger belegen die zuruckgehenden chinesischen Truppen unausgesetzt mit Bomben und nehmen ihnen so die Möglichkeit, sich erneut zu weiterem Widerstand festzufetzen. Die mittelchinesische Küstenprovinz Tschekiang, Prof Hege war bei diesen Kulturfilmen, die dem erlebnishungrigen Auge und Ohr besonders des naturentwöhnten Stadtmenschen wahrhafte Offenbarungen schenkten, sein eigener Kameramann und besorgte zusammen mit Ursula v. Löwenstein die ausgezeichnet gelungenen Tonaufnahmen. Die beiden Pioniere des Naturfilms waren bei ihrer muMettgen Arbeit ganz auf sich selbst gestellt. Die niuturfilme aus dieser Arbeitsgemeinschaft schufen mch^ nur reizvolle Naturdokumente, sondern zeugen auch Jur den feinfühligen künstlerischen Gestaltungssinn des Licktbildners Hege. Als neue Auszeichnung wurde ihm Anfang dieses Jahres die Goldene Me- daille der Wiener Photographischen Gesellschaft für jetnc 23erbienftß auf dem Gebiete der Photographin $e£e beherrscht die Photographie ein- sästiehlich der Filmkameraarbeit mit meisterlicher Sicherheit und hat, den Aufgaben der jeweiligen Arbeit, der Eigenart der aufzunehmenden Objekte angepaßt, aus Eigenem zweckentsprechende Verfahren entwickelt. Handwerkliches und Künstlerisches gehen hier unmittelbar Hand in Hand, denn ohne überlegene Beherrschung des Technischen wären die angestrebten künstlerischen Wirkungen nicht zu efr zielen gewesen, --- - perialismus heimgekehrten Volksgenossen im nationalsozialistischen Deutschland willkommen. Das neunte Schlachtschiff der USA. Rom, 23. Mai. (DNB.) lieber die Versenkung eines amerikanischen Schlachtschiffes der „Mary- land"-Klasse durch das italienische U-Boot „Bar- barigo" gibt das italienische Nachrichtenbüro Stesani noch folaendes bekannt: Das Schlachtschiff befand sich auf dem Wege- nachdemKap der guten Hoffnung. Es kann angenommen werden, daß das Schlachtschiff nach demJndischenOzean unterwegs war, um dort die bei der Seeschlacht im Korallenmeer untergegangenen amerikanischen Einheiten zu ersetzen. Möglicherweise war das Schlachtschiff jedoch bestimmt, im Mittelmeer die östliche britische Mittelmeerflotte zu verstärken. Bei dem U-Boot-An'griff erfolgte keine A b - wehr. Das Unterseeboot konnte'daher dem Untergang des Schiffes, der sich außerordentlich schnell vollzog, beiwohnen. Der Verlust ist für die ameri- fanifdje Flotte um so schmerzlicher, da dieses Schlachtschiff bereits das neunte ist, das versenkt wurde aus einer Reihe von 15, die die Vereinigten Staaten zu Beginn dieses Krieges besaßen. Japan sichert die Kleinen Sunda-Inseln Tokio, 26. Mai. (DNB.) Japanische Truppen haben am 17. Mai die Inseln Lombok, Sum- b a w a und Flores besetzt. Sie gehören zu den Kleinen Sunüa-Jnseln und bilden die östliche Fortsetzung der Inselkette, die sich von Java über Bali nach Timor bzw. Neuguinea fortsetzt. Lombok, die Nachbarinsel von Bali, hat etwa 600000 Einwohner. Ihr schließt sich die Insel Sumbawa mit 150 000 Einwohnern an, während Flores rund 250 000 Einwohner 'zählt. Sämtliche Inseln sind von vulkanischen Gebirgsketten durchzogen. Die Insel Flores weist mit ihrem trockenen Klima und in ihrer Tier- und Pftanzenwelt bereits australische Züge auf. Die Hauptausftchrartike-l der von Malaien 'bewohnten Inseln sind tropische Kulturpflanzen, Sandelholz und Schildpatt. Kleine politische Nachrichten. Die vom Dreimächtepakt vorgesehene Militärkommission trat unter dem Dorsitz von Divisionsgeneral Lais in Rom zu leiner Sitzung jyufammen, in der im Geiste der restlosen Zusammenarbeit, der die Beziehungen der Wehrmächten der Dreierpaktmächte beherrscht, einige wichtige Ausschnitte aus dem Tätigkeitsgebiet der Kommision behandelt wurden. Deutschland war vertreten durch General von Pohl, Generalleutnant von Rintelen, Konteradmiral Lö- wisch, die Obersten Veltheim und Ötzen und Major Müller-Clemm. * In Lissabon traf der portugiesische Dampfer „Serpa Pinto" mit 8 4 Deutschen, 76 Italic- meen Tschiankaischeks vernichteten, gehört zu den reichsten Gebieten Chinas und wird nach ihrer vollständigen Beherrschung durch die Japaner ein außerordentlich schwerer Verlust für Tschungkingchina sein. Mit Ausnahme der südöstlichen Teile ist die Provinz eine der fruchtbarsten, daneben ein lebhaftes Zentrum der Industrie und des Handels. Sie steht mit ihrer Bevölkerungsdichte (21 Millionen Bewohner auf 101 000 Quadratkilometer) an dritter Stelle unter allen chinesischen Provinzen. Die Hauptstadt ist Hangtschou mit 536 000 Einwohnern. Das von den Japanern besetzte Tungyang ist eine der ältesten Städte Chinas und durch seine landwirtschaftlichen Produkte berühmt, ebenso das früher besetzte Tscheng schien. Aeußerst verhängnisvoll für die Sache Marschall Tschiangkaischeks ist nach Mitteilungen japanischer Blätter der Umstand, daß durch die Einnahme der Stadt Kinhwa die Verbindung zwischen der Ostküste der Provinz Tschekiang und Tschungking abgeschnitten ist. Auf dieser Straße waren während weniger Monate 7000 Ton- Wie oft habe ich selbst das Gottesgeschenk eines Zupackenkönnens und eines hartnäckigen Arbeitenmüssens gegen alle Widerstände und trotz aller Widerstände heiß und beglückend in mir gefühlt, wenn Not äußerer oder innerer Art gleich dräuenden Wogen auf mein zaghaftes Lebensschisf zustoßen wollten, um es zum Kentern zu bringen. Jawohl, der Rheinländer geht mitten hindurch mit Fröhlichkeit auf der einen, mit leidenschaftlichem Glauben auf der anderen Seite. Wohl nirgends fönst mag es bei den Frauen eine so erdhafte und selbverständliche Personalunion mit dem lieben Gott geben. Und was dazu die Rheinländerin von anderen Frauen aus anderen deutschen Stämmen unterscheidet, ist ihre zupackende Sachlichkeit, das mit-beiden-Beinen-immer-auf-der- Erde-Stehen, man kann sagen: dieser gewisse und gerissene Fatalismus. Es ist eben so, basta. Man lamentiert ein wenig, doch mehr für sich allein, gleichsam zum Abklingen. Innerlich steht man bereits über den Dingen. Anders ausgedrückt: die Rheinländerin stirbt nicht so schnell am gebrochenen Herzen, auch wenn sie keineswegs so leichtsinnig ist, wie es im Sieb von den rheinischen Mädchen allenthalben gej Jungen wird. Sie ist höchstens leichten Sinnes! — Nicht weit hinter der Bonner Rheinbrücke wird das Bett des Stromes zusehends breiter, die Wolken hängen tiefer über dem Flußbett, die Luft sackt schwer, die Wellen gehen gemächlicher. An eben dieser Stelle schlug einst Cäsar seine Brücke über den Rhein, wie wir in der Quarta mühsam genug übersetzt haben. M die Erkenntnisie aus Kindheit und Jugendzeit am Rhein, vielfach gestaltet und abgewandelt, sind heute noch Gradmesser für meine Eindrücke. Der Mutterboden, der liebliche Wechsel von Berg und Tal ist immer noch Nährwurzel innerer Zuversicht, heißer Weltenfreude und bewußter Lebensbejahung. Findet so nicht auch die in der Welt manchmal belächelte „rheinische Sentimentalität" ihre einfachste Erklärung? Das Schicksal kann einem das innere Lied nicht verschlagen. Wohl den Ton, aber nie- mals bas Lieb. Und so hört der Rheinlänber immer die Glocken seiner Heimat. Unb immer sieht er das Wasser des Stromes, der zum Strom Deutschlands geworden ist, den er nie aufhören wird, zu heben im Herzen. Wie das OKW. mitteilt, unternahmen britische Jagbverbänbe in den Mittagsstunden des Pfingstmontag Vorstöße gegen die französische Kanalküste. Deutsche Jagdflugzeuge des Musters Focke-Wulf zwangen sie zum Abdrehen über See. Zwei Spitfire wurden ohne eigene Verluste abgeschossen. * Unter Vorsitz des Generalbevollmächtigten für den Arbeitseinsatz, Gauleiter Sauckel, fand in Ber- bin eine Tagung der Präsidenten der Landesarbeitsämter statt, in der diese Bericht über die Ar- beitseinfatzlage innerhalb ihrer Bezirke erstatteten. Abschließend gab Gauleiter Sauckel einen Ueb erblick über hie bisher durch geführten Maßnahmen, die er» freulicherweise zu einer ganz wesentlichen Steigerung der Leistungen im Arbettseinfatz für die Kriegs, wirtschaft geführt haben. * Am Pfingstmontagvormittag traf aus Algeciras kommend der Kalif von Spanisch-Marokko Muley Hassan in Madrid ein, um General Franco seine Aufwartung zu machen. In der Begleitung des Kalifen befanden sich der Hohe Kommissar 'von Marokko General Orgaz, der Emir Muley Mohammed und der Groß wesir. Der Kalif begab sich unter den Hochrufen einer vieltausenköpfigen Menge und den Klängen der spanischen unb marokkanischen Hymnen in den Palast des Ministerpräsidiums, in dem er wohnen wird. Sowjets rucken nach Westen vor." Noch am 22. Mai rechnet er mit der Wiederbefetzung von Charkow und erzählt, baß Me Sowjettruppen nur noch 45 Stellungen einzunehmen hätten. Der „Daily Ex- "News Chronicse" lassen an demselben -2. Mai von ihren militärischen Sachverständigen ausführen: „Die "Kämpfe bei Charkow befinden sich letzt im Stadium einer Konsolidierung der sowjetischen Erfolge, was völlig normal ist. Bestimmte Voraussagen lassen sich zwar über den weiteren Verlauf der Schlacht nicht machen, aber im schlechtsten Fall sind die Streitkräfte einander ebenbürtig, jo daß keiner der beiden Gegner einen entscheidenden Sieg gewinnen kann." Reuter verbreitet — wiederum am 22. Mai — einen Kommentar seines militärischen Mitarbeiters, der mit „Annalist" zeichnet. Darin heißt es: „Ein Sowjet-Kommunique meldet, daß die Offensive Timoschenkos an der Charkow-Front ihren Fortgang nimmt. Die rote Armee ubt mit Erfolg einen starken Druck auf den Feind aus. In den deutschen Meldungen kann man zwi- , scheu den Zeilen lesen, daß die Initiative bei den Sowjets liegt. Die Deutschen erwähnen ihre Gegenoffensive nicht und daraus schließt man sowjetischer- leits, daß diese bisher ohne Erfolg gewesen ist." Die Bolschewisten erklären in ihrer Armeezeitung ,'Nvter Stern", die deutschen Panzer und Truppenreserven an der Charkowfront waren bis zur operativen Unfähigkeit zusammengeschmolzen. Der sow- jettsche Heeresbericht ist indessen etwas kleinlauter. In ihm wirb von Teilangriffen der bolschewisttschen Truppen und von Derteidigungskämpfen gesprochen, obwohl ursprünglich von einer großen schwungvollen Offensive die Rede war, wobei sogar angeblich gelungene Kosaken an griffe durchgefuhx^ worden ^ien, so daß die Phantasie unserer englischen und nerikanischen Gegner eine ungeahnte Entfaltung -Urchmachen konnte. Diese Begleitmusik zu der Schlacht von Charkow darf uns heute lächeln machen. Allein es lohnt sich, die Salbadereien genau zu lesen, um inner zu werden, was den feindlichen Völkern von ihren Regierungen geboten wird unb — angesichts der miserablen Geographiekenntnisse, die dort üblich sind — auch geboten werden kann! Weil die deutschen Wehrmachtberichte die deutsche Gegenoffensive nicht erwähnt, unterstellt der Annalist-Kommentor, der für feine Person diese Schlußfolgerung nicht ziehen will, den Sowjets die Annahme, daß diese deutsche Gegeno'^nsioe „bisher ohne Erfolg gewesen ist". Eine ärgere Schmuddelei läßt sich nicht mehr denken. Wir brauchen unseren Lesern nicht ausein- anderzusetzen, daß die deutsche Kriegführung sich auf ein solch übles Spiel mit Worten nicht ein'läßt. Die Wehrmachtberichte melden, was geschehen ist. ' , Dr. Ho. hjuJ4)t. Eine mühevolle Arbeit, die ungewöhnliche Geduld erforderte. Die drei genannten Bavaria- Kulturfilme zogen sich — mit Unterbrechungen — auem m den Aufnahmen über einen Zeitraum von faft zwei Jahren hin. Sie waren besonders im schneereichen Frühjahr, im Sumpf und Schilfdschun- gel und unmittelbar am Wasser mit nicht geringen (ötrapaaen verbunden. Der Außenstehende ahnt auch nicht die umständliche Kleinarbeit, die bereits nötig mar, um die Kamera oder die Tonausnahmeappa« rQt!Ur«inkemerft von den scheuen Tieren etwa in re l. hohen Vaumwipfeln oder im schilfigen Randgebiet des Sees aufzubauen und zu bedienen. Tarnung waren Mensch unb Gerät mög- Ochst bicht am aufzunehmenden Objekt untergebracht. Stunden», manchmal tagelang mußten Hege und ftlne Mitarbeiterin im Versteck auf den richtigen Moment der Aufnahme warten, der wiederum vom Verhalten der sich ungestört fühlenden Tiere, vom Wetter unb ben schwankenben Delichtungsverhält- mffen abhing. Aus dem Reich. Längerer Urlaub des ireichsministers Oarr6. Berlin, 23. Mai. (DNB.) Reichsminister Darre hat aus gesundheitlichen Gründen einen längeren Urlaub angetreten. Der Führer hat für piefe Zeit den Staatssekretär im Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft Herbert Backe mit der Führung der Geschäfte des Neichsministers und preußischen Ministers für Ernährung und Landwirtschaft beauftragt. Frontsoldaten unseres Gaues spenden für das OKK. N^>G. Ein Bata'llonskommandeur aus dem Felde konnte an Gauleiter und i Sprenger berichten, daß am 1. Mm fern Bataillon in einer freiwilligen Sammlung 15 000 RM. aufgebracht habe und dem ©au- leiter zur zweckentsprechenden Verwendung zur Verfügung stelle. Das Schreiben schließt mit den Sal;en: „Mögen Sie, Gauleiter, aus dieser mit Einsatzbereitschaft gepaarten Opferfreudigkcit die ®cx — nen wertvollen Kriegsgutes in die Hauptstadt Tschiangkaischeks befördert worden. Die Zeitung „Nitschi Nitschi" erklärt, die Operationen in Tschekiang stellten eine entscheidende Ergänzung der Duennan- Kämpfe dar. Damit vernichteten die japanischen Streitkräfte den Traum der USA. und Englands, von China aus eine Gegenoffensive gegen 'Japan unternehmen zu können. Kunst und Wiffenschast. Lva Chamberlain gestorben. In der Nacht zum Dienstag ist in Bayreuth Frau Eva Chamberlain im Alter von 75 Jahren gestorben. Sie war die Tochter Richard Wag- ners aus seiner Ehe mit Cosima Wagner und die Witwe des Kulturphilosophen Houston Stewart Chamberlain. Henrichs Spieloper „Die TNusici". Als dritte Oper von Hermann Henrich, der neben einer Komponistentätigkeit die Fachschaft Kapell» meister und Orchestermusiker in der Reichsmusik» kammer leitet, brachte das Mecklenburgische Staats- theater in Schw erin die Spietaper „Die Musici" aur Uraufführung. Der Komponist plaudert in emem selbstgeschriebenen Libretto ' .^fam aus der Schule des berufsstänibifchen Betreuers von Muttern. In drei Zeitbildern, zwischen 1900 und 1940, jeweils um zwanzig Jahre getrennt und ohne eigentlich dramatische Handlung lehrstückähnlich an- einandergereiht, werden Standes- und Berufsfraqen der Musiker an praktischen Beispielen, z. T. recht wißheit entgegennehmen, daß der Frontsoldat fest entschlossen ist, .zu jefcer Zeit und mit allen Mitteln unseren Führer in diesem schweren und heroischen Kamps um die Freiheit unseres Volkes und die Größe unseres Reiches zu unterstützen." Diese Tatsache beweist wiederum den Geist unserer kämp- senden Front, der ihr täglich sich erneuerndes Opfer und höchster Einsatz noch immer nicht genug sind, sondern die darüber hinaus freudig und ungerufen selbst da mithilft, wo kein Appell an sie ergangen ist. Der Betrag wurde vom Gauleiter der Sa'm- m elftel le des DRK. für das Kriegs- h i l f s w e r k übergebsn. Der Kriegshilfsdienst her Arbeitsmaiden. Am Festsaal des Hofbräuhauses verabschiedete der Chef des Stabes des RAD., Obergeneralarbeits- !Ä^r Dr. Decker, die ersten zum halbjährigen Kriegshilfsdienst verpflichtet gewesenen Arbeits- maiden. Er erklärte, die Arbeitsmaiden hätten mit ungeheurem Schwung und großer Begeisterung ihre Aufgabe in Heeresbetrieben, Munitionsanstalten. Lazaretten, Verkehrsbetrieben, Krankenhäusern, bei der NSV., in Kindergärten und bei der Kinderlandoerschickung erfüllt und wertvolle Dienste geleistet. Eltern und Betriebsführer müßten sich dessen bewußt sein, daß jede Befreiung vom Kriegshilfsdienst praktisch weniger Waffen und Munition für unsere kämpfende Front bedeutet - hätte. Gauleiter Adolf Wagner nannte die Arbeitsmaiden junge Repräsentantinnen der neuen Weltanschauung, 'die sie, als eine Jugend, wie man sie tüchtiger in der Welt nicht finde, ins Leben mit hinausnehme. Fünf Todesurteile wegen Schwarzschlachtungen. Einen ganzen Schlachthof für Schwarzschlachtungen errichteten die Eheleute Joachim aus Bielefeld auf ihrer Besitzung und auf dem Gute ihrer Verwandten, der Ehegatten Eschen und d-ren Nachbarn, dem Hofe der Ehegatten Paehler vor der Holte. Sie schlachteten gemeinsam 37 Schweine, 16 Kälber und ein Rind. Nachdem zwischen ihnen Streit entstanden war, schlachteten die Familien Eschen und Paehler selbständig weitere 16 Schweine und 8 Kälber. Die Kriegsverbrecher, die durch ihre Handlungen ernstlich die Versorgung der Bevölkerung mit Fleisch gefährdet hatten, kauften das Vieh in der Umgebung bei Landwirten auf und setzten dann das Fleisch in Bielefeld und Paderborn bei Gastwirten und Hoteliers im Schleichhandel ab. Gegen alle Beteiligten, die fast lückenlos festgestellt werden konnten, werden gesonderte Verfahren eingeleitet. Das Sondergericht Bielefeld verurteilte die Ehegatten Joachim, Eschen und Josef Paehler vor der Holte zum Tode, Anna Paehler vor der Holte zu zehn Jahren Zuchhaus, den Bruder der Joachim, der bei den Schlachtungen mithalf, zu drei Jahren Zuchhaus, den Hausschlächter Johanntokrax der mehrere Schlachtungen durchführte, und den Viehhändler Kronshage, der einen Teil der geschlachteten Tiere verhandelte, zu je zwei Jahren Zuchthaus. Waren dem Verkauf entzogen. Die vor dem Sondergericht in Weimar angeklagten Ehegatten Schnellert betrieben dort zwei Herrenbekleidungsgeschäfte. Bald nach Kriegsbeginn gingen sie dazu über, die Spinnstoffwaren von Friedensqualität aus dem Laden zu entfernen und ein Reseroelager anzulegen, das fälschlich als „Ausweichlager" bezeichnet wurde. Ein Teil dieser Waren wurde .zu dem Vater des Angeklagten in die Wohnung gebracht. Um den Verkauf weiter zu drosseln, kürzte Schnellert eigenmächtig die Geschäftszeiten und sperrte schließlich ein Geschäft überhaupt, wodurch er die dort befindlichen Waren wieder dem Verkauf entzog. An seine Wirtschaftsorganisation gab er falsche Bestandsmeldungen ab und kontrollierenden Finanzbeamten gab er unrichtige Auskünfte. Der Anordnung auf Auflösung aller Reservelager wirkte er dadurch entgegen, daß er einen großen Teil seines Lagers zwar in den Laden brachte, aber die, Waren unter dem Ladentisch versteckte. Dabei wurden Käufer trotz Vorhandenseins der betreffenden Warengattung abgewiesen. Die Angeklagten schafften Waren auch dadurch beiseite, daß sie für Prrvatzwecke über die ihnen zu steh ende Punktanzahl hinaus Entnahmen aus dem Warenlaaer machten. Die Schnellert verwendete weiter im Geschäft ein- stehende Punkte zum Ankauf von Spinnstoffen für Privatzwecke. Beide trieben auch einen lebhaften Tauschhandel mit Spinnstoffwaren gegen Lebensrnittel. Für Schnellert, der die treibende Kraft war, kam nur die Todesstrafe als Sühne für seine Kriegswirtschastsoerbrechen in Frage, während Martha Schnellert acht Jahre Zuchthaus erhielt. Dazu wurde eine Geldstrafe von 20 000 RM. verhängt und ein Wertersatz von 42 000 RM. auferlegt. Ausländer-Gastspiel: »Garmen" von Bizet. Die von Herrn Sch warze in Szene gesetzte, gen Anca I e l a c i c vom Nationaltheater in Agram tert singenden Gäste fügten sich, wie zuvor festgestellt werden darf, mit einer sehr natürlich wirkenden Leichtigkeit und Ungezwungenheit in die stehende heimische Aufführung ein, was um so höher anzuerkennen ist, als zur Vorbereitung vermutlich kaum mehr als eine flüchtige Verständigungsprobe ange? Aufführung vom Oktober v. I. erfaßen am zweiten Feiertag noch einmal auf dem Spielplan: mit drei Aus her Stahl Gießen.! Theater her Universitätsstadt Gießen Gegen Mittag. werden. Schweinemarkt in Llch. * Lich, 26. Mai. Auf dem heutigen Schweine. Marktwaren 230 Ferkel aufgetrieben. Es kosteten 6 bis 8 Wochen alte Ferkel 25 bis 35 RM., 9 bis 12 Wochen alte Tiere 40 bis 50 RM. das Stück. Das Geschäft verlief schleppend, es verblieb Heber« stand. Schweinemarkl in Schotten. * Schotten, 26. Mai. Auf dem heutigen Schweinemarkt waren 350 Ferkel und Läufer- schweine aufgetrieben. Es kosteten 6 Wochen alte Ferkel 28 bis 32 RM., 7 bis 8 Wochen alte Tiere 35 bis 40 RM., 8 bis 9 Wochen alte 40 bis 60 RM., 10 bis 11 Wochen alte 65 bis 70 RM., 12 bis 13 Wochen alte 70 bis 75 RM., Einleger 90 bis 100 RM. pro Stück. Marktverlauf: Flott, geringer Heberstand. Kreis Alsfeld. —.— Homberg, 23. Mai. Der Landwirt Daniel Engel von hier kann am Dienstag, 26. Mai, in körperlicher und geistiger Frische seinen 74. Geburtstag begehen. Der Jubilar hilft noch fleißig in dem Landwirtschaftsbetrieb seiner verheirateten Tochter mit. Dem alten Herrn gelten auch unsere herzlichen Glückwünsche. Zwischen eiligen Wolken sucht die Sonne ihren Weg. Wind drängt durch unruhig gewordenes . ___— w„ 0 ... ^ov..v Laus der Bäume ins Ferne. Straßenbahnen ras- von Musikdirektor S ö l l n e r dirigierte „Carmen sein vorüber. Musik kommt aus einem offenen Fenster. am Montag, 1. Juni, der Dichter Anton Dörfler aus eigenen Werken lesen. Damit soll das für den Vortragswinter 1941/42 vorgesehene Programm, das infolge kriegsbedingter Verhältnisse seinerzeit einige Aenderungen erfahren mußte, ergänzt werden. Dörfler wurde mit dem Volkspreis für deutsche Dichtuno ausgezeichnet. Aus her engeren Heimat. Eine Wappengalerie im Lauterbacher Museum. Lpd. Lauterbach, 25. Mai. Neben den vielseitigen musealen Reichtümern hat die Leitung des Lauterbacher Museums seit einiger Zeit auch eine Sammlung von Geschlechter- wappen angelegt, die von einem Mitarbeiter des Museums, dem Malermeister Siemsen, auf einfach geschnittenen hölzernen Wappenschildern gemalt wurden. Diese Wappen sind jetzt zu einer geschlossenen Sammlung in Form einer Wappengalerie im Museumsgebäude, dem Hohhaus, vereinigt worden. Die Sammlung soll im Laufe der Zeit noch erwei- | Dino Badescu, Don Jof6, verfügt über einen heldisch gefärbten Tenor, dessen Glanz und kraftvoll strahlendes Volumen sich besonders in der mühelos ausgehaltenen Höhenlage entfalten konnten. Die dramatischen Qualitäten des Organs wurden sehr bewußt und mit einer imponierenden Steigerung auf die große Schlußszene hin eingesetzt; auch die Blumenarie des zweiten Aktes war ' ein Höhepunkt in der Interpretation der Partie, ; beten theatralische Möglichkeiten vollkommen, aber ohne störende Uebertreibung, ausgeschöpft wurden. . — Nia Badescu fang, übrigens ebenfalls mit bemerkenswert guter Aussprache und kaum wahrnehmbarem, fremden Akzent, blond und zierlich, die Micaela.mit einer gepflegten, schöner Entfaltung in der Höhenlage fähigen Gesanglichkeit, die vor allem im Duett mit Don Joss und in der Arie des dritten Aktes sympathisch zur Geltung kam. — Die abgesehen von der Besetzung der Gastpartien kaum veränderte Aufführung ist seinerzeit eingehend gewürdigt worden. Dom heimischen Ensemble sei trotzdem Herrn Lotts vorzügliche Leistung noch einmal. hervorge^oden, der, stimmlich und darstellerisch in bester Form, den Escamillo fang. Den Dancairo gab Herr Viktor Hospach a. G. Die schwungvolle Orchesterführung des Herrn S ö l l n e r wurde durch die mit kraftvollem Einsatz singenden Chöre unter Leitung von Herrn Enterte i n wirksam unterstützt. Das ausverkaufte Haus spendete reichen Beifall, z. T. bei offener Szene. Besonders die Gaste aus Agram und Bukarest wurden sehr gefeiert. Hans Thyriot. nommen werden kann. * Anca Ielacic (Agram) darf figürlich, darstellerisch und organisch als eine ideale Verkörperung der Carmen bezeichnet werden: die sehr schlanke, dunkelhaarige und rassige Erscheinung gab der Gestalt des zigeunerhaften, spanischen Weibsteufels mit katzenhafter Geschmeidigkeit, ton irisch gelockerter Bewegung und ursprünglich durchbrechendem Temperament einen faszinierenden Umriß. Die ausgezeichnet geschulte, ganz locker angesetzte und bemerkenswert rein artikulierende Stimme ist in allen Lagen von gleichmäßig tragender, sehr wohllautender Fülle und Ausdruckskraft. Die große, schwere, auch atemtechnisch hohe Anforderungen stellende Partie wurde mit so überlegenem Einsatz der verfügbaren, reichen Mittel bewältigt, daß die Aufführung allein um der Titelpartie willen ein dankbar anerkannter Genuß war. ** DichterAnton Dörfler liest in Gie- ß e'n. Dom Goethe-Bund wird uns geschrieben: Im Rahmen des Gießener Vortragsringes (Goethe- Bund, Kulturelle Vereinigung und Äolksbildungs- ftätte Gießen der NSG. „Kraft durch Freude") wird EntschädigungSaktion für Schi-Spender. Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda und der Reichssportführer teilen im Einvernehmen mit dem Reichsschatzmeister der NSDAP, mit, daß die Ortsgruppen der NSDAP, zur Zeit die Entschädigungsaktion für die Spender von Schi durchführen. Jeder Volksgenosse, für den die Abgabe feiner Schi ein zu großes Opfer bedeutet, kann bei den Ortsgruppen-Kafsenleitern der NSDAP, für jedes komplette Paar Schi mit Bindung und Stöcken gegen Rückgabe der Abgabebescheinigung eine Einheitsvergütung von 30 RM. zur Auszahlung beantragen. Diejenigen Spender, die von der Barentschädi- gung keinen Gebrauch machen, bleiben zur bevorzugten Belieferung mit einem Paar Schi im Werte von 30 RM. berechtigt. Die Abgabebescheinigungen sind in ordnungsgemäßer Verfassung mit Stempel und Unterschrift des Ortsgruppenleiters aufzubewahren. Sie sind später bei Empfang eines Paar Schi zurückzugeben. Den Schisportlehrern wurde von der Reichssportführung besonders empfohlen, sich nicht für eine Barauszahlung, si ndern für eine Bezugsberechti- auna für ein Paa». Schi zu entscheiden. Es wird Vorsorge getroffen werden, daß zu gegebener Zett sportgerechtes Material zur Ausgabe gelangt. Steuererleichterung für Rentner. Es gibt Steuerpflichtige, die Renten aus der reichsgesetzlichen Sozialversicherung und im gleichen Veranlagungszeitraum Einkünfte aus nichtfelbftän- diger Arbeit beziehen, die aus einem gegenwärtigen Dienstverhältnis stammen. Es kommt vor, daß solche Steuerpflichtige nur deshalb veranlagt werden, weil die Einkünfte, die-nicht dem Steuerabzug unterliegen, mehr als 300 RM. betragen. Für diese Fälle hat der Reichsfinanzminister jetzt bestimmt, daß von den Rentenbezügen außer den 200 RM. Pauschbetrag für Werbungskosten ein besonderer steuerfreier Betrag von 600 M. abzuziehen ist. Der besondere steuerfreie Betrag darf jedoch weder die Einkünfte aus den Rentenbezügen, noch die Arbeitseinkünfte übersteigen. Für die Frage, ob die Grenze von 300 RM. überschritten wird, ist bei den Rentenbezügen von den Einnahmen nach Abzug der Werbungskosten und des besonderen steuerfreien Betrags von 600 RM. auszugehen. Diese Regelung gilt erstmalig bei der Einkommensteuerveranlagung für 1941. Schon durchgeführte Veranlagungen werden von Amts wegen geändert. und muß, als sich ein Beulchen am Kopf eines Dreijährigen nicht ohne fremde Einwirkung zeigt, etwas kräftiger gelöscht werden. Inzwischen ist da eine Burg entstanden, auf die ein alter Eisenbahnwagen hjnausgebracht wird, dort ein kleiner Sandkuchen, anderswo fliegt aus kecken Händen ein Eimerchen in den tief ausgeschachteten Graben hinunter und wird bann mit Lust verschüttet. Minuten -ergehen, Viertelstunden, es wird allenthalben mit Lust gearbeitet. Don fernher kommen aus einmal Marschtritte. „Soldaten kommen!" Im Nu sind Schaufeln und Eimer, Burgen und Gräben sinnlos geworden. Zuerst sausen die größeren los, dann hoppeln die Kleinen und Kleinsten, was die Beine hergeben, hinterdrein. Dreimal muß einer der Sandarbeiter, ein pfiffiges Kerlchen, erst mit dem ganzen Körper zur Erde, ehe es die wie eine Mauer aufgebaute Schar der andern erreicht. Er kommt gerade noch hin. Still, wie gebannt lassen die Kinder den Trupp an sich voiüberziehen. Ays vielen Augenpaaren leuchtet es den Jungen und Madeln freübig entgegen, aber deren Blick geht nur nach den Gewehren und Stahlhelmen und den über die Steine dahinziehenden Stiefeln. Wie andere Wesen mögen die Dorbeimarschierenden den Kindern vorkommen. Gleich aber könnte man mit ihnen gut Freund werden, könnte mit ihnen spielen. Die älteren Jungen gehen noch ein paar Minuten mit; die kleinen kehren jubelnd zum Sandkasten zurück. Wieder buddelt man sich ein Loch, vergräbt die Füße, sucht ein paar Steine zusammen. Es ist wieder alles wie zuvor. Am Mittag kehren hungrige Mäuler heim. Fi-ohe Stunhen fürunsere Verwundeten Die NSG. „Kraft durch Freude" führte im Laufe der vergangenen Woche im Auftrage des Oberkommandos der Wehrmacht und in Zusammenarbeit mit dem Sonderreferat „Truppenbetreuung" im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda in hiesigen Lazaretten folgende Veranstaltungen durch: „Immer wieder Freude" brachte die Dortragsfolge einer Kabarettveranstaltung den Verwundeten eines Lazaretts. Das Anny-May-Trio zeigte feine Tanzkunst und fang Wiener Lieder. Mit Zaubereien und Kartenkunststücken unterhielt Ben Ali vorzüglich. Die Kapelle Marggrander spielte beliebte fröhliche Weisen. — In einem Lazarett veranstalteten Annelene Rauch (Sopran), Leonore Voepel (Geige) und Gertrud Dapper (Klavier) ein Konzert. Die Künstler sangen und spielten Kompositionen von Schubert, Dvorak, Schumann, Brahms, Rossini und Mozart. — Im Auftrage des Landesfremdenverkehrsverbandes Rhein-Main hielt Studienrat Dr. Quentin (Dillenburg) in zwei Lazaretten Lichtbildervorträge über den Westerwald. Alle Veranstaltungen hatten regen Beifall. Vor dem Fest ließ die Kreisamtsleitung der NSV. Wetterau in allen Lazaretten durch den Beauftragten der N2KOV. G r a v e l i u s und alle Betreuerinnen der NS.-Frauenfchaft an die Verwundeten und Kranken Zigaretten, Gebäck und schöne Ansichtskarten von Gießen verteilen, welche freudige Abnehmer fanden. Zu den Feiertagen hatten durch Vermittlung der Kreisfrauenschaftsleiterin W r e d e die Ortsfrauenfchaften Bettenhausen, Birklar, Mu- schenheim, Rodheim a.d.Horloff und Ruppertsburg eine große Zahl schöner Kuchen für die Lazarette gespendet. Einige Mädels des BDM. in Köddingen besuchten unter Leitung ihrer Führerin Born ein Lazarett und überbrachten Liebesgaben. Zu den Feiertagen waren Verwundete aus allen Lazaretten in Holzheim, Stockhausen, Hartenrod und Freienseen zu Gast. Die Verwundeten sanden im Kreise der Familien freundlichste Aufnahme. Nachmittags waren Kaffeenachmittage, die durch Ortsgruppenleiter, NS.-Frauenschaft, NSKOV. und BDM. gestaltet wurden. In Freienfeen hatte die DRK.-Ober- belferin Krautwurst die Einladung übernommen. Die schönen Stunden der Volksgemeinschaft werden allen Beteiligten eine angenehme Erinnerung fein. Derdunkelungszeil: 26. Mai von 22.27 bis 4.41 Hhr. Von all dem sehen und hören die Kinder nichts, ausländischen Gästen in tragenden Partien. Es san- die den Sandkasten bekvabbeln. Immer mehr sind gen Anca Jelacic vom Nationaltheater in Agram es im Laufe der letzten Stunde geworden, so daß die Carmen, Nia Badescu und Dino Baschon erste Streitigkeiten zwischen den vielen .Sand- d e s c u von der Bukarester Staatsoper die Mi- land-Eroberern ausgebrochen sind. Ein paar Zu-; caela und den Don Jose. Die übrigens deutsch rufe, mit nicht gerade beliebten Drohungen ge-'r! c """ mischt, haben die Gemüter vorerst wieder besänftigt. Aber das Feuerchen flackert immer wieder auf Warnung ans Stendal Roman von A. Lothar Philipp 38. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Irene Norodna wurde aus der Haft vorgeführt. Sie war sehr bleich, und ihre dunklen, großen Augen blickten unruhig im Raume umher. Krähe stellte sich hinter ihren Stuhl, so daß sie von der Tür aus nicht gesehen werden konnte. Dann führte Neubauer den verhafteten Sumor herein. r ... Wenig versprach sich viel von dieser Gegenüberstellung. Beide waren nach der Auskunft der Zigeu- nerzentrale vom Stamme Holler, Sumor hatte Bartholds Papiere und feinen Namen getragen, mußte also etwas über die Sache wissen. Sumor trat mit einem Lächeln ein. Neubauer führte ihn bis zum Stuhl Irenes, Krähe trat 3ur Seite, packte ihn an den Schultern und stellte ihn Irene gegenüber, zugleich rief der Kriminalrat: „Kennen Sie diese Frau?" Die Wirkung war überraschend. Das Lächeln verschwand aus Sumors Gesicht, er riß die Augen weit auf, streckte beide Arme vor und ,^Zirri!" Dann wandte er sich an den Kriminalrat und sprudelte hervor: .Herr, bei allem was mir Heisig ist, diese Frau ist'unschuldig, Lanos war es allem, ich — In diesem Augenblick -schrie Irene ihm einige Worte in einer fremden Sprache zu. Sumor schwieg, verbarg sein Gesicht in feinen Händen und trat zwei Schritte Zurück Dann ließ er die Hande fallen. Jetzt zeigte er wieder sein krampfhaftes Lächeln. Er zuckte die Achseln und sagte, zu Wenig gewandt: Herr es war eine Ähnlichkeit Diese Frau kenne ich nicht. Ich habe sie nie gesehen. Ich verwechselte sie mit einer anderen Frau „Abführen!" befahl der Krimmalrat. Die Norodna war aufgestanden und sah ihm nach. Sie war sehr bleich geworden und atmete heftig. Dann sah sie sich nach dem Kriminalrat um. „Bitte, setzen Sie sich wieder." Sie war fest entschlossen, zu leugnen. Aber die Heberraschungen sollten für sie noch nicht vorüber sein. Wenig warf ihr plötzlich eine kleine Selbstläde- pistole hin. „Kennen Sie diese Waffe?" fragte er. Jetzt fuhr sie zusammen. Sie blickte starr auf die Waffe. , Aber auch jetzt beherrschte sie sich wieder. „Nein", sagte sie. „Mit dieser Waffe wurde in die Hhr im Zimmer Lanos' geschossen. Wir fanden diese Waffe in Ihrem Zimmer, unter Ihren Sachen. Was haben Sie dazu zu sagen?" „Ich kenne diese Waffe nicht. Ich weiß nicht, wie sie unter meine Sachen gekommen ist." „Sie sind am Mordabend-im Zimmer des Herrn Lanos gewesen, wollen Sie das eingestehen?" „Nein." „Lanos hat es selber zugegeben. Der Portier hat Sie erkannt. Ebenso die Wirttn. Es hat keinen Zweck, zu leugnen. Also?" Sie dachte einige Sekunden nach. Dann fuhr sie auf. „Die lügen! Sie lügen alle. Es ist nicht wahr! Ich habe Lanos zwei Tage vor der Tat das letztemal gesehen, so wahr ich —" „Ach, sehen Sie einmal an", lächelte Wenig, „und bisher haben Sie gesagt. Sie hätten ihn zuletzt vier Wochen vor der Tat in Hamburg gesehen. Sie behaupten, alle lügen: Lanos, der Portier, die Wirtin. Nur Sie sagen die Wahrheit, Sie, eine Zigeunerin —" „Wer sagt, daß ich eine Zigeunerin bin?" fragte sie und runzelte die Stirn. „Sie sind uns als solche bekannt. Sie sind aus dem gleichen Stamm wie Sumor, aus dem Stamme Holler —" „Wer — um aller Heiligen willen — hat Ihnen das gesagt, Herr!?" schrie sie jetzt. „Wir wissen es. Das mag Ihnen genügen. Also, wollen Sie nicht die Wahrheit sagen?" „Ich bin unschuldig, Herr, unschuldig bin ich, Lanos hat alles getan —" „Wenn das wahr wäre, dann hätten Sie keine Veranlassung gehabt, ihn auf der Bühne zu ermorden", sagte Wenig, „aber Sie taten es, weil er zuviel über Sie wußte. Damit wollten Sie den gefährlichsten Zeugen mundtot machen." „Ich bin unschuldig, ich schwöre es Ihnen", schrie sie wieder, „bei dem Grabe meiner Mutter, glauben Sie mir —" „So sagen Sie die Wahrheit!" rief Wenig. „Das ist die Wahrheit. Ich war nicht im Zimmer, ich weiß nicht, was geschehen ist, ich bin unschuldig." Sie schluchzte jetzt laut und unbeherrscht in ihr Taschentuch. Wenig gab ihr einige Minuten Zeit, sich zu beruhigen. In diesen Minuten, die für sie ein Gewinn waren, hatte sie sich entschlossen, überhaupt nichts mehr zu sagen. Als er die Vernehmung fortsetzen wollte, erhob sie sich und sagte laut: „Ich protestiere gegen meine Verhaftung. Ich bin unschuldig. Ich sage kein Wort mehr, bis ich freigelassen werde." Sie antwortete auf keine Frage mehr und weigerte sich, das Protokoll zu unterschreiben. Es blieb dem Kriminalrat nichts anderes übrig, als sie wieder abführen zu lassen. „Ich habe mit vierzig Mördern in meiner Laufbahn nicht so viel Theater gehabt wie mit diesen beiden Zigeunern", sagte er dann ärgerlich zu Krähe, „weiß Gott, diese Burschen machen einem heiß." „Trotzdem können wir ruhig den Bericht fertig machen und ihn an die Staatsanwaltschaft weiter- ; leiten", meinte der Kriminalsekretär, „ich habe so | eine Ahnung, als ob wir in der Verhandlung noch | manches klären könnten." „Ich glaube auch. Also los, Krähe, geben Sie die Akten her und dann setzen Sie sich an die Maschine." Hnd Wenig steckte sich eine große Zigarre an und begann, die Hände in den Taschen, im Zimmer auf- und ablaufend, hin und wieder einen Blick in die Akten werfend, feinen Bericht zu diktieren. Die Tageszeitungen hatten die Verhaftung von Lanos und Irene Norodna gebracht und von der Pressestelle war die Bemerkung hinzugefügt worden, daß Lanos den Mord zugegeben, jedoch gesagt habe, er Ijabe Barthold, der gekommen sei, ihn zu töten, in der Notwehr erschossen. Don der Beteiligung Irenes und dem Fund der Pistole, aus welcher auf die Hhr geschossen worden war, stand nichts in den Zeitungen. Lediglich war angegeben, sie sei wegen eines versuchten Mordes an Lanos verhaftet worden. „Faule Fische", sagte Petersen, als er das Blatt gelesen hatte, „ich glaube nicht, daß Lanos in Notwehr gehandelt hat. Er hat — das steht für mich fest — Barchold ermordet, weil dieser an der Flucht Elisabeths beteiligt war. Also ist sie doch die Ursache des Mordes gewesen. Hnd das genügt mir vollständig. Für mich existiert sie nicht mehr, denn ich mochte mir nicht die Hände verbrennen." „Welt", wandte sich Willis an den Großen, „jetzt kannst du es mir doch sagen, wer die Gerüchte über Elisabeth in Umlauf gebracht hat. War es Petersen?" „Du bist wohl vollkommen verrückt geworden", fuhr der Kleine auf, „ich habe nur weitererzählt, was mir erzählt wurde." „Irene war es", gab Welt zu; Willis atmete auf und sagte: „Das habe ich mir gedacht, denn nur Irene konnte es gewesen sein. Ich bin davon überzeugt, daß sie viel mehr mit der Sache zu tun hat, als sir zugegeben hat. Hnd weil sie schuldig ist, hat sie Elisabeth verleumdet und versucht, alles auf sie abzuschieben." (Fortsetzung folgt) Pfingsttage der Leibesübungen Unsere Turner und Sportler führten den ihnen erteilten Pfingstaustrag durch. Zwar waren es nur wenige Teilnehmer, die einzelnen Wettbewerbe waren nur schwach besetzt, aber diese Unentwegten ließen sich ihre Freude an Spiel und Wettkampf nicht trüben und brachten ihr umfangreiches Programm unter Dach und Fach. Besondere Anerkennung gebührt vor allem den Mädels der beiden Gießener Turnvereine, die ihre Meldungen vollzählig erfüllten. Noch einen wollen wir nennen: Höfken, der Bezirksmeister 1940 im Weitsprung. Kaum von einer im Osten erlittenen Verwundung genesen, stand er, ausgezeichnet mit den Ehrenzeichen der Front, bei der ersten sich bietenden Gelegenheit wieder auf dem Sportplatz und bewies seine alte Leistungsfähigkeit. Die Veranstaltung, geleitet von Sportkreisführer Stein, mußte auf die Nachmittagsstunden zusammengedrängt werden. Die 100-Meter-Läufer eröffneten die Wettkampffolge. Wieder einmal mehr bewies hier Müller vom LSV. seine beständige Form. Zwar erwischte er den schlechtesten Start, konnte aber auf den letzten Metern noch den überraschend gut laufenden Prof. v. Herath vom Mtv. auf den 2. Platz verweisen. Die Zeit von 11,8 auf der schweren Bahn ist recht gut. Deutlicher fiel sein Sieg über 200 Meter aus, die er in 25 Sek. vor Höfken gewann. Dieser holte sich dafür sehr sicher den Weitsprung. Zwar wurden es nicht gleich wieder 7 Meter, wie vor zwei Fahren, doch beweist feine Leistung von 6,46 Meter, unter diesen Umständen erzielt, wie gut er noch im Schwünge ist. Kreisfachwart Lieb gewann die 800 Meter vor Oltersdorf, der auch über 5000 Meter hinter R o t h e r und über 1500 Meter hinter Wester- d o r f jeweils Zweiter wurde. Schließlich lief er zum Schluß noch in der 4X100-Meter-Staffel seines Vereins und unterstrich damit seine Vielseitigkeit. Als vielseitig zeigten sich auch Ulrich und Rosenberg. Während dieser Speerwerfen und Kugelstoßen gewann, siegte Ulrich im Hochsprung mit 1,60 und blieb im Diskuswerfen mit 30,58 Meter vorne. L o h r e n z und Lieb waren die Sieger 'm 400-Meter-Lauf. Bei den -Frauen dominierten die tüchtigen Leichtathletinnen des Mtv. Hellwig Clarius gewann die 100 m, Christa Dreyer den Weitsprung, Lotte Keßler das Kugelstoßen, Frl. Hußke den Hochsprung und schließlich Frau Martin das Diskuswerfen. Bei den BDM.-Wettbewerben war es ähnlich. Hier teilten sich die beiden Schwestern Rolfe 5 mit zum Teil sehr guten Leistungen „brüderlich" die ersten Siege in den Lauf- und Sprungkonkurrenzen, während Gretel K i r st e i n im Kugelstoßen und Diskuswerfen Siegerin wurde. Ein schönes und vor allem faires Fußballspiel der Mannschaften Gießen-Staüt — Gießen-Land bereicherte den Nachmittag. Der „Bunte Rasen" konnte leider nur in Ausschnitten gezeigt werden. Um so mehr darf man auf die Wiederholung der Gesamtfolge gespannt sein, denn diese Ausschnitte waren sehr vielversprechend. Sicher gekonnt und gut durchgeführt war das Kastenspringen der Mädels vom Mtv. unter Leitung von Frl. Seim. Daß Gießen auch künftig eine Pflegestätte des schönen Geräteturnens bleiben wird, zeigten dann die Turnerinnen der beiden Gießener Turnvereine. Hier holten sich Frl. Schmieder vom Tv. 46 und Frl. Seim vom Mtv. für ihr ausgezeichnetes Können am Barren Sonderbeifall. „Der Boden ist das liebste Gerät" der Turnerjugend. Das bewiesen anschließend die Pimpfe der Sportdienstgruppe Tv. 46 unter Leitung von Karl R e u - t e r. Tischspringen, ein neues Gerät, das neben Können vor allem Mut erfordert, bildete den Abschluß der 3. Sportpfingsten. Ergebnisse der Leichtathletik-Wettbewerbe. Männer: 100 Meter: 1. Kurt Müller, LSV., 11,8; 2. von 100 Meter: 1. Kurt Müller, LSV., 11,8; 2. von Herrath, Mtv., 12,0; 3. Jährens, LSV., 12,3. 20 0 Meter: 1. Kurt Müller, LSV., 25,0; 2. Höfken, VfL. Kirn, 25,5; 3. Jöhrens, LSV., 26,2. 4 0 0 Meter: 1. Lohrenz, LSD., 58,2; 2. Lieb, LSV., 58,6. 80 0 Meter: 1. Lieb, LSV., 2:16,3; 2. Oltersdorf, LSV., 2:24,4. 15 0 0 Meter: 1. Westerdorf, LSD., 4:48,8; 2. Oltersdorf/LSV., 5:06,5. 5000 Meter: 1. Rother, LSD., 17:11,0; 2. Oltersdorf, LSV., 18:45,2. Weitfprung: 1. Höfken, VfL. Kirn, 6,46 Meter; 2. Lohrenz, LSD., 6,11; 3. Kurt Müller, LSV., 5,65. Hochsprung: 1. Ulrich, LSV., 1,60 Meter; 2. Hübner, Mtv., 1,50; 2. Rosenberg, LSV., 1,50; 2. Lohrenz, LSV., 1,50. Kugel: 1. Rosenberg, LSV., 11,00 Meter; 2. Ulrich, LSV., 10,89; 3. Lohrenz, LSV., 9,43. Diskus: 1.Ulrich, LSV., 30,58 Meter; 2. Rosenberg, LSV., 29,70. Speer: 1. Rosenberg, LSV., 39,33 Meter; 2. Lieb, LSV., 39,22. 4X100 Meter: 1. Mannschaft LSD., 48,4; 2. Mannschaft LSV., 52,0. Frauen: 100 Meter: 1. Hellwig Clarius, Mtv., 14,5; 2. Christa Dreyer, Mtv., 14,7; 3. Lotte Keßler, Mtv., 15,0. Weitsprung: 1. Christa Dreyer, Mtv., 4,37 Meter; 2. Erika Martin, Mtv., 4,32; 3. Marg. Seim, Mtv., 4,31. Hochs prung: 1. Hußke, Mtv., 1,40 Meter; 2. Lotte Keßler, Mtv., 1,35; 2. Hellwig Clarius, Mtv., 1,35. Diskus: 1. Erika Martin, Mtv., 28,90 Meter; 2. Helma Schmieder, Do. 46, 25,59 ; 3. Lotte Keßler, Mtv., 22,36. Kugel: 1. Lotte Keßler, Mtv., 10,02 Meter; 2. Erika Martin, Mtv., 9,57; 3. Helma Schmieder, Tv. 46, 8,61. 4X100 Meter: 1. Mtv. Gießen. BD7N.klafse: 100 Meter: 1. Inge Rolfes, Mtv., 14,0; 2. Beate Kreiling, Mtv., 14,6; 3. Rosi Rolfes, Mtv., Weitsprung: 1. Rosi Rolfes, Mtv., 4,79 Meter; 2. Inge Rolfes, Mtv., 4,52; 3. Liane Schuldt, Tv. 46, 4,40. Hochsprung: 1. Rosi Rolfes, Mtv., 1,41 Meter; 2. Inge Rolfes, Mtv., 1,33; 2. Hilde Feulgen, Mtv., 1,33; 3. Liane Schuldt, To. 46, 1,25. Kugel: 1. Gretel Kirftein, Mtv., 7,69 Meter; 2. Liane Schuldt, Tv. 46, 7,25; 3. Inge Rolfes, Mtv., 7,22. T Diskus: 1. Gretel Kirftein, Mtv., 21,25 Meter; 2. Hilde Feulgen, Mtv., 18,53. 4X100 Meter Klaffe B: 1. Mto.; Klaffe C: 1. Tv. 46; 2. Tv. 46. Gießen-Etaot - Gießen-Land 5:0(5:l) Obwohl auf beiden Seiten nur mit 9 Mann gespielt wurde, war das Spiel doch spannend. Großen Anteil an dem Erfolge hatte die Verteidigung Petri und Schlitz, die sich gut ergänzten. In der Läuferreihe gefiel Weiß am besten. Gut gefallen konnten auch die beiden Außenstürmer Brunner und Fleischhauer. Daß Fleischhauer Nicht nur ein Verteidiger, sondern auch ein guter Außenstürmer ist, stellte er in diesem Spiele unter Beweis. Seine schnellen Durchbrüche brachten die ggnerische Verteidigung oft ins Wanken. Von den Gästen sind nur Heil und Hofmann zu nennen, die ihrer Aufgabe gerecht wurden. Fett im Tor stellte auch hier seinen Mann. Der Sieg der Stadtmannschaft war verdient, wenn auch auf lange Zeit die Landmannschaft ein ebenbürtiger Gegner war. Nachdem Weiß die Stadtmannschaft durch einen Elfmeter in Führung brachte, mußte die Stadtmannschaft doch kämpfen, um durch Tore von Dörschel (3) und Fleischhauer den Sieg bis zur Pause sicherzustellen. Die Landmannschaft kam durch die Hereinnahme von Heil in den Sturm nach der Pause etwas besser zur Geltung, aber alle noch so gut gemeinten Angriffe scheiterten an der aufmerksamen Verteidigung der Stadtmannschaft. Erst als Schlitz im Strafraum Hand machte, konnte die Landmannschaft den verdienten Ehrentreffer buchen. Schiedsrichter Post leitete einwandfrei. Die „letzten Acht" im Fußball. Das Interesse der deutschen Fußballgemeinde gehörte am Pfingstsonntag den acht Kämpfen der zweiten Meisterschafts-Vorrunde. Ohne Ueberraschun- gen ging es auch diesmal nicht ab, denn wer hätte der tüchtigen Straßburger ff nach Ihrem Erfolg über die Stuttgarter Kickers auch einen Sieg über den so hoch eingeschätzten Bayernmeister Schweinfurt 05 zugetraut, oder bem in der ersten Vorrunde mit einem überwältigenden 7:1 gegen Waldhof aus- wartenden Westmarkmeister 1. FC. Kaiserslautern bei den Schalker Knappen" eine saftige 3:9-Ab- fuhr? Wir glaubten in Straßburg eher an einen Erfolg der Schweinfurter, aber diese hatten nicht nur Kupfer, sondern auch ihren Gastspieler A. Moog (der in Frankfurt für Köln 99 spielte!) zu ersetzen, und so lautete das Ende 2:1 (0:0) für die kampfkräftigen und ehrgeizigen ^-Männer, denen man zu Beginn der Endspiele wirklich keinen Platz unter den „letzten Acht" 3ugetraut hatte. Daß Schalke die ßhutrirrger schlagen würde, war anzunehmen, aber das 9:3 (4:0) dürfte allgemein überraschen. Die Kickers Offenbach setzten sich im Frankfurter Sportfeld verdient mit 3:1 (2:0) über den VfL. 99 Köln hinweg. Blauweiß Berlin siegte in Dessau glatt 3:0 (2:0), Werder Bremen schlug die Eimsbütteler 4:2 (2:1), und der VfB. Königsberg fertigte die Litzmannstädter Polizisten 8:1 ab. Planitz benötigte zum 2:1-Sieg über Breslau 02 die Verlängerung, und Vienna Wien wartete gegen Germania Kö- nigshütte mit einem mageren 1:0 auf. Für die Zwischenrunde am 7. Juni stehen also ff Straßburg, Kickers Offenbach, Schalke 04, Werder Bremen, Blauweiß Berlin, SC. Planitz, VfB. Königsberg und Vienna Wien bereit. Ium 6. Male Weidig-Bergfest. Zum 6. Male wird am 28. Juni auf dem Schren- zer bei Butzbach das im Jahre 1937 begründete W e id i g - B e rg fe ft durchgeführt, zum dritten Male als Kriegsveranstaltung der Leibesübung. Das beliebte Volks- und Heimatfest, dessen Sportkämpfe offen sind für die Sportgaue Hessen-Nassau und Kur Hessen, hat sich in den wenigen Jahren seines Bestehens zu einem der größten Bergfeste des NSRL. in Deutschland entwickelt. Auch in diesem Jahre darf wieder mit einer starken Beteiligung, insbesondere der Jugend, gerechnet werden, nachdem die Gebietsführungen Hessen-Nassau und Kurhessen die Teilnahme der HI. genehmigt haben. Der Weidig-Bergfest-Ausschuß mit Sportkreisführer SA.-Hauptsturmführer Otterbein (Friedberg) an der Spitze hat die Ausschreibungen für die volkstümlichen Drei kämpfe ergehen lassen, und zwar in neun Klassen: Männer, 19 Jahre und älter; Frauen über 18 Jahre und BDM.-Werk „Glaube upd Schönheit"; HJ.-Klasse A (1.9.23 bis 31.8.25); HJ.-Klasse B (1.9.25 bis 31.8.27); BDM.-Klasse A (1.9.23 bis 31.8.25); BDM.-Klasse B (1.9. 25 bis 31.8.27); Männer-Altersklasse 1 (32 bis 39 Jahre); Männer-Altersklasse 2 (40 bis 49 Jahre); Männer- Altersklasse 3 (50 Jahre und älter). Dazu kommen als Mannschaftswettbewerbe die Bergstaffeln um die wertvollen Wanderpreise des Weidig-Bergfestes: 4 mal 100-Meter-Pendelstasfel Männer (Weidig- Wanderpreis); 4X100-Meter-Pendelstaffel Frauen (Albert-Wamser--Wanderpreis); 4 mal 100-Meter- Pendelstaffel männliche Jugend (HJ.-Klasse A und B gemischt) um den Moritz-Kuhl-Wanderpreis. Meldeschluß ist am 20. Juni. In einer Sitzung des Weidlg-Bergfest-Ausschusses in Butzbach wurden die Vorbereitungen für die große oberhessische Veranstaltung der Lei'besübung getrof* fen. Ortsgruppenleiter und Bürgermeister Dr. Mörschel (Butzbach), ein eifriger Förderer des Weidig- Bergfestes, hat der Veranstaltung wieder weitgehende Unterstützung zugesagt. DR JE SPARSAMER ANGEWANDT DESTO FEINER DIE WIRKUNG „Haltet mich nicht auf, denn der Herr hat Gnade zu meiner Reise gegeben. Lasset mich, daß ich zu meinem Herrn ziehe.“ Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine liebe, treubesorgte Frau, unsere herzensgute Mutter, Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Frieda Schulz, geb. Lauz nach einem langen, schweren, mit größter Ge- I duld ertragenen Leiden, am 1. Pfingstfeiertag 1942 im blühenden Alter von 41 Jahren zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. In tiefer Trauer: Georg Schulz und Kinder Lieselotte, Anneliese und Günther Familie Heinrich Lauz Wwe. und alle Angehörigen. Ruttershausen, Wattenscheid-Günnigfeld, Frankfurt a. M. und Lollar, den 24. Mai 1942. Die Beerdigung findet Dienstag, den 26. Mai 1942, nachmittags 4 Uhr statt. ______________1727D 1 Der Herr hat’s gegeben, der Herr hat’s genommen, der Name des Herrn sei gelobt. Dem Herr über Leben und Tod hat es gefallen, heute unser liebes Töchterchen, unser herzensgutes Schwesterchen und Enkelchen Adelheid Luh im zarten Alter von 2% Jahren zu sich in die Ewigkeit abzurufen. In tiefem, stillem Schmerz: Wilhelm Luh und Frau Marie, geb. Walther I Otto Luh, z. Z. bei der Kriegsmarine Lydia Luh. Werner Luh, Kath. Luh, Wwe. Philipp Walther und Frau. Großen-Linden, den 26. Mai 1942. Die Beerdigung fand am 2. Feiertag, 3 Uhr, in Großen-Linden,von Bahnhofstr.76 aus statt. 1722 D Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme sowie für die Kranz- und Blumenspenden bei dem Heimgang meiner lieben Frau, unserer guten Mutter und allen denen, die der Entschlafenen das letzte Geleit gaben, sagen w ir hiermit unseren innigsten Dank. Besonders danken wir dem Herrn Pfarrer für die tröstenden Worte am Grabe und der Schw ester Grete für die liebevolle Pflege. In tiefem Leid: Georg Balser u. Kinder. Gießen (Weidengasse 5), den 26. Mai 1942. 02475 Donnerstag, den 28. d.Monats werden wir bet Herrn August Aßmarm, Dutenhofen erstklassige Ferkel u. Läuferschweine zum Verkauf bringen. Gebr. Scherer, Niederdieten -------- I7?IP Verkaufe heute Dienstag ab nachm.4 Uhr,bei Gastwirt Steck, Gießen, Hamm- strahe, ein. grüß. Transport (0247s Ferkel und Läufer p.Stückvon RM. 30.— an. Th. Debus, Launsbach. Sie muß Saltrat haben! Du brauchst es heute vielleicht nicht so nötig! 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Juni 1942, abends 7.15 Uhr Neue Aula der Universität Anton Dörfler liest aus eigenen Werken Die Mitglieder des Goethe-Bundes, der Kulturellen Ver« einigungund derVolksbildungsstätteGießenhaben gegen Mitgliedsausweis freien Eintritt (G.B.-Kontr.-Abscnn. Nr. 5, K.V.Kontr.-Abschn. Nr. 11). Die Mitglieder der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde erhalten gegen Kontr.-Abschn. Nr. 10 ermäßigte Eintrittskarten zum Preise von RM. 0.50, die Mitglieder der NS.-Frauen- schäft, des Landschaftsbnndes Volkstum u. Heimat zum Preise von RM. 0.75 auf Sammelbestellung, Nichtmitglieder zum Preise von RM. 1,25 bei Challier, Neuenweg. Die Angehörigen des Veranstaltungsringes der HJ. erhalten Eintrittskarten zum Preise von RM. 0,30, Studenten und Militär zu RM. 0,40.sl723D Fischverteilung! Am Mittwoch, 27. Mai 1942 werden beliefert: Von Fa. Nordsee......die Nr. 6611-7117 und die Nr. 8582-8750 23on9a.Fischh. Cuxhaven die Nr.391-840 Von Fa. A. 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