Dienstag. 25. August M2 Gießener Anzeiger i'Sbl Kommando über die 9. Armee in Aegypten inne- hatte und zu den Generalen gehörte, mit denen I Churchill in Kairo konferiert hatte. Der Oberbefehl | Brasilien erlag dem Druck Roosevelts fr Bar Don STAU NG RA der äußeren Linie, die immer den längeren auf flugzeuge Truppenlager auf der Fischerhalbinsel an.beobachtet werden. ;bte k. lönen, rsteht beleio ilm in^ ber9er iof«f Cirl lUS (M # trlti Der Angriff auf Stalingrad begonnen. 18 Schiffe mit 107000 ART. versenkt. - Sowjets verloren 166 Flugzeuge. über die General Wilson jetzt unterstellten Truppen lag bis Januar dieses Jcchres in Händen von General W a o e l l, dem jetzigen Oberkommandierenden in Indien, wurde dann General Auchinleck übertragen, der vor wenigen Tagen als Oberbefehlshaber im Mittleren Osten durch General Alexander ersetzt wurde. Der aus dem Bereich des Oberkommandos im Mittleren Osten jetzt abgetrennte Befehlsbereich von Irak und Iran führt offiziell den Namen Persien-Jrak-Kommando. Afghanistan will neutral bleiben. Rom, 24.August. (Europapreß.) Dem Willen Afghanistans, neutral zu bleiben, gab Schah Z a - h i r in einer Rundfunkonsprache am Unabhängigkeitstag Ausdruck. Der Schah erklärte: „Ich bin entschlössen, Afghanistan durch eine Politik strikter Neutralität und der Erfüllung aller Derpflichtun- I gen des Landes aus dem Kriege herauszuhalten." Die 5 o ro j e f l u f f ro a f f e verlor gestern In Luflkümpfen 15 7 Flugzeuge. Neun weitere wurden durch Flakartillerie abgefchoffen oder am Boden vernichtet. Acht eigene Flugzeuge werden vermißt. 3m Westen bekämpften Fernkampfbatterien des Heeres militärische Ziele im Raum von Dover. Bei Tagesstörflügen warfen einige britische Flugzeuge über dem nordwestdeutschen Küstengebiet Sprengbomben ab. Leichte deutsche Kampfflugzeuge erzielten im Laufe des gestrigen Tages bei Tiefangriffen umfangreiche Zerstörungen in kriegswichtigen Anlagen an der englischen S ü d o st k ü st e. 3n der vergangenen Rächt belegten deutsche Kampfflugzeuge eine Stadt der britischen Rüstungsindustrie in den Midlands sowie kriegswichtige Ziele in O st e n g l a n d mit Spreng- und Brandbomben. Es entstanden zahlreiche Brände und Explosionen. Die durch Sondermeldung hekanntgegeben, versenkten deutsche Unterseeboote im östlichen und westlichen Atlantik sowie im Karibischen Meer 17 Schisse mit 107000 BRT. und 2 Transportsegter. Davon wurden 11 Schiffe mit 64 000 BRT. aus Geleitzügen herausgeschossen. Zwei weitere Schiffe wurden torpediert. Ihr Sinken konnte wegen einsehender Abwehr nicht tfahrt' chwm , Wal. rvuck lutiium Werk W Frank« hnischt hungs« eniien i For- ! feine sbienft tubien« jielter ;e Er« Grün- n dem : mete« en beten !i >is 49, >is 41, is 41, Järfen Wer >is 40; lotierii 62,5, unb ii "Dor 1 y W 1 Der. i i njj, unter. 1 Keich-, 167,21 tergii ii ilei^ iebeiti. ii Ablösung in Kairo Von unserem Dr. L.-Korrespondenten. trete: M MM AM! i|4ehi igel*'8; mä M schluß einer bis dahin nicht verdienstvollen Lauf- bald bilden sollten, doch immer eine bittere Erinnerung an verpaßte Gelegenheiten sein. (Schluß folgt.) Militärischer Oberbefehl in Iran und Irak vereinigt. Stockholm, 24. Aug. (Europapreß.) Der Oberbefehl über die britischen Truppen in Iran und Irak ist vereinigt und General Sir Henry Maitland Wilson übertragen worden, der bisher das , Stockholm, Ende August 1942. I. Die britische Kriegführung hat einen Verbrauch an Generalen, welcher in keinem Verhältnis zu den militärischen Erfolgen steht. Nahezu alle wichtigen Kommandostellen der britischen Wehrmacht sind während des Krieges mehrfach besetzt worden. Am Der Wehrmachiberichi. DRB. Aus dem Führ er Hauptquartier, 24. Aug. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: 3m Kaukasusgebiet schreitet der Angriff der deutschen und verbündeten Truppen in harten Gebirgskämpfen fort. Nordwestlich Stalingrad erzwangen deutsche Infanteriedivisionen und Schnelle Truppen, von der Luftwaffe hervorragend unterstützt, den Uebergang über den Don und durchbrachen im Vorstoß nach Osten stark ausgebaute feindliche Verteidigungsstellungen. An der übrigen D o n - front scheiterten örtliche Angriffe des Feindes an dem Widerstand italienischer Truppen. Eisenbahn- anlagungen und Transporlbewegungen im rückwärtigen Gebiet des Feindes sowie Schiffsverkehr auf der Wolga wurden durch die Luftwaffe wirkungsvoll bekämpft. Südwestlich Kaluga, nordwestlich Medyn und bei Rschew wurden feindliche Angriffe abgewiesen oder in engem Zusammenwirken mit der Luftwaffe schon in der Bereitstellung zerschlagen. Südostwärts des Ilmensees und vor Leningrad wurden örtliche Geländegewinne erzielt und feindliche Gegenangriffe abgewiesen. An der Eismeerfront griffen Sturzkampf- 'M .7 ir darr h w kn N d kik N * leM » ®r innen 46 . * mens Golowan und Iuralew zugelegt, die Anhänger der „intelligenten Kriegführung" sein sollen, d. h. die Massen nicht mehr rücksichtslos einsetzen wollen. Timoschenko ist mit seiner sturen Abklammerungstaktik ebenso gescheitert wie mit dem Gegenteil. Es ist schon aus diesem Hin und Her ersichtlich, daß Stalin keine Hilfe mehr sieht und verzweifelt Befehle und Gegenbefehle gibt, die die Rote Armee nur noch weiter verwirren müssen, denn nach Napoleon ist ordre — contreordre gleich dös- ordre, also gleich Verwirrung. Der Wehrmachtbericht vom Montag meldet nun den Uebergang über den Don in Richtung au Stalingrad. Der Don ist schon an vielen Orten überschritten. Dor allem in breitester Front im Süden. Aber ein Sonderkapitel sind die Kämpfe um den weit nach Osten verlagerten „Don - b o g e n". Bis etwa 200 Meter hohe Berge drängen den Fluß aus der Nordsüdrichtung gegen die Wolga ab. Das Visavis des Donbogens ist Stalingrad /Zarizyn) an der Wolga. Diese Landbrücke hat in der früheren Kriegsgeschichte schon eine Rolle gespielt. In der Nähe von Stalingrad hatte die „goldene Horde" ihren Sitz — so genannt nach dem golbgepirtten Zelt des Groß-Chans. Es mar eine mongolisch-tatarische Nomadenherrschaft, die vom Kaukasus über Wolga und Kama, über den Ural und Sibirien bis zu den Gestaden des Stillen Ozeans g^bot. Das Großfürstentum Moskau leistete ihr Tribut. Erst um 1550 wurde Moskau selbständig und begann nun den Krieg gegen die mongolisch- 2251 vr-ck unb »«lag: Br^t^eUniuttfttätsbnidoeiH. fangt schriften auf. Als im Juli 1941 das schnelle Vordringen der deutschen Armeen die Bedrohung dKaukasus und damit des nordwestlichen Bollwerks Indiens zum erstenmal akut werden ließ, wurde Wavell nach Indien geschickt, um dessen Verteidigung nach Westen und wohl auch nach Osten vor- ! zubereiten. Teils aus Mangel an brauchbaren Ge- I neralen, teils auch wegen des engen Zusammen- , Hangs zwischen Indien und dem Mittleren Osten Eichte man die Chefs der beiden Oberkommandos einfLck aus und schickte Auchinleck nach Kairo. General Auchinleck hat nie gesagt, ob er über diesen Wechsel sehr glücklich war. Wahrscheinlich ist das nicht. Auchinleck hatte fast seine ganze mil^ : tärische Laufbahn in Indien zurückgelegt. Erst nach ib Kriegsausbruch wurde er nach England berufen i und leitete dann die von Anfang an zum Scheitern verurteilte Expedition nach Narvik. Danach l war er einige Monate lang kommandierender General im südlichen Wehrbezirk in England, bis chm im Herbst 1940 der Oberbefehl über die indische ! Armee, der er selber seit Jahrzehnten angehorte, Geographie des Kaukasus. Der Kaukasus ist, geographisch gesehen, eine bestimmtere Grenze zwischen Europa und Asien als der Ural. Trotzdem aber können die Landschaften diesseits und jenseits des Gebirges in irgend einer Art von Betrachtung nicht voneinander getrennt werden. Gleich Moskowien, der Ukraine und dem Baltischen Raum muß auch Kaukasien als ein Teil Osteuropas, als fein äußerstes südöstliches Randgebiet, angesehen werden. Die Berge des Kaukasus gliedern sich in zwei getrennte Bergländer. Unter dem Großen Kauka - f u s versteht man das System von Bergketten, die sich von der Halbinsel Taman zwischen dem Schwarzen Meer und dem Asowschen Meer bis zur Halbinsel Abscheron am Kaspischen Meer hinziehen. Südlich davon liegt eine Tiefebene mit den Flußtälem der Kura und des Rion, an das sich die hohen Bergketten und Hochebenen des Kleinen Kau - k a s u s anschließen. Das Klima zeichnet sich durch äußerste Mannigfaltigkeit aus, je nach Höhenlage und Niederschlagsmenge. Ebenso verschiedenartig ist auch die Vegetation. Neben einer Tundrazone mit Flechten, Moosen und Blütenpflanzen, neben ausgedehnten Waldzonen findet sich eine subtropische Zone mit Kirschlorbeeren, Kastanien und Buchen. Der Küstenstrich entlang des Schwarzen Meeres von Bakum bis Tuapse erlaubt den Anbau von Bananen, Teesträuchern, Palmen, Oliven, .Agaven und Zypressen. Der W e st k a u k a s u s bis zum Elbrus beginnt als Mittelgebirge, schwingt sich aber schon bald zu-m Hochgebirge auf und überschreitet in vielen Gipfeln 3000 m Höbe; die Gebirgskämme bestehen aus Gneis, Schiefern und Kalkstein. Der gletscherreiche JL oZaiy Rrytemkini'kajcC 0 Jtr'—'-'ySAu/o wo übertragen wurde. . . . Im Frieden hätte Auchinleck nun auf eine mindestens fünf Jahre währende Tätigkeit rechnen können, die zwar vielleicht kernen -schlachtenruhm, wohl aber große Aufgaben und Erfolge auf orga- nisatorischem und admimstratlvem Gebiet verhieß, auf welchem dem bescheidenen, schlanken, noch mit 55 Jahren fast jungenhaft wirkenden Schotten besondere Begabung nachgesagt wird. Aber es war kein Frieden mehr. Indien mußte md)t nur Der- maltet es mußte verteidigt werden. Und diese Aufgabe vertraute die Londoner Regierung lieber dem an Ruhm und Dienstgraden^wenn auch kaum an Jahren älteren W a v e l l an. «o kam Auchinleck nach Kairo, und es scheint heute' als feii tW M Entfernung aus seinem eigentlichen Arbeitsgebiet nicht gut bekommen. Ruhm und Lorbeeren hat er in Aegypten nicht geerntet. Das beste was man ihm nachsagt, ist, daß er zweimal verhinderte, daß aus den Fehlern seiner Untergebenen Militärische Katastrophen entstanden. Tatsächlich durfte Auchin- ieck einen Rekord damit aufgestellt haben, daßi er zweimal innerhalb von sieben Monaten auf ^em Schlachtfeld den Befehlshaber einer Armee abgesetzt bat. Aber diese Verdienste sind doch recht negativer Natur und werden, auch wenn sie nicht den 210- Gegen das untere Wolgaknie Von unserer Berliner Schriftleitung. Die brasilianische Regierung hat die angebliche Versenkung brasilianischer Schiffe, ohne eine Klärung des Tatbestandes abzuwarten, zum Vorwand lenommen, um den Kriegszustand mit den Achsenmächten zu erklären. Das Verhalten der brasilianischen Handelsschiffe war seit Monaten nicht wehr mit der Neutralität vereinbar. Sie trugen Tarnanstrich, wurden bewaffnet, fuhren im Geleit amerikanischer Kriegsschiffe und beteiligten sich an Angriffen gegen deutsche U-Boote. Zwischen Deutschland und Brasilien hat es keinerlei Interessengegensätze, vielmehr durchaus freundschaftliche Beziehungen vor allem auf wirtschaftlichem Gebiet gegeben, wobei Deutschland auch während des Krieges jede Rücksicht auf brasilianische Interessen genommen hat. Aber immer mehr erlag Brasilien dem brutalen Druck der Vereinigten Staaten. Von brasilianischen Stützpunkten aus haben diese ihre Kriegsflugzeuge nach Westafrika, Aegypten und der Sowjetunion senden können. Brasilianische Häfen stehen anglo-amerikanischen Streitkräften zur Verfügung, während Handelsschiffe der Achsenmächte beschlagnahmt, deutsche und italienische Staatsbürger eingeterfert wurden. Annahme von Anzeigen für die Mittaasnummer bis 8Va Uhr deöVormittagS Anzeigen-Preise für die Millimeter-Zeile von 22 Millimeter Breite: 7Rpf. für Familienan- zeigen und private Gelegenheitsanzeigen 14Rvf. f. Werbeanzeigen und geschäftliche Gelegenheitsanzetgen Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/omehr Dafür trifft die Verantwortung diejenigen Elemente in der brasiilianischen Regierung, die unter Führung des politisch und finanziell völlig von Washington abhängigen Außenministers A ran ha Brasilien gegen die wahren Interessen seines Volkes der nordamerikanischen Kriegführung zur Verfügung gestellt haben und dabei sogar Roosevelts Pläne stützten, das portugiesische Mutterland zur Auslieferung seines atlantischen Jnselbesitzes an eine gemischte brasilianisch-nordamerikanische Besatzung zu veranlassen. Die wahren Interessen Brasiliens hätten eine Politik aufrichtiger Neutralität gefordert, die, wie das Beispiel anderer großer südamerikanischer Länder beweist, von allen Seiten respektiert worden wäre. Die Interessen der Achsenmächte und der siegreiche Ausgang des Krieges können durch den Uebergang Brasiliens vom tatsächlichen zum formellen Kriegszustand in keiner Weise beeinflußt werden. Brasilien jedoch wird zum Vasallen des nordamerikanischen Imperialismus. Eine Clique schwacher und bestochener Politiker opferte skrupellos Freiheit und Unabhängigkeit-des Landes, für die Generationen brasilianischer Patrioten gekämpft haben. tatarischen Stämme. Eine Erinnerung daran ist die Nähere „Zarizynsche Linie", eine über 60 Kilometer lange Reihe von Forts, die mit Kosaken besetzt waren. Aber das sind Erinnerungen aus der Zeit, wo Kriege von ein paar tausend Reitern geführt wurden. Der Kampf, der jetzt um diese Landenge entbrannt ist, wird mit allen Mitteln der modernen Kriegstechnik ausgetragen. Die Bedeutung des Nach- chubs liegt dabei auf der Hand. Hier waren^die Sowjets im Vorteil. Ihnen stand — wenigstens zunächst — die große mehraeleisige Eisenvahn zur Verfügung, die sowohl von Moskau wie von Nischni- Nowgorod herkommt. Die Wolga ist aber das eigentliche Rückgrat der Versorgung von Stalingrad. Im Blick auf. Stalingrad, das für die Sowjets auf der inneren Linie liegt, operierten die deutschen Heere Nachschub hat. Die Querverbindungen von Sttaßen und Eisenbahnen nach dem Osten sind in diesem Teil der Sowjetunion an sich nicht zahlreich; außerdem waren sie durch die vorausgegangenen Operationen im Juli, die von der Linie Charkow—- Kursk ihren Ausgangspunkt genommen hatten, schwer in Mitleidenschaft gezogen. Die Sowjets hatten Stalingrad zu einem Angelpunkt der Verteidigung für die ganze südliche Sowjetunion gemacht. Diese Stellung ist heute aus den Angeln gehoben. Jetzt geht es um Stalingrad im engeren Sinn: um die Stadt und den Hasen an der Wolga, die der letzte Sowjetweg nach dem Süden ist. Das Gebiet des inneren Donbogens erscheint in dieser Zusammenfassung als das Vorgelände des jetzigen Kampfraums, der in der Landbrückö zwischen Don und Wolga liegt. Im Südosten des inneren Donbogens liegt 'das rn diesem Zusammenhang wiederholt genannte Kalatsch, im Nordwesten das gelegentlich genannte Kljetzkaja. Stalingrad liegt bereits 15 m unter der Spiegel- Höhe des Schwarzen Meeres? Es gehört schon in den Bereich der großen Kaspischen Senke (Depression), deren letzter großer Ueberreft das Kaspische Meer ist, das auch heute noch immer mehr verlandet. Stalingrad wurde vor et-roa 250 Jahren als ein Kosakenposten Moskaus an dem Punkte gegründet, wo die Wolga auf ihrem Südlauf am weitesten nach Westen ousbiegt. Da ihr gegenüber der Don am weitesten nach Osten gedrängt ist, so entstand hier eine Enge zwischen den beiden Strömen, die von einem hügeligen, schluchtenreichen Gelände durchzogen ist. Don und Wolga sind imponierend große Ströme, aber von sehr wechselnder Breite. Die Wolga ist hier bei geringem Wasserstand 5, bei Hochwasser über 8 km breit. Stalingrad ist an den Wolgahügeln erbaut, Oie diesem typischen Strom des europäischen Ostens an seinem Mittelläufe von Kasan nach Stalingrad das Geleite geben. Diese Hügelkette setzt sich auch jenseits der Wolga fort. Aber der Strom biegt nach Südosten ob und verzweigt sich unterhalb von Stalingrad in mehrere Nebenarme. Die Schiffahrt wird durch zahlreiche Untiefen und Sandbänke erschwert Die Entfernung von Stalingrad bis zur Wolga- mündung bei Astrachan beträgt noch weit übet 400 km in der Luftlinie. Astrachan liegt nur 24 nt tiefer als Stalingrad. Das geringe Gefälle verursacht die Bildung der Sandbänke und die Teilung der Wolga in mehrere Arme, England hat am Ende des dritten Kriegsjahres den dritten General ft abschef, wobei zu berück- fichtigen ist, daß der erste, General Jronside, erst bei Kriegsausbruch zum Generalstabschef ernannt (92. Jahrgang Nr. (99 gridjeim ingiich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Gießener R-amilienblätter Heimat imBild-DieScholle Gezuasvreisr Monatlich.... .RM.1.80 Lustellgebüör,.. „ -.28 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge böderer Gewalt Unbeirrt durch alle Demonstratiönsversuche der Briten geht das eiserne Würfelspiel an der gewaltig gespannten Südfront im Osten für Deutschland erfolgreich weiter. Dieppe war ein Fanal für die deutsche Wacht im Westen, es war, wie jetzt der „Manchester Guardian" bekümmert gesteht, ein dilettantischer Streich Churchills, den „die Engländer teuer bezahlen mußten", wenn auch dessen Teilnehmer sogar mit Karten ausgerüstet waren, auf denen die Dormarschstraßen nach Paris fein säuberlich eingezeichnet waren. Besorgt richten sich jetzt die Blicke der britischen Presse auf die Lage an der Ostfront, die,,wie die „Times" schreibt, jetzt durch die Landung deutscher Truppen auf dem Oft» user des Don sich „als eine der größtett Gefahren abzeichnet, die Stalingrad bedrohen, was in Moskau auch zugegeben wird. Auch an der Kaukafus- front habe der vowjetverbündete einen neuen starken Schlag erhalten. Für Stalingrad feien jetzt die Kämpfe in ein besonderes Stadium getreten. Auch muß Reuter berichtet, es stehe nicht sehr hoffnungsvoll um die Sowjets nicht nur im Kaukasus, um das Kaspische und Schwarze Meer, sondern vor allem auch um das Gelenk der Sowjets am Wolgaknie. Der Londoner Nachrichtendienst meldet: „Die Situation ist wirklich ernst und kritisch, südwestlich von Stalingrad hätten die Deutschen, verstärkt durch großen Nachschub, einen tiefen Keil in die feind- lchen Linien getrieben und im Donbogen an verschiedenen Stellen diesen Fluß überschritten. Vergeblich hat Stalin sich „neue Militärberater" na- General-Anzeiger für Oberhessen $d|tt«it6tn,9$d|iil|tra6e7-9 er ä; | konservativsten ist die Marine. Bei der Luftwaffe l I sind die Wechsel schon sehr viel häufiger. Bei der Armee herrscht aber bei den höheren Kommando- steilen ein ständiges Kommen und Gehen. worden ist. Ein beinahe abenteuerliches Hin und Her auf den britischen Kommandostellen erlebte die ' Welt während der ersten Mon'ate des Krieges in ' iOstasien. Die Hauptfiguren in diesem ostindffchen ! Durcheinander sind auch wieder an den jüngsten Veränderungen beteiligt, die zu einer vollständigen Neubesetzung des Armeeoberkommandos in Kairo führten. \ Die militärische Organisation im Mittelosten ist außerordentlich verwickelt und im Laufe des Krieges immer komplizierter geworden. Kairo und Alexandrien sind der Sitz von Oberkommandos der Flotte, der Armee und der Luftwaffe. Die unübersichtliche Organisation der Flotte und der Luftwaffe, die durch die Einschaltung der Marineluftwaffe noch schwieriger geworden ist, kann bei der vorliegenden Betrachtung unberücksichtigt bleiben. Ebenso soll hier nicht die noch unentschiedene Frage des Verhält- : nisses der drei Oberkommandos zueinander erörtert werden. Im Augenblick interessiert nur d ie Arni e e. Ihr Oberkommando sitzt in Kairo. Ihm unterstehen die Kommandos der 8., 9. und 10. Armee, der Befehlshaber der britischen Streitkräfte in Aegyp- | ten (gegenwärtig General Ston e), und die briti- I scheu Truppen im Sudan. Die 8. Armee, deren jüngste Niederlagen zwischen Bir Hacheim und Marsa Mati*uk noch frisch in Erinnerung sind, ist aus der alten Nil-Armee hervorgegangen. Die *9. Armee wurde während des zweiten Kriegsjahres in Palästina und später in Syrien von General Wilson gebildet, und die 10, Armee von General I Quinan im Irak und schließlich auch in Iran aufgestellt. Die 10. Armee ist aber schon seit längerer Zeit der Zuständigkeit Kairos entzogen worden, ob- I wohl politisch der Irak und Iran zum Mittleren I Osten zählen. Dos Oberkommando in Kairo hat eine bewegte I Geschichte hinter sich. Bei Kriegsausbruch wurde General Wavell dorthin gesetzt. Ursprünglich | sollte er wohl gemeinsam mit General Weygand | und dessen sagenhafter Armee die Errichtung der alliierten Front in Südosteuropa nach dem Muster I des Saloniki-Unternehmens im letzten Kriege vor- ! bereiten. Die Ereignisse wollten es anders, und I noch dem Eintritt Italiens in den Krieg fiel ihm die Verteidigung Aegyptens als Aufgabe zu. Seine I vorübergehenden Erfolge ließen ihn zum Helden des nach Siegen hungernden brittschen Volkes werden, und alle späteren Mißerfolge in Nordafrika und Südostasien haben diesen Glorienschein nicht wieder auslöschen können. Heute gibt es Millionen Engländer, die sich von Wavell militärische Wunderdinge erhoffen, und die Forderung, ihn zum Oberbefehlshaber oller britischen Streitkräfte oder gar zum „Foch" des zweiten Weltkrieges zu machen, | taucht von Zeit zu Zeit immer wieder in den Spalten der englischen Zeitungen und Wochen- ub ka 7 cl ö Nowöniksk. Zn 'ukanbwskaKt Ze n t r a l k a u k a s u s erstreckt sich vom Elbrus (5630 m) bis zum Kasbek (5043 m). Beides sind drloschene Vulkane, deren Gipfel von ausgeworfenen Laoa-GesteinsmassLN bedeckt sind. Für die im Innern noch wirksamen vulkanischen Kräfte sprechen die vielen Badeorte mit Mineralquellen. Der O st k a u k a s u s ist waldarm und trocken. Trotz zahlreicher Erhebungen über 4000 m läßt die Gletscherwirkung infolge geringerer Niederschläge und höherer Sonnenstrahlung nach. Die Felsen sind brüchig, die Gipfel schroff, die Täler tief eingeschnitten. Infolge ungünstiger Boden- und Klimaverhältnisse ist das Gebirge auf weite Strecken oft völlig kahl. Die Derkehrsoerhältnifse sind im West- kaukasus am besten. Hier führen auch die einzigen Bahnen von Norden zum Schwarzen Meer über Krasnodar nach Noworossijsk und von Armavir nach Tuapse. Sonst finden sich nur Saumpfade» als Uebergänge, von denen der wichtigste der Kl u k o r- Paß Mischen Nikojan Schachar nach Suchum ist. Die Ueberschreitung des Zentralkaukasus ist schwierig. Hier findet sich als einzige, neuerdings als Fahrweg aus-gebaute Route die O s s e t i n i s ch e H e e r st r a ß e, die von Alagir den Ardon aufwärts über den Mamisson-Paß in vielen Windungen nach Kutaissi absteigt. Alle anderen Uebergänge, die lediglich Saumpfade sind, haben nur lokale Bedeutung. Die Hauptstraße über den Ostkaukasus ist die Grusinische Heerstraße, die in 214 Kilometer Länge über den 2345 Meter hohen Kre- stowy-Paß von Ordschonikidse nach Tiflis führt und im Sommer für Autoverkehr geeignet ist. Bewegungen größerer Truppenverbände im Kaukasus sind auf die wenigen Straßen und Wege angewiesen, die in die Haupttäler hineinführen, meist aber zu schmalen Pfaden und Steigen werden, bevor sic den Haupttamm erreichen. Die Pässe sind im Sommer schneefrei. Nur im Zentralkapkasus sind die Pässe fast ausnahmslos verschneit und vergletschert und ermöglichen ein Vorrücken nur im Einzelgang. Wasser findet sich in allen größeren Tälern, Verpflegung muß von der Truppe mitge- sührt werden, da das Land nur geringe Versorgungsmöglichkeiten hat. Es wird nur wenig Gerste (ingebaut, Kartoffeln und Gemüse kaum, doch sind Schafe, Ziegen und Rinder in größeren Herden vorhanden, die eine reichliche Auswertung von Milcherzeugnissen gestatten. Ethnographisch bietet Kaukasien ein außerordentlich buntes Bild. Die Araber; nennen den Kaukasus nicht umsonst den „Berg der Sprachen". Auf dem Bazar in Tiflis soll man 60 Sprachen reden hören. Das ganze nördliche Vorland ist überwiegend ukrainisches, zum kleinen Teil russisches Siedlungsgebiet geworden. In Transkaukasien gibt es drei bedeutendere politische Gemeinwesen: Georgien oder Grusien, mit 70 OOOqkm, etwa so groß wie Bayern, mit 3,4 Millionen Einwohnern: Armenien, mit 30 000 qkm und 1,3 Millionen Einwohnern; A s e r- b e i d s ch a n mit 86 000 qkm und 3,2 Millionen Einwohnern. Georgien und Armenien sind altchristliche Länder. Aserbeidschap ist überwiegend von mohammedanischen Tataren bewohnt. Einige Hunderttausend -Armenier sind auch in Georgien und Aserbeidschan ansässig. Die beiden größten Städte Kaukasiens sind Baku, die Hauptstadt von Aserbeidschan, mit über 800 000, und Tiflis mit über 500 000 Einwohnern. Der größte Schätz des Nordkaukasusgebiets sind die Petroleum lager von Grosnys, unweit des Terek. Sie sind durch eine gegabelte Röh- rcnleitung sowohl mit Rostow» am Don als auch mit dem Hafen Tuapse am Schwarzen Meer verbunden. Bedeutender als Handelsplatz an der Schwarzmeerküste ist N o w o r o s f i j s f, das für die Ausfuhr des Getreides aus dem Kubangebiet gegründet wurde und auch einige Festungswerke hat. Die Mineralreichtümer Transkaukasiens find bedeutend. Vor allem handelt es sich um die Erdöllager von Baku, die nach mehr als sechs Jahrzehw tcn dauernder Ausbeutung noch keine Anzeichen von Erschöpfung aufweisen. Die Mcmganerzlager von Tschiaturi in Georgien mit fast 50 v. H. Mangan geh alt gelten als die reichsten der Welt. Nicht weit davon, bei Tkwibuli, liegt Kohle, bei Keda- beg, weiter östlich — hier besaß die Firma Siemens lange Jahre ein wertvolles Bergwerk — und an anderen Stellen liegt Kupfer. Berühmt ist der Wein von Kachetien, einem Seitental, das sich gegen den Kur öffnet. Auch am Araxes, einem Nebenfluß des Kur, der Armenien durchströmt, wachsen herrliche Trauben. Manche meinen, daß in der Vorzeit hier zuerst auf der Welt der Weinstock angebaut und Wein gekeltert worden sei. Eine Bahnlinie verbindet Baku über die georgische Hauptstadt Tiflis mit Batum, dem Haupthasen Kaukasiens am Schwarzen Meer. Ihr parallel geht die Erdölleitung, durch die das Oel in die Tankstadt von Batum fließt. Wichtitz ist die Bahnverbindung, die.von Tiflis nach L e n i n a k a n (früher Alexandropol) an der' türkischen Grenze führt. Von hier besteht Schienenverbindung einerseits über Kars nach Erze rum und Ankara, anderseits über die armenische Hauptstadt Eriwan nach Täbris in Iran. Die Fortsetzung bis Teheran ist noch unvollendet. Gprengstoffanschlag auf eine norwegische Polizeistation. Oslo, 24. Aug. (Europapreß.) In den Büro räumen der norwegischen Polizei wurde ein Sprengstofsonschlag verübt, wobei ein norwegischer Polizeibeamter getötet und zwei verletzt wurden. Die Ermittlungen der deutschen Sicherheitspolizei ergaben, daß es sich bei den Tätern um Mitglieder einer kommunisti sch e n Terrorgruppe handelte. Sie sind zum größten Teil bereits festgenommen und als britische Agenten fest- gestellt worden. Für die Ergreifung der zwei noch flüchtigen MittäterMeier Norweger — wurden Belohnungen von je 50 000 Kronen ausgesetzt. Der Reichsverkehrsminister in Mainz. NSG. .Reichsverkehrsminist^r Dr. h. c. Dorfirn ü l l e r weilte am Montag in Mainz, um der Gefolgschaft der Reichsbahn für ihr umsichtiges und tapferes Verhalten Dank und Anerkennung auszusprechen. Im Beisein von Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger, der zuvor Reichsverkehrs- mirtifter Dr. Dorpmüller im Gau begrüßt hatte, wurden alsdann Angehörigen der Reichsbahn, die sich besonders ausgezeichnet hatten, Kriegsverdienstkreuze verliehen. Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger besuchte am Vormittag im Mainzer Städtischen Krankenhaus die Verletzten des britischen Terrorangriffes. Im Namen der Volksgemeinschaft brachte er feine Anteilnahme zum Ausdruck und wünschte den Verletzten die baldige Wiederherstellung ihrer Gesundheit. Neubesetzung des Reichsjustizlninistenums. Besondere Vollmachten für Reichsjustizminister Dr. Thierack. ^Berlin, 24.Aug. (DRV.) Amtlich wird mit- geteilt: Der Führer hat sich in Anbetracht der besonderen Bedeutung, die den Aufgaben der Rechtspflege während des Krieges zukommt, entschlossen, den seit dem Ableben des Reichsministers Dr. G ü r f- ner unbesetzt gebliebenen Posten des Reichs- ministers der Justiz wieder zu besehen. Der Führer hat daher den Präsidenten des Volksgerichtshofs Staatsminister a.D. Dr. Thierack, der nach der Machtergreifung bis zur Verreichlichung der Justiz sächsischer Justizminister war, zum Reichsminister der Justiz ernannt. Gleichzeitig hat der Führer den mit dec Führung der Geschäfte des Reichsjustizministers beauftragten Staatssekretär Professor Dr. Schlegelberger von diesem Auftrag entbunden und ihn auf seinen Antrag in den Ruhestand verseht. Der Führer hat dem Staatssekretär Dr. Schlegetberger in einem Handschreiben feinen Dank für die dem Deutschen Reich in jahrzehntelanger aufopferungsvoller Arbeit geleisteten hervorragenden Dienste ausgesprochen, ihn hierauf ferner zur persönlichen Abmeldung im Führerhauptquartier empfangen. Zum Staatssekretär im Reichs- justizminisierium hat der Führer den Präsidenten des hanseatischen Oberlandesgerichts in Hamburg, Senator Dr. Rothenberger, zupr Präsidenten des Volksgerichtshofes den Staatssekretär im Reichsjustizministerium Dr. Freister ernannt. Der Führer hat dem neu ernannten, Reichsminister der Justiz Dr. Thierack besondere Vollmachten mit folgendem Erlaß erteilt: Zur Erfüllung der Aufgaben des Groß- deutschen Reiches ist eine starke Rechtspflege erforderlich. Ich beauftrage und ermächtige daher den Reichsminister der Justiz, nach meinen Richtlinien und Weisungen im Einvernehmen mit dem Reichsminister und Ehef der Reichskanzlei und dem Leiter der Parteikanzlei eine nationalsozialistische Rechtspflege aufzubauen und alle daher erforderlichen Maßnahmen zu treffen. ,Er kann hierbei vom bestehenden Recht abweichen. Die Reichspressestelle der RSDAP. gibt dazu bekannt: Der bisherige Führer des Nationalsozialistischen Rechtswahrerbundes, Präsident der Akademie für deutsches Recht und Leiter des Reichsrechtsamtes der NSDAP., Dr. Frank, Hot den Führer gebeten, ihn von diesen Aemtern zu entbinden, um sich völlig seinen Aufgaben atz Generalgouverneur widmen zu können. Der Führer hat dieser BUte entsprochen und zum Präsidenten der Akademie für deutsches Recht sowie zum Leiter des Nationalsozialistischen Rechtswahrerbundes den neuernannten Reichsminister der Justiz Dr. Thierack berufen. Das Reichsrechtsamt der NSDAP., die Gau- und Kreisrechtsämter hat der Führer aufgelöst und die bisherigen Leiter der Gau- und Kreisrechtsämter in die Gau- und Kreisstabsämter eingegliedert. Die NS.-Rechtsbetreuungsstellen führen im Rahmen dieser Aemter ihre Tätigkeit weiter. Oie neuen Männer. Reichsjustizminister Dr. Thierack. Reichsjustizminister Dr. Thierack, geboren 1889 in Wurzen in Sachsen, entstammt einer alten nieder- lausitzer Dauern- und Bürgerfamilie. Dr. Thierack hat nach dem Besuch eines humanistischen Gymnasiums Rechts- und Staats wissen schäft in Mqr- burg und Leipzig studiert, 1913 die 1. juristische Staatsprüfung abgelegt und 1914 zum Dr. jur. promoviert. 1914 ist -er als Kriegsfreiwilliger ein- gerückt, wurde 1919 Leutnant der Reserve uckd erwarb sich das E. K. 1920 bestand Dr. Thierack das Assessorenexamen mit bestem Erfolg und wurde 1921 Staatsanwalt in Leipzig, 1926 beim Ober- landesgericht in Dresden und hat hier als politischer Staatsanwalt der Bewegung, der er auch vor der Machtergreifung beitrat, bereits wertvolle Dienste geleistet. 1935 wurde Dr. Thierack Vizepräsident des Reichsgerichts und 1936 Präsident des Volksgerichtshofes. Staatssekretär Dr. Rothenberger, geboren 1896 zu Cuxhaven, trat 1914 als Kriegsfreiwilliger ein und kehrte 1918 als Leutnant, ausgezeichnet mit dem E. K. I und II aus dem Felde zurück. 1919 war er Zeitfreiwilliger bei der Niederwerfung des Kommunistenausstandes. Er studierte Jura in Berlin, Kiel und Hamburg, bestand 1922 sein Assessor- Examen und war als Richter und Verwaltungsbeamter in Hamburg. Am 8. März 1933 wurde er von Reichsstatthalter Kaufmann, dem er seit 1931 bereits als Berater zur Verfügung stand, zum Führer der Landesjustizoerwaltung in Hamburg ernannt. 1935 hat er die Justizverwaltung der norddeutschen Länder in die Reichsjustizverwöltung übergeführt und wurde dann Präsident des Hanseattschen Oberlandesgerichts, Vorsitzer des Reichsoberseeamtes ©er Kranich Gaute. Von Arnold Krieger. Er gehörte zum Hof. Die Herrin hatte ihn mitgebracht, als er noch klein und kindisch war und kükenchaft piepte. Beim Lausen stotterte er mit den Flügeln. Die Herrin wußte ihn gut zu zähmen. Sie gab ihm einen Namen. .Gaute wuchs heran. Seine Liebe zu der Herrin wuchs mit ihm. Er machte ihr den Hof, wenn sie aus dem Landhaus trat. Er verbeugte sich gravitätisch. Er schritt seine unnachahmlichen Tanzschritte. Er küßte ihr mit dem Schnabel die Hand. Puten standen dabei und glotzten und regten sich auf. Sie schimpften im Falsett. Die Warzen auf den blauen Hälsen liefen dunkelrot an. Die Herrin war gut zu Gaute. Er stolzierte wie ein Junker. Der dicke Pfau brauste auf, flog wackelnd in Mannshöhe, thronte auf dem Jauchewagen und sah auf den stelzbeinigen Detter herab. Der hatte ihm ein Stück vom Schwanz ausgerissen. Er diente hinfort der alten Muhme im Gesindehaus als Fliegenwedel. O dieser Gaute? Immer fiel ihm etwas Neues ein. Der kose Vogel trieb für sein Leben gern Allo- trig. Den Dackel kniff er sachte in den Schwanz. Der Kleine war über die Maßen wütend. Mit den Rüden gab es Duelle. Im ganzen war Gaute fair. Tell zog mit einer Terz ab. Seitdem war kühle Freundschaft zwischen den beiden. Gaute war im Grunde nicht streitsüchtig. Necken, ja. Und geneckt werden. Balgereien unter dem Fe de molk schätzte er nicht. Vollends ungemütlich wurde er, wenn sich zwei Gackelhennen in die Wolle fuhren. Er packte sie nacheinander am Schopf, schwenkte sie lebhaft, so daß sie über sich selber den Kopf schütteln mußten. Besuch kam, und er trompetete wie ein Herold. Einmal aber wurde er höllisch. Das war, als die beiden mächtigen Falken gebracht wurden, finstere Gesellen, die eine Kappe über den Augen trugen, weil sie zur Beize erzogen werden sollten. Gaute duckte sich zur Erde nieder, mit rund gebogenen Flügeln, dann stand er auf, reckte sich hoch, noch hoher und wirkte noch einmal so groß. Er rafaunte erregt. Sie Falken ließen nur ein Fauchen vernehmen. Sie wurden in ein kleines abseitiges Haus gebracht. Dort faßen sie hinter einem Gitter auf hohen Klötzen. Gaute mied den Ort wie die Pest. Er suchte sich mit Spielen zu zerstreuen. Er warf kleine Hölzer und Steine hoch, sie mit dem Schnabel zu fangen. Er inspizierte die Diehställe, hatte mit dem Vorstehhund eine Auseinandersetzung. Er fühlte sich selber als Vorsteher des ganzen Etablissements. Dazwischen gluderte er immer wieder mit verdeckter Erregung zur Gefängniskammer hin. Sv sehr er sich freute, daß die Banditen dort eingesperrt waren, so sehr befremdete es ihn, daß bie Herrin mit ihnen schöntat. Er pirschte näher heran. Mit allerlei Happen wurden sie kirre gemacht. Wahrhaftig, die Herrin sprach mit den Galgenvögeln nicht viel anders als sie mit ihm gesprochen. Er meinte fast vor Enttäuschung. Er brachte ihr weiter seine graziösen Sprünge und Kratzfüße dar. Aber er war tief traurig. So kam das Frühjahr. Gaute, der nie daran gedacht hatte, seine ungestutzten Fittiche zu brauchen, wurde von Unruhe befallen. Diese stinkenden Falken machten ihm böses Blut. Sie durften auf der Wiese sitzen — an der Leine zwar, aber, unter den Augen der Herrin. Gaute verspeiste trübselig einen zartgeschenkelten Frosch. Er begriff die Welt nicht mehr. Er blickte oft in die Höhe. Da rief es und lockte — er wußte nicht was. Er wußte nichts mehr von dem nordischen Riedgras, den Sandbänken und Brüchen feiner Heimat. Aber jetzt war in ihm ein seufzendes Aufwärtssinnen, ein zielloses Visieren. Und eines Tages kam es über ihn, und er regte die schwerfälligen Schwingen. Aus dem First bei Scheune ruhte er aus. Dann ging es weiter. Jnst- leute unter ihm schrien. Die Herrin kam gelaufen. Er sah und hörte nichts mehr. Etwas zog ihn empor. Er schwamm einen großen Vogen durch die feuchte Luft. Er landete im Erlengehölz. Er fühlte sich unsäglich wohl und weich und matt von Wiedergeburt. Und wieder spürte er einen Druck nach oben. Er eräugte den strengen Kiel feiner Artgenossen. Aber er konnte sie nicht einholen. Gerne wäre er äußerster Flügelmann geworden, hätte er nur mit« gedurft. Da geschah eiües Tages das Furchtbare. Gerade hatte er ein paar andere Kraniche gefunden, die- sich noch hier herumtrieben. Er ruderte mit ihnen vergnügt über eine weite Kleehalde. Plötzlich bemerkte er, wie sich ihm zwei Falken näherten. Er erkannte sie sogleich. Seine Augen füllten sich mit Staunen, denn unten war die Herrin Und hetzte die beiden. Die großen Köpfe der Räuber tarnen näher. Ihre kurzen, dicken Hälse foppten vor Gier. Gaute fühlte, worum es ging. Die anderen Kraniche waren auf und davon. Er gab sich einen kräftigen Schwung, um höher zu gelangen. Aber die Falken folgten ihm. Wütend schlug er die Fittiche. Immer erregender wurde die hohe Jagd. Das war ein Wettkampf auf Leben und Tod. Die Flieger schraubten sich von Höhe zu Höhe. Jetzt waren die Feinde schon ganz nah. Auf den Schnäbeln hatten sie große, spitze Haken, und ihre Augen stachen bereits nach ihm. Noch einmal warf er sich höher. Vergebens. Die Luft wurde dünn. Gaute konnte sich kaum noch halten. Da überhöhten ihn die beiden Teufel. Sie rüttelten über ihm. Er sah die graugrünen Bäuche, die quergestreiften Hosen der Luftpiraten. Er riß seinen Schnabel senkrecht hoch, um die Herabschnellenden aufzuspießen. Aber er traf nicht. Zwer wuchtige Klumpen stürzten auf ihn. Er schlug und krallte um sich. Hinab ging es in sausender Fahrt. Wilder Schmerz glühte im Rücken auf. Die Erde stürzte ihm entgegen. Dort wollten ihn die Räuber rupfen und häuten. Seine Augen brachen fast, als er auf schlug. Doch der tapfere Schnabel ^ieb_ wie ein Schwert drein. Federn stoben und kleine Schreie. Aist einmal war die Herrin da, mit heißem Gesicht. Sie ergriff seinen Schnabel, und jetzt geschah das-Schändliche: sie stieß ihn in die Erde, wie es Brauch war. Jetzt war er machtlos. Die Herrin tätschelte die blutenden Falken, gab ihnen Kirrbrocken. Auf einmal schrie sie: „Gaute!" Sie zog den Schnabel aus der Erde. Er richtete das braune Auge auf sie. Er hatte sie gleich erkannt! Sie streichelte ihn, sie klagte. Aber sie hatte auch feine Mörder gestreichelt! Der kleine, kahle Schädel rutschte zur Seite. Ein roter Tropfen rollte herab. Und die Herrin meinte. Im Garten grub sie ihm sein Bett. Im Sommer sproß darauf violetter Rittersporn. Eigentlich hätte sie eine Inschrift Hetzen wollen: Gaute, verzeih! Starke Rechtspflege. Von unserer Berliner Schristleitung. Wenn die alten Römer behaupteten, im Krieg hätten die Gesetze zu schweigen, bann läßt sich dieser Satz nur aus der damaligen Kriegführung erklären. Heute ist es Sinn der Gesetzgebung, die Dinge wie- der in das natürliche Bett ihres Verlaufs zurück- zuleiten, aus der sie entweder Unwissenheit, volksverderbende Politik oder gewaltige Erschütterungen revolutionärer Art wie dieser Krieg gerissen haben. Als die Weltanschauung des Führers zur Macht gelangte, war es klar, daß auch das Recht aus der Starrheit der Paragraphen gelöst und dem Volksempfinden angepaßt werden würde. Der römische Historiker Tacitus hat einmal lakonisch bemerkt: „In den oerborbenften Staaten gibt es bie meisten Gesetze." Dgs Uebermaß der Gesetze, unter dem wir litten, wurde bereits seit der Machtübernahme durch eine Neuordnung und Vereinfachung erheblich beschränkt. Der Krieg hat diesen Werbeprozeß noch belebt. Der Krieg mit seinen Folgeerscheinungen hat es notroenbig gemacht, auch Recht unb Gesetz darauf einzustellen und Gesetzesvorschriften wefenllich zu vereinfachen ober umzuänbern. Am 16. Mai 1942 wurde bie Zivilrechtspflege einfacher gestaltet. Am 13. August wurde bas Strafverfahren auf klarere und einfachere Grunbfätze gestellt, ebenso bas Pri- vatklageverfahren, und jetzt hat ber Führer den bisherigen Präsidenten bes Volksgerichtshofes, also den obersten Richter über Hoch- und Landesverrat, Dr. Thierack, zum Reichsjustizminister mit ber Weisung ernannt, eine nationalsozialistische Rechtspflege aufzubauen unb starker Sachwalter eines volkstümlich einfachen Rechtes zu fein. Der bisherige Staatssekretär im Reichsjustizministerium, Dr. Freister, ist an seiner Stelle Präsident bes Volksgerichtshofes geworden, nachdem er ebenso wie ber verstorbene Reichsjustizminister Dr. Gärtner und der jetzt in den Ruhestand tretende Staatssekretär Dr. Schlegelberger höchst wertvolle Vorarbeit für bas Werden bes neuen nationalsozialistischen Rechtes geleistet hat. Der neue Reichsjustizminister hat -im Jahre 1939 über bas Wesen kräftiger Rechtspflege gesagt: „Auch für den nationalsozialistischen Staat gilt ber Grundsatz, baß bas Recht die Grundlage bes Staates bildet. Veraltete Formen, auch wenn sie dem einen ober anderen noch so stieb geworden sein mögen, müssen über Bord geworfen werden. Nicht Formen unb Formeln sind die Hauptsache, sondern bie Sicherung bes' ewigen Bestandes unseres Volkes." Daß die verschiedenen Instanzen ber Rechtspflege, die, um ein Wort Dr. Thieracks zu gebrauchen, nebenein« ander lagen wie Bausteine unb danach schrien, ein Haus zu werden, jetzt wirklich ein Haus werden, in dem der Bürger des nationalsozialistischen Staates sicher wohnt, ist nach dem Willen bes Führers Aufgabe des neuen Reichsjustizministers, der nicht durch Fesseln unb Atavismen gehemmt sein soll, sondern vom Führer eigens mit ber Vollmacht ausgerüstet worden ist, bei seiner Aufbauarbeit auch vom bestehenden Recht abzuweichen. Das Mandat bes Führers laufet auf bie Schaffung einer starken Rechtspflege. Dr. Thierack ist — bas hat er als Präsident des Volksgerichtshofes bewiesen — ber richtige Mann, diesem Mandat Form unb Inhalt zu geben. E. S. unb des Seedisziplinarhofes, Präsident bes Prisen- hofes in Hamburg, Honorarprofessor an der Universität Hamburg und deutscher Vertreter am Internationalen Schiebsgerichtshof. Aus dem Reich. Wissenschaft im Dienste ber Gozialordnung. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley empfing Wissenschaftler aller Fachsparten, bie im Arbeitswissenschaftlichen Institut ber DAF. zu einer Aussprache über soziale Forschungsprobleme zusammengekommen sind. Dabei hob Dr. Ley bie besondere Bedeutung ber Wissenschaft im Rahmen des nationalsozialistischen Weltbildes hervor. Die Zersplitterung der völkischen Gesamtkultur in isolierte Teilwelten ber beruflichen und fachlichen Spezialisierung habe in den letzten Jahrhunderten die soziale Lage des Volkes trotz des gewaltigen naturwissenschaftlich- technischen Fortschritts immer drückender werden lassen. Die Höhepunkte der Kulturgeschichte — die griechische Antike, bas Altgermanentum, das flau- fische Hochmittelalter, bie Renaissance, die Goethe- Zeit — so führte Dr. Ley aus, waren Zeiten ge- Oer erste Globus. Wenn die Berichte unserer Wehrmacht bekannt- gegeben werden, so greift wohl jeder in der Heimat ZU seinem Globus ober einer Lanbkarte, um sich von den Bewegungen bes deutschen Heeres unb seiner Verbündeten sowie von den Jagdgebieten unserer U-Boote ein genaues Bild zu machen. Das Weltgeschehen unserer Tage unb die Weiträumigkeit der Fronten haben nun vor allem dem Globus wieder zu stärkerer Beachtung verhalfen. Sicherlich wissen nur die wenigsten unter uns, daß ber erste Globus in Deutschlanb geschaffen wurde, und zwar im Jahre 1492 — also vor genau 450Jahren von dem Nürnberger Martin B e haim, dessen Werk sich noch heute im Besitz bes Germanischen Museums befindet. Martin Behaim entstammte einer alten angesehenen Familie ber freien Reichsstadt Nürnberg. Als er nach langen Reisen, kreuz und quer über den Erdball, in seine Vaterstadt zurückkehrte, konnte er sich rühmen, ein Drittel der Welt gesehen zu haben. Kaiser Maximilian I. nannte ihn einmal mit Bewunderung den „am weitesten gewanderten Bürger des Deutschen Reiches". Der Auftrag seiner Vaterstadt, eine „künstliche drehbare Kugel als getreues Abbild ber Erdkugel zu fertigen, versehen mit allen neuen Landen, Meeren, Inseln unb sonstigem", konnte daher keinem Geeigneteren übergeben werden als Behaim. Zu diesem Zweck ließ er sich eine hölzerne Kugel von 54 cm Durchmesser drechseln unb mit Pergament überziehen. Diese Pergamentfläche bemalte er mit allen Ländern unb Inseln, bie er selbst gesehen hatte unb trug andere so ein, wie sie sich ihm nach Berichten anderer Entdecker barstellten. Daß sein Werk aus diesem Grunde selbst für damalige Zeiten große Fehler aufwies, ist daher leicht erklärlich. Besonders die fernen östlichen Länder wie Indien, China und Japan erfahren bei Behaim eine völlig falsche Darstellung. Interessant unb für uns heute ganz humorvoll sinb bie kleinen Anmerkungen, bie Behaim mit roter und schwarzer Tinte auf dem Globus eintrug. So ist z. B. bei ber Insel Java die Notiz zu lesen: „In Königreich Jambri haben die Leutt Man unb Frawen hinden Schwanz gleich die Hundt." Obwohl Behairns Erdkugel eine ganze Anzahl von großen Fehlern aufmies, bedeutete fein Globus doch den Beginn einer neuen Epoche in bec. .Geographie. v : Um den t ■ Meiches. ? Seralbeno i Aeqelung 9e MeateE Ufür dieses Len belaß' tenGeluetd weiteres k r können, w- Menen Ro beit für dl? Dienftoerpsb rmim oder p «eschästsfuhr in «eichen von der Kr brauch geme Schät Die Erwc muffen bis bestände fch ihrer Bez, melden, un «erden nach die Abli gefetzt. D der Wliefei jenigen Apf Ablieferung! Vorrang diesem Verwuni bern, die K Km Zwei In Der Dekc fiiien Fakul feffor Dr. ! Germanisch! nahl, ftttj toter Alpen ' wurde 1899 druck und ! 1923 zum I Innsbruck 1 und österrei Lehrstuhl fi nahl war i 37. Lebensjc Heimatuniv er m Inns deutsches R im Februar Line Deuts Die Verb die bisher d ""gehörten, ..Deutsche !s dem Sitz in K.! fe'S »L Ehrung w S'-L K« weiteren II 6«u / tätigen- Dr.[ n & ^'Fortsetzr -Hm. Da Sr- bunber 2 Müßt !>ch nach ^felsind "M botf "FH möck tz,''?nnn Üb N° -hm Serben", k-ßinoerft. spiel." n "^enn bl Nehme % 'laßen?" Iin'g,r ?"! wart "ZL SS 991/ Nn bolben 6lUrn Pn9ten rJ ML W uni sA Larc Theo Lir vana-Films Verdiener, Zimmerke'llr wlstteiat, $ Linge vtionton u u,nb schließ!! M eine D be- »u ür diese oder eine mit kulturellen Betreuungsauf- gaben befaßte Stelle in der Heimat oder im besetz- ten Gebiet durch die zuständigen Arbeitsämter ohne ist, nicht allein am Balser: ihm ge- Prisw er Uni1 int g» Der Rembrandt-Kilm. Eine Produktion der Terra im Gloria-Palast. weniger von damals- als aus stammen scheint. * Die Zentralgestalt des Films tfl. 10 R Miß» chrah ngekow^ W wtiond1 [ittenißi »idvellei ng W tage dö choM werter > as N Goch ?iten zk Der Regisseur S t e i n h o f f hat die Geschichte dieses Werkes imposant in Szene gesetzt und bild' haft lebendig gemacht: der Augenblick der Konzep- tion, der zündenden Idee des genialen Entwurfes wird so zwingend sichtbar, wie es viellcicht^iur der Film vermag. Aber es scheint uns ein Mangel zu jein, daß neben der „Nachtwache" nicht auch (töte manches hier weniger wesentliche Werk) die „Ana« tomie des Dr. Tulp" gezeigt wird, was keine Schwierigkeit gewesen wäre: es ist von ihr die Rede, aber man sieht sie nicht, und mpn müßte sie sehen, um den für Rembrandt verhängnisvoll werdenden Unterschied zwischen beiden mit einem Blick zu begreifen Hingegen hätte die Spielleitung auf alles, was nach der Wiedergabe des letzten Selbstbildnisses erscheint, ruhig verzichten können: biejes Porträt setzt einen Schlußakkord, wie er grandioser und erschütternder nicht gedacht werden kann und jedenfalls mit Worten, die gleichsam ein lasse es mir nicht nehmen, die hat den Doktor nur seines Geldes wegen geheiratet. Außerdem: so was von Arroganz gibt s nicht wieder. Man ist doch schließlich die Aeltere. Und von wegen Herkunft und Familie, — daß ich nicht lache. Aber, nicht wahr, bester Herr Anrainer, das bleibt unter uns. . Wir sind doch Freunde. Irgend jemandem muß man ja schließlich sein Herz ausschütten." „Natürlich, natürlich", versicherte der Besitzer des „Gowenen Löwen" eifrig und tätschelte wohlwollend den rundlichen Arm seiner Nachbarin. „3a —- und daß ich's nicht vergesse: der Stiefsohn, dieser arme junge Kerl, ist auch schon wieder weg. Wie finden Sie das? Die Stiefmama hat das Heft bereits fest in der Hand. Wahrscheinlich hat sie dem armen Bengel die Hölle so heiß gemacht, daß er tjern gegangen ist." „Das ist ein Haufen Neuigkeiten auf einmal", murmelte Anrainer und ließ seine liebkosende Hand ein bißchen tiefer gleiten. „Nicht doch, Herr Anrainer! Wenn uns einer sieht!" wehrte die Purgstaller. „Es sieht uns niemand", schmunzelte er. „Die Buchenhecke ist zweireihig. Seien Sie doch endlich einmal nett, Alwine!" „Ein Tempo haben Sie! 3ch muß schon sagen, da kommt ein Junger nicht mit. Schluß jetzt, da ist mein Gulasch. Heute habe ich gerade Appetit auf so etwas Pikantes." „Stellen Sie es nur hin. Heinrich. So. Nein, wir brauchen sonst nichts. Sie können gehen", sagte Anrainer ungeduldig. Als der Kellner verschwunden war, fuhr er fort: » „3d) muß Sie nachher einmal durch meinen Besitz führen, Alwine. 3ch bin gespannt, was Sie jagen. Alles erstklassig. Nur die Frau fehlt. Aber jetzt müssen Sie essen. Ein kalter Gulasch, ist wie ein warmes Bier." Er richtete ihr alles fürsorglich hin, bann setzte er sich bolzengerade zurück, machte das Kreuz hohl und atmete siebenmal tief ein und wieder auc. (Fortsetzung folgt. U Grünt- les biL enote MG! in uni ijemr aß di, ie, i» beneiden, eit tien, in Btaate- rs Ans )t dick ionben' geriislk om be is FH Rechb räsÜM richtig, i toben E.S. Ktz nahht, hetck i um enu Ni id) । 1 1?! ttr klare» 5 $!h it ber Dttiai JU lietzj. N « bis. teriim intbft Siiti. Stack irtoüEi itiontf. Rollenumfang gemessen, Ewald . „ lang eine oft überraschende, hier durch die Gegenüberstellung mit berühmten Porträts besonders scharf zu kontrollierende Annäherung an die hundertfältig überlieferte Maske — in sehr verschiedenen Stadien des Lebensablaufes. Balser zeigte sich dar- posthumes Fazit ziehen, nicht Überboten, sondern höchstens abgeschwächt werden kann. Andere Szenen,' wie die mit Geertje, mit- Hendrikje, mit Seg- hers, auch die große Versteigerung, sind von einer Plastik und Lebensfülle, die überzeugend und echt anmuten; überhaupt geht vom Bilde die weit stärkere Wirkung aus als vom Wort, das gelegentlich der Gegenwart zu gleichen Sinne ergehe nun der Appell an einen weiteren Kreis der Wissenschaft, sich an dem Aufbau einer universellen Sozialwissenschaft schlossener Ganzheitskulturen. Die Zeiten der Split- terfultur aber, wie das 19. 3ahrhundert, Haden das universelle Weltbild in das kleinliche Gezänk sachlicher Spezialisten und eigensüchtiger Berufsgruppen aufgelöst. Der Nationalsozialismus ist weit davon entfernt, das. fachliche Können gering zu chätzen, feine Weltanschauung beruht auf klarer Vernunft und wissenschaftlicher Erkenntnis der Zu- ammenhänge dieser Welt. Aber die als Wegbe- ei|erin der neuen Sozialordnung berufene Forschung muß sich über das Fachkönnen zu einer rmiversellen Gesamtschau durchringen. 3n diesem Sinne wurde das Arbeitswissenschaftliche 3nftitut gegründet, in dem unter politisch-wissenschaftlicher Führung Spezialisten aller Fachgebiete das geistige Rüstzeug der Sozialpolitik vorbereiten. Und im bekfl^ um st res jgeb jen. träuurj' i M sicherst dererp lud $ labrt ;,w iat# tstaNM । wft. y* J L. trug s d-L -E W % X Mechode eingemacht worden sind, so muß angestrebt werden, daß die Bereitstellung von Sauerkraut mehr 2Ulgemeingut der Haushaltungen wird. Man muß mit einigem Erfindergeist an die Aufgaben Herangehen und wird noch manchen Weg finden. Es sei an dieser Stelle nur darauf hingewiesen, daß man Schnittbohnen sehr wohl in Flaschen einmachen kann, Tomatenpüree ist sehr gut in Flaschen untergebracht, und die Weithalsglasflaschen, in denen man Mixed Pickles, Gurken oder Salattunke gekauft hat, können zum Einkochen von Obst verwandt werden. Bei Unterbringung des Obstes in solchen Gläsern würden Einkochgläser für Gemüse frei werden. Diele Haushalte werden die Möglichkeit haben, Gemüse zu dörren. Besondere Arten von Wurzelgemüsen und Kohlarten können in Sand eingeschlagen sehr gut überwintert werden. Um jeden vor unnötigem Schaden zu bewahren, ist es natürlich nötig, haß man nicht eigene Wege geht und Experimente macht. Falls in dem ererbten Kochbuch als Anlage nicht solche Rezepte, von Hand der Großmutter geschrieben, vorhanden sind, sollen wirklich gute und erprobte Rezepte den Hausfrauen nahe- gebracht werben. Es wirb daher im „Gießener Anzeiger^ die Veröffentlichung derartiger Rezepte vorgenommen, die zweckmäßigerweise zu sammeln sind. So wird es in diesem 3ahre vielen Haushaltungen gelingen, aus der reichlich anfallenden Ernte Dr. Brüggers Patientin Roman von Walter Klöpffer 24. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Hm. Das kann man ja. 3ch bin bereit Sagen wir hundert Mark monatlich. So eine Art Zuschuß- Man müßte nur eine passende Form finden, die nicht nach Almosen aussieht Gerade die armen Teufel sind ost die feinfuhllgsten Menschen. „Laß doch das Geld von deiner Frau Eommen. „3ch mochte nicht, daß Anna davon erfahrt. „Dann überweise es an mich. Eme gute 3bee. 3d) werbe ihm sagen, es gäbe da so em Stlpendlum für begabte, würdige Studenten. Er soll sich darum bewerben", schlug der Professor vor , „Einverstanden. Und mich laßt du aus dem ^Wenn du durchaus willst. Darf ich ihm die angenehme Neuigkeit bereits auf der Heimreise ein- ' ,A3a. Und nun wollen mir die beiden nicht länger warten lassen." „Geheimnisse gehabt?" lächelte Anna ihnen ent- 8 ^Schwere Geheimnisse", neckte Helmreich mit Ver- und nun will ich euch zum Schluß da- Schönste zeigen,", verhieß Brügger und schritt noran. Sie gelangten durch die rückwärtige Pforte wieder ins Freie. qn. , $rMnrnn>.. Vor ihnen dehnte sich eine weite Wiese, smaragdgrün, jonnenübersliitet, jungfräulicher Laden Mit Glockenblumen und Margeriten, wit «ch'"llng- dolden und Kümmelbuschen von rmwahrsch-mlich-r Größe, Soldanellen, Rinderblumen und Lattich drängten sich dazwischen. Hier und dort wuchs em bärtige Lärche oder eine Berglicht- Unb 30g nngs um sich einen Bannkreis blauschwarzen Schatten Dahinter drängten sich die Berge der Madelegabel- gruppe mit klaren Konturen. Nase schnuppernd nach oben gerichtet, schritt Alwine, gutgewachsen unb langbeinig, biß Hauptstraße entlang, als sie Herrn Anrainer in seinem leeren Hotelgarten gewahrte. Er saß vor einem Glase Wein unb einer dampfenden Kasserolle, schmökerte in dem Anzeigenteil einer Zeitung unb ließ es sich allem Anschein nach wohl sein. „Grüß Gott, Herr Anrainer! So schon möchte ich's auch mal haben! Was frühstücken Sie denn da?" Neugierig lugte die Purgstaller über den „Schon, sagen Sie? Schön ist anders", seufzte der Hotelier und erhob sich. „Wenn Sie meine Sorgen hätten! Stimmt doch wieder die Lichtrechnung nicht! — Was ich esse? Einen Paprikagulasch. Wollen Sie mithalten? Das heißt, wenn ich mir gestatten darf. Sie in dieser formlosen Weise ein* zuladen?" . . „Sie dürfen, mein Herr —", sagte die junge Dame und jchlug züchtig die Augen nieder. Die Purgstaller, dieses dem lieben Gott ausnehmend gut geratene Frauenzimmerchen, lächelte betörend. Anrainer lief wie ein 3unger auf die Straße und geleitete.seinen Besuch erfreut an den Tisch. „Ein zweites Gedeck, Heinrich, unb noch einmal Gulasch, aber fix!" befahl er bem Kellner. „3ch beneide Sie um 3hren Humor, Frau Purgstaller. 3mmer munter, immer vergnügt." „Humor ist übertrieben, lieber Anrainer." „Wieso? Haben auch Sie Aerger?" „Unb nicht zu knapp. Aber lange mache ich bas nicht mehr mit. Ueberhaupt ein komisches Haus. „Was stimmt benn nicht?" fragte er neugierig. „Ach, so allerhand. Haben Sie zum Beispiel schon mal erlebt, daß ein frischgebackenes Ehepaar die erste Nacht in getrennten Zimmern verbringt?" „Was Sie nicht sagen! Hat es Krach gegeben?" „Eben nicht. Das ist ja bas Merkwürdige. Unb weiter mitten in der Nacht ertappe ich bie junge Frau im Sprechzimmer, wie sie sich gerabe für das Scheckbuch des Herrn Gemahls interessiert. 3ch „Unsere Lern- und Spielwiese" erklärte Brügger. „Prächtig! Einfach prächtig. Martin!" rief Anna entzückt. „Weißt du, was ich jetzt brennend gern mochte? Den Hang da hinunterrollen. Aber es sind zu viele Menschen da." „3a, diese Wiese ist mein spezielles Verdienst", gab Bxugger schmunzelnd zu. „Wie meinen Augapfel habe ist bie behütet. Was glaubt ihr, was sie sonst bamit angestellt hätten? Steine ablaben unb Sand durchsieben und andere Scherze hatten sie vor. 3mmer wieder habe ich den Handwerkern und Maurern ins Gewissen reden müssen, daß sie mir dieses Stückchen Paradies nicht zerstören. Na, und wie sieht sie jetzt aus?" „Du bist ein Tausendkünstler, Martin. Ganz großartig hast du das gemacht. Nicht wahr, Franzel? Sag' doch auch etwas! Du bist so tüchtig, Marttn. Neben dir komme ich mir ganz klein unb häßlich vor", seufzte sie unb schmiegte sich an ihren Mann. Die starke Vormittagssonne schlug helle Funken aus ihrem Haar. „Na, na, halb so schlimm", wehrte er bescherten ab " „Gar so tüchtig bin ich nicht. Die Hauptsache hat ber Architekt besorgt. Ohne den hätte ich manchmal ben Mut verloren." Er schritt mit Anna ein Stück weit in die Wiese hinein, während bie anderen zurückblieben. „Versprech mir etwas, Martin", bat sie und griff nach seiner Hand. 3a —?" „Wenn du einmal Sorgen hast, ich meine, richtige Sorgen, die einem bas Herz abbrücken, bann laß mich baran teilhaben. 3ch bin beine Frau, vergiß das nie." „Es ist schön, daß du das sagst, Annerl." Seine Augen ruhten warm auf ihr. „3ch werde bestimmt xu dir kommen." Anna schloß bie Augen und preßte die Hanb auf ihr Herz. Auch zuviel Glück kann wehtun. Alwine Purgjtaller, die Hausbame, war beim Einkäufen gewesen. Bestimmte Besorgungen konnte man den Dienstboten nicht anoertrauen. Mit vollgepackter Markttasche, in einem netten Kleid, bie ber Sommer- unb Herbstaemüse gewisse Mengen abzuzweigen, um baraus Vorräte für den Winter zu schaffen. Diese Vorräte werben dann für den Familientijch eine willkommene Stärkung sein unb heute schon für alle, bie sich die Mühe machen werben, Gemüse zu konservieren, eine solide Beruhigung bedeuten^ Gießener Dochevmarkkpreise. * Gießen, 25. Aug. Auf bem heutigen Wochen- markt kosteten: Wirsing, % kg 8 Rpf., Weißkraut b, gelbe Rüben 13 bis 15, rote Ruben 10 bis 12, Spinat 15, Römischkohl 12 bis 14, Bohnen, grün, 30, Unterkohlrabi 10, Tomaten 30, Birnen 30, Mirabellen 35, Salatgurken 25, Einmachgurken, bas Stück 2 bis 6, Blumenkohl 30 bis 60, Salat 10, Endivien 15, Oberkohlrabi 8 bis 12, Rettich 6 bis 10, Radieschen, das Bund 10 Rpf. • ♦ ** Theater der II n i de r f,i tä t sft ab t Gießen. Das Dramaturgische Büro teilt mit: Die heute, Dienstag, 25. August, stattfindende Erstaufführung bes Lustspiels „Die Stunde mit Alexa" von A. Moller unb H. Lorenz setzt die Vorstellungen der Borspielwoche mit einem heiteren Stück fort. Es spielen: Renate Freihen, Käte 3aenicke, Anja Rau: Gerd Fritz Ludwig, Carl Bruno Schmidt, Hans Seitz unb Karl Dolck. 3nszemeruna- Maria Zeppenfeld. Kunst und Wissenschaft. Zwei Innsbrucker Iurisien tödlich abgestürzt. Der Dekan der Rechts- unb Staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität 3nnsbruck, Professor Dr. Kurt ©trete, und der Professor für Germanische Rechtsgeschichte, Dr. Karl Hans Ga- nahl, sind bei einem Bergunglück in den Oetz- taler Alpen ums Leben gekommen. Professor ©trete wurde 1899 in Brixen geboren, studierte in Inns- bvuck und Berlin und promovierte in 3nnsbruck 1923 zum Dr. rer. pol. und 1927 zum Dr. jur. 3n Innsbruck habilitierte er sich 1932 für allgemeines unb österreichisches Staatsrecht. 1940 wurde ihm der Lehrstuhl für öffentliches Recht übertragen. — Ga- nahl war gebürtiger Innsbrucker und stand im 37. Lebensjahr. Er absolvierte seine Studien cm seiner Heimatunioersität unb in Wien. 1928 promovierte er in Innsbruck unb habilitierte sich dort 1931 für deutsches Recht. 1939 wurde er a. o. Professor und im Februar 1942 o. Professor. (Eine Deutsche Physiologisch-Chemische Gesellschaft. Die Vertreter des Faches physiologische Chemie, die bisher der Deutschen Physiologischen Gesellschaft angehörten, haben jetzt eine eigene Vereinigung „Deutsche Physiologisch-Chemische Gesellschaft" mit dem Sitz in lübin g e n gegründet. Neues vom Film. Tl)eo Lingen gestaltet bie Hauptrolle bes Bavaria-Films „Johann", einen vollkommenen Kam- merbiener, ber in seinem Beruf auf geht und vom Zimmerkellner bis zum Direktor eines Schloßhotels aufsteigt. Nach dem gleichnamigen Lustspiel von Theo Singen schrieben R. A. Stemmte, Emst von Salomon unb Franz Gribitz das witzige Drehbuch. Als Gegenspieler treten in Erscheinung: Ftta Bent- Hoff, Hermann Thimig, Irene von Meyendorfs — und schließlich — Lingen selbst. Das Drehbuch gab ihm eine Doppelrolle. über hinaus, auch geistig dem außerordentlichen Anspruch gewachsen, ber hier an den Darsteller gestellt wurda: er macht die innere Einsamkeit, die „Unbegreiflichkeit" bes genialen Künstlers unb seine Verwandlung im Ablauf der letzten Jahrzehnte seines Daseins auf eine sehr glaubhafte und ans Herz greifende Art faßbar. Hertha Feiler ist, ohne viel spielen zu förfnen, eine patrizisch elegante, zarte unb bedenkenlos leidenschaftliche Saskia. Gisela Uhlen bie kinblichchingebende, zu jedem Opfer bereite Hendrikje. Elisabeth Flickenschildt, ein pralles, robustes, niederländisches Frauenbild, gibt mit einer animalisch wachen Witterung bie böse, eifersüchtig unb rachsüchtig enttäuschte Geertje. Neben dem stillen, vornehmen Ian Six (Theodor Loos) erscheinen der feiste, brutale Uilenburgh von Aribert Wäscher unb ber rührende Seghers von Paul Henckels. Auch ganz kleine, fast stumme Figuren wie Rembrandts Bruder mit dem Goldhelm find mit einer verblüffenden Treffsicherheit ins lebendige Bild gebannt. Der Kameramann Richard Angst hat vor einem ungemein anziehenden unb schwierigen Stoff sein ost bewährtes Können erneut bewiesen, zumal in den gerade hier mit besonderer Sorgfalt behandelten Licht- und Schatten Wirkungen. * Der Film verdient eine stärkere Anteilnahme, als sie ber Bejuch der ersten Vorstellungen verriet. — 3m Beiprogramm läuft bie neue Wochenschau. Hans Thyriot. Erscheinung unb Schicksal des Rembrandt Har- mensz van Rijn gehören ebenso der Kunstgeschichte wie ber Menschheitsgeschichte an. Sein Fall ist ein im großartigen und wahrhaft» tragischen Sinne ein exemplarischer Fall. Sich dessen ass eines Stoffes zu bemächtigen, hat oft und immer wieber gereizt. Völlig zu erschöpfen war die Fülle ber inneren (nicht ber äußeren) Probleme wohl weder mit den künstlerischen Mitteln etwa bes Romans noch des Dramas noch auch des Films. Man wird kaum sagen können, daß hier ein ursprünglich und eigentümlich filmischer Stoff vorliege. Ein großer Vorzug der Filmgestaltung beruht indessen auf ihren reichen und weitreiä-enden optischen Möglichkeiten für eine Geschichte, bie es auf entscheidende Weise mit optischen Dingen,zu tun chat. Die im Stoff begründete große Gefahr (welcher der Film, namentlich in seinem ersten Teil, nicht vollkommen zu entgehen vermochte) war bie: im üppigen Kostüm- bilbe unb Sittengemälde bes niederländischen Barock steckenzubleiben. Ueberblickt man das Leben Rembrandts im Sinne eines Rohstoffes für bas Drehbuch, bas der Spielleiter Hans St einhoff und. Kurt Heuser in Anlehnung an einen Roman von Daleriad Tornius geschrieben haben, so wird man sich zu auswählender Sichtung unb zur Konzentration in gleicher Weise genötigt fin- ben. Den Herstellern kam es darauf an, die Tragödie Rembrandts cmfzuweisen. Sie setzt ein mit dem etwa Vierzigjährigen aus der Höhe des Lebens, zur Zeit bes Liebesglücks mit Saskia, ber Berühmtheit, bes Erfolges unb bes Reichtums: sie endet an der Schwelle bes Grabes, im Elend, in Armut, Vergessenheit und Verlassenheit, sie zeigt einen Mann, ber mit sechzig wie ein Achtzigjähriger aussieht, wenn er bas erschütternde letzte Selbstbildnis malt. Will man die Tragik dieses Lebens in eine Formel fassen, bann ist es die berühmte Formel von der Disproportion des Künstlers zu in Leben, vom ewigen, naturgegebenen Mißverhältnis zwischen dem Genie und seiner blinben, tauben, verständnislosen Umwelt, ganz allgemein gesprochen: vom uralten Widerstreit unb Gegensatz zwischen Geist und Materie. Im Falle Rembrandts wirb dies, wie es ber Film instinktsicher getan hat, am Schicksal eines seiner berühmtesten Bilder, ber sog. „Nachtwache", sichtbar: hier ist ber tragische Kern seines Lebens unb Wirkens bloßgelegt: von hier aus begreift sich das gesamte Trauerspiel, in das sein Unglück mit Saskia, seine Erfahrungen mit deren Sippe, mit ber Magd Geertje, mit seiner zweiten bäuerlichen Frau Hendrikje, die Testamentsgeschichte, die Schulden, die Pfändung, bie Versteigerung, bie bürgerliche Aechtung und ber bürgerliche Zusammenbruch als notwendige Begleit- unb Folgeerscheinungen einbegriffen sind. Das alles zeigt der Film ober beutet es wenigstens, raffend und zusammenziehend, aber allenthalben mit einer quellenmäßig zu beglaubigenden Echtheit unb Richtigkeit an. Das Kernproblem konzentriert sich jedoch auf das Phänomen ber „Nachtwache", jenes berühmte unb oft mißdeutete Bild ber Amsterdamer Schützengilde bes Hauptmanns Banning Eocq, bas man ein Weltwunder ber bildenden Kunst genannt hat. , nehmen unb im Hanbel frei abzugeben, wie bas bereits oerschiebentlich im Laufe der letzten Wochen der Fall gewesen ist. Bei ben Kleingärtnern, deren Zahl sich in den letzten Jahren sehr vergrößert hat, ist übrigens eine solche „Schwemme" in diesen Wochen selbstverständlich vorhanden Das Gemüse, bas in ihren Gärten anreift, kann meistens gar nicht in der gleichen kurzen Zeit verzehrt werden. So ergibt sich, baß zunächst bei den Kleingärtnern, aber auch im Falle einer allgemeinen „Schwemme" bei sämtlichen Verbrauchern die Frage auftreten wirb, was mit den vorhandenen Ueberschüssen geschehen sott. Es ist also durchaus nicht abwegig, wie vielleicht mancher Verbraucher angesichts der strengen Bewirtschaftung auf den ersten Blick einwenden möchte, wenn der Vorschlag gemacht wird, schon jetzt Wintervorräte an Gemüse anzulegen. Das wird zwar meistens nicht „aus dem Vollen heraus", wie wir dies von früher her noch in Erinnerung haben, möglich fein, weil der Gemüse bedarf sehr groß ist. Dennoch wird sich bis zum Ende des Herbstes häufig bie Möglichkeit bieten, kleinere Mengen von Gemüsen für ben Winter zu konservieren, und diese Gelegenheit soll unb muß jeb^r im eigenen Interesse ausnützen. Man darf sich nicht auf eine Belieferung mit Konserven im Winter einstellen, weil bie Konservenfabriken mit allen Mitteln die riesigen Mengen Konserven für die Wehrmacht zu schaffen und sicherzustetten haben. Auch aus anderen Erwägungen heraus ist es praktisch, wenn jeder Haushalt fein eigenes Lager an konserviertem Gemüse unterhält. Einmal wurden größere Lager luftgefährdet fein, und bann würde bie Verteilung dieser Lager die Transportmittel übermäßig in Anspruch nehmen. 3n ber Hauptsache muß also bie Konservierung des Wintergemüses Sache des einzelnen Haushaltes sein. Mit. der modernen Einkochmethode sind bie Hausfrauen alle vertraut. Man wird in den meisten Fällen aber nicht über genügend Einkochgläser verfügen, und darum ist es wichtig, andere Wege zu gehen. Wir wollen uns daran erinnern, daß un- jere Großeltern, unb vor allem bie Bevölkerung auf bem Lande, bas Gemüse burch Cinsäuern, Einschlagen ober Dörren für ben Winter fichergestellt haben. Das Einsäuern bedingt das Vorhandensein entsprechender, geeigneter größerer Steintöpfe (Gär- töpfe). Die älteren Haushaltungen werden im Besitz solcher Topfe fein, die jüngeren Haushaltungen werben sich danach umsehen müssen, diese Töpfe zu beschaffen, bie, wenn auch nicht in ausreichendem Maße, aber doch immer wieder in ben Geschäften zu haben fein werden. Außerdem aber muß man sich umsehen, ob im Hause nicht größere Glasbehälter vorhanden sind ober glasierte Stein- gutfrüge (Wasserkrüge), bie man für ben Zweck verwenden kann. Ferner sind besonders kleine Holztonnen zu empfehlen. Dieje Gefäße sind für Bohnen unb Sauerkraut bestens geeignet Wenn Bohnen auch vielfach schon im letzten 3ahr nach dieser weiteres kriegsdien st verpflichtet werben können. Da5 Entgelt wirb innerhalb eines angemessenen Rahmens vom Sondertreuhänder ber Arbeit für die kulturschaffenden Berufe festgesetzt. Die Dienstverpflichtung kann für einen bestimmten Zeitraum ober für, unbegrenzte Zeit erfolgen. Die Haupt- yeschäftsführung der Reichskulturkammer entscheidet, in welchen Fällen und unter welchen Bedingungen von ber Kriegsdienftverpflichtung der Künstler Gebrauch gemacht werden wird. Schätzung der Apfelernte 1942. Die Erwerbsobftanbauer ber Hauptanbaugebiete müssen bis 10. September die Ernten ihrer Apfelbestände schätzen unb auf besonberen Vordrucken ihrer Bezirksabgabesielle ober Drtsfammelfteüe melden. Unwahrscheinlich anmutenbe Schätzungen werden nachgeprüft. Auf Grund der Schätzung wirb die Ablieferungsverp.flichtung fest - gesetzt. Die Erzeuger können erst, nachbem ihnen bet Ablieferungsvescheib zugegangen ist, über diejenigen Apselmengen frei verfügen, die über bas Ablieferungssoll hinaus geerntet worden sind. Den Vorrang bet ber Apfelverteilung in diesem Jahre haben bie Wehrmacht. mit ihren Verwundeten, die Mutter mit ihren Kindern, die Kranken und die Jugendlichen. s 1 ttib ! W: Dolls,! «V N W ntifoj ■Nt Nltt heiligen. Der Kriegseinsatz von Kulturschaffenden. Um den infolge ber (Einberufungen zur Wehrmacht und ber Ausweitung unseres künstlerischen Lebens angespannten Einsatz aller Kulturschaffenden ausreichend und gerecht regeln zu können, hat der Jeneralbeoollmächtigte für' ben Arbeitseinsatz eine Regelung getroffen, wonach Mitglieder der Reichs- heaterkarnmer, der Reichsfilmkammer und der Reichsmusikbammer durch bie Reichskulturkammer Aus der Stadt Gießen. Gemüse für den Winter. RSG. Wenn man heute durch eine deutsche-Stadt geht, wirb man immer wieder sehen, mit welchem Fleiß die Menschen bas kleinste Stückchen (Erbe bearbeitet haben, um es für die Ernährung dienstbar zu machen. Geeignete Bauplätze, früher wahre Brennesselplantagen, haben sich in saubere Gemüsegärten oerwanbelt. Wiesengrundstücke unb jedes Stückchen Brachland sind mit Gemüse oder Kartoffeln bestellt worben. Selbst in dem bescheidensten Vorgärtchen, das früher mit Blumen und Zier- träuchern bepflanzt war, sind Stangenbohnen, Erben und Kohl zu sehen. Wenn man dann noch fest- tetlen kann, daß auch die gewerblichen Blumen- gärtnereien einen bedeutenden Teil ihres Betriebes auf Gemüsebau umg^ftellt haben, bann wird man zu dem (Ergebnis kommen, daß in diesem 3ahr in Deutschland soviel Gemüse angebaut worden ist, wie niemals zuvor. Die (Ernte an Gemüse ist sehr groß, wie die letzte Zeit gezeigt hat, aber auch der Gemüsehunger ist allerorts größer als -früher, und daraus ergibt sich die Notwendigkeit, bie einge- führte Bewirtschaftung des Gemüses mit Karten unb Bezugscheinen auch weiterhin beizubehalten, um jedem Verbraucher einen möglichst gleichen Anteil ber Ernte zukommen zu lassen. Es muß bei Beurteilung der Sage auf dem Gemüfemarkt auch bedacht werden, daß ber Mchranbau an Gemüse im eigenen Land nicht den zum großen Teil ausgefallenen 3mport von Gemüse ausgleichen kann. Die strenge Bewirtschaftung schließt aber nicht aus, daß zu gewissen Zeit bei der einen ober anderen Gemüsesorte eine „Schwemme" eintritt, baß also plötzli'ch große Mengen dieses bestimmten Gemüses angeliefert werden, und man gezwungen sein wirb, bieles Gemüse aus ber Bewirtschaftung herauszu- Einmachen und Konservieren. praktische Winke. Verschließen von Flaschen. Flaschenkorken werden in klarem Wasser mit einem Teller beschwert aufgekocht und heiß in die Flaschen gedrückt. Lange Korken lassen sich auch halbiert verwenden, . durchbohrte Korken besonders gut aufkochen. Korken luftdicht abschließen durch Eintauchen in heißes Kerzenwachs, Talkum mit Wasserglas, Siegellack usw. Flaschen liegend aufbewahren. Beim Sterilisieren in Flaschen besteht die Möglichkeit, daß durch die Hitze die Korken herausgedrückt werden, deshalb überbinden wir die Korken mit einer Kordel und wenden dabei den Apothekerknoten an. Die Flaschen dürfen sich im Sterilisiertopf nicht berühren und werden am 'besten durch Holzwolle getrennt. Man sterilisiert 20 Minuten bei 90 Grad, nimmt heraus und kühlt mit TÄchern geschützt ab. Steinköpfe, in denen Eier eingelegt waren, sind für das Eiymachen von Gemüse wieder gebrauchsfähig, wenn man sie gründlichst mit einer 10—löprozentigen Sodalösung reinigt. Bohnen einmachen. Bohnen in Essig eingelegt. Die gewaschenen, entfädelten und gebrochenen grünen Bohnen werden in schwach gesalzenem Wasser halbweich gekocht, vorsichtig mit einem Schaumlöffel herausgenommen und nach dem Erkalten mit verschiedenen Kräutern (Bohnenkraut, Estragon, Dill und Zwiebelscheiben) in Steintöpfe oder ein Faß geschichtet. Obenauf legt man eine Schicht Kräuter und gießt abgekochten, erkalteten Essig, den man mit Gemüsewasser vermischt hat, darüber. Die Bohnen müssen von dem Essig bedeckt sein. Man legt ein sauberes Tuch darauf und beschwert mit Teller und Stein. Salzbohnen: 5 kg Bohnen, 100 g Salz. Grüne Schnittbohnen werden sauber gewaschen, abgezogen, fein geschnippelt und mit Salz vermischt in einen Steintopf oder in ein Faß eingestampft. Es muß sich Flüssigkeit bilden, die einige Zentimeter hoch über den Bohnen steht. Man bedeckt sie mit einem sauberen Tuch, beschwert sie mit Brett und Stein. Schnittbohnen in Flaschen eingemacht. Bohnen werden gewaschen, geputzt und geschnippelt, in tadellos gereinigte (geschwefelte) Flaschen gefüllt; man gießt darüber abgekochtes, erkaltetes ^Wasser, das nach 24 Stunden wieder ab- gegossen wird, erneuert es und wiederholt dieses Verfahren noch zweiinal. Dann werden die Flaschen sofort verkorkt und mit Wachs oder Lack luftdicht verschlossen und bis zum Gebrauch aufbewahrt. Tomaten einmachen. Tomatenmark in Flaschen. Sehr reife Tomaten werden gewaschen, in Stücke geschnitten, zerdrückt und langsam zum Kochen gebracht. Dann streicht man sie durch ein feines Sieb, kocht den Brei etwas ein und füllt ihn kochend heiß in Flaschen, die man sofort verschließt und verkorkt. Grüne Tomaten in Essig. Kleine, gleichmäßige, gesunde, grüne Tomaten, die nicht mehr reif geworden sind, macht man allein oder mit anderen Gemüsen in Essig ein. Sie werden gewaschen und abgetrocknet in Gläser gefüllt. Man gibt einige Zitronenscheiben, kleine Meerrettichstückchen, Estragon und Dill dazwischen, bedeckt mit Essig, den man leicht gesalzen hat, bindet die Gläser mit Pergament oder Zellglas zu. Marmelade aus grünen oder roten Tomaten. 1 kg Tomatenbrei, % kg Zucker, Anis, Fenchel, Ingwer, Vanille oder Zitrone. Die Tomaten werden gewaschen, zerschnitten und weich gekocht. Dann streicht man sie durch ein Sieb, gibt den Zucker und die Gewürze dazu und bringt die Masse unter Rühren zum Kochen und läßt sie 20 bis 30 Minuten langsam einkochen. Man füllt die Marmelade heiß in Gläser oder Steintöpfe und bindet sofort zu. Besonders gut ist eine Mischung von je 1 kg Tomaten, Aepfeln und Pflaumen und 1 kg Zucker. Jeder hat fein Sauerkraut im Topf. Sauerkraut. 5 kg Weißkohl, 50 g Salz und evtl. Wacholderbeeren. Festes, frisches Weißkraut wird sehr fein gehobelt, mit dem Salz und evtl. Wacholderbeeren in einen Steintopf oder in ein Faß ein- gestampft, bis Flüssigkeit darüber steht. Man läßt das Ganze 14 Tage an einem warmen Ort stehen und eine Gärung durchmachen. Wenn die Gärung sich beruhigt hat, wird der Kohl Mit einem Teller oder Brett und einem Stein beschwert an einem kühlen Ort aufbewahrt. Der frühe Weißko-hl eignet sich nicht für die Ueberwinterung. Das hieraus gewonnene Sauerkraut ist für die Verwendung in den ersten Wochen gedacht. Der im ^Herbst anfallende Weißkohl wird stir den Winter eingeschnitten. Auch in diesem Jahr HZ.-Veranftaltungsring. Schon seit jeher wurde der kulturellen Arbeit im Bann 116 besondere Aufmerksamkeit geschenkt; dies äußerte sich nicht zuletzt in der dauernden Verbesserung und Vergrößerung des HJ.-Deranstaltungs- ringes, durch die dieser für die Erfüllung der ihm zugedachten Aufgabe, nämlich der Hinführung der Fugend zu den großen Werken der deutschen Kultur im Rahmen von Theatervorstellungen, Dichterlesungen und Konzerten, immer geeigneter wurde. In Anbetracht der großen Bedeutung dieser Organisation wurde auch in diesem Fahr ein weiterer Ausbau des HF.-Veranstaltungsringes vorgenommen, der besonders die Voraussetzungen für eine Vergrößerung der Mitgliederzahl in den einzelnen Kreisen schaffen und darüber hinaus den verkehrstechnisch ungünstig gelegenen Landeinheiten erleichterte Besuchsmöglichkeiten bieten soll. Fm einzelnen sind folgende Veranstaltungsreihen geplant: Reihet: 8 Theatervorstellungen, 2 Mor- genoeranstaltungen. Spieltag: Werktags. Mitgtieder- beitrag etwa 6 RM. Äcindestalter 12 Fahre. Reihe B: 4 Theatervorstellungen, 1 Morgenveranstaltung. Spieltag: Samstagnachmittag. Mitgliederbeitrag etwa 3RM. Mindestalter 12 Jahre. Reihe C: 2 Dichterlesungen, 2 Konzerte, 1 HJ.- eigene Veranstaltung. Mitgliederbeitrag: Für Mitglieder der Reihen A oder B etwa 1 RM., für die übrigen etwa 2 RM. Mindestalter 12 Fahre. Reihe D: 6 Jugendfilmstunden. Spieltag: Sonntagvormittag. Mitgliederbeitrag 1,20 RM. (Diese Reihe ist nur für den Standort Gießen vorgesehen.) Es ist also jedem Hitlerjungen und jedem BDM.- Mädel zu einem denkbar niedrigen Mitgliederbeitrag Gelegenheit gegeben, einer oder mehrerer dieser Veranstaltungsreihen beizutreten. Der Bann 116 ri'chtet daher an alle Eltern, besonders aber an diejenigen, deren Kinder -bisher dem HF.-Veranftal- tungsring noch nicht angehörten, die Bitte: Gebt euren Söhnen und Töchtern die Möglichkeit, Mitglied des HJ.-Veranstaltungsringes 1942743 zu werden! Anmeldungen werden von einem noch bekannt zu gebenden Zeitpunkt an von dem zuständigen Einheitsführer bzw. EinheitSführerinnen angenommen. Vo. Jleye Vorschriften über die Punkte. Durch eine Bekanntmachung der Reichsstelle für Kleidung werden nunmehr alle Waren aus Papiergarn oder Papiergeweben für bezugsbeschränkt erklärt, können also fortan nur noch auf Karte oder Bezugschein bezogen werden. Davon sind nur Papierkragen ausgenommen, die auch weiterhin punkt- frei sind. Die näheren Punktvorschriften werden noch erlassen. Die neue Bekanntmachung stellt außerdem klar, daß punktfrei nur Luft- und Tüllspitzenstoffe, über die ganze Fläche bestickter gewebter Tüll sowie mit gewissen Ausnahmen auch daraus hergestellte Ober- bekleidungsftücke und Schleier jeder Art verkauft werden dürfen. Diese Waren werden aber schon seit Kriegsbeginn nicht mehr hergestellt, so daß es sich nur um das „Ausräumen" kleiner Reste handelt. Fm übrigen' gelten Spitzen und Stickereien nur dann als punktfrei, wenn sie höchstens 30 cm breit sind. Verordnet wurde weiter, daß Gummilitze an den Verbraucher nur in Kleinaufmachung in Stücken von nicht über 1,5 Meter und Gummiband nur in Abschnitten bis zu 40 cm Länge abgegeben werden dapf. Bei bestimmten Kleidungsstücken schließlich kann nunmehr der Verkauf an den Verbraucher außer von der Vorlage der Kleiderkarte oder des Bezugscheins von der gleichzeitigen Vorlage eines Be- darfsnächweises abhängig gemacht werden. Es wird noch im Einzelfalle bestimmt, wer diesen Bedarfsnachweis ausstellt. Durch diese Vorschrift wird verhindert, daß bestimmte Spezialkleidungsstücke von jedem gekauft werden können, auch wenn er sie nicht braucht. So konnte jeder Verbraucher beispielsweise Hemden aus sogenanntem Schifferflanell kaufen. Durch die neuen Vorschriften kann dafür gesorgt werden, daß nur noch Seeleute diese Hemden gegen Vorlage des Bedarfsnachweises bekommen. Aufgehoben wurde gleichzeitig die Bestimmung, daß bunrgewebte und bedruckte Tischdecken, Gedecke und Mundtücher aus Kunstseide oder Zellwolle auch auf Punkte der Kleiderkarte abgegeben werden dürfen. Diese Tischwäsche wird von nun an nur noch auf Bezugschein zu haben sein. Für Handtücher und Frottiertücher war die gleiche Regelung bereits vor einiger Zeit erfolgt. Auch der Einkauf bei Versandgeschäften ist neu geregelt worden. Nach wie vor kann der Verbraucher Kleidungsstücke bei Versandgeschäften ein- kaufen, indem er diesen die erforderlichen Punkte einsendet. Diese losen Punkte dürfen ober nur noch von solchen Betrieben angenommen werden, die Mitglieder der Zweckvereinigung der Versandgeschäfte oder von der Fachgruppe Bekleidung der Wirtschaftsgruppe Einzechandel besonders dazu ermächtigt sind. Landkreis Gießen. )-( Ruppertsburg, 24. Aug. Am Sonntag fand das Sommerfest des Ruppertsburger N SV.° - Kindergarten s auf dem festlich hergerichteten Turnplatz statt. Nach Begrüßung der Gäste durch die Kindergartenleiterin M. Port fangen Mütter und Kinder zusammen einen Kanon. Dann folgten Kreisspiele und Volkstänze. Die Kleinen beteiligten sich auch mit Eifer beim „Handwerkerspiel" und bei den „Sonnenkäfern". Nach einer Reihe weiterer Spiele und einem Kanon der Kinder begannen die Wettspiele (Kartoffelauflesen, Angeln und Ball- roerfen). Den Abschluß bildeten das Brezelverteilen und ein Kanon. Mit dem Sieg Heil auf den Führer wurde die schöne Feier geschlossen. Gommerkampfspiele der HL. Arn Vortag der Eröffnungskundgebung der 6. Sommerkampfspiele der Hitler-Jugend in der Breslauer Jahrhunderthalle wurden auf den verschiedenen Spielplätzen des Hermann-Göring- Kampffeldes in Breslau bereits die Endrunden der Meisterschaftsspiele im Fußball, Handball und Hockey in Angriff genommen. Im Fußball gab es einen klaren 5:0-Sieg Niederschlesiens über die im Felde eine Stunde lang überlegenen Wiener Jungen, deren Angriff es an Durchschlagskraft mangelte. Schwaben und Düffel« darf trennten sich 3:3 unentschieden, wobei die jungen Schwaben etwas- besser gefielen, aber doch hart um den Gleichstand der fast bis zum Schluß mit 3:2 führenden Düsseldorfer Kameraden zu kämpfen hatten. Ein sehr schönes Handballtreffen lieferten sich bei den Jungen Berlin und Niederhein, das 7:7 endete. Berlin lag vor der Pause schon mit 3:0 im Vorteil; dagegen wirkte das zweite, von Sachsen über Wien mit 10:8 gewonnene Spiel verkrampft. In der Hockey« Endrunde der Jungen konnte das Gebiet Sachsen den Vorjahresmeister Ruhr-Niederrhein unerwartet, aber verdient mit 2:0 (2:0) Toren schlagen. In einem technisch hochstehenden Kampf siegte das Gebiet Berlin über Mittelelbe mit 5:0 (3:0). Ergebnisse: Fußball: Niederschlesien — Wien 5:0 (1:0), Schwaben — Düsseldorf 3:3 (2:2). — Handball: Berlin — Ruhr-Niederrhein 7:7 (3:3), Sachsen — Wien 10:8 (6:3); Handball-BDM.: Ostpreußen — Württemberg 5:3 (2:3), Düsseldorf — Sachsen 4:1 (1:1). — Hockey (BDM.): Franken — Hamburg 1:1 (0:0), Hessen-Nassau — Pommern 6:1 (1:1). Verdunkelung-Zeit: 25. August von 21.28 bis 5.51 Uhr. Haaptschriftletter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bei Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Polttü und Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für das Feuilleton: Dr. Hans Thyrtotx für Stadt Gießen, Provinz, Wirtschaft und Sport: Ernst Blumschein. Druck und Verlag: Bruhlsche UniversttütSdruckeret R. Lange K. G. Verlagsleiter: Tr.-Zng. Erich Hamann; Anzeigenletter: Hans Beck. Anzeigenpreisllste Nr. 6. Am 22. August starb nach kurzer, schwerer Krankheit mein herzensguter Sohn, mein innigstgeliebter Mann,'unser unvergeßlicher Bruder, Onkel, Schwager und Neff^ Hermann Wisker im Alter von 32 Jahren. In tiefem Schmerz im Namen der Hinterbliebenen: Johanna Wisker Witwe. Frankfurt a. M., Koseistraße 2. Die Beerdigung findet am Mittwoch, 26. Aug., um 11 Uhr, auf dem Hauptfriedhof in Frankfurt a. M. statt. 2559D Bekanntmachung über die Vornahme einer Zählung der Schweine am 3. September 1942. Möbliertes Wohn- imd Schiaizimmer mitKochgelegen- heit in gut. Hause in Gießen oder Umgeb, fof. ges. Schr. Ang. unt. 04138 a. d.G.A. | Mietgesuche | Familie sucht 3-4-3immei- AWW in Gießen oder Umgebung. Schr. Ang. unt. 04002 a. d.G.A. Aus Anordnung des Herrn Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft findet am 3. September 1942 im Deutschen Reich eine Zählung der Schweine statt. Die Ergebnisse dieser Erhebung werden als Unterlagen für die Maßnahmen zur Sicherung der Volksexnährung gebraucht und dienen damit wichtigen kriegswirtschaftlichen Zwecken. Jedermann ist zu wahrheitsgemäßer Auskunft gesetzlich verpflichtet. Viehhalter, oie falsche oder unvollständige Angaben machen, haben nach Maßgabe der bestehenden gesetzlichen Bestimmungen eine strenge Bestrafung zu gewärtigen. Um einen reibungslosen Ablauf der Zählung zu gewährleisten, ist dafür Sorge zu tragen,, daß am Tage der Zählung <3. September 1942) in jeder viehbesitzenden Haushaltung eine Person anwesend ist, die dem Zähler die verlangten Auskünfte, erteilen kann und dje sich über den genauen Viehbestand am Zäblimgstag vorher unterrichtet hat, so daß sie die Richtigkeit der vom Zähler getroffenen Feststellungen durch Unterschrift in der Zäblbe^irks- lifte bestätigen kann. Falls eine.viehbesitzende Haushaltung am Tage der Zählung nicht aufgesucht sein sollte, ist der Haushattungsvorstand verpflichtet, entweder persönlich oder durch einen von chm Beauftragten sogleich am nächsten Tage (4. September 1942) die Angaben zur Zählung im Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer 3, zu machen. Im Anschluß an die Zählung findet wieder eine Nachkontrolle statt. Für falsche Angaben ist eine strenge Bestrafung vorgesehen. [2565C Gießön, den 19. August 1942. / Der Oberbürgermeister. I. V.: Nicolaus. Trockener lagetromn sofort ges. [04140 Lud.Schmittgall & Co., Wernerwall 7. Liebes, ehrliches Mädchen bei Familienanschluß in Haushalt gesucht 04132 Frau Rodenhausen, Gießen,Bismarckstr. 30 (Lebensmittelgeschäft). Verkäufe Fast neuer SlaMtM Preis 65 RM. zu verkaufen. Schriftl. Angeb. unt. 04136 a. d. Gieß. Anzeiger. 2516 D Zigarren Zigaretten RAUCHTABAKE Aus reicher Oberlieferung, die reife Leistung V - a t- Auch in den schwersten Fällen bestens bewährt. „Ideal-Gelenk- Bruchband" DR GM. n. Spesialbrnch- bänder Anatomisch. E. Steifclinger, Spezialbandagen Stnttgart-W, Relnsbnrgstraße 2. Mein Vertreter ist kostenlos zu sprechen (auch für Frauen) in Gießen ..Hotel Kobel“, Liebigstraße 9, am Donnerstag, dem 27. August 1942, von 8 bis 17 Uhr. 2506D Putzfrau für die Reinigung von Büroräumen zum sofortigen Eintritt gesucht. Heyligenstaedt & Comp. Werkzeugmaschinenfabrik 6. m. b. H. Gießen Aeltere Frau zur Betreuung von 2 kleinen Kindern, auch halbe Tage nachmittags gesucht. Schriftliche Angebote unter 04141 an den Gieß. Anzeiger. Ihre Verlobung geben bekannt Anneliese Staats Heinz Buch Uffz. u. O.-A. in der Luftwaffe Gießen Gießen Frankfurter Str. 71 Bleichstraße 21 im August 1942 \04134/ Wissenschaftliche Werke Sondergebiet der Brühl'schen Druckerei Statt Karten 1 Für die zahlreichen Glückwünsche und Aufmerksamkeiten zu unserer Vermählung danken wir, auch im Namen unserer Eltern, herzlichst Walter Ranft, Stud.-Ref. und Frau Tllll, geb. Rodenbausen Gießen/Hausen, im August 1942 \ 04131/ Statt Karten! Für die zu unserer Vermählung erwiesenen Aufmerksamkeiten und Glückwünsche danken wir herzlich Erwin Wagner Margrit Wagner, geb. Dumke Gießen, im August 1942 Marburger Straße 32 S 04127/ In jedem alten Kleid hält sich ein neues versteckt So geht das wohl in jeder Familie: Mal hat die Mutter ein Kleid abgetragen oder es ist zu eng geworden, mal ist ein Hemd vom Vater schadhaft geworden, und nun wandern die Sachen in die Mottenkiste oder in den Flickbeutel. Was sind das heute für dankbare Fundgruben! Aug Mutters altem Rock kann ein neuer für die Tochter werden, aus Papas Oberhemd läßt sich eine prächtige Spielhose für Bubi machen usw. usw. Allerdings muß bei dieser Umwandlung erst einmal der Stoff der alten Sachen „aqf neu“ gezaubert werden, der ja meist in den Farben und auch sonst unansehnlich geworden ist. Man trennt also die Sachen auf, entfernt sorgfältig alle Fäden und wäscht den Stoff, bevor man ihn neu verarbeitet. Soweit cs sich dabei um Kleider aus Kunstseide, Zellwolle und Mischgeweben handelt oder Damen- und Herrenwäsche, beachtet man genau folgende Waschvorschrift: Man gibt 1 Löffel voll von dem Waschmittel für Feinwäsche in 4 Liter lauwarmes Wasser. Nach dreistündigem Einweichen drückt man das Waschgut leicht durch, ohne etwa Stoff auf Stoff zu reiben. Farbempfindliche Sachen werden nicht eingeweicht; man vergesse hier nicht einen Essigzusatz. Hach dem Spülen rollt man die Stücke in einem Tuch aus und läßt sie ausgebreitet trocknen. Bevor sie ganz trocken sind, also in noch feuchtem Zustand, werden sie mit mäßig warmem Eisen von links gebügelt. Kreppartige Gewebe sollen getrocknet gebügelt werden, da sie sonst ihren Charakter verlieren. Bei aller Feinwäsche ist es wichtig, sie richtig zu sortieren. Helle und dunkle Sachen sollen getrennt eingeweicht und auch getrennt gewaschen werden. Um Waschmittel zu sparen, werden in demselben Waschbad, in dem die hellen Sachen gewaschen wurden, nachträglich die dunklen Sachen gereinigt. Vorheriges dreistündiges Einweichen in Feinwaschmittellösung ergibt die größte Ausnutzung der Waschkraft. Im Gegensatz zur Weißwäsche darf aber einem solchen Einweichbad auf keinen Fall Soda zugegeben werden. lüro. 04142 abzugeben o. d. Funobürr. Schwarzes, fast neues Kleid Größe 42 für 20 RM. zu verkaufen. Schr. Ang. unt. 04139 a. d.G.A | Kaufgesueh» | klelttWer WlWM für Wechselsttom 220 Voll z. kaufen gesucht. Schr. Ang. unt. 2440Oa. d.G.A. Gut erhaltenes MklMM z. kaufen gesucht. Schriftl. 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