I n ^er Be, llla As. den Wolter Mund unb den Ne et- ießen chticßl. der Volksseele, das erschütternde Begreifen hoc 11 narmofeliAnn hm- 1 des gen Dnant), der glaubt, daß je ,-Frieden auf Erden tu wird, daß je Glaubenshoffnung erfüllt werden j imte, wenn wir Deutsche den Kampf verloren, den jte it o r m i st nichts, und ein es: 4 K III» ► Uhr) HeßHch 142 leb, ab chließL Hungen tUen gegeneinander zu stellen, sondern um der Aufgaben willen, die in beiden eine -Elber bei meiner Liebe und Hoffnung be- schwüre ich dich: wirf den Helden in deiner Seele nicht weg. hatte heilig deine höchste Hoffnung!- Nietzsche. und flet liäfH (*ieieflenbeit^< Alles wäre zu Ende, alles, auch das, was körper* l!er, unsterblicher Besitz der Menschheit ist, wenn lir den Auftrag unerfüllt ließen, den uns die Gesichte, Gott selbst dünkt uns, gegeben hat. Ist . und $senl ertteterbd «MM isrirtjffc einffetoL), wgr LI Hm! 8t4 XV t Gieß®0 lezeinbe1 ®Uh|A»l r, dein mit e wurde Haus em diebstahl uüerfüöt in Ätz. em Stabes In« Sie haben hart gelebt, noch härter gekämpft, und ihr Sterben war gewiß das härteste, wenn es' auch verklärt gewesen ist von dem Bewußtsein erfüllter Pflicht und von dem felsenfesten Glauben an ' O°chzeit eoer, feilte Siej. 3V. De. 60^ oW^ Kriegsweihnacht nach deutscher Art. Von Rudolf C. Binding. Deutsche Art ist esz Weihnacht zu feiern; keiner unserer Feinde kennt den Zauber, die Macht des Lichterbaumes auf unser Gemüt, auf unsere Kraft. Bleiben wir deutscher Art treu! Denn deutsche Art ist noch ein Größeres, deutsche Tugend eine vor allem: das ist die Treue! Treue zu einer großen Sache zumal! Und ist dieser Krieg keine große deutsche Sache? Bleiben wir also dem Kriege treu, Kameraden! Wenn wir ihm treu bleiben bis ans Ende, so bleiben wir auch dem Vaterland treu. Mit dieser Gewißheit wird uns unser heutiges Kriegsweihnachtsfest nicht zu einer Sentimentalität werden, nicht eine Hingabe an wehmütige Gedanken .. ., sondern zu einem Symbol und sichtbaren Zeichen ungeheurer Gemeinsamkeit in unserer deutschen Art. Aus einer Weihnachtsansprache an seine Reiter am 24. Dezember 1915 an der Front in Westflandern, veröffentlicht in „Dies war das Maß, die gesammelten Kriegsdichtungen und Tagebücher." (Verlag Rotten & Loening in Potsdam.) Wem es scheinen will, daß dieses rechte Wort zur tomb,; kü^en Zeit zitiert sei, weil der Philosoph des > Cilir |»®er$c hart! schlecht zum Weihnachtsevangelium aiffr Wsen mag, dem sei entgegengehalten, daß es den- M geschieht, nicht um Gedanken- und Glaubens- An ’’ Die. Alt Bitten Ä Prejz. wei i ( iir als letzte rassische und völkische Einheit des bendlandes um die Erhaltung eines geistigen Be- ftums führen, auf dessen Grund allein auch eine tte Religiosität lebendig erhalten werden kann? -ie immer auch der einzelne das Geburtsfest der irbe und des Opfers für sich deuten mag, für uns ü k ist es ein Fest der Lichtwende, der Erwartung r- Hellen, des Glaubens an ein Aufwärts. So orf ist diese erhebende Wirkung, daß uns nie sonst cs Bewußtsein der Gemeinschaft in Tat und Schick- H fo ergreift, wie gerade zur Weihnachtszeit. Krn- K sind wir da, Kinder unseres Volkes, Kinder lottes allesamt und tragen unsere heilige, höchste loffnung im Herzen und den Helden, den reinen eiben in unserer Seele. Wäre nicht alles verloren, mn dieses höchste Menschengut mit uns verloren andere Neal unserer dualistischen Seele, das Gut- emwollen um jeden Preis, das „Frieden allen Menschen auf Erden" darstellt. Wirf den Helden in deiner Seele nicht fort! Wir Wen kein Wort, das uns in diesen Tagen höher ftiinmen könnte, nicht weil es der große Einsame sagt hat, der Feind des selbstzufriedenen Opti- »slen, sondern weil es ein Ruf in unserer Zeit ist, «r von keinem überhört werden kann, der guten Gedanken zur vierten Kriegsweihnacht Von Armin Peez. ! tge? r. Nag sein, daß dieser und jener sagt, es sei zuviel klangt, von der Vernunft zu denken, daß wir nem totalen Ende so nahe stehen konnten; auf en tiefsten Fall müsse ein Wiederempor folgen, äs Leben wäre ewig, nur seine Formen wechselten, rioiß, die Zeit siegt über den Raum und über den Zufall des Lebens" darin. Das Leben aber als otsache des Blutes und als Bewährung des Gei- e$, den wir Menschen vor allen Geschöpfen besitzen, : etwas anderes als das bewegte und nur bergende Nur-Dasein. Es ist eine heilige Hoffnung, sein Dahinströmen in einem Meer endet, das tief und unüberschaubar ist, so wie wir uns Gott Wies und unüberschaubar in feiner Wurde und Mänheit vorstellen. . _ . o , || Sich genügen mit dem Gedanken, daß das Leben kerftörbar ist, heißt jener- Unteraangsphilosophie Mmrnen, die nach dem großen Kriege so viele Wlm müde machte, daß sie den Helden tn sich WNwarfen. Wie nahe waren wir und war mit uns toselt schon am Ende! Gewiß das Dasein war VW und schön wie alles, was am Vergehen ist, aber Oie Front zündet das Licht an Don der inneren Gewalt der Kriegsweihnacht im Osten. Von Kriegsberichter Adolf Gerlach. Krafi des Gemütes. Inmitten höchster kriegerischer Anspannung feiern wir Weihnachten, wieder einmal Weihnachten als unser deutsches Fest, dem unser Gemüt am innigsten von allen Festen des Jahreslaufs verbunden ist. Wir feiern dieses Weihnachtsfest in der vierten Kriegswintermitte als Einkehr und Hoffnung; Einkehr in unser innerstes Selbst, Hoffnung auf eine lichte Zukunft. Denn Weihnachten ist uns Deutschen mehr als eine Gelegenheit des Genusses, mehr als eine Reihe von lauten Festtagen. Weihnachten ist die Geburt des Lichtes das aus der tiefsten Dunkelheit wieder aufsteigt mit dem Jahreslauf. Das deutsche Gemüt hat im Laufe der Jahrhunderte das Fest verinnerlicht zu der eingedeutschten Sinnbildhaftigkeit, die jedem tief in die Seele leuchtet gleichviel wie er die letzten Tiefen des Stzins und Werdens verstehen und deuten mag. heute an diesem Weihnachtsfest gilt unser aller Gedenken bei der Einkehr in uns selber zuerst den Brüdern draußen vorm Feind. Und unsere Hoffnung ist bei ihnen, die die neue lichte Wirklichkeit unserer Zukunft schaffen und mit ihrem Blute weihen. An dem vierten Kriegsweihnachten dieses großen Entscheidungskampfes um unser Schicksal sind wir dieser Zukunft gewisser denn je. Das ist das wahrhafte Weihnachtsleuchten in uns und um uns, daß wir der Gewißheit des Aufstieges innegeworden sind durch die Gnade des Allmächtigen, der mit uns war und weiter fein wird. Gewiß hat uns diese Zeit des Kampfes um unser Leben hart gemacht und hartes von uns gefordert, aber in der Tiefe unserer Seele lebt die Wärme des Gemütes, so wie sie zu allen schweren Zeiten unseres Schicksals als Volk gelebt und geleuchtet hak. Es ist gewiß in diesen Weihnachtstagen Gelegen- hett, einmal auf jene Zeiten des fernen „Dreißigjährigen Krieges" zurückzulenken, als aus der deutschen Seele die tiefe echte Frömmigkeit der strengen und in einem besonderen Verstände heroischen Lieder der Gläubigen erklangen, die das härteste des Leidens auflösten in die jasagende Kraft des gläubigen Gemütes. Viel härter war damals das Schicksal unseres viel erduldenden Volkes! Viel härter waren die Leiden auch jenes „Siebenjährigen Krieges", den der große König führen mußte, damit einst ein neues Reich der Deutschen werde, härter waren die napoleonischen Kriege für das ganze Vaterland. Aus beiden Zeitaltern blühte die Geistigkeit, der wir noch immer unsere idealistische Kraft des geistigen Verwandelns verdanken. Auch dieser deutsche Idealismus war eine Kraft des Gemütes bei aller spekulativen Klarheit seiner Geistigkeit. Gemüt ist die uns eingeborene Kraft, mit der wir all die schweren Proben bestanden haben, die unsere verworrene Geschichte uns auferlegte. Gemüt aber ist das Wesen unserer Weihnacht. Und wenn wir ein Geschlecht sind, das aus dem Dunklen in das Helle strebt, fo ist Weihnachten das schönste Sinnbild dafür. Weihnacht und Krieg sind also durchaus sich entsprechende Sinnbilder. Beide leben für uns aus der als unmündige Kinder zum erstenmal vor die grünen Tannen mit ihren strahlenden Lichtern geführt. Und wir wußten nicht, was das ist und was man uns damit gab. Und doch war diese Gewalt in uns für alle Zetten, denn die Seelen aller Gleichen führten uns. Wie sind wir ausgezeichnet vor der Welt in diesen heiligen Tagens Mag sie diesen Tag begehen wie immer auch: mit Mummenschanz unb Gummitieren oder Litaneien. Sie steht völlig außerhalb des deutschen Festes. Die Deutschen Hollen den Baum ins Haus und zündeten die Lichter an auf den Zweigen! Und in ihrem Blut fang die Erinnerung an die Nächte, da ihre Altvordern das strahlende Leben begrüßten uni) sich mit Gaben rüsteten, den Dank zu geben. Der Soldat weiß vorher nicht, ob er die hohe Stunde im Gefecht erlebt oder im Bunker, allein in höchster Bewährung oder in der Gemeinschaft der Kameraden. Der Feind fragt nicht nach unseren Sitten. Die innere Gewalt des Festes aber vermag er nicht zu stören Sie ist nicht von der Stunde abhängig, da man die Lichter zu zünden pflegt. Sie ist im Herzen, sie ist einfach da mit all ihrem Zauber und der glücklichen Macht der gemeinsamen Gedanken. Es ist die vierteKriegsweihnacht.. Aber noch nie hat eine kämpfende Front im Hellen Schein der geweihten Stunden eine größere Zukunft geschaut als die Kämpfer, die nun im Osten mit ihren dicken Fäustlingen die kalten Waffen umklammern: ein mächtiges Reich, ein schaffendes Volk, ein glückliches Kinderland. Weit ist der Raum, und weit ist das Herz geworden. Wir sind in die Freiheit des unbeenaten Lebens getreten! Schau diese Front,' wie die vermummten Posten wachen, die Schlitten über die Wege schleifen, die Schiläufer ihre Bahn ziehen, die Verkehrswege erfüllt sind von machtvoller Bewegung. Schau die Einsamen in den Stützpunkten, die Gruppen rn ihren Bunkern, die Einheiten in ihren Unterkünften. Schau diese Front! Sie lebt in den Herzschlägen der teuren Heimat und gibt sie zurück, sie empfängt wärmende Bejahung aus der Gemeinschaft und erwidert sie, sie gibt Schutz dem deutschen Leben und behütet es in eine große Zukunft. Der deutsche Waffenträger steht mit wacher Seele über die tiefen Bronnen seines Volkstums gebeugt unb lauscht dem Geheimnis eines Jahrtausends die Wichtigsten, des unermeßlichen Glücks der Zugehörigkeit zu einem Geschlecht im Geschlechterbann der Deutschen, das Geborgensein im Schutze der Kraft des deutschen Worts, des deutschen Landes, des deutschen Schwertarmes. Einmal wurden wir Fest wäre nichts, wenn nicht der Gehalt des Volks- feiertages an sich die höchsten Kräfte gäbe. Dieses Fest der Deutschen ist aber von einer uchaften, bei- sviellosen inneren Gewalt, das beweist unsere vierte Kriegsweihnacht noch stärker als die vorherige. Es treffen die kleinen, ach, so rührenden Gaben einer spartanischen Kriegsheimat hier ein. Und mit behutsamer Feierlichkeit ruhen sie, bis die Stunde kommt, sie zu öffnen. Nein, nein, es ist nicht die Gabe als solche, die wir sehen wollen! Es ist die Liebe, die wir sehen, die Liebe unserer Kinder, Frauen, Bräute und die Liebe derer, die in unserem Lebensbereich die deutsche Gemeinschaft repräsentieren. Und da spüren wir Milliarden Herztöne auf- und aneinander Gingen, spüren die chrfürch- tige, geheimnisvolle und endlose Gewalt unseres gemeinsamen Mythus, unseres Blutes. Und es ist etwas so Schönes, Frohes, Ergreifendes, Reines und heiliges, daß wir fühlen, wie wir mit der deutschen Weihnacht das herrlichste empfangen, was Menschen gegeben werden kann: das Bewußtsein der gewaltigen Blutsgememschast, das Erleben en alten Mange, nrweth. oort wird etwas Rechtes enthalten, weil jedes Mengen Vorstellungswelt irgendwo und jede irgend- se anders, die Vollendung, des Edelste zu erkennen aubt Aber alle Fragen und alle Antwort, das Spiel btr hohen Linien oder die schlichte Unterscheidung wischen Gut und Böse, alles, alles, was wir denken, ihlen, glauben, was wir sind oder sein werden, hängt davon ab, daß wir leben als Ganzes. „Drücken Dir ias Abbild der Ewigkeit auf unser Leben!" sagt er Künder des heroischen Ideals, des „Willens zur Rad)t", und er spricht damit ein irdisches Gesetz jus, das nicht eine Weisung auf den Weg in ein nbeftimmtes anderes Leben darstellt, sondern einest sefehl an uns heutige, die wir Ende oder Anfang lin werden, je nachdem wir uns als Helden er- iijen, die ihre höchste Hoffnung heilig halten, ober I wir auf diese Entscheidung warten, die das Un- iftimmte über uns fällt. Wir stehen nicht vor der irage, rote ro i r I e b e n werden, sondern obwir eben, als einzelner wie als ein Ganzes. Wir rihfen der Ewigkeit das Abbild unseres Lebens uf oder wir werden weder hier noch in der Ewig- tii sein das Leben litt Not, das lichte Leben des immer strebend sich bemühenden Menschen, haben wir in diesen Jahren als Volk nicht bewiesen, daß der Held doch noch in unserer Seele war und wir unsere Hoffnung heilighielten? Und ist der Krieg, den uns bie Feinde einer idealistisch geschauten und darum gerechten Welt wie eine Brandfackel ins Haus warfen, nicht furchtbarer Beweis dafür, wie nahe wir dem Ende des wirklichen Lebens unb dem Untergang in ein vegetabiles Dasein waren, bas jener Rasse gemäß ist, die keine Helden und keine Hoffnung hat? Es ist nicht unsere Schuld, daß wir das „Friede auf Erden" nur als stille Sehnsucht in uns tragen, aber es wäre Schuld, gäben wir uns dem Klang des Wortes hin, um darüber das andere zu genügt nicht, daß wir glauben, wir müssen auch handeln. Ganz hart ist allein das Edelste, unb ber Härteste in diesem Kampf wird Sieger fein, und bas Edelste fein Triumph! Wenn wir dennoch wie Kinber sind unb vor bem Wunber ber Weihnacht stehen, als wäre es immer ein Neues, bas uns aufgeht wie ein Tor zur Ewig- kett, dann ahnen wir die Schönheit unserer deutschen Seele, die Tiefe unseres Glaubens an einen „Frieden allen Menschen" und die Größe unserer Aufgabe, die wir für die ganze Welt zu erfüllen haben. Dann wissen wir aber auch, wie ungeheuer schwer der Kampf noch fein wird, den wir zu be- stehen haben. Die Tapfersten unter uns, die bas letzte uni höchste Opfer schon gebracht haben, sollten wie ein Licht fein können, bas uns in bie Herzen scheint, damit es in allen Winkeln Gär ist: Werdet hart! So hart unb klar muß biese Erkenntnis vor uns lei)en, daß wir sie keinen Augenblick im Nebel der Stimmungen verlieren, die ein gutes, ein gütiges Kit unseres Menschenbaseins sind; auch Weihten, das unserem Wesen so nahe ist, weil es das iUens ist zur Verteidigung aller Werte, die wir Ii5 Ganzes, als Gemeinschaft, nicht etwa aber als trgesellschaftetes Individuum, besitzen. P. K. Schön sind die kalten, klaren Winternächte der osttschen Weite, denn sie sind die eingelullten Geheimnisse eines echten und rechten Winters. Die Kindevwünsche nach weißer Weihnacht, die m verkümmerten Vorwintern 'bas kleine Herz der Jüngsten in unserer gemäßigteren Heimat füllten, sie finb hier frostklirrende, schneedurchstürmte Wirklichkeit. Und der Mann im grauen Tuch ist nahe der Geburtswelt der heiligen Nächte, denn rauh war auch der germanische Boden, aus dessen mythischen Ur- gründen unsere Ahnen Lied unb Brauchtum zur Feier des rückkehrenden königlichen Gestirns und dessen göttlicher lebensnötiger Kraft schöpften. Jy vielen vorweihnachtlichen Nächten sieht der Soldat schon lange vor ber Zeit durch den gestirnten Himmel ober im diesigen Schleier wallender ®is tri ft alle das Idyll der heimatlichen Feier ber hohen Stunde inmitten unseres Volkes. Und ein sehnsüchtig-glückliches Lächeln verklingt beinahe spöttisch, denkt er an den Inhalt überkommener Friedensmeihnacht. Freilich, Lebkuchen und Eisenbahn, Puppe und Kinderstube gerftern im Traurn- land ferner Kindeserinnerung, lieber Familienbilder, froher Gemeinschaftsfeiern. Freilich war da eine Zeit, in der bie Gabe unter dem Weihnachtsbaum vom Pelzmantel bis zur Krawatte die Abstufung des sozialen Unterschieds in seelische Freude um- münzte, die äußeren Attribute oft die Form des Festes auszumachen schien. Die neue Gemeinschaft fühlte es, die Kriegszeiten enthüllten es unb die ewige Wahrheit seines völkischen Auftrags ab. hier wurzelt seine Kraft, hier empfängt er Befehl unb frohe Botschaft. Niemand kann mehr als er fühlen, wie heilig, schön und stark die deutsche Weihnacht gerade im Kriege ist, daß sie uns tausendmal mehr und mindestens bewußter beschenkt als eine satte Friedensweihnacht, weil sie uns nun ganz und restlos Herzenssache geworden ist. Der deutsche Soldat kann stehen wo er will — und wohin doch hat es fast jeden von uns schon verschlagen! — diese inneren Werte kristallisieren sich immer reiner, und das Bewußtsein, worauf es ankommt, wird mit jedem Jahr tiefer und klarer. Unser „Chef" sagte zu dieser Weihnacht nicht viel, weil es ganz und gar unnötig ist. Er brauchte nicht mal zu sagen, warum so wenige in Urlaub konnten. Mit diesem Gedanken haben wir sowieso nur gefpielt wie früher mit Weihnachtswünschen, die m Wirklichkeit unerreichbar warey. Nein, das ist alles stillschweigend klar. Und daß wir alle nach Hause träumen, aber auch einige Jahre voraus, das werden wir alle gemeinsam haben. Die behelfsmäßige Form des Festes ist schon richtig, das gehört nun mal dazu, und die Phantasie unb das Können entdeckter Talente ist erstaunlich. Da vermissen wir in der Tat nichts. Ein ftamerab hat die einfachste Lösung gefunden. Ein Bäumchen steht im Zimmer, und da hängt nichts dran als ein Feldpostbrief von seiner jungen Frau, Er ist ein Sinnbild, das zu lebendiger Sprache wird. Darin steht, er solle nicht denken, sie wolle sich keine Mühe geben, ihm etwas Liebes zukommen zu lassen. Es sei ja ohnehin schwer, etwas zu besorgen. Aber sie könne nicht mehr, wie sie wolle, und um Weihnachten sei ihre Zeit ... Und er könne ganz ruhig sein, sie werde sehr tapfer fein, unb sie spüre es, es sei wohl ein Mädel, weil es nicht so wlld sei wie das vorige. Es steht noch manches in diesem Brief, was Frauen in ihrer Zeit empfinden und träumen, und bas durften wir natürlich nicht lesen. So viel tiefempfundene Freude aber hat in keinem Raum unserer Unterkünfte geherrscht wie in diesem. Alle Kameraden freuten sich mit, ihre Gesichter lachten, unb alle gaben dem werdenden, vielleicht auch schon gewordenen Vater in ihrer Weife zu verstehen, was für ein Glückspilz er sei. Daß Soldaten am Feind aber werdendes Leben, neue Kinder als größtes Glück empfinden, daß sie den Zufall einer vermutlichen Weihnachtsgeburt als eine herzerwärmende Kunde begreifen, als etwas, was sie alle mit Freude erfüllen muß, zeugt von dem Verstehen der tiefen Bedeutung des weihnachtlichen Sinnbildes! Das- stets sich erneuernde Leben des Volkes muß und wird über alle Gewalten bie Zutun"t erfüllen. In diesem Sinne ist jedes liebe unb tapfere Wort aus der Heimat bie wertvollste Weihnachtsgabe gewesen. Das Licht des Festes ist an ber Front angezündet wie bei allen Deutschen auf ber Welt. Die innere Gewalt der geweihten Nacht hat sie erfaßt. Sie sind in dieser Stunde des ganzen Glücks unserer herrlichen Gemeinschaft teilhaftig. Ihr Herz Wägt ihren Lieben zu unb alles deutschen Herzen. Inniger denn je» Sieg, den zu gewinnen sie starken Herzens attsae- zoaen sind, wie es nur Männer tun können, die im Leven und im Tode ihres Volkes Helden finb. Die Tapferen, die draußen stehen in Wintersnot unb Todesnähe, sollen Mann für Mann an uns vorübergehen zur Weihnachtszeit, damit wir die Große ihrer männlichen Hingabe an das männliche Ziel erkennen. Wir alle aber sollen bei unserer Liebe zum Vaterlande schworen: Wirf den Helden in deiner Seele nicht weg, halte heilig deine höchste Hoffnung! vergessen: ,Hch liebe die Tapferen! Dieses und nur dieses allein ist bie rechte Sinnbeukung unserer harten Tage, in benen entschieden wird, ob wir in Zukunft Kerzen und bunte Glaskugeln auf deutsche Tannen stecken unb mit ben Lichtern bas gute Leben erleuchten, ober ob wir zu Bollstreckern bes Unterganges werben einer Welt, in ber bie Liebe wohnt unb bas Recht. Es genügt nicht, baß wir Haubegen finb, wir müssen auch wissen: Hau — schau — men! Es genügt nicht, baß wir kämpfen, mir müssen auch wissen für was. Es n ticycitcuiui kfM jeit unb ihrer Ar ’ Ä Erhöhung erfährt. Ehe wir bie Herzen zum Fest des Grieben auf an Mx». Erden laden, das unserer Seele Sehnsucht ist, stehe Hu Och dieser Satz vor uns: „Ich liebe bie tapferen! Aber es ist nicht genug, Haudegen uiuj jm, man muß auch wissen: Hau — schau — wen!" Künstler lr?'cr ?t, wer ben Helben in feiner Seele zum unb ben Führer hat, und tapfer ift der wirklich Gläubige, humoi Fr die Bestimmung feines Handelns aus einer ' - ‘ ^ttttchen Eingebung empfängt. Der Preis ist für ben der gleiche, rote ber Einsatz. Das „Friebe auf eben" mag ruhig unb schon wie bas Gestirn einer iinternacht als heilige, höchste Hoffnung über uns Art bes e^en' ^er bas Ziel ift endlich und nahe, denn Seligkeit muß es uns dünken, die Hand auf Jahr- bufenbe zu drücken, wie den Stempel unseres Willens auf Wachs. Darum müssen wir nicht nur Hoff- Mg sein, sondern Schicksal, Unerbittliches, Hartes, denn ganz hart ist allein das Edelste. Was aber ist Ms, das Edelste? Der Held, ber Sieger, ber lieber- lensch, ber Begnadete oder Gott selbst? Die Wahl btr Gedanken und Begriffe ist groß, mit denen wir auf diese Frage antworten können, und jede Ant- MMWer Anzeiger Z fWnnrf firn Eeliekül-Älljeiger fiit ©betreffcn )Äe W6ergeblich hat bk feindliche'I Wiviertel-Jahrhunderi versucht, Wlserer innersten gemüthaften Wusetzen. Vergeblich versuchten ■fd)tum3 uns innerlich zu ent- Äuns immer wieder zu uns Wen und jetzt sind wir vollends W Banner des Führers Adolf Weder bewußt gemacht, daß wir DWrn sind und damit zu unserer Leistung kommen. Denn das DWWD^Wer Deutschen ist eine der höchsten Auf- aipfelungen des sittlichen Menschen schlechthin. Wir ktzen dieses Kriegertum jetzt im Bunde mit den Besten des alten kulturttagenden Europa jener ge- tnütiofen, zynischen und entsittlichten Welt in West und Ost entgegen, die uns herabziehen möchte, in ihren Dölkerbrei und uns entwürdigen und am Ende vernichten durch ihre bloschewistifchen Henker. Niemals war die Sendung des deutschen Kriegers deutlicher offenbar, als in diesem furchtbaren Kampfe gegen die Drohung der Steppe, die der entsttllichte, entmenschte Westen, Anglo-Amerika, zum letzten Mittel machte, uns und damtt das Europa der Kultur und des sittlichen Gemüts zu vernichten. Es ist Notwendig, an dieser Wechnachtswende znm Lichte -rs auszu'sprechen, daß die großen sittlichen Kräfte, die die Welt vor dem Nihilismus und Bolschewis» MUS retten, sich grade in unserer Kriegführung als schöpferisch und zutunftsmächtig erwiesen haben im oolaufenden Jahre — und daß auf der anderen Seite, die sich so maulferttg ihrer sogenannten ^Christlichkeit" und ihrer „Humanitären" Ideale rühmt, der von den anständigen Menschen drüben längst eingestandene vernichtende Zynismus bis Sn die Jugend hinab schändlich offenbar geworden Ist. Dort drüben rächen sich die Sünden der Väter kvahrhaftig jetzt auf das grausamste. Dort wurde zynisch die allenfalls vorhandene Kraft des Gemütes dem Gespött der Juden und Jüdlinge preisgegeben, die ja nichts mehr Haffen, als eben diese wahrhaft weihnachtliche Kraft des Gemütes im arischen Men- schen. Weil sie es nicht haben, well sie es nicht verstehen, hassen sie dieses Gemüt und wollen es Pernichten, gerade weil sie diese große bewegende innere Kraft erkennen und fürchten müßen. So wird diese Weihnacht zu einer Feier des Bekenntnisses zu uns selber und unserer Art, die im Kampfe steht mit ihren Todfeinden, nichts wäre Der- kehrter, als sich jetzt in eine weiche Stimmung jener falschen Gefühle zu versetzen, die das Gemüthafte in dbgelaufenen Zeiten verkitschten und sentimentclli- gierten. Gemüt ist für uns Kraft, Kraft des Opfern, des Erduldens, aber auch des Kämpfens. Gemüt ist aber nur Kraft für den starten Menschen, der mit seinem Gewißen tm Reinen »ist. Diese Kraft des guten Gewissens ist es, diese Eemütskraft der Deutschen, die Martin Luther ►— selber Urbild des deutschen kämpferischen Menschen — als die wahrhafte Tugend des Krkgers rühmt: „Denn wer mtt gutem wohlberich-teten Gewissen streitet, der kann auch wohl ftrerten, sintemalen es nicht fehlen kann, wo gut Gewißen ist, da ist auch großer Mut und keckes Herz, wo aber das Herz keck und der Mut getrost ist, da ist die Faust auch desto mächtiger und beide, Roß und Mann frischer, und gelingen alle Dinge beffer, und schicken sich auch alle Fälle desto feiner zum Siege, welchen dann Gott gibt." In diesem Verttauen wollen wir diese strenge Weihnacht feiern, immer eingedenk, daß „Das Amt des Schwertes ist an ihm selber recht und eine göttliche, nützliche Ordnung, welche Er, Gott, der Herr, will unverachtet, sondern gefürchtet, geehrt und gehorcht haben ..." Curt Hotzel. Oer Rundfunk vereinigt Front und Heimat. Reichsmimster Dr. Goebbels spricht am Heiligabend über alle Sender. Eine We'chnachtsrin>gse-ndung des Rundfunks vereinigt wieder ,am Weihnachtsheiligabend ab 19.20 Uhr Front und Heimat. Zusammen mit dem OKW. sind von den Propaganda-Kompanien und Funkhäusern alle Anstrengungen gemacht worden, um an diesem Abend die räumliche Trennung zwischen Front und Heimat zu überwinden. Rund 50 000 Kilometer Leitungswege > werden geschaltet, so daß vom Eismeer bis zum Kaukasus, von der Wolga vis weit in den Atlantik hinaus die Stimmen der tämpfeniben Fronten sich mit denen aller heimatlichen Gaue vereinigen können. Um 21 Uhr erfolgt die Weihnachtsanfprache von Reichsminister Dr. Goebbels an das deutsche Volk. Die Sendung wird geschlossen mit einem Konzert, in dem wir Les Preludes von Liszt, das Vorspiel zur Oper „Lohengrin" und das Weihnachtslied „Hohe Nacht der klaren Sterne" von Hans Baumann hören werden. Weilmachtsspende der auslandsdeutschen Irauenfchaff. Für Soldaten, für Soldatenfamilien und für Rüstungsarbeiterinnen gingen zahlreiche Weihnachts- fendungen der auslandsdeutschen Frauenschaft der AO. ein. Als Weihnachtsspende schickten deutsche Frauen aus der Türkei große Mengen Wall- fachen, aus Bulgarien kamen selbstgefertigte Spielsachen, Wollsachen, Federkissen und Hausschuhe, aus Ungarn wurden Soldatenpäckchen und selbstgestrickte Socken für Soldaten gesandt. Aus Ru- Manien schickte die Frauenschaft große Kisten mit Säuglingsausstattungen sowie Wäsche und Kleider für größere Kinder. Kleinkinderwäsche in großer Menge kam auch aus der Slowakei. Kleine politische Nachrichten. Auf die Glückwunschtelegramme des Deutschen Roten Kreuzes haben einige Lager der deutschen Kriegsgefangenen und Zivilinternierten bereits gedankt und das Deutsche Rot Kreuz gebeten, der Heimat — und besonders den Angehörigen — herzliche Weihnachtsgrüße und beste Neujahrswünsche zu übermitteln. Der Prozeß wegen des Bombenattentats auf Botschafter von Popen wurde mit der Abweisung der Berufung der vierAngeklag- t e n abgeschlossen. Das Urteil des Schwurgerichts lautet auf 16 Jahre Zuchthaus für die beiden sowjetischen Angeklagten Pavlow und Kornflow und auf 10 Jahre für die beiden türkischen Staatsangehörigen Sagol und Seymann. Die entsprechenden Strafen in der ersten- Instanz betrugen 20 bzw. 10 Jahre Zuchthaus. * In der anglo-amerikanischen Schiffahrt sind nach einer Meldung von „Dagens Nyheter" aus Neu- york zur Zeit 5335 schwedische Seeleute eingesetzt. Ungefähr die Hälfte der schwedischen Handelsflotte hgfindet sich tn tfsfttüch?n Dtenftek AUL Harte Kämpfe an der gesamten Don-Front. Berlin, 23. Dez. (DNB.) Am mittleren Don verteidigten Verbände des Heeres die neuen Stellungen. Sie gingen dabei auch zu energischen Vorstößen über, bei oenen der Feind hohe Verluste hatte und Gefangene verlor. Obgleich die Bolschewisten erneut alle Anstrengungen zur weiteren Ausnutzung ihres Angriffserfolges machten, hat sich ihr Stoß nach Westen je ft g e l a u f e n. Als der Feind darauf gegen die Flanken der Einbruchsstelle örtliche Angriffe führte, scheiterten diese Vorstöße am hartnäckigen Widerstand unserer Truppen. Trotz schlechtesten Flugwetters unterstützten Luftstreitträste die Verbände des Heeres bei ihren schweren Abwehrkämpfen. Schlachtflugzeuge führten aus geringen Höhen schnell aufeinanderfolgende Angriffe .gegen feindliche Panzer, auch Munitions- und Treibstoff- kolonnen wurden vernichtet. Kampf- und Sturzkampfflugzeuge griffen Bereitstellungen und feuernde Geschütze der Sowjets an. An einer Stelle allein zerschlugen die genau im Ziel liegenden Bomben alle Geschütze einer schweren Batterie und zwei Panzerabwehrkanonen. In weiteren Angriffsflügen unterstützten Sturzkampf- und Nahkampsfliegeroerbände den Angriff unserer Panzerkräfte s ü d w e st l i ch Stalingrad. Sie zermürbten die Kampfkraft feindlicher Widerstandsnester, setzten Panzer außer Gefecht und zersprengten anrückende Reserven. Durch das Zusammenwirken von Heer und Luftwaffe konnte per Angriff wetteren Boden gewinnen. Auch im Stadtgebiet von Stalingrad rissen die Kämpfe nicht ab. Die Bolschewisten führten aus ihren Stützpunkten am Wolgaufer gegen das Jndustriegelande örtliche Vorstöße, die aber ergebnislos blieben. Durch den erfolgreichen Angriff unserer Truppen bei Woronesch sind nun auch am nördlichst enTeil der Donfront neue Kümpfe entrannt. Hier drangen unsere Grenadiere über den zugeftorenen Fluß vor und warfen die Sowjets trotz verbissenen Widerstandes aus ihren Stellungen heraus. Vergebüch versuchte der Feind, in hefttgen Gegenstößen die vordringenden deutschen Stoßgruppen aufzuhalten. Der Angriff ging unaufhaltsam wetter. Vorübergehend schien es, als ob vor dem 10 Meter breiten und 2 Meter hohen Panzer-» graben, der fast zur Hälfte mit Schmelzwasser gefüllt war, unsere Grenadiere liegen bleiben mußten. Doch auch dieses Hindernis wurde mit Hilfe der Sturmpioniere überwunden, so daß der weitere Stoß die feindliche Front bis in die Zone der Regimentsstäbe aufriß. Alle 37 Bunker und Kampfstände im Bereich der Einbruchstelle wurden ver- nichtet. Unter den zahlreichen Gefangenen befinden sich ein sowjetischer Regiments- und ein Bataillons- stab. Auch südöstlich Toropez hatten unsere Truppen bei der Forfführung ihrer Angriffe weitere Erfolge. Die am Vortage angetretenen Stoßkette stellten tief tm feindlichen Kampfeld die Verbindung untereinander her. Es gelang unseren Pcm- zereinheiten trotz verzweifetten feindlichen Widerstandes, mehrere Stützpunkte zu nehmen und alle Gegenstöße zum Stehen zu bringen. Ebenso blieben die erneuten Angriffe des Feindes gegen unseren Stützpunkt Welikije Luki ohne jeden Erfolg. Obwohl dichte Nebel die einheitliche Kampfführung sehr erschwerten, brachen die immer wieder angreifenden sowjetischen Bataillone an der unerschütterlichen Haltung der deutschen Soldaten zusammen. Oer Wehrmachtbericht. DRV. Aus dem Führerhauptquarkler, 23. Dez. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Deutsche Panzertruppen stießen nördlich des Terek, nachdem sie starke feindliche Angriffe blutig abgeroiefen hatten, dem weichenden Gegner nach, brachten über 400 Gefangene ein und schoßen einen Panzerzug in Brand. Bei erneuten vergeblichen Angriffen zwischen Wolga und Don und in Stalingrad erlitten die Sowjets hohe Verluste. Am mittleren Don hallen die schweren Kämpfe an. Bei Woronesch drangen deutsche Truppen über den zugefrorenen Fluß in die feindlichen Stellungen ein und zerstörten dabei zahlreiche Unterstände. Die Besatzungen wurden vernichtet oder gefangengenommen, Gegenangriffe zum Teil schon in der Bereitstellung zerschlagen. 3m mittleren und nördlichen Frontabschnitt Kämpfe von örtlicher Bedeutung bzw. Späh- und Stoßtrupptätigkeit. Angriffe gegen den Stützpunkt Welikije-Lukl scheiterten an der tapferen Haltung der deutschen Besatzung. In Libyen wurden feindliche Stoßtrupps vernichtet. Deutsch-italienische Kampfgruppen warfen in Tunesien den Feind ans zäh verteidigten Berg- ffetiungen. Zahlreiche Gefangene und Beute wurden eingebracht, eine feindliche Schwadron aufgerieben. Ostwärts Bougie wurden zwei große Transportschiffe, darunter ein Fahrgastschiff von 12 000 bis 15000 VRT., bei einem Angriff deutscher Kampfflieger in Brand geworfen. ZerstörerflngzeiAe erzielten Bombentreffer auf einem feindlichen Unterseeboot. Mit seinem Verlust ist zu rechnen. Bei Rächt wurden die Hafenanlagen von V o n e und ein Flugstützpunkt in Algerien bombardiert. Einzelne britische Flugzeuge unternahmen bei Tage und in der vergangenen Rächt wirkungslose Störangdffe auf nordwestdeutsches Gebiet. Dabei wurden zwei, an der französischen Küste ein Flugzeug abgeschvssen. 3m Süden Englands belegten Kampfflugzeuge am Tage mehrere Orte mit Spreng- und Brandbomben. Am 17.Dezember wurde bei B ordeaux ein englischer Sabotagetrupp noch vor der Ausführung seines Auftrages gestellt und vernichtet. Weihnachtliches von der Eismeer-Front. Von Kriegsberichter Frank Goetz. PK. ... Wir haben ziemlich spät angefangen von Weihnachten zu sprechen. Was sollte uns auch daran erinnern? Die Tage blieben sich gleich in ihrem dunklen Grau, mtt ihren scharfen Winden und der ansteigenden Kälte. Auch der Dienft war der gleiche. Weihnacht? Ja, als wir die Postrarten und Briefe in die Heimat schrieben, da dachten wir für ein, zwei Tage daran. Vielleicht wurden wir dabei ein bißchen rührselig und haben gesponnen. Aber das hielt eben nur so lanae an, als wir jene Weihnachtsgrüße nach Deutschland schickten. Dann aber war es wieder still bei uns. Wir taten den Dienst wie vorher und hatten das Fest vergessen. Darüber sind wir tief in die Dezembertage hinein- gekommen. Bis plötzlich ein Päckchen kam. Einer knüpfte Sorgfältig den Bindfaden auf, löste die braune Hülle, öffnete den Karton und stellte dann einen — Weihnachtsbaum auf den Tisch. Da wußten wir nun, daß das Weihnachtsfest nahe war. Der Kamerad stellte sein Bäumchen in die Mitte des Tisches. Wie klein und zierlich es war. Nur 6 cm war der Stamm hoch und hatte dennoch 12 Zweige, an deren äußerstem Zipfel winzige bunte Kugeln hingen. Das also war nun der Weihnachtsbaum, und einstweilen mußten wir annehmen, das fei wohl nun „u n f e r" We.ihnachtsbaum, benn keiner konnte sich denken ,wie wohl ein ganz richtiger Baum in unseren Bunker kommen sollte. Mit dem Baum aber verstummten auch nicht mehr die Gespräche über das kommende Fest. Ja, was es wohl geben würde? Ob die Küche was ertra Feines Herrichten würde, ob es dicke Spenden regnen würde? Als wir dann durch die Tundra von Stützpunkt zu Stützpunkt marschierten, als wir mit dem Wagen hinauf nach Kirkenes fuhren oder zum Fischerhals stapften, da horchten mir hinein tn die Schreibstuben und Küchen, in die Bunker und in die Herzen der Kameraden. Was gab es Weihnachtliches? Eigentlich war die Stimmung ebenso wie damals zu Hause, als wir als Kinder wartend vor der Haustür standen und zusalhen, wenn die Eltern mit Paketen beladen von draußen kamen und mit einem geheimnisvollen Schmunzeln an uns vorbei in das Zimmer eilten. Und es versOo-ffen. So ist es auch bei uns hier draußen. Der Spieß rückte nur ungerne mit seinen Weihnachtsvorbereitungen heraus, er fürchtet, feine. Soldaten könnten zu früh etwas erfahren. Aber bann winkt er — geheimnisvoll — und führt uns in die Kammer. Kisten, Pakete, Päckchen, Flaschen. Stolz streichelt er an den Flaschenhälsen entlang, klopft auf die Kisten und verrät, was da drin verborgen ist. Bei einer Division wurden gerade 20 000 Weihnachtsbäume an gemeldet. Jeder Stützpunkt tn diesem Bereich wird alsi) feinen Baum bekommen. Ein anderer Trip führte uns an der Bäckereikompanie vorbei. O, welch ein Duft! Jedem Landser feinen Stollen, ist hier die Parole. Auch aus der Heimat sind viele Äfften und Pakete gekommen, die noch ungeöffnet daliegen. Alles für Weihnachten. In den Küchen kratzten sich die Köche hinter den Ohren. Sie wissen gar nicht, woher sie all die Gefäße und Pötte herbekommen fallen, um ein abwechslungsreiches Mahl zu fabrizieren. Ein Hoch auf den Küchenbullen! Und in den Bankern? Da ist es sehr still um Weihnachten. Denn der Raum ist eng, und man hat nicht viel übrig zum Weihnachtlichmachen. Und dennoch. Auch dort wird es am Heiligen Abend traulich und festlich sein. Es wird nicht viel gesprochen werden, vielleicht sind es auch nur ein oder zwei Weihnachtslieder, die schwer über die Lippen Hingen. Ihr werdet die Päckchen i>ib Briese der Heimat öffnen, und ein jeder wird sehr mit sich selbst beschäftigt sein. Bis die erste Flasche herumgereicht wird, die ein wenig die Zungen lost und dann die Grüße der Heimat herumgezeigt werden, die Bilder der Sieben und die Zeilen, mit denen die Geschenke gekrönt sind. Draußen aber, an den schroffen Felsen am Fischerhals, in den Stützpunkten an der Litza, in den Küstenstellungen am Eismeer, da stehen die Kameraden und wachen. Für euch und die Heimat. Weihnacht am Eisisieer, am Fischerhals und an der Lizafront trotz aller Einsamkeit — ein Fest der großen Kameradschaft. dieser Schiffe fahren jetzt zwischen anglo-amerika- nifchen und neutralen überseeischen Häfen. Die schwedische Regierung hat auf Vorschlag des schwedischen Oberbefehlshabers die Verstärkung der militärischen Bereitschaft während des kommenden Winters und Frühjahrs durch Einberufungen zu kurzfristigen Hebungen beschloßen. Italien hatte Ende November d. I. ohne die im Verlauf des Krieges zu Italien gekommenen Gebiete 5 655 000 Einwohner. Der Geburtenüberschuß des Monats November betrug 15181, der Wanderungsüberschuh 3288. Es wurden 21647 Ehen geschloßen. , Die vereinigte Bundesversammlung der Schweiz wählte Bundesrat Celio zum Bundespräsidenten für 1943 und Bundesrat Stampfll zum Bizepräsi- deuten. Geboren in Ambri di Wuinto steht Cello ttn 53. Lebensjahr. Seine poMsche Laufbahn begann er als Mitglied des teßinifchen Großen Rates tm Jahre 1913. 1932 erfolgte seine Wahl zum Mit- glied des tesfinischen Staatsrates. 1940 hatte ihn die Bundesversammlung als Nachfolger des verftvrbe- gewählt. Er ist Chef des e-idgenöfsischen Post- und Eifenbahndepartements. Nachdem an der Pariser Sorbonne ein Lehrstuhl für die Geschichte des Judentums errichtet wurde, wird jetzt auch die Gründung eines Instituts für Rassenforschung bekanntgegeben. Es soll an der Entwicklung der Rassenlehre wissenschaftlich Mitarbeiten, zum anderen diese durch Lehrgänge der französischen Oeffenllichkett verständlich machen. ♦ In Berlin wurden die Ratifikationsurkunden zu dem am 1.5.d.J. in Preßburg unterzeichneten deutsch- slowakischen Kulturvertrag durch den Letter der kulturpolitischen Abteilung des Auswärtigen Amtes, Gesandten von Twardowski, und den slowakischen Gesandten Cernak ausgetauscht. • Der Führer hat dem Präsidenten her Bayerischen Akademie für Wissenschaften, ordentlichem Professor Dr. Karl Alexander von Müller in München aus Anlaß der Vollendung seines 60. Lebensjahres in Anerkennung feiner Verdienste um die deutsche Geschichtswissenschaft die Goetbe-Medaille tzx Lmift uni) Wissenschaft verliehen, Das Schwert Aja» -Lh °,° sichert den Weihnachtsfrieden. auf. Aber Traum, da das weihnachtliche Licht dich buftent betörend umgab. Und die leise Flamme vor dir will onni Dollar Aau bolmi Millionen D he» Wchrun, *«'• "" n Sand HZ Kescheid gern der kehr trägt. Ein ganzes Volk steht in Andaw vor der kleinen Wiege und weiß: In deinem Kim liegt deine Zukunft, das Kind ist dein Leben, das aus dem alten Jahr dich in den jungen Morgen, h fon Kampf bei einen neuen Frühling führt! M sich auf r Hier ist M-e Weihnacht selbst, die zu neuer 5al L 1 dich befiehlt im Gleichnis sich verschwendender 3» jntima a03 genfo, die dich auf ruft aus kurzer Ruhe und selige« S mnrt Traum, da das weihnachtliche Licht dich dufteitz zur rauschenden Fackel in dir. Sie weist durch tat Sturm der dämmernden Frühe dir den Weg aui der beschaulichen Rast im friedlichen Tale hinaus il die freien Höhen der Bewährung, über Felsen u» Grate, gtpselan, in den Tag des Schwertes! Äu °- U Mndm i(t 9<*,e Von Wolfgang Jünemann. An keinem Tag- im Jahre mag das Herz in feiner Sehnsucht nach stiller Sammlung und glüß» licher Versunkenheit den Gegensatz von Krieg utff Frieden stärker empfinden als in der Weihnacht, Denn ist nicht diese Nacht das Sinnbild eines voll, kommenen Friedens, der Liebe, des Glücks, — ba; alles Leise und Zarte der Welt sich sammell in bei Schlichtheit des Raumes und widerfttahlt im fairsten Lichte der Kerzen? Un-d doch ist gerade die Weihnacht, da ein sich neigendes Jayr uns fragend anblickt, wie wir es erfüllt, wie wir es gemeistert, wie wir uns an ihm bewährt haben, und da ein neues schon fordernd vor uns hintritt, nun nicht zu glauben, es sei mit dem vergehenden Jahre alles getan, und uns zufrieden zu geben mit dem Erreichten, sondern anju- treten zu neuem Marsch, zu neuem Kampf, zu neuer Bewährung, so ist es gerade die Weihnacht, die an der Schwelle des Jahres im tiefsten Dunkel das ewige Licht verkündet, im Traume des Friedens zur Tat des Kampfes ruft, in der Sammlung unD; Einkehr die Herzen stark macht und fest und klar. , daß nach kurzer Raft eine eiserne Mannschaft sich Die t wieder erhebt und sich sammelt zu weiterem Vor« hat oet marsch, sich berettstellt zu neuem Angriff. 1 brantE- Das lehrt uns die Weihnacht, in der Tag uni) der r Nacht sich prüfend begegnen, in der das blühend hochgetuev^ Licht Öen nahen Morgen preist, — daß diese Nacht nicht nur ein leise verklingendes Ende ist, nein, auch entflammter Aufruf, harte Mahnung, daß alles Leben ein ewiger Wechsel von Dunkelheit und Helle, von Tag und Nacht, von Traum und Tat, von iümlicher Ml Kampf und Frieden ist. wümenM) Im Frieden vergißt man es allzu leicht und alhu hie polltW gern, daß es den Frieden nur gibt, dem der Kamp fit oorherging, daß kein Frvede ist, den der Kamp nicht geschaffen — daß keine Freiheit ohne Dienst, Hang zu Ms kein Segen ohne Mühsal — daß hier auf Erdeu Begriffe uno doch immer die Saat vor der Ernte stcht! . bewahrt, die t Nun aber, da Deutschlands Posten zum vierte« Kne ihrer i Male auf zieht, die deutsche Weihnacht zu schützen, hie Greiyen offenbart sich das Wort Fvie>drichs des Groh« «HÄton, das „Toujours en vedette“ in [einer ganzen Tiefe, - (fergen, daß r immer auf Posten zu fein, immer fchwertberech za ünes ruhen nur mit dem Gewehr im Arm! fefonöereit Wir muffen träumen können mit dem Schwsrh bis heranzieh — mir müssen lachen können und doch horchen, -- Belastungen wir müssen den Augenblick erfassen können und doch Stalin n dabei den nächsten Morgen nicht vergessen! p»rMasten>; Das stille Bild der Weihnacht: die Mutter uni dos Kind auf ihrem Schoß, — dies alte deutsch! Bttd geht hinaus nach Osten und Westen. In NM und SW wächst es aus den Soldatenherzen auf,; J und nur härter schließt die Faust sich um das Gewehr, nur schärfer ist der Blick nach vorn geridM Denn dieses Bild erfüllten deutschen Friedens iß Auftrag, ist Verpflichtung, es zu schützen! Und Kn« Heber die < verlachen, Mutterliebe, — das alles macht nMjt ffibamerifantfi weich und schwach, es wappnet, panzert jedes Mvu fort eine bol nes Herz, und ttotziger nur und entschlossener iß sei. Ob es fuf der Schritt in die Ferne! grauenliebe, sie ist bei umsturzversuc goldene Schimmer über den vollen Wiegen, — bei gegen die $ar Mannes Treue, sie heißt stumme Entsagung, schwei« Eintreffen gei genöes Opfer. Wo Heimat ist, da ist auch Fremde ben, denn die wo Liebe ist, da ist auch Haß, und wo die Wunder« ^er den gr bLunte Friede blüht, fleht sie um Schutz vor Hagel« haben, beben! schlag und Wetter! fon von ihn. Keine Stunde im ganzen Jahre, die gerade in nmrchen und ihrer Keuschheit und Stille so emdringlich zu Ai* Deutschland reiffchaft und Wachsamkeit mahnt wie die gemeilk' die gesegnete Nacht, die — Segen der Erde — ia für fte' Wiris ihrem Schoße das ewig« Werden, die ewige Mk« Flugzeuggesel! tsche G das b Ein vergebliches Oemenii. Hanns K l8r Dberburt W das Ä rnsniiMA „ 7. nifchen Nationen zu bringen. Die Erklärung Vi Brasilianer Innern des Amazonasgebietes vor. SS I 0 rdana gemeinsame zu sprechen. "nen der Au- °'kstrdi- kubanischen Präsidenten fei falsch zitiert worden. .....-;ung habe sich für eine britisch-amerikanische Invasion inaner, Unx Italien erflärt Llpnun b* **- pk 8- te“! Berlin, 23. Dez. (DNB.) Mitte Dezember hk»'Narzt Dr. Amerika begeistert begrüßt werden. Am 18. De)fiVpBener Anze der behauptete Radio London, daß Deuffchland Liß'°nnt) das Eh Italien mit der Verbreitung obiger Meldung bfllpebung verli Versuch unternommen hätten, Unruhe in die Ä» kr e i z, Ziehungen zwischen Spanien und den anglo-amerik^Mrt, dem Toi L6lWer ™en' Sjans werden in das Innere verschleppt, Stockholm, 23. Dez. (DNB) Nach einer 80A $,1 c»n doner Meldung unterzeichneten Brasilien und en- USA. ein Abkommen, um eine Steigerung »j Gummiproduktion zu ermöglichen. Das Program hpex M Fft- sieht eine Zusammenballung von 50000 Arbeitern ^ie Innern des Amazonasgebietes vor. Wei:e n der 100 000 Arbeiter sollen folgen. Das neue Abkomrr für soll der infolge des Verlustes des südlichen Pa?^ unter großer Gumminot leidenden USA.-IndusN raifi wieder auf die Beine helfen. Brasiliens Arbeim günfi müßen daher auf Befehl der USA. den Weg ht k k. Wnn. ungesunden Gebiete des Amazonas antreten. die t Ceylon verlangt volle llnabhängigkei Stockholm, 23. Dez, (DNB.) Nach, «in j^"&, -LLLickt des Londoner «DM- w di. Es hat sich jetzt aber klar herausgestellt, daß 6 ursprünglich gemeldete Tatbestand tn vollem Ui fang zuttisst. Und zwar ist der Inhalt der Batist« Erllärung gegen Spanien zuerst von den amen!» er Oer 9le nifchen Agenturen United Preß und A f f o c t fl< ’ninien zu t e d Preß sowie von der in Argentinien erscheine-^, „ Mialei den englischen Zeitung „Buenos Aires Herald"' Mitteln meldet worden. Offenbar war London an einer ? Lttomkne drehung des Tatbestandes viel gelegen, um den \ druck der Batista-Erklärung in dem Augenblick verwischen, in dem der spanische Außenminis in Portugal weilte, um über Haltnug der beiden iberischen Lant rat w Kongreßpartei auf einer Tagung kn ffanbn ihre frühere Forderung nach der Gewährung des Vomimon-Status durch einen Mebrbeit^ heichluß ab a eand ert und jetzt volle U nS hängigkeit von England gefordert ' U eine Entschließung die vereinig,en^Na^onen fordern bald eine bindende Erklärung ab>u" Ceylon- Freiheit nach dem Kriege s gg^n! Neue Balkan-Straßen. Sofia, 23. Dez. (Europapreh.) Äwilcken «ul. «arten unb Italien wurde eine Vereinbarung über tot Bau von zwei internationalen Straßen ae> troffen, Die von den albanischen Häsen Dur-zzo iind An t iv ar 'Uber Mazedonien und Sofia nach der bulgarischen Donaustadt Russe führen sollen. Vie Gründung einer bulgarisch.italienischen Trans- portgeselllchaft zur Ausnutzung der neuen Straßen ift vorgesehen. Auf die 5000 qm große Freiheit-zone in Antwari hat Bulgarien eine Konzession für sechs Jahre erworben. 1 Belagertes Tschungking. Genf, 24. Dez. (DRB. Funksptuch.) Der englische Brigadegeneral C. R. Woodrofle erklärte als Leiter der Petin Syndicate Aktiengesellschaft, daß Tschungking-China in diesem Augenblick nichts anderes mehr sei, als ein von allen Seiten belagertes Land, das nur noch aus der Luft versorgt werden könne. Woodrofte sagte weiter: „Die Niederlagen Englands, insbesondere der Verlust von Burma, lösten ohne Zweifel in China eine moralische Erschütterung aus, die noch schwerer wiegt als die materiellen Verluste. Es ist deshalb absolut lebenswichtig, daß Burma so rasch wie möglich zurückerobert wird,damitTschung- king sein Kriegsmaterial wieder erhalten kann. Tschungking benötigt vor allem Flugzeuge, Panzer- wagen und schwere Artillerie, alles Kriegsmaterial, das es nicht im eigenen Lande Herstellen kann. Wirkliche Hilse kann Tschungking nicht erhalten, ehe die Burma st raße, Chinas lebenswichtige Der- dindungslime, wiedeer geöffnet und gesichert ist." Stalin wühlt in England. Don unserer Berliner Schriftleitung. Die kommunistische Partei Englands hat bei der Labour Party ihren „Anschluß" beantragt. Man darf auf die Antwort gespannt sein Der englischen Arbeiterpartei wird es angesichts der hochgetriebenen Wellen von Sowjetsympathien in England herzlich schwerfallen, mit einem klaren ru antworten, auch wenn sie einen solchen escheid gern erteilen möchte. Die englische Arbeiterpartei hat ein ganz eigen- mliches Gefüge: Ihre eigenen politischen Oraani- find sehr spärlich; sie ist tm wesentlichen politische Vertretung derGewerkschaften, auch die Part eibeit rage erheben. Die englischen "chaften haben ihrerseits einen merklichen ng zu zünftlerischer Abschließung. Sie haben viele griffe und Vorstellungen der Gesellenverbünde bewahrt, die das Gegenstück der allen Zünfte waren. 6me ihrer wichtigsten Aufgaben sehen sie darin, die Grengen des „gelernten Arbeiters" stritt inne- «halten, das Antern en zu vermeiden und dafür zu ifergen, daß nicht etwa ein Kesselschmied die Arbeit Oms Schlossers (ober umgekehrt) durchführt. Die besonderen Aufgaben der Kriegswirtschaft, vor allem bte Heranziehung der Frauen, stellten schon schwere iBetaftungen dieser engherzigen Auffassungen dar. Stalln war nie ein Freund der enallschen Ge- Verkschaften, die er als Knidentts für die moderne n technische Fließarbeit ansieht. Die englischen Gewerkschaftler — und das sind die Leute der Labour Party — haben ihm diese Abneigung reichlich vergolten und zum Beispiel Sir Stafford Crivp.s wegen seiner bolschewistenfreundlichen Sympathien aus dem Vorstand der Arbeiterpartei hinausgedrängelt. All diese Voraussetzungen müssen verstanden werden, um die besondere Tücke des Anschluß gesuchs der bolschewistischen Biedermänner zu würdigen. Im Grunde ist es die in Spanien und Frankreich schon so rühmlich ausprobierte „Vollsfront", die die Bolschewisten aetreu den Beschlüssen des 7. Weltkongresses der Komintern jetzt auch in England durch- exerzieren wollen. Die Labour Party muß jetzt Farbe bekennen, und wenn ihr schwül dabei zu Mute ist, wird sich auch Churchill nicht über diese Schwierigkeiten reinen Herzens freuen können, denn wenn der Bolschewismus letzt feinen Anspruch anmeldet, ganz England zu bolschewisieren, bann sind es seine Phrasen, die sich jetzt gegen ihn kehren. Zwischen Scylla und Charibdis, zwischen dem Imperialismus Roosevelts und dem bolschewisllschen „Freund", sitzen Churchill und die Labour Party und wissen nicht, was tun. Die ©ötterbämmerung beginnt auf England herab- zusinken. Kunst und Wissenschaft - Roosevelt zerrüttet Südamerika Don unserer Berliner Schristleitung. waren zugesagt. Man kann es wohl verstehen, wenn toe bolivianischen Politiker aus ihre „Belohnungen" Washington warteten und daß ihnen darüber jede Gemütlichkeit ausging, denn die Preise gten, die Lebensrnittel und alles, was zur Fri- g des Daseins nötig ist, wurden unerschwingLich. auch in anderen von Roosevelts lügenhaften Versprechungen enttäuschten südanttrikanischen Ländern machten diese Schwierigkeiten der bolivianischen Regierung erhebliche Kopfschmerzen. Sie führten dazu, daß in den einer noidamerikanischen Gesellschaft gehörenden Zinngruben — Bolivien fördert ein Viertel der Weltproduttion an Zinn — im Ca- taoigebiet eine Arbeiterbewegung ausbrach, die sich gegen die Wucher preise in den der Gesellschaft gehörenden Warenhäusern und für eine Aus- besserung der Löhne aussprach. Da die Gesellschaft im Verein mit gewissen bolivianischen Parlament- lern unerbittlich blieb, nahm die durchaus yankee- feindliche Bewegung den Charakter eines Generalstreiks an, die bolivianische Regierung ließ daraufhin einige „Linksrepublikaner", wie es in der Meldung hieß, einfperren und verhängte auf Geheiß Roosevelts am 15. Dezember den Belagerungszustand. Wieweit nun wirklich Bolschewisten oder, was wahrscheinlicher ist, national gesinnte Dottvianer die Re. gierung zu stürzen versucht haben, bfefet abzuwarten. Heber die Schweiz kommen Nachrichten aus der Itoamerifantfchen Republik Bolivien, wonach hort eine bolschewistsiche Revolution ausgebrocken fti. Ob es sich tatsächlich um einen bolschewistischen Umsturzversuch oder um eine nationale Bewegung [gegen die Dankeeabhänaigkeit handelt, muß bis zum Eintreffen genauerer Nachrichten dahingestellt bleiben, denn die Nankees, die das Nachrichtenmonopol über den größten Teil Südamerikas in Händen 'haben, bedenken gern eine nationale Bewegung in rbtn von ihnen abhängigen Landern mit Greuel- j Märchen und Schauernachrichten. I Deutschland hatte mit Bolivien die besten Dezie- mungen, deutsche Siedler und Kaufleute haben viel mir die Wirtschaft des Landes getan, eine deutsche Mtgseuggesellschaft vermittelte den Verkehr, und her deutsche General Kundt baute in den zwanziger Batyren das bolivianische Heer nach deutschem Muster auf. Aber bestechliche Parlamentarier benutzten Iben Kampf der Achsenmächte gegen die Pluto krallen, mn sich auf die Seite Roosevelts zu stellen. Aber !schon im August 1942 warf das bolivianische Blatt LUItima Hora" Roosevelt Wortbruch vor und zählle lauf, was Roosevelt, um die Bolivianer zu fangen, ihnen versprochen hatte: eine Anleihe von 25 Mil» Konen Dollar und weiter 5Ve Millionen Dollar zum l>öug6au bolivianischer Ölvorkommen und schlleßlich ^Millionen Dollar zur Stabilisierung der ballviam. sch« Währung. Dazu habe er Eisen- und Stählernem teilnehmenden Chor, vor sich geht und in dem Hellen Lub-el allgemeiner Freude endigt. Zn der jetzigen Fassung tritt an Stelle des verbindenden ge- sprochenen Wortes das ReHitatto, das Werk ftrebt zum Stile der commedia dell arte, die Musik wächst, insbesondere wo chr psychologisch schildernde Auf- gaben zukommen, aus dem Naiven heraus zur großen Tonmalerei. Die Betonung der Bezeichnung Kinderoper" liegt nunmehr aus dem Worte „Oper". Frischenschlagers Instrumentierung ist in ihrer Klangbeweatheit und koloristtschen Mvdulatton von größter Frische, originell, ans Volkstümliche streifend, und einsallsvoll. i Otto Kunz. Hans Otto Becker 65 3a$rc all. Wenn jemand den Ehrentttel ,Heimatschriftsteller" mit Recht verdient, so ist es der seit einigen Jahren in Darmstadt wohnende Amtsgerichtsrat a. D. Hans Otto Becker, lieber drei Jahrzehnte konnte er neben der Erfüllung seiner Richtertättgkeit im Oden- wald, in Oberhessen und zuletzt in Dieburg, eine reiche schriftstellerische Tätigkeit entfalten. Geboren am 28. Dezember 1877 in Darmstadt, besuchte er dort das Gymnasium und widmete sich sodann dem Stu- dium der Rechtswissenschaft. Im Jahre 1904 erschien sein erstes Buch „Die Schwurgenossen". Eine Anzahl Romane folgten, die alle einen Grundzug tragen: die Liebe zur heimatlichen Scholle. Dank seiner weit- umfasienden Literaturkenntnis schrieb H. O. Becker lesenswerte Abhandlungen über Musik, Kunst, Volks- und Heimatkunde. Welcher Heimatfreund oder Mit- alied des Odenwaldklubs, dem er als Vorstandsmitglied angehört, kennt nicht feine fesselnd aeschriebe- nen Landschaftsschilderungen? Seit vielen Jahren ist er auch geschätzter Mitarbeiter unserer Heimat im Bild". Johannes Vincenz Cissarz gestorben. Der Maler und Graphiker Prof. Johannes Din- cenz Cissarz ist im Alter von 70 Jahren in Frankfurt a. TL gestorben. Cissarz hat sich auf den Gebieten der Textil» und Metallarbeiten sowie der Keramik, Glas- und Wandmalerei, aber auch als Gebrauchsgraphiker un- Innenarchitekt einen Namen gemacht. Cissarz ist in Danzig geboren und erhielt 1006 einen Lehrauftrag für Buchausstattung in Stuttgart. Seit 1916 war er Leiter der Abteilung für Malerei an der Städel-Schule in Frankfurt. Aus der Ausstellung „Mutter unb Kmd" vom Hllss. 4 Hanns Kloepfer Ehrenbürger von Graz. fl Der Ehrung steirischen Kulturschaffens gatt ein Zvtt in der Landstube des Grazer Landhauses in Shr Oberbürgermeister Kaspar dem steirischen Dich- 1 tränt Dr. Hanns Kloepfer (auch den Lesern des 2 Siebener Anzeigers von vielen prägen herbe* llannt) das Ehrenbüraerrecht der Stadt der Volks- Ärbebuna verlieh und den Grazer Kultur^ Ms reis, der die Bezeichnung „Roseager-Preis 1üf)rt, dem Tondichter Joseph Marx dem Maler jfcnb Graphiker Karl Mader sowie den Duhnen- 1 ildnern Hans Hamann einem geborenen G i e - Jjener und Paul Mehnert überreichte. Im ।Kamen der Ausgezeichneten dankte Professor Joseph |Rar$ für die Ehrungen. l Der Mfafiltn „Germania'. « unter der Reaie MW. Kim mich? wurdendie Aufnahmen zu dem Ufafilm „Germanin G-fchicht- isiiner kolonialen Tat) beendet. Damit ist cm mit Miroßen Mitteln ausgestattetes S'lmm^t jum ■nluh aefommen, das dem deutschen Forjchergeiil, Gr intern Ringen den Schlaftod bezwang em hewewrtf Ubt TMo Aufnahmen wurden mit Peter G. W «"ÄtteKoch Mbert h den Haupttollen in monatelanger Arbeit im (en unter Mitwirkung von Hunderten von schwarzen Angeborenen durchgeführt, um j g* £ tsn Tropen spielenden Film die echte^ttnosp^re S Lheo Mackeben. Eine Kinderoper. Friedrich Frischenschlager hat fem«K,rcher. No Ä ast rns KE.chr«P>^ brische gelegt: Wenn der Vorhana i-n Kinder, Theater zu fptetm mit Wt>ei, teilen die Rollen aus y ^Uet von leg düZ. in .0*lcnSwri# ü Schicksalsjahr des Empire. Von unserem Dr. L.-Berichterstatter. Stockholm, im Dezember. In ihren Niederlagen pflegen die Engländer sich damit zu trösten, daß England bisher immer d i e letzte Schlacht gewonnen habe. In diesem Sprichwort, das mehr anekdotischen als historischen Wert besitzt, liegt die Erkenntnis verborgen, daß für England und sein Empire das wechselnde Schlachten- glück so lange ohne Bedeutung sei, wie nicht der Bestand des Empire ernstlich gefährdet sei. Wenn die Engländer biefen Maßstab an ihre Niederlagen anlegen, so müssen sie es sich gefallen lassen, daß man auch ihre Erfolge mit ihnen mißt. Der taktische Erfolg der Engländer in Aegypten wird von niemand bestritten. Einen strategischen Erfolg errungen zu haben, behaupten nach dem ersten Siegesrausch selbst einsichtige Engländer nicht mehr. Schließlich aber könnte man auch sagen, was nützte es den Engländern, Schlachten zu gewinnen, wenn le ihr Empire darüber verlören? Wofür kämpfen die Engländer in diesem Krieg? Für nichts anderes, als wofür sie alle Kriege feit der Mitte des 19.Jahrhunderts geführt haben: für die Erhaltung des Empire. Churchill hat in einer feiner letzten Reden selbst gesagt, er sei nicht gekommen, das Empire zu liquidieren, sondern es zu bewahren. Die Engländer kämpfen weder ür die Freiheit Europas, wie dies den Exilregierungen versichert wird, noch für die Demokratie, wie es in der Atlantik-Charta erklärt wurde und an tauend anderen Stellen geschrieben steht, sondern sie kämpfen für das Empire. Es war kein Zufall, daß Churchill diese Feststellung gerade vor wenigen Wochen traf. Das Empire ist heute in größerer Gefahr denn je zuvor. Am Ende eines Jahres, in dem die Engländer den Wendepunkt des ganzen Krieges finden zu können vermeinen, steht das Empire mitten in einer Krise, deren Ausgang im besten Falle als unvorhersehbar bezeichnet werden muß. Niemals zuvor ist das Empire im kurzen Zeitraum von zwölf Monaten derartigen Erschütterungen ausgesetzt gewesen. Dem Verlust Hongkongs folgten die Besetzung der ma- lauschen Gebiete und die Kapitulation Singapurs. Die künftigen Historiker mögen sich darum streiten, ob die materiellen Verluste an Rohstoffen und Kapitalanlagen mehr zur Schwächung des Empire beigetragen haben ober ob es die Schädigung des Prestiges war, die vor allem der Fall von Singapur mit sich brachte. Australien wandte sich hilfesuchend an Amerika, Neuseeland ging den gleichen Weg. In Indien hielten die Nationalisten die Stunde für gekommen, um ihre Forderungen endgültig anzumelden. Allein diese Ereignisse innerhalb des Weltteiches würden schon ausreichen, um von einem Schicksals- Zahr des Empire zu sprechen. Aber kaum weniger wichtig ist der Umstand, daß gleichzeitig in b eit Vereinigten Staaten eine Einstellung an Boden gewonnen hat, die nur als empirefeind« l i ch bezeichnet werden kann. Es wäre aller« dings faljch, den scharfen Aeußerungen in amerikanischen Zeitschriften und Wochenendreden allzu große Bedeutung für die nächsten Ereignisse beiju« messen. Die Angelsachsen wisseß, daß sie für Die Dauer des Krieges in einem Boot sitzen. In der Nachkriegszeit könnte dagegen diese Einstellung bet Amerikaner entscheidende Bedeutung erlangen, unö in England hat man das sehr wohl erkannt. Churchills Worte waren daher auch nickt eins zufällige Wiederholung alter Auflassungen, sondern ein ausdrückliches Bekenntnis zumIm * perialismus und zugleich ein Kampfruf. Wenn bie Amerikaner die Auflösung des (Empire wünschen, so sind die Engländer damit beschäftigt, alles zu tun, um das imperialistische Bewußtsein zu stärken« Churchills Worte waren der Auftakt zu einer Reih» von Ministerreden, die alle den Wert und die Un« Vergänglichkeit des Empire zum Thema hatten. <5d kommt es, daß die beiden letzten Monate des Jahres, dessen erste Hälfte dem Empire die härtesten Schläge seiner Geschichte brachte in England ben Begintt einer Bewegung sahen, bie man später als Renaissance des imperialistischen Gedankens bezeichnen kann, sofern mehr daraus wird als eine von dev Regierung eingeleitete Propagandaaktion. Die Aussichten dieser Bewegung sind nicht leichh zu beurteilen. Für bas Gelingen des Wiederbelebungsversuches spricht der Umstand, daß sich schott seit einigen Monaten in England eine wachsende Abneigung gegen die vorher so verbreiteten Träumereien von internationaler Verbrüderung und deitt Aufbau einer gänzlich neuen Welt bemerkbar macht. Hand in Hand damit geht eine Belebung machtpolitischer Gedanken oder doch mindestens realpolitischeS Erwägungen. Gegen das Gelingen der neuen Bewegung spricht die kleinbürgerliche Bettachtungsweisch der immer stärker an der politischen Macht beteiligten mittleren und unteren Schichten des englischett Volkes, die mehr Verständnis für ein Programm de» „sozialen Sicherheit" haben als für bie gefährlich» Lockung imperialistischer Aufgaben. So ergibt sich die Frage, ob nicht ganz unabhängig von dem Fortgang der militärischen Operationen das Schicksal des Empire schon deshalb besiegelt ist, weil cs seinen bisherigen Herren an bet geistigen Bereitschaft zum Herrschen fehlt. Churchill versucht am Ende dieses Schicksalsjahres das Rad der Entwicklung noch einmal aufzuhalten und vielleicht sogar zurückzudrehen, aber der Geist der Völker läßt sich von einem Mann allein das Gesetz seine» Entwicklung nicht diktiercn. Das erste Kriegsjahr -er USA. Von unserem I. H.-Berichterstatter. L i s s a b o n, im Dezember 1942. Das erste Kriegsjahr der USA. brachte mehr Kämpfe an der Heimatfront als draußen. Auf beiden Seiten verliefen sie nicht sonderlich siegreich. Zunächst hielt sich die Mehrheit des USA.- Volkes gegenüber Roosevelts Kriegspolitik zurück. Mit der Parole „Denkt an Pearl Harbour" entstand bann eine Rachestimmung, die sich auf die Japaner konzentrierte. Ader schon im Jahre 1942 erhoben sich Fragen nach einem positiven SinndesKrie- ges, einer Formulierung von Kriegszielen. Vizepräsident Wallace prägte den Satz, man wolle das ^Jahrhundert des kleinen Mannes" aufbauen, womit aber anscheinend den kleinen wie den großen Leuten wenig gedient war. Die kleinen Leute gingen so weit, bet der Novemberwahl für republikanische Opposittonskandidaten zu stimmen. Die dichtbevölkerten Staaten Neuyork, Kalifornien, Michigan und Connecticut erhielten republikanische Gouverneure. Mer neue Senatoren und 44 Abgeordnete stärkten die republikanischen Reihen im Kongreß. In 23 Staaten gewannen sie einen klaren Sieg, der ihnen 321 Wahlmänner und damit bei einer Präsidentenwahl die Mehrheit gegeben hätte. Es war das plötzlich sichtbar werdende Ergebnis einer ft^Deigenben politischen Revolte. Roosevelt verlor seinen „Gummistempelkongreß" im selben Augenblick, als der Krieg erst richttg an fangen sollte. Fortsetzung der Rüstung auf breitester Dosis, Verzicht auf sozialpolitische „Experimente" sowie gewaltsame Sicherung des amerikanischen Lebensstils sind die drei Grundsätze amerikanischer Kriegs- polittk. Die Rüstungsftffern sind zwar sehr hoch, aber, wie amtlich zugegeben, 1942 um rund 15 v. H. hinter den Voraussagen zurückgeblieben. 4,5 Mil- Honen Mann stehen fetzt im Heere und 17,5 Millionen arbeiten in der Rüstungsindustrie, darunter beinahe vier Millionen Frauen. Diese Ziffern zeugen so lange nicht für ein Kriegs potential, als das Heer noch nicht seine Bewährungsprobe abgelegt hat und solange die Arbeit in der Rüstungsindusttie für alle Beteiligten ein gutes Geschäft- ist. Es ift bemerkenswert, daß, wie das Not amerikanischen Unternehmertums, Henry Kaiser, es formulierte, die Rüstungsüfler trotz des Unwesens der Sozialpolitiker in Washington errungen werden konnte, die Feinde des Unternehmertums seien und den Ätieg als willkommenen Vorwand benutzten, durch politische Methoden die produktiven Kräfte planmäßig an ihrer Entfaltung zu hindern. Die Regierung versäumte es bisher, Arbeitseinsatz und Arbeitsbedingungen den Erfordernissen der Kriegswirtschaft anzupasien. Besonders in der Landwirtschaft wurde der Arbeitermangel, verursacht durch die Anforderungen der Wehrmacht und die Abwanderung in gut zahlende Rüstungsindustrien, kritisch und führte zu Ernteverlusten, die um so bemerkenswerter sind, als die Erzeugung im kommenden Jahr um 15 v. H. gesteigert und ein Viertel der Gesamternte für Wehrmacht und Leih- und Pacht-Lieserungen abgezweigt werden sollte. Die mit agitatorischem Aufwand angekündigte Ernährung besetzter Länder als Akt politischer Kriegführung stößt bei den Massen des Volkes auf wenig Verständnis, um so mehr, als dam't ein Teil der eigenen amerikanischen, schon eingeführten und noch geplanten Verbrauchsrationierungen begründet wird. Man hat für einen Beveridge-Plan, also eine soziale Sicherstellung von der Wiege bis zum Grabe, ganz gleich, ob national ober international gesehen, nicht viel üdftg. Allenfalls das „aufgeklärte Drittel" habe für irgendeine internationale Zusammenarbeit nach dem Kriege Verständnis, mußte der Leiter des Instituts für öffentliche Meinung der Princeton-Uni-' versität feststellen — mag sich dahinter soziale, militärische, wirtschaftliche ober sonstwie frisierte weltumspannende Sicherheitspolittk verbergen. Hinter der offenkundigen Abnei-gung gegen die brittsche Empire- und Kolonialpolittk verbirgt sich mehr als Mitgefühl für von England unterjochte Völker und mehr als der Minderwerttgkeitskom- plex des großjährig gewordenen USA.-Dolkss, nämlich das weit verbreitete Gefühl, England habe die USA. wieder einmal in einen dem amerikanischen Ledenselement fremden Krieg gelockt und fie überdies veranlaßt, den ersten und haupflächlichen Stoß gegen den europäischen Kontinent und nicht gegen Japan zu führen. Daß England unter Churchill in erster Linie für die Erhaltung seines Empire kämpft, ist eine festgewurzelte lieber* zeugung in den USA. Ist es daher verwunderlich, daß die amerikanische Kriegsbegeisterung dem Flackern eines Lichts vergleichbar ist? Die Klage des stellverttetenden Kriegsministers Patterson« daß immer noch weniger als die Hälfte der produktiven Kräfte des Landes für den Krieg eingespannt sei, ist verständlich. Sie bestätigt sich in einer kürzlichen Erhebung des Gattuv-Jnstituts, bei der 42 v. H. der Befragten kein „Ja" zur Mechode der Roolevelflchen Kriegführung gaben. Das USA.« Volk ist mit halbem Herzen im Krieg. Immer noch bemüht sich Roosevelt darum, die entscheidende andere Hälfte zu gewinnen. Wird ihm diese 1943 gelingen? werk für Bildende Kunst erhielt er 1942 in Berlin den Ersten Preis für sein Bild „Zeit der Reife". Cissarz — dessen Anfänge auf den Jugendstil zu- rückgehen, wo er zu den Erfindern einer neuen reichbewegten Ornamentik gehört — war führend auf dem Gebiete des Buchgewerbes. Auch als Illustra- tor zeitgenössischer Bücher und als Erftnder von Bucheinbänden ist er hervorgetteten. 1900 entwarf Cissarz den Katalog des deutschen Buchgewerbes auf der Pariser Weltausstellung, 1904 und 1905 die Kataloge der Darmstädter Ausstellung. Auch hat er Wertpapiere für die Reichsdruckerei Berlin entworfen. GlasgemäDe schuf er für die Kirche Groß- Simmern. Dotfoqubiläen. Am 22. Dezember feierte der frühere Direktor der Unterfuchungsanstatt für Nahrupgs- und Genuß- mittel München, Prof. Dr. Karl Mai, fein gol- benes Doktorjubiläum. Prof Mai, der 1865 in Butzbach geboren wurde, promovierte 1892 in München mit der Artzeitz „Hebet LsndrMionrn von Phenolen mit ungesättigten Kohlenwasserstoffen". Er lebt seit 1920 in Ettendorf bei Traunstein im Ruhestand. — Am 15. Dezember beging der frühere Direktor der vorgeschichtlichen Sammlung an den Staatlichen Museen in Berlin, Geheimrat Prof. Carl Schuchhardt sein 6Ojähriges Dokorjubi- läum. Schuchhardt der 1882 in Heidelberg promovierte, steht heute im 83. Lebensjahr. Er ift Inhaber der Goethe-Medaille. — Der frühere Direktor der Bayerischen Staatsbibliothek, Geheimer Regierungsrat Dr. Georg L e i b i n g e r, feiert fein goldenes Doktorjubiläum. Leidinger, der 1870 in Ansbach geboren wurde, promovierte 1892 in München mit der gekrönten Preisschrift „lieber die Schriften des bayerischen Chronisten Veit Arnpeck"^ ftauptldwtleitet: De. Ktiednch Wicheim Lange eteUoenteiet dH fteuöticbrtltietteel: Dr. Ham» Dhyriot. Berantwortlich für Politik and Bilder: Dr. Fr.« Lange; für mb FeatlU-toa: Dr.Han« Dbyriot; für Liavi G'eHen, Provm,, Dirtjchajt a. Lvort: Mumschei» lbeur»^, <8. Dr.Han« Dhyriot. Druck und veriag: Brühljche nnft»erfftfif*Dru frischem was wei! nicht zu Nu* Lin! — fi rung mit spann, 0 mb ihre Jenfmäh non zu oufgemai Wasser. Die Pc ßen Emo flen, tnui funkelte 1 vorher: d die fünft! und die oder Holz und Nuß Figuren, „tfrabi $ und, was Da gab e werfen kc und bann die man Wiederöfs gab es, t durch leic bineinpra Würfeln bilder zus Dornrösch neu heinr anbere fy 94 g(ai Wo! einen Weihnacht Einfach qi Ur. 303 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheffen) 24-/25. Dezember (942 MM Oberhessische Weihnachtslandschast 2I(s bodenständigen Bildschrnuck für unsere Weih- nacht5nummer haben wir in diesem Jahre eine Arbeit von Felix Klipstein ausgesucht, der im vorigen Sommer, erst 60 Jahre alt, in Gießen gestorben ist. Im 24. Jahrgange der schönen, leider nicht mehr erscheinenden Zeitschrift „Hessenkunst" von 1931 fanden wir neben anderen Wiedergaben das Blatt, das wir hier abbilden, als das letzte Stück eines Kalendariums, mit dem Klipstein, je „Hirten auf dem Felde", die hüten da ihre Herde, einer stößt in sein Horn, die frohe Botschaft in der stillen Landschaft zu verkünden, ein anderer läuft herbei, mit abgezogenem Hute das Kind zu grüßen, und gesellt sich zu dem Bärtigen, zu Vater und Mutter, die sich über die Krippe neigen, und zu dem Engel auch, der zu Füßen des Kindes in die Knie gesunken ist. Das ist schon alles — nur Feld und Hügel und Gehölz rings umher und die weidenden Eine schöne Weihnachtsernte ist es aber auch, wenn der tätige Mann unter dem Tannenbaum auf ein in Arbeit für sein Volk und mit seinem Volke verbrachtes, gut angewendetes Jahr zurückblicken kann — fei es als tapferer braver Soldat oder altz in der Heimat unermüdlich und aufopferungsvoll für das Ganze Schaffender; wenn ihm dann die alten Weihnachten, die ihm aus den Schatzkammern der Erinnerung heraufsteigen, nicht reicher erscheinen als das heurige, das wir im tiefen Ernst der Kriegszeit, aber auch voller Hoffnung, in der festen Zuversicht des Sieges und des endgültigen Erringens unseres Lebensrechtes feiern wollen! Schafe, die zutraulich ganz nah an die Krippe herankommen. Das ist alles, und es ist genug: ein schlichtes, heimatliches Weihnachtsbild. Es fügt sich in seinem Stil nicht nur zu den anderen Bildern der Kalenderfolge, sondern auch zu den Holzschnitten und Radierungen, die das gleiche Heft von Klipstein wiedergibt: zum heiligen Franziskus im Kreise der Tiere, zu dem Steinklopfer auf der Titelseite, zur Vogelsberglandschaft, zum Stadtbilde, zum Schlecht und zum Strumpfweberschen Hause in Laubach und zu der stillen Gasse, die den ganzen Frieden des kleinen Landstädtchens in sich beherbergt. Das alles , kommt aus der Hand eines Meisters, es ist mit ; Gefühl und echtem Kunstverstande gemacht, aber । ohne eine Spur von Sentimentalität. In Klipsteins ' Bildern erhält der oft mißbrauchte und mißoer- , standene Begriff der Heimatkunst einen schönen j Sinn und einen kräftigen, gesunden Klang. Und i wenn dem Künstler im gleichen Jahre, in dem unser i Kalenderblatt erschien, der Dürer-Preis der Stadt i Nürnberg für Graphik verliehen wurde, dann wur- . den damit Wesenszüge seines schöpferischen Wirkens \ geehrt, die von jeher zu den auszeichnenden Merk- ( malen deutscher Kunst gehören: Freude an der Natur s und allem Geschaffenen, Ehrfurcht vor dem Ge- 1 ringen und Unscheinbaren, und ein Adel des Hand- l werks, das nichts Falsches, Halbes und Ungenaues ! duldet, das Pinsel und Zeichenstift, Feder und t Grabstichel mit Andacht und inniger Liebe band- habt; davon mag auch dieses Kalenderblatt zu Weih- I nachten zeugen. hth. c zwei Monate zusammenfasfend, in sechs Holzschnitten den Jahreskreis rundete. Das letzte Blatt im Kalendarium gehört den Monaten November und Dezember und trägt das Weih- nachtsbild, das wir hier abbilden. Man sieht darauf, was die Maler, Radierer und Holzschneider auf allen Weihnachtsbildern seit Jahrhunderten zu schildern nicht müde geworden sind: eine einfache, bildhafte Erzählung der Geschichte von der Geburt, wie sie, uns von Kindesbeinen an vertraut, zum Weihnachtsfest gehört. Der Maler und Graphiker Felix Klipstein aus Laubach, der, in Gent geboren, weit in der Welt herumgekommen und bei den alten frommen Meistern in die Schule gegangen ist, hat, wie diese es taten, die Geschichte in den heimatlichen Umkreis und die uns täglich umgebende Welt verlegt. Wie vor ihm Cranach und Dürer, Altdorfer und Schongauer, hat er mit seinem Holzschnitt ein deutsches Weihnachtsbild gemacht; ja, noch mehr, den Kreis landschaftlich einengend: ein hessisches. Wir vermögen nicht geradezu den Ort zu bestimmen, aber das Bild fügt sich so zu den fünf andern, daß es uns auf irgendeine Weise bekannt vorkommt. Man kann kaum sagen, woran das liegt, es ist ja auf dem kleinen Blatt nicht sehr viel zu sehen, aber man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, daß sich dies irgendwo in unserer Näbe und Nachbar? schäft begibt, vielleicht in einem Tälchen am Rande des Vogelsbergs. Da steht im freien die Krippe mit dem schlafenden Kinde, seitlich sieht man den Stall mit Ochs und Esel, die nicht fehlen dürfen in der Weihnachtslandschaft;- und es sind auch die Verheißung des Lichts. Von Walter Vollmer. Nicht nur, weil es eine alte Sitte so hält, foo dern weil der hosfnungsfreudige Wille zum Leben unser Volk beseelt, hat es das Sinnbild seiner Wartung, den Lichterbaum, aus den Wäldern in Dörfer und Städte geholt und ein Fest aufgerichtet, wie es in seiner Innigkeit nur deutsche Herzen in aller Welt kennen und lieben: Weihnachten. In diesem Wort blüht eine Zauberwelt auf. Es umschließt das ganze deutsche Gemüt in seiner liefet jenes Gemüt, daraus alle Kräfte feines Menschen? tums in Dichtung, Kunst und Lebensweisheit seit Jahrhunderten schöpferisch gestalten und fortan ge» stalten werden. Der grüne Lichterbaum brennt in allen deutschen Gauen. Dieses Sinnbild der Hoffnung ging auch in Jahrtausenden nicht verloren, sondern darf ein stummer, leuchtender Ausdruck dessen sein, was al» inneres Leben des äußeren Bildes bedarf: Daß uns ein Gut an Geist und Werk in dieser Welt gegeben ist, das wir in Freuden und Schmerzen getreulich zu verwalten haben. Ein Gut, für das wir — jeder und wir alle — Rechenschaft schuldig find vor kommenden Geschlechtern und den ewigen Gesetzen des Himmels, und für das wir nun kämpfen müssen, um es für Zeit und Zukunft sicher zu besitzen. Geist und Werk — das sind unser Vaterland mit Wald und Feld, mit Städten und menschenreichen Arbeits« stätten, das sind sein schöpferisches großes Erbt und feine Träume, die noch tief in feiner Seel« schlummern. Welch einen Märchenzauber hat unsere Seel« um dieses schöne Fest gesponnen! Wer versteht es denn, wenn er meint, es sei nur für das glücklich» törichte Kinderherz da und nicht auch für alle, di« wahrhaft einsichtsvoll an die Macht der Liebe glauben, die uns alle als brüderliches Volk zusammen» schließt? Wo bliebe alle geheimnisvolle, immer wie» der neue Wunderlichkeit dieser Tage, wenn es nicht immer wieder Menschen gäbe, die noch lieber glücklich machen als ylücklich sind? Denn solch ein Fest, dessen Wurzeln tief in die Geschlechter unseres Volkes zurückreichen, kann nicht eine äußere Verpflichtung auf Grund von Kalenderdaten fein, sondern ist aus dem Erlebnis eines alle erfüllenden Glaubens entstanden und geblieben, daß eben Leben nichts anderes als Verpflichtung bedeutet oder aber eine billige Komödie wäre, über die nicht einmal ein Teufel zu grinsen vermöchte. Und das ist unsere heilige Verpflichtung in dieser Zeit: Glauben zu haben! Jenen Glauben, der sich opfernd für den Bruder hingibt und damit ein Gebot erfüllt, wie er die Welt nicht edler und menschenwürdiger kennt. Weihnachten ist erst so verstanden ein Fest der Freude und der Besinnung. Aber nicht die schönen, weichen Träume vom Wunder, das über Nacht, als wir schliefen, durch die Finsternis zu uns kam, gestalten das Leben, nicht untätige Wünsche, und mögen sie noch so inbrünstig brennen, wenden menschliche Schicksale, nein, es ist als harte und wiederum auch bedrückende Tatsache in die Welt gesetzt, daß alle Erfüllung — wie wir sie uns auch denken mögen — das Opfer unseres ganzen Menschen verlangt. Darüber ist uns Gewißheit gegeben, daran halten wir uns! Warum es so ist und warum nicht anders, und wie wir dabei fahren — das zu erforschen, ist uns UllLlbittlich versagt und kann uns nicht kümmern. Aber, wo von Pflichten die Rede ist: Ist nicht auch Freude eine heilige Pflicht? Jedes Lichtlein, das am Baume flimmert, sollte ein frohes Herz fein im deutschen Vaterland! Ein zuversichtliches Herz? Was verschlägt es denn schon, wenn der weißbärtige Weihnachtsmann in diesem Jahre nicht wie sonst große Lasten durch die verschneiten Märchenwälder unserer Phantasie schleppen kann? Ist darum unsere Liebe geringer? Immer noch sollen unsere Dorfkinder in die Hände klatschen, wenn voy den Festtagen der alte Wundermann am abendlich geröteten Himmel feine „Stutenkerls" backt, immer noch sollen neugierige Kinderauqen selig durch verbotene Schlüssellöcher gucken! Und niemand sollte einfartr fein unter uns, der des Trostes und der Aufrichtung bedarf! Jedes Haus soll eine Stätte heimlich-froher Geborgenheit fein, ein Hort der Zuversicht, weil ja Weihnachten ist, ein Fest der Hoffnung mitten im tiefen Winter. Aber Weihnachten ist nicht nur ein feierlicher, festlicher Glanzpunkt im Ablauf eines Jahres, der seine ganze Zeit mit Licht erfüllt und die Herzen über ^btzt irgendwo auf dem Boden verstaubt habe herumliegen sehen! — Ein anderes, viel, viel späteres Weihnachten kommt mir vors innere Auge, wo im Gedanken an ^^n ^ben Weltkrieg-Gefallenen im Wald, im knirschenden Schnee ein lebendes Tännlein mit Lichtern u l, mur^c und dann unter feinen Artgenossen strahlte und leuchtete. Auch hier war es das, daß es nicht nur um den Herzensbesitz ging — denn der, öem das Bäumchen an gezündet war, sah es ja nicht , baß sich das Weihnachten im Winterwald Jnir 1° unvergeßlich eingeprägt und zu meiner dauernden Weihnachtsernte gehört. Weihnachtsernte. Bon Wilhelm von Scholz. ms Leben! Die Weihnachten dann^7°ubbegehren junge Vater, die junge Mutier eigenen Kind/rn scheren: em Feststehen im Leben Erwark^n ? Besitzen und aus dem Besitze Schenken ab??-^"' überschattet von einem wehmütigen fioinÄ ‘o n rückdenkens an die fern versunkene Ä et h3u= jeit. Die spateren Feste, wenn die Kinder null auch dem ersten unbewußten, nur freudigen 2ßeihnn*u glück entwachsen, noch inniger vom as Weitereiien des §°bens'7n welche.l eV st"eken" bewegende Rührung getaucht. 1 eicn Dazwischen bei uns allen, wie jetzt wieder 6>r:ön. Weihnachten, an denen das'Herz'L -ig7n°n Ach! terbaurn hmausdenkt zu den Brüdern unä Söhnen brau&en °m Feind auf der (Erbe, auf der S« und m der Luft, wie f,e Wahl Weihnachten feiern mö S-Ni ernster, stiller, nicht wehmütig, sondern voll W'llens für den Sieg unserer gerechten "grotztn “nf-T nadl e,nem Zerrissenen Jahrtausend endlich geeinten und zur höchsten Tatkraft befähig- ten Volkes, das heute Europa führt ’ 9 Weihnachten wird ja überhaupt für den Er- wachfenen sehr bedeutsam immer mehr auch das Fest der Besinnung über das endende Jahr, was es dein Kinde gar nicht ist. Ich selber habe als Junge in Berlin um die Weihnachtszeit gewiß keinen Ge- danken daran verschwendet, wo ich mit den Eltern in den Sommerferien war, wie ich in der Schule vorangekommen bin — nichts. Ich freute mich darauf, daß nun bald die Buden im Lustgarten und einige auch am Leipziger Platz aufgebaut werden wurden, und streifte dann jede freie Stunde mit Schulfreunden in den entstandenen engen Gaffen zwischen den Auslagen umher, hörte interessiert dem heiseren Ausrufer, dem Brummen der Waldteufel der Choralkreisel, den Melodien der Musikspielfachen zu und roch den Duft von Schmalz und frischem Kuchengebäck, von warmen Würstchen und, was weiß ich! für Kostbarkeiten, die man zu Hause nicht zu essen bekam. * Dazu — das aber fällt mir erst jetzt, nachträglich, ein! — kam dann die graublaue winterliche Dämmerung mit ihrem Zauber, der auch uns Jungens umspann, obwohl wir's nicht merkten und wußten,» wob ihre Duftschleier um Schloß und Dom, um die . Denkmäler, um die kleinen aufgestellten Wäldchen von zu verkaufenden Weihnachtsbäumen, um die aufgemauerten Ufer der Spree und über das Wasser. Die Petroleumlampen mit ihren kreisrunden weißen Emailschirmen, die von den Budenbalken hingen, wurden angesteckt, und im künstlichen Licht funkelte alles noch viel bunter und glänzender als vorher: die Glaskugeln, die Gold- und Silberketten, die künsllichen Schneebälle, die Engel, die Sterne und die blanken Spielsachen aus lackiertem Blech oder Holz, Tiere, Schiffe und Eisenbahnen, Soldaten und Nußknacker, mit versteckter Feder springende Figuren, die damals türkische Uniform trugen und „Arabi Pascha" hießen, Kindergewehre, Velozipede und, was uns am meisten fesselte, Zauberapparate! Da gab es Becher, die man einen durch den andern werfen konnte, Schnüre, die sich zerschneiden ließen und bann einfach wieder ganz waren, Schachteln, in die man eine Karte legte, und gleich darauf beim Wiederöffnen war sie verschwunden. Geduldspiele gab es, wo man eine Erbse oder mehrere Erbsen durch leichtes Schaukeln in bestimmte Haltelöcher dineinpraktizieren sollte, und solche, wo man aus Würfeln gemäß ihrer Seitenzahl sechs Märchenbilder zusammensetzen konnte: Schneewittchen und Dornröschen, Rotkäppchen, Aschenbrödel, den eisernen Heinrich und den fliegenden Koffer. Und tausend andere Herrlichkeiten. Ich glaube, außer für Zinnsoldaten und allenfalls tnal einen Arabi Pascha haben wir Jungen auf dem Weihnachtsmarkt wenig Geld ausgegeben und uns einfach an dem Vorhandensein der vielen, vielen Spielsachen und am bloßen Anguckenkönnen gefreut. Das, was wir nicht kaufen wollten oder, bei unseren Geldverhältniffen, kaufen konnten das bewahrte Unser Gedächtnis viele Jahre für die Zukunft; und heute steht mir als eine Ernte aus Kindheits-Christfesten gerade das am lebhaftesten vor Augen, was ich nicht selbst besessen, nicht kaputtgemacht und (Aus „Hessenkunst" 1931. Mit Genehmigung der Elwertschen Verlagsbuchhandlung, Marburg.) hin, (gine Weihnachisnacht Schillers. Von Walter von Molo. „Fertig!" sprach Schiller halblaut vor sich den Blick in die Winternacht, die ernst und stumm durchs Fenster der kleinen Stube sah. „Die drei Dramen des ,Wallenstein' sind fertig. Er atmete befreit und lang und zog die Uhr —-unb sah a - bittend drein, „es ist wieder drei Uhr nacht g worden", flüsterte er verlegen vor sich hm. Weiß und kalt stand die Welt um ihn. Unschlüssig, eine große, schmerzlich wühlende Leere urplötzlich in sich tragend, gleichsam b s wungslos im Raum, sah er mit einem Ma e schrecklich klar, daß er nichts mehr zu tun hatte, datz fJine Hoffnung und die Willensneigung nun ohne Richtugg mären. Schlafen? Soll id) jcfet W fen gehen? Las kann ich nicht! Doktor «tarkes Pulver? Das hilft ,a nicht. Die Sachliegt doch etwas tiefer, als diese Herren Aerzte w-men-Ohn zu wissen, warum, klinkt-,Schiller dl- Ture ms dunkle Wohnzimmer auf: «‘ftwarj .^aie2Jhm,mc5 vielfach geteilt die Umrisse d-s We'hnachtsbaumes vom Hellen Fensteroiereck ab. Schiller sch lob I S ergriffen die Augen: mit einem ,trau6r'flj‘u r Kinderlächeln des weit zuruckgelegten Kopfes zog ^r gierig die warme Luft em, die aus Da «achskerzenduft seltsam erinnernd gemischt war. Etwas wie Friede tarn. Kindheitsermnerung. Der freudig ergebene Gesichtsausdruck 'chwand: fremder 'Geruch trat störend IN 6 Sefuhl feiner Sinne ein. Schillers Gesicht wurde, !« Widerschein der Sterne und des i^chne o Landschaft draußen, streng abweisend®s ift: Smen, Parfüm. Die Schwägerin ist also auch h mir ^gewesen? Er öffnete die ^"gen, alles sh i»as Werk! Alles! Die Menschen und deren Das Leben! Alles! Ich hatte mit der Lm 9^ wieder mal gesprochen! „Ach Got. , . & n Neben hilft ja nicht. Er barg seml Gesicht in Den stechenden duftenden Nadeln des Ba >as ist. Wohlig ist's; wohlig, einmal nicht denken zu müssen. Die Uhr im Nebenzimmer schlug laut eine Stunde. Es kam wieder Leben in Schiller: die Zeit verstreicht, die Zeit! Er richtet sich auf, fing sich ein Zuckerringlein, das vor ihm auf dem Christbaum schwankte; hungrig aß er's; dann ein zweites, drittes. Starr sahen die Augen, während die Zähne das splittrige Süßzeug zerbissen, durchs Fenster, auf das Licht im Schloß. Das einzige, das außer dem in seiner Stube droben noch im Städtchen wachte. Schillers Augen wurden groß und ernst; langsam stieg die Erinnerung in ihm zur Klarheit, daß Goethe ihm geschrieben habe, er verbringe den Weihnachtsabend, des „Wallensteins" Vollendung erharrend, nicht in Weimar, im Jenaer Schloß, dort! Allein! Er wartet auf mich! Schiller machte im heißen Impuls der Sehnsucht, die ihn erfüllte, eine jähe Bewegung zur Türe. Er wollte zu Goethe eilen, einen Menschen sehen. Er hielt. Nein! Ich störte ihn! Und wenn auch nicht! Und — und überhaupt! Er trat zurück. Ein jeder hat doch mit sich selbst genug! Ja! Was sollten wir denn sprechen? Die Tat allein ist wichtig. Er gab mir zuviel Leid; er zerrte mich aus meiner Bahn. Schiller sah die Kontur des Schaukelpferdes, das wohl seinem Sohn gehörte, das Leinwandgeschenk seiner Mutter sah er; sie hat's auch dies Jahr nicht vergessen. Er zog die Sttrne kraus: ich habe meiner Frau gar kein Beschenk gegeben? Dran ist nur schuld, daß ich so lange jetzt die Line nicht gesehen! Ich hätte sie sonst sicherlich gebeten, daß sie's besorgte. Der „Wallenstein" ist schuld daran! Der „Wallenstein"! „Und?!" Mit Stolz und Trotz hob er den Kopf. Wiegt nicht der „Wallenstein" die lächerliche Kleinigkeit dieses Kalenderkrams auf? Eines feiner Kinder hustete nebenan; scheu spähte Schiller zur Tür. Ob sie recht litten, weil ich den Weihnachtsabend ihnen so verdarb? Er strich mit schmalen Händen seine Stirn. Sie haben sicher bitterlich gemeint! Sie haben mich gern! Sie leiden viel um mich! Und dennoch! Er riß sich auf und sah, ohne zu wollen, wieder hin zu Goethes Licht. Soviel, wie ich, litt keiner! „Niemand!" sprach Schiller drohend hin zum Licht, als widerspräche jemand. Leid' ich, da dieser „Wallenstein" vollendet ist, denn jetzt nicht mehr? So, so?.' Ich leid' nicht mehr? Der „Wallenstein" ist nur ein Werk, ein Werk, nach außen, äußerlich besehen, und das ist fertig, nach innen ist der „Wallenstein" das Werk, ein Stück von dem, was ich in Unablässigkeit bis zum Tode hin und fort tun muß! Der „Wallenstein" ist bloß ein Titel für meiner Seele Kämpfe; das ganze Leben jetzt schreib ich nichts anderes mehr als dieses Werk, in ewig anderer Form nach außen, bis endlich Ruhe kommt — mit anderem Namen. Der „Wallenstein" ist fertig; dies eine Drama! Der Lebenszweck feit vielen Jahren tot. Nun kommt noch Feilarbeit, Korrespondenz und Inszenierung; das Lernen von Bühnenbeispiel, Pöbelbeifall, Pöbelablehnung, Lärm der Freunde, Haß der Feinde, Neid beider und dann — d'e Leere der Zwecklosigkeit! Die Leere, der ich heiß, seit vielen Jahren tölpisch zugestrebt, die mich nun schaudern läßt, weil ich, dem Ewigen sei heißer Dank gebracht! verspüren muß, daß sie nicht zu mir paßt. Das Werk zu tun, ist Leid und Qual, das Werk vollendet aus der Hand zu geben, ist wie Verbannung aus dem Segensland der Qual, in dem ich furchtbar leide und nicht bewußt mir wurde, aus Bewußtheit, daß ich ein armer, kranker Hund und Krüppel bin, daß mich die Sorgen stets von neuem stellen, daß ich allein, zwecklos und leer, nichts habend von dem Heiligsten der Welten, freudlos, krumm, dumpf und stumpf, wie ein philiströser Bürger im Dasein flattere, bis der Zufall kommt und mich beiseite wischt, als — tot. Er fuhr, von Eifesschaudem hart geschüttelt, weh zusammen: die Zähne knirschten, der ganze arme Körper wurde Widerstand, die Seele flehte: Nur das nicht, großer Gott, nur das nicht! Nur nicht im Sande sterben, abgestürzt, versiegt! Nicht in der platten Stille der Gewöhnlichkeit! Groß fein im Wollen, das Höchste fordern, nur nicht: ergeben. Er hielt die Fäuste vor die Brust gepreßt, den Kopf gesenkt, maßlos im Stolz. Ich geb’ mich nicht geschlagen. Ich bin zu töten, aber nicht zu schlagen! Niemals und nie! Ich hör' sie schon mit „lauen, linden" Worten kommen: ich möge jetzt doch „ruhn" und „Schonung" mir vergönnen! Wozu? Wenn einer stirbt, so ist er reif! Wozu dann Schonung; wenn sie der Reife nicht bloß dient? Und wenn mich jetzt, im Augenblick, der Tod antritt — im letzten Atemzuge reife ich vollendet! Es stirbt nicht einer, ohne reif zu fein! Ich will nicht m;t dem Tode feilschen. Ich kann nicht. In Bäder reifen? Der Tod ist dieses Lebens Herr. Schiller riß die Lider auf; sieghaftes Feuer quoll aus feinem Blick. Er sah die Sterne und sah Goethes Licht; Schwingen wuchsen, Schwingen, er schwang sich auf; mit höchster Sehnsucht sah er zu den Sternen. „Nicht wahr", so bat er, „einmal gilt auch mir der Ausstieg zum Leben ohne Schwere, zum Reich der Schönheit und der Harmonie!" Starr sah er in die Nacht, gelöst, getrennt, schon abberufen, den Sternen zu. Minuten und Minuten. Hell sank sodann fein Haupt, voll Ruhe und voll Reinheit. Wer dieses große Rätsel des Erhabenen sieht, die Sternenwelt, im Weltenraum die Wunder, dem kann dies Leben nicht mehr schaden: er weiß es, daß er ist, für alle Zeit. Schlittenschellen? Die Ordinaripost aus Leipzig schon? Es ist schon wieder früh? Ach ja, es wird schon wieder hell! Ihn fror. Er nahm sich noch ein Zuckerringlein mit, trank gierig jeden Weinrest aus den Gläsern, die im Dämmerlicht nun vor ihm standen, und ging mit leisem Tritt, voll Heimlichkeit zurück in seine Kammer. Ich will mir meine Pläne doch notieren! Der Monolog des Wallensteiners könnte besser sein! Ja, ja; es gilt, das Sein, das zu hoch will und dann nicht rückwärts findet, noch mehr herauszuheben! „Das Schöne ist doch weg. das kommt ... nie wieder für den, der zu hoch stieg", das sagt jetzt scharf und klar, was ich gelernt. Wenn ich die Worte unterstreiche, im Drucksatz unb im Munde des Akteurs, sie malen klarer. Das tu’ ich gleich; denn — ja, anderes braucht auch Formung noch, damit es plastisch auf der Bühne steht! Zur Arbeit. Zur Arbeit! Er ging an neue Arbeit« Weihnachten. Don Wilhelm Busch, fyätf einer auch fast mehr Derstand als wie die drei Welsen aus Morgenland und ließ stch dünken, er wäre wohl nie dem Sternlein nachgereist wie sie,- dennoch, wenn nun das Weihnachtsfest sein Lichtlein wonniglich scheinen läßt, fällt auch auf sein verständig Gesicht, er mag es merken oder nicht, ein freundlicher Strahl des Wundersternes von dazumal... die Ruhelosigkeit des Werktages erhebt. So selbst« verständlich wir im Lichterbaum ein Sinnbild einer ins Ueberirdische, ins Göttliche strebenden Sehn« sucht sehen, so selbstverständlich verbinden wir mit dieser Feier den Gedanken eines echt deutschen Volksfestes, um das sich Lied, Bild und Wort, Gedanke und gute Tat immer wieder ranken, als wollte die deutsche Seele ihre ganze Innigkeit daran verschwenden wie kein Volk der Erde! Daß der alte Weihnachtsmann, einen Sack, wenn auch bescheidener Seligkeiten schleppend, auch heute noch durch die verdunkelten Straßen zieht, daß sein Fest im Wirbel und Brennpunkt dichtesten Lebens ein schönes, altes Volksfest geblieben ist, kann das nicht auch als eins seiner vielen Wunder gelten? Und daß wir es in Zeiten des Kampfes aus einem lichterflutenden, gabenreichen Fest zu Tagen ruhiger Besinnlichkeit verwandeln können, wodurch nun gerade einer gemütsarmen Welt gegenüber das deutsche Volk einen Beweis jener tapferen Würde zu geben vermag, die allen Dingen einen viel tieferen und edleren Sinn verleiht, — ist dos nicht auch gut und tröstlich? Die Gedanken der Heimat umgeben ihre Söhne, die alles hingeben, um das Reich zu schützen. Weithin über Europas Grenzen hinweg wandern diese Gedanken der Liebe und Dankbarkeit, während, so weit es der Krieg erlaubt, für eine kurze Weile die schaffenden Hände ruhen. Weihnachtstage sind die Sinnbilder unserer Hoffnung auf das kommende Licht. Rur im Licht kann ein junges Volk wachsen! Rur im Licht können wir wachsen! Es soll uns leuchten als ein hoffnungsfrohes Bild des kommenden Sieges und Friedens — mir und dir, vor allem aber unseren Brüdern und Freunden in aller Welt! Deutsche Weihnachtslandschast. Von Max Sidow. Es sind kaum mehr als hundert Jahre, daß Caspar David Friedrich jenes Bild malte, das unter dem Namen „Frühschnee" bekannt wurde. Es zeigt uns nur einen sehr kleinen Landschaftsausschnitt. Ein ausgefahrener Weg führt zwischen Jungfichten in den Hochwald hinein. Neuschnee deckt ihn zu und liegt auf den Spitzen der Zweige, eben erst niedergeflockt, von keinem Hauche noch berührt. Ein Wintermorgen, ganz realistisch gemalt, ohne jede romantische Absicht — ein Motiv, wie es in jedem deutschen Nadelwalde zu finden ist. Die kleinen Bäumchen des Vordergrundes sehen keineswegs so aus, als wären sie mit Lichtern besteckt, und doch atmet diese reine, keusche Frühe die unvergeßliche Stimmung jener Verse des jungen Rilke: .. und manche Tanne ahnt, wie balde, sie fromm und lichterheilig wird, und lauscht hinaus. Den weißen Wegen streckt sie die Zweige hin — bereit, und wehrt dem Wind und wächst entgegen der einen Nacht der Herrlichkeit." Das erste Bild einer deutschen Weihnachtsland- schaft in der Malerei — ja, kann man es wirklich so bezeichnen? Bedeutet es nicht einfach das, was sein überkommener Name besagt: Frühschnee? Aber was ist denn Weihnachtslandschaft, wenn nicht d es? Denn hier ist mehr als nur Winter, hier ist die Natur nicht erstarrt unter Schnee und Eis, sondern vielmehr erfüllt von einem Leben, "bas, in sich verborgen, still und sanft seiner Bestimmung entgegenhofft. Es wartet vom Advent in die Christnacht, aus der frohen Botschaft in die Entfaltung, und sein Warten ist unbemerkt ein Wachen und Starkwerden, ein Wissen um das Kommende, für das es sich bereitet hat. Deutsche Weihnachtslandschaft: was hier mit den einfachsten Mitteln, in knappester Formulierung verdeutlicht wurde, finden wir in diesen Tagen überall zwischen dem Meere und den Alpen, zwischen den Schneefeldern des Ostens und den Weinbergen Oie ungarischen Printen. Eine Weimarer Weihnachtsgeschichte von Fritz Nölle. Was gut schmeckt, ist immer willkommen, besonders zu Weihnachten, und da der Herr Geheimrat Goethe einen feinen Gaumen hatte, versprach er sich von diesem Festabend besonderes. Denn unter den vielen Gästen aus aller Welt, die das Haus am Frauenplan besuchten, sich selbst und den Dichter zu ehren, war im Frühjahr ein ungarischer Adeliger mit einem Versprechen in seine Heimat abgeroist. Während des M ttagessens hatte Frau Christiane das Gespräch auf die ungarische Nationalküche gelenkt — vielleicht erhoffte sie sich ein Rezept, mit dem sie ihren Hausherrn überraschen konnte. Hierzu aber hatte der Gast nichts neues sagen können: er blickte fast verzweifelt drein, bis der Nachtisch erschien. Unter dem Gebäck waren rheinische Printen, und nun hellten sich die Züge des Ungarn auf. Er kostete und schüttelte den Kopf. Nein — hier konnte er abhelfen Denn daheim, erzählte er, wurde eine andere Art Printen gebacken nach altem geheimen Rezept unter Beachtung verschiedener wichtiger Umstände. Sieben Jahre mußte der Teig liegen, ehe er in den Ofen kam und die letzten Zutaten erhielt — zwei Jahre sollte er hernach noch lagern. Dann aber war sein Geschmack von solcher Milde und Eigenart, daß alles andere Backwerk auf der Welt daneben sich schämen mußte. „Diese Printen — der Traum des Lukullus, ich schicke eine Kiste!" sagte der Ungar und wurde beim Wort genommen. Er reiste ab, und wohl keiner im Hause dachte mehr an sein Versprechen, denn wäh- des Westens: am reinsten ausgeprägt und am meisten unseren Vorstellungen entsprechend wohl rm deutschen Mittelgebirge, mag es nun Harz oder Thüringer Wald, Rhön, Schwarzwald oder wie auch immer heißen. Sanftgeschwungene oder stell gekuppelte Berglinien überkrönt und umgrenzt von den schwarzgrünen Schatten der F'.chten und Tannen, ein verschneiter Weg mit frischen Fußstapfen und Näderspuren, ein Dorf im Tal, eine Kirchenglocke, die zu läuten anhebt — Lichter blinken zu uns auf. Sterne blitzen herab, und Rauch kräuselt auf von Licht zu Licht. Deutsche Weihnachtslandschaft: weniger typisch, aber nicht minder eindrucksvoll kann man sie in der Hoheit der ewigen Schneegipfel erleben, am Abend in der Hütte, in deren Verlassenheit ein paar Freunde das Fest feiern, um dann aus trautem Kreis noch einmal vor die Schwelle zu treten und zur Erhabenheit der Höhe hinaufzuschauen. Oder bei einem Gang durch die Heide: aus Reif und Frostatem hängen zarteste Geschenke an Busch und Baum, vielfältige Wunderformen eines unerschöpflichen Bildners; ein Morgenrot haucht behutsame Purpurschimmer über die kristallenen Verästelungen des Heidekrauts, bis aus grauer Himmelsweite der Schnee als weiche Hülle über die erblaßten Korallen sinkt. Oder auf dem Kamme des Riesengebirges: die vereiste Baude gleicht einem schimmernden Palast aus Demant und edlem Glas; vermummt unter der Schneelast stehen einzelne Fichten, hockt das Knieholz in stummer Versammlung, Reifriesen und erstarrte Zwerge, die vor dem Tagesgrauen ihre Schlupflöcher nicht mehr fanden. Von den verharschten Gestalten bröckeln kleine Eis- brillanten ab. Zuckt noch Leben unter ihrem weißen Panzer? Verwunschener Zauber der Winterlandschaft: weihnachtlich blüht er auf, wenn der Mensch ihn beseelt und ihm festlich naht. So auch die Tanne, die wir als Symbol der unvergänglichen Wiederkehr, des seligen Harrens, der Bereitschaft auf das Künftige mit Lichtern bekränzen, mit Sternen behängen, sie ist uns heute mehr denn je ein Bild der Verbundenheit des Menschen mit der Natur, mit der göttlich beseelten Schöpfung außer uns. An ihrem grünen Gezweig, das wir der Festfreude opfern, haftet der Duft der deutschen Weihnachtslandschaft, für deren Frühlingshoffnung wir nicht minder die Kerzen entzünden als für die unfrige. Und wenn mir in der Neujahrsnacht vom brennenden Lichterbaum hinweg und hinaus ins Freie treten, der Landschaft näher zu sein (und wären wir auch inmitten der Stadt), so tragen wir mit uns hinaus die frohe Botschaft vom wachsenden Licht, von der Sonnenwende, vom erlösenden Frühling, vom Wiedererwachen der schlafenden Kraft. Süßer Dust aus der Backstube. Von Nikolaus Schwarzkopf. Mein Onkel war Bäcker. Das Backhaus stand unweit der Kirche; sicher hatte an seiner Stelle ehedem, als das Dorf noch ganz klein war, der Gemeindebackofen gestanden. Der Backofen des Onkels heizte sommers und winters das ganze Haus und machte jederzeit behaglich und gleichmäßig warm. Heber ihm lag die Schlafstube, links an feiner Flanke die Backstube, hinter ihm die Wohnstube, die zugleich Derkaufsladen war, und rechts an seiner Flanke, durch eine besondes dicke Mauer getrennt, der Kuhstall. Der Ofen wurde mit Kiefernreisig geheizt, das, zu Wellen gebündelt, im Hof saß. Ich schleppte sie herbei, der önkel schob sie, ohne sie aufzubündeln, in den eisernen Rachen. Daselbst sah es aus wie in einer kleinen Hölle: Flamme loderte auf Flamme, Flamme fraß Flamme in sich ein, Flammen bissen an den schmalen Backsteinen der gewölbten Decke umher und züngelten in die ausgefugten Mauerritzen, um gebändigt in den Hintergrund zu laufen nach dem Kamin. Brach das Holz in sich zusammen, dann wurde die Schiebetür geschlossen, und die Glut verweilte. Nach einer Viertelstunde riß er die Tür auf, stieß mit einer Eisenstange, an deren Ende eine Eisen- platte stand, in die heiße Asche und fegte sie heraus. Sie fiel zu seinen Füßen nieder, und ich schüttete Wasser drauf. Wenn die Glut sodann verlöscht war, nahm der Onkel eine Holzstange, an der ein nasser Lumpen hing, und schleuderte den Lumpen da drinnen im Kreis auf den breiten Steinplatten herum, daß die letzten Köhlchen auf und davon stoben und herausflogen aus dem Ofen. Jetzt wurden die Brote eingeschossen, diese runden, weichen Laibe, die, an der Luft getrocknet, von einer festen Haut umgeben waren. Liebreich faßte der Bäcker sie in Hand und Unterarm, einen jeden einzeln auf den Schieber zu setzen, und drinnen sauber in Reih und Glied nebeneinander zu zellen. Saßen sie, sich schon bräunend, wie ein liebliches Wellenspiel in der Glut, bann schoß der Onkel das Kleinzeug noch ein, die weißen Brötchen, immer ein Dutzend auf einen Schieber. Dann ließ er die Schiebetür vor der Herrlichkeit herunterfallen, zündete ein Oellämpchen an und stellte es in eine Luke, und von vorn angestrahlt, von hinten her beschattet, strömte das Wellenspiel schon die ersten Düfte links und rechts von der Lampe heraus. Solange die Brote im Ofen faßen, lief mein Onkel aufgeregt in Haus, Scheune und Stall um- ber, barfuß, ohne Hemd, und die mehligen Hofen fchlamperten um feine mageren Beine, als wollten sie jederzeit aus dem mehligen Gürtel rutschen. Aber bann, wenn mein Onkel ben Ofen aufbrach, und das Gebackfel faß braun und hochgewölbt in den gelben Strahlen der Lampe, dann rieb er sich die Hände und hob mich, daß ich hineinsehen konnte in das gelungene Werk. Die köstlich duftenden Dämpfe, die mir da entgegen quirlten, habe ich heute noch in der Nase, wenn ich daran denke, und wenn ich in der Stadt an einer Bäckerei Darüber» gehe, bleibe ich ein Weilchen stehen und spüre ein Stück des Kinderlandes. Heraus kamen zuerst die weißen Brötchen, und ich stand mit einem Pinsel bereit und überstrich sie sofort, da sie noch auf dem Schieber saßen, mit Zuckerwasser, denn die weißen Brötchen waren für die vornehmen Leute des Dorfes: den Herrn Doktor, den Herrn Apotheker, den Herrn Lehrer, waren auch für die Kranken und waren für die Kinder, die Namenstag ober Geburtstag hatten. Sie bekamen burch mich einen süßen Glanz. Der Onkel ließ sie fobann in den weißen Korb purzeln unb holte neue heraus. Ich trug ben Korb in die Stube, unb bann schob ich bie runben braunen Laibe ins Gestell. Große Tage waren für ben Bäcker Kirchweih unb Weihnacht. An Kirchweih „machte" jede Familie den Teig selber. Da kamen aus ben Nachbardörfern die Bäckerburschen und liefen mit der „Kratz", dem Eisen, das den Teig aus dem Trog kratzte, im Dorf umher, barfuß, hemdärmelig, und guter Dinge, aber die Mädchen liefen ihnen aus dem Weg wie dem Schornsteinfeger. Sie trugen auf den breiten Hüften die zu Haus fertig gemachten Kuchen in das Backhaus und trugen die gebackenen auch wieder heim. Da duftete das ganze Dorf, da hörte man bie hellen Mädchenstimmen lachen, fingen, plaudern, die Buben kehrten die Gaffen, der Bartschaber warf den verbrauchten Seifenschaum in weitem Bogen in die Gasse, unb bie Glocken läuteten den Feiertag ein. Auf der Gasse stauben die Verkaufsbuden hinter grauen Zelttüchern, unb bie Reitschule, genannt bas Karussell, ließ bie hölzernen Nüstern ihrer Gäule runbum ein klein wenig ins eigene Zelttuch vorstoßen, daß bie Gassenbuben einstweilen ihre Freude hatten. Um. die Weihnachtszeit aber, bas ist schon vom Nikolaustag ab, war mein Onkel ein geheimnisvoller Mann. Er schaffte Tag unb Nacht, aber er ließ mich weder in die Backstube noch an ben Ofen, und was er buk, das bekam niemand zu sehen. Viel Honig verarbeitete er da. Das Honigfaß stand im Schuppen, versteckt hinter den Wellen. Hinschleichen, ben Finger hineinstecken, also naschen, bas märe eine schwere Sünde gewesen, eine Sünbe an irgend etwas volkhaft Geheiligtem. Aber einmal, des entsinne ich mich, lockte das Faß einen richtigen Dieb an, einen ausgewachsenen. Er schleppte einen ganzen Eimer voll Honig fort, aber — der Eimer leckte: der Honig tropfte, der eilige Dieb merkte es nicht, die Spur führte märchenhaft einfach ins. schlimme Haus, unb kein Vöglein pickte sie weg. Am Nikolaustag versammelten sich alle vermummten Gestalten beim Dieb, und sie hieben ihm bas Leber weich, wie kein Staatsanwalt es weicher hätte schlagen können. Brezeln buk mein Onkel, Lebkuchen aller Art, Anis, Buttergebackenes, Bubenschenkel und Bobbe. Die Lebkuchen waren herzförmig unb trugen alte Wunderzeichen, bie bamals kein Mensch mehr beuten konnte, die aber heute wieder jedermann zu deuten vermag: das Feuerrad, ben Lebensbaum, bie Dielblätterige Rose, bie zweiiistig aus den Hüften eines artigen Weibleins sproßte. Die Brezeln waren geflochten wie Mädchenzöpfe, die Bobbe, bie zwei Köpfe hatten, sttotzten in vollen Brüsten, unb auf Buttergebackenem und Anisgebackenem zeigten sich anbeutungsroeife allerlei Reste gesunder Fruchtbarkeit unter Mensch unb Vieh. Für die Neujahrsnacht buk mein Onkel mürbe Kuchen, wie fein Bauer sie im Haus bulbete. Diese Schleckereien würben in biefer Nacht im Backhaus ausgewürfelt. Man kam zum Bäcker wie ins Wirts- haus, man trank Kaffee bei ihm unb aß Kuchen, man fang, tanzte unb würfelte. Ich weiß von einer übermütigen Bäuerin, b'e im Backhaus alles verwürfelt hatte, was sie an Taschengeld besaß, ohne etwas gewonnen zu haben. Um nun wieder Geld zum Weiterwürfeln zu bekommen, rief sie in die Stube: „Hier, mein Philipp: wer setzt auf ihn?" Es fanden sich viele, die auf den Philipp fetzten, die Würfel rollten, und siehe: die Bäuerin selbst gewann ihren Mann, ihren Philipp, hatte nun wieder Geld, unb die Freude verdoppelte sich im Lärm der Neujahrsnacht. Deutsche Weihnacht. Von Hans Brandenburg. Weihnachten, wir wissen es alle, ist das deutscheste der Feste. Weihnachten feiern wir alle mit gläubigen Herzen, der Ruf „Friede auf Erden!" ist keinem Volke tiefer erklungen als uns, deren Land andere Völker von je zum Angriffsziel und Kriegsschauplatz machen wollten. Dieses unser besonderes Schicksal hat uns nämlich gelehrt, daß der deutsche Friede stets neu erkämpft werden muß. Der Weihnachtssinn und der Sinn des Schwertes sind für uns kein Widerspruch. Heber alle Zerstörung hinaus, über Blut unb Tränen, Trümmer unb Kampffelder suchen wir ben wahren Frieben zu erringen, der fein fauler Frieden fein soll, der uns nicht in den Schoß fällt, sondern ber .unser wahrer Siegespreis ift Der Friebe auf Erben muß auf bie Erbe herabgezwungen werden, damit bie bulbenben unb irrenben Völker ihn erkennen, und nur ein beutfcher Friede, ein Weihnachtsfriede unseres Glaubens, kann der Friede der Welt werden. Darum schicken wir j)en unb Gebauten zu Weihnachten ins Feld, unb die Front schickt Herzen unb Gebauten zu uns, mit uns in gleicher Liebe unb Zuversicht kämpfend, harrend unb glaubend Um unsere Geschenke braucht uns nicht bange zu sein. Einschränkungen sind Steigerungen, und die Not ist nicht das schlechteste Christkind. Den Kindern, wenn sie unverdorben unb nicht verwöhnt sind, machen gerade die kleinsten Dinge bie größte Freude; sie besitzen noch Phantasie unb haben wirklich noch am farbigen Abglanz bas Leben. Friebenszeiteu lassen befonbers zu Weihnachten viel zu sehr ben bloßen ßurus ins Kraut schießen, lästerlich fern von der Armut in ber Krippe unb dem Licht ber Welt, nämlich bem inneren Licht Warum machen wir uns also Gebauten? Wir brauchen nicht zu barben unb erleiden keine andere Not als bie Nötigung, wieder vorwiegend an die höheren Güter zu denken, an jene Schätze, welche bie Motten unb bet Rost nicht fressen, an bie unveräußerlichen, nie ent« täuschenbeu Wunscherfüllungeu, an bas ewige Teil in uns. Wenn wir an bie Volksgenossen denken, bie ihre liebsten Menschen ober Haus unb Gut verloren haben, so wissen wir, baß jede echte Gabe nur Liebesgabe unb Liebeszeichen ist. nur ein Symbol, nur bie irdische unb sichtbare Stellvertretung eines Höherem, eines Himmlischen unb Unsichtbaren, etwas, von dem man mit Recht sagen darf, daß es 'jo gegeben unb empfangen wirb, wie es gemeint ift Da genügt als Gescheut sogar ein Wort, ein Brief, ein Gruß, ein Zusvruch. Ja, wir wollen uns in erster Linie damit beschenken, baß wir uns gegenseitig im Trost unb in ber Hoffnung bestärken. So kann uns ein gesegnetes Weihnachtsfest unb em gutes neues Jahr nicht fehlen. ÄriftgeBurt Don Johannes Linke. Nicht in zarten Daunen Kamst du auf die Welt, Zinken und posaunen Haben nicht gegellt. Als du tief im Winter Bei uns eingekehrt, Als du Kind der Kinder Dich uns elnbeschert. Keine Mutterlaunen Haben dich verwöhnt, Kein gewaltig Staunen Hat dich laut umtönt: Du kamst zu uns nieder Still und ohne Stolz, Und um deine Glieder War nur Stroh und Holz. Doch die scheuen braunen Rehe wußtens bald. Und ein leises Raunen Rauschte durch den Wald, Und die Sterne brannten Hell und lichterloh, Und die Hirten rannten Iubelvoll und froh. Weiße Flockendaune Deckte warm den Stall, Auf verschneitem Zaun? Sang die Nachtigall, Und die Kinder sprangen Deiner Krippe zu. Und die Engel sangen Dich zur ersten Ruh. ui oersu jäten auf u offen, iferen & M anbe feit { Migt nüber teh< iS de ßiflelnj 7M-n' 'N iÄ" W nie' r® s ü finb die ifet V B-Htsba fitem u g&ät « )ie Band M ihr, r 'm Nach MM u tot wird ' gerade fe impft unb- uraben ii i Lufmer xrheit des Stunbe d •rer für i! 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Frau Christiane selbst holte eine Zange herbei unb konnte nicht abwarten, bis ber Diener Stabeimann bie Nagel herausgezogen hatte; sie stemmte ein Tafelmesser in ben Spalt unb blickte entzückt auf bie beiben Reihen braunen Gebäcks, die bort unter sauberem Papier gebreitet lagen. Goethe kam herbei unb nickte lächelnd, Christiane unb ber kleine August mußten sich in eine Printe teilen — er selbst wollte bis zum Weihnachtsabend warten. „Ich will bas ganze Lanb Ungarn mit seinem Wein unb feiner roilben Musik barin kosten", sagte er, „ba muß ich Gebulb haben, bis ein Feiertag kommt." Unb weil bie beiden nicht genug bes Lobes sprechen konnten, würbe er noch fester in seinem Entschluß, orbnete selbst an, man solle bas Gebäck m einer Blechschachtel gut aufheben unb es hüten. Leiber zeigte sich, baß bie untere Hälfte durch Feuchtigkeit verdorben war und sofort aufgezehrt werden mußte — auch hieran beteiligte sich der Herr Geheime Rat nicht. Wie überall wollte er durch kluge Anordnung aus einer einfachen Sache ein Fest machen. So ruhte nun der Traum des Lukullus in der Vorratskammer zwischen dem Mehlsack und dem Zuckerhut, bis das übrige Weihnachtsgebäck ihm zur Gesellschaft gegeben wurde, denn langsam kam ber große Tag näher. Unb ba Weihnachten bas Fest der Heberraschungen ist, machte Frau Christiane oermunberte Augen, als sie eines Morgens von einem Ausgange heirnkarn unb ihren Sohn August vermißte. Der Vierjährige saß vor ber Printenschachtel unb hatte ben ganzen Reichtum Ungarns sich einverleibt, erklärte, es habe gut geschmeckt, unb wußte die beiden Ohrfeigen nicht zu beuten, mit denen man ihn in bie Küche schickte. Frau Christiane war verzweifelt. Sie machte sich am Nachmittage auf und suchte zwei Stunden lang in allen Weimarer Bäckereien. Printen waren dort zu kaufen, auch wohlschmeckende, aber nichts, das bie eigentümliche Form ber ungarischen trug, die sich dem geftrengen Hausherrn sicher eingeprägt hatte, denn er verstaub sich auf Linien wie keiner. Zudem schlug ihr bas Gewissen, benn sie war ein ehrliches Gemüt und hätte bie gefälschten Back- waren nur mit Wiberstreben an einem Tage auf ben Tisch stellen können, ba jebermann noch offener sein soll benn sonst im Jahre. Was aber war zu tun? Sie mußte bekennen, was geschehen war, und weil das Verstimmung geben würde, verschob sie es_ von Stunde zu Stunde in ber Hoffnung, er würde am Weihnachtsabend nicht an die ungarische Gabe denken, benn man hatte brei unverheiratete Herren zu Besuch gebeten, ihnen den einsamen Abend zu kürzen. Kam ein angeregtes Ge- sprach schon während des Festmahls auf, war ihr nicht bange, bann würbe eines sich an bas andere schließen, unb ba sie zu ben vertrauensvollen Seelen gehörte, hoffte sie, vergaß auch unter der Menge ihrer Pflichten als Hausdame alle Not, kam schon geschmückt zu Tische und sah sich mit den anderen in finnig fröhlicher Gesellschaft unbelastet von allem, was zum Alltag gehört. Goethe gab ein Erlebnis während der Kanonade von Valmy aus dem Vorjahre zum besten, sprach dann über ben letzten Brief seiner Mutter; Mozarts „Don Juan" unb Schillers „Don Carlos" wurden als neue Zugstücke bes Weimarer Theaters für kurze Zeit zu Gast gebeten, schließlich kam einer der Herren von ber Champagnerarie auf ben Um» garwein zu sprechen. „Ungarroein?" fragte Goethe und schaute Chri- stiane mit seinen großen Augen an, daß sie errötete, „ba haben wir etwas, bas ihm zur Seite gestellt werden könnte wie bie Schwester bem Bruder —- was denkst du davon, Christtane?" „Hätschelhans", antwortete sie unb gebrauchte den Kosenamen feiner Mutter wie immer, wenn ein fernes Gewitter brohte, „bas Christkinb bringt nicht nur, es nimmt auch — als ich in bie Schachtel schaute, war sie leer." Das war so drollig und zugleich verlegen vorgebracht, daß die Gäste lachten, unb sie fühlte sich ermutigt, hinzuzufügen: „Das Christkinb hieß August Goethe unb hat sich brei Tage vorher selbst beschenkt — bas ist nun bie Geschichte ganz ... es waren ungarische Printen, Ihr Herren." „Hnd ich glaubte an ein Wunber, bas sie entführte", sprach Goethe lächelnd, „nun aber sehe ich: ein Wunder roär’s, hätten wir sie noch!" Eben kam der Knabe ins Zimmer gelaufen, ber mit dem Gesinde gespeist hatte, und alle standen auf, seiner Bescherung zuzuschauen, die im Nebenzimmer vor sich gehen sollte, aus bem jetzt bie leisen Klänge einer Spieluhr ertönten, ein Geschenk ber Frau Aja aus Frankfurt für ben Kleinen ... sorglos und heiter war die Weise ... wie seine eigene Kinderzeit, wie bie Jugend immer, so dachte Goethe, als er den Sohn aufhob und über die Schwelle trug, selbst befangen von einem seltsamen Zaubern. !>°i« ° i< 5* tu hNna Srii • äte 5>.mmel um ihn die Stille der We.hnacht. ' i-1m Pniit in fipn Strnbon s.____< * chts, s die Bande der Familie so eng bindet wie das utjcke Weihnachtsfest mit seiner seltsam-feierlichen mosphäre. kein Uber lchen kein N Der ?9en alter ein riebe Te» Tont 3 in rend e zu die lern, sind, iube; noch eiten den fern der uhen 'N Hoti« r zu > der ent« Teil i, die loren Lie. nbol, eines iren, es it ist. Irief, s in eg°n« . Co ein Mu ’fien nent dere Unseren Soldaten draußen an den Fronten geht nicht anders. Sie wissen, daß der Posten-, der achtdienst gerade in der Weihnachtsnacht nicht nachlässig! werden darf. Die Feinde, die uns zenüberstehen, kennen, wie die Bolschewisten, das eihnachtsfest überhaupt nicht, oder sie suchen sich vußt die Weihnacht aus, um eine Ueberrumpe» ß zu versuchen. Sie täuschen sich auch hier, wie ch in vielen anderem getäuscht haben. Unsere aten auf Posten haben Augen, Ohren und nne offen, gerade auch in der Weihnachtsnacht. Wißt ihr, was es heißt, vor dem Feind in der ligen Nacht auf Posten zu stehen? Weihnachten i Herzen und Feindbeobachtung im Hirn! Der ibat wird mit allen Lagen fertig, auch mit die- Gerade seine Gedanken an die Heimat, für die aund Wache hält, schärfen seine Sinne. Seine n im nahen Bunker verlassen sich auf le Aufmerksamkeit, sie sind es ja, denen die herheit des Abschnitts anvertraut ist. Und wenn Stunde der Ablösung gekommen ist, zieht ein lerer für ihn auf, während er selbst seine weih- hllichen Gedanken im Kreise gleichgestimmter meraben fortsp'nnen wird. Denn so ist der itsche Soldat: hart im Kampf und doch weich ii ein Kind, wenn er an die Heimat denkt. So r es schon früher, so daß unsere großen Heer- rer der Vergangenheit fast übereinstimmend diese ^sache feststellten: Man sieht es dem deutschen idaten in seinem Kampfzorn nicht an, daß er bei i weihnachtlichen Klängen wieder das Kind wird, 5 einst unterm Tannenbaum vor Glück und tude aufjauchzte. Run, jauchzen tun unsere Soldaten nicht, aber ! deutsches Herz und ihren menschlichen Sinn len sie behalten trotz alles Schweren, was sie fier sich haben. Und so stehen Tausende, Hundert- wenbe deutscher Soldaten auf Posten in der Weih- htsnocht, kampfbereit und heimatverbunden, Bin zwischen Front und Heimat das unsichtbare nd deutschen Blutes und deutschen Gemütes »ders fühlbar ist. Deutschland feiert We'.hnoch- it, an der Front und in der Heimat. Pardolt. ein Laut m den Straßen, und die durch die Fen- st strahlenden Kerzen am Tannenbaum schienen - Stille noch zu oertiefen. Und seltsam, auch im inern des Postens selbst war eine seltsam-feierliche dlle. Der le.se Mißmut, der ihn zunächst befallen Lite, daß gerade er in der Weihnachtsnacht auf Ken Ziehen mußte, war schnell einer feierlichen e gewichen Denn hier draußen in der Stille I schlafenden Welt hatten die Gedanken Muße sich M mit dem zu befassen, was den deutschen Men- ien am Weihnachtsabend so angelegentlich und drei Männern feiner Wache clllein am oer «ke, allein im Tosen der Elemente Der SMrm Ült, das Salzwasser peitscht ms Gesicht, das Boot b wie em Korken hin und her geworfen. Wech' bien allein in dieser Weite des Atlantik, fern von zren Booten, fern von daheim ... at Innern des U-Bootes stehen dl- «WJ hnochtsbüume auf der Back stur mit Lmnett Ütrt Kein Kerzenfchimmer fpieflelt JM) tn »en ien unserer U-Boot-Männer, denn offenes Lntit in U-Boot ein Dina der Unmogtichkelt Wer Dache hat fetzt sich für kurze Zelt an dl- Back, kt fX ©kJ 3Ä UN» M m Gedanken da- B bei feinen Lieben — wohl wehr n rH der im fernen Kaukasus, denn kein« Feldpost iäft das U-Boot während feiner uwnatelang »fahrt. Di- Kameradschaft ist alles m kn-fem -nblick, und nur wer das U-Boot-Leben k . ' । mm ff en, warum die ®ela™’l?„nx.t5Oj,en[) oot auch an diesem schwersten Weihnachtsabend bleibt. . Äe zwote Seewache M H« mach-N; ^ iRummi!" schallt es plötzlich durch me kuu Wer. Der zweite Wachofstzier un 5^, -fn auf, streifen, so gut es bei dem starken stana geht, chr Gummlzeua über und verschwinden "N Turm. Wassermassen stürzen von oben in die Zentrale. ein Zeichen dafür, daß das Turmluk für menige Sekunden geöffnet wurde. Wachwechsel! Die Vier, die vier Stunden lang Ausschau hielten, kommen den Niedergang von der Drücke herunter, ^u^chullßt, erschöpft, frierend. Beim Ausziehen fällt »hr Blick auf das Weihnachtsbäumchen, eie greifen Huch Punsch in den Tassen, bemerken chr kleines Weihnachtsgeschenk und freuen sich mit dem Funk-, maat über die gelungene Ueberraschung. Minuten spater liegen sie in chrer Koje, denn in wenigen Stunden müssen sie erneut auf Wache. Das ist die Weihnacht im U-Boot, wenn kein Dampfer in Sicht ist. Vielleicht steht aber das Doot auf dem Allantik, erfordert so etn Weihnachtsabend am Geleitzug ... ♦ Blicken wir südlicher! 5000, 10 000 ja fast 15 000 Kilometer von den U-Booten im Nordmeer entfernt operieren ebenfalls deutsche U-Boote, dort jedoch in tropischer Hitze. 40 bis 50 Grad ist die „Normal- temperatur" im Boot, und die Turnhose bleibt wochenlang das einzige Bekleidunasstück. Jeder ver- langt nach kühlenden Getränken, Kujarnbel, wie der U-Doot-Fahrer die Limonade nennt, ist mehr gefragt als bei uns und im Nordatlantik der Punsth. Was erinnert unter diesen Umständen schon an Weihnachten? Außer den Weihnachtsbäumchen nur der Kalender. Und selbst dieser stimmt nicht ganz mit dem zu Hause überein, denn je weiter das Das Bäumchen wartet. Von Ltto Anthed. „Wie sie wohl aussehen mag", dachte Bernhard mrnerzu, während er von der französischen Kanalküste in den Weihnachtsurlaub fuhr. Es war fast ein Jahr her, da hatte sie ein Päckchen ins Feld geschickt: „An einen Soldaten, der niemand daheim hat." Das war an ihn gekommen. Seitdem hatten sie sich regelmäßig geschrieben, und mit jedem Brief mar ihm die unbekannte Lotte lieber geworden. Allein in der Welt wie er, selbständig, tapfer, ein Prachtmensch. Dann hatte er sie um ein Bild gebeten. Aber sie hatte geantwortet, er solle nur erst mal aus ihren Briefen ihr Inneres gründlich fcnnenlernen. Wenn er bann einmal auf Urlaub käme, würde ihm das Aeußere ja auch nicht verborgen bleiben. Nun war es soweit. Und je näheS er dem Ziele kam, desto bänglicher wurde ihm zumute. Hübsch mar sie sicher nicht, sonst hätte sie ihr Bild geschickt. Aber wenn sie nun geradezu häßlich mar? Wenn sie etwa hinkte oder gar einen Buckel hatte? Heiß und kalt wurde ihm bei solchen Gedanken. Nein, das würde er doch nicht können. Nun hielt der Zug. Er stieg zögernd aus. In der Halle war es dunkel wie in einer schwarzen Kuh. Ein paar schattenhafte Gestalten verschwanden vor ihm in der Finsternis. Sie hatte ihm geschrieben, daß sie in ihrem Stübchen ein We ihna ch t s b äu mchen richten würde, und ein Geschenk solle er auch vorfinden. Auf dem Bahnsteig werde sie ihn erwarten und immer« zu halblaut sagen: „Das Bäumchen wartet." 2>ara* solle er sie erkennen. Aber es war weit und breit fein weibliches Wesen zu sehen. An der Sperre stand ein Posten: „Fliegeralarm! Alles in den Luftschutzkeller!" Bernhard atmete ordentlich auf. So angst war ihm nachgerade vor dem Zusammentteffen geworden. Der Keller war gar fein so unfreundlicher Ort Frisch gekalkt die Wände, hell war es und warm, und die Menschen sahen keineswegs ängstlich oder bedrückt drein. Landser standen umher und erzähl« ten sich Witze, auf den Bänken saßen Pärchen, llüllerten und machten verliebte Gesichter. Und hübsch waren die Mädel alle, wenigstens schien es Bernhard so. Und er seufzte tief. Neben ihm saß ein alter Mann, der mit einem pfiffigen Schmunzeln in sich hineinzuhorchen schien und dann vor sich hinredete. . „So ein Weihnachten im Luftschutzkeller", sagte er, „ist eine ganz besinnliche Sache. Man kann sich aller« lei dabei denken. Zum Beispiel" — er hatte einen Sack unter der Bank hervorgeholt und zog ein win« *»^5 Tannenbäumchen heraus, das auch schon einen Fuß hatte — „ich bin ein alter einsamer Mann", fuhr er fort, indes er aus einer Schachtel Silber« fäben und bunte Glaskugeln nahm und das Bäumchen damit schmückte, „aber mein Bäumchen muß ich zu Weihnachten haben. Wenn es bann so fest« lich basteht, bann kommen einem alle Gedanken, die man fein Lebtag gehabt hat, die guten und die bösen. Aber wenn man länger hinguckt, dann verziehen sich die bösen, und nur die guten bleiben. Man muß nur Geduld haben." Er hatte das Bäumchen auf einen Tisch gestellt, der gerade unter dem Licht stand. Die Menschen rundum wurden still und schauten. Auch Bemhen-ds Gedanken zogen ihre seltsamen Wege. All die Bedenken und die Anast von vorhin, das verflog wie Nebel vor einem stillen leisen Wind. Und was übrig blieb, bas waren die lieben tapferen B-iese, die er bekommen hatte. Nun fiht sie allein in ihrem Stübchen, dachte er, und bas Däumchen — Und der alte Mann stieß ihn mit dem Ellenbogen in die Seite. „Nur immer Hinsehen!" sagte er. „Das Bäumchen wartet." „Wer hat bas gesagt: das Bäumchen wartet?" rief ba eine Helle Stimme, und ein bildhübsches Mädchen drängte sich in den Kreis. Da riß es Bernhard steil in die Höhe. „Lotte?" schrie er. „Bernhard?" fragte sie. Die Umstehenden schmunzelten. Er zog sie neben sich auf die Bank. „Du bist ja gar nicht —" stammelte er. „So häßlich, wie ich dachte, willst du sagen", vollendete sie. „Ja — nein — bas heißt — aber warum beim?" Sie lächelte ein bißchen verschämt vor sich nieder, „Das war doch bas Weihnachtsgeschenk, das ich für dich hatte." Im selben Augenblick kam die Entwarnung. ,Lomm!" sagte sie und stand schnell auf. „Das Bäumchen wartet." Der alte Mann sah ihnen verschmitzt nach. „Ich Habs doch gewußt", brummelte er. ,Zch versteh mich doch auf Weihirachten." Goethe und -er Ehristbaum. In den ,Leiben des jungen Werthers" läßt Goechß feinen unglücklichen Helben am Sonntag vor Weihnachten zu Lotte kommen, die damit beschäftigt ist, einige Spielwerke in Ordnung zu bringen, die sie ihren kleinen Geschwistern als Weihnachtsgeschenk zurechtgemacht hat. Werther redet „von dem Vergnügen, das die Kleinen haben würden, und von den Zeiten, da einen die unerwartete Oeffnung der Tür und die Erfcheinuna eines aufgeputzten Baumes mit Wachslichtern, Zuckerwerk und Aepfeln in paradiesische Entzückung setzte". Auf eigene Jugenderinnerungen hat Goethe da nicht Bezug nehmen können, weil der Weihnachtsbaum in seiner Vater« tadt Frankfurt und in seinem Elternhause damals noch unbekannt war. Aber auch in Wetzlar, dem Schauplatze der „Leiden des jungen Werthers", war zur Zeit des jungen Goethe bei Weihnachtsbaum noch nicht heimisch. Das geht aus den Weihnachtsbriefen hervor, die Goethe im Jahre 1772 an Kestner nach Wetzlar gerichtet hatte. Wir wissen auch, wo Goethe den „aufgeputzten Baum mit Wachslichtern, Zuckerwerk und Aepfeln" zuerst gesehen hat: In Straßburg. Ein dem Namen nach unbekannter Mann, der in Straßburg eingewandert war, hat im Jahre 1605 niedergeschriebene Aufzeichnungen über Sitten und Brauche der Stadt hinterlassen, in denen er von Weihnachten berichtet: „Aufs Weihenachten richtett man Dannenbäum zu Strasburg in den Stuben au ff, daran hencket man roßen auß vielfarbigem papier geschnitten, Aepfel, Oblaten, Z-schaolt, Zucker usw. Man pflegt darum eine viereckent ramen zu machen, undt oorrn ..." Weiter ist der Tert leider nicht leserlich, da hier bas Papier an einer Bruchstelle völlig zerrißen ift Das ist die <*rfte sichere Kunde, die wir über den deutschen Weihnachtsbaum besitzen. Und in einem fliegenden Blatt von 1550 und einem Liederbüchlein von 1582 findet sich schon die ätteste Form des beliebten Weihnachtsliebes, in dem es heißt: O Sanne, du bist ein edler Zweig, / du grünest den Winter und die liebe Sommerszeit, / wenn alle Beume dürre [ein, / so grünest du, edles Dcmnebeumelein G. & 0n dieser Nacht. Von Hedwig Forstreuter. In dieser Nacht, weit hinter Deutschlands Grenze, Zum hohen Winterhimmel siehst du auf, Sehr fern von uns, im weißen Niemandsland Zur Heimat hin ist dein Gesicht gewandt, Leuchtkugeln winden steigend Lunte Kranze Und Schüsse rollen dunkel ihren Lauf. In dieser Nacht, * da uns die Sterne blinken Und Rauhreif Silber um die Äste flicht, Der Wald weißstaubend sich im Froste neigt Und Zaun und Garten tief im Schnee versinken, Umfängt euch einer Hütte mildes Licht Ruht ihr behütet, weil das Kämpfen schweigt? Wir wissens nicht! Treu steht ihr, Mann für Mann, Doch euer Herzschlag durch die Fernen geht Im Rhythmus stoßend, schwer durch Schlaf gebannt* So Nacht für Nacht aus weißem Niemandsland Gebet und Grüßen uns ans Fenster weht Und rührt als Glück in einem Traum uns an. gerade in diesen Stunden an einem Geleitzug, sagt es Frachter und Tanker, wirb es selbst gejagt von Zerstörern und Korvetten. Dann stehen die kleinen Wsihnachtsbäume die ganze Nacht hindurch intbe» merkt auf der Back. Jeder im Boot sieht nur noch die Hebel und Apparate auf seiner G^sechtsstatton. Vielleicht kann bas U-Boot in den Stunden, da bie Heimat Weihnachten feiert, gar nicht über Wasser fahren, ist es vielmehr im harten Kampfe von Zerstörern unter Wasser gedrückt und von Was er- bomben bedroht, deren Detonationen für Mensch und Material jedesmal eine Zerreißprobe sind. GrabesstLtte herrscht nun im Boot, denn jedes Geräusch würbe dem Gegner bie Abwehr erleichtern. Keine Nunbfunkwellen dringen unter Wasser in das Boot und damit keine Weihnachtslreder aus der Heimat. Starke Herzen, stärkere als sonst der Kampf U-Doot am Weihnachtsabend vor Amerika steht, desto größer ist der Zeitunterschied. Die Uhren merben im U-Doot zwar nie verstellt, doch wenn unsere U-Boot-Männer im Karibischen Meer oder im Gols von Mexiko um 7 Uhr abends an den Lichterbaum bccheim bei ihren Eltern, Frauen und Kindern denken, steht die unerbittliche Twpensonne im Zenit; es ift 12 Uhr mittags! Ja, Weihnachten auf dem U-Boot ist niemals die Weihnachten, wie man sie zu Hause kennt. Sie ist ein Tag der Entsagung, genau wie alle anderen Tage einer Feindfahrt. Um so mehr wollen wir am Weihnachtsabend an sie denken! Unsere U-Boot- Fahrer verdienen es, denn sie haben am wenigsten etwas von Weihnachten und kämpfen am weitesten von daheim entfernt. Für die Heimat, für das ganze deutsche Volk! Zwei Weihnachts-Keldpostpäckchen. Von Hauptmann Friedrich Wolfgang Goetz. Bittere Kälte und schneidende Ostwinde machten das Leben im Dezember 1941 zu keiner ae- mütlichen Angelegenheit. M t Mühe arbeiteten sich die Lastkraftwagen durch die Verwehungen, tagelang saßen sie fest, bis schließlich gar kein Verkehr mehr möglich war und die Panjeschlitten allein den Nachschub zu bewältiaen hatten. Wahrlich, keine leichte und angenehme Aufgabe. Weihnachten nahte. Sott vielen Tagen war keinerlei Post mehr gekommen, mit Wehmut und gefaßter Entsagung hatten sich die Kameraden bereits abgefunden, daß die mit viele Liebe und besten Wünschen aus der Heimat gesandten Päckchen weit, weit ab in einem Feldpostamt oder irgendwo auf einsamer Landstraße im steckengebliebenen Last- kraftwagen für sich das Fest feiern würden, ohne die Empfänger zu erreichen. Und bann kam alles ganz anders. Unter persönlicher Anteilnahme des Divisionskommandeurs setzten alle verantwortlichen Stellen ihre ganze Kraft ein für die Herbeischaffung der Weihnachtspost, und sie traf pünktlich zum Heiligen Abend bei der Truppe ein, hob die Gemüter, belebte die bereits verzichtenden Soldaten und brachte große Freude in die Herzen allen, die fern der Heimat wieder Kriegsweihnacht feierten. . Auch mir hatte der Abend mehrere Feldpostpack- (fren gebracht, vom Weihnachtsmann ganz persönlich in die Unterkunft befördert. Diele Lieben von zu Haus hatten Freude bereiten wollen und auch wirklich einen leuchtenden Schein in Fernesein und Trennung hineingezaubert. Jedes war ein Beweis von Liebe, Zuneigung und freundlichem Gedenken. Ein Päckchen hielt ich plötzlich sinnend und er- staunt in der Hand. Das Aufschriftblatt zeigte in einer Ecke gekreuzt die schwarz-weiß-rote Fahne und bie alte Reichskriegsflagge. Wie kommt bie Verpackung heute in ben Verkehr? — Unb plötzlich sehe ich, baß die Aufschrift überklebt, darunter noch die alte erhalten geblieben ist. Die Zeit steht plötzlich still, die Gedanken eilen rückwärts — um 25 Jabre. Dieses Päckchen hatte schon ein- mal den Weg zur Front gemacht, damals, vor einem VierteljÄrhundert. Me ne Mutter hatte es mir gefüöt, ihre treusorgenden Hände und ihr liebendes Herz hatten es damals mir — einem der fünf im Felde stehenden Söhne — zugedackt, a u ch u m b i e Weihnachtszeit. Als junger Leutnant habe ich damals bie Freube empfunden über die unermüdliche Sorge eines Mutterherzens. (£ne Fülle von (Manten unb em Strom liebevollen Erinnerns an die, die feit Jahren in der Erde ruht, durchflutete mein Inneres und ließ kraftvoll lebendig werden, was mich damals erfüllte und bewegte. Irgendwie war bas Kästchen von mir wieber zurückgeschickt worden, hatte zu Haus gelegen, war unbewußt aufbewahrt worden, ohne eine Ahnung davon, daß es noch einmal ben Weg zur Front finden sollte. Unb nun, nach 25 Jahren, geht es wieder hinaus zum Osten, wieder als Weihnachtspäckchen wie damals vor langer, langer Zeit. Die Hände, die es vor Jahren packten und verschnürten, die in einem arbeitsreichen Leben für bie Söhne schafften, liegen st ll. Aber die Liebe aus übervollem, besorgtem Mutterherzen ist lebendig geblieben, hat sich weiter vererbt, ist neu erstanden in der Enkelin und sorgt über das Grab hinaus weiter, sich fortpflanzend von Geschlecht zu Geschlecht, gebend und opfernd für bie Angehörigen, für die Soldaten, Ott den Bestand von Land und Volk. Eine alte Mutter hatte 1916 zum erstenmal das Päckchen geschickt, eine junge Enkelin, eine Nichte von mir, ließ aus dem Elternbaus zum zweitenmal Liebesgaben abgehen zur Front des neuen Weltkrieges. Diele Jahre liegen dazwischen. Der damalige junge Leutnant fleht heute als alter Kämpfer wieder vom. Mit ihm erfüllt sein Sohn b:e Pflicht im Kampf um Bestand und Größe des Vaterlandes. Zwei Generationen kämvfen heute als Offizier beim gleichen Truppenteil für Deutschland, beide erreicht der Gruß der Heimat von zwei sorgenden Frauen, einer alten toten unb doch lebenden unb einer jungen, mitten im Leben stehenden, mit der Toten verbunden durch ftaulich-mütterliche Liebe, die sich ausströmen lassen will für bie im Kriege stehenden Männer. Ein altes Feldpostpäckchen, ein Wahrzeichen für ben deutschen Geist zwischen Front und Heimat über Jahrzehnte hinweg, eine Brücke liebender Muttersorge des Weltkrieges von damals zur gleichbleibenden Liebe des jungen Frauengefchlechts von heute. Was im vorigen Weltkrieg bei ben Frontkämpfern lebendig mnr, ist geblieben; was vor Jahren die Heimat in fürforgenber Liebe bewegte, hat sich heute erneut bewiesen. Ein Feldpostpäckchen rief Erinnerungen wach an Heldentum eines zurückliegenden Kampfes, Zeugnis gebend von der Dauer dieses deutschen Geistes und der Gewißheit der Hilfsbereitschaft unb des Sieges- w'llens. Wieber soll es den Weg zurückfinden nach Aaus unb Erinnerung bleiben an zwei große Kriege. Mttgenommen und unansehnlich ift's geworden, wie bas Kleid eines alten Kriegers die Spuren der Kampfzeit trägt Lebendig bleibt aber unter her unscheinbaren, die Spuren von Zeit und Kampf tra« genben Hülle, das ins Mvchische ragende, um was uns bie Welt beneiden muß: das deutsche Herz von Front und Heimat! Kleine Weihnachtsgeschichte. Von Hilde Fürstenberg. Fünfzehn Kilometer von einer kleinen norddeutschen Bahnstation entfernt am Rande eines Dorfes in einem Haufe hinter zwei alten Lindenbäumen wurde am Tage vor Weihnachten ein Kind geboren. Es kam in einer Stube neben den Ställen zur Welt, beinahe wie weiland das Christkind, — die Kühe und Kälber brüllten dazu, und vor der Scheunentür standen zusammengedrängt im naßkalten Wind die Hühner und warteten auf das Abendfutter. Die kleine Frau, die den Knaben geboren hatte, lag still in ihrem Bett und freute sich, daß alles vorüber war und das Kind gesund in ihrem Arm lag, — und da es ja kein ganz kleines Werk ist, ein Kind zur Welt zu bringen, war sie müde und schlief bald ein. Indessen tat draußen in der Küche und im Stall die Mutter die notwendigen Dinge. Im Haufe und auf der Straße war es still, es weihnachtete bereits. Das Wetter war, wie es in diesen norddeutschen Breiten zu Weihnachten eben üblich ist, es rieselte und graupelte, und an den Bäumen und Sträuchern froren die Tropfen fest. Es war so still und einsam draußen, daß die umherstreifenden Katzen es kein bißchen eilig hatten und in aller Geruhsamkeit quer über die Landstraße tappten oder an den Zäunen entlang und darüber hinweg spazieren gingen. Am Abend hielt der Postwagen vor dem Hause und brachte die Post für das Dorf, und der Fahrer erfuhr, daß die kleine Frau, die die Postsachen austragen sollte, im Bett lag und einen neugeborenen Knaben im Arm hielt. „Da ist guter Rat teuer", sagte er, ,Oe Leute warten doch zu Weihnachten auf ihre Post." ,T>as kommt zurecht", entgegnete die Mutter. Dann, als der Wagen wieder fort war, hing sie sich selbst die Posttasche um und trug die Briese aus. Zugleich trug sie ihre Botschaft von dem Enkelsohn, den sie bekommen hatte, von Haus zu Haus. „Die Pakete holen wir morgen selber", sagten die Leute bann. Als die Frau durch den leise fallenden Nebel heimwärts ging auf ihren Holzschuhen, waren die Wege glatt gefroren, und sie mußte sich langsam vorantasten, um nicht auszugleiten. Dabei wurde sie nicht ungeduldig, wie das sonst leicht ihre Art war, — sie stand zuweilen still und lauschte in die dunkle Weihnachtsnacht, dachte an die Söhne und den Schwiegersohn im Felde und an das menschliche Glück und die irdischen Freuden, die über alle Bosheit und alle Härten hinweg ewig wiederkehren. Daheim sand sie die Tochter wach und froh. „Ich will dir helfen", sagte sie, „gib mir die Postmappe. Du kannst derweilen in der Küche fertig machen, damit auch für uns Ruhe und Weihnachten wird." Und bann lagen auf ihrer Bettdecke Zettel, Bleistifte und Stempel, sie quittierte die Wert- und Nachnahmesendungen, ordnete alles und gab es der Mutter zurück. Danach zündeten sie an einem kleinen Weih- siachtsbaum die Lichter an und gaben dem Knaben Kum erstenmal trinken. Weihnachten im Dorf. Von Karl Heinrich Waggerl. Eines Abends, kurz vor dem Fest, schiebt der kleine Klaus eine Axt unter den Rock und watet durch tiefen Schnee in das Jungholz hinauf, um einen Christbaum zu holen. Lange sucht er und klettert umher, es muß ein schöner Baum sein, versteht sich, pfeilgerade und regelmäßig im Geäst, solche gibt es nicht viele. Und dabei mutz er doch dicht genug sein, damit er etwas tragen kann, die Kerzen und Nüsse und Backwerk. Es ist richtiges Christwetter, klar und beißend kalt. Der Schnee blüht in langen Nadeln aus und klirrt unter dem Schuh, und der Tropfen friert einem an der Nase fest. Eine Weile verschnauft Klaus unter den Fichten und betrachtet das abendliche Dorf, wie es da unten liegt, so behaglich und wohlgeborgen in den weißen Betten. Er sucht das Müllerhaus und das Fenster der Mutter. Sie hat schon die Lampe angezündet, sicher sitzt ste noch mit ihrem Strickzeug auf dem Sofa, in Decken eingedreht, ach, und immerfort rollt ihr her Garnknäuel Unter die Stühle. Klaus hat lange qachgedacht, was er der Mutter unter den Baurn legen könnte. Erst Der Zwergkönig. Ein Weihnachtsmärchen von Fosef Friedrich Perkonig. Das ist ein rauher Heiliger Abend, im Himmel schütten sie den Schnee aus großen Reutern, und sie werden nicht leer. Schwer nur werden in dieser Christnacht die Geister ihren Weg finden, und die Menschen werden daheim bleiben. Ist wohl schon gerichtet die Laterne für den Gang zur Mette, aber der Pfarrer wird mit dem Mesner allein die Litanei singen, in solcher Schneenacht darf keiner unterwegs sein. Klopft aber da nicht jemand an das Tor? Oder list es nur der Sturm? Der Bauer geht doch hinaus und schiebt den Riegel zurück, da steht ein Männlein draußen in der bösen Nacht und ist über und über beschneit. Wie muß es auf dem verwehten Weg gegangen fein? Der Schnee geht ihm bis zum Hals und höher. Wer man darf in der Christnacht nicht viel fragen, wer auch zum Haus kommt, das ist dem Einöddauer nicht fremd, es ist gut, wenn man in den Rauhnackten den Mund verschlossen hat, denn da ist mancher unterwegs, der nicht erkannt und befragt sein will. So gibt der Bauer dem Männlein nur einen herzlichen Ab end grüß und heißt es eintreten. Es kommt mit zierlichen Tritten in die Haus- laube herein, und auf einmal ist fein Schnee mehr auf ihm. Es tritt nicht auf die Türschwelle, es scheint, daß es behutsam den Fuß darüber hebt; inmitten der Stube bittet es: „Gib mir ein Nachtlager, Bauer." „Du sollst bei uns gut schlafen. Aber willst du Mcht mit uns zuvor essen?" „Einen Hunger hab ich auch, ja." Und das Männlein setzt sich hinter den Tisch, es ist kleiner als das jüngste Kind, es reicht kaum mit dem Kopf zum Tifchrand. Die Kinder haben ihre Freude an dem feinen Gast. Er horcht mit ernstem Gesicht zu. und ißt mit ihnen das karge Mahl; am Helligen Abend ist Fasttag in einem frommen Bauernhaus. Die Kinder möchten ihn noch zu der Krippe führen, aber da streift er die Hand des Jüngsten von der feinen und sagt: ,.Cs ist schon zu spät, ich bin müd." Da weiß der Bauer sicher, daß er keinen irdischen Qaft beherbergt. 1 »m nächsten Mergeu ieim AMikd kamt i>st der Garnknäuel brachte ihn aus den Gedanken, daß eine Spanschachtel das beste wäre. Der Schreiner lehrte ihn die Kunst, einen dünnen Span von astfreiem Dachholz zu kleben, lieber kochendem Wasser bog er ihn rund, dann leimte er Deckel und Boden hinein, und schließlich bemalte er die Schachtel mit prächtigen Farben. Oh, Klaus hatte seine ganze Kunst daran gewendet, an blutrote Rosen und Gemsen zwischen Vergißmeinnicht, und oben auf dem Deckel hat er die Mutter selbst gemalt, weiß urjb rosig und wunderbar lebensgetreu. Der Schreiner meinte zwar, das sei nicht üblich, der Vollmond passe nicht auf eine Spanschachtel — aber er ist ja kurzsichtig, die feineren Züge erkennt er nicht mehr. Und es kommt der Heilige Abend, der einzige Tag im Jahr, den man rein vergeudet, und der erst mit dem Dunkelwerden beginnt. Auf der ganzen Welt gibt es sicher keinen Christenmenschen, der diese das Backwerk und das glitzernde Engelhaar über und über, und ganz oben der gläserne Stern, der sich in der warmen Lust langsam dreht. Nur diese Zuckerkiste sollte nicht dastehn, die verdirbt den ganzen Eindruck. Aber ist es wirklich eine Zuckerkiste? Klaus sieh hin! In blinder Hast stemmt Klaus den Deckel auf. Es ist natürlich die verkehrte Seite, zuerst findet er nur Holzwolle, aber bann kommt es ans Licht. Ein Bohrer, seht her, ein Hammer! Während Klaus noch den Hammer in der Hand hält, greift er schon nach etwas anderem. Einen Hobel, eine Zange holt er heraus, eine zerlegte Schweifsäge, ein Stemmeisen und Feilen, und alles, alles ist blitzblank und nagelneu. Klaus sitzt da, er hält ein Büschel Holzwolle in jeder Hand und ist völlig verstört und wirr. Werkzeug, versteht ihr, was bas heißt? Das Werkzeug ist die friedliche Waffe des Mannes. Mit Lhor der Engel. Von Ernst Sander. Und als der Herr geboren war, Da wichen Gewölk und wind, Und die Nacht war weit und sternenklar, Und Maria neigte das blonde Haar Über das schlummernde Rind. Schmerz war aller Mütter Schmerz, Ihr Glück war aller Glück; Doch was an Ahnungen schwoll durch ihr Herz, Was an Trauer und Jubel schwoll himmelwärts — Das kehrte verwandelt zurück: Denn jeder Gedanke ein Engel ward — Sie standen, ein leuchtender Thor; Vereinend des Höchsten, des Tiefsten Macht r So scholl ihr Gesang durch die heilige Nacht Zu den ewigen Sternen empor. Stunbe nicht feiert. Mag er auch selbst ganz arm unb einsam sein, er wirb boch an irgenbeine selige Zeit seines Lebens zurückbenken, ober er kann an einem Fenster stehn unb Kinder lachen hören, unb wenn er sich nur in einen fremben Hausflur brückt, so kommt gewiß jemanb vorbei, ber ihm freunblich zunickt unb gute Feiertage wünscht. Aus allen Fenstern fällt warmer Kerzenschein auf den Dorfplatz. Die Leute stehen in ben Stuben vor dem Christbaum beisammen. Das Jüngste hat ber Vater auf bem Arm, es hopst unb kräht unb greift nach ben Lichtern. Unb die Mutter hat keinen Augenblick Ruhe, eines zerrt an ihrer Schürze, damit sie ihm endlich in die neuen Schuhe hilft, unb inbeffen wird sie vom andern beinahe erwürgt, weil sie die Puppe noch nicht genug bewundert f)at. Anderswo kommt die Sache erst in Gang. Eine Tür öffnet sich eben, ein Rudel Kinder stolpert herein, unb dahinter steht roieberum ber Vater, es ist überall berselbe hembärmelige Mann, ber wohl- wollenb lacht unb die Zigarre zwischen den krummen Fingern dreht, unb es ist auch bie gleiche Mutter, bie irgendein Paketchen in den Händen hält und den Kopf dazu schüttelt. Denn es ist ja alles reine Verschwendung, was man ihr schenkt! Ach Gott, und wie freut sich die Mutter über die Schachtel, die Klaus ihr schenkt. Klaus aber geht stolz und schwitzend in der Stube auf und ab, er trägt Fäustlinge an den Händen unb einen Wollschal um ben Hals, unb alles ist so überaus prachtvoll unb festlich. Der Lichterbaum, bie Kerzen, unb bem Hammer, bem Winkelmaß eroberte er ben Erdkreis. Inzwischen haben wir es ja weit gebracht, zugegeben, wir bohren nicht mehr mühsam Löcher in Steine, um einen Ast durchzustecken. Aber im Grunde ist doch der gewiegteste Maschinenbauer nur ein Lehrling dessen, der ben Hammer erfand, jenes Halbgottes am Beginn der Zeit, jenes Riesen an Verstand. Und darum ist das Werkzeug heilig und ehrwürdig unb unvergänglich. Der erste gab ihm die Form. Er formte bie Axt, Schnecke unb Hefthaus unb Stiel, unb so blieb sie burch alle Geschlechter, es war nichts mehr daran zu ändern. Das Werkzeug diente bem Menschen treu, es fügte sich in seine schaffenbe Rechte unb versagte nie. Klaus ist außer sich vor Freude, unb dazu duftet cs in der Küche so herrlich von den Bratäpfeln im Rohr. Weihnachten ist ja überhaupt vor allen anderen Festen durch Gerüche ausgezeichnet. Es riecht nach Tannenreisig, nach Wachs unb Weihrauch und Vanille, und nicht nur alle Stuben, auch die Leute selbst riechen so, weil sie bis zum Hals mit guten Sachen vollgestopft sind. Von Zeit zu Zeit wird es nötig, vor das Haus zu gehen unb eine Weile Luft zu schöpfen. Da steht man unter bem sternklaren Himmel, bie Welt liegt still unb hält ben Atem an. Unb auch ein Heiliger, Ulrich mit Namen, geht um in dieser Nacht. Er kommt bei denen zu Ehren, die sich zuviel des Guten beigemessen haben, allzuviel an Mandeln unb Rosinen unb Zuckerzeug. eine Weile in seinem Räüzel unb legt bann bem jüngsten Kinde zwei Aepfel neben den Kopf, einen links unb einen rechts. Oh, wie find sie wunderbar rot und gelb, wie Früchte im Sommer unb Herbst nicht. „Bis zum Zaun hin habe ich ben Weg ausgeschaufelt", sagte der Bauer. „Das ist genug", dankt das Männlein. „Dann ist es leicht für mich." Der Bauer schaut ihm heimlich nach, es geht zum Zaungatter, nicht anders als Hausleute, dann aber steigt es auf den tiefen, weichem Schnee hinauf und bricht nicht ein. Deutlich sieht er unb läßt es sich auch später nicht ausreden, daß sich der spitzige Filzhut in eine goldige Krone verwandelt, das überhelle Schneelicht gleißt darin. Bald ist das Männlein im Nebel verschwunden. Der Bauer geht zurück in das Haus, da ist dem erwachten Kinde gerade ein Apfel aus der Hand gefallen, unb er schlägt schwer auf den Holzboden, wie im Wirtshaus eine Kugel auf ber Kegelbahn. Der Bauer hebt den Apfel auf, da ist er aus lauter Gold, und der zweite im Bettlein auch. So etwas redet sich schnell in ber' Gegend herum, und es sind da einige Leute, bie mochten auch ben Zwergkönig beherbergen unb für ein Nachtlager unb ein Abendmahl mit goldenen Aepfeln belohnt sein. Und ein Schäfer denkt sich: Ob ich jetzt Korbe flechte ober nach dem Zwergkönig ausluge, es ist das eine unb das andere ein Geschäft und wird zuletzt bezahlt sein. Er steigt auf den Schneeberg und ruft droben im verschneiten Wald das Männlein. „Kehr zu bei mir", schreit er ein über bas andere Mal. Und es bedrückt ihn nicht, wie ber stille Wald wider hallt von seinem Ruf. Der Schnee stäubt von dem Gezweig in seine Augen. Er sinkt tief ein unb wird einmal gar von einer Mächte verschüttet. Er ist damit immer noch zu wenig verwarnt, er läßt nicht ab, ben König zu rufen, da wälzen die Zwerge unter Blitz unb Donner einen Felsblock zu ihm herab. Es ist ein kleiner Berg, unb knapp vor bem Fuß bes Schäfers hält er an. Da nimmt es ihm mitten in einem Ruf wohl den Atem. „Warum soviel?" schreit er in die Höhe hinauf, „ein Apfel wär' mir genug." Der Sturm lacht ihn aus. Der Schäfer brauchte jetzt bloß den Felsblock zu umschreiten. Da tüt er Äintsc ihm M Männleil! Mt Mein lxitzMy Wz» Hut antreffen. Unb mit bem käm er gewiß ins Gerede. Aber der Schäfer ist nicht an einem Sonntag geboren, unb ein gutes Herz hat er auch nicht. So ruft er bem Zwergkönig ein arges Wort zu unb stampft durch den Schnee wieder zu Tal. Oie Weihnachtsgeschenke der Frau Rat In ben ersten Tagen des Dezember hatte Goethes Mutter, bie Frau Rat in Frankfurt a. M., stets viel zu tun. Da ging es ans Einkäufen ber Weihnachtsgeschenke, ans Packen der Pakete unb Päckchen, bie sie an ben Sohn unb bie Enkel, an Verwanbte unb Freunde unb beren Kinber schickte. Sie hatte zwar einen aroßen Kreis zu bebenken, aber immer stehen in dem Weihnachtstreiben ber Frau Rat ihr „Hätschel- hans" unb die Seinen in Weimar allen voran. Schon sehr früh erkundigt sie sich entweder bei Goethe ober bei Christiane, was sie freuen würde. So schreibt sie am 21. November 1807 an ihre Schwiegertochter: „Da die Christfeyertage heran nahen; so möchte gerne wißen mit was ich Euch meine Lieben eine kleine Freube machen könnte — Augst soll dießmal beßer bebint werden als norm Jahr — mit Schrecken und Verdruß habe vernommen, baß bas Tuch so Miserabel aus gefallen war, bem soll vorgebeugt werben. — Vor Ihnen Liebe Tochter habe ich im Sinn ein Kleck, das Sie zum Staate tragen könnten — nur ersuche Ihnen, mir Ihre Lieblings Farbe anzugeben, — wenn mann feine große Garderobe hat; so bin ich Ihnen sehr vor ein Kleid portirt, das mann Winter und Sommer tragen kann." 3ft Frau Rat nun über die Wünsche unterrichtet, dann wird mit vielem Bedacht eine ganze Weihnachtskiste gepackt, bie mit der Post ihre vieltägige Reise nach Weimar antreten soll. Da ist drin „ein gantz musterhaftes Stück Warnbörfer Tuch vor den lieben Augst zu Hembten", „eine rahre Decke", "Zeug zum Kleid meiner lieben Tochter", „beste Spitzen, so ich selbst geklöppelt" unb so weiter. Bei ber Auswahl ist „keine Mühe gespart". So macht sie sich mel Gebanken, ob bie Farben ber Stoffe auch richtig sind: „denn jeder hat so seine Farben die er mag z. B. ich kan die blaue Farbe seye sie dunckel oder hell nicht aus stehn — da ich nun über diesen Punct im dunklen war; so nahm ich im auswählen das alte Sprichwort in Obacht — was schmutzt, das putzt — daher wählte sowohl zum U.tteroä üls ML totem teilt Sorten** Ms es . Ar ewig stopfende Mutter ein großer Unsinn. V Die Jc »Japaner links legte ich die weißen Hüte, schön in die : 5Rac 21 iiwlien, : berget As b Die bri neuerbin Mgschesi ber Kai Phallen in Deihnachtskinder. l >t Landur Lazaire. sr Saucke Levollmäc an dem Nachmittag eine Ausstellung von H arbeiten besuchte, kaufte ich gleich ein paar hül Sachen für meinen Hamsterkasten, — umhä Taschentücher, bie sind immer willkommen — hölzernes Dorf mit Bäumen, Tier unb Mensch, Erzgebirglern gemacht, für Peterchen, — schweinslederne Schreibmappe, — das war der am . 17.: । >e Lei! unb Maskerade, unb die Jndianertafche kriegt der Eakt zum nächsten Weihnachtsfest mit einem unschuldigen Flitzbogen dazu! Wirtsc r Führer 1 einen । * Mren Der Re Feststellu hätte ich um ein Dutzend Paar Kin'derstrürnpfe ge, geben, die kaum so viel gekostet hätten! — AI; sie mir bann aber einmal zu Weihnachten, ich vor schon über'sechzig Jahre alt unb längst Großmuite^ aus Sübamerika von einer Reise zwei riesengroß weiße Panamahüte schickte unb einen kostbaren rop lebernen Köcher für Giftpfeile, da bachte ich, nach bem ich mich erst ausgeschüttet hatte vor Loches ich werbe aus dieser Torheit einen Nutzen machen „Du scheinst ja ein großes Portemonnaie zu ha Mutter!" Ich erwiderte lachend: „Weißt du, Lie das ist schon alles für nächste Weihnachten!" erzählte ihm von meiner neuen Einrichtung. , gefällt mir aber sehr!" sagte mein Mann, werde dich unterstützen, und zwar gleich!" Und« holte aus seiner Bibliothek zwei wunderschöne Bä chen von Goethes Gedichten, von denen er oerftfi bene Ausgaben besaß, unb einen Band Zcii nun gen von Ludwig Richter, die eines der Eni fintier zärtlich liebte unb bei jedem Besuch anseh wollte. Mrjeberz c- nötiger wn zn ler Wicht unb bei ^Pflicht Rechte, Mreichs t 20.: Ver; Sereinfat Mion in HM 1 stBotschc Ma, rororbnui W rir e*norbeü M - - - MS Gr Minis k tupituli, *PPen tre Wan! lIn do L0Qn3er B, lene»-.. i in •wer befi 9.: Iav Oie Weihnachisschublade. Von Hedwig Böhm. Kreuzer „Dorsch IN Ozei m ve britische ,Hermes M vor versen ips, der Wer in feine 9 rglanb an, eine höchst wichtige Sache ist, nicht alt wird, im Je hn gj" mit bem Zuckerwerk marschiert gewöhnlich trt WUir Eines Tages räumte ich Schubladen auf, uni t bie ha dabei wurde eine frei. Ei, dachte ich, da hinein h -15.: ich ben Giftköcher unb die Panamahüte.-Rechts Fortan war uns beiden eine immerwährende FreM^rtei unterer Weihnachtsschublade etwas Neues hinzu^gMehn zufügen. Mal wars ein Notizbuch mit Bleistifft, ein Euch ober Noten, ober auch Gegenstände .. . . Strümpfe, Wäsche, Staubtücher, praktische KüchtW,. beruh geräte, — alles kam in unsere Lade. — Wei Es gibt manches berühmte Weihnachtskind. Sei ten fjat ihm ein günstiges Schicksal geblüht. Zu te 12 bekanntesten Weihnachtskindern gehören Friediil r$rupp£ ber Zweite, ber Hohenstaufe; er würbe am Wei! toirb nachtstag bes Jahres 1194 geboren; der Kai'k < l°ts u- Alexanber II. von Rußland war ein Weihnachtsknü ebenfalls die Kaiserin Elisabeth von Oesterreich, s 1898 ermordet wurde. In der Christnacht 1824 « blickte ber Dichter unb Musiker Peter Cornelius do Licht ber Welt. Auch Goethes Freundin, die tfca von Stein, Goethes Sohn August unb auck Örßfiö Heime Wunsch meiner etwas zu noblen EnkM. Renate. ---Abend, zu Hause, sagte mein Malli, norf) „Jnsanteri unb Cavalri vor den kleinen Aukfl L- IJH auf; so kann er „bey ben langen Winterabende JtySDerbiX sich damit amufiren". Aber auch für bie Elter Wfdjes nj werben Leckereien gekauft; Goethe bekommt Kost' ■ - ~- nien ober Maronen, bie er so gern ißt, unb Cbr ' ftiane ihre „Pomeranzschalen". Zu oberft aber l«! 1 lang ein langer, langer Bries mit ben reichsten SegeU - W wünschen: „Gott! Erhalte und Seeqne dich, laße t fC bir wohl gehen und lange mögest du leben ar bei m A ein A ' zu du, hten!" iung., Wann, )!" U Höne er mb gen deutsche Infanteriedivisionen und Schnelle Truppen, von der Luftwaffe hervorragend unterstützt, den Uebergang über den Don. — Fortdauer der heftigen, aber erfolglosen Sowjetangrifse bei Kaluga- Medyn und Rschew. — Dr. Thierack, bisher Präsi- dent des Volksgerichtshofes, zum Reichsjustizminister ernannt; Staatssekretär wird Dr. Rothenberger. — 27.: Zweite Seeschlacht bei den Salomon-Inseln. Neue schwere Verluste der USA.-Flotte. September. 2.: Die Mörder des stellvertretenden Reichsprotektors hingerichtet. — 7.: Noworossijsk genommen. — des Bergarbeiters auf so^ialwirt- iebiet. — Stalin in einem schriftlich f für hnn. N ich nicht cht zu! das schöne >e agYI> llich n» ,eug 4.: Der Kubanfluß erreicht, die Industriestadt Wo- roschilowsk genommen. — Verkehr mit landwirtschaftlichen Grundstücken eingeschränkt. — 7.: Erste Seeschlacht bei den Salomonen. USA.-Landung auf Guadalcanar. — 8.: Hauptausschuß der indischen Kongreßpartei nimmt eine Entschließung an mit der Aufforderung an die Engländer: „Verlaßt Indien?" — 9.: Die Führer der Kongreßpartei mit Gandhi und Nehru verhaftet. — 12.: Die Masse der sowjetischen 62. Armee und der 1. Panzerarmee im großen Donbogen westlich Kalatsch vernichtet. — Seit Beginn der Frühjahrskämpfe 1 044 741 Gefangene eingebracht, 6271 Panzer und 10 131 Geschütze erbeutet, 6056 Flugzeuge zerstört. — Große Geleitzugschlacht im westlichen Mittelmeer. Versenkung des englischen Flugzeugträgers „Eagle". — 15.: DNB. meldet, daß Churchill seit dem 13. Augpst in Moskau ist. — 19.: Als Folge der Moskau-Reise Churchills und seiner Begegnung mit dem südafrikanischen Ministerpräsidenten Smuts in Kairo werden große Veränderungen im Kommando der britischen Nilarmee gemeldet: General Alexander Nachfolger von Auchinleck. — 20.: Landungsversuch amerikanischer, kanadischer und englischer Truppen bei Dieppe ab- was il, 'st, n, ein nbeftn ues eM iffänbe tze «' - W Mn ite uns ilicher htszeit jeden mmen. lieben g' idi machen 4.: General ipps, der englische Unhändler in Indien, kün- t seine Rückkehr nach gland an, da die Kon- 6 Partei seinen Vor- lag ablehnt. — 14.: La- neuerdings als „Re- rungschef" in Frank- ch berufen, der „die tive Leitung der Jn- und Außenpolitik nkreichs wahrnimmt". 20.: Verordnung über Vereinfachung der Or- isation in der gewerb- en Wirtschaft. — 26.: r Führer spricht im ichstag: „Im Osten der Kampfplatz, auf die Entscheidung fal- wird ... Wir haben Schicksal gemeistert, einen anderen vor Jahren zerbrochen ." Der Reichstag trifft Feststellung, daß der rer jederzeit das Recht , nötigenfalls jeden chen zur Erfüllung er Pflichten anzuhal- und bei Verletzung ner Pflichten ohne Rücksicht auf sog. wohlerwor- e Rechte aus seiner Stellung zu entfernen. 2HaL und Panzerkräften an. Im mittleren Frontabschnitt ist der Feind im Gebiet südlich Kalinin sowie im Raum südostwärts und westlich Toropez auf breiter Front zu dem erwarteten Angriff angetreten. — 26.r Brief des Führers an Marschall Petain, der von dem Befehl Mitteilung macht, wegen des Wortbruchs französischer Generale und Admirale auch Toulon sofort .zu besetzen und die französische Kriegsflotte an der Ausfahrt zu verhindern. Auf« geputschte Einheiten der französischen Wehrmacht werden demobilisiert. — 30.: Insgesamt wurden in der Zeit vom 7. bis 25. November in den Häfen und Küstengewässern Französisch-Nordafrikas 99 Handels- und Transportschiffe mit zusammen 663 000 BRT. versenkt oder beschädigt. An Kriegsschiffeinheiten wurden zwei Schlachtschiffe und drei Flugzeugträger beschädigt, fünf Kreuzer fixierten Zwiegespräch mit einem Vertreter von Associated Preß auf die Frage nach der Wirksamkeit der englisch-amerikanischen Hilfe: „Im Vergleich zur Hilfe, die die Sowjets den Alliierten leisten, ist die Hilfe der Alliierten für die Sowjetunion wenig wirksam." — 8.: Ausbau der Wehrmachtfürsorge und Leistungssteigerung in der Reichsver- jorgung für Weltkrieasopfer. — 9.: Vor Kapstadt 12 Handelsschiffe versenkt. — 12.: USA.-Jnforma- tionsamt erklärt, daß für Geleitzüge nach der Sowjetunion mit einem Verlust von 50 v. H. gerechnet werden muß. — 23.: Heftige Luftkämpfe in Aegypten. — 25.: Englischer Angriff in breiter Front in Aegypten. — 29.: Wohnungsbau vom Reichsarbeitsministerium an Dr. Ley übertragen. — 31.: Jnfanterieregimenter in Grenadier-, Füsilier- oder Schützenregimenter umbenannt November. 1.: U-Boot-Erfolge in den Randgewässern des Indischen Ozeans. — 2.: Mit Einnahme Alagirs im Zentralkaukasus die ossetische Heerstraße gesperrt.— 3.: Die Wahlen in USA. bringen erhebliche Verluste der regierungsparteilichen „Demokraten". — 5.: Nach erbittertem Widerstand gehen die Achsentruppen in Aegypten nach Westen zurück. — 8.: „Wir schlafen nicht und auch nicht unsere Konstrukteure! ... Ich sehe gerade heute mit einer so großen Zuversicht in die Zukunft" Der Führer spricht auf der Münchner Feier zur (Erinnerung des Marsches zur Feldherrnhalle. — Amerikanisch-britische Flotteneinheiten und Truppentransporte in den Gewässern nördlich Algiers seit dem 6. November Tag und Nacht von Achsenkampffliegern bei Landungen in Nordafrika angegriffen. — Die französisch-amerikanischen Beziehungen werden abgebrochen. — 11.: Deutsche Truppen haben zum Schutz des 'französischen Territoriums gegenüber bevorstehenden amerikanisch-britischen Landungsunter« k Sowjetunion in den besetzten Gebieten zum -^Wndervermögen des Reiches ^lart. - Bcdlichen Eismeer weitere 14 Geleltschlffe versenk . P 30.: Große ÄeffelfÄIaty oftfafr । Ä M Vernichtung dreier sowjetischer Armeen.240 UUJ Mangene, 1249 Panzer, 2026 ^lch"tze erbeutet Obergruppenführer Generaloberst der PoUze Mluege wi^ mit der Stellvertretung des Reichs IWtors beauftragt, da auf den bst)’ 9 . ^tretenden Reichsprotektor Heydnch am 27. Mac Februar. 8.: Reichsminister für Bewaffnung und Munition r. Todt tödlich verunglückt Sein Nachfolger in llen Aemtern wird Professor Speer. — 12 • Die ,,lachtschiffe „Scharnhorst", „Gneisenau" und Kreu- r „Prinz Eugen" passieren den 700 km langen lermelkanal. — 15.: Britische Besatzung von Sin- ;cpur kapituliert. — 20. und 23.: Umbildung des Kabinetts Churchill. Sir Stafford Cripps tritt als Sorechmmlster in die Regierung ein. — 25.: Alten- mtsoersuch auf den deut- Botschafter v. Papen Ankara. — 27.: Neue arordnung in den Oft» ieten. März. 2.: Die Japaner landen schweren Seegefech- in Java. — 6.: Die r besetzen Batavia, t 9.: Java kapituliert, sie Japaner besetzen Ran- n, die Hauptstadt Burgs. — 15.: Der Führer richt am Heldengedenk- g. — 17.: Einschränkun- n der Bautätigkeit. — .: Mac Arthur, USA.- mmandant auf den ilippinen, flieht nach stralien, wo er den erbefehl übernimmt. — .: Vergeblicher eugli- r Landungsversuch bei . Nazaire. — 28.: Gauker Sauckel zum Gene- evollmächtigten für n Arbeitseinsatz er= nnt. — 31.: Sumatra llig in japanischer Hand. Aprit tl.: Die britischen schwe- Kreuzer „Cornwall" d „Dorsetshire" im Juchen Ozean von den panern versenkt. — 9.: r britische Flugzeugträ- Hermes" sowie zwei euzer von den Japa- * CHRONIK DES KRIEGSJAHRES (942 ■ Gebiet scheiterten , w Feindes. — Der italienische Wehrmachtbericht meldet einen heftigen britischen Luftangriff auf die Stadt Turin. —12.: Der Führer empfing in feinem Haupt- guartier-ben Leiter der nationalsozialistischen Bewegung (NSB.) in den Niederlanden, Mussert. — Der Wehrmachtbericht meldet die Einschließung einer feindlichen Stoßtruppe im mittleren Frontabschnitt. — Roosevelt hat als seinen persönlichen Vertreter den früheren Botschafter William Philips nach Indien entsandt. — 13.: Der Führer überreichte dem Kommandeur der spanischen Blauen Division Generalleutnant Munos Grande das Eichenlaub zum Ritterkreuz. — Neuer sowjetischer Großangriff südlich Rschew bricht unter schwersten Verlusten zusammen. — In Tunesien ein zäh verteidigter Brückenkopf südlich des Medjerda-Abschnittes gestürmt. -- 13.: Der französische Staatschef Marschall Pötain antwortete dem Führer auf dessen Schreiben vom 26. November. — 16.: Die schweizerische Bundesversammlung wählte den Bundesrat Celio (Tessin) zum Bundespräsidenten. — 17.: Die nordöstlich Toropez eingeschlossenen feindlichen Kräfte wurden vernichtet. — In der Cyrenaika setzte sich die deutsch-italienische Panzerarmee planmäßig nach Westen ab. — Die japanische Luftwaffe zerschlug in Angriffen auf süd« ostchinesische Flughäfen US-amerikanische Offensivvorbereitungen. — 18.: Der Führer empfing den italienischen Äußenminister Graf Ciano und den Chef des italienischen Generalstabes Marschall Cavallero. — 19.: Der Führer empfing den französischen Regierungschef Pierre Lavall. — Bei dem Besuch des spanischen Außenministers in Lissabon wurde die Bildung eines iberischen Blocks zwischen Spanien und Portugal bekanntgegeben. — Umbildung des faschistischen Barteidirektoriums. — Roosevelt ernennt Robert Murphy zu seinem Vertreter in Nordafrika. — 21.: (Erbitterte Abwehrschlacht am mitt« s-ren Don. — An der Ostfront in 3ebn Taaen 1518 Sowietpanzer erbeutet. — Japanischer Lustangriff auf Kalkutta. — 22.: lieber die Wolga in Stalingrad angreifende Sowjets in Nahkämpfen abgewiesen. i*if V S« 8 1.: Luftangriffe auf Canterbury zur Vergeltung des Terrorangriffs auf Köln. — Japanische U-Boote bringen in den australischen Haupthafen Sydney ein. — 2.: Beschränkung des Güterverkehrs; Zen- tralverkehrsleitftelle in Berlin gegründet. — 5.: Japanische U-Boote beschädigen vor Diego Suarez auf Madagaskar ein Schlachtschiff der ,Hueen-Eliza- beth"-Klasse und einen Kreuzer der „Arethusa"« Klasse. — 12.: Bir Hacheim, englische Sperrstellung in Libyen erobert. — Englisch-sowjetisches Bündnis anläßlich Molotow-Besuches in London geschlossen: Gegenseitige Unterstützungszusage, „vorläufig" 20- jährige Dauer über Kriegsende hinaus. Amtliche Mitteilung sägt, es seien bei dieser Gelegenheit Be- sprechungen „über die Notwendigkeit der Schaffung einer zweiten Front in Europa" geführt worden. — 21.: Starke englische Besatzung von Tobruk kapituliert: 33 000 Gefangene, große Beute. — 27.: Gene- Eisenhower, USA-Oberbefehlshaber in Nordafrika, beglückwünscht Darlan zur Rolle eines französischen Staatschefs in Nordafrika; England und die Sowjetunion halten an de Gaulle fest. 6.: In Tunesien säubern die Achsentruppen das Kampfgelände von le« bourba; auch südwestlich von Bizerta Feindtruppen zurückgeworfen. — Nach einem Jahr gesteht Roosevelt erstmalig dir USA.-Berluste bei Pearl Harbour: Fünf Schlachtschiffe, drei Zerstörer, ein großes Schwimmdock vernichtet; drei Schlachtschiffe, drei Kreuzer und zwei Hilfsfchiffe beschädigt; 150 Flugzeuge verloren. — 7.: Japaner veröffentlichen anläßlich des ersten Jahrestags des amerikanisch- japanischen Kriegsausbruchs stolzen Ueberblick. — 8.: Im Abschnitt Kalinin (Twer) — Ilmensee treten deutsche Truppen mit Panzern zum Gegenangriff an, durchbrechen die feindlichen Stellungen in einer liefe von 15 km und stehen auf den Versorgungswegen des Feindes. — 10.: Deutsche U-Boote versenkten im Nord- und Mittelatlantik 15 Schiffe mit 108000 BRT. — y Feindliche Durchbruchs« versuche im Ostkaukasus raloberft Rommel zum Generalfeldmarschall ernannt. — 30.: Marsa Matruk gestürmt. — Protest gegen Deutschenmißhandlungen in Brasilien. Juli. 5.: Nach Durchbruch durch sowjetische Stellungen zwischen Charkow uno Kurst erreichen die Spitzen der deuffchen und verbündeten Truppen den Don. — Erfolgreiche Angriffe auf Geleitzug bei Spitzbergen. — 7.: Der Don überschritten, Woronesch genommen. — 8.: Große Südschwenkung im Dongebiet. — Von 38 Schiffen eines englisch-amerikanischen Geleitzugs im Eismeer 35 versenkt. — 13.: Jede Menae ungenutzten Eisens ist zur Mobilisierung aller Reserven zu verschrotten. — 24.: Rostow genommen. — 31.: Der Unterlauf des Don in Breite von 250 km über« [ l I Uy Ult» m indgehalten hat. — Die amerikanische Besatzung CLu,i. £ ir Jnselfestung Corregidor in der Bucht von Ma- f bi* । iIq kapituliert. — 8.: Deutsche und rumänische rte M nippen treten zum Angriff auf die Halbinsel Irsatht.» ettsch an. — 9.: Seeschlacht in der Korallenste. - 4.: Wavell zum Oberkommandierenden aller alli- werten' Streitkräfte im Südwestpazifik und USA- Kbmtral Hart zum „interalliierten" Flottenchef er- ,annVwßS^Äer9eb^S Wollsachen,EM- ü ^9- 67 232 686 Stuck. -- 19.: Japanische Truppen , ’M M'ch-n ine SMp.tze der Malaien-tzalbinsel - Deutsche U-Soote treten erstmalig in nord- imenkanischen und kanadischen Gewässern auf- 18 Handelsschiffe mit 125 000 BRT. versenkt. unbesetzten Frankreich überschritten. — Der französische General Giraud ist nach Französisck-Nord- afrika gelangt, wo sich auch Admiral Darlan auf amerikanische Seite schlägt. — 25.: Südwestlich Stalingrad, im großen Donbogen und zwischen Wolga und Don greift der Feind mit starken Infanterie« 25.: Japanische Krieasschiffe haben mit den im Atlantik operierenden Verbänden der Achse Fühlung genommen. — 30.: Der Führer spricht zur Eröffnung des 4. Kriegs-WHW. im Berliner Sportpalast. Oktober. 4.: Reichsmarschall Göring verkündet am (Ernte» banftage eine Erhöhung der Rationen, eine allge- Luftstreitkräfte haben im Monat November insgesamt 166 Schiffe mit 1035 200 BRT. versenkt, womit die bisheriaen Höchsterfolge des Monats September 1942 noch um 23 500 BRT. übertroffen wurden. — Dom 20. bis 30. November wurden im Osten 1172 feindliche Panzer vernich- längeren Urlaub an; Slaa?sstkretar Backe mtt itV I Führung der Geschäfte des Relchsmlnisteriums cn t Ernährung und Landwirtschaft und des Reichs yd), * Aernführers beauftragt. — 28 : Staatsver g । Är cnm;4.tn;nn in hpii belebten Gebieten zpm mmenarbeit zwischen dem allgemeinen Dchm- efen und dem Langemarck-Studium. —- 14.: Soro- mniu- v» tangriff an der Charkowfront. Timoschenko will - m » Parade seiner Panzer auf dem Roten Platz ,in hiinc iartom abnehmen. — 15.: Eingriffe gegen Geleit- hrüö j ige im (Eismeer. — 18.: Deutscher Gegenangriff »Raum von Charkow. - Meerenge von Ker sch jhnliij ganzer Breite erreicht. — 20.: Ritterkreuz zum >ine^2 iegsverdienstkreuz erstmalig verliehen. j51- J t,ch°- U-B°°t bringt in den St..L°r-nz-SK°m — 23.: Konzentrischer deutscher Gegenangrifi Charkow. — Reichsernäh rungsmmjfter^ ^Darre auf, die A JANUAR FEBRUAR MÄRZ APRIL MAI JUNI 1 F 1 Neujahr 1 M 1 M 1 D 1 1 S | Nat. Pele-Tag 1 D 2 S ! 2 D 2 D 2 F 2 S 2 M 3 S 3 M 3 M 3 S | 3 M 3 D Himmelfahrt 4 M 4- D 4- D 4 S 4 D 4 F 5 D “ 5 F 5 F 5 M 5 M 5 S 6 M 6 S 6 S 6 D " 6 D 6 S 7 D 7 S 7 S 7 M " 7 F 7 M 8 F 8 M 8 M 8 D 8 S 8 D 9 S 9 D 9 D 9 F 9 S 9 M 10 s IO M IO M IO S - IO M IO D ' 11 M 11 D 11 D " 11 S 11 D 11 F 12 D “ 12 F 12 F ‘ 12 M 12 M 12 S 13 M 13 S 13 S 13 D 13 D 13 S 1. Pfingsttag 14 D 14- S 14 S Heldenoedenktag 14 M 14 F " 14 M. 2. Pfingsttag 15 F 15 M 15 M 15 D 15 S 15 D 13 S 16 D 16 D 16 F " 16 S 16 M 17 S 17 M 17 M 17 S 17 M 17 D 18 M 18 D 18 D 18 S 18D ' 18 F 19 D 19 F 19 F 19 M 19 M 19 S 20 M 20 S 20 S 20 D 20 D 20 S ________ 21 D 21 S 21 S 21 M 21 F 21 M 22 F 22 M 22M ' 22 D 22 S 22 D 23 S 23 D 23 D 23 F Karfreitag 23 S 23 M 24- S 24- M 24 M 24 S 24 M 24 D 25 M 25 D 25 D 25 S 1. Ostertag 25 D 25 F 26 D 2C F 26 F 26 M 2. Ostertag 26 M 26 S 27 M 27 S 27 S 27 D 27 D 27 S 28 D 28 S I 28 S 28 M 28 F 28 M 29 F 29 M 29 D 29 S 29 D 30 S 30 D 30 F 30 S 30 M 31 S | 31 M 31 M JULI AUGUST SEPTEMBER OKTOBER NOVEMBER DEZEMBER 1 D | 1 s 1 M 1 F 1 M 1 M 2 F 2 M 2 D 2 S 2 D 2 D 3 S | 3 D 3 F 3 S Erntedanktag 3 M y r 4- S 4 M 4S ' ‘ ' 4 M 4 D 4 S • 5 M 5 D__________ 5 S 5 0" 5 F 5 S 6 D 6 F__________ 6 M 6 M 6 S 6 M । 7 M 7 S__________ 7 D 7 0 7 S 7 O 8 D 8 S 8 M 8 F - ■ 8 M 8 M 9 F 9 M 9 D 9 S 9 D Gedenktag für die 9 D IO S IO D IO F ‘ IO S IO M [Gef. d. Beweg. IO F 11 s 11 M 11 S « 1 1 M " 11 D 11 S 12 M 12 D ___ 12 S 12 D 12 F " 12 S 13 D 13 F 13 M ~ 13 M 13 S ' 13 M 14- M 14- S__ 14 D 14 D 14 S 14 D 15 D 15 S 15 M 15 F 15 M 15 M 16 F 16 M 16 D 16 S 16 D 16 D 17 S 17 D 17 F 17 .S-l 17 M 17 F 18 S _ 18 M 18 S 18 M 18 D 18 S 19 M 19 D___________ 19 S 19 D 19 F 19 S 20 D 20 F 20 M " 20 M 20 S 20 M ) 21 M 21 S 21 D 21 D 21 S Totensonntag 21 D 22 D 22 S 22 M 22 F 22 M 22 M 23 F 23 M 23 D 23 S 23 D 23 D 24- S 24- D 24 F 24 S 24M ' 24 F 25 S 25 M 25 S 25 M 25 D 25 S 1. Weihnachtstag 26 M 26 D 26 S | 26 D 26 F 26 S | 2. Weihnachtstag 27 D 27 F 27 M " 27 M 27 S 27 M 28 M 28 S _____ 28 D 28 D 28 S I 28 D 29 D 29 S 29 M 29 F 29 M 29 M 30 F 30 M 30 D 30 S 30 D 30 D ' 31 S 31 D ----------—*-~ 31 S | 31 F Gegenwart hinausgehen. B. Weihnachten im Banne der Pflicht Wir h; El Gieße ttreVerlc insbesondere der für einige Tage von der Pflicht wirklich freigestellten Männer und Frauen gewiß riffen tut ■♦strafte c e des k Gießen Sdilflenberf Wei EU Her °rn Weil in einem B&d-Naui De S Wir gebei wer Tod Leutnan bekannt Wilhelm und Fra . Ms sie in der Frühe des andern Morgens über die Südkerrasie gehen, liegen vor ihnen die Wald- berge und das Tal im Glanz der Morgensonne. Und hier, wo Bergenroth seine ersten Zuchtver» suche mit der Oeldistel machte, gibt ihm Helene dar Schreiben der amtlichen Stelle, das besagt, daß diese neue Oelpflanze nun anerkannt und zum Anbau zu» gelassen wird. Prüfungen der Pflanze und ihre Aus- wertung werden fortgesetzt. „Das ist gut, Helene", freut sich Bergenroth. „Sa wird unsere Arbeit durch den Krieg nicht unter» brochen." Alle, die die Weihnachtstage im Banne der Pflicht verbringen müssen, werden dies gern auf sich nehmen in dem Bewußtsein, damit den Brüdern an der Front und ihren Angehörigen in der Heimati wertvolle Dienste zu leisten, zugleich auch mitzu- arbeiten für den Sieg unseres Volkes und dergestalt beizutragen zur Sicherung einer großen deutschen Zukunft. In diesem Bewußtsein werden die Weih, nachtstage im Banne der Pflicht auch frohe Weih, nachten sein für den, desien Gedanken über die Die Fahrt ist nicht weit, aber umständlich. Helene muß zweimal umsteigen. Die Züge sind überfüllt. Aber das alles stört sie nicht. Sie steht im Gang, weil sie keine Ruhe hat, im Abteil zu sitzen. Sie sieht hinaus in die vorbeifliegende Landschaft. Der Mittagszug der Nebenbahn ist nicht so besetzt, und auf dem Bahnhof der kleinen Stadt ver» lassen nur ein paar Leute den Zug. Aber Frau Kühn, die alte Gepäckträgerin, ist doch da und erkennt Helene gleich wieder. Sie weiß kaum, daß Helene damals auf der Burg geheiratet hat, oder sie hat das schon wieder vergessen. Sie grüßt und fragt, ob die Koffer des Fräuleins auch mitge- tommen sind. halten. Darüber hinaus werden Geschenkteller und andere kleine Ueberraschungen nicht fehlen. Da der Soldat zu jeder Zeit Freund eines guten Happens ist, wird ihm bei seinem Weihnachtsbesuch im hiesigen Wehrmachtheim auch ein besonders gutes Weihnachtsessen vorgesetzt werden, das er sicherlich mit Stumpf und Stiel vertilgen wird. So wenig es für die Soldaten zu Weihnachten ein Entfernen von der Dienstpflicht gibt, ebensowenig werden die Helferinnen vom Deutschen Roten Kreuz im Wehrmachtheim an diesen Tagen ein Ausruhen kennen. Mit ihnen werden alle übrigen Männer und Frauen des Deutschen Roten Kreuzes, aber auch die Frauen vom Bahnhofsdienst der NSD., die sich um unsere Soldaten bemühen, vor allem aber als Helfer und"Berater von Frauen, Kindern, alten Leuten und anderen Hilfesuchenden auf dem Bahnhof tätig sind, an diesen Tagen ebenfalls alle Kräfte daransetz'en, in selbstlosem Dienst. Und in den Lazaretten wird für unsere verwundeten und kranken Soldaten der Einsatz des Deutschen Roten Kreuzes ebenso ununterbrochen am Werke sein wie an jedem Alltag. Die NS.-Volkswohlfcchrt als Beauftragte der Partei wird hier auch,zu Weihnachten ein besonders bedeutsames Stück ihres Dienstes erfüllen und damit erneut unseren Verwundeten bekunden, daß die Heimat mit aller Liebe und Opferbereitschaft zu ihnen wie zu unserer ganzen Wehrmacht steht. So wird keiner unserer Soldaten, auch wenn er weit von seinem Daheim entfernt ist, an Weihnachten allein stehen. pr abge # Arbeite j diese Er M lai riebe dee Herei. •/in die Ot Sießen ^8121 , Weih .beachten idvirtscha ckäste, 1 ,und im M zur' Sarfsanm äl)ft wer! :j an da; rippe der eben. 3eb ü klar se Verlegung Maden :i5 Wirkst ndig, wob jjltn- ftnl» „Danke! Ausgezeichnet!" erwidert die tiefe Stimme der Freundin. „Wir haben sehr viel zu tun. Gestern trafen neue Soldaten bei uns ein ... aber einen Augenblick, Helene ..." Und dann ist da eine andere Stimme. Richard Bergenroth wünscht Helene einen guten Morgen. Ein leiser, tiefer Atemzug ... „Richard ... du!" Bergenroth sagt, daß er zu den Soldaten gehört, die Gertraude auf die Burg bekommen hat. „Das ist nun auch eine Ueberraschung für dich, Helene!" „Eine große Ueberraschung, Richard! Aber sage vor allem ... wie geht es dir?" „Danke. Leidlich gut jetzt." „Kannst du nicht auf den Ublenhof kommen, dich hier bei uns gesund pflegen lassen?" „Das hoffe ich sehr, Helene. Jetzt aber habe ich eine Bitte: Komm zu mir! Komm auf die Burg, Helene!" Er hört ein Lachen ... ein leiises, frohes Lachen ...Er kann nicht sehen, daß Helene dabei hastig über ihr Gesicht fährt, weil in ihren Augen vor lauter Glück das helle Wasser steht. Sie erwidert: „Ich komme, Richard. Ich muß hier nur noch alles einteilen für heute und morgen. Käte ist ja hier und die beiden jungen Leute von Marswin ... ja, ich kann schon abkommen ..." „Ich habe mich bereits nach den Anschlüssen erkundigt, Helene: wenn du gleich einmal notieren willst ..." Und dann muß alles schnell gehen. Das Mädchen kommt und fragt, was eingepackt werden soll. Helene wehrt ab. sie nimmt nur den kleinen Handkoffer, und der ist schnell fertig. Die beiden jungen Männer sind wieder da, unb da ist auch der Brief, der vorhin kam. „Wunderbar, Frau Bergenroth! Unseren Glückwunsch! Das haben Sie ja nun geschafft!" Helene nickt ihnen zu: „Geben Sie nur den Brief her. Daß ich ihn nicht vergesse. Da bringe ich doch meinem Mann eine gute Nachricht!" Hinnen, > zjchnskbeh & über /Mrs Gießen Br°nberger Weil Sein Blick geht über das Land. Ueberall, oben am Hang, drüben auf den Wiesen und Aeckern ar» beiten fleißige Frauen. Die Männer zogen ins Feld. Stillschweigend und unermüdlich setzte dis Arbeit der Frauen ein, aller Frauen. Er zieht Helene an sich. „Meine liebe Frau! Ich bin sehr glücklich. Wir wisien, daß wir jetzt für immer verbunden sind." „Ja, Richard ..." Ihr Gesicht Ät_ihm_ zugewaM. leuchtend voL Gluck. < JA 0 I AM Ä I fV11 I Üb?r Wlteil * uno 3 ihre Verlo He j Weir u Aber auch noch andere Dolksgenosien stehen an Weihnachten im Banne der Pflicht. Dor allem denken wir hier an die Männer und Frauen der Reichsbahn, insbesondere an das Fahrpersonal. Ohne Feiertagsruhe müssen die Züge rollen. Nicht wie früher in Friedensjahren gilt es jetzt mit Vorrang den zivilen Reisebetrieb abzuwickeln, sondern heute kommt es in erster Linie darauf an, unserer kämpfenden Front immer neue Kräfte zuzuführen und die in ihrem Dienste arbeitenden Produktionsstätten in der Heimat durch ununterbrochene Zufuhr von Rohmaterial zu speisen. Daneben ist es eine der wichtigsten Aufgaben, bei der es keine Feiertagsruhe geben darf, die Transporte für unsere Er- nährungs- und Dersorgungswirtschaft laufend im Gange zu halten. Diese Aufgabe erfordert wiederum von unseren Eisenbahnern höchste Anstrengungen, bei denen für Feiertagswünsche naturgemäß kein Raum sein kann. So sehen wir in diesem Teilausschnitt unseres Volkslebens die Männer und Frauen Kriegsweihnachten schließt den bewußten Verzicht auf alle Annehmlichkeiten, die mit der Feier des Weihnachtsfestes verbunden sind, von selbst ein. Nach diesem ungeschriebenen Gesetz haben schon die Aelteren unter uns im ersten Weltkriege die Weihnachtsfeiertage verlebt, und die gleichen Grundsätze sind auch in dem jetzigen Ringen unseres Volkes um seine Freiheit und Zukunft in Geltung. Je länger der Krieg dauert und je härter er wird, desto mehr tritt der Gedanke der Pflichterfüllung auch in den Tagen des Weihnachtsfestes in den Vordergrund. Dee große Irrtum. Roman von Meta vrir. (Schluß.) Die Fahrt geht bis nach Frankfurt. Es heißt, dort sollen nur die schweren Fälle bleiben. Es beginnt die Verteilung der Kranken und die ärztliche Untersuchung. Und dabei hört Bergenroth ein Gespräch des Arztes mit der Schwester, hört Anordnungen, die für die Weiterschickung eines Teiles der Leichtverwundeten gegeben werden. Er hört dabei den Namen der Jlmburg. Da Bergenroth nicht weiß, daß Frau Schrott ihre Burg als Lazarett zur Verfügung gestellt hat, denkt er, er wird sich verhört haben. Aber er fragt doch die Schwester. Es stimmt. Einige Soldaten kommen auf die Jlmburg. Kennen Sie diese Burg?" fragt die Schwester. Bergenroth erwidert, daß er einige Jahre dort gewohnt hat. Wenn die Sache so liegt, wenn der Soldat Bergenroth die Burg so gut kennt ... sozusagen dort zu Hause ist, muß er natürlich dorthin kommen. Das ist doch Har. „Lassen Sie mich nur machen!" „Vielen Dank, Schwester! Es würde mir wirklich sehr angenehm sein!" Auf der Burg haben sie vor zwei Jahren ihren Pakt geschlossen ... haben sie diesen großen Irrtum begangen ... Und dort auf der Burg soll es sich erweisen, ob die beiden Vertragspartner sich jetzt über eine Neuordnung ihres Lebens einig werden können. Nach dem Frühstück steht Helene auf dem Hof und bespricht mit ihren beiden jungen Helfern die heutige Arbeit in den Zuchtqärten. Da trifft die Post ein. Und als Helene die Briefe durchsieht, flüchtig vorerst, scheint ein Brief sie besonders zu interessieren. „Einen Augenblick", sagt sie zu den jungen Männern und liest das Schreiben. Ein Ausdruck der Befriedigung, der Freude geht über ihr Gesicht. Sie sagt: „Das hätten wir also erreicht!", gibt den Brief an ihre Mitarbeiter und will noch etwas dazu sagen, da läutet im Kontor der Fernsprecher. Käte ist nicht da, und so geht Helene hinein und Nimmt das Gespräch ab. Es geht sie sehr persönlich an. Das Gespräch kommt von der Jlmburg. Gertraude ist am Apvarat. Helene ist erstaunt. Ein Anruf in aller Frühe. ... QUtV*”* ®Crtraube eei 65 ^ht dir doch hoffentlich vom Flügelrad auch an den Weihnachtslagen ih rastloser Tätigkeit. Die Arbeit steht aber auch in den übrigen Zweigen der öffentlichen Verkehrsbetriebe und der Versor« gungsunternehmen, z. B. bei der Post und Straßenbahn, in Elektrizitäts- und Gaswerken, trotz der Feiertage im Vordergründe. In Bereitschaft smb^ ferner die Männer unserer Polizei, des Feuerwehr-' dienstes, der Sanitätswache, der Fahrbereitschaften. ^Verlol Hselo D] Arm; hiE M 1 Ät eine i Kl für j Strafte ♦ Vorbild und Beispiel sind hier wiederum unsere Soldaten. Wer selbst als Kämpfer an der Front gestanden hat, der weiß, daß auch an Weihnachten der Krieg seinen Fortgang nahm, ja häufig an diesen Tagen die Kampftätigkeit besonders rege war, weil der Feind glaubte, der deutsche Soldat werde an diesen Tagen den Regungen seines Gemüts mehr Raum gewähren als sonst. Aber auch der Soldat irgendwo im Hinterland oder in der Heimat kennt an diesen Tagen nur das Gebot des Dienstes. Darum schiebt er seine Wachen, darum arbeitet er unermüdlich im Nachschub, darum ist er auf Dienstfahrten oder auf dem Transport der geschlossenen Einheit unterwegs. Kurzum, des Dienstes ewig gleichgestellte Uhr ist für ibn auch an den Feiertagen die Richtschnur seines Tuns. Wo es möglich ist, ihm dennoch Weihnachtsfreude zu bereiten, geschieht es selbstverständlich von der Truppe oder von einer der vielen Organisationen, die es als ihre Aufgabe ansehen, alle ihre Kräfte unseren Soldaten zu widmen. -ist unsere Treue und Liebe, unsere Sorge und unser Dank. Das schönste Geschenk für die kämpfende Front aber wird sein: eine feste Haltung der Heimat, gleich entfernt von oberflächlicher Unbekümmertheit wie von kleinmütiger Verzagtheit. Es ist uns nirgends verbrieft, daß das Schicksal nicht noch die eine oder andere Bewährung von uns verlangt, und da gilt es, die Macht der deutschen Seele, die sich an Weihnachten ihr schönstes Licht angezündet, den feindlichen Gewalten entgegenzustellen! Starke Herzen voll tiefen Gefühls und männlichen Muts, — das ist die Front der Weihnacht! tfür Tapferkeit vor öem Keinöe. Der Unteroffizier Hans Lehnhausen, Gießen, In Löbers Hof 3, wurde für Tapferkeit vor dem Feinde im Osten mit dem Eisernen Kreuz I. Klasse ausgezeichnet. Keine Sprechstunde des Kreisleiters. Die Sprechstunde des Kreisleiters am Donnerstag, 24.12. 42, fällt aus. ** Von der Ludwigs-Universität. Der o. Professor für Nationalökonomie und Direktor des Instituts für Wirtschaftswissenschaften an der Universität Gießen Dr. Wilhelm A n d r e a e wurde in den Ruhestand versetzt. Am 18. April 1888 in Magdeburg geboren, promovierte er 1921 in Breslau und habilitierte sich im Sommer 1925 in Wien für Auch in unserer Stadt steht in diesen Tagen der vierten Kriegsweihnachten und insbesondere am heutigen Weihnachtsabend und am ersten Feiertag das Deutsche Rote Kreuz mit Unterstützung durch die NSV. und die NS.-Frauenschaft — Deutsches Frauenwerk in vorderster Linie bereit, den unterwegs befindlichen Soldaten im Gießener Wehrmachtheim den Aufenthalt so weihnachtlich wie möglich zu,gestalten. Ein großer Weihnachtsbaum wird die Feldgrauen, die auf der Durchreise hier Aufenthalt nehmen müssen und das Wehrmachtheim aufsuchen, schon beim Betreten- der Heimräume mit seinem Glanz und feinem Schmuck erfreuen und sie mit weihnachtlicher Stimmung erfüllen. Dank der tatfrohen Mitarbeit der NS.-Frauenschaft — Deutsches Frauenwerk ist es möglich gewesen, für diese Weihnachtsgäste des Wehrmachtheims eine große Anzahl Geschenktüten mit allerlei gutem Gebäck bereitzu- Soziologie. 1926 wurde er als a. o. Professor für politische Oekonomie an die Universität Graz berufen, wo er 1930 zum Ordinarius ernannt wurde. Am 1. November 1933 kam er als ordentlicher Professor für Nationalökonomie nach Gießen. Er ist Mitherausgeber der „Deutschen Beiträge zur Wirtschafts- und Gesellschaftslehre", veröffentlichte „Pla- tos Philosophie in seinen Briefen" und „Platos Staatsschriften", Griechisch und Deutsch neu übersetzt, eingeleitet und erläutert. ** Eine 7 5 j ä h r i g e. Frau Elisabeth Hill Wwe., geb. Steih, Steinstraße 85, begeht am 27. Dezember bei guter Gesundheit ihren 75. Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch! ** Einführung in d i e Physik mit Experimenten. Der Krieg, in dem wir uns befinden, ist ein Krieg der Technik. Als Folge zeitigt er in allen Schichten der Bevölkerung eine stets wachsende Aufgeschlossenheit für die technischen Wissenschaften. Die Volksbildungsstätte Gießen der NSG. „Kraft durch Freude" kommt vielfachen Wünschen und Anregungen entgegen. Durch die Veranstaltung einer Vortragsreihe „Einführung in die Physik mit Experimenten", die von dem Assistenten des Physikalischen Instituts Dr. Rüfer geleitet wird. Die Vortragsreihe bietet an Hand von Experimenten eine Einführung in alle Gebiete der Physik. Wir verweisen auf die heutige Anzeige. ** Die Polizeistunde in der Silvesternacht ist in diesem Jahre auf 1 Uhr festgesetzt worden. mir Einschränkungen im Fel-postversand wieder aufgehoben. Dom 26. Dezember an werden die Einschränkungen im Feldpostversand wieder aufgehoben. Feül- postbriese sind sodann allgemein wieder bis 100 g ohne Zulassungsmarke gebührenfrei zugelassen. Auch Feldpostpäckchen dürfen wieder versandt werden; es sind jedoch für Feldpostpäckchen, die in der Anschrift keinen Bestimmungsort, sondern lediglich eine Feldpostnummer führen, Zulassungsmarken erforderlich, und zwar für Feldpostpäckchen von 100 bis 250 g eine Zulasfungsmarke (Versand gebührenfrei), für Feldpostpäckchen über 250 g bis 1000 g eine Zulassungsmarke (Gebühr 20 Rpf.) und für Feldpost- Päckchen über 1000 g bis 2000 g zwei Zulassungsmarken (Gebühr 40 Rpf.). Feldpostpäckchen im Gewicht von mehr als 2000 g sind nicht zugelassen und werden auch nicht angenommen, wenn mehr als zwei Zulassungsmarken auf den Päckchen verklebt worden sind. Die Semesterdauer 1943/44. .. An den wissenschaftlichen Hochschulen (Univerfl» täten, Hochschulen, Akademien) beginnen die Vorlesungen, Hebungen usw. im Sommersemester 1943 am 29. April, im Wintersemester 1943/44 am 1. November 1943; sie enden im Sommersemester 1943 am 31. Juli, im Wintersemester 1943/44 am 29. Februar 1944. Die Einschreibung hat stattzufinden für das Sommersemester vom 15. April bis 6. Mai, für das Wintersemester vom 18. Oktober bis 8. November 1943. Die Rektoren werden ermächtigt, die Gesuchs um nachträgliche Einschreibung selbständig zu entscheiden. Solche Einzelanträge sind aber nur zu genehmigen, wenn die Umstände, Haltung und Leistung des Gesuchstellers es rechtfertigen. Festbeleuchtung ohne Verschwendung. Wir alle werden uns die Weihnachtstage so behaglich wie möglich machen. Die Wohnung wird für ein paar Tage zum festlichen Mittelpunkt. Wenn wir in anderen Jahren den Gedanken an Weihnachten mit strahlender Helle und wohliger Wärme ver- bunben haben, so haben wir inzwischen gelernt, uns ein wenig zu bescheiden. Es müssen ja nicht alle Lampen zugleich in der Wohnung brennen, dar Licht der Tischlampe allein ist oft viel gemütlicher, und auch ohne den elektrischen Ofen kann das Zimmer warm fein, wenn die Fenster und Türen richtig abgedichtet wurden und sorgfältig und überlegt geheizt wird. Man wird überhaupt in den Weihnachtstagen viel Gelegenheit haben, der Forderung „Spare Strom" gerecht zu werden. 2a- burd), daß morgens alle Familienmitglieber ein wenig länger schlafen, ist es nicht mehr nötig, bas Frühstück bei künstlicher Beleuchtung einzunehmen. Schön wirb es fein, wenn wir einmal in Ruhe die Morgenmusik im Radio anhören können. Doch Bergenroth sie geführt, und sie ist ihm willig gefolgt. Und es hat sich auch erwiesen, baß sie den Anforberungen biefer großen und befonberen Zeit, in ber man jetzt lebt, gewachsen ist. Der Mann unterbricht bas Schweigen, das zwischen ihnen ist. „Du mußt mir verzeihen, Helens ... ich war in einem großen Irrtum befangen." | Helene nickt: „Ich weiß das jetzt alles, Richard,- Du warst in Berlin. Du sahst mich im Konzert mit Ludwig Rautenberg und kamst zu ganz falschen Schläsien. Mußtest dazu kommen." „Das weißt bu ...?" „Ja", sagt Helene nur. „Es ist jetzt so unwichtig, mehr zu erklären." ,/Schlimm war nur, Helene, daß wir beide nicht - sprachen. Wir haben leider etwas zu gut gelernt 5 ... unsere Gefühle zu beherrschen und zu verstecken." Bergenroth leat den Arm um seine Frau; spricht । dann wieder: „Ich hatte jetzt viel Zeit, über uns nachzudenken. Heute weiß ich, wir trieben ein Spiel mit heiligen Begriffen. Wir wußten so viele Ziele, aber das Wichtigste erkannten wir nicht ... baß wir zueinander gehören." „Nein, Richard", wiberspricht Helene. „Es war boch nicht ganz so. Ich ftanb bir bamals hier an dieser Stelle ganz unbefangen gegenüber. Niemals sonst wäre ich mit meinem Vorschlag zu dir gekommen!" „Wir erkannten uns noch nicht, Helene." Er nimmt ihr Gesicht zwischen seine beiden Händ- Lange und schweigend sehen sie sich an. i Helene erwidert den Gruß und zeigt ihren klei- i nen Koffer. Weiter hat sie kein Gepäck. Aber wenn . Frau Kühn den Koffer und den Leinenmantel zur Burg hinauftragen will ... es soll Helene schon recht । sein. So wandert sie ganz unbeschwert hinauf. Sie ist in stürmender Eile abgefahren, — aber jetzt ist ein Zögern in ihr vor dem Wiedersehen mit • Bergenroth. So setzt sie sich für eine kleine Weile : an die Böschung und stemmt die Füße fest in bas Gras. Sie sieht in bas Land, das im hellen Sonnen- • glanz liegt. Sie erhebt sich und verfolgt ihren Weg weiter. Als sie den Blick zur Höhe voraussendet, dahin, wo 1 man einen der schönsten Blicke in bas weite Lanb hinaus hat, sieht sie, baß bort auf ber Bank ein 1 Mensch sitzt. Das stört sie. Aber bie Gestalt erhebt • sich und kommt auf Helene zu; es ist ein Soldat: Bergenroth. Er geht langsam und stützt sich auf den Stock. I Bergenroth streckt seiner Frau die Hand entgegen. Er sieht sie an. Sein Gesicht ist bewegt. Auch das ist ungewohnt, dieses immer so ernste Gesicht jetzt 1 in dieser weichen Gelöstheit zu sehen. „Welch große Freude, dich wiederzusehen, Helene!" Sie spürt, wie aus der Tiefe seines Herzens diese ganz große Freude aufquillt. Und sie weiß, was nun geschehen muß. Sie neigt sich ihm zu, legt ihre Hände auf seine Schulter und lehnt ihre Wange an die seine. Sie fühlt, wie Richards Arm sich fest um sie legt. Da lehnt sie sich enger an ihn und küßt ihn. „Ich liebe dich", sagt sie, und es klingt so glücklich, so jubelnd. „Ja, Helene, jetzt endlich wissen wir die Wahrheit!" Er erwidert ihren Kuß, lange und innig. Sie lösen sich voneinander, und Helene will nun missen, wie es ihrem Mann ergangen ist. Sie hat so viele Fragen. Sie nimmt seinen Arm und legt ihn sorglich in den ihren, so, als wolle sie Bergen- roth führen. Er drückt ihren Arm zärtlich an 'sich, aber er wehrt doch ihre Hilfe ab ... nein, so ge- brechlich ist er nicht, daß er einer Führung bedarf. Es geht ihm schon ganz gut. Nur gibt der Stock hier in den Bergen eine größere Sicherheit. Sie geben den Weg weiter aufwärts. Als sie an ber Kreuzung sind, biegt Bergenroth zu dem Fußweg ab, ber zu ber Wiese hinführt. Da steht zwi- scheu den Erlenbüschen bie Bank, auf der sie damals saßen, als Helene mit ihrem merkwürdigen Vorschlag zu Bergenroth kam. Aber heute ist Helene ein anderer Mensch als damals. Sie hat vieles erlebt, hat aus eigenen Erkenntnissen gelernt und sie hat vor allem die Arbeit lauf ihrem eigenen Boden lieben gelernt. Dahin hat Aus der Siadi Gießen. Front der Weihnacht. Von Wilhelm Feldner. Wenn mir zu Weihnachten die Kerzen am Baum anzünden, dann grüßen wir damit die große Wandlung, die draußen in der Natur sich vollzieht. Die Sonne hat ihren tiefsten Stand am Himmel erreicht, und nun wächst die Gewalt des Lichts über die Welt wieder von Tag zu Tag, Gefesseltes lösend und Erstarrtes belebend und wandelnd. Der Glaube an das Licht ist daher der älteste, zu dem sich der Mensch — schon in der Vorzeit — hingefunden. Seine Gedanken und seine Sehnsucht waren im Lauf ber Jahrtausende auf vieles gerichtet, unb vielem hat er göttliche Verehrung gezollt, aber nichts erscheint uns so verständlich und emleuchteno wie dies: daß sich einst Menschen vor dem Geheimnis des Lichtes beugten unb in ihm bie Einkehr des Göttlichen grüßten, denn das Licht ist Wärme, ist Klarheit, ist Kraft, ist Leben. Wir bezeugen unseren Glauben an das Leben, wenn wir in ber Winternacht, da es am tiefsten steht, an das Licht glauben. Da es am tiefsten steht ... Doch ber Tiefpunkt ist zugleich Wendepunkt, so hat es Gott im Ge- . fchehen der Natur geordnet. Wohl nie hat das deutsche Volk das besser verstanden als damals, da es mitten in ber furchtbaren Not des Dreißigjährigen Krieges den Tannenbaum, den immergrünen, in seine Behausung holte und mit den Sinnbildern des Lebens schmückte. Es war eine Besinnung ber deutschen Seele auf sich selbst. Nichts hatte sie mehr, die Felder waren verwüstet, bie Dörfer zerstört, die Menschen ohne Heimat und ohne Zukunft. Es war dunkel in ber1 Welt, unb auch die Mächte des Ewigen schienen zu schweigen, — da zündete sie sich selbst ein Licht an unb bot damit den Dunkelheiten Trotz. Unb da wurde wieder einmal Gott im Menschen, wie immer, wenn einer dem Dunkel sich entringt unb im Glaub en an seine Bestimmung uno im Gehorsam gegen das Gesetz in seiner Brust das Leben zu meistern unternimmt. Zum vierten Male feiern wir Weihnachten in einer maffenftarrenben Welt, unb von Mal zu Mal wird bas Fest mehr von bem strengen Gesetze des Krieges geformt. Unzählige Männer stehen nicht mit ben Ihrigen unter bem Weihnachtsbaum, sondern stehen am Maschinengewehr, an ihren Waffen, unb statt bes Geläutes der Glocken bringt bas Dröhnen ber Geschütze an ihre Ohren. Wie groß muß die seelische Stärke unb ber innere Reichtum bes deutschen Volkes fein, baß es fähig — nicht bloß bereit — ist, in ber Zeit härtesten Ringen»-das Fest der Innerlichkeit zu feiern, nicht nur in ber geschützten Heimat, sonbern auch an ber Front, bie mit bem Weihnachtsbaurn, mag er auch noch so einfach unb bürftig scheinen, ein Stück Heimat bei sich hat. Weihnachten unb Krieg, — das sind scheinbar unversöhnliche Gegensätze, aber bas Leben hat uns gelehrt, beibes zu nehmen, ohne zu zerbrechen, vielmehr sie mit der Kraft bes Herzens zu umspannen. Es wird wenige Häuser in unserem Vaterlanb geben, in benen nicht ein Platz unter bem Baum leer ist, aber in unseren Herzen ist biefer Platz nicht leer. Unb es wirb viele Häuser geben, in benen ein Platz leer bleiben wird, — in unseren Herzen soll dieser Platz erst recht nicht verwaist fein! Wir sind tief in ber Schuld ber Lebenden und Toten da draußen. Nicht bloß, daß sie uns ben Tisch gebeckt haben, um ihm etwas von bem frohen Glanz vergangener Tage zu geben, — wir banken es ihnen, daß wir Weihnachten überhaupt noch feiern können gegenüber ber tödlichen Drohung aus dem Osten. Was können wir ihnen bagegen tun? Unsere' Gaben tragen doch meist allzusehr bas Gepräge kriegsmäßiger Notwendigkeiten. Doch wir wollen, was wir empfinben, nicht an ben Gaben messen, — sie sollen nur Sinnbild fein unserer Verbundenheit unb Gemeinschaft. Das Leben ist ein Ganzes, Kampf unb Friebe. Gefühl unb Mannestat, das läßt uns auch diese Weihnachten roieber zutiefst erkennen, wo neben den Zügen mit den Geschenken Züge mit Waffen unb Geschossen in die Ferne rollen und wo bei ben Unsrigen draußen nicht weit von ben Gaben ber Liebe die Werkzeuge des Krieges stehen zu ernstem Tun, wenn es notwendig ist. Auch in ihnen ^Verlöt Mar c >-Ä Das eherne Gesetz des Krieges ist für sie alle heute mehr denn je oberste Verpflichtung, bei bereit ^Dge Erfüllung es keinen Unterschieb zwischen Werk- ur.b 'ä^idö Feiertag geben kann. Ihnen allen ist bah er bie UnW dankbare Anerkennung unserer Volksgemeinschaft, * ^er tot । Die neue Wochenschau im Zeichen derWeihnacht fanl u. Soldaten. Siehen-Wieseck. senur) Wir haben uns verlobt Else Bischof Willi Boß Grundsheim Gießen Deggingen SchiffenbergerWeg 9 (Württemberg) Weihnachten 1942 06770/ 06767/ Ihre Vermählung geben bekannt nlvichtit r Wir haben uns verlobt Weihnachten 1942 06742/ Ihre Vermählung geben bekannt MAINZER Alsfeld AKTIEN Gießen Gießen Reichenborn/Westerw. Weihnachten 1942 x. Z. Im Felde 06763/ Walltorstraße 22 BIER Gießen Seltersweg 47 Herborn 3879 D/ Weihnachten 1942 Gütersloh Haus Buchwald Oforno (Chile) Gießen Ebelstrabe 39 ehr ob verklüi Rheine Westfalen Gießen Steinstrabe 56 Sprendlingen (Rheinhessen) wieder erhältlich Mädel, aus solider, angesehener Geschäfts-Familie, 1,68 m groß, schlank, Bar- und Grundvermögen 30 000 Mk., wünscht sich einen nur soliden Lebenskameraden, der sich ein anständiges, tüchtiges Mädel fürs Leben wünscht. Alter 80 bis 38 Jahre. Diskretion erwünscht und gegeben. Nur ernstgemeinte Zuschriften unter 06680 an den Gieß, Anzeiger erbeten. Gießen -Wieseck Pfarrhaus München Ihre Verlobung geben bekannt Renate Apenbrink Erich Sattler Z. Z. bei der Wehrmacht Arnold Heuser Hanni Heuser, geb. Pfeil Wir haben uns verlobt Kläre Wendel Otto Wagner Unteroffizier in einem Geb.-Jäg.-Regt. 3m vergangenen Jahr ist zum erstenmal zur Vor- bereitung des Arbeitseinsatzes in der Landwirt- -hast eine Bedarfserhebung in Verbindung mit pincr Auftragsfestlegung der jeweiligen Arbeits- imter für die Vermittlung landwirtschaftlicher Ar- leitskräfte durchgeführt worden. Diese Einrichtung hat sich außerordentlich bewährt, so daß auch in tiefem Jahr wiederum Erhebung und Vermittlung zusammen in die Wege geleitet werden. Die landwirtschaftlichen Betriebsführer müssen die Frage- »gen über den Bestand an Arbeitskräften und über :en Bedarf im kommenden Jahr spätestens bis zum Ihre Ferntrauung geben bekannt Dr. Heinrich Hammel Studienassessor Eva Hammel, geb. Eß Studienassessorin idmiz ! so bfi vird für enn mir hnachtn me nei' gelernt, licht al! en, bei lütliM nn bas ) Iura ib übet- in bei r Forbo len. D? ber eh itig, bdi nehmen luhe bit n. Landwirte, Arbeitskrästebedarf für 1943 anmelden. sätzlich bedacht zu werden. Auf der anderen Seite aber darf natürlich der Betriebsführer keine höheren Anforderungen stellen, als dem tatsächlichen Bedarf entspricht. Bei wissentlich falschen Angaben kann er zur Verantwortung gezogen werden. In Anbetracht der Bedeutung des Arbeitseinsatzes für die Bewältigung der landwirtschaftlichen Aufgaben im nächsten Jahr sind also sorgfältige Ueberlegungen über den 4. Inivech ie Borer 19« 11.9b .943 an Jebru« für hü für boj )Demba Gesuch zu ent- ■ 3Uflf nb & Weihnacbtswunsch! Jung. Mann sucht Briefverkehr mit nettem, gebildeten Mädel, zwecks späterer Heirat.Zuschr. unter 06780 an den Gieß. Anz. Statt Karten! Wir geben die Verlobung unserer Tochter Ellen mit Herrn Leutnant Herbert Pfeffer bekannt Wilhelm Richard Fischer und Frau Julia, geb. Uhl Gießen, Hotel Schütz n hüstbö I jjjre Verlobung geben bekannt Liselotte Gelsebach »jeder zur Verfügung gestellt werden sollen, in der Zedarssanmeldung für 1943 ausdrücklich wieder auf- [efüfjrt werden müssen. Auch der Vermittlungsauf- rag an das Arbeitsamt muß für diese besondere kuppe der fremden Arbeitskräfte erneut gestellt »erden. Jeder Bauer und Landwirt muß sich dar- iber klar sein, daß er in diesen Tagen sorgfältigste Leberlegungen über den Arbeitskräftebedarf des ommenben Jahres anstellen muß. Die Aufstellung ;nc5 Wirtschaftsplanes ist dabei unumgänglich notrendig, wobei gegebenenfalls auf den Rat des Orts- auernführers oder der Wirtschaftsberater zurück- egriffen werden sollte. Wer heute zu wenig Ar- eitskräfte anmeldet, kann nicht damit rechnen, im laufe des Jahres 1943 durch die Arbeitsämter zu- Ihre Verlobung beehren sich bekanntzugeben Ilse Zimmermann Friedel Stoll Gesundheitsaufseher Wir haben uns vermählt Werner Dasbach Hannelore Dasbach geb. Fölsing Ihre Vermählung geben bekannt Obergefreiter Wilhelm Frischholz Hinna Frischholz geb. Loch Für die uns aus Anlaß der Geburt unseres ersten Kindes erwiesenen Aufmerksamkeiten danken wir herzlich Hanni Beck, geb. Thoms Karl Beck Gießen, 24. Dezember 1942 Ihre Verlobung geben bekannt Harie Arnold Gefreiter Eugen Frey Ihre Verlobung geben bekannt Hargot Schmandt cand. med. Ludwig Petzsch cand. med., z. Z. Feldwebel RolLahn im Mittelabschnitt geht trotz schwerer Schneestürme der Nachschub verkehr weiter. Die Munitions- und Provianttransporte dürfen keine Verzögerung erleiden. Essenholer bahnen sich durch tiefen Schnee ihren Weg nach vorn. Die Kameraden, die bei scharfer Kälte am Feind liegen, müssen etwas Warmes bekommen. Von der tunesischen Front liegen Aufnahmen von den ersten Kämpfen mit anglo-amerikani- schen Truppen vor. Unsere Luftwaffe greift amerikanische Panzerkampfwagen an. In kühnem Sturm wird Tebourba genommen, der strategisch bedeutende Straßen- und Eisenbahnknotenpunkt am Fuße des Atlas-Gelnrges. Zerschossene Panzer, vernichtete Geschütze und Maschinengewehre zeugen von dem harten Kampf. In Talmulden werden Gefangene gesammelt, britische Fallschirmjäger und amerikanische Soldaten. Und dann füllen Geschwader von deutschen Transportflugzeugen das Bild: sie bringen Nachschub für unsere Truppen in Nordafrika. An der Küste wird ein Proviantlager eingerichtet. Die Kompanien empfangen Verpflegung, neben vielem anderen auch frisch eingetroffene Weihnachtsäpfel. — Don diesen Szenen blendet das Bild dann über zu den eingangs besprochenen Aufnahmen von der deutschen Weihnacht, die Front und Heimat eng verbindet. Alle Gedanken wandern heute zu unseren Ihre Verlobung geben bekannt Harie Schmidt Eduard Genet Gefreiter, z. Z. auf Urlaub Wehr, ebenso die Wehr von Queckborn, die er begründen half, ferner der Turn- und Sportverein ließen Kranzspenden am Grabe niederlegen. — Die Kun st gemeinde Grünberg vermittelte ihren Mitgliedern am Montag ihre 6. Veranstaltung. In einem Gastspiel gab die Rhein-Mainische Landesbühne die Komödie „Ich brauche dich" von Hans Schweikart. ♦ Ruppertsburg, 22. Dez. Zu einem interessanten und lehrreichen Vortragsabend im Saale von Gastwirt Hahn hatte unser Ortsbauernführer eingeladen. Landwirtschaftsrat Dr. D i e n st von der bäuerlichen Berufsschule zu Grünberg erinnerte in seinen Darlegungen zunächst an die Rede des Staatssekretärs Backe und ermahnte zu noch größerer Anstrengung in der Erzeugung von Wintergetreide, Oelsruchten und Kartoffeln. Als Hauptthemen behandelte der Redner: Erhöhte Milcherzeugung, die Hauptgrundlage und Einnahmequelle der kleinen Betriebe. Dazu ist vor allem als Futtergrundlage das wirtschaftseigene Futter zu beachten, das durch geeigneten Zwischenfruchtbau in ausreichender Menge erzeugt werden kann. Auch eine Förderung der Schweinezucht und -mast mit eigenem Eiweißfutter, wie Erbsenschrot, Molkeneiweiß usw. und als Lrsatz von Kartoffeln Rübenfütterung ist durchaus möglich. Eine lebhafte Aussprache schloß sich K d Ihre Verlobung geben bekannt Käthe Sauer Willi Büchler Obergefr. in einem Art.-Regt. Statt Karten,! Ihre Vermählung geben bekannt Willi Gies Anni Gies, geb. Schmlttdiel Verdunkelungszeit: 24. Dezember von 17.11 bis 8.02 Uhr. 25. Dezember von 17.12 bis 8.02 Uhr. 26. Dezember von 17.13 bis 8.03 Uhr. 27. Dezember von 17.13 bis 8.03 Uhr. Albert Hüller Gefreiter in einem Sonderstab Harie Hüller, geb. Bach ern 6 Heilig W Wt DeH- ’er h. B, Weihnachten 1942 3881D/ Arbeitsanfall in den kommenden Monaten notwendig. V. A. lie (* Ufi )er r. nfta WiJ Ihre Verlobung geben bekannt Helga Freitag Wilhelm Lindenstruth Unteroffizier Irmgard Trüller Karl Repp Unteroffizier in einem Gren.-Regt. oen; K lnschch Lang-Göns Weihnachten 1942 06745/ Weihnachten 1942 06746/ Weihnachten 1942 _______________ 06743/ Ihre Vermählung geben bekannt Karlheinz Walter Unterarzt, z. Z. im Felde Waltraut Walter geb. Siegfried Gießen Leihgestern Kaiserallee 66 Bahnhofstraße 62 Weihnachten 1942 Trauung: 26. Dezember, 14.30 Uhr in der Johannesklrche zu Gießen x 06684/ illig flf sie bei en Zeii ras zvi' , -elnH wen/ MarL wert ntÜ fälschet Statt Karten! Die Verlobung unserer Nichte Hella Graeff , Tochter des im Weltkrieg gefall. Rittmeisters Max Graeff und seiner verstorbenen Frau Gemahlin Irmgard, geb. Ahlers, mit Herrn Hauptmann Hellmut Hudel, Kommandeur einer Panzerabteilung, geben wir hiermit bekannt Werner Ahlers, Rittmeister a. D. und Frau Grete, geb. Görler ßerlin-Haleasee, Kurfürstendamm 74 Meine Verlobung mit Fräulein Hella Graeff, Tochter des im Weltkrieg gefall. Rittmeisters Max Graeff und seiner verstorbenen Gemahlin zeige ich hier- mitan HeUmutHudel Hauptmann und Kommandeur einer Panzerabteilung Gießen, Henselstraße 4 I z. Z. im Felde Weihnachten 1942 06776/ Gießen Höhr-Grenzhausen 1 Krofdorfer Strabe 26 Rheinstrabe 64 Weihnachten 1942 s 06755/ Tanzunterricht1 In der Zeit vom 1. bis 15. Januar beginnen neue Tanzkurse Gefl. Anmeldungen erbeten TanzschuleBäulke, Gießen Wolfstraße 31 06539 27. Dezember 1942 an. Schone, lehrreiche Filme, vorgeführt von Dr. Karl, veranschaulichten das Gehörte. Der den Rednern vom Ortsbauernführer W. Horst ausgesprochene Dank kam von Herzen. Handball. HI.Klasse. Der Feiertagssport der Handballer ist diesmal gering. Während die DJ-Klasse nach Erledigung der Vorrunde eine längere Ruhepause macht, gibt es bei der Jugend nur zwei Treffen, welche auf die Tabellengestaltung keinen Einfluß mehr haben. Lang-Göns — Gruningea. Beide Mannschaften können nicht mehr in die Entscheidung der Bannmeisterschaft eingreifen. Trotzdem sollte es am Sonntag zu einem spannenden Treffen kommen. Die Platzmannschaft wird unter allen Umständen versuchen, den Punktverlust des Vorspieles (6:6) wettzumachen. Obwohl sie durch den eigenen Platzvorteil ein Plus besitzen, wird Gru- ningen alles daransetzen, das letzte, unter Leitung von Kirstein (Gießen) stehende Punktspiel der Runde nochmals zu seinen Gunsten zu entscheiden. In diesem Falle ist ihnen der zweite Tabellenplatz sicher. rUto. Gießen 1 — 7Mv. Gießen 2. Diesem Spiel kommt an sich keine große Bedeutung zu. Für die erste Garnitur der Gießener gilt es lediglich, ihr Torergebnis zu vergrößern, um auch damit an der ersten Stelle zu stehen. ibe niH ! gelem rste-ktn- i; fpw] iber uns iin Sl"Ei> -le ,Es vrt | hier el f Senia'r | dir 8e' K Ihre Vermählung geben bekannt Richard Gewiese Hilde Gewiese geb. Weber Schroda Gießen-Kl.-Linden (Wartheland) Frankfurter Str. 115 z. Z. im Felde im Dezember 1942 s 06759/ Ihre Verlobung geben bekannt Marianne Lehr cand. med. je W isonne- E sy R jt vn*fl «i. d 5$ Gießen Beuern Bromberger Straße 2 z. Z. im Felde Weihnachten 1942 Ihre Vermählung geben bekannt Robert Nagel Unteroffizier Hargarete Nagel geb. Bösch Langd Lieh (Oberhessen) z. Z. in ein. Lazarett Braugasse 18 Weihnachten 1942 06732/ \ -kN vcuui] hu luuuiiciiucii xjuijt ipuiepens vis zum önJ* ?8. Dezember beim zuständigen Ortsbauern- ■ff ....... ■■■ Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Ellen Fischer Herbert Pfeffer Leutnant in einem Art.-Regt. (mot.) Bad-Nauheim, Blücherstr. 11 Dezember 1942 06697/ Die neue Wochenschau stobt im Zeichen der Weihnacht. Ueberall — an der Front wie in der Heimat — wird für die Festtage gerüstet. 2m Norden der Ostfront holen unsere Soldaten aus tief verschneitem Wald ihren Tannenbaum. In der afrikanischen Wüste muß eine alte Prooiantkiste den Baum ersetzen. Geschickte Hände zimmern em tan- neuartiges Gestell zusammen und schmücken es mit silbernen Sternen, die 'aus Konseroenblech geschnitten sind. Für unsere U-Boote, die südlich des Aequa- tor operieren, bringen Kameraden, die Oel und Proviant heranführen, die Weihnachtsüberraschungen mit. Und in allen Unterständen, Bunkern und Quartieren wird in kampffreien Stunden gebastelt und gebaut — Spielzeug für die Kinder gefallener Kameraden und Andenken aller Art. Don den Stet- lungeti im Hochkaukasus blendet das Bild über zum deutschen Winterwald. 3m Schutze einer starken Front bereitet sich die Heimat auf die vierte Kriegsweihnacht vor. Fleißige Hände packen Feldpostpäckchen. Kindergruppen ziehen mit Tannengrün und Lichterglanz in die Lazarette und bringen den Verwundeten ihren Dank und kleine Gaben. Einleitend zeigt die neue Wochenschau eine Reihe von Kampfaufnahmen. Vor Leningrad haben unsere Soldaten einen sowjetischen Panzergraben zu einer festen Stellung ausgebaut. Der Blick der Posten geht weit hinein ins Niemandsland, hinüber zu den feindlichen Stellungen. — Ueber die Am zweiten Weihnachtsfeiertag feiern die Eheleute Ludwig Keller und Frau Dorothea, geb. Damm, das Fest der goldenen Hochzeit. Der Jubilar ist 75 und seine Frau 78 Jahre alt. Beide sind noch sehr rüstig und erfreuen sich bester Gesundheit. Dem Jubelpaar gilt auch unser herzlicher Glückwunsch. Canbfreis Gießen. '+ Grünberg, 23. Dez. Hier verstarb im Alter von 66 Jahren der in Feuerwehrkreisen weit bekannte frühere Führer der Grünberger Freiwilligen Feuerwehr, Seilermeister Carl Sei fort. Kreisfeuerwehrführer Bouffier (Gießen) würdigte am Grabe mit ehrenden Worten die Verdienste des Verstorbenen um das Feuerlöschwesen. Die Grünberger Allen, die bei Vollendung meines 70. Lebensjahres meiner so liebevoll gedachten, sage ich hiermit meinen herzlichsten Dank _ Kart Bert Berufsschullehrer a. D. Gießen, 23. Dezember 1942 Roons trabe 32 K 06768/ Dr. med. vet. Armand Latsch ar Ober veterinär hießen Rodenbach Mittelweg 12 I ^^mFdie Weihnachten 1942 l Uhbyz/ Für die übermittelten Glückwünsche u. Aufmerksamkeiten anläßlich unserer Verlobung danken wir herzlich, auch im Namen unserer Eltern Liesel Keuper Willi Rudlschhauser Gießen. Dezember 1942 06750/ Rüddingshausen Ruppertenrod den 25. Dezember 1942 s 06779/ Kreistlasse. Luftwaffe Gießen II — Holzheim 15:6. Durch diesen Sieg hat die Luftwaffe ihre weitere Anwartschaft auf die Meisterschaft der Kreistlasse gefestigt. In der ersten Spielhälfte sah es allerdings noch nicht danach aus. Durch einige Urlauber verstärkt, stellte Holzheim den Soldaten eine kampfstarke Mannschaft gegenüber. Obgleich sie zu Beginn des Treffens nur 10 Spieler zur Stelle hatten, gestalteten sie das Spiel vollkommen ausgeglichen. Die Platzbesitzer mußten sich mächtig anstrengen, um eine kleine Halbzeitführung zu übernehmen. Nach dem Wechsel konnten die Gäste aber dem Ansturm der Soldaten nicht mehr Stand halten. Durch gutes* Zusammenspiel der Stürmerreihe, die wohl der beste Mannschaftsteil war, wurde die Torausbeute immer mehr vergrößert. Die Gäste ließen sich nicht entmutigen, konnten aber nur noch zu drei Gegentoren kommen. HJ.-Klasse. Mtv. Gießen I — Grüningen 8:5 (3:4). M t v. Gießen II — Lang-Göns 5:13 (3:5). DJ.-Klasse. Lang-Göns — M t o. Gießen I 2:5 (1:3). Ihre Verlobung geben bekannt Erna Lennartz Willy Rinn M.-Gladbach Gießen Viersener Str 20 Landgrafenstr 3 1. Weihnachtstag 1942 z. Z. M.-Gladbach Viersener Strube 20 c sichrer abgeben. Gleichzeitig ist der Vermittlungs- Auftrag bis zum gleichen Zeitpunkt an das zustande Arbeitsamt einzureichen. Im einzelnen erstreckt ich diese Erhebuna auf alle Betriebe mit mehr als »-Tj , Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche und auf die rh «1' Betriebe des Gartenbaues, des Weinbaues und der f*f4)erci- Kleinere landwirtschaftliche Betriebe wer- jen in die Erhebung und Vermittlung einbezogen, !!' ff wnn ständig fremde Arbeitskräfte beschäftigen. 0» L lu beachten ist vor allem, daß die jetzt aus den e.öPDP | »ndwirtschoftlichen Betrieben herausgezogenen Ar- ' iU eitskräste, die im Rüstungseinsatz Verwendung fin- ,lm w : cn und im kommenden Frühjahr der Landwirtschaft Weickartshain Schotten (Hess.) bei Grünberg (Hess.) z. Z. Lazarett Weihnachten 1942 s 3861 D/ । Gerhard Emmel San.-Feldwebel L d. Wehrmacht Steinfurth Oberdorf bei Bad-Nauheim Nordhausen Weihnachten 1942 06730/ Leihgestern Rathausstrafie 6 Hindenburgstrafie 66 Weihnachten 1942 , 06714/ Neustadt(Kr. Marburg) Gießen Hainfelderweg 24 Schillerstrabe 7 Weihnachten 1942 ■ 06678/ Statt Karten! Für die Aufmerksamkeiten und Glückwünsche zu unserer Verlobung danken wir herzlich Karola Nordmann Günter Schmidt Lollar Hungen Dezember 1942 06773/ Sichertshausen Schiffenberg z. Z. im Felde Weihnachten 1942 06764/ »raucht nun nicht gleich der Rundfunkavparat den «anz-n Morgen über zu laufen, wenn biefiausirau !°ch >n d-r Küche Su tun hat und die anberen Ra «fl» gnilienmitglteber ihren Feiertagsfreuden nachaehen Das „Turmkochen" wird der Hausfrau bei de, Mlfalt der Gerichte an den Weihnachtstagen nur ^ Vorteil fein Und wenn die Annehmlichkeit der Soi>=‘ und Dufcheinr.chtung gerade in den Feie" tagen einmal fo richtig ausgekoitet werden [oll bann vollen wir uns klarmachen, bah fünf Duschbad- richt mehr Strom kosten als ein Vollbad Wenn die berufstätige Hausfrau manchmal unter dem fließen- ten cheißwafferfpeicher abwäfcht, ist das bei ihrer lleberlaftung durchaus verständlich. An den ^eier- Ilgen aber kann fie eine Spülfchüffel benutzen, den -peicher über Nacht aufheizen und tagsüber ab- ] «Wen. Wir haben uns verlobt Statt Karten! Anneliese Schöne Wilhelm Keil Willy Römer Else Römer, eeb. Schneider kriegsgetraut Aliendorf a. d. Lumda z. Z. im Felde Gießen-Wiescck Weihnachten 1942 Alten-Busedt er Straße 43 Weil* achten 1942 Mit vkk DOPPELW^ Ui o o ui ^RAM-D-LAMPE MIT DER DOPPELWt* OSRAM-LAMPEN o O o 5 2 6 o i w CL L yiettücM für wenigcftraml T56 Besser für Dich — besser für alle! Durch die Arbeit vieler fleißiger Köpfe und Hönde entstand die Osrom-D-Lompe mit der Doppelwende!, die viel licht für wenig Strom gibt. Verlangen Sie deshalb beim Glühlampen-Austausdi stets ausdrücklich Osram-D-lompen, damit der elektrische Strom, der meist mit Kohle erzeugt wird, ein Höchstmaß an Licht ergibt. O m O v» LFULFl lir Das RjTJinjuuTJ^nJTJinjin das ffieimiefdien erlesenen öeutftfien ffleinbranös aus der Weinbrennerei Zvcharlachberg^ Dingen am Wem Städtische Handelslehraastalt Gieben, Wernerwall 11-15 (Am Oswaldsgarten) Telefon 2480 1. Zweijährige Handelsschule für Jungen 2. Zweijährige Handelsschule für Mädchen Voraussetzung für die Aufnahme sind acht erfolgreiche Schuljahre und Bestehen einer Aufnahmeprüfung. (Mädchen sollen das Pflichtjahr schon abgeleistet haben; sie können aber wie die Jungen schon im Jahre ihrer Schulentlassung angemeldet werden und die" Aufnahmeprüfung ablegen.) 3. Einjährige Höhere Handelsschule 4. Dreijährige Höhere Handelsschule (Wirtschaftsoberschule) Voraussetzung für die Aufnahme ist das Versetzungszeugnis nach der Klasse 6 einer Oberschule oder ein gleichwertiges Zeugnis; keine Aufnahmeprüfung. Schuljahrbegion stets nur an Ostern. - Anmeldungen werden schon jetzt erbeten. Aus. kunft täglich, auch während der Ferien. marVlan Ein feststehender Begriff erfolgreicher Kosmetik * * * * * * * * * * * * * * * * •* d * * * * * * * * * Kindemahrung SjULtoafii 'leic/iM.— als Beikost für Flasche und Brei Erhältlich in Fachgeschäften für die Abschnitte A-B-C-D der Reichsbrotkarte für Kinder bis zu 1 */i Jahren. aDltaKESeesnnd wird für Kinder bevorzugt. Aber auch Aok-Seesand- Mandelkleie greift die zarte Han t nicht an, sondern kräftigt sie. MEDOPHARM II Arzneimittel II sind treue Helfer Ihrer Gesundheit! Medopharm-Arzneimittel sind nur in Apotheken erhältlich. MEDOPHARM Pharmazeutische Präparate Gesellschaft m.b.H. Münchens Dresdner Spiralfedernfabrik STROBEL & CO. Jnh.Jng.KurtKnoire HELLERAU- DRESDEN derzeit einsatzbereite b und bewährte Mit ar- « beiterstab werden, W 1. jftuutar 1945 nicht mehr alle lüge,aber doch ab und zu einen gu tenHacK- tifch: MONDAMIN in der Geschichte der Medizin gehört den BAYER-Arzneimifteln. 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