Mittwoch. 24-Mi Gietzener Anzeiger Annahme von An-eiaen für die Mittaasnummer bis 8*/o Uhr desBormittags Anreigen-Vreiie für die Millimeter-Zeile von 22 Mllimeter Breite: 7Nvf. für ^amilienan- zeigen und private Gelegenheitsanzeigen 14Rvf. f. Werbeanzeigen und geicbäftlicke Geiegenheitsanzeigen Plabvorschrifi (vorherige Vereinbarung) 25°/o mehr 192. Jahrgang Nr. 145 gricöeim täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Gießener r>amilienblätter Heimat imBild-DieScholle Bezngsvrets: Monatlich. ..RM.1.80 Zustellgebühr .. ,, -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernfvrechamchluft 2251 Drahtanschrift: ,Llnzeiger" Po'ttcheck11686?>ranff /M vrühlscheUniverfttStrdrmkerei B. Lange General-Anzeiger siir Oberhessen -iehen^Zchulftrahe 7-9 Das Geheimabkommen Lhurchill-Mololoiv. Wie England Europa an den Bolschewismus verriet. Von unserer Berliner Schriftleitung. Der von Churchill und Molotow in London unterzeichnete britisch - sowjetische Pakt wurde der Oeffentlichkeit als harmloser Beistandspakt serviert, der nichts anderes bezwecke, als nach gewonnenem Krieg den europäischen Völkern eine glückliche Zukunft zu garantieren. Territoriale Veränderungen sollten sich aus diesem Kriege nicht ergeben. Beide, England wie die Sowjetunion, sind ja so harmlos, daß sie jeden nach seiner Fasson selig werden lassen wollen. Die Wölfe sind keine Wölfe, sondern sammetweiche, weiße Unschuldlämmer. „Göteborgs Morgonposten" veröffentlicht nun zu dem veröffentlichten Pakt einen sorgfältig behüteten G e h e i m v e r t r a g. Er ist das eigentliche K e r n st ü ck e der Londoner Abmachungen. Die wichtigsten sind demnach folgende: 1. Ein Anspruch der Sowjetunion auf Sicherheit und strategische Grenzen gegen Finnland, das Baltikum, Polen und Rumänien wird grundsätzlich anerkannt. Heber Iran wird eine besondere Abmachung getroffen. terstützung von hohen Militär-, Marine- und Luftbehörden in Washington eine Reihe von Besprechungen fort, die am Freitag begannen. Das ihnen da- bei vor schweb ende Ziel ist bie/ Höchstkonzentrierung der verbündeten Kriegsmacht gegen den Feind zum frühesten Termin und die Angleichung und — soweit notwendig — weitere Abstimmung aller Maßnahmen, die seit einiger Zeit getroffen wurden, um die Kriegsanstrengungen der vereinigten Rationen weiter zu entwickeln und aufrechtzuerhalten. Es ist natürlich unmöglich, einen Bericht über den Verlaus der Verhandlungen zu geben. Nichtamtliche Erklärungen können nur auf Annahmen begründet sein. Zwischen allen Beteiligten herrscht völliges Einverständnis und größte Harmonie bei der Behandlung der umfangreichen und schweren Aufgaben, die vor uns liegen. Eine Anzahl besonders hervortretender Einzelheiten, die nur schwer auf brieflichem Wege beizulegen sind, sind von den entsprechenden technischen Beamten nach Konsultation mit dem Präsidenten und dem Premierminister geregelt word?n." Weniger hat wohl noch nie in einer amtlichen Erklärung gestanden. Die Versicherung, daß es unmöglich sei, einen Bericht über die Besprechungen zu geben, war überflüssig. Churchill und Roosevelt brauchen gar nicht ihre Sorgen selbst bekanntzugeben, die Welt kennt sie auch so. Die Frage von der „Höchstkonzentrierung der verbündeten Kriegsmacht zum frühesten Termin"hat sie aber schon so oft gehört und hat schon so oft erfahren, wie es in Wirklichkeit aussieht, daß sie sich mit solcher Schaumschlägerei nicht mehr imponieren läßt. Erklärungen von Präsident. Roosevelts Sekretär StephanEarly weisen erneut mit Nachdruck darauf hin, daß die Schiffsraumfrage die hauptsächliche Besprechungsgrundlage bildet. Roosevelt und Churchill werden mit den Admiralen King und Robinson, Sir Arthur Salter, Admiral Little, Ad- miral Darlings, den Admiralen Land, Vickery und Douglas sowie Beamten der Marinekommission beraten. Vickery ist stellvertretender Bevollmächtigter für den Schiffsneubau und beaufsichtigt das ganze Schiffsbauprogramm. Douglas ist stellvertretender Bevollmächtigter für die Schiffahrt im Kriege und Robinson Chef des Schiffahrtsbüros im Marine- I departement. 2. Die meisten Gebiete, welche an die Sowjetunion grenzen, oder aber in ihrer Nähe liegen, darunter Finnland, bestimmte Teile Nord- Skandinaviens, die Tfchecho-Slowa- kei, Rumänien, Bulgarien und Jugoslawien werden als sowjetische Interessensphäre anerkannt. 3. Als Schutz gegen künftige Angriffe durch die Achsenmächte erhält die Sowjetunion das Recht, Stützpunkte zu erwerben und Garnisonen zu errichten. Die Sowjetunion erhält Garantien für die freie Durchfahrt von der Ost - in die Nordsee und vom Schwarzen ins Mitte l m e e r. 4. In einem Zusatz zu Artikel 3b des Paktes, der „besondere" Sicherheitsmaßnahmen zur Verhinderung neuer Angriffe vorsieht, erhält die Sowjetunion das Recht, zusammen mit Großbritannien die militärische und politische Kontrolle über Finnland, Deutschland, Ungarn, R u - n ä n i e n und Bulgarien auszuüben. 5. Beide vertragschließende Teile verpflichten sich dafür zu sorgen, daß das nationalsozialistische und das faschistische Regime, sowie die ähnlichen Regierungssysteme in ganz Europa liquidiert werden. Außerdem wurde in" London ein Geheimabkommen über die militärischen Maßnahmen getroffen, die zur Errichtung einer „zweiten § r o n t" notwendig sind. Einzelheiten des Proto- kolls, das infolge seines rein militärischen Charakters absolut geheim ist, sind außerhalb des engsten Kreises nicht bekannt. In einem Kommentar schreibt „Göteborgs Morgonpost^n": „Wir dürfen darauf Hinweisen, daß die diplomatische,Quelle, von der wir diese Nachricht erhalten haben — sie ist selbstverständlich, wie es auch in dem Stockholmer Telegramm steht, weder deutsch, noch finnisch! — sich bei wiederholten früheren Gelegenheiten, bei denen wir in der Lage waren, die Angaben zu kontrollieren, als zuverlässig erwiesen hat. Wir haben deshalb nicht gezögert, das Telegramm zu veröffent- lichen." Für ujis ist dieser Geheimvertrag keine Ueber- raschung; denn er bestätigt nur, was Molotow als Ziel Moskaus bereits dem Führer angedeutet hatte. Der Führer hat damals das Stalinfche Ausweitungsprogramm abgelehnt, während Cripps bereits um den Blutpreis Stalins verhandelte. Kaum ein Jahr später kamen Cripps und Stalin zu einer Vereinbarung, die jetzt in dem Geheimabkommen von Churchill und Molotow durch ihre Unterschriften ausdrücklich festgelegt wurde: Für die weiteren Kriegsanstrengungen der Bolschewisten verkauft England seinen Erstanspruch auf Europa. England ist damit einverstanden, daß die Sowjetunion ihre Grenzen so weit nach Westen vorschiebt, um den Balkan mit dem Bosporus, die baltischen Lander und Finnland mit „abgemessenen" Abrundungen sich einverleiben zu können. England ist auch mit der politischen Vorherrschaft der Bolschewisten in Europa einverstanden. , Deutschland und seinen Verbündeten kommt diese Enthüllung nicht unvorbereitet. Deutschland hatte diese nicht erst jetzt auf tauchenden Fragen seit langem erkannt. Es kämpft heute mit seinen Verbündeten für die Freiheit Europas. Die neutralen Staaten aber erhalten den handfesten Anschauungsunterricht über Wesen und Segen der „Demokratie , die den Krieg den autoritären Staaten erklärte, um für Europa die Tyrannei einzuhandeln. Dieser Gehelm- vertraq ist ein Gradmesser für die ernste Krise, in der sich England jetzt befindet. Churchill greift nach dem letzten Rettungsring in der Hoffnung, sich durch ihn noch, einige Zeit über Wasser halten ju können. Er liefert nicht nur seine einstigen Verbündeten an den Bolschewismus aus, er verrat ganz Europa an die bolschewistische Tyrannei. Ganz Europa kann aus diesem Geheimabkommen ersehen, was es dem Führer zu verdanken hat. als er Die Wahrung der Rechte der europäischen Volker m die Hand nahm. Seine Erkenntnis, daß ^rBol^chewis- mu5 die Lebensgefahr für alle europäischen Staaten fein würde, haben Churchill und Stalin mit ihrem Geheimabkommen bestätigt. Es wird gottlob nch dazu kommen, daß dieser Gcheimvertrag lemals den Wert eines politischen Dokuments erhalt Die Waffen der Achsenmächte und ihrer Verbündeten werden dafijr sorgen, daß diese Phantasien elnerAu^- äeburt des Wahnsinns und Hasses auf dem Papier bleiben werden. Die Antwort des Schwertes wird diese finsteren Pläne zunichte nlachen. Eine lahme Verlautbarung. Berlin. 23.3imi. (DNB) Ueber ihre B-lpre- chungen veröffentlichen Churchill und Roosevelt e Kommunique, das folgenden Wortlaut hat. „ Präsident und der Premiermimster setzen mit u D ritäeberfltr und Faulenzer werden nicht geduldet Oer Gauleiter sprach auf einem Betnebsappell in Ingelheim a. Rh. NSG. Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger sprach am.Dienstagnachmiftag in Ingelheim a. Rh. vor mehr als 1000 GefolgfchaftsMit'gliedern eines Betriebes über die Bedeutung des Arbeitseinsatzes der Heimat im Freiheitskampf des deutschen Volkes. Jeder einzelne in der Heimat habe zu jeder Stunde daran zu denken, daß zur gleichen Zeit, da er vielleicht glaubt, mit dieser oder jener Unbequemlichkeit nicht fertig werden zu können, Hunderttausende an allen Fronten bereit sind, das Letzte herzugeben. Mit dem Wissen um die Vernichtungsabsicht unserer Gegner und dem Blick auf die opfernde Front müsse jeder heute erkennen, daß es nicht um die Sicherstellung dieser oder jener Bequemlichkeit, sondern um das Leben jedes einzelnen schlechthin gehe. Alle in der Heimat getroffenen organisatorischen Maßnahmen seien daher allein in den Notwendigkeiten unseres Kampfes begründet. Unter dieser Forderung behandelte die Rede den Sinn aller Verteilungsmaßnahmen, der allein in der Sicherstellung des Gerechtigkeitsprinz i p e s zu erblicken ist. Eingehend befaßte sich der Gauleiter dann mit der Bedeutung des Arbeitseinsatzes. Er sprach an dieser Stelle allen Schaffenden des Gaues die Anerkennung für ihre unermüdliche, sich ständig steigernde Leistung aus und betonte hierbei, daß mit dieser Entwicklung allen vom Nationalsozialismus geschaffenen sozialpolitischen Maßnahmen, und hier vor allem der Gesundheitsbetreuung der Arbeitskraft ein besonders verantwortungsvolles Aufgabengebiet zufalle. Jeder Schaffende habe die Verpflichtung, feine Arbeitskraft zu erhalten und werde dort, wo sie durch Krankheit auszufallen drohe, von der betriebsärztlichen Fürsorge sowie durch das Reichserholungswcrk der DAF. helfend betreut. Unmißverständlich rechnete der Gauleiter dann jedoch mit jener Minderheit ab, die unter Vorgabe von gesundheitlichen Beschwerden soziale Einrichtungen zu mißbrauchen versuche. Diese Unmoral einer gewissenlosen Drückebergerei, die sich unter Ausnutzung von Einrichtungen der Gemeinschaft der Verpflichtung gegenüber unserer gemeinsamen Aufgabe zu entziehen versuche^. und die oftmals leider auch ärztliche Unterstützung erfuhr, so führte der Gauleiter aus, werde restlos ausgetilgt werden. Als Bevollmächtigter des Arbeitseinsatzes habe er zu diesem Zweck besondere ärztliche Kommissionen aufgestellt, die überall dort, wo es angebracht erscheint, mit unbestechlichem Urteil derartige Mißstände a b st e 11 e n werden. Unter dem zustimmenden Beifall der Versammelten zeigte der (Bauleiter an diesem und weiteren Beispielen die ganze Verächtlichkeit jener Unverbesserlichen, deren Egoismus nur durch strenge Gesetze und noch strengere Strafen zu brechen ist. In einem Kampf, in dem die deutsche Volksgemeinschaft um ihr Leben ringt, werde sie nicht zulassen, daß einzelne Außenseiter faulenzen oder aber durch schmutzige Geschäfte an der Rot dieser Zeit verdienen. Auf die ordentliche Haltung und saubere Gesinnung der überwältigenden Mehrheit unseres Volkes hinweisend, behandelte der (Bauleiter zum Schluß nochmals die intakte deutsche Volksgemeinschaft als die wesentliche Voraussetzung unseres Sieges. Dieser Sieg werde durch bessere Moral, den größeren Fleiß und die überlegene Tapferkeit der jungen Völker gewonnen, fallen aber werde alles, was auf ihre Kosten und durch ihren Schweiß ein Schmarotzerdasein aufbauen wollte. Kurze Rast vor -em Sturm auf Tobruk. ■ DK Eine der erfterf Ausnahmen von den Kämpfen um die Festung Tobruk zeigt vorgehende Infanterie, die bis zur Niederkämpfung feindlichen Widerstandes durch die schweren Waffen einen kurzen Hast eingelegt hat. — (PK.-Kr ie gsberichter Moosmuller. fSch.j) Aiilee zum Fall von Tobruk. Stockholm, 23. Juni. (Europapreß.) Die heutigen Erklärungen des stellvertretenden Ministerpräsidenten Attlee vor dem Unterhaus hatten offenbar nur den einen Zweck, die durch die schwere britische Niederlage in Tobruk ausgelöste heftige Erregung der öffentlichen Meinung zu beschwichtigen. Attlee bezeichnete den Verlust von £obrut als einen schweren und unerwarteten Schlag; die Situation sei schwierig. Die Operationen der deutschen und italienischen Truppen hätten am Samstagmorgen mit einem heftigen Luftangriff.begonnen. Die Infanterie habe die erste Bresche in das Verteidigungswerk geschlagen, der die feindlichen Tanks gefolgt feien. In den darauffolgenden Kämpfen hätten die britischen Truppen sehr schwere Panzerverluste gehabt. Die große Parlamentsdebatte über die Ursachen der Niederlage in Libyen findet in beiden Häusern des Parlaments in der nächsten Woche statt. Warum Rommel siegte. Zürich, 23. Juni. (Europapreß.) Der znilitä- rische Mitarbeiter der „Baseler Nationalzeitung" schreibt: Rommel habe gesiegt, weil Lr nie ein Risiko scheue, stets angreife, um) wenn Teile seiner Streitkräfte eine Schlappe erlitten, erst recht mit dem Rest angreife. Er werde unterstützt von einer Truppe, welche —individuell ausgebildet —, jeden Vorteil des Geländes, jede Möglichkett einer kleinen Umfassung, eines kleinen Vorteils über den Gegner auszunützen versteht. Eine so gewonnene Schlacht zeige, daß die Sieger soldatisch den Besiegten überlegen gewesen sei, und zwar sowohl in der Führung, als auch in der Ausführung. In Afrika wurden jetzt auch schwerste amerikanische Kampfwagen der hier gezeigten Art erbeutet. (PK.-Aufnahme: Kriegsberichter Zwilling. fSchj) w4 Oie technische Ausrüstung. An dem Erfolg von Tobruk ist auch die Heimat« front, die Gesamtheit aller Arbeiter der Stirn und Faust beteiligt, die ein schlagkräftiges Kriegsgerät hergestellt haben. Es wäre undankbar, das nicht zu sagen, wenn der Feind selbst den Vorrang der deutschen. Werkarbeit, wenn auch widerwillig, anerkennen muß. Die argentinische Zeitung „Nacion" bringt eine Vielzahl von Meldungen aus Washington, in denen es heißt: „Der deutsche Tank M. 4 ist gegenüber dem nordamerikanischen Tank 'vom Muster..General Grant" weit moderner und besser. Auch die englischen Panzerwagen konnten den deutschen 88-Milluneter-Paks nicht standhaften." Die Londoner „Sunday Times" hebt die zahlenmäßige Unterlegenheit an amerikanischen Panzern vom Typ „General Grant" hervor, vor allem aber die Unterlegenheit an Panzerabwehrgeschützen und spricht ausdrücklich von der unterlegenen Qualität der englischen Sturzkampfflugzeuge und dem Mangel an einer wirksamen Flakartillerie. Das Londoner Blatt führt die Katastrophe des Generals Ritchie geradezu auf die materielle Unterlegenheit zurück: „Ritchie als Kenner dieser schlechten Kampfbedingungen, hat sich zurückgezogen und bewiesen, daß er gewußt habe, was zu tun sei." Nichts liegt uns ferner, als in dem Streit der Engländer über die Ursachen ihrer, Katastrophe Stellung zu nehmen. Die einen sagen, Ritchie sei unfähig gewesen, die anderen behaupten, seine Ausrüstung sei zahlen- und gütemäßig unterlegen gewesen. Vorher fangen sie in allen Tonarten das Lob der großen englischen und amerikanischen Lieferungen. Uns kann es recht sein. Wir wollen'nie vergessen, daß jetzt im Krieg die Grundlagen für die Geltung der deutschen Werkarbeit im kommenden Frieden gelegt werden. Der gewaltige Aufschwung Deutschlands, die ungeheure Entfesselung seiner werktätigen Kräfte nach dem Krieg von 1870/71 ist kein Zufall, sondern die Frucht dieses Krieges gewesen' Darum ist es so wichtig, daß sich die Engländer jetzt auf der Flucht vor der militärischen Blamage das Armutszeugnis einer schlechten technischen Leistungsfähigkeit sowohl dem Umfang wie der Güte nach ausstellen. Die Amerikaner haben dafür eine feine- Nase. Sie wissen, was es bedeutet, daß ihr alter industrieller Wettbewerber die Blamage der mangelnden industriellen Leistungsfähigkeit zuaidt, um die militärisch-politische Blamage zu entschuldigen. Der englische Nachrichtendienst sagt in einer Sendung für die Vereinigten Staaten: „Unsere Panzer und Geschütze sind denen des Feindes nicht gleichwertig. Wir wollen durch diese klare Darstellung den amerikanischen Hörern klarmachen, daß die englische Oeffentlichkeit nicht im geringsten selbstzufrieden oder behaglich die Niederlage in Libyen aufgenommen hat. England hat so große Verpflichtungen gegenüber der Sowjetunion, in Indien, China, durch die Schlacht auf dem Atlantik und durch die Bombenangriffe auf Deutschland, daß unser Volk von 40 Millionen einfach nicht in der Lage gewesen ist, genügend Material für die Verteidigung Tobruks zur Verfügung zu stellen." Hier beweist der englische-Nachrichtendienst mehr, als zu beweisen war. Schon die verunglückte britische Libyen-Offensive vom November bis Januar war dadurch gespeist, daß die amerikanische Rüstungsindustrie zwei Drittel ihrer Erzeugung nach Aegypten lieferte. Kairo wimmelt auch jetzt von technischen Kommissionen aus den USA., die in Libyen die Wirkung und Leistung chres Kriegsmaterials am lebenden Objekt studieren wollten. Zu diesem Studium sind sie ja nun gekommen! Aber auch die Kriegstechniker des deutschen Afrikakorps hatten auf dem Wüstenweg von Bir Hacheim über Tobruk bis zur ägyptischen Grenze an der Fülle des Beute- Materials, das den Engländern — angeblich — gefehlt hat, eine Gelegenheit für Studien. Dr. Ho. Erwin Kraus Korpsführer des NGKK. I ■ Vv.'/z./'/z/A"', MMR - Berlin, 23. 3uni. (DNB.) Der Führer hat den bisherigen NSKK.-Obergruppenführer Erwin Kraus als Nachfolger des verstorbenen Korps- führers Hühnlein zum Korpsführer des NSKK. ernannt — (Bild: Preffe-Hoff mann- Sch.) Korpsführer Erwin Kraus, geboren am 26. Mai 1894 in Karlsruhe, studierte nach dem Besuch des dortigen Realgymnasiums an der Technischen Hochschule Maschinenbau. Bei Ausbruch des ersten Weltkrieges trat er als Freiwilliger bei der Infanterie ein und nahm an den Kämpfen bei Lange- marck und Ppern teil. Als Leutnant d. R. schwer verwundet, meldete er sich — kaum genesen — zur Fliegertruppe, der er bis zum Ende des Weltkrieges angehörte. Er erhielt das E. K. 1 und II sowie das Flieger-Beobachter-Abzeichen. Im Verbände der Garde-Kaoallerie-Schützendivisio« nahm er an der Niederwerfung des Spartakistenaufstandes und sodann wiederum als Flieger im Grenzschutz Ost an den Kämpfen gegen die polnischen Insurgenten in Oberschlesien teil. Bei der Befreiung des Ballikunts von den Bolschewisten gehörte er der Fliegerabtei- luna der Eisernen Division an. Nach seinem Ausscheiden aus dem Waffendienst bekleidete Kraus bis 1929 leitende Stellungen in der Industrie und im Luftverkehr. Später mar er als freier Sachverständiger für Kraftfahrwesen in München und Stuttgart tätig. Schon 1923 bekannte sich Kraus zum Nationalsozialismus. Er nahm am Aufbau der Motor- SA. und des NSKK. in München und Stuttgart entscheidenden Anteil und war von 1930 bis 1933 Führer der Gruppenstaffel Südwest und Chef des Amtes Technik des NSKK. Ende 1933 berief ihn der verstorbene Reichsleiter Hühnlein zur Durchführung umfassender organisatorischer Aufgaben in die Korpsführung nach München und ernannte ihn gleichzeitig zum Kraftsahr-Inspekteur Süd. 1935 wurde er Inspekteur für technische Ausbildung und Geräte des NSKK. Korpsführer Kraus ist Inhaber des Goldenen Ehrenzeichens der NSDAP, und MdR. Aus der Zitadelle von Bir Hacheim. 1 r7“' —* ' / ?zz f * ' M -MM er- Durch die. Eroberung dieses Forts wurde die britische Verteidigungsstellung in Nordafrika schwer schüttert und der Siegeszug der deutschen und italienischen Truppen noch Tobruk eröffnet. , (PK.-Aufnahme: Kriegsberichter Zwilling. sSch.j) Abschluß des europäischen Ägendlreffens. In Weimar fand au( dem Fürstenplatz das Treffen der europäischen fugend mit einer öffentlichen Kundgebung seirien Abschluß. Nach einer Ehrung der im gemeinsamen Kampf um - Bestand. und Zukunft Europas Gefallenen durch den Reichsjugendführer und die Jugendabordnung aus »14 Nationen erklärte Reichsleiter v. Schirach, dieser Krieg werde nicht um territoriale Ansprüche geführt, er sei die Auseinandersetzung zwischen den Mächten, die eine neue soziale Ordnung wollen, und denen, die das plutokratische Prinzip der Ungerechtigkeit und damit der Bevorrechtung des Reichtums verewigen wollten. Deutschland habe keiner Nation dieser Erde etwas zuleide getan. Es habe nur seinem eigenen Volk das Glück einer klassenlosen Kameradschaft aller Menschen seines Blutes und seiner Sprache und damit die Voraussetzung einer höheren Entwicklung bescheren wollen. Ihm sei es nicht um fremde Länder, sondern nur um die eigenen Meirichen gegangen. Wenn Frankreich, England und Amerika den aufsteigenden Völkern den Krieg erklärt hätten, so habe das keinen anderen Sinn als den, die Mächte einer neuen sozialen Ordnung zu treffen. Der Reichsleiter schloß mit den Worten: „Jugend Europas, die Entscheidung, vor der du stehst, ist einfach: sie heißt soziale oder kapitalistische Ordnung der Welt. Durch die Schlachten dieses Krieges marschiert das junge Europa von Sieg zu Sieg.'Am Ende hes Krieges aber steht der Triumph einer Generation, die im Bewußtsein ihrer kulturellen Mission jederzeit bereit war, ihre Pflicht zu . tun." Frankreich und das neue Europa. Eine Rundfunkrede Lavals. Dfchy, 23. Juni. (DNB.) Der französische Regierungschef Laval hielt eine Rundfunkansprache. Er er Härte, Frankreich habe unrecht daran getan, im Jahre 1918 keinen vernünftigen Frieden mit Deutschland abzuschließen. Ein ebenso großes Unrecht sei es aber gewesen» im Jahre 1939 Krieg gegen Deutschland zu führen. Frankreich müsse jetzt die Folgen tragen. Er habe aber den festen Willen, vertrauensvolle Beziehungen zu Deutschland und Italien aufzubauen. Deutschland kämpfe jetzt im Osten für ganz Europa, ünd Frankreichs Aufgabe müsse es sein, nicht pur den Sieg Deutschlands zu wünschen, sondern in den Fabriken und auf den Feldern Deutschland bet diesem Kampfe zu unterstützen. Laval richtete einen Appell an die französischen Arbeiter, m Deutschland zu arbeiten, da sie durch ihre Arbeit in Deutschland auch dazu beitragen würden, die Befreiung der französischen Kriegsgefangenen in Deutschland rascher herbeizuführen. Frankreich könne nicht gleichgültig den ungeheuren Opfern zuschauen, die Deutschland bringe, um ein neues Europa zu schaffen. Was heute vor sich gehe, sei eine Revolution, aus der eine neue Welt Entstehen solle. Die Arbeiter hätten von dem neuen Regime, das in Frankreich entstehen wird, nichts zu fürchten, aber alles zu erhoffen. Ueberall in Europa werde der Sozialismus entstehen. Aus den Abgründen des Unglücks könne inan sich nur erheben, indem man den Weg des Mutes beschreitet. Litwinow klagt über unzureichende Lieferungen. Lissabon, 23. Juni. (Europapreß.) Daß trotz aller gegenseitigen Versicherungen die Lieferungen von Kriegsmaterial an die Bolschewisten bei weitem nicht der gewünschten Höhe entsprechen, beweist eine Ansprache des Sowjetbotschafters Litwin o w - F i n ke l st e i n bei einer Neuyorker Veranstaltung, der man den vielversprechenden Titel „Sowjetkriegshilfe" gegeben hatte. Litwinow-Fin- kelstein führte bewegte Klage darüber, daß die so viel erörterte zweite Front immer noch nicht errichtet sei. Durch diese zweite Front hätten den Heinrich Seidel. Zum 100. Geburtstage des Dichters. In Ina Seidels Lebensbericht „Meine Kindheit und Jugend" findet sich ein reizendes, sonst wenig bekanntes Bild der 21jährigen aus dem Jahre 1906: sie sitzt da im Sommerkleid lachend puf einer Bank im Garten neben einem ooübärtigen, stattlichen alten Herrn, ihrem Onkel und Schwiegervater Heinrich Seidel, der wenige Monate später, am 7. November, in Groß-Lichterfelde bei Berlin für immer die Augen schloß. Vor 100 Jahren, am 25. Juni 1842, wurde er in Perlin in Mecklenburg als Sohn eines Pfarrers geboren. Seine Lebensgeschichte hat er in dem Buche „Von Perlin nach Berlin" selbst erzählt; er kam von Her Technik zur Dichtung, hatte in Güstrow gelernt, lebte seit 1866 in Berlin, wo er als Oberingenieur in einer großen Maschinenfabrik arbeitete, und wandte sich 1880 ganz der Literatur zu. Er war aber, wie er gelegentlich bemerkte, „jedenfalls nicht wegen verfehlten Berufes unter die Schriftsteller gegangen": die imposante Eisenkonstruktion der Halle des Anhalter Bahnhofs in Berlin ist fein Werk. Heinrich Seidel begann als Lyriker („Glockenspiel", „Neues Glockenspiel") in den achtziger Jahren/ hat aber das Beste, ihm Eigentümliche und ihn Ueberlebenbe in seinen Erzählungen gegeben. Menschenkenntnis und Phantasie, Humor und Wirklichkeitssinn, ein starkes Heimatgefühl und ein un- versieglicher Optimismus sind die bewegenden Lebensmächte seiner Geschichten und Gestalten; nicht zu vergessen jene wohl spezifisch deutsche Andacht zum Kleinen und Geringen, die Freude am Idyllischen, am Unscheinbaren und leicht Uebersehenen. Er hak es einmal so ausgedrückt. „Ich habe von jeher einen ausgesprochenen Sinn für das Dürftige gehabt und vermag mich wohl zu erfreuen an dem schimmernden Spiele der Wolken, dem Summen der Bienen, dem Flattern der kleinen blduen Schmetterlinge und dem einsamen Ruf eines Vogels." Damit ist schon angedeutet, daß er, der viele Jahre in der Großstadt lebte, nie die vertraute Beziehung zur Natur verloren hat, die sich ihm in den Wäldern und Seen seiner mecklenburgischen Heimat beglückend offenbarte. Diese Landschaft ist der paradiesische Schauplatz der großen Erzählung „Reinhold Flemmings Abenteuer zu Wasser und zu Lande", einer der herrlichsten Jungensgeschichten, die es überhaupt gibt, und die es wahrhaftig verdiente, auch außerhalb der mecklenburgischen oder jedenfalls norddeutschen Grenzen gelesen zu werden. An ihrer echten Jugendlichkeit, ihrer Aben- teuerfreube und ihrem großartigen Humor werden übrigens, wie wir glauben, auch sehr erwachsene Leser ihr ungetrübtes Wohlgefallen haben; es ist eine wunderbare Lektüre für warme Sommer- und Ferientage. Immerhin bekannter als die mancherlei aus lebendiger Kindheitserinnerung geformten Menschen dieser Geschichte wurde eine andere Gestalt Seidels, die eigentliche Verkörperung seiner das Dasein gütig und freudig bejahenden Weltansicht: das ist Leberecht Hühnchen. In der Selbstbiographie „Von Perlin nach Berlin" heißt es: „Karl Hohn ist das Urbild zu meinem Leberecht Hühnchen, und wir haben uns in Hannover einmal fast genau so, wie es in der kleinen Erzählung geschildert wird, für 30 Pfennige einen fidelen Abend gemacht. Er war ein Küfterssohn aus Mecklenburg und hatte sich in Lüneburg, wo er vorher das Gymnasium besuchte, aufs äußerste durchgeschlagen, ohne jemals den guten Mut zu verlieren. Auch hier in Hannover war sein Wechsel sehr gering. Aber immer ging etwas wie Sonnenschein von ihm aus, und er wußte allem eine heitere Seite abzugewinnen. Er beschäftigte sich damals in seinen Mußestunden mit der Erfindung von allerlei Menschen für besondere Zwecke, die er sorgfältig aufzeichnete. Ich erinnere mich noch an den Kampfmenschen UHd an den Reise- menschen, die beide mit einer Unzahl zweckmäßiger Erfindungen ausgeftattet waren.-Auch stammt von ihm aus jener Zeit die Erfindung des berühmten eisernen Ofens, der aufgezogen wird, in der Stube auf Gummischuhen so lange herumläuft, bis er röarm ist, und sich dann in die Ecke stellt und heizt." Dieser Hohn gratulierte viele Jahre später, als Oberingenieur in einer holländischen Maschinenfabrik, seinem Jugendfreunde Seidel zum 60. Geburtstage mit einem Briefe, in dem es- heißt: „Siehst dü, weil du doch nun Geburtstag hast, will ich mir heute auch eine besondere Güte antun. Da gehe ich zu dem Laden der Witwe N., die das schöne Räucherzeug hat, stell mich vor die Auslage, such mir den dicksten Spickaal aus, und den verschling ich mit den Blicken. Und dann stelle; ich mir vor, was die N. für Augen machen wird, wenn sie ihren schönen Spickaal auf einmal alle werden sieht 52 weitere Verteidigungsanlagen an der Festungssront von Sewastopol genommen. Oer Wehrmachtbericht. DRV. Aus dem Führerhauptquartier, 23. Juni. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: 3 m nördlichen Festungsgeblet von Sewastopol sind die auf der äußersten Landzunge nördlich der Sewernaja-Vucht noch haltenden Reste des Feindes eingeschlossen. An der übrigen Festungssront wurden in schweren Linzelkämpfen unter schwierigsten Geländeverhältnissen zahlreiche Vunker niedergekämpft und weitere Verteidigungsanlagen genommen. Starke kampf- sliegerkräste unterstühten die Angriffe und bombardierten feindliche Reserven und Munitionslager. An der Rordküste des Asowschen IJlee- res wurde ein örtlicher Landungsversuch der Sowjets abgewiesen. Die im Waldgebiet nordostwärts Charkow noch befindlichen Reste der zerschlagenen sowjetischen Division wurden vernichtet. 6 6 0 Tote wurden gezählt, 946 Gefangene und 20 Geschütze eingebracht. 3m mittleren Abschnitt der Ostfront geringe Kampftätigkeit. An der Wolchow-Front hatte der Feind in erbitterten wechselvollen Waldkämpfen schwere Verluste. Die Sowjetluftwafse verlor am gestrigen Tage 100 Flugzeuge. Fünf eigene Flugzeuge werden vermißt. 3n Rordafrika haben die vordersten Teile deutscher und italienischer Divisionen die libysch- ägyptische Grenze erreicht. Bei der Einnahme des Hafens von Tobruk versenkten Verbände des Heeres ein Kanonenboot und sechs kleinere Transportdampfer mit zusammen 5200 BRT., die mit britischen Truppen zu fliehen versuchten. Die an Bord befindlichen Soldaten wurden gefangengenommen. Die Festung Sewastopol mit den Forts im Nordteil sowie dem äußeren und inneren Befestigungsgürtel. (Scherl-Bilderdienst. sOKW.j) s'/N Till 10 km ^flaldkldwdi’ wscNy r/> Auf 2H aU a bekämpften deutsche und italienische Kampfflugzeuge die Anlagen des Flugplatzes Luca mit Bomben schweren Kalibers. Die Stadt Emden wurde in der letzten Rächt erneut von britischen Bombern angegriffen. Die Zivil» bevölkerung hatte geringe Verluste. Zahlreiche Gebäude in Wohnvierteln wurden getroffen. Vier der angreifenden Flugzeuge wurden abgeschossen. 3n den schweren Winterschlachten an der Ostfront haben Luftwaffenbataillone im Erdkampf Flugplätze und auch besonders bedrohte Frontabschnitte tapfer verteidigt. 2Rtt Verbänden des Heeres sind diese Einheiten jetzt an anderen Operationen hervorragend beteiligt. 3n diesen Kämpfen in unwegsamem Gelände zeichnete sich die Division von THcinbt besonders aus. Leutnant Ley kauf, Flugzeugführer in einem 3agdgeschwader, hat an der Ostfront in einer Rächt sechs feindliche Transportflug, zeuge abgefchossen. Deutschen sicherlich schwere, wenn nicht ‘gar entscheidende Niederlagen beigebracht werden können. Die Kriegsmateriallieferungen aus den Vereinigten Staaten und England würden wohl in der Sowjetunion geschätzt, so sagte Finkelstein, aber sie'reich- t e n bei weitem nicht aus, um die hohen Materialverluste zu ergänzen. Japanisches U-Boot an der Küste von Oregon. Tokio, 23. Juni/ (DNB.) Das japanische U-Boot, das die militärischen Anlagen der Insel Vancouver beschossen hatte, nahm auch militärische Ziele in der Gegend von Port Brown und West-Port an der Mündung des Columbia- River im Staate Oregon (USA.) nördlich des 46. Breitengrades, unter Feuer. Die neue Beschießung erfolgte in der Nacht zum 22. Juni in zwei Angriffen. Wichtige militärische Anlagen wurden zerstört. Zu dem Angriff au'fdieJnsel Vancouver erklärte nach einer Europapreß-Meldung aus Lissabon der kanadische Verteidigungsminister R a l st o n in Ottawa, das U-Boot habe 40 Minuten lang vor der Nordspitze der Insel gelegen und min- destens30Schüfse gegen Lündziele abgefeuert. Es sei nicht möglich gewesen, das japanische U-Boot zum Verlassen der Küste zu zwingen. Flugzeuge der kanadischen Luftwaffe seien zwar entsandt worden, doch kamen ste viel zu spät, um gegen das japanische Unterseeboot noch etwas ausrichten gir können. Kleine politische Nachrichten. Unter dem Vorsitz von Staatssekretär Backe fand eine 1, Arbeitstagung der Chefs der deutschen landwirtschaftlichen Verwaltungen der im deutschen Machtbereich liegenden außerdeutschen Länder statt. Ihre Berichte ergaben ein eindrucksvolles Bild von der Produktionsumstellung und Intensivierung der Landwirtschaft in allen Gebieten, um die Nahrungs* sreiheit Europas zu erringen. ♦ In Berlin versammelte Reichsverkeyrsminister Dr. Dorpmüller die Präsidenten der Generalbe» triebsleitungen und Reichsbahndirektionen zu einer Arbeitstagung. Der Minister und Staatssekretär Dr. Ganzenmüller gaben einen Ueberblitf über die Maßnahmen, um den Transportmittelumlauf zu beschleunigen. Durch Erlaß des Oberbefehlshabers der Kriegs» ryarine ist für die M a r i n e a r t i 11 e r i e ein Kriegsabzeichen gestiftet worden: Ein am Strande aufgestelltes Geschütz mit Schutzschild, das von einem ovalen Eichenlaubkranz mit Hoheitsabzeichen umgeben ist. Der Chef des japanischen Admiralstabes sprach in der deutschen und in der italienischen Botschaft vor, um die Glückwünsche zu den (Siegen im Mittelmeer und zur Eroberung von Tobruk auszu- sprechen. Aus dem Reich. Tätige Reue bei Vergehen gegen den Lohnstop. Der Generalbevollmächtigte für den Arbeitseinsatz hat die Reichstreuhänder der Arbeit angewiesen, dann keine Ordnungsstrafe zu verhängen, wenn ein Betriebssichrer, der vor dem 30.6.1942 entgegen aeltenben Vorschriften die LöhnL oder Ge» hälter erhöht ober sonstige Zuwendungen ausgeschüttet hat, vor einer Anzeige oder einer eingeleiteten Untersuchung und ohne unmittelbare Ges sechsjährigem Bolksschulbefuch ausgenommen. Kin- i der, deren Umschulung nach vier Jahren nicht mög- chaushalt darf eine Sammelgebühr von höchstens 1 RM. pro Familie erhoben werden. Für das Sammeln gegen Entgelt dürfen je Personen 3 RM., bei Familien jedoch nur für die erste Person 3 RM. und für jedes weitere Mitglied 50 Rpf. erhoben werden, für das Sammeln durch Schulen und Hitler- Jugend je Einheit 5 RM. Soweit bisher Beschränkungen für das Sammeln nicht bestanden und Gebühren nicht erhoben werden, bleibt es dabei. Von den verschiedensten Wildpflanzen sind die Wildfrüchte am bekanntesten und beliebtesten.'Sie wurden auch schon in Friedenszeiten in mehr oder weniger starkem Umfange in den Wäldern unb auf Mooren, Heideflächen .und Wegrändern geerntet. An erster Stelle dürfte wohl die Preiselbeere stehen, die auf Heideflächen und in lichten Wäldern anzutreffen ist. Sie wird als Frischkost verzehrt, ergibt eine vorzügliche Kaltschale und liefert ein hervorragendes Kompott. Das gleiche gilt für die Heidel- oder Blaubeere. An Wegrändern, in den Hecken und auf Hügeln gedeiht die Brombeere, die ebenfalls als "Frischkost roh zu verzehren ist und daneben eine ausgezeichnete Suppe oder Kaltschale mit Birnen und Aepfeln gemischt sowie ein schmackhaftes Kompott ergibt. Immer beliebter wird auch die Schlehe, die wir an den Dornsträuchern, an Wegen und Waldrändern finden und durch den vorzüglichen Schlehensaft (zu Glühwein) und Schlehengelee in manchen Landesteilen berühmt geworden ist. Auch die Hagebutte darf in diesem Zusammenhang nicht vergessen werden, die wir ebenfalls in Hecken und auf Oedland antreffen und wegen ihres besonders hoben Gehaltes an Vitamin C sehr schätzen. Ts gibt Hagebutten-Mvst, Marmelade. Tee und die nahrhafte Haaebuttensuppe. Zu erwähnen ist noch die Holunderbeere, die zu Suvpen und Speisen verwandt wird, fernerhin die Vogelbeere, die 'Frucht der Eberesche, die Kornelkirsche und die Berberitze. Eingemachter Berberitzensaft und Berberitzenmarmelade erwerben sich immer mehr Freude. Außer den Wildfrüchten sind in den letzten Jahren auch die Wildaemüse mebr und mehr gesammelt und verwertet worden. Sauerampfer, Ravunzel, w'lder Hopfen und Schafgarbe sind heute schon weit und breit bekannt. Daaeqen wissen viele noch nicht, daß auch Huflattich, Löwenzahn, Brunnenkresse. Brennnessel. Breitwegerich. Gartenmelde, Hederich und Vogelmiere, um nur einige zu nennen, eine gute Grundlage für gute Salate und Gemüfe ergeben. An Wildkräi'tern finden wir in Deutschland, auf Wissen an Wegr^dern und Wäld-rn iHm Gartenkresse, Boretsch, Kümmel, Bibernelle, Feldthymian (Quendel). Diese wildwachsenden Gewürzkräuter werden den verschiedensten Sveisen zuaetan. Schließlich lassen sich Erdbeeer-, Himbeer-, Brombeer-, Jo- dieser Grundschule wie auch diejenigen der übrigen , , , .. Schulen sind reichseinheitlich ausgerichtet. Daher ist lich war, können bei Begabung also noch später es jetzt ohne jegliche Schwierigkeiten für ein Kind entweder die Mittelschule oder die Höhere Schule möglich, von der Grundschule eines Ortes in eine nach weiteren zwei Volksschuljahren besuchen. Die andere, an einem anderen Orte gelegene Schule ~' und hinterlege sie bei deinem Hotelportier, dann werde ich sie abholen." So deutlich darf sie sich nicht ausdrücken. Sie ♦* Reichssportabzeichen für Schwimmen. Die Hebungen zur Erlangung dieses Sportabzeichens können am kommenden Samstagnachmittag in der Müllerschen Badeanstalt abgelegt werden. Näheres in der heutigen Bekanntmachung ** VHC. Gießen. Bei der Junir-Wanderung des VHC. brachte die Bahn die Wanderschar frühmorgens über Wetzlar ins Dilltal bis nach Edingen, Kür Tapferkeit vor öem Keinüe. Der Unteroffizier Ernst K r e i ck e r aus L a u - bad), der für Tapferkeit vor dem' Feinde früher chon das Eiserne Kreuz II. Klasse erhalten hatte, wurde jetzt mit dem Eisernen Kreuz I. Klasse hannisbeer- und Lindenblätter sowie die Stengel Blätter zahlreicher anderer Pflanzen zu Haus- Es gibt auch Kinder, die auf Grund ihrer geistigen Entwicklung oder infolge von Körperfehlern nicht in die allgemeinbildenden Schulen aufgenommen werden können. Diese besuchen hie Hilfsschule. An diesen Schulen wird sehr intensiv gearbeitet. Es zeigen sich Erfolge, die im allgemeinen unbekannt sind. So gelingt es den an diesen Schulen tätigen Erziehern in fast allen Fällen, die Kinder so weit zu schulen, daß sie an ihren Geisteskräften entsprechenden Arbeitsplätzen im späteren Leben ihren Mann stehen können. Für körperbehinderte Kinder gibt es Sonderschulen. Nachdem die Kinder die allgemeinbildenden Schulen besucht haben, steht ihnen je nach der Art der erworbenen Schulbildung der Besuch der Fachschulen und Hochschulen offen. Die Volks- schüler besuchen allgemein die Berufs-^ und Fach- scyulen nach Vollendung des 14. Lebensjahres. Wer die Mittelschule besucht hat, dem stehen die Fachschulen offen. Das Studium an Hochschulen und Universitäten ist allen möglich, die das Zeugnis der Reife erworben haben. Walter Sagitz. einen geeigneten Feuerwehrführer zu bestimmen, der die Dienststellung und Bezeichnung eines „Unter« kreisführers" zu erhalten hat. Die Unterkreisführer üben ihre Tätigkeit ehrenamtlich aus; sie sind für die einheitliche und ausreichende Ausbildung der Feuerwehren ihres Bezirks verantwortlich. Kunst und Wissenschaft. Würzburger Tagung für Sing- und Sprechkultur. Zu feiner dritten Arbeitstagung während de5 Krieges trat der deutsche Fachbeirat des 1938 gegründeten internationalen Rates für Sing- und Sprechkultur in Würzburg zusammen. Ewald Geißler (Erlangen) sprach vom Dienst am Wort, Borries Freiherr von Münchhausen bewies das in meisterlichem Vortrag eigener Balladen ünd Lyrik und Professor Dr. Felix Oberborbeck (Graz) zeigte, wie notwendig die Sprecherziehung zu aller musikalischen Volkstumsarbeit gehört. Heber die musikalische Ausbildung des Sängers sprach Professor Gerhard Hüsch (München). Dr. Celestino-Sarobe (Berlin) ließ eine bel-canto-Stunde bei seinem großen Lehrer Battistini lebendig werden. Heber die GescmgSerziehung und ©tynmpftege der Chorarbeit sprach Professor Franz Xaver D r e ß l e r aus Her- mannstadt. Auch hier die Forderung, vorsichtige Stimmpflege schon bet 'der Jugend beginnen zu lassen, die so vor allem vor Heberschreiungen und vor den vielen Stimmschäden bewahrt sind. Was ein gut geschulter und gut geführter Chor leisten kann, bewies Professor Eduard Eichler mit einer kleinen Frauengruppe des Staatskonservatoriums in Würzburg an Gesängen von Armin Knab und Distler. Friedrich von (Bagern. Friedrich von Sagern begeht am 26. Juni seinen 6 0. Geburtstag. Das unglückliche Ende des ersten Weltkrieges hatte ihn aus seiner krainischen Grenzlandheimat vertrieben, wo er, ein Enkel des Grafen Auersperg, auf Schloß Mokritz zur Welt gekommen war. In dem alten Schloß seiner Vorfahren war er einsam ausgewachsen. Aus diesem Erlebnis der Heimat wuchsen feine schriftstellerischen Werke, jagdliche Erzählungen, wie fein 1907 erschienenes Buch „Im Büchsenlicht" und drei Jahre später „Die Wundfährten". 1911 veröffentlichte er mit Freiherrn von Kapherr zusammen das Buch schöner Tiergeschichten „Kolk der Rabe", 1913 kam sein erster größerer Roman „Der böse Geist" heraus und nach langen Jahren großer Auslandsreisen 1919. das Buch „Das Geheimnis", Sein „Grenzer buch" schildert den Untergang der indianischen Rasse. Sein Roman „Ein Volk" feiert die Geschichte des tapferen Kroatenvolkes. In einem feiner neueren Werke „Geister, Gänger, Geschichte und Gewalten" wagte er sich in den Bereich des Hebersinnlichen. „Das königliche Opfer" von Vollerlhun. In Hannover würde Georg Vollerthuns neue Oper „Das königliche Opfer" uraufgeführt. Das Textbuch von Oswald Schrenk behandelt die Begegnung zwischen der Königin Luise und Napoleon in TM und stellt das politische Geschehen stark in den Vordergrund, ohne die sich daraus ergebenden dramatischen Möglichkeiten voll auszuspielen. Die heißen Bemühungen des Komponisten gelten der musikalischen Interpretation der seelischen Spannungen. Ihr verdankt die Partitur die glücklichsten Einfälle. Das reine Aufklingen einer ganz dem Seelischen hingegebenen Musikalität verweist den Komponisten an einen Stoff, der ihm in dieser Hinsicht größere Möglichkeiten bietet, als ein Musikdrama mit historischem Vorwurf. - Die Uraufführung im Städtischen Opernhaus zu Hannover, das früher schon Vollerthuns „Freikorporal" .zuerst herausbrachte wurde mit stürmischem Beifall aufgenom- men. ' Lrnst A. Runge. ersparnis lauten die Karten über eine, fünf und zehn Personen. Der unterschiedlichen Selbstversorger-, ration in verschiedenen Gebieten, deren Höhe der Schwere der Landarbeit entspricht, ist bei der Gestaltung der Karten auch weiterhin Rechnung getragen. Die Reichs-Mahl- und Brotkarte für eine Person kann bei dem für die Ausgabe zuständigen Ernährungsamt in Reise- und Gaststättenmarken für Brot umgetauscht werden, wenn hierfür ein Bedürfnis besteht. halb der öffentlichen Wege zu gestatten, soweit sie diese Erzeugnisse nicht selbst ernten oder ernten lassen. Allerdings kann das Betreten des Waldes örtlich und zeitlich beschränkt werden, wenn dies zur Erhaltung seltener Tiere und Pflanzen dringend erforderlich "ift Für das Sammeln im eigenen auf den vorgeschriebenen Stand zurückführt. Abgesehen von den sich zwingend aus Gesetz. Tariford- nung, genehmigter Betriebsordnung oder Anord- nuna der Reichstreuhänder der Arbeit ergebenden Lerdesserunaen bedarf jede Erhöhung der Löhne, Gehälter und sonstigen Zuwendungen der vorherigen Zusttmmung durch den Reichstreuhänder der Arbeit. Verbesserung der Freiwilligen Feuerwehren. Verwertung bes Gehörten zu geben. Arbeitspsychi» logie treiben, heißt in den inneren Menschen hineinsehen. ' Der von innerer Wärme erfüllte Vortrag bot den zahlreich Erschienenen wertvolle Anregungen zum Nachdenken und zu sinnerfüllter Verwertung im eigenen Lebenskreis. Zukunftsträchtig in ihrer gläubigen Hingabe an die neuen großep und dankbaren Aufgaben, die das Arbeitsproblem im nationalsozialistischen Staat aufwirft, waren die eineinhalbstündigen Ausführungen des Redners den Hörern Auftrieb und innere Bereicherung. Der starke Beifall der Zuhörer wurde in dem Dankes- wort des Kreisberufswalters Hofmann an den Portragenden besonders unterstrichen. Fronlkamerodschast über das Grab hinaus. . Vom Jugendamt der Stadt Gießen wird uns mitgeteilt: Das Jugendamt führt u. a. die Vormundschaft über ein Mündel, dessen Vater an der Ostfront gefallen ist. Die Kameraden seiner Einheit haben durch freiwillige Spenden den Bettag von 2500 RM. aufgebracht, den sie dem Kind, einem Mädck>en zur Verfügung stellten mit der Auflage, daß über das Geld erst bei Erreichung der Volljährigkeit bzw. erst bei der Heirat, wenn diese früher erfolgt, verfügt werden darf. Der Betrag wurde dieser Weisung gemäß mündelsicher als Spareinlage angelegt. Der Oberbürgermeister hat der Einheit für diese hochherzige, echte und vorblldliche Soldatenkatneradschast namens des Jugendamtes der Stadt Gießen für das Mündel herzlichen Dank .ausgesprochen. Gießener Schlachtviehmartt. Auf dem gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtoiehoertellungsmarkt) in der Diehversteiae- rungshalle Rhein-Main kosteten: Ochsen 39 vis 45 Rpf., Kühe 20 bis 47, Färsen 38 bis 49, Kälber 35 bis 57, Schafe 45 je XA kg Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise erzielt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,25 RM., bl (135 bis 149,5 kg) 1,25, b2 (120 bis 134,5 kg) 1,25, c (100 bis 119,5 kg) 1,23, d (80 bis 99,5 kg) 1,15, e—f (unter 80 kg) 1,11, gl (fette Specksguen) 1,25, i (Altschneider) 1,25, g2 (andere Sauen) 1,15, h (Eber) 1,15 RM. Marktverlauf: alles zugeteitt. nen, um für die Dauer des Krieges seine Arbeitskraft ausschließlich für das Feuerlöschwesen zur Verfügung zu haben. Auch haben die unteren Verwaltungsbehörden für jeweils 8 bis 10 Gemeinden je machen, stimmt sie schließlich allem zu, was er vorschlägt. Ja, ja, ja — sie wird in der Halle seines Hotels mit ihm Tee trinfen — wenigstens kann er dann nicht sagen, daß er die Briefe vergessen hat, oder sie kann chn hinaufschicken, um sie zu holen, alle, auch die letzte Zeile — wenn sie nur eine Ahnung hätte, wie -oft sie Überhaupt geschrieben hat. Eine Stunde später sitzt sie ihm gegenüber. Hub die> ersten Minuten sind nicht so unangenehm, wie in ihrer Vorstellung. Er empfängt sie schon an der Drehtür, gut aussehend, höflich, ritterlich, sie hat nicht nötig ihn zu suchen oder nach ihm zu fragen. Allerdings ahnt sie nicht, daß nicht er allein sie erwartet. Vom Portier bis zum Liftboy weiß jeder, daß Herr Bareiro Frau Albrecht Sierinck erwartet — falls er nicht da fein sollte. Er war der Meinung, daß dieses Wissen seinem Kredit nicht schaden könne. Ohne daß sie danach fragen muß, händigt er ihr ein schmales Päckchen ein, mit einem Seidenband zusammengebunden. „Ist das nun alles?" Sie hebt es fragend empor, ehe sie es in die Tasche versenkt. ,Lch denke doch, falls, ich noch etwas finden sollte, rufe ich dich an." „Ach finde bitte, nichts mehr!" sagt sie mit einer komisch-verzweifelten Grimasse. „Ich bin froh, wenn ich das Zeugs vernichtet habe." „Die Zeugen einer Vergangenheit", nickt er mit einem melancholischen Lächeln — „einer Vergangenheit, die doch wunderbar schön war, wenigstens für mich. Es tut mir ein bißchen weh, daß du so, so pietätlos darüber denkst. Ich gebe da etwas in gleisen. Unb der Zug muß sicher im Hafen ankommen, wo der große Dampfer wartet, der Dampfer liegt auf dem Babezimmerspiegel, was dem Spiegelglas sicher nicht sehr bekömmlich ist, aber bem Teppich immerhin noch zuträglicher, als das „echte Wasser", nach dem Hansjürgen ungestüm verlangt hat. Die Sirene des Dampfers tutet schon zur Abfahrt, Hansjürgen bläst zu diesem Zweck mit aller Lungenkraft in seine Blechtrompete, und in den schrillen Klang hinein rasselt die Klingel des Fernsprechers. Irmela ist ziemlich unwillig über die Störung, unb die Kinder sind es noch weit mehr. Sie rufen ungeduldig, als sie ein paar Sekunden den Hörer in der Hand hat, Mutti soll Schluß machen, der Dampfer fährt ohne sie ab! „Seid doch ruhig!" herrscht Irmela sie an. „Bitte, Fräulein Engel, machen Sie die Tür zu, wenn Sie die Kinder nicht einen Augenblick stillhalten können! Man versteht ja sein eigenes Wort nicht!" Sie versteht sehr gut, die eigenen Worte unb noch besser die fremden — aber sie braucht keine Zuhörer bei dieser Hnterhaltung. Fernando Bareiro! Sie hat ihn vergessen, sie hat jeden Gedanken an ihn verdrängt, wenn sie einmal flüchtig an ihn gedacht hat, bann in der Hoffnung, daß er längst abgereifi ist, irgenbmo unb irgendwann einmal wird er diese Briefe schon vernichten, deren Vorhandensein ihr einen so bitteren, häßlichen Geschmack auf der Zunge 'gibt. . Aber er ist nicht abgereift, er meldet sich wieder, unb fängt wieder an, von den Briefen zu reden, unb Irmela muß so vorsichtig ihre Worte wählen; denn genau so gut wie sie jetzt hört, daß Urfula hinter der geschlossenen Tür meint, genau so gut kann Fräulein Engel verstehen, was sie in die Muschel spricht, sie kann nur zustimmen ober ablehnen, wenn er etwas vorschlägt, sie kann nicht sagen, wie wenn sie ungestört wäre: „Ich will dich nicht Wiedersehen, weder treffen noch weniger in dein Hotel kommen. Ich will auch nicht, daß du mein Haus betrittst, wenn du so anständig sein willst, mir die Briefe zurückzugeben, tu sie in einen versiegelten Umschlag Mit Beginn der 39. Zuteilungsperiode, also vom 27. Juli ab. wird für Selbstversorger eine Reichs- mahl- und Brotkarte eingeführt, die gegenüber bisher eine wesentliche Vereinfachung des Verfahrens bringt. Die Karte gibt dem Selbstversorger grundsätzlich die Möglichkeit, sich für das Lohn- oder Umtauschverfahren bei der Mühle ober den Kauf von Mehl oder Brot beim Bäcker ober Verteiler zu entscheiden. Die Karte wird für jede Zuteilungsperiode neu an die Selbstversorger in Getreide aus- gegeben, ist jedoch jeweils für drei Zuteilungsperioden gültig. Zur Vereinfachung des Bezuges und der Abrechnung sowie aus Gründen der Papier- beine Hände, was ich heiliggehatten habe, und du freust dich darauf, es zu vernichten!" Run Irmela ihre Briefe hat, möchte sie gehen. Auf jeden Fall muß sie zu Haufe fein, ehe Albrecht kommt. Aber Bareiro kommt vom Hundertsten ins Tausendste. Seme gedämpfte Stimme redet ohne Atempause auf sie ein, so jung war er damals, so unerfahren, so gutgläubig, sein ganzes heißes Herz hat er in ihre Hände gelegt, unb sie hat damit gespielt unb es zerbrochen — was aus einem Mann wird, ist immer die Schuld der Frau. Er will ihr keine Vorwürfe machen, nicht in dieser letzten Stunde, die sie ihm gnädig als Almosen zuwirft, aber einmal muß es doch aefagt werden, daß sie leichtfertig sein Leben zerstört hat. Er hat an sie geglaubt, ihr vertraut, auf sie gehofft, für sie gestrebt und gearbeitet, für eine gerne infame Zukunft; sie hat ihn vergessen, verraten, den Glauben an die Frau hat sie ihm genommen, den Glauben an die Menschheit; er hat kein Ziel mehr vor Augen gehabt, für das zu leben es sich lohnte. Ja! Er hat gespielt, er hat getarnten, er hat Abenteuer gesucht, er hat die Nächte verbummelt unb bie Tage verschlafen, tausend Frauen hat ex besessen unb weggeworfen, in Hafenkneipen hat er sich herumgetrieben, man nimmt sich nicht das Leben aus enttäuschter Liebe, aber wenn man keinen besonderen Wert auf die Fortsetzung dieses erbärmlichen Daseins legt, bann wird man ohne Dazutun an den Rand des Abgrunds gedrängt. Irmela wird schwindelig unter dem Wasserfall von Wortey, die über sie hinbrausen, manchmal wirft sie mit Anstrengung einen halben Satz dazwischen: „Es war ein unglücklicher Zufall" — „ich kann doch nichts dafür." Hnd doch fühlt sie sich nicht ganz zu unrecht angeklagt, ob nun ein Brief verlorengegangen ist ober nicht, sie hat ihn sehr bald vergessen, ihr ganzes Herz hat sich offen unb unbeschwert^ Albrecht Sierinck zugewandt; ist sie wirklich treulos gewesen? Sie möchte glauben können, baß Bareiro lügt, aber cs klingt leider so echh. so überzeugend. (Fortsetzung folgt.) Mitten im Kriege wurde die große deuffche! geschult. Fltt Jungen ist die grundständige achtstufige Schulreform, deren Endziel eine einheitliche Aus- deutsche Oberschule fünf Jahre lehrplanmäßig richtung des gesamten Schulwesens Großdeutschlands einheitlich, bann gliedert sie sich in den natur» war, abgeschlossen. Für die Eltern bedeutete diese wissenschaftlich-mathematischen und Vereinfachung im Aufbau eine Erleichterung der den sprachlichen Zweig. Schulwahl für ihr Kind. Die neue Gliederung zeigt! Neben der Oberschule besteht das Gymnasium sich übersichtlich unb zweckmäßig. z dessen Besuch nur für Jungen eingerichtet ist. Als Geblieben ist die einheitliche G r u n d -! Sonderform besteht die 21 u f bji u f p r m der schule, die, vierstufig, zunächst einmal alle Kinder im schulpflichtigen 2ilter erfaßt. Die Lehrpläne Zur Verbesserung der Aufficht unb Ausbildung der Freiwilligen Feuerwehren in den Landkreisen ist der stellvertretende Kreisführer zur Unterstützung des' Kreisführers der Freiwilligen Feuerwehr ständig heranzuziehen. 2115 dessen Stellvertreter kann wieder der nächst rangälteste Feuerwehrführer des Kreises zur Aufsichtstätigkeit heran- gezogen werden. In den Einfluggebieten haben die Leiter der unteren Verwaltungsbehörden zu prüfen, ob sie den Kreisführer oder dessen Stellver- Briefe in Bareiros Hand Roman von Anna Elisabet Weirauch Rechte durch Carl Duncker Verlag, Berlin W 35. 15. Fortsetzung. .(Nachdruck verboten.) Eine Woche lang ist er erfüllt von Hoffnungen und angenehmen Aussichten. ,, Er macht einige Versuche, „alle Wrengunger , wie er es nennt, um Arbeit zu finben, ober mel= mehr eine „Position". Er macht elnen Besuch be seinem früheren Chef, der alle Thoms ift Serben, und mit seinem Sohn unb Nachfolger hat sich o - reiro schon damals nicht sehr gut gestanden. Hier unb da ruft er an, bei allen Leuten von einiger 'Bedeutung, mit denen ihn auch ?ur die fluchtigste Bekanntschaft verbindet. Der Erfolg ist daß er em paarmal zu Tisch gebeten wird, teure Blumen mit- bringt unb der Hausfrau einen bezaubernden Em druck hinterläßt. Aber das ist auch ^les.Hin und wieder die tröstliche Versicherung, daß man sich ZU gegebener Zett feiner erinnern wird. 2115 bie auffladernbc Flamme 'N sich 3u|ammen9e|unten ift, stößt °r « » W auf btn Namen Sierinck, baß er daran nidjt e«« gebücht bat! Wenn irgendwo, bann kann er bei Sierinck den ersehnten Poftm AanTrtt irgenb jemanb chn ihm verschaffen kann.. < ' es Irmela, bi- liebe kleine Irmela, ,bte aUe Urmche h-t, ihm bankbar zu fein, dankbar basur, daß er ihre Liebesbriefe niemals beantwortet ya. 19. Irmela liegt der Lange, nach auf dem.»«>8-"- weichen leppid). eie ist dringen» damit befchaft g , die Weichen zu stellen, fonft gibt es Eisenbah Unglück. Der Milchwagen ift 3wrn nicht. £ föhrdet, denn er ist dreimal so w 3 Zug, aber der Zug könnte bet einem Anprall em gezeichnet. verdunkelungszeil: 24. Juni von 22.49 bis 4.29 Uhr. Der Mensch unö seine Arbeit. Im Rahmen der vom Berufserziehungswerk der Deuffchen Arbeitsfront veranstalteten diesjährigen Vortragsreihe für Betriebsführer, betriebliche Unterführer und leitende Angestellte sprach am gestrigen Dienstagabend Pros. Dr. Hans Rupp vom Psychologischen Institut Berlin im großen Hörsaal der Universität^über das Thema „Pädagogische und methodische Grundlagen der Arbeitserziehung". Der Vortragende wies einleitend auf die große. Bedeutung des Arbeitsproblems für die menschliche Einstellung zum Leben unb für die Volksgemeinschaft hin. Der Nationalsozialismus will dieses Kernproblem im Gegensatz zu ftüheren Zeiten, die im Aeußeren stecken blieben, vom inneren Menschen aus anpacken. Noch stecken wir in den Anfängen, unb die neue arbeitspsychologische Wissenschaft ist erst im Werden. Von den drei Hauptgebieten, der Beurteilung des Menschen unb der Eignungsuntersuchung, der Berufsausbildung und Berufserziehung, der Bestgestaltung der Arbeit unb bes Betriebes, aalt der diesmalige Vortrag der zweitgenannten Fragengruppe. Der Redner erörterte insbesondere die arbeits- psychologischen Fragen der Selbstkonttolle, des Ringens unb Kämpfens, der Jchbereicherung, der Ernftarbeit, bes Verdienens unb der Gemeinschaft. Wie diese Begriffe zu verstehen sind, wurde durch die Worte des Redners, die auf reichem psychologischen und pädagogischen Wissen und großer praktischer Erfahrung fußten, anschaulich klar. Dabei kam es Prof. Rupp darauf an, neben klarer Begriffsbestimmung auch praktische Winke für die sagt „ja" und „nein" unb „wie bu willst Lieber nicht" — manchmal sagt sie „Sie" und manchmal „du", fühlt sich entsetzlich gehemmt unb unsicher, und ärgert sich über die eigene Unsicherheit. Um dem unerquicklichen Gesptäch ein Ende zu überzusiedeln. Nachdem die Kinder die Grundschule besucht haben, trennen sich die Bildungswege in drei Zweige: die Kinder verbleiben entweder in der Volksschule ober aber sie gehen in bie Mittel- ober Höhere Schule über. Entscheidend für den Ueberttitt in eine andere Schulform ist allein der Leistungsstand des Kindes. Wesenllich und neu ist, daß ein Kind auch gegen den Willen des Erziehungsberechtigten in eine Höhere Schule ein» gewiesen werden kann. In fast allen Teilen des Reiches gibt es .heute .noch Mittelschulen. Diese werden demnächst durch । die Hauptschule abgelöst, eine Schulform, die ursprünglich in der Ostmars zu Hause mar. Die Mittelschule, in ihrer grundständigen Fckrm sechsstufig,- erfaßt die Kinder vom 5. bis 10. Schuljahr. Neben dieser eigentlichen Form des mittleren Schulwesens gibt es noch die A u f b a u z ü g e , in die Kinder der Volksschule nach sechs Dolksschuljahren aufgenommen werden, me-nn es sich gezeigt hat, daß sie in! der Lage sind, den erhöhten Anforderungen dieser Schule 'gerecht zu werden. Besonders begabte Kinder werden nach Besuch der Grundschule in eine Höhere Schule um- Jetzt ist wieder die Zeit gekommen, die Schätze zu bergen, die uns die Heimat in Wald und Flur alljährlich in reichem Maße beschert. Mancher Haushalt kann durch sie seine Vorräte für den Winter mehren, unb viele taufenb Zentner von Wildsrüch- ten, Wilbgemüsen, Wilbkräutern, Pilzen unb Blättertees wirb bie Jugend bei den Sammelstellen abliefern, die diese Erträge der heimatlichen Fluren den Verwertungsbetrieben zuführen werden. Durch diese Sammeltättgkeit wird eine wertvolle Bereicherung des Speisezettels in den Haushaltungen erzielt. Die Behörden fördern diese Sammeltätigkeit in jeder Hinsicht. So hat der Reichsforstmeister angeorbnet, daß alle Walbeigentümer und ,____ __ ... ____ ______ ...____ _________ sonstigen Nutzungsberechtigten verpflichtet sind, das treter zum langfristigen Notdienst heranziehen kön- .Sammeln von Beeren und Wilbgemüsen auch außer- Jungmadel. 10X60-m-Staf fel: 1. JM.-Gruppe 2/116> 1:32,0; 2. IM.-Gruppe 3/116, 1:33,6; 3. JM.-Grupps 4/116, 1:34,8. — Reichssportwettkampf tz 1. IM.-Gruppe 2, 2513 Punkte; 2. IM.-Gruppe 3> 2389; 3. IM.-Gruppe 15, 2172. — Dreikampft 1. Liane Schuldt, 288 Punkte; 2. Liane Müller, 274; 3. Brigitte Behagel, 267. — 6O°m°Lauf: 1. Life« lotte Fegenauf, 8,6 Sek.; 2. Liane Schuldt, 8,7; 3. Liesel Hauck, 8,8. — Weitsprung: L Lotte Freimann, 4,37; 2. Liane Schuldt, 4,32; 3. Bärbel Boehme, 4,29. — S ch la g b a l l w e i t wu r f r. 1. Astrid Raddatz, 46,5; 2. Gisela Peter, 46,0; 3. Pärbel Boehme, 44,5. VD7N., Llasie B. Dreikampf: 1. Emmi Schäfer, 1400 Punkte? 2. Irene Sehrt, 1377; 3. Toni Euler, 1323. — 75-m-Lauf: 1. Irene Sehrt, 11,4 Sek.; 2. Erika Becker, 11,9; 3. Elfriede Dürr, 11,9. — Weitsprung: 1. Elfriede Dürr, 4,10; 2. Erika Becker, 4,06; 3. Emmi Schäfer, 3,80. — Schlagballweit w u r f : 1. Lilo Müller, 50,0; 2. Gertrud Mer- ten, 49,5; 3. Otti Mer, 40,0. VD7N., Klasse A. 4X 1 00-m : 1. Mto. Gießen 55,8; 2. Mädelgruppe 23 58,9; 3. Mädelgruppe 1 62,4. Relchssporlwettkampf. 1. Mädelgruppe 3/116, 2211 Punkte; 2. Mädelgn« 8/116, 2013; 3. Mädelgr. 11, 1913. — Fünfkampf: 1. Rosi Rolfes, Gießen, 2810 Punkte; 2. Inge Rolfes, Gießen, 2755 ; 3. Gretel Kirstein, Gießen, 2552. — 100-in-Lauf: 1. Inge Rolfes, Gießen, 14,3 Sek.; 2. Rosi Rolfes, Gießen, 14,7; 3. Beate Kreiling, 14,7. — Weitsprung: 1. Rost Rolfes, Gießen, 5,21 m; 2. Inge Rolfes, Gießen^ 4,60 m; 3. Liselotte Becker, 4,47 m. — Hoch* sprung: 1. Rosi Rolfes, 1,45 m; 2. Inge Rolfes, 1,39 m; 3. Hildegard Feulgens, Gießen, 1,30 m. —i Speerwurf: 1. Gretel Kirstein, Gießen, 23,48 m| 2. Ilse Krollpfeifer, 23,00 m; 3. Gudrun Böhm« 20,90 m. — K u g e lsto ß:. 1. Hilde Frank, 8,23 mj 2. Inge Rolfes, 7,95 m; 3. Gretel Kirstein, 7,64 m. —< Diskuswurf: 1. Gretel Kirstein, 21,40 m; L, Hildegard Feulgen, 20,35 m. VDIN-Werk-Slasse. Fünfkampf: 1. Lotte Keßler, 2955 Punkte; 2, Hellwig Clarius, 2875; 3. Christa Dreyer, 2475. 100-m-Lauf: 1. Lotte Burkhardt, 14,4 Sek.) 2. Gertrud Hörder, 14,6; 3. Hellwig Clarius, 14,6. —, Hochsprung: 1. Emmj Hußke, 1,42 m; 2. Heit^ wig Clarius, 1,42 m; 3. Lotte Keßler, 1,35 in. —« Weitfprung: 1. Gertrud Hörder, 4,75 m; 2* Lotte Keßler, 4,62 m; 3. Hellwig Clarius, 4,52 m. —< Diskus: 1. Lotte Keßler, 26,75 m; 2. Hellwig! Clarius, 22,20 m; 3. Elfe Siebert, 19,42 m. —• Kugelstoß: 1. Lote Keßler, 9,81 m; 2. Hellwig Clarius, 8,19 in; 3. Else Siebert, 7,87 m. — Speerwurf: 1. Lotte Keßler, 23,25 m; 2. Mar« grit Faber, 21,00 m; 3. Hellwig Clarius, 20,40 m. rr mit ^ochkennt- missen sunt bal- oigen Eintritt oigen Eintritt gesucht. 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Zuverlässige WMlW Für mein Kontor suche ich eine erfahrene Kraft für Voll- oder Halbtags-Arbeit Winte rhoff Kreuzplatz 9 und 10. - 1989 D /•—s Der erste deutsdie färben-ßroßfibti <—2) der mit (7^ Wohnungstau8ch| Wohnungstausch! Geboten: Schöne, geraum. 5-Zimm.-Wohn* in Gießen. Gesucht: 3-4-Z.-Wohn.in Gießen o. Umg. Schr. Ang. unt. 03015 a.d.G.A. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bei Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Berautwortlich für Politik uuh Silber: Dr. Fr. W. Lange; für das Feuilleton: Dr. Hans Thyrtotj für Stadt Gießen, Provinz, Wirtschaft und Sport: Ernst Blumschein. Druck und Verlag: Brühlsche Universitatsdruckeret R. Lange K. Derlagsleiter: Tr.-Ing. Erich Hamann; Snzeigenlcüer: Hans Beck. Anzeigenpreisliste Nr. 6. Mittwoch, den 24. Juni 19 bis 22 Uhr: 1890D Die Hochzeit des Figaro unter Dach kommen sollen, und fordere ich Sie daher auf, denen ich ollen nebst Ihren Gemeinden das Zeugnis geben kann, daß sie in Roth und Gefahr treu und uneigennützig ihren unglücklichen Mitbrüdern zu Steinbach beigestanden haben, auch hierbei nochmals chre Thätigkeit zu zeigen und zu beweisen, wie wahre Nächstenliebe in sich selbst ohne Rücksicht auf zeitliche Belohnung ihre Beruhigung findet. Es müssen hier alle Gemeinden, in deren Gemarkung Lehmsteine gefertigt werden können, so schnell als irgend thunlich, Anstalten treffen, daß eine möglichst große Anzahl derselben zur Disposition der verunglückten Steinbacher gestellt werden kann." Dann wird u. a. betont, daß die Lehmsteine zu einem angemessenen Preise bezahlt werden, während der Transport der Steine aus den Lehmgruben nach Steinbach von begüterten Einwohnern der Gemeinden kostenlos besorgt werden sollte. Zum Schluß heißt es in der Bekanntmachung - noch: „Indem ich hierbei die für mich wahrhaft erhebende Gelegenheit ergreife, Ihnen allen nebst Ähren Gemeinden mein dankendes Wohlwollen zu erkennen zu geben, wie fie bei dem schrecklichen Brandunglücke alle nicht allein ihre Schuldigkeit ge- than, sondern auch wie sie bethätigt haben, daß sie aus reinem Mitgefühl für ihre unglücklichen Brüder Gefahr und Arbeit nicht scheuten, und daß dadurch Jeder sich sagen kann, dazu. beigetragen zu haben, daß das wahrhaft schaudererregende Unglück nicht noch größer und schrecklicher geworden ist. Den treffendsten Beweis für die Thätigkeit sämmt- licher Hülfeleistenden liefern die an der ganzen Hauptstraße herunter halb abgebrannten Wohnhäuser, welche nur durch außergewöhnliche Kraft und Umsicht bei diesem furchtbaren Brande gerettet werden konnten, und ist dies das sicherste Zeugmß für die Ausdauer der mitwirkenden Helfer. Belohnt kann hierbei Niemand werden, außer "durch fein eigenes Bewußtsein, und ich bin überzeugt, daß Jeder hierin hinreichende Beruhigung finden und sich um so mehr aufgefordert sehen wird, auch setzt noch für Steinbach zu leisten, was in seinen Kräften steht. In Berh. Großh. Kreisraths, der Kreissekretär Dr. Spamer." Morgen Donnerstag stauf Gloria-Palast Tägl. r 3.00, 5.15, 8.00 Uhr So. 2.30, 5.00, 8.00 Uhr. Saubere Spülfrau für täglich nachmittags 3 Stund, außer Donnerstags sofort gesucht. Konditorei - Caf£ Am end Am Selterstor. 1985 D Das Barmsporifefl in Gießen Schluß der Wettkampf-Ergebnisse. Hiller-Jugend, Klasse B. Speerwurf: 1. GüntherWolkewitz, Jungst.2, 39,20; 2. Heinz Becker, Mar.°Gef. 1, 37,45 ; 3. Wilh. Müller, Mot.-Gef. 2, 36,40. — Diskuswurf: 1. Heinz Becker, Mcrr.-Gef. 1, 25,70; 2. Hans Stein, Fhl. 7, 22,30; 3. Fr. Wilh. Hill, Jungst. 1, 17,15. — Fünfkampf: 1. Günther Wolkewitz, Jungst. 2, 2860 Punkte; 2. Hans Reuschling, Jungst. 2, 2690; 3. Werner Hofmann, Jungst. 4 2330. — 4X100-M- Staf fel: 1. Mto. Gießen, 49,3; 2. SRD. 1/116, 51,5; 3. Flieger-Gef. 1/116, 52,8. Vor ioo Jahren brannte das halbe Dorf ab Eine Erinnerung in Steinbach. Bekanntmachung. Reichssportabzeichen für Schwimmen. Am Sarüstag, dem 27. Juni 1942, ab 17.30 Uhr» können die im Schwimmen für das Reichssvort- abzeichen vorgeschriebenen Uebungen in der Müller» scheu Badeanstalt abgelegt werden. Bewerber aus und Landkreis Gießen können sich vor der Prüfung noch melden. Urkundenhefte mit Lichtbild und beglaubigter Unterschrift sind vorzulegen. [1992C Gießen, den 22. Juni 1942. Der Oberbürgermeister, zugleich für den Ländrat des Landkreises Giesten» I. A.: gez. Gravert. Nach einem arbeitsreichen Leben entschlief am Sonntagmittag durch einen tragischen Un- | fall mein lieber, Jreuer Lebenskamerad, unser bester Vater, Sohn, Schwiegersohn, Bruddr, 1 Schwager und Onkel Heinrich Hofmann im ‘Alter von 45 Jahren. - In tiefer Trauer: Emmi Hofmann, geb. Spie» Heinz Hofmann, z. Z. im Felde Wolfgang und Gerd, und alle Angehörigen. Gießen (Kaiserallee 71), den 24. Juni 1942. Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 25. Juni, 14 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt. 1986d Beileidsbesuche dankend verbeten. Mit den Angehörigen trauert um seinen vorbildlichen Vorarbeiter und guten Arbeitskameraden die Betriebsführung und Gefolgschaft der Möbelfabrik Karl Hahn. _________________________________________________1987 D von wo aus der steile, aber sehr aussichtsreiche Aufstieg zu der ehemaligen Feste Greifenstein angette- ten wurde. Nach kurzer Frühstücksrast ging es zu der wahrscheinlich aus dem 11. Jahrhundert stammenden Burg und der in den Jahren 1683—1702 erbauten Kirche mit ihren sehenswürdigen Stuck- und sonstigen Verzierungen. Ein Vortrag des Beschließers ließ das Schicksal der Burg lebendig werden, die sich als so feste Schutz- und Trutzburg erwiesen hat, daß nicht einmal Marschall Turenne sie bezwingen konnte. Immer wieder ließ man den Blick ins Land schweifen, um das prächtige Bild der Landschaft zu bewundern, aus der sich vor allem die vielen Wälder abheben. Im Weitermarsch kam man zur Lungenheilstätte Elgershausen und Holzhausen rechts liegen lassend über Ulm nach Allen- dorf. Bei kühlem Trunk und guter Suppe wurde Mittagsrast gehalten. Gestärkt und ausgeruht führte am Nachmittag der Weg ständig durch den schönen Wald zur gastlichen Försterei Dianaburg. Nach einer gemütlichen Kaffeepause ging es, der schwarzen Dreieckmarkierung folgend, nach dem Endziel Ehringshausen. Auf der Höhe vor Ehringshausen hatte man nochmals den umfassenden Ausblick in das schöne Dilltal und darüber hinaus weit ins Land hinein. Feindlicher Flieger! NSG. Hui — wie die Flakkanoniere aus den Bunkern stürzen, wenn die Horchgeräte das Herannahen feindlicher ^Flieger anzeigen. Der Einflug muß verhindert werden. Gelingt es einzelnen Flugzeugen dennoch, so werden' sie weiter drinnen auss neue empfangen. 1 Aber es gibt auch Flieger, um die sich keine Flak kümmert. Sie fliegen derartig geräuschlos, daß die feinsten Horchgeräte sie nicht erfassen können. Außerdem sind sie so winzig, daß der Beobachter mit schärfstem Glas sie nicht entdeckt, selbst wenn sie ganz tief fliegen. Diese Spezialflieger, die ausschließlich der Zerstörung von Lebensmitteln dienen, und hierin wiederum ganz speziell der Kartoffel und — in geringerem Maße — der-Tomate, sind nur ein Zentimeter groß und heißen — Kartoffelkäfer! Der Einflug dieses Feindes, der uns von Westen her bedroht, ist allerdings nicht an Krieg oder Frieden gebunden, nur daß der Schaden, den er im Kriege anrichtet, uns fühlbarer trifft. Er ist ein ausgezeichneter Langstreckenflieger, und gerade in der Gefahrenzone müssen wir unsere Kartoffelfelder rastlos nach diesem kleinen, aber unheimlichen Zerstörer mit den in Längsrichtung schwarzgelb gestreiften Flügeldecken durchsuchen, damit er nicht weiter ein- sliegen kann in unser Land und unsere Kartoffelgebiete. Denn seine Vermehrungsfähigkeit ist unvorstellbar! Rot sind seine Larven, mit zwei Reihen schwarzer Punkte an jeder Seite. Die kleinen gelblichen Eier kleben unter den Blättern. Augen auf! Sein Erscheinen sofort der Ortspolizei oder dem Bürgermeister melden! Fundort kennzeichnen! Keine lebendigen Käfer, Larven oder Eier mitschleppen, auch kein Kraut oder Knollen! Anweisungen abwartcn! Kampsdem Kartoffelkäfer! Gerichtsreferendar, verh., sucht ab sof. ob. später 4-Zimm.-Wolmung i.Gießeno.Umg. Miete bis 100,— RM. Angeb. an W. Brost, Kiel, Tirvitzstr. 140. Möbliertes Zimmer evtl. m. Mittagstisch, v. Berufstätigem gesucht. Schrift!. Angeb. unter 03017 an den Gieß. Anz. $ Steinbach (Kreis Gießen), 24. Juni. Am 28. Juni 1942 jährt sich zum 100. Male der Tag des großen Brandes in Steinbach. Am 28.6.1842 in der Mittagszeit, als alle Leute beim Heumachen in den Wiesen waren, brach der Brand in einer Scheuer des Oberdorfes aus. Bei dem herrschenden Winde, dem Wassermangel und dem Fehlen der Löschmannschaft griff der Brand rasend schnell um sich, und trotz des Eintreffens aller Feuerwehren der Umgegend brannten mehr als die Hälfte der Häuser, Scheuern und Stallunge n von Steinb ach.a b. Das Unglück war unbeschreiblich. Mer die Hilfe, die von allen Seiten kam, war ebenfalls sehr groß. Der Fürst von Lich, der als einer der ersten persönlich zur Hilfe erschienen war, sorgte für Verpflegung der obdachlos Gewordenen. Naturalien für die Tiere wurden von den Nachbardörfern und der Ferne gespendet. Reiche Geldspenden aus sehr vielen Gemeinden der ganzen Provinz gingen ein und wurden durch einen Hilfsausschuß verteilt. Die Geschädigten waren in drei Klassen geteilt, das Geld wurde unter diesen drei Klassen (große, mittlere, kleinere Schäden) von dem Ausschuß verteilt. Die Kirche, das Pfarrhaus, die Schule waren beschädigt und wurden neu erbaut. Die Spuren des großen Brandes sind heute noch in der ungewöhnlich breiten Hauptstraße zu erkennen. In dem „Anzeigeblatt der Stadt Giessen" Nr. 27 vom Samstag, 2. Juli 1842, spricht der damalige Großh. Bürgermeister Gg. Reiber Dank aus „den edlen Menschenfreunden, welche durch die nöthig- flen Lebensbedürfnisse die augenblickliche Noth der zu Steinbach Abgebrannten und Löschenden zu lindern suchten. Gleichzettig muß sehr rühmend anerkannt werden, welche allgemeine Theilnahme durch die in Umlauf gesetzten Subscriptionslisten sich beurkundet, wobei ich noch bemerken wollte, daß Geldbeiträge bei Herren Gemeinderath Labroisse und Naturalunterstützung auf dem Rathhause angenommen werden." Das „Oberhessische Intelligenz- und Kreisblatt" Nr. 28 vom Freitag, 15. Juli 1842, enthält eine längere Bekanntmachung, in der sich x„Ser Groß- herzogl. Hessische Kreisrath des Kreises Gießen an sämmtliche Großherzogliche Bürgermeister dieses Kreises" wendet. Er teilt darin u. a. mit, daß es den vereinten^ Kräften der Bewohner Steinbachs und insbesondere der Umgegend gelungen sei, „bie in Schutt und Asche gelegenen Baustätten soweit aufzuräumen, daß mit der Wiedererbauung der zerstörten Gebäulichkeiten der Anfang gemacht werden kgnn". Dann heißt es in der Bekanntmachung weiter: „Die meisten bei dem Brandunglück betheiligteir Personen haben sich, nachdem ihnen das Vortheilhafte der Sache gehörig auseinander gesetzt worden, bewogen gefunden, ihre niedergebrannten Gebäude mit Lehmsteinen zu erbauen; es muß aber hierbei Außerordentliches geleistet werden, wenn diese un» I glücklichen Menschen noch vor Eintritt des Winters Für die erwiesenen Aufmerksamkeiten anläßlich unserer Vermählung danken wir herzlichst Jupp Altendorf und Frau Lieselotte, geb. Hofmanq Gießen, Wernerwall 62 03D19Z [Stellenangebote) Keine ür sprangt- Zeugnisse, >andern nur Zeugnis- abschriften dem werbungsichre iben beilegen 1 — Lichtbilder undBewerbungsuntev lagen müssen zur Ver- meidung von Verlusten auf der Rückseite Namen und Anschrift des Bewerbers tragen! Ihre Ferntrauung geben bekannt Hans Haßler Liselotte Haßler geb. Heckroth Gießen z. Z. im Felde Walltorstraße 38 den 24. Juni 1942 ,___________________ 03029/ Neuwertiger Gasherd oder elektrische Kochplatte z. kaufen gesucht. Schriftl. Angeb. unter 03026 an den Gieß. Anz. s Verschiedenes] Nadio- x Apparat im Tausch gegen Klappkamera 9x12 m. Boigtl. Collincar gegen Zuzahlung zu kaufen gesucht. Schr. Ang. unt. 03016 a.d.G.A. Junger Man«, 39 I. alt, sucht d. Bekanntschaft eines Mädchens oder Witwe im Alter von 30 bis 35 Jahren, auch v. Lande, zwecks späterer Heirat. • Zuschriften unt. 03012 a.d.G.A. WMiien] doch bessere] [DIPLOMATEN' Heilquelle KarlslprudelM^^^ ■ g 6e Bronnmerwalmoo Biskirches - Ruf 14 - erhältlich Unsere beiden lieben Jungens, meine sonnigen Enkel Udo und Axel mußten bei einem Fliegerangriff auf eine westdeutsche Stadt ihr junges Leben lassen. In tiefer Trauer: Georg Schuchard jun.,z. Z. Obergefr. im Felde und Frau Elfriede, geb. Paal Georg Schuchard, z.Z. Hauptmann und Leiter eines Wehrmeldeamtes. Gießen, den 23. Juni 1942. Beileidsbezeigungen dankend verbeten. 1994 O hMgeWn oder SkMeMlse gesucht. [03018 Dr. Menz Liebigstraste 48. Saubere Putzfrau z. Reinigung des Treppenhauses 4mal mon. ges. Näh. tägl.zwisch. 13-15 Uhr. [03020 Selterstv. 521 r. [Stellengesuche} Unabhängige, gebildete ^tau Anfang 50, in allen Zweigen d. Haushalts fow. Krankenpflege erfahren, sucht PflH. Stellung. Schr. Ang. unt. 03024 a.d.G.A. | Verkäufe | 8 Ferkel 8 Wochen alt, zu verkauf. [iosoD Engelbert Berkmann, Langsdorf bei Lich. 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