1 £ i UM $amstaq,24 /Somt^o 25 Januar 1142 Gieheiier Anzeiger General-AnzeigersürOberhessen erschiedenes 3m deutschen Abwehrfeuer zusammengebrochen Truppen gehaltenen Bahndamm 6. bis 20. Januar brächen immer izertverein el inde ngsom u rav* cht zu m lo- \roma he, IAZI Zchriftteitung und Geschäftsstelle: riehen. Zchnlftratze 7-9 Berlin, 23.Januar. (DNB.) Im Nordab- schnitt der Ostfront lebten die Kämpfe an einem von den deutschen !------------ Druck und Verlag: vrühlscheUniverfitätrdruckerei 8. Lange Hcbetnt täglich, auber ^nntags und feiertags Beilagen: (.ebener ^amilienblättei tjmai imBild.Die^vcholle Annahme von Anzeigen für die Mittansnummer 6U81 ,Ubr desBormittags Anze,gen-Breile: Anzeigenteil 7 Rvl. ie mm bei 22 mm Zeilenbreite, Wertteil 50 Rvi. ie mm bei 70 ayn Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffel I AbschlüüeMengenstanel» Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/» mebt ''n:. 3*9“"« nr-20 ^äsdie toanchei »ergcbuki iweidieii uns auch hrftenj •e nicht ist. Mil t es oft1 arfaden,' las hoch starkem : SEIFE j • le heute eht. Und iigensteii; lurth gut i» Gebot: Abschied von Generalfeldmarschall von Reichenau. Reichsmarschall Göring gedenkt der Verdienste des toten Heerführers und überbringt den letzten Gruß des Führers. Verloren ieaerdold bne Slbelde enstag abend tlot.. oegA isiiDlag« lb k **5; <10. '5.3 «J Ren. • Sten "» »8 stiS 191,1 d-n tüt, 3»ittennin, fintaj VÄ * $to. lchone Sieg, hohen Schneeverwehungen unwegsam gewordenen Geländes schlugen die deutschen Truppen.den F^md zurück und erbeuteten sechs Geschütze, Heben Pak, 52 Maschinengewehre und 300 Ski-Ausrüstungen. Die Bolschewisten griffen am 20.1. s ü d o st w ä r t s Kursk in zahlreichen Wellen immer wieder an vielen Stellen die deutschen Linien an. Obgleich der starke Frost die Abwehr außerordentlich erschwerte, zerschlugen die deutschen Truppen die Angriffe. Welle um Welle der anstürmenden Bolschewisten brach im deutschen Abwehrfeuer zusammen, so daß die Bolschewisten ihre Versuche, in die deutschen Linien einzubrechen, aufgeben mußten. Am 21. Januar brachen bei einer Kälte von 25 Grad an der Donez-Front heftige Angriffe der Bolfchewisten in Stärke von zwei Regimentern gegen eine von deutschen Verbänden ae- haltene Ortschaft im zusammengefaßten deutsch''n Abwehrfeuer zusammen, so daß die Bolschewisten 300 Tote zurücklassen mußten. Rach der Abwehr unternahmen deutsche Truppen weiter südostwärts einen Gegenstoß> Deutsche Pak vernichtete drei Panzerkampfwagen und vier Geschütze. Rach der Zerschlagung eines feindlichen Bataillons stießen die deutschen Truppen in eine Ortschaft vor, nahmen sie nach zähem Häuserkampf und machten 200 Gefangene Italienische T r u p p en wehrten drei Angriffe der Bolschewisten m Bataillonsstarke negen einen Bahnhof, den die italienischen Verbände besetzt hielten, unter blutigen Verlusten für den Gegner ab. Zu einem heftigen Ringen kam es, als ein bolschewistisches Bataillon mit Unterstützung einiger Panzerkampfwagen eine Ortschaft zu stürmen versuchte, die von deutschen Truppen zum Stützpunkt ausgebaut war. Der Angriff wurde im deutschen Abwehrfeuer erstickt. Drei Panzer- kampfwagen blieben brennend im Vorfeld: eine Anzahl Gefangener wurde eingebracht. Nachdem mehrere bolschewistische Vorstöße aus der IcHung genommen. - ..... yurz vor 11 Uhr trifft der Reichsmarschall ein, freitet zürn Sarg und grüßt den toten Heerführer mb die Angehörigen. Beehoveris Andante aus der finften Sinfonie leitet den Staatsakt ein. Dann ritt Reichsmarschall Göring neben den Sarg. Der Führer, die Wehrmacht und das deutsche iolk, so sagt er, nehmen heute Abschied von einem Ijrer hervorragendsten Soldaten. Wenn den fcldmarschall von Reichenau auch nicht die tod- Kugel des Feindes traf, so ist er doch a u f 7m Felde der Ehre geblieben. Er wußte, wie schwer krank er war, er hätte sich retten fön« jn'n, mern er rechtzeitig zurückgegangen wäre. Aber bne paßte nicht zu feinem Charakter. Er stand dort, jnnhin der Führer ihn gestellt hatte, bis zum letzten iktenrjuge, voll Sorge für seine Soldaten, voll gro- licr Pläne für den Kampf seiner Truppen. ■ Der Verlust trifft uns ungeheuer schwer, denn ■mit dem Feldmarschall von Reichenau geht em Mi'ldat von uns, der so ganz ausgefuttt roar von ■len großen Aufgaben dieser Zeit, der durch und Ijnrrf) Soldat und Heerführer und auch von ganzer ■Eeele der neuen Weltanschauung aufgeschlossen war. Ikchon lange vor der Machtergreifung drängte es Ibrn damaligen jungen Oberstleutnant zu unserer ■Bcroegung. Er bekannte sich zu ihr, er scheute da- ■bei keine dienstlichen Nachteile. Und er war vor ■ollem schon damals von einer tiefen Verehrung iziim Führer erfüllt. Er war mitbeteiligt m jenen liegen, als es galt, die Macht der neuen Bewegung lunb dem Führer zu übergeben. Durchdrungen von |ber großen neuen Weltanfchauung war er überzeugt, daß sie allein auch der ruhmreichen alten llrtnee wieder eine Auferstehung in der neuen Wehrmacht geben würde. Sein heißes ()er3fetoe fih voll und ganz für den Kampf ein, die Wehr- wicht neu erstehen und erstarken zu lassen. Als sehr junger General wurde er auf einen der wich- fgftcn Posten gestellt, um damals an der Seite Kriegsministers diejenigen Vorkehrungen zu treffen, die zum Aufbau der neuen Wehrmacht wieder auf. Vom 16. bis 20. Januar brachen immer wieder anstürmende Wellen der Bolschewisten im starken.deutschen Abwehrfeuer zusammen. 1900 tote Bolschewisten und 14 vernichtete Panzerkampfwa- gen wurden gezählt. Im gleichen Raum drang em deutscher Stoßtrupp mit mehreren Jnfanteriegrup- pen bei 30 Grad Kälte u n b u n f i d) 11 g e m Wetter in vier Bunker des Feindes ein. Nach Erbeutung einer Anzahl Infanteriewaffen wurden die Unterstände und Verteidigungsanlagen gesprengt. An der energischen Abwehrkraft einer b ay rischen Gebi rgsdivision brachen in einer öer letzten Nächte mehrere mit starken Kräften gerührte Angriffe der Bolschewisten zusammen. Nachdem der erste Ansturm im wohlgezielten Abwehrfeuer zum Erliegen gekommen war, unternahmen die Gebirgsjäger schneidig geführte Gegenstöße, sodaß der ganze Singriff der Sowjets trotz ihrer zahlenmäßigen Ueberlegenheit vor der Hauptkampflinie zusammenbrach. Diele tote Bolschewisten deckten das Kampffeld, zahlreiche Gefangene wurden emge- bracht und eine große Zahl von Waffen erbeutet. Die bayrischen Gebirgsjäger hatten nur sehr geringe Verluste. Südostwärts des Ilm en- fees griffen stärkere feindliche Kräfte eine Ort- Uaft an, die von einer pommerfchen Aittklarungs- abteilung verteidigt wurde. Welle auf Welle zerbrach an der deutschen Abwehr. Nach vierstündigem erbittertem Ringen gab der Feind alle weiteren Angriffsversuche auf, nachdem er über 300 Tote hatte zurücklassen rnüsien. . . Auch im mittleren Teil der Ostfront wurden m heftigen Kämpfen Angriffe der Bolschewisten gegen die deutschen Linien unter starken Verlusten stir den Gegner abgewehrt. Trotz der starken Kalte, die> £it weise auf Minus 30 Grad anjheg, und trotz des von Berlin, 23.Jan. (DNB.) Im Berliner Zeuges hat in einem feierlichen Staatsakt das deutsche ilk Abschied von einem kühnen und siegreichen Verführer genommen, dessen Persönlichkeit für im« L mit dem großdeutschen Freiheitskampf oerbun. u bleiben wird. Generalfeldmarschall von Rel- jenau verkörperte bewundernswert jene Harmonie >lten deutschen Soldatentums mit den national- ialistischen Idealen, die die Voraussetzung für die nltgeschichtlichen Siege der Wehrmacht Adolf Hit- ' Den^ Sarg mit den sterblichen Ueberreften des teneralfeldrnarschalls deckt die Reichskriegsflagge, würfen Stahlhelm und Degen des Feldmarschalls, nu ein schlichter Strauß Mimosen, den die Toch- ,r pes Feldmarschalls niedergelegt hoben. Hinter tm Sarg leuchtet ein großes Eisernes Kreuz, zu nden Seiten stehen Fahnen und Standarten der putschen Wehrmacht und im weiten Raum des hrenhofes umgeben die Trophäen deutscher Siege m Sarg. Zu seinen Seiten halten vier Generale -s Heeres die Ehrenwache, neben ihnen stehen Rit- 'rkreuzträger mit den Ordenskissen und dem Mar- hallstabe. Dor dem Sarge haben die Gattin mit en beiden Töchtern und dem Sohne, einem Leut- unt der Panzertruppen, ihren Platz. Zur Rechten Mittelweges haben Reichsminister und Reichs- :ter, Generale, Staatssekretäre und Gauleiter, Könner aller Parteigliederungen, des Reichskrie- erbunbes und der NSKOV., des Deutschen Olym- jschen Komitees, dem der Verstorbene angehörte, nb seines Vereins, des Berliner SC., zur Linken j? Waffenattachäs der verbündeten und befteunde- m Nationen und die weiteren Trauergäste Auf- Charles Brooke, der sich selbst nach Australien geflüchtet hat und von dort die schärfsten Anklagen gegen die völlig unzureichenden britischen Vertei- bigungs-Dorbereitungen nach London richtet, ist mit seinen reichen Oelquellen fest in japanischer Hand. Mit der benachbarten, zum holländischen Kolonialbesitz zählenden Sunda-Jnsel Celebes, aus der japanische Truppen ebenfalls schon, ohne Wesentlichen Widerstand zu finden, in schnellem Vormarsch sind, wurde bereits die Brücke zur eigentlichen Südsee geschlagen. Die vielgliedrige und buchtenreiche Insel ist ein wichtiger Ausgangspunkt zum Angriff auf die zweite Linie des feindlichen Verteidigunas« jystems. Nur die Molukkenstraße mit ihren vielen kleinen Inseln trennt sie von Neu-Guinea, nur Banda- und Timorsee von Nordaustralien. Schon haben japanische Luftstreitkräfte, vorerst vermutlich noch von Flugzeugträgern aus, Koepang auf dem holländischen • Teil der Insel Timor angegriffen. Sie sind aber auch schon in großen Geschwadern über zahlreichen Orten der Nordküste N e u - G u i - n e 05 und des sich nach Ost^en anschließenden Bis- marck-Archipels erschienen, dessen Hauptstadt Rabaul offenbar feit Donnerstag bereits in japa- umschlossenen Festung Sewastopol während der letzten Tage vor den deutschen Stellungen zusammenbrachen, setzte der Feind am 21. 1. stärkere Kräfte gegen den nördlichen Flügel des Einschließungsringes an. Auch dieser Angriff wurde vor den eigenen Stellungen abgeschlagen. Der Webrmar cht. D77B. Aus dem Führerhauptquarlier, 23. Januar. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Im O st e n weiterhin heftige Kampfe. Bei einem Gegenangriff im mittleren Frontabschnitt wurden dem Feinde wiederum hohe blutige Verluste zugefügt. 35 Geschütze sowie zahlreiche schwere Waffen fielen in unsere Hand. Im Seegebiet um England beschädigten Kampfflugzeuge durch Bombenwurf einen größeren Frachter. Nachtangriffe der Luftwaffe richteten sich gegen Hafen und militärische Anlagen in S ü fron ö Süfrostenglanfr. In Nordafrika stießen deistsche und italienische Truppen dem geschlagenen Feinde nach. Bisher wurden 10 Panzer, 46 Geschütze und über 100 Kraftfahrzeuge erbeutet oder vernichtet. Verbände der deutschen und italienischen Luftwaffe fugten den im Raum südlich Agedabia geworfenen britischen Truppen neue schwere Verluste zu. Auf der Insel Matta wurden Flug- und See- stühpunkte des Feindes bei Tag und Nacht von deutschen Kampfflugzeugen bombardiert. Britische Bomber warfen in der letzten Rächt an einigen Orten Westdeutschlands — u.a. auf Wohnviertel und öffentliche Gebäude in Münster — Spreng- und Brandbomben. Einheiten der Kriegsmarine schossen drei britische Bomber ab. Reichsmarschall Göring entbietet dem toten Feldherrn seinen letzten Gruß. (PK.-Aufnahme: Kriegsberichter Eitel Lange sSch.s.) Die zweite Linie. Die japanischen Operationen in der Südsee beginnen bereits die zweite Linie der britflch- nordamerikanischen Verteidigung in ihren Aktionsbereich zu ziehen. Don der ersten Linie stehen nur noch Reste, deren gänzliche Zertrümmerung lediglich eine Frage der Zeit ist. So leistet auf der Philippinenrnsel Luzon General Mac Arthur mit den wenigen ihm gebliebenen Truppen zwar noch äußerst zähen Widerstand auf der Da« lang-Halbinsel, aber ohne Hoffnung auf irgendwelchen Entsatz ist sein Kampf aussichtslos. r‘" to, J-Mtii ' A den. jnten $ | nicht | i Ä W W «i L w ÄS ■*>; w» tej if'Serii V it feir je schlammig« Tausendem e britisch' je ßanbungei könnten, uni direkt a« den tiefgeh?' ine nicht mW be noch kem mbieWnr kran^ seich' Japans Geist. Von Professor Dr. Otto Kümmel, Generaldirektor der Staatlichen Museen. geben hat wie das japanische. Und, was das Wesentliche ist, über Geschmack oder Ungeschmack entscheidet hier nicht die mehr oder minber pralle Füllung des Geldsacks! Die bescheidene Massenware, mit der sich der Arme begnügen muß, ist nicht weniger brauchbar, materialgerecht und formschön als das Gerät des Wohlhabenden, mag es auch an Kostbarkeit des Stoffes und Reichtum des Zierats — nicht feiten zu seinem Vorteil — hinter ihm zurückstehen. Das lehrte jeden, der sehen wollte, die kleine, bewußt in ein paar Warenhäusern zusammengekaufte Ausstellung japanischen Gebrauchsgeräts, die vor einiger Zeit in verschiedenen Städten Deutschlands gezeigt wurde. Auch die heute so hochgeschützten japanischen Farbenholzschnitte sind beredte Zeugen für die erstaunliche Geschmacksbildung des ganzen Volkes, nicht etwa nur einer kleinen raffinierten Oberschicht. Heute werden diese Wunder der Form und Farbe, diese unerreichten Meisterwerke der Drucktechnik, als Kunstwerke gesammelt — und befahlt. Don Haus aus sind sie Volksbilderbogen, bie sich japanischen Kunst nicht wesentlich anders verh als die Neuruppiner Bilderbogen zur deutschen. Die ernste, so ganz anders geartete, im tiefsten geradezu gegensätzliche Schwester der Kunst, die Wissenschaft, hat eigentlich erst im 19. Jahr- hundert den Weg nach Japan gefunden. Die japanische Wissenschaft hatte zunächst nichts anderes zu tun, als sich still zu Füßen ihrer stolzen europäischen Lehrerin zu setzen und einfach zu lernen. Auch Kopernikus, Kepler oder Newton hätten als Japaner des 19. Jahrhunderts nicht mehr geleistet und nicht leisten können, denn sie hatten ein Jahrtausend nachzuholen. Wäre es der japanischen Wissenschaft nur gelungen, diesen ungeheuren Vorsprung in den wenigen Jahrzehnten wesentlich zu verkleinern, die ihr zur Verfügung standen, so hätte sie viel erreicht. Sie hat ihn aber auf den meisten Gebieten eingeholt. Das überhebliche englische Gerede von der nur nachahmenden japanischen Wissen- — eine wahrhaft gigantische Leistung, deren ganze Größe erst künfttge Geschlechter ermeßen werden. Dem geistigen Leben Japans nähern wir uns erst nach einigen Jahrzehnten und zaghaft genug. Denn vor der größten seiner geistigen Schatzkammern, .feinem Schrifttum, erhebt sich als furchtbares Hindernis die ungemein schwierige Sprache, die nur sehr wenige Nichtjapaner kennen, kaum einer wirklich meistert. So ist es uns fast unbekannt geblieben, und die wenigen Uebersetzungen, die es uns zu vermitteln versuchen, können gar nicht anders als das italienische Wort „traduttore — traditore” (etma: Uebersetzer — Dersetzer) überzeugend demonstrieren. Dabei birgt das japanische Schrifttum wahre Kleinodien, die zudem vom japanischen Leben und Wesen eine anschaulichere und eine anziehendere Vorstellung geben als alle wissenschaftlichen Untersuchungen. Die „Erzählungen vom Prinzen Genji" z. B., das Werk einer Hofdame, die um die Wende des 1. und 2. Jahrtausends lebte, gehört zu den köstlichsten Juwelen der Weltliteratur. Kürzlich ist es, auf dem Umwege über eine englische Uebersetzung, auch ins Deutsche übertragen worden. Von dem wundervollen Dufte dieser Märchenblume ist in der doppelten Herbarienbehandlung natürlich nicht viel geblieben. Noch wirksamer verbaut ist uns der Weg zu der unvergleichlichen japanischen Lyrik, über deren Sammlungen unsichtbar das schöne Wort Eichendorffs steht: „Der verborgene Geist eines Gedichtes tut sich als ein Mer goldener Blick über das ganze Leben auf." In unseren Uebersetzungen bleibt dieser Geist in der Tat fast immer verborgen, und wer gerecht ist, wird den Ueber- setzern nicht einmal einen Vorwurf daraus machen. Dlefe unsagbar zarten Blüten lassen sich eben nur zu trockenen Präparaten pressen. Leichteren Zugang finden wir zu der Kunst, me nicht an die Sprache gefettet ist und deshalb die stärkste Wirkung auf die Dauer und über alle Kul- turgrenzen hinweg ausübt, zur Kunst im engeren Sinne, der Bildenden Kunst oder besser den bil- den den Künsten. Sie sind dafür freilich stren- ger örtlich gebunden als das ganz freizügige Schrifttum, aber eine Abbildung gibt immer noch mehr als eine Uebersetzung, und schließlich lassen sich gelegentlich auch die örtlichen Fesseln abstreifen. Das Gelang uns 1939 bei der großen, vielen unvergeß- lichen Ausstellung altjapanischer Kunst in Berlin. fto. ** brN*i (Eno. spricht." 2 ..Sui» Sluebrud d-eser Doch n' « Aich» Unfl hreibt ' °ller Ich ffchi mn€| «die Tesch ^ederlöndisch gefallen sind,' J’t Taten zi Mungeii bii f Worten Ms und bii W genommen en ihnen aber i stellen, das bricht über bii oiiens beruh, 'enig geholsn Der Führer hat — wie schon gemeldet — dem General der Panzertruppe Rommel, Befehlshaber der Panzergruppe Afrika, als sechstem Offizier der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub mit Schwertern *um Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. — . (Scherl-Archiv-M.) Oas Eichenlaub zum Jtffferfrcuj. DNB. Ausdeni Führerhauptquartier, 23. Jan. Der Führer hat dem Oberst Traut, Kom- mcmdeur . eines Infanterie-Regiments, am 23.1. 42 das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen und an ihn nachstehendes Telegramm Efanbt: „In dankbarer Würdigung Ihres Helden- ften Einsatzes im Kampf für die Zukunft unseres )lkes verleihe ich Ihnen als 6 7. Soldaten ber deutschen Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes." Der Führer hat dem ordentlichen Professor em. Geh. Regierungsrat Dr. David Hilbert in Göttingen aus Anlaß der Vollendung seines 80. Lebens- jahres in Würdigung seiner hervorragenden 23er- dienste um die mathematische Wissenschaft die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft ver- liehen. Geheimrat Professor Dr. phil., Dr. phil.h. c, Dr med. h. c., Dr. rer. nat. h. c., Dr.-Ing. h. c. David Hilbert stammt aus Königsberg (Ostpr.) und war zuletzt mehrere Jahrzehnte, dis zur Entbindung 'lichen Verpflichtungen im Jahr 1930, Mathematik an der Universität Göt- Das Jtifferfreu?. Berlin, 23. Jan. (DNB.) Der Führer verlieh das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes: Generalleutnant Meyer-Rab ingen, Kommandeur einer Infanterie-Division, Hauptsturmführer Sorin, qer, Kompanieführer in der ßeibftanbarte jj Adolf tzitler, Oberleutnant Kuhns', Kompaniechef in einem Infanterie-Regiment, Oberleutnant Woll- s ch l ä 0 e r, Kompaniechef in einem Panzer-Regi- ment, Oberleutnant Ketterl, Kompaniechef in einem Infanterie-Regiment, und Leutnant Walter Brüning, Kompaniechef in einem Infanterie- Regiment. * Oberfeldwebel Edmund Wagner, der als Flugzeugführer im Jagdgeschwader Moelders nach seinem 47. Abschuß mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet wurde, ist an der Ostfront den Heldentod gestorben. Er hat sich im Luftkrieg gegen England und gegen die Sowjetunion hervorragend bewährt. Bei einem Begleitflug zum Schutze eines Aufklärers gelang es ihm, als er von fünf feindlichen Jägern angegriffen wurde, in erbitterten Luftkämpfen vier der Angreifer abzuschießen und den fünften schwer zu beschädigen. Kleine politische Nachrichten. Einheiten der Kriegsmarine nahmen in der Nacht zum 23.1. einige die Nordseeküste anfliegende britische Bomber unter Feuer. Nachdem bereits ein Dorpostenboot einen feindlichen Bomber über See zum Absturz gebracht hatte, gerieten bie übrigen in ben Feuerbereich der Marineartillerie. Das heftige Feuer zwang di« Briten nach Vertust von zwei weiteren Glugzeugen zum Abdrehen. * Trotz schweren Wetters gelang es einem Dorpostenboot der deutschen Kriegsmarine vor der Atlantikküfte ein Seenotflugzeug aufzufinden, das nach Bergung der Besatzung eines Aufklärungsflugzeuges infolge des herrschenden Sturmes nicht starten konnte. Das Vorpostenboot Übernahm bei starkem Seegang die Mannschaft des Flugzeuges. * Das britische Kriegsministerium gibt bekannt, daß nach dem 16. Februar die Mitglieder der sogenannten Heimwehr nicht länger das Recht haben, mit 14tägige.r Frist zu kündiaen. Der Dienst ist daher nicht länger freiwillig, sondern Zwang. ♦ Sir Stafford Cripps, der bisherige Doffchaf- ter in Moskau, ist in England eingetroffen, lieber Die Einheit des Geistes, Herzens und Willens, die dem deutschen Volke erst ber Nationalsozialismus erkämpfte, war Japan durch seine glückliche Rassenfügung, seine geopolitische Lage und seine von beiden bestimmte Geschichte beinahe von Natur geschenkt. lieber Herkunft und Rasse der Japaner wirb heute noch gestritten. Sie sind jicherlich aus sehr verschiedenen Bestandteilen ^usammengeschmolzen, aber in das Lickst ber Geschichte treten sie als geschlossener Rassenkörper ein, und was sie in geschichtlicher Zeit aus China und Korea aufnahmen, hat wohl ihren Kulturbefitz bereichert, aber ihrem Rassenbilde keinen wesentlichen Zug hinzugefügt. Dor Invasionen und den mit ihnen verbundenen Rasiemischungen schützte die Japaner ihre Insellage — unb das zu allen Zeiten unheimlich scharfe ja» panische Schwert. So gibt es nur wenige Japaner, bie nicht japanische Dorfahren haben — Volk und Rasse sind eins — und nur sehr wenige Japaner, bie nicht japanische Staatsbürger sind — Volk und Staat sind eins. Diese beinahe vollkommene Deckung von Rasse, Volk und Staat gibt Japan eine Einheit des Blutes, des Geistes und der Form, wie sie kein anderes Kulturvolk besitzt und je besessen hat. Und diese Einheit fand von den ersten Anfängen der japanischen Geschichte an in der Kaiseridee auch ihren anschcm- lichen, jedem verständlichen Ausdruck. Innere Wirren Haden dem Kaiser die tatsächliche Macht oft genug genommen — die Kaiseridee aber ist niemals verschüttet worden. Sie in ihrem Wesen ganz zu erfüllen ist freilich nur dem Japaner gegeben. Dor ihrer Größe aber neigt sich ehrerbietig auch das nationalsozialistische Deutschland. Es erkennt in dieser Kristallisation der Kraft eines ganzen Volkes um einen alles beherrschenden Gedanken eine unserem Wesen verwandte innere Haltung. In dieser Kraft hat sich Japan gegen alle Stürme behauptet. Ganz auf sich allein gestellt, hat es dem furchtbaren Einbruch der Mongolen widerstanden, dem halb Europa zur gleichen Zeit erlag. Es hat unter schwerster Bedrohung von außen in weniger als einem Jahrhundert aus einem beinahe schutzlosen mittelalterlichen Staate die moderne polittsche unb wirtschaftliche Macht geformt, als die es heute Seite an Seite mit Deutschland und Italien steht stelkung etnee Jagdgeschwaders ntft Negerpikoken bekannt. ♦ In „Soenska Dagbladet" fordert der bekannte schwedische Forscher Graf Erik von Rosen in [djarfen Worten ein sofortiges Kommunisten- verbot in Schweden unb kritisiert die flaue Haltung ber schwedischen Regierung und ihrer sozial- demokratischen Mitglieder gegenüber den Kommunisten. ch Reichsminister Dr. G o e b b e I e empfina den Beirat ber Reichsgruppe Hanbel unb die Leiter der bezirklichen Gliederungen des Handels unter Führung des Leiters der Reichsgruppe Handel, Dr. Hay. ler, um ihnen einen Ueberblick über die politische und militärische Lage unb die sich daraus ergebenden Aufgaben ber Gegenwart zu geben. natureins der Japaner in allen Verfeinerungen der Kultur geblieben ist, derselbe Japaner, der in den religiösen Bilbern weltferner Jenseitigkeit Gestalt gab, in den erzählenben Bilbern die üppigste Fabulierkunst sprudeln ließ unb in den mächtigen Wandschirmen eine prunkvoll-freie Raumkunst schuf, wie sie die Welt sonst kaum kennt. Auch Die weniaen aufgestellten Bildhauerwerke, erhabene Götterbilder wie iebenerfüllte Bildnisse, ließen keinen Zweifel darüber, daß sich die Japaner auch als Plastiker durchaus ebenbürtig neben die großen Bildner- Völker des Westens stellen. Der Deutsche konnte dabei, vielleicht mit Erstaunen, wieder eine jener merkwürdigen Uebereinftimmungcn des Empfindens zwischen dem Volke des äußersten Ostens und dem Kernvolke Europas feststellen, die so oft auffallen. Nur der Deutsche und der Japaner hat z u m Holz als Schnitzstoff eine wirkliche Herzens- Beziehung und daher die natürliche Gabe, btefen edlen Stoff in seinen natürlichen Formen sprechen zu lassen — so wie es z. B. nur ein 23 au em • Haus gibt, das sich dem deutschen vergleichen läßt, das japanische. Mancher wird bedauert haben, daß die schöne Ausstellung japanischer Kunst, die ja nur Malerei und Bildnerei umfaßte, von dieser vollendetsten Schöpfung der japanischen Volkskunst ebensowenig eine Vorstellung gab wie von der künstlerischen Gestaltung des täglichen Lebens, die doch für die Durchbildung des Volkes den eigentlichen Gradmesser bildet. Von der Gebrauchskunst gewinnt allerdings sogar in Japan nur ber eine Anschauung, der in das japanische Leden des japanischen Volkes — es führt ja daneben auch ein nicht- japanisches, westlerisches Leben! — einbringt, denn diesen bescheidenen Kunstwerken gibt erst der wirkliche Gebrauch Sinn und Schönheit. Wer aber einmal in diesen nicht ganz leicht zugänglichen inneren Kreis eingetreten ist, dem wird die Erkenntnis aufgehen, daß kein Volk der Welt dem Gerät seines Lebens eine so vollendete handwerkliche Durchbildung, so zweckvolle und stoffgerechte Form, so sinn- und geschmackvollen Zierat ge- linfel ben Kämpf» ■ bekannt, ba| achtstündig» fräste auf bet Muron voller rücken li >r. lövtk München gedenkt des U-Voot-Lrfinders. Die Stadt München würdigte die Verdienste des Schöpfers der U-Boot-Waffe, Wilhelm Bauer. An feinem Grabhügel im alten nördlichen Fnedhof wurden Kränze niedergelegt. Dann eröffnete Ober- bürgermeifter Fiehler im Deutschen Museum bie „Sonderschau Wilhelm Bauer" und enthüllte an dem Münchener Sterbehause des Erfinders, Ecke Theresien- und Türkenstratze, eine Ehrentafel. Abends folgte die Uraufführung bes Davaria-Fums „Geheimakte W. B. 1", der nach dem Buch -'Der eiserne Seehund" von Dr. Thieß gestaltet ist. Wilhelm Bauer hat bie entscheidenden Jahre seines Lebens in München verbracht. Man hat den 23. Januar zu seinem Ehrentag erwählt, weil Bauer am 23. Januar 1851 seinen in München lebenden (Eltern schon ben ersten Tauchversuch in Kiel antun- bigte. Generalleutnant a. D. von Gallwlh gestorben. In Wiesbaden starb kurz nach Vollendung seines 85. Lebensjahres Generalleutnant a. D. Curt von Gollwitz, genannt Dreyling. Er war dis 191- Kommandeur der Kriegsschule Metz, dann des Grenadier-Regiments Graf Kleist von Nollendorff Nr. b in Posen, im Weltkrieg der 21. Reserve-Infantene- Brigade, ber 6..Garde-Infanterie^Brigade, der 217. Infanterie-Division und zuletzt Gouverneur des eroberten russischen Kriegshafens Sewastopol. 5orschungskrels der Universität Königsberg. Der Rektor der Universität Königsberg, Professor von Grünberg, verkündete als Gaubozenten- bundfuhrer die Grundlegung eines unter der Schirmherrschaft bes Gauleiters von Ostpreußen Erich Koch stehenden Forschungskreises der Albertus- Universität. Die Einrichtung soll dem praktischen Zusammenwirken der freischaffenden Forschung in Ost- und Westpreutzen, die nebenberuflich betrieben wird, und der Berufsforschun-a der Universität dienen und zugleich die wissenschaftliche Arbeit im Kriege dem zukünftigen Frieden dienstbar machen. Abgesehen von sonstigen finanziellen Unterstützungen verleiht der Gauleiter jährlich einen Preis für freischaffende Forschung, der in diesem Jahre dem Allensteiner Studienrat Dr. Groß gegeben wurde. Der Forscher ist durch seine pollenanalytischen Studien bekannt geworden und wurde kürzlich Mitglied der Leopoldinisch-Karolinischen Akademie in Halle. Dem Senat des Forschungskreises gehören auch Dozenten der Danziger Technischen Hochschule on. Erdbeben nördlich von Florenz. Die Erdbebenwarte von Florenz verzeichnete am 22. Januar um 23.21 Uhr einen heftigen Erdstoß mit Epizentrum 35 km nördlich von Florenz.___________________________________ H-mpYchrlftleiler: Dr. Friedrich Wilhelm ^nge- S^lveMeter bej vauptschriftleiters: Ernst Blumschein. BernnNvoE Mr unb Bilder: Dr. Fr. W. Sanne; für ba# Feuilleion^Tr. Han# Tdyrtot, für Stabt Gießen, Provinz, Wirtschaft u. Sport.Ernst Blumfcheim Druck unb Berlag: Brühlsche Untvers.tatSdrucker^ R.> Lange Verbleiter: Dr.-Ing. Erich Hamann: An^genleiter^ Han# Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen. Theodor Kümmel isvjt . Ä tum erfttn Me erhebliches UnMmen’ia. CnMftunfl <™,uföfen. weniostens von d-r japanischen Malerei und Dilü- Blieben sie zunächst ohne praktische Wirkunp o nerÄe DorstelluÖg ff« konnte der Deutsche hüllte sie lapanstches Sora^e^nd ^st so mit eiaenen Süden sehen was er sonst vielleicht vollkommen ein, dasi die westliche Wisienscho t — LÖrte oder la^ ^hen aÖ behaus tiefftem Natur- zu ihrem eigenen Schaden - nichts von ihnen empfinden gestalteten Landschasten, an den wunder- merkte^ ......- er® Pflege. Alten-Buseck, den 24. Januar 1942. 338 D Lollar, im Januar 1942. 333 D 339 D 23K 0299 ■ 0296 f 183 0297 Gold STOCK A.G. WEINBRENNEREIEN HANAU-BERLIN- SEIT 1826 Immer köstlich - heute selten In tiefer Trauer: Elisabethe Lepper Wwe. Statt Karten! Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, die uns beim Heimgang unserer lieben Entschlafenen Frau Elise Kröck, geb. Dietz entgegengebracht wurden, sowie für die zahlreichen* Kranzspenden danken wir recht herzlich. In tiefem Schmerz: Karl Kröck und Kinder Gießen (Horst-Wessel-Wall 42), Januar 1942. 0284 Dan ksagu ng. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, die mir bei dem so schweren, schmerzlichen Verlust meines lieben unvergeßlichen Mannes in so überaus zahlreicher Weise entgegengebracht worden sind, sowie für die überaus zahlreichen Kranzspenden spreche ich hiermit meinen innigsten Dank aus. Insbesondere danke ich noch Schwester Erna für die treue Nach Gottes unerforschlichem Ratschluß verschied unerwartet am Donnerstag, dem 22. d. M. abends um 10 Uhr nach langem, schwerem mit großer Geduld ertragenem Leiden mein lieber, herzensguter Mann, unser lieber, nimmermüder Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwager und Onkel Adam Peter Kraufekopf im Alter von 76 Jahren. In tiefem Schmerz: Kath. Elisab. Kraußkopf, geb. Wagner Familie Heinrich Rees Familie Friedr. Euler Familie Albert Kraußkopf. Allendorf/Lahn, Dutenhofen, Krumbach, den 24. Januar 1942. Die Beerdigung findet Sonntag, den 25. Januar, nachmittags 1)4 Ub^ statt. Danksagung. Allen,die uns bei demHeldentod unseres lieben Dr. med. Friedel Fresenius,BatL- Arzt in einem Inf.-Regt., mündlich und schriftlich ihre Teilnahme bezeugt haben, sagen wir auf diesem Wege unsern tiefgefühlten Dank, besonders Herrn Missionar Walther für die erhebende Gedächtnisfeier. Im Namen aller Angehörigen: Dr. med. Hanna Fresenius, geb.de Jonge, Steinau, Kreis Emilie Fresenius Wwe., geb. Ringes, Gießen [Schlucht. Dr. med. Wilhelm Fresenius u. Familie, Aliendorf a. d. Lda. __________________________________________________ 025 s Todesanzeige. Heute morgen wurde mein lieber Bruder, Schwager und Onkel Ferdinand Hofmann, Landwirt im Alter von 63 Jahren von seinem Leiden erlöst. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Rinn und Frau Elisabeth, geb. Hofmann Heuchelheim, den 24. Januar 1942. Die Beerdigung findet Montag, den 26. Jan., nachmittags 1 Uhr, vom Trauerhause Wil- hclmstraße 12 aus statt. Danksagung. Für die bewiesene liebevolle Aneilnahme, sowie die vielen Kranz- und Blumenspenden bei dem uns durch den Tod unseres lieben Erwin so schwer getroffenen Verluste danken wir allerherzlich»t. Familie Philipp Will u. Angehörige Ruttershausen, den 24. Janur 1942. Wir betrauern aufs tiefste den Verlust unseres hoffnungsvollen jungen Mitarbeiters, dem wir stets ein ehrendes Andenken bewahren werden. .Betriebsführung und Gefolgschaft der Firma Schunk & Ebe. 318 D Z-MM- lehiDObnung mbess.Lagegeg. 4-Zimm.-Wolin, z. tausch, gesucht. Schr. Ang. unt. 0295 a. d. G. A. Tieferschüttert erhielten wir die unfaßbare, schmerzliche Nachricht, daß mein innigstgeliebter, unvergeßlicher Mann, mein einziger Sohn, unser guter Bruder Uffz. Karl Niederhöfer im Alter von 28 Jahren, am 19. Januar in Frankreich, einer schweren Krankheit zum Opfer gefallen ist. In tiefer Trauer: Anni Niederhöfer, geb. Bähr Ludwig Niederhöfer Emmi Niederhöfer Familie E. B. Hettche. Kirchliche Anzeigen. (G. — Gottesdienst, KG. --Kinder- gottesdienst, HG. = Hauptgottes- dienst, HG.-Abendm. = Haupt- gottesdienst mit Beichte und Abendmahl.) Gietzen. Sonntag, 25. Januar. Stadtkirche (Gemeindehaus,Kirch- straße 9): 10, Becker,- 11 KG.; 16, Schmidt. Johanneskirche. 10, Liz. Drommershausen; 11.15 KG., Lukas- Gemeinde. Kavelle Alter Friedhof. Siehe johanneskirche. Kavelle Wetzlarer Weg. 10, Liz. Dr. Jost. Metzen-Klein-Linden. 10.30 KG.; 13.30, Liz. Dr. Jost. Metzen-Wiefeck. 10 G. Kirchberg. 10 G.; 11 KG. Mainzlar. 13.30 G.; 14.15 KG. Lick (Gemeindesaal): 10, Kahn. Kollekte. - 13.30: KG. Freie evang. Gemeinde Metzen, Zu den Mühlen 2. Sonnt., 25. 1., 9.45 Erbauungsstunde; 11 Sonntagschule; 16 Predigt. Hart und schw er traf uns die unfaßbare traurige Nachricht, daß am 24. November bei den Kämpfen in Afrika unser lieber Sohn, Bruder und Schwager Ernst Meister Obergefreiter 'n iem MG.-Bataillon sein junges Leben tu: in geliebtes Vaterland hingeben mußte. Inxtiefer Trauer: Fritz Meister und Frau Lina, geb. Klinkei Fritz Meister, z.Z. im Felde Haini Meister, z.Z. im Felde Liesel Gondelt. Gießen, Hindenburgwall 15. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, die uns beim Heimgang unseres lieben Vaters Herrn Theodor Mandler entgegengebracht wurden, sowie für die zahlreichen Kranzspenden danken wir herzlichst. Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen, Januar 1942. / Gut zu Fuß! Wie viele Frauen gibt es, die beruflich viel laufen . und stellen müssen! Wie leicht geschieht es da, daß die Füße müde und angestrengt werden. Ein einfaches Mittel macht sie wieder kräftig und frisch: ein Fußbad mit Saltrat! Schon vielen Menschen hat Saltrat geholfen. Fragen Sie noch einmal nach, wenn Saltrat nicht gleich in Ihrer Apotheke oder Drogerie erhältlich ist. Denken Sie vor allem an Saltrat, wenn Sie da* nächste Feldpost- Päckchen zurechtmachen. Saltrat Vermietungen"! h Zimmer Küche u. Geläß, sowie 2 möbl. Zimmer sofort zu vermieten. Schrift!. 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[32iD Vogtsehe ;Pi i vat-Handelsschüle ^Gießen, Goelhestr.32 Zweijährige Handelsklasse für Schulentlassene mit 8-j^hrig. Schulbildung. Für Mädchen auch Kochen und Nähen. Frühzeitige Anmeldung erbeten, da die Aufnahmeprüfung bereits vor Ostern stattfindet und eine spätere Aufnahme nicht vorgenommen werden kann. Einjährige Handelsfach- Irlacoon kür Schüler mit Volks- lUdödCli schulreife und höherer Schulbildung, bei Sekunda-oder Mittelschulreife ohne besondere Aufnahmeprüfung. Anmeldungen für das, neueSchul- jahr und Auskünfte jederzeit im Schuloebäude Gießen, Go8thestr.32 Ruf 2486. 5075 A Mehr Freude । an der Natur durch Bermühler-Bücher! THEATER der Universitätsstadt Gießen Samstag;, den 24. Januar 19 bis 21.15 Uhr: 307d Wochenend im Theater Erstaufführung: Aufruhr im Damenstift Komödie von Axel Breidahl. Preise von O.6O bis 3.10 RM. Sonntag, den 25. Januar 11.30 Uhr: 5. Morgenveranstaltung: Flamme bin Ich sicherlich Friedrich Nietzsche als Dichter und KompBnist. Preise von 0.25 bis 0.75 RM. 15 Uhr: Nachmiltags-Fremdenvorstellnng Der Wildschütz Komische Oper von Albert Lortzing. Preise von 0.80 bis 3.10 RM. 19 bis 22.15 Uhr: Der Zarewitsch Operette von Franz Lehär Preise von 1.20 bis 4.10 RM SDielplan icm 27 Ian. blsl.Fetir. Dienstag, 27. Januar, 19 Uhr: 2O.Dienstagmiete u. HalbmieteA Aufruhr im liainenMifL Mittwoch, 28. Januar, 15 Uhr: Dornröschen. 19 Uhr: 20.Mittwochmiete u. HalbmieteL * Der Meifeterboxer. Freitag, 30. Januar, 19 Uhr: 20. Freitagmiete u. Halbmiete A Christian de Wet. Sonntag, 1. Februar, 14.30 Uhr Zum letzten Male: Dornröschen. 18.30 Uhr: Erstaufführung: Das Spitzentuch der Königin. Nr. ?0 Zweites Blati Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefien) 24./?5.ZanuarM2 Aus der Stadt Gießen 5 Die Angst vor der Vergangenheit lastet überhaupt noch immer wie ein schwerer Alpdruck auf dem ganzen Dorf. Solange der Kanonendonn'er nicht verstummen will, läßt sich die Sorge von einer Rückkehr der Bolschewisten hier nicht austreiben. Immer, wenn der Fahrzeugverkehr durch das Dorf etwas stärker ist, oder wenn wir uns für einen Einsatz fertigmachen, sehen wir die äktgstliche Frage in den Gesichtern der Manschen, und wir merken, wie sie uns beobachten und aus unserem Verhalten die Antwort zusammenreimen möchten. Und wenn dann alles beim alten bleibt, kommt es wohl vor, daß wir nebenan ein frohes Lachen hären und daß Sinuschka uns die glänzenden Kugeln zeigt, die sie aus dem Silberpapier unserer Käseschachteln für den Tannenbaum zum 7. Januar gedreht hat. denn auch namentlich holländische Maler, die den Eislauf in Gemälden geschildert haben. In Deutschland wurde der Eislauf besonders volkstümlich durch die begeisterten Verherrlichungen Klopstocks (im „Eislauf" und in „Die Kunst Thiares"), aber schon im Jahre 1748 hatte Matthias Claudius in seinem „Wandsbecker Boten" in einem Aufsatz „Schlittschuhe und Skier" dem neuen Wintervergnügen freundlichste Anerkennung gezollt. Daß aber bereits weit früher, im Mittelalter nämlich, der Eislauf keineswegs unbekannt war, geht hervor aus einem Holzschnitt der Heiligenlegenüe „Vita Leydvinae" aus dem Jahr 1498. Hier wird die heilige Lihvina (geboren im Jahr 1380 aus edelem Geschlecht) dargestellt mit Holz-Eisenschlittschuhen an den Füßen, wie sie auf holprigem Eis gestürzt ist (wobei sie eine Rippe brach). Aus dieser Darstellung erhellt aber auch, daß damals der Schlittschuhlauf auch den Frauen gestattet war, wie denn überhaupt die Frau im Mittelalter eine viel größere Freiheit genoß, als wir gemeinhin geneigt sind, anzunehmen. Durch die ununterbrochenen Kriege und Fehden wurde eine große Zahl von Männern dahingerafft, so daß die Zahl der .Frauen etwa ein Fünftel mehr betrug, als die der Männer. Man wird baß erstaunt sein, zu hören, daß die Frau des Mittelalters ausgedehnte Verwendung in allen Gewerben fand und von keinem ausgeschlossen war, zu dem ihre Kräfte ausreichten. Sogar von Aerztinnen wird mehrfach berichtet. So mar z. B. die heilige Hildegardis von Bingen (gestorben 1179) eine der berühmtesten Aerztinnen ihrer Zeit, wie sie denn überhaupt als eine der klügsten Frauen aalt. Ihre Gelehrsamkeit war so groß, daß Kaiser, Fürsten und Päpste ihren Rat einholten. Noch manches Jahrhundert lang war dann der Schlittschuhlauf bei den Frauen verpönt. Noch im Jahre 1795 schrieb der Pädagoge Anton Vieth: „Ein gemeines Vorurteil versagt dem weiblichen Geverdunkelungszeit: 24. Januar von 18.50 bis 8.44 Ühr. 25. Januar von 18.52 bis 8.43 Uhr. Unter einem Dache Von Kriegsberichter Hermann Bernick. Wenn Augen versagen Magnus-Brilleh tragen! schlecht dieses Vergnügen als unanständig: aber mich däucht, ohne Grund ... Dennoch trifft man Eisläuferinnen selten oder nie ... es ist zu bewundern, daß.unsere Damen, die sonst ihren Vorteil so gut verstehen, diesen unbenutzt lassen. Was könnte schicklicher für sie sein, als auf einem Spiegel von Kristall gleich den Gottheiten der Dichter dahinzuschweben." Bilder der damaligen und noch späterer Zeit zeigen die Dame auf der Eisbahn in einem Stuhlschlitten sitzend, der von dem auf Schlittschuhen dahinfliegenden Jüngling über die blitzende Fläche gelenkt wird. Klopstock hat den Schlittschuh im „Eislauf" als „Wasserkothurn" bezeichnet, ihn „Flügel am Fuß" genannt. Er ruft dem Jüngling zu: „Komm mit mir, wo des Kristalls Eb'ne dir winkt" und „wie ertönt vom jungen Froste die Bahn!". Weiter schildert er: „So gehen wir schlängelnden Gang", aber auch: „Leichteres Schwungs fliegt er hin, kreiset umher, schön zu sehn." Und begeistert ruft er aus: „Unsterblich ist mein Name dereinst. Ich erfinde noch dem schlüpfenden Stahl seinen Tanz!" Es ist also falsch, anzunehmen, daß es der Amerikaner Haynes gewesen sei, der im Jahre 1868 den Eiskunstlauf erfand, und daß es nur „Gradläufer" gegeben habe, ehe am Himmel des Eiskunstlaufs Sterne erster Ordnung, wie Sonja Hennie, das Ehepaar Maxi und Ernst Baier, die Geschwister Pausin, und wie sie alle heißen mögen, erschienen sind. L. B Dornotlzen. Filmvortrag von Paul Eipper. Auf. Einladung des Gießener Vortragsringes (Kulturelle Vereinigung, Goethe-Bund und Volks- bildungsstgtte Gießen der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude") wird am 28. Januar der Tierschriftsteller Paul Eipper zu seinem Film „Wildtier- welt der deutschen Heimat" sprechen. Paul Eipper zeigt, wie reich unsere Heimat ist an großen und kleinen Tieren in der Luft, auf der Ende und im Wasser. Mehr als sechs Jahre pirschte er mit seiner Schmalfilmkamera in Nord und Süd, in Ost und West, im Hegeraum, auf Bergen und im Meer. Zu den heutigen Wildtieren treten im Bild auch jene, di.e in germanischer Vorzeit bei uns herrschten und fast ausgerottet sind oder nur noch in weidmännischer Hege bei uns Gastrecht haben: Bär, Luchs, Wolf, die urigen Wisente, der Auerochse, das Wildpferd. Immer wieder spannend und fesselnd ziehen herzerfreuende, zugleich auch belehrende Tierlebensbilder vor unseren Augen vorüber. Des Vortragenden Begleitworte verstärken und vollenden die Wirkung. Bewerbungen für die Offizierslaufbahn in der Luftwaffe. Der Oberbefehlshaber der Luftwaffe gibt bekannt, daß Bewerbungen für die Offizierslaufbahn der Fliegertruppe, Flakartillerie, Luftnachrichtentruppe und des Jngenieur-Offizierkorps von Abi» turienten, Schülern der 7. und 8. Klasse höherer Lehranstalten jederzeit erfolgen können. Bewerbungen sind an die für Bewerber aus der hiesigen Gegend am nächsten liegende Annahmestelle in Oer Eislauf. Wenn auch unsere Schneeschuhe jetzt im fernen ; Rußland dahingleiten, so ist uns doch der Schlittschuh geblieben zur Freude und Erholung. Dieses Gerät, in der älteren Sprache „Schrittschuh" genannt (ein Name, der erst im Neuhochdeutschen in Anlehnung an das Wort Schlitten in „Schlittschuh" gewandelt wurde, das erst seit 1737 gleichberechtigt neben der älteren Form steht), ist uralt, denn schon der Pfahlbauer fertigte ihn sich aus Pferdeknochen: und die ältesten.Schlittschuhe, die uns erhalten geblieben sind, stammen aus der älteren Bronzezeit (1200 bis 1000 v. Ehr.) und bestehen aus unten glatt geschliffenen Pferdeknochen. Schon die altnordische Sage kennt den knöchernen Schlittschuh: sie berichtet, daß der Ase Utter ihn als Erster benutzt habe, Frith- jof, der Held, aber vermochte sogar schon mit metall- ner Schlittschuhschiene den Namen der königlichen Jngeborg in das Eis zu ritzen. Die nordischen Völker haben als erste den Eislauf gepflegt, auch die Friesen, Holländer usw. waren schon ftüf) treffliche Schlittschuhläufer; so waren es überall die Mäher breitbeinig in den Wiesen, es roch nach Tau und Gras, und die Vögel waren auch betrunken von der herben Süße dieses Dustes, sie stiegen hoch auf und sangen, Gelernte und Ungelernte durcheinander. Dann und wann hielt einer von den Mähern inne, betrachtete unser seltsames Gefährt und rief etwas herüber. Aber die Mutter blieb keinem die Anwort schuldig, und was sie sagte, war von solcher Art, daß der Lästerer nichts mehr zu erwidern wußte. Er stellte betroffen seine Sense auf, griff an die Hüfte nach dem Kumpf und lchärfte das Blatt, und das war wiederum freudig anzuhören, dieser silbern singende Klang über die Felder hin. Dazu der weite Himmel zu Häupten der Berge und unten im Tal noch das Zwielicht, aber weit entfernt. Man mußte die Hände um den Mund legen und einen Ruf hinunterschicken, vielleicht hörte ihn der Vater, wenn er jetzt zu seinem Werk- platz ging. Später am Tage durfte ich die Jausenmilch aus die Wiese tragen oder kühlen Most im irdenen Krug. Die Hofkinder liefen alle mit, der Hund auch, er mochte nicht länger vor der Tür liegen und sich über die albernen Hühner ärgern. Köstlich war es, mit den Mannsleuten im Baumschatten zu ruhen und ihren sparsamen Reden zuzuhören, den kurzen Späßen, wenn nun das Weibs- volk anrückte, um das Heu auszubreiten unD zu wenden. Oh, mähen zu können, daß sogar der Groß- knecht weit zurückbliebe, stark zu sein, braun gebrannt, eine haarige Brust zu haben, das war damals für mich das äußerste, was ein Mensch im Leben erreichen innte. Aber leider, nicht alle 1 Knabenwünsche l mir das Leben erfüllt. Zum Heuen gehört auch ein tüchtiger Wetterguh, der brachte am schläfrigen Nachmittag wieder Schwung in die Arbeit. Man spürte es schon lange vorher in allen Knochen, unmerklich verglomm die schwelende Hitze über den Feldern. Wolken zogen herauf, federweiße zuerst, dann regenträchtige mit l dunklen Bäuchen. Plötzlich war auch der Wind rote» der da, den Tag über schlief er pflichtvergessen m den Hecken, aber jetzt sah er die Gelegenheit, der ■ a{te Widersacher weiblicher Ehrbarkeit, und Die ■ Mägde hatten Not, ihre fliegenden Röcke zu bän- i diqen. . . i Warme Schatten überflogen uns, irgendwo am i Rands des Himmels zuckte es feurig auf, und schon Indianischer Liebesbrief. Junge Menschen bei den Völkern, die nicht in unserem Sinne schreiben und lesen können, haben sicher auch oft den Wunsch, dem oder der Geliebten eine Nachricht zukommen zu lassen. Daß sie das auch ohne unsere Hllfsmittel ganz gut können, zeigt der kürzlich bekanntgewordene Liebesbrief einer Indianerin, die ihren Liebsten einladen wollte, sie in ihrem Wigwam zu besuchen. Sie gehörten zu verschiedenen Stämmen, sie zu den Bärenindianern, er zu den Schlammfischindianern. Das ist zunächst mit Bilderschrift, die die Indianer haben, und in der sie sehr viel ausdrücken können, sehr einfach dadurch kenntlich gemacht, daß mit ein paar Strichen die Umrisse eines Bären und eines Fisches hingezeichnet find. Dann sieht man eine große gebogene Ihme, das ist die Hauptstraße, die zwischen zwei Seen ent- langfuhrt, die auch durch die Umrißlimen bezeichnet sind. Von dieser Hauptstraße zweigt em Nebenweg durch eine dünnere Linie angegeben, ab und suyrr zu zwei Hütten, die man als Dreiecke sieht. In der einen Hütte erscheint eine Hand, es ist der'Wigwam der Briefschreiberin, den der Geliebte aufsuchen soll. Durch drei danebenstehende Kreuze wird angedeutet, daß die Indianerin und ihre Freundinnen Chnsttn- nen sind. Von der Hauptsttaße zweigt auf der andern Seite «in zweiter Nebenweg ab, der zu dem Wigwam des jungen Mannes fuhrt. Neben »er Lints erscheint der Fisch, der ihn bezeichnet, und dieser bat bereits die Richtung auf den Wigwam der roten Schönen. Man kann danach annehmen daß Die beiden einig sind, und er der freundlichen Einladung folgen wird. Aus Siühr. Von Karl Heinrich Waggerl. In meiner Kinberzeit, wenn irgendwo bei einem reichen Bauern eine Hochzeit invGange war, wurde die Mutter auf Stöhr ins Haus genommen, damit sie die Ausstattung nähte, vor allem die Tracht der Braut. Denn bei dieser Arbeit war viel Geheimnisvolles zu beachten, wenn es der jungen Frau nicht später zum Unheil werden sollte. Wir blieben zwar über Tag auf dem Hof, dennoch nahm die Mutter jeden Morgen umständlich Abschied von ihrem Hauswesen, es lag ja allein bei Gott, ob wir uns abends alle wieder fröhlich wiederjahen. Sie bekreuzte sich und mich und den Vater und alles, was ihr teuer war. Dann wurde die Nähmaschine auf den Schiebkarren geladen, ein Korb mit dem Werkzeug kam dazu und obenauf ein seltsam1 einbeiniges Wesen, die Kleiderbüste. Die Mutter hatte sie selber genäht und kunstvoll mit Heu ausgestopft. Eine Göttin der fraulichen Fülle, aber doch ein bißchen unheimlich anzuschauen, well ihr der Vater statt des Kopfes eine gläserne Gartenkugel auf den Hals gekittet hatte. So trug die Hohlköpfige alles in wunderlicher Verzerrung nach außen zur Schau, was man sonst im Innern verbirgt, aber das, meinte der Vater, sei bei vielen Weiberköpfen so. Die Mutter schob den Karren, und ich mußte nebenhergehen und das Ganze im Gleichgewicht halten. Es war manchmal ein mühseliges Fuhrwerk die steilen Wege hinauf. Für mich freilich gab es nichts Schöneres, besonders zur Sommerzeit, wenn einem die leidige Schule nicht mehr den Tag verderben.konnte. Die Mutter war der Meinung, ich sollte mich mehr an die Buttermilch und an die Krapfen halten und endlich ein wenig Speck ansetzen, statt mich von früh bis spät herumzutreiben. Aber solche Gelegenheit, in den Bauch zu sparen, habe ich leider zeitlebens versäumt. Ach, mir wird noch heute warm ums Herz, wenn ich an diese Zeit denke, und es ist doch nur ein blasser Widerschein der paradiesischen Glückseligkeit, die ich damals genoß. In den drangvollen Tagen der Heuernte, wenn wir schon beim ersten Licht des Morgens unterwegs waren, standen kleinen Schatz. Alles kommt in einen großen Papp- karton, der im hintersten Winkel über dem Ofen steht. Dieses Versteck ist geradezu ein Familiengeheimnis, von dem auch die besten Freunde nichts wissen Dürfen. Das zweite Familiengeheimnis sind die zwei Ziegen, die in. dem verriegelten Stallr«um stehen und von deren Existenz wir lange keine Ahnung hatten. Sie werden heimlich gefüttert, und jedesmal, wenn sie meckern, versuchen die Leute durch übertriebene Lebhaftigkeit dieses Geräusch wieder auszulöschen. Diese Vorsicht ist auch beibehalten worden, nachdem wir die Ziegen besichtigt und einige Bündel Heu für ihre Ernährung von der Ortskommandantur besorgt hatten. Die Angst um den Besitz sitzt diesen Menschen noch immer wie das böse Gewissen in den Knochen. sich aus altem gelben Papier selbst dieses etwas schiefgeratene Buch zusammengeheftet und auf jeder Seite mit Mehlkleister ein aus unseren alten illustrierten Zeitungen ausgeschnittenes Bild eingeklebt. Meistens stellte es schöne Frauen dar. Die mit Vorliebe aus bewegten Theaterszenen herausgerissen waren. Und zu jedem Bild hatte Sinuschka einen langen, mit Bleistift sorgfältig gemalten Text binzu- gefügt. In diesen Texten spiegelte sich plastisch ihr ganzer Hang zur Tragik wider. Zu einem blendend gelaunten Mädchenkopf aus einer Zahnpasta- Anzeige hatte sie geschrieben: „Ein schönes Mädchen, 18 Jahre alt. Verunglückte im Eisenbahnzug von Naro-Ferminsk nach Borowsk, als sie zu ihrem Geliebten fuhr." Und eine leichtgeschürzte Tänzerin mit langen Beinen und koketter Siegermiene mußte es sich gefallen lassen, daß sie ihr ins Schicksalsbuch chrieb: „Die Tochter eines Buchhalters. Sie wollte Heu für die hungrigen Ziegen holen und brach in das Eis der Protwa ein und erstickte unter dem Eis. Niemand hat sie wiedergesehen." „Die Ziegen sind verhungert", hatte sie noch nachträglich auf Die volle Seite geklemmt, damit auch in dieser Beziehung keinerlei Trost mehr offen blieb. Warum setzt dieses Mädchen Dem Leben schon so früh die Angst und das Mißtrauen seiner Phantasie entgegen? Sicher macht Der persönliche Schmerz um Den Vater viel aus, Der vor zwei Jahren von Den Bolschewisten eingesperrt wurde unD vielleicht niemals zurückk«hren mirD. Vor allem aber war es Die Drohung Der rohen Gewalt über Die Seele, die in diesem Lande die reichen Kräfte Der Phantasie in Die Irre Der Düsteren Träume wuchern ließ. Wladimir, Der Bruder Sinuschkas, ist ganz an» war Der Donner zu hören, das dumpfe RäderrolM vom Wagen des wurfgewaltigen Gottes. Keine Zeit mehr zu verlieren, foaar Die Mutter in Der Nähstube ließ die Nadel stecken und kam mit einem Rechen auf Die Wiese gelaufen. Jetzt fuhr Der Jungknecht mit dem Gespann heraus, auch Die Gäule waren ungeduldig und stiegen erregt im Geschirr. Sogar ein Knirps wie ich zählte nun für einen vollen Mann. Ich mußte auf den Wagen klettern und das Fuder machen, und davon hing viel ab, Das wäre Des Teufels, wenn es schlecht geriete, und man würfe zuletzt noch um! Nebenher zu beiDen Seiten gingen Die Knechte unD reichten mir ungeheure Ballen Heu auf der Holzgabel zu. Haushoch wuchs das Fuder, und dabei wollte Der Heusegen kein Ende nehmen. Lange schon war Der letzte Sonnenfleck im Tal erloschen, Regenkühle wehte heran, unmöglich, daß wir auch Den letzten Wagen noch trocken unter Dach brachten. Aber es gelang eben doch. Das hätte sich Damals auch der geringste Knecht nicht nachsägen lassen, daß seinetwegen eine Zeile Heu oerDorben fei. Nachher saßen wir alle in der Stube beisammen, Die Kinder drückten sich in den Schoß der Frauen, die ganze Welt versank in aschgrauer Düsternis. Schäumendes Wasser schlug gegen die Fenster, furchtbar, wenn das grelle Licht der Blitze in, Die Stube sprang, und Der Donner schlug schmetternd drein, es war ungewiß, ob das Haus nicht längst wie eine Arche auf unendlichen Meeresfluten schwamm. Aber Dann kam Der Bauer herein, er streifte das Wasser aus dem schütteren Haar und setzte sich hin und nahm auch eins von Den Kindern zwischen Die Knie. Gxobes Wetter sagte er wohl, Helf uns Gott. Und mit einem Mal war alles nicht mehr so schlimm. Der Hausvater vermochte zwar auch nicht Die Blitze zu bannen oder Den Hagel zu beschwören. Dennoch, er war wieder unter uns; es geht vorüber, sagte er. Das ist schon so: nur ein erfülltes Leben gibt Dem Menschen wirklich Wert und Festigkeit und Rundung in seinem Wesen. Wie oft saß ich mit Freunden beisammen und stritt die halbe Nacht mit ihnen, wir führten hitzige Reden über Gott und alle Dinge, und am Ende gingen wir unzufrieden und ungetröstet wieder auseinander, wir waren nicht weiser geworden, nicht stärker und nicht besser. Aber ich kann immer einmal abends über die Felder laufen, mit meiner Unruhe im Leibe. Vielleicht ist Dann auch der Nachbar noch unterwegs, ich lehne mich eine Weile an seinen Zaun und rede mit ihm. Was er sagt, ist durchaus keine Offenbarung für mich, er hat Sorgen mit dem Korn, eine Kuh wird kalben, darauf läßt sich nichts Geistvolles erwidern. Und doch, es rührt mich an, da reDet kein hohler Mund, sondern ein ganzer Mensch aus der Fülle und Breite seiner Welt. Mit einemmal bin ich nicht mehr so verzagt, ich gehe heim und nehme auch meine Arbeit wieder auf. DNB. ... 20.Jan. (PK.) Nur ein violetter Vorhang trennt uns in dem Zweiräumigen Bauernhaus von Der Bauernfamilie, die nun schon seit einigen Wochen mit uns unter einem Dache lebt. Wenn sich Der Kanonendonner nachts verstärkt, plärrt nebenan Das kleine Kind, und wir hören das beschwichtigende Zureden der Mutter. Und wenn morgens Der frische Schnee durch die blinden Fensterscheiben strahlt und wir zum Waschen in die Küche kommen, sehen wir den rothaarigen Kopf des kleinen Schreihalses sich im Schlaf in den schwarzen Pullover Der Mutter schmiegen, Die in voller Kleidung in Dem Durcheinander Der Decken und Kissen auf Dem Bette liegt und sich nicht eher rührt, bis wir mit dem Waschen fertig sind und Der Betrieb sich wieder in den Nebenraum verzagen hat. Und Dann sehen wir auch ein Bein vom Ofen herunterragen, ein kleines Bein, dessen bloße, frost- rote Ferse durch den braunen Strumpf guckt. Man kann sich bei diesem Anblick nicht gleich vorstellen, daß ein kleines liebenswürdiges Mädel da oben auf Dem Ofen in Der schweren, muffigen Luft schläft. Sinuschka ist knapp 12 Jahre alt, von schmächtigem Wuchs, mit einer plattgeDrücften Stupsnase in ihrem blassen Gesicht, das nur aufblüht, wenn sie draußen in der Kälte war. Ihr Haar ist glatt und blond, Die Zöpfe sind mit einem schwarzen Band über dem Rücken zusammengespannt. Die Augen sind hell, aber trotz der Jugend ernst und ein wenig altklug. Wenn sie versonnen im Ofenfeuer stochert oder die Stirn.gegen die Fensterscheibe drückt und Die verschneite Straße hinabsieht, wo Der steil auf steigende Rauch wie weiße Pappeln über Den Dächern steht, liegt eine grenzenlose Traurigkeit in ihrem Blick. Dabei wirb sie sicher niemals in ihrem Leben wieder einen solchen vergnügten Betrieb um sich herum erleben und ein solch vielbeachtetes Persönchen sein wie jetzt, da Der Krieg acht junge deutsche Soldaten in ihre kleine, trostlose Welt verschlagen hat. Sinuschka hier und Sinuschka da, so heißt es Den ganzen Tag, sie hört manch gutes Wort, und wenn ein Kamerad ihr einen Bonbon aus Der Verpflegungstüte gegeben hat, versuchen Die anderen durch eine Doppelte Portion ihr besseres Herz zu beweisen. Sinuschka ist ein Aschenbrödel, wie ein Märchendichter es nicht besser erfinden könnte. Man muß sie immer erst suchen, wenn man in Die Küche kommt. Sie hockt entweder zwischen Holzscheiten und Kehrricht auf Dem Fußboden und schält Kartoffeln in unseren großen, pechschwarzen Topf. Dann wirkt sie unter ihrem sackgrauen Kopftuch so unscheinbar, Daß man über sie stolpern könnte, wenn nicht ab und zu eine Kartoffel ins Wasser plumpsen oder Das Messer in ihrer Hand aufblitzen würde, wenn sie sich mit Dem Aermel ihrer dunklen Manchester- jacke über Die Nase wischt. Oder Die Bodenklappe ist hochgeschlagen und sie holt gerate rote Rüben aus dem schwarzfeuchten Kellerraum. Dann streckt sie ihr blasses Gesicht wie ein Erdgeist aus Dem Erd- loch und sieht uns fragend an. Oder sie schleppt sich mit den großen Wassereimern ab und stolpert Dabei über ihre großen Filzstiefel, in Deren Besitz sie sich mit Der Mutter teilt. „Sinuschka, Das mußt Du flicken!", sagen wir wchl und zupfen an ihreik zerrissenen Aermel, an Dem ein großer Fetzen herabhängt. Dann dreht sie ich kurz weg und meint: „Germanski fleacht, Ruski jutt." Womit sie dann sagen will, daß unser Ge- chmack noch lange nicht für sie gilt, und daß sie ich durchaus in ihren Lumpen wohl fühlt. Nur das sackgraue Kopftuch, dessen Armut ihrem schmalen Gesicht ganz gut stand, hat sie stillschweigend abgelegt und trägt jetzt stattdessen eine hervorge- kramte grüne Baskenmütze, die wie ein Pfannkuchen auf ihrem blonden Haar klebt. Wenn wir bei uns abends schon längst die Lampe ausgepuftet haben, brennt manchmal nebenan noch stundenlang Licht. Wir haben uns lange Zeit keine Gedanken Darüber gemacht, was nebenan noch getrieben wird, zumcll es mäuschenstill war. Aber eines morgens fiel uns auf, wie Sinuschka mit ängstlicher Hast etwas zwischen Den zerlumpten Decken des sogenannten Bettes versteckte. Und als sie es nach einigem Zureden hergeben mußte, verkroch sie sich tief beschämt auf den Ofen, während wir Das kleine Büchlein durchblätterten. Sie hatte ders. Er hat ein rundes Ohrfeigengesicht mit verschlagenen Augen. Er ist überall im Wege. Steht am Dren herum, lehnt gegen die Bettpfosten und sieht seiner Mutter und Der Schwester mit ausdruckslosem Gesicht bei Der Arbeit zu. Wenn ihm etwas aufgetragen wird, wehrt er sich hartnäckig, setzt seine Pelzmütze auf und geht steif und faul wie ein junger Bär nach draußen. Die Mutter ruft ihn nicht zurück. Die Schwester hat einen gedrückten Respekt vor seiner Unbeherrschtheit. Er ist jetzt schon mit seinen neun Jahren ein kleiner Tyrann. Wenn wir ihn uns vornehmen, grinst er uns blöde an. Der schlechte Satz dieser Rasse mit allen seinen negativen Triebkräften steckt in diesem Jungen. „Konsomolze" nennen wir ihn, obwohl er das nicht hören will und dann beleidigt auf Den Ofen kriecht. Aber auch wenn er in Der Abkehr vom Bolschewismus erzogen wird, werden die gefährlichen Keime in ihm weiterwachsen, sein Leben wird ohne die Zucht Stärkerer eine Bedrohung des guten Willens in diesem Volke bleiben. Die Mutter ist eine stille, arbeitsame Frau von 35 Jahren, Die um zehn Jahre älter wirkt. Unter ihrem roten Haar, Das glatt und straff wie eine Perücke um Den Kops liegt, hat sie ein rundes, volles Gesicht wie Die meisten Frauen hier. Aber es kommt einem vor wie ein Luftballon, per bis auf Die welke Haut zusammenfallen würde, wenn man mit einer Nadel hineinsticht. Es ist eine von Kartoffeln und Wasser aufgeschwemmte Fülle, Die diesen Menschen Den Anschein einer vom Hunger unberührten Gesundheit gibt. An Der Wand hängt zwar als einziger Schmuck ein Werbeplakat für die letzte landwirtschaftliche Ausstellung Der Sowjetunion, dessen leuchtender Farbenreichtum und die Phantasie reizende Pracht einer von Den Früchten des Landes überfließenden Schale Den Leuten über Den Zusammenbruch des Regimes hinaus gefällt. Aber als wir einzogen, hatte Die Familie nichts außer 20 Pfund Kartoffeln und tränt schieres, heißes Wasser aus Dem Samovar. Jetzt fällt ab und zu einmal etwas von unserer Verpflegung ab. Aber trotzdem ist die Familie bei Kartoffelsuppe und roten Rüben geblieben, nachdem wir Den Keller wieder gefüllt hatten. Höchstens brüht Die Frau noch einmal unseren Kaffeesatz auf oder füttert mit unserem Suppenrest Das Kleinste. Aber alles, was wir ihnen an Graupen, Roggengrütze, Trockengemüse und Fettresten zustecken, nehmen sie mit leisem „Spaziho" an unD verschwinden damit blitzschnell auf Dem Ofen, als schämten sie sich, es sozusagen als Beschenkte lang? vor uns in den Händen zu halten. Dabei hüten sie es wie einen Die Finanz- unk» Gieuerverwaliung von Gießen LV .... * ~ . ... ..„K 1QA ctXflrt nnn dafür, baj PI Amtsgericht Gießen. durch miffar dazu, well er mußte, den vor dem £ Im Präsidium erfuhr Kurt, daß Doktor Ball und Siegmund, Schauspieler, wohnte^zweieinhalb.Jahre )MMlssar Kammin in ihren Wohnungen erreich- m Leipzig, und zwar von Marz 1931 bis Sep (Nachdruck verboten.) 45. Fortsetzung Kammin Kurz vor Mitternacht kam das Gespräch aus 6e? ÄMbeaTte7berbir ®ar£o» üD«' Leipzig. Sammln st-nagraphierte mit ..Eberwein, bn Pfli „Hieß er auch Eberhard? Sie nahm seine Frage für einen Ausfluß von Eifersucht. „Nein", sagte sie. „Er hieß nur so ähnlich Die letzte Silbe ist anders, aber das tut ja nichts zur Sache. Gehen Sie jetzt. Es ist besser so." Er gab sich alle Mühe, sie umzustimmen. Es gelang ihm nicht. Sie drängte ihn langsam zur Tur und öffnete sie. Dadurch war er gezwungen, sein Sprechen einzustellen. Minuten darauf befand er sich auf der Straße und sah an dem Hause empor, in dem sie wohnte. Dann fiel ihm siedendheiß em, sein Gang sei doch nicht vergeblich gewesen. Möglich, daß der Schauspieler, von -dem Kommissar Kammin gesprochen hatte, der Mann war, den Aenne Barkow erwähnte. Der Name mußte mit Eber beginnen, vielleicht Eberlein oder ähnlich lauten. So schnell ihn seine Beine trugen, rannte er die Straße entlang in Richtung der nächsten Taxihaltestelle. Hinter ihm her blickte aufmerksam Rechnungsjahres find auch alle mit der Besoldung der Beamtenschaft und der städtischen Angestellten sowie der städtischen Ruhegehaltsempfänger zu leistenden Aufwendungen — es handelt sich hierbei um einen Personenkreis von annähernd 800 Menschen — rechnungsmäßig zu bearbeiten. Dazu kommt weiterhin die Verwaltung des städtischen Kapitalvermögens und der städtischen Schulden, die einen bedeutenden Arbeitsaufwand erfordert. Als Beispiel hierfür sei vermerkt, daß allein im gegenwärtigen Rechnungsjahre im Rahmen der Kapitalvermögensund Schuldenverwaltung 164 Baudarlehen, 56 Gründete seine _ iß er berechtigt sei, den Gießener Konzertring Gastspiel des Quartetto di Roma. N-ischeVersch -«Wbraivtri Wuddbui und Explosion in Raum 5 Roman von H.C. Hansen Copyright by Prometheus-Verlag Dr.Eldiadter, Gröbenzell b.MBndien " : einen Beamten beauftragen ____ ____________Hause der Barkow aufgestellten Posten zu benachrichtigen und mit diesem zusammen die Verhaftung vorzunehmen, sobald das Mädchen morgens die Straße betrat. Michel erfuhr von den neuen Ereignissen noch in der Nacht. Er traf den von Kammin geschickten Kollegen. Sein Herz schlug einen wilden Takt. Die Einzelheiten kannte er nicht. Aber der Auftrag zur Verhaftung wäre sicher nicht gegeben worden, wenn nicht ganz bestimmte Beweise vorlagen. Er trollte sich nach Hause und konnte es nicht unterlassen, Bärbel anzurufen. Sie nahm die Neuigkeit mel ruhiger auf, als er erwartet hatte. ,3d) war mir immer darüber klar, daß diese Barkow beteiligt ist , stücks-Kaufgelddarlehen und 136 Fälle von Kapital» dienstangelegenheiten für Grundstücke im Erbbaurecht zu behandeln waren. Die Verwaltung der städtischen Rücklagen sowie die planmäßige und außerplanmäßige Schuldentilgung sind andere Zweige der Haushaltswirtschaft, die ebenfalls m ihrem Umfang, wie schon ein Blick in den Haushaltsplan zeigt, recht bedeutend sind. Die Verwaltung der städtischen Wertpapiere und Depositen laust daneben als besonderer Zweig der Vermögensverwal- tuna einher. Im Laufe eines Rechnungsjahres ergibt sich aus all diesen Arbeiten eine gewaltige Fülle Ueberführung. . _ . Wieder begann eine endlos scheinende Zeit des Wartens. Der neue Tag begann zu dämmern, als die Hamburger Kriminalpolizei sich meldete. Ihr Bericht ließ Kammin von seinem Stuhl hochfahren. Wir haben den Siegmund Eberwein, geboren am 2 Juli 1899 zu Berlin, 1931 bis 1933 in Leipzig wohnhaft, ehemals Schauspieler, jetzt Agent, um zwei Uhr aus dem Bett verhaftet. Die Ueberführung zu Ihnen erfolgt sofort. Eberwein trifft mit dem Zuge um 11.20 Uhr dort ein. „ Danke!" rief Kammin laut. „Wir haben ihn , sagte er grinsend zu Doktor Ball und Kurt. „11.20 Uhr werde ich mir den Mann selbst auf dem Bahnhof abholen. Und jetzt gehen wir wohl schlafen. Die Vernehmung wird nicht ganz einfach sein." „Sie vergessen die Barkow", mahnte Doktor Ball sagte sie gelassen. * An einem strahlenden Augustoormittag stand Kriminalkommissar Kammin in Begleitung von Michel Crusius auf dem Bahnsteig und wartete auf das Einlaufen des Hamburger Zuges. Dann gingen sie an der Wagenreihe entlang und machten sich mit dem aussteigenden Kollegen bekannt, der einen klug aussehenden, schlanken Mann mit typischem Schau- spielerqesicht mit sich führte. Zusammen brachten sie ihn in dem bereitstehenden Transportwagen zum Präsidium. Eberwein stellte keine Frage und be- nahm sich ganz ruhig. Nur die Blässe seines Gesichtes schien darauf hinzuweisen, welcher Sturm tn ihm tobte. Kammin hatte ein besonderes Arrangement getroffen. In dem Zimmer neben seinem Büro mußte seit 11.25 Uhr Aenne Barkow warten. Die Tur zwischen den beiden Räumen stand auf. So trat er mit dem Gefangenen ein. Michel ging als letzter. Das Mädchen hob den gesunkenen Kopf, als sie das Geräusch hörte. Ihre Augen weiteten sich unnatürlich. Sie schwankte und stieß dann einen lauten Schrei aus. Eberwein blickte zu ihr hinüber. „Du hast mich also doch verraten" rief er drohend. Ehe es zu weiteren Auseinandersetzungen kommen konnte, schloß ein Beamter die Tur. Sie warteten, bis Doktor Ball gekommen war. Michel setzte sich an die Schreibmaschine, um das Protokoll aufzunehmen. Der Kriminaldirektor machte eine 5>andbewequng zu Kammin mit der er diesem das Verhör überließ. Er setzte sich so, daß er dar Gesicht Eberweins genau beobachten konnte. (Fortsetzung folgt.) Kommissar Kammin in ihren Wohnungen erreich tffcr waren. Ein Beamter, der die Dringlichkeit der Sache erkannte, stellte eine telephonische Verbindung mit Kammin her. Kurt berichtete das Wichtigste zuerst. „Ich glaube, ich weiß/ wie der Schauspieler heißt, Herr Korn» Der R. E. in D. hatte in einem westfälischen Dorfe eine Kuh gekauft. Auf der vom Verkäufer Über den Kaufpreis ausgestellten Quittung machte er nachträglich den Zusatz, die Kuh liefere täglich 20 Liter Milch. Er hatte sich wegen dieses nachträglichen Zusatzes jetzt wegen schwerer Urkundenfälschung zu verantworten. Die Bezahlung der Kuh sollte durch Scheck erfolgen. Diesen ließ der Angeklagte sperren, da er, wie er behauptete, festgestellt habe, daß der Milchertrag der Kuh viel geringer gewesen sei. Der Verkäufer klagte seine Forderung ein. Zum Beweise dafür, daß er berechtigt sei, den Kaufpreis zu kürzen, legte der Angeklagte beim Prozeßgericht die von ihm gefälschte Quittung vor. Die Zeugen be- kündeten übereinstimmend, daß dem Angeklagten beim Kaufabschluß nur gesagt worden^sei, bei der seitherigen Fütterung liefere die Kuh täglich 20 Liter Milch, und daß die Quittung den erwähnten Zusatz nicht enthalten habe, als sie vom Verkäufer unterschrieben worden sei. Der Angeklagte wurde wegen schwerer Urkunden fälschung in Tateinheit-mit einem Betrugsversuch zu einer Gefängnisstrafe von drei Mo- n a t e n und einer Geldstrafe von 300 RM. verurteilt. Die zusätzliche Geldstrafe wurde wegen der eigennützigen Gesinnung des Angeklagten verhängt. Hannover, Escherstraße 12, zu richten. Die nächste Einstellung findet im Sommer 1942 statt Oekonomieral Hensel 25 Zohre alt. Oekonomierat Hensel, der frühere Präsident der Hess. Landwirtschaftskammer, wird am 2b. Januar in Dortelweil bei Vilbel 7 5 Jahre alt. Der um die Förderung der Belange der oberhessischen mit) hessischen Landwirtschaft hochverdiente Jubilar war ein treuer Anhänger der antisemitischen Kamps- bewegung Dr. Otto Böckels und hat in dessen Geist und Sinn unter den hessischen Bauern gewirkt. Seine kämpferische Einsatzbereitschaft für die Sau- berhaltung der Wetterauer Heimatscholle von artfremden Einflüssen und für die Freimachung der bäuerlichen Betriebe von der Judenknechtschaft hat dem heute noch rüstigen und weithin bekannten Jubilar höchste Wertschätzung und Verehrung aller ländlichen Kreise eingetragen, so daß sein Name auch heute noch mit hoher Achtung genannt wird. Ein volles Jahrzehnt hat Hensel die Hessische Land- Wirtschaftskammer mit Tatkraft und Umsicht geleitet Auch die Kriegszeit sieht den Bauersmann Adolf Hensel mit ungebrochener Kraft an der Arbeit alle ' Aufgaben des Vaterlandes in Treue und in steter Gefolgschaft zum Führer zu erfüllen. Ehrung von Arbeitsjubilaren. Von der Belegschaft der Zigarrenfabriken Joh. Balth. Noll, Gießen, konnten jüngst wieder infolge langjähriger Zugehörigkeit zum Betriebe fol- aende echs Gefolgschaftsmitglieder ausgezeichnet werden: Helene Platt (Rodheirn) und Rüfpeler (Krumbach) für 40 Dienftjahre, Wilh. «Blatt und Elisabeth Schneider in Rodheim, Marie W a ck und Luise R ü s p e l e r in Krumbach für 25 Dienstjahre. In Betriebsappellen wurden die Jubilare durch die Deutsche Arbeitsfront und die Betriebsführung mit Ehrenurkunden und Geschenken geehrt. , .. Gießener Dochenmarktpreise ♦ Gießen , 24. Jan. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Markenbutter, % kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 8 bis 9, Wirsing, kg 8 bis 12, Weißkraut 6 bis 8, Rotkraut 8 bis 12, gelbe Rüben 7 bis 10, rote Rüben 10, Unter- kohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 8 bis 10, Lauch 17, Sellerie 15, Rettich, das Stück 10 bis 15 Rpf. Gtraffamnier Gießen. miffar." „Was fagen Sie da?" . Eilig erzählte er von dem Verlauf feines Be- uches und erhielt den Auftrag, auf die Ankunft des Kommiffars zu warten, der selbst noch Doktor Ball benachrichtigte. Dann rauchte Kurt hintereinander vier Zigaretten, um die zermürbende Wartezeit zu verkürzen. Fast gleichzeitig kamen die Erwarteten an. Sie nahmen Kurt mit nach oben in das Büro Kam- mins und fragten ihn aus. Er mußte sich Muhe geben, das mit Aenne Barkow geführte Gespräch möglichst wörtlich zu wiederholen. Zum Schluß reichte Doktor Ball Kurt die Hand. „Ich danke Ihnen, Herr Eberhard. Vielleicht überlegen Sie es sich noch und gehen nicht als Jurist in die Industrie, sondern kommen zu uns, zur Kriminalpolizei." Kurt begriff, welches Lob dies für ihn bedeute und strahlte über das ganze Gesicht. „Wenn ich Sie und Herrn Kammin als Lehr- melfter erhalte, ganz bestimmt, Herr Kriminaldirektor." , „ m rr u „Das läßt sich vielleicht machen." Ball wandte sich zu Kammin. „Sie verständigen wohl sofort die Leipziger Kriminalpolizei. Wir müßen schnellstens wissen, woran wir sind." „Ich rufe an." Kammin ging zu dem Apparat und verlangte ein dringendes Gespräch. Schon nach zwei Minuten war die Verbindung hergestellt. Der Kommissar gab den genau im einzelnen beschriebenen Auftrag und bat um Nachforfchungen im Melderegister. Auf die Antwort werde er warten. Zwei Stünden vergingen, während deren die drei Herren sich damit die Zeit vertrieben, daß sie dem mit wachsender Begeisterung lauschenden Kurt interessante Fälle aus ihrer Praxis erzählten. Er begrub seine ursprünglichen Berufspläne und versicherte fest, sobald er das Asfessorexamen hinter sich habe, wolle er Doktor Ball bitten, bei der zu- ständigen Behörde die Zuteilung des jungen Mitarbeiters zu erwirken. nadenszene unter italienischem Himmel dar, fein- geistig in der Stimmung festgchalten, gelöst in der anmutigen Führung des Melodischen in reizvoller Betontheit der Gegenstimmen und Imitationen. Bildhaft geschaut, in feinstem Klangfiligran erstand die Serenade in ursprünglicher Nähe ihres Milieus, graziös und impulsiv-temperamentvoll durchweht in dem Spiel des Quartetts. Gerahmt wurde das Programm von zwei klassischen Quartetten: Beethoven op. 18, Nr 1 in F-dur; Haydn op. 76, Nr. 1 in G-dur. Beethovens Werk aus der Frühzeit seines Quartettschaffens war in der Wiedergabe des Kopfsatzes auf die Fein- gliedrigkeit seines thematischen Aufbaues ebenso abgestimmt, wie sich die Unisonogänge in energievoller Geladenheit entfalteten und die mannigfachen Kontraste sich in vornehmer Gestalt abprägten. Zum Höhepunkt innerster Gesanglichkeit wurde das Ad^ gio mit seinen bannenden Momenten, das nach Beethovens Aussage den Abschied zweier Liebender schildert und angeregt wurde durch die Szene im Grabgewölbe aus Shakespeares „Romeo und Julia . Fein akzentuiert war das Scherzo, voll Frische das Finale im nachgiebigen Eingehen auf die Einzelentwicklungen. Sinniger Humor, gespiegelt im harmomsch-aus- geglichenen Spiel der verwobenen Thematik, Starke der Empfindung (zumal in den schwebenden Klängen des Adagios) und eine äußerst saubere Behänd- hing des Technischen durchströmte das Haydn-Quartett; obwohl erst spät entstanden, überrascht gerade dieses Werk des der zweiten Hälfte der Sechziger Zusteuernden ebenso durch die Unverbrauchtheit der Erfindung wie durch die Originalität in der Auseinandersetzung zwischen Form und Ausdruckswillen. Der Bann der herben Mollsphäre im ersten Teil des Finales lichtete sich zum Dur bin, wie aus einer andern Welt kommend. Unendlicher Beifall wurde zum Ausdruck des Dan- kes der Hörer. Nichts könnte aber den Musiziereifer der Bereinigung (trotz der unter heutigen Verhältnissen äußerst beschwerlichen Reisemöglichkeit) über- zeugender erweisen, als die beiden als Zugaben gespielten prachtvollen Quartettsätze. . Dr. Hermann Hering, Das Rückgrat jeder Stadtverwaltung biloet die Abteilung, in der die Angelegenheiten der Finanzwirtschaft und des Steuer- wesens bearbeitet werden. In Gießen werden diese Aufgaben vom Rechnungsamt der Stadtverwaltung wahrgenommen, das eine Fülle wichtigster Pflichten, vor allem die gesamte städtische Haushaltswirt- schaft erfüllt. Wir haben uns mit Zustimmung des Oberbürgermeisters Ritter an den Leiter des Rechnungsamtes, Verwaltungsdirektor Martin, mit der Bitte ge-< wandt uns über den Aufgabenkreis des Städtischen Rechnungsamtes nähere Mitteilungen zu machen. Das Ergebnis unserer Unterredung fassen wir in der nachstehenden Uebersicht zusammen. Das Arbeitsfeld des Städtischen Rechnungsamtes kann man in zwei Aufgabengebiete gliedern: die Finanz Verwaltung und die S t e u e r Verwaltung. Diese sachliche Teilung bedeutet natürlich nicht, daß etwa zwei Verwaltungszweige nebeneinander -tätig sind. Die Arbeit ist vielmehr- m straffer Weise zusammengefaht, um bet möglichst bescheidenem Kräfteaufwand das Höchstmaß an Ar- beitsersolgen zu erreichen. Im Mittelpunkt der Tätigkeit des Rechnungsamtes stehl^ naturgemäß die städtische Haushaltswirtschaft, angefangen von der ährlichen Aufstellung des Haushaltsplans mit feinen vielen Einzelaufgaben, der steten Ueberwachung der Durchführung bis schließlich zur endgültigen Fejt- telluna der Haushaltsrechnung für jedes Wirt- chaftsjahr. Oberstes Ziel der Arbeit ist die forg- amfte Pflege der städtischen Finanzen bei möglichst weitgehender Erfüllung der vielseitigen Aufgaben der Stadtverwaltung im ^Dienste der Bevölkerung. „Richtig. Wir setzen sie sofort fest, das heißt wir warten bis morgen früh, damit wir nicht das ganze Haus alarmieren müssen. Ich gebe den Auftrag dazu." „Darf ich —", begann Kurt zu fragen. „Den Vernehmungen beiwohnen? Nein, mem Lieber. Das geht nicht. Aber Sie sollen es erfahren, wenn ein Geständnis abgelegt wird." Kammin klopfte ihm wohlwollend auf die Schulter. Müde und doch ohne eigenttiches Schlafbedürfnis suchten sie ihre Betten auf. Als letzter kam der Kom- Hl UllV QwUi U r tember 1933. Hatte anscheinend kein festes Engage. ment. Nicht vorbestraft. Don hier nach Berlin abgemeldet, von dort nach Hamburg, dann 1935 vorübergehend drei Monate wieder in Leipzig. Auslandspaß im Oktober 1935 ausgestellt. Reise ging nach USA. Nachteiliges ist über Eberwein nicht bekannt. Jetziger Aufenthaltsort Hamburg." „Danke", sagte Kammin kurz, drückte die Gabel nach Hamburg an. „Weni/wit Glück haben, kriegen wir den Mann noch diese Nacht." „Wollen es hoffen , brymmte Doktor Ball. „Sollen wir hier die ganze Nacht warten?" „Ich gehe nicht schlafen, bevor ich weifj, ob dieser Eberwein in Hamburg erwischt wird. Der Fernsprecher klingelte. Die Hamburger Polizei war du. Kammin gab eine kurze lieber» sicht über die Verbrechen, wegen deren man den Schauspieler ober wenigstens ehemaligen Schauspieler Siegmund Eberwein suche, bat um sofortige Nachforschung und womöglich Verhaftung sowie Nicht immer wird sich ein Musizieren, ganz aus i dem Wesen des Instrumentes erwachsend, so offen- < jchtlich bezeugen wie beim Quartetto di > m a, denn tn dieser Vereinigung ist das Erbe verpflichtender Tradition in mehrfacher Hinsicht lebendig. Nicht nur, daß Italien der Welt in den i vergangenen Jahrhunderten die klangschönsten ; Streichinstrumente gegeben hat, die noch heute der Wunschtraum jedes Spielers und das Entzücken edes Hörers sind, sondern hier fand das Diolin- piel auch feine erste maßgebliche Entwicklung, sei- nen ausstrahlenden Höhepunkt und zugleich Er- üllung in Arcangelo Corelli (um 1700). Dazu war Italien Jahrhunderte hindurch in ed- lern Wettstreit mit den nordischen Ländern entscheidend, ja zeitweilig führend und bestimmend, an der Musikentwickluckg in Europa beteiligt, und der Jta- liener hat, dieser gewichtigen Tatsache sich voll be- wußt, wachen Auges das Uebertommene gehütet und sinnvoll gehegt. Nicht ohne Grund sind die Musiker vergangener Generationen gern nach Italien gefahren, um an den bedeutenden Pflegestatten der Musik ihr Können zu bereichern, die (Entfaltung ihrer Fähigkeiten zu finden. Zudem steht der Italiener in rassischer, bluts- mäßiger Bedingtheit dem Musikerleben noch viel unmittelbarer gegenüber als der Nordländer. Er ist eben ein Gegenwartsmensch, der den Augenblick in größter Intensität zu durchleben und ihn mit eindringender Tiefe auszuschöpfen vermag, ohne sich dabei der Reflektton auf' das Hintergründige und das darüber hinaus Weifende stärker zu binden. Aus diesem Wirklichkeitserleben heraus wird der sinnliche Klang das grundlegende Element seines Musizierens. Darauf stützt sich die unendliche Fein- heit seiner instrumentalen Kultur, getragen von dem Ideal edelster Klangschönheit hinführend zu den letzten Werten der vielseitigsten Ausdrucksmöglichkeit. Das melodische Geschehen weitet sich mit tiefstem Gefühlsimpuls zu seelischer Kraft und wird so die Grundlage eines durch die Persönlichkeit gebundenen Gestaltens. Wie stark das Quartetto di Roma auf dem Boden des Uebediejerten steht, bestätigte eindeutia die Wiedergabe von A. C o r elli s „La F o 1 i a“ Das diesem Werk zugrunde liegende spanisch-portugiesische Thema, das übrigens seit dem frühen 17. Jahrhundert verschiedentlich bearbeitet worden ist, führt Eorelli in einer Abfolge von Variationen durch, die in ständig sich ändernder musikalischer (Situation zugleich in der Gestaltung der führenden Solovioline Einblick in die erstaunliche Fülle der instrumental- technischen Ausdruckswerte Corellis gewähren. Die Quartettvereinigung ließ das Ganze in feinster klanglicher und musikalischer Ausgewogenheit erstehen und das Eigenleben der Begleitstimmen (in dsx Bearbeitung Geminianis, eines Schülers von Corelli) ausblühen. Daß das Quartett Hugo Wolfs Italien!« . sche Serenade" in seine Dortragsfolge etnbe- ■ zog, läßt den Willen erkennen, sich auch mit ferner 1 stehenden und sehr selten gespielten Werken ausein- , anderzusetzen. Wolfs .^Italienische Serenade" (in der i Urfassung für kleines Orchester gedacht, aber von . ihm selbst wegen des überaus klaren Aufbaus rsteich- i wertig für das Streichquartett übertragen) ist im i Gegensatz zu seinen anderen Jnstrumentalwerken ? weniger von einem bestimmten Programm beein» > flußt, sondern stellt eine mondlichtdurchflutete Sere- 80 RM. erhalten, gegen den er Einspruch einlegte. Er hatte als Güterbodenarbeiter in Gießen aus einer der Reichsbahn zur Beförderung übergebenen 10-Liter-Korbflasche 3 Liter Schnaps teils getrunken und teils verschüttet. Der Angeklagte bestritt jegliche Schuld. Er wurde aber überführt und zu einer Haftstrafe von vier Wochen verurteilt. Strafmildernd wirkte seine seitherige Unbe- scholtenheit, straferschwerend dagegen der Umstand, daß es sich um Frachtgut hanoelt, das besonders geschützt werden muß. X' ÄS «seid ulen» es S>«. xS- ^bearbeiten, h "der j Meils« oöe Meid ferner sz unserer S i’ auf LBf Pflichtige ^ldeni rund ^beiten. Du „So", sagte die Barkow und lächelte dazu. „Von der kleinen Bärbel. Ein liebes Mädel." Der Gedanke, ihn noch näher- mit der Firma in Verbindung zu bringen, kam ihr nicht, noch weniger die Idee, daß er etwas mit den Ereignissen zu tun habe. Sie atmete schwer und stand auf. „Es hat alles keinen Zweck, Herr Eberhard. Ich bin drei Jahre älter als Sie. Dis Sie verdienen und heiraten können, vergehen noch Jahre. Dann sind Sie knapp dreißig und ich ein spätes Mädchen, das zu Ihnen nicht paßt. Wenn ich heute Ihr Versprechen annähme, würde uns beiden daraus nur Leid erwachsen. Es ist besser, wir gehen jetzt auseinander." „Warum haben Sie denn erst die Sache soweit gedeihen lassen?" fragte er anklägerisch. „Weil ich so wenig Freude habe", meinte sie leise. „Dor Jahren hat mich ein Mann einmal furchtbar enttäuscht. Seitdem habe ich mich von jedem Verkehr mit Männern -zurückgehalten. Zudem", sie sah ihn sanft und prüfend an, „erinnert mich jetzt Ihr Name an diesen Mann." ♦ Die Finanzverwaltung muß sich bei der Betreuung der städtischen Finanzen zahlreichen Ausgaben widmen. Hierzu gehört in erster Lime die Aufstellung des jährlichen Haushaltsplanes, der städtischen Hauptverwaltung und der städtischen Nebenkassen auf Grund der Unterlagen, die Don Öen einzelnen Dienststellen zu liefern sind. Wie bedeut-^ fam und weitreichend diese Arbeit ist, kann-man ermessen, wenn man sich vor Augen hlllt, daß der ordentliche Haushaltsplan der Stadt Gießen vor zehn Jahren, also im Jahre 1931, noch mit ninb 6 457 000 RM. abschloß, während der gegenwärtig laufende Haushaltsplan für das Rechnungsjahr 1941 sich auf rund 11124 000 RM. belauft. In dieser gewaltigen Steigerung der Abschlutzsumme lediglich des ordentlichen Haushalts — daneben besteht noch der außerordentliche Haushaltsplan, der aber zur Zeit in seiner Bedeutung hinter den Friedensjahren zurückbleibt — kommt der große Zuwachs an Aufgaben zum Ausdruck, der im Verlaufe der letzten zehn Jahre und insbesondere seit der Machtübernahme durch den Führer auch auf kommunalem Gebiet zu verzeichnen war. Diese Steigerung um Millionenbeträge hat natürlich ihre Aus- Wirkungen in einem wesentlichen Anwachsen der Arbeiten zur Aufstellung und Durchführung des Haushaltsplanes zur Folge gehabt. Schorf die Fertigstellung zahlreicher finanzwirtschaftlicher Anlagen neben dem Haushaltsplan selbst ist eine Aufgabe, die gegenüber früheren Jahren erheblich gewachsen ist. Dazu kommt der wesentlich umfangreichere Dienst bei der Ueberwachung der Durchführung des Haushaltsplans durch die verschiedenen Dienststellen. Zu diesem Zweck müssen beim Rechnungsamt nicht nur die vielen Anträge von den einzelnen Dienststellen geprüft und bearbeitet werden, sondern es sind hier auch die Haushaltsüberwachungslisten mit größter Sorgfalt zu führen, damit die dewil- -------------- -------- ligten Kredite nicht überschritten oder etwa notwen- Der L 5) in S hatte einen Strafbefehl über bige Überschreitungen in Einklang gebracht werben r mit ber Einnahmeseite, um auch im einzelnen eine geordnete Haushaltswirtschaft zu. gewährleisten. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, beim Rechnungsamt für alle Abteilungen ber Stabtverwal» tung — mit alleiniger Ausnahme bes Sozialamtes, das auf diesem Gebiete selbständig arbeitet — und für die städtischen Werke fortlaufend sämtliche Einnahmen und Ausgaben zu verrechnen und den Stand ber einzelnen Konten jederzeit so auf dem laufenden zu halten, daß auf den ersten Blick eine durchaus klare Uebersicht gegeben ist. Im Laufe des i jMrrtmSt unfi ! beruhig öS”19 der dann abgelaufen, so beginnt die umfangreiche Ar- unb beit der Feststellung der Haushaltsrechnung, um das tkt a —,4hllfilAU Seit 25 Jahren, TABLETTEN PFLANZENSÄFTE RM -.76 Möhrensaft euxQgL 15 Pfg. Flaschenpfand I. II. Häute und Felle III. IV. V. uro-Emrichtunqen Seltersweg 44 Gießen Goethestr. 32 Alljiulz Backwunder Reese-Gesellschaft, Hameln ■; ixotecAAe Fußpf legem i tfe-l ' ——————, ___ Vogts.\.o von 1. Ausgabetag: ZHontag, 2. Ausgabetag: Dienstag, 3. Ausgabetag: Mittwoch, 27. Januar 1942, 28. Januar 1942, öeöuruanzetgen bei BrOhL Gießen Spineteaft • « JSomatentrank ud des Dan» Wziereifer len Verhält' chkeih über, ls Zugaben n Hering, Schmutzlösend, scheuerwirksam und seifesparend — das sind die Eigenschaften, die ALLPUTZ zum wertvollen Helfer der Hausfrau machen. Besonders in der Küche sollte ALLPUTZ immer griffbereit stehen. ALLPUTZ reinigt mühelos und rasch Spülsteine. Steinböden. Eimer. Kochtöpfe. Geschirr und anderes Küchengerät. 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Seme große Bedeutung für unsere Stadtverwaltung ist aber allen offenbar, die Einblick in den weitschichtigen Ausgabenkreis der Stadtverwaltung Wir kaufen u. verkaufen gebrauchte, guterhaltene KRAFTWAGEN all.Fabrik.,bereift u. unbereift OPEL, fließen, Rnf 2847 48 __________3316 D Mit offenen Äugen Drei Jungen und ein Mädel en decken ihre Waldteimal. Don Werner Siedold 135 Seiten Text und 8 Kunstdrucktafeln Leinen RM. 2,8» Hugo Bermühler Verlag Berlin> Lichterfelde QlN ü Wohnhaus 4-5 Zim.-Etagengröße in Gießen zu kaufen gesucht. Barauszahlung geboten. Schriftliche Angebote unter 323D an den Gießener Anzeiger erbeten. Bezugscheine nicht entgegengenommen werden. Gießen, den 24. Januar 1942. 320D Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen. ,___________Wirtschaftsamt._________________ Hartnäckige Hustenqualen und Bronchitis Allpulz Mi AIlpulMcd&rkeM-, Bekanntmachung bet Allgemeinen Ortskrankenkasse für Stadt- und Landkreis Gießen in Gießen. Mit Wirkung vom 1. Januar 1942 wurden bisher schon gewährte Leistungen erhöht und einige Mehrleistungen neu ein geführt. Auf Grund des 3. Satzungsnachtrages der Kasse sind folgende Leistungsverbesserungen bekanntzugeben: Der Höchstbetrag für kleinere Heilmittel wurde für Mitglieder von 30 Mk. auf 35 Mk. und für die Familienangehörigen von 15 Mk. auf 28 Mk. erhöht. Ledige Versicherte erhalten bei Durchführung von Krankenhauspflege ein Taschengeld von 1ho des Grundlohnes. Das Sterbegeld wird itn 30fachen Betrag des Grundlohnes und mit einem Mindestbetrag von 50 Mk. stir Mitglieder gewährt. Für den Ehegatten wird ein Sterbegeld von %, beim Tode eines Kindes bis zum vollendeten 2. Lebensjahr ein solches von % und bis zum Alter von 18 Jahren ein Sterbegeld in Höhe von % des Mitgliedersterbegeldes gezahlt. Beim Tode sonstiger Angehörigen wird ein Sterbegeld von % des Mitgliedersterbegeldes gewahrt. In den Kreis der anspruchsberechtigten Familienangehörigen wurden alle sonstigen Angehörigen für den Anspruch auf Krankenpflege mit embezogen. Die Arzneikosten werden für die anspruchsberech- tigfen Familienangehörigen in Höhe von 80 v. H. übernommen. Der Zuschuß bei Durchführung von Krankenhausbehandlung von Familienangehörigen beträgt 75 v.H. bei einem Höchstbetrag von täglich 3,75 Mk. Bei Kinderreichen beträgt Der Zuschuß 90 v. H. bis zu einem Höchstbetrag von täglich 4,50 Mk. Nach der etwa bestehenden Aussteuerung beträgt der Zuschuß für Durchführung von Krankenhausbehandlung von Mitgliedern und deren Angehörigen täglich 1,20 Mk. als Abgeltung der ärztlichen Behandlung und der ärztlichen Sachleistungen. Geschlechtskranke Versicherte und deren Angehörige sowie Kranke, die an einer anzeigepflichtigen übertragbaren Krankheit leiden, haben einen Anspruch auf weitergehende Leistungen bei Inanspruchnahme von Krankenhausbehandlung und bei Gewährung von Arzneimitteln. Der Anspruch für die satzungsmäßigen Mehrleistungen entsteht erst nach einer Wartezeit von 6 Monaten, wenn nicht eine Versicherungszeit von 6 Monaten binnen der letzten 12 Monate bei einer anderen Krankenkasse nachgewiesen wird. Für Juden gelten die sahungsmäßigen Mehrleistungen nicht. Andere Abänderungen von Melde- und Beitrags- vorschrlften, Richtlinien über die Einstufung von Versicherten und Bestimmungen über die Durchführung der Krankenversicherung der Rentner, sowie Vorschriften über die Höhe und den Anspruch auf das Zusatzsterbegeld für Rentner und deren Familienangehörige sind aus dem 3. Nachtrag zur Satzung der Kasse ersichtlich. _ 309D Der Satzungsnachtrag kann in den nächsten Tagen bei der Kasse und bei den einzelnen Zahlstellen angefordert werden. Der Kassenleiter: Geiger, Verwaltungsdirektor. iiiiuhuiiiiiii 5 < Bekanntmachung. Betr.: Ausgabe der Reichsseifenkarten und der Zu- sahseifenkarten für die Monate Februar 1942 bis Mai 1942. bei pußi | .^/Dringt die leichte Kanin-, Hasen-, Rehfelle Füchse, Marder, Iltisse sowie alle anderen Felle kauft zu besten Preisen Heinrich Adorf, Marburg/Lahn JhrKmü braucht die Wertstoffe frischer Pflanzen wie von Möhre, Spinal end Tomate. Geben Sie in der gemüeeartncn Zeit [ beauftragen 3 ausgestellten em zusammen das Mädchen lignifi«"1* Auftrag zur w. Gr fr* unter!*; Uh“ " Och lvar mir 'Ä-isiat «ft ' chronische Verschleimung, hartnäckiger Luftröhrenkatarrh und Atem» beschwerden werden seit Jahren mit Dk. Dorther Tabletten, auch in altm Fällen, erfolgreich bekämpft. Dies bestätigen die vielen oft geradezu begeisterten Dankschreiben von Verbrauchern. Dr. Boether-Tablet- t«n smd ein unschädliches lränterhalttges Gpezialmtttel. Enthält 1 erprobte Werkstoffe. Stark schleimlösend und auswnrffördernd. Reinigt, beruhigt und kräfügt das angegriffene Bronchiengewebe. 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Bei diesem steuerlichen Vorgang handelt es sich um ein reichlich verzwicktes Verfahren, bei dem außerdem noch mancherlei Schwierigkeiten zu überwinden sind, die sich aus der andauernden Veränderung des Arbeitseinsatzes ober des Wohnortes ergeben. Die Führung des Gewerbetagebuchs, in dem die An-, Ab- und Ummeldungen von Gewerben eingetragen und einer Reihe weiterer Behörden von Amts wegen zur Kenntnis gebracht werden, nimmt ebenfalls einen ansehnlichen Dtajim in der gesamten Arbeitsleistung der Steuerverwaltung ein. Äon der Börse. Ruhige Aktienmärkte. Frankfurt a, M., 23. Januar. Auch in die- fern Berichtszeitraum war die Umsatztätigkeit an den Aktienmärkten ziemlich klein, doch blieb die Tendenz im Grunde fest. Wie seither, standen einige Spezialpapiere im Vordergrund des Inter, esses, wobei größere KursMgerungen durch Ab- gaben interessierter Stellen hintangehalten werden konnten, sodaß die Kursgewinne durchweg nur wenige Prozente ausmachten. Thüringer Gas, Harpe- ner Bergbau, Metallgesellschaft, Rheinstahl konnten so mehrere Prozente anziehen, auch Buderus, Daimler, BMW., Ilse Bergbau fanden Beachtung, ohne daß aber wesentliche Veränderungen ein. traten. Südd. Zucker, Holzmann, Zell Waldyof kaum verändert, Zell Aschaffenburg konnten auf die Ka. pitalerhöhung hin etwas anziehen und fanden da. her besondere Beachtung. Die JG.-Farben-Aktie 30g bis 206,75 an, Stahlverein lagen um 150 schwankend. Am Bankenmarkt wurden Hypotheken- banken stärker befestigt. Am Rentenmarkt zeigte sich das übliche Bild. Da wenig Material verfügbar ist, suchte das anlagesuchende Kapital einen Ausweg in der An- schafsung 3,5prozentiger Reichsschatzanweisungen Folge I 1942, die laufend gut gekauft wurden. Die Kurse für Renten lagen weiterhin wenig verändert. In Pfandbriefen blieben die Notierungen, soweit sie vorgenommen werden konnten, unverändert, die Nachfrage bleibt weiterhin ohne ausreichende Deckung. Steuergutscheine I lagen mit 104,75 ziemlich stabil. Die Reick)saltbesitzanleihe wurde meist zwischen 162,25 und 162,75 genannt tsooD Telefon 2750 4. Ausgabetag: Donnerstag, 29. Januar 1942, 5. Ausgabetag: Freitag, 30. Januar 1942. Ausgabezeit: von 8—13 und von 15—18 llhr. Die Karten werden nur an Erwachsene ausge- händigt. Die Stammabschnitte der alten Seifentarten sind zurückzugeben. Die Zusatzkarten für Aerzte und in der Kran- pflege tätige Personen werden — soweit sie nicht von den Kliniken und Anstalten in Empfang genommen werden — an den vorgenannten Tagen in der Zeit von 8 bis 13 Ahr auf Zimmer 1 ausgegeben. Sofort bei Entgegennahme sind alle Karten hinsichtlich Zahl und Gruppe nachzuprüfen. Spätere Beanstandungen sind zwecklos. Es wird wiederholt darauf hingewiesen, daß Seifenfarten ohne (Eintragung von Kante uni) Wohnung des Bezugsberechtigten ungültig find und nicht beliefert werden dürfen. Während der Ausgabetage können Anträge auf haben rmb dabet Immer wieder Re überragende Bedeutung des Mittelpunktes der städtischen Finanzwirtschaft, nämlich des Rechnungsamtes, erkennen können. Daß unsere Gießener Finanzen gesund und leistungsfähig sind, um auch großen Aufgaben gewachsen zu sein, ift neben der weitschauenden und vorsichtigen Finanzpolitik des Oberbürgermeisters als des Leiters der Stadtverwaltung m weitem Ausmaß auch auf die sorgfältige Arbeit unseres Städtischen Rechnungsamtes, das für die Entscheidungen der Finanzpolitik gute Unterlagen bereitstem, zurückzuführen. B. Handball-Vorschau. Gauklasse. Luftwaffe Gießen — Pfungstadt. Im zweiten Heimspiel der Rückrunde empfängt die Gießener Luftwaffe Pfungstadt. Diese steht an vierter Stelle der Tabelle. Die Mannschaft ist gleichmäßig besetzt und ist für alle Vereine ein ernster Gegner. Die Luftwaffe hat aus den letzten Spielen gelernt und sich gut nach vorn gearbeitet. Erfreulicherweise ift ein weiterer Formanstieg zu verzeichnen. Wenn man die letzten bewährten Aufstellungen bringt und den Gegner auf eigenem Boden nicht unterschätzt, werden die Gäste ihren knappen 7:5-Vorspielsieg nicht wiederholen können. Kreisklasfe. Heuchelheim hat auf die Austragung der weiteren Spiele verzichtet. Im letzten Spiel stehen sich gegenüber Luftwaffe 2. — Holzheim. Bei einem Siege oder Unentschieden kann sich Holzheim die erste Stelle sichern. Im Falle einer Niederlage sind gUe Mannschaften, mit Ausnahme Heuchelheims,, punktgleich. Holzheim besitzt durch Abgänge leider nicht mehr die frühere Stärke. Die Soldaten haben auf der anderen Seite eine lange Ruhepause gehabt. Bei nochmaligem Einsatz aller Kräfte können die Gäste einen knappen Sieg erringen. Das Vorspiel endete 8:6 für Holzheim. HJ.-Spiele im Bann 116. Grüningen — Mtv. Gießen. Lang-Göns — L i ch. Watzenborn — Holzhe im.______ Llbschlußergebnis des Jahres zu ermitteln und damit zugleich den Stand der städtischen Finanzen am tfnbe des Wirtschaftsjahres zwecks Entlastung des Oberbürgermeisters als des verantwortlichen Leiters bst Stadtverwaltung festzulegen. Die Steuerverwaltung stellt alljährlich den Steuerbedarf für das neue Haushaltsjahr fest. Dabei dienen ihr als Ausgangspunkt für bie Berechnungen die Erfahrungen des laufenden Jahres und der vorhergehenoen Jahre sowie die Ausweise der Finanzstatistik. Die Ermittlung her Ausschlagsatze für die verschiedenen Steuerarten hat sie gleich- alls vorzunehmen, um dann nach der Genehmigung >es neuen Haushaltsplanes die Veranlagung der Steuerpflichtigen durchzuführen. Für das Ausmaß dieser Arbeit seien hier einige Zahlen genannt. Für die Grundsteuer von land- und forstwirtschaftlichen Betrieben und von Grundstücken sind alljährlich rund 8500 Grundsteuerposten zu veranlagen, daneben ist das Grundsteuermeßbetragsverzeichnis zu führen. Boi der Gewerbesteuer mit der Zweigstellen- (ieuer sind jährlich rund 2000 Gewerbesteuerposten zu bearbeiten. Hinzu kommt bei der Grund- und der Gewerbesteuer die Bearbeitung der Gesuche um vollständige oder teilweise Erlässe, die sich im gegenwärtigen Haushaltsjahre auf rund 630 Fälle aus Migkeits- oder gesetzlichen Gründen erstreckten, während ferner rund 440 Gesuche um Stundungen bzw. Ratenzahlungen zu bearbeiten waren. Sehr Diel Arbeit ist in jedem Jahr auch mit der Veranlagung der Bürgersteuer verbunden. Im laufenden Haushaltsjahre 1941 waren von der Steuerverwaltung unserer Stadt rund 20 000 Bürgersteuerpflichtige auf Lohnsteuerkarte und rund 3500 Bürger- steuerpflichtige auf Steuerbescheide zu veranlagen, außerdem rund 1200 Gesuche um Steuererlaß zu bearbeiten. Die Veranlagung der Getränkesteuer Bekanntmachung. Bär.: Musterung der Dienstpflichtigen des Geburtsjahrgangs 1924. Auf Grund des Wehrgesetzes vom 21. 5.1935, des Reichsarbeitsdienstgesetzes vom 26.6.1935 und der Verordnung über die Musterung und Aushebung vom 17.4.1937 wird hiermit folgendes bekannt- gemacht: Die Musterung der Dienstpflichtigen des Geburtsjahrgangs 1924, die im Stadtkreis Gießen wohnhaft oder aufenthältlich find, findet am 2„ 3., 4. und 5. Februar 1942, jeweils von 8 Ahr vormittags ab im Restaurant „Zum Burghof", Burggraben 9, statt. Die Dienstpflichtigen, die eine Vorladung zum Erscheinen zur Musterung nicht erhalten haben, laben sich unaufgefordert in der oben angegebenen Zeit zur Musterung zu stellen. Ausgenommen sind diejenigen Dienstpflichtigen, die im Besitz eines Wehrpasses und Annahme^ scheines sind oder bereits Reichsarbeitsdienst abgeleistet haben. 337D Nichtbefolgung dieser Bekanntmachung zieht Bestrafung nach sich. Evtl, werden polizeiliche Zwangsmaßnahmen gegen die Säumigen ergriffen. Gießen, den 24. Januar 1942. Der Polizeidirektor. I. V.: H e l l w e g e Emden. Iß 5 m Material, das nicht nur bei der Kontrolle der II j Durchführung des Haushaltsplanes zu verarbeiten • 1 jst, sondern auch zu Statistiken für die Finanzwirt- in ü schäft ausgewertet werden muß, damit die Gelder n kW der Allgemeinheit immer in sorgfältigster Weise verwaltet werden können. Äst das Haushaltsjahr von ihren quälenden Hühneraugen y. Hornhaut bringt Ihnen eine Kur mit der bewährten sicher, rasch und vollkommen schmerzlos. Pflegen Sie aber dann weiter die Füße mit Fußcreme, Fußbad u. • Fußpuder Zu haben tn Apoth. u. Drog. MNKTUIR M/zzpwea In Apolbeken, Drogerien u. Fachgeschäften erhältl. 33 V läßt wehe Wunden schnell gesunden. 4 TASCHEN» 275 A Führende Firmen der Ih Schönheitspflege undZKosmetitl haben ihre Niederlage in der Fernsprecher Nr. 2141. 315D Montag, 26. 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