192. Jahrgang Nr. 276 Gießener Anzeiger Montag. 25. November,942 Wechsel im britischen Kriegskabinett afrika sowie Sendungen für Südafrika, Nord- und Südrhodesien, Britisch-Somaliland und Kenia verloren, weiter zahlreiche Pakete für Kanada und Neufundland sowie Luftpostsendungeti für China, Iran, Irak und Indien. Auch für England bestimmte Luftsendungen aus Gambia, Nigeria und Sierra Leone sind nicht in England eingetroffen. Begegnung mit dem Kriege. Deutsche Schriftsteller an der Atlantikküste. Von Herhbert Menzel. Annahme von Anzeiaeu für die MittaaSnummer biS 8'/, Uhr desBormittagS An-eiaen-Preiie für die Millimeter-Zeile von 22 Millimeter Breiter 78tof. für gamilienan* zeigen und private GelegenheitSanzeigen 14 Stof. f. Werbeanzeige« und geirbättliche GelegenbeitSanzeige« Platzvorickrift (vorherige Vereinbarung) 26°/»mebe Rückschläge können uns nur härter machen Oer Gauleiter sprach aus einer Kundgebung der Partei in Buhbach. Erictieini ca glich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Gießener i^amilienblätter Heimat imBlld-DieScholle BezuaSvreiSr Monatlich .. .RM.1.80 ZustellgebÜör... „ -Ly apch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Afrika-Unternehmen des Feindes ein. Don Anbeginn an, so führte er hierzu aus, fei dieser Plan der Alliierten bereits mit dem Zeichen des militärischen Unvermögen gekennzeichnet gewesen; denn anstatt in Europa eine zweite Front Ku errichten, wie Stalins Hilferuf sie stetig fordere, haben sie es wohlweislich vorgezogen, ihr militärisches Talent unter Vergewaltigung ihres einstigen Bundesgenossen nur an derPeripherie des Kontinents zu probieren. Der Gauleiter stellte dann anhand von Auslandsstimmen das Nach- s ch u b p r o b l e m als die Achilles-Ferse dieses Verlegenheitsunternehmens heraus. Das deutsche Volk dürfe versichert sein, daß sich die deutsche U-Boot- Wasfe eine derartige noch nicht dagewesene Gelegenheit nicht Entgehen lassen werde. Im übrigen, so schloß der Gauleiter diese Betrachtung, haben wir es nicht nötig, über den Ausgang des Kampfes in Nordafrika Weissagungen anzust-ellen. Die Heimat habe in den vergangenen drei Jahren die sieghafte Kraft unserer Waffen kennengelernt. Sie vertraue bedingungslos dem Führer unb der Tapferkeit unserer Soldaten und wisse somit, daß auch Rückschläge, die uns wohl härter, aber niemals wankend machen können, uns den Endsieg nicht mehr entreißen werden. Nochmals kennzeichneten die Worte des Gauleiters dann die unzertrennbare Einheit von kämpfender Front und schaffender Heimat. Alles, was sich als Reiburch dazwischen stellen wolle, Feiglinge ebenso wie Faulenzer, werde unnachsichtlich ausgelöscht. Nach der Behandlung einzelner aktueller kriegsbedingter Tagesfragen schloß der Gauleiter feine mit wachem Interesse und begeisterter Zustimmung aufgenommene Rede mit dem mahnenden Hinweis auf die Garantie unseres Sieges und damit unserer Zukunft, die Einmütigkeit und Geschlossenheit der deutschen Nation. Gegen dieRooseveli-Dikiaiur. Lissabon, 22. Nov. (Europapreß.) „Der neue USA.-Kongreß, der erst Anfang' nächsten Jahres Zusammentreten wird, wirft schon jetzt seine Schatten voraus", schreibt der Londoner „Daily Herold" und fährt fort: „benn der alte Kongreß hat soeben eine Vorlage der Roosevelt-Regierung abgelehnt, weil er nicht mehr ein „Gummi st e mpel" für die Vorschläge des Präsidenten fein will. Es handelt sich um eine Vorlage, durch die dem Präsidenten unbegrenzte Vollmacht gegeben werden soll, während der Dauer des jetzigen Notstandes die Zolltaxen und Einwanderungs-Bestimmungen aufzuheben. Der stellvertretende USA.- Kriegsminister Patterson versicherte zwar, die Vorlage sei aus dem Krieg heraus entstanden und werde mit ihm sterben, die republikanische Opposition aber spricht von den diktatorischen Bestrebungen Roosevelts." General-Anzeiger für Oberhessen fcSiltntitrT Lavals Stunde. Von unserem pl.-Korrespondenteru Vichy, November 1942. Das tagelange Warten in Vichy ist zu Ende. Die Entscheidung ist gefallen. Am Mittwochabend wurde belonntgegeben, daß die gesamte Verantwortung nunmehr m den Händen von Pielre Laval liegt. Der Regierungschef, dem Marschall P6tain vor aller Welt Patriotismus und erwiesenen Klarblick bescheinigte, ist heute bet mit allen Machtmitteln ausgestattete Repräsentant Frankreichs. Laval entscheidet künftig über alles. Diese Entwicklung bedeutet den Triumph über jene Gegner, die sich Laval entgegenstellten, als er nach dem Zusammenbruch die schwere Aufgabe Übernahm, Frankreich zu retten. Schon nach wenigen Monaten freilich, am 13. Dezember 1940, gelang es den Feinden Lavals, chn mit heimtückischen Mitteln zu Fall zu bringen. Indessen, Laval kehrte wieder. Im April 1942 nahm er erneut den Kampf mit jenen Leuten wieder auf, die er in der Zwischenzeit achselzuckend und verächtlich „politische Lehrlinge Vichys" genannt hatte. Seitdem dauerte dieser unterirdische Kampf m der trübe und undurchsichtig gehaltenen Atmosphäre von Vichy an. Bald war es dieser, bald jener, den der Regierungschef sich herausgriff, stellte und — oft nicht ohne Anstrengungen — ausbootete. Trotzdem gelang es so noch nicht, die vergiftete Luft zu reinigen. Denn, mochte auch ber, und jener entlarvt und beseitigt werben,, an zweithöchster Stelle blieb D a r I a n , der „Dauphin" und Oberbefehlshaber ber französischen Streitkräfte, politisch unbegabt, aber geladen mit einem maßlosen Ehrgeiz. Laval, ber die öffentliche Meinung und die Stimmung feiner Umgebung in Vichy gut kannte, durfte nur langsam und vorsichtig zu Werke gehen, wenn Wie amtlicb in Washington soeben erklärt wurde, beliefen sich Die Kriegskosten der Vereinigten Staaten bis Mitte November bereits auf 60 Milliarden Dollar. Sie sind damit schon auf das Doppelte ber gesamten Kriegskosten der Vereinigten Staaten im e r ft en Weltkrieg gestiegen. Die monatlichen Kriegskosten während der letzten Monate betrugen je rund 5,5 Milliarden Dollar. « NSG. Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger sprach am Sonntagnachmittag in Butzbach auf einer Dersammlungsaktion ber Partei über die unerschütterliche Siegesaewißheit des deuffchen Volkes. Oie auf mehrere Äerfammlungsorte übertragene siede wurde immer wieder von starkem Beifall be- sleitet. Die begeisterte Aufnahme der Worte des Bauleiters bewies auch hier die durch zeitweilige Rückschläge nicht zu beeinflussende Siegeszuversicht ter Heimat. Mit einem klaren und überzeugenden Ueberblitf Iuf die während der vergangenen Kriegsjahre er» eiten Erfolge gab der Gauleiter zu Beginn seiner lebe die Begründung für die zuversichtliche Hal- mg ber Achsenmächte. Er verwies auf die durch ie Siege unserer Waffen verbesserte Er- lährungslage, deren weitere Entwicklung |ur_nod) positiv sein kann, kennzeichnete die 93er» «rößerung unseres Rüstungspoten- ials an Hand der unumstößlichen Tatsache der HerbreiterungunsererRohstofsbasis nd behandelte schließlich die anhaltende Derstär - ung unserer Arbeitskraft durch den etig größer werdenden Einsatz von ausländischen Ilbeitern. „Für uns", so führte der Gauleiter in p Bilanz dieser Betrachtung aus, „sind diese Vorteile gleichbedeutend mit dem Siege in der intscheidenden Schlacht, für den Feind Iber sind sie die nicht zu überwindende Hoffnungs- bsigkett, uns jemals niederringen zu können." Nachdem der Gauleiter dann den Blick auf diese Situation, die heute das deutsche Volk zuver - sichtlicher denn je sein lasse, gelenkt hatte, pchnete er mit den verschwindend wenigen Aus- lahmen kleinmütiger und bangverzagter Feiglinge «b, deren Haltung nur durch lausende Sonbermel- tungen im Gleichgewicht zu halten fft. Dabei ging tr auch auf das diese Gemüter besonders bewegende Stockholm, 22. Nov. (Europapreß.) Der Lordfiegelbewahrer und Regierungssprecher im Unterhaus, Sik Staff ort) Cripps, ist aus dem britischen K.riegskabinett ausgeschieden. Sn seiner Stelle wird Innenminister Herbert Morrison Mitglied des Kriegskabinetts, während Eripps das Amt des Ministers für Flugzeugproduktion übernehmen soll. Die Füh- .ring des Unterhauses übernimmt an Stelle von lttpps Antony Eden unter Beibehaltung seiner »tellung als Außenminister. Der bisherige Minister [tr Flugzeugproduktion, dessen Posten Cripps er» Mt, Oberst John L l e w e l l i n , soll ständiger Mi- lifter für das Versqrgungswesen in Washing- to n werden. Schließlich wurde Oberst Oliver Stanley Kolonialminister an Stelle von Lord flranbome, ber seinerseits auf den Posten des Lord- ßgelbewahrers, jedoch ohne Sitz im Kriegskabinett Prüfen wurde. Die Veränderungen im britischen Kabinett kamen Derraschend. Ihr wichtigster Punkt ist das Aus- ft eiben von Stafford Cripps aus dem Kriegskabi- irtt und aus dem wichtigen Posten des Führers dis Unterhauses. Nur ein knappes Dreivierteljahr htt Cripps dem Kriegskabinett angehört. Er hat .ob Erwartungen, die seine Freunde, und die Be- 'jilrchtungen, die seine Gegner bet seinem Wieder- - «stauchen auf der politischen Bühne hegten, gründlich enttäuscht. Obwohl Churchill in einem Brief, in dem er Cripps den Posten des Ministers für f Vugzeugproduktion anbot, ausdrücklich betonte, daß Ws nur scheinbar ein Abstieg auf 6er politischen ' Leiter sein würde, baß in Wahrheit der neue Posten ' etn eminenter Bedeutung sei und seine Ernennung Hier sehr ernsten Kriegsnotwendigkeit entspreche, ' iß die „Degradierung" von Cripps nicht zu verken- *n. Cripps hat sich damit abfinden müssen. Er ant- pfcrtete Churchill, seine Dienste ständen selbstoer- i ftcnblid) dem Lande völlig zur Verfügung und Churchill habe darüber zu bestimmen, auf welchem Posten sie am besten zu verwerten seien. Er übernehme also den angebotenen Posten. Das Ministerium für Flugzeumirobuktion ist im wesentlichen eine administrative Behörde geworden, welche zudem vom Produktionsministerium weitgehend abhängig ist. Cripps erhielt also eine ganz unselbstän- dige Stellung, was durch sein AusscheDen aus dem Kriegskabinett und aus dem Amt des Führers des Unterhauses noch unterstrichsn wird. Nach seiner Rückkehr aus Moskau war es Cripps gewesen, der auf seine Erfolge pochend selbst die Nachfolge Churchills als Premier anstrebte. Aber die Mission, die ihm dieser dann in Indien auftrug, brachte die Wende, da es ihm nicht gelang, in Delhi mit den indischen Parteien zu einer Einigung zu kommen. Damit war Churchill die Sorge um den gefährlichsten Mitbewerber in der Gunst der Massen los. Seine Ausbootung aus dem Kriegskabinett und Kaltstellung auf einem politisch einflußlosen Posten war nun nur noch eine Frage der Zeit. Einen Zuwachs an Macht und Ansehen erhielten dagegen der Arbeiterparteiler Morrison durch den Eintritt in das Kriegstabinett und Churchills Freund Eden durch die Ernennung zum Führer des Unterhauses. Auch die Ernennung von Lord Cranborne zum Lordsiegelbewahrer dürfte eine Art Beförderung darstellen. Cranborne fft der Sohn und Erbe des Vorsitzenden der konservativen Partei, Marquis of Salisbury. Interessant ist auch die Rückkehr Oliver Stanleys, des zweiten Sohnes von Lord Derby, in die Regierung. Er war mit dem Sturz Neville Chamberlains aus dem Kabinett ausgeschieben, doch erwartete man damals schon, daß er später wieder ein Ministerium übernehmen würde. Edens, Cranbornes und Stanleys Ernennung bedeutet eine erhebliche Verstärkung des ultra- konservativen Einflusses vor allem auch der Hoch- ariftofratie Im Kabinett. Oie deutschen; i«: affenersolge am Terek. ! Berlin, 21.Nov. (DNB.) Irn Terek-Abschnitt : farmten deutsche und rumänische Truppen nach dem Lrrchbruch am Baksan am 25. Oktober auf dem vkftlichen Terek-Ufer nach Süden vorwärts, über» dritten Dutzende von reißenden Gebirgsflüssen, ieien hohe Ufer vom Feind durch Minensperren und Ll-nkerlinten zu starken Verteidigungsstellungen Wsgebaut waren, nahmen nach harten Kämpfen «T. 28. Oktober Naltschik und am 1. Novern- Hi Alagier und unterbrachen damit die für den 8t!nb wichtige Ossetische Heerstraße. Dann hangen unsere Panzerverbände am Fuße des Kau- hfus entlang weiter nach Südosten vor und v^c- Särften den Druck gegen die Georgische Heerlaß e, die letzte große transkaukasische Perdin- iirg des Feindes. Gleichzeitig gingen Infanterie- jHibänbe aus der Gegend von Elchetow ngch i eiben vor, um die Verbindungen mit den vorge- i Renen Panzerverbänden herzustellen und den An- fr^fsteil zu verbreitern. Oie wachsende Bedrohung ber Georgischen Heerhaße, deren Verlust für den Feind die völlige Iren» Muig des Nordkaukasus vom südkaukasischen Nach- »Ubgebiet bedeutete, zwang die Bolschewisten, alle tofügbaren Kräfte zu Gegenangriffen an- Hetzen. Ununterbrochen trafen vom Südkaukasus M aus dem Gebiet von Grosny feindliche Trup- an der Front ein. Mit diesen versuchten die rvffchewisten den deutschen Angriff aufzuhalten. Ech gleichzeitige Vorstöße von Norden und Süden leg e n d i e Flanken unserer am weitesten vor- kshobenen Verbände sollte das verlorene Gebiet -nuckgewonnen werden. In schweren Kämpfen wurden die Angriffe abgeschlagen. LedlgUch ein ^vorgeschobener Panzerverband mußte vor den zahlenmäßig weit überlegenen feindlichen Truppen auf günstigere Positionen zurückgenommen werden. Doch hatte dieser Panzerverband, obwohl vorübergehend vl7m Nachschub abgeschnitten, in harten Kämvfen die Verbindung zwischen den benachbarten Verbänden bereits am 13. November wieder her- gestellt. In den letzten Tagen gingen unsere Truppen erneut zum Angriff über. Nach Nordosten vordringend, wurden Flußabschnitte, die quer zur Stoßrichtung verlaufen, in ihrer ganzen Breite genommen. Die nach Süden vorstoßenden rumänischen Verbände erzwangen den Eintritt m die Kaukasus- Täler in Richtung aus das Kasbek-Mas- s i v. Als die Bolschewisten erkannten, daß ihre täglichen Geländeverluste im Raum ber Georgischen Heerstraße immer bebrohlicher wurden, setzten sie auch an den übrigen Fronten des Terek-Abschnittes, insbesondere ostwärts Mosdok, mehrere Entlastungsangriffe an. Die Vorstöße blieben jedoch erfolglos. In den bisherigen Kämpfen verlor ber Feind über 18 300 Gefangene und Hunderte Panzer, Geschütze und schwere Infanteriewaffen. Neue britische Postverluste. Stockholm, 22. Nov. (Europapreß.) Der bri» tische Generalpostmeister gab neue Verluste von Postsendungen durch feindliche. Einwirkungen bekannt. Danach gingen Briefe und Drucksachen für Belgisch-Kongo, Madagaskar und Portugiesisch-WestDreizehn deutsche Dichter und Schrisffteller fuhren auf Einladung des Reichspropaganda- .ninisterium und unter feiner Betreuung und der des OKW. für vierzehn Tage an die Front ber Kanal- und Atlantik käste. „Sellfam", dachte ich, als wir in der Nacht über die deutsch-französische Grenze und nun durch ein Land fuhren, durch das ich vor zwei Jahren mit meiner Kompanie marschiert war, „da war erst das Jahr der unaufhörlichen Märsche, dann das endlos scheinende, im Gips verbrachte im Lazarett, und nun folge wieder eins der großen Flüge uni) Fahrten: Norwegen, Kroatien, jetzt Frankreich." Der Zug fuhr durch das verdunkelte Land, ich sah nichts von den Dörfern und Städten, chcrch die damals unser Vormarsch gegangen. war. Aber ich Unser Bild zeigt die Fahrtteilnehmer bei der Besichtigung von Befestigungsanlagen. (Scherl-BiLerdienst. (Hauptmann Weinsheimer.j) wußte, da draußen, da und dort liegt das Grab eines meiner gefallenen Kameraden. Ich dachte ihrer, ich grüßte sie, von uns allen, die wir damals eine Einheit waren, grüßte sie von den Kameraden, die ich jetzt fern in Rußland wußte, grüßte sie auch von denen, die im weiten Osten nach ihnen gefallen sind. Gehören wir nicht emig zu einer Kompanie? Dies macht mich doch glücklich, daß ich, wenn ich schon nicht mehr Soldat sein kann, doch immer wieder zu ihnen komme, so wie erst im hohen Norden, dann später im Süden, nun an der Kanalund Atlantikküste. Aehnliche Gedanken morgen die anderen Schriftsteller bewegen, mit denen id) diese Fahrt antrat Auch sie waren ja alle Soldaten. Don Paris trug uns der Omnibus weiter zur Küste. Auf dem Kemmel standen wir, ber so viel deutsches Blut tränt an den Gräbern derer von Langemarck, an vielen frischen Soldatengräbern. Und ich gedachte der Heldenfriedhöfe bei Oslo und Serajewo, die ich vordem sah. Möchten es Europas Völker einst ganz begreifen, welche Opfer Deutschland für den Bestand unseres Erdteils und für feine Neugestaltung brachte! Wir stehen später i n R o u e n auf dem Marktplatz, auf dem die Jungfrau von Orleans, die Heldin Frankreichs, auf Betreiben der Engländer verbrannt wurde und auf dem nun das Denkmal der Heiliggefprochenen sich erhebt. Die Marktfrauen und Bürger der Stadt erfahren, daß wir deutsche Schriftsteller sind. Vielleicht erinnern sie sich des Schillerschen Dramas, vielleicht auch bedenken sie, daß wir Deutsche hier als Verehrende stehen, daß vor einer Stunde aber noch die Alarmsirenen ertönten, weil der ehemalige Verbündete, der Engländer, nun auch -als ihr Feind in ihr Land einflog. Sie antworten uns freundlich. Ich hatte Begegnungen mitFranzosen, die mir erzählten, daß sie wie- ich in dem Frcmk- reichfeDzug verwundet wurden. Es war so, daß wir uys um so stärker verbunden fühlten und uns vor den anderen kameradschaftlicher die Hand gaben. Wir waren auch noch in Frankreich, als nach dem Einfall der Amerikaner und Engländer in Nordafrika unsere Truppen die Demarkationslinie überschritten. Wir haben es erfahren, wie sehr das vom französischen Volk mit Erleichterung begrüßt wurde. Da hatten wir schon unsere große Fahrt entlang der Kanal- und Atlanttkküste, die eine einzige gewaltige Befestigungslinie geworden ist, beendet. Und nachdem wir die mit eigenen Augen geschaut hatten, wußten wir, wie sie nicht nur nach außen hin, sondern ins geschützte Land selbst wirken muß. Dieser gigantische Gürtel aus Beton und Stahl weiß Achtung zu erzwingen und Sicherheitsgefühl zu geben. Und er wird immer noch ausgebaut. Unabsehbar die Heere der Arbeiter aus ganz Europa, die die Organisation Todt hier eingesetzt hat. Wir standen bei den Männern, die hier Wachs halten. Tag und Nacht unermüdlich, in glühender Hitze, in dichtem Nebel, in Schnee und Eis. Die Heimaj ahnt es kaum, was von ihnen an ständiger Aufmerksamkeit und Bereitschaft verlangt wird. Wir sahen die Männer an den komplizierten Meß- und Horchgeräten, an den Ungetümen Geschützen, hinter den Schlitzaugen ber Bunker, immer mit Blick und Gehör zur See, und unablässig die andern beim 1leben, Sichweiterausbilden. Bei unseren Fliegern waren wir, und einer der Ritterkreuzträger sprach zu uns. Wie hätte er Deutschlands Jugend begeistert! Auch Admiral Dönitz empfing uns. Wie der Feind vor seinen Enffcheidungen zittert, so beseelt und begeistert sind seine U-Boot-Kornrnandanten und -Männer von ihm. Wir hatten das Glück, ein U-Boot von seiner ersten Feindfahrt wieder einfahren' zu sehen; sieben Wimpel meldeten stolz 40 000 versenkte Bruttoregistertonnen. Dies eine Boot fuhr ein, zwei andere liefen aus. Mit den Besatzungen dieser Boote waren wir noch die letzte Stunde, die sie an Land verbrachten, zusammen. Wie sie dann angetreten auf ihren Booten standen, und so hinausfuhren zu neuem Kampf, Blick in Blick mit uns, da bewegte uns wie selten das Glücksgefühl darüber, daß wir Deutsche doch alle zusammengehören und wie froh es uns macht, wenn wir auf Deutsche stolz fein können. Nichts hat die Dichter und Schriftsteller glücklicher gemacht, als wenn da und dort Soldaten zu ihnen kamen und von einem ihrer Bücher erzählten, daß es sie begleitet habe, und daß es ihnen wert fei. Und nur zu gern haben sie auch überall da, wo es die Umstände erlaubten, auf den Wunsch der Soldaten gelesen und gesprochen. Es hat sie glücklich gemacht, daß man sie nicht als unliebsame Schlachtenbummler ansah, sondern daß man es fühlte: die sind ober waren ja selbst Soldaten und kommen zu uns als Vertreter der ganzen Heimat, nicht etwa um über unfern Kampf neue Bücher zu schreiben, aber doch, um nach den Erlebnissen, die sie hier hatten, zu überprüfen, was sie je schrieben, und doch auch, um aus diesen Wochen etwas in neue Bücher hineinzu- nehmen, es mag nach außen hin gar niayt erkennbar sein, woher es kam. Die Wehrmachtberichte Flakartillerie und Schiffseinheiten der Kriegsmarine Bei O?r Wehrmachtbericht vom Gamstag In den besetzten Westgebieten wurden sechs britische Flugzeuge abgeschossen. 3n der Nacht zum 20. November flogen zwei britische Kampfflugzeuge mit je einem Segelflugzeug im Schlepp in Südnorwegen ein. Ein Kampfflugzeug und beide Segelflugzeuge wurden zur Landung gezwungen, die mif- geführlen Sabotagetrupps zum Kampf gestellt und bis zum letzten Mann niedergemacht. In der Zeit vom 1. bis 20.November verlor die britische Luftwaffe 249 Flugzeuge, davon 120 über dem Mittelmeer und in Nordafrika. herbstlich kahlen Feldern und rveltabgklegenen Weiden auf das erste Flaknest zu. Kaum ist er um die Ecke eines Knicks gebogen, als plötzlich von überall hinter Erdwällen und dicht getarnten Ständen hervor ein heiteres Hallo anhebt, Stahlhelme und Feldmützen auftauchen. Im Nu gibt es ein fröhliches Hin und Her, ein Fragen und Berichten über das Ereignis der letzten Nacht. Die Frauen lächeln mit stillem Stolz und müssen dabei vielleicht an ihren eigenen Jungen denken, der selber Uniform trägt. Doch dann werden mit einem Male die weißen Tücher auf dem Wagen beiseitegezogen und mit einem allseitigen Ah! die duftenden Kuchen enthüllt. In Baracken und Ständen, in der Schreibstube und am Gefechtsstand, zwischen den Geschützen und beim Kommandogerät, überall tauchen lachend die Jugendgruppenmädel auf, und sie kennen sich hier aus. Jeder Soldat bekommt seine zwei Stücke hausge- backenen Kuchen wie immer am Flaksoldatensonn- tag, aber diesmal legen die Mädel noch ein drittes Riesenstück obenauf und erklären dazu mit strahlendem Stolz und beinahe feierlich: „Als Sonderzuteilung für den abgeschossenen britischen Bomber!" Doch dieses dritte Stück Kuchen ist mehr als nur der Anlaß zu einem Scherz und mehr auch als nur ein kleiner Dank für eine tüchtige Leistung. Es ist weit darüber hinaus das unscheinbar sichtbare Zeichen der ganz eigenen Kameradschaft und Verbunden, heit zwischen den Soldaten unserer Luftwaffe und den Menschen gerade der luftbedrohten Gebiete. Denn es ist doch so,, wie es noch nie in einem Kriege war, daß der Soldat, und in diesem besonderen Falle der Flaksoldat, unmittelbar zwischen den Aeckern und Häusern der Heimat kämpft, und daß die Heimat unmittelbar die Wirkungen dieses Kampfes spürt und miterlebt. Die Fahrt, die der Wagen an jenem Flaksoldatensonntag aus dem kleinen friesländischen Ort zu der einsamen Stellung hinaus tut, ist im Grunde nichts anderes als eine Fahrt von der Heimat an die -vront in der Heimat. Und daß es gerade Frauen sind, die diese Fahrt unternehmen, die den Soldaten so manchen häuslichen Gegenstand für die Unterkunft besorgen, ihnen die Strümpfe stopfen oder die Wäsche betreuen, gerade diese unscheinbaren fraulichen Hilfen, geben diesem Verhältnis von Heimat und Front eine eigene Wärme und einen tieferen Sinn. Ein mit zahlreichen Booten unternommener feindlicher Uebersehversnch über die Newa scheiterte im zusarnrnengefahten deutschen Abwehrfeuer. Bei örtlichen Kämpfen an dieser Front wurden 60 zäh NSKK.-Sturmbannführer Bergens von der Reichssegelfliegerschule Spitzer Berg bei Wien hat einen neuen Weltrekord im Segelflug aufgestellt, indem er 45 Stunden, 28 Minuten und 5 Sekunden in der Luft blieb und damit den alten Rekord um mehr als 7 Stunden überbot. Der frühere Außenminister von Oesterreich-Ungarn Graf Leopold Berchtold ist nach langer Krankheit am Samstagmorgen in seinem Schloß in der Nähe von Sopron gestorben. Er ist 79 Jahre alt geworden. Er war Außenminister zur Zeit des Weltkriegsausbruches, nachher Oberstkämmerer des Kaisers Karl. Eine neue japanische Offensive gegen die erst vor. kurzem aufgestellte kommunistische 4. Tschungking- Armee, die im Westen der Provinz Kiangsi steht, hat begonnen. Japanische Truppen nahmen den kommunistischen Stützpunkt Kinchen und erzwangen einen Einbruch in Panching, wo das Hauptquartier der 4. Armee lag. Die Verfolgung der geschlagenen 4. Armee dauert an. 11 M. bekannt: 3m R' nab tunu kämpfen Zahrzeug Zeiades schlossen den Aeint loste za- 3m » großen Nehrkorns brachten 1 und vern 5omjetpo einer Va Mische Truppen griffen g< bände, 21 Lerluste ■ 3° St nehmen nommea jris abge ter feindl griffe des fees W versuche i len deuksc Menge bahn fori 3u der Iwpplätik fjomaeitf Planmäßj bei lagt rischen Bougie boot er; einem S zensslM itool kors eb einen Mehr als ein kleiner Dank. Von Friedrich Lindemann. Für die Frauenschaft des kleinen friesländischen Ortes ist wieder einmal Flaksoldatensonntag. Das heißt: seit Kriegsbeginn hat sie es sich zur Ehrenpflicht gemacht, in jedem Monat einmal an einem Sonntag die Männer der Flakbatterien zu besuchen und zu bewirten, die rings um den Ort in den Feldern verstreut, gut getarnt, aber einsam und abgelegen bei Tag und vor allem bei Nacht ihren entsagungsvollen Dienst versehen. Am Samstag- nachmittag hat es aus allen Häusern des Ortes nach Kuchenbacken geduftet. Nun am Sonntagnachmittag knarrt vorsichtig ein Bauernwagen, von dem es unter schneeweißen 'Tüchern hervor gleichermaßen nach Kuchen duftet, zum Orte hinaus über grundlose Landwege, zwischen Knicks und Eichenbüschen hin. Aber von gestern auf heute ist etwas geschehen, das gerade diese Sonntagsfahrt für die sie begleitenden Frauen und Mädel zu einer besonders festlichen und freudig gespannten macht. Denn in dieser Nacht sind wieder einmal die Briten dagewesen, und die Rohre der Flak haben ihnen wieder einmal ihr dellendes, belferndes Sperrfeuer vorgelegt. Doch dieses Mal sind die Briten nicht wie sonst in großen Höhen vorübergezogen, sondern haben einen Angriff auf den friedlich-ländlichen Ort selbst versucht. Aber eben nur versucht. Denn da haben die Männer" der Flak einmal wirklich zeigen können, was in ihnen und ihren Rohren steckt. Ein Höllenorkan ist den Angreifers entgegengeschlagen, und schon nach wenigen Minuten zeigte einer die Feuer- fahne, segelte wie ein brennender Meteor durch die Nacht und schlug weit drüben in Trümmern zerfetzt zu Boden. Und während noch draußen aus den einsamen Batterien das Hurrarufen über den Sieg in die Nacht scholl, ging es drinnen in den Häusern des Ortes mit freudigem Stolz von Mund zu Mund: „Sie haben einen! Unsere Jungens haben einen heruntergeholt!" Unb die Folge? Am Flaksoldatensonntagmorgen häuften sich die freiwillig gespendeten Butterkuchen und Obftkuchen und Topfkuchen auf den Tischen der Ortsfrauenschaftsleiterin, von den begeisterten Frauen gespendet. Mtt dieser Last nun fährt der Wagen zwischen Unter! Dem Di bie nicht Arche Doi antwortet M gesp Jtapri Hans M •Wan ein Walter Pete als G Mellt. Dc lerifch'Lei Kammern t-r And von Will, Lesungen, pAme mi Die berei Hans P entno Re* öo tragssolge Ecuador hat den Vereinigten Staaten Stützpunkte auch auf dem Festlande eingeräumt, erklärte V der in Mexiko-Stadt eingetroffene Staatspräsident j’ von Ecuador, Dr. Carlos Arroyo del Rio. Bisher i war nur bekannt, daß Ecuador den USA. Stütz-1 punkte auf feinem Jnfelbesitz zugestanden hat. Die spanische Polizei hob in Tanger eine jüdische Paßfälscherzentrale aus, die Zweigstellen in La- . rache, Arzila und Alkazar Quivir hatte und an englische Staatsangehörige gefälschte portugiesische Pässe lieferte. und Generationsgeschichte sich spiegelt, in der sich solide Kenntnisse und erzählerische Phantasie verbinden. Vor allem eine aufgeschlossene Jugend, deren unbegrenzter Leseappetit auch vor drei zusammengehörigen dicken Bänden nicht zurückschreckt, darf ' sich von der Lektüre vielfältigen und bleibenden Gewinn versprechen. Hans Thyriot. — Liselotte Deppe-Kuntze: Kinder- flbel für deutsche Eltern. 99 Seiten. Rütten & Loening Verlag, Potsdam, 1942. — Die mit dem Buchschmuck von Wolfgang Felten hübsch aus- gestattete Fibel hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine Reihe der für Eltern kleiner Kinder wichtigen Fragen zu beantworten: wie entwickelt sich die Seele eines Kindes in den ersten Lebensjahren, wie erziehen wir es zu deutschem Wesen, wie gedeiht es am besten in unserem Heim? Der erste Teil behandelt die erwachende und sich entwickelnde Welt des Kindes im ersten bis dritten Lebensjahre, im Trotz- und Fragealter; der zweite die Erziehung zu Gehorsam und Einordnunqswillen, zu Mut, Harte und Ehrfurcht. Die Gsdankenqänge des Bänd- chens, die in ähnlicher Form bereits als Rundfunkvorträge verbreitet wurden, werden für Eltern und^ Erzieher namentlich noch kleiner Kinder eine willkommene, zum Nachdenken auffordernde, manche Anregungen und praktischen Hinweise vermittelnde Lektüre sein. Hans Thyriot. — „Der Krieg 1939/41 in Karten." Her- ausgegeben von Dr. Giselher Wirsing in Verbindung mit Wolfgang Höpker, Fritz Meurer und Horst Michael (Verlag Knorr & Hirth, München, mit 48 meist mehrfarbigen, ganzseitigen Karten, 96 Seiten, 3,70 RM ). Eindringlich stellt das Werk die weltweiten politischen und strategischen Zusammenhänge dar durch eine mehrfarbige militärisch-politische Karte, deren geographische Genauigkeit das Aufschlagen der jeweiligen Brennpunkte der Kämpfe erlaubt. Nachdem die Vorbedingungen des Krieges durch solche Karten und die jeweils beigegebenen Texte behandelt sind, wird der Verlauf der Feld- zuge in West und Ost gezeigt. Ostasicn als Kriegsschauplatz sowie Mittelost und Vorderer Orient werden ebenso erläutert, wie die Schlacht um den Atlantik. Ein Anhang mit den Schlußberichten des , rkommandos der Wehrmacht über die bisherigen ^eldzuge verstärkt den dokumentarischen Wert des Werkes, > ®le6 st, «J*1 11 jiot»-' v» 5„ feines « tWf f®, von W L oder vernichtet. \ Südlich Stalingrad und in der Kal- Flugzeuge wurden in Brand geworfen, mückensteppe trat der Feind mit starken, von - - ------* Panzern unterstützten Kräften zum Angriff an. Line motorisierte feindliche Kräftegruppe wurde dabei aufgerieben. Auch am unteren Don dauern die erbitterten Abwehrkämpfe deutscher und rumänischer Truppen an. Lin durch unsere Stellungen durch- gebrochenes verstärktes Sowjet-Kavallerie-Regiment wurde eivgefchlossen und vernichtet. 7 Faches ruf Men' M das | >et h, «einet I >ijen J'oum. r E,ll> unb S="bet *'>totl •Sy fei ben 3)i?ie ** *4 Büchertisch. — Daß dem umfänglichen erzählerischen Werke Gustav Freytags ein breiter Raum in der von Alfred G e r z unter dem Titel „Der Zauberspiegel" bei Rütten & Loening in Potsdam herausgegebenen Sammlung deutscher Romane eingeräumt wurde, erscheint naheliegend und begrüßenswert in einto Seit, in der sich ein neu erwachendes Gefühl für Bedeutung und Würde der großen Vergangenheit und die geschichtliche Entwicklung des deutschen Volkes auf mannigfache Weise bekundet. Der 1816 in Kreuzburg in Oberschlesien geborene Gustav Frey- tag hat in der Mehrzahl seiner umfangreichen erzählenden Schriften (auf denen seine literarische Bedeutung heute für uns nahezu ausschließlich beruht), ähnlich wie Scheffel und Dahn, einem durch öie Wissenschaft gesicherten Bilde der deutschen Geschichte und Vorgeschichte die belletristisch gelockerte, ziemlich voraussetzungslos lesbare Form gegeben und damit einem großen, vielfach auch jugendlichen Leserkreise den Blick für geschichtliche Zusammenhänge geschärft und die Freude an der großen 23er- gangenheit unseres Volkes geweckt oder vertieft. Das gilt vor allem für'feine „Bilder aus der beut- fchen Vergangenheit"; in minder ausgeprägtem Maße für „Die verloreneHandschrift", die in zwei sehr schönen, mustergültig ausgestatteten Lemenbänden hier neu erscheint. In diesem Werke, in dem es sich um die Suche nach einer verlorenen Handschrift des Taritus handelt, überwiegen wohl für den heutigen Leser die romanhaften Verknüpfungen und Verwirrungen des ursprünglich historischen Mottos. „D i e A h n e n" (1873 bis 1880 zuerst erschienen und jetzt in drei stattlichen Bänden der Sammlung des „Zauberspiegels" einverleibt) dürfen gerade heute wieder auf einen interessierten Leserkreis rechnen, weil hier, von der Völkerwanderungszeit bis an die Schwelle. der Gegenwart, die große geschichtliche und kulturg^chichtl-che Vergangenheit unseres Volkes in einer Familien- er nicht Gefahr laufen wollte, daß chm die schmale und mühselig gewonnene Plattform abermals, und bann für immmer, unter den Füßen weggezogen wurde. Mit der Zähigkeit eines Menschen, der aus dem Land der harten und gescheiten Bauern der Auvergne stammt, hielt er fest, spann neue Fäden, knüpfte solche, die ihm zerrissen wurden, und wartete ab. Er wartete, bis die Gegenseite zum Angriff überging, Darlan die Schwenkung vollzog und Vichy — das zaudernde, nicht ja und nicht nein sagen wollende Vichy — plötzlich vor die Entscheid düng gestellt war. Jetzt gab es nur noch Laval ober die „Dissidence". Indes die Franzosen des bisher unbesetzten Gebiets sich vielfach mit der Frage beschäftigten, wie die Ernährungslage sich nunmehr gestalten werde, unh einige Polizisten in braunen Ledermänteln fröstelnd vor dem Hotel du Parc auf- und abstampften, kämpft hinter den so bewachten Mauern Pierre Laval um die politische Entscheidung, . die Frankreich in letzter Stunde noch retten ober jebenfalls vor bem sicheren Zusammenbruch bewahren könnte. Nach Giraub unb Darlan, nach bem Versagen, muß endlich das kommen, worum Laval von Anfang an gerungen hatte: eine feste und eindeutige französische Haltung. Die Hoffnung mancher, man könnte weiter mit mehreren Bällen spielen, hat sich als Illusion erwiesen. Die offengehaltenen Türen nach der falschen Richtung verursachten einen Gegenzug, dem die Gefahr folgte, daß alle Türen gleichzeitig zuschlagen könnten. Petain hat die Politik Lavals öffentlich anerkannt und erklärt, daß Laval allein stets die verteidigte . Sowjetbunker genommen. Bei einem ’ sind hieran mit 40 Abschüssen beteiligt. IBäfjrenb ber Stoßtruppunternehmen vernichtete ein Verband der gleichen Zeit gingen im Kampf gegen Grohbntan- waffen-44 eine größere Anzahl Kampfstände und nien 97 eigene Flugzeuge verloren. Bei den Kamp- fügte dem Feind hohe Verluste zu. Deutsche Kampf-1 fen gegen die feindliche Landungsflolte im Vlittel- „llnfere Frauenschaft", fo sagte der Leutnant, als der Wagen sich an jenem Sonntag wieder verabschiedete — und es läßt sich nicht besser sagen: ,mnsere Fräuenschaft gehört ganz einfach zu uns Soldaten, denn durch sie, so empfinden wenigstens wir es, gedenken unser alle deutschen Mütter und Mädel." Vichy, 21. Nov. (Europapreß.) Die von der französischen Regierung angeordnete Feststellung jener landwirtschaftlichen Flächen, die hochwertiges Kulturland darstellen, aber seit Jahren brachliegen, wurde nun abgeschlossen. Das Erlebnis ist überraschend. Rund 800 000 ha wertvolles Agraland liegen seit Jahrzehnten brach, weil die Be- itzer anderweitige und offenbar ertragreichere Er- verbsquellen gefunden hatten. Zu diesem Brachland int) fast 600 000 ha Land hinzuzufügen, bas" mit verhältnismäßig geringen Verbesserungsarbeiten anbaufähig gemacht werden kann. Im ganzen kann Frankreich also bei einiger Anspannung 1,4 Millionen ha Land mehr bestellen als bisher. Die Be- tellung wird bereits im kommenden Jahr unter taatlicher Kontrolle und Mithilfe durchgeführt werden. Neuer britischer Terrorangriff auf Turin. Rom, 21.Nov. (DNB.) Der italienische Wehrmachtbericht vom Samstag gab bekannt, daß auf Turin ein Angriff britischer Flugzeuge stattfand, die in mehreren Wellen Spreng- und Brandbomben in beträchtlichen Mengen abwarfen, vor allem aus Viertel im Zentrumder Stadt. Die Schäden sind sehr groß. Unter der Zivilbevölkerung wurden 29 Tote und 120 Verwundete feftgeftellt. Drei Flugzeuge wurden abgeschossen. * Angesichts der Terror-Lustangriffe betont die italienische Presse, daß diese Angriffe die Bevölkerung nur noch enger zusammenschließe. Gayda erklärt in der „Voce d'Jtalia", England habe zuerst immer versichert, nicht gegen das italienische Volk, sondern nur - gegen das faschistische Regime zu kämpfen. Nachdem es sich aber gezeigt habe, daß England mit ehrlichen Mitteln auf dem Schlachtfelde keine Erfolge erringen könne, richtete es feine Waffen gegen Frauen, Kinder und Waffenlose. Wenn die Zeit gekommen sei, würden die Achsenmächte mit den gleichen unerbittlichen Methoden gegen England vorgehen, die die Londoner Regierung eingeführt habe und für die sie die volle Verantwortung trage. Ium Tode General Herhogs. Wie schon kurz gemeldet, ist General H e r tz o g, der frühere Führer der Buren und durch 15 Jahre Premierminister von Südafrika, nach längerer Krankheit gestorben. Der Burenkrieg hatte seine antibritische Einstellung bestimmt, deren Grundton sein ganzes Leben beherrscht hat. Hatte er schon in Dereeniging gegen den Frieden mit England gestimmt, so tat er später alles, um das burische Element von England unabhängig zu machen. So versuchte er die Zweisprachigkeit in den Schulen des Oranje-Freistaates durchzusetzen. Im Kabinett Botha (1910 bis 1912) Justizminister, tat er sich durch seine antibritische Einstellung so hervor, daß er ausgebootet wurde. Er gründete eine oppositionelle Partei, welche die vollständige Unabhängigkeit von England anstrebte. Im Jahre 1924 hatte er 63 Abgeordnete und die Grundlage für seine Berufung zum Premierminister der Südastikanischen Union. 15 Jahre lang hat er diesen Posten bekleidet. Sein Streben, fein burisches Volk wieder unabhängig zu machen, ließ ihn 19^6 den unabhängigen Dominion-Status erkämpfen. 1927/28 wurde die nationale Flagge geschaffen. Wenn im Statut von Westminster das Empire zum British Common- wealty of Nations geworden ist, so ist dies auch der unermüdlichen Tätigkeit Hertzogs ' zuzuschreiben. Sein Alter und seine Krankheit haben es ihm unmöglich gemacht, der Englandpolitik des Generals Smuts wirkscktn entgegenzutreten. „Größte Erfolge . mit geringstem Aufwand." Adolf Hitler im Urteil eines USA.-Kriegsproduktionsleiters. Lissabon, 22. Nov. (Europapreß.) Der stellvertretende Vorsitzende des Kriegsproduktionsamtes der Vereinigten Staaten, William L. Batt, erklärte in Boston, „obgleich wir Hitler hassen, müssen wir zugeben, daß wir in ihm einen d er besten Lenker von Menschen unb M a t er i a l sehen, der zugleich mit dem größten ReHe - t alen t aller Zeiten ausgestattet ist. Er hat größte Erfolge mit einem Mindestaufwand erzielt und steht in dieser Hinsicht einzig in der Geschichte da. Arme und praktisch bankerotte Länder wie Deutschland und Japan haben uns einfach bewiesen, was man auchohne Geld sertigbringen kann." Batt fügte hinzu — gewissermaßen als Nutzanwendung aus diesen Erkenntnissen —, die Vereinigten Staaten müßten sich an die neuen Grundsätze der Kriegswirtschaft nun langsam gewöhnen und sich auf eine weitere erhebliche Senkung ihres Lebensstandards gefaßt machen. Kleine politische Nachrichten. Reichsorganisationsleiter Dr. L e y besuchte Hauptbetriebsobmänner und Betriebsobmänner der eisenschaffenden Industrie, die das Fachamt Eisen und Metall der Deutschen Arbeitsfront auf der Schulungsburg Berlin-Wannsee zu einem Lehrgang zusammengezogen hatte. An der Aussprache nahmen auch bekannte Betriebsführer teil. ♦ Der Korpsführer des NSKK., Krauß, traf in den Niederlanden ein Nach einem Empfang beim Reichskommissar, Reichsminister Seyß-Jnquart, war er Gast des Wehrmachtbefehlshabers General der Flieger Christtansen sowie des Leiters der nieder- ländischen NS.-Bewegung, Adrian Mussert. In Den Haag, Utrecht und Amsterdam besichtigte er Ausbildungsstätten der „Niederländischen Motor- W. 21.", aus deren Reihen viele Freiwillige in den Transportregimentern des NSKK. an der Ostfront stehen. Den Abschluß bildete ein Besuch bei der, Rheinflottille, die aus dem NSKK. hervorgegangen ist und ihren Nachersatz aus ihm erhält. Am Todestage des Obersten Werner Molde r s, der am 22. November 1941 bei einem Dienstflug tödlich verunglückte, stellte die Luftwaffe am Totensonntag an feinem Grabe auf dem In- validenfriedhof einen Doppelposten. Offiziersabord- nungen der Luftwaffe legten Kränze des Reichsmarschalls, des Jagdgeschwaders Mölders und des Inspekteurs der Jagdflieger an der Ruhestätte nieder. Dinge richtig sah unb deshalb die Verantwortung für alles weitere auf feine Schultern gelegt werde. Formell find dem Regierungschef jetzt alle Machtmittel gegeben, um feinen Kampf erfolgreicher zu führen, als er dies bisher angesichts der Bedrohungen von rechts und links vermochte. Der Regierungschef kann Gesetze und Verordnungen allein erlassen. Er tritt an die Stelle des Staatschefs, wenn dieser fein Amt vorübergehend nicht wahrnimmt. Er hat es in der Hand, feine Regierung so zusammenzustellen, daß deren Majorität ihn zum Staatschef wählt, wenn Pstain einmal ganz aus bem Amte scheiden sollte. Mit solcher Macht, in solcher Position hat Laval die Pflicht, seine Macht auch anzuwenden. Ihm, dem routinierten Politiker und klugen Verhandler, liegen gewiß Unterhandlungen mehv als Diktate. Die Vergangenheit hat aber gezeigt, daß Gegner, denen man Aktionsfreiheit läßt, dies verhängnisvoll auszunutzen wissen. Laval wird mit Tatkraft zu beweisen haben, daß die ungewöhnlichen Zeiten ungewöhnliche Maßnahmen und gegebenenfalls auch ungewohnte Härten bedingen. Das Volk aber muß in feiner Mehrheit nun endlich verstehen, worauf es an kommt, fo wie es der kleine Kreis der Verantwortlichen in letzter Stunde erkannt hat. Daß Laval nicht aus Freude am Herrschen zur Härte greifen wird, sondern sich des Außerordentlichen feiner Macht bewußt ist, dafür bürgt seine Person. Eine Rundfunkansprache Lavals. Vichy, 21. Nov. (DNB.) Der französische Regierungschef Laval hielt eine Rundfunkansprache, in der er betonte, baß er mit den neuen, ihm von Marschall Pätain übertragenen Vollmachten eine schwere Verantwortung übernehmen werde. England und die Vereinigten Staaten hätten Frankreich Stück für Stück seines Imperiums entrissen. Ohne dieses Imperium aber könne Frankreich nicht leben. Er betonte dann, daß Frankreich niemals gegen die Vereinigten Staaten eine feindselige Handlung unternommen habe. „Es sind", so fuhr Laval fort, „b i e Juben und Emigranten", die in den Vereinigten Staaten versuchen, die öffentliche Meinung gegen Frankreich aufzuhetzen. Deutschland hat niemals etwas von Frankreich gefordert, was die französische Regierung daran hätte hindern können, die normalen Beziehungen zu Washington aufrechtzuerhalten." Laval gab seiner festen Ueberzeugung Ausdruck, daß Deutschland diesen Krieg siegreich beenden werde, denn eine Niederlage Deutschlands würde den Kommunismus in ganz Europa zur Folge haben. „Wir wollen nicht, daß der Weltbolschewismus, der die schlimmste Gefahr für die Völker ist, den englischen Quartiermachern auf dem Fuße folgt." Laval behandelte bann die Ereignisse in Französisch-Nordafrika und hob hervor, daß Frankreich eine Freiwilligen-Legion aufstellen werde, um die ihm von Roosevelt entrissenen Gebiete wieder zu erobern. Seit dem Eintreffen der nordackerikanischen Truppen in Marokko unb Algerien habe Roosevelt klar zu erkennen gegeben, welches Schicksal Frankreich bevorstehen würde, wenn Roosevelt den Sieg davontragen sollte. Frankreich würbe sich unter der Herrschaft von Kommunisten unb Juben zu beugen haben. Laval schloß eine Rebe mit den Worten, es gehe jetzt darum, ne alte Kultur zu bewahren. Durch das Vorgehen Roosevelts seien alle Länder Europas einem gerne insarnenSchicksal verschworen. Banksnrun in Marokko. T a n g e r, 22. Nov. (DNB.) Die unsicheren politischen Verhältnisse in Marokko und die Sorge um eine vollkommene Entwertung des französischen Franken durch die zusätzlichen in der Bank von England für die Invasion hergestellten Notenpakete "haben zu einem Run auf die marokkanischen Banken geführt, so daß die zuständigen Stellen sich genötigt sahen, Barauszahlungen auf höchstens 5000 Franken pro Person und Tag festzulegen. Da das Falschgeld auch in Algerien in Umlauf gebracht wurde, rechne man auch dort mit ähnlkchen Einschränkungsmaßnahmen. 1,4 Millionen Hektar Brachland in Frankreich. flugzenge griffen im hohen Norden eine Teilstrecke der Würmanbahn mit guter Wirkung an. 3n der Lyrenaika und an der tunesisch- algerifchen Grenze entwickelten sich erfolg- DNB. Aus dem Führerhauptquartier, Spähtruppkämpfe. Nachschubkolonnen des 21 Nov. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt - jeinöes wurden bombardiert. 3m Kampf gegen die bekannt: britisch-amerikanische Nachschubflotte versenkte ein 3m Gebiet des Terek führte der Feind hart- deutsches Unterseeboot w e st l i ch Gibraltar aus riädige Angriffe, die wie bisher unter hohen bluti- einem stark gesicherten Geleitzug drei mit Kriegs- gen Verlusten für die Sowjets zurückgeschlagen material voll beladene Transporter von zusammen wurden. Bei den erfolgreichen Angriffs- und 2lb-; 15 000 BRT. und torpedierte ein viertes Schiff, wehrkämpfen in diesem Raume wurden in der Zeit Die Luftwaffe erzielte Bombentreffer auf zwei grö- vom 25.Oktober bis 19.November 18300 Oe-' Heren Handelsschiffen vor Algier und Phi- n n g e n e eingebracht und 189 Panzer, 283 Ge- lippeville und in den Hafenanlagen beider chühe und 630 schwere Infanteriewaffen erbeutet ( Städte. Luftangriffe richteten sich ferner gegen Flugplätze und Bahnanlagen, hallen und abgestellte frttft Die ie Mcklichsten Menschen finb die Steckenpferd- rr. Wer nicht wie sie im Sammeln von bunten reifer. DNB. Aus dem Führerhauptquartie t, roirl gebahnt. . „öU|iC|i|u;cn ouuuu- s k y schlossen die Vor- Greta Daeglau. I (Nachdruck verboten.) 7. Fortsetzung. ion der Hen hat I lfgestellt, t «künden V kord um & is bti- 1 3um 9ieugt Süb< Segel, ie mif. lll und tanze" von Fritz Koschin tragsfolge ab. M er Motor- in den schont f »ei der - gangen Möl. einem ' lftwasfe zm In« sabord- Reichs* inb des chestätte ützpunkie , erklärte »Präsident ). Bisher L. Stütz- at. neben ihr ist. . , Als Helene erwacht, ist sie ganz verwirrt. In den kommenden Tagen vermeidet sie es, Bergenroth zu begegnen. Die Burgbauten erheben sich auf drei Terrassen. Die ebene Fläche auf der Südseite, setzt Bergen- roths Versuchsfeld, wird von einer breiten Steinmauer umgrenzt. Auf dem bläulichen Schieferpanzer wuchern gelbe Alaen und draune Moose, und aus allen Ritzen und Fugen des alten Mauerwerkes grünen und blichen Kräuter. interessanten Entstehungsgeschichte. Aus dem auf ein Bänkelsängerlied zurückgehenden Text von Opitz hat Schütz in meisterlich polyphoner Komposition die Liebesklage übernommen. Dem vom Cembalo aus behutsam geführten, organisch ineinandergehenden kleinen Stimmenorchester (P o s s i n k e, L a n g e, Schärtel, Richter und Drusches) verbanden sich in hingebungsvollem Musizieren die schön und voll klingenden Streicher: hier machten sich unter Führung von Musikdirektor Söllner die Herren Kerzisnik, Landgraf und Schneider um die von einer zahlreichen Besucherschaft sehr btzi- nst do? lungting- gsi steht, nen den zwangen {quartier ijlagenen 22. Jloo. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: 3m Raum von Naltschik erbeuteten deutsche und rumänische Truppen bei erfolgreichen Angriffs- kämpfen in gebirgigem Gelände eine große Anzahl Fahrzeuge und Gerät. Zwei Kräftegruppen des Feindes wurden am Terekabschnitt eingeschlossen und vernichtet. Ein eigener Angriff traf den Feind in der Flanke und fügte ihm schwere Verluste zu. 3m Raum südlich Stalingrad und im großen Donbogen hallen die erbitterten Abwehrkämpfe an. Deutsche und rumänische Truppen brachten bei einem Gegenangriff 600 Gefangene ein und vernichteten 25 Panzerkampfwagen. Weitere 36 Sowjetpanzer wurden am 20. und 21. November von einer Panzerdivision abgeschossen. Deutsche und rumänische Luftstreitkräfte unterstützten die eigenen Truppen und fügten dem Feinde in rollenden Angriffen gegen Panzerbereikstellungen. 3nfanteriever- bände, Ausladungen und Fahrzeugkolonnen hohe Verluste zu. 3n Stalingrad wurden bei Stohtruppunler- uehmen wettere stark ausgebaute Stützpunkte genommen und an anderer Stelle Vorstöße der Sowjets abgewiesen. Bel Woronesch wurde ein starker feindlicher Stoßtrupp aufgerieben. Oertliche Angriffe des Gegners südostwärts des 3 Im en - sees scheiterten In erbitterten Kämpfen. Ueberseh- oersuche über die Newa brachen im zusammengefaß- len deutschen Artilleriefeuer zusammen. Sturzkampfflugzeuge setzten die Angriffe gegen die Murman- bahn fort. 3a der Lyrenaika beiderseitige lebhafte Späh- truppläligkeit. Die eigenen Bewegungen verlaufen zimmer den Wendel herunter und geht mit kurzem Gruß an den beiden vorbei. Bergenroch blickt dem Mädchen nach. Er sagt: „Fräulein BMius scheint seit Tagen verändert, unfreundlich fast. Habe ich sie etwa gekränkt? Ich bin ja wohl mitunter ein Rauhbein." Auch Gertraude hat Helene beobachtend nachgesehen. Sie erwidert, daß man Fräulein Deselius in dieser Stimmung am besten ganz in Ruhe läßt. „Meine Freundin hat ein sehr trübes Erlebnis noch nicht verwunden. Das ist traurig, denn sie ist ein so prachtvoller Mensch." „Und da ist natürlich ein Mann in Spiel .... meint Bergenroth. Sagt das so hin. Wie eine Frage klingt es nicht einmal. Gertraude nickt: „Ja —", und sagt weiter: „So ist das nun, Herr Bergenroth — Fräulein Deselius ist mit manchen irdischen Glücksgütern gesegnet, ist gesund und unabhängig — und ist doch nicht glücklich." * Als der Herbst kommt, spürt man sein Nahen wohl in der wunderbaren grüngoldenen Färbung des Laubwaldes: auch die Tage werden kürzer, aber sie tragen noch immer die Wärme des späten Sommers in sich. Die Burg hat nun außer Helene und Bergenroth keine Gäste mehr. Man lebt jetzt in Tagen politischer Spannung, und die kleine Besatzung der Burg, Gertraude mit ihren Gästen und ihrem Hauspersonal, sammett sich an den Abenden im Gastzimmer um den Lautsprecher. In den Nächten ziehen deutsche Marschkolonnen über die breite Landstraße, die am Städtchen unten vorübersührt. Helene hört den Tritt der Soldaten und die Geräusche der schweren Wagen und Motorräder bis zu ihrem Altan hinaus. Die Ereignisse überstürzen sich. Der Führer spricht zum deutschen Volk und zur Welt. Diese Spannung, die das Feld der Weltpolitik Helene sitzt auf der Mauer und sieht Bergenroth zu, der unterhalb der Begrenzung arbeitet. So sitzt sie nun eine ganze Weile. Und wenn Bergenroth dann und wann aufschaut, ärgert ihn dieses tatenlose Dahocken des Mädchens. Ihn ärgert auch dieser ganze Aufzug, in dem das Fräulein tagtäglich hier herumgeht. Nachdem sie sich eine Zeit- lang nicht, hier unten bei ihm blicken ließ, geruht sie jetzt wieder, seiner Arbeit zuzusehen. Kommt, grüßt, hockt schweigend da und ist plötzlich wieder ver- schwunden. Als der Mann in Helenes Nähe kommt, um ein Gerät zu holen, das an der Mauer-lehnt, bleibt er stehen. Er hat eine kräftige und etwas schwere Gestalt. Als er zu dem Mädchen aufblickt, liegt ein unwilliger Ausdruck in seinen grauen Augen. „Weshalb laufen Sie eigentlich in Mannshosen herum?" Helene ist zuerst verblüfft, dann lacht sie. Sie springt von der Mauer, landet dicht vor Bergenroth. „Und weshalb, bitte, darf ich nicht Hosen tragen? Ich finde sie praktisch und bequem." Uebrigens sieht Helene in diesen hellgrauen Fla- nellhosen und der maisgelben Hemdbluse sehr gut aus, aber diese Wirkung beachtet sie selbst wohl kaum, und auch Bergenroth scheint das nicht zu Er' meint ironisch: „Praktisch? Wozu praktisch? (gi'e tun doch den lieben ganzen Tag nichts!" Das aber stimmt nun nicht ganz. Helene ist seit Tagen schwer beschäftigt, und Ber- genroth wird noch erfahren, daß er in den Ge- danken dieses Mädchens eine große Rolle spiett. Jetzt wundert er sich, daß Helene chn so merkwürdig ansieht, ernst und forschend, sich dann mit einem Kopfnicken verabschiedet und wieder zur Burg hinaufgeht. * Einmal, als Bergenroch mit Frau Schrott im Burghof steht, kommt Helene aus chrem Burg- erfüllt, führt Helene und Richard Beraenroch wieder mehr zusammen. Wenn Helene in solchen Abendstunden Bergenroth beobachtet, findet sie, daß die männlichen Konturen seines Gesichts jetzt noch harter geworden sind. Aus diesen Linien spricht beherrschte Energie und auch ein leidenschaftliches Temperament. . ♦ Helene will mit allen Ueberlegungen und Zweifeln endlich zu einer Entscheidung kommen. Sie will mit Bergenroth sprechen. Sie kann mit diesem Mann ruhig und frei reden. Er übt auch eine eigentümliche Anziehungskraft auf sie aus. Und aus seinem ganzen Wesen kommt eine Zuverlässigkeit, eine Kraft, die Vertrauen weckt. Wieder geht Jjie zu ihm in den Garten hinunter. Sie legt ihm ihre Hand auf den Arm; bittet: „Ich muß mit Ihnen sprechen, Herr Bergenroth. Hören Sie jetzt mit Ihrer Arbeit hier auf!" „Was wünschen Sie denn von mir?" fragt der Mann erstaunt. „Ich kann das nicht mit ein paar Worten sagen", erwidert Helene. Sie ist jetzt etwas unruhig. Sie weiß, daß sie einen ganz ungewöhnlichen Schritt tun will. „Hören Sie —", lehnt der Mann ab. „Ich stecke hier mitten in der Arbeit!" „ Er streckt seine erdigen Hände vor. Fast heftig sagt Helene: „Das ist so nebensächlich. Wischen Sie den Sand an der Hose ab, aber kommen Sie — denn vielleicht finde ich ein anderes Mal nicht fo die Worte für das, was ich Ibnen Vorschlägen möchte. Vielleicht auch nicht den Mut. Es ist nämlich ein sehr ungewöhnlicher Vorschlag —" „Sie machen mich beinahe neugierig, Fräulein Deselius." Es klingt ironisch. „Sie dürfen nicht spotten. Nein, das dürfen Sie jetzt nicht!" sagt Helene ernst. (Fortsetzung folgt) meer zeichnete sich das Unterseeboot unter Führung von Kapitänleutnant D o m m e s besonders aus. Die durch Sondermeldung bekanntgegeben, griffen deutsche Unterseeboote Im Nordatlantik einen Geleitzug an und versenkten aus ihm in tage- langen zähen Kämpfen 15 Schiffe mit 78 000 BRT. sowie zwei Zerstörer und eine Korvette. Weitere vier Schiffe wurden durch Torpedotreffer beschädigt. Außerdem versenkten die deutschen U-Boote vor Nord - und Wittelamerika und ostwä rts K a p st a d t acht Schiffe mit 42 000 BRT. Ein weiteres Schiff wurde torpediert. Damit verlor der Gegner außer den genannten Sicherungsstreitkräften wieder 23 Schiffe mit insgesamt 12 0000 BRT. seines handelsschiffsraumes. Bei den Geleilzugkämpfen zeichnete sich das U-Boot unter Führung von Kapitänleutnant Schneider besonders aus. Oer Wehrmachtbericht vom Sonntag. und einen Zerstörer. Kunst und Wissenschaft Der langjährige Mitarbeiter der Gießener Universitäts-Bibliothek, Oberbibliochekar Professor Dr. Georg Koch, kann am 26. November in aller Frische seinen 70. Geburtstag begehen. Der Jubilar ist geborener Oberhesse, der in Wetterfeld bei Laubach das Licht der Welt erblickte. Nach dem Studium der Theologie und der Philologie und der Promotion zum Dr. phil. trat er 1900 bei der Gießener Universitätsbibliothek als Volontär ein. Hier wurde er 1908 sum Bibliothekar ernannt. 1912 schied er aus dem Bibliotheksdienst aus und wurde Pfarrer in Langd (Kreis Gießen), wo er bis 1921 wirkte. Dann kehrte er in den Dienst der Universitätsbibliothek zurück, wo er im Dezember 1924 zum Professor und im Jahre 1933 zum Oberbibliothekar ernannt wurde. 1934 trat er freiwillig unter Anerkennung seines im nationalen Interesse bekundeten Opfersinnes in den Ruhestand, um dadurch Platz für eine jüngere Kraft zu machen. Im Januar 1940 stellte er sich erneut für den Bibsiotheksdienst zur Verfügung, seitdem wirkt er wieder in feinem alt-n Amt als Oberbibliothekar. Mit besonderem Interests hat sich der Gelehrte allezeit den Fragen der Sozialethik und der Volkskunde, besonders der Psychologie des Bauerntums, und der Volkshochschule zugewandt. Von seinen zahlreichen Arbeiten sind vor allem folgende Bücher zu erwähnen: . Der Volkshochschulgedank-" (1928 erschienen), „Menschenbildung" (1929), „Freiherr vom Stein" (1931), . Die bäuerliche Seele" (1935, hervor- gegangen aus Vorlesungen über Volkskunde, die er im Auftrage der Theologischen Fakultät hier ge- I halten hat), „Die Heimkehr des Emst Moritz Arndt" isch. % bti Mie e ein 1 aus xiegs. tnmen sw :i SCO. hi. b-idn Slug, efalllt Aus der Stadl Gießen Steckenpferde. Von Richard Gerlach. Dec große Irrtum Roman von Meta Brie. ie MO i in La' d an eng' ischePH :eich'Un« j ach (an* U i Schloß | (9 Jahn I Zeit bes I erer der I Theater der Universiiäisfiadi Gießen Hausmusik bei Heinrich Schütz. stvmaeick planmäßig. Kampffliegeroerbände bombardierten bei Tag und Nacht stark belegte Flugplatz im alge- rischen Küstengebiet sowie die Häfen von Bouale und Philippeville. Ein deutsches Unterseeboot erzielte im Mittelmeer drei Treffer auf einem Schlachtfchiffverband, der von einem Flugzeugträger und Kreuzern gesichert wurde. Dasselbe Boot torpedierte aus einem Geleitzug zwei Frachter wird sich schließlich, auch mehr und mehr darein oerfiefen, den Sparren mit dem lebendigen Pferd vertauschen, und wenn es ihm möglich ist, gründlich und wissenschaftlich verfahren. Liebhaber waren ursprünglich die größten Leuchten aller Fächer, und es ließen sich leicht die erlauchtesten Namen für diese Behauptung anführen. Der Dilettant, der sich an den Künsten ergötzt, ist nur peinlich, wenn er Stümperei und Oberflächlichkeit als schöpferische Leistung gerühmt sehen möchte: aber als teilnehmender, der das Gute vom Schechten zu unterscheiden weiß, ist er unentbehrlich, ohne ihn wäre die Kunst nichts als die Angelegenheit von Künstlern, ganz ohne Widerhall, eine Spezialität ohne Lebenswirkung. Es ist mehr als eine Marotte, .wenn einer sein Steckenpferd so nett wie möglich aufzäumt, und der angenehme Zeitvertreib hat schon oft genug dem Liebhaber Ziele eröffnet, die sein Dasein änderten. Das Leben hält von selbst die Plagen und die Lasten für uns bereit. Doch ist es viel leichter zu ertragen, wenn wir uns, so oft mir können, mit den Dingen beschäftigen, die uns Spaß machen. Oberbiblio'hekar prok. Dr. Koch 70 Satire alt. ycvuyin. j Vit. WH fcHlVfc QU./UHU/VII I —, “ I * l-V* Deutsche und italienische Stilelemente, rokokohafte fällig aufgenommene und höchst anregende Haus- und schäserlich-pastorale Züge kennzeichnen das ein-1 musik verdient. Hans Thynot. (1939). Außerdem ist er seit Jahren Mitarbeiter bei den „Hessischen Blättern für Volkskunde" und zahlreichen theologischen Zeitschriften, ferner zählt er zu den führenden Männern der Dorfkirchenbewegung in Hessen und zu den eifrigen Mitarbeitern dieser Zeitschrift. Viele Aufsätze über soziale Fragen, volkskundliche und sozialetyische Probleme stammen aus seiner Feder. U. a. war er im Jahre 1918 Leiter einer Feldhochschule für Mannfchaften der 48. Reservedivision, die damals im Westen kämpfte. Auf zahlreichen Wanderungen durch die hessische Heimat, insbesondere durch Oberhessen, ist der Jubilar mit dem hessischen Volkstum, vor allem mit der Psychologie unseres Landvolks, tief vertraut geworden, so daß er als hervorragender Kenner in allen Fragen des heimischen Volkstums anzusprechen ist. In weiten Bevölkerungskreisen wird dem Jubilar große Wertschätzung entgegengebracht. Zum 70. Geburtstag bringen auch wir dem verdienten Gelehrten herzliche Glückwünsche dar. Kür Tapferkeit vor öem ßemöe. Der Gefreite Karl Kreiling, wohnhaft in Gießen-Wieseck, Gießener Straße 26, wurde mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet. Oie Rönigenuntersuchungen im Kreis. Ab Montag, 23. November, werden im Kreise Wetterau in folgenden Orten die Röntgenreihenuntersuchungen des -Röntgensturmbannes fortgesetzt: Am 23. November: Saasen, Schule von 8 bis 10.30 Uhr; Hattenrod und Harbach, Gasthaus Dörr von 12.30 bis 15 Uhr; R e i s kir - ken, Schule von 16 bis 18.30 Uhr. Am 24. November: Reiskirchen, Schule von 7.30 bis 9.30 Uhr; Bersrod, Schule von 11 bis 12.30 Uhr; Beuern, NSV. - Kindergarten von 14.30 bis 18 Uhr: Großen-Buseck, Neue Schule von 8 bis 12 Uhr und von 13 bis 17 Uhr; A 11en - Bu - seck, Neue Schule von 8 bis 12 Uhr. Gie^en-Miekeck. Unsere Mitbürgerin Marie Dapper Witwe, Kornblumenstraße 15, vollendet morgen ihr 75. Lebensjahr. Frau Dapper ist körperlich und geistig noch auf voller Höhe und arbeitet noch tüchtig mit. Der Jubilarin gilt auch unser herzlicher Glückwunsch. Verdunkelungszeii: 23. November von 17.20 bis 7.28 Uhr. leitende Madrigal „Vier Hirtinnen, gleich jung, gleich schön" für vier Singstimmen und Cembalo (vor 1630); vom Cembalo grundiert, entfalteten sich die Singstimmen (Gabriele Possinke, Sophie Schärtel, Barbara Boettcher, Adolf Richter) zu schönem Zusammenklang, ohne jene Individualität auszugeben, mit der Schütz dieses Quartett zur kleinen dramatischen Szene geformt hat. Die folgenden beiden Madrigale für zwei Sing- ftimmen, zwei Violinen, Viglincello und Cembalo sind instrumental durchwirkte, konzertierende Duette nach Texten von Opitz. Die Damen Schroter- Beckers, Lange, Boettcher und Schärtel brachten in kultivierter Wiedergabe im ersten die italienische, im zweiten die deutsche Stildominante zur Geltung. Dann hörten wir zwei Duette aus den „Symphoniae sacrae^, Äelche die Handschrift des reifen Meisters zeigen und im Gewände einer veredelten Tafelmusik italienische Beschwingtheit mit deutscher Gemütstiefe verbinden. Die Damen Schröter-Beckers und B*o ettd) er gestalteten in sauberem Ziergesang das Duett „Wie ein Rubin"; in warmer Klangfiille und schöner Empfindung von Gabriele Possinke und Ludwig D r u s ch e l vorgetragen, wirkte der Gesang „Jtz dein Brot mit Freuden" wie ein gedämpfter Lobgesang und ein dunkler Nachhall des großen Kriege^. „Itzt blicken durch des Hirnmels Saal" beginnt ein Madrigal für fünf Singstimmen, zwei Violinen, Violincello und Cembalo, mit einer textlich Reichssonderzuschuß für Kleinrentner. Auch in diesem Jahre erhallen Kleinrentner, denen der laufende Reichszuschuß gewährt wird, nach einem Erlaß des Reichsarbeitsministers im Dezember einen einmaligen Sonderzuschuß aus Reichsmitteln nach denselben Grundsätzen wie im vorigen Jahr. Die Bezirksfürsorgeverbände zahlen den Sonderzuschuß mit den Bezügen für Dezember aus. Eines besonderen Antrages bedarf es nicht. Die Weihnachtsgratifikation. Der Generalbevollmächtigte für den Arbeitseinsatz hat durch Zusatzbestimmungen eine soziale Verteilung der Weihnachts- und Abschlußgratifikationen 1942 ermöglicht. An sich ist bestimmt, daß ohne vorherige Genehmigung des Treuhänders diese Gratifikationen zusammen bis zum Betrag eines Wochenverdienstes oder X-Monatsverdienst tieu eingeführt bzw. niebrtgerere Gratifikationen des Vorjahres bis zu diesen Beträgen erhöht werden können. Der Generalbevollmächtigte hat sich jetzt damit einverstanden erklärt, daß bei sozialer Verteilung dieser Beträge nach dem Familienstand, dem Grade betrieblicher Verbundenheit oder nach den Leistungen der einzelnen Gefolgschaftsmitglieder diese Grenzen im Einzelfall überschritten werden, falls gleichzeitig im gleichen Betrieb in anderen Fällen die ausgeschütteten Beträge unter diesen Grenzen bleiben. Unter keinen Umständen darf aber ein Betrieb ohne vorherige Einschaltung des Treuhänders — abgesehen von den Fällen, in denen im vorigen Jahr höhere Gratifikationen gegeben wurden — Beträae der Gefolgschaft zürnenden, die bei Lohnempfängern insgesamt mehr als die Wochenlobnsumme des Betriebes, bei Gehaltsempfängern mehr als ein Viertel der monatlichen Gehaltssumme betragen. Im „Reichsarbeitsblatt" wird zu den Gratifikationen noch erläuternd u. a. zur Frage der Gehalts- Veränderungen im abgelaufenen Jahr Stellung genommen. Danach kann ein Buchhalter, der inzwischen Prokurist wurde, in einem Betrieb, in dem im Vorjahre regelmäßig zulässigerweise ein Monatsgehalt ausgeschüttet wurde, in diesem Jahre ebenfalls ein Monatsgehalt als Weihnachtsgratifikation erhalten, obgleich dieses Gehalt nach der Beförde- rung zum Prokuristen gestiegen ist. Entscheidend ist nur, daß die gleichen Regeln wie im Vorjahre An- I wendung finden. i der sich u Derbin* nb, deren ufammen* M du! enden 6e> fhyriot Kindel' m. Men , Die in» iib!ch * n°A->» Wichts , die Seel« hren,°>le ,ie >[nbe si«6re; (SryeW ju Rundfunk Eltern^ eine v'U „ manch* Thynot erlot ge, da. Afrika. marine' end der britan- ftämp. rllltlel. Steinen, von Kupferstichen, von Vogelfedern, von Weinflaschen-Etiketten, von Briefmarken, im Züchten von Wellensittichen, Schmetterlingen, Kakteen, in der Jagd auf bibliophile Raritäten, auf handgeschriebene Briefe verehrter Persönlichkeiten, auf längst außer Kurs gesetzte Münzen sein Vergnügen findet, mag die harmlose Überschätzung solcher Winzigkeiten belächeln mit jenem gutmütigen Spott, mit dem er dem Knäblein nachblickt, das auf seinem eingebildeten Roß stolz die Gasse entlangreitet. Aber bann hat er eben einen anderen Sparren, ein anderes Knüppelchen, um sich gelegentlich als kühner Reiter darauf zu schwingen: vielleicht ist er im Skatspiel Meister, ein Beherrscher des Schachbrettes, ein Kenner der Pferde, Ruderer, Paddler, vielleicht wächst in seinem Garten der dickste Kürbis, oder er angelt immer die größten Hechte. Er bereitet aus Hagebutten einen Wein, er weiß wunderbare Klöße zu kochen, er fehlt bei keinem Fußhallwettkamps, er bastelt Flugzeugmodelle, er zeichnet alte Stadttore mit Pastellfarben, bläst die Hirtenschalmei oder fängt den malerischen Zauber der Landschaft in Aufnahmen ein. Ganz ohne Steckenpferd zu sein ist bemitleidenswert: es ist ein bedenkliches Zeichen von Phantasielosigkeit. Der Arme, der sich für. gar nichts begeistern rann, muß innerlich schrecklich öde und langweilig fein. Aber ich glaube eigentlich nicht, daß einer so vertrocknet sein kann, daß in ihm nicht doch unvermutet eine Laune oder Neigung keimt. Die Steckenpferdrerterei reißt die Methodiker und Systematiker immer wieder mit, und die Liebhaberei ist die Vorstufe der ernsthaften Forschung. Wer mit Lust und Liebe bei einer Sache ist, der Unterhaltungsmusik feldgrauer Komponisten. Dem Rufe nach wertvoller Unterhaltungsmusik, die nicht nur auf Rhythmus gestellt ist, hat eine Reche von Tonschöpfern, die im Felde stehen, geantwortet mit Werken, von denen einige im Rundfunk gespielt wurden. Außer Erwin Dressels „Kapriole n", einer heiteren Ouvertüre, und Hans Mieten tz' Walzer- Capriccio hörte .man ein Concertino von dem jungen Wissner Otto Walter, das Oboe, Klarinette, Horn und Trompete als Soloquartett zum Streichorchester mit Harfe gesellt. Das Werk reicht aus dem Rahmen des Spie- (erisch-Leichten in das Gebiet fein empfundener Kammermusik. Zwei Lieder mit Orchester von Walter Andreas nach Texten von Cäsar Flaischlen, von Willy Domgras-Faßbänder sehr schön gesungen, vereinigen melodische Substanz der Solostimme mit koloristisch-aparter Orchesteruntermalung. Oie bereits . bekannten „Hamburger Humoresken" von Hans 11 Ib all und die dem schlesischen Volksgut entnommenen reizvollen „Schlesischen Bauern- Die fünfte Morgenveranstaltung, zugleich Veranstaltung der Arbeitsgemeinschaft „Universität und Theater", war dem Werke des genau hundert Jahre vor Bach geborenen deutschen Barockmeisters und Schöpfers der ersten deutschen Oper Heinrich Schütz (1585—1672) gewidmet. Die musikalische Leitung hatte Musikdirektor Söllner, der auch den begleitenden Cembalopart übernommen hatte. Prof. Dr. Rudolf G e r b e r gab in einem ausgezeichneten, ebenso tiefgründigen und durchgeformten wie gemeinverständlichen Dorttage ein lebendiges Bild vom Wesen und Schaffen Schützens wie auch eine feinsinnige und einleuchtende Interpretation der hier zum Dortrage gebrachten Werke. Die schöne Sitte des häuslichen Musizierens, so führte Prof. Gerber einleitend aus, die sich in den letzten Jahren wieder eingebürgert habe, ergebe ein sehr notwendiges Gegengewicht gegen gewisse Gefahren der Rundfunkmusik: der Tag der Hausmusik wolle die kunst- genießerische Passivität aktivieren. Alle Musikkultur werde vom unsichtbaren kleinen Kreise der Begeisterten getragen; nur von hier könne eine Durchdringung des ganzen Volkes mit musischem Geiste ausgehen. Es sei zu begrüßen, daß sich die Hausmusik gerade auch die vorklassische Zeil bis ins 16. Jahrhundert zurück wieder erschlossen habe. Der kammermusikalische Charakter der vorklassischen Musik komme dem häuslichen Musizieren entgegen. In der Zeit des Barock sei Schütz neben Bach und Händel die markanteste Persönlichkeit, uns heute in erster Linie als Meister geistlicher Musik bekannt, während seine weltlichen Schöpfungen wie die erste deutsche Oper („Daphne", 1627, Text von Opitz) meist Derlorengegangen sind. In Schütz, dem „Vater der deutschen Musikanten" und größten Musiker seines Jahrhunderts, der als Mensch, als Lehrer und Organisator gleichermaßen bedeutend war, verbinde sich lutherische Frömmigkeit mit italienisch-barocker Kunstgesinnung zu fruchtbarer Synthese; er habe die fremden Anregungen schöpferisch verarbeitet und den Aufstieg der deutschen Musik zur Weltgeltung an« Sie ruft Bernhardine an und verbietet ihr jedes Eingehen auf irgendein Anliegen Rautcnbergs. Sie muß das sehr nachdrücklich sagen, denn sie weiß, daß Bernhardine große Sympathien für den früheren i Berichten des Fräuleins hat. _ ...... Helene weiß, wenn sie wieder in Berlin ist, wird Rautenberg sie doch zu treffen wissen. Sie kann nicht schlafen. Mit weit offenen Augen liegt sie in den halbhellen Nächten da und ist wieder in der alten Zerrissenheit. Und als sie nach so einer schlaflosen Nacht gegen Morgen in einen unruhigen Schlummer fällt, hat sie einen seltsamen träum. Sie steht auf der Südterrasse neben Bergenroth und redet mit ihm, als von oben, vom Tortogen der Burg her, Ludwig Rautenberg auf sie und Bergenroth zukommt. Sein leichtsinniges Gesicht sieht strahlend und zuversichtlich aus. Und nun erschrickt Helene in diesem Merkwürdigen Traum durchaus nicht bei dem Erscheinen Rautenbergs. Sie sieht im ruhig entgegen. Sie legt ihren Arm auf Hergenroths, der ihr sein ernstes, ruhiges Gesicht zuwendet. Und Helene fühlt sich so wunderbar sicher, well nun dieser Mann >et s'4 Scholl’s Uiio-Ptids WWWM§ Würzt TtoUJt haltet mit den guten Dingen haus! Man kommt mit wenig MAGGIS WÜRZE aus: ■kW •nrnr .X— lagen Sie es «U«> Bürsten und Polier- tücher von Zeit zu Zeit waschen I Das hilft Schuhe pflegen und spart zugleich 9. A.-Sport Ausdruck, und nach 15 Minuten Spielzeit in der Luknar. Wir haben uns verlobt 5 ieft umi MAGGI1 W0R2E 4O,e/yiz.6y l*>f! im November 1942 05999/ nahm Gott der Herr unsre liebe Am Sams .Schatten der Statt Karten! Danksagung. Gießen, den 23. November 1942. 06040 | Mietqesuche"| Heuchelheim bei Gießen Wllhelmstrahe 34 Großen-Buseck Adolf-Hitler-Str, 24 Lina Volkmann Karl Liebetrau, Als Verlobte grüßen Ottilie Münch Heinrich Krug Uffz. in einem Art.-Regt. Nordhausen Harz r. Z. Wehrmacht Hattenrod Herrnstr. 4 z. Z. Im Felde ßen Verwundete aus hiesigen Lazaretten eingeladen. —- Die Hausmusik einer Wehrmachtabteilung erfreute die Insassen eines Lazaretts mit einem fröhlichen Konzert. — Durch Vermittlung des Ortsgruppenleiters der NSDAP. Wobker übergab der Kleintierzuchtverein in Verbiickrung mit der Ortsgruppe Heuchelheim eine Spende von 91 Hasen an die hiesigen Lazarette. Studienrat sucht für seine Tochter (Germanistin) ein gut möbliertes, heizbares Zimmer möglichst in Nähe der Universität. Bett wache u. Handtücher werden gestellt. Schriftl. Ang. bis Mittwoch, 12 Uhr, an den Gieß. Anz. unt. Nr. 06021 erb. Das Körpergewicht Ist nicht scheid meistens Ist es das stechende Hühnerauge, das Stehen und Gehen immer zurQual macht Erlösen Sie sldi von dem Übell Hühneraugen beseitigen Sie zuverlässig mit Der 100. Kußball-Länderspielsieg. Deutschland schlägt die Slowakei 5:2 (2:0) Nach kurzem, schweren Leiden verschied heute vormittag mein lieber Mann, unser treusorgender Väter, Schwiegervater und Großvater Balthasar Sommer, Gastwirt im 71. Lebensjahre. In tiefferTrauert Marie Sommer, geb. Philipp Familie Georg Fink Wilhelm MUIIer, z.Z. Im Felde, und Familie Bäckermeister Ernst Sommer und Familie Otto Sommer, z.Z. im Felde, und Familie. Watzenborn-Steinberg, Hausen, 22.Nov.1942. Die Beerdigung findet am Dienstag, 24. Nov., 15.30 Uhr, statt. ___3565P der Universitätsstadt Gießen Montag, den 23. November 19.00 bis 21.45 Uhr Frau Luna. Zum sofortigen Eintritt suchen wir eine weibliche Bürokraft Kenntnisse in Buchhaltung erwünscht. Ural zu Solms-Laabachsche Benlkammer Lantech (Hessen). asssD Nach kurzem schweren Leiden verschied heute meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter. Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Marie Becker geb. Schäfer im Alter von 66 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Konrad Becker Familie Wilh. Dech Familie Heinrich Becker Familie Ludwig Schneider. Gießen-Wieseck, Großen-Buseck, 21.11.1942. Die Beerdigung findet Dienstag, den 24. Nov., nachm. 2 Uhr, vom Sterbehaus, Grabenstr. 18, aus statt. 3561 D Tante und Schwester Julie Kauffmann zu sich in sein himmlisches Reich. Im Namen aller Hinterblieb.: Erwin Burmester. Gießen, den 23. November 1942. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 25. November, 14 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. 3564D Luise Ullrich in ihrer berühmten Doppelrolle! Gustav Diessl • Lucie Höflich • Oscar Sima Anton Pointner Heute Montag Wiederaufführung Lichtspielhaus Tägl. 2.80, 4.45, 7.80 Uhr bis Mittwoch einschl. Jugend hat keinen Zutritt — 3556C Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheidcn meiner lieben Frau, unserer guten Mutter, für alle Beweise der Liebe u. Treue, die ihr während der schweren Leidenszeit züteil wurden, allen, die ihr die letzte Ehre erwiesen und für die vielen Kranz- und Blumenspenden sagen wir unseren innigsten Dank. Besonderen Dank dem Herrn Pfarrer für die trostreichen Worte am Grabe. Im Namen aller Angehörigen: Heinrich Wagner. Kräftiger Sonntagsjunge angekommen! Karola Buchholz geb. Lehrmund VeL d. Res. Kodes Buchholz Gießen, Bahnhofstraße 69 z. Z. Ev. Schwesternhaus 22. November 1942 06041Z bVs» 2-Zim.-Wohnnng oder möblierte Wohnung gesucht. Schriftl. Ana. unt. 06030 an d. Gieß. Anz. yungeSoldaten- frau sucht für 3 biZ 4 Wochen in Gießen einfaches, möbliertes Zimmer Eigene Bettwäsche wird gehalten. Schriftl. Angeb. unter 06042 an den Gieß. Anz. |lEJn einem |hf2?uroPä( Ik^etreu ' IN D°n S -■bi» Und D La«Ua. IB^en hj Rüim, iS ,’h'r und Fe, S" $ronl K un 2im Hot fünfer we 51 ^>eg nut ■E? 'm Dori »turlauf 2: ? und n j ®le\r M F neben i K der Ab- N.den Kilou ~®°rtsftürme K kriech, w ■’ «eil«1 * IÄ tg» LZ Um die Nriegs-Fußballmeisterschast. LSD. Bietzen — BfB.-R. Friedberg 4:1 (1:1). Mehr als überzeugend konnte der Luftwasten- sportverein gestern auf dem Waldsportplatz seine beiden letzten Niederlagen gegen den DfB.-R. Friedberg mit einem 4:1-Sicg berichtigen. Mit diesem Sieg übernehmen die Soldaten allein die Spitze, die sie seicher mit Friedberg teilen mußten, in der Tabelle der Gruppe Wetterau. Nach den Leistungen in den letzten Spielen hatte man dem LSV. berechtigte Siegesaussichten für diesen Kampf gegeben. Friedberg hat Anstoß. Beide Mannschaften wissen, daß um den Siea hart gekämpft werden muß, und so entwickelt sich sehr bald ein äußerst schnelles Spiel. Friedberg macht einen guten Eindruck und kommt durch den Linksaußen recht gefährlich in die gegnerische Hälfte. An der starken Verteidigung der Flieger, Rose ist als Verteidiger mit bestem Erfolg tätig, scheitern jedoch diese Angriffe. Auch die Flieger können mit den öfter sich bietenden Torgelegenheiten Nichts anfangen, und so bleibt es lange Zeit beim 0:0. Erst in der 20. Minute kommen die Luftwaffensportler zum ersten Tor. In der Folgezeit läßt Friedberg gewaltig nach. Ganz in die eigene Spiethälfte zurückgedrängt, fallen sie als Mannschaft völlig auseinander und verlegen sich mit allem Nachdruck nur auf Verteidigung. Nur ab und an tragen sie einzelne Angriffe zum Tor der Flieger, die aber alle unschädlich gemacht werden. Bei einer Abwehr in der letzten Minute der ersten Spielhälfte passiert dem rechten Verteidiger ein Handspiel. Der verhängte Elfmeter ist für Becker, der in seinen übrigen Mionen etwas unsicher scheint, unhaltbar, und damit ist der Halbzeitstand 1:1 her- gestellt. Nach der Pause stellt Friedberg um und zieht den linken Verteidiger nach vorn. Nun kommt ** 78 Jahre alt. Am morgigen Dienstag, 24. November, begeht der Kleinrentner Florenz Goffelmeyer, Krofdorfer Straße 9 wohnhaft, in guter körperlicher und geistiger Rüstigkeit seinen 78. Geburtstag.' Dem Jubilar, der an den Ereignissen unserer großen Zeit noch regen Anteil nimmt, gelten auch unsere herzlichen Glückwünsche. *♦ Goldene H ochzeit. Der Friseurmeister Wilhelm Balser und Frau Magdalene, geb. Simon, Bleichstraße 27 wohnhaft, begehen am heutigen Montag in aller Rüstigkeit das Fest der Goldenen Höchst. Dem Jubelpaar gilt unser herzlicher Glückwunsch. Für unsere verwundeten. Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" führte im Laufe der vergangenen Woche im Auftrage des Oberkommandos der Wehrmacht und in Zusammenarbeit mit dem Sonderreferat „Truppenbetreuung" im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda in hiesigen Lazaretten folgende Veranstaltungen durch: „Frohe Worte und schöne Weisen" war der Titel einer Programmfolge in einem Lazarett. Gertrud Heckmann erfreute mit Liedern vo Schubert und Arien aus Operetten. Liefe! Kroos (Cello) spielte Musikstücke von Cam- pagnoli, Martini und Keiper Herr Malata spielte „ine Aufforderung zum Tanz" und „Moment Musical" und begleitete die Künsller am Klavier. Frau Heckmann las Gedichte von Fontane vor, Frau Kroos brachte heitere Frankfurter Mundart. — Im Auftrage der Kreisbildstelle zeigte in einem Lazarett Lehrer Appelmann Filme über „Das Eisen, seine Gewinnung und Verarbeitung". — Zu den Vorstellungen im Laufe dieser Woche hatte der Intendant des Theaters der Universitätsstadt Gie- zweiten Spielhälfte heißt es 3:1 für die Flieger. Einige Ecken auf beiden Setten bringen nichts ein. In t)br 30. Minute gelingt es Schmitt, der em sehr gutes Stürmerspiel aufbaut, das Resultat aus 4:1 zu stellen. Bei diesem Ergebnis bleibt es. Die Luftwaffe stellte eine Mannschaft, die ohne jeden Tadel war. Das zeitweise Ausfallen des Linksaußen Grunert macht sich in der Torausbeute bemerkbar; er hatte mehrere gute Gelegenheiten, die er aber verpaßte. Der an Stelle von Rose tm Mittellauf spielende Bayer wirkte zettweise viel ju langsam. Es war gut, daß Rose, und Lüthehoff hinter chm standen. Es bleibt abzuwarten, rote er es weiterhin versteht, sich dem Spiel der Mannschaft anzupasien. Alle übrigen Spieler waren gut und dem Gegner jederzeit überlegen. Friedberg konnte nur zeitweise einen Gegner abgeben. Im ganzen wirkte die Mannschaft schwächer als die der Flieger. Es ist zu hoffen, daß es dem Luftwaffensportverein auch fernerhin gelingt, erfolgreich zu spielen, damit auch für Gießen wieder eine Zeit guten Fußballes kommt. Nidda — 1900 5:4 (2:4) abgebrochen. Die Blau-Weißen waren sich der Schwere des Kampfes bewußt und setzten deshalb von Beginn des Spieles an ihren ganzen Eifer ein, um den Verlauf so günstig wie möglich zu gestalten. Das Halbzeitetgebnis bringt dies auch klar zum Ausdruck, es hätte es noch klarer ausgedrückt, wenn nicht ein Faktor von entscheidender Bedeutug dem Spiel seinen Stempel aufgedrückt hätte: der Schiedsrichter. In den meisten Fällen ist man geneigt, dem Schiri beim Verlust eines Spieles den Vorwurf hierfür zu machen. In diesem Falle jedoch war die Leistung derartig, daß das Spiel direkt beeinflußt wurde und schließlich zu einem vorzeitigen Ende führte. Mit Ammon, Knauß, Schuck, Erhard, Carstens, Sachse, W. Muhl, Lankau, Pastor, Ludolph, also nur zehn Mann, mußten die Blau-Weißen einer anfänglichen Druckperiode der Gastgeber standhalten. Zu verhindern war es jedoch nicht, daß die Platzbesitzer in der zwölften Minute mit 1:0 in Führung gingen. Im Gegenangriff kam jedoch durch Lankau der Ausgleich zustande. Kurze Zeit später war es Muhl, der an die Latte knallte. Den zurückspringen- den Ball konnte der mitgelaufene Ludolph jedoch noch unterbringen. In der hierauf folgenden lieber« legenheit konnte Pastor bald darauf auf 3:1 erhöhen. Den Platzbesitzern gelang jedoch nochmals eine Verkürzung durch den Halbrechten; der mit Kopfball aus 3:2 aufholte. Der in den Sturm aufgeschlossene Sachse vergrößerte im Alleingang auf 4:2, und als bei einem neuerlichen Angriff von rechts Lankau auf 5:2 erhöhte, schienen die Blau- Weiß einem sicheren Sieg zusteuern. Der Schiri erkannte den Treffer auf Protest der Zuschauer, besonders der überlauten Jugend, nicht an, obwohl die Spieler Niddas den Ball bereits auf die Mittellinie zum Anstoß befördert hatten. Dies ging den Blau-Weißest an die Nerven, was zur Folge hatte, daß Nidda auf 4:3 verkürzen konnte. Mit aller Macht dem Ausgleich zustrebend, kam es den Platzbesitzern nicht sonderlich auf die Mittel an, wodurch teilweise eine überflüssige Härte ins Spiel getragen wurde. Bei einem Zusqmmenprall zwilchen Lankau und dem linken Verteidiger kam es dann sogar so, daß der sich Revanchierende von Platz mußte und der Urheber frohlockend weiterspielen durfte. Jetzt witterte Nidda erst recht seine Chance. Die neun Blau-Weißen kämpften jedoch unverdrosien werter. Ja, sie kamen mitunter mehr in bedrohliche Nähe des Tores, als dies den Platzbesitzern infolge ihrer zahlenmäßigen Ueberlegenheit gelang. Die öret( Stürmer der Blau-Weißen waren aber Freiwild tm Strafraum der Platzbesitzer. Der Schiri ließ die Verteidigung nach ihrem eigenen Willen schalten und walten, egal ob ein, zwei ober drei der Angreifer zu Boden gehen mußten. Dieser Beeinflussung konnten die Blau-Weißen auf die Dauer nicht widerstehen und mußten sich dann bald darauf den Ausgleich gefallen lassen. Die beiderseitigen Anstrengungen um deki nunmehrigen Führungstreffer schienen für die Blau-Weißen günstig auszugehen, denn bei einem Angriff spielte Pastor Schuck so günstig frei, daß dieser ungehindert aufs Tor stürmen konnte. In dem Moment jedoch, wo er zum Schuß ansetzte, wurde er in der nur noch einzig möglichen Art von hinten zu Fall gebracht. Auch dies war kein Anlaß zum Einschreiten für den Schiedsrichter, so daß es hier schon nahe am Spielabbruch war. Als er bann ben linken Flügel ber Gastgeber aus klarer Abseitsstellung zum Torerfolg kommen ließ, war es felbstverftänblich für die Blau- Weißen, daß gegen biefes Geschick nicht anzukämpfen war, und man es wohl ober übel den Instanzen übexlassen muß, über dieses Spiel zu urteilen. Rune Sportnotizen. Der Fecht-Dreiländ erkämpf in Budapest wurde am Sonntag zu Ende geführt. Der Ungar Kovacs wurde ohne Niederlage Turniersieger. Die Deutschen Liebscher, Eisenecker und Esser belegten den 6., 7. und 8. Platz. In der Gesamtwertung des Dreiländerkampfes fieate Italien mit 17 Punkten vor Ungarn (15) und Deutschland (4). In der Sonderwertung Ungarn — Deutschland kam Ungarn zum Sieg. Anneliese Lorenz staatl. geprüfte Heilmasseurin Krankengymnastin vom 24. November an Wilhelmstraße 14 Fernsprecher 3891 3567D Im schönen Preßburger Stadion feierte die deutsche Fußballnationalmannschaft am Sonntag vor 15 000 Zuschauern mit 5:2 (2:0) nicht nur ihren fünften Erfolg über die Vertreter der Slowakei, sondenr auch in ihrem 198. Länderspiel ihren 100. Sieg. Gleichzeitig wurde mit diesem zehnten Länderspiel des Jahres, in dem Spanien, Ungarn, Bulgarien, Rumänien, Schweden, Kroatien und nun die Slowakei unsere Gegner waren, die Reihe der diesjährigen Fußball-Länderspiele abgeschlossen, die in diesem dritten und beginnenden 4. Kriegs- jahr sechs Siege, ein Unentschieden und zwei Nie- berlageh aufweist. In den bisher 35 während des großen Ringens um Deutschlands Selbsterhaltung ausgetragenen Nationalkämpfen haben die deutschen Fußballer 22 Erfolge, fünf Unentschieden und nur acht Verluste aufzuweisen. Die Gesamtbilanz lautet nunmehr 198 Kämpfe, 100 Siege, 35 Unentschieden, 63 Niederlagen., ToroerhälMis 527:363 Trester. Der deutsche Erfolg zeichnete sich schon bei der Halbzett ab. Durch Tore von Willimowski und Klingler, die kurz nach Beginn und vor Abschluß der ersten 45 Minuten gefallen waren, führten die Deutschen bereits 2:0. Nach dem Seitenwechsel sorgten Klingler, Walter und Decker durch drei weitere schöne Treffer für die endgültige Festlegung ber Höhe bes Erfolges, die jedoch durch zwei von Luknar und Biro erzielte slowakische Treffer etwas gemindert wurde. Die Mannschaften: Deutschland: Jahn; Janes, Miller; Kupfer, Rohde, Sing; Adamkiewicz, Decker, Willimowski, u*—- Walter, Klingler. zieht ben linken Derteibiger nach vorn. Slowakei: Reimann; Vanak. Rabo; Bielek, die Luftwaffe ganz überlegen ins Spiel. Bald Prubskn, Kovacs; Beles, Malattnfky, Biro, Arpas, kommt diese Ueberleyenhett auch zahlenmäßig zum Hauptschriftletter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bei Hauptschristleiiers: Ernst Blumschetn. Verantwortlich für Polittt und Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für das Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz, Wirtichaft und Sport: Ernst Blumschetn. Druck und Verlag: Brühlsche Universttätsdmckerei R. Lange K. G. Verlagsletter: Dr.-Jng. Erich Hamann: Anzeigen letter: Hans Beck. AnzeigenpreisMe Nr. 4. Weiner gesucht, der es. 40-80 starke Kist., 40x50x60 cm, für die z. Z. laufende Büchersammlung f. die Wehrmacht bald. Herstellen kann. Umg. Angab. an dieKreisleitung, Kreis- schrifttumsamt, dring, erwünscht. Wer trügt Mer Hei? Sehr. Ang. unt. 06037 a.d.G.A. Wer übernimmt leichte Wetgröcll auch zu Hause? Sicher Str. 21, L Stock. [06038 Von der Börse. Uneinheitliche Aktienmärkte. Frankfurt a. M., 21. Nov. Der Aktien- verkehr wurde in der letzten Berichtswoche durch sehr geringe Umsätze gekennzeichnet. Hierbei war die Kursentwicklung an den einzelnen Tagen zumeist uneinheitlich, da sie von kleinsten Aufträgen bestimmt wurde, auch Sonderbewegungen traten so gut wic nicht ein. Das Angebot blieb klein, so daß sich trotz nur mäßiger Nachfrage gegen die Vorwoche über wiegend Kurssteigerungen ergaben. Am Rentenmarkt blieb die Umsatztätigkeit eng begrenzt. Eine Ausnahme bildeten nur die 3^-v. H.-Reichsschatzanweisungen von 1942 Folge IV, für die sich laufend Interesse zeigte. An den variabel gehandelten Aktienwerten waren kaum größere Kurseinbußen zu verzeichnen. Daimler und Westdeutsche Kaufhof büßten je etwa 1 v. H. ein. Gebrüder Junghans konnten sich unter Berücksichtigung des Divibendenabschlages behaupten, und auch AEG., Mannesmann sowie Der. Stahlwerke veränderten sich kaum. [ Verkäufe | (Put erhaltener, zweiflammiger Gasherd für 25 RM. zu verkaufen. [00032 Schützenstr. 8II. 1 eil. Seniler 2,30 x 1,60 m, m. 2 Flügeln, verglast, RM. 70,- 1 Dorenreonl a.Holz,3x 1,50m, m. 46 Schubkäst. u. 13 Fächern, MR. 135,- iWarengelteO a. Eisen, verstellbar, RM. 70,- z. verkauf, [oooso Rodbeima.d.B., Adolf-Hiller- Straße 86. 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November 1942 ___________________05947/ Vv allzu V Eieifl ®elJ Ei von de Kn die g Ms Ende Egen oerlau fettem v ,n lieh! die litt Europa -nab. Dies M Kurs l ialen W« dieser Uft der anderer tn am W tOrau des ■ 1 Mi miß)' hie Krieg. Sie schön un tyn bringen, ti Men Eri knmlung such Regionen r t;n Boden, ppich von Ft ij und bete 6 einzubrech Men und C rttrgen. Ges 6 zerpulvern ritten diese- ünggewächs ifsn, und I (ut und en M iwejenh Nichts zum k mpfe, n. , der a des A rnichtun 1 hartes aus m hier stk Messer, kommt, fpt chMdes Gel 1 J scheint tot ? touillen hü ti*?n oft fc Wder vorbei fslel und der Hären ben: in seiner wurde 6