Mittwoch, 23. September |9<2 Siebener Anzeiger ?L^?^^anschluh 2251 Druck und Verlag: Drahtanschrift: -Llnzeiger" twflhft*,t> *___ Postscheck 11686 ^ranks./M. vruyifche UMversttMruckerel 8. Lauge Annahme von Anzeigen für bte MittagSnummer mS 8'/, Uhr desVormittagS Anzcigen-Preise für die Millimeter-Zeile von 22 Millimeter Breite: 7Rpf. für Familienan- zeigen und private Gelegenheitsanzeigen 14 Stof. f. Werbeanzeigen und geschäftliche Gelegenbeitsanzeigen Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/o ment 192. Jahrgang Nr. 224 Erlcheim täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Gießener ^-amilienblätter Heimat imBild-DieScholle BezugSvreis: Monatlich.....RM.1L0 Zustellgebühr,.. „ -.28 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt General-Anzeiger sür Oberhessen eitere» Vordringen im Terek-Bogen. Berlin, 22.Sept. (DNB.) Im Terekbogen wurde der eigene Angriff südostwärts P r o ck l a d ° nij unter schwierigsten Geländeverhältnissen am 21.9. fortgesetzt. Durch mannshohes Steppengras und schluchtenreiche, von zahlreichen reißenden Bächen durchzogene bewaldete Höhengebiete drangen die deutschen Truppen gegen zähen feindlichen Widerstand weiter vor. Vergeblich versuchte der Feind, DEHNEN-DlEl Nattschh ^Ordschonikidse \ Kasbek Wadimirowsk/j iTerek SW in seinen tiefgestaffelten Feldstellungen und seinem durch ausgedehnte Minensperren und stark befestigte. Zementbunker gesicherten Verteidigungssystem den deutschen Angriff aufzuhalten. In schneidigen Vorstößen wurden zahlreiche befestigte Stellungen und mehrere Orte, darunter die Stadt D e i s k o j e genommen. Ein bolschewistisches Bataillon wurde in diesen Kämpfen vernichtet. Einzelne Gegenstöße der Sowjets, die versuchten, das verlorene Gelände zurückzugewinnen, wurden unter hohen blutigen Verlusten für den Feind abgewiesen. In den Häuserruinen von Stalingrad hielten die schweren Straßenkämpfe an. Infanteristen, Pioniere und Panzergrenadiere entrissen den Bolschewisten in erbitterten Nahkämpfen weitere hartnäckig verteidigte Häuserviertel. Der Widerstand einer feindlichen Gruppe, die sich tagelang erbittert gewehrt hatte, wurden gebrochen. Sie wurde, auf engem Raum zusammengedrängt, bis auf mehrere hundert Gefangene vernichtet. Entlastungsangriffe der Bolschewisten gegen die Riegel st ellung nördlich der Stadt scheiterten unter schweren blutigen Verlusten für den Feind. Kampf- und Sturzkampfflugzeuge griffen die zäh verteidigten Widerstandsnester in den Häuserruinen von Stalingrad mit Bomben schweren Kalibers wirkungsvoll an. Die Bolschewisten hatten in den festungsartig ausgebauten Häuserblocks zahlreiche Geschütze in Stellung gebracht, deren Feuer den Ansturm der deutschen Truppen abwehren sollte. Vier Geschütze wurden vernichtet, zahlreiche weitere mußten das Feuer einstellen. Im Norden der Stadt gerieten im Bombenhagel der deutschen Luftwaffe die feindlichen Angriffe ins Stocken, noch ehe sie sich entfalten konnten. Die Sowjetangriffe nordwestlich Woronesch. Berlin, 22. Sept. (DNB.) Nordwestlich Woronesch setzte der Feind erneut zum Angriff auf eine im deutschen Stellungssystem liegende Ortschaft an; die zwischen den Panzerkampfwagen vorgehende bolschewistische Infanterie erlitt im Feuer der deutschen Infanteriewaffen so empfindliche Verluste, daß sie zurückflutete. Von den allein weiter angreifenden Londons Scheu vi Von unserer Berli Der große Erfolg der deutschen Kampfflieger und U-Boote gegen das englische Großgeleit im Eismeer hat in England starke Beachtung gefunden, auch wenn die englische Presse und der englische Rundfunk schweigen. Die Admiralität sah sich veranlaßt, am Montagabend eine Pressebesprechung abzuhalten, in der sie erklärte, sie sehe sich leider gezwungen, „zu den deutschen Meldungen über die Versenkungen im Nordmeer, die sogar Schiffsnamen anführen, nicht näher Stellung zu nehmen. Inzwischen hatten schon Londoner Blätter — in England erscheinen keine Zeitungen am Sonntag, dafür aber in üblicher Weise am Montag früh — das Thema aufgegriffen. Der „Evening Standand" munkelt, Laß es sich bei den Kämpfen im Eismeer „um größere Kampfoperationen handeln" müsse mtd vermutet, ,Haß die Verluste nicht leichter Natur gewesen sind, auch wenn die Admiralität noch keine näheren Einzelheiten bekanntgab". Der „Daily Erpreß" verbreitet sich über die „stets gewaltigen Risiken, mit denen man von vornherein rechnen muß". Jeder Seemann, der sich für eine Fahrt durch die arktischen Gewässer an- yeuem lasse, sei darauf gefaßt, daß ihm eine Unzahl von Luft- und Unterwasserangriffe bevor- stünde, die sicherlich Verluste forderten. Dann kommt der charakteristische Satz: „Gewiß begegnen die meisten Engländer Len deutschen Erfolgsmeldungen mit Verdacht, doch gibt es auch Leute, die elbft m England solche Nachrichten gesprächsweise a I s Wahrheiten weiterverbreiteten." Es wäre deshalb gut, so meint das Blatt, wenn die britW Admiralität so bald wie möglich „einen eigenen Bericht' zu diesem Angriff auf den britisch-amerikanischen Geleitzug veröffentlichte". Die bekannte Londoner Fachzeitschrift j) t p - ping World" hat, während die Geleitzugschlacht noch tobte, sich mit der Versorgungslage auseinandergesetzt und allerlei ausgeplaudert, was nur die Fachleute wissen können und was den Weg m die große Presse nicht findet. Dieses Fachorgan schreibt, der Eintritt der USA. in den Krieg fei „geradezu als ein Unglück zu werten", denn wahrend die Tankerverluste erheblich zunehmen, sei Zue Flotte der Alliierten erheblich in Anspruch genommen worden. Der Tankerverkehr an der amerifam- lchen Ostküste sei so gut wie zum Sttllstand gekom- Panzerkampfwagen wurden mit dem ersten Feuerschlag acht Stahlkolosse vernichtet, worauf die übrigen in ihre Ausgangsstellung zurückkehrten. Offenbar hatten die Bolschewisten Befehl, unter allen Umständen einen Durchbruch zu erzwingen und griffen an derselben Stelle noch mehrmals an. Schon in der Bereitschaft waren sie von Arttllerie und Lustwaffenverbänden unter Feuer genommen worden. Infanterie und Panzerjäger erledigten vier weitere Panzerkampfwagen uich brachten dem Feind so hohe, blutige Verluste bei, daß er nicht imstande war, an diesem Tage neue Angriffe zu unternehmen. Oer Wehrmachtbericht. DNB. Aus dem Führerhauptquartier. 22. Sept Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Nordwestlich von Noworossijsk versuchte der Feind in der Nacht zum 21.9. mit Schnellbooten und Anlerseebootjägern zu landen. Fahrzeuge der deutschen Kriegsmarine wiesen diesen Versuch ab. Die Luftwaffe bombardierte feindliche Stellungen um Gelendschik sowie Schiffsziele im Hafen von Tuapse. Bei den Operationen zwischen dem Kuban und dem Kaspischen Meer gelang es deutschen Truppen, ein tiefgegliedertes und stark vermintes Stellungssystem zu durchbrechen. Die Stadt D elfte j e wurde im Sturm genommen. 3m Kampf um Stalingrad wurden in Harken Nahkämpfen gegen erbitterten feindlichen Widerstand weitere befestigte Häuserblocks genommen und Gefangene eingebracht. Entlastungsangriffe gegen die Riegelstellung nördlich der Stadt scheiterten unter hohen Verlusten des Feindes, der dabei 21 Panzerkampfwagen verlor. An der Donfront fetzten deutsche Stoßtrupps über den Fluß und zerstörten auf dem Ostufer 35 Kampfstände. Ungarische Truppen wiesen örtliche Angriffe ab. Unter dem Eindruck der hohen Verluste setzte der Feind seine Angriffe gegen die Stadt Woronesch gestern nicht mehr fort. Nordwestlich Woronesch brachen wiederholte feindliche Angriffe im zusam- mengefaßten Abwehrfeuer aller Waffen zusammen. Bei Rschew nahm der Feind seine Angriffe mit stärkeren Kräften wieder auf. Sie wurden zum Teil schon in der Entwicklung, teils Im Gegenstoß abgeschlagen und dabei 28 Panzer vernichtet. 3m öftlichen RNttelmeer versenkte ein deutsches Unterseeboot einen Transportsegler von 500 BRT. Bei Anflügen einzelner britischer Flugzeuge über der Küste der besetzten Westgebiete und bei nächtlichen Störflügen über den Gewässern um Dänemark verlor der Feind sechs Flugzeuge. Leichte deutsche Kampfflugzeuge bekämpften am Tage an der Südküste Englands militärische Ziele mit Bomben und Bordwaffen. Hauptmann Gras errang als 3agdstieger am 21.9. seinen 182. bis 185. Luftsieg. »r dem Geständnis. ner Schriftleitung. men, die 60 Millionen Tonnen Etdöl, die sonst all- jährlich von Len karibischen Häfen nach denen der amerikanischen Ostküste geschickt worden feien, fehl- ten jetzt, zudem seien alle Versorgungslinien stärker bedroht, auch die bolschewistischen. Nun ist der Verlust des großen Geleitzuges für die Stalmhilfe gegenwärtig vielleicht entscheidend für die Stalinhilse, denn nach dem zertrümmerten Iulikonvoi war dieser Septembergeleitzug wohl die letzte Hilfe in diesem Jahr, die Stalin auf dem Seewege erwarten konnte. Deshalb war er so groß und deshalb ist der Verlust so schwer. Im Oktober pflegt der Hafen von Archangelsk zuzufrieren, es bleibt dann nur der von Murmansk übrig, der ständig unter deutschen Bomben liegt. Die Sonder- meldung vom Sonntag hatte berichtet, daß der anglo-amerikanische Transportzug rund 45 Handelsschiffe umfaßte. Davon wurden bis zu feinem Bestimmungsort 38 mit 277 000 BRT. versenkt, kümmerliche Ueberrefte suchten Zuflucht in der Dwinabucht, die nach dem bei Archangelsk mündenden Fluß genannt ist. Mit Sicherheit sind aber von diesen Ueberbleibfeln noch mindestens drei Schiffe in der Bucht erheblich getroffen worden. Die Hartnäckigkeit, mit der Roosevelt und Churchill den Sowjets Waffen und Ausrüstung über den nördlichen Seeweg zukommen lassen wollten, zeigt deutlich, wie dringend die Sowjets sie benötigten. Jetzt, ohne Aussicht auf Hilfe, zerbricht auch die letzte Illusion, daß die Sowjets ihnen die Kastanien aus dem Feuer holen könnten. England kann ebenso wenig wie Washington die Katasttophe im Eismeer verschweigen. Es ist bereits soweit, daß man sich zu indirekten Eingeständnissen bequemen muß. Das bedeutet, daß die Katasttophe auch in London als Katasttophe gewertet wird. Oie zweite Front. Stockholm, 22. Sept. (Europapreß.) lieber die Enttäuschung der Bolschewisten angesichts des völligen Versagens der von England und den USA. versprochenen Sofortigen Hilfe berichtet der Moskauer Korrespondent der Zeitschrift „New States- man and Nation", die Sowjetrussen hätten das Kommunique über die „zweite Front" als ein festes Versprechen betrachtet, diese zweite Front" noch in diesem Jahre zu schaffen. In Millionen Flugblättern, die unter die Truppen verteilt wurden, hätten sie den Soldaten zugerufen: „Haltet aus, bald wird Hilfe kommen." Diese Flugblätter eien bald nach dem Besuch Churchills wieder ver- chwunden. In dem Brief, den ein Lehrer an eine owjettussische Zeitung gerichtet habe, heiße es wörtlich: „Jede Nation in Europa, die auf England vertraute, ift im Stich gelassen worden. Wir Sowjetrussen haben 14 Monate geduldig gekämpft, aber England ist immer noch nicht bereit, uns zu helfen." Die sowjetische Presse befrachte das Kommunique über die „zweite Front" als ein Versprechen, das noch in diesem Jahre erfüllt werden sollte, nicht als eine platonische Zusage, die an keinen Termin gebunden war. Wenn es nicht zur „zweiten Front" komme, dann werde sich das Kommunique über die „zweite Front" als der verheerendste Bluff der Weltgeschichte erweisen. Oer kommunistische Wahlerfolg in Schweden. Helsinki, 29. Sept. (DNB.) Mit dem Stimmenzuwachs der Kommunisten bei den Kommunalwahlen in Schweden beschäftigen sich die finnischen Blätter. Die Tatsache, daß sich Schweden als einziges Land zu der Weltpest des Kommunismus anders verhalte als alle übrigen europäischen Länder, sieht „Ajan Suunta" in der Verbreitung der heutigen englischen Denkweise in Schweden begründet. ,Jckuppalehti" fügt hinzu, daß in Schweden der Ruf der Kommunisten nach ihrem Bündnis mit den Briten nicht mehr in allen Kreisen so schlecht sei wie zuvor. Bedeutenden Vorschub habe bei dieser Entwicklung jener Teil der schwedischen Presse geleistet, der sich im Besitz nichtnationaler Kreise befinde. „Uusi Suomi" schreibt: Der Erfolg der Kommunisten, durch den die Sozialdemokraten z. B. die absolute Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung in Stockholm einbüßten, ist als Stimmungsbarometer sehr beachtenswert. Der Wahlsieg und die kürzlich aufgedeckten kommunistischen Spionagefälle sollten in Schweden allmählich zu der Erkenntnis führen, daß der Kommunismus, wo er ungehindert arbeiten kann, ein Gefahrenherd ist, der sich wie ein Gift im Dolkskörper ausbreitet Besonders in dem augenblicklichen schweren Kampf, den wir gegen den Bolschewismus führen, kann es uns nicht gleichgültig sein, wie stark die Elemente sind, die als hörige Vasallen Moskaus von Schweden aus gegen uns arbeiten. Die Abhängigkeit der Kommunisten von Moskau ist der Grund, warum ihre Zunahme in Schweden auch in den übrigen Ländern zu einer Zeit, wo viele Völker Europas in einem blutigen Kampf zur Abwehr der bolschewistischen Gefahr stehen, Aufmerksamkeit erregt. Oie Schlacht in der Mitte. Von Kriegsberichter K. G. Stolzenberg. PK. Die sowjetische Führung glaubte, die Inanspruchnahme starker deutscher Kräfte durch unsere Südoffensive gegen Stalingrad in anderen A b - schnitten nutzen zu können. Anfänglich als Stoß in die Flanke unserer südlichen Heeresgruppe gedacht, haben die wütenden Angriffe b e i Woronesch und Rschew dann zweifellos zu- zügliche Bedeutung erhalten. Die Versammlung von {Sokolowa Wyssokoje< Selishnja KusnezowoX Z/Subzow Wolokolamsk Dubna ßojarniki Shariia' *yNjasma WJeschki» Okowyzy- Niwa g \ Pokrow. GolowinaÄ feplucha* Semenowsk Pokrow j „ Sytschewkal DNJEPR- 7 (t QUELIE^ ) i Rj'abzoway ) \ Pokrow rJ ( Massjulmki* Choroschenki 0 25 SOKm e\ . •*. Spassk T Jegorjewsk vier dis sechs Armeen, vor allem mechanisierten Truppen von bemerkenswerter technischer Leistungsfähigkeit und ihr massives Loshämmern auf die deutschen Stellungen, gerade im Raume von Rschew, zielt, wie wir erkannten, letztlich auf einen Durchbruch durch die gesamte Mitte und damit Gewinnung einer kriegswendenden Initiative. Die entschiedene Zurückweisung dieser Angriffe, das opfermutige Ertragen schweren Trommelfeuers durch die hier haltenden Kräfte des Heeres haben die Hoffnungen des Gegners zuschanden gemacht. Das Endspiel dieser strategischen Entwicklung, nämlich die Anlage einer weit gespannten Zange, ist beiderseits mißlungen. Es ist das Bestreben der Bolschewisten, über die Rschew in vielen Windungen durchströmende Wolga zu gelangen und die beachtlichen Wasserarme der Ossuga und Wasusa endgültig ihres Charakters zu entkleiden als natürliche Sicherung dieses von zwei Eisenbahnlinien und der Sttaße nach Moskau durchzogenen Raumes. Die hier bis über die Oberläufe des mächtigen Wolgaflusses und des riesenbreiten Snjeprftromes hinaus mit den Städten Smolensk, Wjasma, Rschew, Wi- Oer ashington-Gpleen" in den USA. Von unserem S.-Berichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Lissabon, Ende August 1942. Wenn man amerikanische Zeitungen durchblättert, dann findet man immer wieder Bilder aus Washington, die Männer der Regierung in Gruppenaufnahmen oder bei „Besprechungen" zeigen. Alle diese Bilder haben etwas Gemeinsames: Sie wirken verkrampft, gestellt, unernst und erwecken den Eindruck, als ob man in der Hauptstadt der Vereinigten Staaten den Krieg nur als eine Gelegenheit zur großen Pose, zur großen Geschäftigkeit, zur -Befriedigung persönlicher Eitelkeiten ausnützen würde. Dieser Eindruck wird ergänzt durch Berichte, die über das Leben in Washington von jenseits des Ozeans,nach Europa kommen. Da diese Berichte von großen amerikanischen Agenturen- verbreitet werden, steht fest, daß es sich nicht etwa um tendenziöse böswillige Entstellungen handelt. Jedenfalls geht aus ihnen hervor, daß in der Hauptstadt der Vereinigten Staaten eine Kriegsbetriebsamkeit entstanden ist, die mit ernster verantwortlicher Kriegführung nicht viel zu tun hat. Washington ist plötzlich M o d e st a d t geworden. Alles, jung und alt, Männlein und Weiblein möchte dorthin ziehen und irgendwie diese Betriebsamkeit mitmachen, wobei man sich noch besondere Verdienstmöglichkeiten erhofft. Dieser Zuzug nahm bereits groteske Formen an, so daß in der Stadt, die in normalen Zeiten etwa für 600 000 Einwohner ausreichte, heute bereits 1200000 Menschen, also doppelt soviel, leben. Die „nette, freundliche, etwas schläfrige Stadt" ist plötzlich zu einer Stätte der Unruhe und der ungelösten Probleme geworden. Jeden Monat, so heißt es in einem der amerikanischen Berichte, treffen aus allen Himmelsrichtungen und allen Landesteilen Tausende in Washington ein. Sie^ stellen sich alle vor, hier irgend eine sehr interessante Arbeit verrichten zu können und dafür glänzend bezahlt zu werden. Da der Regierungsapparat seit Kriegsbeginn durch die zahllosen, von Roosevelt so beliebten und heute schon gar nicht mehr übersehbaren Kommissionen und Unterkommissionen geradezu monströse Formen angenommen hat, finden viele von ihnen auch irgendeine Arbeit. Wohl werden hölzerne Notstands - wohnung en gebaut, aber dadurch ist das Problem nicht zu lösen. Wenn es einem Mann gelingt, in einem Zimmer, in dem bereits zwei oder drei Leute schlafen, noch ein Bett zu finden, kommt er sich wie ein Glückspilz vor. Daß fünf Mädchen und Frauen in ein und demselben Zimmer leben und schlafen müssen, kann man immer wieder fest- ftetfen. Pensionen, in denen zu notmalen Zeiten zehn bis fünfzehn Gäste wohnten, sind jetzt zum „Heim" für fünfzig oder mehr Pensionäre geworden. Die Folge dieses Mangels an Wohnraum ist eine ungeheure Steigerung der Mietpreise. Selbst wenn man für ein kleines Zimmer ohne Mahlzeiten und Bedienung wöchentlich etwa 35 Mark bietet, kann man nichts finden. Selbst von amtlicher Seite wird als das absolute Minimum an Zimmermiete der Betrag von mehr als 800 Mark im Jahr angegeben. Was nützt da das schönste Einkommen, das sich diese jungen Mädchen und Männer alle erträumen und zum Teil auch erhalten! Wenn diese Menschen dann klagen und jammern und wenn man sie fragt, warum sie unter solchen Umständen die Behaglichkeit ihres früheren Daseins aufgegeben haben, bann sagen sie meistens, sie hätten von diesen Zuständen in Washington keine Ahnung gehabt. In vielen Fällen aber steht fest, daß die Leute vor ihrer Reise in die Hauptstadttbereits gewarnt worben waren, daß sie diese Warnungen aber in den Wind geschlagen hatten. Die Lockungen der Atmosphäre des geschäftigen Washingtoner Kriegsbürobetriebes waren eben stärker als alle Gefühle und alle Vernunft. Das ein darf man ja nicht übersehen: es handelt sich bei diesem Zustrom nach Washington durchaus nicht um Kriegsbegeisterung, um Einsatzbereitschaft, um Opferwillen ober etwas ähnliches, fonbern nur um einen Spleen, um eine Modesache, einen Nervenkitzel. Es liegt in der Eigenart des nvrdamerikanifchen Menschen, einen solchen Spleen mitzumachen, selbst wenn er, wie die geschilderten Wohnungsverhältnisse klar zeigen, auf die Dauer recht unangenehm und ungemütlich sein kann. An dieser Einstellung ändert sich auch nichts, wenn der Magen zu knurren beginnt. Genau so schwierig wie das Wohnungsproblem ist in Washington infolge des unvernünftigen Menschenzustroms auch das Ernährungsproblem zu lösen. Die Restaurants sind überfüllt, und wenn man überhaupt etwas zu essen bekommt, dann ist es schlecht und sündhaft teuer. Selbst in einem Bericht der „United Preß" aus Washington wurde kürzlich festgestellt, daß man „noch nirgends in den Vereinigten Staaten so viel bezahlt hat für eine so schlechte Mahlzeit" wie in Washington. In den befferen Restaurants kostet ein Mittagessen ohne Getränke zwischen 6 und 8 Mark. Eine ganz einfache bescheidene Mahlzeit, das, was etwa dem deutschen Stammgericht oder billigen Eintopf entspricht, kostet etwa 2,50 Mark, und das ist mehr, als sich eine Stenotypistin leisten kann. So sieht die Prosperity in Washington in Wirklichkeit aus! Roosevelt hat eine riesige Geschäftigkeit entfaltet, einen gewaltigen Bürobetrieb organisiert, was für ihn zunächst das Wichtigste zu sein scheint, um den von ihm heraufbeschworenen Krieg führen zu können. Aber was hier aufgebaut wurde, entspricht feinem Wesen nach ganz der Hohlheit der Phrasen dieses Mannes. Wie er und feine Mitarbeiter sich gern in lächerlichen Posen photographieren lassen, so ist auch der Washingtoner Kriegsbetrieb zum großen Teil nur eine lächerliche Pose. Es ist ein Märchenschloß aus Talmi errichtet, das Tausende von Menschen anlockt, aber nicht glücklich macht. Sv wie es überhaupt Herrn Roosevelt bisher noch nicht vergönnt war, Menschen glücklich zu machen, weder durch den New Deal noch durch seinen Krieg. Aus dem Reich BDM treten mit vollendetem 21. Lebensjahr zu den Jugendgruppen der NS.-Frauenschaft über. Den nicht zur Aufnahme in die Partei gelangenden Angehörigen der Hitler-Jugend stehen die Gliederungen oder SA.-Wehrmannschaften bzw. das Deutsche Frauenwerk offen. Sie werden vor ihrer Entlassung zu einem Entlassungsappell zusammen- gesaßt. Im übrigen endet die Jugenddienstpflichl des Jahrgangs 1924 mit dem 30. September 1942. Bei vorheriger Einberufung werden die Jugend' lichen zum Zeitpunkt des Eintritts in den RAD. oder die Wehrmacht aus der Jugenddienstpflicht entlassen. planmäßiger Nuhholzbau außerhalb des Waldes. Mit Rücksicht auf die hohe kriegswirtschaftliche Bedeutung des Rohstoffes Holz ist'es notwendig, auch auf Flächen außerhalb des Waldes die Erzeugung von Nußholz, insbesondere von Doppel- h o l z, planmäßig zu steigern. Der Reichsforstmeister hat deshalb bestimmt, daß für die Verwertung des Holzes von Pappeln und für andere Nußholzarten, die auf Grundflächen außerhalb des Waldes an- fallen, die Vorschriften über die marktordnende Bewirtschaftung forst- und holzwirtschaftlicher Erzeugnisse gelten. ' Borstudienausbildung der Frau. Wie die Reichsstudentenführung mitteilt, wird nicht nur im Kriege, sondern auch hi den folgenden Aufbaujahren der Bedarf an berufstätigen Frauen in hohem Maße bestehen bleiben. Deshalb wird danach gestrebt, auch die berufliche Ausbildung und Lenkung der Frau nicht dem Zufall zu überlasten. Durch die V o r st u d i e n a u s b i l d u n g werden begabte und leistungsfähige Frauen ohne Rücksicht auf ihre bisherige Vorbildung und ihre finanzielle Lage in etwa zwei Jahren zur Hochschulreife und anschließend zum Studium geführt werden. Vor- studienacisbildung und Hochschlllstudium sind kostenlos. Für die Erfassung und Auslese der Bewerbe- Zusammenkunst der betreffenden Republiken veran- stallet werden, auf der General Somoza nach nord- amerikanischem Vorbild gemeinsame Währung, gemeinsames Heer, eine Flagge, ein Zollsystem, Bundesheer, -regierung und -kongreß vorschlagen will. Die bisherigen Präsidenten sollen als Gouverneure eingesetzt werden. Die Aussichten der Konferenz scheinen gering zu sein. Nordamerika hat kein Interesse am Zusammenschluß seiner lateinamerikanischen Vasallen. Oie spanische Außenpolitik. Madrid, 22. Sept. (Europapreß.) Unter dem Vorsitz des.Staatschefs hat das neugebildete Kabinett die Außenpolitik und die Neugestaltung der innenpolitischen Verhältnisse beraten. In einem Kommuniquö heißt es ausdrücklich, die spanische Außenpolitik werde in der gleichen Weise fortgesetzt werden, wie schon seit sechs Jahren. Sie entspreche dem Geiste des Bürgerkrieges. Sie sei gekennzeichnet durch den antikommunistischen Sinn der nationalspanischen Bewegung. Die Forderungen der neuen europäischen Ordnung würden anerkannt. Maßgeblich sei auch die enge Freundschaft mit Portugal und die historische Solidarität Spaniens mit den rberoamerika-nischen Ländern. Ferner werden von der Regierung Maßnahmen zur Verstärkung des spanischen Kriegspotentials angekündigt. Kleine politische Nachrichten. Nach einer Meldung aus Pretoria hat sich der kürzlich erkrankte General Hertzog einer Operation unterzogen: Sein Zustand ist befriedigend. * Die Islamische Gemeinde zu Berlin veranstaltete im Haus der Flieger eine Kundgebung für den arabisch-indischen Freiheitskampf. Der irakische Ministerpräsident Raschid Ali el Gailani und der indische Freiheitskämpfer Subhys Chandra Bose sowie der Staatssekretär im Auswärtigen Amt Keppler wurden vom Vorsitzenden der islamischen Gemeinde, Habibur Rahman, begrüßt. Die Versammlung nahm dann eine Entschließung an, in der die Schicksalsverbundenheit des indischen und des arabischen Volkes sowie die Notwendigkeit einer engen Kampfgemeinschaft zwischen den beiden Völkern betont wird. tebsk (und Kaluga) von uns besetzte Bastion wird von den Sowjets zweifellos als ein auf ihr gezücktes Schwert angesehen. So ist es nicht verwunderlich, daß sie die Versuche, sich im Winter von dem Druck auf ihre Hauptstadt zu entledigen, in hochsommerlicher Hitze aufs neue aufnahmen. Die Front vor Moskau weift Einbuchtungen und Säcke auf mit Verzahnungen der beiderseitigen Stellungen, wie sie sich als Ergebnis der Winterkämpfe ausbildeten, Unser Ein bruchsgebiet vor Moskau in irgendeiner Form, fei es durch Verengung, Zerteilung oder Abschnn rung und Kesselung, unwirksam zu machen, muß ständig als Leitgedanke Moskaus beachtet werden. Augenscheinlich gibt man sich dort der Einbildung hin, daß man die deutschen Linien allmählich durch bataillons- oder kompanieweise Angriffe (einer an dieser Stelle qualitativ inertbar nachlassenden Sow fetinfanterie) zusammen mit Dorbrüchen immer neu hcrangeholter Panzer und vor allem durch wilden Ansatz massierter und großkalibriger Artillerie zum Abbröckeln bringen würde. Auch kurzfristige Schlachtfliegereinsäße der Sowjets änderten nichts. Es heißt dies zweifellos, die Abwehrfähigkelt von Soldaten unterschätzen, die fast ohne Ausnahme das rote Band der Bewährung in einem harten Minter tragen und sich auf den besonderen Ernst der hier auferlegten Aufgabe eingestellt haben. Die deutschen amtlichen Veröffentlichungen, be sonders Ende August, liehen keinen Zweifel darüber daß unsere Führung die von den Sowjets ongestrebte Verlagerung des Schwergewichts auf die Mitte schon während unseres Vormarsches zwischen Schworzmeer und Kaspisee in Rechnung stellte. Und die Weltöffentlichkeit verfolgte mit steigendem Interesse, wie sich zu den schwerwiegenden deutschen Angriffserfolgen aus der Ukraine heraus ein ebenso bedeutungsvoller Abwehrerfolg vor Moskau gesellte. Dieser sich abzeichnende Abwehrsieg ist nicht ohne die schwere Härte erkallft worden, welche Ma- terialschlachten von Weltkriegsforniat zu fordern pflegen. Aul infanteristische Angriffe in früher erlebtem Maße wurde augenscheinlich vom Gegner verzichtet und auch kein Versuch unternommen, die deutsche Luftüberlegenheit anzutasten. Doch die unermüdlich beschäftigte 'Artillerie und die oft noch vor abgeschlossener Innenausstattung eingesetzten Reserven an Panzerkampfwagen zwingen den Verteidiger immer wieder zu äußerstem Einsatz. Der Möglichkeit, unsere schwere Artillerie der Lüfte gegenüber den dicken Rohren der Sowjets einzusetzen und so die Vorbereitung örtlicher Ein- brüche zum Teil aufzuheben, wurde entsprochen. Immer kleiner wurden die Pausen, zwischen denen unsere Sturzkampsbomber Last auf Last über die eben abgesichelten Stoppelfelder isen wird, wird ein Stück oon^em starken Wall blutvollen deutschen Lebens werden, ber dies Neuland der Kultur im Osten für immer ab- schftmt. Deutscher Wald wird deutsches Heimatland schaffen helfen, da, wo wir Soldaten bes Führers heute auf ben ©puren ber alten Ostlanbfahrer ben Ansturm ber Bol chewisten gegen Europa brechen. So weit Deut chland reicht, so weit reicht auch sein Wald. Wo deutsche Bauern pflügen, da hütet auch ber Wald bas Lanb, wo deutsches Leben blüht, ba grünen auch fröhlich die Wälder und bergen die Lieber unb Sagen. Durch bie Wälder der Heimat geht der Sang von der Schönheit des Vaterlandes, geht das Raunen von der stolzen Geschichte unseres Volkes, geht bas Klingen ber tatenfrohen Gegenwart. Achtet sie, bie ehr- roürbigen Wälber, wie sie bie Ahnen geachtet haben, vernehmt im Rauschen der deutschen 'Wälder die Stimme Gottes, ber Land unb Waffen segnet unb dem Reich den Einiger gabt ien, verstehe dich nicht, Malte , fuhr Orgassa ner ifet. Wie- mer« gthis Hu Whe par, egme von Amt rltn» mit sind Mg tsen hluh wie« chen. Einer cheil. med. !isität V3 in 1913 1931 Sep- utjche r Dr. Kante Ber- irdelte einen igelte n Ruf Zahn- Pro- nvon >1891 Frei- - 3m der tod) tdniidl^r »>°$L i| »Äch verstehe dich nicht, Malte", fuhr Orgassa [dtianö fuf, aIs er Brackmanns Worte mcht gehört, »;tfü s...____x,t mit meiner .naltuna $1 mir ... zu uns ... , „Laß das!" sagte Brackmann und schüttelte ab» lihnend den Kopf. Seine Lippen wurden womöglich ■en ib, 'en )es nt. em In. en. >en itet Jen Die im Iche in up- mc- Führer lechen- cht 0» )a -,bl» rge» w mt, m." -in. ße- 'Urner ßie« Die ir. hen ! in |teit , lub* iben der iner chte, 805 tben ifiir Schnee- Früh' e Der- Mpfel j noch' tfanten klaren, Fichten ild mit deinen «en des >n und ) ivenn n weht Herzen es den . Wald dwohl iiitb dre angL os die ehr Ü» S«1 Ieitern kurzen, forschenden Blick. „Du bist merkwürdig kalt und verändert sagte er unbehaglich. ,Zch meine, in deinem Verhalten ^Ach^erstehe dich wirklich nicht!" wiederholte I --gassa hartnäckig; aber in seiner Stimme lag eine Mwtliche Unsicherheit, und er sah Brackmann nicht IßiTabe an. ,. „ ' Brackmann blickte ihm in die etwas unruhigen (Augen: „Ich glaube, Jens, du verstehst Mich sehr $ii", sagte er scharf, „nur ist es dir unbequem, mich in verstehen. — Aber lassen wir das! Es ist alles «'^ntunqslos und qseichqültig ... es ist gänzlich ZAller von 81 Jahren starb in München der Histo- riter Professor Dr. Karl Schell haß. Von 1888 bis 1939 wirkte er in Rom am Preußischen Historischen Institut, später als freier Forscher' an der Herausgabe der Berichte der Päpstlichen Nuntiaturen m Süddeutschland zur Zeit der Gegenreformation und der Italienisch-Deutschen Bibliographie. Deutsche Gelehrte, auch zahllose andere Fremde, die nach Rom kamen, haben durch den liebenswürdigen Gelehrten Anregung, Rat und Förderung erfahren. Oswald Bumke 65 Jahre alt. Am 25. September vollendet der Direktor der Psychiatrischen Klinik an der Universität München, Geheimer Medizinalrat Professor Dr. Oswald Ä u m k e , sein 65. Lebensjahr. Bumke wurde in 2tolp in Pommern als Sohn eines Arstes geboren. Zu seinen Lehrern zählten Hildebrand, Spalteholz and Leuckert. 1901 promovierte er in Kiel. 1904 habilitierte er sich tt Freiburg, wurde 1906 Oberarzt, 1914 Ordinckrius in Rostock. Zwei Jahre später folgte er einem Ruf nach Breslau. 1921 ging er nach Leipzig als Nachfolger von Flechsig und drei Jahre später nach München als Nachfolger von Kraepelin. Dort mar er 1928/29 Rektor. Bumke ist seit 1925 Mitherausgeber des „Archivs für Psychiatrie und Nervenkrankheiten", des „Handbuchs der Neurologie"" und der „Münchner Medizinischen Wochenschrift". Eine große Anzahl wissenschaftlicher Arbeiten aus dem Gesamtgebiet der Psychiatrie und Neurologie sind aus seiner Feder hervorgegangen. Darunter: .Lehrbuch der Geisteskrankheiten" (5. Auflage); „Gedanken über die Seele" <3.Auflage); „Kultur und 'Entartung"; „Die Psychoanalyse und ihre Kinder"; „Pupillenstörungen bei Geistes- und Nervenkrank- jheiten" und die Rektoratsrede „Eine Krisis der Me- ; kizin". Aus aller Wett. Das Luropa-Schachmeisterschaflslurnier. In der siebenten Runde verlor Stoltz nach lchneidigem Angriffsspiel gegen A l j e ch i n, da der .Weltmeister im geeigneten Augenblick zum entscheidenden Gegenstoß ausholte. Auch K e r e s gewann als Nachziehender gegen R 0 h a c e k. Der stark nach norne gekommene F 0 l t y s errang seinen dritten Steg hintereinander, und zwar diesmal gegen tzarcza. Richter siegte über seinen Lokal- cioalen Rellstab. Junge verlor durch ein grobes Versehen gegen Bogoljubow und N a p 0 - litano gegen Rabar. Somit gab es bisher j piege im Derhältns von 4:2 für die schwarzen Steine. Die Partie Bogoljubow — Richter aus her vierten Runde mußte zum dritten Male abge- ’rod)cn werden. Der Stand lautet: Aljechin und : Mres je 5% Punkte, Foltys 5 Punkte, Bogoljubow 1 Punkte und 1 Hängepartie, Richter 3% Punkte md 1 Hängepartie, Rellstab 3J4 Punkte, Junge । r Punkte, Napolitano und Rohacek je 2% Punkte, i Barcza, Rabar und Stoltz je 2 Punkte. Der Dieb der Fuldaer Lebensmittelmarken gefaßt. In Eisenach wurde der dort wohnhafte, übel- heleumundete 26jährige W. K. feftgenommen, als er am Bahnhof einen Kofferdiebstahl ausführte. Er ist der Sieb, der im Fuldaer Ernährungsamt den Ein- | truch verübte. Der größte Teil der gestohlenen Le- | densmittelmarken wurde bei ihm noch vorgefunden. | Einen Tag nach dem Fuldaer Einbruch ist er jn I Bebra bei der Kreisbauernschaft eingebrochen und rliat Geld und eine Schreibmaschine mitgenommen. Totschlag am Vater. I Vor der Strafkammer Aschaffenburg hatte sich der I^tzjährige Franz Ott zu verantworten, der wählend I sines Streites feigem Vater, dem 75jährigen Michael j btt, so schwere Schläge auf den Kopf versetzt hatte, | daß der alte Mann, ohne das Bewußtsein wieder- I trlangt zu haben, am nächsten Tage starb. Seit »Lahren herrschte in dem kleinen Anwesen, das dem ■ alten Ott noch gehörte, aber vom Sohn und dessen I Frau bewirtschaftet wurde, Unfrieden, hervorgerufen I bor allem durch die Unverträglichkeit des alten Ott, gier gegen die Schwiegertochter wiederholt auch tätlich ■iorging, nichts arbeitete, aber trank. Immer wieder lehnte der Alte die Uebergabe des Anwesens ab. IjJesonders nach dem Tode der Mutter wurde das »^Zusammenleben mit dem Vater Ott zur Oual, so daß sich der Sohn, der als ruhig und arbeitsam gilt, Jhit Selbstmordgedanken trug und die Schwieger- Ijlochte vom Anwesen wegzukommen trachtete. Obwohl dos kleine Anwesen kaum als Existenzgrundlage aus- leichte, verkaufte der Vater sogar ein Grundstück. Ilm 21. Juni war aus einer Geldforderung des alten btt ein Streit entstanden. Mit einem Stuhlbein ver- X letzte er feinem Sohn mehrere Schläge am Hinter- llopf. Daraufhin ergriff der Sohn ebenfalls ein Stuhlbein und schlug mehrere Male blindlings auf j (einen Vater ein. Unter Berücksichtigung all der I Nomente, die der Tat vorausgingen, wurde von (iner Zuchthausstrafe abgesehen und der junge Ott ■u vier Jahren und sechs Monaten Gefängnis unter Anrechnung der Untersuchungshaft verurteilt. .^.Fortsetzung. • (Nachdruck verboten.) [„Oh, du willst schon schlafen gehen. Malte?" rief trgaffa, als wäre er darüber sehr enttäuscht. „Ich bin müde", antwortete Brackmann kurz. „Sie du willst ..entgegnete Drgaffa. Es lang ein wenig gekränkt. Karen bheb auf ihrem ^ilatz. Die beiden Männer verließen das Zimmer, i £igaffa ging voran. Er drehte die Lichtschalter an • unb öffnete die Türen vor Brackmann. Das Haus balle zwei Stockwerke. In jedem lagen drei oder rer Räume. Vor der Treppe blieb Orgassa stehen. Qr wartete auf Brackmann und streifte ihn mit Ein Mann rechnet ah Roman von Horst Biemath in de; aufiinp , iinnier ■ menden 1 Oste" । em st?' | „Dillst du anbeuten, daß du mit dr gegenüber nicht einverstanden bist? Oder daß it) dir gegenüber etwas versäumt habe? Oder miuft Idir mich beschuldigen ..." „Laß die Dinge ruh'n!" sagte -Brackmann zum Gießener Kuliurwoche -er NSDAP. Ein weitgespanntes Programm für die Zeit vom 40. bis 25. Oktober. Wir Deutschen sind besonders stolz daraus, daß auch im Kriege unser Kulturschaffen auf den verschiedensten Gebieten weitergeht und den breitesten Massen der Volksgenossen vermittelt wird, erkennen wir dock in den Werten unserer Kultur unsere eigene Art und gewinnen wir doch in dem Mitschas- fen und Miterleben dieser Kultur die hohen Güter, für die wir im Kampfe stehen und für die sich einzusetzen sich immer wieder lohnt. Weil Heimat und Front von diesen Werten erfüllt sind, fühlen wir uns auch den anderen überlegen und werden dadurch zu immer größeren Leistungen angespornt. Diese Gedanken liegen auch der Veranstaltung einer Kulturwoche der NSDAP, zugrunde, die vorn 10. bis 2 5. Oktober in Gießen durchgeführt wird. Die verantwortlichen Gestalter der Kulturwoche sind die NSG. Kraft durch Freude als Beauftragte der Partei, die Hitler-Jugend, die ihre eigene Kulturwocke in dem großen Rahmen eingebaut hat, unter Mitwirkung des Theaters, der Universität, der Wehrmacht, sowie von Vereinen und Einzelpersonen. Die Kulturwoche umfaßt: Am 10. Oktober, um 19.30 Uhr, in der Neuen Aula der Universität eine Eröffnungskundgebung mit einer Ansprache des Gauleiters und einer Festansprache eines noch zu bestimmenden Redners. Am 11. Oktober um 10 Uhr eine Morgenfeier der Hitler-Jugend (Neue Aula), um 11 Uhr im großen Hörsaal Eröffnung einer Kun st aus st el- lung der Künstler des Kreises Wette rau, um 14 Uhr im Gloria-Palast Eröffnung einer Woche der Wiederaufführung von künstlerisch und kulturell wertvollen Filmen, um 16 Uhr ein Konzertdes Bannorchesters (Neue Aula), um 19 Uhr einen festlichen Theaterabend mit „F i - gar05 Hochzeit", am 13. Oktober um 19.15 Uhr in der Neuen Aula eine Dichterlesung mit Agnes Miegel (NSG. Kraft durch Freude, Goethebund, Kulturelle Vereinigung), am 14. Oktober um 19.15 Uhr in der Universität Eröffnung der Musikschule der Hitler-Jugend, am 15. Oktober um 19 Uhr im Theater: Querschnitt durch das Wetterauer Kun st schaffen, Aufführung des Lustspiels „Das Loch im Lattenzaun" von W. K. Philipps, ferner Darbietungen der Tanz- und Trachtengruppe unter Gg. Heß, sowie des Akkordeonorchesters Gamdach, am 16. Oktober um 19 Uhr im Theater Ballettveranstaltung mit der Kammertanzgruppe der Staatsoper Berlin, am 17. Oktober um 19 Uhr im Theater festliches Konzert des Städtischen Orchesters (Leitung Musikdirektor Otto S ö l l n e r), am 18. Oktober um 10 Uhr im Lichtspielhaus Jugendfilm st unde der Hitler- Jugend, am 19. Oktober 19.15 Uhr in der Neuen Aula Dichterlesung der Hitler-Jugend, am 20. Oktober um 19 Uhr in der Neuen Aula eine noch festzulegende Veranstaltung der Universität, am 22. Oktober um 19 Uhr im Theater Festvorstellung der Hitler-Jugend „Der Thron zwischen Erdteilen", am 23. Oktober um 19.30 Uhr im Gloria-Palast Volksk un ft a b e n b: Gießener Laienkünstler aus Betrieb und Wehrmacht zeigen ihr Können, am 24. Oktober um 19.30 Uhr im Studentenheim Sing- und Spielabend der Hitler-Jugend (Elternabend), am 25. Df- tobe/ um 10 Uhr als Ausklang eine Morgenfeier auf dem Oswaldsgarten mit Ge- fangsbarbietungen von Großchören der Parteifor- mationen, der Vereine, der Betriebe und der Wehrmacht unter Mitwirkung eines großen Musikkorps der Wehrmacht. Alle kulturschaffenden und in der kulturellen Betreuung stehenden Stellen unseres Kreises sind somit in die Kulturwoche eingespannt, die Zeugnis ablegen wird von der Kulturarbeit unseres Volkes und insbesondere unseres Kreises und für Gießen ein großes Erlebnis zu werden verspricht. Msichlslose Hamsterei einer Geschäftsfrau. Eine Verhandlung vor dem Sondergericht in Gießen. Jrn März d. I. konnten, wie bereits in Vorberichten bekanntgegeben wurde, in einer Textil- und Manufakturwarenhandlung in Büdingen erhebliche Unregelmäßigkeiten auf kriegswirtschaftlichem Gebiet festgestellt werden. Der damalige Verdacht, daß die Geschäftsinhaberin Frieda D i e r u f f aus eigennützigen Gründen in mehrfacher Hinsicht und in verwerflichster Weise die Bedarfsdeckung der Bevölkerung mit lebenswichtigen Gütern gefährdet hat, fand jetzt in der mehrtägigen Hauptverhandlung des Sondergerichts für den Oberlandesgerichtsbezirk Darmstadt auf einer Tagung in Gießen feine Bestätigung. Die Angeklagte, die ohne Rücksicht auf das Gemeinwohl eigene geschäftliche und persönliche Interessen zur ausschlaggebenden Richtlinie ihres Verhallens machte, hatte schon zu Kriegsbeginn sehr große Vorräte an Textilwaren, insbesondere ältere und teilweise noch aus den Jahren 1933 und 1934 stammende Erzeugnisse aus dem normalen Handelsumsatz herausgenommen und zurückgelegt, so daß es zu wiederholten Käuferbeschwerden über die Verweigerung der Abgabe von Waren kam. Die Verschleierung der tatsächlichen, auch nach Kriegsbeginn laufend vermehrten Lagerhaltung erfolgte der Kundschaft und behördlichen Kontrollen gegenüber einmal durch die Unterbringung größerer Warenposten in Wohnräumen und Dachstuben außerhalb des eigentlichen Geschäftslokals, dann aber auch durch das Verstecken solcher Textilvorräte bei dritten Personen. Die Angeklagte war auf diese Weise, vor allem durch die Beiseiteschaffung der Waren in zweckfremde Aufbewahrungsräume bestrebt, sich der kaufmännischen Pflicht zum laufenden und ordnungsgemäßen Verkaufsangebot im Rahmen des Üblichen Umsatzes weitgehend zu entziehen und der Kundschaft insbesondere ältere Warenqualitäten vorzuenthalten. Jn gleicher Absicht und wohl auch aus steuerlichen Gründen wurden dementsprechend bei Bestandsaufnahmen der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel wesentliche Teile des Lagers verschwiegen. Aber auch im Verkauf selbst setzte sich die Angeklagte willkürlich über die Bewirtschaftungsvorschriften hinweg, indem sie in einer größeren Zahl von Einzelfällen Textilien ohne die entsprechenden Kcrrtenpunkte abgab. Das Bild schwerer charakterlicher Mangelhaftigkeit wurde zum Nachteil der Angeklagten durch die weitere Feststellung ergänzt, daß sie bis zur Festnahme im Frühjahr 1942 im Wege'der Gegenleistung beim Textiloerkauf, in erster Linie aber auch bei der an sich zulässigen Ausübung der Heilkunde eine Lebensmittelhamsterei bedenklichen Ausmaßes betrieb. Die vor und nach Kriegsbeginn aufgestapelten Vorräte überstiegen insgesamt die Mög- Vchkeit des persönlichen Verbrauchs derart, daß ältere Vorräte bereits dem Verderb ausgesetzt waren, ohne daß die Angeklagte irgend etwas zur Erhaltung der zur rechtzeitigen Verwertung dieser an sich hochwertigen Lebensmittel unternahm. Das gesamte Verhalten der Täterin nicht nur während, sondern auch schon vor Beginn des Krieges erfüllt den Tatbestand des fortgesetzten Kriegswirtschaftsverbrechens nach § 1 der Kriegswirtschaftsoerordnung in Tateinheit mit Vergehen nach der Verbrauchsregelungs- strafverordnung. Dazu kam noch eine B e - amtenbeftechung, weil die Angeklagte bei Einleitung des Ermittelungsverfahrens, wenn auch vergeblich, so doch in verwerflicher Absicht einen Polizeibeamten durch das Versprechen materieller Zuwendungen für sich zu gewinnen suchte. Schließlich ergab sich auch noch eine strafbare Verfehlung nach der Warenverkehrsordnung, weil die Angeklagte unzulässigerweise eine erhebliche Menge von Kleiderkartenpunkten an die Textilhand- hing ihres Bruders abgegeben hatte. Nachdem der ursprüngliche Tatverdacht gesetzwidriger Lieferungsverweigerungen gegenüber dem Roten Kreuz und dem Mathildenstist in der Hauptverhandlung nicht bestätigt werden konnte, kam dos Sondergericht zu dem abschließenden Ergebnis, daß die Angeklagte zwar nicht den asozialen Typ des Kriegsschiebers darstellt, aber doch für ihre rücksichtslose geizige Sucht zur Hamsterei im Kriege schwere Strafe verdient. Unter Berücksichtigung des Umstandes, daß die beschlagnahmten Vorräte fast vollzählig noch dem ordnungsgemäßen Gemeinverbrauch zugeführt werden konnten, wurde auf eine Gesamtzuchthausstrafe von 4 Iah ren und auf vierjährigen Ehrverlust erkannt. Von der Anklage der unerlaubten Ausübung der Heilkunde erfolgt Freisprechung. Der mitangeklagte Emil D i e m e r aus Büdingen, der einen Mantel, mehrere Wäschegamituren und ein bezugscheinpflichtiges Hochzeitsgeschenk ohne Bezugsberechtigung erhallen hatte, wurde mit 4 Monaten Gefängnis bestraft. Aus -er Stadt Gießen. Lieschen. Die Straße herunter jagen fünf, sechs Kinder an mir vorbei. Mit Hallo sind sie um die Ecke verschwunden. Als einzig verständlichen Ruf ihres Gejohles erfaße ich nur: „Schnell, schnell — Lieschen kommt ...!" Nun liegt die Straße mit ihren sonnenbeschienenen Häusern wieder ruhig da. Während ich mir noch überlege, wer dies Lieschen sein könnte, vor dem man schleunigst zu flüchten hat — vielleicht ein Kindermädchen, vielleicht ein besonders streitsüchtiges Straßenkind — nähert sich Lieschen schon hörbar durch ein lautes schrilles Weinen, einen inbrünstigen und hoffnungslosen Verzweiflungsaus- bruch, ehe sie * *t)em Ai^ge sichtbar aus der Haustür kommt. Lieschen ist höchstens drei Jahre alt, von ihrem Gesicht ist nichts zu erkennen, zwei kleine Hände sind davor gedrückt. Ohne das geringste zu sehen, stolpert Lieschen auf ihren Barockbeinen geradeaus, auf mich zu, hinter den viel größeren Kindern her, die längst entschwunden sind, unerreichbar fern, was Lieschen zweifellos erkannt hat, was sie aber keineswegs zu gefaßter Entsagung bringt. Tränenüberströmt, mit verschmiertem Gesicht, die Haare wirr um den Kopf, schwitzend in dem viel 3U langen Kleid mit den ausgefransten Aermeln steuert Lieschen an mir vorbei, der Ecke zu, hinter der für sie Leben und Frohsinn, Spiel und Kameradschaftlichkeit entschwand. Ich mache ein paar lange Schritte hinter ihr her, fasse sie sacht am Arm, streichle ihr über den Kopf und halte dann eine Hand voll gelber Eierpflaumen hin, denn ich komme eben vom Markt. Lieschen sieht mit einem Ruck hoch. Aus den überlaufenden Augen trifft mich, trifft die Pflaumen ein großer verständnisloser, ungeduldiger Blick, dann reiht sich Lieschen los, verstärkt das Gebrüll erheblich und wackelt, so schnell die ungeschickten Beinchen sie tragen, weiter, fort von allem Trost, der nichts bedeutet gegenüber der bitteren Tatsache, daß die großen Kinder, mit denen sie doch so gern spielen möchte, nichts von ihr wissen wollen. E. Sch. Professor Dr. Wimmer 65 Jahre alt. Der em. Ordinarius der Forstwissenschaft an der Universität Gießen, Professor Dr. Emil Wimmer, vollendet am 26. September in Heidelberg, wo er im Ruhestand lebt, sein 6 5. Lebensjahr. 1877 in Mannheim geboren, studierte er in Karlsruhe und München und promovierte 1907 in der Staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität München. 1910 habilitierte er sich an der T. H. Karlsruhe für Forstwissenschaft. 1911 wurde er Forstamt- mann an der Forstlichen Badischen Versuchsanstalt, 1916 a.o. Professor an der T. H. Karlsruhe; im selben Jahre wurde er zum Oberförster ernannt. 1916 bis 1918 war Professor Wimmer Leiter der Kriegswirtschaftlichen Geschäftsstelle des Deutschen Forstwirtschaftsrates in Berlin. 1920 erfolgte feine Berufung zum etatsmäßigen a. o. Professor an der Universität Freiburg und zum Leiter der Badischen Forstlichen Versuchsanstalt. Noch im selben Jahre erfolgte feine Berufung als Ordinarius nach G i e fj e n. 1923 trat er wegen Krankheit in den Ruhestand. Die Universität Gießen ernannte ihm zum Dr. phil. h. c. Sein Spezialfach ist Forstschutz, Waldbau und Holzverkehr. Kür Tapferkeit vor üem Keinöe. Feldwebel Otto R e e h , Gießen-Wieseck, Diebweg 20, wurde für Tapferkeit vor dem Feinde mit dem Eisernen Kreuz I. Klasse ausgezeichnet. Obergefreiter Karl Buß aus Holzheim, der im März d. I. das Eiserne Kreuz II. Klasse und das Jnfanterie-Sturmabzeichen erhalten halle, wurde jetzt mit dem Eisernen Kreuz I. Klasse ausgezeichnet. Vernachlässige keine Wunde! NSG. „Betriebsunfall" steht in«den Krankenpapieren des jungen Mannes, der blaß und schwach im Krankenbett liegt. Sein rechter Arm ist vollkommen umwickelt, die.Fieberkurve auf der Bettafel schlägt hohe Wellen. Scheint ein recht böser Betriebsunfall gewesen zu fein, der den jungen Menschen auf das Krankenbett geworfen hat. Es sieht fast so aus, als fehle ihm die rechte Hand — und es war doch nur eine kleine Schramme, ein Riß am verrosteten Nag-l. Der Meister wollte ihn gleich vom Sanitäter verbinden lassen, aber der junge Arbeitskamerad halle gelacht:- Das wäre ja Kinderkram, meinte er. Aus dem Kck- berfram ist nun aber eine Blutvergiftung geworden. Darum merke: Vernachlässige keine Wunde! Auch die Beachtung kleinster Wunden gehört zur Sicherheit der Arbeit und damit zur Sicherung des Sieges! Sichere Arbeit sichert den Sieg! gleichgültig." — Er ging an Orgassa vorbei und stieg die Treppe empor. Brackmann stand vor der offenen Tur. Kräftiger Kampfergeruch wehte heraus. „Das ist wohl mein Zimmer ... Gute Nacht! Ich verschwinde morgen. Laß dich durch mich nicht stören. Und lebe wohl, falls wir uns nicht mehr sehen sollten!" Er zog die Tür hinter sich zu. . Orgassa stand mit gesenktem, rotem Kopf auf der halben Treppe. „Du hast leicht reden ...", sagte er verbittert und verzog das Gesicht, „verdammt leicht reden." , Brackmann blieb sekundenlang an der Tur stehen. Er tastete nach dem Lichtschalter. Eine kleine Deckenlampe flammte auf. Brackmann sah sich in dem schmalen Zimmer um. Ein landesüblicher weißgestrichener Blechschrank stand darin und ein eisernes Bett, auf dessen zurückgeschlagener Leinendecke ein zusammengelegter Schlafanzug für ihn bereit lag. Unterhalb des Fensters, das durch ein feinmaschiges Drahtnetz moskitodicht gemacht war, entdeckte er einen Rohrplattenkoffer. Er erkannte ihn sofort wieder. Es war einer von den Koffern, mit denen er vor acht Jahren von Hamburg aus dje Reife in das verlockende mexikanische Abenteuer angetreten hatte. Aber der Anblick erweckte in ihm keine sentimentalen Erinnerungen. ..... Er zog die Jacke aus, warf sie übers Bett und zerrte den Koffer näher unter die Lampe: er war unverschlossen. Die beiden Messingschlösser sprangen auf, und Brackmann hob den Deckel empor. Der Inhalt bestand aus Kleidungsstücken, die dick mit glitzerndem Naphthalinpulver bestreut waren. Er legte sie zur Seite auf den Boden, ebenso Bündel mit alten Briesen, geologische Handbücher, technische Fachliteratur und alte Diarien. Er schien etwas Bestimmtes zu suchen, denn er schenkte den Dingen, die doch einmal in feinem Leben eine große und wichtige Rolle gespielt hatten, nicht die geringste Aufmerksamkeit. Sie flogen achtlos behandelt aus einen Haufen, bis Brackmann fast am Boden des Koffers den gesuchten Gegenstand endlich entdeckte. Es war eine juchtenlederne Pistolentasche. Er erhob sich von den Knien, öffnete die Tasche und ließ die Waffe in seine linke Hand fallen. Das achtscküssige Magazin war gefüllt. Eine Fettschicht auf Schaft und Lauf der Mauserpistole hatte den Ansatz von Rost verhindert. Die Waffe schimmerte blau in seiner Hand. Auch das Magazin war blank und rostfrei. Die 7,65er Patronen mit dem roten Tupfen am Zündhütchen und dem roten Ring zwischen Kugel und Hülse klingelten, von der Feder her- aufgedrückt, leicht heraus. Brackmann schob die Patronen nacheinander wieder in das Magazin zurück. Dann zog er den Pistolenschlitten heraus und drückte das Magazin in den Schaft. Eine Patrone sprang vor den Schla^olzen, und der Schlitten schnappte zurück. Die Waffe war schußbereit. Brackmann sicherte sie und schob sie in seine Hosentasche. Seine Finger glänzten fettig und hatten den ranzigen Geruch angenommen. Er wusch sich, löschte das Licht und zog sich im Dunkel aus. Der Mond warf ein kleines Lichtviereck auf den Fußboden, das nach Osten wandernd schmäler und schmäler wurde. 2. Kapitel. Orgassa kehrte in das Zimmer zurück, in dem Karen noch immer auf ihn wartete. Der Ausdruck von Verstimmung und verdrossener Unbehaglichkeit schwand aus seinem Gesicht, als er sie bemerkte. Sie saß noch so in ihrem Sessel, wie er sie verlassen hatte. „Nun, meine Kleine, nach immer auf? Ich meine, es wird Zeit, daß wir uns hinlegen." Er streichelte im Vorübergehen ihre Schulter. Karen antwortete nicht. Orgassa trat ins Freie, das heißt er tauchte nur die Schultern lufthungrig durch den Perlen- vorhang und schnaufte geräuschvoll, als könne er dort draußen Erfrischung und Kühle finden. Dabei war die Luft fast noch schwüler und feuchter als hier über dem steinernen Fliesenboden und zwischen den weiß verputzten Wänden, die die Glut des Tages wenigstens bis zu einem gewissen Grad abstrahlten. Nach wenigen Sekunden stieß er wie allabendlich stöhnende Verwünschungen gegen die verdammte Fie- berfüfte aus, kehrte ins Zimmer zurück, preßte die flache Hand gegen die Herzgrube und ließ sich schweißtriefend und erschöpft in einen Sessel fallen. Der Schlafanzug klebte an feinem Rücken. Eine Welle lag er da, seine Brust hab und senkte sich heftig; er machte den Eindruck eines Fisches, den eine Welle zum Verzappeln an den Strand geworfen hat. „Willst du ein paar Tropfen nehmen, Vater?" Orgassa nickte keuchend. Karen erhob sich, sie ging zu einem Wandschränkchen, das sie mit der Sicherheit einer gewohnten tiebung auch im Halbdunkel fand, nahm eine kleine Flasche und einen Löffel heraus und zählte unter der Lampe ein Dutzend Tropfen der Medizin ab. Orgassa schluckte die winzige Flüssigkeitsmenge und wartete mit aeschlossenen Augen ihre Wirkung ab. Allmählich beruhigte er sich, fein Atem ging sanfter und gleichmäßiger, und er ließ die Hand vom Herzen sinken. Sein gerötetes Gesicht hatte wieder die normale Farbe, und aus den Schläfenarterien strömte das gestaute Blut in den Kreislauf zurück. , „Was sagst du zu Malte?" fragte er unvermittelt nach einem Doraufgegangenen Seufzer; es klang, als brächte er feine Herzattacke mit Brackmanns überraschendem Erscheinen in ursächlichen Zusammenhang. „Ich meine, du hast ihn doch auch gekannt, wenn du damals auch noch ein halbes Kind warst. Er hat sich furchtbar verändert, wie? Er ist ein ganz anderer geworden — als ob er umgefchmol- zen fei, nicht wahr?" Aber anscheinend erwartete er von Karen keine Antwort, denn er fuhr sogleich fort: „Ach, ich mache mir Sorgen um ihn. Es gehört nicht viel Prophetengabe dazu, um ihm Schlimmes vorauszusagen. Weiß Gott, wie das enden soll! Aber er läßt sich nicht raten. Er kommt nstr vor, als ob er versteckt wäre —" (Fortsetzung folgt.) s Ein gutes Hausmittel Ihr Berater in allen Punktfragen K In Apotheken zu RM 1.31 erhältlich ('0 aus statt. 04716 Aufnahme in die 2511° Statt Karten! Danksagung. GutfolIa-FabrikKöln Köhlex gegen Hexenschuß, Reißen in denGliedern, Muskelrheuma usw. ist Garant guter Arznei-Präparate - »olt 1893 - 'Schuh- u. Lederpflege? Nicht jede Schuhcreme M Heine Uriprnigi- leninlne, sondern nur Zeugnis abschriften dem Be- werbungrschreiben beilegen l — Lichtbilder undBewerbungSunte» lagen müßen zur Der- Meldung von Verlusten auf der Rückseite Namen und Anschrift bet Bewerber» tragen! Wissenschaftliche Werke Sondergebiet der BrOhl'schen Druckerei einjährige Handelsfachklasse Beginn Oktober 1942. Anmeldungen und Auskunft im Schulgebäude, Gießen, Goethestraße 32, Ruf 2486. Tüchtige männl, oder weibl. Bürokraft für Buchhaltungsarbciten per sofort gesucht. Schriftliche Angebote unter 2856D an den Gießener Anzeiger erbeten. Büfettfräulein erfahren und zuverlässig, sofort gesucht. Hauptbahnhofs- Gaststätte R. Andröe, Offenbach / Main 2857D | Verkäufe | Memmen mit Matratze zu verkaufen. [04699 Prers 50,- RM. Anzusehen von 15—16 Uhr. Kreuzvlatz 14 1. Aelterer kaulmänn. Angestellter zuverlässig und gewissenhaft sucht Dass.Beschaili6uofi auf Büro Nach Einarbeitung Vertrauensstellung erwünscht. Schriftl. Angebote unter 04708 an den Gießener Anzeiger erbet. Für die Glückwünsche und Aufmerksamkeiten anläßlich unsrer Vermählung danken wir, auch im Namen unsrer Eltern, herzlich Lothar Biedenkopf, Pfarrassistent x. Z. b^l der Wehrmacht und Frau Else, geb. Frey Lollar, den 22. September 1942 <04710/ Mehr Freude an der Natur durch Bermühler-Bücher! Am Montag, dem 21. September, entschlief sanft nach kurzer Krankheit unser liebes Kind Kurt im Alter von 5% Jahren. In tiefer Trauer: Willi Rohrbach und Frau Karoline, geb. Höres nebst allen Angehörigen. Alten-Buseck, den 23. September 1942. Die Beerdigung findet Donnerstag, 24. Sept., nachm. 2% Uhr, vom Trauerhause, Anger 21, Cbem. Fabrik Krewel-Leuffen G. m. b. h. Köln eine köstliche Nachspeise tasSE-l Danksagung. Für die vielenBe weise Mögl liebevoller Teilnahme an dem schweren Verlust durch den Heldentod unseres lieben, einzigen Sohnes, Bruders, Enkels, Paten, Neffen und Kusins Erich Kuhl, Soldat in einer Pionier-Kompanie, danken wir hiermit auf diesem Wege herzlichst. In tiefem Schmerz: Friedrich Kuhl u.Frau, geb. Bien Gisela Kuhl Gießen (In Löbers Hof 8), Wolferborn, Von- hausen, im September 1942. 04700 Landkreis Sieben. + Grünberg, 22. Sept. Am Montag fand hier der Verkauf des städtischen Obstes statt. Auswärtige und Händler waren von der Versteigerung ausgeschlossen, ebenso wurden Leute, die eigenes Obst ernten, beim Verkauf nicht zugelassen. Sobald jemand ein Los erworben hatte, schied er bei der weiteren Versteigerung aus. Da Bäume mit starkem Behang in zwei, drei oder vier Lose aufgeteilt wurden, war es trotz der großen Zahl der erschienenen Käufer möglich, jedem etwas zuzuteilen. Ein Steigern im früheren Sinne mit rasch in die Höhe schnellenden Zahlen wurde zwar ab und zu versucht, aber von der Stadtverwaltung bald unterbunden. Durchschnittlich wurden die Bäume zu einem festgesetzten Taxpreise abgegeben. Die Preise waren norr l. Verdunkelungszeit 23. September von 20.20 bis 6.40 Uhr. das große Spezial-Haus für gute Herren- und Knaben- Kleidung Bis auf weiteres am Montag- und Donnerstag -Vormittag geschlossen! 35? A Aettcre, ehrliche Frau oder Fräulein zur Hilfe im frauenlos. Haushalt ges. [04672 Gießen, Liebig- strafte 103 11. Umstellung von Lastwagen aller Fabrikate AUF HOLZGASBETRIEB OPEL IN GIESSEN Marburg. Str. 145, Ruf 2847-48 v_________________________2697 D / Watzenborn — 2Ntv. Gießen 6:9 (3:4). Trotz der Niederlage überraschten die Platzbesitzer angenehm. Besonders in der ersten Halste waren sie ein gleichwertiger Gegner und überließen den Gasten nur eine knappe Führung. Nach dem Wechsel kamen die Gießener mehr ins Spiel. Bessere Hangtechnik und aufbauendes Spiel der Läuferreihe brachten eine kleine Ueberlegenheit. Durch großen Eifer konnten die Platzbesitzer das Resultat verbessern. Kurze Sportnotizen. Hessen-Nassaus Boxstaffel gewann auch ihren zweiten Kampf gegen die Pariser Wehrmachtsboxer ün Hanau mit 8:4 Punkten. Von den Soldaten war nur der-Federgewichtler Taczkowski über den Frankfurter Joswig nach schönem Kampf erfolgreich. Distelrath und Georgi erzielten Untentschieden gegen Gierock und Krietenstein. Die Sieger für Hessen- Nassau waren Koch, Etz und Freitag. , * Italiens Aufgebot zum Budapester Dreiländerkampf der Amateurboxer bilden Paesani, Pao- letti, Bonetti, Tiberi, Poli, Battaglia, Bertoli und Chiesa. Vittorio Mussolini wird die Staffel ansühren. Drei Europameister gingen bei einer Be- russboxveranstaltung zu Rom in den Ring. Europameister Botta verlor im Leichtgewicht den Landestitel an Proietti, der Inhaber des Bantamgewichtstitels Bondaoalli schlug den Fliegengewichts-Europa- meister Urbi-nati nach Punkten. der Universitätsstadt Gießen Mittwoch, den 23. September, 18.30 bis 22 Uhr 8.Mittwochmiete u.HalbmieteA Der Thron zwischen Erdteilen Vogtsche Piivat-Hondelsschule Gießen, Goelhestr.32 Das Erbrecht der Ehegatten Oer Vorteil eines Testaments. Bei Eheleuten empfiehlt es sich unbedingt, ein Testament zu machen. Am zweckmäßigsten ist diegegenseitigeErbeinsetzung. Sind Kinder vorhanden, dann beerben sie den letztlebenden Elternteil. So kommt der überlebende Ehegatte in den vollen Genuß des Erbteils des Verstorbenen. Die Kinder erben das, was beim Tode des Letzt- verstorbenen übrigbleibt. Eine solche Regelung dürfte im Sinne aller Eltern sein. Vor allem verhindert sie die wenig schönen Streitigkeiten zwischen überlebendem Elternteil und Kindern. Denn im Falle des gesetzlichen Erbrechts —-■ wenn also kein Testament vorhanden ist — erhält der überlebende Ehegatte seinen vom Gesetz genau bestimmten Erbteil neben den Kindern. Das ist der große Unterschied zum testamentarischen Erbrecht. Während im Testament bestimmt werden kann, daß die Kinder nach dem letztoerstorbenen Elternteil erben sollen, stehen nach dem gesetzlichen Erbrecht die Kinder neben dem überlebenden Elternteil als Erben. Der Unter- Ichied ist klar. Im gesetzlichen Erbrecht wird das Erbe beim Tode eines Elternteils sofort geteilt, nach Testament erbt zunächst einmal der überlebende Ehegatte das Ganze; die Kinder müssen warten, bis beide Eltern tot sind. Das gesetzliche Erbrecht des Ehegatten wollen mir uns einmal vor Augen führen. Voraussetzung für das Erbrecht der Ehegatten ist das Bestehen einer gültigen Ehe zur Zeit des Erbfalls. Der Ueber- lebende hat also kein Erbrecht, wenn die Ehe für nichtig erklärt, aufgehoben oder geschieden ist. Das Erbrecht des überlebenden Ehegatten besteht auch dann nicht, wenn der Verstorbene (im Erbrecht Erblasser genannt) zur Zeit seines Todes auf Scheidung oder Aufhebung der Ehe zu klagen berechtigt war (wegen Verschuldens des überlebenden Ehegatten) und die Klage bereits erhoben hatte. Klageerhebung ist also unbedingte weitere Voraussetzung, und zwar aus dem Grunde, um den Ueberlebenden vor unberechtigten Angriffen der Verwandten zu schützen. Der Umfang des Erbrechts des Ueberlebenden hängt von dem Vorhandensein von Verwandten des Erblassers ab. Je nach dem Grad der Verwandtschaft ist der Anteil des überlebenden Ehegatten größer oder kleiner. Je näher die Verwandtschaft der anderen Erbberechtigten, um so geringer wird das Erbteil des Ehegatten. Neben den Abkömmlingen des Erblassers (Kinder, Enkelkinder) erhält der Ehegatte ein Viertel des Nachlasses. Beispiel: Aus der Ehe ist ein Kind heroorgegangen; das Kind erhält drei Viertel und der überlebende Ehegatte nur ein Viertel. Sind zwei Kinder hervorgegangen und ist das eine der beiden schon verstorben, hat aber selbst zwei Kinder, dann ist die Verteilung folgendermaßen: Die Kinder erhalten wieder zusammen drei Viertel und der Ehegatte ein Viertel. Die Kinder erben zu gleichen Teilen, also zusammen drei Viertel. Das noch lebende Kind erhält also drei Achtel. Die Kinder des verstorbenen Kindes (also die beiden Enkelkinder) erhalten zusammen auch drei Achtel, jedes also drei Sechzehntel. Haben die Ehegatten keine Kinder, dann beerben den Verstorbenen die Eltern und deren Abkömmlinge (also Brüder und Schwestern des Erblassers). Neben diesen Verwandten erbt der überlebende Ehegatte Hessen-Nassaus BOM.-Mäbel im Ernteeinsatz. NSG. Zu einer tatkräftigen Hilfeleistung für den Bauern auch unseres Gaugebietes gestaltete sich der Kriegseinsatz der Hitler-Jugend zur Sicherung der Ernährung des deutschen Volkes. Gesund, braungebrannt, mit frohen Gesichtern gehen Hessen- Nassaus BDM.-Mädel aus der Stadt den Bauern zur Hand. Sei es im Haus, auf dem Feld oder beim Kinderbetreuen in den Ernte-Kindergärten, — überall packen sie fest und freudig zu. Wohl war der Anfang schwer. Von der ungewohnten Feldarbeit schmerzten alle Glieder. Den Rücken glaubte man gor nicht mehr geradebiegen zu können. Ach, und die Sonne hatte es gerade in den letzten Wochen mehr als gut gemeint! Doch nun wetteifern sie schon mit „ihrer" Bäuerin beim Kartoffelnausmachen und reden stolz von „ihrem" Hof, „ihrem Feld". Gibt es ein größeres Lob für sie als die Versicherung des Ortsbauernführers: „Ich kann gar nicht glauben, daß die Mädchen aus der Stadt kommen, sie arbeiten so gut wie die hiesigen!"? Der langfristige Einsatz auf dem Lande bedeutet für die Mädel keine verlorene Zeit. Aus ihren Erzählungen und Briefen geht immer wieder hervor, wieviel sie während dieser Zeit an praktischen Erfahrungen gelernt haben. Mädel, die zu Hause nie so recht zuzufassen brauchten, lernten da die einfachsten häuslichen Pflichten schnell und gründlich zu erfüllen, vor allem aber den Wert der Bauernarbeit richtig einzuschätzen und zu begreifen, was sie für unser Volk bedeutet. Gießener «Schlachtvießmartt. Auf dem gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtvieh-Derteilungsmarkt) in der Viehversteige- runashalle Rhein-Main kosteten: Ochsen 39 bis 45 Rpf., Bullen 27 bis 43, Kühe 20 bis 47, Färsen 39 bis 48, Kälber 33 bis 57, Schafe 25 bis 57 Rpf. je % kg Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise erzielt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,26 RM., bl (135 bis 149,5 kg) 1,26, b2 (120 bis 134,5 kg) 1,26, c (90 bis 119J5 kg 1,24, d (80 bis 89,5 kg) 1,16, e bis f (unter 80 kg) 1,12, gl (fette Specksauen) 1,26, i Mtschnerder) 1,26, g2 (andere Sauen) 1,16, h (Eber) 1,16 RM. Marktverlauf: alles zugeteilt. die Hälfte des Nachlasses. Daneben erhalt der äbev, lebende Ehegatte noch den sog.Voraus. Der Voraus umfaßt die zum ehelichen Haushalt gehörenden Gegenstände und die Hochzeitsgeschenke. Leben weder die Eltern des Erblassers noch deren Abkömmlinge, dann treten neben den überlebenden Ehegatten die Großeltern des Verstorbenen als Erben. Der Ehegatte erhält auch hier die Halste des Nachlasses und den Voraus. Ist ein Großvater oder eine Großmutter weggefallen, dann erbt der Ehegatte außer der genannten Hälfte und dem Voraus noch den Teil, den die Abkömmlinge des verstorbenen Großvaters oder der Großmutter erben wurden. Beispiel: Von den Großeltern lebt nur noch die Großmutter. Ein Enkel des verstorbenen Großvaters lebt auch noch (der Enkel des Großvaters ist der Vetter des verstorbenen Ehegatten). Der überlebende Ehegatte erbt dann den Voraus und die Halste des Erbes. Die andere Hälfte würden sich die Großeltern teilen. Es würde also auf die noch lebende Groß- mutter ein Viertel und auf den Vetter des Erblassers auch ein Viertel entfallen. Da nur die noch lebenden Großeltern erben, fällt das Viertel für den Vetter nicht an ihn, sondern an den überlebenden Ehegatten. Der Ehegatte würde also zu dem halben Erbteil noch ein Viertel bekommen, insgesamt also — neben dem Voraus — drei Viertel. Sind keine Großeltern mehr vorhanden, dann erbt der Ehegatte den ganzen Nachlaß. — Weitere Verwandte des Erblassers erben neben dem Ehegatten nicht. Mit den Großeltern hört also die Teilung des Nachlasses aus. Die Regelung erscheint schwierig. Aber nach kurzem Ueberlegen hat man sie erfaßt. Wichtig istja vor allem die Stellung des Ehegatten neben den Kindern und deren Abkömmlingen. Wir wollen uns noch an einem Beispiel klarmachen, welcher tatsächliche Unterschied zwischen der gesetzlichen Erb- folge und der Erbfolge nach Testament bestehen würde. Ein Ehepaar hatte ursprünglich zwei Kinder. Das eine Kind starb und hinterließ ein Mädchen. Als Erbberechtigte sind demnach vorhanden, wenn von dem Ehepaar der Mann zuerst stirbt: die Ehe- frau, das überlebende Kind und das Enkelkind. Bei gesetzlicher Erbfolge erhält die Ehefrau nur ein Viertel, das Kind und das Enkelkind zusammen drei Viertel, jedes also drei Achtel. Stirbt dann die Ehefrau, dann erben Kind und Enkelkind je zur Hälfte den Nachlaß der Eheftau. Haben die Ehegatten ein gemeinschaftliches Testament gemacht, sich gegenseitig als Erben und die Kinder als Nacherben eingesetzt, dann würde die überlebende Ehefrau zunächst einmal cllles erben und brauchte mit niemandem zu teilen. Das Erbrecht des Kindes und des Enkelkindes kommt erst beim Tode der Ehefrau zum Zuge. Testamentarisch würde die Ehefrau also in den vollen Genuß des Erbes kommen, nach gesetzlicher Erbfolge erhält sie dagegen nur ein Viertel. Damit dürste der Vorteil des Testamentes zwischen Ehegatten klar sein. Ein wetterer Vorteil des gegenseitigen Testamentes liegt in der Ausschaltung jeglichen Streites; jeder Ehegatte kann beruhigt sterben, denn er weiß, daß der Ueberlebende versorgt ist und nicht auf die Gnade der anderen angewiesen ist. 1 Dr.Tw. &. A.-Gpori. Handball für das WHW. Lang-Göns — Luftwaffe Gießen 11:9 (2:3). Die Luftwaffe konnte in diesem-Treffen nicht an die vortägige Leistung anknüpfen, zumal man noch gezwungen war, mit Ersatz anzutreten. Zu Beginn sah es allerdings nicht nach einem Siege der Platzbesitzer aus. Durch flotte Angriffe führten die Soldaten bald mit 2:0 Toren. Es dauerte geraume Zeit, ehe Lang-Göns gleichziehen konnte. Durch einen weiteren Treffer übernahmen die Gäste die Halbzeitführung. Nach der Pause kam die Platzmannschaft mehr auf. Ihre Angriffe wurden gefährlicher und bezwangen die Hintermannschaft mehrmals, ehe die Gäste den Abstand verkürzen konnten. Lang-Göns stellte gegen Schluß den S'.eg sicher, obwohl ein Unentschieden gerechter gewesen wäre. Holzheim — Gröningen 12:7 (6:4). Der Sieg wurde den Platzbesitzern nicht leicht gemacht. Eine 4:0-Führung holten die körperlich schwachen Grüninger auf und ließen nur noch zwei Gegentore zu. Nach Seitenwechsel brachte Holzheim einen weiteren Treffer an. Unentmutigt griffen die Gäste immer wieder an und erzwangen wiederum den Gleichstand. Eine weiteren Kräftesteigerung waren sie jedoch nicht mehr fähig. Durch die nochmals zum Endspurt ansetzenden Platzbesitzer mußten sie noch fünf weitere Treffer hinnehmen. Kaufe für Lagerräume Regale und Schränke in jeder Größe, sowie Tische. Gugel-Apotheke Gießen. TeL 2676. [Q47O5 |Verschiedenes| Kaufmann empfiehlt sich im Beitragen von Büchern, sowie in Ausführung von Schreibmasch.« Arbeiten auf eigener Maschine.' Schr. Ang. unt. 04698 a.d.G.A. Hart und schwer traf uns die schmerzliche , unfaßbare Nachricht, daß am 19. August bei den schweren Kämpfen um Stalingrad mein innigstgeliebter, herzensguter, unvergeßlicher Mann, der liebe, treusorgende Vater seinesTöchterchens,mein lieber Sohn, unser lieber Bruder, Schwiegersohn, Schwager, Onkel und Pate Hermann Hedridi Soldat in einem Infanterie-Regiment im Alter von 32 Jahren den Heldentod fand. In tiefem Schmerz: Katharina Hedrich, geb. Mäßer, und Töchterchen Liesel. Georg Hedrich. Familie Wilhelm Hedrich. Farn. Heinrich Hedrich. Familie Richard Hedrich. Familie Albert Hedrich. Heinrich Mäßer I. und Frau. Familie Heinrich Mäßer II., und alle Verwandten. Hörnsheim, Venlo (Holland), Lützellinden u. Hochelheim, im September 1942. Die Trauerfeier findet Sonntag, den 27. September, um 14 Uhr, statt. 04695 Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Sttllvertreler bei Hauptschristleiters: Dr. Hans Thyriot. Berantwortltch für Politi! und Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für das Feuilleton: Pr. Hans Thyttot; ffc Stadt Glehen, Provm;, Wirtschaft u. Sport: Ernst Blumschein cheurl.), t.B.: Dr. Hans Thyrtot. , Druck und Verlag: Brühlsche UniversitStsdruckeret R. Lange K.S. Berlagsleiter: Dr.-Jng. Erich Hamann: Anzeigenleiter: HanS Beck. Anzeigenpreisliste Nr. 6. Herzlich danken wir für die liebe und aufrichtige Teilnahme bei dem Heldentode meines geliebten Mannes und Vaters Lehrer Jakob Röhm, Melder in einer Infant.-Einheit. Im Namen aller Angehörigen: Anni und Dorle Röhm. Gießen, Heuchelheim, im September 1942. Der Gedächtnisgottesdienst findet am Sonntag, dem 27. September, um 2% Uhr, in der Stadtkirche zu Gießen statt. 04704 SmsgkülW oder Putzhilfe gesucht. [04694 ( Dr. Menz Liebigstraße 48. ’ Weg. Verheirat. \ meines jetzigen Mädchens suche, ich für sofort od. ' alsbald [04717 Hausangestellte Parfümerie Muhl, Mäusburg 8. [Stellengesuche] Französin, 20 Js., etwas deutsch sprech., m. Koch- ksnntn., 6 Mon. in Bad Kissingen in Kurpension tätig gewesen, sucht zmn 15. Novbr. 1942 Stelle ln hütet Pension oder Privat-Haushalt in Gießen oder Bad-Nauheim. Zuschr. erbet, an Frr. Groschuv, Bad Kissingen, Salinenstr. 16. Suche Stelle als Hausdame oder Wirtschafterin in ein. srauenl. Hausb. geg. Abgabe v. 1-2 leer., evtl.teilw.mübl. Zimmern. Schr. Ang. unt. 04711 a.d.G.A. | Vermietungen! Ml.Mlner heizb., 1 Station von Gießen, an Frau od. FräuL gegen 1—2 Std. Mithilfe i. Haushalt, evtl, mrt Verpflegung, abzugeben. Schr. Ang. unt. 04719 a.d.G.A. 2-3 Büroräume 36/55 qm groß, (Hindenburg- wall) zu vermiet. Schr. Ang. unt. 04697 a.d.G.A. Mietgesuche""| 3—4-Zimmer- Wohn. ab sofort oder später in Gießen o. nächst. Umgeb, gesucht. Wenn nötig, 4-Z.-Tausch- wobminTüssel- dorf vorhanden. Schr. Ang. unt. 04604 a.d.G.A. Gut möbliertes, heizbares Zimmer mögl. m. 2 Bet- , ten, in gutem Hause, für sofort oder später zu mieten gesucht. Schr. Ang. unt. 04688 a.d.G.A. Zwei möblierte Zimmer (Wohn-u.Schlaf- zimm.) m. Küche od. Kuchenben. gesucht. [2859D Angebote an Jughardt, Hindenburg- wall 20. Reichsbeamter sucht zum 1. Oktobermöbliertes Zimmer Schriftl. Angeb. unter 04707 an den Gieß. Anz. Stellenangebote] EICHT8PIEL-THEATER Gloria-Palast, Seltersweg: Vision am See 2«2«0 Lichtspielhaus, Bahnhofstraße r Serenade TML 2.30,4.45,7.30; Io. 2.00,4.30,7.30 ülr 3 Her zu verkaufen (50,—, 20,— u. 6,--RM.) [O469O Kaiserallee 33 p.. | Kaufgesuche | Suche f. meinen Sohn einen Soto-lHumtat zu kaufen. Habrich, Engel-2lpotheke Gießen. Tel. 2676. [Q47O8 Gebrauchter, kleiner MMM z. kaufen gesucht. Schriftl. Angeb. unter 04703 an den Gieß. Anz. Großer Koffer dringend gesucht. [04702 Kabelte Cafe Wien. Wer kann einen guten Herrn- OehergangsmaDlel f. mittlere Größe abgeben? Schr. Ang. unt. 04696 a.d.G.A. Ein Wagen Mist z. kauf. ges. Schr. . Ang. m. Preis u. . 2850O a.d.G.A. Ed)t nur mit dem Aufdrude: Guttalin”