I Eichener Anzeiger t General-AnzeigersürOberhessen 1« Lin Berlin, 23. Juni. (DRB. Funkspruch.) Der Sieger und die Besiegten n y len 81 ft t< 8. n es ter *er mf ler ng u. in- Würdigung Ihres heldenhaften Einsatzes im Kampf für die Zukunft unseres Balkes verleihe ich Ihnen als 100. Soldaten der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Adolf Hitler." if- ler les nk ft rs ■n. NL en bei mb lot; «. lei. Kriegsberichter traf den Generalfeldmarschall Rommel kurz vor der Einnahme von Tobruk in der vorder st en Kampflinie, wo deutsche Pioniere den Panzergraben bereits überwunden hatten, der die deutschen panzer bei dem Einbruch in die inneren Befestigungslinien aufhallen sollte. Generalfeldmarschall Rommel erklärte: „Nahezu vier Wochen harter Kämpfe liegen hinter uns. Aber sie waren nicht nur hart, sondern auch erfolgreich — außergewöhnlich erfolgreich, heute krönt die Truppe ihr bisheriges Werk durch Eroberung der Festung Tobruk. Barbia ist heute nacht beseht worden. Deutsche und italienische Soldaten haben übermenschliches in diesen Kämpfen geleistet. r m ht e- 8» n, rt :el 42 993, Zchriftleitung und GeschSftrftelle: Eiehen, Schulstrahe 7-9 in Narvik, wo er auf General Dietl stieß. Immerhin konnte er sich darauf berufen, daß der Abbruch des Narvik-Unternehmens beeinflußt war von dem deutschen Erfolg im Westfeldzug. Das Argument schlug durch ... England ist arm an tüchtigen Offizieren. In Libyen war in Rommel ein anderer deutscher Gebirgsjägergeneral aufgetaucht. Wavell, der verunglückte „Napoleon, der Wüste" hatte inzwischen den Oberbefehl im ganzen Nahen Osten erhalten. Sir Claude Auchinleck wurde am 1. Juli 1941 sein Nachfolger in Aegypten. Als dann Wavell das Oberkommando in Indien übernahm, wurde Auchinleck noch einmal sein Nachfolger im Oberkommando des Nahen Ostens. In dieser Stellung kommandiert er drei Armeen: in Libyen-Aegypten, in Palästina-Syrien und in Jrak-Jran. Der britische Oberbefehlshaber in Libyen, General Neil Methuen Ritchie, ist für englische Verhältnisse unbegreiflich jung: Am 29. Juli wird er 45 Jahre. Bei Beginn des ersten Weltkrieges rückte er als Fähnrich an die französische Front, kam 1916 nach Mesopotamien und Palästina, wo er es bis zum Hauptmann brachte. Später als Generalstäbler dem Kriegsministerium zugeteilt, wurde er als Major bis 1937 an die etwas schwierige britisch-indische „Nordwestgrenze" kommandiert. Jetzt stieg seine Laufbahn steil an. 1940 wurde er stellvertretender Generalstabschef im Nahen Osten. Aber sein jetziges Kommando als Chef der englischen Streitkräfte in Libyen verdankt er einem Zufall. Am 18. November vorigen Jahres startete der englische General Cunningham, sein Vorgänger im libyschen Kommando, eine Offensive gegen Rommel. Rommel führte eine elastische Verteidigung, aus der er jäh zuschlug. Cunningham verzweifelte. Der Oberstkommandierende Auchinleck erschien auf der Bildfläche und ernannte Ritchie auf der Stelle für den abgesetzten Cunningham ,zum Befehlshaber der libyschen Armee. Damit war Ritchie der jüngste kommandierende General der englischen Armee geworden. Viel Ruhm hat ihm dieser plötzliche Aufstieg nicht eingebracht: in seinem Fall verbürgte die Jugend nicht den Sieg. Auf die Anfangserfolge der englischen Libyenoffensive setzte Rommel den großen Dämpfer seiner Gegenoffensive im Januar. Aber nachdem die Engländer ebÄr Ritchie als Nothelfer proklamiert hatten, kamen sie von chm nicht los. Das Ende ist Tobruk. Sie haben Feldbefestigungen, Erdwerke, THinen- felder überwunden mit einem Schwung, wie man ihn sich kühner nicht denken kann. Sie haben trotz schwerster Berluste und Entbehrungen TagundRachtdurchgehaltenin dem Geist, der uns heute alle beseelt, dem Geist des Sieges. Wag der einzelne Wann fallen — der Sieg der R a t i o n i ft f i ch e r. In diesem Woment des Sturmes auf Tobruk grüßt die Panzerarmee ihr Deutschland!" Dank an Generalfeldmarschall Kesselring. Berlin, 22. 3unt (DRB.) Die besonderen Leistungen der Luftwaffe im Feldzug auf dem nordafrikanischen Kriegsschauplatz hat Reichsmarschall Göring in folgendem Fernschreiben an den Oberbefehlshaber der im Witlelmeer operierenden Luftwaffe Generalfeldmarschall Kesselring besonders gewürdigt: „Lieber Kesselring, an dem ruhmreichen Sieg von Tobruk haben die Ihnen unterstellten Berbände meiner Luftwaffe hervorragenden Anteil. Sie schlugen in diesen Wochen schwerer Kämpfe den Feind in der Luft, zu Wasser und zu Lande vernichtend und haben damit den Heldenkampf der Panzerarmee Rommel in bester Waffenkameradschaft unterstützt. Ich spreche Ihnen und Ihrer Truppe zu dem entscheidenden Erfolg im Witlelmeer und um Tobruk meinen Dank und meine besondere Anerkennung aus. gez. Göring." in it n, bi 8. Druck und Verlag: VrühlscheUniverfNättdruckerei8.Lailge & er t>e n- rfa Der Führer hat — wie schon gemeldet — dem Ober- leutnant Marseille, Staffelkapitän in einem Jagdgeschwader, die Schwerter zum Eichenlaub des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes verliehen. — (Scherl-Dildarchiv-M.) Das Eichenlaub zum Ritterkreuz. Führerhauptquarlier, 22. Juni. Der Führer verlieh dem Generalmajor Wolff. Kommandeur einer Infanteriedivision, das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes und sandte an ihn nachstehendes Telegramm; „3o dankbarer Der Sieger von Tobruk zum Generalfeldmarschatt befördert Jult» DRB.Aus dem Führerhauptquartier, 22. Juni. Der Führer hat den Oberbefehlshaber der Panzerarmee Afrika, Generaloberst Rommel, zum Generalfeldmarschall befördert und folgendes Telegramm an ihn gerichtet: „Herrn Generalfeldmarschall Rommel. In dankbarer Würdigung Ihrer Führung und Ihres eigenen schlachtentscheidenden Einsatzes sowie in Anerkennung der heldenhaften Leistungen der unter Ihnen kämpfenden Truppen auf dem afrikanischen Kriegsschauplatz befördere ich Sie mit dem heutigen Tage zum Generalfeldmarschall. Adolf Hitler." Auf dem Schlachtfeld von Tobruk. lf- r- :d> Churchill soll heimkehren Echo von Tobruk in England. Lta en )!€ vlen;tag.:N.ZuniM2 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr d -Vormittags Anzeigen-Vreiie für die Millimeter-^eile von 22 Millimeter Bre'te: 7Rvf. für* Aamiliennn- zeigen und vrwate Gelegenheitsanzeigen 14Rvf. f. Werbeanzeigen und geschäftliche Gelegenheitsanzeigen Pladvorichrlft (vorherige Vereinbarung) 25%me6r Oer Kampf gegen diefeindlicheVersorgung Berlin, 20.Juni. (DNB.) Der Kampf gegen die feindliche Versorgungsschiffahrt und die Bewachungsstreitkräfte des Gegners nahm in der vergangenen Woche besonders scharfe Formen an. Der Feind hat seine Unterseebootabwehr und die Bewachung seiner Geleitzüge stark ausgebaut und zieht zum Kampf gegen die für ihn immer stärker fühlbar werdende Unterseebootgefahr alle nur irgendwie verfügbaren und einsatzfähigen Fahrzeuge heran. So wurde an der amerikanischen Ostküste festgestellt, daß kleine und selbst kleinste Küstenfahrzeuge, deren Seetüchtigkeit durchaus fraglich ist, im Küstenschutz und selbst im Geleitdienst eingesetzt, werden. Kleine Luftschiffe der USA.-Ma- rine und alle Typen von ßanD= und Wasserflugzeugen patrouillieren die rund 3000 km lange Süd- und Ostküste der USA. ab, um die Standorte der Achsen-Unterseeboote auszumachen. Trotzdem büßte der Feind in dieser Woche wieder 40 Handels- und Transportschiffe mit 242 500 BRT. ein. Davon allein 19 schwer beladene Handelsschiffe mit 109 000 BRT. im Atlantik, vor der USA.-Ostküste und in den Seegebieten des Karibischen Meeres und des Golfs von Mexiko. Transport-tt-Boote sollen die USA.-Schiffahrt retten. Melancholisch sagte ein Funkspruch des Kairoer Vertreters an den „Daily Expr-H , der am 21. Ium abgefanqen wurde: „ch-ute feiert General A u ch> n - leck seinen 58. Geburtstag- Dieser 21. Sunt 1942 der Geburtstag des englischen Oberkommandierenden im Nahen Osten, ist auch der lag. an d»n Tobruk mit seiner großen Besatzung und seinen reichen Materialvorräten kapitulierte Gewiß, es hat star ter bewehrte Festungen gegeben, aber sur alr -a- nische Verhältnisse ist Tobruk eine Riesenfes ung mst> wurde darum mit Recht das „Verdun Alnkas nannt. Dieses große GebuZstagsmalheur ist str die Laufbahn Sir Claude A u ch , n l - ck s charak^ teriftiid). Er ist ein tüchtiger OfstZ>°r. Er kamaber nie rum Schuß". Er hatte nie „die große Gelegen beit". Und als er sie endlich betam, ging « Der Abstammung nach Ire. wurde er auf dem an gesehenen Wellinqton-College erzogen und stand während de- größten Tests seiner Dienstzwt be d r indischen Armee. Seine jeiyge Stellung verdankt dem Umstand, daß er wahrend des ersten -wett friegs mit seinem indischen Regiment m AegyM , dann in Aden und schließlich m Mesopotamien war^ Nach jahrzehntelangem Dienst in Snb«n tarni e erst im September 1939 nach England zurück suhrie ein Kommando bei dem drststchen Exp in Frankreich uni> - befehligte das Unternehmen B $ , llUi' r.Sj tf-Ä jöufij- jch-n. W. Generalfeldmarschall Ro mmel, Ritter des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub und Schwertern, Träger des Konturkreuzes des Militärordens von Savoyen, Autor des mitreißenden Buches „3nfan= terie greift an", kann sich des schmückenden Beiworts der „Chicago Daily News" rühmen, daß er „der Schlingel unter den modernen Generalen" ist — stets bereit, „ein neues Kaninchen aus feinem Hut zu zaubern . Die Laufbahn des am 15. November 1891 im württembergischen Heidenheim geborenen glorreichen Armeeführers unserer Taae hielt sich bis 1939 in dem üblichen Rahmen. 1914 in den Argonnen schwer verwundet, geht er 1914 zum württembergischen Gebirgsbataillon und steht den Italienern, seinen Freunden von heute, im südtiroler Hochgebirgskampf gegenüber. Dort erwirbt er den Pour le merife. Am Ausgang des Weltkriegs ist er Hauptmann. 14 Jahre später wird er 1932 als Lehrer an der Jnfanterieschule in Dresden Major. Im nächsten Jahr übernimmt er das Kommando über die Goslarer Jäger, 1935 ist er als Oberstleutnant Lehrgangsleiter an der Kriegsschule Potsdam. Dort wird er 1937 Oberst. Er ist Verbindungs- ofsizier der Wehrmacht beim Reichsjugendführer. In dieser Stellung wie auch als Kommandant des Führerhauptquartiers beim Einmarsch ins Sudetenland und während des polnischen Feldzuges steht er dem Führer besonders nahe. Rommel, der zwischendurch Kommandeur der Kriegsschule Wiener-Neustadt war und 1939 Generalmajor wurde, wünscht sich den unmittelbaren Kriegsdienst. Der Frankreich- Feldzug sieht ihn an der Front und bringt seiner Division bei den Franzosen den Ehrentitel „Ge- spensterdivision". 1940, nach dem Durchbruch durch die verlängerte Maginotlime wird er Generalleutnant. Als solcher übernimmt er im Frühjahr 1941 den Befehl über das deutsche Afrikakorps, das er im Siegeslauf nach Sollurn führt. Am 1-1941 ist er General der Panzertruppen. Am 18. November 1941 treten die Engländer zum Sturm in Libyen an, werden aber von Rommel nach Anfangserfolgen aus der Cyrenaika hinausgeworfen. Der Führer ernannte ihn am 30. Januar zum Generalobersten, nachdem er ihm wenige Tage vorher als sechstem Offizier das Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz verliehen hatte. Am 2. ^bruar 1942 schrieb die Londoner „Daily Mail unter der Überschrift „Rommel, der Panzerheld": er sei ein von überkommenen Begriffen unbeschwerter Gene- rat, er sei aber auch ein Soldat, der sich selbst erzogen habe, ein Mann, dem man jede Möglichkeit gegeben habe, zu lernen und der keine dieser Möglichkeiten habe ungenutzt verstreichen lassen. Lissabon, 22. Juni. (Europapreß.) Den Bau von großen Tränsport-U-Booten bezeichnete der nordamerikanische Senator Hill als dringlich. Er gibt zu, in welche katastrophale Lage die Schiffahrt der Vereinigten Staaten durch die Tätigkeit der deutschen U-Boote im Atlantik und vor allem vor der Küste der USA. geraten ist. Angesichts der Wirksamkeit der U-Boot-Angriffe der Achsenmächte gegen Ueberwasserschisfe, betont Hill, mühten große Transport-U-Boote, mit denen Frachten bis zu 7 500 Tonnen befördert werden können, schleunigst gebaut werden, um auch den Transport von Kriegsmaterial sicherzustellen. Vancouver neuerlich von japanischem tt-Boot beschossen. Tokio, 22. Ium. (Europapreß.) Wie amtlich be- tanntgegeben wird, wurden militärische Ziele auf der Vancouver-Insel, die auf dem 50. Breitengrad an der Grenze Kanadas und der USA. der kanadischen Westküste vorgelagert ist, durch ein japanisches Unterseeboot wirksam beschossen. Eine Anzahl von Bränden bewies die Treffsicherheit der Unterseebootsgranaten. In Tokio wird die Beschießung von Vancouver lebhaft besprochen. In einem Kommentar der amtlichen Domei-Agentur heißt es, daß die Kanadier hinsichtlich der Fernhaltung des Krieges von ihrem Lande bisher auf die USA. vertraut hätten. Jetzt sehe sich Kanada aber vor das Problem gestellt, fein Land selbst zu sichern. Es werde diese Aufgabe wahrscheinlich unlösbar finden. traute Ausdruck „ein strategischer Rückzug zu vorbereiteten Positionen" sei ersetzt worden durch die neue Phrase „Die Armee bringt ihre Stellungen in Ordnung, um den neuen Entwicklungen begegnen zu können." Dieses Jnordnungbringen sei jedoch nichts anderes gewesen als ein überstürzter Rückzug eines Teils, der englischen Armee zur ägyptischen Grenze und die Kapitulation des anderen Teils in Tobruk. Bittere Kritik in Washington. ßif fab o n , 22. Juni. (Europapreß.) Berichte aus Washington besagen, die amtlichen Kreise seien von dem Fall Tobruks denkbar peinlich berührt. Man hatte die feste Ueberzeugung, daß die Festung selbst einer langen Belagerung standhalten werde. Militärische Washingtoner Kreise sprechen osten aus, daß die Folgen des Falles von Tobruk sehr schwer sein dürften. Allein die hohe Gefangenenzahl sowie die gewaltige Menge verlorenen Kriegsgerätes bedeute für Die Alliierten einen sehr bitteren Verlust. Schließlich sei der Umstand beachtenswert, daß Rommel nun durch seinen Sieg große Truppen- verbände für andere Operationen frei bekomme. Endlich befände sich auch noch die strategisch so wichtige Straße entlang der Küste in der Hand der Achsenmächte. Der neue Sieg Rommels werde auch für die künftige Haltung der Länder des Nahen Ostens von ausschlaggebender Bedeutung sein. Der Kriegsberichter der „United Preß" im Mittleren Osten, Richard Mac Millan, stellt fest, der britischen Führung habe der rechte Offensivgeist gefehlt. Die britischen Truppen hätten niemals diese wenig ruhmvolle Niederlage einzustecken brauchen, wenn die Führung den immer richtigen Grundsatz befolgt hätte, daß der Angriff die beste Verteidigung darstelle. Der Fehler liege bei der britischen Kriegs- maschine. Er habe immer wieder britische Offiziere fragen hören: ,Zch frage mich bloß, w o Rommel zuschlagen wird." Dies sei das beste Eingeständnis, daß 'Der geschickte deutsche Stratege Rommel immer die Initiative hatte. Die Engländer seien niemals auch nur annähernd zu Gegenangriffen in dem Maße übergegangen, wie dies anaesichts der vorhandenen Kampfmittel durchaus möglich gewesen wäre. Stockholm, 22. Juni. (Europapreß.) Der Fall der Festung Tobruk hat in London große Bestür- zuna hervorgerufen. Im allgemeinen fehlen der Lonooner Presse am Montag, wie sie betont, jegliche Informationen zur' Lage in Nordafrika. Der einzig vorliegende Bericht besagt, Auchinleck sei gezwungen, eine völlige UIndisposition seiner Streitkräfte vorzunehmen, weshalb der Berichterstattung im Augenblick „notwendige Grenzen" gezogen seien. Der mlli- tärische Mitarbeiter der „Times" schreibt, daß der Fall von Tobruk zwar noch nicht Englands größte Niederlage in diesem Kriege darstelle, daß aber Die Plötzlichkeit dieses Verlustes ein heftigerer Schock sei als irgendein früheres ähnliches Ereignis. Der Verlust der Festung sei um so bedenklicher, als er auf Mangel an Urteilsvermögen und fehlerhafte Berechnung hindeute. Eine verlorene Schlacht sei zwar noch kein verlorener Krieg, aber man sei in London keineswegs geneigt, die Gefahren zu unterschätzen, die in der besseren deutschen Führung lägen. Der „Daily Telegraph" erklärt: „Die Ereignisse zeigen, daß bei den Operationen im Mittleren Osten schwere Mißgriffe vorgekommen sind. Das britische Kabinett muß sofort prüfen, welche strengen und ernsten Maßnahmen erforderlich geworden sind." „Daily Mail" meint, die neue Niederlage in Libyen bringe große Vorteile für die Achsenstreitkräfte und zeige aufs neue, wie ernst die Schiffsraumfrage und wie notwendig eine Verminderung der Versenkungen sei. „3e schneller Churchill zur Stelle sein kann, um eine Erklärung abzugeben, die den Fall von Tobruk ausführlich behandelt, um so besser wird es fein", schreibt die „Daily Mail". Auch andere Blätter fordern Die Rückkehr Churchills. Sie legen Der Regierung nahe, sofort zusammenzutteten, um Die notroenDigen Maßnahmen zu beschließen, während man auf Churchill warte. „Wir sind gezwungen worden, zuviel zu glauben, haben aber wenig dafür bekommen", sagt Die .Daily Maill." Tatsache ist, daß unsere Lage im Mittelmeer ernster ist als jemals im ganzen Kriege. Der Militärfachoerständige Der „Daily Mail", Hauptmann LidDell Hart, greift Die englische Nachrichtenmache über Die Ereignisse in Libyen scharf an. Wieder einmal fei unter einer dicken Schicht von Tünche Die wahre Lags verheimlicht worden. Der lang ver- 192. Jahrgang ttr.144 (Sricbeim laguctj, außer Sonntags und feiertags Verlagen: Gießener Ramilienblätter Heimat imBild-DieScholle Bezugspreis r Monatlich .,.. .RM.1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernivreckanichluß 2251 Drahtanschrift •,Anzeiger" Postscheck 116n« Aron ff /M Was die Engländer verloren Der Wehrmachtbericht vom 22. Juni teilt Die Erhöhung Der Gefangenenzahl bei Tobruk auf 28 000 mit. Bis zum 20. JUni betrug Die Zahl Der Gefangenen in Libyen etwa 20 000. Zusammen ergibt sich eine Gesamtzahl von 48 000 Gefangenen, wobei eine „Nachlese" noch zu erwarten ist. Die afrika- nischen Kämpfe wollen mit ihrem eigenen Maßstab gemessen sein. Riesenheere könrzM dort nicht operieren, weil Das Land Den Krieg"Nicht erhält. Die Nachschubschwierigkeiten bestimmen Die Größenoer- hältnisse Des Wüstenkampfes. Die Deutschen und Italiener hatten in Libyen Die 8. englische Armee gegen sich. Wie groß sie gewesen ist, weiß nur der englische Generalstab. Zehn ober zwölf Divisionen, was einem Mannschaftsstand von 150 000 bis 200 000 entspricht, ist schon eine recht erhebliche Zahl. In Diesem Falle beträgt Die Zahl Der Gefangenen ein Viertel bis ein Drittel. Der relative Anteil kann aber noch wesentlich höher sein. Dazu kommen die Ausfälle durch Die unmittelbaren Kriegs- ereigniffe: Tote, Verwundete und Erkrankte. Die Ausfälle an Kriegsmaterial find zunächst unersetzbar. Ein englischer Berichterstatter hat vor einem halben Jahr erzählt, daß in Der britischen Libyenarmee Die Angehörigen von 14 Völkern kämpfen, zum großen Teil Emigranten aus allen Teilen Europas. Polen und Franzosen, Serben und Griechen, Belgier und Inder, Südafrikaner und Neger, ja sogar — richtige Engländer sind per treten. Die Katastrophe Der libyschen Armee berührt also sehr viele Hoffnungen und Erwartungen. Auch auf diesem Gebiet Darf Der libysche Erfolg Der Achsenmächte nicht als ein örtliches Ereignis aufgefaßt werden. Er ist materiell unD seelisch ein Kriegsereignis von weltweiter Bedeutung. Niemand kann den Wehrmachtbericht vom 22. Juni lesen, ohne Bewunderung für bie deutschen Seeleute zu empfinden, Die vor dem Hafen von Tobruk flüchtende englische Schiffe vernichteten oder aufbrachten oder für die deutschen Räumboote, die sich durch Minensperren den Weg In Den Jnnenhafen von Tobruk erzwangen. Die Engländer haben mit Minen sehr stark gearbeitet. Nicht nur zur See! Vor ihren libyschen Stellungen lagen Millionen von Minen. Zwischen Diesen Minenfeldern ließen sie schmale Wege, auf Die Die genau eingeschossene Artillerie ein oernichtenDes Feuer legen konnte. Darum bestanD Die Feldherrnkunst Rommels in Den vier Wochen seit Beginn seiner Offensive zunächst Darin, Die EnglänDer herauszulocken. War ihr Befestigungssystem einmal ins Rutschen gekommen, so konnte nachgestoßen werden. Dieses Programm wurde mit glücklichstem Erfolg bis zur handstreich- artigen Einnahme von Tobruk Durchgeführt. So gelang es, den eingefrorenen Stellungskrieg in einen erst lebhaften, dann geradezu stürmischen Bewegungskrieg in einem verhältnismäßig schmalen Geländestreifen zu verwandeln. Schauplatz Der Kämpfe waren Die Küstenstraße unD Die südlich anschließenden Tafelberge der Marmarica, also nur das Randgebiet der eigentlichen Wüste. Damit waren im Gegensatz zu früheren Kämpfen in Libyen Infanterie und Pioniere gleichwertig neben die Panzer getreten. Es liegt freilich in Der Natur Der Sache, daß Die Truppen motorisiert waren. Die Luftwaffe ist seit je mit Den libyschen Kämpfen eng verbunden. Daß sie im Sicherungsdienst des NachsäMs eine weitere Rolle spielte, daß Die Luftgeschwader des Generalfeldmarschalls Kesselring auch Dem See-Igel Malta die Klauen beschnitten, auch daran muß nachdrücklich erinnert werden. _ Der Preis der libyschen Kämpfe ist ein glorreicher Sieg, der für die Engländer — die „Times" und der „Daily Herold" sagen es gleicherweise — ein Desaster ist. United Preß berichtete aus London — allerdings — vor der Kapituation von Tobruk: „Das Hauptargument zur Verteidigung Tobruks um jeden Preis — darin sind sich in London die meisten sachverständigen einig — liegt in der Tatsache, daß die Festung als Versorgungshasen in den Händen der Achse mehr als 300 ,Kilometer näher dem Mittelpunkt der militärischen Ereignisse liegt als Bengasi und daß zugleich seine Ausgabe den britischen Streitkräften eiN Sprungbrett für künftige Of fensiven wegnehmen würde. Manche Kreise weisen auch daraus hin, daß die britische Führung nicht erst vor kurzem einen großen Geleitzug unter beträchtlichem Risiko und trotz schwerster feindlicher Angriffe nach Tobruk zu bringen versucht hätte, wenn nicht die feste Absicht bestände, diese Festung zu halte n." Der Sender London sagt in einer für die Heimat bestimmten Verlautbarung, daß die Einnahme von Tobruk einen ernsten militärischen Rückschlag für England und für die Achsenmächte einen großen Vorteil bedeutet, die dann alle Häfen entlang der libyschen Küste in der Hand halten. Dagegen sei als charakteristische Probe der „echten" jüdisch-amerikanischen Schönfärberei die Auslassung des Senders Philadelphia zitiert, der sagt: „Es scheint wohl, als ob der Verlust von Tobruk ein schwerer Schlag für die Briten ist. Doch merkt man bei näherem Zusehen, daß dieser Sieg eigentlich eine größere Enttäuschung für den Sieger als für den Besiegten bedeuten kann. Vor allem ist dieser Sieg errungen-worden an einer Front, die für die gesamtstrategische Läge die geringste Bedeutung hat." Aber die „New Port Times" muß zugeben, Churchills Besuch sei am Vorabend einer militärischen Krise erfolgt. Rommels unumwundener Sieg habe die Frage einer zweiten Front in die ferne Zukunft verschoben. Der „Record" in Philadelphia meint, Churchills und Roosevelts Interesse liege jetzt darin, nicht eine zweite Front zu errichten, sondern „die erste ohne Verluste zu halten". Daß die „erste Front" furchtbare Schläge von uns erhält, dafür ist aber gerade Tobruk, ein Beispiel. Tobruk ist, wie die „Times" zugeben muß, tatsächlich bereits „die zweite Front gewesen", und sie ist, wie der Londoner „Daily Expreß" sagt, „einfach überrannt worden". Dr. Ho. ie Tobruk fiel. Bon Kriegsberichter Lutz Koch. DNB. ..., 22. Juni. (PK.) Als am 20. Juni, vormittags um 5.20 Uhr, nach einem Stukaangriff von solcher Wucht, daß noch Hunderte von Metern weit die Erde erbebte und erzitterte, die Sturmkolonnen unserer Infanterie und Pioniere zum Angriff auf die ersten Feldbefestigungen mon Tobruk lasgingen, ahnte wohl keiner von diesen Männern, unter denen sich viele alte Tobrukkämpfer befanden, die im letzten Jahr monatelang in einem völlig deckungslosen Gelände unter der unerbittlich strahlenden Sonne Afrikas in mühsam gegrabenen Erlöchern lagen, daß sie am Abend auf den beherrschenden Hohen von Tobruk stehen würden und die stärkste Wüstenfestung Afrikas damit in ihrer Hand war. Tobruk fiel als eine reife Frucht der vorausgegangenen Kesselschlachten Rommels, der es nach einem 3)^wöchigen Kriegsverlauf verstanden hatte, jeweils Teile der libyschen Feldarmee einzeln zu stellen und zu schlagen und so dem Gegner allmählich die Kraft seiner Gesamtdivisionen entzog. Nachdem es Rommel gelungen war, im Süden an Bir Hache im vorbeistoßend sich zwischen das langgestreckte und tief ausgebaute Minenfeld von Gaza la am Meer, das damit in feinem Rücken lag, und die Hauptteile der britischen Feldarmee zu stellen, hielten seine Panzerkräste den wuchttgen Angriffen der englischen Panzerwaffe nahezu zwei Wochen pausenlos stand, zerschlugen Panzer auf Panzer und nahmen so dem Tommy seine starke Offensivkrast. In der Zwischenzeit waren die Kesselschlachten von GotelUaleb, GotelAslagh, Bir Hache im und Gaza la geschlagen, viele Tausende von Gefangenen gemacht, war überaus zahlreiches Kriegsmaterial erbeutet worden. Mit ungeheurer Wucht warf Rommel seine Panzerdivisionen im Verein mit dem italienischen motorisierten Korps in östlicher Richtung vor und nahm ©am- b u t Die Meisterleistung Rommels, die entscheidend war für den Fall von Tobruk, bestand darin, daß er in der Nacht zum Angriff auf die Wüstenfestung seine Divisionen in einem kühnen Schachzug in der Abenddämmerung aus dem Osten zurückholte, sie während der Nacht in die neuen Bereitstellungsräume, ohne ihnen eine Stunde der Ruhe zu gönnen, hineinpreßte und sie in der Frühe des Samstagmorgen zum Angriff auf Tobruk an- treten ließ. Um 5.20 Uhr erschienen 50 deutsche und italienische Sturzkampfflieger zum erstenmal und nahmen die ersten Wellen der Feldbefestigungen unter einem donnernden Bombenhagel, der die Erde aufwühlte und dem Gegner mit einem Schlag die furchtbare Gefahr des Ueberraschungsangriffs klarmachte. Im selben Augenblick schossen die an der nur 5 km breiten Einbruchsstelle versammelten Batterien die ersten Feldbefestigungen sturmreif. Und mit der Vorverlegung der Feuerwalze erhoben sich unsere Pioniere aus ihren schnell gegrabenen Deckungslöchern, um in dem breit verminten und verdrahteten Vorfeld Gassen zu räumen und auszuschneiden. Ihr Einbruch erfolgte so überraschend, daß trotz eines gewaltigen artilleristischen Abwehrfeuers und deckender Lagen aus den Maschinen- gewehrneftern und Feldstellungen die Pioniere rasch vorwärts kam en. Schützen des deutschen Asrikakorps und neben ihnen die italienischen Divisionen Meßen in die Gasse vor und machten, noch bevor sich der Gegner von der ersten Ueberraschung erholl hatte, die ersten Gefangenen, meist Inder, die noch völlig verstört von der Wucht des Feuerüberfalls auf unsere Linien taumelten. Vor den ausgebauten Feldbefestigungen hätten die Jnfanterieangriffe liegen bleiben müssen, wenn es nicht gelungen wäre, Panzer nachzuziehen. Ihnen aber stellte sich in einem längs der gesamten äußeren Befestigungslinie entlang laufenden, tiefen und raffiniert ausgeschachteten Panzergraben ein nur schwer zu nehmendes Hindernis entgegen. Auch hier mußten die Pioniere die Brücke für die Panzer schaffen. An drei Stellen ging man zur gleichen Zeit ans Werk, schob auf Rädern vorher sorgfältig auf gebaute Panzerbrücken in den Graben hinein, montierte im Schutz des Grabens die Brücke zusammen und konnte dann die Panzer heranschaffen, die die Feldbefestigungen mit ihrer geballten Feuerkraft in Schach hielten. Schnell waren die Panzerbrücken, mit Erde überdeckt,, der Fluß der Kolonnen konnte ungestört an der Einbruchstelle tief in das Innere des Festungswerkes hineingehen. Als um 9 Uhr bereits Infanterie, Panzer, Artillerie, Panzerjäger durch die Minengassen in das Innere des Befestigungsringes vorbrachen, war das Schicksal der Festung besiegelt. Der Gegner trommelte mit zahlreichen Batterien auf die schmale Einbruchsstelle ohne den Angriff aufhalten zu können. Die Truppe ließ sich auch durch flankierendes Feuer nicht abhatten, den Anariff Kilometer auf .Kilometer gegen das Kernwerk oor^utragen. Die Batterien fuhren hinter den Schützen und Panzern dichtauf, nahmen van zehn Minuten zu zehn Minu- ten Stellungswechsel vor und schossen in direktem Beschuß. Panzer, die sich zum Gegenstoß stellten, wurden von unseren Panzern zusammengeschossen und zurückgedrängt, allzu kühne Batteriestellungen des Gegners schnell ausgemacht und niedergetrommelt. „ Rommel, der mit seinem leicht gepanzerten Mannschaftswagen an der Spitze fuhr, erreichte schon um 11.30 Uhr das Straßen kreuz der von Süden aus El Adern nach Tobruk hineinführenden Hauptstraße an der Einmündung der Via Balbia. Ein kurzes Vorbrechen auf der Dia Balbia brachte uns an den beherrschenden Höhenrand und gestattete auf den flüchtenden Feind ein Wirkungsfeuer ohne Beispiel. In einem stürmischen Drängen nach vorn war bald der Zielabschnitt an der Küste erreicht, und zum ersten Male 'in der Geschichte des afrikanischen Feldzuges sahen die Männer des Afrikakorps hinunter auf den Hafen und die Stadt Tobruk. Am Abend hatten unsere Truppen die beherrschenden Höben südlich der Stadt restlos in Händen. Sie hatten die W a s s e r st e l l e n besetzt, die für die Versorgung der Festungswerke im Westen und Osten von ausschlaggebender Bedeutung sind, und unsere Artillerie schoß in den Hafen hin- (Sommer. Bon Karl Heinrich Waggerl. Der Bauer ist zufrieden, er hat jetzt seine gemächliche Zeit. Den ganzen Tag ist er mit dem Hammer und der Nagelkiste unterwegs, um ehre Türschwelle auszuwechseln, eine verrostete Angel, ein lockeres Brett am Schuppen. Er schmiert den Göpel und alle Wagenräder, und ein anderes Mal treffe ich ihn bei den Farbtöpfen auf der Tenne, da steht er in tiefen Gedanken. Er hat drei neue Bienenstöcke zusammengenagelt, die sollen nun bemalt werden. Blau könnte man sie machen, aber es müßte noch etwas Flottes dazukommen, ein springender Hirsch vielleicht oder das göttliche Herz. Ja, das will gut überlegt sein, nicht so, wie ich es mir denke, hier einen Strich und da einen Fleck in meiner leichtfertigen Art. Die Flugbretter müssen aus Jahre hinaus jeder Meinung standhatten als ein rechffchaffenes Stück Arbeit. Der Bauer schüttelt den Kopf, er streift seinen Pinsel wieder aus und legt ihn weg,, — laß es für dieses Mal. Nimm dir Zeit, dich draußen ein wenig umzu- fehen. Die Frau steht im Garten und setzt Pflanzen in die fischen Beete. Sie hat ihre Rücke aufgesteckt und ein Helles Tuch um das Haar gebunden, das kleidet sie gut Jung und stattlich sieht die Mutter aus in ihrem roten Unterzeug, das muß man schon sagen. Der Bauer betrachtet sie eine Weile, dann geht er zum Brunnen und trägt ihr eine Kanne Wasser in den Garten. Es ist ein prächtiger Tag, eine sorglose Zeit überhaupt, kein Hagel, fein Frost, der die Blüte verdirbt. Sonne vom frühen Morgen an, manchmal ein kleiner Regen dazwischen, ein laues Geriesel aus dickbäuchigen Wolken, die es erbärmlich eilig haben und nicht mehr aus und ein wissen am lustigen Himmel. Wachswetter ist das, die Obstbäume stehen prall und steif im Uebermaß der Blüten wie verschämte Bräute, weißgestärkt und rosig überhaucht. Wenn der Wind ihre Kronen schüttelt, schwirrt eine Wolke von Bienen heraus. Viele davon sind so benommen, daß sie einfach ins Gras fallen oder sonst irgendwo landen, in meinen Haaren, auf dem Rock. Da sitzen sie dann und sind cm bißchen wirr im Kopf, sie verbuchen die Flügel und ftreifen das Nötigste zurecht, und plötzlich stäuben sie wieder davo/i, es ist keine Zeit zu verlieren. Und die Wiese blüht von Tag zu Tag reicher auf, sie trägt schon alle Farben des Sommers auf rojtrotem Grund. An den Zäunen wuchert die Nessel in dichten Büschen, kein anderes Kraut ist so saftig grün, so fest und wohlgeordnet in seinem ganzen Bau. Wenn die Nessel blüht, gleicht sie einem prunkvollen Brunnen mit dem zarten Geriesel der grünen Fäden von Blatt zu Blatt. Ueber- haupt hat dieser Streifen Land am Zaun entlang seine besondere Art. Jahr für Jahr drängt der Pflug Steine und Wurzelwerk aus dem Acker, das Unkraut nistet sich ein und was sonst den trockenen Boden liebt, Salbei und Minze und die krausen Disteln. Ich löse mit dem Finger das fadendünne Geflecht der Sternmiere aus dem Gras, Hirtentäschchen finden sich, Augentrost und Drittmadam und die haarigen Blattbecher vom Frauenmantel, jeder sauber gefaltet, mit einem klaren Tropfen Tau auf dem Grunde. Das alles blüht nicht Hof- färtig und für den ersten Blick, man muß stillfitzen und die Augen ruhen lassen. Verliebte Leute haben da in hundert Jahren gesessen und haben ihre Seufzer in das Moos gesät, und daraus ist allerlei geworden, Geschlitztes und Gefranstes, Tausendschön und Gundermann, Wiegenkraut und Wehblume. Traumbericht. Bon Walter Foitzick. Alle Leute erzählen gern ihre Träume, aber, niemand hört besonders eifrig zu, denn jedem fällt ein eigener Traum ein, den er gleich erzählen möchte. Nun, mir kann jetzt niemand ins Wort fallen, und deshalb berichte ich meinen Traum aus der vergangenen Nacht. Also: Ich befinde mich auf einem Balkon mit Eisengitter im dritten Stock eines hochherrschast- Uchen Hauses. Ich habe mich hier zum Schlafe hingelegt, nachdem ich ttaumhaft sicher an der Fassade heraufgeklettert bin. Es ist in aller Herrgottsfrühe. Meine Jacke und meine Hose baumeln an einem dünnen Lindenzweig, der von der Straße zu mir herüberreicht. Unten auf der Straße ist eine Bauabteilung der Straßenbahn an getreten und grüßt in strammer Haltung die Hochspannungsleitung mit dem AbKüstenfort von Sewastopol genommen. Oer Wehrmachtbericht. DRV. Aus dem Führerhauptquartier, 22. Juni. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Im R o rd tei l der Festung Sewastopol wurde in harten Kämpfen das Küsteufort genommen und das Gelände nördlich der $ e- wernaja-Bucht vom Feinde gesäubert. Die Vernichtung der auf der äußersten Landzunge noch haltenden Reste des Feindes ist im Gange. An der 2km ■MEEH $'u 5 V'V" GrünerHügel - - n übrigen Linschließungsfronk erstürmten deutsche und rumänische Truppen, durch starke Verbände der Luftwaffe unterstützt» mehrere befestigte und zäh verteidigte Höhenstellungen. Wiederholte Gegenangriffe der Sowjets blieben erfolglos. Reber S e - wasiopol und ostwärts des Donez schossen deutsche Jäger am gestrigen Tage 2 8 feindliche F l u g z e u g e ab. Im Südteil der O st front bekämpften 3er- störergeschwader mit guter Wirkung Eisenbahnanlagen und Nachschubkolonnen des Feindes. Im mittleren Frontabschnitt wurden mehrere feindliche Angriffe abgeschlagen, im rückwärtigen Gebiet mehrere bolschewistische Banden und Lager vernichtet. An der W o t ch o w - F r o n t griff der Feind erneut mit stärkeren von Panzern unterstützten Kräften an. Die erbitterten Kämpfe dauern noch an. In Rordafrika griff eine deutsche Schnellbootflottille in den Morgenstunden des 21. Juni vor dem Hafen von Tobruk einen flüchtenden Verband kleiner britischer Einheiten an und vernichtete ihn vollständig. Ein Vorpoftenboot, sechs Küstenfahrzeuge und ein Transporter von 4500 BRT., der bereits durch Luftangriffe beschädigt war, wurden versenkt. Drei weitere Küstenfahrzeuge wurden aufgebracht, 175 Mann gesangengenommen. Eine deutsche Raumflottille erzwang sich durch Minensperren den Weg in Herr Jrr- nenhafen von Tobruk. Die Fahl der bei den Kämpfen um Tobruk eingebrachten Gefangenen hat sich auf 28 000 erhöht. Reber 100 Panzer wurden erbeutet oder vernichtet. Die Feststellung der Beute an Geschützen und schweren Waffen ist noch nicht abgeschlossen. Auf Malta wurde der Flugplatz Luca durch deutsche Kampffliegerkräfte angegriffen. Vor der niederländischen Küste versenkten Minensuchboote in nächtlichem Seegefecht drei britische K an o n e n - S chu ellb o o te und beschädigten mehrere feindliche Einheiten schwer. Oer Feind brach darauf das Gefecht ab. Sperrbrecher und Marineartillerie schossen zwei britische Bomber ab. Das Hafen- und Stadtgebiet von Southampton war in der letzten Rächt Angriffsziel der Luftwaffe. Durch Spreng- und Brandbomben wurden erhebliche Schäden in kriegswichtigen Anlagen hervorgerufen. Die unter Führung des Vizeadmirals Deichold im Mittelmeer operierenden deutschen Seestreitträfte haben sich im Rachschub buch Rordafrika, bei der Störung der feindlichen Verbindungswege und in der Bekämpfung feindlicher Seestreitkräfte besonders bewährt. Das Minensuchboot unter Führung des Ober- steuermauns Oefer hat sich in dem Seegefecht vor der niederländischen Küste ausgezeichnet. In den Kämpfen vor Sewastopol haben sich der Führer einer aus Infanterie und Pionieren zusammengesetzten Kampfgruppe Hauptmann Val- t e r und der Kommandeur eines Pionier-Bataillons, Hauptmann Graumann, durch besondere Tapferkeit ausgezeichnet. unter, wo kleinere Segelschoner verzweifelte Versuche machten, die See zu gewinnen. Noch in der Frühe des Morgens hatte die Besatzung des Forts Pilaskinoan den italienischen Abschnittskommandeur die- Bitte um Ueb er gaben erb anblun gen gerichtet. Auch die übrigen in der Nähe der Stadt gelegenen Be- feftigungswerte kapitulierten dtzr Reche nach, die Flakstellungen, die sich bis in die Nacht hinein zäh verteidigt hatten, waren verstummt, wenn auch noch kleinere Werke am Außenrand des Befestigungsringes unter der Führung sich zäh verteidigender Offiziere weiterkämpften, so war das Schicksal Tobruks besiegelt. Oie Japaner auf -en Aleuten. Bern, 22. Juni. In Washington wurde bestätigt, daß die Japaner jetzt die Insel Kiska (auf dem westlichen Bogen der Aleuten), die einen guten Hafen hat, völlig besetzt hätten. Schlechtes Wetter und die großen Entfernungen hätten amerikanische Gegenakttonen bisher behindert. Neuerdings aber habe eine Besserung des Wetters es ermöglicht, eine beschränkte Lustakttvität gegen Kiska aufzunehmen. Es wird von einem Luftangriff gegen den Hafen berichtet, bei dem angeblich auch zwei japanische Kriegsschiffe getroffen worden sein sollen. Kleine politische Nachrichten. Reichsschatzmeister Schwarz traf zu einem Besuch in der Steiermark in Graz ein. Er begab sich in das Unterland, um die Einrichtungen des steierischen Heimatbundes zu besichttgen. . * c Reichsminister Dr. Frick traf in Sabyanke (Kreis Leipe) zu einem Besuch im Reichsgau Danzig-West-' preußen ein, wo er von Gauleiter und Reichsstadt- Halter Albert Forster begrüßt wurde. Im Thorner Artushof nahm er an einer Führertagung b?r Partei teil. * König Christian von Dänemark, der an einem leichten Gallenleiden erkrankt war, rft in ein Krankenhaus gebracht worben. Es heißt, daß der Zustand König Christians den Umständen entsprechend zufriedenstellend sei. * Der seit längerer Zeit augenleidende argentinische Staatspräsident Ortiz hat sich nach einer Meldung der Zeitung „Critica" entschlossen, zurückzutreten. Als Vizepräsident führt Caftillo. feif- langem die Geschäfte des Staatsoberhauptes. * Der Führer hat dem ordenllichen Professor em. i Dr. med. Friedrich Völker in Halle aus Anlaß । der Vollendung seines 70. Lebensjahres in Würdi- । gung feiner besonderen Verdienste um die Entwicklung der modernen Chirurgie die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. Ans dem Reich. Freizeit wird zur Erntehilfe. Die Reichsfrauenführerin, Frau Scholtz-Klink, erläßt einen Aufruf zur Erntehilfe, in dem es heißt: Wieder steht die tianbfrau vor schwerer Erntearbeit. Daher rufe ich alle Frauen auf, die auch in diesem Sommer ihren Urlaub verbringen dürfen, einen Teil dieser Zeit denen zu geben, die seit Jahren schon nicht mehr an Erholung denken können. Wir erwarten die Hilfe der Frauen, die natr ihren eigenen Haushalt zu versorgen haben und einen oder einen halben Tag in der Woche für unsere Landfrauen erübrigen können, und wir begrüßen die berufstätigen Frauen und Mädel, die fingen eines elektrischen Liebes. Ein Hund bellt. Ich denke, wenn der verfluchte Köter noch lange bellt, werben die Leute auf mich aufmerksam werben, und man wird mich hier oben entdecken. Tatsächlich, ich habe richttg geträumt. Die Balkontür öffnet sich von innen, und es erscheint.ein kleiner Junge. Ich mache pscht pscht, um ihm anzudeuten, daß er kein Aufhebens von mir machen soll. Es ist ein sehr vernünftiges Kind, das sofort begreift, es sei ganz selbstverständlich, wenn ich mich hier bei ihnen auf= halte. Er will aber den Eltern bas freudige Ereignis mitteilen und zieht Mich in die Wohnung. Einen Augenblick komme ich in Versuchung, durch die Wohnungstür über die Treppe zu entwischen, bann aber fällt mir ein, daß es nicht nobel gehandelt sei, wenn ich nicht wenigstens bei ihnen frühstückte. Die Mama ist in dec Küche mit der Bereitung von Malzkaffee beschäftigt. Ich erkenne- sofort, daß es die Wirtschafterin von Alexander von Humboldt ist, und erst im Traum erfahre ich, daß Humboldt eine Wirtschafterin gehabt hat. Auch diese- Mama ist keineswegs erstaunt, daß ich zum Frühstück bleibe. Wir frühstücken. Der Papa ist auch da. Er sieht aus wie ein Zahnarzt. Das Frühstück ist ausgezeichnet, es wird auf chinesische Art in ganz kleinen Schüsseln serviert. Als Gebäck essen wir Seesterne, deren Strahlen wir abbrechen. Sie sind vorzüglich rösch. Der Papa knappert an einem falten Hühnerbein. Die Mama sagt: „Mein Mann ißt nur linke Hühnerbeine!" Ich erkläre ihr, daß manche Männer im Essen sehr heikel sind: ich äße aber auch rechte Hühnerbeine. „Siehst du!" sagt die Mama vorwurfsvoll zu dem Zahnarzt. Die Mama wird immer hübscher und begehrenswerter. Ich fühle das Bedürfnis, etwas Geistreiches zu sagen. Ich sage deshalb: „Gnädige Frau, Ihr Hund sieht wie ein Endiviensalat aus!" Ich kann Ihnen sagen, der Hund sah tatsächlich wie ein Endiviensalat aus, obwohl niemand bas verstehen wird, der es nicht geträumt hat. Die Leute achten ober gar nicht auf meine geistreiche Bemerkung. Ich erzähle ihnen, daß ich diese Straße sehr gut kenne, denn ich habe früher hier lange Zeit gewohnt. Der Papa fragt, ob es etwa dort war, wo jetzt die neue Post gebaut wird. Ich lüge: „Ja!" Die Mama erzählt, ihr Kleiner habe mich gleich bemerkt, weil er morgens immer Manege mache (weiß der Teufel, was das ist). Dann fordert sie -mich auf, von dem vorzüglichen Dorsch zu nehmen. ! Zuerst ist der „Dorsch" eine der Länge nach in , Scheiben geschnittene Gurke, nimmt dann aber dis Gestalt von zerknittertem Butterbrotpapier an, durchsetzt mit goldenen Fäden, wie mdn sie zum Verpacken von Weihnachtspaketen benützt. Ich bin etwas verlegen, da ich nicht weiß, wie man diese Art von Dorsch ißt. Da sagt die Mama: „Ein so welterfahrener Mann muß doch wissen, wie man Dorsch ißt!" Und ob ich es weiß. Man legt diese Art Dorsch I einfach auf bas Tischtuch, nimmt das Papier zwischen die Zinken einer Gabel und wickelt ihn auf diese Weife zusammen. Als ich es versuche, kommen die verfluchten goldenen Fäden immer dazwischen. Wirklich peinlich! Humboldts bildschön gewordene Wirtschafterin sagt nun zu ihrem Mann: „Siehst du, Josef, man soll Leute, die man zufällig auf seinem Balkon vorfindet, nicht gleich zum Frühstück einlaben." — So, nun können Sie Ihren letzten Traum er» zählen. DÜchertifch. — Trübners Deutsches Wörterbuch. Im Aufttag der Arbeitsgemeinschaft für deutsche Wortforschung herausgegeben von Alfred Götze. 34. bis 36. Lieferung: Läget — Luv. (Band [V, Lieferung 7/9.) Preis 3,— RM. Verlag Walter be Gruyter & Co., Berlin, 1942. — Die Arbeiten am Trübnerschen Wörterbuch schreiten ttotz dem Kriege und den mancherlei durch ihn verursachten Schwierigkeiten erfreulich fort: mit der vorliegenden Liefe- rung vom dreifachen Umfange wird der Buchstabe L zu Ende gebracht; M und N sind so weit gefördert, daß mit ihnen noch in diesem Jahre der vierte Band abgeschlossen werden kann; die Weiterführung der Arbeit am P ist ebenfalls für das laufende Jahr vorgesehen. — Die Namen der Mitarbeiter sind, soweit wir zu sehen vermögen, unverändert geblieben. Unter den Wortgeschichten der neuen Lieferung seien als besonders ergiebig die folgenden hervorgehoben: Lager- Laib; Land; lang; Lappen: lassen; Leben; ßeib; leisten; letzt; Licht (mit 160 Belegen); Liebe; liegen (130); Lohn; lösen; Luft: Lust. Man wird beim Durchblättern und ßefen auch dieser neuen Lieferung eine Fülle sprach- und kulturgeschichtlicher Anregung und Belehrung finden. Schwätzern wird das Handwerk gelegt der beste Buch, diese Preise erhöhen Lazarett wur falls es sich um ein ausgespro- lose Stunden' heirateten Frau. Obgleich — in diesem Fall stand I Es liegt ein solcher Wohlklang in seiner Stimme, I Glanz flimmert in seinen Augen. „Ich bin nicht so (Nachdruck verboten.) 14. Fortsetzung. ■ün kann, ohne sich etwas zu vergehn, vy yu. M k cm % ■ r • 9 Enttcheiüung h-rb-iführen, indem jdan! zu erklären Es »t d.- große Wendung m feinem c^miujciuu a ; । / hio iirfi rmhinhmt »r hnt hns unfruofithe ist X,:ac. ffnh'rhpihima herbe füxhren, tnoem man ZU emaren. vss uit h«-uök i“ M=ul\ul , uuu uiiuuiujuLinyHU). ,,-auei iuujl eine -ZrUii^eiui. hannn inX L rcrfiflai - und gerade . Leben, die sich ankündigt, er hat das untrügliche „Tänzerinnen sind meistens Priesterinnen ge- b 'firh nicht blicken Den ganzen Tag, den Vorgefühl, daß ihch von diesem Augenblick an alles wesen. Auch sie dürfen eine unpersönliche Sju&b SJ Xnh X «5 "hn vergebens । gelingen wird. Er ist wie durchglüht von einem 1 gung hinnehmen. Wollen Sie mir nicht erlauben, dieer Lrichte leichten Rausch, schwerelos und beschwingt, er hat daß ich dieses Ding hier in die Hände zurücklege, G K? Äffin Zeitpunkt auswählen, all die Sicherheit und dadurch auch den Reiz seiner für die es bestimmt mar?" um baren Geschenk zu verletzen, besten Tage wieder. „Wenn Sie wirklich als Fürsprecher für den Jun- hnff? sie nicht verletzen wollen, es war Als Katta nach ihrem Mantel greift, steht er gen auftreten — ich würde die Kränkung nur noch Sicherlich hatte er sie cyr j nlöblich hinter ihr: „Sie gestatten, gnädige itrau?! schlimmer machen, wenn ich ..." Sie zögert einen — ich würde die Kränkung nur noch schlimmer machen, wenn ich ..." Sie zögert einen der zur Bü. Kunst und Wissenschaft. Eia weinheber-Liederkreis von Pepping. Während des Dresdner Musiksommers bot Briefe in Bareiros Hand Roman von Anna Elisabet Weirauch Rechte durch Carl Duncker Verlag, Berlin W 35. plötzlich hinter ihr: „Sie gestatten, gnädige Frau?! Kaum spürbar stteifen seine Hände ihre Schul- zu werden. Es ist daher den Erzeugern verboten, Obst Imb Wir haben bereits wiederholt darapf hingewiesen, daß jeder anständige Volksgenosse die Pflicht hat, solchen Gerüchten die Spitze abzubrechen, indem er Anzeige bei der nächsten Polizeidienststelle oder , Polizeibehörde erstattet, insbesondere dann, wenn die Ehre verdienter Leiter unserer Volksgemeinschaft angegriffen wird. Dieser Hinweis ist nicht ohne Beachtung geblieben. So gelang es im Verlauf der letzten Tage, Weiteroerbretter eines Gerüchts, in das auch die Person des Hoheitsträgers des Kreises Wetterau einbezogen war, zur Aburteilung zu bringen. Das Amtsgericht Gießen verurteilte im Schnell- verfahren den Adolf S ch a r d t und den Ludwig Happel, beide aus Hausen, Kreis Gießen, zu je zwei Monaten Gefängnis. Andere sehen ihrer Verurteilung in Kürze entgegen. Im ersteren Falle ist auf das Recht der Berufung verzichtet worden, um durch ein Gnadengesuch Strafmilderung herbeizu- führen. Aber auch Gnadengesuche sind stärkste Bekenntnisse der Schuld. Es wird auch in Zukunft rücksichtslos durchge- - griffen werden, bis man auf die Wurzel des Nebels stößt. Die Urheber der Gerüchte wird die ganze Strenge der kriegsbedingten Gesetze treffen. sich um je 500 RM.. . chenes Mädchenbuch handelt. Brauen zusammen, und chr Gesicht ist abweisend und undurchdringlich. „Aber nicht eine Tänzerin." Lern, als er ihr in den Mantel hilft. „Ist es sehr unbescheiden von mir, wenn ich Sie noch eine Minute aufhalte? Ich habe eine jo große Bitte an Sie —" Freude an der Bewegung zu verbinden mit Einsicht in die Kräfte des Organismus, um so Einheit von Leib, Seele, Geist zu gelangen. $ür unsere Verwundeten. W|. _______l" ein gutes Konzert von Margot E b e r s p a ch (Sopran), Erika Netto (Violine) der Antwort ganz sicher ist. w Was man tun kann, ohne sich etwas zu vergeben, 17. „Ich geb's auf!" stöhnt Borkmann. „Es ist heute nicht gegen Sie anzukommen, Bareiro. Schließlich muß der Laden hier auch einmal zugemacht werden! Ich hätt' auch noch gern eine Stunde geschlafen, ehe ich auf die Probe geh'." „Wie Sie wollen!" sagt Bareiro höflich. Er ist beherrscht genug, um mit keiner Geste nach dem Geld zu zucken, das vor ihm liegt. „Ich bin gern bereit, weiterzuspielen. Für mich ist es natürlich peinlich, in diesem Augenblick aufzuhören." „Wollen Sie noch mehr einheimsen? Nee, nee, Schluß für heute, ich bin pleite genug. Die Liebe einer Frau kann man nicht erzwingen, und die Fortunas am allerwenigsten — ein andermal." Bareiro verneigt sich lächelnd, ohne seine heiße „Mich? Sicher nicht." tfD doch. Ich habe ganz gegen meine Absicht — ein Schmuckstück im Spiel gewonnen, das für Sie bestimmt war ..." 1 - „Wenn Sie das doch schon wissen ..Eine leichte Röte steigt in Kattas Gesicht. „Dann werden Sie auch wohl wissen, daß ich es sehr energisch abgelehnt habe." „Vielleicht, weil Sie die Absicht des Gebers mißverstanden haben. Kann fein, daß es töricht von mir ist, ein Wort für Ihren Anbeter einzulegen. Verzeihen Sie das altmodische und unschöne Wort ,Anbeteri — aber wenn irgendwo, dann ist es hier am Platze. Der Junge würde nicht wagen. Ihnen mit einem Gedanken zu nahe zu treten. Kein Mann würde das wagen. Es sollte nichts anderes sein als eine Opfergabe — auf den Tempelstufen vor dem Bild einer Göttin niedergelegt. Die Göttin flhrf sich das lächelnd und ohne Dank gefallen lassen —" „Eine Göttin vielleicht ..." Katta sieht die Augenblick, und sagt dann nicht ,von Ihnen* sondern: „... von einem andern annehmen würde, was ich von ihm ausgeschlagen habe." „Dann kränken Sie ihn meinetwegen!" Er lacht ganz leise und tief in der Kehle, und em heißer kein Grund, ihm böse zu fern — es war eher em Grund mehr, auf Detlev böse zu seim Er überließ es ihr, sich gegen Beleidigungen zu schützen — wie er ihr alles überließ. _.. . s. Solche Geschenke bot man einer Tänzerin, die tnan damit kaufen wollte — aber nicht einer ver mich." Plötzlich neigt er sich tief über ihre Hände, ergreift sie, beide zugleich, preßt die Lippen, die Augen dagegen, wühlt das Gesicht hinein und murmelt kaum hörbare Worte in einer unverständlichen Sprache. Katta fühlt bestürzt, daß die glühenden Funken auf sie überspringen, daß eine heiße Welle ihr Herz überflutet. Sie ist erschrocken und zugleich unendlich froh. „Es gibt noch andere Männer als Detlev", schießt es ihr durch den Kopf. „Ich kann mich noch verlieben, in diesen oder in einen anderen, das Leben ist noch nicht zu Ende, wenn ich mit Detlev Schluß mache, es geht weiter, es beginnt immer wieder von vom, immer neu, immer herrlich —" 18. Als Bareiro in der Morgendämmerung in fein Hotel zurückkommt, ist die Kette nicht mehr. in seinem Besitz. Und von dem gewonnenen Geld ist nicht mehr viel übrig, als er mit großer Geste und reichlichen Trinkgeldern die fällige' Rechnung im Hotel Baltic bezahlt hat. Nur fein Mut und sein Selbstvertrauen ist ins Ungemessene gestiegen, und auf diese Weise hat Concha wenigstens auch einen kleinen Vorteil — den Vorteil feiner glänzenden Laune, seiner Unternehmungslust, seiner beschwina- ten Pläne — und seiner überströmenden Zärtlichkeit. Daß diese Zärttichkeit eigentlich einer anderen Frau gilt, einer berauschend schönen und unerreichbaren, vorläufig noch unerreichbaren, Frau, das vermutet sie nicht. Sie genießt dankbar das immer seltener werdende Glück seiner guten Stimmung. Enttäuschungen und Fehlschläge machen ihn unausstehlich, vor allem gegen die Frau, die ihn liebt, mit einer so unzerstörbaren Liebe, daß er sich ihr gegenüber nicht zu beherrschen brauchte (Fortsetzung folgt.) Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" führte im Laufe der vergangenen Woche im Auftrage des Oberkommandos der Wehrmacht und in Zusammenarbeit mit dem Sonderreferat „Truppenbetreuung" im Reichsministerium für Dolksaufklä- rung und Propaganda in hiesigen Lazaretten folgende Veranstaltungen durch: Am' Montag war eine große Anzahl Verwundeter der Einladung der Kreisamtsleitung der NSV. Wetterau in die Gaststätte „Pulvermühle" gefolgt. Die Betreuerinnen der NS.-Frauenschast hatten die Tische mit Blumen geschmückt und versorgten die Kameraden mit Kuchen und Getränken. Für die musikalische Unterhaltung hatte sich eine Abteilung einer Wehrmachteinheit zur Verfügung gestellt. Freudig begrüßt und mit viel Beifall belohnt wurde der Heimatdichter Georg Heß, der sich zur Bereicherung der Vortragsfolge bereiterklärt hatte. Der verwundete Kamerad Külzer unterhielt am Kla- Freude zu zeigen. Nichts kann ihm gelegener kommen, als der Schluß in diesem Augenblick. Er hat die Taschen voll Geld, er hat überdies die Kette ... In den letzten zwei Stunden hat er ein unverschämtes, ein-unbegreifliches Glück gehabt. Ein fyl- ches Glück ist kaum mehr mit natürlichen Dingen und Fritz Ma lata (Klavier) gestaltet, das reichen Beifall fand. — Die Mitglieder des Deutschen Theaters Wiesbaden Ilse Habicht (Sopran), Maria Barth (Mezzo-Sopran), Thomas Solcher (Tenor) und Viktor H o s p a ch (Baß-Bariton) fangen in einem Lazarett Arien, Duette und Quartette aus schönen Opern und Operetten. Kapellmeister W e m h e u e r hatte die Begleitung am Klavier übernommen. Reicher Beifall dankte für den gebotenen künstlerischen Genuß. — Unter dem Motto „Ein Strauß Lieder aus unserem Rosengarten" brachten Gertrud H e ck m a n n ^Sopran), Hans Wilhelm Dürr (Baß) und Karl R ieh m (Klavier) in einem Lazarett ein Konzert. Lieder von Löns, Peter Cornelius und PH. zu Eulenburg und anderen mehr kamen zum Vortrag. — In einem Lazarett veranstaltete der 'Frauenchor Lich mit seinen Solistinnen und einigen musikalischen Kräften aus Gießen und Lich eine musikalische Feier. Unter Leitung von Fräulein Jäger kamen Chöre, Soli In einer kampferfüllteu Zeit wie der unserigen hat es aus Sicherheitsgründen nicht an Warnungen gefehlt, die Schwätzern, Verleumdern und Gerüchtemachern den schärfsten Kampf ansagen. Wir leben im Kriege, und überall hat der Feind wachsame Augen und Ohren, die auch ein nichtssagendes Gerücht aufgreifen, um es in gemeinster Agitation auszuschlachten. Erfreulicherweise kann festgestellt werden, daß es innerhalb unserer engeren Volksgemeinschaft nur wenig Außenseiter gibt, denen das Verständnis dafür abgeht, daß Gerüchte und Mießmachereien im Kriege doppelt gefährlich sind. Sie, die jeden Taktes und Instinktes baren ewig Gestrigen möchten Dinge aufbringen, die keinen anständigen Deutschen interessieren, Dinge, an deren aufreizendem Inhalt sofort die niederträchtige Verleumdung zu erkennen ist. Von den unbefriedigten Ansprüchen des Magens oder einer nicht genug gewürdigten Selbstgeltung bis zum Hang nach verbrecherischer Ehrabschneidung geht die Skala der Motive, und nur selten ist es ausgesprochene Dummheit, die mit dazu beiträgt, wenn ein Dorf oder eine Stadt durch ein albernes Gerede verseucht wird. duf ihr Wochenende verzichten wollen. Da die Landftau in diesem Sommer mehr noch als in den vorhergegangenen zur Beaufsichtigung der Feldarbeit außer Haus sein muß, nehmen wir uns in diesem Jahr besonders der Kinder, des Haushalts, des Gartens und der Einmacharbeit an. Daß sich die Stadtfrau dabei jeglicher Kritik der Haushaltsführung der schwer schaffenden Bäuerin zu enthalten hat, ist dabei ebenso selbstverständlich wie der Verzicht auf jeden Versuch, die Erntehilfe zu persönlichen Vorteilen zu mißbrauchen. Oie Sicherung des Gefolgschastsstandes. Zu den durch die Verordnung über die Sicherung des Gefolgschaftsstandes in der Kriegswirtschaft geschützten Betrieben der Kriegswirtschaft gehören der Kohlen- und Erzbergbau, die Erdölgewinnung, die Herstellung von Kraft- und Schmierstoffen, die Wasser-, Gas- und Elektrizitätsversorgung, die Eisen- unb Stahlgewinnung, die Metallhütten- unb Metall- halbzeugwerte, die Dienststellen der Wehrmacht, die Ferttgungs- und Ausbesserungsstätten sind, Reichsbahn, Reichspost, Binnenschiffahrt und Hafenwesen; ferner die Betriebe, die von den Arbeitsämtern be- ftimmt werden. Die Verordnung gilt nicht für weibliche Arbeitskräfte, für Arbeitskräfte bis zum ad)t> zeynten Lebensjahre und für Arbeitskräfte, die zur Probe oder Aushilfe eingestellt sind. In den genannten Betrieben können Arbeitsoerhältnisse nur noch durch Anordnung des Arbeitsamtes gelöst werden, auch wenn sie bereits für einen künftigen Zeitpunkt gelost waren oder infolge Ablaufs der vereinbarten Frist von selbst enden würden. Oer Bezug von Obst und Gemüse. \ Was der Verbraucher wissen muß. — Verbot des unmittelbaren Bezugs von Obst und Gemüse vom Erzeuger. und Klavierstücke zum Vortrag, die reichen Beifall fanden. — Der Gesangverein ,Liederkranz" Lechgestern führte unter Leitung von Chormeister Blaß in einem Lazarett ein Chorkonzert durch. Volkslieder von Kuhlau, F. Silcher, Wohlgemut usw. kamen gut zu Gehör und wurden mit reichem Bei- fall aufgenommen. — Verschiedene Lazarette hatten Konzerte von Musikabteilungen der Wehrmacht, die mit ihren guten Vortragsfolgen viel Beifall fanden. — Als Auftakt zum Bannsportfest des Bannes 116 fand in einem Lazarett ein Gemeinschaftsabend der Spielschar der Hitler-Jugend mit den Verwundeten stakt. Unter Leitung des HJ.-Führers Wolfgang Sauer kam eine'reichhalttge Vortragsfolge zu Gehör. Orchester und Singkreis gestalteten den ersten Teil des Programms mit ihren Darbietungen, während im zweiten Teil das Theaterstück „Jeppe von Bergen" gut zur Aufführung gelangte. Die Verwundeten und Gäste dankten für die gebotenen frohen Stunden mit reichem Beifall. So wie es jetzt ist, geht es auf keinen Fall weiter. Eine halbe Karriere und eine halbe Liebe, ach nein, die Liede ist nicht halb, es ist schon eine große und vollständige Liebe, und sie könnte ein ganzes Leben ausfüllen, aber dann müßte aus dieser Liebe eme Ehe werden, eine Ehe mit Heim und Kindern. Sie kann nicht zu Detlev sagen: Bitte heirate mich doch! Ich möchte so gern grau fern, ich mochte Mutter werden, ich möchte einen Mann für mich sorgen lassen und möchte ihn umsorgen; laß uns einmal ausrechnen, was du verdienst, und ob mir nicht zu zweien davon leben können oder auch zu dreien und vieren; ich bin nicht anspruchsvoll, ich kann sparsam und wirtschaftlich sein, ich habe solche Sehnsucht nach einem Heim und nach einem festen Platz in der Welt; nach einem Platz bei dir, ich bin das Herumziehen so satt, ich bin so müde von der Arbeit, und ich habe Angst vor der Zukunft. Das alleskann man nur aussprechen, wenn man sentimental, daß mir der Gedanke schlaflose Nächte machen würde. Aber tragen Sie diese Kette, die so wunderbar zu Ihnen paßt, daß ich eifersüchtig bin, sie nicht selber ausgesucht zu haben, tragen Sie sie als ein Andenken cm diesen Augenblick — und an das noch nicht so ganz fest. Dieser blonde Junge daß es sehr schwer ist, sich diesem Eindruck zu ent- hätte es auch fertiggebracht, der Frau seines Freun-1 ziehen, und Katta hat keine Veranlassung, sich da- bes ein wertvolles Geschenk zu machen — ohne jede ' gegen zur Wehr zu setzen, gerade heute nicht. Nebenabsicht. Sie lächelt nachsichtig und fast etwas „Ja?" fragt sie mit einem zurückhallenden La- gerührt, wenn sie an das enttäuschte Knabengesicht \ cheln. „Wenn es in meiner Macht steht, sie zu denkt. I erfüllen, um was handelt es sich denn?" „Ich habe das unerträgliche Gefühl, Sie beraubt zu haben." Aus der Giadi Gießen. Vom Spiel zum Sport. Im Kleinkind schon ist von Geburt an ein unermüdliches Bedürfnis nach Bewegung lebendig. Alles, was mit der Bewegung zusammenhängt, nimmt das Kind unbewußt auf und verwertet es für fein Werden. Alles andere dagegen, alles, was ohne Bewegung ist, lehnt das Kind ab. Für die Pflege des Bewegungsbedürfnisses aber eignet sich vor allem die Gymnastik, die sich die Hebung und Entwicklung von Bewegungssinn und Bewegungsfähigkeit zur Aufgabe gemacht hat. Die bewußt eingesetzte körperliche Erziehung sollte chon beim Kleinkind beginnen. Voraussetzung für ihren Erfolg ist natürlich die Schulung der Mütter. Dieser Erfahrungsgrundsatz, den schon Froebel vertreten hat, ift heute vom Reichsmütterdienst und von der NSV. wieder neu erkannt und zur Geltung gebracht, wenn sie in ihre Mütterschulungskurse auch die Gymnastik einbeziehen und die jungen Mütter auf ihre Aufgabe vorbereiten. Der beim ge- unden Kind immer vorhandene Bewegungsdrang nuß richtig geleitet und darf anderseits nicht ver- rüht oder übertrieben gefördert werden. Den jun- ;en Müttern erwächst hier also die Verpflichtung, ich eigenes Wissen und Können soweit anzueignen, daß sie die ersten Lehrmeisterinnen ihrer Kinder werden können. Eine besonders planvolle Bewegungserziehung muß bei Kindern einsetzen, die durch Naturanlage oder durch Umwelteinflüsse in ihrer Bewegungs- fähigkeit gehemmt sind, um diese Schäden zu bekämpfen und Kräfte zu wecken. Hier erweist die Kirckergymnasttk ihren besonderen Wert. Sie ist imstande, in Fällen von Wirbelsäuleschwäche ober Muskelträgheit wirksame Hilfe zu leisten, vorausgesetzt, daß sie früh genug angewandt wird. Erst allmählich erwirbt ober auch das normale Kind die volle Bewegungsfähigkeit und die volle Beherrschung seiner Glieder. In diesen Entwicklungsjahren ist bis in das hohe Schulalter hinein das Spiel die natürlichste Bewegungsform. Jede Kindergymnastik wuß auf dieser Tatsache aufbauen und Spiele, die das freie Walten der Kräfte der Phantasie anregen und fördern, in ihr Programm aufnehmen. Allen Kindern gemeinsam ist die Freude am rhythmischen Geschehen, am lebendigen Auf und Ab, wie es im Atmen und Fühlen des eigenen Leibes, im Wachsen und Geschehen der Natur und in den Tönen der Musik zum Ausdruck kommt. Darum lieben sie auch Musik und Gesang zu ihren Uebun- gen und Spielen, die Sing- und Reigentänze. In den Reifejahren wächst bei der Jugend die Freude an sportlichen und Geräteübungen, am Kampfspiel und am Kampfsport. Das Anspannen aller Kräfte zur Erreichung ernes Zieles, die Verausgabung bis zur Erschöpfung ist Lebenselement wohl besonders für die halbwüchsige männliche Jugend, während die weibliche — von Ausnahmen natürlich abgesehen — sich wohl im rhythmischen Geschehen der Gymnasttk mit ihrer Erziehung zur Körperharmonie am wohPen fühlt. So münden die Spielformen der Kindergymnastik langsam ein in die Arbeitsformen der deutschen Gymnastik, die es sich zur Aufgabe macht, die NSG. Eine große Anzahl von Verbrauchern' in den Städten beklagt sich über unzureichende Versorgung in Obst und Gemüse- Manche geben unberechtigterweise den Maßnahmen, die auf diesem Gebiete getroffen werden mußten, die Schuld an der wenig befriedigenden Versorgungslage. In Wirklichkeit sind die Ursachen der augenblicklichen Verknappung auf zwei Umstände zurückzuführen. Zunächst sei darauf hingewiesen, daß bei außerordentlich gestiegenem Bedarf infolge des ungewöhnlich harten Winters und der dadurch heroorgerufenen erheblichen Schäden die Ernte gerade derjenigen Obst- und Gemüsearten, die um diese Zeit anzufallen pflegen, eine bedeutend geringere ist als in sonstigen Jahren. Mit fortschreitender Jahreszeit ist jedoch bei normalem Verlauf ein größerer Anfall zu erwarten. Sodann aber sind die geringen Anlieferungen von Obst und Gemüse in die Städte zum großen Teil darauf zurückzuführen, daß eine nicht unbeträchtliche Zahl von Volksgenossen gerade diejenigen Vorschriften nicht beachtet, die das Landesernährungsamt zur Sicherstellung und gerechten Handhabung der Obst- und Gemüse Versorgung erlassen hat. Obst wird im gesamten Gebiet des Landesernährungsamtes, das das Land Heffen und den. Regierungsbezirk Wiesbaden umfaßt, Gemüse in den meisten Gemeinden durch Bezirksabgabestellen, die ihrerseits in den einzelnen Orten wieder Sammel- stellen errichtet haben, erfaßt und von da aus über die Versandhändler und Großhändler den Ladengeschäften in den Städten zugeleitet. Es ist klar, daß die Anlieferung an die Ladengeschäfte ungenügend fein muß, wenn die Obst- und Gemüseerzeuger nicht genügend Mengen an die Bezirksabgabestellen zur Ablieferung bringen. Das Landesernährungsamt hat daher bereits vor einigen Wochen ängeorönet, daß die Obst- und Gemüfeerzeuger alles Obst und Gemüse, das sie ernten, restlos an die Bezirksabgabestellen abliefern müssen. Nur das Obst und Gemüse, das der Obst- und Gemüseerzeuger im eige- vier. Kreisstabsamtsleiter Weber begrüßte die Gäste und oerteilte sechs Uhren, welche von Mitgliedern der Uhrmacher-Innung Butzbach, Bad-Nau- heim, Friedberg gestiftet worden waren, an Kameraden, die chre Uhr im Einsatz verloren hatten. Ein ‘ . — In einem Italien" durch. Ein Preisausschreiben für das beste deutsche Jugendbuch. Der Verlag Enßlin & Laiblin in Reutlingen erläßt ein Preisausschreiben für das beste deutsche Jugendbuch. Der Verlag geht dabei von der richtigen Erwägung äus, daß Jugend sich zum Lesen nicht zwingen läßt und Erziehungsabsichten der Erwachsenen im Jugendbuch ihr gleichgültig sind. Die Jugend will auch im Buch einfach erleben, sie will ihre Erlebniswelt, bereichert um die Erfüllung ihrer Phantasie, im Buch wiederfinden und bamit sich selbst. Notwendig ist allerdings, daß das Jugendbuch in allen Schichten unseres Volkes gelesen wird. Deshalb fordert der Verlag künftterifch hochstehende Form, Lebensechtbeit, vorbildliche Sprache, unterhaltendes und mitreißendes Geschehen, Zeit- und Wlrklichkeitsnähe, echte Kindertümlich- keit. Als Preise stehen aus 2000 RM. für das beste, mnn snem für hn« -meitbeite und ie 500 RM. für Arzt dankte tm Namen der Gaste. . ... - , . „ baß°britt=' und vierbeste Buch, diese Preise erhöhen Lazarett wurde unter der Dortragsfolge „Sorg- neu Haushalt verbraucht, braucht nicht abgeliefert Gemüse anstatt an die Bezirksabgabestellen unmittelbar an Verbraucher oder Händler abzugeben, da hierdurch diejenigen Mengen, die der Bezirksabgabestelle zufließen sollen und der Versorgung der Städte dienen, geschmälert werden. Ebenso ist es dem Verbraucher und dem Händler verboten, unmittelbar beim Erzeuger Obst und Gemüse einzu- kaufen. Hiervon gibt es nur folgende Ausnahme: Verbraucher, die in demselben Ort ansässig sind wie der Erzeuger, können bei diesem Obst und Gemüse unmittelbar beziehen, jedoch nur für den eigenen Haushaltsbedarf und nicht darüber hinaus. Es ist also nicht zulässig, daß ein Verbraucher bei einem im gleichen Ort ansässigen Erzeuger sich mehr Obst und Gemüse besorgt, als er für den eigenen Haushalt benötigt, um die nicht benötigten Mengen an andere, etwa an Ortsfremde, abzugeben. Außerdem ist es selbstverständlich, daß bezüglich seines eigenen Haushaltsbedarfes sich der Verbraucher mit Rücksicht auf andere Volksgenossen kriegsbedingte Einschränkungen auch bei Obst und Gemüse auferlegt. In eingemeinbeten Vororten dürfen in der Regel Obst und' Gemüse von Erzeugern unmittelbar nur an solche Verbraucher abgegeben werden, die in dem betreffenden Vorort wohnen. Ein in dem alten Stadtteil wohnender Verbraucher darf also nicht Obst und Gemüse unmittelbar bei einem in einem Vorort wohnenden Erzeuger beziehen. Welche eingemeindeten Vororte unter dieses Verbot fallen, ist durch eine Bekanntmachung des betreffenden Ernährungsamtes im einzelnen feftgelegt. Selbstverständlich gelten als ortsansässig nur solche Verbraucher, die in dem betreffenden Ort ihren dauernden Wohnsitz haben. Nur vorübergehend anwesende Personen, z. B. Kurfremde, sind nicht berechtigt, in dem Ort ihres vorübergehenden Aufenthaltes Obst und Gemüse beim Erzeuger zu beziehen. Die Besitzer von Hausgärten, Schrebergärten usw. sind im allgemeinen nicht verpflichtet, die geernteten Obst- und Gemüseerzeugnisse an die Bezirksabgabestellen abzuliefern. Ernten sie allerdings mehr, als sie im eigenen Haushalt verbrauchen, so werden sie Kreuzchor unter Rudolf Mauersberger die erste zyklifche Vorführung von Ernst Peppings vollständigem Weinheber-Liederzyklus „Der Wagen", Die Gesamtplanung dieses sechsteiligen A-cappella- Werkes ist ein erstaunliches Unternehmen von sinfonischen Ausmaßen. Das Problem für den Musiker war hier nicht nur, in innerer Kongruenz mit Sinn und Ausdrucksform der herrlichen Dichtung Wein- Hebers zu bleiben, sondern den Klangstil des A-eappe!la-Madrigals so stark in Fluß zu halten, daß auch ohne das Interesse an den humorvoll-tiefsinnigen Texten der musikalische Kunstbau als solcher die Wahrnehmung dauernd wachhält. Dieses Ziel hat Pepving erreicht vermittels seiner bildkräftigen, blutoollen Polyphonie, mit kühnen, aber ungekünstelten harmonischen Bildungen und einer ungewöhnlich plastischen Rhythmik. Das Meisterwerk wurde von den jungen Sängern, für die es technische und musikalische Schwierigkeiten nicht zu geben scheint, vollendet bargeboten: Hans Schnoor. Die Gutenberg-Festwoche in Mainz. Die Gutenberg-Festwoche der Stadt Mainz begann mit einer Serenade im Hof des Kurfürstlichen Schlosses. Das Städtische Orchester spielte unter Generalmusikdirektor Karl Maria Z w i ß l e r Werke Mainzer Komponisten des 18. Jahrhundert. In Anwesenheit des Staatssekretärs Reiner fand im Akademiesaal des Schlosses die Eröffnungsfeier statt. Der stellv. Oberbürgermeister Provinzialdirektor Dr. Wehner gedachte zunächst des im Osten gefallenen Oberbürgermeisters Dr. Barth und würdigte dann die revolutionäre Erfindung Gutenbergs. Der Dichter Hermann Bürte behandelte sodann in dem Festvortrag „Deutsche Sendung des Wortes und der Setter Größe und Auswirkung der Erfindung Gutenbergs. Als erste Festaufführung im Stadt- Iheater wurde „Ariadne auf Naxos" von Richard Strauß gegeben. — Das Gutenberg-Museum führt eine Sonderschau „Alte und neue Druckkunst in wie andere Erzeuger behandelt, d. fj., sie dürfen dann die überschüssigen Mengen ebenfalls nur an ortsansässige Verbraucher für deren Haushaltsverbrauch ab geb en oder müssen an die Bezirksabgabestellen abliefern. , Trotz dieser eingehenden Vorschriften, die den Verbrauchern rechtzeitig zur Kenntnis gebracht und erläutert wurden, setzen sich nicht wenige Volksgenossen über diese Bestimmungen hinweg. Immer wieder werden Leute mit Spankörben gesehen, die Erdbeeren und Kirschen oder auch Gemüse unmittelbar beim Erzeuger holen, obwohl sie wissen, daß dies verboten ist. Diese Volksgenossen schädigen diejenigen, die nicht die Zeit und die Verbindungen haben, sich gleichfalls beim Erzeuger einzudecken. Die für die Versorgung der Städte zur Verfügung stehende Menge Obst wird durch diese uneinsichtigen und undisziplinierten Volksgenossen beträchtlich vermindert. Die Folge ist die unbefriedigende Belieferung der Ladengeschäfte. Nachdem nunmehr die Verbraucher zum letzten Male über die bestehenden Vorschriften und die Gründe, die zu ihrem Erlaß geführt haben, aufgeklärt sind, wird erwartet, daß diese Bestimmungen eingehalten werden. Volksgenossen, die bei den nunmehr einsetzenden Kontrollen der Polizei bei Zuwiderhandlungen betroffen werden, werden st r'e n g bestraft. Dies gilt sowohl für den Verbraucher, e als auch für den abgebenden Erzeuger. Auch Um- ' gehangen des Verbotes des unmittelbaren Bezuges von Obst und Gemüse durch Verbraucher beim Erzeuger sind strafbar. Es geht nicht an, daß die Obstund Gemüseoersorgung der Allgemeinheit durch das egoistische und nicht nationalsozialistische Verhalten Einzelner gefährdet wird! Auch Besuchsreisen fallen unter die Beschränkungen. In zahlreichen Heilbädern, Seebädern und Kurorten ist die Unterbringung von Kranken und Erholungsbedürftigen . erschwert oder gar unmöglich, weil sich Familienangehörige von versetzten Beamten, Angestellten, Wehrmachtangehörigen über Gebühr lange besuchsweise dort aufhalten und den ohnedies verknappten Beherbergungsraum in Anspruch nehmen. Derartige Besuchsaufenthalte fallen unter die Beschränkungen zur Lenkung des Fremdenverkehrs im Kriege. Besonders wird auf die unangebracht lange Inanspruchnahme von möblierten Zimmern hingewiesen. Verdunkelungszelt: 23. Juni von 22.49 bis 4.29 Uhr. Gießener Wochen Marktpreise. * Gießen, 23. Juni. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, XA kg 1,80 NM., Matte 30 Rpf., Käse, das 6tütf 8 bis 10, Kartoffeln, 5 kg 47, gelbe Rüben, das Bund 20, Spinat, Yi kg 12 bis 15, Römischkohl 15, Bohnen, grün, 56, Kirschen 45, Salat, das Stück 5 bis 10, Rettich 10 bis 15, Radieschen, das Bund 8 Rpf. * * * 8 9. Geburtstag. Am heutigen Dienstag begeht Witwe Johanna Kahle, Wetzlarer Weg 11, ihren 89. Geburtstag. Der Jubilarin bringen wir unseren herzlichen Glückwunsch dat. *♦ Theater der Universitätsstadt Gießen. Das Dramaturgische Büro teilt mit: Die Oper beschließt ihren diesjährigen Spielplan gemäß der Parole „Don Mozart zu Mozart" mit einer Neuinszenierung der komischen Oper „Die Hochzeit des Figaro" am morgigen Mittwoch. Das Werk wird in der textlichen Neufassung von Georg Schünemann gegeben, die sich von allen Uebertragungen am stärksten durchgesetzt hat, unter der musikalischen Leitung von Musikdirektor Otto Söllner, der Regie von Oberspielleiter Max S ch w ar z e. Es singen den Figaro Hans Lott, den Grafen Ludwig Druschel, die Gräfin (Silit) Mauer, die Susanne Lisel Schröter-Beckers, den Chexubin Valeska Lange, die Barbarina Ines Rasfl, den Vasilio Walter Ecsy, die Marzelline Gertrud Meine!, den Bartolo Bernhard Schmitz, den Don Corzio Kurt Bosny und den Antonio Ottmar Mayr. ** Zum Klavierkonzert mit Gisela Sott am kommenden Donnerstag wird uns geschrieben: Gisela Sott ist Schülerin des ausgezeichneten Frankfurter Pianisten Alfred Hoehn. Sie gehört zu den besten Vertreterinnen ihres Faches innerhalb der jüngeren Generation und hat schon in mehreren Städten große Erfolge erzielt. Sie erfreut sich der besonderen Förderung von Professor A b e n d r o t h, der sie auch in den Saalbaukonzerten in Frankfurt a. M. einsetzt. ** D i e Versorgung mit Obst und Gemüse betrifft eine Bekanntmachung des Ernährungsamtes Gießen Abt. B in unserem heutigen Blatte. Nach dieser Bekanntmachung stellt sich die Sachlage derart dar, daß bis zu d e m Tage, an dem die Anordnung über die Abgabe von Obst gegen Vorlage der Haushaltsausweise m Kraft tritt (voraussichtlich ab 15.1 u l i) Obst auch ohne Haushaltsausweis und ohne Eintragung in die Kundenliste abgegeben werden muß. Zwei Konzerte durch KdF. In Großen-Lindcü. * Großen-Linden, 22. Juni. Das zugunsten des Kriegshilfswerkes des Deutschen Roten Kreuzes von der NSG. „Kraft durch Freude" veranstaltete Konzert wurde ein großer Erfolg. Der geräumige Schaumsche Saal war bis auf den letzten Platz besetzt, so daß das finanzielle Ergebnis ein sehr befriedigendes war, was im Hinblick auf den edlen Zweck besonders zu begrüßen ist. Aber auch in den Darbietungen war „alles drin", so daß die zahlreichen Spender mit ihren Wünschen gewiß nicht zu kurz kamen. Emil Seidensptnner machte mit viel Geschick, Humor und Witz den Ansager und bereitete dadurch der rechten Stimmung den Boden. Ebenso stellte er sein Können als Tenorbuffo in Soli.und Duetten mit Lya Iustus in den Dienst der guten Sache. Lya Iustus sang allein mit viel Temperament lustige Stücklein aus verschiedenen Operetten. Weich und ausdrucksvoll sang Theo Hermann Operettennummern von Lehar, Strauß und Lortzing. Für die verhinderten Maria Madien Madsen und Herbert Hesse sprangen M. Pieper und L. Druschel (Gießen) ein. Auch sie errangen durch ihre kultivierten und stimmungsvollen Vorträge den Beifall der Anwesenden. Von seinem Dirigenten mit Feuer und Temperament geleitet, spielte ein kombiniertes Musikkorps der Luftwaffe exakt und sauber. Einzelne Mitglieder gaben als Solisten Proben eines gediegenen Könnens. Die Zahl der Wünsche war sehr groß. Um sie alle zu erfüllen, wäre gewiß ein Mehreres der zur Verfügung stehenden Zeit nötig gewesen; aber alle Hauptwünsche wurden erfüllt. Gespielt und gesungen wurde aus Werken der Operettenkomponisten älterer und neuerer Zeit. Aber auch die ernste Muse wurde nicht vergessen und war mit Werken von Mozart, Schubert und Lortzing gut und zweckdienlich vertreten. Zwischendurch sorgte E. Seidenspinner immer wieder für den nötigen Stimmungsantrieb, so daß sie bis zum guten Ende keine Abschwächung erfuhr.' Der Beifall war sehr herzlich und groß. So ist es der NSG. „Kraft durch Freude" restlos gelungen, durch viel Freude einem edlen Werk die Kraft zu geben, unendlich viel Gutes zu wirken. 3n Heuchelheim. * Heuchelheim, 22. Juni. Am gestrigen Sonntagabend wurde in Heuchelheim ein Konzert zugunsten des Kriegshilfswerkes des Deutschen Roten Kreuzes gegeben. Der geräumige Saal der Turnhalle war bis auf den letzten Platz besetzt. Das Programm stand auf beachtenswerter Höhe und wurde von einem starken Musikkorps der Luftwaffe und Mitgliedern des Opernhauses Frcknkfurt am Main und des Deutschen Theaters in Wiesbaden bestritten. Der Ansqger der Veranstaltung, Emil Seidenspinner, verstand es durch einen frischen Humor die Besucher zu fesseln und für einige Stunden die Sorgen des Alltags vergessen zu machen. Die eingereichten Wünsche waren sehr zahlreich und vielseitig und wurden von dem Musik- korps und den Künstlerinnen und Künstlern in prachtvoller Weise erfüllt. Reicher Beifall der Besucher bekundete den Dank für die Darbietungen. Wenn die Veranstaltung in Heuchelheim als ein voller Erfolg bezeichnet werden kann, so sind auch die Spenden, die bei der Abgabe der Wünsche eingegangen sind und über 2000 RM. betragen, außerordentlich beachtenswert. Verdunkelungöverbrechen. Lpd. Darmstadt, 22. Juni. Der 37jährige Wilhelm Bender aus Babenhausen hatte als Bahnhofsarbeiter Zugang zum Lagerplatz für Versandgüter und Reisegepäck und vergriff sich unter Ausnutzung der Verdunkelungsmaßnahmen in drei Fällen an fremdem Eigentum^ Er entwendete in der Zeit von Dezember 1941 bis Mai 1942 aus drei Gepäckstücken Gebrauchsgegenstände und Genußmittel und wurde deshalb vom Sondergericht in Darmstadt wegen dreifachen Verdunkelungsverbrechens in Verbindung mit einfachem und schwerem Diebstahl als Volksschädling zu insgesamt zwei Jahren Zuchthaus ü'erurteilt. Strafschärfend stand trotz der bisherigen Unbestraftheit des Täters die Notwendigkeit der Sicherung des Bahnverkehrs gegen derartige Vertrauensbrüche im Vordergrund. Genaue Kenntnis der örtlichen Verhältnisse und die kriegsbedingte Verdunkelung d,es Tatortes ermöglichten es dem 27jährigen vorbestraften Bruns Koch aus Berlin-Weißensee, wiederholt in die Vor« ratskammer der Herberge zur Heimat in Darm* stadt einzudringen und Lebensmittel in einer Menge zu entwenden, die die Grenze des Mund» raubs erheblich überschritt. Das Sondergericht in Darmstadt verurteilte ihn wegen fortgesetzten Ver« dunkelungsverbrechens nach der Volksschädlingsverordnung in Verbindung mit Einbruchsdiebstahl zu einem Jahr sechs Monaten Zuchthaus. Schweinemarkt in Alsfeld. * Lllsfeld, 22. Juni. Auf dem heutigen Schweinern arkt waren 116 Ferkel aufgetrieben. Es kosteten 6 bis 7 Wochen alte Ferkel 20 bis 25 RM.,^3 bis 9 Wochen alte 28 bis 30 RM. pro Stück. Das Geschäft verlief schleppend, es verblieb Ueberstand. 1 G. A.-Sport. Tenniskampf Gießen — Frankfurt. Der Gießener Tennisklub ist in dem von uns gestern bereits gemeldeten Wettkampf von dem Frankfurter Tennisklub 1914 im Palmengarten mit 0:3 Punkten geschlageü worden. Wenn die Gießener Mannschaft somit auch eine Niederlage hinnehmen mußte, so kann man diese doch nach Sage der allgemeinen und besonderen Verhältnisse als durchaus ehrenvoll bezeichnen. Die Spielstärke des Frankfurter Klubs ist nicht allein im Sportgau Hessen-Nassau, sondern t weit darüber hinaus bekannt. Allein seine Mitglieder- zahl ist etwa dreimal so groß wie die des Gießener Klubs, und auch sonst sind naturgemäß die Möglichkeiten zur Entwicklung des Tennissportes fit einer Großstadt günstiger als in der Provinz. Es war darum auch von vornherein klar, daß diö rührigen Gießener Spieler vor einer kaum lösbaren Aufgabe standen, deren Größe ihren fporfr lichen Ehrgeiz aber besonders lockte. Um so anerkennenswerter ist das Resultat, welches von der sechsköpfigen Gießener Mannschaft in sechs Einzel- und drei Doppelspielen erzielt wurde und vornehmlich dem Umstand zu verdanken ist, daß sowohl das erste als auch das dritte Doppel gewonnen wurde. Die Spiele waren durchweg heiß umstritten und wurden nur nach langen Kämpfen, mehrfach erst im dritten Satz, entschieden. Das Verhältnis der gewonnenen Sätze mit 118 auf der Frankfurter und 96 auf der Gießener Seite legt insoweit ein beredtes Zeugnis ab. Kurz« Sportnotize«. Gauleiter und Reichs st atthalter Sprenger hat die Schirmherrschaft über den Schwimmländerkampf Deutschland gegen Ungarn am 18. und 19. Juli in Darmstadt übernommen. Der Gauleiter wird die ungarischen Gäste am Samstag, 18. Juli, empfangen. Hcmptschriftletter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter de» HauptschriftlettSrs: Ernst Blumscheio. Verantwortlich für Politik und Bilder: Dr. Fr. SB. Lange; für das Feuilleton: Dr. Hans Thyrtot; für Stadt Gießen, Provinz, Wirt,Last und Sport: Ernst Blumschein. Druck und Verlag: Britische Universitälsbruckeret R. Lange ft. G. Berlagsletter: Dr.-Jng. Erich Hamann; Anzeigenleiter: Hans Beck. Anzeigenpreisliste Nr. 6. Alpine Chemische A.-G., Berlin NW 7. 1643 V Gießen, den 23. Juni 1942. 02995 Iheringstr. 5 Der Schützenkönig 179ftA Tägl. 3,5.15,8, So. 2.30,5,8 Uhr Räder müssen rollen für den Sieg! KNORR Hat man nach einen Soßenrest, dann genügt schon ’/j KNORR- Soßen würfel, um die Soße zu verlängern. Wichtig ist dabei: denWürfel nie in die vorhandene Soße bröckeln, sondern fein zerdrücken, mit etwas Wasser glattrühren, mit y» Liter Wasser unter Umrühren 3 Minuten kochen, dann mit dem Soßenrest kurz aufkochen» Jeder Mensch kann einmal von Fußflechte befaUen werden, Fußjucken, feuchte Stellen zwischen den Zehen, rote Flecke oder kleine Hautrisse sind die Merkmale, an denen man Fußflechte erkennt. Wärme und Schweißbildung begünstigen Entwicklung und Ausbreitung des Pilzes, der die Fußflechte verursacht. Ovis, das erprobte Desinfektionsmittel für Füße, schafft Abhilfe. Ovis dringt in die Oberhaut und tötet die Pilzbildung ab, die Fußflechte verschwindet. Beim ersten Anzeichen, das auf Fußflechte schließen läßt, betupfen Sie die verdächtigen Stehen mit Ovis. Briefmarkensammlung sowie auch Marken von 1850—70 einzeln zu kaufengesucht. Angebote unter A1QQ8 (1983V) a.d.Gietz.Anz. Mußt Du der Front Wagenraum stehlen? Möblierte 2-Zimmer- Wohnung mit Bad, Küche, Loggia, Teleph., in gutem Hause, zum 1. Juli zu vermieten. Schr. Ang. unt. 03004 a.d. G.A. | Kaufgesuche | Gebrauchter Kinder- fportwagen z. kaufen gesucht. Schr. Ang. unt. 03010 a.d. G.A. Thomastr. 29 0301 TZ Fußflechte in wenigen Tagen verschwunden! Jagdhund dtsch. Drahtbaar, Rüde, i. zweiten Feld, in gute Händen. Vereinbarung abzugeb. Interessenten bitte ich um schriftl. Nachricht unter 1981D an den Gieß. Anz. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlichster Anteilnahme beim Tode meines lieben Mannes, unseres guten Vaters, Schwiegervaters und Großvaters, sowie für die Kranz- und Blumenspenden sagen wir allen Freunden und Bekannten herzlichen Dank. Herrn Lic. Rep. Trommershausen für die tröstenden Worte besonderen Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Marie Jude, geb. Schürhoff. Bekanntmachungen. Versorgung mit Obst und Gemüse 1. a) Die Frist für den Eintrag in die Kundenlisten für den Obstbezug läuft am 25. Juni 1942 ab. b) Der Termin, ab welchem Obst nur «och gegen Vorlage der Haushaltsausweise abgegeben wird, wird noch bekanntgegebcn. 2. a) Kundenlisten für den Bezug von Gemüse werden zunächst nicht angelegt. b) Der Bezug von Gemüse ist nicht abhängig von dem Eintrag in die Kundenliste für den Obstbezug. Ein Verteiler, der einem Verbraucher die Gemüsezuteilung mit dem Hinweis verweigert, daß der Verbraucher bei ihm nicht für den Obstbezug eingetragen fei, macht sich strafbar. [msD, Gießen, den 22. Juni 1942. Der Oberbürgermeister - Ernährungsamt Abt. B. Heiden- die Tyür rnod. Etag.- baushalt [03009 Halbtagsmädchen gesucht. Fran Lore Trense, Fröbelstr. 43 L Öffentliche Abendvorträge der Universität 19750 Prof. Dr. Vollrath über: „Englische Soldaten und ihre Führer1 Mittwoch, den 24. Juni, 20.15 LJhf^ Hörsaal 13 der Universität Statt Karten. Ihre am 17. Juni stattgefundene Vermählung geben bekannt Ernst Philipp * Gretel Philipp geb. Schmück Gießen Berichtigung der Bekanntmachnng betf GartenbauwirtschaftS- verbandes Hessen-Nassau vom 3. Juni 1942. Betreffend Abgabe von Obst und Gemüse von Erzeugern. Ziffer 2) und Ziffer 4) der Bekanntmachung des GartenbauwirtschaftSverbandes Hessen-Nassau, betreffend Abgabe von Obst und Gemüse von Erzeugern, werden wie. folgt berichtigt: ... Jdn den Streifen Bingen, Mainz, Worms, Alzey, Bergsttaße, Groß-Gerau, Darmstadt, Friedbergs Obertaunus, 9JiumtQuuud, ttntertaunus, .Rheingau, St. Goarshausen, Unterlahn, Unter- westerwald, Oberwesterwald, Limburg und Oberlahn, / im Kreise Offenbach a. M. in den Gemeinden Laftgen und Egelsbach, im Kreise Büdingen in beit Gemeinden Altenstadt, Aulendiebach, Bindsachsen, Tauernheim, Düdelsheim, Erbacher Hof (Gemeinde Büches), Eckartshausen, Heegheim, Lmdheim, Herrnbaag (Gemeinde Lorbach), Stockheim, Vonhausen, Hainchen, ferner in den Stödten Frankfurt a. M., Mainz, Darmstadt, Wvrms und Wiesbaden einschließlich der eingemeindeten Vororte dieser Städte ans sämtliche Gemüsearten"; „4) im Kreise Weblar auf Wirsing, Rotkohl, Weißkohl." [1984D Der Vorsitzende des Gartenbauwirtschaftsverbandes Hfssen-Nassau: Kraus. [Stellengesuche) Kontoristin, mit sänttl. vork. Arbeiten bestens vertr., sucht Vertrau ensvosten, möglichst halbe Tage, ab 1.8.42. Schr. Ang. unt. 03008 a.d. G.A. Am Sonntag, dem 21. Juni, verschied sanft nach kurzem Leiden mein lieber, treusorgender Mann, unser lieber, Bruder, Schwager und Onkel, der Reichsbahn-Oberinspektor I. R. Carl Querem im Alter von 75 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Elisabeth Querein, geb. Altvater Gießen, den 23. Juni 1942. Die Trauerfeier findet statt am Mittwoch, dem 24, Juni, um 14 Uhr. Beileidsbesuche dankend verbeten. ___________________________l__1977 D Haushalthilfe für einige Stunden in 0. Woche gesucht. 102999 Stcvhanstr. 15p fi Damenbart H Qesichtshaare, alle lästig. Haare werd, nur durch d. von mir angew. einzig sichere Meth. unt Garant. fUr Immer mit d. Wurzel entfernt FranB.<*nlden.seit35Fr.W.Henkel Sprechstunden jeden Mittwoch: Gießen, Am Riegelpfad 32, 9 bis 17 Uhr. ,, ,,0 für ein.Stunden am Tage zum Kartoffelschalen gesucht. [03006 Nestaur. Voller, Bahnhofstraße. 1—2 leere Zimmer sofort zu mieten gesucht. Schrift!. Ang. mit. 03007 an d. Gieß. Anz. 'Ag., berufstätige Frau sucht frbL, heizbares, möbl. Zimijier Schrift!. Angcb. unter 03000 an den Gieß. Anz. Laden mit klein. Wohnung zu mieten gesucht. Schristl. Angeb. unter 03002 an den Gieß. An;. Bekanntmachung. Zur Durchführung des ab 1. 7. 1942 an die Krankenkassen abzuführenden Gesamt-Sozialver- ficherungsbeitrages gelten als Beiträge zur Krankenversicherung ab 1. 7.1942 folgende Sätze: 1. allg. Beitragssatz — wie bisher — 6 v. H. des Grundlohns- . 2. für Versicherte, die während einer mit Arbeitsunfähigkeit verbundenen Erkrankung Arbeitsentgelt für mehr als 14 Tage weiterbezieben: a) bei Jnvalidenversicherungsvsüchtigen 5,4 v. H. des Grundlohnes, b) bei Angeftelltenverficherungspflichtigen 4,5 v. H. des Grundlohnes: 3. für Versicherungsberechtigte und Weiterversicherte (freiwillige Mitglieder) bleiben die Beiträge unverändert bestehen. (ioötD Gießen, den 22. Juni 1942. Allgem. Ortskrankenkasse für Stadt- und Landkreis Gießen. ~ Der Leiter. In Vertretung: gez. Reyl, Verwaltungsinspektor. | Mietgesuche | Gerichtsreferendar, verh., sucht ab sof. od. später 4-ZMohnung i. Gießen o.Urng. Miete bis lOO1,— RM. Angeb. an W. Brost, SltcL Tirvitzitr. 140. Zwei möblierte Zimmer in gutem Hause gesucht. Schriftl. Angeb. unter 03003 an den Gieß. Anz. Klaviere Flügel gegen bar gesucht R. Schönau Bahnhofstr. 76 Tel. 3269. «eM Seriöser Sammler sucht BiieWen- sMINlW z. kaufen. [0299s Angebote an: Bonin,Gießens. Gut erhaltenes lanöeoi z. kaufen gesucht. Schriftl. Angeb. unter 03014 an den Gieß. Anz. Gebrauchtes Herren- oder Hamen-Fahrrad z. kaufen gesucht. Schr. Ang. unt. 03013 a.d. G.A. Einkocb-Apparar und Bläser z. kaufen gesucht. Schr. Ang. unt. 03001 a.d. G.A. | Verkäufe | Selten schöner NWWrU (Rüde) mit erstklassig. Stammbaum Umstände halber zu verkaufen. Schriftl. Ang. unt. 03005 an d. Gieß. Anz. Waschbütte, Eiche, 90 x 50cm, 25,-; schwarzer Mantel, Gr. 42, 20,-; 1 braunes Seidenkl.,Gr.42, 20,-; 1 Paar br. Wildlederschuhe Gr. 39, 12,- zu verkauf. 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