Montag. 23. März 1942 Gießener Anzeiger Annahme von Anzeigen für bte Mittagsnummer bis 81/, Uhr desBormittags Anzeigen-Preise: Anzeigenteil 7 Rvf. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Textteil 50 Rvf. je mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffel I Abs chlüss eMengenstaffel 8 Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/o mehr vrühlsche Universitätrdrllckerrl R. Lange General-Anzeiger für Oberhessen Siehen^Schulstrahe 7-9 192. Jahrgang Nr. 69 Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Gießener »>amilienblätter Heimat imBild DieScholle Bezugspreis: Monatlich.....NM.1.80 Zustellgebühr... „ -25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvrechanscklusr 2251 Drahtanschrift: „Anzeiger Postscheck 11686 Franlf./M. Iran — das türkische Problem. Von unserem Dr. W.-Korrespondenten. Aktivität verhindern, weil sie mit der Verteidigung ihrer beiden Länder vollauf beschäftigt seien. Während England 1917 den sowjetrussischen Einfluß aus Iran verdrängen konnte, hätten die Sowjets jetzt den Spieß umgedreht. Sei der sowjetische Plan erfolgreich, werde er erheblich zur V e r t e i d i ° gung der Naturschätze im Kaukasus beitragen, deren jährliche Oelproduktion 15 Millionen Tonnen betrage. Immerhin bestünden noch Zweifel, ob der Plan durchführbar sei. Sicherlich werde England alle möglichen Ränke schmieden, um seine Interessen in diesen Gebieten zu verteidigen und die Verbindung mit Indien sicherzpstellen. Die sowjeti- che Südpolitik richte sich auch ge.gen Armenien, worin die Türkei zweifellos eine starke Bedrohung ihrer eigenen Sicherheit erblicken werde. Offensichtlich zielten Moskaus Bemühungen darauf ab, Iran der Sowjetunion als eine weitere Sowjetrepublik einzuverleiben. Dieser Entwicklung könne Japan nicht uninteressiert zusehen, sie erfordere vielmehr seine größte Aufmerksamkeit. Indien und die Mission Cripps Bangkok, 21. März. (DNB.) Der Vizekönig von Indien hat nur an drei indische Parteien, die Kongreßpartei, die Moslem-Liga und die Hindu- mahasabba Einladungen zur Besprechung mit Berlin, 22. März. (DNB.) Nach den beim Oberkommando der Wehrmacht vorliegenden Meldungen haben die Kämpfe an der Ostfront in der vergangenen Woche wiederum hohe Anforderungen an die deutschen Truppen gestellt. Wenn auch im Süden der Ostfront die Kälte vorübergehend nachließ, so war doch insbesondere im mittleren und nördlichen Frontschnitt die Kampftätigkeit durch strengsten Frost, eisige Schneetürme und meterhohe Schneeverwehungen behindert. Auf der Halbinsel Kertsch setzten die Bolschewisten ihre Angriffe die ganze Woche über fort. In fester Waffenkamerad- cha'it mit rumänischen Verbänden wurden alle Angriffe unter schwersten Verlusten für den Gegner und unter Abschuß von über 200 Panzern abge= wiesen. Ostwärts Taganrog —Stalino herrschte nur geringe Kampftätigkeit. Im Tsonez- gebiet kam es dagegen verschiedentlich zu lebhaften Kämpfen. Ostwärts Charkow wurde der Feind in heftigen Kämpfen nach Abwehr seiner für ihn verlustreichen Angriffe zurückgeworfen. Rumänische und ungarische Verbände waren daran erfolgreich beteiligt. Im mittleren Abschnitt erforderten die Kampfhandlungen infolge der großen Kälte und. des tiefen Schnees höchste Anstrengungen von den Truppen. Tag und Nacht mußten die Nachschubwege freigeschaufelt werden, um bei dem ständigen Wechsel von Angriff und Abwehr die eigenen örtlichen Angriffsunternehmungen erfolgreich durchführen zu können. Alle feindlichen Angriffe wurden unter hohen feindlichen Verlusten abgewiesen. Cripps in Delhi gesandt. Die beiden ersteren wurden aufgefordert, je sechs Vertreter zu senden, die letztgenannte Partei nur drei. Die Kongreßpartei hat die Meldungen dementiert, wonach Mahatma Gandhi, Pandit Nehru nebst anderen leitenden Männern in Delhi Cripps treffen würden. Einzig der Kongreßpräsident Maulana Azad wird die Kongreßpartei in Delhi vertreten. Der Präsident der Moslem-Liga, Iinnah, erklärte auf die Einladung des Vizekönigs, daß er bereit sei, Cripps zu treffen, daß jedoch die Moslem-Liga ihre Einstellung zu Cripps Mission erst mitteilen könne, wenn die Vorschläge der britischen Regierung bekanntgegeben worden seien. Der indische Nationalrat in Thailand erklärte, im Hinblick auf die Vorbereitungen des Vizekönigs Lord Linlithgow, die indischen Führer und mit ihnen das indische Volk werde in einen Waffen st ill st and milden Briten ein gelullt werden durch die Schauspielkünste der Agenten des Vizekönigs und vor allem durch den bolschewistischen Star aus London, Stafford Cripps. „Wir sind überzeugt, daß die indischen Nationalisten, die in Delhi dabei sein werden, nicht die Jahrzehnte des ungeheueren Kampfes von Millionen von Indern für die Freiheit vergessen werden. Auch werden ''e nicht die Verbrechen und Schandtaten der britischen Herrschaft in Indien vergessen. Als Vertreter der 400 Millionen, die durch die Briten versklavt und politisch, geistig un* wirtschaftlich ruiniert wurden, können die indischen Führer auf keinen Fall in dieser historischen Stunde verführt werden durch die leeren Gesten und nebelhaften Versprechungen der Briten." Harte Kämpfe bei strenger Kälte. Die Verpflichtung der Jugend. Einfachheit, Bescheidenheit und härteste Pflichterfüllung sind die Voraussetzungen für die Bewährung im Leben. Im N o r d a b s ch n i t t fanden südostwärts und nordostwärts des Ilmensees erfolgreiche Abwehrkämpfe statt. An der Einschließungsfront von L e - ningrad wurden fast täglich Rüstungswerke, Werften und Flugplatzanlagen wirkungsvoll beschossen. An der finnisch-karelischen Front und in Lappland waren deutsche Truppen in engster Waffenkameradschaft mit finnischen Verbänden bei örtlichen Kämpfen erfolgreich. Die Luftwaffe unterstützte durch Bomben- und Tiefangriffe die Heeresverbände besonders auf der Halbinsel Kertsch, vor Sewastopol und am Ilmensee. * Im mittleren Abschnitt der Ostfront wurden am 20.3. die Stellungen eines deutschen Korps von den Bolschewisten mit Panzern angegriffen. Es kam zu heftigen Kämpfen, in deren Verlauf die deutsche Infanterie den Feind in seine Ausgangsstellungen zurückwarf. Dabei wurden sieben z. T. schwere Panzer vernichtet. Fünf allein durch Infanteriewaffen. An einer anderen Stelle führten die deutschen Truppen ein Angriffsunternehmen durch, das auf harten Widerstand und auf gut ausgebaute, zäh verteidigte bolschewistische'Stellungen traf. Trotz des schwierigen Geländes, der großen Kälte und der ungünstigen Schneooerhältnisse konnte sich die Infanterie gegen den zahlenmäßig überlegenen Gegner vot- wärtskämpfen und das Angriffsziel erreichen. Gegenangriffe hes Feindes unter Einsatz von Panzern wurden in erbitterten Kämpfen abgewehrt und mehrere Panzer neuester Bauart vernichtet. Hunderte von gefallenen Bolschewisten blieben auf dem Kampffeld. Istanbul, März 1942. Wo überall im Iran heute Sowjettruppen stehen, vermag niemand zu sagen, der nicht an entscheidender Stelle in der Nayostaoteilung des sowjetischen Generalstabes tätig ist. Für die Beurteilung der politischen Situation ist aber diese Kenntnis auch gar nicht entscheidend. Wesentlicher ist, daß die Sowjettruppen die Demarkationslinie, die in dem sowjetisch-iranischen Pakt festgelegt wurde, überschritten haben und sich geaen Süden vorwärts bewegen. Für den Moskauer Generalstab ist diese Bewegung vorläufig ohne sonderliche Problematik. Ein Widerstand Englands ist nicht zu erwarten, weil dieser, obgleich für England lebenswichtige Punkte besetzt werden, nicht geleistet werden kann. Und für den sowjetischen Generalstab selbst sind diese Bewegungen nichts als eine Umgruppierung der an sich tiefgestaffelten Reserven der -um Schutz der Kaukasusfront bestimmten russischen Armee. Daß diese Reserven nicht in den Reservequartieren verludern, wohl aber trotzdem ihren ursprünglichen Operationsbestimmungen an der deutsch-russischen Front noch nicht entzogen werden, denn die Reservestaffelung ist im modernen Krieg eine außerordentliche Stärke, das ist für die militärischen Dispositionen der Sowjetunion vorläufig vielleicht sogar ein Vorteil. Nebenbei steckt man noch einiges ein, was man eigentlich vor kurzem als dem englischen Bundesgenossen gehörend betrachtet hatte. Ist es nicht seine Schuld, wenn er nach dem Zusammenbruch in Ostasien seiner Forderung nur mehr mit juristischen Begründungen, die in Moskau billig sind wie Stroh, Nachdruck geben kann? Das Entscheidende in der Gegenwart ist das Ueberschreiten der Demarkationslinie und der Marsch der russischen Kolonnen gegen Süden. Das Entscheidende während der nächsten Tage, vielleicht während der nächsten Stunden, wird sein, ob ein Teil dieser sowjetischen Kolonnen eine Schwenkung nach Westen und direkt auf Mossul nehmen wird, wobei Mossul das Ziel, aber auch der Ausgangspunkt neuer Aktionen sein kann. Die Entscheidung hierüber wird wiederum, wenn sie nicht bereits gefallen ist, ausschließlich in Moskau getroffen werden, denn London ist außerstande, den Versuch zu unternehmen, die Richtung der sowjetischen Aktionen im Nahen Osten zu beeinflussen oder gar zu bestimmen. Wenn aber die Sowjetarmee diese mögliche Schwenkung nach Westen vornimmt, dann ergibt sich in der Kräfteverteilung des Nahen Ostens ein neues Bild, und weil, dem so ist, ist Ankara voll Spannung auf den Gang der sich an ben- Ostgrenzen der Türkei abrollenden Ereignisse. Es betrachtet sie als Zuschauer, aber doch voll innerlicher Erregung. Die Politik der Türkei ist seit Ausbruch dieses Krieges durch eine unterstrichene Erwägung bestimmt. Diese Erwägung ist: der Staat soll, der Staat muß außerhalb des Krieges bleiben. Jeder Gedanke, jedes Wort, jede Handlung türkischer (Staatsmänner, mögen ihre Sympathien wo immer stehen, waren und sind ausschließlich von diesem Gedanken beherrscht. Immer wird betont, daß das Vertragssystem, das während der letzten Jahre aufgebaut wurde, ausschließlich nach diesen Erwägungen orientiert war. Weil aber bas Heraushalten des Staates aus den kriegerischen Verwicklungen zum obersten politischen Prinzip erhoben wurde, wissen die türkischen Staatsmänner, daß vertragliche Bindungen zwar viel, aber nicht alles sind. Was geschieht, wenn an Stelle der englischen Nahostarmee ganz oder teilweise die Rote Armee tritt mit dem ihr eigenen strategischen und politischen Ziel, das anders geartet ist als die, die die englische Nahostarmee kraft ihrer politischen und strategischen Funktion haben mußte? Mit der ruhigen Maske eines Orientalen begutachten die Staatsmänner der Türkei den Vormarsch russischer Kolonnen längs ihrer Ostgrenze. Ihren inneren Erregungen wird kein Ausdruck gegeben. „Wir werden immer verteidigungsbereit sein. Wenn es uns unmöglich sein sollte, den Krieg zu vermeiden, werden wir unsere patriotische Pflicht mit Ehre und Würde erfüllen." Das war es, worau' der türkische Staatspräsident in Smyrna in seiner letzten Rede den Akzent setzte. Oer Sowjet-Vorstoß im Mittleren Osten. Adana», 21. März. (DNB.) Nach Meldungen aus Iran hat die Sowjetunion die Absicht, ihre Besatzungstruppen in Iran bis zum Persischen Golf vorrücken zu lassen. Die Bolschewisten begründen ihre Forderung nach einer Aenderung der sowjetisch-britischen Demarkationslinie damit, daß die Verbindungslinien nach den Einfuhrhäfen im Persischen Golf verbessert und gegen jede Bedrohung geschützt werden müßten. Die Sowjettruppen sollen bereits in der Gegend von Suleimanya (Mos- sulgebiet) und Chanikin (an der iranisch-irakischen Grenze) stehen und Vorbereitungen zur Besetzung des gesamten westlichen Teiles von Iran bis zum Persischen Golf getroffen haben. Das Echo in Japan. Tokio, 22. März. (DNB.) Unter der Heber- schrift „Die Sowjets bereiten einen südlichen Vormarsch vor" schreibt Tokio Nitschi Nitschi, die Nachrichten über die Ausdehnung des bolschewistischen Einflusses im Irak und in Iran sowie über die Zusammenziehung sowjetrussischer Truppen entlang der afghanischen Grenze machten es klar, daß Sowjetrußland aus dem Verschwinden des britischen Einflusses aus Westasien im Interesse einer Bolschewisierunq Irans und' des Irak Kapital zu schlagen beabsichtige und gleichzeitig Vorbereitungen gegen eine deutsche Frühjahrsoffensive treffen wolle. Weder England noch Amerika könnten diese sowjetische Berlin, 22.März. (DNB.) Im ganzen Reich begingen am Sonntag die 14jährigen Junges und Mädel den „Tag der Verpflichtung der Jugend". Die R e i ch s f e i e r fand in Berlin im Deutschen Opernhaus statt. Zur Rechten und zur Linken der Bühne grüßten Fahnen der HI. und der Partei. Auf der Bühne hatten Jungen und Mädel des 23 er-- pflichtungsjahrganges Aufstellung genommen. Eine Jntrada für Orgel führte in die feierliche Stimmung dieser Stunde ein. Das gemeinsame Lied „Deutschland, heiliges Wort" leitete über zu einem Führer- wort. Der Chor „ßanb, mein Land", vom Mozart- chor und der Rundfunkspielschar der Berliner HI. vorgetragen, bereitete die Ansprache des stellver- tretenden Gauleiters Staatsrat G ö r l i tz e r vor. Angesichts der großen Vergangenheit unseres Volkes und der gewaltigen Anforderungen der Gegenwart richtete er an die nun ins Leben tretende Jugend einen eindringlichen Appell, ihrem Volk gegenüber allezeit freudig ihre Pflicht zu turt: Nach seiner Rede stimmte das Orchester des Gebietes Sachsen der HI. unter Stabführung des Hauptgefolgschaftsführers Dr. Walter Meyer-Giesow van Beethovens 3. Leonoren-Ouoertüre an. Heichsiugendführer Axmann sprach bann. Er sagte, daß biefe Jugend heute in Dankbarkeit ihrer Lehrer gedenke, die ihnen viel gegeben haben. Die meisten würden nun in einen Beruf eintreten. Es gelte, die Tradition fortzufüh- ren und dem Ruf neues Leben zu schenken, der den deutschen Arbeiter 3um besten der Welt erhoben hat. Im Deutschland Adolf Hitlers sei für jeden Tüchtigen der Weg nach oben frei. Jedem werde Ehre und Lohn zuteil, der sich einer harten Pflicht- erfüllung unterziehe. Der Reichsjugendführer gedachte besonders der Tausende von Jungen und Mädel, die sich zum Landdienst der Hitler- Jugend gemeldet haben. Durch eine harte Lehrzeit bereiten sie sich auf die schweren Aufgaben des Bauern und der Bäuerin vor. Sie führten im Osten das Werk der großen Männer unserer Ge- schichte weiter, dem auch heute noch die Nation ihr Leben verdankt. Neben dem vielfältigen Kriegssin- satz würde die Jugend an die Kraftquellen unseres Volkes, zu seiner Kultur und Kunst, hingeführt. Wer Goethe und Schiller, wer Bach ober Mozart empfinden und verstehen könne, der liebe Deutschland inbrünstiger als jene, die in ihm nur den bequemen Schauplatz ihres kleinen täglichen Lebens sehen. Schließlich forderte der Reichsjugendführer die Jungen und Mädel auf, einer kämpferischen Gesinnung zu leben nach dem Vorbild der alten Kämpfer der nationalsozialistischen Revolution und der tapferen Soldaten dieses Krieges. Nur wer sich i n Gehorsam und Disziplin Übe, werde einst führen und befehlen können. Natürlichkeit, Einfachheit, Bescheidenheit und härteste Pflichterfüllung seien die Voraussetzungen für die Bewahrung im Leben, das noch vor ihnen liege. „Verehrt die großen Heroen des Geistes und des Kampfes! Verehrt die Helden dieses Krieges, unter denen ihr mit Stolz euere Väter und Brüder wißt, und entzündet eure Herzen an ihren unvergleichlichen Taten! Seid vor allem dankbar euren Eltern, denn dieser Tag ist ihr Feiertag. Sie haben euch in eurem Leben alles gegeben! Gebt es ihnen zurück durch Liebe und Anständigkeit! Verpflichtet euch zum treuen Dienst in unserer herrlichen Bewegung, ohne die wir nicht mehr leben können! Erkennt und emp- finbet das eine: Es ist ber Wille der göttlichen Vor- fchung, daß ihr im beutfchen Volk geboren seid. Gedenkt in Ehrfurcht der Opfer, die für Deutschland gebracht worden sind! Drum sei euch heilig das Reich! Wenn unsere Frontsoldaten aus diesem Kriege mit siegreichen Fahnen in die Heimat ziehen, dann mögen sie in eurer Haltung und eurem Anblick die Erfüllung ihres Kampfes finden." Nach dem Lied „Heiliges Vaterland" trat ein Hitler-Jugend-Führer vor seine Kameraden und forderte sie auf, den Schwur abzulegen: „Ich gelobe und verspreche, in der Hitler-Jugend allezeit meine Pflicht zu tun, in Liebe und Treue zum Führer und unserer Fahne." Die festliche Musik für Orchester von Othmar Gerster erfüllte den Raum. Sodann erhoben sich alle zu Ehren des Führers. Die Nationalhymnen erklangen. Mächtige Klänge der Orgel, ge- Frankreichs „nationale Ausrüstung". Man kann sich wohl nur sehr schwer ein zutreffendes Bild davon machen, wie schwer und wie tief ber französische Nationalstolz durch die Niederlage des Jahres 1940 getroffen worden ist; ber deutsche Soldat, ber bie besetzte Zone kennengelernt hat, könnte manches anschauliche Beispiel dafür nennen. Für den Durchfchnittsfranzosen ist mit Compiegne alles zusammengebrochen, was für ihn Frankreich hieß, und es ist bestimmt keine leichte Aufgabe für bie Männer um Marschall Petain, eigentlich überall neue Wege zu suchen und zu beschreiten. Auch und gerade im wirtschaftlichen Bereich! Denn es ist erst drei Jahre her, daß Reynaud ein auf drei Jahre berechnetes Wirtschaftsprogramm mit liberalerem Preis, Kredit- Und Wirtschaftsregime als bislang forderte ... Der neue „Französische Staat" (der an die Stelle der Rspublique Franxaise treten soll) hat von P6- tain die Leitmotive „Arbeit, Familie, Vaterland" erhalten und will einen „Plan der nationalen Ausrüstun g" verwirklichen, dessen erster Abschnitt auf zehn Jahre Dauer bemessen ist. Da Frankreichs Wirtschaft über keine auch nur einigermaßen brauchbare Selbstverwaltung verfügt, experimentiert man auf diesem Gebiete vorerst ohne durchschlagenden Erfolg. Um die erforderliche Neuordnung und Rationalisierung, Planung und Lenkung wird viel geredet und geschrieben; man will alle bisherigen Berufsorganisationen beseitigen und mit ihnen übertriebenen Individualismus und Klassenkampf, aber praktisch ist zur Erzielung ber notwendigen Zusammenarbeit noch kaum etwas getan. Dabei sollte auch und gerade in diesem Sektor das deutsche Beispiel zeigen, wie man derlei vernünftig anpackt ... Landwirtschaft, Bodenschätze und Ar- b e i t 5 t r a f t sind die großen Aktivposten der französischen Wirtschaft, bte gegenwärtig aber mit folgenden Faktoren rechnen muß: Nordfrankreich ist besetzt, die Kanal, und Atlantikküste ist Kriegszone, ber Heberseeverkehr ist selbst im Mittelmeer sehr weitgehenb blockiert, Rohstoffversorgung und Transportausgaben bereiten gewaltige Schwierigkeiten. Trotzdem haben staatliche wie private Initiative schon jetzt eine beträchtliche Verlagerung des Außenhandels fertiggebracht. Das Reich steht naturgemäß an der Spitze; Abmachungen mit Norwegen und Bulgarien sind neuerdings geschlossen worden, solche mit Schweden und Kroatien werden in Kürze folgen. Noch birgt Frankreichs Landwirtschaft gewaltige Entwicklungsmöglichkeiten. Man hat 1941 über eine Million Hektar neu ober roieber unter den Pflug genommen, etwa ein Gebiet von ber Größe der Niederlande mehr als 1940. Die Not zwingt dazu, mit der Vergeudung heimatlichen Bodens Schluß zu machen, weil Heberfeezufuhren ganz und Zuschüsse aus den eigenen Kolonien großenteils fehlen. Die Erzeugung an Weizen, Obst, Gemüse, Wein, Oelfrüchten kann und muß noch erheblich gesteigert werden, nicht anders die aus Rindvieh- und Schweinezucht, Seidenbau, Fischfang usw. Neben die Steigerung der Anbauflächen muß die Bodenverbesserung treten, in manchen Gebieten die Aufforstung. Auch für die Kolonien bleiben gewaltige landwirtschaftliche Projekte offen. Man denkt an große Bewässerungsanlagen im Nigergebiet zur Nutzbarmachung von spielt von Profesior Dr. G. Frotscher, gaben der Feierstunde einen würdigen Abschluß. Oie Feier in Frankfurt. NSG. In der Gauhauptstadt Frankfurt verpflichteten sich über 2000 Jungen und Mädel in einer würdigen Feierstunde, zu der auch Gauleiter Sprenger erschienen war, dem deutschen Volke und ber Idee Adolf Hitlers. Der große Saal des Saalbaues leuchtete im Schmuck ber HJ.-Fahnen. Auf ber Bühne hatten Orchester und Chor der Standortspieleinheit der HI. Platz genommen. Im Saal saßen bve Vierzehnjährigen. Unter ben Ehrengästen aus Partei, Staat und Wehrmacht sah man auch ben Frankfurter Jungbannführer Hellar R i e • per, der seinen Genesungsurlaub von einer im Osten erlittenen Verwundung dazu benutzte, um seine Pimpfe wiederzusehen. In ben Logen und Rängen hatten sich die Eltern und Lehrer der Jungen und Mädel eingefunben. Der Festliche Marsch von Händel leitete bie Feierstunde ein. Nach einem Spruch des Führers sprach Rektor W a s s u m als Sprecher der Lehrer. Er betonte, daß diese Jugend, die'sich nun verpflichte, alles mit auf ben Weg ins Leben bekommen habe, was ein junger Mensch nur eben brauchte, er könne versichern, daß ber Beitrag der Schule an ber wissensmäßigen Festigung dieser Generation allen Erfordernissen entspräche. Die politische Erziehung in den Reihen des Deut« scben Jungvolkes sei die Ergänzung zu der rein scyulmäßigen Erziehung gewesen. Der Iungvolk- fonberbeauftragte, Oberfahnleinführer Regler, verabschiedete anschließend ebenfalls die Jungem Der f. Leiter ber Hauptstelle III des Bannes 81, Obergefolgschaftsführer Schauß, übernahm bie Vierzehnjährigen. Kreisleiter Schwebe! betonte, der junge Mensch werde heute frühzeitig vor ernsthafte Aufgaben gestellt, zu deren Lösung Verantwortung und Pflichtbewußtsein gehörten. Dafür aber habe gerade unsere Jugend das große Glück, in ber Zeit zu leben, in der der Führer Aufgaben meistere, an ber jahrzehntelang andere zerbrachen. Und dieses Glück gebe der Jugend die Kraft, Produktives zu leisten.'Mit den Liedern der Nation und dem Heil auf den Führer klang die FeierstuiÄe augb 100000 Quadratkilometer fruchtbarster Böden. Die oft genannte Transsaharabahn soll endlich gebaut werden und reiche Kohlenlager erschließen helfen, weil Kohle in der Heimat besonders für die Verarbeitung der riesigen Eisenerzvorkommen fehlt. Weiter könnten leicht Frankreichs große Torfvorkommen nutzbar gemacht werden, dazu seine sehr erheblichen Wasserkraftvorräte. Gerade für den Ausbau von Wasserkraftanlagen hat schon jetzt das Reich seine Hilfe eingesetzt^ wir hatten und haben besonders hieran ein starkes Interesse, weil die Verlagerung deutscher Aufträge nach Frankreich (wie nach Belgien und Holland) ausreichende Energiemengen voraussetzt. Und eine sinnvolle Lenkung des Arbeitseinsatzes könnte leicht noch Zehntausende guter Facharbeiter, z. B. für Flugzeug- und Schiffsbau, für Fahrzeug- und Maschinenindustrie, freistellen, um nur einige vordringliche Gruppen zu nennen. Eigentlich ist es erstaunlich, daß noch immer eine ziemlich beträchtliche Arbeitslosigkeit vor- handen ist. Chemische und Kunstfaserproduktivn sind nur zwei Sektoren der Wirtschaft, die für eine Erweiterung und Umstellung in Frage kommen, einen sehr gewichtigen weiteren stellt die Energiewirtschaft dar, die eine umfangreiche Verbundwirtschaft mit deutschen Gebieten plant. Auch aus anderen Gebieten sollen vorerst bedeutende öffentliche Aufträge ALHikfe schaffen. Wir nennen hier Aufträge zum Ausbau der französischen Handelsflotte. Manche Departements haben schon gute Leistungen auszuwe'isen. Sie stellen Fabriken auf andere Produktionszweige um, regulieren Flußläuse und bauen Äektrizitätswerke; während dies am Pyrenäenrande geschieht, sind an der Rhonemündung Trockenle- gungs- und.Kanalisierungsaibeiten im Gange, und der Hafen von Marseille soll aus einen Umschlag von jährlich 20 bis 25 Millionen Tonnen Gütern erweitert werden. Die Wiederherstellung von Straßen, Brücken und Kanälen ist fast überall im Gange. In Paris kommen Erweiterung der Fern- gasanlage, Ausbau der Untergrundbahn, Errichtung zahlreicher Hochbauten und Mietwohnungen neben zahlreichen Hausreparaturen dazu, weiter die Nie- derlegung alter Festungsanlagen, wie in Lyon, wo man große Ausfallstraßen zu bauen gedenkt. Mangel an Rohstoffen, Betriebsstoff und Transportmitteln geben manche harte Ruß zu knacken. Das wird auch für die geplanten Autobahnen gelten, deren 9000 Kilometer etwa 20 Milliarden Franken erfordern dürften. Drei Transversalen sollen von Le Havre nach der deutschen Grenze, von Cherbourg über Troyes zum Montblanc und von Nantes über Paris nach dem Osten führen, eine große Diagonale von Brest über Bourges und Lyon nach Marseille; deneben sind sechs weitere Linien projektiert, z. B. zwischen Aermelkanal, Atlantikküste und Mittelmeer (Cherbourg—Bordeaux- Nizza), zwischen La Rochelle und Genf, zwischen Calais und Perpignan usw. Neben dem Boden soll endlich auch wieder der Mensch in Frankreich die gebührende Wertung erfahren, das will Marschall Petain. Um der Land- fluchtzu steuern, fördert man jetzt die Rückwanderung von in die Industrie abgewanderten Bauern, Landarbeitern und Handwerkern. Man will das Landvolk mit besseren Wohnungen und Wegen auch materiell besser stellen, Genossenschaften sollen die Versorgung mit Maschinen und Düngemitteln übernehmen und für Bodenverbesserung und Flurbereinigung sorgen, daneben für Siedlung und Elektrifizierung eingesetzt werden. Die Bevölkerungspolitik bereitet in Vichy ernste Sorge. Zwischen 1875 und 1938 sank die jährliche Geburtenziffer von 1000 000 auf 600 000, und wenn sich die Bevölkerungsziffer auf etwa 40 Millionen hielt, so nur durch die Aufnahme von Ausländern, deren es 1906 eine Million gab, 1936 ober schon Millionen. 1938 brachte 35 000 mehr Sterbefälle als Geburten, und die Folgen des Krieges werden nicht weniger einschneidend sein. Dabei kommt es hier wie überall auf den Menschen entscheidend an, nicht nur auf seine Zahl. Ddm Menschen hängt die Schaffung und Belebung der neuen Verfassung ebenso ab, wie die neue regionale Verwaltungsreform nach Provinzen anstatt Nach Departements, die Durchsetzung neuer sozialer Erkenntnisse und die Dauerhaftigkeit des Ausschlusses von Juden und Freimaurern aus dem öffentlichen Leben. —ow. Umlenkung des südafrikanischen Handels nach USA. San S e b a st i a n, 23. März. (DNB.) Der südafrikanische Finanzminister H o f m e y e r erklärte, daß die Vereinigten Staaten jetzt endgültig den Platz In Nacht und Sturm. Von Gustav Frenssen. Ich war so zehn oder elf Jahre, und es wurde schon Dämmerung, da kam ein Telegramm von unserer Schwester, daß sie gegen Abend m Meldorf wäre. Ein Telegramm! Welch ein Aufsehen im Hause; wir hatten noch niemals eins bekommen! Und welches Aufsehen würde das nun wieder im Dorf machen! O, es war schon genug Aufsehen um unsere Schwester, daß sie Lehrerin werden sollte! Hatte man ie davon gehört, daß ein Mädchen Leh- rer würde, und noch dazu die Tochter eines kleinen Tischlers, der immer ein wenig verschuldet war? Was war zu tun? Unser Vater hatte noch die Bettstelle des Nachbarn zu machen. Also mußten wir Jungens los. Der Kleinste ... kam nicht in Frage. Also der Aelteste, so um vierzehn, und ich. Eilig in die Schaftstiefel und ein wollenes Halstuch ... daß der Hals dicker war als der Kopf ... und die Jacke zugeknöpft; denn Mäntel hatten wir nicht. Und nun hinaus! Es war schon dämmerig, und es wehte ein Sturm von der See her. Welche Wichtigkeit! Was find das für Leute, die da xu beiden Seiten der Dorfstraße hinter den erleuchteten Fenstern sitzen? Stubenhocker, Warmhalter! Wir aber: in die Nacht! In den Sturm! Weiter Weg. Wagnis! Tapferkeit! Notsache! Helfertat! Der Schwester, die vielleicht schon unterwegs war, entgegen in die Nacht. Es war wunderbar. Wir erreichten ein Dorf. Aber es geht weiter und immer weiter. Ein langer, mühsamer Weg. Langweilig? O nein! Sieh, ein Bild jagt das andere. Zur Linken in weiter Ferne das Leuchtfeuer von Helgoland. In klaren Sommernächten erhellt es bis zu uns den Himmel. Große Wogen rauschen auf: Schiffe erscheinen groß und dunkel. Ich höre das Klmgen der Glocken und Sirenen übers Feld. Dann fühle ich unsere Schwester nahen; sie kommt, uns noch unsichtbar, uns entgegen. Wir sind wohl zweieinhalb Stunden gewandert, da erreichen wir Meldorf und ziehen die lange Straße entlang. Da ... ein großes, frohes Haus mit einem Licht über der Tür und großem goldenem Namen: „Die Holländerei". Wir öffnen leise und schmal die Tür und stehen auf der Diele ... Ein großer, älterer, bartloser Mann fragt verwundert: „Na, was wollt denn ihr? ..." „Eine amerikanische Gegenoffensive im Pazifik undurchführbar." T o k i o, 22. März. (DNB.) Admiral a.D.N a- kamura führt in der Zeitschrift „Taiheiyo" den Nachweis, daß England und die USA. zu einer erfolgreichen Gegenoffensive gegen Japan nicht fähig seien. Die erhöhte Tätigkeit der deutschen U-Boot- Waffe mache dem Gegner den Schutz der atlantischen Seewege schwieriger denn je. Der Feind baue Luftschlösser, wenn er glaube, die Einkreisungsfront gegen Japan etwa auf der Linie Hawai— Australien—Indien wiederherstellen zu können. Amerikas Pläne, die von Japan besetzten Inseln im Südpazifik sowie Guam nacheinander zurückzuerobern, um dann das japanische Mutterland anzugreifen, seien schon deshalb undurchführbar, weil der USA.-Flotte in Hawai das Rückgrat gebrochen worden fei. Wenn einige Leute meinten, Amerika werde mit Beginn des Tauwetters überraschende U-Boot- und Luftangriffe überdie nördliche Route, von Alaska aus, unternehmen, so sei darauf hinzuweisen, daß es westlich von Dutch Harbour, dem USA.-Stützpuntt auf den Aleuten, angemessene Stützpunkte weder für U-Boote noch für Flugzeuge gebe. Außerdem sei die Entfernung nach Japan erheblich. Hinzu komme, daß Japans Bereitschaft im Norden „lustund wasserdicht" sei. Oie Kämpfe aus Neu-Guinea. Eingeborene plündern die Plantagen. B e r l i n, 22. März. (DNB.) Auf Neu-Guinea er. reichten schnelle japanische Abteilungen einen Punkt- etwa 100 Kilometer von Port Moresby, der Hauptstadt von Papua. Die japanische Luftwaffe belegte wiederum Port Moresby, Somerset in Norüaustra- lien und Port Darwin mit Bomben, In Port Darwin wurde ein Handelsschiff mittlerer Größe in Brand geworfen. Unter den Eingeborenen Neu- Guineas sind Unruhen ausgebrochen. Sie haben im östlichen Neu-Guinea australische Polizei überfallen und niedergemacht. In den dichten Urwäldern am Sepiksluß bekämpfen sich die Eingeborenenstamme mit Blasrohren, Bumerangs und ähnlichen Waffen. Die Eingeborenen sollen auch auf den Plantagen plündern und die Gebäude zerstören. Die wenigen Engländer und Australier, die noch in den erwähnten Gegenden zurückblieben, sind ernsten Gefahren ausgesetzt. Die wilden Bergstämme sollen sich mit den Kannibalen des Flachlandes vereinigt haben und nun gemeinsam eine systematische Plünderung iber Plantagen begonnen haben. Die Behörden bezeichneten diese Eingeborenenunruhen als völlig unerwartet und sehr ernst. Attentat auf Ex-präsident Quezon. Tokio, 22.März. (Europapreß.) Der frühere Präsident der Philippinen, Manuel Quezon, ist in der Nacht zum 17. März im Alter von 64 Jahren an den Folgen einer Verletzung in der Hauptstadt der Philippinen-Insel Panay gestorben. Die Verletzung sei Quezon, wie es in der Domei-Meldung heißt, durch ein Attentat bergebracht worden. Die japanische Nachrichtenagentur Domei will auf Grund zuverlässiger Berichte erfahren haben, daß der ehemalige Präsident der Philippinen, Manuel Quezon, ausBefehl vonGeneral Mac Arthur ermordet worden sei. Nach der Wei- B Quezons, mit General Mac Arthur nach lien zu fliehen, habe der nordamerikanische Qb'erkommandierende den Befehl erteilt, Quezon zu beseitigen. Am Abend des 17. März hatte der Sender der Insel Cebu unter Berufung auf eine Mitteilung des Oberkommandos der nordamerikanischen Streitkräfte auf den Philippinen bekanntgegeben, traft Quezon am Nachmittag einem „Bluthusten" erlegen fei. in der südafrikanischen Versorgungsschiffahrt erobert hätten, der jo lange von England gehalten worden sei. Die Tonnageschwierigkeiten und die Umstellung der brittschen Industrie auf Rüstungszwecke habe zur praktischen Ausschaltung der englischen Schiffahrt nach Südafrika gefichrt. Fast alle Schiffe, die augenblicklich mit Südafrika Handel treiben, fuhren unter USA.° Flagge. Die Nordamerikaner bemühten sich, durch systematische Entwicklung und.Vermehrung der Schiffahrtslinien nach Kapstadt den gesamten südafrikanischen Handel nach den Vereinigten Staaten umzulenken. Mehrere nordamerikanische Reedereien planen den Einsatz neuer schneller Schiffe, durch die die Reisedauer zwischen Neuyork und Kapstadt wef entlieft herabgesetzt werden soll. Oer Wehrmachtbericht vom Gamstag. DNB. AusdemFÜhrerhauptquartler, 21. März. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Auf der Halbinsel Kertsch setzte der Feind seine erfolglosen Angriffe fort Weitere 16 sowjetische Panzer wurden vernichtet. 3m Hafen der Festung Sewastopol versenkten Sturzkampfflugzeuge ein Handelsschiff von 4C00 BRT. und beschädigten einen großen Tanker so schwer, daß mit seiner Vernichtung zu rechnen Ist. Dombenvolltresser in einer Schiffswerft, einem Kraftwerk und in Brennftoff- lagern richteten große Zerstörungen an. 3m Do- nezge6iet sowie im mittleren und nördlichen Frontabschnitt wurden weitere Angriffe der Sowjets abgewiesen. Bei erfolgreichen eigenen Angriffen hatte der Feind hohe blutige Verluste. Schwere Artillerie beschoß mit guter Wirkung kriegswichtige Anlagen in L e n i n g r a d. 3n der Zeit vom 13. bis 20. März verlor die sowjetische Luftwaffe 336 Flugzeuge; davon wurden 298 in Luftkämpfen und 14 durch Flakartillerie abgeschossen, der Rest am Boden zerstört. Während der gleichen Zeit gingen an der Ostfront 22 eigene Flugzeuge verloren. Auf Malta wurde der Flugplatz La Venezia „Unsere Schwester abholen —" „Zu Fuß? »Ha, zu Fuß ..." „Ach, du liebe Zeit!" Er öffnete die Tür, und da sitzt unsere Schwester, und wir geben ihr die Hand, und wir müssen eine Tasse Tee trinken, ein Getränk, das wir nicht kennen. Der große würdig aussehende Mann sagt, daß es unmöglich wäre, daß wir den Weg wieder zu Fuß machen, zumal der Wind nach Südwesten drehe. Nein, das ginge nicht. Wir müßten einen Wagen nehmen. Emen Wagen? Für uns? Es wird immer mehr ein Märchen. Es wird ungeheuerlich! Aber wer soll die Kosten bezahlen? Wer? Ich weiß gewiß, daß wir alle drei sogleich an die Kosten denken, an nichts anderes als an die Kosten. Der Wirt denkt sicher nicht an die Kosten, nein, man sieht ihm deutlich an, daß er die nicht erwägt, überhaupt nicht an sie denkt. Aber wir ... Der große Mann geht hinaus und bestellt den Wagen. Na ja! Hoffentlich nicht einen mit vier Pferden in Silbergeschirr. Denn dann werden wir unser Haus verkaufen müssen! Und dann geraten wir ins Armenhaus und kommen nie aus der Leute Mund. Der Wagen kommt: ein kleines Halbdeck, mit einem schmalen Pferd davor, auf dem Bock ein zusammengesunkener Kutscher, der kein Wort sagt, weil er zu tief in seinem Rock und Halstuch sitzt. Wir drei hinter ihm unters offene Lederdach. Wir schwanken los. Wir sagen alle drei kein Wort. Der Sturm fährt ja gerade gegen uns an und nimmt uns den Atem. Wir beiden Jungens sind ja auch zu erstaunt und erschrocken. O, wir haben in der Familie wahrhaft keinen Mangel an Einbildungen: aber dies geht darüber! Wir ... in einem Extrawagen? Keiner aus der ganzen Dorf- schule hat je in einem Extrawagen gesessen. Es kommt wohl vor, daß keine fünf Groschen im Hause sind. Wie peinlich, wenn dies Geld, gerade dies Geld von einem Nachbarn geborgt meroen müßte. Und wenn das mit dem Geld gut geht, welches Gerede wieder im Dorf! Ach, wir find oft im Gerede, weil unser Later so viel ist: Tischler, Zimmermann, Glaser, Maler; und außerdem noch allerlei unternimmt, z. B. ein wenig Landmann ist oder eine Dreschmaschine tauft und führt; am meisten aber, weil er mit feinen Kindern so hoch hinaus und der Hafen La Valetta am Tage von deuffchen Kampfflugzeugen in rollenden Angriffen mit Sprengbomben schweren und schwersten Kalibers belegt. 3n Luftkämpfen über der 3nsel und in Rord- afrika verlor der Feind fünf 3agdftugzeuge. Deutsche Unterseeboote versenkten vor der amerikanischen Küste und vor W est - afrika sechs feindliche Handelsschiffe mit zusammen 35 000 VRT. sowie ein Küstenwachschiff der US2l.-Kriegsmarine. Beim Angriff auf einen Geleitzug im Atlantik erzielte ein Unterseeboot vier Torpedolreffer. Der Erfolg konnte jedoch wegen starker Abwehr nicht beobachtet werden. 3m Seegebiet um England versenkte die Luftwaffe aus einem Geleitzug heraus einen Frachter von 4000 VRT., ein weiteres großes Handelsschiff wurde durch Bombenwurf beschädigt. Die Bedienung eines Panzerabwehrgeschühes mit Unteroffizier Schott als Geschützführer und dem Gefreiten IN ü l l e r als Richtschütze hat am 15. und 16. März an der Ostfront 10 feindliche Panzer abgeschossen. Bei den Operationen deutscher Unterseeboote im amerikanischen Raum hat sich das Unterseeboot unter Führung von Korvettenkapitän Poske besonders ausgezeichnet. Oer Wehrmachtbericht vom Sonntag. DRV. Aus dem FührerftFUptquartier, 22. März. Das Oberkommando bet Wehrmacht gtbl bekannt: Auf der Halbinsel Kertsch wurden erneute Angriffe des Feindes abgewiesen. Auch an mehreren Abschnitten der übrigen Ostfront lebhafte beiderseitige Gefechtskätigkeit. Angriffsunternehmungen deutscher Truppen waren erfolgreich. Die Beschießung kriegswichtiger Anlagen in Leningrad wurde mit beobachteter Wirkung fortgesetzt. Die Luftwaffe bombardierte die Hafenanlagen von Kertsch und griff vor allem im Donezgebiek, im mittleren Abschnitt der Ostfront sowie südlich des 3lmensees mit starken Kampf- und 3agdflieger- kräflen wirksam in die Erdkämpfe ein. Bei Luft- wikl. Ach, immer ein Gerede! Aber es ist doch jetzt ein unsagbares Wunder! Das Wunder wird noch größer. Wie wir die Ecke erreichen, wo der Weg ostwärts nach unserem Dors zu liegt, tut das Pferd wohl einen Fehltritt. Ein Sturmstoß faßt es ... da liegt es! Mein Bruder, als Dorfkind, hinunter vom Wagen. Er greift mit an. Ich stehe verwundert und etwas dumm dabei. Das Pferd kommt wieder hoch! Die Deichsel hat nur einen Knick. Es geht weiter. Wir erreichen das Dorf. Wir fahren vor die Wirtschaft, die damals links vor der Kirche stand, da wo jetzt im Gras der große Stein steht. Und nun kommt es: der Kutscher will sechs Mark! Ich frage meine Schwester leise, ob sie Geld hat; sie schüttelt mit dem Kopf: „Vater wird es haben." Ich — mit Angst im Herzen und in den Augen — nach unferm nahen Haus und berichte — Gott fei Dank, der Vater hat das Geld und geht gleich mit. Auch ich gehe wieder mit. Denn ich muß den Wagen sehen, so lange er noch sichtbar ist. Dann gehen wir alle nach Hause. Und nun sitzen wir alle um den Disch, und die Schwester erzählt, und wir.hören zu. Und dann liege ich in meinem Bett, und der Weststurm kommt ungehindert vom Deich her über die Felder und stoßt gegen das Fenster. Und alles, was ich erlebt und gesehen habe, Wirkliches und Unwirkliches, geht in langem Zug an mir vorüber. Und ich bin, indem ich noch alles einmal sehe und erlebe, in Sorgen tapfer. So wie immer die Stimmung in unserm ganzen Hause ist. Und wie sie noch heute ist. Der Film in ?apan. Die Japaner lieben es bei allen Arten von Aufführungen, daß sie sehr lange dauern. So hat auch her Film bei ihnen eine durchschnittliche Länge von wenigstens 5000 Metern, so daß die Vorführung gegen vier Stunden in Anspruch nimmt. Die längste Dauer wurde von dem Film „Neushew" erreicht, der etwa 8000 Meter hatte und sieben Stunden hintereinander beanspruchte. Nach dem Erfolg, den er hatte, muß man annehmen, daß auch dieser Riesenfilm die Zuschauer aufs höchste befriedigte. Die japanischen Filme erzielen auch eine sehr große Zahl von Aufführungen. So blieb der Film „Die Patrouille" in den Hauptlichtspieltheatern von Tokio drei Monate ununterbrochen auf dem Programm, an griffen auf Lifenbahnanlagen wurden 24 Rachschubzüge der Sowjets schwer getroffen und große Zerstörungen in Ausladebahnhöfen verursacht. Am gestrigen Tage verlor der Feind an der Ostfront 51 Flugzeuge. An der Swir-Front zerstörten finnische Luststreitkräfte am 20. März motorisiert« feindliche Kolonnen. 3n Rordafrika wurden britische Kräfte bei dem Versuch, in die deutsch-italienischen Stellungen einzubrechen, zurückgeworfen. Durch Vombenvolt- tresser und Beschuß mit Bordwaffen wurden eine größere Anzahl britischer Panzerspähwagen und Kraftfahrzeuge vernichtet, zwei Batterien außer Gefecht gesetzt und mehrere Flugzeuge am Boden beschädigt. Auf Malta griffen starke Verbände deut- scher Sturzkampfflugzeuge während des ganzen Tages militärische Anlagen der 3nsel an. Hierbei wurden die Flugplahanlagen von La Venezia schwer getroffen und sechs britische Flugzeuge am Boden zerstört. Vier weitere feindliche Flugzeuge wurden in Luftkämpfen abgeschossen. 3m Mittel- meer griff ein deutsches Unterseeboot einen stark gesicherten britischen Geleitzug an und versenkte vor Sollum einen Zerstörer der 3ervis-Klasse. Bei den Unternebmungen gegen feindliche Kriegs- und Transportschiffe vor der Lyrenaika hat sich das Unterseeboot unter Führung von Kapitänleutnant kraus besonders ausgezeichnet . Tagung der Propagandisten der Partei. NSG. Die Gaupropagandaleitung hatte die Kreispropagandaleiter, die Mitglieder des Gauringes und die Gauredner der NSDAP, zu einer Arbeitstagung ins Adolf-Hitler-Haus der Gauhauptstadt einberufen. Der Vertreter des Gaupropagandaleiters, Kreisamtsleiter Pfeil, vermittelte den Teilnehmern die Richtlinien für die Propagandaarbeit der kommenden Wochen. Landesobmann W e i n tz nahm zur ernährungspolitischen Lage des deutschen Volkes Stellung. Gaupropagandaleiter Stöhr, der sich auf der Fahrt an die Ostfront befindet, nahm an der Tagung teil. Der G a ul e i ter" sprach dann über den Einsatz der Redner und Aktiv-Propagandisten im Freiheitskampf des deutschen Volkes und über Sinn und Zweck der Propaganda als Instrument der Volksführung in dieser entscheidungsreifen Zeit. Kleine politische Nachrichten. Auf der Ordensburg Sonthofen fand der Schluft- appell für die erstmals zur Entlassung kommenden älteften Jahrgänge der zehn Adolf-Hiller-Schulen statt. Reichsleiter v. S ch i r a ch überreichte 230 yungen das Diplom, das zum Studium an allen Hochschulen berechtigt. Nach der Verpflichtung auf die Partei und dem Trpueschwur auf den Führer übernahm Reichsorganisationsleiter Dr. Ley dis Adolf-Hitler-Schüler in die Obhut der Partei. Der Führer ließ durch seinen Chefadjutanten der Wehrmacht, Generalmajor Schmundt, deM Generalfeldmarschall von R u n d st e d t, der sich nach seiner Genesung wieder auf verantwortungsvollem Posten befindet, ein in herzlichen Worten gehaltenes Handschreiben überreichen, in dem er der hohen Verdienste des Feldmarschalls in Krieg und Frieden gedachte. * Italienische U-Bootjager versenkten im Mittelmeer weitere vier englische U-Boote. Roosevelt empfing am Samstag in Gegenwart von Harry Hopkins und Richard Casey den Sondervertreter des australischen Kabinetts in Amerika, Evair, zu längeren Besprechungen. Molotow hat am Samstag den neuen britischen Botschafter Kerb zu einem Antrittsbesuch emp- fangen. ♦ Auf den ägyptischen Premierminister Nahas Pascha wurde aus einer Menschenmenge ein Revolverschuß abgegeben, der den in der Begleitung des Premierministers befindlichen Verbindungsmann der brittschen Botschaft und der ägyptischen Regierung, Amin (Susman, verletzte. Der Attentäter wurde verhaftet. Der von Churchill nach Washington entsandte ehemalige britische Produktionsminister Lord B e a v e r b r o o k ist im Flugzeug in Lissabon ein» getroffen. Er wird mit dem nächsten Clipper-Flugzeug nach Washington weiterfliegen. und man hat berechnet, daß er im ganzen von nicht weniger als 20 Millionen Japanern gesehen worden ist. In den Städten beginnen die Kinoauffüh» rungen, natürlich in normalen Zeiten,, nicht vor 17 Uhr, um gegen Mitternacht zu enden. Die Eintrittspreise springen von 12 Pfennigen nach unserem Geld ohne liebergang auf 3 bis 6 Mark. Bei den letzteren sind die üppigen Polster reich geschmückt. Es gab auch eine Zeit, in dek es für die beiden Geschlechter verschiedene Plätze gab, aber dieser Unterschied ist feit dem Jahre 1935 aufgehoben. Für das Starwesen, wie es der amerikanische Film in so übertriebenem Maße kultiviert, gibt es im Film der Japaner keinen Raum, da man mehr Gewicht auf das Zusammenspiel Vieler legt; in der letzten Zeit haben jedoch zwei der besten Schars spielerinnen, Mieko Takamine und Tokiko Heda eine große Beliebtheit erlangt, nicht so sehr durch ihre Leistungen im Film als dadurch, das sie Rote- Kreuz-Schwestern geworden sind und ihren Dienst in den besetzten Gebieten angetreten haben. Nach dem Schauspieler Mirki Kareta wird ein Stipendium für das Studium des Filmwesens benannt, weil er der erste japanische Schauspieler gewesen ist, der in dem Krieg gegen die Amerikaner und Engländer gefallen ist. Der japanische Film kümmert sich mit der größten Sorgfalt darum, daß alle Gestalten des Films den gestellten Anforderungen völlig entsprechen. So werden alljäyrlich Wettbewerbe veranstaltet, in denen „dicke Schauspieler", „Schauspielerzwerge" oder auch „Niesen" und ähnliche Ausnahmeerschei- nung-.n gesucht werden. Im Jahre 1941 hat der dicke Schauspieler alle früheren Rekorde geschlagen, da er oei dem Wettbewerb 155 Kilogramm aufweisen konnte, die den Anforderungen des Lichtbildners völlig genügten. Die Gehälter der Schauspieler sind sehr niedrig oder vielmehr, sie stehen in direkter Beziehung zu dem Erfolge, den der Film hat. Wenn ein Schauspieler von einer Filmgesellschaft verpflichtet wird, so erhalt er ein fehr bescheidenes Monatsgehalt wie ein gewöhnlicher Angestellter, dazu kommt dann eine Beteiligung von 2 bis 10 v. H. an den Nettoeinnahmen von dem Augenblick an, in dem der Film Erträge abzuwerfen beginnt, nachdem alle zu feinet Herstellung gemachten Ausgaben erstattet worden sind, " ........ j chrt bat: ihrt euch, Ser Vorabend im Theater. Zur stimmungsmäßigen Vorbereitung auf den Jur Kartoffelversorgung eine die- Verdunkelungszeit: 23. Mürz von 20.39 bis 6.47 Uhr. Verpflichtung der Lugend in Gießen Auftakt im Theater. - Eindrucksvolle Feier in der Aula. werdet jetzt von der Schule entlassen, doch nicht aus der «schule, denn ihr tretet ein in eine neue Schule, die Schule des Lebens und damit in den Dienst der Volksgemeinschaft, in die große deutsche Schule, deren Lehrer und Erzieher des ganzen deutschen Volkes unser großer Führer-ist, der uns gelehrt hat: alles für Deutschland! Dieser Führer lehrt euch, sozial zu sein, er lehrt euch auch, national zu sein. Ich entlasse euch hiermit von der Schule, ihr Segen möge euch begleiten. Tretet nun ein in die Schule des Lebens und Berufes, tretet ein mit frohem Mut und Willen in die deutsche Schule. Euer leuchtendes Vorbild sei der große Führer des deut, schen Volkes Adolf Hitler! Anschließend folgte die- Verabschiedung der 14jährigen aus dem Jungvolk und ihre Uebernahme und Verpflichtung in die Hitler-Jugend, gefolgt von einem dritten Spruch, dem sich das Lied der, Hitler« düng aller Ralurhemmnlsse günstig gelegene Mieten zu öffnen, um die karloffellransporle in die Städte von Tag zu Tag zu verstärken und dann, wenn die Jlafur allgemein die Oeff- nung der Kartoffelmieten erlaubt, die von den Vewlrtschastungsskellen ungeordneten Kartoffelmengen aus den Markt zu bringen. Sollte die Oeftmmg der Mieten, die Aufbereitung der Mieten-Kartosfeln und die Verladung mit etwa schon möglichen Feldarbeiten zeitlich zusammenstoßen, so wird die Wehrmacht Soldaten unfi> Fahrzeuge für die Kartoffeloersorgung der 'Städte zur Versügun-g stellen. Ebenso ist die Par« tei mit ihren Gliederungen zum freiwilligen Einsatz bereit. Für unsere Verwundeten. Das Oberkommando der Wehrmacht veranstaltete durch die NS.'Gemeinschaft „Kraft durch Freude eine Filmvorführung in einem Lazarett. Es liefen die Wochenschau und der Film „Ein gefährliches Abenteuer". — In einem Lazarett zeigte Lehrer Appelmann im Auftrage der Kreisbildstelle die Filme „Bärenjagd in den Karpaten", eine „Fahrt zum Wetterwart aus der Zugspitze" und „Das Gruseln zu lernen". — Untft dem Motto „Meister der Romantik" waren zwei Veranstaltungen in Laza« retten. Professor Joses Pe ischer brachte mit Mu« deutsche Volk heute, am Vorabend der Verpflichtung, im ganzen Grotzüeutschen Reich zusammengekommen ist, um in feierlicher Gemeinsamkeit einen Abend zu verbringen, so geschieht dies, um die Geschlossenheit des deutschen Volkes und ganz besonders das Vertrauensverhältnis zwischen den Erziehungsfak- toren einerseits und der Jugend anderseits zum Ausdruck zu bringen. Man kann diese Verbindung zwischen Alter und Jugend nicht schöner gestalten, als wenn beide Teile sich zur gemeinschaftlichen Feier versammeln, in der sich die Gedanken zu d e m Manne hinlenken, der die Grundlage dafür geschaffen hat, überhaupt in dieser großen Zeit eine derartige Veranstaltung durchführen zu können. Weil das deutsche Volk weiß, was es seinem Führer olles verdankt, ist nun die 14jährige Jugend dieses Volkes aufgerufen, ein Treuegelöbnis auf den Führer abzulegen. Wir wissen alle noch nicht, was die Zukunft diesen jungen Menschen im einzelnen brin- gen wird, aber eines wissen wir und das ist unser Glaube: das gesamte deutsche Volk wird siegreich auf dem Felde der Ehre bestehen und nach diesem Siege wird es die deutsche Jugend sein, die die Früchte dieses grotzen Ringens ernten wird. Hieraus ergibt sich die heilige P flickt der deutschen Jugend, alles daranzusetzen, um sich der großen Taten unserer Soldaten an der Front würdig zu erweisen und alles zu tun, um den ihr gestellten Ausgaben gerecht zu werden. Wenn du, deutscher Junge, und du, deutsches Mädel, dich getreu der Verpflichtung, die du morgen ableistest, einsetzt für deinen Führer und dein deutsches Volk, dann wird es um die Zukunft dieses Volkes nicht schlecht bestellt sein. Kreisleiter Haus, Wetzlar, als Vertreter des beurlaubten Kreisleiters Backhaus richtete dann noch einen eindringlichen Appell an die Jugend und an alle Volksgenossen, stets und überall ihre Pflicht für Führer und Vaterland zu erfMen, dem großen Beispiel des Führers nachzuleben und nachzustreben, im Geiste des Nationalsozialismus sich allezeit einzusetzen für das Werk des Führers, für das deutsche Volk und Vaterland. Hierauf folgte die Ausführung des fünfaktigen Schauspiels ,4)er Reiter", die starken Beifall fand. Sie Verpflichtungsfeier. In der vollbesetzten Aula der UniverWät fand am gestrigen Sonnttvgmittag die Verpflichtungsfeisr statt, die einen sehr eindrucksvollen Verlauf nahm. Mit den Jungen und Mädeln hatten sich auch hier wieder die Eltern, Vertreter der Partei und ihrer Gliederungen, der Wehrmacht, der Behörden, der Schule, Betrlebsfuhrer, Lehrherren und zahlreiche weitere Ehrengäste eingefunden. Sie alle erlebten eine Feierstunde, die ihnen noch lange in Erinnerung bleiben wird. Rach dem feierlichen Einbringen der Fahnen lei- tete der Fanfarenruf Über zu dem festlichen Lied mit Elnleitungsmusik „Unsre Herzen sollen leuchten". Einem Dorspmch folgte der gemeinsame Gesang der Jugend Deutschland, HMges Wort", dem sich ein weiterer Dorspruch anschloß. Als Vertreter des Hoheitsträgers, Kreisleiters Backhaus, hielt dann der Gausachbearbeiter R ü f f e r eine Ansprache, in der er zunächst betonte, eine solche Feierstunde habe nur dann bleibende Kraft, wenn in ihr Besinnung und Tat lebendig würden, die hier ausgesprochenen Gedanken im Leben durch die Tat zur Ausführung kämen. So sollten auch die Kraft und Erlebnisstärke dieser Feierstunde ausstrahlen auf die kommende Zeit. Für die jetzt zu verpflichtenden Jungen und Mädel sei dieser Tag besonders bedeutungsvoll. Der Redner ermahnte sie, ihre Gedanken heute zuerst denen zuzuwenden, durch die sie sind, ihren Eltern, ihnen zu danken, nicht mit großen Worten, sondern mit dem Herzen. Diese Stunde sei vergleichbar mit den ' letzten Stunden des Soldaten vor der Schlacht. Dann sagte er zu den Jungen und Mädel u. a. weiter: Ihr steht vor einem neuen Lebensabschnitt, nicht verzeihen! Rein, das konnte er unmöglich, dazu wurzelte er viel zu stark in den ehrenfesten Traditionen seines Hauses! ... Ach, alles das, was sie ihm mit vielen Listen verborgen, mußte wie ein Schlag ins Gesicht dieser Tradition wirken ... Hatte sie den Vater damals, in dem mit fliegender Feder hingeschriebenen Brief auf der Peterbaude, nicht förmlich angefleht, ihr nie, nie wieder zu schreiben? Nun hatte er es doch getan! Diel schlimmer: nun wollte er selbst kommen — und ihr Glück zerschlagen! Die Warnungen der klugen kleinen Fips fielen ihr ein: „Es nützt nichts, dein Mann merkt es doch eines Tages!" Sie legte mit kalten Fingern die Serviette zusammen. „Laß mich jetzt nach oben gehen, Jan , bat sie: „Ich möchte allein sein ... Du hast recht, es ist im Grunde etwas Gutes und Erfreuliches. Aber es rührt so vieles in mir auf ... vieles, was ich längst tot geglaubt und wovon ich jetzt doch fühle, daß es nicht tot ist. Ich weih wirklich nicht, wie ich morgen meinem Vater gegenübertreten soll — du ahnst nicht, wie heftig und unbeherrscht er ist, ich bin sicher, es gibt eine schreckliche Szene ..." „Oho!" machte Fehr lachend: „Ich hoffe doch sehr, er wird sich als Gentleman benehmen. In jedem Falle erfreust du dich meines männlichen Schutzes! — Mach dir keine unnützen Gedanken, Kino. Ich bin sicher, es läuft alles harmonisch ab. Und das Ende ist Versöhnung und Freundschaft. Was ich dazu tun kann, wird geschehen." Marion legte ihm die Arme um seinen Hals und fühlte sich für eine Sekunde an seiner Brust geborgen. Dann stteg sie rasch in ihr Zimmer hinaus. Als Ehristian Fehr spät in der Nacht schlafen ging, zögerte er einen Augenblick vor Marions Tür. Er sah durch den Spalt über der Schwelle, daß das Licht noch brannte. Aber sie hatte gebeten, sie allein zu lassen, und er respektierte ihren Wunsch. Marion lag auf der Couch ausgestreckt, sie hatte sich eine kühle Kompresse auf die «Stirn gelegt, Berlin, 22. März. Amtlich wird mitgeteüt: Das auhergewöh-Mch langanhattende Frostwetter hat dazu geführt, daß die in den Städten ein gelagerten Kartvffelmengen sich stark verringert haben, well in der Zwischenzeit eine befriedigende Auffüllung durch neue Zufuhren nicht möglich war. Aus denselben Witterungs gründen ist aber auch die allgemeine Deffnung der Mieten auf dem Lande zur Zett noch nicht durchführbar. Es konnten bisher hauptsächlich nur diejenigen Kartoffeln vom Lande in die Stadt gebracht werden, die in den landwirtschaftlichen Betrieben Nicht elngemietet sondern eingekellert waren. Daraus erklärt sich die jetzige unbefriedigende Kartoffelversorgungslage in einer Reihe von Großstädten. Diese Lage ist allen Dienststellen, deren Aufgabe es ist, die Städte mit Speisekartoffeln zu versorgen, bekannt, und es sind allerorts alle Möglichkeiten gesucht worden, um trotz des starken Dauerftostes Kartoffeln in die Städte zu bringen. Es läßt sich mit Sicherheit auch für die allernächste Zeit Nicht voraussagen, ob die Wttterungsverhält- niiffe eine durchgreifende Aenderung der Lage ermöglichen werden. Es muß aber alles darangesetzt werden, der Schwierigkeiten zugunsten der Stadt« bevölkerung Herr zu werden. Was auf «Schiene und Landstraße geschehen kann, um die Kartoffeln vom Lande in die Bedarfsgebiete zu transportieren, geschieht. Die Bauern und Landwirte haben schon in der zurückliegenden Zeit feine Mühe und Arbeit gescheut, um für ihren Teil das zu leisten, was sie zu leisten in der Lage sind, nämlich Kartoffeln zur Verfügung zu stellen, ohne daß bei der Bereitstellung der Kartoffeln zusätzliche Frostoerluste entstehen. .' , Es ergeht an alle flarf off eiet) enger der dringliche Appell, wo immer nur die örtlichen Umstände es erlauben, unter Ueberwin- Der feurige Ofen Roman von Hans von Hülstn 46. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Mach keine Scherze, Jan! Ich wüßte nicht, über wen ich einen Steg erringen könnte, außer über Mich sellstt ... Lies schon!" Fehr klemmte das Glas ins Auge, hielt das Zettelchen hoch und zitierte mit feierlicher Stimme: JBaronin Marion Fehr Lappersdorf Schlesien. Ankomme morgen Dienstag halb vier Uhr auf Durchreise nach Oberschlesien. Erbitte Abholung. Gruß Papa." v . Er erschrak, denn Marion wurde mit einem Schlage weiß wie eine gekalkte. Wand. „Papa ...!" flüsterte sie mit blutleeren Lipven und lehnte sich, wie von einem Schwindel befallen, im Armsessel zurück und schloß die Augen. Fehr war schon bei ihr: " , „Aber Kind, Kind, um Gottes willen?" Er flößte ihr einen Schluck Rotwein ein, setzte sich neben sie, hielt ihre Hände: „Was gab's den da so zu erschrecken. Das ist doch keine traurige Nachricht ... im Gegenteil ... Ich freue mich riesig für dich und für uns, daß dieser Zustand endet.. .Großartig von deinem Papa, daß er sich den ersten Schritt ab- rlngt — ich weiß, wie schwer das für einen Mann ist ... für einen Vater! — Komm, trink noch einen Schluck, warte, Ich hol' dir Kognak." Während er sich zur Kredenz wandte, ging ihm der Gedanke durch den Kopf: Ob wohl dieser Zustand ... diese Anwandlung mit etwas anderem zusammenhing .. mit einem ersehnten Glück? — Und sein Herz schlug schneller dabei. Marion leerte gierig die flache Schale. Sie hatte sich nun so weit gefaßt, daß ihr ein kleines Lächeln um die Lippen saß. Lächelnd sah sie in Fehrs ruhige Augen. „Verzeih, Jan", sagte sie: „Es hat mich wirklich festlichen Tag vereinigten sich am Samstagabend die Jungen und Mädel mit ihren Ettern, Vertretern der Partei, Führern der Hitler-Jugend und weiteren Gästen im Theater der Universitätsstadt Gießen zu einer Festaufführung des Schauspiels „Der Reiter" von Heinrich Zerkauten. Den Abend leitete K.-Bannführer Wolf mit einer Ansprache ein, in der er u. a. sagte: Wenn das tieren Agathe und Beate, die Schwestern mit den blauen Rocken. Hinter ihnen pustet die dicke, pummelige kleine Pechmarie, die ihre Butterbröter in Zeitungspapier einwickelt, und die mich ansieht, als' habe sie eine Wut auf mich. Danach beschaue ich jedesmal das Flüßchen und das Grün am Ufer. Diese Stelle nenne ich meine „private Ergötzung". Kurz danach finde ich Krapolowski, einen Bärenkerl im braunen Manchesteranzug, der (wer weih, wozu?) dort immer wartet. Wenn er soeben erst kommt, um zu warten, so habe ich Zeit und gucke in die Schaufenster, sehe ich ihn aber von weitem schon warten, so wird es nichts mit der privaten Ergötzung und den Schaufenstern. Dann muß ich Mich beeilen. Ich erwische dann gerade noch am Markt das „Idol", eine schlanke, steile, graziöse Sache, sehr schick und immer im Stil der Dame. Sie hat Augen von der Sanftheit einer Lotosbüte und trifft sich mit einem üblen Burschen, der jedesmal ölig arin- jend und siegessicher aus der Straßenbahn springt. In diesem Augenblick schlägt es vom Kirchturm, und ich rutsche in mein Portal hinein, ohne gerade der Erste noch der Letzte im Rennen gewesen zu sein. Es erheitert mich der Gedanke, daß vielleicht auch Ich für meine Minutenzeiger ein ebensolcher Minutenzeiger bin. Für die Pechmarie bin ich es bestimmt, denn warum sollte sie immer so wütend auf mich hinschielen? . Aber ich möchte gern wissen, ob auch das Idol Mich schon im Spiegel ihrer Rehaugen getragen hat. Sie kann ja nicht wissen, daß ich verheiratet bin, denn ich stecke immer die Hand in die Tasche. R. Wer zum Vergnügen reist, wird bestrast. Jede nicht notwendige oder ausreichend begründete Reife ist zu unterlassen. Der Reichsminister für Volksaufklarung und Propaganda und der Reichsvertehrsminister geben bekannt: Die Deuffche Reichsbahn hat im Kriege für den milltärifchen und zivilen Bedarf Transporte In bisher noch nicht dagewefenen Ausmaßen durchzuführen. 3m Hinblick auf die Vordringlichkeit dieser Aufgabe muß der zivile Reiseverkehr auf ein Mindestmaß eingeschränkt werden. Das gilt vor allem für die nun anbrechende Arühlingszeit und die bevorstehenden O st e r t a g e. An die Bevölkerung ergeht hiermit die kategorische Aufforderung, jede nicht notwendige oder ausreichend begründete Reife unter allen Umständen zu unterlassen. Reifende, die entgegen dieser Aufforderung die mit kriegswichtigen Transporten überlastete Reichsbahn zum Vergnügen benutzen, haben Strafe, bei schweren Verstößen Ueberführung in ein fion: zentrationslager zu gewärtigen. Verufsreismde sowie Personen, welche nach der Anordnung des Staatssekretärs für Aremdenver- kehr vom 26. November 1941. berechtigt sind, ein Heilbad oder einen anerkannten Lrholungsplah aufzusuchen, werden aufgefordert, ihre Reise nur anzutreten, wenn sie mit einwandfreien Ausweis- papieren versehen find. Aus der Siadi Gießen. Oie Minutenzeiger. Jeden Morgen, wenn ich ins Büro gehe, begegne ich meinen Minutenzeigern, die mir zu wissen tun, daß ich noch rechtzeitig ankommen werde. Gleich in der Nähe der Haustür schleppt um diese Zeit immer ein junger Mensch Waren aus dem Wagen in den Kaufmannsladen. Es beruhigt mich ungemein, ihn zu sehen, denn so merke ich, daß ich ziemlich zur Zeit fortgegangen bin. Ich eile aber doch ein wenig, denn ich kann nicht wissen, wie lange der Jüngling schon abladet. Dann aber sehe ich meine stumme Freundin, die ich Lisaweta nenne. Wenn Lisa- meta erst um die Ecke herumkomntt, mäßige ich meine Eile. Ich sehe nur noch vorsorglich drei Häuser weit voraus nach links, ob die alte Frau , schon da ist, die jetzt die Betten hinaushängt. Nun, es stimmt alles. Dankbar schaue ich Lisaweta an, indem ich langsam gehe. Nach ihr kommt eine Weile lang nichts, dann aber erscheinen gleich zween einträchtigen Zug- über dem der Befehl steht, dem Führer treu zu sein, dem Führer und unserer Weltanschauung zu leben. Dies müßt ihr ganz besonders erkennen und begreifen. Ihr müht aber auch ganz bestimmte Er- i enntniffe und bestimmtes Wissen aus dieser Feier gewinnen: Glauben und Wissen müssen eine Einheit werden. Das soll kein Lippenbekenntnis sein. Ihr müßt dabei an das Vorbild unserer Soldaten, unserer Gefallenen denken, aus deren Opfer wir immer wieder Kraft gewinnen und den Glauben, daß von uns nichts verlangt wird, was vor uns nicht schon andere auch geleistet haben. Als wunderbaren Schatz nehmt ihr unsere nationalsozialistische Weltanschauung mit hinaus in euer Leben, mit dem wir überall bestehen können. Diesen Schatz müssen wir auch aus dieser Feier ersehen, der jedoch nur aus der Kraft des Herzens erkannt wird. Kraft und Berufung für dieses Leben erhalten wir von der Wiege an, beide hat Gott uns gegeben. Nun liegt es an uns, mit dieser Kraft und Berufung etwas anzufangen, damit lebendiges Glied unseres Volkes zu werden. Der Redner wies die Jungen und Mädel )ann auf das Vorbild Ulrich von Huttens hin, der in seiner Zeit ein Einsamer war, von der Idee des Reiches erfüllt, der alles für das Reich einsetzte. Wir aber sind nicht einsam, wir haben den Führer als den großen Bannerträger, wir brauchen nur Gefolgschaft zu sein. Von Ulrich von Hutten schlug der Redner sodann die Brücke zu dem „Reiter" Zerkaulens, der am Abend zuvor so starken Eindruck auf die Hörer gemacht hatte, der ein Symbol jener Kraft und der Macht ist, die allezeit berufen war, sich für das Reich und seine Einheit einzusetzen. Wir alle, wenn auch namenlos, sind berufen, solche Reiter für das Reich zu sein. Daher lenken wir auch In dieser Stunde unsere Gedanken hin zum Führer, und wir empfinden das Glück, daß der Führer da ist und uns jeden Tag vorlebt. Und in diesem Gedanken an den Führer lenken mir unseren Blick hin auf das Vaterland, auf Deutschland. — Chor und Orchester der Hitler-Jugend brachten anschließend das Lied „Heilig Vaterland" zu Ge- hör. , • Namens der Schule nahm hierauf Rektor Stroh die Verabschiedung der Jungen uni) Mädel aus der Schule vor. Er wies in feiner Ansprache u. a. auf den völlig neuen Lebensabschnitt hin, der sich nun vor den 14jährigen auftut, und verglich die Arbeit der Schule mit dem Walten eines sorgsamen Gärtners. Die Schule hat euch, so sagte er zu den Jungen und Mädel, das Rüstzeug für das Leben mitgegeben, hütet dieses Rüstzeug gut für den Kampf, den ihr im Leben zu führen habt. Ihr Im Rahmen der feierlichen Verpflichtung der 14jährigen Jungen und Mädel im ganzen Reich fand am gestrigen Sonntag auch in Gießen Feierstunde zu der bedeutsamen Lebenswende fer Jungen und Mädel statt. umgeworfen — es kam so plötzlich. Nie habe ich das für möglich gehalten ..." „Aber es ift doch etwas Gutes, ßtebhng. Nichts, das dich erschrecken kann." Er setzte sich wieder neben sie. „Mich freut es wirklich riesig, denn das Mißverhältnis zwischen dir und den Deinen, das ja schließlich auch auf mich abfärbte, erschien mir so lächerlich, fo durch nichts begründet. Mein Gott, weil man vor Jahren einmal in einem Punkte verschiedener Meinung war ich meine, was die Theaterlaufbahn anging — braucht man nicht fürs ganze Leben verfeindet zu bleiben. Ich kenne ia die näheren Umstände nicht, weil du nie darüber hast sprechen wollen, aber Ich zweifle keinen Augenblick, sie rechtfertigen es, daß du von dir aus feinen Schritt zur Versöhnung tun wolltest, auch nickst, als wir heirateten und sich damit — Ich hab dir das wohl schon auf der Peterbaude gesagt — die günstige Gelegenheit ergab. Cs ist doch gewissermaßen ein Triumph für dich, daß dein Papa nun einlenkt, nicht wahr? Wahrhaftig, wenn wir so ein altes verrostetes Geschütz hier hätten, ich wollte Viktoria schießen! Gott weiß, wie dein Vater von unserer Heimat gehört hat — aber er hat eben davon erfahren, wie ja aus der Adresse klar hervorgeht. Und nun stellt sich das eben in seinem Kopfe so dar, als ob du schließlich dock klein beigegeben hast und vernünftig geworden bist, und nun kommt er angereist! Ich finde, das ehrt ihn, wirklich, mir gefallt das an ihm! Ich bin überzeugt, wir werden bte besten Freunde werden. Schade, daß deine Mama nicht gleich mitkommt. Aber, wenn nun die Einleitung gemacht ist, so fahren wir einmal zusammen an den Rhein, nach Düsseldorf, und machen unseren Gegenbesuch. Einverstanden?" Marion hatte ihn reden lasten, ohne viel von seinen Worten zu hören. Aber seine Stimme hatte Ihr wohlgetan —sie war so aufgeregt, so verwirrt vor Angst vor der Katastrophe, die nun unabwendbar schien. Mit des Vaters Erscheinen mußte \a alles ans Tageslicht kommen, was sie Fehr immer verschwiegen hatte — und diese Lüge konnte er ihr denn ihr brannte der Kopf wie im Fieber. Vielleicht hatte sie auch Fieber? Sie dachte unablässig das eine: Wie kann ich diese Begegnung verhm- dern? In allerletzter Minute noch verhindern? . Sicher kam der Vater wieder um Geld ... Sie sah ihn vor sich, wie in jener Nacht in München: in feinem altmodisch-abgetragenen Anzug, aufge« schwemmt und ungepflegt ... unmöglich, daß ec Jan so unter die Augen kam! Unmöglich überhaupt, da er ihm unter die Augen kam! Es war klar, fie mußte ihm gleich auf dem Bahnhof das Geld aeben. das er ja bestimmt fordern mürbe, und ihn damit zur sofortigen Weiterreise verpflichten! Er würds es nicht billig machen, diesmal, nachdem er wußte, wen sie geheiratet hatte. Aber das war alles gleichgültig, jedes und jedes Opfer mußte sie bringen* wenn nur die Begegnung der beiden Männer per« hindert würbe, bie ja nicht anders als mit einer -allgemeinen Katastrophe enden könnte! Und — grübelte sie weiter — wenn es ihr nun nicht gelang, diese Begegnung zu Hintertreiben? Wenn die unvermeidliche Katastrophe eintrat? Was wurde dann aus ihr? Wenn ihr Schiff lecklief? Sie prüfte sich und stellte fest, daß sie sich auf diesem Schiss niemals so ganz sicher gefühlt hatte — weil sie von allem Anfang an wußte, daß seine Planken morsch und angefressen waren — durch ihre Schuld, durch ihre Unaufrichtigkeit dem Manns gegenüber, der sie liebte, der sie zu seiner Fran machte, ohne viel zu fragen. Aber war nicht darin — gerade darin eine Hoffnung beschlossen? War es nicht möglich, daß Jans große Liebe sie fest halten und aus dem Schiffbruch retten würde, auch wenn er nun alles erfuhr? Das war ein schöner — ein allzu schöner Traum! Die Wirklichkeit mußte notwendig anders aussehen. Und bann? Zu Abbeg? Zurück zum Fcheater? Ober zum Film, auf dem Wege über Grellma? Er hatte Fips so freundlich ausgenommen, er mürbe gewiß alles tun, wenn sie, Marion, nun käme ... Ach, aber wie leben — ohne Jan? (Fortsetzung folgt.) Jugend anschloß. , Sie Schlußansprache hielt sodann der K.-Bann- führer Wolf, der u. a. sagte: In Deutschlands größter Zeit sind wir zusammengekommen, um in einer großen Gemeinschaft eine Feier au begehen, bie wohl die wichtigste in dem Lebensabschnitt eines Menschen darstellt. Wie heute das gesamte deutsche Volk auf gerufen ist, sich einzusetzen mit Leib und Leben für das Bestehen des Großdeutschen Reiches, so sind in btefem Volk die Jungens und Mädels angetreten zum Treuegelöbnis auf den Führer. So witz hier in unserer Stabt nun jeder Junge und jedes Mädel mit Eltern, Lehrherrn, Lehrern uni) HJ.-Führern sich zur Gemeinschaftsfeier zusammengefunden haben, so ist im Großdeutschen Reick die gesamte 14jährige Jugend aufmarschiert, um spontan das Gelöbnis auf Führer, Volk und Vaterland abzulegen. Du, deutscher Junge, und du, deutsches Madel, die ihr gestern noch auf der Schulbank gesessen habt, ihr marschiert nun morgen hinaus in eine große Zukunft. Harte Kämpfe rnerdet ihr zu bestehen haben, neue Ausgaben werben euch gestellt rnerden, und größer werben die Anforderungen sein, die man an euch heranträgt. Aber, so rnie ihr seither euch eingesetzt und so wie ihr seither in treuer Pflichterfüllung zur Fahne gestanden habt, so werbet ihr auch in eurem neuen Lebensabschnitt eure Pflicht tun zur Zufriedenheit aller Erzieher und damit zur Zufriedenheit des Führers. Ich glaube, daß mir diesem keine größere Freude bereiten können, und ich glaube auch, daß die Zukunft Deutschlands nicht sicherer gelagert werben kann, als menn ihr Jungens und Mädels eure ganze Kraft und, menn es sein muh, euer Leben einsetzt für die Ehre und die Freiheit der deutschen Nation. Nach der Ausgabe der Gedenkblätter und dem Gruß an den Führer und unsere ruhmreiche Wehrmacht schloß die denkwürdige Feierstunde mit dem gemeinsamen Gesang der Nationalhymnen und dem feierlichen Ausmarsch der Fahnengruppe. S.Uporf Vermietungen'] [Stellenangebote] SWeMllÜ I Kad9esu±J flrahäÄro entlaufen, Abzuaeben gegen Belohn. Gießen- L12LS. Seltersmeg 69 I GLORInl Heute Montag Erstaufführung 1002 A ZWEI1 GROBE* HABT LOTTE KOCH HANS SÖHNKER Friedr. Kay feier Malte Jaeger Paul Henckels E.W. Borchert Spielleitung: Günther Rittau Nach dem Drama v. Max Halbe für den Film bearbeitet von Dr. Erich Ebermayer Musik: Franz Grothe z. kaufen gesucht. Simon, Kreuzvlat; 1- omo Haütlagsmädclien (Pflichtjahrmädchen) für Haushalt mit 2Kindern gesucht Dr. Schäfer Aulweg 82 [qhm g end freund Graf Hermann zu Solm - Lau - bad), der als Professor der Botanik in Straßburg wirkte, unterhielt Georg Roth rege wissenschaftliche und freundschaftliche Beziehungen. Die Zahl der Werke und wissenschaftlichen Abhandlungen Roths, in denen auch seine hervorragende Zeichenkunst ferner erschienen von ihm viele Arbeiten in den forstwissenschaftlichen Zentralblätteru und in der forstlichen Literatur. Im Anfang seines Ruhestandes beschäftigte er sich vorzugsweise mit forstlichen Ar- beiten, wandte sich dann aber bald den biologischen Studien zu, wodurch er die Forstmänner auf die Bedeutung der Moose im forstlichen Haushalt aufmerksam machte. Bald erschienen aus seinen Arbeiten zwei Bände über die europäischen Laubmoose, dem im Jahre 1906 ein weiterer Band über europäische Torfmoose und schließlich noch ein Band über die außereuropäischen Laubmoose folgten. Im Jahre 1907 erhielt Georg Roth von der Landes- unioersität Gießen in Anerkennung seiner großen Verdienste um die Forstwissenschaft und die Kenntnis der Laubmoose die Ernennung zum Ehrendoktor der Philosophie, der kurz darauf die Verleihung des Charakters als Forstrat folgte. Georg Roth starb am 5. Dezember 1915 in seiner Heimatstadt Laubach. Für die Forstwissenschaft leistete er durch seine Forschungsarbeit wertvollste Dienste als Bahnbrecher zu neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Mit den bekannten Forstwissenschaftlern Professor Dr. W i m w e n a u e r in Gießen und seinem Ju- der Schiedsrichter nicht an. Eine große Gelegenheit, die Torziffer zu erhöhen, hatte Deeg, der einen Elfmeter an die Latte knallte. Mit 1:0 ging es in die Pause. Rach dem Wechsel spielten die Gäste mit vollem Einsatz und hatten auch eine Zeitlang klare Vorteile. Durch einen Weitschuß von Fröhlich wurde der Gleichstand hergestellt: es war allerdings ein Tor, das nicht jeder Schiedsrichter gegeben hätte. Es ergaben sich auch im weiteren Spielverlauf auf beiden Seiten noch gute Torgelegenheiten, die un- aus genützt blieben. Die größte hatte der Linksaußen der Gäste, welcher, zwei Meter vor dem Tore stehend, den Ball nicht über die Linie brachte. Als nun Schuck abseits reklamierte und stehenblieb, hatte es der Linksaußen leicht, durch ein zweites Tor den Sieg sicherzustellen. Die restlichen Minuten gehörten noch den Blau-Weißen, aber alle Angriffe scheiterten an der starken Hintermannschaft der Gäste. 1900 hatte in Schuck, Weniger, Deeg und Carstens die besten Kräfte, bei VfB.-R. gefielen Schlitz, Fleischhauer und Bauer. Sinn — Ehringshausen 3:1 (2:0). Wie nicht anders zu erwarten war, landete Sinn gegen Ehringshausen einen glatten Sieg. Bereits bei der Pause lagen die Sinner mit 2:0 in Führung. Ein weiteres Tor und ein Gegentor von Ehringshausen brachte das Endergebnis von 3:1 für Sinn. Tüchtige Frau oder Mädchen füreinigeStund. des Tages für Hausarbeiten gesucht.. Anfrag, v. 17 Uhr ab erb. Bäckerei Weil Steinstr. 70 s oi 208 helfen bei Rheuma, Gicht, Ischias, Glieder- und Gelenkschmerzen, Hexenschuß, Grippe und Erkältungskrankheiten, Nerven- und Kopfschmerzen. Beachten Sie Inhalt und Preis der Packung: 20 Tabletten nur 79 PfennigI Erhältlich in allen Apotheken. Berichten auch Sie uns über Ihre Erfahrungen! TRINERAL G.M.B.H., MÜNCHEN J 27/547 1 Jahr alt, in gute Hände, abzugeben. RM.30 O. Wenz, Braunfels, Weilburger Straße 385a.p12M Bekanntmachung. Wir geben unseren Vertrauensleuten und Mitgliedern hiermit bekannt, daß unser seitheriger Zuchtviehvermittler Herr Wilhelm Euler, Treis an der Lumda, mit Wirkung vom 15.3. 42 aus unseren Diensten ausgeschieden ist, daher keinerlei Berechtigung mehr hat, für uns tätig zu sein. 1004V Gleichzeitig geben wir Ihnen zur Kenntnis, daß Ortsbf. Herr Paul Decker. rNufchenheim, Telephon Amt Lich Nr. 316, als Bezirksvermittler für alle Tierarten von uns eingesetzt worden ist und derselbe seine Tätigkeit für die Unterzeichnete begonnen hat. Gießen, 22. März 1942. Genossenschaft für Viehverwertung Gießen e. G. m. b. t). Mit den Angehörigen trauern auch wir um unseren langjährigen Mitarbeiter. Betriebsführung und Gefolgschaft der Firma H. Hettlage. 01263 PALAST Giessen Nach kurzem schweren Leiden verschied unerwartet mein lieber, treusorgender Mann, unser guter Vater, Schwiegervater und Großvater Herr Konrad Bien im 60. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Katharine Bien. Die Trauerfeier findet am Mittwoch, 25. März, um 14 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Hart und schwer traf uns nach langer, banger Ungewißheit die schmerzliche Nachricht, daß unser lieber, braver Sohn, unser guter Bruder, Schwager, Onkel, Pate, Neffe und Cousin Heinrich Seth Gefreiter in einem Panzerjäger-Regiment nachdem er den Feldzug im Westen glücklich überstanden hatte, in soldatischer Pflichterfüllung im Alter von 20 Jahren bei den schweren Kämpfen im Osten den Heldentod fand. In tiefer Trauer: Georg Seth und Frau Marie, geb. Pempfer Georg Seth und Frau Liesel, geb. Gelsebach Herrn. Huhn, z. Z. im Felde, und Frau Marie, geb. Seth Karl Seth, z. Z. bei der Wehrmacht, und Frau Anna, geb. Wörner und alle Verwandten. Lollar, Gießen und Biblis, den 22. März 1042. 1005 D Gott der Allmächtige hat meine liebe Mutter, unsere liebe Schwiegermutter, Großmutter und Urgroßmutter Frau Kath. Müller nach langjährigem Leiden im Alter von 84 Jahren heute zu sich genommen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Carl Müller. Gießen (Steinstraße68), Schlebusch/Leverk., den 20. März 1042. Die Beerdigung findet Dienstag, 24. März, 3y4 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. ______________________________________01267 Hart und schwer traf uns die unfaßbare, schmerzliche Nachricht, daß unsere beiden braven Söhne Karl Loh Unteroffizier in einem Infanterie-Regiment als ältester, und 11 Tage früher sein hoffnungsvoller Bruder Willi Loh Obergefreiter in einem Infanterie-Regiment für Führer, Volk und Vaterland gefallen sind. Wiedersehen war ihre und unsere Hoffnung. In tiefem Leid: Familie Karl Loh, Gießen Frau Karl Loh Witwe und Kinder, Marburg Karl Schneider, Jena, z. Z. b. d.‘ Wehrmacht, und Familie Willi Wagner, Gießen, z.Z. im Felde, und Familie Willi Ganß, Darmstadt, z. Z.b.d. Wehrmacht, und Familie Ewald Weil, Großen-Linden, z.Z.b.d.Wehrmacht, u. Familie Familie Heinrich Fuchs und alle Verwandten. Gießen (Steinstr. 62), Marburg, Dutenhofen, Münchholzhausen, Rolshausen und Mainzlar, im März 1942. Mmdesiabna-meverpfl'chiung bei Gas uno Strom aufgehoben. Um die Sparsamkeit beim Energieverbrauch zu» gunsten des Bedarfs der Rüstungsindustrie zu fördern, hat der Reichskommissar für die Preisbildung bestimmt, daß während des Krieges Senkungen allgemeiner Elektrizitäts-, Gas- und Wassertarife der Genehmigung der Preisbehörden bedürfen. Nach der Anordnung sind zugleich die allgemeinen Elektrizitätstarife mit gesenktem Arbeitspreis und Min- destabnahmeverpflichtung für neue Abnehmer gesperrt und die in ihnen vorgesehenen Mindestabnahmeverpflichtungen für die Kriegsdäuer aufgehoben. Die Aufhebung der Mindestabnahmeverpflichtung in bestimmten allgemeinen Elektrizitätstarifen soll die Abnehmer von der Besorgnis befreien, daß sie Nachzahlungen leisten müssen, wenn sie infolge sparsamen Elektrizitätsverbrauchs die übernommenen Mindestabnahmeverpflichtungen nicht erfüllen. Die Anordnung ist im Reichsanzeiger vom 18. März 1942 bekanntgemacht worden. Sie tritt zehn Tage nach ihrer Verkündung in Kraft. Vom Seidenbau tm Kreise Wettere». Bereits im Sommer 1941 wurde an einer Anzahl Schulen des Kreises Wetterau mit recht gutem Erfolg Seidenbau getrieben. Folgenden Volksschulen wurde nun durch den Vorsitzenden der Landesfachgruppe Seidenbauer eine Anerkennung für gute Leistungen überreicht: Im KreisGießen:Allen- darf (Lahn), Beuern, Lollar, Ober-Bessingen. Im Kreis Friedberg: Assenheim, Burg-Holzbausen, Dorheim, Dortelweil, Nieder-Florstadt, Ober-Rosbach, Rodheim v. d. Höhe, Für 1942 haben bis jetzt 36 Schulen im Kreise Wetterau Brutbestellungen vorgenommen mit einer Gesamtmenge von nahezu 100 Gramm; das ist ein Zeichen dafür, daß die Bedeutung des Seidenbaues immer mehr erkannt wird. In einer weiteren Anzahl von Gemeinden kann nach dem Stand der Maulbeeranlagen im nächsten Jahre mit einer Seidenraupenzucht begonnen werden. Das Ziel muß sein: Jede Schule verfügt über eine ausreichende Maulbeerpflanzung und züchtet Seidenraupen. Hierbei ist nicht nur die ungeheuere Wichtigkeit für unsere Volkswirtschaft maßgebend, sondern auch die unterrichtliche und erzieherische Auswertung in den Schulen. K. * ** Max Reger in Gießen. In unserem Artikel über berühmte Musiker als Gäste des Gießener Konzertvereins (in der Samstag-Ausgabe) ist insofern ein Versehen unterlaufen, als die Gesamtzahl der hier gespielten Werke Negers 134 beträgt, während der Meister persönlich, als Solist oder als Dirigent, 12 oder 13 Konzerte bei uns gegeben hat. Frankfurter Schlachkviehmarkt. Frankfurt a. M., 21. März. Es notierten fe 50 kg Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 45 bis 46,5, b) 41 bis 42,5, c) 37 bis 37,5; Bullen a) 43 bis 44,5, b) 39 bis 40,5, c 35 bis 35,5; Kühe a 43 bis 44,5, b) 39 bis 40,5, c) 30 bis 34,5, d) 18 bis 25,5; Färsen a) 44,5 bis 45,5, b) 40 bis 41,5, c) 36 bis 36,5; Kälber a) 59, b) 55 bis 59, c) 45 bis 50, d) 30 bis 40; beste Mastlämmer 50 bis 51, mittlere Mastlämmer 34 bis 44; Schafe a) 44 bis 45, b) 35 bis 41, c) 12 bis 33; Schweine a) 63,5, bl) 63,5, | b2) 63,5, c) 62,5, d) 58,5, e) und f) 56,5, gl) 63,5. der Titel Rechnun-gsrat verliehen wurde. L .. Während seiner Dienstzeit bearbeitete er u. a. das für unsere Forstwissenschaft namentlich in der enge: bei den Reichs- und Landeskasfen eingehenden Stücke werden von der Reichsbank noch bis zum 30. Juni d. I. angenommen. Forstrat Or. Georg Roth, Laubach. Am heutigen Montag, 23. März 1942, jährt sich zum 100. Male der Geburtstag des weithin bekannten Forschers der Botanik Georg Roth. Als Sohn des Kantors und Präzeptors Wilhelm Roth und seiner Frau Louise, geb. Hold, am 23. März 1842 in ß an bad) geboren, besuchte Georg Roth später die 'dortige Volksschule und anschließend das Jnsütut des Pfarrers Schick zu Laubach. Im Herbst 1858 kam er in den oberen Kurs der Gewerbeschule zu Darmstadt, wo er im Herbst 1859 das Maturitätsexamen mit „Gut" bestand. Er studierte bann bis 1861 an der Landesrmioersität Gießen Forstwissenschaft, infolge einer schweren Erkrankung, die er sich auf der Jagd zugezogen hatte, mußte er jedoch fein Studium unterbrechen, und er lag dann fast sechs Semester lang krank darnieder, so daß er erst im Frühjahr 1865 sich dem forstlichen Examen unterziehen konnte, das er mit „Sehr gut" bestand. In weiteren sieben Semestern bestand er sämtliche Examinas des Kameral- und Forstfaches mit „Sehr gut". Im November 1876 wurde er zum Oberforft- kalkulutor II. Klaffe ernannt, im September 1878 zur I. Klaffe befördert, im September 1885 erhielt er Wohnung 3 Zimmer mit Küche für ruhige Fam.,Näh.Gieß. z.verm.,b.Bahn- station 40 Min. Sehr. Ang. unt. 01268 a.d.G.A. 'Mündlich können SieeSnurwenigen sagen, schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen Sieesnllen NEUESTE WOCHENSCHAU Täglich 2.80,4.45,7.30 Uhr Sonntags 2, 4.30, 7.30 Uhr Jugendliche über 14 Jahre haben Zutritt Statt Karten I Ihre Vermählung geben bekannt Dr. Franz Borchardt Stabsveterinär und Komp.-Chef in einer Vet.-Ers.-Abt Irmgard Borchardt geb. Garn Gießen, den 23. März 1942 Plockstrabe 9 01246/ sikstücken von Schumann, Schubert, Dvorak und Hubay auch das Adagio ma non troppo aus dem Violinkonzert Nr. 2 in b-moll op. 44 von Max Bruch zu Gehör. Erna Stoll fang Lieder von Grieg, Schubert, Wolf und Brahms. Margit Kohlhas hatte am Klavier die Begleitung übernommen und spielte Dhantasiestücke von Schumann. — Heimatdichter Georg Heß brachte in zwei Lazaretten eine Volks- tumsoeranstaltung mit neuer Programmfolge. In sinnvoller Zusammenstellung sprechen „Frühling", „Sommer" und „Herbst" in Gespräch, Gesang und Tanz von der Arbeit und den Freuden der Landbevölkerung. Besonders gefiel die kleine Sprecherin Erika Bräun in g im Dialekt des Hüttenbergs, ©g. Heß sprach die verbindenden Worte und leitete die Veranstaltung. Mit seinen Erzählungen hat er viel Freude bereitet. Die Tanzgruppe mit Männerersatz, der Chor und die Bauernkapelle trugen ihr Bestes zum Gelingen der Veranstaltung bei. — Bei allen Veranstaltungen dankte reicher Beifall der Verwundeten für die gebotene Freude und Unterhaltung. — Durch Vermittlung der Kreisfrauenschaftsleiterin W e i n r i ch in Lauterbach spendeten die Ortsfrauenschaften in Ho mb er a, Ober- und Nie- der-'Ofleiden, Deckenbach, Horhausen und Höinaen eine große Zahl schöner Kuchen, die an hiesige Lazarette verteilt wurden. Die Ortsfrauenschaft in Nieder-Gemünden hatte eine Anzahl Verwundeter aus Gießener Lazaretten zu Gast, die einige ftohe Stunden dort verlebten. Neue Reichskarten für Urlauber. Infolge der Veränderung der Rationssätze unserer Lebensmittelkarten sind auch neue Reichskarten für Urlauber notwendig. Die jetzigen Reichskarten für Urlauber treten mit Ablauf des 31. Mai außer Kraft. Dieser Tag ist der letzte, an dem die Verbraucher auf die Abschnitte dieser Karten Ware beziehen können. Es werden neue Reichskarten für Urlauber von einem Tag bis sieben Tage eingeführt, auf denen die Lebensmittelmengen unter Anpassung an die Rationsmengen der Normalverbraucher festgesetzt sind. Die Reichskarten für Urlauber enthalten künftig mit dem Aufdruck „R" gekennzeichnete und nicht gekennzeichnete Brotabfchnitte. Sie enthalten nicht mehr Abschnitte über Fett. Die Karten für einen Tag bis drei Tage haben nur Abschnitte über Butter, die anderen auch über Margarine. Die Margarineabschnitte berechtigen zum Bezüge von Speck und Schweinerohfett sowie im Verhältnis von 5:4 auch zum Bezüge von Speiseöl und Schweineschmalz. Die neuen Reichskarten für Urlauber sind zum Warenbezug ab 6. April gültig. Soweit nach dem 6. April wegen Fehlens der neuen Karten noch alte Urlauberkarten ausgegeben werden, find sie durch Entwertung bestimmter Abschnitte den Rationssätzen der neuen Karten anzugleichen. Außerkurssetzung der Kupfermünzen. Vermählungsanzeigen bei Brühl. Schulstr.7 | Mietgesuche | Studentin sucht gut möbl. sonnig. Zimmer in Kliniknähe. Schriftl. Angeb. mit Preis an Moendt, Münster i. W., Krummestr. 25. Monika Burg - Karl John 11 Hansi Wendler Marianne Simsen- Hannes Keppler Paul Henckels - Käthe Haack Spielleitung: Volkerv.Collande. Musik: Willi Kollo Dieser neue Tobis-Film erzählt, wie ein junger erfolgreicher Nachtjäger an einem kurzen Urlaubstag in Berlin in wenigen Stunden die größte Enttäuschung und das größte Glück seines Lebens erlebt. Die Reichshauptstadt gibt den Hintergrund dieses menschlich fesselnden, heiter-ernsten Spiels. MEUESTE WOCHENSCHAU Heute Montag Erstaufführung Lichtspielhaus Täglich 2.30. 4.45, 7.30 Uhr Sonntags 2.00,4.30, 7.80 Uhr Jugendliche haben Zutritt! ________________________________________10O3A ginöet' schwarzer Fleck mm s-as- den Charakter als Finanzassessor. Wegen seines geschwächten Gesundheitszustandes trat er am Ul «nu, 1. September 1888 in den Ruhestand, wobei ihm sichtbar wurde; ist sehr groß. Än seinem 100. Ge- " ‘ burtstage wird man seines Lebens und Wirkens NSG. Der Reichsstatthalter in Hessen teilt mit: Wie bereits bekanntgemacht, hat der Reichsminister der Finanzen mit Wirkung vom 1. März 1942 die bisher im Umlauf befindlichen Kupfermünzen außer Kurs gefetzt. Es wird noch einmal darauf hingewiesen, daß die Einlösungsfrist bei den Reichs- und Landeskassen am 30. April d. I. abläuft. Die außer Kurs gesetzten Stücke sind alsbald den Reichs- und Landeskassen zuzuführen und von diesen an die Reichsbank mit möglichster Beschleunigung abzu- liefern. Die kurz vor Ablauf der Einlösungsfrist I Handbuch für die Forst- und Kameralverwaltung, ren oberhessischen Heimat gerne gedenken. Zußball-Meisterschastsspiele. Hessen-Nassau. Kickers Offenbach — Eintracht Frankfurt 3:2; FSV. Frankfurt — FC. Hanau 93 4:1; SV. 05 Wetzlar — TSVg. 1860 Hanau —; RSG. Wormatia Worms — RSG. Rot-Weiß Frankfurt 2:6; Union Niederrad — SV. 98 Darmstadt 1:3; VfB. Groh- Auheim — BSG. Dunlop Hanau 6:2. 1900 - VfD.-R. 1:2 (1:0). Obwohl beide Mannschaften das Spiel mit Ersatz bestreiten mußten, sah man doch auf dem Platze der Spieloereinigung 1900 einen spannenden Kampf. VfB.-R. gewann dieses Treffen mit 2:1 nicht nur sehr knapp, sondern auch ziemlich glücklich. Die Platzbesitzer hatten durchweg mehr vom Spiel und zeig- ten auch zweifellos besseres technisches Können. Schon in den ersten Minuten bot sich 1900 eine große Chance, die aber von Monz im Uebereifer vergeben wurde. Den einzigen Treffer der Blau- Weißen erzielte der Linksaußen Ebert in der 20. Minute, der einen vom Torpfosten abspringenden Ball einschoß. Schon zu dieser Zeit war Deeg der wirkungsvollste Stürmer und überhaupt der beste Spieler auf dem Platze. Bei seinen Nebenleuten fand er aber wenig Verständnis. Durch Einsetzen des rech- ten Flügels konnten die Gäste öfters gefährlich werden. Ein schönes, von Fröhlich erzieltes Tor erkannte M. KOSMETIK iS. ’- X