1 ) |92. Jahrgang Nr. 45 Krschemi tnohd). au Ker Sonntaav unb feiertags Verlagen: Atekener /vnnülienblätteT Heimat imBild DieLcßoUe Bezugspreis: Monatlich ... RM. 1.80 Zustellgebühr.. . „ -.25 end) bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern inrolflt* höherer Gewalt lsernsvrechainch.nk 2251 £mbtanfrtmft „Anzeiger" Mticheck 116«k Krankl. M Montag. 25.8ebruarty42 Gietzener Anzeiger Annahme von ^Anzeigen für die Mittaasnummer bis 8', Uhr desBormittags Anzeigen-Preise: Anzeigenteil 7 Ruf. te mm bei 22 mm Zeilenbreite, Tertteil 50 Rvi. te mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffel I AbschlüsseMengenstaffelö Platzvorschrift i vorherige Vereinbarung) 25"/.mehr vrühlsche Universitätrdruckerei B. Lange General-Anzeiger für Oberhessen CiefteibSdinlftrafte 7-9 n A-Z 16Pt Ifing deutsche östlichen zurückge- l 9 wehre sowie zahlreiches anderes Kriegsmaterial. Gleichzeitig hat diese Armee ununterbrochene schwerste Entlastungsangriffe des Feindes abae- wiefen und auch hierbei dem Gegner große Verluste zugefügt. In den übrigen Abschnitten der Ostfront fügten Verbände des Heeres, unterstützt durch starke Kräfte der Luftwaffe, den Sowjets bei ihren erfolglosen zeuge Teilstrecken der INurmanbahu mit schweren Kalibers. In Nordafrika wurden In der Lyrenaika britische Aufklärungskräfte Vertin. 22.Februar. (DNV.) Vom Oberkommando der Wehrmacht wird mitgeteilt: Seit Einbruch des Winterwetters und der damit zusammenhängenden Einstellung der deutschen An- griffsoperalionen haben dje Bolschewisten ohne Rücksicht auf INenschen- und Waterialverluste versucht, unsere Front im Osten durch fortgesetzte Massenangriffe zum Einsturz zu bringen. Trotz ungeheurer Blutopfer ist die Absicht mißlungen. An der unbeugsamen Härte der deutschen Truppen und der hervorragenden Zusammenarbeit der Verbände des Heeres und der Luftwaffe scheiterten zahlreiche Angriffe des Feindes vor unseren planmäßig bezogenen Winterstellungen. Wo aber der Gegner infolge der langgestreckten Frontabschnitte örtliche Einbrüche erzielen konnte, hat es die deutsche Führung immer wieder verstanden, durch entschlossenen Gegenangriff das Gesetz des handelns an sich zu reißen und dem Feinde vernichtende Schläge zuzufügen. Vom 1. Januar bis 20. Februar 1942 wurden an der Ostfront 56 806 Gefangene eingebracht. Die blütigen Verluste des Feindes betragen ein Vielfaches dieser Gefangenenzahl. Während der gleichen Zeit wurden 960 Panzer und 17 89 Geschütze erbeutet oder vernichtet. Zahlreiche weitere Panzer und Geschütze wurden durch Luftangriffe hinter der feindlichen Front zerstört. Die Luftwaffe vernichtete in der Zeit vom 1. Januar bis 20. Februar 1942 8170 Fahrzeuge aller Art, 59 Lokomotiven und 43 Eisenbahnzüge. Zahlreiche Eisenbahnstrecken der Sowjets wurden durch planmäßige Bombenangriffe unterbrochen. Die S o w j e t l u f t w a s f e v e r l o r in der gleichen Zeit 689 Flugzeuge in Luftkämpfen, 159 Flugzeuge durch Flakartillerie und 331 Flugzeuge durch Zerstörung am Boden. Diesem Verlust von 11 89 feindlichen Flugzeugen steht ein Verlust von 127 deutschen Flugzeugen gegenüber. Oer Wehrmachibericht vom SamStag DND. Aus dem 5 ü h r e rh a u p I q u a r«I e r. 21. Februar. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Im mittleren Abschnitt der Ostfront hat die Armee des Generals der Panzertruppe Model in vierwöchigen harten Kämpfen unter schwierigsten Witterungsverhälnissen die Masse einerfeindlichenArmee eingeschlosscn und vernichtet sowie starke Teile einer weiteren Armee zerschlagen. Dabei verlor der Feind rund 5000 Gefangene, 27 000 Tote, 187 Panzer, 615 Geschütze, 1150 Granatwerfer und Mafchinenge- w ? iHges Btol °Kd>°r iir uni hole"11 ... hlt** das intime Verhältnis zwischen London und Moskau Hinwegtäuschen wollten. Nicht nur Stalin hat mit der Ernennung von Cripps zum Lordsiegelbewahrer Fuß im e n g st e n Kreise des britischen Kriegskabine t t s gefaßt, auch Roosevelt kann die Entwicklung, die mit Cripps' Ernennung zum Kabinettsminister sich anbahnt, nur mit Hoffnung beobachten. Er hat bei früheren Gelegenheiten zu erkennen gegeben, daß ein „rotes England" ihm ein besserer Partner zu sein scheine als das England, welches die Eierschalen der Feudalverfassung noch nicht abgestreift hat. In den Vereinigten Staaten wird heute an ein Wort des früheren M nisterpräsidenten Baldwin erinnert, das dieser aussprach, als Sir Stafford Cripps vor über 10 Jahren ins Unterhaus einzog. Baldwin sagte damals: „hier kommt ein künftiger Premierminister Englands." Auch Südafrika liebedienert vorStalin künften und Flugplahanlagen. Wie bereits durch Sonderrnridung bekcmntge- geben, versenkten im Atlantik deutsche Unterseeboote weitere 17 Schiffe mit 102 000 VRT. Dadurch erhöht sich der bisherige Erfolg unserer Unterseeboote vor der atnerif ani- schen Küste auf 80 Schiffe mit insgesamt 532 900 VRT. In Fortsetzung der Operationen im Karibischen Meer drang eines unlerer Unterseeboote in den G o l f v o n P a r i a, westlich Trinidad, ein und versenkte auf der Reede des britischen Hafens Port of Spaiu zwei Schiffe, darunter einen Tanker. In der Zeit vom 11. bis 20. Februar verlor Stockholm, 23. Februar. (DRV. Funkspruch.) Nachdem Churchill erst am Donnerstag das Kriegskabinett umgebildet hatte, in dem er es auf fieben Mitglieder reduzierte, den Bolschewisten Eripps als Lordsiegelbewahrer hineinnahm und Lord Beaverbrook nach USA. schickte, hat er nun auch das übrige Kabinett einer gründlichen Umgestaltung unterzogen. Fünf Minister wurden fallen gelassen, vier neue Männer neu ausgenommen und zwei Minister mit anderen Aufgaben betraut. Entlassen wurden: Kriegsminister Marge s s o n, der Minister ohne Geschäftsbereich Greenwood, der Minister für öffentliche Arbeiten Lord Reith, Kolonialminister Lord M o y n e und der Minister für Flugzeugproduktion Moore-Vrabanzon. Ernannt wurden zum Kolonialminister Viscount (Scanborne, zum Kriegsminister Sir James Grigg, zum handelsminister Hugh Dal- Ion, zum Minister für öffentliche Arbeiten und ersten Kommissar für öffentliche Werke Lord Portal, zum Minister für Flugzeugproduktion I. I. Llewellin und zum Minister für den Wirtschaftskrieg Viscount W o l m e r. Margesson war am 23. Dezember 1940 zusammen mit Eden ins Kabinett eingetreten. Bevor er Kriegsminister wurde, war er parlamentarischer Sekretär des Schatzamtes und Haupteinpeitscher der Konservativen Partei. Gegen ihn richteten sich schon seit einiger Zeit scharfe Stimmen der Kritik, die ihm mangelnde Energie vorwarfen. Um der schleichenden Krise, d. h. der überhandnehmenden Verärgerung des englischen Volkes über die dauernden M ß- erfolge, entgegenzutreten, hat Churchill ihn ausgebootet. Greenwood, der bereits am vergangenen Donnerstag aus dem Kriegskabinett, in das er am 11. Mai 1940 als Minister ohne Geschäftsbereich eingetreten war, herausgesetzt wurde,' ist nun gänzlich fallengelassen worden. Lord Reith hatte sich als Jnformationsmimster, wozu er am, 6. Januar 19*0 ernannt wu^de, keinen rühmlichen Namen gemacht und wurde bald durch den noch unrühmlicheren Duff Cooper ersetzt. Chur- igt and le» Oe- it. Bo- ;eutische heute Sohnee I) ver- inst vom en. Zu gehören iint und Jenerati- ler ihre haben Riesige Verluste der Sowjets. Ein Zwischenbericht des Oberkommandos der Wehrmacht schlagen. Auf der Insel Malta erzielten Kampfflugzeuge Bombentreffer in Truppenunter- Der Mann des Widerspruchs Sir Stafford Cripps. Von unserem St.-Korrespondenten. Beispielen angedeutet werden. Das erstemal, daß Sir Stafford' Cripps die Regierung nicht angriff, war nach der erwähnten Reise nach China. Er veröffentlichte damals einen Bericht für die Regierung und hielt Reden, in denen er seine sonstige Oppo- ition aufgab. Der andere geheimnisvolle Vorfall war Cripps' Flug von Moskau nach London Anfang Juni 1941, kurz bevor Europa zum Krieg gegen den Bolschewismus antrat. Es gibt Stimmen, die behaupten, dieser Flug sei ein Bluff gewesen, mit dem Churchill und Cripps, die in dieser Zeit endgültig Frieden miteinander schlossen, über I Angriffen schwere Verluste zu. 3m hohen Norden belegten Sturzkarnvfslug- Bornben ein alter Gewerkschaftler über Cripps. Der Zynismus, mit dem er Freunde und Gegner, die eigene Partei, die Konservativen und, was in England unerhört ist, sogar den König angriff, hatte ihm früher überall Feinde geschaffen. Die gleichen inner- politischen Gegner haben jetzt fast einstimmig da- Ministerfchub in London. Nach dem Kriegskabinett auch das übrige Kabinett umgebildet Stockholm, 23. Febr. (DNB. Funkspruch.) Der sowjetische Nachrichtendienst meldet die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen den Bolschewisten und der Süd- asrikanifchen Union. getesB'01!'’ SS len001?.!, u| L-rr chill behielt ihn aber als Verkehrsminister bei. Als er auch auf diesem Posten in fünfmonatiger Tätigkeit kein Glück hatte, erhielt er am 3. Oktober 1940 das Ministerium für öffentliche Arbeiten und Bauten, bis er jetzt endgültig fallengelassen wurde. Lord M o y n e war seit dem 8. Februar 1941 Kolonialminister. Seine Verabschiedung wurde bereits bei der Kabinettsumbildung am Donnerstag vorausgesehen. Moore-Brabanzon trat am 3. Oktober 1940 in Churchills Kabinett ein und löste Lord Reith als Derkehrsminister ab. Am 2. Mai 1941 wurde er an Stelle von Lord Beaverbrook Minister für die Flugzeugproduktion. Seine Entlassung soll die beunruhigte öffentliche Meinung, befriedigen. Viscount Cranborne, der seit dem 3. Oktober 1940 als Dominienminister die Belange der Domi- nien so glänzend vertrat, daß Churchill ihn, um die Beschwerden der Dominien abzustellen, am Donnerstag durch Attlee ersetzte, soll es nun als Ko- lonialmjnister mit den Kolonien versuchen. Er bleibt fernerhin Sprecher des Oberhauses, wozu er am 23. Dezember 1940 ernannt wurde. Sir James Grigg, der neue Kriegsminister, war seit dem 3. April 1940 Finanzsekretär im Kriegsministerium, nachdem er vorher parlamentarischer Sekretär beim Jnformatlonsministerium und viele Jahre hindurch der erste Prioatsekretär verschiedener aufeinanderfolgender Staatskanzler war. Hugh Dalton gehörte schon vor seinem neuen Amt als Handelsminister dem Kabinett art, und zwar war er seit dem 15. Mai 1940 Minister für den Wirtschaftskrieg. Lord Portal war, bevor er jetzt Lord Reith als Minister für öffentliche Arbeiten ablöste, parla-« mentarischer Sekretär im Versorgungsministerium Oberst I. I. Llewellin, der neue Minister für Flugzeugproduktion, war vor kaum drei Wochen, am 4. Februar 1942, zum Handelsminister ernannt worden, nachdem er seit dem 2. Mai 1941 den Posten eines parlamentarischen Sekretärs im Verkehrsministerium bekleidet hatte. Discount Wolmer tritt mit der Uebernahme des Ministeriums für den Wirtschaftskrieg neu in das Kabinett ein. Seitdem er 1929 von dem Posten eines stellvertretenden Generalpostmeisters unter Baldwin zurückgetreten war, hatte er kein Regierungsamt mehr inne. Tage einer deutschen Niederlage würde jeder Engländer um so reicher sein, folglich müsse Deutschland vernichtet werden. Diese Vernichtunastheorie führte England 1914 in den Weltkrieg, sie führte auch jetzt diesen Kampf herbei, in dem die Plutokratenmächte Niederlage auf Niederlage erleiden und sich einer Koalition gegenübersehen, an der sie sich ihre jüdischen Giftzähne ausbeiß'en. War nicht der Geheime Herr von Whitehall, Sir Robert Vansittart, einer derjenigen, die Da« lädier und seine Helfer in das sinnlose Kriegsabenteuer gehetzt haben? Dieser Vansittart bestätigt Bismarcks Wort: „Hütet euch vor den vielsprachigen Engländern." Er schrieb französische Theaterstücke und galt als sehr dunkles Register, das immerhin die Außenminister Englands im diplomatischen Dienst überlebte und durch seinen Posten als Chef des Secret Service und des „Ersten diplomatischen Beraters der Negierung" einen Einfluß ausübte, der vielleicht dem der „Grauen Eminenz", des Herrn von Holstein, gleichkam, vor dem zur Zeit des letzten deutschen Kaisers selbst Bülow bangte, und der alle Fäden der deutschen Diplomatie in Händen hielt. .Dieser Vansittart isö von einem geradezu pathologischen Deutschenhaß erfüllt. Bezeichnend war seine Radiorede im Vorjahre, in der er die Deutschen „eine zyniscbe Horde" nannte, Bismarck war nach ihm „der listigste preußische Tyrann", Friedrich der Große ein wildgewordener und maßlos überschätzter Preuße, dessen Nachfolger Hitler fei. Hitler fei der Apostel der Wildheit, die Neudeutschen seien ebenso verbrecberisch, wie die Germanen gewesen seien usw. Vansittarts neueste Leistung steht auf demselben Niveau. Die Briten würden siegen, sagt er, und dann müßten alle Deutschen längere Zeit überwacht und niedergebalten werden, ihre Produktionsguellen feien zu zerstören, und sicherlich meint Vansittart, wenn er es auch nicht aussvricht, das gleiche wie jener jüdische Posaunist von Roosevelts Absichten, Kaufmann, der verkündete, Deutschland müsse dadurch untergehen, daß seine sämtlichen Männer unfruchtbar gemacht würden. Uebrigens trifft sich Vansittart mit dem Wochenorgan „John Bull", das sich pervers ausmalt, wie Deutschland nach den Plänen Churchills, Roosevelts und Stalins buchstäblich wea- gewischt würde. Diese Wochenzeitschrift folgt damit nur der Tradition aus 1914 bis 1918, als sie unter Sir Horace Bottomley stand, der tagtäglich in den gemeinsten Ausrottungsphantasien schwelgte, dafür öffentlicht gelobt wurde und — als Schwindler in englischen Zuchthäusern endete! Nur, daß der John Bull dem Britenvolke sagt, was der Diplomat Vansittart zu verwirklichen bestrebt war. Diese Sumpfblüte der britischen Dekadenz war nämlich, wie gesagt, einflußreicher Berater nicht nur des britischen Königs, sondern auch — Daladiers. Der Krieg verschlang Frankreich. Er wird auch England verschlingen. E- S. Lissabon, 20. Februar 1942. Anfang Juni 1940 befand sich der soeben von 1 Churchill zum Geheimen Lordsieaelbewahrer ernannte Boljchewistenfreund Sir Stafford Cripps in Athen auf der Reise nach Moskau. Er sollte dort als Leiter einer Handelsdelegation verhandeln. Bevor er feinen Flug nach Moskau antreten konnte, hatte S t a li n die britische Regierung wissen lassen, er werde mit Cripps nur verhandeln, wenn dieser als bevollmächtigter Botschafter in Moskau erscheinen würde. So kam es, daß Cripps auf Stalins Wunsch auf der Reise zum Botschafter ernannt vurde. Als Cripps am 12. Juni 1940 auf dem Flugplatz in Moskau eintraf, war der Beamte des sowjetischen Außenkommissariats, der im schwarzen Rock und Zylinder erschienen war, überrascht, einen Botschafter Seiner Britischen Majestät in einem Flanellanzug dem Flugzeug entsteigen zu sehen. Der Botschafter hatte auch kein Beglaubigungsschreiben bei sich. Es mußte ihm, da bei seiner Abreise aus London nicht vorauszusehen war, daß Stalin seine Ernennung wünschte, nachgeschickt werden. Die Bolschewisten, die sich auf ein zaristisches Protokoll aus dem Jahre 1756 beriefen, weigerten sich, einen Empfang Cripps' beim Sowjetpräfidenten zu veranstalten, bevor das diesem Protokoll entsprechende Beglaubigungsschreiben eingetroffen war. Stalin soll bereits 1937, als Cripps leinen ersten großen Zusammenstoß mit der Labour-Partei und den britischen Gewerkschaften hatte, sich für Cripps persönlich interessiert haben. Er sah geflissentlich über eine Aeußerung von Cripps hinweg, daß der englische König immer noch besser sei als Stalin. Er nahm diese Redewendung wohl um so weniger ernst, als sie das Bild dieses Mannes nicht störte, der sich selbst und anderen dauernd widerspricht. Vielleicht wußte Stalin besser Bescheid über die geheimen Fäden, die Cripps schon lange ge- ponnen hatte. Zu Anfang des Krieges hatte Cripps eine Reise nach Indien und China unternommen. Er war der erste nichtrussische Weiße seit 20 Jahren, dem es gestattet mar, die Hauptstadt Sinkiangs, Urumchi, zu besuchen. Später stellte sich heraus, daß er dort ein geheimes Zusammentreffen mit Sowjetagenten gehabt hatte. Seine Reisespur ging einige Wochen verloren, und als er nach vier Wochen wieder in China auftauchte, gestand er, in der Zwischenzeit in Moskau gewesen tu sein. Den Rückweg nahm er über Tokio und die Vereinigten Staaten. Wenige Wochen später war er Botschafter in Moskau. Damit erreichte er den äußeren Abschluß einer Laufbahn, die ihm offenbar lange vor geschwebt hatte. Schon 1933, als Sir Stafford Cripps „von dem unvermeidl'chen Krieg" gesprochen hatte, forderte er eine völlige Revision' der englischen Politik gegenüber den Sowjet. ... „ ,.„e Diese Stellungnahme in der auswärtigen Politik entspricht Cripps' innerpolitischer Linie. Obwohl.er der Sohn von Lord Parmoor und selbst adlig ist, und obwohl er seinem Einkommen nach unter die Millionäre gehört, hat er sich innenpolitisch durch einen Radikalismus bekannt gemacht, der ihm den Ausschluß aus der Labour-Partei wegen „bolschewistischer Neigungen" eintrug. Vielleicht batte ein Arbeiter recht, der Cripps auf dessen Wort, Churchill und der Erzbischof von Can. terbury seien die größten Feinde der Arbeiterklasse, erwiderte, Cripps fei der größte Feind der Labour-Partei. Vielleicht wollte Cripps durch seinen Radikalismus die Labour-Partei und die Ge- Verkschaften zum Platzen bringen, weil sie ihm zu nach gerufen, daß dieser Einzelgänger der englischen Politik ins Kabinett ausgenommen werde. Die Fäden, die zwischen ihm und Stalin lauen, werden erst in einer späteren Zeit aufgedeckt Derben. Dann wird sich auch zeigen, welche Ein- lüsse bei feiner Berufung zum Lordsiegelbewahrer mitgespielt haben. Daß manches in ein geheimnisvolles Dunkel gehüllt ist, mag an zwei Lanfittarts Derm'chtungsparole. In Riom hat der Prozeß gegen Daladier und Genossen begonnen. Die Anklage wirft ihnen vor, nicht alles getan zu haben, damit Frankreich am Tage der Kriegserklärung bereit gewesen wäre. Uns interessiert dieser Prozeß nur insofern, als wir die Antwort auf die Frage erwarten, wer das unvorbereitete Frankreich in den Krater dieses Krieges stieß, von welchen Faktoren Daladier und andere Männer der Judäo-Plutokratie gelenkt worden sind. Der infernale englische Haß einer kleinen, alles Englische beherrschenden Clique, hatte seit jeher im Deutschtum etwas Vernichtendes gesehen und vor allem Frankreich benutzt, um seinen Söldling auf dem Festland gegen die Erstarkuna Deutschlands zu haben. Wenn Churchill 1936 sagte, Deutschland müsse mit Krieg überzogen werden, denn es würde zu stark, dann verfocht er dieselbe allgemeine britische Plutokratenansicht, die schon 1898 die „Edinburgh Review" mit den Worten niedergelegt hatte, am „spießbürgerlich" waren. Die Engländer, denen Logik und scharfer Verstand in der Politik verdächtig sind, haben fid) oft Gebauten bar üb er gemacht, von w e l ch e n Kräf - ten Cripps bewegt wird. Der jetzt 53jährige hatte zunächst auf der Universität Chemie studiert und versprach ein großer Wissenschaftler zu werden. Er sattelte plötzlich um und wurde Rechtsanwalt. Der Weltkrieg unterbrach seine berufliche Bahn zunäch t. Obwohl Sohn eines adligen Konservativen, bekannte ich Cripps als Kriegsdienstverweigerer. Er wurde als Lastkraftwagenfahrer zwischen Boulogne und der britischen Front eingesetzt. Sein Pazifismus hinderte ihn aber nicht, ein Jahr päter das Amt eines Regierungsdirektors einer großen Munitionsfabrik anzunehmen. Nach dem Kriege war er einer der erfolgreichsten und bestbezahltesten Rechtsanwälte Englands. 'Rach seinen eigenen Worten läßt er sich phantastische Summen von der herrschenden Klasse bezahlen, damit er sie aus ihren Schwierigkeiten befreit. Sein Einkommen als Rechtsanwalt wurde auf ■50 000 Pfund Sterling jährlich, also nach altem Kurs aus etwa eine Million Mark, geschätzt. Gleichzeitig spricht er davon, daß er die Oberklasse nicht für fähig haste, zu regieren. Berühmt sind seine Angriffe gegen bas Oberhaus geworden. Es klingt fast unenglisch, wenn er sagt, es sei lächerlich, Oberhaus und Demokratie in einem Atemzug zu nennen. Das politische System, das Cripps mit einer Leidenschaft sondergleichen ver'icht, entspricht dem Sowie t s y st e m. Seine Landsleute wissen selbst nicht, ob Ueberzeugung oder ein unverbesserlicher Hang szur logischen Ueberspitzung ausschlaggebend dafür sind, daß er politische Doktrinen vertritt, die seinem Milieu so stark widersprechen. Der jetzige Arbeitsminister B e v i n hat von Cripps gesagt, er lebe in ; einer intellektuellen Stratosphäre. „Mit Cripps stehst du schaudernd auf einer vereisten Ebene, über die der Eiswind seiner kalten Loük webt", äußerte ►äffern vor der ame- staffel, ausgezeichnet. Frage. So muhte der Matrose sie wiederhol . r . 7 ______c___ q mittag des 20. [Mjnf eingc Alte Heiratsanzeige. der an= Da, ptkgen, ist der m Nordrand Hauptstadt ist. Gute! Tokio, 23. Kem Sonderb Ron 8«rtfeSung barkeit. Meine politische Tkachrichten Die große Stunde der Deutschen Reichsleiter Rosenberg über den deutschen Begriff der Freiheit „Also losgeschossen!" Sie knatterten in der Tat wie dem Auftreten deutscher U-Boote vor den Toren Neuyorks erschien, glaubten die Amerikaner, sich damit trösten zu können, es habe sich bei diesem Auftreten deutscher U-Boote an der USA-Küste um besondere Einzelleistungen eigens konstruierter U-Boote gehandelt. Nun haben sich die Herren ht Washington davon überzeugen müssen, daß der westliche Atlantik zum st ä n d i g e n Opera, tionsf eld unserer U-Boote geworden und daß Herr Nooseoelt, der dem Krieg bis nach Island nachgelaufen ist, ihn jetzt vor Neuyork bekommen hat. Die U-Boote, die an der amerikanischen Küste kreuzen, sin-d so ausgestattet, daß sie zweimal die Fahrt über den Ozean machen und äußere H.? — Lebt Leutnant H.?" Dann aber wurden drüben zwei Flaggen erhoben, und die Antwort kam von dem Kreuzer zurück! „Bin wohlauf. Heil Hitler!" ist" ,Lb'g viele Menschen gekostet hat?" fragte m oon den Jimor getan ÜB'" Als der Kommandant des Minensuchers bis zu dem jungen Matrosen gekommen war, baute der sich nach der Vorschrift auf und ries: „Ich habe eine persönliche Bitte an Herrn Kapitän!" ,Äetzt? Im Dienst?" „Es leidet keinen Aufschub." WS & i a: Seat „Heil und Sieg!" winkte der Matrose auf dem Minensucher. Als er seine Wache, nach Meldung und Beglück- yPr wünschung auf dem Stand des Kapitäns wieder I übernehmen wollte, schickte der ihn in die Kajüte. Sobald der Glückselige mit sick allein war, da — doch nein, das soll nicht erzählt werden. Denn der sich auf eine nicht alltägliche Weise aus der Brandung seiner Gefühle an das Ufer der Gewißheit gerettet hatte, war ein junger, ein sehr junger Matrose. Sie Mehe belast JS-feine -/Satzung. 1 Äern die ( U7Berl'i. ? purer Är 5x" 4 Un!,ta /'Mann „Und wenn es dein Vater wäre, müßte ich sagen: unmöglich. Wir können zwar hinüberfragen, aber wir werden keine Antwort kriegen. Die Funkanlage der X. ist durch einen Bombentreffer zer- s öjßiüe Herrn Kapitän, hinüberwinken zu lassen!" Der Kapitän sah dem jungen Matrosen durch das Tor der Augen bis ins Herz hinein, nickte zweimal und sagte dann: „Gut — kannst du machen." ,,3d)??" . „Jawohl: du. Bist der Nächste dazu. Winken hast du gelernt. Also: ich wexde dich ctblösen lassen. Wenn's geschehen ist, versuch dein Heil!" Schon wollte der junge Matrose seine Bitte zurücknehmen. Wenn nun die Antwort, die von drüben gewinkt wurde, „Nein!" lautete? Sollte er selber die Hoffnung, welche sein Herz hegte, zerstören? Doch plötzlich straffte er sich und sagte: „Zu Befehl, Herr Kapitän." „Hoffentlich hast du Glück mit deinem Winken, daß sie drüben dich sehen, und: daß du gute Nachricht erhältst." So stand denn, als der Kreuzer X. nahe genug herangekommen war, der Matrose H. am Bug eines Minenräumers und winkte. Die Frage, welche er durch Flaggzeichen über die Wasier hinrlef, lautete: „Lebt Leutnant H.?" Es dauert lange, bis nach Schifferweise eine solcke aus drei Worten bestehende Frage gestellt ist. * i jedem Buchstaben rnüsfen die beiden Flaggen m den Händen des Winkers ihre Stellung zu einander verändern und in der veränderten Stellung drüben wahrgenommen werden. Matrose H. überhastete nichts. Sorgsam, wie er es gelernt hatte, führte er die notwendigen Bewegungen aus. Es fei für die deutsche Nation keine Schande, Lebensräume und Rechte anderer großer Nationen anzuerkennen und ihre schöpferischen Kräfte zu fördern. Es sei dabei aber auch eine schöne Pflicht, kleine Völker, die unter dem Schutz des großdeut- scheu Volkes stehen, behutsam in ihrer Seele zu behandeln und sie teilnehmen zu lassen an allem, was zu der inneren Gestaltung unseres alten ehrwürdigen Kontinents gehört. Deshalb sei die Idee der Freiheit beim deutschen Volke nie so sehr mit Rechten als mit Pflichten zusammen gedacht worden. Der deutsche Kamps sei nicht ein Freiheitskampf, um von Pflichten ledig zu werden, sondern nur ein Kampf, um eine Auf - gabe, d. h. eine große Pflicht zu erhalten und zu erfüllen. Darum sei das deutsche Volk das unrevolu- tionärfte Volk Europas und zugleich jene Nation, von der aus alle zündenden Gedanken der Inneren Freiheit ausgegangen sind. In der Stunde, da wir der Gründung der nationalsozialistischen Bewegung gedenken, sehen wir in ihr eine geheimnisvolle Gesetzmäßigkeit am Werke. Sie sei als Seelenprotest gegen die Schande, die über das deutsche Volk im November 1918 gekommen war, entstanden. Und das Schicksal, das mit der Strenge eines Entweder — Oder an uns. herantrat, habe jeden zur tiefsten Rechenschaft über hmgen und Bereitstellungen mit Sprengbomben und Bordwaffen bekämpft und über zwei Bataillone völlig aufgerieben. Drei Bataillone, fünf Panzer und sechs schwere Geschütze wurden bei weiteren Stukaangriffen im mittleren Frontabschnitt durch Volltreffer vernichtet. Das Ritterkreuz. Berlin, 22.Febr. (DNB.) Der Führer verlieh das R i t t e r k r e u z des Eisernen Kreuzes an: Oberst Friedrich Wiese, Kommandeur eines Infanterie-Regiments; Ober ft Paul Danhauser, Kommandeur eines Infanterie-Regiments; Oberstleutnant Wolfgang T h o m a l e, Kommandeur eines Panzer-Regiments; Major Günther Pape, Kommandeur eines Kradfchützen-Bataillons; Oberleutnant Ferdinand P a m p u s , Kompaniechef in einem Infanterie-Regiment; ferner auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Reichsmarschall Göring, an Oberleutnant Heinrich Schweickardt, Staffelkapitän in einem Sturzkampfaeschwader. Das Regiment des Obersten Friedrich Wiese hat sich In besonderem Maße Anfang Januar durch hervorragende Angriffs- und Abwehrerfolge ausge- gezeichnet. Oberst Wiese hatte bei der planmäßigen Verlegung der Front den Auftrag, mit seinem Regiment als Nachhut der Division die Stellungen bis zu einem befohlenen Zeitpunkt zu halten und nur vor überlegenem Feind kämpfend auf die neue Hauptkampflinie auszuweichen. Nachdem bereits mehrere frontale Angriffe der Sowjets gescheitert waren, griffen die Bolschewisten, denen es mit Schneeschuhtruppen und Kavallerie gelungen war, durch ein fast ungangbares Wald- und Sumpf- gelände vorzustoßen, das Regiment auch in den beiden Flanken und im Rücken an. Oberst Wiese entschloß sich in dieser schwierigen Lage zum Angriff, fetzte sich selbst an die Spitze des vorderen Batail- Ions und führte den Durchbruch des Regiments durch die feindliche Umfassung persönlich an. Durch fein Vorbild riß er die Truppe zu einer derartig es Major Pape, mit feinen Kradschützen ebenfalls blitzschnell eine von den Sowjets stark besetzte Ort« schäft zu nehmen und damit eine bedeutungsvolle Entscheidung herbeizuführen. Oberleutnant Ferdinand Pampus verteidigte in den ersten Februartagen hartnäckig und erfolg, reich einen wichtigen Stützpunkt unserer Abwehr- front gegen einen an Zahl weit überlegenen Geg. ner. Trotz Verwundung blieb er bei feiner Truppe. Seiner Tapferkeit und feinem Vorbild ist es zu danken, daß ein großangelegter Durchbruchsversuch der Sowjets völlig vereitelt wurde. Oberleutnant Heinrich Schweickardt hat sich als der älteste Staffelkapitän feiner Sturztampf. gruppe bereits in den Kämpfen gegen Polen, Frankreich und England hervorragende Verdienste erworben. Im Ostfeldzug hat er durch Vernichtung feindlicher Flugzeuge, Panzer, Marschkolonnen und Transportzüge dem Gegner großen Schaden zage« fügt und feit Beginn der Abwehrkämpfe im Osten durch kühne Angriffe den Verbänden des Heeres wertvolle Hilfe bei der Abwehr feindlicher Durch- bruchsverfuche geleistet. Lieber eine halbe Million BAT. vor der LtGA.-Küste versenkt. Die Zahl der bisherigen Schiffsverfenkungen vor der nordamerikanischen Küste, also in näherer und weiterer Umgebung von Neuyork, hat sich auf . 80 Schiffe mit 532 900 BRT. erhöht, nachdem die deutschen U-Boote im westlichen Atlantischen Ozean, wie durch eine Sondermeldung berichtet worden ist, neuerdings wieder 17 Schiffe mit 102 000 BRT in die Tiefe des Meeres geschickt haben. Daneben konnte in dem gleichen Sonderbe» , richt eine weitere erfolgreiche Aktion im Karibischen Meer gemeldet werden, wo westlich von Trinidad zwei Schiffe, darunter ein Tanker, de» Torpedos unserer U-Boote zum Opfer fielen. Als am 24. Januar die erste Sondermetdunq von dle brlllsche Luftwaffe 99 Flugzeuge, davon 38 über dem Nttttelmeer und in Nordafrika. Während der gleichen Zeit gingen im Kampf gegen Großbritannien 28 eigene Flugzeuge verloren. Oer Wehrmachtbericht vom Sonntag. DNS. Aus dem Führeihauptquartler, ( 22. Februar. Das Oberkommando der Wehrmacht I gibt bekannt: * An der Ostfront wurden zahlreiche Angriffe des Feindes abgewehrt. Im mittleren Frontabschnitt vernichtete die Luft- s roaffe allein am gestrigen Tage über 200 Fahr- ; zeuge des Feindes. Weitere schwere Luftangriffe i richteten sich gegen Eisenbahnanlagen, Transport- ! zöge, Flugplätze und belegte Ortschaften der Sowjets. 1 An der englischen Ostküste erzielten Kampfflugzeuge bei Tage Bombenvolltreffer schweren Kalibers in einer Fabrikanlage. In Nordafrika beiderseitige Spähtrupptätig- keit. Sturzkampfflugzeuge belegten Schiffsziele, sowie Berladeeinrichtungen des Hafens T o b r u k mit Bomben. Jagdflugzeuge griffen motorisierte Kolonnen der Briten im Raum Ain el Gazala an. Ostwärts Soltum erzielte ein deutsches U- Boot zwei Treffer auf einem Dampfer und einem Zerstörer. Ein bei Ras Azzas torpedierter Dampfer von 4000 BRT. kenterte. Auf Flugplätzen der Insel 7N a l t a vernichteten Sampfsliegerkräfte durch Bombenwurf sechs abgestellte britische Flugzeuge sowie verschiedene militärische Anlagen. Der Feind unternahm in der vergangenen Rächt planlose Störangriffe auf west- und südwestdeulsches Gebiet. Zwei britische Bomber wurden abgeschossen. Oie Vernichtungsschlacht in der Mitte der Ostfront. Berlin, 22. Febr. (DNB.) Die im Wehrmachtbericht vom 21. Februar erwähnte Vernichtung der Masse einer bolschewistischen 21 r m e e in der Mitte der Ostfront wurde unter außergewöhnlich schlechten Witterungsverhältnissen durchgeführt. Die Einschließung dieser Armee wurde durch einen kühnen Vorstoß deutscher Panzerverbände eingeleitet. Nachdem die Bolschewisten von ihren rückwärtigen Verbindungen ab geschnitten waren, wurde der Ring um die eingeschlossenen Feindkräfte in konzentrischem Angriff durch Infanterie, Panzer und Sturmgeschütze trotz hohem Schnee, Kälte und eisigem Ostwind von Tag zu Tag immer enger gezogen. Dabei mußten sich die deutschen Verbände durch schwierigstes Wald- und Höhengelände vorwärts kämpfen. Der Schlüsselpunkt der feindlichen Stellung war eine Höhe, die von ausgesuchten bolschewistischen Truppen zu einer gut ausgebauten Bunkerstellung gemacht worden war. Nach allen Seiten hin war diese Höhe durch MG.-Stände bestückt und sämtliche MG- Nester durch einen 100 Meter langen, 21/» Meter unter der Erde befindlichen Stollen verbunden. Von dieser hervorragend ausqebauten Höhe herab hatten die Bolschewisten ein ideales Schußfeld. Trotzdem fiel diese beherrschende Stellung nach härtesten Kämpfen in deutsche Hand. Damit zerbrach der Rest des bolschewistischen Widerstandes. Hier und dort versuchten die Sowjets zwar in verzweifelten, oft nächtlichen Angriffen den um sie gezogenen eisernen Ring zu durchbrechen. Aber auch dieser letzte Widerstand wurde gebrochen und so die Vernichtung dieser bolschewistischen Armee am 20. Februar beendet. Neben der im Wehrmachtbericht vom 21. Februar bereits genannten Beute fielen noch Hunderte von Kraftfahrzeugen und Schlitten sowie zahlreiche Handfeuerwaffen und anderes Kriegsgerät in die Hand der deutschen Truppen. An der Vernichtung dieser bolschewistischen Armee hatte auch die deutsche Luftwaffe beträchtlichen Anteil. Der Schwerpunkt ihrer Einsätze richtete sich gegen feuernde Sowjetstellungen und Infanteriekolonnen, und trug wesentlich zu den Erfolgen der deutschen Erdtruppen bei. Bolschewistische Lastkraftwagenkolonnen wurden auf den Zufahrtstraßen vom Bombenhagel vernichtend getroffen. Im Laufe eines einzigen Tages wurden 200 Fahrzeuge aller Art und bespannte Schlitten vernichtet. In Tiefangriffen wurden bolschewistische Truppenansamm- Eine sehr merkwürdige Heiratsanzeige wurde in einer schwedischen Zeitung vom Jahre 1771 veröffentlicht: „Das verehrliche Publikum wird gebeten, die folgende Anzeige, die in bester Absicht veröffentlicht wird, nicht falsch aufzufassen. Da es häufig geschieht, daß ein schönes und wohlanstaw higes Mädchen unbeachtet bleibt, weil die ehrenwerte Bewerberin ihre Hilfsmittel nicht genügend kennt und nicht weiß, welche Mitgift sie von ihren Eltern erhält, so wird in dieser Anzeige ein- ehrenwerte Jungfrau von 21 Jahren, sehr, schon, von guten Sitten, wohlerzogen, „ä la mode”, empfohlen; sie besitzt Kenntnisse im Kochen, Waschen und Kuchenbacken, die in der Ehe ohne weiteres noch ausgebildet werden können; sie besitzt m bar und Sachgütern ein Vermögen von 15 000 Silber- talern und erwartet außerdem eine Erbschaft von ihrer alten Großmutter. Wenn ein Junggeselle, am liebsten ein Adliger oder studierter Mann, oder auch irgendeine Persönlichkeit in guter Stellung, sich dies überlegen und sich dafür interessieren wollte, kann er seine Anschrift dem Vormund des Mädchens bei der Druckerei dieser Zeitung hinterlegen. Nur galante und anständige Kavaliere von gutem Ruf werden eingelaben, ihre Namen abzu« geben; im andern Falle werden fie keine Mittels lung erhalten." mal die Fahrt über den OMn machen dem auch noch sich in den Gewässern v rikanischen Küste längere Zeit aufhalten können. Was das heißt, kann man ermessen, wenn man weih, daß die Strecke vom Kanal dis in das Karibische Meer rund 4000 Seemeilen (etwa 7000 Kilometer) beträgt. Durch das Auftreten deutscher U* Boote jenseits des Ozeans und den ständig drohenden Verlust an Tonnage, besonders an ohnedies knappen Tankern, sind die USA. gezwungen, für Sicherungszwecke einen großen Teil ihrer Kriegs- flotte einzusetzen. Dadurch entfällt für die USA. die Möglichkeit, diese Streitkräfte auf den pazifischen Kriegsschauplatz zu schicken. Die Tätigkeit unserer U-Boote vor Neuyork unterstützt also kräftig den Kampf der Japaner. Im übrigen bat der pausenlose Handelskrieg der öeutschen U-Boote in der Hauptsache, die Voraussetzungen für den japanischen Siegeszug geschaffen. Ader nur ein Teil unserer U-Boote operiert jenseits des Ozeans Andere flehen an den britischen Versorgung^linien, dazu tm Nördlichen Eismeer und im Mittelmeer. Die U-Boote bestreichen also den am weitesten ausgedehnten Kriegsschauplatz und übertreffen in ihrer Reichweite alle anderen Waffen. Die Rückwirkungen ihrer Tä- tigkeit erstrecken sich letzten Endes auf alle Gebiete der Kriegführung. Kommandanten und Besatzungen leisten Äußerordentliches, zumal wenn man be« denkt, daß es für die Ü-Boot-Waffs feit September 1939 keine einzige Einsatz pause gegeben hat. Das deutsche Volk bewundert die außerordentlichen Lei. fhingen der U-Boot-Besatzungen mit voller Dank. das Geschehen gezwungen. Abschließend sagte Reichsleiter Rosenberg: Die Gestaltungsmöglichkeit inmitten eines erkannten und innerlich anerkannten Gesetzes ist das, was w i r unter Freiheit verstehen wollen. In selbstbewußter Bändigung der Willkür schwebe uns nicht eine Zerstörung, nicht eine universalistische Weltherrschaft vor, sondern etn gegliedertes Universum, eine Ab- Ein junger Matrose. Erzählung von Hans Franck. Ein junger Matrose geriet auf einem deutschen Minenräumboot, das im ersten Jahre des Krieges gegen England schon wieder einmal wochenlang feine schwere, lebenschützende Arbeit verrichtet hatte, unversehens in eine Brandung der Gefühle hinein, aus welcher er selber sich auf nicht alltägliche Welse errettete. Den Kurs des Räumbootes schnitt eines Morgens mit der Richtung Heimathafen ein Kreuzer. Als her Kapitän des Bootes ihn endlich, nach manchen vorzeitigen Bemühungen, richtig in das Glas hinein hatte, betrachtete er das nahende Schiff länger als sonst, nahm den Fernseher von seinen Augen herunter, schüttelte den Kopf, hielt von neuem Ausschau, schüttelte, sobald er wiederum mit um bewehrtem Gefickt dastanö, abermals den Kopf und sagte: „Die X. hat's erwischt." „Aber nein, Herr Kapitän!" rief der Leutnant, welcher neben ihm stand. „Doch. Von oben her. Sehen Sie selbst!" Der Leutnant nahm das Glas, sah kurze Zeit zu dem Kreuzer hinüber und sagte: „Tatsächlich. Hat etwas hineingewürgt gekriegt. Wahrscheinlich durch Flieger." „Ist nicht so schlimm geworden, wie ich zunächst dachte", stellte, wieder mit seinem Glas vor den Augen, der Kapitän fest. „Maschinen sind in Ordnung. Kommt mit eigener Kraft in den Hafen. Nur wenig Schlagseite. Oben allerdings scheint^ ziemlich bös auszusehen. Nun, das läßt sich in Ordnung bringen. Wollen uns freuen, daß es so ab gegangen Berlin, 22. Februar. (DPB.) Dem historischen Ereignis der Verkündung des Parteiprogramms vor 22 Ja h r e n durch Adolf Hitler widmet in diesen Tagen die NSDAP, in allen Gauen Großdeutschlands Stunden stolzen Gedenkens und mahnender Verpflichtung. An der in Berlin in der Staatsoper in würdigem Nahmen durchgeführten Feierstunde der Dienststelle Rosenberg nahmen führende Vertreter der Partei und ihrer Gliederungen, der Wehrmacht und des Reichsarbeitsdienstes teil. Der Beauftragte des Führers für die Ueberwa- chung der gesamten geistigen und weltanschaulichen Schulung und Erziehung der NSDAP., Reichsleiter Alfred Rosenberg, prach dabei zu dem Thema „Um die innere und äußere Freiheit der Deutschen". Die Freiheit sei im Staatsleben nicht die Möglichkeit, alles tun zu können, und sie bedeute für die Persönlichkeit nicht die Möglichkeit, alles erschaffen, erfinden, formen zu können, sondern Freiheit sei stets Gestalt, d. h., ie trete wesentlich hervor im Rahmen einer Schvp- erkraft als das Gegenteil von Tyrannei und von Willkür. Hier trete die heute vom Nationalsozialismus auf genommene alte deutsche Auffassung der Freiheit wieder in Erscheinung, die sich streng scheidet von der ßiberte der französischen Revolution und dem Herumtoben der marxistisch-bolschewisti- schen Zerstörung. Nach Darstellung geschichtsphilosophischer Gedanken kennzeichnete Reichsleiter Rosenberg unser Streben nach einer Millionengemeinschaft aller Deut- schen in fester Formung und Führung, indem wir zugleich Raum fordern für große fchöpferische Persönlichkeiten. Wir empfinden beide Forderungen nicht als gegnerisch, und deshalb sind wir der Ueberzeugung,' daß die nationalsozialistische Bewegung, die auch im Kampf um eine Freiheit einmal ins Leben trat, gerade weil Deutsche sie führten, aus innerem Instinkt auf politischem Wege zum gleichen Ergebnis gekommen ist, wie die großen religiösen Führer des deutschen Volkes, seine Denker und seine großen Dichter. hervorragenden Tapferteitstat mit, durch die das Regiment und die unterstellten Hilfswaffen aus der feindlichen Umklammerung befreit und dem Feind schwerste Verluste zugefügt wurden. Oberst Paul Danhauser hatte mit seinem Regiment an den Brennpunkten des Kampfes gegen die Sowjets vor Smolensk, Wjasma, am Dnjepr und in den schweren Abwehrkämpfen von Kalinin bereits Hervorragendes geleistet. Seinem besonderen Schneid und seiner ungewöhnlichen Entschluß- und Tatkraft war es Mitte Januar zu verdanken,, daß sich eine zunächst höchst kritische Lage zu einem ausschlaggebenden Erfolg für die Gesamtlage wandelte. Durch sein Vorbild riß er nicht nur seine tapferen Infanteristen, sondern auch alle erreichbaren Baueinheiten und Angehörigen von Stäben zu heldenmütigem Einsatz mit vor, durch den der Durchbruchsversuch der Sowjets vereitelt und eine wichtige Bahnlinie durch Abriegelung gesichert wurde. Dadurch wurde die Voraussetzung für den unter der tapferen Führung des Oberst Danhauser erfolgreichen weiteren Angriff am 14. 2. geschaffen. Oberstleutnant Thomale hat sich im Kampf gegen die Sowjets immer wieder durch höchsten persönlichen Mut und größte Umsicht ausgezeichnet. In vorbildlicher Zusammenarbeit mit einem Infanterie-Regiment bahnte er sich trotz starker Verminung und mehrfacher semaezündeter Sprengungen mit seinen Panzern den Weg tief in den Rücken des Feindes zu einem stark befestigten und von sowjetischer Infanterie mit Panzern zäh verteidigten Stützpunkt. Oberstleutnant Thomale stieß — selbst in einem der vordersten Panzer fahrend — gegen diese Schlüsselstellung der Sowjets vor, die nach einftün- bigem heißen Kampf genommen wurde. 'Major Günther Pape stürmte Ende Januar an der Spitze einer Kampfgruppe aus eigenem Entschluß eine Ortschaft mit dem Erfolg, daß dort eine sowjetische Kavallerie-Division unter schweren Verlusten zersprengt und der Divisionskommandeur gefangen genommen wurde. Am 30. Januar gelang eine Folge von über die Lippen Schüssen, die Worte, welche nun des jungen Matrosen sprangen: „Bitte Herrn Kapitän, Hinüberfunken zu lassen, ob mein--Bruder, der auf der X. fährt--lebt!" ,/Has wird nicht möglich sein." „Es ist mein einziger Bruder!" Mit dem Deutschen Kreuz in Gold wurde vom Führer der Major Angel Salas, Staffelkapitän 4 einer an der Ostfront eingesetzten spanischen Jagd» 1 vor, sondern etn gegliedertes Universum, eine Abgrenzung rassisch bedingter Staatensysteme, eine organisch-schövferische Gliederung entsprechend den biologischen Kräften und politischen Wirkungsmöglichkeiten der Nationen eines vom Schicksal gesetzten Lebensraumes. „Macht und Idee, Freiheit und Pflicht sollen bei uns eine untrennbare Einheit ergeben, und die große Stunde der Deutschen soll damit zugleich die Stunde der Wiedergeburt auch für die anderen schöpferischen Nationen .Europas werden." Dieses Gespräch hörte — vom ersten bis zum letzten Wort — ein junger Matrose. Als der Name des Kreuzers — „Die X" — fiel, riß es an ihm, zu dem Kapitän hinzustürzen und zu rufen: „Mir das Glas! Damit ich selber sehe, was los ist! Denn mit der X. fährt mein — mein--" Aber er stand auf Wache, der junge deutsche Matrose. Daher blieb er, so sehr es auch an ihm reißen mochte, stehen, wohin der Befehl ihn gestellt hatte. Doch als bann die Worte von den Menschen, Die es gekostet hatte, zu ihm tarnen, da hielt es ihn nicht länger zurück. Er setzte sich in Bewegung, um zu dem Kommandanten zu gehen und ihn zu bitten — ja, was? Der Matrose wußte es nicht. Und wenn er es gewußt hätte — es wäre unmöglich gewesen, seine Bitte anzubringen. Denn noch vor dem ersten Wort würde ihn die Frage treffen: Wer ihm erlaubt hätte, seinen Posten zu verlassen? So bah ihm nichts übrigblieb, als zu schweigen, schuldbewußt die Augen niederzuschlagen und, ohne em Wort gesagt zu haben, kehrtzumachen. Also ging, nach drei Schritten, der junge deutsche Matrose an die Stelle zurück, dahin er befohlen mar; blickte in die Nähe, statt — wie sein Herz ihm gebot — in die Ferne; sah auf das Meer hinab, statt zum Horizont hin, von wo ein Schiff, ein getroffenes Schiff, nahte, das feinen — feinen-- Nein, nicht das Wort uussprechen! Wenn er es auch nur einmal vor sich hin sagte, wen die von Fliegern getroffene X. trug, bann hielt ihn nichts mehr zurück, das zu tun, was er nicht tun durfte. Also setzte der junge Matrose seine Hoffnung darauf, daß der Kapitän an ihm Vorbeigehen werde, und er dann seine Bitte anbringen konnte. Tatsächlich schritt dieser bald nach unten. Aber er wählte den Weg, der nicht an dem Matrosen vorüberführte. Wenn er nun überhaupt nicht wieder nach oben kam? Oder erst zu einer Zeit, da die X. sie schon gekreuzt hatte und außer Sicht geraten war? Das durfte nicht sein. Durfte? Woher nahm ein Matrose das Recht zu diesem Wort? Woher? Don den Gesetzestafeln seines Herzens. Seines — Herzens — Fast hätte der junge deutsche Matrose laut über sich selbst gelacht. Nach einiger Zeit erschien der Kapitän wieder an Deck. Und diesmal wählte er, um an die Seite des Leutnants zu gelangen, den anderen Weg; jenen, der an dem von der Brandung feiner Gefühle Hinundhergeworfenen vorbeiführte. 5;?* iftejür®«! 3 u8111 5 in di« St»!11*6- l5ä^b"r ein (ebr ' Der feurige Gfen Roman von Haus von Hülsen ige. in be,S.r Du 66 und 7 bhren« ■ l inan h jhren ein« et «2 |■ ijren, IK tffly E weiter« VW«; Äff Staatsstreich in Ltruguay. Buenos Aires, 22. Febr. (Europapretz.) Der Staatspräsident von Uruguay, Alfredo Bal- d o m i r, hat durch einen S t a a t s st r e i ch die Verfassung des Landes außer Kraft gesetzt und alle Gewalt an sich gerissen. Die Mitglieder des Senats werden unter militärischer Bewachung im Senatsgebäude gefangen gehalten, wie aus Montevideo gemeldet wird. General B a l d o m i r und der gestern von ihm auch zum Kriegsminifter ernannte Außenminister Zuani befürworten eine enge Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten. Ueber diese Frage haben sich in den letzten Monaten zu der von Herr er a geführten Rechtsopposition starke Gegenätze herausgebildet. Herrera und seine Anhänger orderten stattdessen Annäherung an A r g e n t i ° irie-n und die von diesem Staat befolgte Neutralitätspolitik. Zur Ausschaltung der starken Rechtsopposition versuchte Bakdomir eine Abänderung des Wahlgesetzes durchzuführen und seiner Regierung stärkeren Einfluß auf die Durchführung der Wahlen selbst zu geben, fierrera erkannte die einer Partei dadurch drohende Gefahr und erhob in schärfster Weise Protest. Die gesamte Rechtspresse unterstützte Herrera. In der gestrigen Senatssitzung kam es nach^ einer Rede des jüdischen Innenministers Maurico Sem« blat zu heftigen Tumulten, als dieser die Sena, toren der Rechtspartei als Demagogen bezeichnete. Bei der anschließenden Abstimmung sprach der Senat der Regierung mit 10:6 Stimmen sein Mißtrauen aus und forderte die Durchführung der für den 29. März angesetzten Wahlen unter strenger Beachtung der verfassungsmäßigen Grundsätze. Oie Antwort Baldomirs auf dieses Mißtrauens- Botum bestand in einem Befehl an die Garnison, ben Senat und die öffentlichen Gebäude zu besetzen. Im Auftrage Baldomirs führte die Polizei zahlreiche Verhaftungen unter Anhängern der Rechtsparteien durch. Dis von der Polizei von der Senatssitzung fern- gehaltenen Senatoren und Abgeordneten der Her- vera-Gruppe hielten an einem der Polizei nicht zugänglichen Ort eine Versammlung ab und nahmen eine Entschließung an, durch die die Befugnisse Baldomirs als Präsident der Republik für erloschen erklärt werden, weil er die Verfassung und Gesetze des Landes mit Füßen getreten habe. Die verfassungsmäßigen Rechte des Präsidenten müsse jetzt Vizepräsident Cesare C h a r l o n e wahrnehmen. "er »n i°iii ÄC M <(Men S aPfe i|J K n bemA nZRT versenkt' ij^aen «k 1 mit 'mSaribi, ®"N to« Mer, be» r Fielen. " «« "" Ion» pertfaner, fij Ulf) W die,kN ■s lonitruiertet ?,'* H'Mn ht 'H’o. M bet 6n Opern, lr®m uirb twi 9 "»ch Äm ‘Sort betro ""lerikeinschei N »e jM xn uni) ou^ft 1 Mr der ame» holten Kurten. •\ wenn man s in bas Kari.' dva 7000 Kilo, n deutscher ll. ständig drohen. 5 an ohnÄier gezwungen, für i ihrer Kriegs« für die USA. luf den pazifi.! e Tätigkeit un«' itzt also kräftig' n bat der pau. l-Boote in der den japanischen n Teil unserer Andere stehen| dazu im Ülörb« . Die 11 We i ausgedehnten • ihrer Reichweite Ingen ihrer Tä. ms alle Gebiete mb Besatzungen nenn man be« feit September leben hat. Das identlichen La. it voller Dank« wird das Ganze auf ein Nebeneinander hinaus- laufen, das zu regeln Sie völlig in Ihrer schönen Hand haben. Wir werden uns ja auf den vierund- sechzig Feldern des Neinen Lappersdorfer Schachbretts immer wieder begegnen — zwangsläufig begegnen müssen, auch wenn wir's unbegreiflicherweise nicht wollten ... Was sagen Sie?" Marion antwortete nicht sogleich. Sie sah an ihm vorbei, in den menschenoollen Saal hinein, durch den sich die Melodien des kleinen Orchesters schyian- gen. Was Abbeg da äußerte — die Bilder, in denen er sprach —, das ängstigte sie unbestimmt. Mehr noch als sein Brief. Sie spürte hinter jedem seiner raschen, federnden Worte einen geheimen Doppelsinn, den sie nicht fassen konnte, so schnell zuckte alles vorüber. So gern hätte sie ihn gepackt und festgehalten und ihm das eine große Versprechen entrissen, auf das es ihr ankam, das allein alle ihre Angst und Sorge stillen konnte: daß er ihr Glück zerschlagen werde ... Sie fühlte momentweise — nur momentweise, sie hatte zu hastig getrunken, ihr Kopf war nicht mehr ganz klar —: was er über die „mausetoten Dinge" sagte, das waren nur Worte, Worte, Worte — in Wahrheit war das alles in ihm genau so lebendig wie in ihr __x es konnte überhaupt nicht sterben, es könnte höchstens dämmern und tief unten ruhen — und die beiden, er und der Vater, konnten es jeden Augenblick wieder zum Leben erwecken und als eine Waffe auf sie richten — „Verstehen Sie, Abbeg —", sagte sie endlich: „Es ist alles so kompliziert ... Fehr ist so sehr verliebt in mich, Und darum ist er natürlich entsetzlich eifersüchtig. Mit der Zeit und der Gewöhnung wird sich das ja hoffentlich legen — denn cs ist wahrhaftig kein Vergnügen, solcher Eifersucht ausgesetzt zu sein —" „Verstehe ich nicht! Eifersucht, so dumm sie an sich ist, dumm wie alle schönen Gefühle, ist doch nur eine Form der Huldigung für eine Frau? Die größte Huldigung, meine ich?" |V1V1W „ —.... ______ ... seiner Eifersucht keine Nahrung. Sie würden mir nur das Leben schwer machen. Er hat keine Ahnung — auch von Papa und all seinem Drum und Dran weiß er nichts. Ich muß abwarten, bis einmal eine günstige Stunde kommt, in der ich ihm davon sprechen kann. Heute ist es viel zu früh. Heute würde es noch Oie Verbindung zwischen (Sumatra un) Java unterbrochen. Tokio, 22. Februar. (DNB.) Das japanische Nachrichtenbüro Domei meldet, daß jetzt eine v o l l- ständige Unterbrechung der holländischen Verbindung zwischen Java und Sumatra von den japanischen Streitkräften erreicht wurde, nachdem japanische Verbände, die am Samstag von Pale mb ang auf Sumatra nach Süden vorstie- ßen, einen wichtigen Eifenbahnpunkt in der Nähe von Telok-Netoeng an der <5unba-strafte besetzten» -Die Sunda-Straße ist die Meeresstraße von nur 22 Kilometer Breite, die zwischen Sumatra und Aava liegt und den Indischen Ozean mit der Iava- feee verbindet. | Das kaiserliche Hauptquartier gab am Sonntag Kim 15 Uhr bekannt, daß japanische Heeresstreit- traffe, unterstützt durch Flotteneinheiten, am Morgen des 15. Februar eine erfolgreiche Landung in der Umgebung von Muntok auf der Bank a-Insel durchführten und daß sie am Abend desselben Tages P a n g k a l P i n a n q an der Ostküste der In- sei vollständig besetzten. Die japanischen Streitkräfte säubern jetzt das Innere der Insel von-feindlichen Truppen. Die Banka-Insel ist durch die rund 20 Kilometer breite Banka-Straße von Sumatra getrennt. Be- fannt sind die reichen Zinnvorkommen dieser zu Niederländisch-Indien gehörenden Insel. Muntok, on der Banka-Straße gegenüber von Palembang gelegen, ist der Haupthafen der Insel, während das om Nordrand gelegene Pangkal Pinang die Hauptstadt ist. Gute Fortschritte auf Timor. Tokio, 23. Februar. (DNB. Funkspruch.) Nach einem Sonderbericht von „Jomiuri Schimbun" wurden von den im portugiesischen Teil der Insel Timor gelandeten japanischen Truppen st a r f e britisch-niederländische Kräfte nach hartnäckigem Widerstand geschlagen. Die Japaner besetzten den Flugplatz Deli bereits am Vormittag des 20. Februar. Eine weitere in Richtung Kqepang' eingesetzte Formation machte im Lause des^Samstags gleichfalls rapide Fortschritte. Sie der wundervollen Schule des Schicksals entliefen, um in eine, der siebenzackigen Krone zum Trotz, kleinbürgerliche Ehe zu entschlüpfen. Sie werden den herrlichen Dämon Ihres Lebens nicht gegen einen langbeinigen Schulmeister eintauschen, der täglich das Wort ,Treue' mit Ihnen dekliniert! — Sehen Sie nicht so ängstlich auf die Uhr, Ma- rion! Wir haben Zeit, viel Zeit. Ich habe nur erlaubt, Ihnen ein Zimmer hier im Hotel zu bestellen. Ihr Koffer ist schon oben, Sie können von diesem Tisch aus unmittelbar ins Bett sinken^ und sich den Träumen von künftigem Eheglück über- Iü(5ie saßen bis spät in die Nacht. Das Streichorchester machte eine stark parfümierte Musik. In den flachen Schalen schäumte immer wieder der Sekt. Marion fühlte sich ganz willenlos, in ihrem Köpf taumelte und wirbelte alles durcheinander. „Abbeg — kein Hafen", dachte sie mit einem Male, und wußte seihst nicht, woher ihr der Gedanke kam. „Aber ein starker Reisekamerad." Sie jagte das alles weg urrb bat ihn um eine Zigarette. „Gut -- gut wird alles werden —", dachte sie und schloß Die Augen. Alle Angst war in ihr verebbt — sie wußte selbst nicht 'warum — , Da sie, weit nach Mitternacht, in den Fahrstuhl trat, mar Abbeg plötzlich neben ihr. Die Gittertür fiel klirrend zu, die Kabine glitt nach oben. » Am dritten Tage gab Christian Fehr Fersen- hatte, von der Peterbaude heimkehrend. Schloß Lappersdorf durch eine Kolonne von Handwerkern besetzt gefunden, die darin — so dachte er __ „wie in Feindesland" wüteten und Riemchen völlig "zur Verzweiflung brachten. Wahrhaftig, die Alte, die seit zweieinhalb Jahrzehnten zum Hause gehörte, brach in Tränen aus, als sie ihn durch die nahezu allgemeine Verwüstung führte! Er klopfte ihr tröstend den gefreuten Rucken. (Fortsetzung folgt.) Bitte etwas freundlicher! In dem Warteraum eines großen Büros sah ich das Schild., Es war in flotten Strichen gezeichnet und stammte offenbar von einem Betriebsangehörigen. „Bitte etwas freundlicher!" lautete die Auf- iorderung, und was man damit meinte,' zeigte das Profil eines Mannes, das sich von der Gries- grämigkeit zur Heiterkeit wandelte. Wer das Plakat betrachtete, konnte sich eines Schmunzelns nicht erwehren, und das war es zweifellos, was der geschickte Zeichner erreichen wollte. Wenn du hier hereinkommst so schien das Plakat zu sagen, bann mache ein früh? liches Gesicht. Mit Fröhlichkeit erreicht man mehr als mit Aerger, und wenn du etwa gekommen bist, um hier deinen Zorn loszuwerden, so bist du an der falschen Stelle. Zorn ist überhaupt nur vom liebel, deshalb sei heiter, wir zahlen dir mit Freundlichkeit zurück. Es läßt sich nicht bestreiten, daß diese Aufforderung zur Freundlichkeit nicht nur in den Warteräumen, sondern ganz allgemein ihre Berechtigung besitzt. Wer am frühen Morgen auf den Omnibus ober bie Straßenbahn wartet, wird das ebenso bestätigen können wie derjenige, der mit mehreren Menschen vor einem Schalter steht. Es ist, als habe sich mancher Volksgenosse geradezu verpflichtet, seinen Mitmenschen ein finsteres Gesicht zu zeigen und auf ihre Existenz keine Rücksicht zu nehmen. Natürlich fordern die Zeitumstände ein beachtliches Mehr an Leistung, die Anspannung ist erheblich stärker als sonst, aber niemand sollte dabei vergessen, daß er nicht allein von der Vorsehung zu dieser besonderen Pflichterfüllung bestimmt ist. Es geht allen anderen genau so. Ja, viele haben darüber hinaus sogar noch Aufgaben übernommen oder los starren und fanatischen Ketzerrichter und Examinator Kunlin kämpft und am Ende sogar den schwachen und schwankenden Kaiser Rudolf II. aus Prag herbeibeschwört und ihn gewissermaßen als die' letzte und höchste irdische Instanz anruft, — der Reiter wird dem Dramatiker zu einem aus deutschem Wesen geformten, in schwerem Ringen sich selbst überwindenden, sein Ziel und seine Mission findenden Träger jener Idee, zum Schildhalter der Wahrheit und des Glaubens, zum Vorkämpfer für Gerechtigkeit und Menschlichkeit. * Die ungewöhnliche Fülle von Regie- und Rollen- anweisungen im Text stellt dem Spielleiter wie den Darstellern subtile Aufgaben. Die von Herrn W. M. Mund geleitete Aufführung ließ neben dem Ideenstück bas Theaterstück zu kräftiger Wirkung kommen. Dor schönen, weiträumigen, spitzbogig begrenzten Szenenbildern (Entwurf: Herr Löffler) entfaltete sich die auf Intensivierung des sprachlichen Ausdrucks gerichtete Wortregie in einer Skala vom expressionistisch entfesselten Schrei bis zum erstickten Flüstern, die von Unheil und Entscheidung schwangere Atmosphäre nachdrücklich verdichtend. Die fast ununterbrochen angespannte Gefühlslage, die alle wesentlich agierenden Figuren beherrscht, ist schon beim Lesen zu empfinden und teilte sich auch der Aufführung mit. Der Reiter war Herr E. B. Schmidt in einer recht glücklich gefaßten Maske, sichtlich die ideelle Mittelfigur aller Akte, ein blonder, schwärmerischer Jüngling, in jedem Satz auf das gesteigerte Pathos seiner Mission gestimmt. Luise Prasser gab die Barbara, eine schmale, mädchenhafte Erscheinung von gotischem Umriß, aus unschuldiger Lebenslust in wild ausbrechende Verzweiflung gestürmt. Herr Funke war her Kunlin, kalt, starr, grausam und fanatisch an den Buchstaben des Gesetzes ausgeliefert. Rudolf II., von Herrn M und sehr akzentuiert gesprochen, ein impulsiver, nervöser, unherr- scherlicher'Kaiser, wuchs in den letzten Akten zusehends in die Schlüsselstellung der Szene hinein. Herr Fischer spielte mit gelassener Festigkeit den Tycho Brahe, Herr Köchling recht menschlich den Lemp, Hilde Kneip eindrucksvoll-halblaut die Rebekka-, Herr B o s n y war der Rosenstock, gehetzt und verstört, Herr V o l ck der zaghafte Ratsschreiber, Herr Zeppenfeld der landsknechtsmäßig derbe Hüter, Herr Bergmann der rote Henker. — * Zu Beginn des IV. Festabends dramatischer Büh- nenkunst richtete Intendant Klein an den mit Beifall begrüßten Autor herzliche Worte der Begrüßung:, er freue sich, den Dramatiker Zerkaulen, der mit zur Erneuerung des deutschen Spielplanes beigetragen habe, in Gießen willkommen zu heißen. Unser Theater habe sich stets zum Kampf der Geister mußten — was häufig noch einschneidender ist — ein lange Zeit geruhsam verlaufenes Dasein mit dem Einsatz in einer bis dahin völlig unbekannten Umwelt vertauschen. Von Einsicht und Gemeinschaftsgefühl zeugt es jedenfalls nicht, wenn jemand im Gasthaus ein galliges Gesicht aufsetzt und dem Kellner unangebrachte Vorhaltungen macht. Es ist auch keineswegs erfreulich, wenn es nach einer Veranstaltung vor der Garderobe zum Austausch von Rippenstößen kommt, ober wenn bie lange Kunbenreihe in einem Ladengeschäft gereizte Unterhaltungen führt. „Bitte etwas freundlicher!" Es läßt sich nicht oft genug betonen, daß schon der Wille zur Freundlichkeit und Höflichkeit Wunder wirken kann. Ein Scherzwort löst den gordischen Knoten frostigen Beieinanderstehens zuverlässiger als das Schimpfen in allen Tonarten. Die wohliuende Wirkung verspüren alle, und deshalb sollte jeder zu seinem Teile vei- tragen, die freundlichen Geister der Höflichkeit und Rücksichtnahme immer wieder herbeizurufen. H. W. Sch. Kür Tapferkeit vor öem Kemöe. (Befreiter Walter Rühl in Gießen-Wieseck und Unteroffizier Karl H ö r e s von Harbach wurden für Tapferkeit vor dem Feinde mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet. „Was Sie nicht alles wissen, Marion!" Abbeg schüttelte belustigt den Kops: „Keine Rede von Haß, wirklich, keine Rede. Ebensowenig allerdings von Hochschätzung — aber das trifft nicht ihn personluh. Sondern die ganze Gattung, der er angehört. Die .Gefühldussest, — ich sagte Ihnen das, glaub' ich, schon in Berlin. Diese faulen Köppe, die ihr Leben aus purer Bequemlichkeit nach dem untauglichsten aller Kompasse steuern, dem Herzen. Ich mag sie nicht, halte nichts von ihnen, sie sind Schmarotzer — ja, bas bürfen Sie mir nicht Übelnehmen, diese ganze Lappersdorfer Existenz ist eine Schmarotzerexistenz. Eigentlich sind Sie zu schade dafür, Marion. Aber anderseits passen Sie auch wieder gut hin. — Wie kommen Sie auf die Idee, daß ich den Mann 3hrer Wahl hasse?" „Ich hatte so den Eindruck. In München. Und neulich, in Berlin, noch mehr." „Grundfalscher Eindruck. Kommt gar nicht in Frage. Warum auch? Ich könnte ihn hassen, — ich würde ihn hassen, wenn er Sie mir nehme. Aber er nimmt Sie mir ja nicht." „Wie kann er Ihnen etwas nehmen, was Sie gar nicht haben, Abbeg? — Sie sagen ja selber: das Einst ist tot, wir sind ganz neue Wesen —" Heinrich Zerkaulen: »Oer Heiter". Die Fabel von Zerkau lens Schauspiel „Der Reiter" kommt aus einer ähnlichen geschichtlichen Sphäre, einer ähnlich zerrissenen und erregten Zeit wie bas vor einigen Monaten hier gegebene Drama „Veit Stoß" von Ortner. Das Stück spielt um bas Jahr 1600 in einer kleinen deutschen Stadt und am kaiserlichen Hofe in Prag; die historischen Grundlagen dazu lieferten bie von Zerkaulen im Nörd- linger Archiv gefundenen Acta Barbara Lempin, Urkunden von einem spätmittelalterlichen Hexenprozeß. Die Umstände dieses Prozesses machen zwar auch, theatralisch-gegenständlich betrachtet, einen wesentlichen Teil der fünf Akte aus und bewirken bie" bis in bie letzte Szene ausgehaltene Spannung, aber unser Interesse an den lange verschollenen Vorgängen an sich wäre nur gering, und für Zerkauten würden sie allein wohl kaum zum erregenden Moment einer dramatischen Konzeption geworden sein: was im Nördlinaer Archiv überliefert ist, hätte allenfalls den Stoff für eine schaurige dramatische Reportage aus alter Zeit abgegeben; da sich aber mit dem Aktenfund bie Begegnung mit dem berühmten Reiterstandbilde im Bamberger Dom kreuzte, wurden die Hexenprozeß-Protokolle in der Hand des Dramatikers zum Anlaß einer phantasievollen Deutung des erlauchten, wiewohl namenlosen Bildwerkes. Der Bamberger Reiter — wir wissen weder, wer ihn aeschaffen hat, noch wen er barstellt — gilt uns als der Inbegriff nicht nur des beutschen Ritter» tumes, bes deutschen hohen Mittelalters, sondern in adliger Führergestalt als ein Sinnbild unseres völkischen Wesens schlechthin. Mit der Einführung des Reiters, der hier als ein von Augsburg zum Hexenprozeß gesendeter kaiserlicher Rat erscheint, wird der an sich heute nicht mehr belangvolle Prozeß nach der berühmten Haltsgerichtsordnung Kaiser Karls V. ins Grundsätzliche und Beispielhafte erhoben; das Gewicht der Vorgänge im Schauspiel liegt nicht mehr auf dem mit barbarischen Mitteln verfolgten Krlrninalfall aus dem Jahre 1600 — obwohl gerade von ihm ein nicht geringer Teil theatralischer Wirkung und äußerst handgreiflicher Spannung ausgeht, — sondern auf dem ins Visionäre gesteigerten Bilde bes Reiters, dem ber Hexenprozeß gegen Barbara Lemp nur zum Anlaß bient, fein zeitloses Wesen zu manifestieren. Der Einzelfall Lemp entwickelt sich für Zerkaulen 3um exemM-rischen Fall, zu einem Prozeß, frei dem es auf Tob und Leben geht, aber für die Richter nicht weniger als für bie Angeklagten. Es ist ihm, mit einem Wort, um eine zeitlose Idee ber Rechtsfindung und ber Gerechtigkeit überhaupt zu tun, und der Reiter, der sich für die dem Feuertode überantwortete Barbara einfetzt, gegen den erbarmungs- alles zerstören —" „Würde es?" Abbeg lachte: „Und da glauben Sie, daß er Sie liebt, Marion? — Eine schone Liebe!" „Ach, Abbeg! Sie, der Sie genau Bescheid wissen, sagen Sie selbst: bin ich eine größere Liebe wert? „Dummheiten, Marion! Eine viel, viel größere Liebe sind Sie wert. Eine Liebe jedenfalls die das Höchste und Letzte nicht im güldenen Rmgelein sieht. — Leiden Sie an Minderwertigkeitskomplexen? Dann tun Sie mir herzlich leid. Kein Grund vorhanden. Kopf hoch! Hindurch mit Freuden ! — Der Herr Baron Fehr, seiner sonstigen Narrheit unbeschadet, wird so närrisch nicht sein, zu glauben, er eheliche ein unberührtes Marion beugte sich rasch über den Tisch und hielt ihm den Mund zu. Der Sekt, bei dem sie langst angelangt waren, hatte sie wie immer so beflügelt und entfesselt, daß sie sich diese Freiheit nahm — Abbeg ergriff ihre Hand, küßte sie, zwang Jie auf dem Tisch nieder, hielt sie etwas gewalttätig fest. # „Fürchten Sie nichts, Marion. Furchten Sie sich nicht norm Schwarzen Mann. Ich bin stumm, wie 'bas Grab, in dem die vorerwähnten mausetoten Dinge eingesargt sind. Es liegt alles in Ihrer Hand — in dieser Hand, die ich hier halte und nicht loslasse! Sie wären ja nicht, die Sie sind — und die ich immer in Ihnen geliebt habe —, wenn und Weltanschauungen bekannt. Dem Dichter, dek im „Reiter" ein ewiges deutsches Menschenbild ge- schassen habe, wünsche er zum 50. Lebensjahre Glück und Schaffensfreude, der Aufführung volles Gelingen. Oberspielleiter Mund feierte Zerkaulen als den Mann, dem das Leben ein Kunstwerk geworden fei, der im Werk die Summe feines Lebens gezogen habe, der immer nur der Idee Deutschlands gedient gäbe und darum ein politischer Dichter sei: Volk, Führer, Heimat und Vaterland seien die Grundmotive seines Schaffens. Nach einer überschauenden Würdigung von Zerkaulens Büchern betonte der Redner, die Gießener Schauspielgemeinde ehre den Dichter wohl am besten mit seinem „Reiter", und schloß mit herzlichen Segenswünschen zum 50. Geburtstag. — Nach der Aufführung konnte der Autor mit dem Spielleiter und den Darstellern den langanhaltenden Beifall des vollen Hauses und aus den Händen des Intendanten, ber Glückwunschtelegramme bes Gauleiters und bes Präsidenten ber Theaterkammer verlas, einen Kranz entgegennehmen. — Der Ober- hessische Kunstverein zeigt im Foyer eine Sammlung schöner, großer Ausnahmen oom Bamberger Reiter und stilverwandten Beispielen mittelalterlicher deutscher Plastik. — 6 Morgenveranstattunn: Zerkaulen liest aus eigenen Werken. In ber gestrigen Morgenfeier lernte man Z e r - faulen auch als Erzähler kennen: er begann mit Jugenderinnerungen an seine Vaterstadt Bonn, deren Friedhof die Gräber von Robert und Clara Schumann, von Ernst Moritz Arndt, Charlotte und Ernst von Schiller umschließt, mit einer Schilderung auch von Beethovens Geburtshaus in Bonn, dessen Besuch schon dem jungen Zerkaulen eine frühe Begegnung mit dem musikalischen Weltgenie vermit- teste und wohl nicht unwesentliche Anregungen zu dem Roman „Musik auf dem Rhein" vermittelte; während hier das Leben des Bonner Beethoven geschildert wird, ist ber eben vollendete neue Roman „Der feurige Gott" dem Leben des reifen, kämpferischen Wiener Beethoven gewidmet. Eine merkwürdig zeitbezogene Deutung der markanten Anfangstakte der Schicksalssymphonie leitete über zur Lesung eines Abschnittes aus dem neuen Werk: die Szene bes Heiligenstäbter Testaments las Zerkaulen zum ersten Male aus bem Manuskript zum Dank für bie ihm bei uns, wie er bemerkte, in so reichem Maße zuteilgewordene Liebe und Verehrung. Die Szene schildert sehr plastisch und einfühlsam einen tragischen Wendepunkt im Dasein Beethovens. Auf dem Lande, wo ber Meister mit dem Schüler Ferdinand Ries Ruhe und Genesung sucht, erlebt er die schicksalhafte Begegnung mit bem Flöte blasenden Hirten, den er nur spielen sieht, aber nicht hören kann; neben diese Mittelvunktszene einer zwiefach tragischen Vereinsamung stellen sich jene ber Niederschrift und bes Flügels mit den abgehackten Füßen. r, ' Reicher Beifall einer großen Hörerschaft dankte Zerkaulen für die mit verhaltener Hingabe an das Wort gelesene Probe. Das Streichquartett des Städtischen Orchesters umrahmte den Vortrag mit stimmungsvollem Vor- und Nachspiel. Herr B o s n y als Obmann ber Fachschaft Bühne überreichte bem Dichter namens ber Mitglieder des Theaters mit herzlichen Glückwünschen Oskar Schürers schönes Buch über Prag. Hessische Spielgemeinschast: ^Oatterich" von ErnstClias Tliebergall. Das Gastspiel der Hessischen Spielgemeinschaft aus Darmstadt mit dem „Datterich" darf als em verspätetes Jubiläumsgeschenk gelten, als nachträgliche schuldige Reverenz des hessischen Theaters vor dem berühmtesten und besten Stück bes früh oeritoToe» nen Gießener Studenten und Darmstädter Lehrers Ernst Elias Rieb er g all. Wir haben voriges Jahr an dieser Stelle den 100. Geburtstag gefeiert: im Frühjahr 1841 erschien, übrigens anonym und nicht ohne Eingriffe der Zensur, die erste Ausgabe der ,Localposse m der Mundart ber Darmstadter . ■PALRST Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebild e rten, leichtverständlichen Wei ken und in verschißenen Preislagen bieten unsere Verlagserzeugn sse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens unddamitdurche. weitertesWi sen erhö ite Freude an den vielfältigen Schönheiten der Natur. Verlangen Sie Prospekte und auch Probehefte der Zeitschrift: „Freude an? Leben“ Hugo BermO hier Verlag Berlin-Licht rtelde Mittwoch, den 25. Februar werden wir bei Herrn August Aßmann, Dutenhofen beste Ferkel und Läufer zum Verkauf bringen Gebrüder Scherer, Hieder-Dieten Melisgemeinschast LlnlverWi und Theaier 657 D herzlichst. Im Namen an die alleinbeauftragte 65SV keinen Zutritt! Firma Erich Roßmann, Immobilien, BerlinNVV87, Cuxhav enerStr. 16 H Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme beim Heimgang unseres lieben Entschlafenen danken wir auf diesem Wege der trauernden Hinterbliebenen: Clara Jacob, geb. Einhäuser Käthi Bausch-Einhäuser. (Ebelstraße 26), 23. Februar 1942. 0698 Wir erhielten die schmerzliche Nachricht, daß unser jüngster, braver, sonniger x Junge, unsere ganze Hoffnung, unser innigstgelicbterBruder, Schwager,Nelle, Hauvtschriflleiler: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und Bilder: Dr. Fr. W. Lange (beurlaubt), i. B. Ernst Blumschein,' für * das Feuilleton: Dr. Hans Thpriot; für Stadt Gießen, Provinz, Wird- schäft und Sport: Ernst Blumschein. . ' Druck und Verlag: Brüblsche Universitätsdruckerei R. Lange St. GL Berlagsleiter: Dr.-Ing. Erich Hamann; Anzeigenleiter: Hans Beck. l Anzeigenpretsliste Nr. 6. ___________ _ dienrat Dr. Schwing in zwei Lazaretten Lichtbil- dervorträge über das „Lahngebiet". Der Vortrag mit seinen schönen Farbphotos gefiel den Verwundeten sehr gut. — Durch Vermittlung der Kreisfrauenschaftsleiterin Meirich in Lauterbach spendeten die Ortsfrauenschaften in Altenburg und Leusel den hiesigen Lazaretten eine große Zahl Kuchen. — Der Bann 116 hatte zu seinem Gebiets-Ver- gleichs-Geräteturnen im „Gloria-Palast" eine größere Zahl Verwundete zu Gast, die mit Interesse der Veranstaltung folgten. ** Die „gelben" 5» und- 10-Pfennig- st ü ck e bleiben gültig. Im Zusammenhang mit der Einziehung aller Kupfermünzen wird von zuständiger Stelle darauf hingewiesen, daß ab 1. März 1942 außer den Zinkmünzen zu 1, 5 und 10 Rpf. auch die" Aluminium-Bronzemünzen zu 5 und 10 Rpf. weiterhin als gültige Zahlungsmittel im Verkehr bleiben. Nachlässe von 3 bis 20 v. s. erhalten Eie bei wiederholten Aufnahmen einer Anzeige I Bente Montag Erstaaüühruni! GustiJübcr- Am gestrigen Sonntagvormittag wurde in einer schlichten Feierstunde im Foyer des Theaters der Universitätsstadt Gießen, zu der sich zahlreiche Gäste versammelt hatten, eine Arbeitsgemeinschaft zwischen der Universität und dem Theater der Universitätsstadt Gießen als weiteres Mittel zur Bereicherung unseres kulturellen Lebens begründet. Intendant Hans Walter Klein begrüßte in einer kurzen Ansprache zunächst besonders den in Gießen zu Besuch weilenden Dichter Heinrich Zerkauten und betonte dann, die durch die neue Arbeitsge- meinschaft geplante Zusammenarbeit solle nicht nur eine Leistungsschau auf kulturellem Gebiete bringen, sondern vor allem auch neue Kraftfelder in unserem kulturellen Leben erschließen und durch die Verbindung von Wissenschaft und Kunsts der Bevölkerung unserer Stadt dienen, damit das Theater immer mehr zum geistigen Eigentum aller Glieder unserer Volksgemeinschaft werde. Oberbürgermeister Ritter begrüßte die neue Arbeitsgemeinschaft mit besonderer Freude, weil sich hier zwei geistige Pole in unserer Stadt zur gemeinsamen Arbeit vereinigt hätten, die als kulturelle Mittelpunkte Gießens ihm schon immer am Herzen lagen. Er sprach sodann in großen Umrissen über das Aufgabengebiet der Partner dieser Arbeitsgemeinschaft und st"llte dabei die Verpflichtung der Wissenschaft zur Förderung der Kunst, wie umgekehrt die Mitarbeit des Künstlers für die Wissenschaft heraus, deren höchstes Ziel für beide sei, durch die reiche Fülle von Möglichkeiten des geistigen und künstlerischen Schaffens auch dem anspruchsvollen geistigen und künstlerischen Menschen Erfüllung seiner Wünsche zu verschaffen. Dabei betonte er die besondere Verpflichtung zur Förderung des echten Schauspiels und der dramgtischen Kunst, für die mit allem Nachdruck sich einzusetzen die besondere Pflicht der geistig interessierten Menschen sei. Der neuen Arbeitsgemeinschaft als einem Kampffeld des Mitstreitens und Miterlebens wichtiger kultureller Dinge und Entscheidungen wünschte er für ihr Wirken die volle Unterstützung aller Volksgenossen und einen reichen Erfolg ihres Mühens. — Im Anschluß an feine Ansprache ehrte Oberbürgermeister Ritter im Namen der Stadt Gießen noch den Dichter Heinrich Z e r k a u l e n anläßlich seines 50. Geburtstages durch die Ueberreichung einer Radierung helfen bei Rheuma, Gicht, Ischias, Glieder- und Gelenkschmerzen, Hexenschuß, Grippe und Erkältungskrankheiten, Nerven- und Kopfschmerzen. Beachten Sie Inhalt und Preis der Packung: 20 Tabletten nur 79 PfennigI Erhältlich in allen Apotheken. Berichten auch Sie uns über ihre Erfahrungen! TR IN ER AL G.M.B.H., MÜNCHEN J 27/547 t De'raissitzung der Industrie, und Handelskammer zu Gießen. Wohn- und Geschäftsgrundstück in Dillenburg zu verkaufen. Preis RM. 32000. Erforderlich RM. 17000 zuzüglich Kosten. Gute Verzinsung. Anfragen Heute ist unser lieber, treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Joh. Ludwig Appel nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 72 Jahren von uns gegangen. Die trauernden Hinterbliebenen: DUcbael Sammet und Frau Luise, geb. Appel Adolf Biedenkapp und Frau Emilie, geb. Appel Kätha Appel Ludwig Appel und Fran Azini, geb. Goß nnd 7 Enkelkinder. Gießen, Kaiserallee 26 H. Die Trauerfeier findet Dienstag, den 24. Februar 14,45 in der Kapelle des Neuen Friedhofs statt. T ___________0705 Faei Jitter, kW. Kommen Sie zu den beliebten zweitägigen modernen praktischen Vorträgen über gesellschaftliche Umgangsformen und moderne Gastlichkeit Prakt.Tischdecken und Servieren zu allen gesellschaftlichen und Familienanlässen mit allen Tafelgeräten. Misch-Getränke für alltägliche und Festgelegenheiten. Schönheitspflege 100 Tips für Wege zur Schönheit. Natürliche Beseitigung allerSchönheitsfehler.Geheim- nisse, die jede Frau wissen muß. Ermäßigtes Honorar zusammen BDI. 0.- Beginn: Dienstag, 24. Februar im Hotel Hindenburg entweder nachm. pünktlich 8 Uhr oder abends 7 Uhr. Keine Voranmeldung. Keine Wiederholung. oeel Zum sof. Eintritt ev. auch später Mott sowie Hutt gesucht. Ausführliche schriftliche Bewerbungen an Beim ich HaX famenhandlono Bahnhofstraße. 0707 ’Wtete T -r Hen bi iS b Ä| Wz 7« d l’Ä, Unter dem Vorsitz ihres Präsidenten, Direkte- Dipl.-Jng. Erich Schroth, hielt die Industrie- und Handelskammer zu Gießen eine Beiratssitzung ab. In eingehender Aussprache wurden nach einführenden Referaten der Geschäftsführung die die Wirtschaft des Kammerbezirks zur Zeit besonders betreffenden Fragen, w.e Arbeitseinsatz, Auftrags- läge, Rationalisierung, Kohlen- und Energieversorgung, besprochen und die /Richtlinien festgelegt, nach denen die Industrie- und Handelskammer die ihr für die nächste Zeit übertragenen Aufgaben durchführen wird. Landkreis Gießen. * Heuchelheim, 23: Febr. Herr Karl Beb- l i n g, Inhaber eines Sägewerkes und Zimmer- gefchäfts, kann am morgigen 24. Februar in aller Frische seinen 8 0. Geburtstag begehen. Am gleichen Tage vor 50 Jahren hat der alte Herr sein Geschäft gegründet. — Wir gratulieren herzlich. A Watzenborn-Steinberg, 16. Februar. Am Sonntag hielt der Gesangverein „Har. m 0 n i e " seine diesjährige Jahreshauptversammlung ab. Der komm. Dereinsführer K. B e ck e r er- stattete den Geschäftsbericht für das verflossene Jahr, kam hierbei auf das Lazarettsingen des Vereins, auf das Wertungssingen des Sängerkreises Gieren und die im Laufe des Geschäftsjahres erfolgte Ernennung der Mitglieder Wilh. Pfaff, Ernst Ruckels. Hausen und Georg Schneidmüller zu Ehrenmitgliedern zu sprechen. An Silvester 1941/42 konnte komm. Vereinsführer Becker das Mitglied Wilh. Pfaff für 50jährige Sängertätigkeit „ehren und ihm den Ehrenbrief des Sängergaues überreichen, während Heinrich Häuser aus Gießen zum Ehrenmitglied ernannt wurde. Nach dem Kassenbericht erteilte die Versammlung dem gesamten Vorstand Entlastung. Mitglied K. Becker wurde einstimmig als Vereinsführer gewählt. Er bestimmte seine Mitarbeiter. Anschließend kam Dereinsführer Becker aus das Singen im Lazarett in diesem Jahre und auf den Versand von Feldpostpäckchen an die im Felde stehenden Dereinsmitglieder zu sprechen. Sodann ernannte er Hilmar Gräf für seine langjährige Mitgliedschaft zum Ehrenmitglied. * Harbach, 22. Febr. Dex Landwirtschaftslehrling Heinrich G 0 r r aus Burkhardsfelden wurde beim Pferdeputzen von einem Hufschlag so unglücklich am Kauf getroffen, daß er der Chirurgischen Klinik zugeführt werden muhte. Verdunkelungszett: 23. Februar von 19.49 bis 7.51 Uhr. es rann heute nur tu Kürze wiederholt werden, was seinerzeit eingehender dargelegt wurde. Nieber- Sall hat in einer sympathischen Bescheidenheit sein Serk entschieden unterschätzt: ihm gelang mit dem „Datterich" ein gültiges Volksstück, das seine unverwüstliche Lebenskraft ein volles Jahrhundert lang — auch außerhalb der hessischen Grenzen — immer wieder erwiesen hat, eine echte Charakter- komödie, der bleibende Mundart-Beitrag Hessens zu unserer dramatischen Dichtung und nebenbei ein gelteres Kultur- und Sittenbild aus der bieoer- meierlichen Residenz. Es soll heute nicht auf bas von Professor Esselborn ausfindig gemachte Urbild des Datterich eingegangen werden, auch nicht auf die ihm von Niebergall selbst bewußt oder unbewußt mitgegebenen persönlichen Wesenszüge, die übrigens von Esselborn bezweifelt werden: uns mag genügen, daß hier das erstaunlich runde und wirkliche Porträt eines Außenseiters, Aufschneiders und Schnorrers, eines Schuldenmachers, Spielers und Trinkers entstand; daß der Datterich aus alle- dem ein Lsbensnrinzip macht, erhebt ihn zwar nicht zum Dorbilde, aber zu einer Charakterfigur von unbestritten komischer Gewalt. Und auch in der harmlos-kleinbürgerlichen Welt, rings um ihn her, an deren Peripherie er angesiedelt ist, findet sich nicht ein einziger bloß literarischer oder um der Wirkung willen erfundener Zug, kein falscher Ton: diese Gestalten können alle so oder sehr ähnlich einmal durch die Darmstädter Wirtshäuser und Bürgerstuben gewandelt sein — ums Jahr 1843 etwa, als Niebergall, erst 28 Jahre alt, die Augen schloß. Was die von Eduard Göbel geleitete Aufführung der Hessischen Spielgemeinschaft auszeichnet und wohl unübertrefflich macht, ist ihre vollkommene Echtheit vor allem in mundartlicher Beziehung und die Geschlossenheit eines in vielen Gastspielen erprobten und zusammengewachsenen Ensembles. Herr Göbel spielt auch selbst die Titelrolle: fvür- bar bodenständig und aus dem Dollen, alle Ele- nrn*e b»s brüchigen Mmschenbildes fugenlos zu- fammenschließynd; sein Datterich hat nicht die satirische Schärfe, die man in manen Darstellungen findet, fast einen Beiklang von Gemüt, vor allem ober die mit Mutterwitz und Frechheit gepaarte Phantasie, die ihn immer wieder über seine Umwelt triumphieren läßt. Dem jungen Schmidt gab Herr S t ö s e l fast rührende Züge; herrliche Spie- ßertypen brachten die Herren Körber (Dummbach), Thomas (Snirwes) und Pfeil (Knerz) auf die Beine. Lilli Müller-Neudecker war die Marie, wahrhaftig „e goldig Mädchr". Herr Z u l a u l spielte mit saftigem Humor den gewalttätigen Bengler, Maria Lang-Welker die geschwätzige Frau Babette. Auch alle übriaen standen vortrefflich an ihrem Matz. Reizende Bühnenbilder im Svitzw-q-Stil. — Das Gastspiel wurde mit verständnisvoller Heiterkeit und wohlverdientem Beifall ausgenommen. Hans Thyriot. £);e Aufnahmeprüfung für die höheren Schulen. Der Reichserziehungsminister hat angeordnet, daß die Aufnahmeprüfung für die 1. Klasse der Höheren Schulen künftig in der letzten Woche vor den großen Ferien stattsindet. Für Schüler, die diese Aufnahmeprüfung nicht bestanden haben, ist eine Wiederholungsprüfung nach den Sommerferien nicht statthaft. Zum Schulanfang darf eine Prüfung von Nachzüglern aber in gut begründeten Ausnahmefällen stattfinden. von der Hand des verstorbenen Laubacher Künstlers Felix K l i p st e i n, das Kloster Arnsburg darstellend. Se. Magnifizenz der Rektor der Universität, Professor Dr. med. H. W. Kranz, begrüßte zunächst namens der Universität den Dichter Zerkauten mit herzlichen Worten und gab dann sckner Genugtuung über die Begründung der Arbeitsgemeinschaft als eines weiteren Mittels zur gegenseitigen Befruchtung der beiden wichtigsten kulturellen Einrichtungen unserer Stadt Ausdruck. Er wies darauf hm, daß gerade auch in dieser Zeit, in der überall die Waffen sprechen, das kulturelle Leben seinen Fortgang nimmt und seine Krönung in Gemein- schgftsleistungen unseres Volkes erfährt, die uns mit stolzer Freude erfüllen können. Durch die Sendung des Führers und die Arbeit der Partei habe unser Volk die Wege zu gewaltigen kulturellen Ge- meinschaftsleistungen bisher schon mit großem Er- folg beschritten. Daraus ergeben sich kulturelle Verpflichtungen und Au'gaben auch für unsere kleinere Gemeinschaft in Gießen, in deren Erkenntnis diese Arbeitsgemeinschaft zwischen Theater und Universität zustande gekommen sei. Ueber das Aufgabengebiet der Arbeitsgemeinschaft machte der Rektor sodann einige Angaben, aus denen hervorging, daß u. a. vorgesehen sind: Leseabende zur Einführung in die dramatische Literatur mit Vorträgen von Vertretern der Universität und Mitwirkung von Schauspielern, öffentliche Musikabende zur Einführung in die Musik des Spielplans des Theaters, gemeinsame Morgenfeiern im Theater, im Zusammenwirken mit dem Kunstverein Ausstellungen kunsthistorischer Art und theaterwissenschaftlichen Charakters unter Zugrundeleaung des Theaterspielplans, ein „Tag der Universität" mit einer festlichen Aufführung zu Beginn jedes Semesters, Studentenanrechte beim Theaterbesuch, nachdrückliche Förderung des Schauspiels usw. Für diese Zusammenarbeit zwischen Universität und Theater bestünden die besten Voraussetzungen, sodaß der Erfolg von vornherein als gewiß zu betrachten sei. Der Dichter Heinrich Zerkauten gab sodann in kurzen Worten noch seinem Dank für die Ehrung seitens des Oberbürgermeisters Ritter Ausdruck und betonte dabei den hohen Wert unserer kulturellen Arbeit auch mitten im Kriege. Durch y f W aus äen ®ie»' k. 55- •es londs, Elin L Sohnes 0 tarnen unH terranen 2ber' unterworfen, Ml ifi “!l° te ällef« i” wid-t pe fr M- 6P«1 im WM (tätigte will" bifdjen «rw° lischt bietet n 60 lautet der iMileagb «5 n-chts andere Minister des rigkeiten 30 । die beiden eh gesprochen we Der irische falls denkbar rilch und trat die Leier! - phantasievoll, Erbe der beso Iren - reali seines Leben« Aktivität, DOi Kompromisse' mental — ( ist der Are i Engländer. S das einmal Engländer i au-geliefert, sie in Schran nrit subtilere ein Auge im sind." Dieser Englands un mutig als k leichter erreo eine urtiimli die Empörer! auf seiner G Alle dich Deutung be Kampf um 3njel aus d Kräfte ausst unb Vosbeil die aus bei ^ler Sinn Mreiche B nch in eitblo! en vom 3a lchlechterding Hem grau, I England I Geschichte A I F Mittels I "rovinzen \ I verwüstete» | ** bi! I I *lffl»tgen s N>!6: I Äteiten ««ton.* 5 t E »0 1 L» Für unsere Verwundeten. Das Oberkommando der Wehrmacht hat im Laufe der letzten Woche in Verbindung mit der NS.-Ge- meinschaft „Kraft durch Freude" folgende Veranstaltungen geboten: Unter dem Motto „Heiteres Kunterbunt" brachten einige Künstler in einem Lazarett ein gutes Programm. Die Tänzerin I u s ch k a zeigte Verschiedenes der Tanzkunst, während Gerda Thoma mit ihren heiteren Dortägen erfreute. Eine besonders gute Darbietung war Frank-Grigory mit seinem Fangspiel mit Händen und Füßen. Der Musikalclown Otto Torwa gefiel besonders mit seiner „Schlittenfahrt". Gg. B e h r e sorgte für den Humor und sprach die verbindenden Worte. Die musikalische Untermalung hatte der Pianist Paul I ä p e l übernommen. Reicher Beifall dankte für die heiteren Stunden. — Im Auftrage des Landesfremdenverkehrsverbandes Rhein-Main hielt Stu- Heute morgen verschied sanft nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden meine innigstgeliebte Frau, die treusorgende Mutter ihres Kindes, unsere liebe Tochter, Schwiegertochter, Schwester, Nichte, Schwägerin und Tante Anna Müller, geb. Röhrsheim im blühenden Alter von 28 Jahren. In tiefem Schmerz: Ludwig Müller, z. Z. im Felde und Söhnchen Erich Familie Gottfried Röhrsheim Georg Röhrsheim Familie Gottfried Müller Familie Richard Klein Familie Wilhelm MüUer. Salzböden, den 21. Februar 1942. Die Beerdigung findet am Dienstag, 24. Febr., 14.30 Uhr, in Salzböden statt. 0704 SKL $$$> Sfr?» Unfaßbar und schwer traf uns die traurige Nachricht, daß unser unvergeßlicher, lieber, braver, herzensguter Sohn, Bruder, Enkel, läStx Schwager und Neffe Willi Leib Soldat in einem mot. Infanterie-Regiment am 17. Januar 1942 im blühenden Alter von 20 Jahren bei den schweren Kämpfen im Osten in treuer Pflichterfüllung an einer schweren Verwundu g gestorben ist. Nur wer ihn gekannt, weiß was wir verloren haben. Nun ruht er im stillen Frieden em Cer Heimat und einen Lieben, dem Auge fern, dem Herzen ewi nah. Wiedersehen war seine und unsere innigste Hoffnung. In tiefer stiller Trauert Wilhelm Leib und Frau Anna, geb. Pfaff Rudolf Leib, Bruder, z. Z. Im Felde, u. Familie Paul Leib, Bruder Margarethe Schmidt, Großmutter und alle Verwandten. Krofdorf, im Februar 1942. Pate, Onkel und Kusin Gefreiter Wilhelm Wicke Kriegsfreiwilliger in einem Inf.-Regt. bei den schweren Kämpfen im Osten in soldatischer Pflichterfüllung sein junges blühendes Leben von 21 Jahren lassen mußte. Es war stets seine größte HolTnung, seine Lieben in der Heimat wieder zu sehen. Nun ruht er fern der Heimat, dem Auge fern, dem Herzen ewig nah. Wer ihn gekannt hat, weiß was wir verloren haben. In stillem tiefem Schmerz: Martin W cke und Frau Anna, geb. Schäfer ErichWkke z. Z.Wildflecken u. FrauAnna. geb. Dörr u. Kinder Theo Faust z. Z. im Fe de <1. Frau Anm, gen. Wicke u. Günther Hermann Wind z. Z im Felde u Frau Mehta, geb. Wicke Marianne Bergen nebst Eitern und allen Verwandten. GieDen-Wieseck, Ruttershausen, Odenhausen, Staufenberg, Oberzwehren, irh Februar 1942 ________________________0703 | Verschiedenes Landwirt, Witw. 52 I., evgl. mit erwachien.Sobn, ein. Ho >,25 Morgen Land i. Taunusort iudit vast. Lebensgefährtin obneAnvg.mögl ausderLandwirt- schaff ob. mit iro .Kennen. Zm'chr. m.Bild'w.inrück- üej.rv.u.0700G.Ll. TS7 Am 24. Januar 1942 fiel als Freiwilliger bei einem Stoßtruppunternehmen im Osten unser lieber Bruder, Schwager und Onkel Hermann Berghöfer Feldwebel in einer Luftnachrichtencinheit im Alter von 27 Jahren. In stiller Trauer: Rechtsanwalt Hans Becker, z.Z. Kriegsgerichtsrat d. Lw., und Frau Elli, geb.Berghöfer Studienassessor Dr. Karl 6g. Berghöfer, z.Z. beim Heer, und Frau Emilie, geb. Betz Amtsgerichtsrat Walter Reul, und Frau Annl, geb. Berghöfer. Gießen (Hitlerwall 33), im Felde, Febr. 1942. ________ 0699 Charlotte Dalags v Bruno Hübner Spielleitung: Alois Johannes Lizzl Neueste WochenschauI Heute Kontag Erstaufführung! Lichtspielhaus Täglich 2.30, 4.45, 7.30 Uhr Sonntags 2,00 4.30, 7.30 Uhr Jugendliche unter 18 Jahren haben Lehrling