(92. Jahrgang Nr. 143 gricbemt täglich, außer Sonntags und feiertags BeUagen: Gießener i^amilienblütter Heimat imBild-DieScholle Bezuasvreisr Monatlich.... .NM. 1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvreckanschluß 2251 Drahtanschrift: Anzeiger" Postscheck 11688 ^rankf./M. Montag. 22. Juni (942 Annahme von 'Anzeigen für die Mitlagsnummer bis 8V,Uhr desBormittags Anzeigen-Preife für die Millimeter-Zeile von 22 Millimeter Breite: 7Rvf. für Romiliennn- zeigen und private Gelegenheitsanzeigen 14Rvf. f. Werbeanzeigen imd geschäftliche Gelegenheitsanzeigen Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/omehr —S Gießener Anzeiger 8rfi^Ifd)eUttie«rftt8iibnidereiB.£axge General-Anzeiger für Oberhessen .legen. 5ch.IDr.tz. !-» Die Eroberung Tobruks Der Empire-Weg durch das Mittelmeer der Festung vorgetragener britischer Panzerangriff brach unter blutigen Verlusten zusammen. Hierauf stellten sich die deutsch-italienischen Verbände zum konzentrischen Angriff auf Tobruk bereit. Am 20. Juni erfolgte der Angriff unter starkem Einsatz der Luftwaffe. Bereits im ersten Ansturm wurden 12 Befestigungswerke genommen uyd ein Durchbruch in fünf Kilometer breiter Front erzielt. Nachdem am Sonntagmorgen ein britischer Parlamentär die Uebergabe der Festung Tobruk angeboten hatte, besetzten deutsch-italienische Truppen Stadt und Hafen Tobruk. Gleichzeitig wurde die rastlose Verfolgung der geschlagenen Briten nach Osten fortgesetzt und B a r d i a und B i r e l Gobi genommen. Damit stehen die Achsentruppen in unmittelbarer Nähe der libysch-ägyptischen Grenze. Der große Erfolg der deutsch-italienischen Truppen ist besonders hoch zu bewerten, da die Kämpfe in der Cyrenaika in einer besonders heißen Jahreszeit stattfanden, in der man bisher jegliche größeren Operationen für unmöglich hielt. Die Luftwaffe hat an dem Fall von Tobruk wesentlichen Anteil. Die Befestigungsanlagen von Tobruk waren den vernichtenden Schlägen deutscher Kampf- und Sturzkampfflugzeuge ausgesetzt. Weitere Kampfflugzeuge hielten Flakbatterien im inneren Befestigungsgürtel mit Bomben und Bordwaffen nieder. Als kurz nach 12 Uhr des gestirgen Tages ein stärkerer Verband deutscher Sturzkampfflugzeuge vier eingegrabene Batterien bombardierte, wurde eine dieser Artilleriestellungen vernichtend getroffen, während die drei übrigen ihr Feuer gegen die vordringenden deutschen Panzer einstellten. Als die Engländer im November zu ihrer libyschen Offensive ansetzten, hatten sie ein doppeltes - -Ziel: einmal bis zu den nordfranzoftschen Kolonien I «vorzustoßen und sich von Nordafrika aus ein Sprungbrett zur südeuropäischen Front zu schassen, nnö ferner den schon damals bedrohten Weg durch ' das Mittelmeer für ihre Nachschubdampser zu sichern. Beide Kriegsziele gelten auch für uns: nur l nit umgekehrten Vorzeichen. Sie illustrieren die militärische Bedeutung der Offensive Rommels Wenn nod> etwas zu diesem Anschauungsunterricht notig gewesen ist, so war er der deutsche und der rtalie- nische Luft- und Seeangriff gegen die beiden bnti; i Ischen Geleitzüqe in den Tagen vom 13. bis 15. öuni. ' Der Weg durch das Mittelmeer ist für die englische I Kriegs- und Handelsflotte praktisch gesperrt. In i einer Weise, wie es in der vielhundertiahrigen eng- . kischen Seekriegführung niemals der Fall^gewesen I ist, wirken die Kämpfe zu Lande aus die Leekrieg- fführung zurück. A. Zu Nelsons Zeiten war' Aegypten em fernes Hm- • verland der Seeoperationen, die sich bis auf episodenhaft gebliebene Expedition NapoleSns nach • Aegypten - im westlichen Mittelmeer und an 5 ' einem Eingang abspielten. Heute ist-es gerodeum- j -gekehrt. Die Engländer leben nicht im Angriff, i ' andern .in der Verteidigung. Der Schwerpunkt ihrer I Verteidigung ist der östlichste Winkel des Mrttel- üttosis. Ilm zu ihm zu geWge^ haben chrL Oie Gondermeldung. DRV. Aus dem Führerhauplquarlier, 21. Juni. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Deutsche und italienische Truppen erstürmten unter dem Befehl des Generalobersten Rommel gestern den größten Teil der stark ausgebauten Festung Tobruk. Daraufhin hat heute früh ein englischer Parlamentär bei einem italienischen korpsslab die Uebergabe der Festung an- geboten. Stadt und Hafen sind b e s e ht. Bisher wurden über 25 000 Gefangene, darunter mehrere Generale, elngebracht und unübersehbare Mengen von Waffen, Kriegsmaterial und Vorräten erbeutet. In zäher Verfolgung der geschlagenen Briten nach Osten wurden B a r d i a und Bir-el-Gobi genommen. Wie Tobruk erstürmt wurde. Nachdem ein Ausbruchsversuch der Briten unter blutigen Verlusten abgewiesen worden war, stießen deutsch-italienische Streitkräfte bis zum Festungsgürtel von Tobruk vor. Am 19. Juni wurde der Ring um die Festung Tobruk und ostwärts des Festungsgürtels geschlossen. Deutsch - italienische Truppen nahmen die Stützpunkte Bell Ham et und S i d i R e z e g h. Die britische 8. Armee wurde in zwei Teile zersprengt. Ein Teil ihrer Verbände wurde in der Festung Tobruk e i n geschlossen. Die andere feindliche Kräftegruppe wurde nach Osten zurückgeworfen. Ein aus fer rund um Afrika 24 000 Kilometer zu fahren — eine Reise, die sie zweimal, höchstens dreimal im Jahr durchführen können. Daher der Schrei nach neuem Schiffsraum! Daher die unmittelbare Beeinträchtigung des Nachschubs für die Sowjets durch die Schiffsbedürfnisse für die nordafrikanische Front. Darum der Schrei in der englischen Presse, daß die Rommel-Offensive „gerade jetzt" ihre für die Engländer so niederdrückenden Erfolge gebracht hat. Don Sardinien über die lange Südküste Siziliens bis Kreta erstreckt sich der nördliche Sperroorhang; er ist 1600 Kilometer lang. Von der tunesischen (Brenje über Tripolis und Bengasi bis Tobruk erstreckt sich der südliche Sperroorhang; er ist 1300 Kilometer lang. Zwischen beiden liegt der Verbindungsweg des Empire nach Aegypten, durch den Suezkanal, zu den großen vorderasiatischen Oel- quelten, — auch nach Indien. Jetzt ist dieser Weg gesperrt. Die glorreiche Einnahme von Tobruk bestätigt diese schicksalhafte Wendung. Tobruk ist für die Engländer ein Symbol. Sie haben es im Anschluß an die erste große Libyen-Offensive Rommels durch acht Monate gehalten. Der deutsche Wehrmachtbericht vom 13. April 1941 sprach zum erstenmal von der Einschließung Tobruks. Das war damals, als die Offensive Rommels ein organisches Gegenstück zu dem deutschen Siegesmarsch durch Serbien und Griechenland war. bolschewistischen Derschleppungswaggon yorstellen! Dann begreift er in letzter Klarheit, was aus Deutschland und aus Europa unter bolschewistischer Herrschaft geworden wäre! Laßt euch auch dieses von den Soldaten, die im Osten gekämpft haben, erzählen: wenn der Führer nicht am 22. Juni vor einem Jahr4 den Befehl 3um Kämpf gegeben hätte, sondern wenn der Bolschewismus noch in dem gleichen Maße wie bereits zuvor ein oder zwei Jahre hätte weiter seinen gewaltigen Aufmarsch gegen Europa ungestört hätte vollenden können, dann hätte den Sturm aus dem Osten so leicht niemand und nichts mehr aufhalten können! Das müßt ihr auch bedenken, damit ihr versteht, welche Taten die deutschen Soldaten im Osten vollbracht haben, als sie im vorigen Jahre die größten Vernichtungsschlachten der Geschichte schlugen, in dem furchtbaren Winter die Abwehrschlacht gewannen und jetzt wieder zu neuen Siegen angetreten sind! Die deutschen Soldaten waren schon immer die besten Soldaten der Welt, aber inv Kampfe gegen den Bolschewismus sind sie über sich selbst hinaus- gewachsen, denn sie kämpfen in letzter Entscheidung um Deutschland, um seine politische und völkische Existenz, aber auch um die höchste geschichtliche Erfüllung Deutschlands^ Und wenn die alte vergehende Welt, wenn England und Amerika ihr Bündnis mit der blutigen Weltrevolution Stalins geschlossen haben, wenn sie diesen furchtbaren Anschlag gegen Europa nicht nur unterstützt, sondern selber betrieben haben, schon lange vor Beginn des Krieges im Osten, dann wird das auch ihr eigenes Schicksal nur um so endgültiger und gewisser besiegeln, denn wir werden und können von diesem größten Kampfe unserer Geschichte nun nicht eher wieder ablassen, als bis der ganze und vollkommene Sieg errungen sein wird! Die Stärke und Kraft und die unerschütterliche Entschlossenheit zum Siege schöpfen wir immer wieder aus der Gewißheit, daß es um Sein und Nichtsein alles Deutschen geht und daß das Schicksal uns Deutschen, da der alte Haß unserer Feinde und der Moloch der bolschewistischen Weltrevolution uns den Krieg aufzwangen, vor die höchste Erfüllung unserer Geschichte, die mit dem Namen und dem Werk des Führers und Feldherrn Adolf Hitler verbunden ist, die größte Bewährung des deutschen Volkes, seiner militärischen und moralischen Kräfte, gesetzt hat. Das Schicksal hat uns im Kampf und mit hem Kampf zugleich die größte Chance geboten, — durch Kampf und Arbeit werden wir sie uns verdienen und uns ihrer würdig erweisen, damit es in der Helt von morgen eiye neues, glückliches Deutschland gebe! K. M. Um das Schicksal Europas. Bor einem Jahr am 22. Juni. Wir leben in einer Zeit, in der sich in wenigen Jahren die geschichtlichen Entscheidungen von Jahrhunderten zusammendrängen. Unsere Zeit ist so ge- sättigt mit Weltgeschichte, daß uns selbst Worte wie „historischer Tag" als Folge von häufiger Wiederholung ein wenig im Werte gesunken erscheinen. Ein echtes historisches Datum jedoch innerhalb dieses Zweiten Weltkrieges ist der 22. Juni 1941. Dieses Datum wird für alle Zukunft in der Geschichte Europas und der Menschheit einer der wenigen großen Marksteine sein. Die Entscheidung dieses Tages, aus der Kraft der geschichtlichen Sendung des Führers, feinem fanatischen Willen zur deutschen Erfüllung und aus feiner gesamteuropäischen Verantwortung geboren, hat nicht nur Deutschland, sondern ganz Europa und, mittelbar einen guten Teil der Welt vor einer Vernichtung bewahrt, die unentrinnbar und so vollständig gewesen wäre, daß es aus ihr niemals wieder eine Rettung, einen neuen Aufstieg und einen neuen Beginn gegeben haben würde! Dafür ist jeder Soldat, der im Osten gekämpft hat, vor der Geschichte Kronzeuge. Denn soviel wir vom Bolschewismus auch wußten: die Praxis des Bol-- schewismus, feine nackte und unverhüllte Wirklichkeit ist so entsetzlich, daß die Vorstellungskraft derjenigen, die ihm nicht Puge in Auge gegenüber- «en haben, nicht ausreicht, ja, daß das menfch- efühl sich weigert, das ganze entsetzliche Ausmaß feiner Furchtbarkeit, feiner Schändung alles Menschlichen zu erfassen! Fragt unsere Soldaten im Osten, wie der Bolschewismus in Wirklichkeit aussieht! Sie werden es euch sagen, oder aber sie werden schweigen, und bann wird ihr Schweigen noch beredter fein als ihre Worte? Fragt doch die, die in den ehemaligen baltischen Staaten etwa die GPU.-Zellen gesehen haben, die das Ergebnis einer sehr gründlichen Erfahrung waren, Menschen möglichst wirkungsvoll zu foltern und möglichst zweckmäßig zu „liquidieren". In noch nicht einmal Jahresfrist waren in den ehemaligen baltischen Staaten hunderttausend und mehr Menschen verschleppt und hingerichtet worden. Und trotzdem kann das nur einen kleinen Vorgeschmack dessen geben, was unter bolschewistischer Herrschaft in dem dicht besiedelten und von alter Kultur gesättigten Deutschland geschehen wäre! Ganz Europa wäre ein einziges großes Schlachthaus geworden! Und wenn jeder einzelne sich einmal verdeutlichen und vergegenwärtigen will, was dieser Krieg im Osten für ihn bedeutet, bann mag er sich seine Frau und seine Kinder und seine Eltern in einer Liquidationszelle der GPU. oder in einem Die Ergreifung der Mörder Heydrichs. Prag, 22. Juni. (DltB. Funkspruch.) Nachdem die wesentlichen Ermittlungen abgeschlossen sind, teilt der Reichsführer ff und Chef der deutschen Polizei über die näheren Umstände der Ergreifung der Mörder des Chefs der Sicherheitspolizei und des ^-Obergruppenführers Heydrich, folgendes mit: Das Attentat auf ^-Obergruppenführer heydrich wurde, wie seinerzeit bereits bekanntgegeben, durch zwei Männer ausgeführt, von denen einer eine Bombe warf und der andere versuchte, aus einer englischen Maschinenpistole zu feuern. Die umfangreichen staatspolitischen Ermittlungen, insbesondere auf Grund der am Anschlagsort zurückge- lassenen bzw. auf der Flucht weggeworfenen Mordwerkzeuge und Gegenstände führten zu der Fesi- stellung, daß es sich bei den Tätern um folgende Personen handelte: 1. Jan kubis, geboren am 24.6.1913 in Un- ter-willimowitz, Bezirk Trebitsch. Ettern: Frantisek und Christine kubis, geborene Mytyska, wohnhaft Unler-Willimowih Rr. 71, Post Lipnik; ehemaliger Zugführer des früheren tschecho-slowakischen Infanterie-Regiments Rr. 34, zuletzt Landwirt in Unler-Willimowih, als Bombenwerfer. 2. Joseph G a b c i k, geboren 8.4.1912 in Poluv- sic, Bezirk Sillein. Eltern: Ferdinand und Maria Gabcik, geborne Veranek. ehemaliger Zugführer beim früheren tschecho-slowakischen Infanterie-Regiment Rr. 14, zuletzt Magazinverwalter einer chemischen Fabrik in Sillein, als Maschinenpistolen- schütze. Beide emigrierten nach Errichtung des Protektorats auf verschiedenen Degen nach England, wo sie von der Mordzentrale Benesch den Engländern zur Ausbildung als Fallschirm^ Agenten für Sabotage- und Terrorakte zur Verfügung gestellt wurden. Mit den zum Teil auch am Tatort gefundenen Mordwerkzeugen versehen, und mit dem ausdrücklichen Auftrag zur Ausführung des Attentats auf ^-Obergruppenführer heydrich, wurden die beiden in der Rächt zum 29. Dezember 1941 in der Rähe von Pilsen von einem britischen Langstreckenbomber abge- f e h t. . Aus dem gleichen Flugzeug wurden in der Rähe von Podiebrad weitere Helfershelfer, darunter der durch die Fahndungsausschreibung bereits bekanntgewordene und am 18.6.1942 ebenfalls erschossene Josef Walcik, geboren 2.11.1914 in Smolin, Bezirk Ungarisch-Brod. Eltern: 3an und Veronika Walcik, geborene Betikora, wohnhaft in Smolin Rr. 16, ehemaliger Zugführer des früheren tschecho-slowakischen Infanterie-Regiments Rr. 22. zuletzt Gerbergehilfe in Batov bei Zlin, abgesehk Die an den beiden Stellen abgesehten Agenten sanden bei verschiedenen tschechischen $ milien Unterschlupf und Hilfe und nahmen Verbindung zu weiteren, gleichfalls aus britischen Flugzeugen abgesehten tschechischen Agenten auf. Die die Ermittlungen ergeben haben, wurde das Attentat in der Folgezeit mit Hilfe inzwischen verhafteter tschechischer Bevölkerungskreise planmäßig vorbereitet und am 27.Mai 1942 in der bereits amtlich bekanntgegebenen Weise ausge« führt. Rachdem sehr zahlreiche Zeugenaussagen in der tschechischen Bevölkerung zum Teile wertvolle Spurenhinweise gegeben hatten, stellte die Geheima Staatspolizei in Prag durch die weiteren Ermitt^ tungen im Laufe des 17. Juni 1942 die ersten pofi- tiven Anhalte für den Aufenthalt der Mörder fest« Unter der Mithilfe tschechischer Fallschirmagenten, die sich freiwillig stellten, wurde sodann als Aufenthaltsort die Karl-Borromäus-Kirche in Prag II, Resselgasse, ermittelt, hier waren sie zusammen mit weiteren Fallschirmagenten von den inzwischen verhafteten Priestern der Kirche seit dem Attentat verborgen gehal- t e n worden. Ls erfolgte in den ersten Morgenstunden des 18. Juni 1942 der Zugriff der Staats- polizei-Leitstelle Prag. Die Mörder, die sich in der Kirche regelrecht verschanzt hatten, versuchten, aktiven widerstaüd mit Pistolen und Handgranaten zu leisten. In Abwehr dieses Widerstandes verwendete die mit eingesetzte Waffen-^ Handgranaten und tötete mehrere der Terroristen, darunter auch die beiden Mörder. Unter den Getöteten befand sich auch außer den vorgenannten noch der Leutnant des ehemaligen tschecho-slowakischen Gebirgs-Jnfanterie- Regiments Rr.2, Adolf Opalka, geboren am 4. 1. 1913 in Roschih. Die von der deutschen Reichsregierung ausgesetzte B e l o h n u ng von 1 Million RM. und die weitere, von der Protektoratsregierung ausgesetzte 1 Million Reichsmark werden andiezahlreichentfche- ch i f ch e n h e l f e r bei der Ermittlung der Täler in den nächsten Tagen als Dank und Anerkennung ausgezahlt. Im November-Dezember starteten die Engländer ihre Gegenoffensive, die zugleich ein „Ersatz" für die von Stalin so heftig gewünschte „Zweite Front in Europa" sein sollte. Am 10. Dezember meldeten sie: „Die Einschließung von Tobruk besteht nicht mehr, die Sttaßenerbindungen nach Osten sind offen." Tobruk hatte sich halten können einmal, weil Rommel nicht über genug Kampfmittel verfügte und dann weil die S e e f e st u n g von der englischen Flotte sowohl durch unmittelbare Gefechtshandlungen wie auch durch Nachschub wirkungsvoll gestützt wurde. Der ganze Wandel, der seither eingetreten ist, spricht sich in dem jetzigen so raschen Ende von Tobruk aus. Der Wandel besteht darin, daß Rommel von vornherein auch mit schweren Waffen antreten konnte, weil der Nachschub nach Libyen klappte und die britische Flotte in ihre äußersten Schlupfwinkel zurückgescheucht worden war. Was die Erstürmung Tobruks bedeutet, sagt uns ein PK.-Bericht des Frhr. von Esebeck, der am 10. Juni 1941 erschien, also jetzt gerade vor einem Jahr geschrieben wurde. Da lesen wir: „Daß Tobruk siel und seither der Schauplatz blutiger und harter Kämpfe wurde, kann den nicht verwundern, der die Anlage der Werke dieser wichtigen Hafenstadt kennt. Ringsum spannt sich (damals) das Netz von 170 (großen) Bunkern. Sie sind tief unter dem gewachsenen Boden angelegt. Sie umfassen im allgemeinen drei Kampfstände und, wo sich der Eingang befindet, deutet nur ein schmaler, kaum einen Quadratmeter großer Ausschnitt im Boden an. Keine Erhebung, keine Panzerkuppe, nichts verrät die, Werke. Bomber und Artillerie finden kein Ziel. Mögen sie noch so sehr austden Gegner einschlagen." Hafen und Stadt von Tobruk wurden erst von den Italienern aus einem ursprünglich ganz vernachlässigten Küstennest entwickelt. Die Stadt, deren Hafen für die Verhältnisse der afrika- nischen Flachküste gut ist, zählte vor Kriegsausbruch über 20 000 Einwohner. Das Echo in London. Stockholm, 21. Juni. (Europapreß.) Der Fall von Tobruk wurde vom englischen Nachrichtendienst am Sonntagmittag zunächst in der Fassung des deutschen Wehrmachtberichts kommentarlos bekannt- gegeben. Erft am späten Nachmittag wurde dann folgende Diplomatische" Stellungnahme verbreitet: „London hat noch keine Bestätigung für die Behauptung der Achsenmächte, daß die Garnison von Tobruk heute morgen kapituliert hat, aber die Behauptung kann nicht als unbeweisbar be- zeichnet werden." Zu gleicher Zeit veröffentlichte Reuter ein Telegramm aus Kairo, die Lage Tobruks sei „prekärer" geworden. In London hielt man es danach für unwahrscheinlich, daß die Garnison von Tobruk versuchen könnte, sich nach Osten durchzuschlagen, und machte sich mit dem bitteren Gedanken vertraut, daß die Festung in die Hände des Feindes gefallen ist. Man fürchtet im übrigen, daß von der 8. britischen Armee nicht mehr viel übrig sein könne. Die britische Niederlage in Nordafrika wird von der Londoner Presse in engen Zusammenhang mit dem brennendsten Problem der Alliierten, dem Schiffsraummangel, gebracht. Eine Zeichnung in der w2)ailv Mail" tzellt die geschlagene britische 8. Armee als Feuerwehrmann mit der aussichtslosen Aufgabe dar, die in Libyen vordrängenden Kriegsflammen mit einem an unzähligen Stellen leckenden Wafferschlaüch zu löschen, der die überall von den Achsenmächten unterbrochenen See- gerforgungslinien der Alliierten darstellen soll. Kein Offensivkrieg wird möglich sein, bis die Alliierten die Schiffahrtskrise überwunden haben, schreibt das Blatt. Der Schiffsraum werde immer weniger, während die Anforderungen ständig wachsen. Es sei daher zwecklos, so heißt es weiter, nach bet Eröffnung neuer Fronten zu rufen, so lange man dis schon bestehenden nicht ausreichend versorgen könne. „Das Jahr 1942 ist -für die britischen Waffen bisher ein Desaster gewesen", schreibt die Londoner „Daily Mail" in einem Leitartikel voll trübsinniger Betrachtungen. Der Fehlschlag in Libyen folgte dem Verlust von Hongkong, Borneo, Singapur und Burma. Mit größter Schnelligkeit und größter Kraft seien die Engländer überall geschlagen worden. Die ernste Lage werde noch verschlimmert durch die ungeheueren S chi f f s v e r lu st e. „Ohne Schisse kann England nicht weiterleben. Die Hoffnungen auf einen Sieg schwinden dahin" schreibt das Blatt weiter und erklärt: „Ohne ausreichenden Schiffsraum können wir nicht an neue Aden- teuer denke n." England sei also vom Siegs weit entfernt. Es kämpfe gegen die größte Koalition und den fürchterlichsten Feind seiner Geschichte. „Die Wahrheit ist, daß die britischen Staats- männer in Washington nicht nur die Siegesaussichten, sondern auch die Gefahr einer Niederlage diskutieren müssen", erklärt der „Daily Herald" zu den Konferenzen in Washington, Das Blatt höhnt über das Gerede von einem Wendepunkt, der jetzt erreicht werden würde. Der Aufstand in Jugoslawien, der Eintritt der Sowjetunion in den Krieg und sämtliche Libyenschlachten seien solche PZendepunkte gewesen. „Und nun erklären wir freudefttahlend", spottet „Daily Herald", „daß Churchill und Roosevelt Pläne für einen neuen Wendepunkt ausarbeiten. Es wäre Wahnsinn, anzunehmen, daß Churchill und Roosevelt sich nur den Kopf zu kratzen brauchen, um eine unbedingt sichere Formel für den Sieg hervorzubringen." Das Blatt fordert in scharfer Sprache, daß dem britischen Volk die Wahrheit über die Tonnage» o e r l u st e gesagt werde. Es genüge nicht, an stra- tegische Wunder zu glauben. Oer Schrei nach der zweiten Front. Stockholm, 22. Juni. (Europapreß.) Die Ausstellung einer zweiten Front verlangte am Sonntag der frühere britische Produktionsminister Beaver- b r o o f in einer Rede in Birmingham. Die britische Regierung habe die Errichtung einer zweiten Front versprochen; nun dürfe nicht mehr gezögert werden, ein Expeditionskorps zu entsenden. Alle anderen Mittel hätten keine Wirkung gehabt. Zuerst habe man gesagt, die Blockade bringe den Sieg. Dann habe es geheißen, die britischen Bomber würden ihn bringen. Nach seiner Meinung könne aber nurdieArmeeden Krieg gewinnen. Sie warte auf ihren Einsatz. Beaverbrook forderte seine Hörer auf, ihren Haß gegen alles Deutsche, ob Bürger ober Arbeiter, zu steigern und in diesem Haß nicht nachzulassen. Den gleichen abgrundtiefen Haß jorderts er gegen die Japaner« mehrere Hunderte Gefangene eingebracht. J5en deutschen Soldaten auch einen zahlenmäßig 2 _ '—' ; 3 r , v ^en ueuqoien öoioaren aucy einen zayienmagig Im Kanal versenkten deutsche Rlmensuch- und überlegenen Gegner in die Knie zwingen. So bri- Räumboote in einem nächtlichen Seegefecht ein war die Initiative stets auf deutscher Seite. Sie zwang dem Gegner das Gesetz des Handelns auf i t Das Staatsbegräbnis für Korpsführer Hühnlein a b u fi war, daß der tüchtige Kopfrechner sich jemals vor, „und gib mir mei- habe ich die Sache los. r $ d 8 e t nicht mehr in sein offenes, ehrliches Soldatengesicht, seine klaren Augen nicht mehr mit der an ihm von uns bringen wollte", schlug er nen Gulden wieder, dann sie macht mir Kopfweh!" Da nicht zu erwarten Vogeljäger und schwache Wir schauen treuherziges grüßen uns allen so ge- Leiden, von 8 b C it n 8 d fi 9 n ls T n 9 n in der schwierigen Kunst des Handels zurechtfände, worüber er auch in der Tat recht bekümmert war, machte ich dem Scherz ein Ende. Ich erwiderte ihm, er solle den alten Nashornvogel nur behalten und drückte ihm zugleich den Gulden in die Hand. Nun aber begriff der Wackere sofort: der Vorteil war aus seiner Seite. Er lachte glücklich, nahm seinen alten Nashornvogel vergnügt unter den Arm und zog frohgemut zu den heimischen Pfählen und seiner braunen Rechenkünstlerin, die nun endlich mit ihrem Schüler zufrieden sein konnte. ii 2 stellte, im Rahmen zu umfassenden Formen zu gestalten. Seine Glanzleistungen sind der Weiße Saal und das Treppenhaus in der Würzburger Residenz, überstrahlt von dem größten Deckengemälde der Welt, aus der Hand des Venezianers Tiepolv, die Kirchen in Bierzehnheiligcn und Deresheim. mit denen er Kuppel- und Langbau in genialer Weise verschmolzen hat. Es sind optisch erlebte Räume, die Balthasar erbaute. Deresheim, sein letztes großes Werk, ist als sein architektonisches Formbekenntnis anzusehen; das phantastische, malerische Gebilde von Vierzehnheiligen hat sich gewandelt in eine rein geistige, architektonische Raumschöpfung. Noch während des Baues starb der Meister; sein Sohn Ägnaz hat die Kirche vollendet. Die feurige voll« blütige Kraft und Schönheit des barocken Stiles, der in Deutschland die schönsten Blüten hervor- brachte, hat in Neumann ihren stärksten Interpreten gefunden. DKD. und verwandelte die aggressiven Absichten in defensive Manöver. Schlacht folgte auf Schlacht, ein Kessel schloß sich nach dem anderen. So ungewöhnlich die Keile und Durchbrüche waren, so gigantisch waren in ihrem Ausmaß die Zangenbewegungen und Einkesselungen, lem Deutschen die höchste deutsche Auszeichnung, die oberste Stufe des Deutschen 0t- Fast alleForts derNordfront Sewastopols in deutscher Hand. Nachtangriffe der Lustwaffe auf Rostow. tisches Kanonenboot und ein Schnellboot, beschädigten mehrere andere Schnellboote schwer und machten im Nahgefecht eine Anzahl von Gefangenen. Ein eigenes Minensuchboot, das unter schwerem feindlichen $mt ein beschädigtes Räumboot in Schlepp genommen halte, wurde dabei schwer beschädigt. Vor der holländisch-belgischen Küste schossen deutsche Jäger ohne eigene Verluste fünf britische Jagdflugzeuge ab. Britische Bomber griffen in der letzten Rächt einige Orte in Nordwesldeulschland vorwiegend mit Brandbomben an. 3n Osnabrück wurden zahlreiche Gebäude getroffen. Die Zivilbevölkerung hatte geringe Verluste. Neun britische Bomber wurden abgeschossen. Hauptmann Gollob, Kommodore eines Jagdgeschwaders, errang feinen 101. Lustsieg. Ein Jagdgeschwader unter Führung des Majors Traut- loft hat an der Ostfront seinen 2000.Abschuß erzielt. Balthasar Neumann. Der Baumeister des deutschen Barock. Zum 255. Male jährt sich in diesem Jahre der Geburtstag des größten deutschen Architekten des 18.Jahrhunderts: Balthasar Neumann war ein genialer Konstrukteur, Vorläufer modernster Bautechnik, der seinerzeit das größte Baubüro der Welt besaß, ein Architekt und Raumgestalter, der die außerordentlichen Anforderungen seiner Zeit und ihrer Geistigkeit erfüllt hat, wie kein anderer. Seine plötzlich ansteigende Laufbahn hat etwas Dynamisches: ein Genie setzte sich durch. Aus Eger gebürtig (1687), ging Neumann als Stück- und Glockengießer nach Würzburg, wo er 1712 als Soldat in das Artilleriekorps eintrat. Auf Kriegszügen gegen die Türken soll er sich mancherlei architektonische Kenntnisse und Anschauungen erworben haben. Vier Jahre später lieferte er die Pläne für das Treppenhaus im Kloster Ebrach. Dies war der Auftakt seines jähen Aufstiegs, denn schon 1719 übertrug ihm, dem „Stückhauptmann und Ingenieur", der neue Fürstbischof Philipp Franz von Schönborn die Riesenaufgabe des Würzburger Residenz-Baues, die sein Hauptwerk werden sollte; gleichzeitig wurde ihm die Bischöfliche Baukommission untergeordnet. 1723 unternahm Neumann eine Studienreise nach Paris und 1729 nach Wien. Im gleichen Jahre übertrug ihm, der zum Oberstlieutenant avanciert war, der Bischof Friedrich Karl von Schönborn (ein Bruder des Würzburgers) auch die Bischöflich Bamberger Baudirektion. Die letzten zwanzig Jahre — er starb 1753 — hat Neumann über das Frankenland und weit darüber hinaus maßgebenden Einfluß auf die Baukunst gewonnen' Er war der größte Architekt Deutschlands geworden, der überallhin Pläne liefern mußte: zur Hofburg in Wien, zu den Schlössern Stuttgart und Karlsruhe, für Bauten in Brühl, Bruchsal, Ellwangen, Trier, Mainz, Meersburg usw. Das die Menschheit damals erfüllende Weltall-- gefühl, das in seinen pantheistisch-transzendentalen Neigungen in der immateriellsten Kunst, in der Musik, Ausdruck fcnrd, hat Neumann in die Raumgestaltung übertragen. Wie kein anderer wußte er die landschaftlichen Räume, in die er seine Bauten Und der Partei, die es am ehesten mit verdient hätten, den Tag unseres großen Sieges noch zu erleben, geht dahin. München, 21.Juni. (DNB.) Im Armee- Museum in München fand am Sonntagnachmittag für den dahingeschiedenen Reichsleiter der NSDAP., Korpsführer des NSKK., Generalmajor Adolf Hühnlein, eine Trauerfeier statt. Um die Mittagsstunde hatten Männer des NSKK. und der Wehrmacht auf Krafträdern die Lafette mit der sterblichen Hülle 311m1 Armee-Museum geleitet. Feierlich lohten vor der lorbeergeschmückten Front des wuchtigen Baues auf Feuertürmen die Flammen zum Himmel. Ehrenformationen des NSKK., Männer der Gauleitung und Offiziere der Wehrmacht erwarteten den Toten, den Angehörige des NSKK. unter dumpfem Trommelwirbel auf ihre Schultern hoben und im Kuppelsaal des Armee-Museums aufbahrten. Reichsminister Dr. G o e b b e l s hatte inzwischen die Witwe und die Töchter Adolf Hühnleins am Tor des Armee-Museums empfangen und geleitete sie zu ihren Ehrenplätzen. Nun betritt der Führer den Saal, um feinem toten Mitkämpfer die letzte Ehrö zu erweisen. Die Trauermusik aus der „Götterdämmerung" von Richard Wegner, vorgetragen vom Orchester der bayerischen Staatsoper, erklingt. Sodann nimmt Reichsminister Dr. Goebbels das Wort zu seiner Gedächtnisrede. Mr haben, so sagt er, in den vergangenen Wochen und Monaten zu oft Abschied genommen von alten Freunden und Mitkämpfern, die unsere Reihen verließen, um zur Armee der ewigen Deutschlandstreiter zurückzutreten, als daß wir die tiefe und erschütternde Tragik, die in einem so schmerzvollen Sterben und Abschiednehmen gerade in dieser Zest liegt, Übersehen könnten. Die nächste Reihe um den Führer, die der Ersten und Unentwegten, beginnt sich langsam zu lichten. Persönlichkeit'um Persönlichkeit aus der politischen Führungsgruppe des Reiches Ein Lahr Kampf und Sieg im Osten. Von Kriegsberichtes Siegfried M.Pistorius. PK. Als der deutsche Soldat am 22. Juni vorigen Jahres nach Osten zu marschieren beAmn, gab es im Angesicht der gewaltigen Uebermacht an Menschen und Material keinen Augenblick banger Besorgnis. Die allmähliche Erkenntnis der gegnerischen Kräfte stärkte die innere Bereitschaft. Denn hier ging es nicht nur um die Erhaltung heiliger Menschenrechte, hier ging es um den Bestand des Groß- deutschen Reiches, hier ging es darum, Europa vor dem Untergang zu retten. Der Kampf im Osten verlangte eine Aenderung der Taktik, stellte neue große Aufgaben und Probleme. Für diesen Kampf gab es keine Anhaltspunkte und keine Vergleichsmöglichkeiten. Das bisher Geschehene war nicht als Maßstab zu werten. Dieser Einsatz. ging nicht um Raumgewinn allein, sondern vielmehr lag die Entscheidung in der Vernichtung des Gegners. Die deutsche -Strategie, von unglaublicher Kühn-- heit beseelt, vertraute auf die Verläßlichkeit und Leistungsfähigkeit des deutschen Soldaten und hat somit Taten vollbracht, die die Welt staunend bewunderte und die in der Kriegsgeschichte nicht ihresgleichen haben. Das Gefühl der Überlegenheit ließ liebten Fröhlichkeit. Das heimtückische dem wir alle wußten, über dessen Schwere er sich selbst aber nicht im klaren war, hat ihn dahingerafft, gefällt in der Blüte seiner kraftstrotzenden Männlichkeit. Der Führer und die Partei beklagen material und Vorräten erbeutet. In scharfer Verfolgung der geschlagenen Briten nach Osten wurden Bardia und Bir-el-Gobi genommen. Bei Vorstößen zur k a n a l k ü st e verlor die britische Luftwaffe am gestrigen Tage neun Flugzeuge im Luftkampf. Ein weiterer britischer Jäger wurde durch Boote einer Fluhfloktille abgeschossen. Britische Flugzeuge führten bei Tage wirkungslose Störangriffe im nordwe st deutschen Küsten- und Grenzgebiet durch. Bei Nachl- angriffen britischer Bomber auf die Stadt Emden entstanden Brandschäden vorwiegend in Wohnvierteln. Nachtjäger, Flak- und Marineartillerie schossen zehn der angreifenden Bomber ab. Vor Sewastopol haben sich der Kommandeur einer Radfahrabteilung, Rlajor Backe, fein Schwadronschef, Oberleutnant Kupsch, und der Ehef einer Pionierkampanie, Oberleutnant Stier, durch besondere Tapferkeit ausgezeichnet. Oberleutnant zur Lippe-Weißenseld errang in der letzten Nacht drei Luftsiege, Hauptmann Lent erzielte feinen 35. Nachtjagdabschuß. In der See- und Luftschlacht im Wittelmeer bei der Zerschlagung der britischen Geleitzüge zeichnete sich ein Skurzkampf- geschwader unter Führung des Majors Sigel, die Jagdstaffel des Hauptmanns Belfer foroie die Besatzungen von zwei Kampftlugzeugen mit den Kommandanten Gruppenkommandeur Major Linke und Oberleutnant Schulte besonders aus. Oer Wehrmachtberichi vom Gamstag. DNB.Aus dem Führerhauptquartier, 20. Juni. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Vor S e.w astopol schreitet die Vernichtung der noch nördlich der Sewernaja-Vucht stehenden Reste des Feindes fort. Ein Artilleriewerk und das Gelände beiderfeits eines Trockendocks wurden genommen. Um das letzte noch haltende fiüftenfort tm Nordteil der Festung find erbitterte Kampfe im Gange. Im Südabfchnitt der Linschließungssront drangen deutsche und rumänische Truppen nach Abwehr feindlicher Gegenangriffe weiter vor und erstürmten mehrere befestigte höhen. Die Luftwaffe setzte die Zerschlagung der Festungsanlagen mit Bomben schweren und schwersten Kalibers fort. Ein deutsches Schnellboot versenkte in der Nacht zum 19. Juni vor Sewastopol einen Truppentransporter von 3000 BRT. Im Schwarzen Meer versenkten italienische Schnellboote ein Sowjet-Unterseeboot und zwei kleine Kriegsfahrzeuge. Im Raum nordostwärts Charkow wurde eine sowjetische Division durch umfassenden Angriff eingeschlossen und zum größten Teil vernichtet. Im mittleren Teil der Ostfront wurden weitere Gebiete von zersprengten bolschewistischen Banden gesäubert. Im Nordabschnitt wurde an verschiedenen Stellen die eigene Front im Angriff vorverlegt. An der Wolchow-Front scheiterte ein von Panzern unterstützter Durchbruchsversuch der Sowjets in harten Kämpfen. In Nordafrika sind die deutsch-italienischen Truppen im Angriff Jinb in der Verfolgung. Es wurden wichtige Versorgungslager erbeutet und In diese Reihe der Geschiedenen müssen wir nun unseren Kameraden Adolf Hühnlein einreihen. Nun wird von jetzt ab seine wuchtige Persönlichkeit nicht mehr in unserem Kreis stehen. Oer Wehrmachtbericht vom Sonntag. DNB. AusdernFührerhauptquarlier, 21.3uni. Das Oberkommando der Wehrmacht teilt mit: Im Nordteil der Festung Sewastopol fiel am gestrigen Tage auch das Vefesiigungswerk Lenin. Damit sind sämtliche Forts der Nordfront von Sewastopol mit Ausnahme des küstenforks in deutscher Hand. Darunter die starken Werke Stalin, Maxim Gorki, Bastion Molotow, zahlreiche alte Forts und mehrere Artilleriewerke. In das vom Feind noch zäh verteidigte Küstenfort sind deutsche Truppen eingedrungen und stehen im harten Nahkampf um die vom Gegner noch gehaltenen Bunker. Im Südteil der Festungsfront schlugen deutsche und rumänische Truppen mehrere Angriffe ab und brachen im Gegenangriff das feindliche Stellungssystem weiter auf. Die Luftwaffe unterstützte auch gestern mit starken Kräften die Kämpfe um die Befestigungen und bombardierte Versorgungsanlagen in der Stadt sowie seindliche Schiffe im Hafen. Lin Sowjetschnellboot wurde bei einem Vorstoß gegen den Schwarzmeerhafen Ialta durch Küstenartillerie so schwer beschädigt, daß mit seinem Verlust zu rechnen ist. Nachtangriffe der Luftwaffe auf Rostow riefen in mehreren Stadtteilen größere Brände hervor. An der übrigen Ostfront nur örtliche Kampftätigkeit. Wie durch Sondermeldung bekanntgegeben, erstürmten deutsche und italienische Truppen unter dem Befehl des Generalobersten Rommel gestern den größten Teil der stark ausgebauten F e st u n g Tobruk. Daraufhin hat heute früh ein englischer Parlamentär bei einem italienischen Korpsstab die Ucbergabe der Festung angeboten. Stadt und Hafen sind beseht. Bisher wurden über 25 000 (Befangene, darunter mehrere Generale, eingebracht und unübersehbare Wengen von Waffen, Kriegs- Grade au5; Die Unbestechlichkeit und Kompromiß- lostgkeit seines kämpferischenWillens ist für dasNSKK beispielgebend. Zwar sehen die, die ihn nicht kennen, einen rauhen und kantigen Mann im Umgang nach außen. Seine Freunde aber wissen, daß unter dieser harten Schale ein weiches und gütiges Herz verborgen lag. Nichts haßt er mehr als das Oberflächliche. Wie selten einer geht er den Dingen auf den Grund. Mehr als nur die Pflicht zu erfüllen, das ist das eigentliche Glück seines Lebens. In dieser höchsten Pflichterfüllung wird er hart und rücksichtslos gegen sich selbst. Es ist richtig, was einmal ein ausländischer Journalist über ihn geschrieben hat: „Er hat das in Holz geweißelte Antlitz eines zum Landsknecht des Dreißigjährigen Krieges gewordenen Bauern, der den Pflug mit dem Schwert vertauscht hat." Die 500 000 Männer, die er im NSKK. sammelt und organisiert, stehen vor allem, .mit uns, seinen alten Kameraden, trauernd vor seiner Bahre. Das NSKK. ist sein eigenstes Werk; in ihm hat er ein Kraftfeld geschaffen, das alle Motorbegeisterten und alle, die gewillt sind, neben der eigenen Berufsarbeit das Mehr an Pflichten des politischen Soldaten auf sich zu nehmen, in seinen Bann zieht und das vor allem auf die deutsche Jugend ausstrahlt. Welchen Geist er diesem Korps einzuimpfen verstanden hatte, das zeigt sich beim Ausbruch des Krieges, lieber zwei Drittel aller Führer und Männer des NSKK. eilen zu den Fahnen. Hühnlein wird Beauftragter des Reichsmarschalls für den motorisierten Transport der Kriegswirtschaft. Die NSKK.-Verkehrskompanien, im Frieden für den Krieg gebildet und organisiert, folgen dicht hinter einen ihrer ältesten Mitkämpfer, Hunderttausende deutscher Männer des NSKK. den Tod ihres geliebten und verehrten Korpsführers, die alte Parteigarde einen guten Freund und Kameraden, das ganze deutsche Volk aber eine der markantesten Persönlichkeiten unserer nationalsozialistischen Revolution und der durch sie geschaffenen politischen und staatlichen Gegenwart. Adolf Hühnlein war von Hause, von Temperament und Charakter aus Zeit seines Lebens Soldat. Seine ganze militärische und politische Tätigkeit durchzieht wie ein roter Faden die Unbeirrbarfeit seiner Persönlichkeit, die Lauterkeit seines Charakters, die Geradheit seiner kämpferischen Gesinnung und die Unerschütterlichkeit seines politischen Glaubens. Immer und in erster Linie ist er Soldat deß Führers, sei es im Kriege, sei es im Frieden. Wie selten einer unter den führenden Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens zeichnet er sich durch persönliche Anspruchslosigkeit und Bescheidenheit im höchsten großer Jäger, aber ein schwacher Kopfrechner war, zunächst einmal ruhig gehen. Zwei Tage danach stellte er sich auch wieder bei mir ein. Verlegen kratzte er sich hinter dem Ohr und meinte, bei unserem Geschäft stimme etwas nicht, er wisse nur nicht, was es sei, beständig hätten er und seine Frau darüber nachgedacht, seien aber nicht darauf gekommen. „Sie haben", jagte er zu mir, „den jungen Vogel und ich den alten — warum habe ich aber da eigentlich nichts, gar nichts verdient?" Aus Scherz nahm ich die Sache ernst und antwortete: „Es war doch ein ehrlicher Handel, mein Freund, jeder hat das Seine: ich gab dir den alten Vogel, und du hast mir meinen Gulden zurück- bezahlt!" Darauf kratzte er sich wieder verzweifelt hinter dem Ohr und nickte: „Ja, so ist es, und nicht anders, die Sache stimmt also doch!" und begab sich langsam, wie zögernd und nachdenklich, auf den Heimweg zu seiner klugen Ehefrau. Als abermals ein Tag um war, hatte diese den Rechenunterricht mit ihrem Manne beendet und schickte ihn neuerdings auf den Weg. Er kam mit dem Vogel angerückt und erzählte eifrig, seine Frau wäre der Meinung, daß die Sache mit dem Vogel keineswegs in Ordnung sei. „Nun gut!" erwiderte ich, mich dumm stellend, „wenn es so ist, was sollen wir tun?" „Nimm den alten Vogel, den ich zu dem Züchter Oer Vogelkauf. Von Friedrich Schnack. Mein Haus auf Sumatra lag, erzählte der Pflanzer, in der Nähe eines malaiischen Dorfes, eines Kampongs. Eines Tages bot mir ein Dorfbewohner zwei puterrote Vögel zum Kauf an, einen uralten und einen jungen Nashornvogel, die zu den Rakenvögeln gehören und auf ihrem Schnabel einen flachen Aussatz haben, Wald- und Gehölzbewohner, die in Höhlen brüten und ihre Weibchen in der Brutzeit einmauern. Er verlangte dafür einen holländischen Gulden. Die Vögel, die er vor kurzem im Wald mit Schlingen gefangen hatte, waren unverletzt, nur zeigten sie sich eben nach Alter und Aussehen sehr voneinander verschieden. Ich wollte nur den jungen haben, da ein bejahrter Nashornvogel nicht mehr zahm wird. Von der Trennung der beiden Waldgefährten wollte der Malaie nichts wissen, sie sollten brüderlich beisammen bleiben — der Schlaufuchs wollte sie beide an mich verkaufen. Da er von seinem Vorsatz nicht abging, erstand ich sie endlich. Nach Abschluß des kleinen Handels lungerte der Vogelfänger noch eine Weile am Haus herum, indes ich meinen braunen Diener heranrief und ihn beauftragte, den alten Vogel für den Mittagstisch zuzubereiten. Mich gelüftete nach diesem mir noch unbekannten Waldgericht. Kaum hatte ich aber den Auftrag erteilt, forderte der bestürzte Mann den Vogel wieder zurück. Die Malaien sind, wie ich häufig beobachten konnte, große Dogellieb- baber: sie halten die Vögel in Bambusbauern in ihren Hütten ober tragen sie in kleinen Käfigen als „Glücksvögel" mit sich, damit sie ihren Geschäften und Unternehmungen Erfolg bringen. Er wisse einen Züchter, sagte er, der auch einen alten Nashornvogel zu zähmen verstehe, und diesem wolle er ihn bringen. Ich war damit einverstanden, erklärte ihm jedoch, da er den Vogel wieder haben wolle, müsse er mit auch meinen Gulden zurückerstatten. Ich hatte es im Scherz gemeint, doch leuchtete dem Vogelfänger diese unbillige Forderung in der Tat ein, bereitwillig zahlte er den Gulden zurück, klemmte seinen großen alten Nashornvogel unter den Arm und entfernte sich. Da ich wußte, wo er im Dorf wohnte, ließ ich ihn, der zwar ein Zeitschriften. — Ulrich Christoffel gibt im Juni-Heft der Mo« natsschrift „Die K u n st" (Verlag F. Bruckmann, München) einen Ausschnitt aus den Werken des Münchener Malers Franz Naager mit Abbildungen seiner Werke, die in ihrer farbigen Erfindung, Improvisation und Komik unmittelbarer Ausdruck feiner Menschlichkeit sind. Don Georg Kolbe zeigt Fritz Hellwag einige seiner schönsten Arbeiten. Fritz Nemitz betrachtet Herbert Tucholski als Zeichner und zeigt.den Weg der Entwicklung, Len Tucholski als solcher in den letzten Jahren zurückgelegt hat. Das Heft bringt im zweiten Teil den von Palm, Ueberlingen, entworfenen Umbau eines Gutshofes am Bodensee Die Gärten Friedrich Heilers, Kempten, haben ihren größten Reiz darin, daß sie Haus und Garten zu einer Einheit verbinden, was an einigen ©artenplanen veranschaulicht wird. Kleine Häuser des Architekten Kehr, Berlin-Zehlendorf, die in die anmutige Havelland schäft hineingestellt sind, zeigt Klara Trost, Hannover. Nicht unerwähnt fohlen die gestickten Bildteppiche der Werkstätten Graef- Preisinger, München, die Hand getriebenen formschönen Geräte der Stolberger Werkgemeinde und die Jnnenraumgestaltungen des Architekten Reinhold Stolz, Wuppertal-Barmen, bleiben. Einsatz des NSKK. im Nachschubdienst bei Heer uni) Luftwaffe an allen Fronten, insbesondere an der gesamten Ostfront und in Nordafrika, ist eine Tat von höchster krietzsgeschichtlicher Bedeutung. Sie planmäßig vorbereitet und durchgeführt zu haben, ist das große soldatische Verdienst unseres Parteigenos» sen Hühnlein. Seinen 60. Geburtstag verbringt er noch an der Front bei feinen Männern, um Ehrungen in der Heimat zu entgehen. Anschließend ist er zwei Tage Gast des Führers in feinem Hauptquartier. Hier kann ihm der Führer noch einmal bescheinigen, daß das NSKK. entscheidenden Anteil an den Erfolgen unseres Krieges gehabt habe. Das ist sein letzter großer Tag. Bald nach seinem 60. Geburtstag zieht er sich zunächst ein Beinleiden zu. Er geht zur Kur nach Gastein. Am 8. Dezember wird er operiert Die Aerzte stelle» fest, daß keine Hoffnung mehr besteht, sie können nur noch eine Scheinoperation durchführen. Er verbringt einige Wochen in Oberstdorf und Meran, wo fein Zustand eine gelegentliche Besserung erfährt. Vor drei Wochen kehrt er, als triebe ihn eine geheime Sehnsucht heimwärts^ nach München zurück. Die schleichende Krankheit wirft ihn auf sein letztes Lager. Zwei Tage vor seinem Tode noch glaubte man, daß eine Besserung möglich sei; dann aber fordert der Tod gebieterisch, was ihm zusteht. Mit Schmerz und Stolz scheiden wir von ihm. Sein Name ist aus der Geschichte der nationalsozialistischen Revolution nicht wegzudenken. Dem Führer treu ergeben, ein ewiger Soldat des deutschen Volkes, in dessen Dienst er sich verzehrte, so wird er für alle Zeiten in unserem Gedächtnis weiterleben. Nachdem Dr. Goebbels den Hinterbliebenen teilnehmend die Hand gereicht hat, tritt der Führer vor und widmet feinem alten getreuen Mitkämpfer den wundervollen Lorbeer, den er vor den Katafalk breitet. Unterdessen ist das Lied vom guten Kameraden durch die Kuppelhalte geklungen und nun folgen ihm die Lieder der Nation. Gemessenen Schrittes bewegt sich dann die Trauerparade zum Münchner Nordfriedhof. Vom Eingang tragen Angehörige des NSKK. den Sarg zum Grabe. Die Nationalhymnen und ein Trauer- fahit einer Batterie beschließen die Stunde. Deutschlands höchste Auszeichnung für Adolf Hühnlein. Der Führer hat dem verstorbenen Korpsführer des NSKK., Re'.chsleiler Adolf Hühnlein, als dril- der kämpfenden Truppe und sorgen für glatte Durch- 1 - ----<* - ~ schleusung der einzelnen Verbände. Der gewaltige dens, verliehen. Aus -er Stadt Gießen Das Bannfportfesi des Bannes Gießen 146 Die Großkundgebung d jtlfl überall im Großdeutschen. Reich die Jungen und (Nachdruck verboten.) 13. Fortsetzung. wieder verspielt, und Schulden macht er nicht. Da- n der n der Tage hier >, daß folgen letzter zieht r Kur eriert mehr ration )berst- egent« irt er, DÖrts, nkheit e vor lerung terisch, Heiden ite der zudem Soler sich iserem ^iihn- unb > hat ) be- hres- Sfich ; und ihrem ngen, isvhttk s dril- hnung, i Or- Briefe in Bareiros Hand Roman von Anna Elisabet Weirauch Rechte durch Carl Duncker Verlag, Berlin \V 35. n die Loin Sarg trauer« i teil» er vor er den atasal! Kame- ) nun kleinste Jungmädel rpiißten auf dem- Platze, der ihnen angewiesen sei, ihre Pflicht tun, wie auch alle anderen gegenüber ihren. Eltern, in der Schule, im Beruf, in der HI. und im BDM. immer nur das Gebot der Pflichterfüllung kennen dürften Wepn die Jungens und Mädels ihre Aufgabe so erfüllten, ** Vom Gießener Konzert-Ring wird mitgeteilt, daß durch kriegsbedingte Verhältnisse und Krankheit die Durchführung der Konzerte von Elly Ney und Vasa Prihoda nicht möglich ist. Dafür findet am 25. Juni ein Konzert von Gisela Sott (Klavier), am 9. Juli ein Konzert von Roman Schimmer (Violine) statt. Mädel der anderen Banne zu den sportlichen Wettkämpfen angetreten seien. Der Sport und insbesondere der Leistungssport der Hitler-Jugend habe einen gewaltigen Aufschwung genommen. Aber nicht nur auf diesem Gebiete habe die Hitler-Jugend ihre Aufgabe erfüllt, sondern auch auf allen übrigen Borkmann hat seinen Platz schon wieder eingenommen und reibt sich die Hände in Erwartung der Karten, die Bareiro austeilt, als Gerd in ziemlich nachlässiger Haltung herankommt. „Für Sie auch?" fragt Bareiro mit einem kurzen Aufblicken. „Nein, danke, ich spiele nicht, ich werde mich heute aufs Kiebitzen beschränken." „Wenn Sie nicht in den berühmten Schrei: ,Joi, vier Asse!' ausbrechen, wollen wir es ausnahmsweise gestatten",'knurrte Borkmann. „Uebrigens — warum wollen Sie nicht mitspielen? Hat Ihnen unsere schöne Katta ein Gelübde abgenommen?" „Aus dem sehr triftigen Grunde, weil ich feinen Pfennig Geld in der Tasche habe!" „Oh, mein Goldkind, bei Ihnen macht das nichts aus. Ich gebe Ihnen Kredit?" „Ich spiele aber nicht auf Kredit." „Stolz wie ein Spanier! Der junge Mann hat Charakter, selbst unsere Gesellschaft ■ hat ihn noch nicht- verderben können." Eine Weile lehnt Gerd hinter einem Stuhl, die Hände in den Hosentaschen. Aber so amüsant das Spiel sein kann, so langweilig ist das Zusehen. Das Glück geht hin und her, Borkmann scheint eine Strähne zu haben, das Geld häuft sich vor ihm an. „Eigentlich hätten Sie mir heute Revanche geben müssen!" sagt er, während er mischt, zu Gerd aussehend. „Ich scheine heute — toi, toi toi, meine Strähne zu haben; was haben Sie mit all dem Geld gemacht, das Sie mir neulich abgenommen haben, Poggenburg? Schon versoffen? Oder ein Sparkassenbuch gekauft?" Versoffen, das wäre keine Beleidigung, aber ein Sparkassenbuch — diese Verdächtigung kann Gerd nicht auf sich sitzen lassen. — „Nein, einen Schmuck gekauft, bitte." Er wirft das Kästchen nachlässig auf den Tisch. „Sie können ihn haben — er ist von Ihrem eigenen Geld bezahlt!" Borkmann ist neugierig genug, um die Karten für einen Moment aus der Hand zu legen: „Donnerwetter! Da also bleiben meine sauer erworbenen r und erge. i von plan, n, ist Ms. Whig i. So Sie > aus lefen- Ang w lalts.- bis= irteiL Hein, Ver- Weile bleibt er noch sitzen und sieht dem Spiel zu. Borkmanns Strähne hat nicht lange angehalten, die Geldhäufchen wandern von einer Tischecke zur andern, und schließlich gerät auch die Kette ins Wandern. Nun, Gerd kann es schließlich gleichgültig sein, wo sie zur Ruhe kommt — wenn es nicht an Kattas Hals ist. Und so oft er sich umdreht, Katta kommt nicht wieder an ihren Stammplatz zurück, sie steht auch nicht plötzlich hinter ihm, um ihm die Hand auf die Schulter zu legen, und Detlev ist überhaupt nicht erschienen, es ist ein langweiliger, verlorener, durch und durch mißglückter Abend. In dieser Er-^ kenntnis steht er auf und verabschiedet sich, ohne daß sein Gehen das Spiel länger als eine Sekunde aufhält. Er geht, tief und förmlich grüßend, an dem Tisch vorüber, an dem Katta mit ihren Bekannten sitzt. Sie lacht und plaudert und ist anscheinend in bester Laune. 16. Dieser Schein trügt. Katta ist durchaus nicht in bester Laune. Aber ihre Verstimmung hat nichts mit Gerd und seinem unangebrachten Geschenk zu tun. Sie hat andere, tiefere Gründe. Lieber Himmel, dieser Junge! Er hat es gut gemeint, und im Grunde tut es ihr leid, daß sie ihn gekränkt hat. Er hat ihr eine Freude machen wollen, und er konnte nicht wissen, daß er sich eine schlechte Stunde dafür ausgewählt hat. Den ganzen Tag hat sich Katta mit Fragen und Erwägungen herumgeguält — mit wichtigen und lebensentschei- denüen Fragen. Ihr Vertrag geht zu Ende, heute hät ihr die Direktion eine Verlängerung angeboten. Sie muß sich entschließen, ob sie unterschreiben will — einen Entschluß fassen, der über ihre ganze Zukunft entscheidet. Wie lange hat eine Tänzerin Zeit, wenn sie eine große Karriere machen will? Nicht sehr lange mehr ... wie lange hat eine Frau Zeit, wenn sie Kinder haben will? Etwas länger noch, aber auch nicht mehr sehr lange. Und was will sie nun? Zum mindesten das eine, wenn das andere nicht fein kann. x (Fortsetzung folgt.) Aus Oswaldsgarten fand dann am Sonntagmittag eine Großkundgebung statt. Die Einheiten des Bannes 116 und die Mädels des BDM. waren dazu in zwei großen, den weiten Platz füllenden Blocks aufmarschiert. Als Vertreter der Partei war an Stelle des erkrankten Kreisleiters Backhaus der Kreisleiter e. h. Oberbürgermeister Ritter erschienen, mit ihm der Stab der Kreisleitung, ferner waren zahlreiche Vertreter der Gliederungen der Partei, der Wehrmacht und der Behörden zugegen. Viele Männer und Frauen hatten sich rund um den Platz eingefunden, um an der eindrucksvollen Feier-, stunde teilzunehmen. Nach dem Fahneneinmarsch meldete der K.-Führer des Bannes Gießen 116, Obergefolgschaftsführer Wolf, dem als Vertreter des Gebietsführers erschienenen Bannführer T a e s l e r, dem früheren Führer des Bannes 116, die angetretenen 7600 Junggenossen. Dann wurde bei dumpfem Trommelwirbel der für Deutschlands Freiheit und Größe gefallenen Kameraden gedacht. Fanfarenklängen folgten nun einige Vorsprüche von Hitler-Jungen. Hierauf sprach Bannführer Taesler. Er gab zunächst feiner Freude darüber Ausdruck, daß er als ehemaliger Führer des Bannes 116 in Vertretung des Gebietsführers zu den Kameraden und Kameradinnen des Bannes sprechen könne.. Das Bannsportfest 1942 des Bannes Gießen 116 nahm am Samstagnachmittag und am gestrigen Sonntag bei starker Anteilnahme der Bevölkerung einen außerordentlich spannenden und erfolgreichen Verlauf. Es wurde damit zu einem denkwürdigen Ereignis in der Arbeit unseres Bannes. Nie Eröffnung fand am Samstagnachmittag in Gegenwart zahlreicher Ehrengäste von Partei, Staat und Wehrmacht auf dem Universitätssportplatz statt, nachdem eine Kampfrichtersitzung vorausgegangen war. Fanfarenklänge schallten über den großen Platz. Etwa 500 Jungen und Mädel waren zum Wettkampf angetreten. Nach einem Kernspruch gingen die Flaggen an den Masten hoch. K.-Bannführer, Ober- gefolgschaftsführer Wolf, hielt dann eine kurze Ansprache, in der er hervorhob, daß jetzt der Tag gekommen sei, dem die einsatzfreudigen Vorbereitungen der Sportjugend gegolten hätten. Nunmehr fei zu beweisen, auf welcher Höhe die Leistungen königlichen Gabe, armer Toggenburg? Dann sollten Sie erst recht mitspielen — ich rate Ihnen das gegen meine eigensten Interessen, Sie müssen heute ein phänomenales Glück entwickeln!" „Ich habe Ihnen doch schon gesagt, daß ich kein Geld bei mir habe." „Dann werde ich Ihnen Ihre Juwelen beleihen — ich nehme doch an, daß sie rechtmäßig erworben sind?" „Bitte!" Gerd hält ihm lächelnd einen Zettel hin. „Wollen Sie die Rechnung sehen?" „Großartig! Bezahlt und quittiert auch schon! Das vereinfacht die Sache, holen Sie sich einen Stuhl und setzen Sie sich her. Ich beleihe Ihnen Ihre Kette zu — sagen wir, zu zwei Dritteln ihres Wertes — respektive ihres Preises. Wenn Sie gewinnen, lösen Sie sie wieder aus. Abgemacht?" „Meinetwegen." Mit einem Achselzucken gibt Gerd nach. Die Idee ist gar nicht so schlecht, auf diese Weise wird er wenigstens die unglückselige Kette los — er^verspielt nicht mehr als das gewonnene Geld, und es sieht nicht so aus, als ob er sich um die Revanche drücken wollte. Im Anfang scheint es, als ob die alte Spielerregel sich bewahrheiten sollte, daß geliehenes Geld Glück bringt. Gerd gewinnt mehr als ihm lieb ist. Er spielt ohne jede Vorsicht, zerreißt die Paare, geht mit, wenn er vier neue kaufen muß — und gewinnt. Ganz kann er sich doch nicht gegen die Erregung wehren, die ihn gegen seinen Willen packt. Aber das Blatt wendet -sich. Nach einer Stunde hat Borkmann alles wieder, was er Gerd geliehen hat. Und der leichte Rausch ist verflogen, Gerd denkt wieder klar und nüchtern. „Aus — Schluß — abgelaufen!" sagt er fest, lehnt sich zurück und schiebt die Hände in die Hosentaschen. „Mir keine Karten mehr, bitte. Ich scheide aus." Kein Zureden hilft. Niemand kann ihm nachsagen, daß er „kalte Füße" bekommen hat, als er im Gewinn war. Was er gewonnen hat, hat er e Saal esidellZ- de del p olo> im. Wch' rne. die großes enntnir lde ro" te reiil h w Ahn |C * W hm* dkd. ivtz. o es Dien. K ld)en hier Dien. Iro&: 1 vor dacht, daß man solche Reisefreuden auch-daheim ge« meßen könnte", versichert er immer wieder strahlend. Vater Müller aber schmunzelt sich eins: „Das hätten Sie schon öfter haben können." H. W. Sch. Zehn deutsche Stadttore. Am kommenden Samstag und Sonntag findet die erste Straßensammlung im Kriegshilfswerk für das Deut che Rote Kreuz statt. Von Angehörigen des Deut chen Roten Kreuzes und der Deutschen Ar- beits ront werden dabei zehn verschiedene Plaketten angeboten, die jeweils ein berühmtes deutsches Stadttor abgebildet tragen. Es handelt sich um das Rote Tor in Augsburg, das Krantor in Danzig, das Anklamer Tor in Friedland, das Wiener Tor in Hainburg, das Rödelseer Torin Iphofen, das Stargarder Tor in Neubrandenburg, das Brückentor in Prag, das Ostentor in Regensburg, das Osthoven- tor in Soest und das Klever Tor in Tanten, lieber 57 Millionen Abzeichen aus verschiedenem Material stehen mit diesen Toren zur Verfügung. dann feien sie Mithelfer an dem großen Werk unseres Volkes und könnten einer großen Zukunft entgegengehen, die der Führer für unser Volk und für jeden einzelnen mit seinen Soldaten erkämpfe. Danach überbrachte der Redner die Grüße und besten Wünsche des Gebietsführers und eröffnete zugleich das Bannsportfest. Nach einem Kernspruch und dem von den Jungen und Mädels gemeinsam gesungenen Liede „Deutschland, heiliges Wort" sand die Kundgebung mit dem Fahnenausmarsch ihren Abschluß. Sodann rückten die Einheiten der Hitler-Jugend in einer langen Marschsäule, Block hinter Block, vom Oswaldsgarten zur Ludwigstraße ab, wo vor der Universität in vortrefflicher Haltung aller Einheiten ein Borbeimarsch vor dem Bannführer Taesler und dem Stellvertreter des Kreisleiters, Oberbürgermeister Ritter, stattfand. Endkämpfe und Siegerehrung. Zu den Endkämpsen und den Vorführungen, die am Sonntag um 13 Uhr auf dem Universitätssportplatz begannen, hatte sich eine riesige Zuschauermenge eingefunden, die nicht nur die Tribüne füllte, sondern auch das Sportfeld umsäumte. Die Entscheidungen in den verschiedenen Läufen und Staffeln, die den letzten Einsatz erforderten, wickelten sich flott ab und sanden ebenso großes Interesse wie die Vorführungen der Motor-HI., der Flieger- HI. und das Bodenturnen verschiedener Einheiten. Nach Abschluß der Wettkämpfe meldete K.-Bcmn- führer Wolf dem Stellvertreter des erkrankten Kreisleiters, Oberbürgermeister Ritter, die zur Siegerehrung angetretene Jugend. Oberbürgermeister Ritter gab feiner Freude darüber Ausdruck, die Wettkämpfe unserer Jugend, ihre leuchtenden Augen, die stolze Begeisterung und Energie, mit der sie ihren Körper stählen und stärken, erlebt zu haben. Er überbrachte die Grüße des erkrankten Kreisleiters und wies bann auf den schweren Schicksalskampf hin, in dem auch Millionen von Männern, die aus den Reihen der Hitler-Jugend hervorgegangen sind, als deutschbewußte Kämpfer für Volk und Vaterland an der Front stehen. Der Führer blicke mit Stolz auf seine Jugend, sie besitze seine ganze Liebe und sei seine Hoffnung für die Zukunft. Nur durch restlosen Einsatz können wir bestehen. Der Gegner sei grausam, wir seien aber gewillt, ihm die Stirn zu bieten. Der Kampf sei hart, der Sieg aber werde unser sein. Dann nahm Oberbürgermeister R i 11 e r in Gemeinschaft mit K.-Bannführer Wolf und Bann- rnädelführerin Inge Hack, die Siegerehrung vor. Auszug aus der Giegertiste. Hiller-Jugend klaffe A. 100-Meter-Lauf: 1. Hans Kirstein, Mot. 1, 11,9; 2. Rudolf Hainer, Jgst. l, 12,1; 3. Helmut Ketterer, Na. 2, 12,2. — 400-Meter-Lauf: 1. Werner Philipp, Gef. 4, 55,8; 2. Albert Seelbach, Bannstab, 56,4; 3.Otto Klein, Na.5, 57. — 80 0 » Meter-Lauf: 1. Hanno van Bentheim, Mot. 1, 2:10,2; 2. Otto Klein, Na. 5, 2:13,8; 3. Werner Krei- len J iuN d- d m- n ZeichÄ egt * W* ■Ä 'S „Ich habe durchaus nicht die Verpflichtung, Ihnen Gefälligkeiten zu erweisen. Ich ersuche Sie, das Ding an sich zu nehmen." Er rührt sich nicht. „Meinetwegen kann es auch auf dem Tisch stehenbleiben. Ich trage jedenfalls nicht die Verantwortung, wenn es wegkommt." Sie grüßt und winkt plötzlich an einen andern Tisch hinüber, sie hat keinen Blick mehr für die Kette noch für Gerd, und nach ein paar Sekunden steht sie auf mit einem flüchtigen „Sie entschuldigen mich wohl ..." Sie geht quer durch den Raum, noch größer, schlanker und aufrechter als sonst, sie wird mit freudigem Hallo begrüßt von Leuten, die Gerd gänzlich fremd sind, sie setzt sich wahrhaftig zu ihnen, plaudert und lacht, und scheint gar nicht daran zu denken, zurückzukommen.' Sehr enttäuscht und verdrießlich mutz er sich endlich doch entschließen, das verschmähte Geschenk wieder an sich zu nehmen. Was soll er nun damck beginnen? Er hat keinen Menschen, dem er damit eine Freude machen könnte, nicht einmal Irmela. Und in der Wut irgendeinem kleinen Mädchen schenken, was für Katta bestimmt war — nein, Das ist eine Entweihung, lieber auf dem Heimweg das Ding in einem Fleet versinken lassen. „Na, Toggenburg,. Ihr Rendezvous schon abgelaufen?" Borkmann taucht neben ihm aus, mit einem gutmütig-höhnischen Grmsen. „Wenn Sie sicy langweilen — an unserem Tisch ist noch em Platz frei" Gerd schlendert mit ihm hinüber, alles ist besser, als so allein zu sitzen und abzuwarten ob die Gnädige vielleicht in der Laune ist, ^uruckzukommen. Er hat das unbegründete Gefühl, daß alle -lugen schadenfroh ober urtf-ii-ig auf ihn gerichtet sind. Arbeitsgebieten habe sie mit jugendlichem Schwung ihre Pflicht getan- und sei ihren Aufgaben gerecht geworden. Als Beweis dafür führte Bannführer Taesler die großen kulturellen Veranstaltungen der Hitler-Jugend, den Ernteeinsatz der Jungen und Mädel, das Wirken der Spielscharen für unsere Verwundeten und in Feindesland stehenden Soldaten, die Arbeit in den Wehr e r tü chti g u n gs la ge r n usw. an, die allesamt Zeugen für die gewaltige Kraft und Stärke der Hitler-Jugend seien. Nach einfm kurzen Hinweis auf die kleinen Anfänge der Hitler- Jugend in der Kampfzeit erinnerte der Redner an die Schaffung der größten Jugendorganisation der Welt in der Zeit nach der Machtübernahme durch den Führer und an die vom Führer der Hitler- Jugend gestellte Aufgabe, neben der Erziehung der Jugend in Elternhaus und Schule als Erziehungsfaktor an den, jungen deutschen Menschen mitzuwirken. Seine Aufgabe in den Reihen der Hitler- Jugend allezeit treu und ganz zu erfüllen, sei die größte Verpflichtung jedes Jungen und jsdes Mädels, die das große Glück hätten, in einer so gewaltigen Zeit wie der unfrigen zu leben, den größten Führer und Menschen an der Spitze des Volkes zu besitzen und Zeuge des Werdens eines großen Reiches mit reicher Zukunft zu sein. Darum gebe es für die Jugend immer nur eine Forderung: jederzeit ihre Pflicht zu tun und sich dadurch dankbar zu erweisen für das gewaltige Opfer, das ihre Väter und Brüder draußen 'vor dem Feinde für das Großdes Bannes 116 stünden, und es sei Gelegenheit zu weiterer Leistungssteigerung gegeben. Er forderte dann die Jungen und Mädchen zu sportlicher Durchführung des Wettkampfes und zu vollem Einsatz auf. Nach der Verpflichtung der Wettkämpfer und Wettkämpferinnen begannnen sofort die Vorkämpfe in Lauf, Wurf und Sprung. Schon in den ersten Kämpfen wurden sehr gute Leistungen erzielt, die in den Zwischen- und teilweise am Samstag schon durchgeführten Endkäm^fen noch gesteigert werden konnten. Oer Verlauf des Sonntags. Am Sonntagmorgen um 8 Uhr begann auf dem Unioersitätssportplatz die Fortsetzung der Wettkämpfe (Zwischenrunden und Entscheidungen). Um 9 Uhr fand mit einer Kranzniederlegung an dem 116er-Eyrenmal auf dem Landgraf-Philipp-Platz eine kurze, würdige Ehrung der Gefallenen des ersten Weltkrieges, des jetzigen Krieges und der gefallenen Kämpfer der Bewegung statt. Krieg einschneidende Maßnahmen bringt, hinter denen die privaten Wünsche zurückstehen müssen, darüber sind wir uns wohl alle - klar", meinte er dann. „Warum soll aber die Urlaubsfreude weniger groß fein, wenn man nicht unbedingt einige hundert Kilometer mit der Eisenbahn reisen kann? Gibt es nicht in unserer unmittelbaren Nähe lohnende Ziele zur Genüge? Haben Sie überhaupt schon unsere engere Heimat einmal richtig durchwandert, Herr Krause?" Es erwies sich, daß Herr Krause Die.an ihn gerichtete Frage verneinen mußte, er habe immer wenig Zeit gehabt. „Sehen Sie", trumpfte 'Vater Muller auf, „nun sollten Sie sich in Ihrem Urlaub endlich» mal die Zeit nehmen und alles Schöne mit Muße betrachten, was die Heimat bietet." / „Ab^r die Vorfreude, Herr Müller, mit der ist es doch eryeblich schlechter bestellt", beharrte der Zimmerherr. Doch Vater Müller war nicht zu schlagen. „Machen wir es wie früher und gehen wir ans Plänemachen", antwortete er gemütlich, „ich will Ihnen schon allerlei Hübsches vorschlagen." Und so geschah es. Seit einigen Tagen sitzt Vater Müller nun in den Abendstunden mit seinem Zimmerherrn über Landkarte^,. Stadtplänen und Heimatbeschrei- bungen. Der Zimmerherr notiert nur und ist nachgerade in Begeisterung geraten. „Ich hätte nie ge- Dann wies er darauf hin, daß zur gleichen Zeit । deutsche Reich und damit für die deutsche Jugend h,.. »>> täglich bringen. Auch der kleinste Pinmpf und das Jteifefreuben daheim. „Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen", meinte Der alte Matthias Claudius. Wenn aber jemand eine Reise vorhat, dann schmiedet er Pläne. Und das Pläneschmieden ist gewiß nicht nur eine wichtige, es ist vor allem auch eine genußreiche Sache. Man holte sich in früheren Zeiten zu diesem Zweck einen Berg bunter Faltblätter ins Haus und gab sich mit Hochgefühlen dem Studium hin. Da zeigten sich in lockenden Bildern die reizvollsten Reiseziele. Seebäder priesen sich an. und Gebirgsorte, Almgasthöfe und elegante Hotels. Man konnte in Pensionen wohnen oder sich selbst verpflegen, es ließen sich märchenhafte Autofahrten oder vielversprechende Rucksackwanderungen arrangieren. Ein wesentlicher Teil der Urlaubsfreude bestand bereits darin, sich mit all diesen Dingen zu beschäftigen und zu Haufe und im Bekanntenkreise immer wieder das Thema anzuschneiden. Die Reise warf im wahrsten ©inne des Wortes ihre Vorfreuden voraus. „Und eben darum macht der Urlaub doch jetzt eigentlich gar keinen rechten Spaß", sagte kürzlich Müllers Zimmerherr, als man von dieser Sache sprach. Vater Müller runzelte indessen die Stirn und zeigte sich keineswegs einverstanden. „Daß der die dem Feind vor jedem neuen Atemholen die Luft abschnürten. Schon in den ersten Wochen bestand Der Deutsche SolDat Die Probe auf die moralischen und technischen Kräfte. Vor Den Deutschen Panzern türmten sich überlegene, gewaltige Rüstungen, öffnete sich ein Raum, Der ohne Grenzen und ohne EnDe schien. Und dennoch verband sich Die Kühnheit Der deutschen Führung mit jedem einzelnen Soldaten. Der Soldat wuchs über sich selbst hinaus. Das Unmögliche wurde möglich, die kühnen Planungen wurden zur Tat! Die Regenzeit kam mit Wasser und Schlamm,' mit frühen Nachtfrösten und vereinzelten Schneefällen. Wege und Straßen wurden morastige Sümpfe, die Räder malten in grundloser Erde, Pferde versackten, Stiefel versanken und Motoren arbeiteten sich müde. Fünf lange Wochen warteten Millionen auf gutes Wetter, fünf Wochen lang zogen sich die Regen- fdmürc vom Himmel zur Erde. Nun hatten die Sowjets Zeit, ihre versprengten Kräfte zu sammeln, in überstürzter Eile neue Divisionen aus dem Osten nach Westen zu werfen und (Einberufungen älterer Jahrgänge vorzunehmen. Mit ungewöhnlicher Härte überfiel der Winter Das LcmD, und bas Kriegsgeschehen mußte sich erneut Den Naturgewalten beugen. Die Deutschen Fronten wurDen Den Gegebenheiten Des Winters angepaßt. Jetzt glaubten Die Sowjets ihre StunDe gekommen. Jetzt sah Stalin seine große Chance. Und es begann ein Kampf, Der alles menschliche Vorstellungsvermögen überschreitet und ohne Beispiel in Der Weltgeschichte eingehen wirD. Es war nicht nur Der Kampf gegen Menschen und Waffen, sondern vor allem auch gegen Schnee und Kälte. Das war etwas Neues für Den Deutschen Soldaten, der das Vorwärtsstürmen gewöhnt war. Die Front erstarrte. Stellungskrieg, wachsames Warten, tagelang, wochenlang, monatelang. Und doch gab es keine Ruhe, keine Kampfpause. Alle Menschlichkeit mißachtend, warf die sowjetische Führung ihre Massen in einen sinnlosen Kampf. Angriff und Abwehr wechselten einander ab. Immer wieder rannte der' Feind gegen Die Deutschen Stellungen, die Doch nur kümmerliche, armselige Löcher waren. Hier und Da gelangen örtliche Einbrüche, Die Den Sowjets nur zum Verhängnis wurden. Zu unzähligen TausenDen häuften sich Die frosterstarrten Leichenberge vor Den deutschen Linien. Zu Hekatomben türmtdn sich Die Opfer wahnsinniger Kämpfe. UnD wieDer zwang Die Deutsche Führung dem Gegner das Gesetz des Handelns auf, und es prägte sich das Wort von der offensiven Verteidigung. Aber so hart die Angriffe der Bolschewisten die deutschen Armeen auch zu packen versuchten, ein viel größerer und grausamerer Feind war Der Winter. Trotzdem lernten Die Soldaten, härter sein als Der Winter; Schnee und Kälte konnten sie nicht bezwingen. Das spürte man auch auf der Gegenseite, Denn wütender wurden die Angriffe, immer schonungsloser und brutaler warfen die bolschewistischen Machthaber ihre Massen nach vorn, wo sie im Abwehrfeuer der deutschen Front verbluteten. Allmählich mußte es auch der Welt zu Bewußtsein roerben, daß Stalins angebliche Chance in Wirklichkeit gar keine war, denn die Kräfte der Sowjets reichten nicht aus, die Deutsche Front ins Wanken zu bringen. Stalin wurde bezwungen und mit ihm fein größter Verbündeter, der Winter. Der deutsche Soldat hat in diesem übermenschlichen Winterringen das Gefühl der Ueberlegenheit . erneut gespürt. Der Geist, Der ihn vor einem Jahr beseelte, ist erhalten geblieben. Wir wissen er, und die Welt ahnt es, daß Die künftigen Schlachten im Osten Die Entscheidung bringen werden. Wir Soldaten sind um Den Endsieg nicht besorgt und marschieren unbeirrt, weil jeder Schritt nach Osten ein Schritt näher zur Heimat ist! Schon haben Die ersten Schlachten dieses Jahres im Osten gewaltige Erfolge gebracht. In wenigen Tagen wurden wie im vergangenen Jahr ganze Armeen zertrümmert und ihre Angriffskraft gebrochen. Sp und nicht anders haben Die deutschen Soldaten die Kämpfe dieses Jahres vorausgesehen, so und nicht anders wird auch der Ausgang dieses gewaltigen Feldzuges sein. Noch fehlt der nötige Abstand, um die Leistungen unserer Soldaten in ihrer ganzen Große würdigen zu können. Aber eines steht fest: Der deutsche Soldat hat sich geschlagen wie nie zuvor! In dieser Stunde, in der unsere Gedanken rückwärts wandern, gedenken wir auch in tiefer Dankbarkeit der Opfer dieses gewaltigen Ringens. Kein Opfer ist umsonst gebracht, weil es dazu beitrug, einem Volk im Kampf ums Dasein bas Leben zu sichern. Sie alle, bie wir in frembe Erbe betteten, starben für neues Werben. Und das macht sie unsterblich. Kämpfen können andere auch. Der deutsche Soldat aber wird zum Siegen erzogen! Seine Kraft ist ungebrochen, sein Glaube unerschüttert! Groschen! Echt scheint es auch noch, wenn es von wieder verspielt, und Schulden macht er nicht. Da- Grotjahn ist. Hat man Sic sitzenlassen mit Ihrer zu luiinen ihn auch keine Neckereien bewegen. Eine ling, Na. 2, 2:14. — 15 0 0- Me ter - Lauf: 1. Otto Klein, Na. 5, :33,9; 2. Helmut Ulrich, Bannstab, 4:34; 3. Stark Pitz, Ges. 2, 4:35. — 110 = Meter-Hürden«: 1. Werner Psann. Sp.-Gef. 1, 18,4; 2. Gert Hübner, Igst. I, 19,2; 3. Werner Philipp, Ges. 4, 19,4: — Hochsprung : 1. Adolf Menges, Na. 2, 1,7(1; 2. Gert Hübner, Igst. I, 1,59; 3. Helmut Nachtigall Mot. 1, 1,59. — Stabhochsprung: 1. Adolfs Menges, Na. 2, 2,70; 2. Reinhard Köhler, Mot. 2, 2,60. — Weitsprung: 1. Adolf Menges, Na. 2, 6,17; 2. Reinhold Opper, Fhl. 21, 5,97; 3. Werner Pfann, Sp.-Gef. 5,86. — Keulenwurf: 1. Rudolf Hainer, Igst. I, 71,20;' 2. Adolf Menges, Na. 2, .61,08; 3. Heinrich Becker, Na. 4, 60,75. — Kugelstoß : 1. Helmut Ketterer, Na. 2, 12,30; 2. Adolf Menges, Na. 2, 10,80; 3. Hans Kirstein, Mot. 1, 10,31. — Speerwurf: 1. Adolf Menges, Na. 2, 48,75, 2. Rudolf Hainer, Igst. I, 46,40 ; 3.Otto Fischer, Mot. 1, 38,45. — Hammerwurf: 1. Helmut Ketterer, Na. 2, 25,90; 2. Paul Fischer, Mar. 1, 21,70. — Diskuswurf: 1. Hans Kirstein, Mot. 1, 31; 2. Ohly, 28,80; 3. Werner Pfann, Sp.-Gef. 26,30. — Fünfkampf: 1. Adolf Menges, Na. 2, 3705 Punkte; 2. Helmut Ketterer, Igst. II, 3184 Punkte; 3. Werner Pfann, Sp.-Gef. 1, 3145 Punkte. — 4 X 10 0 - m - S t a f f e l: 1. Mtv. 46,8; 2. MHI. 1 51,8. 7)3. Klasse A. 1 0 0 - m - Lauf : Dieter Ruth, 12,8; Alfred Benner, 13,1; Karl Geisse 13,1. — 1000-m-Lauf: 1. Erwin Hofmann, SRD., 3:14,3; 2. Willi Deibel, Jungst. I, 3:14,8; 3. Horst Jünger, Fhl. 6, 3:15,6. — Weitsprung: 1. Alfred Benner 4,93; 2. Karl Geisse 4,92; 3. Dieter Ruth, Jungst. I, 4,92. — Kugelstoßen: Alfred Benner 11,05; Dieter Ruth, Jungst. I, 10,61; Kurt Nesseldreher, Fhl. 6, 9,84. — Dreikampf: Alfred Benner, Fhl. 22, 1868; Horst Jürgens, Fhl. 6, 1862; Kranz, Jungst. I, 1820. — 4 X 100 - m <- St a f f e l: 1. Jungstamm 1/116 52,6; 2. SRD./116 55,0; 3. Jungstamm 11/116 56,7. Reichssporlwetlkampf Hitler jugend. Na. 2 Heuchelheim 2913 Punkte; Na. 6 Klein-Lin-, den 2344; Gef. 4 2113. Jungvolk. Fähnlein 6 2459 Punkte; Lehrfhl. 2410; Fhl. 8/116 2251. (Schluß folgt.) Theater der Universitätsstadt Gießen. Gastspiel Lil Dagover: „Maria Eichkämper^. Die Staatsschauspielerin Lil Dagover, von sinem früheren Gastspiel und aus manchen Filmrollen in Gießen rühmlich bekannt, stattete uns mit einem kleinen Ensemble vor ausverkauftem Hause wieder einen Besuch ab. Gespielt ' wurde „Maria Cichkämper" von H. K. Isernhagen. Das Stück figuriert auf dem Zettel als „Ehe-Episode in drei Akten" und entspricht den Anforderungen, die in personeller und szenischer Hinsicht an Rundreise- Stücke gestellt zu werden pflegen, vollkommen: es ist ein umständlich und durchsichtig exponierter Dreiakter, ein nicht ungeschickt aus heftige Theaterwir- kung gerichtetes Arrangement von vier Figuren, von denen mindestens zwei überaus dankbare und ergiebige Rollen abgeben. * Die dankbarste ist natürlich, sonst wäre das Ganze Mn Gastspiel-stück, die Titelrolle Maria Eich- kämper. Maria ist Künstlerin und Frau eines Künstlers, Pianistin, die auf die eigene Karriere verzichtet hat, um ihren Mann, einen gefeierten Kammersänger, zu begleiten unb mit ihm glücklich zu sein. Am zwölften Hochzeitstage, im Hotel, nach einem stürmischen Konzerterfolge, ziehen die beiden das Fazit ihrer bisherigen Gemeinschaft: daß sie keine Kinder haben, wirft einen kleinen Schatten, und dann fängt die Frau, beunruhigt durch gewisse Andeutungen des Sekretärs, ein bißchen mit dem Feuer zu spielen an; sie findet den Gemahl mit den Jahren ein wenig bequem geworden, während sie sich kurz zuvor davon überzeugen mußte, daß der Sekretär des Herrn Kammersängers sich mit ihrer Person leidenschaftlicher beschäftigt, als einem Privatsekretär gestattet sein dürfte; und überdies hat der junge Mann einige wenig erfreuliche Andeutungen über den Meister fallen lassen. Nicht ohne Grund, denn es hat sich da eine Verehrerin im Sekretariat melden lassen, die offensichtlich etwas mehr auf dem Herzen hat als den Wunsch nach einem Autogramm. Die finsteren Ahnungen des Zuschauers bestätigen sich alsbald auf bestürzende Weise: die Verehrerin ist nicht nur die frühere Geliebte des Kammersängers, sondern auch die Mutter seines inzwischen zehn Jahre alt gewordenen Buben. Maria, der sich dieses schwerwiegende Geheimnis in mehreren schmerzhaften Dosen entschleiert, greift in der ersten Auftegung und Enttäuschung nach dem Veronal, entschließt sich dann zur Trennung, wobei ihr der Sekretär, welcher seine Stunde gekommen glaubt, mehr als beflissen zur Seite steht — aber da, als man schon nicht mehr an eine reparable Lösung zu glauben wagt, gebiert eine Aussprache der beiden Frauen den rettenden Einfall: die „andere", welche inzwischen ihrerseits die große Liebe gefunden hat, gibt den Jungen, der ihrer Verbindung mit einem kleinen Beamten nur hindernd im Wege stehen würde, seinem Vater und der „Frau seines Vaters", die ihn, beglückt und aufs neue vereint, als den ihren annehmen. — * Man sieht, die Karten in diesem Spiet sind raffiniert gemischt, und man begreift, was das an sich belanglose Stück für einen glänzenden Anlaß zu schauspielerischer Entfaltung — vor. allem in der Titelrolle — abgibt. Frau Dagover spielt sie virtuos. Sie sieht bestechend aus, reif und blühend, und führt nebenbei einen aparten Toilettenwechsel vor. Sie ist eine Salondame von hohen Graden, elegant, scharmant, kühl und überlegen, locker, nuancenreich und geschmackvoll in der Führung der Konversation. Ihr Intellekt und ihre schauspielerische Erfahrung sagen ihr natürlich auch, dqß diese Rolle hier erheblich über das Salondamenfach hinausgeht, daß sie die Liebhaberin und die reife Frau einschließt: sie gibt auch das echte, warme Gefühl jttit einer anmutigen, oft heiteren Unmittelbarkeit und wahrt da, wo das Menschliche vom Theatralischen erdrückt wird, immer die souveräne, beherrschte Haltung einer Darstellerin von ungewöhnlichem Rang. Heinz K ö n n e ck e spielt den Kammersänger, den Gatten Michael: auf eine liebenswürdige und humorvolle Art, die weniger das Komödiantische der Figur als das Jungenhafte dieser Männlichkeit sympathisch und nicht unglaubhaft hervorkehrt. Ilka Illis ist, angenehm gedämpft, die Freundin mit dem so lange gehüteten Geheimnis; Jose Held findet sich mit dem zwischen Diskretion und auf» flammender Leidenschaft hin- und hergerissenen Sekretärs taktvoll und wenig zurecht. —Herr Könnecke führte auch Regie: es klappte natürlich wunderbar» —Das volle Haus spendete stürmisch Beifall. Hans Thyriot. Schweinemarkt in Hungen. * Hungen, 22. Juni. Auf dem heutigen Schweinemarkt waren 84 Ferkel aufgetrieben. Es kosteten bis 6 Wochen alte Tiere bis 20 RM., 7 Wochen alte 20 bis 24, 8 Wochen alte 25 bis 28, 10 Wochen alte vnd darüber bis 35 RM. das Stück. Handel schleppend; es verblieb geringer Ueberftand. Deutsche Fußballmeisterschaft. Bicnna und Schalke im Endspiel. Die Würfel sind gefallen. Das Endspiel um die 3. Kriegsmeisterschaft des deutschen Fußballsports führt am Sonntag, 5. Juli, im Berliner Olympiastadion die Mannschaften von Vienna und Schalke 0 4 zusammen. Auf dem Boden der schönsten deutschen Sportanlage siegte in der Vorentscheidung Vienna knapp, aber verdient mit 3:2 (2:0) Toren über Blau-Weiß Berlin. In der Glückauf-Kampfbahn zu Gelsenkirchen war zu der gleichen Zeit der FC. Schalke 04 über die Offenbacher Kickers mit 6:0 (4:0) Toren erfolgreich. Gerätmeisterin der Turnerinnen. Irma Walther-Dumbskh. Die 7. Deutschen Gerätemeisterschaften der Turnerinnen hatten in Mannheim einen würdigen Rahmen gefunden. Siegerin und deutsche Meisterin wurde Frau Irma Walther-Dumbsky vom Mtv. 79 München mit 133,5 Punkten vor der Berlinerin Berta Rupp (130,0) und der Münchnerin Annemarie Held (128,5). Die Vorjahrsmeisterin Charlotte Walther (Leipzig) kam zusammen mit der Hamburgerin Martha Jacob auf den vierten Rang. Nach Beendigung der Pflichtübungen sah man die Berlinerin Rupp mit einem halben Punkt Vorsprung vor Inna Walther-Dumbsky in Front. Die Münchnerin hatte schon klar geführt, aber am Schwebebalken ging ihr nicht alles nach Wunsch, und sie bekam nur 15 Punkte. Bei der Titeloerteidi- Serin Charlotte Walther merkte man die mangelnde ebungsmöglichkeit der letzten Wochen. In der Kür setzte sich Irma Walther-Dumbsky, die für ihren Pferdsprung 20 Punkte bekam, gleich an die Spitze und gab sie nicht mehr ab. Von Gerät zu. Gerät wurde der Vorsprung vergrößert, und schließlich siegte sie mit 3% Punkten vor der Berlinerin Rupp. Charlotte Walther holte in der Kür mächtig auf; mit 56 Punkten wurde sie nur von der neuen Meisterin übertroffen, aber in der Gesamtwertung reichte es doch nur zum vierten Platz. Ergebnisse: Deutsche Meisterschaft im Siebenkampf (Turnerinnen): 1. und deutsche Meisterin: Irma Walther-Dumbsky (Mtv. 79 München) 133,5 Punkte (Pflicht 74, Kür 59,5), 2. Berta Rupp (Tschft. Berlin-Köpenick) 130 P. (74,5 -F. 55,5), 3. Annemarie Held (Mtv. 79 München) 128,5 P. (72,5 + 56), 4. Charlotte Walther (Tschft. Volkswohl Leipzig) und Martha Jacob (Hamburger Tbd. 1862) je 127 P. (je 71 + 56), 5. Liesel Treubel (Mtv. 79 München) 125,5 P. (72 + 53,5). Kurze ©porfnofijen. Der Frankfurter TC. 1914 siegte im Ten« nis-Mannschaftskampf über den Tennisklub Oie« ßen (Lahn) mit 6:3 Punkten. D i e Fußball-Aufstiegsspiele zur Gau klasse Hessen-Nassau beginnen am 5. Juli. In zwei Gruppen spielen fdlgende acht Stsffelrneister der 1. Klasse: Gruppe 1: LSV. Gießen, FV. Ravolzhausen, VfB. Offenbach und Spvg. Neu-Isenburg; Gruppe 2: SC. Opel Rüsselsheim, VsR. Bürstadt, Hassia Dieburg und Post Frankfurt oder Alemannia Nied. Hessen-Nassaus Boxmeister wurden in Mainz ermittelt. Sehr erfolgreich kämpften dis Mainzer Luftwaffensportler, die üidr Titel errangen. Die Gaumeister vom Fliegengewicht auswärts sind: Koch (Wiesbadener - BC.), Uff3. Dietrich (LSV. Mainz), Schöneberger (Rot-Weiß Frankfurt),- Gie. rock (Rot-Weiß Frankfurt), Rücker (Rot-Weiß Frank» furt), Wolf, Schramm und Profittlich (alle LSV. Mainz). In der Fr au e n-Ho ck e y m e isterschaft werden der Titelverteidiger Würzburger Kickers und Harvestehude Hamburg das Endspiel bestreiten. Würzburg sicherte sich am Sonntag die Teilnahme am Endkampf durch einen 4:0- (2:0) Sieg über den Meister Hessen-Nassaus, Eintracht Frankfurt. Der Berliner Hockey-Klub verteidigte feinen Titel als Deutscher Hockeymeister der Männer erfolgreich. Im Berliner Wiederholungsspiel wurde Hessen-Nassaus Meister Tv. -57 Frankfurt-Sachsenhausen mit 5:3 Toren geschlagen, nachdem die Frankfurter bei der Pause 2:0 geführt hatten. Die Ordnungspolizei Magdeburg qua- lifyierbe sich durch einen 8:3- (6:0) Sieg über den LSV. Reinecke Brieg für das Endspiel um die Deutsche Handballmeisterschaft der Männer. Eine, neue Weltbest lei st ung gab es beim nationalen Leichtathletikfest der Frankfurter Eintracht. Die Kölnerin Steinheuer warf den Speer 47,24 m weit. Der anerkannte Rekord steht auf 46,27 m und wird seit 1939 von Frl. Krüger (Deutschland) gehalten. Verduukelungszeil; 22. Juni von 22.49 bis 4.29 Uhr. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter de- Hauptschriftleiters: Ernst Blumschetn. Verantwortlich für Politik und Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für das Feuiüeton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz, Wirtschaft und Sport: Ernst Blumschein. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckcret R. Lange K. G. Berlagsletter: Dr.-Jng. Erich Hamann: Anzeigenleiter: Hane Beck. Anzeigenpreisliste Nr. 6. Am Sonntag früh ist mein lieber, unvergeßlicher Mann, unser lieber Vater, Großvater, Bruder und Onkel Ludwig Weber I. Bahnarbeiter i. R. nach einem arbeitsreichen Leben, im Alter von 73 Jahren, sanft entschlafen. In tiefer Trauer im Namen aller Angehörigen t Maria Weber, geb. Weber. Aliendorf an der Lahn, den 21. Juni 1942. Die Beerdigung findet Dienstag, den 23. Juni, 15 Uhr vomTrauerhause,Obergasse20,aus statt. 1970 D Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgänge unsres lieben, unvergeßlichen Vaters,Großvaters, Schwiegervaters u.Bruders danken wir herzlichst. Besonderen Dank dem Herrn Pfarrer Reusch, dem Herrn Oberforstmeister Nicolaus, der Gastwirte-Innung und 50er Vereinigung,, für die trostreichen Worte und allen, die dem Entschlafenen das letzte Geleit gaben. — Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Lyncker. Schiffenberg, im Juni 1942. _______ 02982 Bekanntmachung. Gemeinsame Bekanntmachung der Landräte der Landkreise Alsfeld, Büdingen, Friedberg, Gießen und Lauterbach sowie des Oberbürgermeisters der Stadt Gießen. Umtausch des Abschnitts 12 der Futtermittelscheine für Pferde in Bezugscheine. Alle Futtermittelverteiler werden aufgefordert, die in ihrem Besitz befindlichen Abschnitte 12 der Futtermittelscheine bis zum 25. 6. 1942 beim zuständigen Crnährungsamt Abt. A (nicht wie seither Abt. B) zum Umtausch in Bezugscheine vorzulegen. Auf jetzt erst vorgelegte Abschnitte aus früherer Zeit werden Bezugscheine nicht ausgestellt. Die Futtermittelverteiler haben die Bezugscheine spätestens bis zum 29. 6. 1942 ihren Großverteilern 3ur Belieferung einzureichen, die ihrerseits gehalten sind, dem Getreidewirtschaftsverband Hessen-Nassau die Bezugscheine bis zum 30.6.1942 vorzulegen. Die angeführten Termine sind unter allen Umständen einzuhalten, da verspätet eingehende Bezugscheine nicht mehr beliefert werden können. Gießen, den 19. Juni 1942. [1965D Für die Landräte der Landkreise Alsfeld, Büdingen, Friedberg, Gießen und Lauterbach sowie den Oberbürgermeister der Stadt Gießen. Ter Landrat des Landkreises Gießen. Dr. Lotz. jgJje Deutsche Arbeitsfront Kreiswaliung Wetterau Gießen, Schanzenstraße 18 Neuer Fernruf: 3961—64 1966 D in einfacher mundstückloserÄusfüfirtfhg lieferru * Wir sind genötigt,auf die rTefgfelhm^ des Ö1 Mundstücks der G ÜLD EN RING-Zigärelfte 1 bis auf weiteres zu verzichten. Statt der GÜLDENRING werden wir nunmehr unsere Marke MANENGOLD 4Pf. OVERSTOLZ 4foPf. Beide Marken ohne Mundstück und nach wie voraus reinem Orient-Tabak, Verzicht auf Zahnpaste Wenn Zahnpaste vorübergehend fehlt, so darf das nicht dazu führen, die Zahnpflege ganz aufzugeben. In solchen Fällen müssen die Zähne behelfsmäßig gereinigt werden. Das geschieht morgens* und vor allem abends durch gründlichen Gebrauch von Zahnbürste und Zahnstocher, sowie durch kräftiges Spülen mit lauwarmem Wasser. Zahnpflege ist Voraussetzung für die Gesunderhaltung des ganzen Körpers. Verlangen Sie kostenlos die Aufklärungsschrift „Gesundheit ist kein Zufall“ von derChlorodont-Fabrik Dresden N 6. Bekanntmachung. Zur Durchführung des ab 1. 7. 1942 an die Krankenkassen avzuführenden Gesamt-Sozialversicherungsbeitrages gelten als Beiträge zur Krankenversicherung ab 1.7. 1942 folgende Sätze: 1. allg. Beitragssatz — wie bisher — 6 v. H. des Grundlohns,- 2. für Versicherte, die während einer mit Arbeitsunfähigkeit verbundenen Erkrankung .Arbeitsentgelt für mehr als 14 Tage weiterbeziehen: a) bei Jnvalidenversicherungspflichtigen 54 v. H. des Grundlohnes, b) bei Angestelltenversicherungspflichtigen 4,5 v. •’ö. des Grundlohnes,- 3. für Bersicherungsberechtigte und Weiterver- sicherte (freiwillige Mitglieder) bleiben die Beiträge unverändert bestehen. li96?D Gießen, den 22. Juni 1942. Der Leiter. In Vertretung: gez. Reul, Verwaltungsinspektor. Mietgesuche Gerichtsreferendar, verh., sucht ab sof. od. später 4-Zifflm.-Woliiiiing i.Gießeno.Umg. Miete bis 100,— RM. Angeb. an W. Broß, Kiel, Tirvißstr. 140. KleineAnzeigcn im Gießener Anzeiger werben von Tausenden beachtet und gelesen. Aelk. mann für leichte Hausarbeit 2-3 Std. in der Woche gesucht. - Schrift!. Ang. unt. 02988 an 0. Gieß, Anz. Msebvevtettttnsr Am Dienstag, 23. Juni 1942, werden beliefert: Von Fa. Nordsee ... .die Nr. 11451-12355 Von Sa.Fischh. Cuxhaven Nr. 3121-3500 und die 9tr. 13001-13127 Von Fa. A.Koch Nacht, die Nr. 4821-5180 1973 D | Verkäufe | Weilet 1*4 Jahre alt, verkauft [1971D Aünch, Wetzlarer Weg, Telephon 4418. Bettstelle mit Stablmatr. für 20,- NM. zu verkaufen. (02990 Anzusehen vormitt. bis 11 Uhr. Fröbelstr. 3111. Kaufgesuche ßinfamilien- yoiis 4—6 Zimmer, Heiz, m Garten, bis 50 Mille, zu kauferr gesucht. Schr. Ang. unt. 02989 a.d.G.A. Wiese in der Gemarkung Gießen gegen Barzahlung z. kaufen oder zu pachten gesucht Schr. Ang. unt. 02992 a.d.G.A. fiorö- finöenoagea mit.Korbverdeck, weißer Kleiderschrank und Wickelkommode gut erhalten, zu kaufen gesucht. Schr. Ang. unt. 02986 a.d.G.A. Verschiedenes Suche f. meinen Wechselstrom- Emvmnger ein. Gleichstrom- Wechselrichter dring, z. kaufen. Evtl. Tausch. 1972V Angeb. an Fr. Gramer, Anz.-Annahme, Bad-Naicheim. Meine Praxis wird ab Dienstag, den 23. Juni 1942, vertretungsweise von Herrn Facharzt Dr. med. Volz ausgeübt. Sprechstunde im katholischen Schwesternhaus täglich von 10 bis 12 Uhr vorm. 17 bis 18 Uhr nachm. außer Mittwoch und Samstag. Frauenarzt Dr. Koch. 1969 V Dr.Weyl Ohrenarzt verreist bis 13. Juli Vertretung: Univ.- Ohrenklinik 1968 V Ein Film voll handfesten und echten Humors mit IVeiß 'Tetdl als Schützenkönig Hugo Schrader, Gretl Theimer Deutsche Wochenschau Heute Montag 1964 A Wiederaufführung ß.ickt5pielka.u.5 Täglich: 3.00, 5.15, 8.00 Uhr bis Mittwoch einschließlich! Jugend hat keinen Zutritt! Ihre Verlobung geben bekannt Elfriede Schlierbach Gefr. Erwin Schmidt Bieber Gießen 20. Juni 1942. ______________________ 02893/ Statt Karten. Für die Glückwünsche und Aufmerksamkeiten zu unserer Verlobung danken wir herzlich, auch im Namen der Eltern Liselotte Angermann Heinz Barth Sehwaningen Gießen (Warthegau) Henselstrafie 3 im Juni 1942 \'________________02987/ Für die uns erwiesenen Aufmerksamkeiten anläßlich der Geburt unseres ersten Kindes sagen wir hiermit unsren Dank Hans Heller u. Frau Marga, geb. Mökel Haiger(Dillkr,). 22. Juni 1942 ________________________02993/ Statt Karten. Für die zu unserer Verlobung übermittelten Glückwünsche u. Geschenke sagen wir allen unseren herzlichsten Dank Gertrud Reuter Willy Weißmüller Gießen, im Juni 1942. s__________02985/ iHiiiiiiiiiiniiiiiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiimiiiii SMoonWieno.™ nach der NaturschuhverordnunA vom 18. März 1936 (RGBl. I Seite 181) und den ergänzenden Bestimmungen, ausführlich erläutert von Professor Dr. W. Weber, o. ö. Prof, der Rechte und Referent' int Reichs» und Preußischen Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, und Prof. Dr. Walther Schoenlchen, Gebunden RM. 8,60. Bestellungen durch alle Buchhandlungen. Mo Bermüöiec Berlafl.Betitn-£Werf. iiniimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiB Ounöeamme gegen gute Vergütung sofort gesucht. [02994 Fritz Bauer, Gießen, Marb. Str. 119. Blauer »IM« entflogen. Wiederbringer erhält 102991 gute Belohnung^ Sänger Franks. Str. Ul