Mlttwoch, 22. April 1942 192. Jahrgang Nr. 93 Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Gießener r>amilienblätter Heimat imNildDieScholle Bezugsvreis: Monatlich RM.1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvrechanscbluk 2251 Drahtanschrift: „Anzeiger" Postscheck 11686 Frankt.-M. Annahme von Anzeige« für bte Mittaasnummer bis 8*'» Uhr desVormittagS Anzeigeu-Preife: Anzeigenteil 7 Rvf. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Textteil 50 Rvf. ie mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffell AbschlüsseMettgenstaffelS Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/. mehr Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Frankreichs Weg nach Europa. Von unserem EF.-Korrespondenten. Paris, im April. Der Weg von der Pariser Mutualite zur Seine ist nicht weit. Man kann ihn ausdehnen durch einen Abstecher nach dem Quartier Latin. Man kommt auf alle Fälle bald zur Seine-Insel, die von der Kirche Notre-Dame beherrscht wird. Die Mutualite ist ein moderner Bau, der vorwiegend gewerkschaftlichen Veranstaltungen und Vergnügungen der kleinen Leute gewidmet ist. Zur Zeit finden dort Boxkämpfe statt. Wir haben aus einem anderen Grund dort geweilt, denn wir wollten Marcel D e a t sprechen hören, der in dem Versammlungssaal der Mutualite den Standpunkt des Rassemblement National Populaire (der Volksnationalen Sammelbeweguna) zur gegenwärtigen politischen Lage auseinandersetzte. Es will schon etwas heißen, wenn 1500 Menschen an diesem herrlichen Frühlingssonntag, den auch in dem Häusermeer der Großstadt die Ahnung eines scholligen Geruchs und eines fernen BlüteUhauchs durchweht, den Weg zu einer politischen Versammlung gefunden haben. Jetzt auf dem Rückweg zur Seine wird uns das noch mehr bewußt. Notre- Dame mit seiner grauen Steinmasse hebt sich scharf ab von der strahlenden, makellosen Bläue des Himmels: wir nähern uns der Kathedrale von hinten: sie gibt jenseits des Seine-Arms den Blick frei auf die Tiefenwirkungen ihrer Architektur und vermittelt ein anderes Bild, als man es von der Betrachtung ihrer Turmfront her meist in der Erinnerung hat. Sie ist wie eingesponnen in einen Zauber zarten, knospenden Grüns, blühender Bäume, und das Grün setzt sich zur Seine herab fort in dem Efeu, das die helleuchtende, vertikale Ufermauer umrankt. Wir werden uns einmal mehr bewußt, daß wir uns im Herzen Frankreichs befinden. Die Eindrücke, die wir aus der Versammlung mit nacb Hause bringen, haben uns bestärkt in dem Gefühl, daß Frankreichs Rolle in Europa, Funktion von so viel kriegerischem Geschehen in der ganzen Welt, in Paris bestimmt wird. In der Versammlung in der Mutualite ist die Forderung wieder einmal gestellt worden, daß Frankreich seinen „W e g n a ch Europa" finden müsse. Eine geistige Auseinandersetzung, die nicht erst seit diesem Krieg datiert, treibt ihrem Höhepunkt entgegen.- Hinter allem, was jetzt gedacht und gesprochen wird, steht der Schatten des großen Krieges. ZuminKest in dem- Kreis, vor dem Deat gesprochen hat, ist ledes Wort, das er über die schicksalschwere Bedeutung des jetzt bevorstehenden Waffengangs Deutschlands und seiner Verbündeten im Osten gesprochen hat, mit ehrlichem Beifall ausgenommen worden, und dasselbe gilt auch für die Massenversammlungen, die der gegenwärtig in .Frankreich weilende Führer der Volkspartei, Jacques D o r i o t, Leutnant in der Französischen ^Legion gegen den Bolschewismus, abhält. Der Name von Pierre Laval ist mit derselben Leidenschaft begrüßt worden, mit der die Erwähnung von Charles M a u r r a s auf Ablehnung stieß. Die Zeiten der „Action Fran^aise", die vierzig Jahre lang die Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich vergiften konnte, dürften nunmehr ihrem Ende entgegengehen. , Und bei diesem Gang vom linken Seine-Ufer über die Insel der Eite, das Herz von Frankreich, ro;rb uns bewußt, in wie konzentrierter Form Paris die Zeugen der geschichtlichen Entwicklung Frankreichs beherbergt. Das „Cafe de Flore" am Boulevard St. Germain, wo einst die „Action Franvaise", Trägerin des stursten Nationalismus, begründet wurde, mag eine knappe Viertelstunde entfernt sein. Die Bewegung fristet heute im unbesetzten Gebiet noch ein kärgliches Dasein. Fern von Paris, ist sie damit schon zum Untergang verurteilt. An den Justizpalast schließt sich an der Seine der Flügel der Conciergerie mit den spitzen Türmen an, wo einst Marie Antoinette gefangen gehallen wurde, bevor sie hingerichtet wurde. Das Volk von Paris hat viele Opfer gefordert, wenn es Rechenschaft verlangte für die Folgen der verfehlten Poli- tik, die seine Regierungen getrieben hatten. An d^r rückwärtigen Front des Rathauses, wieder an der Seine, auf dem jenseitigen Ufer, erhebt sich das stolze Reiterstandbild von Etienne Marcel „prevost des marchands de Paris", der im 14. Jahrhundert jahrzehntelang den Königen von Frankreich Trotz geboten hatte. * Heute fragt sich das Volk von Paris, wie es die Niederlage überwinden wird, die es den romantischen Spielereien und den von seinen früheren Regierungen falsch verstandenen Tradittonen verdankt. Auch wenn der Entschluß dazu in letzter Stunde noch rechtzeitig gefaßt werden sollte, wird noch viel Arbeit auf dem Weg nach Europa notwendig sein. Auf der Seine, deren Wasser im Reflex des Himmels blau aufleuchtet, keucht ein gedrungener Schlepper stromaufwärts. Die Last der fünf Lastkäbne, die er an den Stahltrossen ziehen muß, ist fast zu groß, und seine Flanken erzittern unter der gewaltigen Anstrengung. Eine Rundfunkansprache Lavals Berlin, 21. April. (DNB.) Laval hielt am Montagabend über den französischen Rundfunk eine Ansprache. Er führte darin aus, daß nach seinem Scheiden von dem Posten als Ministerpräsident im Jahre 1936 drei Jahre genügt hätten, um Unverständnis, Parteileidenschaft und den Verrat gewisser Elemente über Frankreich triumphieren zu lassen. Ein letztes Verbrechen sei dann die Kriegserklärung gewesen. Dann sei die Niederlage gekommen mit dem Elend und ihren Ruinen. Jetzt sei er erneut vom Marschall beauftragt, die Geschicke Frankreichs zp lenken, während Flottenadmiral Darlan im Namen des Marschalls die militärischen Streitkräfte befehligen werde. Laval sprach dann von den Schwierigkeiten des Ausbaues und den notwendigen Einschränkungen, die sich das französische Volk auferlegen müsse. Im neuen Europa werde sich überall der Sozialismus einrichten unter Berücksichtigung des Charakters der nationalen Wünsche eines jeden Volkes. In der neuen Ordnung werde der Arbeiter geschützt, geehrt und ausgezeichnet werden. Ebenso würden sich die geistigen und moralischen Werte darin entwickeln können. Das verletzte Frankreich leide in seiner Katastrophe an einer Krise des Elends und insbesondere an einer moralischen Krise. Nur in Diszivlin und Ordnung könne es die Freiheit wiederfinden. Laval ging dann auf die deutsch-französischen Beziehungen ein, seit seinem Eintritt in das öffenlliche Leben sei er immer für die Annäherung Frankreichs an Deutschland eingetreten. Eine Verständigung der beiden Völker wäre eine ausschließlich französische Politik gewesen, um Frankreich von jenen ausländischen Einflüssen zu befreien, die in der Geschichte oft zur Geltung gelangt seien und heute noch gelangten, um erneut den Frieden in Frage zu stellen. Dieses Gefühl habe chn beseelt, als er 1940 Gespräche angebahnt habe, die den Marschall und ihn nach Montoire»führten, wo sie einen Sieger gefunden hätten, der Frankreich in einem neuen Europa einen seiner Vergangenheit würdigen Platz angeboten habe. Die gigantischen Kämpfe, die Deutschland gegen den Bolschewismus führe, hätten nicht nur den Krieg aus- Berlin, 21.April. (DNB.) DerFührer erläßt zum Dritten kriegshilfswerk für das Deutsche Rote kreuz den nachfolgenden Aufruf: Deutsches Volk! Ein Winter schwerster Kämpfe und Härte st er Bela st ungen liegt hinter uns. Der deutsche Soldat hat in ihm eine PrüfuKgszeit bestanden, die olle von ihm bisher in diesem Kriege gebrachten Opfer weit übertrifft, llebermenschliche Anforderungen körperlicher und seelischer Art mußten an ihn gestellt werden. Er hat sie in einer Opfer- bereitschaft erfüllt, der gegenüber die von der Heimat ertragenen Lasten und Entbehrungen, so schwer sie im einzelnen auch gewesen sein mögen, vollkommen verblassen. In der Zeit der schwersten Belastungsproben dieses Winters haben Millionen deutsche Soldaten an ihre Heimat gedacht, um für sie, ihre Frauen und Kinder, für das Dasein und die Zukunft unseres Volkes einen barbarischen Feind zu bekämpfen, dessen Sieg das Ende von allem gewesen wäre. Die Heimat weiß dies geweitet, sie hätten auch seinen ganzen Sinn enthüllt. „Glaubt chr", so sagte Laval, ,/daß die Sowjets, wenn sie Sieger wären, an unseren Grenzen Haltmachen würden? Würdet ihr es dulden, daß sie uns mit der Zustimmung Englands ein Regime auferlegten, daß die Mechanisierung des Arbeiters und die Ausrottung der Elite mit sich bringen würde?" Frankreich müsse sich entweder in einem neuen und befriedet en Europa eingliedern, das morgen aus der großen Völkerschlacht hervorgehen werde, die sich vor unseren Augen abrollt, oder die Franzosen müßten sich bereitfinden, die Zivilisation verschwinden zu sehen. Wegen dieser Auffassung, so sagteLaval, sei er von England bekämpft worden. Heule werde keine Drohung ihn daran hindern, die Verständigung und Versöhnung mit Deutschland fortzusetzen. Die englisch-nordamerikanischen Lügenmeldungen seien gemacht, um die Wahrheit zu verschleiern. Sie hätten viel Unglück gebracht, denn sie hätten zu viele Franzosen von der Erkenntnis der Wirklichkeit abgehalten. Seine Gedanken richteten sich insbesondere auf diejenigen, die Angriffe des ehemaligen Alliierten erlitten hätten, der sich um so mehr in das französische Gebiet verbiß, als er sich unfähig zeigte, seine eigenen Gebiete zu verteidigen. Nachdem er Frankreich in den Krieg gestürzt habe, nachdem er ihn im Kampf aufgegeben habe, habe er versucht, die französische Flotte zu zerstören, habe er die französischen Matrosen hingemordet und die Bevölkerung ausgehungert. Heute kehrten seine Flugzeuge an den Himmel Frankreichs zurück, den sie im Augenblick der Gefahr verlassen hatten. auch. Sie hat begriffen, wie sehr ihr Schicksal ausschließlich in den Händen der deutschen Soldaten liegt. Was die Front für unser Volk opfert, kann von der Heimat wohl nie vergolten werden. Sie soll aber wenigstens einen kleinen Teil ihrer Dankesschuld abtragen, indem sie nach besten Kräften mithilft, die Wunden zu heilen, die der Krieg unseren Soldaten zufügt. Zum dritten Wale rufe ich daher das deutsche Volk zum Sriegshilfswerk für das Deutsche Rote Kreuz auf. Die Erfüllung dieser Pflicht der Front gegenüber soll einen bescheidenen Ausdruck des Dankes der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft an unsere Soldaten dar- stellen. Als ihr Führer und Oberster Befehlshaber erwarte ich daher, daß sich jeder Deutsche m e h r n o ch als bisher des Heldentums der Front bewußt wird und versucht, durch seine Opfer unseren tapfersten Wännern zu danken. Führerhauptquartier, 22. April 1942. Adolf Hitler. Krieg und Klima in Hinterindien. Von Kriedrich Otte, vormals Professor an der Reichsuniversität Peking. Wenn die Japaner gegen Malaya Mitte Dezember losschlugen, so hat das seine guten Gründe. Die trockene und gesunde und im Norden Hinterindiens überdies kühle Jahreszeit erreicht ihren Höhepunkt in den Monaten Januar und Februar. Zwar gilt das für ganz Südasien, ist aber iir Thailand, Birma und Annam von besonderer Wichtigkeit. Im April wird es dort in den Tälern bereits warm, bleibt aber noch trocken bis meist Mitte, gelegentlich auch Ende Mai. Die trockene Hitze läßt sich ertragen, die feuchte zermürbt. Mit der feuchten Hitze beginnt die gefährliche Iah- reszeit, gefährlich besonders für Europäer und für die Hochlandchinesen aus Pünnan und Szechwan. Die Jnfektenwelt regt sich, und bösartige Sumpf- ieber zersetzen das Blut. Die Japaner werden vor. zeugen, ihre Aerzte sind geschult. Niederländisch- Indien liefert ihnen heute fein Chinin. Die Tschung, kingtruppen werden sich kaum schützen können in den Schluchten und Tälern. In der Nähe der Meeresküste, in Rangun und Shonan (Singapur) ist das Klinra weiterhin erträglich, besonders für die an feuchtes und heißes Seeklima gewohnten Japaner. Man kennt die tätliche Wirkung des hinterindi- fchen Talklimas aus der Geschichte. Unter der Man- golendynastie scheiterten 1283 und 1287 die Versuche Kunblai Khans, sich Annams zu bemächtigen oder Birmas im Jahre 1282. Die sonst in ganz Asien siegreichen Mongolen erlagen vor dem Klima. Auch die Versuche des Mingkaisers jungte (1403—1424) mißglückten. In der Mandschu^eit (1644—1911) erkannten Birma und Annam die chinesische Oberhoheit zwar an, entsandten auch Tributgesandte, aber das Verhältnis war ein sehr lockeres. Thailand (Siam) blieb als eine Art Halbkolonie bestehen, auch nachdem im Jahre 1885 Frankreich von Tang, fing und 1886 England von Birma Besitz ergriffen hatten. Damit begann die eigenüiche Kolonial, zeit für Hinterindien. Die Ironie des Schicksals will es, daß die Tfchung- kingtruppen heute für die Engländer gegen Japaner und Birmesen in Birma selbst kämpfen. Diese Hoch- laNdchinesen werden aber unter dem Klima im Sommer furchtbar zu leiden haben, wenn sie in den birmesisch-chinefischen Randgebieten im Innern bleiben. Als die Franzosen in Friedenszeiten beim Bau der Haiphong—Mnnan-Bahn ab 1904 Nordchinesen als Arbeiter in dem schwierigen Namtitale in Mnnan einsetzten, starben diese wie die Fliegen dahin. Daran wäre der Bahnbau fast mit gescheitert. Man weiß aus jüngster Zeit, daß der Bau der Autosttaße von Lashio in Birma nach dem Hochland in Dünnem ungezählte Menschenopfer gekostet hat, Kulis können aber eher ersetzt werden als geschulte Truppen. Von der Seeseite her, wo die Japaner sitzen, sind die zerrissenen Talgebiete leichter zu beherrschen und abzuriegeln als von der Landseite her. Die Pläne der Japaner sind besser geglückt, als man hätte annehmen können; der Feldzug in Hinterindien hat bei geringsten Opfern zu gewaltigen Erfolgen ge* führt. .Handeln ist leicht, denken ist schwer", lautete der bekannteste Ausspruch des 1925 verstorbenen „Vaters der chinesischen Revolution", Sunyatsen. Die Japaner haben richtig gedacht und deshalb auch richtig gehandelt. Sie scheinen wahrhaftig alles in Rechnung gestellt zu haben: Kriegsbedarf, Ort und Zeit der ersten Kriegshandlungen und selbst da, Klima und die Jahreszeit. Am Geburtstag des Bührers. Reichsmarschall G ö r i n g als Gratulant beim Führer, hinter ihnen Reichsorganisationsleiter Dr. Ley und ^-Gruppenführer Schaub. (Presse-Hoffmann. sSch.j) 11* 'M Weitere Glückwünsche des Auslandes. Berlin, 21. April. (DNB.) Außer Glückwunsch- telegrammen des Königs von Italien und des Duce sind weitere telegraphische Geburtstagsglückwünsche eingegangen vom Staatspräsidenten Dr. Hacha, dem König von Rumänien und Marschall Antonescu, dem König der Bulgaren, dem König von Dänemark, dem Reichsoerweser des Königreiches Ungarn und dem ungarischen Ministerpräsidenten, dem Staatschef Kroatiens und dem Marschall Kvatemik, dem Präsidenten von Finnland, dem Präsidenten der slowakischen Republik, dem spanischen Staats- chef, dem Präsidenten von Portugal, dem französischen Staatschef Pätain, dem Fürsten von Liechten- stein, dem Kaiser von Mandschukuo, dem Präsidenten der chinesischen Nationalregierung, dem früheren König Ferdinand von Bulgarien, dem Kronprinzen von Italien, dem italienischen Minister des Auswärtigen, Graf Ciano, dem japanischen Kriegs- Das Rote Kreuz und unsere Soldaten sind eins. In Deutschland gibt es wohl niemanden, der nicht dankerfüllten Herzens der Taten und Opfer unserer Soldaten besonders in dem Kampf gegen die Sowjets gedenkt. Wir stehen im dritten Kriegsjahr, aber unser Leben läuft, trotz mancher Beschränkungen, im Grunde doch ohne größere Erschütterungen weiter. Wir haben einen langen und harten Winter hinter uns, gewiß: aber unter welchen fast nicht ausdenkbaren Beschwerden und Leiden haben unsere Soldaten im Osten in sibirischer Kälte und zum großen Teil in mehr als primitiven Unterkünften diese harten Wintermonate durchhalten, ja durchkämpfen müssen. Sie haben das alles als eine Selbstverständlichkeit hingenommen, weil sie es für ihre Pflicht hielten. Wir wissen aber auch, wie jeder einzelne Soldat dankbaren Herzens der Heimat gedachte, wenn sie durch die Tat die Zusammengehörigkeit mit der kämpfenden Front bewies. Wir brauchen nur an die Wintersachensammlung zu denken, die bei unseren Soldaten Freude und Stolz ausgelöst hat. Wir sollen uns aber immer der Front innerlich verbunden fühlen, nicht nur dann, wenn gelegentlich zu einer Sammlung aufgerufen wird. Unsere besondere Fürsorge, nein, unsere ganze Liebe soll unseren Verwundeten, unseren Kranken in Feldgrau gehören. Sie und das Rote Kreuz, das ihnen hilft, wenn sie verwundet oder krank aus der Frontlinie ausscheiden, sind eins. Es ist daher nur der selbstverständliche Ausfluß unseres Dankes, wenn wir dem Rufe des Führers folgen und auch im dritten Kriegshilfswerk dem Roten Kreuz geben, was wir können. Unsere Soldaten geben ihr Größtes und schützen mit ihrem Blut uns alle, und wir sollten zurückstehen und ihnen die Hilfe verweigern wollen, auf die sie einen unverrückbaren Anspruch haben? Wir sollten ihren Helfern, dem Roten Kreuz, nicht das geben, was es braucht, um die Lazarette mit Betten, mit Aerzten und Hilfspersonal und allem Notwendigen zu versorgen? Es ist nicht genug, im Geiste barmherzig und wohlwollend zu fein, man muß auch durch die Tat beweisen, daß man wohltut. Aus diesem Gefühl heraus ist das Kriegshilfswerk für das Rote Kreuz geboren worden. Wer für das Rote Kreuz opfert, erfüllt nur eine selbstverständliche Pflicht den Frontkämpfern gegenüber. Gibt es wohl etwas Schöneres für ein Volk, als wenn es feinen Soldaten, feinen Verwundeten das Schönste und Beste bietet, was ihnen zur Verfügung steht. Nach diesem bitteren Winter mit den schweren Kämpfen sollen sie in der Heimat toonne finden, Sonne, die ihre Wunden heilt und ihre Herzen wieder erwärmt. Das ist der Sinn des Aufrufs unseres Führers zum 3. Kriegshilfswerk für das Deutsche Rote Kreuz. Wenn wir dann in Stadt und Land, in unseren Hellbädern und Kurorten den von ihren Wunden genesenden deutschen Soldaten begegnen, dann muß uns selbst das Herz aufgehen, wenn mir aus den Augen lesen können, daß sie das Opfer der Heimat verstanden haben. Zum dritten Male ruft der Führer zum Kriegs- hilfswerk für das Rote Kreuz auf. Das Rote Kreuz ist ein Begriff geworfen, der über die Schrecken des Kampfes und der Verwundungen und Zerstörungen des Krieges den Mantel selbslloser Liebe und Hingabe legt. Die Männer und Frauen des 'Roten Kreuzes pflegen in Opfermut und ohne äußeren Lohn. Getrieben nur von dem Milleid für die Leidenden, die Verwundeten und die Opfer des Krieges, gießen sie unablässig den milden Balsam der Barmherzigkeit in das Weh des Lebens und wollen da- durä) allen Kämpfern der Front die Gewißheit geben, daß ihrer eine liebevolle Aufnahme und Pflege roartet, wenn ihnen der Kampf Wunden geschlagen hat. Was die Armee der Barmherzigkeit, die unter dem Zeichen des Roten Kreuzes gegen die Schäden des Krieges marschiert und sie überwinden hilft, für jeden einzelnen tut, ist ein unbezahlbarer Dienst am gesamten deutschen Volk.. Wo deutsche Soldaten kämpfen, vom Polarkreis bis in Afrikas Wüstensand, von den wellen Flächen des Ostens bis zum Atlantik, da sind auch unmittelbar hinter der Front die Leute mit dem Roten Kreuz. Sie sind für unsere Frontsoldaten da und bringen ihnen die Liebe und das Mitempfinden der Heimat sinnfällig zum Ausdruck. Als die ersten Mitglieder des Roten Kreuzes in der Schlacht bei Solferino 1859 erschienen, um die Verwundeten zu pflegen, stellte das ein Neues dar. Bis dahin waren die Opfer der Kriege, abgesehen von sehr vereinzelter privater Fürsorge, dem Räderwerk der Kriegsmaschinerie überlassen. Die Zustände in den Lazaretten und Siechenhäusern aller Nationen spotteten jeder Beschreibung. Die Männer, die im Kamp fielen, waren zumeist nur ein Bruchteil der Soldaten, die als Verwundete oder Kranke in den Der* pefteten Lazaretten sterben mußten. Als das Rote Kreuz das Banner der Menschenliebe aufpflanzte und sich des Freundes und Feindes unterschiedslos annahm, war der Sieg der Barmherzigkeit entschieden, und so sehr setzte sich dieses Liebeswerk durch, daß Krieasverbrechen gegen das Rote Kreuz in der ganzen Welt Zorn und Abscheu erweckten. Das Rote Kreuz ist heilig, und nicht nur jeder Frontsoldat, sondern jeder Angehörige der Nationen, die auf Ritterlichkeit sehen, hält es in Ehren. Des deutschen Volkes Dank an seine Soldaten. Oer Führer rüst zum dritten Kriegshilfswerk für das Deutsche Rote Kreuz auf. Minister General Tojo, dem Chef des japanischen Generalstabes, General Suyiama u. a. Der Führer hat seinen Dank für ihre guten Wünsche telegraphisch ausgesprochen. Ein Lazarettzug für die Ostfront. Am Geburtstage des Führers übergab Staatspräsident Dr. Hacha dem stellvertretenden Reichsprotektor ^-Obergruppenführer Heydrich auf dem Prager Hauptbahnhof einen vollständig eingerichteten Lazarettzug für die deutsche Wehrmacht als G e - burtstagsgeschenk der Bevölkerung von Böhmen und Mähren. Der Zug bestehl aus 28 Waggons modernster Bauart, in denen 280 Verwundete Aufnahme finden können. Der besonders sorgfältig gefederte Operationswagen enthält Glaskästen mit den chirurgischen Instrumenten, Operationstische und Desinfektionsapparate. Der Zug wird in den nächsten Tagen an die Ostfront abrollen. Lustfeldpostoienst für die Ostfront. In nächster Zeit werden eilige Nachrichten zwischen Heimat und Ostfront durch den Luftfeldpostdienst befördert. Zugelassen sind gewöhnliche Postkarten und Briefe bis zum Höchstgewicht von 10 Gramm, die in der rechten oberen Ecke mit einer Luftfeldpostmarke zu versehen fink Die Luft- feldpostsenüungen sind an die gewohnte Feldpostanschrift zu richten und müssen den farbig unterstrichenen Vermerk „Luftfeldpost" sowie ein rotes Kreuz quer über die Anschriftseite tragen. Die Luft- felÄpostmarken werben der Heimat durch ihre Angehörigen an der Front zugeschickt, sie sind nicht durch die Post erhälllich. Durch überschwemmtes Gelände zum Angriffsziel Berlin, 21. April. (DNB.) Im Nordabschnitt der Ostfront wurden deutsche Angriffe durch überschwemmtes und von hochangeschwollenen Bächen durchzogenes Gelände fortgesetzt. Die nun schon seit etwa vier Wochen andauernden Kämpfe begannen bei starker Kälte in knietiefem Schnee und wurden fortaesetzt in einem Kampfgelände, wo das Schmelzwasser die Schützenlöcher anfüllte, und bei Temperaturen, die die am Tag völlig durchnäßten Uniformen im Nachtfrost am Körper gefrieren ließen. Infanterie drang durch bru st hohes Wasser zu ihrem Angriffsziel vor, drang durch eine stark ausaedaute feindliche Stellung hindurch, schlug die Boljchewisten aus einem Waldstück heraus und warf den sich zäh verteidigenden Feind noch weiter zurück. Dann hielten die deutschen Truppen die neu gewonnenen Stellungen gegen alle Gegenangriffe, die mit starker Artillerie und Panzerunterstützung oorgetragen wurden. Fünf Panzer wurden abge- schossen. Im mittleren Abschnitt der Ostfront waren zwei schwer angeschlagene bolschewistische Panzer zwischen den Stellungen liegen geblieben, ein durch Flammenwerfer verstärkter deutscher Stoßtrupp verließ kurz nach Mitternacht den vorgeschobenen deutschen Stützpunkt und arbeitete sich im Kampsgelände über ein aufgeweichtes, abgeerntetes Kohlfeld vor. Es half nichts, daß sich die Soldaten die Stiefelschäfte mit Zeltbahnen umwickelt hatten. In einer Talsenke waren die Granattrichter von Schlamm und Wasser gefüllt. BiszumHalseimWasser verharrten die Soldaten unbeweglich im eiskalten Schlamm. Sie halfen sich bann gegenseitig aus den Schlammlöchern heraus und brachen vor. Während die Besatzung des einen Panzers von dem Flammenwerfer in Schach gehalten wurde, griff der Stoßtrupp Turm und Gleisketten des zweiten Panzers mit Sprengladungen an. Eine Sprengladung riß den Panzer so weit auf, daß eine weitere Ladung hineingesteckt werden konnte, die den Panzer mitsamt seiner Besatzung zerriß. Bei dem ersten von Flammenwerfern bekämpften Panzer hatten Schmieröl und Kraftstoff Feuer gefangen. Als die Besatzung die Turmluke öffnete, um zu fliehen, wurde sie durch Handgranaten erledigt. Oer Wehrmachtbericht. DNB. Aus dem Aührerhauptquartier, 21. April. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: 3m mittleren Abschnitt der O st front wurde eine eingeschlossene schwächere Kräftegruppe des Gegners vernichtet. Bei eigenen Angriffs- und Stoßtruppunternehmen im nördlich en Front- a b s ch n i 11 wurden mehrere Ortschaften genommen, feindliche Kampfanlagen zerstört und zahlreiche Waffen erbeutet Sturzkampfflieger zerstörten in kühnen Angriffen eine Anzahl von Brücken, die für den feindlichen Nachschub von Bedeutung waren. Die Wiener 4 4. Infanteriedivision hat in wochenlangen schweren Kämpfen überlegene feindliche Kräfte erfolgreich abgewehrt und den Sowjets hohe Verluste an Menschen und Material zugefügt. In Nordafrika wurde ein Vorstoß britischer Aufklärungskräfte im Gebiet von Ain-el-Gazala durch Artilleriefeuer zum Stehen gebracht. Starke Kampf- und Jagdfliegerverbäuds setzten die rollenden Angriffe auf militärische Anlagen und Flugplätze der Insel Malta mit vernichtender Wirkung fort. Im Seegebiet um Malta und in Nordafrika schossen deutsche Jäger sechs britische Flugzeuge ab und zerstörten fünf weitere am Boden. Leichte deutsche Kampfflugzeuge griffen am gestrigen Tage Lisenbahnanlagen an der englischen Südküste mit Bomben und Bordwaffen an. Ein einzelnes britisches Flugzeug, das in der letzten Nacht einen Störflug in das Reichsgebiet unternahm, wurde in Süddeutschland zum Absturz gebracht. Hauptmann I h l e f e l d errang gestern an der Ostfront seinen 89. bis 95., Oberleutnant Geiß- Hardt der gleichen Jagdstaffel seinen 52. bis 56. Lustsieg. Vas Ritterkreuz. Berlin, 21. April. (DNB.) Der Führer verlieh das Rtterkreuz des Eisernen Kreuzes an Major Hoffmann, Bataillonskommandeur in einem Infanterie-Regiment, und Rittmeister Mahnken, Kommandeur einer Aufklärungsabteilung. Major Hoffmann hat wesentlichen Anteil an der Einkesselung und Vernichtung einer starken Gruppe des Feindes an der Wolchowfront. Es gelang ihm trotz hohen Schnees und erbitterter Abwehr ein Wegekreuz zu besetzen, einen Anmarschweg zu sperren, und dadurch die Voraussetzung für die Einkesselung des Gegners zu schaffen. Rittm. Mahnken kämpfte mit seiner Aufklärungsabteilung, völlig auf sich allein gestellt, sieben Wock-en lang in einem Raum von 60 Quadratkilometer mit dem Auftrag, in der offenen Flanke eines Armeekorps aufzurlären und zu sichern. Er verstand es, weit überlegene Kräfte des Gegners auf sich zu ziehen und zu binden. Ein Lusttransportführer erhielt das Ritterkreuz. Berlin, 21. April. (DNB.) Der Führer verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Oberst Morzik, Kommodore und Lufttransportführer. Er hat bereits im Polenfeldzug Nachschubflüge für die kämpfende Truppe und Truppentransporte erfolgreich durchgeführt. An der Besetzung Dänemarks und der Eroberung Norwegens war Oberst Morzik maßgebend beteiligt. Das reibungslose Gelingen des Unternehmens auf Rotterdam ist durch den planmäßigen Ablauf der ersten entschei- denden Stunden in der Hauptsache sein Verdienst gewesen. Bei Durchführung der Nachschubaufgaben in Belgien und Frankreich hat er sich in erheblich gefährdeten Räumen und auf weit vorgeschobenen Plätzen ausgezeichnet. Stets leitete er persönlich den Einsatz der Truppen an den verschiedensten Fronten, sei es in Afrika, Italien, Griechenland oder der Sowjetunion. Kleine politische Nachrichten. NSG. Auf Einladung von Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger sprach der Staatssekretär im Reichsfinanzministerium, Reinhardt, vor dem Führerkorps der Partei sowie vor Vertretern des Staates, der Wehrmacht und der rhein-mainischen Wirtschaft über die Finanzkraft des Reiches im Kriege. Der Sender Belgrad, der durch feine täglichen Sendungen des Jungen Wachtpostens sowie das Lied von „Lilli Marlen" große Beliebtheit erworben hat, konnte nach einem Jahr erfolgreicher Tätigkeit dem Führer zum Geburtstag als Geschenk eine halbe Million Reichsmark einsenden, mit der Bitte, diesen Betrag nach eigenem Ermessen für die Soldaten an der Front und ihre Angehörigen verwenden zu wollen. Premierminister E u r t i n gab bekannt, daß d e r australische Zerstörer „Vampir e" in der Bucht von Bengalen verlorenging. Der Zerstörer, Erbitterte Kämpfe in Burma. Tokio, 21. April. (Eurckpapreß.) Ueber die Kämpfe der japanischen Truppen in Nordburma bewahrt die japanische Heeresleitung nach wie vor Stillschweigen, um der feindlichen Führung keine Informationen zu geben. Es erscheinen jedoch in den japanischen Tageszeitungen Berichte, die keinen Zweifel lassen, daß die Kämpfe erbittert sind. So schildert „Asahi" ein Gefecht einer nördlich von Rangun vorstoßenden japanischen Abteilung, die sich plötzlich einem übermächtigen Feinde gegenübersah, welcher etwa 150 Kampfwagen einsetzte. Die Japaner legten, nachdem sie den Ansturm des Feindes zurückgejchlagen hatten, einen Hinterhalt. „Wir bemerkten am nächsten Morgen früh", so heißt es in dem Bericht, „wie der Feind, geführt von einer starken Spitze von Tanks, sich näherte. Wir warteten, bis die Tanks auf 50 Meter herangekornmen waren und griffen sie dann mit benzingefüllten Flaschen an. Die Schlacht, in der der Feind sich mit der Wildheit eines gestellten Raubtieres verteidigte, dauerte den ganzen Tag und die Nacht an, bis die japanische Abteilung den Feind völlig aufgerieben hatte." Eine andere Episode schildert „Nichi Nichi". Die langsam zurückweichenden Tschungking-Truppen hatten ihre letzte Stellung in einer von einer starken Mauer umgebenen burmanischen Stadt eingenommen. Es gelang aber, eine Bresche zu schlagen. Das Gelände vor der Mauer wurde von einem feind- lischen Maschinengewehr bestrichen. Es wurden freiwillige Sturmabteilungen gebildet, die den letzten Ansprung über freies Feld machen sollten. Dank der Unaufmerksamkeit des Feindes gelang es, eine Sprengung vorzunehmen, doch war die Bresche nicht groß genug. Es galt also, angesichts des nun aufmerksam gewordenen Gegners nochmals Sprengstoff in die Bresche zu bringen. Kaum war ein zweiter Trupp vorgesprungen, als das feindliche Feuer in dichten Garben die Männer niederriß. Trotzdem erhob sich der Gefreite Ueda, blutüber» strömt, noch einmal und schleuderte seine Sprengstoffladungen in die Bresche. Er brach zusammen und über ihn fiel ein Trümmerregen der gesprengten Mauer. Ehe noch der Rauch sich verzogen hatte, waren die japanischen Truppen in die Stadt em gedrungen. Tschungkings Gorge um den Nachschub. Bangkok, 21. April. (Europapreß.) Die Sperrung der Burma-Straße durch die Japaner hat Tschungking bereits in kurzer Zeit in eine so schwierige Lage gebracht, daß es verzweifelt nach einem Ausweg aus dieser höchst bedenklichen Situation sucht. Tschungking versucht dabei auf Methoden zurückzugreifen, die vor Hunderten von Jahren im Verkehrsleben Jnnerasiens angewandt wurden. Man beabsichtigt, über das ganze Land ein Netz von Karawanen st raßen zu ziehen. Mit Fuhrwerken und Karren aller Art, die von liergefpannen gezogen werden, will man versuchen, den für Tschungking lebensnotwendigen Nachschub aufrechtzuerhalten. Wie problematisch allerdings dieser Versuch ist, geht daraus hervor, daß die Tagesstrecke eines solchen Fahrzeuges nur 20 Kilometer beträgt. Schließlich will man auch Kamele für diesen Nachschub einsetzen und Karawanen aus Kulis zusammenstellen. Größte Sorge macht den Behörden von Tschungking jedoch Unterkunft und Verpflegung für Menschen und Tiere. Unter diesen Umständen erscheint es mehr als fraglich, inwieweit Tschungking mit derartig mittelalterlichen Methoden in der Lage ist, den Anforderungen eines modernen Krieges gerecht zu werden. der im Geleitdienft eingesetzt war, hatte 1090 t. Er war mit vier 10,2-cm-Geschützen und sechs Torpedorohren bestückt. Die Besatzung bestand aus 134 Mann. * Stafford Cripps, der auf dem Flug nach London sich am Montag in Lissabon aufhielt, wurde zufammen mit dem englischen Botschafter in Lissabon, Ronald Campbell, vom portugiesischen Ministerpräsidenten S a l a z a r zu einer Unterredung empfangen. Cripps setzte seine Reise noch am gleichen Abend fort. Am Dienstag traf er in London ein. Oie Londoner Beratungen. L i f s a b o n, 21. April. (Europapreß.) Der USA.- Generalftabschef General Marshall äußerte sich Pressevertretern gegenüber nach seiner Besprechung mit Roosevelt höchst vorsichtig und zurückhaltend über seine Londoner Besprechungen. Die in London erzielten Resultate seien „befriedigend". Roosevelts Agent Harry Hopkins erklärte der Presse, ein sehr großes Maß von Frachtraum sei erforderlich, um die Sowjets, China und Australien mit dem versprochenen Material zu beliefern. Es fei unbedingt notwendig, alle verfügbaren Schiffe so gut wie nur irgend möglich zu verwenden. Weiter sagte er: „Unsere Feinde dürfen nicht unterschätzt werden: wir müssen alles anwenden, was wir besitzen. Der Erste Seelord der britischen Admiralität, Admiral Sir Dudley Pound, traf zusammen mit mit General Marshall in Washington ein. Sir Dudley Pound nahm seinerzeit an dem Atlantiktreffen zwischen Roosevelt und Churchill im Jahre 1941 reit. Es ist noch nicht bekannt, wie lange er sich in den Vereinigten Staaten aufhalten wird. Oie japanischen Siedler in Brasilien. Tokio, 21. April. (DNB.) Der frühere Geschäftsführer der japanisch-brasilianischen Gesellschaft Motanao O n o erklärte zu den Meldungen, wonach die brasilianische Regierung alle Privilegien der japanischen Farmer im Amazonas- gebiet für ungültig erklären will, daß das Ama» zonasgebiet bis zur Ankunft der japanischen Siedler völlig unerschlossen war. Im Kamps gegen die Malaria und die Tücken des Dschungels hätten 3000 japanische Siedler nur durch die Arbeit ihrer Hände die Wildnis in ein fruchtbares, für den Anbau von Reis, Gummibäumen 'unb Baumwolle geeignetes Land verwcmdelt. Die von der Amazonas-Jndustrie- Gesellschaft, einer japanischen Gründung, gezüchtete Jute habe dazu beigetragen, die riesigen Summen zu vermindern, die Brasilien für die Einfuhr dieser Faser aus Indien zur Herstellung von Kaffeesäcken ausgeben mußte. Motonao erklärte, falls die brasilianische Regierung wider alle Vernunft sich zum Vorgehen gegen diese Siedler entschlösse, denen dankbar zu sein sie alle Ursache habe, stehe außer allem Zweifel, daß Japan eine solche Handlungsweise als unfreundlichen Akt ansehen und daraus seine notwendigen Folgerungen ziehen würde. Kunst und Wissenschaft., Paul Hartmann Präsident der Reichslheaterkammer. Der Präsident der Reichstheaterkammer, Ludwig Körner, wurde auf seinen Wunsch von feinem Amte und den damit in Zusammenhang stehenden Aufträgen entbunden, da er sich nach vierjähriger Tätigkeit als Präsident der Reichstheaterkammer wieder der praktischen Arbeit des Theaters widmen will. Der Präsident der Reichskulturkammer, Reichs- Minister Dr. Goebbels, hat den Staatsschauspieler Paul Hartmann zum Präsidenten der Neichstheaterkammer ernannt. ♦ Paul H a r t m a n n, am 8. Januar 1889 in Fürth geboren, kam 1914 über Zürich ans Deutsche Theater in Berlin, war von 1926-dis 1934 Mitglied des Wiener Burgtheaters und gehört seit 1934 dem Staatlichen ^chauspielhause in Berlin an. Hartmann, ein Darsteller von hohem künstlerischen Ernst, nobler männlicher Haltung und ungewöhnlicher Sprach- und Spielkultur, ist einer der vornehmsten Repräsentanten des klassischen Helden- und Charakterfaches. Sein Repertoire wäre durch Rollen wie den Ferdinand („Kabale und Liebe"), den Prinzen von Homburg, den Egmont und den Büchner- fchen Danton zu charakterisieren, doch hat man chn auch in modernen Stücken Hervorragendes leisten sehen. In der Provinz wurde Hartmann durch feine Filmrollen („logget"; „Bismarck"; „Ich klage an") bekannt; berühmt wurde in letzter Zeit die Berliner „Faust"-Jnfzenierung mit Hartmann in der Titelrolle und Gründgens als Mephisto. — Ausbau der Universität Straßburg. Der Dozent Dr. med. habil. Otto Buffe in Heidelberg ist zum außerordentlichen Professor in der Medizmischen Fakultät der Universität Straßburg unter Uebertragung des Lehrstuhls für Geburtshilfe und Frauenheilkunde ernannt worden. Ferner erhielt der Dozent Dr. Dieter P l e i m e s in Berlin unter Ernennung zum außerordentlichen Professor in der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Straßburg den Lehrstuhl für Deutsche Rechtsgeschichte. Außerdem wurde dem Dozenten Dr. Edgar Knapp unter Ernennung zum ordentlichen Professor in der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Straßburg der Lehrstuhl für Genetik übertragen. Warnung aus Stendal Roman von A. Lothar Philipp 11. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Die Kantine war um diese Zeit nicht sehr besucht, weil die meisten Artisten noch mit ihren Auftritten beschäftigt waren. Willis suchte sich einen Tisch in der Ecke, von dem aus er die ganze Kantine und auch den Eingang überblicken konnte, nahm sich dann die Abendzeitung vorn Haken und las, während Welt die Linsen bestellte. „Welt!" sagte Willis plötzlich, „Lanos wird wegen Mordes gesucht. Hier — lies mal —" er reichte ihm die Zeitung hin. Es war eine amtliche Meldung der Kriminalpolizei, welche Lanos nicht mit klaren Worten des Mordes beschuldigte, aber doch durchblicken ließ, daß sich Lanos durch sein plötzliches Verschwinden sehr verdächtig gemacht habe und daher gesucht werde. Meldungen wurden an die Mordkommission erbeten. „Lanos!" rief Welt, als er wieder aufblickte, „das hätte ich niemals aedacht. Also deshalb tarn er nicht zu uns an jenem Abend —" „Wieso? War es denn der gleiche Abend, als wir uns mit ihm bestellten", fragte Willis, dann griff er noch einmal zur Zeitung und warf einen Blick hinein. „Natürlich, am 28. August." „Nun, wer mit der Kasse durchbrennt und seine Kameraden im Stich läßt, der mag wohl auch einen Menschen ums Leben bringen", meinte jetzt Welt, „ich bedauere es nur, daß er einmal mit uns zusammen genannt wurde. Ich denke, wir müssen uns seiner schämen." Willis schien erregt zu fein. Er paffte an feiner Zigarette, machte alle Augenblicke die Asche ob, und feine Blicke irrten unruhig durch den Raum. „Seit er damals verschwunden ist, wissen wir nichts mehr von ihm", sagte er dann leise, mehr zu sich selbst, ,-und das ist das Auffällige an ihm. Er war ein guter Artist, wie konnte er so spurlos verschwinden? Ich habe mich verschiedentUch bei der Fachschaft nach ihm erkundigt, aber konnte niemals etwas von ihm erfahren." „Er ist eben ein Lump und Verbrecher geworden, das ist es. Und derlei Leute verstehen es, sich zu verbergen." Willis sah jetzt den kleinen Petersen hereinkommen. Er schien sehr aufgeregt zu sein und suchte nach allen Seiten, bis er ihnen zuwinkte und sich eilends durch die Tische drängte. „Eine große Neuigkeit", rief er, „die Sonne ist aufgegangen. Ratet mal, was." „Wir haben es schon gelesen, Kleiner", sagte Welt, „was sagst du dazu?" „Was? Stand es in der Zeitung? So wichtig ist sie schon für alle Welt, daß die Zeitungen davon schreiben, wenn sie nach Berlin kommt. Wie wichtig ist sie dann erst für uns?" „Was meinst du denn?" fragte Willis, „Welt spricht von der Sache mit Lanos —" „Sache mit Lanos? Was ist denn da los?" Petersen machte große Augen und blickte Willis fragend an. „Ich dachte, du meinst das. Lanos wird wegen Mordes gesucht. Und der Mord wurde gerade an dem Abend begangen, als wir vergeblich auf dem Imperial-Dachgarten auf Ihn warteten." Petersen riß Welt die Zeitung weg. „Donnerwetter", rief er, nachdem er gelesen hatte, „Donnerwetter. Nun ja, es paßt zu diesem Zigeuner. Erst brennt er mit der Kasse durch und dann mordet er. Mich wundert nichts mehr." Jetzt war es wieder der Kapitän, der sich entschloß, die Dinge so darzustellen, wie sie wirklich waren. Er konnte es nicht leiden, wenn einem anderen in seiner Abwesenheit unrecht getan wurde. Petersen hatte ihn deswegen schon oft ausgelacht. ,/Jm Grunde", sagte er jetzt, „haben wir Lanos manches zu verdanken. Er war es, der uns hoch brachte, er hatte zuerst die Idee von dem musikalischen Auftritt, der beim Aufziehen des Vorhanges beginnt und bei den drei Verbeugungen endet. Wir verdanken ihm eine Reihe guter Engagements." Damals, kurz bevor er uns verließ, hat er sich oft mit mir ausgesprochen. Er bat mich mehrmals, ihn aus dem Vertrage zu entlassen. Er fühlte sich, wie er sagte, beengt, er hatte keine Lebenslust mehr, irgend etwas war in ihm, was ihn weitertrieb. Aber ich lehnte es stets ab, weil ich genau wußte, daß er uns fehlen würde. Nun, da ist er eben ohne meine Einwilligung losgegangen. Und daß er die Kasse mitnahm — nun, es war nicht schön, aber im Grunde konnte ich es ihm nicht verdenken. Er besaß keinen Pfennig Geld, wie er mir oft sagte, weil er sich für uns. verausgabt hatte. Er hatte noch Forderungen an uns, die höher waren, als der Inhalt der Kaffe —" „Und warum hat er die Norodna mitgenommen?" warf Petersen ein, „er hätte sie hier lassen können." „Er brachte die Norodna zu uns, weil sie feine Schülerin war. Wir wissen nicht, ob er sie nun mitgenommen hat oder ob sie ihm freiwillig folgte. Ich denke manchmal, sie war seine Geliebte —" „(Beliebte? Gestatte, daß ich höhnisch lächle", sagte Petersen, „dann war sie sehr vielseitig, denn ich hatte auch etwas mit ihr." „Das will nichts besagen, Kleiner", brummte Welt, „denn mit welcher Frau hast du nichts?" „Lächerlich. Ich möchte wissen, was dich bewegt, ihn zu entschuldigen, Willis", fuhr Petersen fort, „was wir damals waren, verdanken wir uns und nicht Lanos —" „Rede keinen Unsinn, Steppke", brummte wieder Welt — und er wußte, daß der Ausdruck Steppke den kleinen Petersen wütend machen konnte, „wo wären wir damals gelandet, wenn wir Lanos nicht gehabt hätten. Er war ein Künstler, und das ist ein wenig mehr als bloß ein Artist." Willis war erstaunt, in dem großen Welt ein solch feines Abftufungsoermögen zu bemerken. Er jah zu Petersen hinüber, der an seiner Unterlippe kaute und offenbar eine Gelegenheit suchte, den Großen zu ärgern. „Dabei entsinne ich mich, daß die Norodna an jenem Abend auf dem Dachgarten eine recht sonderbare Bemerkung über Lanos machte", begann Willis wieder, „sie sagte — vielleicht könnt ihr euch noch daran erinnern — als wir ihr zu verstehen gaben, daß mir auf Lanos warteten: laßt euch die Zeit nicht lang werden —" ,Lg", rief Welt, „das fiel mir auch auf. Vielleicht wußte sie schon, daß er nicht kommen werde? Dann müßte sie doch mit ihm zusammengetroffen fein —" „Natürlich", Petersen hatte jetzt seine Pointe gefunden, „sie kam gerade von dem Morde, du Hornvieh. So nannte sie dich übrigens immer, Welt, wenn ich mit ihr allein war und sie mir von deinen vergeblichen Bemühungen, ihr zu gefallen, erzählte." Der Kapitän bemerkte, wie Welt einen roten Kops bekam. „Reg dich nicht auf, Welt", beruhigte er ihn, „da ist bald mal wieder eine Tracht Prügel fällig." Jetzt lachte Petersen laut auf. „Bei der Tracht Prügel fällt mir gerade ein, was ich euch sagen wollte, als ich hereinkam. Wißt ihr, wer hier ist?" „Hier? Wo?" „Hier, im Eispalast." „Elisabeth?" fragte Welt ganz harmlos. Willis lachte jetzt auch. „Es kann niemand anders sein." „Edith sagte es mir. Am zehnten ist Jubiläumsvorstellung, da soll Elisabeth in einer Sondernummer auftreten, um dann für Oktober ein Engagement zu erhalten —" „Ja, hat sie denn jetzt kein Engagement? fragte Willis und verbarg eine leichte Unruhe, indem er sich eine Zigarre umständlich anfteefte. „Nein, sie pausiert noch in diesem Monat. Sie hat eine Villa im Salzkammergut —* (Fortsetzung folgt) Aus der Stadt Gießen. Liebe zum Garten. Zwischen dem Häuseroiereck ist der Boden in zahlreiche kleine Gärten aufgeteilt. Blickt man aus den Fenstern der Mietwohnungen hinab, dann kann man im Sommer die Pracht der Blumen und die Ueppigkeit der Küchenkräuter bewundern, während in den Wintermonaten das Geäst der Bäume und Sträucher an den ständigen Szenenwechsel im großen Schauspiel der Natur erinnert. Zu jeder Zeit gewähren die Gärten einen trostoollen Anblick im steinernen Häusermeer, und jetzt im Frühling ist es ganz und gar erfreulich, auf das geheimnisvolle Werden dort unten zu schauen. Es ist eine stille Liebe, die die Gärten wachrufen. Nicht nur bei denen, die sie bewirtschaften, auch bei den Alitieren Bewohnern des Blocks senkt sich das Samenkorn der Zuneigung in die Herzen. Die alte Beziehung zur Mutter Erde, die uns im Blute steckt, kann sich nicht verleugnen. Sie ist plötzlich wieder spürbar, wenn nach den eintönigen Wochen des Winters der Boden nach der ordnenden menschlichen Hand ruft, sie feiert Triumphe, wenn in den kommenden Wochen der Blütenflor auf Blatt und Strauch liegt. Deshalb wird auch fast andächtig Anteil genommen, wenn jetzt der Nachbar in den Abendstunden mit Spaten und Harke sein Werk vollbringt, wenn er sät und auspflanzt und immer wieder bedachtsam die Beete ebnet und die Wege säubert. Der Nachbar weiß um die Anerkennung, und er trachtet mit Fleiß danach, seinen kleinen Garten wieder zu einem Schmuckstück werden zu lassen. „Es ist ja nicht viel, die paar Quadratmeter", pflegt er gewöhnlich zu sagen, „aber man hat doch seine Freude daran." Und weil alle, die dort unten die „paar Quadratmeter" bestellen dürfen, ihre Freude daran haben, hebt insgeheim ein Wetteifern an, damit die Leistung auch sichtbar werde. So wird ein Gartenstreifen um den anderen mit größter Hingabe gepflegt, was wiederum bei denen, die nur aus der Fenstersicht daran teilnehmen, wärmere Sympathien zu dem bestellten Boden weckt. Beginnt aber erst das volle Sprießen und lockt die Sonne die Blumen hervor, dann erobert sich die Liebe zum Garten ausnahmslos die Herzen aller Anwohner. In den Gärten aber hört den ganzen Sommer über die Regsamkeit nicht auf, und der Boden dankt immer wieder mit neuer Fruchtbarkeit dafür, daß ihm auch innerhalb der Stadtmczuem soviel Liebe entgegengebracht wird. Sch. Sprechstunde des Kreisleiters. Die Sprechstunde des Kreisleiters findet am Donnerstag, 23.4. 42, nachmittags von 15 bis 17 Uhr, in Gießen, Lonyftraße 18, statt Amt für Agrarpolitik. Die Sprechstunde des Amtes für Agrarpolitik findet am Donnerstag, 23. 4. 42, nachmittags von 15 bis 17 Uhr, in Gießen, Lonyftraße 18, statt. Neue Jagdzeiten. Der Reichsjägermeister hat durch Verordnung für das gesamte Reichsgebiet eine gewisse Ausdehnung der Schußzeiten bestimmt. Danach darf die Jagd nunmehr ausgeübt werden auf: Gamswilti vom 1. August bis 15. Dezember, Auerhähne vom 1. April bis 31. Mal, Virk- und Rackeihahne vom 16. April bis 15. Juni. Im Jagdjahr 1942/43 darf die Jagd ausgeübt werden auf Rebhühner vom 1. Septemver 'bis 15. Oktober, Fasanenhennen vom 1. November bis 15. Januar, soweit nicht für einzelne Gebiete die Jagd darauf gänzlich verboten ist. Dorverlegt wird der Beginn der Jagdzeit für nichtführendes weibliches Rot- und Damwild, mit Ausnahme der Kälber, sowie für Rot- und Damspießer au'f den 16. Juli, ebenso für Ringeltauben; verlängert wird die Jagdzeit 1942/43 für Drosseln bis 31. Januar, ebenso für Erpel. Lichtspielhaus: „Verlassen". Dem verschollenen Kostüm der Gestalten dieses Films —- er spielt in der Zeit, als der Uebergang vom Segelschiff zum Dampfschiff eine technische Revolution in Seefahrt und Ueberseehandel einleitete — entspricht die verschollene Fabel, welche den Roman einer jungen, unschuldig verdächtigten und edelmütig sich opfernden Frau erzählt: anfangs auf eine umständlich ausholende Art, zuletzt mit kräftigen Spannungsreizen. Dadurch, daß der Anschlag auf ein zur Ausreise bereitliegendes Schiff und eine drohende Keffelexplofion in letzter Minute vereitelt werden, und daß ferner durch ein Geständnis auf dem Totenbett die Unschuld der bis zuletzt schweigenden Heldin offenbar wird, sind die Voraussetzungen für einen befriedigenden Ausgang geschaffen. Unter der Spielleitung von Mario Mat- toli wirken in den Hauptrollen Corinna Luch a i r. e, Maria Denis, Giorgio Rigato, Camillo P i l o t to , Enrico G l o r i und Osvaldo V a - lenkt. Deutsche Fassung: Lüdtke und Dr. R o h n- stei n; die Synchronisierung ist befriedigend. Ein Gewinn des Films sind die überwiegend sehr schönen, klaren und malerischen Aufnahmen, die wie große, bewegte Bilder aus der Frühzeit der Photographie wirken. (Deutsch-italienische Produktion im Verleih der Difu.) Hans Thyriot. 75 Jahre Zigarrenfabrik Nattmann. Am Samstag versammeUe der Betriebsführer, Julius Nattmann seine Gefolgfchaft und Gäste, um mit ihnen das 75jährige Bestehen der Firma zu begehen. Er zeichnete in einer Ansprache den Weg der Firma seit der Gründung am 1. April 1867 auf. Der Großvater Julius Nattmann als Gründer entwickelte das Unternehmen aus den kleinsten Anfängen zu einer beachtlichen Größe. Als er 1916 starb, sah er die Firma in guten Händen seines Sohnes Julius Nattmann, der seit dem 1. April 1901 Inhaber war. Als er 1918 starb, übernahm der langjährige Mitarbeiter Heinrich Rau die Weiterführung des Betriebs für die unmündigen Kinder. 1922 wurde die Firma in eine G. m. b. H. umgewandelt und Herr Rau zum Geschäftsführer bestellt. Dieser hat in unverbrüchlicher Treue 48 Jahre lang sein Bestes dem Unternehmen gegeben und in der Zeit des allgemeinen Niedergangs vor 1933 mit zäher (Energie um den Bestand der Firma gekämpft. 1936 übernahm der heutige Betriebsführer Julius Wilh.elm Nattmann das Unternehmen als Alleininhaber. Der Sieg des Nativnal- sozialismus brachte auch der Firma eine starke Aufwärtsentwicklung. Nach dem Kriege soll mit verstärkter Kraft an den weiteren Ausbau der Firma gegangen werden. Kreisleiter Backhaus überbrachte der Firma die Glückwünsche der Partei und betonte, daß ihm das eine besondere Freude sei, da der Betrtebsführer -alter Parteigenosse und in der Firma die erste NSBO.-Zelle entstanden ist. Er wies dann auf unsere hohen Pflichten, insbesondere im Kriege, hin und wünschte einen weiteren Aufstieg der Firma. Beigeordneter Nicolaus gab den besten Wünschen des Oberbürgermeisters Ausdruck und hob her- vor, daß die Stadtverwaltung mit besonderer Freude solche alten Firmen in ihren Mauern sehe. Herr Krause als Vertreter der Jntiustrie- und Handelskammer wünschte dem Unternehmen für alle Zukunft Glück. Betriebsobmann Huber überreichte ein Geschenk der Gefolgschaft mit Worten über die Vergangenheit und besten Wünschen für die Zukunft. Dann sah man bald fröhliche Gesichter bei allen Anwesenden, und es wurde noch manche Stunde in kameradschaftlicher Verbundenheit zusammenge- blieben. Vorsicht beim Genuß der Lorchel. Der Genuß der Lorchel, Frühlingslorchel (Helvella oder Gryomitra Esculenta), die fälschlich meist als Morchel bezeichnet wird, verursacht fast alljährlich im Frühjahr zahlreiche, in einzelnen Fällen sogar tödliche Erkrankungen. Um die schädliche Wirkung dieses Pilzes zu vermeiden, ist es erforderlich, die zerkleinerten Pilze mit einer reichlichen Menge Wasser zum Kochen zu bringen, mindestens fünf Minuten kochend zu halten, das Kochwasser weg- zuschütten und die Pilze auf einem Sieb abtropfen zu lassen. Einfaches Abwaschen ist nutzlos, and) Ab- brühen schützt nicht vor Erkrankungen. Größere Mengen als ein Pfund zubereiteter frischer Lorcheln sollen von einer Person bei einer Mahlzeit nicht genossen werden. Auch ist zu vermeiden, eine zweite Lorchel-Mahlzeit kurz nach der ersten einzunehmen. Daher kaufe und bereite man nur so viele Lorcheln zu wie zu einer Mahlzeit erforderlich sind, damit kein Rest bleibt, der zum nochmaligen Genuß von Lorcheln am gleichen oder folgenden Tage verleitet. Einen etwa gesammelten Ueberschuß trockne man scharf, um ihn gelegentlich zum Würzen von Speisen zu verwenden. Getrocknete Lorcheln, wie sie auch im Handel erhältlich sind, haben ihre Giftigkeit verloren und bedürfen keiner besonderen Behandlung. Gießener Gchlachtviehmarkt. Auf dem gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtvieh-Verteilungsmarkt) in der Viehversteigerungshalle Rhein-Main kosteten: Bullen 33 bis 43,5 Rpf., Kühe 20 bis 43,5, Färsen 35,5 bis 49,5, Kälber 35 bis 57, Schafe 12 bis 49 je % kg Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise erzielt: Klasse a (150 kg unti mehr) 1,25 RM., bl (135 bis 149,5 kg) 1,25, b2 (120 bis 134,5 kg) 1,25, c (100 bis 119,5 kg) 1,23, d (80 bis 99,5 kg) 1,15, e—f (unter 80 kg) 1,11, gl (fette Specksauen) 1,25, i (Altschneider) 1,25, g2 (andere Sauen) 1,15, h (Eber) 1,15 RM. Marktverlauf: alles zugeteilt. Gießener Dochenmarktpreise. * Gießen, 22. April. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, Vz kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 8 bis 9, Kartoffeln, 5 kg 45, Zwiebeln, % kg 20, Meerrettich 50, Apfelsinen 51, Zitronen, das Stück 8, Lauch 5 bis 10, Feldsalat, Vio 15 Rpf. ** 82 Jahre alt. Am morgigen Donnerstag, 23.April, vollendet Frau Anna Biedenkopf, geb. Fritz, Tcmnenwea 3 wohnhaft, in bester körperlicher und geistiger Frische ihr 82. Lebensjahr. Die Jubilarin nimmt an den Ereignissen unserer großen Zeit noch regen Anteil. Auch wir bringen der alten Dame unsere herzlichen Wünsche zu ihrem morgigen Geburtstage und für einen schönen Lebensabend dar. ** Reichssportabzeichen. Der Landrat des Landkreises Gießen als Behörde der staatlichen Sportaufsicht weist heute in einer Bekanntmachung darauf hin, daß am Samstag, 25. April, nachmittags 15.30 Uhr, in Lollar ein 25-km-Gepäckmarsch stattfindet. Näheres siehe Anzeige. Amtsgericht Gießen. Ein Mann aus Lang-Göns hatte im Jahre 1941 unbefugt Uniform getragen und mar damit in Lang- Göns und in anderen Orten herumspaziert. Dafür erhielt er durch Strafbefehl drei Monate Gefängnis zuoiktiert. Gegen diesen Strafbefehl legte er Einspruch bei dem Amtsgericht Gießen ein, wo er jedoch fein Glück hatte. Der Angeklagte wurde zu drei Monaten Gefängnis verurtellt. Strafkammer Gießen. Bei der Bahn waren im August vorigen Jahres aus einer zur Beförderung aufgegebenen 10-Liter- Flasche Schnaps drei Liter verschwunden. Ein Mann aus Gießen, der die fehlenden drei Liter teils getrunken und teils verschüttet haben sollte, war vom Amtsgericht Gießen Ende Januar wegen Mundraubs zu vier Wochen Haft verurteilt worden. Gegen dieses Urteil legte er Berufung bei der Strafkammer Gießen ein mit dem Ergebnis, daß das Urteil des Amtsgerichts Gießen aufgehoben und der Angeklagte mangels ausreichenden Beweises freigesprochen wurde. Fußball. Cuffroaffenfporfoerein — Universität. Am heutigen Mittwochabend treffen sich diese Mannschaften zu einem Freundschaftsspiel auf dem 1900-Platz. Damit wird die Reihe der Abendspiele fortgesetzt, die im vergangenen Jahr bereits regen Zuspruch fanden. Die Universität trägt nach langer Zeit ihr erstes Spiel aus, so daß an einem sicheren Sieg des neuen Meisters nicht zu zweifeln ist. Spielleiter ist Kreisfachwart Neuweiler. Keine Mathematik! Sondern einfach die Feststellung, daß der bekannte Schnellverband HANSAPLAST I dreierlei in sich vereint: Verbandmull, Antiseptikum und Pflaster. Und dies ist der Erfolg: schnell, sauber, billig und materialsparend. Hauptschriftteiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bei HaupychrifUeilers: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und ®Uber: Dr. Fr. SB. Lange; für das Feuilleton: Dr. Hans Dhnrtot; für Stadt Gießen, Provinz SBirtidiaft und Sport: Ernst Blumichein Druck und Verlag: Brühlfche Universtiälsdruckerc: R. Longe K.H. Berlagsletter: Dr.°Ing. Erich Hamann: Anzeigenleiter: Hans Beck. Anzeigenpreisliste Nr. 6. GLORifil 1 PQLflST Giessen] Heute Mittwoch Erstaufführung! Werner Kraufe Zwischen Himmel und Erde mit Gisela Uhlen Wolfg. Lukschy Martin Urtel Paul Henkels Spielleitung: Dr. Harald Braun Ein menschliches Drama, das mit den Mitteln des Films zu einem spannenden und eindrucksvollen Werk gestaltet wurde. Jleueste 'Wocfienscfiau Tägl 2.30, 4.45, 7.30. — Sonnt. 2.00, 4.30, 7.30 Jugend hat keinen Zutritt! __0003 A Ein eigenes Haus jetzt planmäßig vorbereifen I Sichern euch Sie sich eine günstige Gesamtfinanzierung (Bau oder Kauf). Wir bieten Ihnen 3 % Zinsen bis zur Zuteilung, dazu Steuervergünstigung. Unkündbare Tilgungsdarlehen mit bequemer Rückzahlung und Lebensversicherungsschutz. Bel 25 bis 30% Eigenkapital In geeigneten Fällen (Kauf und Umschuldung) sofortige Zwischenfinanzierung möglich. 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Kraft durch Freude, Gießen, Seltersweg 60, Fernsprecher 2141. 1340D 1335 D TANZUNTERRICHT Unser diesjähriger SOMMERKURSUS beginnt Mittwoch, den 29. April, 20 Uhr Gefl. Anmeldungen erbeten. TANZSCHULE BAULKE Wolf Straße 31 Ruf: 3835 Vereine Alkers- kmerMask 1890-1940 1891-1941 SemeiiiWe 3UsW«kllllsl Samstag, 25. 4. 20% Ubr im ,Kühlen Grund" Vortrag Dr. Hans Rollos Zahlr. Erschein, erbeten. 1342D Die Kam.-Ftthrer. f ist notwendig, wird aber oft nicfyt gut vertra sollte man das Gemüse zusammen mit „ gen. In solchen Fallen Kufeke" geben. Der Stuhl bleibt dann geregelt. Donnerstag, den 23. April 1942,19VaUhr in der Universitäts-Aula KONZERT auf zwei Klavieren Marietta Krutisch - Gertrud Dapper Karten zu 2.50, 2.—, 1.50 RM. bei Challier 01722 Ihre Verlobung geben bekannt Irmgard Werner Josef Möfimer Gebirgsjäger Gießen z. Z. Innsbruck Neuenweg 52 Genes.-Komp. April 1942 _____________01863/ 6Ut. 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Georgenhammer bei Grünberg (Hessen), Gießen, Laubach, Berlin, 21. April 1942. Die Beerdigung findet statt Freitag, nachmittag 15 Uhr, vom Trauerhause aus. Beileidsbesuche dankend verbeten. 1349 D Mittwoch, den 22. April 15 bis 17.15 Uhr: Der kleine Däumling Ostermärchen von Karl Heinz Voigt. Preise von 0.30 bis 1.60 RM. Mietvorstellung fällt aus! I293t> KKWWWW heute nötiger denn je! Hochzeit mit Glückwünschen und Geschenken uns bedachten, danken wir Heinrich Malkemus u.Frau Dammstraße 43 Gießen, im April 1942. 01867/ IMW (Halbtagsmädchen) für Haushaltm.zwei Kindern gesucht. FrauDr.Schäfer Aulweg 82. l«1828 Aelt., durchaus erfahr, u. zuverl. WMWll z. selbst. Führung eines Beamtenhaushaltes zum 1. Juni gesucht. Schr. Ang. unt. 1301O a.d.G.A. ÄLäimet mit Badbenutz. zum 1. Mai von Dauermieter gesucht. [ oi869 Angebote an Michei-Depreytere Bahnbofstr. 68. MeineAnzeigen m Gießener Anzeiger werden von Tauenden beachtet und aeleien. [Stellenangebote] Bürohilfe (Schreibmasch.u. 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Die Hauptoereinigung der Deutschen Viehwirtschaft hat daher mit meiner Genehmigung im § 25 der Anordnung Nr. 1/42 betr. Schlachtoiehmarktordnung für das Jahr 1942 vom 19.12.1941 — RNVB1. S. 495 — über den Ein- und Verkauf von Schlachtschweinen folgendes bestimmt: ,§ 25. (1) Schweine mit einem höheren Lebendgewicht als 60 kg gelten als Schlachtschweine. Ausgenommen sind nur die Schweine, die ausschließlich zur Zucht verwendet werden. (2) Der Einkauf von Schlachtschweinen außerhalb der Schlachtviehmärkte und Vertellungsstellen ist nur gestattet, wenn der Käufer a) im Besitz eines Schlußscheinbuches oder b) im Besitz einer schriftlichen Genehmigung der für ihn zuständigen Kreisbauernschaft ist. Der Verkäufer ist verpflichtet, sich vor dem Verkauf den Schlußschein oder den Genehmigungsbescheid vorlegen zu lassen und hat diesen beim Verkauf zu unterschreiben. (3) Als Futter- und Nutzschweine dürfen also nur Schweine mit einem Lebendgewicht bis 60 kg ver- und gekauft werden/ Zur Durchführung dieser Bestimmung weise ich auf folgendes hin: I. Als Schlachtschweine — auch im Sinne der Preisvorschriften — sind alle Schweine mit einem höheren Lebendgewicht als 60 kg anzusehen. Ausgenommen davon sind nur solche Schweine, die als Zuchtschweine gelten. Futter- und Nutzschweine sind Schweine mit einem Lebendgewicht bis zu 60. kg. Zuchtschweine im Sinne dieser Vorschriften sind nur Eber und Sauen, die in einem Herdbuch eingetragen sind oder die nachweislich von eingetragenen Herdbuchtieren stammen und als solche gekennzeichnet sind. II. Der Einkauf von Schlachtschweinen ist nur dem gestattet, der a) im Besitz eines Schlußscheinbuches ist, also grundsätzlich den Viehhändlern und den Schlächtern oder b) eine schriftliche Genehmigung der für ihn zuständigen Kreisbauernschaft oder eine gleichwertige Bescheinigung erhalten hat. Ein Muster für die Einkaufsgenehmigung ist nachstehend abgedruckt. Die Einkaussgenehmigung oder der Schlußschein ist sowohl vom Käufer wie auch vom Verkäufer oder deren Beauftragten eigenhändig zu unterschreiben. Dies gilt auch für den Einkauf von Schweinen über 60 kg Lebendgewicht auf den Zucht- und Nutzviehmärkten, soweit es sich nicht um Zuchtschweine im Sinne dieser Bestimmungen handelt. Im übrigen, ist der Ein- und Verkauf von Schweinen unter 60 kg Lebendgewicht (Futter- und Nutzschweinen) sowie von Zuchtschweinen ohne besondere Genehmigung zulässig. Sofern zum Handel mit Vieh zugelassene Betriebe den Verkauf von Schlachtschweinen lediglich vermitteln, ist weder die Vorlage eines Schlußscheines noch einer Einkaufsgenehmigung der Kreisbauernschaft notwendig. Auch der Verkauf von Schlachtschweinen von Viehhandelsbetrieb zu Viehhandelsbetrieb außerhalb der Schlachtviehmärkte und Verteilungsstellen ist nach wie vor weder schlußscheinpflichtig noch an eine besondere Einkaufsgenehmigung gebunden. III. Für den Erwerb von Schlack)tschweinen durch Selbstversorger und die Abgabe von Schlachtschweinen an Selbstversorger zum Zwecke der Hausschlachtung gllt folgendes: a) bei landwirtschaftlichen Selbstversorgern (Gruppe A), die gemäß den Bestimmungen meines Runderlasses vom 28. 8.1941 — II B 6 — 5200 — Ab- schnitt III, Gruppe A, Abs. 3 — aus zwingenden, von der Abt. A des Ernährungsamtes (Kreisbauernschaft) bescheinigten Gründen eine Hausschlachtungsgenehmigung erhalten, ohne das Tier die vorgeschriebene Zeit selbst gehalten und gemästet zu haben, wird die Genehmigung der Kreisbauernschaft zum. Einkauf von Schlachtschweinen durch die von der Kartenausgabestelle oder dem Ernährungsamt Abt. B erteilte Hausschlachtungsgenehmigung ersetzt. In diesem Fall ist die Hausschlachtungsgenehmigung durch Stempelaufdruck oder in gleichwertiger Weise mit folgendem Zusatz zu uerf elfen: »Gilt gleichzeitig als Einkaufsgenehmigung der Kreisbauernschaft für .... Schlachtschwein(e). (Stempel und Unterschrift der Ausgabestelle.)« Darunter ist eine Einkaufsbestätigung in folgender Form vorzusehen: ,.... Schwein(e) im Gewicht von .... kg, .... kg, .... kg heute gekauft. ......, den ....... 1942. (Unterschrift des Käufers.) (Unterschrift des Verkäufers.) Der Zeitraum, in dem die Hausschlachtung durchzuführen ist, ist mit Rücksicht darauf, daß der Hausschlachtende unter Verwendung der ihm erteilten Genehmigung ein Schlachtschwein erst noch einkaufen muß, ausreichend zu bemessen. Landwirtschaftliche Selbstversorger, die ausnahmsweise Schlachtschweine zur Weitermast (z. V. zur Verwertung vorhandener Futterbestände) erwerben wollen, haben, soweit sie nicht im Besitz eines Schlußscheinbuches sind, die vorgeschriebene Einkaufsgenehmigung der Kreis- bauernschaft einzuholen. b) Nichtlandwirtschaftliche Selbstversorger (Gruppe B) und Selbstversorger der Gruppe C dürfen zu Hausschlachtungszwecken und zur Weitermast lediglich Futter- und Nutzschweine, also Schweine mit einem Lebendgewicht bis 60 kg erwerben. Wenn gegen diese Bestimmung verstoßen wird, kann eine Hausschlachtungsgenehmigung nicht erteilt werden. Bei Binnenschiffern, die gemäß Abschnitt III, Gruppe B, Abs. 3 meines Runderlasses vorn 28. 8.41 — II B 6 — 5200 — eine Hausschlachtungsgenehrnigung erhalten, ohne die zur Hausschlachtung bestimmten Tiere die vorgeschriebene Zeit selbst gehalten und gemästet zu haben, gilt die erteilte Hausschlachtungsgenehmi« gung gleichzeitig als Genehmigung der Kreisbauernschaft zum Einkauf von Schlachtschweinen. Sie ist daher gleichfalls mit dem obenbezeichneten Zusatz oder Stempelaufdruck zu versehen." Gießen, den 16. April 1942. 13370 Für die Landräte der Landkreise Alsfeld, Büdingen, Friedberg, Gießen und Lauterbach sowie den Oberbürgermeister der Stadt Gießen. Der Landrat des Landkreises Gießen. _____________________Dr. Lotz._____________ _ Bekanntmachung. In der Zeit vom 22. bis 25. April 1942 einschließlich erhalten die Verbraucher gegen Abgabe des Abschnitts Nr. 40 der Nährmittelkarte 35 je Person 250 g Apfelsinen.' Die Kleinverteller trennen die Abschnitte 40 ab und reichen sie zum 27. 4.1942 auf Bogen zu 100 Stück aufgeklebt dem Ernährungsamt ein und melden dabei gleichzeitig den verbliebenen Vorrat. Gültig sind nur die Nährmittelkarten mit dem Aufdruck Gießen-Stadt. 1338D Gießen, den 21. 4.1942. Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen. Ernährungsamt Abt. B. Bekanntmachung. Reichssportabzeicken; hier: 25 km Gepäckmarsch. Arn 25. April 1942 findet ein 25-km-Gepäckrnarsch statt. Start und Ziel Lollar. Abmarsch 15.30 Uhr am Vereinslokal des VFL. Bewerber können sich noch vor Abmarsch dort melden. 1348D Gießen, den 21. April 1942. Der Landrat des Landkreises Gießen. Dr. Lotz. [ ^««Heilquelle Kurlsl'prudel1"^^-