Samstag, 21 /Somtag, 22. März 1942 AW" d Samstag, 21/8 Giehener Anzeiger hat sich also gegen England ausgewirkt. Daß er über Hongkong, die Malaienhalbinsel, Singapur, Java, Borneo' usw. hinwegging, ist verständlich. Auch die Amerikaner wollen hieran nicht gern erinnert werden. Wenn Halifax schließlich im Zusammenhang mit der britischen Armee den mittleren O st e n nannte, um „den Bolschewisten eine Hand hinstrecken zu können", so ist ihm angesichts der Vorgänge in Iran sicherlich nicht ganz wohl gewesen. Lord Halifax mußte selbstverständlich auch einige beruhigende Säße zu der „Schlacht a u f d e n Ozeanen" sprechen. Er war dabei sehr kleinlaut und nahm nicht einmal das Wort von der britischen Meerbeherrschung in den Mund. Dagegen bestätigte er ungewollt, was von deutscher Seite im Zusammenhang mit der Tätigkeit der deutschen See- und Luftftreitkräfte wiederholt festgestellt worden ist, daß nicht nur der englische Nachschub, sondern auch die britischeVersorgungs -und Produktionslage sich außerordentlich ungünstig entwickelt hat. Halifax rechnete den Amerikanern vor, welche ungeheuren Umwege die britischen Versorgungs- und Nachschubschiffe machen müßten, um nur das Notwendigste an die Bedarfsstellen zu bringen. Schließlich mußte er auch noch über die britische Luftwaffe ein Loblied singen, nachdem besonders von Moskau her dringend ein stärkerer Einsatz der britischen Flieger verlangt worden ist. In Ermangelung anderer Siege — den „Sieg gegen Paris" hat er aus begreiflichen Gründen ver- schwiegen — verwies er zur Herausstellung der Leistungen der britischen Flieger auf den — Film vom Löwen mit Flügeln! Es war wirklich keine angenehme Aufgabe, die man Halifax gestellt hatte. Er mußte etwas verteidigen, was eigentlich nicht verteidigt werden kann. Und so waren auch seine Ausführungen. Po. Annahme von Anzeigen für die Mittaasnummer bis 8'/, Uhr üesVormittags Anzeigen-Preise: Anzeigenteil 7 Nvf. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Textteil 50 Nvf. je mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffell AbschlüneMengenstanelV Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/o mein: Chaos in Iran. Ankara, 20. März. (DNB.) Ein Reisender, der soeben Iran von Teheran nach Süden durchquerte, erklärte, daß die allgemeine Unsicherheit auf den Land st raßen sich wieder dem Stadium der ersten Regierungszeit des Ex-Schahs annähere. Schon, aus diesem Grunde sei alle private und auch staatliche Unternehmerinitiative völlig lahmgelegt. Dazu komme, daß die Eisenbahn im britisch-bolschewistischen „Einflußgebiet" völlig aufgehört habe, die zur Behebung der wachsenden Versorgungsschwierigkeiten erforderlichen Güter zu transportieren. So habe das Volk immer mehr das Empfinden, daß niemand mehr da sei, der sich seiner annehme, zumal die Regierung praktisch o h n e a l l e M a ch t b e f u g n i s s e sei und der junge Schah aus Mangel an irgendwelcher Reson- nanz in allen Bevölkerungsteilen weder von den Einheimischen, noch von den Besatzunqsbehörden als Staatsoberhaupt ernstgenommen werde. Hohe Auszeichnung japanischer Heerführer. (DNB.) Tokio, 21. März 1942. Der Oberbefehlshaber der japanischen China-Ar- mee, General Mata, der Oberbefehlshaber der japanischen Streitkräfte in den Südgebieten, General Te raucht, sowie der Oberbefehlshaber des japanischen Heeres in Nordchina, General Oka- m u r a , wurden mit der 1. Klasse des „Ordens der Goldenen Weihe" ausgezeichnet in Würdigung ihrer Verdienste im Chinakonflikt. Die Verteidigung Australiens »Eine harte probe für Mac Arthur.'' 192. Jahrgang Nr. 68 Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Gießener >>amilienblätter Heimat imBild DieScholle Bezugspreis: Monatlich.....RM.1.80 Zustellgebühr... ,, -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvrechanschlnß 2251 Drahtanschrift: „Anzeiger" Postscheck 11686 Franks./M. Am Totenbett der Konservativen Partei Von unserem Dr. H.-Korrespondenten. Eine lahme Verteidigung Von unserer Berliner Schriftleitung. Stockholm, 20. März. (Europapreß.) Ange- tchts der immer näher rückenden Möglichkeit einer apanischen Landung in Australien weisen Kenner »es Landes in London darauf hin, daß eine einheitliche Verteidigung Australiens unter verschiedenen Umständen leide. Dazu gehöre die Verwendung der am besten ausgebildeten und ausgerüsteten Truppen auf anderen Kriegsschauplätzen. Vor allem werde die Verteidigung dadurch behindert, daß das australische Verkehrssystem hierfür denkbar ungeeignet sei. Abgesehen von dem Mangel an Eisenbahnen und Straßen, bestehe in den verschiedenen Staaten eine verschiedene Spurweite der Eisenbahnen. Die Staaten Neu- Südwales, Victoria und Queensland hätten nicht nur verschiedene Spurweiten, sondern innerhalb ihrer staatlichen Eisenbahnsysteme wiederum zwei bis drei Spurweiten. Südaustralien habe dieselbe Spurweite wie Victoria, aber eine andere als die transaustralischen Staatseisenbahnen. Die .rasche Verschiebung von Truppen an gefährdete Punkte werde hierdurch ernstlich in Frage gestellt. Um so größer sei die Bedeutung der F l u g p l ä tz e für die Verteidigung. Man rechne deshalb damit, daß das erste Ziel einer japanischen Aktion auf Australien eine Wiederholung der Taktik von Malaya, also die Inbesitznahme oder Unbrauchbarmachung aller Flugplätze sein werde. Der militärische Mitarbeiter des Londoner „Daily Expreß" hält es für sehr wahrscheinlich, daß General M a c A r t h u r in erster Linie versuchen wird, die Verbindungslinie nach San Franzisko, die von den Hebriden, Kaledonien, den Fidschi-Inseln und den Samoa-Inseln flankiert wird, zu schützen. Das Blatt sagt jedoch, es dürste illusorisch sein, von Mac Arthur Wunder zu erwarten. Er sei zahlenmäßig unterlegen und habe außerdem eine langgestreckte und leicht verletzbare Käste zu verteidigen; es harre seiner also eine harte Probe. „Exchange Telegraph" berichtet aus Melbourne, daß ein amerikanisches G e n e r a l st a b s- quartier seit längerem in Anstralien errichtet worden ist. In verschiedenen Städten des Kontinents beträgt die Zahl der amerikanischen Truppen das Drei- bis Vierfache der australischen Streitkräfte. Bereits seit einiger Zeit ist der Dollar in Australien legales Zahlungsmittel. General Mac Arthur wird den Ausbildungsstand der australischen Truppen dem amerikanischen anpassen. Es ist vor allem die Auswertung der im Ostasien- krieg gemachten Erfahrungen vorgesehen; man nimmt an, daß er die sogenannte „Bewegungsverteidigung" anwenden wird. Caseys Aufgabe in Kairo. Australien mit derErnennunq nicht zufrieden Stockholm, 20. März. (Europapreß.) Mit der Ernennung des australischen Gesandten in Washington, Richard Casey, zum britischen Staatsminister in Kairo beschäftigt sich die Londoner -'Times". Das Blatt nr:nt, der Platz fei hervorragend besetzt-worden. Die Aufgabe der britischen Politik im Mittleren Osten sei einmal, die Verbindungslinien nach Indien und Australien aufrechtzuerhalten und nach Möglichkeit zu verbessern. Dann komme es aber auch darauf an, dort eine Sperrezu errichten, die es den Deutschen und Japanern unmöglich machen solle, sich die Hand zu reichen. Die bisherige Tätigkeit Caseys mache ihn besonders fähig für seine Aufgabe. Der australische Ministerpräsident Curtm ist mit der Ernennung Caseys nicht zufrieden. Er wies darauf hin, daß Washington heute viel wichtiger sei als der ehrenvolle Posten eines britischen Ministers in Kairo. „Melbourne Herald" schreibt: „Die Reaktion Australiens zu der Ernennung Caseys war eine Mischung von Ueberraschung und Enttäuschung." Obwohl Casey durchaus im- tande ist, der Sache Australiens im Mittleren Orient gute Dienste zu leisten, so machten doch seine Fähigkeiten seine Beibehaltung in Washington notwendig." Oie Niederlage in Burma. Stockholm, 20. März. (Europapreß.) lieber die Ursachen der briüschen Niederlagen in Burma schreibt der „Times"-Korrespondent in Mandalay, daß genau so wie in Malaya die Schwäche der inneren Front zur Niederlage entscheidend beigetragen habe. Man habe die Bevölkerung in keiner Weise auf die Möglichkeit und die Gefahren eines Krieges vorbereitet, so daß der erste japanische Bombenangriff am 23. Dezember eine vollständige Panik verursachte. Schlimmer noch habe am 20. Februar der Befehl gewirkt, daß Rangun innerhalb 48 Stunden von der Zivilbevölkerung geräumt werden müsse. Auch der Plünderung und Mordbrennerei hätte man vorbeugen müssen. Bei seinem Besuch in Rangun in der vorigen Woche hätten die Wohnviertel überall gebrannt. Die Bekämpfung des Feuers sei unmöglich gewesen, weil die Feuerwehren den größten Teil ihres Materials weggeschafft hätten. Domei meldet aus Rangun, W a v e l l und Tschiangkaischek würfen sich gegenseitig die Schuld an der Niederlage an der Burma-Front vor. Wavell protestierte bei Tschiangkaischek, daß die chinesischen Truppen nicht schnell genug den Briten zu Hilfe gekommen seien, während Tschiangkaischek entgegnete, die britischen Truppen hätten den Rückzug angetreten, ohne auf das Eintreffen der chinesischen Truppen zu warten. Es scheint, als ob Wavell die bekannte britische Politik, andere für England kämpfen zu lassen, verfolgte und versuchte, die Tschungking-Truppen nach Burma zu locken, aber infolge der Niederlagen am Sittang-Fluß und bei Pegu gezwungen gewesen war, die britischen und indischen Truppen vor Eintreffen der Chinesen zurückzuziehen. Oie Oelquellen auf Sumatra. Tokio, 20. März. (Europapreß.) Nachdem die Besetzung Sumatras nunmehr, abgesehen von versprengten Trupps, die sich noch im Inneren befinden mögen, beendet ist, läßt sich auch die Lage auf den Petrolumfeldern übersetzen. Sie wurden teilweise zerstört vorgefunden, und zwar waren die Oelquellen an manchen Stellen in Brand gesetzt, an anderen Stellen durch Zement verstopft. Der größere Teil der Quellen blieb jedoch unversehrt, weil die japanischen Truppen über Erwarten rasch vordrangen. Auch hatte die holländisch- indische Regierung einen Befehl ausgegeben, der besagte, da die japanischen Landungstruppen wieder von der Insel vertrieben werden würden, sollten die Oelquellen deshalb nur im Falle unmittelbar drohender Gefahr zerstört werden, unter diesen Umständen kann man mit einer baldigen Wiederaufnahme der Erdölproduktion rechnen. Die reibungslose Uebernahme der Verwaltung in Sumatra durch die Japaner wurde dadurch erleichtert daß die holländischen Verwaltungsbeamten m ihrer großen Mehrzahl auf ihrem Posten verblieben waren und die Verwaltung ordnungsmäßig übergeben konnten. Aushebunqsrummel in den USA. Madrid, 20. 'Stat». (Europapreß.) Der Neu- yorker Korrespondent der spanischen Zeitung „Za , Francis Lucientes, berichtet, daß er in Neuyork zu den Waffen gerufen worden sei. Die Einberufung der amerikanischen Soldaten erfolgte durch eine Auslosung, durch die 27 Millionen Männer zwischen 20 und 43 Jahren bestimmt wurden, von denen wiederum 9 Millionen in engere Wahl gezogen wurden. Von diesen wurde noch ein ganz bedeutender Teil ausgeschieden. Der erste durch das Los bestimmte Soldat fei, so berichtet Lucientes, ein Chinese gewesen. Wie dieser Fall zeigt, werden auch alle Ausländer mit aufgerufen, die feit dem 16. Februar 1942 in den USA. leben. Auch er selbst sei mit einberufen worden. Die Ziehung der Rekruten werde zu einem wahren Volksfest gemacht. Kriegsminister S t i m f o n habe ich persönlich eingestellt und mit verbundenen Augen eine Kugel gewählt. Dazu sei Musik über Lautsprecher verbreitet worden, und Mädchen hätten auf den Straßen getanzt. Als ein besonderes Geschäft habe man eine Versicherungsart eingeführt, durch die sich die Soldaten während der Zeit ihres Militärdienstes gegen die Untreue ihrer Braut versichern können. Stockholm, März 1942. Einer der letzten Romane des englischen Dichters Galsworthy beginnt mit der Schilderung des Todes des Oberhauptes der Familie Charwell, die zu der durch die Kunst Galsworthys berühmt gewordenen Sippe der Forsytes gehört. In dem Haufe des sterbenden Bischofs von Porchester find die jüngeren Glieder der Familie versammelt und warten mit wehmütig, ungeduldigen oder auch erbfreu- digen Gedanken auf das Erlöschen eines Lebens, dem Erfolge und Ruhm nicht versagt geblieben waren. Heute liegt in England die Konservative Partei im Sterben, und um das Sterbebett versammelt stehen die Glieder dieser einst so großen Familie mit wehmütigen, ungeduldigen oder auch erbfreudigen Gedanken. Der Tod des Bischofs Cuthbert Charwell dauerte nur wenige Tage, während schon vor Monaten und Jahren der Todeskampf der Konservativen Partei begonnen hat und noch immer nicht abgeschlossen ist. Wie war es möglich, daß in nicht einmal zwei Generationen die Konservative Partei von ihrer unerschütterlich erscheinenden Machtstellung zu beinahe völliger Bedeutungslosigkeit herabsinken konnte? Die Erklärung liegt nicht allein in der allgemein zu beobachtenden Abkehr des englischen Volkes von den überlieferten politischen Parteien, vom Parteiwesen überhaupt, die Gründe liegen tiefer. Sie sind in der menschlichen Unzulänglichkeit zu suchen, in der Unfähigkeit der konservativen Führer, ihr Weltbild dem Wandel der Welt entsprechend zu berichtigen. Der äußere Wohlstand, die Annehmlichkeit des persönlichen Lebens, die die Ausdehnung der britischen Macht den Beherrschern des Empire geschenkt hatte, erstickten qllmählich den Geist, der unter der Königin Elisabeth, geboren worden war. Es war der Geist, der Männer wie Ra- leigh und Drake über das Meer getrieben hatte, der Clive und Hastings Indien erobern ließ. Aus den Abenteurern des 18. Jahrhunderts waren die Kolonisatoren und Gouverneure des 19. Jahrhunderts geworden. Aber wie die Prokonsuln des Imperium Romanum, so verfielen allmählich auch die Statthalter des britischen Empire der Versuchung des leichten Lebens. Noch immer zogen zwar die Söhne der großen Familien hinaus in die Welt, aber in wenigen Jahren kehrten sie zurück, um in der gewohnten und immer bequemeren Umgebung der Heimat die Schätze zu genießen, die das von den Vätern erschlossene Weltreich in scheinbar endlosem Strom nach der Insel schickte. Die eigentliche Herrenschicht in England vergaß ihre Aufgabe, und die Führung der Politik übernahmen Männer, die nur die Segnungen des Empire verstanden, nicht aber seine Forderungen. Die Liberale Partei hat diese Entwicklung gar nicht überlebt. Bei den Konservativen war die Organisation stärker und überdauerte auch ten inneren Verfall. Die Persönlichkeiten der Führung sind aber bezeichnend. Salisbury, der Zeitge- Die Ivlschewlsiermg Zrans. Die schweren Niederlagen, die die britischen Waffen in den ersten drei Monaten des pazifischen Krieges in Ostasien haben einstecken müssen, sind nicht ohne Rückwirkung auf die Lage im Mittleren Osten geblieben. Sie ist bisher am deutlichsten in Erscheinung getreten in der völligen Verschiebung der Machtverhältnisse zwischen England und der Sowjetunion in dem von beiden seit dem Sommer vergangenen Jahres besetzt gehaltenen Iran. Damals war ein Land wieder zum Spielball der benachbarten Großmächte geworden, das während der letzten beiden Jahrzehnte sich unter einem energischen und zielbewußten Herrscher aus langer Lethargie zu neuem, kraftvollem nationalen Leben erhoben zu haben schien. Es hat sich jedoch gezeigt, daß die selbstbewußte politische ßinw, die Reza Schah Pahlawi als Ärmee-Oberkommandant und Ministerpräsident seit 1921 und dann nach dem Sturz der schwächlichen Kadscharen-Dynastie als Herrscher Irans hatte einschlagen können, sich zu einem guten Teil auf dem günstigen Umstand gründete, daß weder die Sowjetunion noch England damals ein Interesse daran hatten, sich über ihre machtpolitischen Divergenzen im Mittleren Osten zu verständigen. Im Grunde war also auch das Iran Reza Schahs der Pufferstaat geblieben, der es gewesen war, seitdem die Interessensphären der beiden Weltmächte hier im Mittleren Osten auf ein« anderftießen. Rußlands Drang nach dem offenen Meer hatte' sich auch nach Süden hin Luft zu machen versucht gegen die Türkei sowohl, wie seit Beginn des vorigen Jahrhunderts auch gegen Persien. Beiderseits des Kaspischen Meeres auf der Landbrücke des Kaukasus wie aus dem Turanischen Becken heraus hatten die- russischen Zaren ihre Macht immer weiter nach Süden vorgetrieben. Noch unter Paul I. im Jahre 1801 war Tiflis, die Hauptstadt Georgiens, russisch geworden. Unter seinem Nachfolger Alexander I. wird Schirwan mit Baku unterworfen, und unter Nikolaus I. hat nach einem Krieg mit Persien 1828 Eriwan, die Hauptstadt Armeniens, das gleiche Schicksal. 1859 ist die Eroberung des Kaukasus vollendet und Rußland wendet sich unter Alexander II. weiter nach Osten, um jenseits des Kaspischen Meeres 1867/68 dem Chan von Bochara Taschkent« und Samarkand zu entreißen und fünf Jahre später das Chanat Ctziwa unter russische Botmäßigkeit zu bringen. 1884 wird schließlich unter Alexander III. die Oase Merv besetzt, womit auch hier die persische Grenze erreicht ist. West-Turkistan und Turkmenien sind russisch. Nun gerät die russische Dynamik unmittelbar in den Machtbereich des britischen Empire, das ja feine Existenz recht eigentlich erst vom Besitz Indiens „Der Gerechte muß viel leiden." Auf diesen Ton war die Rede abgestimmt, die in diesen Tagen Lord Halifax, der Sondergesandte Churchills, in den USA. hielt. Der Anlaß zu dieser Rede mar, den Nachweis zu erbringen, „was Britannien für unsere (d. h. für die plutokratisch-bolsche- wistisch-jüdische) gemeinsame Sache getan hat", yn den USA' ist also der gleiche Eindruck über die kämpferische „Abseitsstellung" der britischen Armee verbreitet wie in Moskau, wo ja in letzter Zeit mehrfach davon die Rede war, daß mit den untätig herumlungernden Armeen Schluß gemacht werden müsse, wenn es um Sein oder Nichtsein geht. Halifax trat dem mit der Festellung entgegen, daß Großbritannien nach zwei Seiten hin „den größten Beitrag zum Siege geleistet" habe, in der Schlacht auf den Ozeanen und in der Produk- twnsschlacht. Er versuchte das an dem Steuerbeispiel nachzuweisen, indem er durch Nennung von Prozentzahlen glaubte festellen zu können, daß England ein Vielfaches an' Steuern zahle gegenüber den Amerikanern. lieber den Anteil des britischen Heeres an kämpferischem Einsatz der britischen Heimattruppen brachte er gleichfalls eine Zusammenstellung, die den Eindruck hinterlassen sollte, als hätten die Jnsel- fcriten bisher d i e Hauptlast der Kämpfe und Verluste dieses Krieges getragen. Er hat sich aber wohl gehütet, das durch entsprechende Zahlengegenüberstellungen auch zu beweisen. Er sagte lediglich, daß auf den Schultern der Britentruppen die Hauptlast der Verteidigung von einigen 3000 Meilen Küste und 90 000 Quadratmeilen innerhalb dieser Linie ruhe und daß die übrige „reguläre britische Armee" vom Polarkreis über West- und Südosteuropa, Nord-- und Ostafrika, den Nahen Osten, den Fernen Osten bis hinunter zum Aequator zu kämpfen gezwungen sei. Die Kriegsausweitungstaktik Churchills vrühlsche Universitätsdruckerri R. Lange General-Anzeiger für Oberhessen Sietzen,^Lchulftratze 7-9 noffe Bismarcks, war der letzte große von echtem Imperialismus durchdrungene Staatsmann. Sein Neffe Balfour war kaum ein Führer, eher ein Testamentsvollstrecker, der feiner Aufgabe nicht gewachsen war. Ihm folgte der völlig schattenhafte B o n ar Sam, bis schließlich in Stanley Bald- w i n der satte Großbürger die Führung der Partei übernahm. Neville Chamberlain war ein erfolgreicher Kaufmann und Kommunalpolitiker, dessen Maßstab für die Verwaltung Birminghams ausreichte, der aber in der großen Welt bald Schiffbruch erleiden mußte. Churchill, der bald nach fei« nem Amtsantritt auch die Führung der Konser« vativen Partei übernahm, führte deren Existenz dadurch ad absurdum. Churchill ist niemals ein Parteimann gewesen, sondern immer nur Winston Churchill. Wann immer feine Auffassung ober Karriere es gebot, wechselte er die Partei. Wenn er zuletzt, als er erst zu Baldwin und dann zu Chamberlain in immer schärferen Gegensatz geriet, auf den Austritt aus der Partei verzichtet, so tat er das wohl nur, weil er die Partei bereits für tot ober minbeftens für zum Tode verurteilt hielt. Das Volk, das für solche Vorgänge meist einen besseren Instinkt hat als dis Politiker, folgte Churchill nicht zuletzt wegen feiner Opposition gegen die Partei. Aber noch ist die Partei nicht tot. An ihrem Sterbebett wacht eifersüchtig die „alte Band e" und will sich ihre Rechte nicht nehmen lassen. Mit diesem drastischen Namen belegte man in Westminster die konservative Parteibürokratie und ihre Anhänger. Das sind keineswegs immer Greise, sondern oft noch ganz lebendige Leute, die aber geistig und politisch in den Anschauungen einer stürzenden Welt befangen sind und sich allem Neubau mit dem Eigensinn verknöcherten Denkens entgegenstemmen. Die Umstände haben es gefügt, daß die alte Bande heute beinahe identisch ist mit den „Männern von Münche n", den Freunden und Anhängern Chamberlains. So kommt es, daß die „alte Bande" heute nicht nur von Konservativen angegriffen wird, sondern auch von liberaler Seite und besonders aus den Reihen der Labour-Partei und noch radikaleren Gruppen. Hierdurch wird die allgemeine Auflösung der politischen Formen nur noch stärker unterstrichen, denn früher war die Bekämpfung der „alten Bande" von den anderen Parteien als eine Familienangelegenheit der Konservativen betrachtet worden. Aber die „alte Bande" ft i r b t aus. Jede Regie« rungsumbilbung kostet einigen das Leben, und dis Schar am Sterbelager wird immer kleiner. Balo wird es Churchill und feinen politischen Freunden von rechts und links gelungen fein, allein am Totenbett der konservativen Partei zu stehen, deren Leben Ruhm und Erfolge nicht versagt geblieben waren. Wehmut und Trauer wird nur wenige unter ihnen bewegen, dafür aber die Ungeduld, unbehindert non der konservativen Tradition ihren politischen Geschäften nachzugehen. Weitere Gowjetangriffe gescheitert Groh 1909 der gleichen Zeit gingen im Kampf gegen britannien 16 eigene Flugzeuge verloren. denen 42 in Luftkämpfen abgeschossen wurden. Fünf eigene Flugzeuge kehrten nicht zurück. Die fränkische 4 6. Infanterie-Division hat seit Anfang Februar zahlreiche Angriffe weit überlegener Kräfte unter hohen blutigen Verlusten für den Gegner abgewehrt und in elf Tagen 162 Panzer vernichtet. 3n den letzten Tagen hat sich das rumänische I n f a n t e r i e - R e g i- m e n t 3 3 durch besondere Tapferkeit ausgezeichnet. Auf der 3 n s e l Malta wurden Flugplätze und Flakstellungen bombardiert. Ein deutsches 3agd- geschwader im Mittelmeerraum erzielte mit dem Abschuß von drei britischen Flugzeugen feit Kriegsbeginn seinen 1000. Luftsleg. 3m Seegebiet um England versenk- t e n Kampfflugzeuge in der vergangenen Nacht südlich Portland ein Handelsschiff von 6000 BRT. Zwei weisere Schiffe mittlerer Größe wurden so schwer getroffen, daß auch mit ihrer Vernichtung zu rechnen ist. Weitere Luftangriffe richteten sich gegen eine Hafenstadt an der englischen Südküste. 3n der Zeit vom 10. bis 19.März verlor die britische Luftwaffe 62 Flugzeuge, davon 28 über dem Mittelmeer und in Nordafrika. Während Der Wehrmachtbericht. DNB. Aus dem Führerhauptquartier, 20. März. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Auf der Halbinsel Kertsch griff der Feind wieder mit stärkeren Kräften an. Alle Angriffe sind nach hartem Kampf abgewiesen. 28 feindliche Panzer wurden vernichtet. Südlich S e w a - stopol wurde am 18.3. ein großer Tanker durch Lufttorpedotreffer vernichtet. 3m Donezgebiet wiederholten die Sowjets ihre erfolglosen Angriffe gegen die deutsch-rumänischen Stellungen. Ein örtlicher Angriff deutscher und ungarischer Verbände war erfolgreich. 3m Abschnitt ostwärts Charkow wurde der Feind nach Abwehr weiterer Angriffe zurückgeworfen und erlitt schwere Verluste. Auch an der übrigen O st f r o n t scheiterten feindliche Angriffe. Eigene Angriffsunternehmungen brachten weitere Erfolge. Die Luftwaffe führte vernichtende Schläge gegen Panzer und Truppenbereitstellungen der Sowjets auf der Halbinsel Kertsch und bekämpfte mit besonderem Erfolg Flugplätze und Eisenbahntransporte im mittleren Frontabschnitt. Der Feind verlor gestern 62 Flugzeuge, von daß es Kriegsschauplatz wurde. Russen und Türken schlugen sich in Nordpersien, russische Truppen be- setzten sogar die alte Hauptstadt Isfahan im Herzen des Landes. Von ihren Stützpunkten am Persischen Golf aus führten die Briten ihre Operationen bis nach Schiras. Aber zu irgendwelchen Entscheidungen ist es in Persien nicht gekommen. Es schien, als sollte es nach dem Weltkrieg wieder in seine historische Rolle als Pufferstaat zurückfallen. Noch 1919 bedachte es England mit einem Protektoratsvertrag, dann versuchte es das bolschewistische Rußland erst militärisch zu überrennen, dann durch Propaganda für dm Anschluß an Moskau reif zu machen. In dieser Not erlebte Persien unter Führung eines Offiziers der persischen Kosakenbrigade eine nationale Wiedergeburt. Neben Ibn Saud, dem Wahabitenkönig Arabiens, und Kemal, dem Begründer der modernen Türkei, wurde Riza Schah Pah- lawi der Träger eines neuen nationalen Unabhän- gigkeitsge^ühls der Völker Vorderasiens. Freilich die weltpolitische Situation war ihm günstig. Der Bol- chewismus in Rußland war nach Abwehr der Jn- teroenlionsversuchr mit der Festigung seines Regimes im Innern vollauf beschäftigt und England, durch den Weltkrieg erschöpft, war von der Sicherung des Versailler Diktatfriedens durch die Genfer Dölkerbundsorganisalion hinlänglich in Anspruch genommen und zudem unter dem Labour-'Kobinett imperialistischen Extravaganzen im Vorderen Orient abgeneigt. So konnte Ri^a Schah Russen und Engländer aus seinem Lande entfernen, 1928 die lästigen Kapitulationen abschaffen, die die Fremdeü der nationalen Gerichtsbarkeit entzogen hatten, und 1932 ogar unter Kündigung des Vertrages mit der Anglo Perfian Oil Ep. die Verdoppelung der Einnahmen aus der Petroleumkonzession durchsetzen. Der äußerm Befreiung entsprachen großzügige innere Reformen wie Ordnung der Finanzen, Modernisierung des Schulwesens, industrielle Anlagen und vor allem Bau von Autostraßen und Eisenbahnen in dem weiträumigen, seiner Gcbirgs- und Stepp en- natur nach verkehrsfeindlichm Land. Auf der neuen Bahnstrecke vom Kaspischen Meer bis zum Persischen Golf quer durch Iran mußten Pässe überquert werden, die weit über der Höhe der höchsten Alpenüberführung biegen. Aber das große Reformwerk Riza Schahs ist durch den zweiten Weltkrieg jäh unterbrochen worden. Zwar vermochte Iran, durch den Vertrag von Infanterieregiment 18 in Paderborn, 1926 wurde er Chef des Generalstabes des Heeresgruppenkommandos 2 in Kassel. 1928 Kommandeur der 2. Kavallerie-Division in Breslau, 1931 Kommandeur der 3. Division in Berlin. In dieser Zeit ist er durch seine Mitwirkung beim Sturz der damaligen roten Preußenregierung weiten Kreisen bekanntgeworden. Ein Jahr später wurde' er Oberbefehlshaber des Heeresgruppenkommandos 1. Am 28.11.1938 schied er, nachdem er zum Chef seines alten Infanterieregiments 18 ernannt worden war, dessen Uniform er seit dieser Zeit trägt, aus dem aktiven Dienst, nachdem er noch im März an der Befreiung Oesterreichs und im September an der Besetzung des Sudetengaues mitgewirkt hatte. Im Sommer 1939 wurde er als Oberbefehlshaber 50 Jahre Soldat. Militärjubiläum des Generalfeldmarschalls von Rundstedt. Saadabad mit der Türkei, dem Irak und Afghanistan verbunden, zunächst seine Neutralität zu behaupten, zumal auch mit Moskau die Beziehungen seit dem Vertrag von 1921 normal geblieben waren und England 1934 die veränderte politische Lage durch Räumung der Flotten- und Luftstützpunkte an der iranischen Küste und Verlegung des Sitzes des britischen Residenten vom iranischen Bushir auf das andere Ufer des Persischen Golfes nach dem arabischen Kuweit anerkannt hatte. Aber sobald sich England und die Sowjetunion wie einst England und Rußland wieder in der Front gegen Deutschland zusammenfanden, war Iran dem vereinigten britisch-russischen Druck nicht gewachsen. Er begann im September 1941 mit der Forderung beider Mächte an Riza Schah, die kleine Kolonie deutscher und italienischer Ingenieure und Kaufleute, die beim Aufbau der iranischen Wirtschaft wertvolle und lonale Dienste geleistet hatte, des Landes zu verweisen. Als der Schah sich weigerte, rückten britische und sowjetische Truppen von Süden und Norden zum Schutz der angeblich bedrohten iranischen Unabhängigkeit ein. Gleichzeitig nahmen die Agenten beider Mächte Verbindung auf mit den Elementen im Lande, die dem Reformwerk des Schahs feindlich gesonnen waren. Ihren Wühlereien gelang es, den Schah Riza zur Abdankung zu zwingen und dem iranischen Parlament einen „Bündnisvertrag" aufzunötigen, der die beiden Besatzungsmächte zu Herren des Landes machte. Seitdem ist die innerpolitische Lage Irans völlig verworren. Die Regierung, die die Neutralität des Landes aufgegeben hatte, weil sie um diesen Preis die nackte Existenz Irans als selbständiger Staat erkauft zu haben glaubte, mußte sehen, daß dies nur solange zu hoffen war, als sich die beiden alten Rivalen im Wettkampf um die Macht das Gleichgewicht hielten. Der Verlauf des Krieges in Ostasien hat jedoch weit schneller, als man in Teheran zu ahnen vermocht hätte, dies Gleichgewicht, wie schon eingangs dargelegt, spürbar erschüttert. Die Sowjets haben nicht nur in der von ihnen bei der Besetzung Irans nach dem Beispiel des englisch-russischen Vertrages von 1907 beanspruchten Interessensphäre in Nordiran die Bevölkerung durch politische Kommissare und GPU.- Agenten dem schlimmsten Terror unterworfen, sondern nun auch die ursprünglich festgesetzte Demar- kattonslinie überschritten. Neuerung des englisch-japanischen Bündnisses, in dem jetzt Japan eine Garantie für die Sicherheit der indischen Grenzen übernahm, war durch die Vermittlung des beiderseitigen französischen BckNdes- aenossen Rußland zu Besprechungen über den Mitt- leren Osten bereit. Im Jahre 1907 kam der Vertrag zustande, der Tibet wieder der Oberhoheit Chinas unterstellte, Afghanistan aus der russischen Interessensphäre ausfchloß, vor allem aber Persien über den Kopf des Schahs und des persischen Volkes hinweg in eine nördliche russische, eine südöstliche britische Einflußzone teilte und zwischen beide eine neutrale Zone schob, über die eine spätere Verständigung vorbehalten blieb. Es war der Preis, den England zahlte, um Rußland der Einkreisungsfront gegen Deutschland einzugliedern. Und 1914 entschloß sich England zum Kriege nicht zum mindesten aus Furcht davor, daß ein von England im Stich gelassenes Rußland den Druck auf Indien verstärken würde. Der Zusammenbruch des Zaren- reiches im Jahre 1917 befreite England vorderhand von der Gefahr einer neuen russischen Expansionspolitik in Dorderasien. Die neuen Männer in Petersburg verzichteten sogar auf alle russischen Rechte in Iran aus dem Vertrage von 1907, so daß England nun freie Hand hatte, aus den Trümmern des türkischen Reiches von Aegypten bis Iran sich eine britische Landbrücke zwischen dem Mttelmeer und dem Persischen Golf zu bauen, die Sicherung des dritten Weges nach Indien, neben der Route um das Kap der Guten Hoffnung und der Schiffahrtsstraße durch den Suez-Kanal. Persien war im Weltkrieg neutral geblieben, aber es hatte in seiner Schwäche nicht verhindern können. Iran läßt mit einer doppelten Flächenausdehnung wie das Deutsche Reich zwar den Raum mancher Großmacht wett hinter sich, zeigt aber mit einer Bevölkerung von nur 10 bis 15 Millionen (die An« gaben schwanken, weil die Seelenzahl der zahlreichen nomadtsiereistren Stämme schwer zu erfassen ist) das charakteristische Merkmal der raumweiten aber menschenarmen Länder der eurasiattschen Zer« rungszone, wie sie der Schwede Kjellön, der Vater, der «Geopolitik, genannt hat, um das Gemeinsame des über die ganze Rumpfweite Asiens von Mesopotamien bis zur Mandschurei sich erstreckenden Gürtels zwischen Nordasien und Hochasien, dem Nahen Osten und dem indischen und chinesischen Kulturkreis zu bezeichnen. Iran war damals wie auch heute wieder nur ein Schatten seiner einstigen Gröhe und Macht. Das alte Perserreich, das um 550 v. Ehr. Kyros durch den Sieg über die Meder begründete, hat unter Darius Hystaspes und Xerxes, beide aus den Perserkriegen der Griechen bekannt, im Osten bis zum Indus, im Norden bis zum Aral- See gereicht und nach Westen über Kleinasien und Mesopotamien nach Mazedonien und Aegypten übergogriffen. Alexander der Große machte ihm ein Ende. Das zweite persische Großreich war das der Sassaniden. Es wurde zu Anfang des 7. Jahrhunderts eine Beute der Araber. Fünfhundert Jahre später brachen Mongolen-- und Datarenstürme über Persien herein. Aber noch einmal erlebte es eine große Zeit unter einem einheimischen Herrscherhaus. Zu Anfang des 17. Jahrhunderts erhob Schah Abbas I. der Große im Kampf mit den Portugiesen, deren Herrschaft in den indischen Gewässern damals ihr Ende erreichte, und mit den Türken, denen der Schah Armenien und Mesopotamien entriß, Persien wieder zu einer achtunggebietenden Großmacht. Aber bald verfiel das Reich in innerem Zwist, so daß Persien unter dem turkmenischen Herrscherhaus der Kadscharen seit Beginn des 19. Jahrhunderts in wachsendem Maße ein Spielball der russischen und britischen Weltpolitik im Mittleren Osten wurde. Es verdankte genau so wie Afghanistan künftighin seine Scheinexistenz als selbständiger Staat nur der Tatsache, daß sich Rußlands Bestrebungen auf dem Wege zum Persischen Golf mit denen Englands zur Flankendeckung Indiens die Waage hielten. Persiens kritische Stunde hatte daher geschlagen, als sich beide Rivalen über eine Teilung ihrer Interessen im Mittleren Osten einigten. Englands Bündnis mit Japan vom Jahre 1902 war der erste Schritt, um die Russen für ein Zusammengehen im Mittleren Osten reif zu machen. Nach den Niederlagen auf den Schlachtfeldern der Mandschurei im । russisch-japanischen Krieg von 1904/05 und der Er- an die Spitze der Heeresgruppe Süd gestellt. Mit den ihm unterstellten Armeen der Generale List, von Reichenau und Blaskowitz durchstieß er am 1.9.1939 in kühnem Schwung die polnischen Divisionen, drängte die im Süden stehenden polnischen Truppen auf die obere Weichsel und den San ab und verlegte ihnen den Weg nach Rumänien, während die nördlichste seiner Armeen den in Posen und Pommerellen stehenden Armeen den Rückzug auf Warschau versperrte. Im Zusammenwirken mit den von Norden vorstoßenden deutschen Kräften vernichtete er hier in der den Feldzug entscheidenden großen Schlacht an der Bzura (9. bis 19.9.) den größten. Teil der polnischen Armee. Beim Aufmarsch im Westen durchstieß er als Oberbefehlshaber der Heeresgruppe A mit seinen Armeen das schwierige, zäh verteidigte Wald- und Berggelände der Ardennen, öffnete zwischen Namur und Sedan die Maginotlinie und stieß unaufhalt- fam bis zum Kanal vor. Während Teile seiner Heeresgruppe an der Somme und Aisne nach Süden abschirmten, halfen andere Kräfte die Einschließung im Norden vollenden, die zur Vernichtung oder Gefangennahme starker Teile des fran- wsischen Heeres, der belgischen Armee und des englischen Expeditionskorps führte. Für den zweiten Operationsabschnitt, die „Schlacht i n Frankreich", wurden Generalfeldmarschall von Rundstedt diejenigen Armeen unterstellt, die in der Mitte der Front in den entscheidenden Kampf gegen Frankreich eingriffen. Sie erzwangen zunächst in harten Kämpfen zwischen Reims und Rethel den Uebergang über die Aisne.und erreichten schon am 17. Juni Nevres an der Loire, das Rüstungszentrum Le Creuzot und Dijon. Nach der Einnahme von Belfort am 18.6. reichten sich die Truppen der Heeresgruppe Rund- stedt mit den über den Oberchein vorgebrochenen Truppen des damaligen Generalobersten Ritter von Leeb die Hand. Im Kampf gegen die Bolschewisten führte Generalfeldmarschall von Rundstedt die Heeresgruppe Süd. Aus diesen Kämpfen heben sich die Kesselschlachten von Uman und Kiew besonders heraus. Das wichtige Gebiet der Ukraine und der größte Teil des Donezbeckens fielen in deutsche Hand. Seit der Einstellung der Angriffsoperationen liegen die Armeen der Heeresgruppe in hartem Abwehrkampf gegen die Bolschewisten. Nach kurzem Ausspannen zur Wiederherstellung der Gesundheit steht Generalfeldmarschall von Rund- stedt heute wieder auf Befehl des Führers an verantwortlicher Stelle. England ist zu schwach, um dieser Entwicklung entgegenzutreten. Es kann es sich einfach nicht mehr leisten, den sowjetischen Bundesgenossen zu verstimmen und muß notgedrungen Stellungen räumen, die es noch vor kurzem zur Sicherung der üdiranischen Oelselder wie vor allem zur Flankendeckung Indiens für unumgänglich gehalten hat. Die Einschiffung der bisher im Irak und in Südiran tationierten 10. britischen Armee nach Indien, wo diese wesentlich aus Empiretruppen bestehenden Verbände helfen sollen, die japanische Gefahr zu bannen, kennzeichnet die Zwickmühle, in der sich England befindet. Um Indien vor dem Angriff von Osten her zu sichern, muß es den Sowjets den Weg zum Persischen Golf freigeben und damit eine Poli- tik desavouieren, die, wie wir sahen, seit mehr als hundert Jahren das A und O britischer Staatskunst gewesen ist. Iran aber wird dem Bolschewismus preisgegeben. Es geht den gleichen Weg wie die baltischen Staaten im Jahre 1940. Von der militärischen Kontrolle durch die Besetzung über die völlige Bolschewisierung des Landes durch brutales Abschlachten seiner auf nationale Unabhängigkeit bedachten führenden Schicht bis zur Angliederung an die Sowjetunion als „autonome iranische Sowjetrepublik" sind es nur wenige Schritte. Die grauenvolle Blutherrschaft, die die GPU., gestützt auf die Sowjettruppen, bereits in der nördlichsten iranischen, jedoch in der Hauptsache von Türken bewohnten Provinz Aserbeidschan mit Täbris als Mittelpunkt etabliert hat, zeigt schon, welches Schicksal auch dem übrigen Iran zugedacht ist, zeigt aber auch, wie berechtigt die Sorgen sind, die man sich über diese Entwicklung in der benachbarten Türkei macht, deren östliche Flanke die Bolschewisten mit der Alleinherrschaft in Iran zu umfassen drohen. Dr. Fr. W. Lange. Kleine politische Nachrichten. In Italien wurde ein „Orden vom Römischen Adler" gegründet. Großmeister des Ordens ist der König. Der Orden wird nur an Ausländ er verliehen, die sich um Italien verdient gemacht haben. Der Orden hat fünf Klassen. ♦ Nach einem Bericht des japanischen Hauptquartiers haben die japanischen Truppen südwestlich von Schanghai eine erfolgreiche Aktion gegen kommunistische chinesische Streitkräfte durchgeführk Der Gegner hatte 3800 Tote. Andere japanische Ein- pflicht und Verantwortung. Für rund 1,1 Millionen deutscher Junge-n und Mädel findet am Sonntag die feierliche Verpflicye tung auf Führer und Volk statt. Es handelt sich um den Jahrgang deutscher Jugend, der den Lebensabschnitt der Kindheit abschließt und nun in einen neuen Abschnitt eintritt. Der größte Teil der Vierzehnjährigen verläßt mit Ablauf des jetzigen Schuljahres die Schule, um nunmehr sich dem Beruf zuzuwenden, für den sich der Junge oder das Mädel nach Neigung, Veranlagung uno körperlicher Eignung entschlossen hat. Für viele begrünt das Pflichtjahr oder der Uebergang in einen neuen Schulabschnitt. Kurz, die Kindheitsgrenze ist überschritten, das Lehrlingsaltei' beginnt. Das erfordert für die Vierzehnjährigen eine äußere und innere Umstellung. Von jetzt an tritt an sie Pflicht und Verantwortung in vollem Umfang heran. Sie tun den ersten Schritt auf den Weg, der zur Selbständigkeit führt. Mit der Verpflichtung stehen sie in der großen Gemeinschaft des Volkes, und jeder einzelne trägt die Verantwortung für fein Tun und Handeln. Der Uebertritt in die HI. oder in den BDM. ist die erste Charakter-Bewährungsprobe, der sich der junge Mensch unterziehen muß, wenn er feinen Platz in der großen Gemeinschaft der Nation ausfüllen will. Der Sinn ihrer Berufung in die große deutsche Jugendgemeinschaft ist ihnen in den Grundbegriffen schon durch ihren Dienst im Jungvolk bekannt. Jetzt sollen sie mit vollem Bewußtsein und yitt einem entsprechenden Maß von Verantwortung in diese Gemeinschaft hineinwachsen. Ihnen soll bewußt wer» den, daß sie die künftigen Träger der Nation sind. Der Führer hat ihnen selbst seinen Namen gegeben und damit fein unerschütterliches Vertrauen zur deutschen Jugend Aum Ausdruck gegeben. Er hat ihnen aber auch große Aufgaben übertragen. Der Führer hat es einmal als das größte Wunder im Werden des neuen Deutschland bezeichnet, daß der deutsche Mensch nach all den Wirrnissen und Nöten einer dunklen deutschen Zeitepoche sich in kurzer Zeit füi? die neuen Ideen einsetzte. „Aber über all dem wächst ein neuer deutscher Mensch heran". Dieser neue deutsche Mensch ist Deutschlands Jugend, die sich begeistert zum Führer und zu seinem Werk bekannte und heute erst recht bekennt. Bei jeder Gelegenheit hat der Führer seinen Stolz über die Haltung der deutschen Jugend zum Ausdruck gebracht. Und mit stolzer Freude rief er ihnen vor wenigen Jahren zu: „Wenn ich eure Blicke finde, dann weiß ich: mein Lebenskampf ist nicht umsonst gekämpft, das Werk ist nicht umsonst getan!" Deutschlands Jugend erkennt und begreift die Größe und den Ernst unserer Zeit. Sie weiß, daß diese Zeit von jedem einzelnen Opfer und Willensstärken Einsatz verlangt. Denn diese Zeit entscheidet über Deutschlands Zukunft. Sie verlangt auch von der deutschen Jugend Einsatz und Bewährung. Nationalsozialismus kennt keine Verweichlichung, sondern Härte in der körperlichen und geistigen Haltung. Heute zeigt sich, wer die Größe dieser Zelt versteht, wer in ihr steht und sie mitzugestalten bereit ist. ’ Die Verpflichtung der Jugend ist keine Formsache, sie ist Symbol für die Uebertragung einer verantwortlichen Ausgabe an die Jugend zum Besten von Volk und Vaterland. Ein Teil der Lasten, die die verantwortliche Generation unserer Zeit für das Wohl, das Leben und die Zukunft des neuen Deutschland zu tragen hat, geht fetzt auf die junge Generation über. Im Leben der germanischen Jugend war der Tag der weihevollste, an dem die herangewachsene männliche Jugend zum Manne erklärt wurde. Sie erwarb damit nicht nur die Rechte der Erwachsenen, sondern übernahm einen Teil der Verantwortung der männlichen Stammesmitglieder ür die Sicherheit und die Zukunft des Stammes. Dieser feierlichen Weihe ging eine harte Bewährungszeit voraus. Wer sie bestand, durfte sich zu den Besten des Stammes rechnen. Die Verpflichtung der heutigen deutschen Jugend ist ein ähnlicher Weiheakt. Er verpflichtet zur Treue gegen das Tanze. Die an sie gestellten Aufgaben werden größer und verantwortungsreicher werden. Aber jeder deutsche Junge und jedes deutsche Mädel werden ihren Stolz darin erblicken, in ihrer geistigen und körperlichen Haltung als vollwertig zu gelten. Es ist ein großer und für das künftige Leben des einzelnen wie des Ganzen ein bedeutsamer Schritt, den Deutschlands Jugend durch ihre Verpflichtung tut Tanz Deutschland schaut daher mit Stolz und in estem Glauben auf seine Jugend. herleitet. Der russische Drang nach Süden, nach emem Zugang zum Persischen Golf und zum Indischen Ozean prallt auf das Bestreben Englands, das Landglacis vor der Nordwestgrenze Indiens unter feiner Kontrolle zu halten. Indiens Schicksalsgrenze war seit Beginn seiner Geschichte der Nordwesten gewesen. Seit grauer Vorzeit sind trotz der Schwierigkeiten, die hohe Gebirge und unwirtliche Hochebenen großen Heereszügen in den Weg legten, alle fremden Eindringlinge über die Gebirgspässe des Nordwestens in das Pandschab hinabgestiegen und haben Indien erobert: Draoiden und Arier, Griechen und Jranier, Hunnen, Araber, Afghanen, Türken und Mongolen. Erst die europäischen Mächte der neueren Zeit, Portugiesen, Franzosen und Engländer, waren von der See her gekommen. Der Vormarsch des russischen Imperialismus in Vorder- Asien fand also begreiflicherweise die größte Aufmerksamkeit Englands. Seine Politik der Erhaltung des Türkischen Reiches, die das ganze vorige Jahrhundert beherrscht hat, will auch in diesem Licht gesehen werden. Sie zielte nicht nur daraus ab, Rußland vom Mittelmeer fernzuhalten, sondern sollte auch Indien von den europäischen Mächten isolieren. Sie genügte aber nicht mehr, um den russischen Vorstoß beiderseits des Kaspischen Meeres ju paralysieren. Ein 1876 mit Belutschistan geschlossenes Schutzbündnis gestattete den Briten die Besetzung von Quetta und des Bolan-Pasfes, womit einem russischen Vormarsch durch Afghanistan in die Indus-Ebene ein Riegel vorgeschoben wurde. Die bis 1887 vollendete Unterwerfung ganz Belutschistans erweiterte diesen Sperriegel auch gegen Iran. In der Folge entstand hier trotz des Gebirgscharakters der Grenzprovinzen ein strategisches Bahnnetz als Gegenstück zu den Militärbahnen, die Rußland in seinen eroberten Gebieten bis Merv vorgetrieben hatte. Afghanistan blieb die gefährlichste Reibungsfläche zwischen Rußland und England, ja 1885 wäre es um ein Haar zum Kriege gekommen, wenn nicht England damals ohne Bundesgenossen und durch den Krieg gegen den Mahdi im Sudan engagiert gewesen märe. So kam es zu einem Kompromiß über die afghanische Nordwest, grenze, wie sie noch heute besteht. Der russischbritische Gegensatz verlagerte sich indessen nun nach Dsten und Westen. Nach Osten zu begannen die Russen 1892 mit der Eroberung des Pamir-Hoch- landes, während die Briten, die feit 1881 die Nord- grenze nach Kaschmir vorgeschoben hatten, 1895 drei afghanische Grenzprovinzen sich einverleibten, 1901 Kafiri'stan mit den übrigen Landschaften zur Nord- west-Grenzprovinz vereinigten und schließlich 1904 durch eine Militärexpedition nach Lhasa den Priesterstaat Tibet dem britischen Einfluß öffneten. Nach Westen wurde um die gleiche Zeit Iran und der Persische Golf der Schauplatz des russisch-britischen Ringens. wurde er als Hauptmann in den General- stad versetzt. Im Weltkrieg war er zuerst Erster Generalstabsoffizier der 22. Reservedivision, bei Kriegsende Chef des Generalstabes des XV. AK. 1923 übernahm er als Regimentskommandeur das Berlin, 21. März. (DNB.) Generalfeldmarfchall v. Rundstedt kann am 22. März auf eine 50jährige Dienstzeit als Offizier zurückblicken. Er ist am 12. 12. 1875 in Aschersleben als Sohn eines Offiziers geboren. Nachdem er das Realgymnasium in Frankfurt a. M. besucht hatte, wurde er Kadett in Dranienftein und Lichterfelde und kam am 22. 3. 1892 als Portepeefähnrich zum Snfanterieregimet 83 in Kassel. Der erste Mrgang der jungen Parteigarde Unter dem Vorsitz des Reichsleiters Fiehler hi-el- n die politischen Leiter des Hauptamtes und die Cm Brückenkopf wir- gehalten Preispolitik im Kriege. je tisch en Spähtrupps vor dem Ab- t des Bataillons. Die ersten Schüsse peitschen o w Kämpfe war. Hausfrau — was fehlt hier? nötigerweise schmutzig werden. Bitte vergessen Sie also niemals, Ihre Wäsche nach dem Ein- weichen kurz durchzuspülen. Sie erleichtern dadurch dem Waschpulver die Arbeit. Die Wäsche sott im Kessel auch immer gut von Lauge umspült sein. Ab und zu mutz man umrühren, damit die Lauge alle Wäscheteile gut durchdringen kann. Dann bringt man die Wäsche langsam zum Aufkochen und läßt sie ein Viertelstündchen ziehen. Starkes Kochen ist unbedingt zu vermeiden. Es kostet Arbeit und Kohlen — vnd schadet nur dem Gewebe. ten die politischen , , Leiter der Gauämter für Kommunalpolitik in München eine Besprechung ad. Reichsleiter Fiehler stellte die Notwendigkeit der Einheit der örtlichen VerDiele Frauen machen sich auch mit der schmutzigen Berusswäsche unnötig Arbeit. Sie verbrauchen eine Menge Waschpulver und müsse,» tzäbei doch lange reiben und scheuern, bis de» Schmutz herausgeht. Warum das alles? Es gibt gute, fettlösende Reinigungsmittel, dis selbst öligen und zöhklebenden Schmutz lösen. Man nimmt diese Mittel sowohl zum Einweichen als auch zum Kochen. Auf eines mutz man dabei achten: Sachen mit blut- ode» eiweißhaltigen Veschmuhungen — Metzger» und Väckerkleidung — darf man nicht heitz eia? VÄchsn, wett sonst die Necken dntocnnefr . Ditte sehen Sie sich bas Bild an: die Wäsche wandert hier vom Einweichen direkt in den Waschressel» Da fehlt dazwischen etwas. Können Sie raten, was es ist? Das ist es: die Wüsche mutz nach dem Einweichen erst einmal gespült werden, damit der beim Einweichen gelockerte Schmutz, der an der Wäsche hängt, nicht mit in den Waschkessel kommt. Die Waschlauge würde ja bann davon ganz un» Hier finb Pak-Geschütze m vorbereitete Stellungen gebracht worben, um die Sowjets, bis über den zugefrorenen Fluß an greifen, unter wirkungsvolles Feuer zu nehmen. (PK.-Krkegsbevichte r Schmidt. fSch.j) Der junge Crfah in -er Winterschlacht Von Unteroffizier Karlheinz Ullrich. menden Jahrgang, sportgestählte kräftige junge Menschen, denen Lebenslust und Tatendrang aus den Augen leuchten, durch den freien Vortrag ihr Wesen bekunden und flott und sicher auf Fragen aller Wissensgebiete antworten und sich auch nicht verblüffen lassen, wenn abseitige Fragen ihre Selbstsicherheit und Allgemeinbildung auf die Probe stellen. Diese Haltung der jungen Menschen kam auch sinnvoll zum Ausdruck, als Dr. Ley den gesamten ersten Lehrgang um sich versammelte und zwanglos sich den Fragen der Jugend stellte. Das Verantwortungsgefühl und der Bewährungswille der jungen Menschen ist wohl die schönste Bestätigung, daß in den Adolf-Hitler-Schulen der Parte: und ihrer Jugend die Stätten der Bildung und Formung geschaffen sind, die von Dr. Ley und Baldur von Schirach für die Sicherung des Gedankengutes des Nationalsozialismus und für den Bestand der Nation gewollt war. Berlin, 20.März. (DNB.) In der Zeitschrift „Der Vierjahresplan" macht Reichskommissar für die Preisbildung, Staatssekretär Dr. Fischboeck, Ausführungen über die Aufgaben, die der deutschen Preispolitik im Kriege gestellt sind. Wie er aus- sührt, ist die deutsche Markwährung bewußt von der Golddeckuna und von der Auslandsgeltung unabhängig gestaltet worden, so daß die Stabilität unserer Währung ihren Ausdruck in den Preisen findet. Die Erhaltung der Kaufkraft der Währung wurde dem deutschen Volk vom Führer selbst zugesichert. Diese Zusage einzulösen bedarf es stabiler Preise. Das hier aufgestellte Postulat ist aber nicht schon dann verletzt, wenn einzelne Preise erhöht werden, sofern demgegenüber Preisermäßigungen stehen, die die Erhöhung annähernd kompensieren. Das Haupterfordernis ist auch noch dann gewahrt, wenn auf einzelnen Teil geb ie- t e n gewisse Preiserhöhungen eintreten, sofern diese ihrer Natur nach zeitbedingt sind und die Rückführung auf die Ausgangsbasis bei Eintritt normaler Verhältnisse mit Sicherheit erwarten lassen. Nur soweit die Kostensteigerung ohne Existenzgefährdung des Betriebes von diesem nicht getragen werden kann, ist die Weitergabe an die Volksgesamtheit als Konsumenten zulässig. In diesem Ausmaß aber müssen die Konsumenten die durch Preiserhöhung eintretende Konsumbeschränkung als Kriegsfolge tragen. Ein Versuch, dieser Kriegsfolge durch Lohnerhöhungen zu entgehen, stellt lediglich den gefährlichen Versuch dar, die auftretenden Schwierigkeiten auf andere abzuwälzen. So wenig eine Preissteigerung für Konsumgüter aus anderen Gründen tragbar ist,. so wenig darf auch die Preisbildung der Lieferungen a n das Reich, insbesondere für Rüstungsgerät, Preissteigerungen zulassen. Im Gegenteil: äußerste Sparsamkeit in den Geldausgaben auch auf diesem Gebiet ist umso notwendiger, je mehr der Rüstungsbedarf die volle Ausschöpfung aller Reserven an Arbeitskräften, Rohmaterial und freien industriellen Kapazitäten erfordert! Je ökonomischer die erwähn- Um Mitternacht hat sie erst einen Gegenstoß der Sowj ets ab gewi esen. Jetzt bringt der Femd von allen Seiten in Massen gegen das Dörfchen vor. Erst nach bitteren Verlusten^ auch der Kornpanie- führer ist gefallen, gibt der Rest der Kompanie T. auf und zieht sich wieder auf den Mittela!bschnitt zurück. Jetzt liegt die ganze Schwere des Kampfes bei der Kompanie B. Der Gegner darf nicht über T. hinauskommen. Oberleutnant B. geht selbst mit einem Zuge an die gefährdete Flanke, hält dort die heranstürmenden Sowjets auf, wirft sie teilweise im Nahkampf zurück und hält auch den wütenden Artillerieüberfällen stand. Nun aber gibt es keine Pause in diesem mörderischen Ringen mehr. Es ist der s e ch st e Tag bei T. Immer heftiger werden die Angriffe, immer geringer die Pausen zwischen den Kämpfen. Bataillon um Bataillon werfen die Sowjets in den Kampf, was spielt es eine Rolle für sie, wenn Hunderte von Toten auf dem Schneefeld zurückbleiben, der Schneesturm hüllt sie in wenigen Minuten ein. Ununterbrochen quellen die Massen aus dem Wald vor T. Alle Waffen setzten die Sowjets ein, Tag und Nacht dauert das Artilleriefeuer an, die Batterien versuchen, die dünnen deutschen Linien zu zerschmettern. Ein ganzes Bataillon folgt diesem Artillerieüberfall, stürmt heran, die Deutschen müssen ja jetzt zerschlagen sein. r , Aber die Soldaten vom jungen Ersatz, sie lugen hinter den Gewehren. Zwar sind die Reihen gelichtet, seit Tagen haben sie nichts mehr im Magen als Brocken gefrorenen Brotes, an den Bartstoppeln im Gesicht hängen Eiszapfen, die Wimpern sind weiß vom Reis, der Schneesturm, der endlich etwas nachläht, hat sie eingehüllt, sie liegen teilweise unter kleinen Schneewehen, aber sie schießen, wehren sich mit einem Heldenmut, der die Tage von T. zu einem Ruhmesblatt für das Feldersatzbataillon werden läßt. So läßt auch dieser sowjetische Angriff nur wieder neue Tote auf dem durchwühlten Feld vor der deutschen Linie zurück. Wieder sind es allem von diesem Angriff mehr als hundert Tote, die der Femd vor dem Bataillon liegen läßt. Besonders schwer hat es die rechte Flanke, im Nah kämpf erst kann der Ansturm abgeschlagen werden. Das Bataillon kann keine Unterstützung bekommen. Auf der ganzen Front greift der Feind unter Einsatz größter Massen an, und so müssen sich die Kompanien auch am achten Tage wieder schwerer Tag und Nacht haben die Soldaten des Batail- bms und die Pioniere der zugeteilten Pionierkompanie am Ausbau der Stellungen gearbeitet. Tag und Nacht, ohne sich Ruhe zu gönnen, »im klirrenden Frost und im eisigen Schneesturm. Das Essen wurde auf Panjeschlitten nach vorn gebracht, es war schon kalt, wenn die Schlitten es brachten. Was tat es, der Hunger nahm es in Kauf. Widerstandsnest auf Widerstandsnest wurde dem gefrorenen Boden abgerungen, Unterstände in die erstarrte Erde gesprengt. So war' die Sicherungslinie ent- chnitt des Bataillons. Die ersten Schüsse peitschen rurch die Nacht, die Maschinengewehrschützen jagen die ersten Feuerstöße aus ihren Gewehren gegen die Schatten auf dem weißen Feld. Mühelos werden die Angriffe der Spähtrupps abgewiesen. Aber schon am anderen Mvrgen sind die Sowjets wieder da und diesmal sind es keine Spähtrupps mehr. Vor allem gegen den Abschnitt der Pionierkompanie richtet sich der Angriff des Gegners. Mit schweren Granatwerfern und Pak versuchen die Bolschewisten hier eine Bresche zu schlagen. In immer größeren Massen kommen Se heran. Der Bataillonskommandeur bittet um nterstützung. Ein leichtes Flakgeschütz unter Führung eines Oberfähnrichs trifft an der gefährdeten Stelle ein. Der junge Oberfähnrich bringt fein Geschütz in Stellung. Schneidig packt er zu, achtet nicht auf das wütende Maschinengewehrs euer der Sowjets, sucht keine Deckung, sucht nur das beste Schußfeld, und dann jagen die Kanoniere den Sowjets ein vernichtendes Feuer entgegen. Die Pioniere haben Luft bekommen. Die Majchi- schlnengewehrschützen arbeiten an ihren Gewehren, die durch den irrsinnigen Frost — das Thermometer ist wieder unter dreißig Grab gefunden 2 ausfielen. Mit schmerzenden Fingern, die Schutzen haben die Handschuhe ausgezogen, um besser hantieren zu können, bringen sie ihre Maschinen gewehre in Ordnung, und dann Hammern sie ihre Garben in die Reihen der stürmenden Sowiets. Die Angreifer müssen ungeheure Verluste haben. Am späten Nachmittag vergeht ihnen die Lust am met teren Kampf, sie ziehen sich ^ruck Der An griff ist abgewiesen — für heute, denn trotz des er Witterten Kampfes find sich alle klar darüber, daß das immer noch ein Vorspiel der kommende Sonthofen, 20. März. (DNB.) Auf der Ordensburg Sonthofen werden die ersten Jahrgänge der hier zusammengefaßten Adolf-Hitler-Schulen abschließend beurteilt. Nach fünf Jahren Schulung stehen die heute 17- bis 18jährigen, die als erste aus der jungen Garde des Nachwuchses den Entwicklungsgang des Nationalsozialismus beschritten und die ersten Jahre der Auslese durchgestanden rhaben, vor Reichsorganisationsleiter Dr. Ley und Reichsleiter von Schirach. Es ist eine Beurteilung der gedanklichen Selbständigkeit, der politischen Veurtei- lungskraft und der natürlichen geistigen Anlagen und insofern auch für die Partei ein Augenblick der Prüfung, ob der Weg für die Erziehung ihrer Jugend den erwarteten Erfolg zeitigen wird. Da sich der erste Jahrgang der Adolf-Hitler- Schulen sofort nach seiner Entlassung freiwillig zur Wehrmacht meldet, wird 'ihr Bildungsgang ein anderer sein, als für sie friedensmäßig vorgesehen war. Wir sehen jetzt den ersten zur Entlassung kom- Hauptschriftleiter: Tr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvestreter deS Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Volittt und fflUoer: Dr. Fr. W. Lange; für das Feuilleton: Dr. Hans Thdriot; für Stadt Gies;en, Provinz, Wirtschaft und Sport: Ernst Blumschcin. Druck und Verlag: Brühlsche Univerfitätsdruclcret th. Lange K. G. Berlagsletter: Dr.-Jng. Erich Hamann; Anzeigenleiter: Hans Beck. Anzeigenpreisliste Nr. 6 ten Kosten faktoven eingesetzt werden, desto billiger muß auch der Preis für die erzeugten Geräte werden. . . Was die Preispolitik der Stabilität im Kriege besonders schwer macht, ist die überschüssige Kaufkraft, die mittels der bereitstehenden Mengen von Konsumgütern nicht befriedigt werden kann. Die Lösung dieser Ausgabe ist dadurch außerordentlich erschwert, daß die freie Kaufkraft sich keineswegs gleichmäßig auf die Volksgenossen verteilt. Der geeignetste Weg liegt m dem System des freiwilligen Sparens, indem der einzelne Volksgenosse diejenigen bei ihm einfließenden Geldbe- träge, die unter den- Kriegsverhältnissen nicht für den Einkauf von Bedarfsgütern ausgegeben werden sollen, dem Reich zur Verfügung stellt. Alle preispolitischen Maßnahmen sind wirkungslos, wenn es nicht gelingt, im Rechtsbewußtsein des Volkes die Ueberzeugung von der Notwendigkeit der Einhaltung der geltenden Bestimmungen zu ver- ankern. Uebertretungen von Preisvorschriften sind eine schwere Schädigung der Gemeinschaft. pflicht zur Preissenkung. Der Reichskommissar für die Preisbildung teilt mit, daß er auf alle nur möglichen Preissenkungen für ©egenftänbe bes allgemeinen Scharf s Wert legt. Jeber Kaufmann habe also seine Preise mindestens in einem dem Ueberge- roinn des Jahres entsprechenden Verhältnis zum Umsatz zu senken, und zwar derart, daß künftig kein Uebergewinn mehr entstehe. Preissenkungen der Lieferanten des Kaufmanns seien in voller Höhe weiterzugeben. Nicht zu senken seien die Preise, deren Unterschreituyg gesetzlich verboten ist. Außerdem brauche der Kaufmann solche Preise nicht von sich aus zu senken, zu deren Einhaltung er sich dem Hersteller gegenüber verpflichtet habe (z. B. bei Markenwaren). Wenn er diese Preise senken könnte, müsse er dem Hersteller davon Mitteilung machen, damit dieser in solchen Fällen seiner Pflicht zur Preissenkung nachkomme. waltung heraus. Ferner sprachen Reichsamtsleiter Dr. Jobst, Oberbürgermeister Dr. Ströliu (Stuttgart) und Bürgermeister Dr. Pagenkopf. * Der Führer hat dem ordentlichen Professor Dr. phil. Conrad Borchling in Hamburg aus Anlaß der Vollendung seines 70. Lebensjahres in Würdigung feiner wissenschaftlichen Verdienste auf dem Gebiet der niederdeutschen Philologie die Goethe- Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. * Der Führer hat den ordentlichen Professor Geh. Regierungsrat Dr.-Jng.e. h. August H e r t w i g in Berlin-Wilmersdorf aus Anlaß der Vollendung seines 70. Lebensjahres in Würdigung feiner Verdienste als Gelehrter und schöpferischer Ingenieur die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. standen. In dieser Sicherungslinie vor unserem Abschnitt ist auch unser Feldersatzbataillon eingesetzt worben. Die jungen Soldaten des Bataillons haben nicht umsonst Tag unb Nacht am Ausbau ihres Abschnittes gearbeitet. An ber rechten Flanke des Bataillons liegt vor einem scharfen Bogen bes Flusses das kleine Dörfchen T., links begrenzt den Sicherungsabschnitt ein kleines Birkenwäldchen. Hohe Schneewehen haben das Dörfchen fast zugeweht. Ununterbrochen heült der Schnee sturm, tagelang, die .Soldaten des Feldersatzbataillons, angestrengt vom fieberhaften Stellungsbau, liegen in ihren Löchern in angespannter Bereitschaft. Für viele von ihnen werden die Kämpfe He Feuertaufe sein. Zwei Kompanien unb eine unterstellte Pionierkompanic finb bereit, um jeden Preis diesen Abschnitt zu halten. Jede Stunde kann ber feinbliche Sturm beginnen, schon haben bie Spähtrupps Fühlung mit dem Feind; in einer Nacht sind plötzlich b i e e r ft e n Das Feldersatzbataillon hat seine ersten Verwundeten, auch der junge Oberfähnrich des Flakge- chützes ist verwundet, die Soldaten vom jungen Ersatz haben ihre Feuertaufe hinter sich. Die Nerven beruhigen sich wieder. Allein vor dem Abschnitt der Pionierkompanie werden über fünfzig tote Bolschewisten gezählt. Mit noch größeren Massen werden die Sowjets wiederkommen. Schon in der Morgendämmerung des nächsten Tages sind sie wieder da, wieder etwa in Bataillonsstärke; diesmal richten sich ihre Angriffe gegen die beiden Kompanien des Bataillons. Zuerst bekommt die Flügelkompame unter Leutnant H. den Druck zu spüren, dann in den späten Vormittagsstunden hat die Kompanie in ber Mitte des Abschnitts unter Führung von Oberleutnant B. ben Angriff mehrerer feindlicher Kompanien abzuweisen. Aber die eigene Artillerie hilft in ber schwersten Minute, ihr Feuer liegt dicht vor den eigenen Linien, eine Feuerwalze geht über die angreifenden Sowjets. Wieder ziehen sie sich unter blutigen Verlusten zurück. Es ist wieder Wend geworden, als es endlich still wirb vor dem Abschnitt des Bataillons. Die Kälte aber, biefer eisige Sturm läßt nicht nach, er ist der schlimmste Gegner in diesen schweren Tagen. Wenn die Soldaten in ihren Löchern hinter den Gewehren liegen, fällt er über sie her, bringt durch alle schützenden Hüllen. Das Gesicht, die Hände und Füße schmerzen. Die Männer reiben die gefährdeten Glieder stundenlang mit Schnee erb, um sie langsam wieder ins Leben zurückzurusen. Und doch bleiben manche an diesem Tage mit Frostschäden liegen, die Kameraden tragen sie zurück. Mt Schlitten werden sie zum Hauptverbandplatz zurückgeschafft, zusammen mit den verwundeten Kameraden. Nur ein paar Stunden gibt es Ruhe, schon am frühen Morgen des nächsten Tages beginnt der Kampf von neuem, dem Gegner ist es gelungen, rechts vorn Bataillon durchzu brechen, der rechte Flügel ist gefährdet. Und da in ber furchtbaren Kälte dieses Tages bei ber rechten Flugel- kornpanie nur noch zwei Maschinengewehre schießen, zieht sich die Kompanie von T. zurück, zieht sich nach links an die Nachbarkompanie heran, um nicht abgeschnitten und umgangen zu werben. Am Abend aber wirb T. wieber genommen, ein Stoßtrupp bringt überraschend im Gegenstoß in bas Dorf ein und wirft im erbitterten Kampf die Sowjets wieder aus dem Ort. Dennoch bleibt di e rechte Flanke offen. Und das wirb zum Verhängnis. Der Brückenkopf über die O., die Sicherungslinie muß unter allen Umständen gehalten werben, der Bataillonskomman- beur weist mit tiefem Ernst darauf hin. Er weiß, was ber nächste Tag bringen wird. Aber er weiß auch, daß er sich auf seine Soldaten vorn jungen Ersatz verlassen kann, das haben die Tage hier bei T bereits gezeigt, und die alten Soldaten, bie^ schon feit dem 22. Juni fast pausenlos am Feind sind, haben Achtung vor ihren neuen Kameraden bekommen. Die Hölle ist los am nächsten Tag. Von drei Seiten bekommt die Flügelkompanie schweres , ft euer Artillerie, Pak und Maschinengewehre be- leaen jedes Meter des Abschnitts mit wahnsinnigem Feuer. Aber noch hält die Kompanie das Dorf T. Angriffe erwehren. In Zwei-Kilometer-Breite kommen bie Sowjets wieber in Schwärmen gegen bie beutfche Linie. Sowjetische Batterien legen Vernichtungsfeuer auf bie Stellungen bes Bataillons. Heute haben bie Sowjets auch schwere Panzer babei. Rechts unb links sind bie Flanken eingedrückt, ber Rücken ber Kompanie B. ist offen. Dennoch wehren sich bie Solbaten vom Felberfatzbataillon verzweifelt gegen die erdrückende Uebermacht. Es nützt nichts, heute muß bie Kompanie zurück, langsam zieht 'sie sich zurück, um aber ein paar Stunden später unter Führung ihres Kompaniechefs wieder zum Gegenstoß anzutreten. Sie nimmt ihre alten Stellungen wieder. Die Sowjets haben auch an diesem Tage keinen Zoll Boden vor dem Abschnitt des Bataillons gewonnen. Aber es wird jetzt klar, daß die Sowjets alle Kräfte auf diesen Punkt konzentrieren. So werden denn die Flanken verstärkt. Ein Angriff wird aus T. anqesetzt, und trotz der Gegenangriffe der Sowjets wird ber Ort genommen. Die Kompanie B, gegen bereu Abschnitt wieber ber Hauptstoß gerichtet ist, hält auch heute die Stellung. Der Bataillonskommandeur überreicht Oberleutnant B. mitten im erbitterten Kampf das Eiserne Kreuz I. Klasse und zeichnet verschiedene weitere Angehörige ber Kompanie mit bem Eisernen Kreuz aus. Es ist der neunte Tag ber Kämpfe hier am Brückenkopf über die 0. bei T., unb auch heute erreicht ber Feinb nichts. Heute trifft aber Unterstützung ein; Sturmgeschütze fenben ihr vernichtendes Feuer in die angreifenben Schwärme der Sowjets. An diesem Tage sehen die Sowjets das Vergebliche ihres Bemühens ein. Ein einziges deutsches Bataillon hat trotz der erdrückenden Uebermacht im eisigen Sturm bie Stellung gehalten. Die eigenen Verluste finb schwer, aber bie beutsche Winter l i n i e würbe gehalten, unb sie wirb gehalten werben, bis von ihr aus bie beutschen Ver- bänbe wieber zum neuen Stoß antreten werben. In bieten Kämpfen um die Winterlinie haben sich nie Soldaten bes Felbersatzbataillons ihr Denkmal gesetzt. __ Helten vernichteten die Reste der Tschungking-Armee am Unterlauf des Perl-Flusses bei Kanton. * Das japanisch-sowjetische Fischereiabkommen wurde auf ein neues Jahr verlängert. Ein deutsches Unterseeboot torpedierte an der atlantischen Küste der USA. ein amerikanisches Handelsschiff von etwa 5—6000 BRT. Das Schiff sank innerhalb weniger Minuten. Die Besatzung landete in einem amerikanischen Hafen. Die Ladung bestand aus Rohgummi und Kupfer. Ä 976 D H 01231 Steinberg, im März 1942. 99OD Statt Karten. Danksagung. 01214 01203 971D and. G. 21* 980 D Goethestratze 32. 966P m a mögl.Kliniksgeg. Schr. Angeb. mit Ang. unt. 01236 Alten Schmuck Heilgymnastin sucht in Nähe der Frankfurter Straße schön möbliertes Zimmer in gutem Hause.-Schriftliche Angebote unter Nr. 01233 an den Gießener Anzeiger erbeten. Klingele Elemente eingetroffen Carl Schunck Bahnhofstr. 66. 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Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme an dem schweren Verluste, den wir durch den Tod meines lieben Mannes, des Vaters seiner Kinder (Helmut und Herbert), unseres lieben Bruders, Schwiegersohnes, Schwagers, Onkel und Cousin Ernst Rinn, Gefreiter in einem Inf.- Regiment, erlitten haben, sagen wir allen auf diesem Wege unseren innigsten Dank. Im Namen aller Angehörigen: Elisabeth Rinn, geb. Hofmann. Heuchelheim, den 21. März 1942. gesucht Schr. Ang. unter Danksagun Allen denen, die uns bei unserem schweren Verluste aufrichtige Teilnahme erwiesen, sagen wir hiermit herzlichen Dank. Im Namen der Hinterbliebenen: Marie Gräf, geb. DelbeL Gießen (Mühlstraße 32), den 21. März 1942. Putzfrau stundenweise gesucht. . ... Verwaltung 836d der klinischen Univ. -Anstalten Grcnen, frankfurter Stratze 53 zu kauf, gesucht. Dan. Ms Nach!. Karl Geilfus Gietzen lou?8 Horst-Wessel- Wall 53. Mittel für 15 NM. zu verkaufen. Schrift!. An geb. Aelkere M oöer Fräulein wird zur Betreuung eines älteren Herrn gesucht. — Schriftliche Angebote unter Nummer 01239 an den GietzenerAnzeiger erbeten. Gesucht zum 1. April ein Kellnerund ein KochleHrling sowie ein Haus- und Küchenmädchen u. ein Hausdiener Gefl. Angebote an JBahnhof-Hotel, Bad-Nauheim 993 D Putzfrau gesucht, eventl. aushilfsweise Geograph. Inst tut, Brandpl. 4II Angeb. von 15 bis 18 Uhr erb -- 999 D Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgang unserer lieben Entschlafenen Frau Anna Heisen geb. Hermann sowie für die vielen Kranzspenden und die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Jost sagen wir allen auf diesem Wege innigsten Dank. Besonders danken wir den Ärzten und Schwestern der Frauenklinik für die liebevolle Pflege während ihrer Krankheit. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Konrad Heisen. Statt Karten. Danksagung. Für die überaus zahlreichen Beweise herzlichster Anteilnahme des durch tragischen Unglücksfall entstandenen Verlustes unseres heben Werner-Hans sagen wir auf diesem Wege unseren tiefempfundenen Dank. Insbesondere danken wir Herrn Pfarrer Schmidt für seine trostreichen Worte, sowie seinefh Klassenlehrer Herrn Simon für seine lieben Worte im Namen seiner Schulkameraden und Kameradinnen. Die tieftrauernden Eltern: Lehrling gesucht (Vom Arbeitsamt genehmigt) C. Wagner Maler- u. Weißbindergeschäft Gießen, Stephanstraße 17 01218, Am 19. ds. Mts. entschlief sanft nach kurzem Leiden unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Christine Menges geb Menges Inhaberin des goldenen Mutterkreuzes im 83. Lebensjahr. Die trauernden Hinterbliebenen. Großen-Linden, den 21. März 1942. Die Beerdigung findet Sonntag, 22.März, nachmittags 3.00 Uhr, vom Sterbehause, Bahnhofstraße 56, aus statt. Hart und schwer traf uns die unfaßbare, schmerzliche Nachricht, daß bei den schweren Kämpfen im Osten mein lieber, guter sonniger Junge, mein lieber, einziger Bruder, unser lieber Enkel, Schwager, Onkel, Neffe und Vetter Karlheinz Möller Soldat in einer Nachrichten-Abteilung rrtr 2-Februar im 21. Lebensjahr in treuer Pflichterfüllung sein junges Leben opferte. Wiedersehen war seine und unsere größte Hoffnung. 6 In tiefem Schmerz: Margarete Möller, geb. Weisel Jenny Weisel, Wwe. Gertrud Wolf, geb. Möller Herrn. Weisel u. Familie Dr. Wilh. Wolf Liesel Leib. z. Z. b. d. Wehrmacht Gießen (Sonnenstr. 6), Butzbach, 21. 3,1942. 01212 Putzfrau für täglich einige Stunden gesucht. Zeit nach Vereinbarung. Franz Vogt & Co. Berufstätiger höherer Beamter sucht tadellos möbliertes Zimmer evtl, mit Verpflegung. — Schrift- licheAngebote unter Nummer 01245 an den Gießener Anzeiger erbeten. legehillio für 15. April ob. 1. Mai gesucht. Prof. Dr Küst, Gießen, -Leihgesterner Weg 20 . 987D 2 gut möblierte Zimmer o. ein gut. möbl. Doppelzimmer o. Studentinnen z. 1. April gesucht. Schr. Ang. unter 01240 a.d.G.A. Zwei 8« l’ftt- cmiM stellt sofort ein Heinr.Schomber Dachdeckermstr. ä Gietzen, Alterweg 22. Für die Betreuung einer Anzahl nebenberuflich.Inkassoagenten suchen wir zum sofortigen Antritt einen Inspektor für den Bezirk Gießen. Herren, die im Verkehr mit Pri- vatkundsch. erfahren sind und sich der Assekuranz zuwenden wollen, werden gebeten, Bewerbung einzureichen. Sorgfältige Einarbeitung erfolgt. Feste monatliche Bezüge, Abschluß- und Anteilprovision, sowie Fahrtspesen-Vergütung. Ausführliche Angebote an DEUTSCHER LLOYD Lebensversicherung Akt. Ges. Leipzig C1, Markt 2, Lloydhans. 973 V Danksagung. Für die vielen Beweise inniger Teilnahme, die uns schriftlich und mündlich anläßlich des Heldentodes unseres lieben Sohnes und Bruders, Walter Jung, Soldat in einem Infanterie-Regiment, dargebracht wurden, sagen wir auf diesem Wege herzlichen Dank. Besonders danken wir dem Gesangverein Eintracht für den Gesang und die Kranzspende, Herrn Pfarrer Reusch für die tröstenden Worte und dem Kirchengesangverein für die Mitwirkung bei der Gedächtnis- ^e^er* In tiefer Trauer: Ludwig Jung III. und Familie Vo^tsche Privat- Handelsschule Gießen Goethestraße 32 Auf nähme pr. fang für die (969a einjähr. Handels- fachkiasse am 31.3. u.1.4.42 Anmeldungen f. d. neue Schuljahr u." Auskunft im Schulgebäude Gießen, Goethe- str. 32, Rn! 248C. SWvkllli nimmt n. Kundschaft, nutzer dem Hause, an 01217 Lohrmann, Hammstr. 19 lll Statt Karten. Danksagung. Allen, die uns bei dem schweren Verluste unseres unvergeßlichen Sohnes, meines lieben Bruders, Uffz. Herbert bchieferstein, mündlich und schriftlich ihre herzliche Teilnahme erwiesen, sagen wir auf diesem Wege unseren aufrichtigen Dank. Im Namen aller Angehörigen: ' Hermann Scbieferstein, Lagerhalter und Frau Wilhelmine, geb. Hahn Therese Scbieferstein. Krofdorf, im März 1942. Tüchtige Frau oder Mädchen für einigeStund. des Tages für Hausarbeiten gesucht. Anfrag, v. 17 Uhr ab erb. Bäckerei Weil Steinstr. 70 (01 goe Gebrauchter, gut erhaltener KinilerspiCiSchrank sowie Bänkchen und Stühlchen zu kauf, gesucht. Schr.Angeb.unt. 01190 and.G.A. Gut erhaltener WMslg ru kaut, gesucht. Schr.Angeb.unt. 01175 and.G.A. Beamter (3 erw. Pers.) sucht bald od. später schöne WoimnnK im Südviertel oder Stadtmitte (kein Parterre. Schr.Angeb.unt. 01247 and.G.A. Leeres heizbares Zimmer von Fräulein gesucht. Schr.Angeb.unt. 01255 and.G.A. Junge Frau mit 3jähr. Kind sucht f. die Dauer von 6 Woch.i. Gietzen oder Umgebung 1-2 möbl. zim ner in gutem Hause. Schr.Angeb.unt. 01200 and.G.A. Mediziner sucht zum 1. 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Von der Hessischen Landesregierung wurden die Osterferien wie folgt bestimmt: Erster Ferientag Donnerstag, 2. April, letzter Ferientag Mittwoch, 8. April. Wiederbeginn des Schulunterrichts am Donnerstag, 9. April. gerne annahm. Reger ist Dann nach jenem ersten Konzert, wo er Marteau begleitete, jahrelang bis zu seinem Tode regelmäßig und gern nach Gießen gekommen. Professor Walther, Det zahlreiche Bilder und Briefe Regers bewahrt,' hat berechnet, daß Reger, als Solist oder mit dem Meininger Orchester, im ganzen 134 Konzerte Jn Gießen gegeben hat: das ist gewiß eine ungewöhnlich stattliche Zahl, die allein schon Regers markante Stellung im Musikleben der Stadt kennzeichnet; seine persönlichen Beziehungen zu Gießen werden am besten dadurch charakterisiert, daß er Professor Walther, in dessen Besitz sich das Original befindet, eine Suite für Bratsche, dem Ehepaar Walther, bei dem er häufig schlossenen Mut bewiesen, der Ihnen Ehre macht." Lili wurde das UrbiD der Dorothea in „Hermann wachenden Liebe zu Frau von Stein will das Andenken an die verlassene Lili in Frankfurt nicht ganz verblassen. Jetzt, wo er sich frei fühlt von dem Zwang der Verhältnisse, erblickt er Lili in verklärtem Licht. Die Reinheit und Schönheit ihrer Persönlichkeit wächst in der Erinnerung ins Ideale und gibt ihm die Anregung zu neuen Lili-Liedern. Mitten in der Einsamkeit des Thüringer Waldes packt ihn am 23. Dezember plötzlich die Erinnerung an sie: „Holde Lili, warst so lang All mein Lust und all mein Sang, Bist, ach, nun all mein Schmerz, und doch All mein Sang bist du noch." len kann. Was der Gastwirt von sich aus mit gutem Gewissen möglich machen kann, wird er sicherlich immer tun, um seinen Gästen den Aufenthalt angenehm zu machen. Ein „wunder Punkt" für manchen Gastwirt tritt namentlich an den Sonntagen, aber auch werktags und zur Abendbrotzeit dem aufmerksamen Beobachter in den Gesichtskreis. Man sieht da oft Gäste auftauchen, die unter den normalen Verhältnissen der Friedenszeit jedem Gaststätteninhaber sehr willkommen sind, jetzt aber im Hinblick auf die gerechte Verteilung aller Lebensrnittel es sich ernstlich überlegen müßten, ob sie in die Gaststätte zum Essen gehen sollten. Der Gastwirt kann heutzutage nicht alles das, was zur Ausstattung des Mittagstisches oder des Abendessens erforderlich ist, in unbe- schränktezr Mengen beziehen. Der Grundsatz der gerechten Zuteilung für jeden Versorgungsberechtigten ist heute mehr denn je oberstes Gesetz. Unter diesem Erfordernis haben die Gaststätten in erster NBLMaster Dae A6C = pflafter ivärmt kräftig. Durch eine bedeutend gesteigerte Durchblutung der erkrankten Stelle werden Sieden Schmer? verursachen« Den Stoffe fortgeschwemmt. Schon bald tritt Linderung und Befreiung ein. Saubere Anwendung, keine Störung während Oer. Arbeit. Jn Apotheken zu RIK 1.31 erhältlich. „Empfinde hier, wie mit allmächtigem Triebe Ein Herz das andere zieht. Und daß vergebens Liebe Vor Liebe flieht." Dann gewinnt allmählich die Liebe zu Frau von Stein die Oberhand, aber nur scheinbar. Vier Jahre nach seiner Trennung von Lili wurde eine mit dem Herzog Karl August unternommene Schweizerreise ihm ein willkommener Anlaß, seine Jugendbraut noch einmal wiederzusehen, ebenso wie er in Sesenheim durch Aussprache mit Friederike den Frieden seiner Seele wiederzugewinnen hoffte. _ Wie vieles hatte sich in den vier Jahren verändert: Goethe war in Weimar der Freund des Herzogs Karl August geworden und zu Amt und Würden gekommen, als genialer Dichter überall gefeiert und verehrt. Lili hatte sich nach ihrer Entlobung um die Mitte des Jahres 1776 auf Drängen, ihrer Mutter mit einem Herrn 23ern art) verlos, der ein Hüttenwerk in der Nähe von Straßburg befaß, aber, wie sich später herausstellte, in zerrütteten Lebensoerhültnissen lebte, infolgedessen seine Heimat verließ und verscholl. Die Folge dieser neuen schweren Enttäuschung war, daß Llli auf em langes, schweres Krankenlager geworfen wurde. Kaum zwanzig Jahre alt, verlobte sie sich 1778 zum dritten Mal, diesmal mit dem reichen und angesehenen Straßburger Bankier Friedrich vonTürkheim, der schon früher Lili, ehe sie sich mit Goethe verlobte, geliebt hatte. Er erfreute sich großen Vertrauens bei seinen Mitbürgern und bekleidete eine Reihe von wichtigen Aemtern. Im Februar des nächsten Jahres übersandte ihr seine „Stella" mit den auf sie gemünzten Versen: Berühmte Musiker in Gießen zu Gast Zum bevorstehenden Jubiläum des Gießener Konzertvereins. Seit dem 25. August 1778 war Lili mit Herrn von Türkheim verheiratet. Als Goethe sie im September 1779 in Straßburg besuchte, war sie Mutter eines sieben Wochen alten Kindes. Goethe gewann den Eindruck, daß sie recht glücklich verheiratet sei. Er war zweimal bei ihr zu Tisch und schied im besten Einvernehmen und tiefsten Frieden von ihr. Die Revolutionsjahre brachten über die Familie Türkheim, deren Haus Mittelpunkt der.ersten Gesellschaft geworden war, großen Kummer. Herr von Türkheim war 1792, als die Unruhen über Straßburg hereinbrachen, zum Bürgermeister der Stadt erkoren worden. Als Konservativer und Aristokrat dem Pariser Wohlfahrtsausschuß verdächtig, wurde er seines Amtes enthoben und aus Straßburg aus- gewiesen. Er siedelte darauf mit seiner Familie nach dem lothringischen Dorf Posdorf über, wo er ein kleines Gut besaß. Hier lebte die Familie anderthalb Jahre in Ruhe, bis Anfang Juli 1794 der Verhaftungsbefehl von der Schreckensherrschaft in Paris ausgesprochen wurde. Durch den Maire des Dorfes rechtzeitig gewarnt, kam er, als Holzhauer verkleidet, noch rechtzeitig über die Grenze und erreichte Saarbrücken. Auf feine Aufforderung kam Lili mit ihren fünf Kindern nach, nur begleitet von dem Hauslehrer der Kinder, Redslob. Das jüngste hatte sie in ein Tuch gebunden und trug es auf dem Rücken. Jn Mannheim stießen sie mit Herrn von Türkheim, der sich bereits auf das rechte Rheinufer begeben hatte, wieder zusammen. Von dort begab sich die Familie nach Erlangen, wo sie ein Jahr lang in tiefster Zurückgezogenheit lebte. Nach Beendigung der Schreckensherrschaft kehrte Herr von Türkheim im Juli 1795 nach Straßburg zurück. 'Im September konnte auch die Familie nachfolgen. Im Jahre 1800 erwarb er ein kleines Landgut in Kraut- ergersheim, wenige Stunden von Straßburg. Hier lebte Lili, verehrt, ja vergöttert von ihrem Gemahl und ihren Kindern, bis zu ihrem Tode am 17. Mai 1817. Ihre Söhne versahen während der napoleonischen Zeit Kriegsdienst in der französischen Armee. Am 14. Oktober 1806 erkannte Goethe in Weimar in einem französischen Husarenoffizier, der sich angelegentlich nach ihm erkundigt hatte, einen Sohn von Lili. Es war der jüngste, der 1840 als Oberstleutnant starb. Goethe, der von dem Schicksal Silis Kenntnis erhielt, schrieb am 30. März 1801 voll Bewunderung an sie: „Sie haben in den vergangenen Jahren viel ausgeftanden und dabei, wie ich weiß, einen entuns in Gießen zu Gast. Er gab ein „großes Vocal- und Jnstrumental-Concert, dessen Originalprogramm, ein reizvolles musikgeschichtliches Dokument/ sich im Besitz von Professor Walther befindet. Als Höhepunkte seiner persönlichen Erlebnisse im Gießener Musikleben hat Professor Walther die Jahre von 1909 bis 1915 bezeichnet, als — neben Richard Strauß unD Hans Pfitzner — Max Reger alljährlich in Gießen weilte und mit den Meiningern oder als Solist im Konzertverein spielte. Professor Walthers persönliche Bekanntschaft mit Reger wurde in Heidelberg geschlossen, wo der bedeutende ftanzösische Geiger Henri Marteau, der 1909 zuerst mit Reger zusammen in Gießen musizierte, die Uraufführung seines neuen Violinkonzertes spielte. Professor Walther fuhr zu diesem musikalischen Ereignis nach Heidelberg und schlug Max Reger vor, auch einmal zu uns nach Gießen zu kommen, eine Einladung, die d^r Komponist In wenigen Tagen wird man das erste der Jubiläumskonzerte zu hören bekommen, mit denen der Gießener Konzertverein sein 1 5 0 j ä h - riges Bestehen festlich und würdig zu begehen gedenkt. Der Konzertverein, im Jahre 1792 als „Musikalische Gesellschaft" von Geheimrat Professor Dr. T h o m in Gießen begründet, darf sich rühmen, eine der ältesten, der Musikpflege dienenden Vereinigungen Deutschlands zu sein. Von seiner Bedeutung für das kulturell^ Leben in unserer Stadt wird zu gegebener Zeit noch zu sprechen sein; seine Geschichte — auch sie wird, wenigstens in großen Zügen, aus Anlaß des Jubiläums und der in Aussicht genommenen Festwoche überblickt werden — ist im wesentlichen bezeichnet durch die Tätigkeit seiner Dirigenten. Der erste musikalische Leiter des Konzertvereins war Dr. phil. Simon Gaßner, der, in Wien geboren, von Darmstadt zu uns kam und von 1816 bis 1826 als Universitätsmusikdirektor die Geschicke des Konzertvereins leitete. Im folgte von 1826 bis zu feinem Tode, 1863, Heinrich H o f - mann; dessen Nachfolger war, bis 1874, Wilhelm M i ck l e r. Dann kam von 1874 bis 1890 Adolf Felchner, dann, von 1896 bis 1926, der um das Gießener Musikleben hochverdiente und noch unvergessene Professor Gustav Trautmann. Seit Trautmanns Tode (1926) bis zum heutigen Tage leitet Universitätsmusikdirektor Professor Dr. Stefan Temesvary den Verein. Ein reiches und vielseitig interessantes Material zur Geschichte des Konzertvereins und des Gießener Musiklebens überhaupt hat Professor Dr. weck. Heinrich Walther gesammelt. In seinem Hause hat er viele der bedeutenden. Gäste empfangen, die im Laufe der Jahre beim Konzertverein musiziert haben und, wie im besonderen Max Neger, einen hervorragenden Platz in der Geschichte der Gießener Musikpflege einnehmen. Frau Professor Walther hat uns, ihren zur Zeit erkrankten Gatten liebenswürdig und sachkundig vertretend, einen Einblick in das hier zusammengetragene reiche Material gewährt und uns aus ihren persönlichen Erinnerungen an berühmte Musiker erzählt, die oft und gern an den Abenden des Konzertvereins in Gießen gespielt haben. Einiges davon soll, als ein vorweggenommener kleiner Beitrag zUm Jubiläum, hier wieder- gegeben werden. Schon lange vor der Zeit, In die persönliche Erinnerungen zurückreichen, war als erster großer deutscher Komponist der Schöpfer des „Freischütz", Carl Maria von Weber, im Jahre 1811 bei umfangreiche Gästebuch, angefüllt mit Autogrammen, Bildern, Noten und Koyzertprogrammen, ist eine seltene und interessante Sammlung von Erinnerungen an berühmte Besucher und kann als eine Chronik des Konzertvereins und des Gießener Musiklebens im Spiegel erlauchter Dirigenten und Solisten gelten. Aus der großen Zahl derer, die sich hier verewigt haben, feien nur einige der markantesten Namen herausgegriffen. Nicht alle werden sich beispielsweise erinnern, daß auch Richard Strauß einmal bei uns gastiert und als Pianist und Begleiter des Tenors Hans Buff-Gießen eigene und fremde Lieder gespielt hat. Marie Wittich, bedeutendes Mitglied der Dresdener Oper, hat in Gießen gesungen. Der Thomaskantor und hervorragende Oraelmeister Günther Ramin hat sich vor allem durch feine Reger-Konzerte um das Gießener Musikleben verdient gemacht. Elly Ney ist 1910 zum ersten Male, bei uns zu Gast gewesen. Neben den Sängerinnen Sigrid Onegin und Lilly Lehmann seien die spanische Pianistin Teresa C a r e n o und der namhafte deutsche Musikhistoriker Professor Dr. Hans Joachim Moser genannt, der beim Konzertverein als Sänger gastierte. Der große Pianist Wilhelm Backhaus hat oft in Gießen gespielt, zuerst als ganz junger Mensch im Jahre 1900, von Frankfurt kommend, wo er damals bei Eugen d'Alb ert seine Ausbilduna genoß. Während des Weltkrieges hat Backhaus sogar über ein Jahr in Gießen zugebracht, und zwar als Soldat. Mit den Namen von Gretchen D e f j o f f, der Leiterin des Defsoffschen Frauenchors in Frankfurt a. M., der Pianisten Frederic L a m o n ö, Conrad Ansorge, Edwin Fischer und Walter Gieseking, des Geigers Professor Kulenkamps und des Baritons Heinrich Schlusnus sei die Reihe erlauchter Gäste des Gießener Konzertvereins und im Haufe Walther, die sich natürlich mühelos verlängern ließe, für heute beschlossen, -y- Goethe und Litt. Zu Goethes 11V. Todestage am 22. März. Von allen Frauen, die in Goethes Leben eine Rolle gespielt haben, hat die Frankfurter Bankierstochter Lili Schönemann seinem Herzen am nächsten gestanden. Sie war nach ihrer ganzen Charakteroeranlagung vielleicht die einzige, die ihn wahrhaft hätte glücklich machen können. Dessen war sich Goethe selbst bewußt. Noch im Alter von achtzig Jahren sprach er, als die Rede auf sie kam, mit jugendlichem Feuer non ihr: „Sie war in der Tat die erste, die ich tief und wahrhaft liebte. Auch kann ich sagen, daß sie die letzte gewesen ... Ich bin meinem eigentlichen Glücke nie so nahe gewesen als in der Zeit jener Liebe zu Lili." Wenn die Verlobung trotz dieser günstigen Vorzeichen auseinanderging, so lag die Ursache neben nichtigen äußeren Widerständen an Goethe, der sich nicht so früh für immer binden wollte. Er hat sich selbst dazu geäußert: „Die Hindernisse, die uns auseinanderhielten, waren im Grunde nicht unüber- fteiglich — und doch ging sie mir verloren." Wie tief feine Neigung zu ihr war, darüber wurde er sich erst klar, als er sich im Sommer 1775 für drei Monate von ihr getrennt hatte. UeberaU begleitete ihn ihr holdes Bild, ob fein Blick entzückt von den Bergeshöhen über den blauen Züricher See schweift, ob er den Rigi besteigt ober über den Vierwaldstättersee fährt. „Wenn ich, liebe Lili, dich nicht liebte, Welche Wonne gäb mir dieser Blick! Und doch, wenn ich, Lili, dich nicht liebte, Fänd' ich hier und fänd' ich dort mein Glück?" Ja, als er die Gotthardstraße erklommen hat und den Abstieg nach dem Land seiner Sehnsucht antreten will, ersaßt ihn auf der Paßhöhe im Angesicht des gelobten Landes eine übermächtige Sehnsucht nach ihr: Er kehrt um und ist Ende Juli wieder in Frankfurt. Aber nun quält ihn wieder die seelische Unrast, diese launenhafte Unbeständigkeit, die ihm seine Jugend so oft vergiftet hat. Mitte September ist die Verlobung aufgehoben. Sein Drang nach Lebensfreiheit hat die Oberhand behalten. Den pein- vollen Seelenzustand erleichtert ihm das Schicksal. Er folgt der Einladung nach Weimar. Und doch, auch in der Fülle neuer Eindrücke, die auf ihn einstürmen, selbst unter dem Einfluß der mächtig er- Oer Körper im Schlafe. Der Schlaf ist eine Wegwendung von den Ereignissen des Lebens, in der der Mensch untätig und unzugänglich wird. Wie aber verhalten sich die Körperorgane im Schlafzustande? Auf diese Frage gibt Viktor von Weizsäcker in der Wochenschrift für neue deutsche Heilkunde ,Hippokrates", in jöer er das Problem des Schlafes nach den Der* schied en en Seiten behandelt, eine eingehende Antwort. Im Schlafzustande sind die Tätigkeiten der Organe fast ausnahmslos verändert. Die Arbeit zahlreicher Drüsen, des Herzens und des Kreislaufs, Atmung, Temperatur, Stoffwechsel und Erregbarkeit werden herabgesetzt oder verändert, und diese Umstimmung ist allgemein. Während die meisten Derdauungsdrüsen und die Schweißabsonderung im Schlafe nicht stillgelegt find, erscheint die Tätigkeit der Speichel- und Tränendrüsen erheblich vermindert. Der Puls ist verlangsamt, die Gliedmaßen und die Haut sind etwas stärker durchblutet, vielleicht hat das Gehirn eine leichte Blutfülle, die Kreislaufgeschwindigkeit ist im ganzen herabgesetzt. Die Atmung wird mehr Brustatmung, die Pause nach der Ausatmung wird verlängert, die Erregbarkeit des Atemzentrums herabgesetzt, die Neigung zum periodischen Atmen vermehrt. Auch der Stoffwechsel kann etwas sinken, die Körpertemperatur neigt namentlich gegen Morgen im Nachtschlaf zum Absinken. Andererseits bringt der Schlaf eine stärkere motorische Tätigkeit, besonders bei Kindern, aber auch bei Kranken, das Herumwälzen, Zucken, Schmatzen, Kauen, Zähneknirschen, Kopfwenden, auch das Schnarchen kann dazu gerechnet werden. Zu einem großen Teil find die motorischen Schlafbedingungen als sogenanntes Schlafzeremoniell zu verstehen: ob auf dem Rücken, dem Bauche, der linken ober der rechten Seite, ob gerollt oder gestreckt, flach oder steil, bei gebeugten oder gestreckten Handgelenken der Schlaf am besten eintritt — dies alles ist njcht nur individuell verschieden, sondern persönlich bedeutsam und darum Schlafbediügung, die Schlafpose ist ein gewordener Brauch des einzelnen. Sie ist jedoch nicht unentbehrlich; müde Menschen schlafen im Sitzen, Reiten und Stehen. Ein Gasthausbesuch ist meist unterhaltend. Am Stammtisch kann man mit guten Freunden und Bekannten über mancherlei Dinge des gemeinsamen Interesses sich den Kopf warmreden oder auch ab- kühlen lassen. Aber auch abseits vom Stammtisch fehlt es dem aufmerksamen Beobachter nicht an Stoff zu erkenntnisreichen Folgerungen für das Leben des Alltags. Von diesen letzteren sei hier einiges zur Würdigung durch andere Gasthausbesucher mitgeteilt. In erster Linie wird jedem Gast, vor allem dem täglichen Besucher zum Mittag- oder Abendbrottisch, die starke Belastung des Gastwirts und seiner wackeren Helferin im Geschäft, der Ehefrau, zu jeder Stunde bemerkbar, auch ohne Worte und Klagen vom Buffet her. Die Kriegsoerhältnisse haben es auch im Gaststättengewerbe mit sich gebracht, daß die Zahl der Helfer bei der Bedienung der Gäste gegenüber früheren Jahren erheblich geringer geworden ist, der Kreis der Besucher dagegen eine erhebliche Ausweitung erfahren hat, woraus sich für den Gastwirt und feine Frau zwangsläufig eine starke Vermehrung der Arbeitslast ergibt Nicht minder erschwerend wirkt sich für den Arbeitsablauf in der Gaststätte die unbedingt notwendige sorgsame Handhabung der Lebensmittelkarten und der peinlich genauen Bewirtschaftung der Vorräte aus, denn auch auf diesem Gebiete muß wie in jedem Haushalt mit strengen Maßstäben gewirtschaftet werden, wenn alle'© nach den Notwendigkeiten der Kriegs- ernährungswirtschaft und der gerechten Zuteilung an jeden Verbraucher klappen soll. Der Gastwirt am Schanktisch und seine Frau in der Küche sehen sich bei diesen Erfordernissen und dem starken Andrang der Gäste oft vor schwierige Aufgaben gestellt, die sorgsames Ueberlegen und unbeirrbare feste Haltung erforderlich machen und es nicht immer gestatten, den gelegentlich immer noch vorgebrachten Sonderwünschen von Gästen zu entsprechen. Bei dieser Sachlage sollten alle Gaststättenbesucher, insbesondere die Mittagstisch- und Abendbrotgäste, dem Gastwirt weitgehendes Verständnis entgegenbringen und von Verlangen Abstand nehmen, die er im ^Hinblick auf die dringende Notwendigkeit der Lebensmittelwirtschaft zur Zeit einfach nicht erfül- Aus der Stadt Gießen. . Frühlingsanfang. Was der Wettergott auch unternehmen mag: am heutigen 21. März tritt Der Frühling an. Ob es regnet, ob die Sonne scheint oder der Blitz herniederfährt, an der Tatsache, daß sich nunmehr der Lenz im Lande befindet, ist nicht zu rütteln. Das ist ganz in der Ordnung, und diese Ordnung entdeckt zu haben, ist das Verdienst der Astronomen. Sie weisen nach, daß die Sonne auf ihrer scheinbaren Bahn um die Erde am 21. März den Frühlingspunkt erreicht, der uns die Tag- und Nachtgleiche bringt und gleichzeitig die Aussicht auf die bekannten linden Lüfte verheißt. Da sich diese Feststellung mit der Erfahrung paart, ist jeder Zweifel ausgeschlossen, so daß wir mit Fug und Recht dem Winter Ade sagen können, dem wir keine Träne nachweinrn werden. Allerdings: in unseren Zonen Überrascht uns der Frühling selten über Nacht mit Blütenpracht und Farbenspiel. Er kommt allmählich, und manchmal scheint er sich erst zaghaft umzuschauen, ob der Winter auch wirklich das Feld geräumt hat. Denn mit dem bärbeißigen Gesellen ist nicht zu spaßen; „Schauer körnigen Eises" sendet er manchmal häufiger, als uns lieb ist. Daher ist es nicht ratsam, dem Frühling jetzt schon durch Ablegen des Mantels zu huldigen, man würde sich mindestens einen respektablen Schnupfen holen. Immerhin beginnt der Chor der gefieberten Sänger bereits mit feinen Hebungen, die Amsel ruft schon in der Morgenfrühe, und die Finken schlagen dann und mann, daß es eine wahre Freude ist. Und wer die Knospen am Kastanienbaum ober am Fliederstrauch beobachtet, kann die erfreuliche Feststellung machen, daß sie verheißungsvoll zu schwellen beginnen. Der Frühling ruft die Dichter auf den Plan und die Kleingärtner. Jene stimmen gefühlvoll ihre Leier, mährend diese Spaten und Harke in Bereitschaft halten. Aber auch diejenigen, die weder ein Gärtlein der Poesie noch ihre Gemüsebeete zu bestellen haben, freuen sich des Wandels, der nun wie alle Jahre anhebt und immer wieder so begrüßt wird, -als sei noch nie zuvor der Lenz eingezogen. Das wachsende Tageslicht tut ein übriges, um den Optimismus zu beflügeln, der sich bald belohnt sehen wird durch das erste üppige Grün und die ersten zarten Blumen. Wenn aber einige Wochen vergangen sind, wird uns der Frühling alle jene Wunder bescheren, die seinen Ruhm zweifellos wieder in schönster Weise verklären. Sch. Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 21. März. Auf Dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, XA kg 1,80 RsN., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 8 bis 9, Weißkraut, H kg 11, Rotkraut 15, gelbe Rüben 12 bis 15, rote Rüben 14, Zwiebeln 11, Blumenkohl 64 bis 70, Salat, Vio 40 Rpf. und mit Vorliebe zu Gast war, das Klavier-Quartett in a-moll (op. 133) gewidmet hat. Die Geigerin Alma Movdie, Den Gießener Musikfreunden aus manchem späteren Konzert rühmlich bekannt, hat, was nicht jedem geläufig sein wird, als blutjunge Anfängerin in Gießen Max Reger vorspielen Dürfen, Der sich zwar zuerst dagegen sträubte („Wunderkinder mag i net"), Dann aber von Der Leistung Der damals' 16jährigen so entzückt war, daß er sie mit nach Meiningen nahm. — Jp Marburg hat Der Meister 1912 seine Böck- lin-Suite Dirigiert. Unter Den Zuhörern befand sich auch, noch\unbetannt, der Münchener Franz Adam, damals Kapellmeister am Gießener Stadttheater, heute Leiter Des NS.-Symphonie-Orchesters. Als Franz Adam 1939 mit Diesem seinem Orchester selbst Die Böcklin-Suite 'spielte, hat er Das Ehepaar Walther an ihre gemeinsame erste Begegnung mit diesem Werke Regers vor 27 Jahren im benachbarten Marburg mit Vergnügen erinnert. In Marburg entstanden auch damals, von Der Hand des Malers Thielmann, einige Der witzigsten Karikaturen von Reger, an Denen Dieser, mit gutem Humor gesegnet, selber seine Freude hatte. Von einem für Den Meisftr bezeichnenden Empfang Regers am Gießener Bahnhof erzählt uns Frau Walther: er kam eines Tages stürmisch begeistert von Köln hier an, wo ein erst 17jähriger, nachmcsts sehr bekannt gewordener Geiger sein Violinkonzert ganz erstaunlich gespielt hatte; dieses Stück hat als „Konzert gegen Die Violine" unter Den Musikkennern eine absonderliche Berühmtheit erlangt. Das in Professor Walthers Besitz befindliche Sitzungssaale des Stadthauses, Bergstraße, ab. ** Diphtherie-Schutzimpfungen der bis 1940 geborenen Kleinkinder finden am Dienstag gerne annahm. Reger ist Dann nach jenem ersten Die Verpflichtungsfeier in Gießen Die Kaufmännische Berufsschule zu Gießen wuchs der Für unsere 14jährigen Jungen und Mädel steht morgen ein bedeutsamer Tag bevor. An diesem Sonntag werden sie in der zum erstenmal durchgeführten Feier der Verpflichtung der Jugend das Gelöbnis auf den Führer ablegen und damit zugleich ihre Uebernahme In die Hitler- Jugend bzw. den Bund Deutscher Mädel erleben, um hier in die Reihen der jungen Kämpfer des Führers einzutreten. Dieser Tage ist aber nicht nur für die Jungen und Mädel, sondern auch für deren Eltern ein besonders bedeutsamer Tag, der einen Wendepunkt im Leben des Kindes und der Familie darstellt. m Als feierlicher Auftakt der Derpflichtungsfeier wird am heutigen Samstagabend im Theater der Ilniverfitätsstadt Gießen eine Feftauffuhrung stattfinden, in der das Schauspiel „Der Reiter" von Zerkauten gegeben wird. Die Derpflichtungsfeier findet am morgigen Sonn- Bon der Kaufmännischen Berufsschule zu Gießen wird uns über deren Organisation und Lehrplan folgendes mitgeteilt: Für die Berufsinformation der Schulentlassenen, die in einen kaufmännischen oder Verwaltungsberuf eintreten wollen, ist es sicherlich von besonderem Interesse, die Organisation und den Ausbau unserer Schule näher kennenzulernen. Allgemein ist die An- sicht noch verbreitet, unsere rund 650 Schüler erhielten bei uns eine in allen Klassen gleichartige Ausbildung. Dem ist keineswegs so. Um den beruflichen Ausbildungsinteressen unserer Schüler gerecht zu werden, haben wir seit vorigem Jahr Hauptgruppen für Großhandel und Industrie, für Verwaltung und Verkehrsberufe nur für Einzelhandelslehrlinge eingeführt. Von den durchschnittlich acht Klassen eines jeden der drei den Lehrjahren entsprechenden Jahrgänge sind in der Regel drei Klassen für die Lehrlinge des Großhandels (einschließlich der kaufmännischen Lehrlinge der Fabrikbetriebe), zwei für Verwaltung und Verkehr und die drei letzten für Einzelhandelslehrlinge vorgesehen. Die Lehrlinge des Großhandels und die kaufmännischen Jndustrielehrlinge werden als Kontoristen bzw. Kontoristinnen und als Bürohelferinnen ausgebildet. Ihr kaufmännischer Unterricht erstreckt sich auf Handelskunde, Schriftverkehr, Buchführung, kaufmännisches Rechnen, Kurzschrift und Maschinenschreiben. Das Unterrichtsziel dieser betriebswirtschaftlichen Fächergruppe erstrebt die Ausbildung von tüchtigen Korrespondenten mit ausreichenden Rechtskenntnissen für kaufmännische Belange, zuverlässigen Buchhaltern.und brauchbaren Stenotypisten (100 Silber in Kurzschrift und 150 Anschläge in Maschinenschreiben pro Minute). Der staatsbürgerlichen Erziehung und der Allgemeinbildung dient der Unterricht in Reichskunde, Deutsch und Geographie. Der Unterricht in beiden Fächergruppen wird von hauptamtlichen und zur Zeit teilweise von geeigneten Ersatzlehrkräften erteilt. Am Ende der dreijährigen Lehrzeit bzw. bereits nach zweieinhalb Jahren können die Schüler die Handlungsgehilfenprüfung ablegen. Bei der Gruppe für Einzelhandelslehrlinge sind seit mehreren Jahren — für die Lehrjungen seit vorigem Jahr — Klassen für den Textilhandel, für Lebens- und Genußmittelhandel und Abteilungen für Leder- und Schuhwaren, Haushaltwaren und Papier- und Bürobedarfswaren eingerichtet worden. Die oben angeführte betriebswirtschaftliche Fächergruppe (Handelskunde, Schriftverkehr, Buchführung, kaufmännisches Rechnen, Kurzschrift und Maschinenschreiben) ist hier für die Erfordernisse des Einzelhandels bemessen. Desgleichen sind auch bei der allgemeinbildenden Fächergruppe entsprechende Abänderungen vorgenommen worden. An die Stelle der in beiden Unterrichtsgebieten durchgeführten Kürzungen treten die Spezialfächer des Einzelhandels, nämlich Warenkunde, Verkaufskunde und Plakatschrift. Von den in dieser Verufs- gruppe tätigen hauptamtlichen Lehrkräften hat jede dauernd eine Berufsart zu vertreten, um enge Fühlung mit der Praxis zu halten, und die entsprechende Fachliteratur und die führenden Fachzeitschriften zu verfolgen. Der in allen Sparten des fraglichen Geschäftszweigs kundige Verkäufer ist das Ziel der schulischen und praktischen Ausbildung, die nach drei bzw. zweieinhalb Jahren mit der Gehilfenprüfung abgeschlossen werden kann. Neu eingeführt wurde im vorigen Jahr eine Gruppe für Verwaltung und Verkehr, die eine Verwaltungsabteilung für Lehrlinge der Staats- und Gemeindeverwaltung, eine Justizabteilung für Rechtspflegerlehrlinge bei Rechtsanwälten, Notaren, Dienststellen können am Ende ihrer Ausbildungszeit die entsprechende Gehilfenprüfung ablegen, während diejenigen der öffentlichen Dienststellen zur angegebenen Zeit di« sogenannte Beamtenanfänger- pyüfUng oblegen können. Unsere Schüler gehören im ganzen unter Einbeziehung der nun noch zu erwähnenden Dentisten- fachklasse 14 verschiedenen Berufen an, und jeder Berussangehorrge erhält die seinem Wirkungskreis angemessen« kaufmännische, allgemeine und spezielle Berufsausbildung durch insgesamt 7 hauptamtliche und 14 nebenamtliche Lehrkräfte. Zum Eintritt in diese Berufe ist die Absolvierung eines 9. und 10. Schuljahres einer Vollschule (Schule mit ötägigem Unterricht pro Woche) nicht erforderlich. Die Jugendlichen treten normalerweise nach 8jährig»m Schulbesuch in den von ihnen gewünschten Beruf ein; die schulische und praktische Ausbildung läuft parallel, ergänzt und befruchtet einander und erreicht, auf diesem Wege am schnellsten und sichersten ihr Ziel. Mit dem 17. Lebensjahr ist der Jugendliche bereits eine volle Arbeitskraft als Handlungsgehilfe oder Angestellter und hat schon heute das befriedigend« Gefühl, beim Einsatz aöer Kräfte in der Kriegswirtschaft als werktätiges Glied des Volksganzen mitwirken und mithelfen zu dürfen zur Erreichung des gemeinsam erstrebten Endsieges. Dr. Wendel, Handels-Studi«ndirektor. Aus der engeren Heimat. Landkreis Gießen. A Großen-Linden, 20. April. Hier wurde der Revierförster i. R. Menges, der im Alter von 75 Jahren verstarb, z u Grabe getragen. Das große Trauergefolge zeugte von der allgemeinen Wertschätzung, deren sich der Verstorbene erfreute. + Grün.berg, 20. März. Am Donnerstagabend gab das Gießener Stadttheater ein Gastspiel in der hiesigen Turnhalle. Zur Aufführung und je eine Abteilung für Post- und Eisenbahnleyr- linge vorsieht. Die kaufmännische Ausbildung dieser Berufsgruppen erstreckt sich auf folgernde Fächer: Wirtschaftskunde, Schriftverkehr, kaufmännische und kameralische Buchführung, kaufmännisches Rechnen, Kurzschrift und Maschineschreiben. Staatsbürgerliche Erziehung und Allgemeinbildung erstrebt der Unter» richt in Reichs künde und Deutsch. Neben diesen beiden Unterrichtsgebieten gewinnt die spezielle Berufskunde besondere Bedeutung für die- Ausbildung dieser Schülergruppen. Folgende Fächer sind hier besonders heroorzuheben: Für Der- waltungslehrlinge: Verwaltungskünde (Staats- und Verwaltungsrecht, Gemeindeordnung usw.), Verwaltungsbetrieb stunde, Bürokunde; für Rechtspfleger- lehrlinge: Rechtskunde; für Krankenkassenlehrlinge: Sozial-Versicherungs-Kunde, Verwaltungsbetriebskunde, Bürokunde; für Privatversicherungslelhrlinge: Versicherungskunde und Versicherungsrechnen.. Die Postlehrlinge erhalten Unterricht in Postbetriebskunde und Pvsterdkunde, während di« Cisenbahn- junghelser in Eisenbahnbetriebskunde und Eisenbahn Verkehrs künde unterrichtet werden. Der kaufmännische und allgemeinbildende Unterricht in dieser Berufsgimppe wird von hauptamtlichen Lehrkräften unserer Schule erteilt, während die spezielle Berufskunde von Praktikern der betreffenden Berufe übernommen wurde. Die Lehrlinge der privaten Linie die Aufgabe, den alleinstehenden Personen, den Reisenden oder den von auswärts kommenden Besuchern von Verwundeten usw. Gelegenheit zur Einnahme eines Mittagessens oder Abendbrots zu geben. Mit dieser berechtigten Beschränkung ist es nicht zu vereinbaren, wenn ortsansässige Familien, , die ihre Lebensmitteloorräte, beispielsweise Kartoffeln oder andere Nahrungsmittel, zu Hause nn Keller oder in der Vorratskammer haben, an den Sonntagen ober auch an mehreren Werktagen in der Woche im Gasthaus zum Essen erscheinen und dort die Vorräte verzehren, um ihren eigenen Bestand zu Hause zu strecken. Ebenso unberechtigt ist es, wenn Personen, bereit Verpflegung an anderer Stelle in Gemeinschaftsküchen usw. täglich in ausreichender Menge bereitgehalten wird, dort in jeder Woche öfters mehrere Mahlzeiten nicht em- nehmen, dafür aber in die Gastwirtschaft zum Essen kommen. Daß unter diesen Umständen der Grundsatz der gerechten Zuteilung verletzt wird, sehr zum Leidwesen der Gaststättenlnhaber, liegt auf der Hand. Daraus ergibt sich die Folgerung, daß alle diejenigen Volksgenossen, die ihre Lebensmittelvorra e zu Hause haben ober von ihrer zustänblgen Stelle zu empfangen berechtigt sind, auch zu Hause bzw. bei ihrer zustänbigen Stelle die Mahlzeiten em- nehmen sollten, ym den Gaststätten bie Möglichkeit zu lassen, den alleinstehenden Personen ober ben von auswärts kommenben Besuchern die notwendigen Mahlzeiten bieten zu können. Für unsere Hausfrauen ergibt sich auch auf diesem Gebiete eine Verpflichtung gegenüber der Volksgemeinschaft, nämlich dazu beizutragen, daß die gerechte Vertei-. lung der Lebensmittelvorräte für jedermann gewährleistet bleibt, ganz abgesehen davon, daß das Kochen zu Hause auch an den Sonntagen m den meisten Fällen noch die Möglichkeit bietet aus dem Ueberschuh des Sonntags noch eine Mahlzeit für den Montag zu machen. „ , Dies« Schlußfolgerungen drangen sich jedem Gaststättenbesucher auf, der seine Blicke kritisch durch die Gaststätte schweifen läßt. Man braucht dabei durchaus nicht kleinlich zu sein und kann ruhig jedem Volksgenossen seine Erholung nach des Alltags schwerer Arbeit mit dem Genuß feines gewohnten Trunks gönnen. Aber auf der anderen Seite darf auch nicht außer acht gelassen werden, daß der Grundsatz des gleichen Rechts für alle heutzutage eine besondere Verpflichtung darstellt, an deren Erfüllung mitzuwirken jedem Volksgenossen eine vornehme Aufgabe sein muh, weil sie mit beitragt zu dem vollen Gelingen der kriegsernährungswirtschaft- lichen Pläne, die ein wichtiges Stück zur Erringung des deutschen Sieges sind. Unter diesem Blickpunkt mögen diese Betrachtungen am Gasthaustisch von jedermann ernsthaft überlegt und ihre Nutzanwendung im Dienste der Volksgemeinschaft gewissenhaft beachtet werden. Dann wird allen in guter Weise gedient fern und per Grundsatz der gerechten Versorgung auch in den kleinen Dingen des Alltagslebens gewahrt bleiben, d. Oer „Tag der Wehrmacht". Am Samstag und Sonntag, 28. und 29. März, wird, wie überall im Reiche, auch in Gießen der „Tag der Wehrmacht" zum Besten Dei» Kriegs- Winterhilfswerkes durchgeführt. An der Sammlung beteiligen sich neben den Gefolgschaftsmitgliedern der Wehrmacht die Mitglieder der NSKOV., des NS.-Reichskriegerbundes, des Reichstreubundes, des Deutschen Roten Kreuzes und die Nachrichtenhelferinnen. M , , , , . In einer vorbereitenden Besprechung bei der Kreisamtsleitung der NSV. wurde der Verlauf dieser zweitägigen Veranstaltung vorläufig in großen Zügen umrissen. Danach werden alle Volksgenossen wieder Gelegenheit haben, in den Kasernen Besuch zu machen und dort mancherlei Vorführungen der Soldaten und des Einsatzes ihrer Waffen zu sehen. Für Kinder und andere Interessenten wird Gelegenheit zum Reiten und Fahren gegeben sein. Um die Mittagsstunde wird den Besuchern die Möglichkeit zur Einnahme des Mittagessens aus der Soldatenküche geboten, wobei es Erbsen mit Speck ober Nudeln mit Rindfleisch ohne Abgabe von Fleischmarken geben wirb. Das Essen wirb gegen Abgabe einer Essenmarke verabfolgt, die bei den Amtswaltern der NSV. in den nächsten Tagen im Vorverkauf in beliebiger Stückzahl zu haben ist und je Stück 50 Rpf. kostet. Aber nicht nur in ben Kasernen wirb «man essen können, eine Anzahl Felbküchen wird auch an verschiedenen Stellen der Stadt zur Essenausgabe auffahren, so daß die Hausfrauen in der Nähe ihrer Wohnung den „Schlag" aus der Feldküche abholen können.. Zur Eröffnung der Sammelaktion wird am Samstagabend ein Konzert von Wehrmachtsange- hörigen stattfinden, ferner wird der Musikzug der SA.-Stanbarte 116 bie Sammeltage mit seiner guten Musik bereichern. Eine Reihe weiterer Darbietungen ist noch in Vorbereitung. Gerichtsvollziehern und beim Gericht, eine Sozial- Versicherungs-Abteilung für die Lehrlinge der öf- fentlichen Krankenkassen, eine aus schulischen Gründen hier angeschlossene Abteilung für den Nachprivaten Dersicherungsrmternchmungen Abteilung für Poft- und Eisenbahnlehrtag um 11 Uhr in der Aula der Universität statt. An dieser Feierstunde nehmen neben ben zu ver- pflichtenben 14jährigen Jungen unb Mäbel auch Deren Eltern unb bie Lehrer, bie Betriebsführer unb die Lehrmeister aus dem Handwerk teil. Im Mittelpunkt der Feierstunde werben die Ansprachen eines Vertreters bes Kreisleiters, eines Sprechers Der Lehrerschaft unb bes Bannführers stehen. Chorgesang unb Orchester ber Hitler-Jugend werben bie Ansprachen umrahmen und der Feierstunde noch einen besonderen Gehalt geben. Zu dieser Veranstaltung treten die zu verpflichtenden Jungen unb Mäbel um 10.30 Uhr vor ber Universität an, diejenigen Jungen unb Mäbel, die an der Generalprobe noch nicht teilgenommen haben, müssen bereits um 10.15 Uhr v§r der Universität antreten. Der Chor unb bas Orchester müssen zu einer Schluß- probe um 9.45 Uhr zur Stelle sein. Verdunkelungszeit: 21. März von 20.36 bis 6.52 Uhr. 22. März von 20.38 bis 6.49 Uhr. Zur Desinfektion und Wundverforgnng gebraucht man die seit über 10 Jahren bewährte Sepso» Tinktur, die in allen Apotheken und Drogerien in Fläschchen zu fünfundfünfzig Pfennigen und in Tupf-« röhrchen zu neunundvierzig Pfennigen erhältlich ist. Sie desinfiziert wie Jod-Tinktur und wird genau so an^ gewandt. Sepso-Tinktur findet nicht nur bei Sieb-j Stich», Biß», Schnitt- und Schürfwunden Anwendung^ sondern auch bei Entzündungen in der Mundhöhle undi des Zahnfleisches sowie zur Desinfektion von Pickeln, und Insektenstichen. Infolge ihrer großen Tiefen" Wirkung erweist sie sich ferner bei Prellungen, Quet^ schungen und in allen Fällen, in denen eine gesteigerte Durchblutung des Gewebes erwünscht ist, als sehp brauchbares Behandlungsmittel. gelangte das dreiaktige Schauspiel „Sfäunget* von Maria Frank. Den Künstlern wurde von den zahl« reichen Besuchern reicher Beifall gespendet. Dieses Gastspiel war die achte Veranstaltung der Kunst« gemeinde Grünberg, vier Veranstaltungen werden in der nächsten Zeit noch folgen. )—( Ruppertsburg, 20. März. Unser ä l - tester Einwohner, der Förster I. Reeg, der lange Jahre in den Forsthäusern „Petershainer Hoj" bei Ulrichstein unb „Kiliansherberae" bei Schotten seines Amtes waltete, vollenbete hier bei seiner Tochter sein 9 2. Lebensjahr. Als echt deutscher Mann nimmt er an dem Geschehen unserer Zeit regsten Anteil. — Die hiesige Gruppe des Deutschen Roten Kreuzes sammelte in letzter Woche 40 Pfund Speck, Schmalz, Butter und Wurst, die an die Liebesgabensammelstelle in Gießen ab geliefert wurden. Schweinemarkt in Homberg. —.— Homberg, 19. März. Zu dem Schweinemarkt waren 49 Ferkel auf getrieben. Di« Preise bewegten sich zwischen 37 und 48 RM. pro Stück. Bei biefen hohen Preisen war der Hanbel schleppend. Ein Wetzlarer Ritterkreuzträger. LPD. Wie gemelbet, ist bem Oberst Karl Rhein bas Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen worben. Oberst Karl Rhein würbe am 30. März 1894 als Sostn bes Rentners Karl Rhein in Wetzlar geboren. Nach der Reifeprüfung auf bem Gymnasium in Wetzlar trat er im November 1914 als Kriegsfreiwilliger beim Erf./J.»R. 116 ein. Im September 1915 würbe er zum Leutnant im J.-R. 112 beförbert. Er nahm an den Kämpfen im Westen teil und erwarb das E. K. 1. Im Hun- derttausenb-Mann-Heer stand er von 1921 bis 1934 im J.-R. 14. Im Juni 1940 würbe er zum Kommandeur eines Infanterie-Regiments und im Januar 1942 zum Oberst befördert. .G. A-Sport. Fußball-Meisterfchastsspieie. 1900 — VfV.R. Sinn — Ehringshausen. In der Bleidornkaserne stehen sich am kommender? Sonntag zwei alte Rivalen im Lokalkampf gegenüber. Wenn auch 1900 das Vorspiel 3:1 gewinnen konnte, so ist in dem jetzigen Spiel eine Voraussage schwer zu treffen, da die Spielstärke beider Vereine ziemlich gleichwertig erscheint. Ein Sieg oder eine Niederlage der einen oder anderen Mannschaft hat auf die Tabelle keinen großen Einfluß mehr. Schon . aus diesem Grunde erwarten wir einen fairen Kampf, den der Bessere gewinnen soll. Obwohl beide Vereine mit Mannschaftsschwierigkeiten zu kämpfen haben, stehen 'doch noch einige bewährte Kräfte zur Verfügung. Während VfB.-R. die Spieler Schlitz, Fleischhauer, Leutheuser unb Bauer zur Verfügung stehen, stützt sich 1900 auf die Spieler Becker, Schuck, Weniger, Kraft I und Carstens« Das Spiel wirb von Miller, Nauborn, geleitet. Im zweiten Spiel empfängt Sinn den FC. Ehringshausen. Nach den überzeugenden Leistungen der letzten Spiele zu urteilen, sollte Sinn einen glatten Sieg davontragen. Voraussetzung ist jedoch, baß bie Elf vollstänbig zur Stelle ist. Tschammerpokalspiele in Hessen-Nassau Die bereits im Januar fällig gewesenen Fußball - Tschammerpokalspiele im Sportgau Hessen- Nassau werben an ben Ostertagen nachgeholt. Es hanbelt sich hier um bie letzte Runbe ber unteren Klassen; bie Mannschaften der Gauklasse greifen am 26. April in bie Kämpfe ein. Der Spielplan sieht u. a. vor: 3. April: LSV. Gießen — SV. Ehringshausen. 5. Avril: SV. Watzenborn-Steinberg — SV. Naunheim; Gießen 1900 — SV. Burgsolms. Dec feurige Ofen Boman von Hans von Hülfen 45. Fortsetzung. (Nachbruck verboten.) Am nächsten Vormittag fuhren Marion und et nach Breslau. Dos war vorher oerabrebet worben, unb der Trauerfall war kein Grund, den schönen Plan aufzugeben. Abends waren sie, um einen alten Wunsch Marions zu erfüllen, in der Oper, hörten „Don Jüan". Am Montag gegen Mittag — um die Stunde, ba in Dresben Ulla hinter dem Sarge der alten Hermine herfuhr — kehrten sie nach Lappersdorf zurück. Nach dem Kaffee mußte Fehr ins Nieder-Lap- persdorfer Gutshaus, wo es mit Rittmeister Demblin wegen der Anlage neuer Fischteiche etwas zu besprechen gab — der Rittmeister hatte ihn neulich, bei Abbeg, um diesen Besuch gebeten. Der Tag war strahlend, so ging er zu Fuß, Marion begleitete ihn ein Stück, bei ben ersten Häusern des Dorfes trennten sie sich. Fehr sah gerade noch, wie der alte Glumrn-Theo, der vor der Tür seiner Hütte gesessen hatte, eilig ausstand und im Haus verschwand. „Ist also wieder zurück aus bem Krankenhaus", bachte er. „Na, hoffentlich stiftet er nicht neues Unheil? Scheint kein besonders gutes Gewissen zu haben, daß er sich bei meinem Anblick Dünne gemacht. Hätten ihn lieber nach Plagwitz schaffen sollen! .Wo die Verrückten sind, ba gehörst Du hinsi" Und er wandte sich noch einmal, um Marion nachzublicken. Marion ging die Chaussee zurück, über Der, von Der schon tiefen Sonne sorgsam geordnet, bie Schatten Der Bäume tagen; es kam ihr vor, als müßte sie eine unendliche Leiter hinaufklettern. Be- luftigt sah sie, wie vom anderen Ende jemand die Leiter herabkletterte, ihr entgegen; aber ihre Lustigkeit verflog sofort, da sie Abbeg erkannte. Auch ihn hatte ber strahlenbe Tag verleitet, bas Auto zu verschmähen und sich zu Fuß ein wenig Bewegung zu machen. Er winkte ihr schon von weitem — sie hatte ein unbehagliches Gefühl bei Dem Gedanken, daß Fehr diese Begegnung noch sehen formte aber er war wohl schon zwischen den Häusern verschwunben. „Guten Tag, Marion!" sagte Abbeg und zog ihr Hand nach seiner gewalttätigen Art an die Lippen. „Welch ein Vergnügen, dich wieder einmal zu treffen! Schön wie ber Aprittag! Auch so wette rwenbi sch." „Gar nicht wetterwendisch, Abbeg. Sondern sehr glücklich. Und ich wäre noch glücklicher, wenn Sie sich endlich entschließen wollten, zur ber alten Anrebe zurückzukehren, bei ber wir uns beide viel besser befanden." „Besser? Warum?" „Weil ich kein schlechtes Gewissen zu haben brauchte, unb weil Sie sich nicht lächerlich machen. Denn» nicht wahr, es ist boch ein bißchen lächerlich, jemanben hartnäckig zu duzen, ber nichts davon wissen will unb es nicht erroibert?" „Unerwiberte Neigungen sinb nicht lächerlich. „Wenn ich bich lieb habe, was geht's bich an?" heißt es im Werther. Unb ich kultiviere mit biesem Du ja nur eine schöne Erinnerung. — Ist der Herr Gemahl schon wieder wohl auf?" „Wieso?" „Nun, er schien mir neulich abend nicht recht beisammen, als wir mein neues Haus einroeihten; er klagte übers Herz und ging deswegen so früh ..." Marion wunderte sich im stillen. Davon hatte ihr Fehr gar nichts gesagt. Das Herz? Hatte er mit dem Herzen zu tun — und verschwieg er es ihr? Sie mußte ihn gleich nachher fragen, „Aber vielleicht hat er sich nur gelangweilt", fuhr Abbeg fort. „Muß ja auch langweilig sein, mit lauter Männern bis in bie Nacht zu sitzen, wenn man zu Haus so eine bilbschöne junge Frau hat. Nehm's ihm gar nicht übel, sondern beneide ihn eher." „Wohin sind Sie unterwegs?" „Unterwegs zu Ihrem Musikfreund, Herrn Fontana. Er hat mich auf einen Dämmerschoppen ein- geladen. Und ba er fo aussieht, als ob er einen guten Tropfen trinkt, habe ich unbebenklich angenommen. — Ein kurioser Mann, finben Sie nicht auch? Ein leidenschaftlicher Enthusiast für eine gewisse Marion. Das sollte mir ihn eigentlich unsympathisch machen. Aber so selbstlos bin ich mal, überzeugen Sie sich selber! Fehr unb Fontana — unb: ,ich grolle nicht'. — War übrigens ein netter Abenb neulich, ber Herr Baron haben boch etwas versäumt. — Ich begleite Sie ein Stückchen, wenn Sie erlauben, ich bin gar nicht eilig .. Unb er ging neben ihr her, ber ftnfenben Sonne entgegen. Plötzlich sagte er: „Unb — Marion — wann weihen wir beibe mm bas Haus ein? Ich werbe Tür unb Tor für Sie betränken!" Und ba er ein kleines böses Lickt in ihren Augen aufglimmen sah: „Das ist boch direkt eine Schicksalsfügung, Marion, baß wir hier so gewissermaßen Wanb an Wanb leben! Selbst in Düfselborf haben wir's weiter gueinanber. Man soll ben Schicksalswinken nicht wiberstreben. — Wie ist es mit Mittwoch, übermorgen?" „Wo benfen Sie hin, Abbeg!" „Ich benke, Marion, baß übermorgen nachmittag Der Herr Gemahl zu einer Sitzung auf bem Lanb- ratsamt ist. — Habe mit eigenen Ohren gehört, wie Herr Ollenbahl bas mit ihm besprochen hat. Ich schicke meinen Diener weg. Sie haben nichts zu befürchten, wenn Sie burch ben Garten kommen, sieht Sie keine Menschenseele —unb wir sinb ganz ungestört. — Muß ich .Bitte, bitte* machen, Marion?" „Auch bas nützt Ihnen nichts! Nochmals — wo denken Sie hin? Wie können Sie das von mir verlangen oder auch nur erwarten, daß ich heimlich zu Ihnen in die Wohnung komme wie ein kleines Mädchen auf Liebeswegen/' Sie versuchte zu lachen, aber es wurde nur ein künstliches, ein Theaterlachen daraus. Abbeg fühlte es sehr genau. „Sitte feljr, lachte en ,Hch komme ebenso gern zu Ihnen, wenn Ihnen das passender erscheint. Aber so oder so — Marion, einmal muß unser? Pakt erfüllt werden!" „Ich weiß von keinem Pakt!" „Doch, Marion, Sie kennen ihn ganz genaifc Wir haben ihn in Dresden stillschweigend abge* schlossen. Und Sie müssen mir zugeben, daß ich ihn bis heute treu erfüllt habe, während Sie selber ... wie nennt man das ... ein säumiger Schuldner sinb. — Also", sagte er, tnbem er plötzlich stehenblieb und ihr die Hand hinstreckte, um sich zu verabschieden: „Ich erwarte Sie am Mittwoch um vier Uhr zum Tee. Fragen Sie Ihre Vernunft, ob es klug ist, diese freundliche Einladung auszuschlagen. — Wiedersehn, Marion!" Unb er lüftete Den Hut und machte kehrt unü ging davon. Marion hatte große Mühe, sich zu beherrschen, als sie ein paar Stunden später ihrem Manne am Abendbrottisch gegenübersaß. Abbegs Ueberfatt war ihr in die Glieder gefahren, wie ein gellendes Alarmsignal den Schlummernden aufschreckt. Sie hatte immer noch gehofft, er würde sich beruhigen und zufriedengeben, nacktem sie ihm in der Stadt so deutlich ihre Meinung kundgetan ... Aber er war ja nicht der Mann, eine einmal errungene Position freiwillig ober gar aus Rücksicht auf einen anderen einzuräumen ... Was sollte nun werben? Der alte Fabian kam herein unb melbete: „Herr Baron werben am Fernsprecher verlangt. Vom Telegraphenamt." Fehr legte die Serviette beiseite und ging ins Herrenzimmer hinüber. Es dauerte nur wenige Minuten, bis er roieberfam, einen kleinen Zettel zwischen den F'Ngern. „Für dich, Marion", sagte er und hatte Dabei ein Lachen in den Augen: „Ein Telegramm für bich ... ein kostbares Telegramm ... gewissermaßen ein Siegesbulletin! Wir werben Viktoria schießen lassen... Was kriege ich, wenn ich dir's vorlefe?" , .(Fortsetzung folgt.) PERI TOGMWERK (j> V Zu beziehen durch den Landhandel und die Landwirtschaftlichen Genossenschaften. Alleinvertrieb: Für den Handel: Wirtschaftliche Landhandelsvereinigung Hessen-Nassau e.G.m.b.H., Frankfurt a-M. 4, Wöhlerstrahe 2. Für d. Genossenschaftswesen: Bfiuerl. Haupt- genossensch Rhein-Main-Neckar e-G.m.b.rL, Frankfurt a. M. 16, Taunusanlage 3. ________________________LL gehen sparsam mit Peri-Erzeugn issen um, weil sie den Wert zu schätzen wissen. Gewürzte Beifuttermischung ANIMALIN mit D-VITAMIN für alle HAUSTIERE Hilfe bei Fütterung von Nul> und Mastvieh Hartnäckige Hustenqualen und Bronchitis ^isGHHAÜs - X-HAV6 Reese-Gesellschaft, Hameln Ihre Vermählung geben bekannt Quedlinburg £ G ' Ä SD 6 PL sind gut und ein besonderer Genuß von A-Z Theater der Universitätsstadt MILDE SORTE 4 PL MEMPHIS 4 PL IH SORTE 5 PL 912P »isA werten Wie kommt das..? Mäusburg. 9790 959 D/ Seilersweg 44 Gießen Goethestr. 32 läßt wehe Wunden schnell gesunden. 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