at. Zreitag. 20. November lyqr Eichener Anzeiger 92. Jahrgang Nr. 27$ Annahme von 'Jltueinen Aernsvrechanfchlutz 2251 Drahtanschrift • .Änzeiger" Vasti check 1168k ftranff ./M fit btt Vorhuigesechie an der algerisch-iuneffchenGrenze IStöfiMlt cltaii jater 35090 ßen ißen ins Freibrief Roosevelts für Juden und Volschewisten l diesen wenn Krieg Irbeits- mer 22, nen. Es Zentral;, i. sowie ds Teil- solchen den. 1 kidua .Kraft *1.3961. 3504 D sei in rt.(mot) b ifrQnt erk teinbach 942 Umständen kann es nicht wunder nehmen, die Juden das größte Interesse an diesem haben! Oie LlGA.-Truppen machen sich unbeliebt. und Dekrete verfügt, die in der letzten Zeit gegen das Ueberhandnehmen jüdischer Ein- f l ü f s e in Französisch-Nordafrika erlassen worden waren. Darunter fällt in erster Linie die Wiedereinführung des Dekrets Cremieux, das allen in Algerien ansässigen Juden die Erwerbung der französischen Staatsangehörigkeit ermöglichte. Cremieux war ein jüdischer Rechtsanwalt in Frankreich, der in der Revolution des Februar 1848 beim Sturz des Bürgerkönigs Louis Philippe eine erhebliche Rotte spielte und nach Ausrufung der Republik in Frankreich jenes Gesetz einbrachte, das die Juden in Algier zu französischen Bürgern, damit auch wahlberechtigt und wahlfähig machte, während die eingeborenen Araber ohne französische Staatsbürgerschaft Untertanen zweiter Klasie blieben. Es waren nfcht die europäischen Juden in Nordafrika, sondern die alteingesesienen jüdischen Wucherer, denen damit die Krone des französischen Bürgerrechtes aufgesetzt wurde. Für die Arader war diese Gesetzgebung, wie sich leicht denken läßt, immer ein Stein des Anstoßes. 1940 wurde das Gesetz Cremieux aufgehoben und den nord- afrikanischen Juden das Bürgerrecht aberkannt. Rom, 20. Nov. (Europapreß.) Aus verschiedenen Quellen treffen hier Nachrichten ein, die erkennen lassen, daß die Amerikaner sich durch ihr Auftreten in Französisch-Nordafrika sowohl bei den Franzosen als auch bei den Arabern in kurzer Zeit unbeliebt gemacht haben. Die Pankees sind nach der Niederwerfung des schwachen französischen Widerstandes mit dem Gefühl des Siegers in Marokko und Algerien eingezogen und glauben, sich in ihrem Uebermut der Bevölkerung gegenüber alles erlauben zu können. So haben amerikanische Soldaten verschleierte Frauen angerempelt und haben in den heiligen Stätten Marokkos, wie Rabat, Meknes, Fez, wiederholt versucht, in die Moscheen einzudringen. Bon Neugier getrieben, versuchten sie sich auch Eintritt in die arabischen Däuser zu verschaffen, trieben auf den Märkten grobe Scherze mit den Händlern und fielen in den Städten durch Trunkenheit und lautes Benehmen auf. In der algerischen Stadt Oran kam es zu Schießereien, bei denen die Franzosen von den Mohammedanern unterstützt wurden. Als (Straf» Maßnahme vertrieb der amerikanische Platzkommandant von Oran die Einwohner zweier arabischer Dörfer südlich von Oran aus ihren Häusern. Die Ausquartierten, mehrere tausend Araber, durften nicht einmal ihre Habseligkeiten mitnehmen. Schließlich wurden die USA.-Truvven aus der Stadt in die Umgebung verlegt. Berlin, 19. Nov. (DNB.) Das britisch-nordamerikanische Terror-Regime in Algier und Marokko tritt immer deutlicher zutage. Nach einer Meldung auch Dichy ist das französische Jnformationsministe- rium in den Besitz genauer Unterlagen darüber gelangt, daß Roosevelt die Befreiung aller Per- jenen angeordnet hat, die sich wegen ihrerpo- litischen Haltung in Französisch-Nordafrika in Haft befanden. Unter den Freilassungen befänden sich zahlreiche kommunistische Elemente, bie seinerzeit wegen terroristischer Betätigung verhaftet worden waren. Ferner sind, wie schon gemeldet, auf die Bitte der nach Algier geflohenen rotspanischen Generale Rojo, Omennege und Jurabel aus einem Konzentrationslager in Algier 900 Spanier, die nach bem Sieg Francos nach Algier geflohen waren unb ber berüchtigten Internationalen Brigade anqehörten, freigelassen worben. Nach Aussage von Flüchtlingen haben bie anglo-amerikanischen Besatzungsbehörden bie Freilassung aller Personen angeordnet unter ber Bedingung, baß sie sich unverzüglich zum Dienstbeianglo-amerikanischenTrup. pen melben. Roosevelt hat ferner die Abschaffung der Gesetze foliti! c ■■■• ms IM '■■■ llnmtoehi u- Lange «.S hmstk tarictjeim t u g 11 ct). außer Sonntags und Feiertag- Beilagen: Gießener Rrnmilienblätter Heimat imBild-DieScholle Bezugspreis: Monatlich .... .RM.1ZV LmtellgebÜLr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt ng chtungs- nUrlanb *te Ry, ts zu « er Sinp -orge t eitig !ll! dlreicde" ) mei?e.* * * * s rccbe «eh llcüder-- >-*5 ber n-LiDdc° ^straße 5 3s wirt Habe ?'e«st ’N i 'n®» lQnb®b ’Nen f i ö°n fr gen, fr : ist, fr ören )er 6a °rh°ch fejb b. X % ®Qn9e. Roosevelt hat nichts Eiligeres au tun, als es ihnen wieder zu verleiben: der USA.-Präsident verfügt über das französische Bürgerrecht! Eine Besatzungsmacht unterläßt es in der Regel, in die rechtlichen Verhältnisse des besetzten Landes einzugreifen, so weit nicht das Kriegsziel ober militärische Notwendigkeiten ein anderes Verhalten zwingend vorschreiben. Roosevelt, der nach Nordafrika als Freund gekommen zu sein behauptet, um nur die Achsenmächte wirksamer bekämpfen zu können, beginnt diesen seinen Kreuzzug mit der Wiederherstellung der jüdischen Vorrechte. Damit kommt klar zum Ausdruck, daß Roosevelt es als feine Hauptaufgabe betrachtet, d en Juden undderbolschewisti- s ch e n Agitation in den von ihm geraubten Gebieten sofort alle Freiheiten zu geben und damit dem Schiebertum, ber Korruptton und ber bolschewi- schen Aushöhlung Tür und Tor zu öffnen. Es ist bezeichnenb, baß der Oberbefehlshaber ber in Algier gelandeten USA.-Truppen eine jüdische A b - ordnung empfing, um ihr persönlich davon Mitteilung zu machen, daß die zum Schutz der einheimischen Bevölkerung vor jüdischer Ausbeutung erlassenen Gesetze und Verordnungen von Roosevelt als erste nichtmilitärische Handlung in den geraubten Gebieten aufgehoben werden. General Eisen« Hower betonte, daß sich Roosevelt mit der Aufstellung eines Statuts für die Juden in Französisch- Nordafrika beschäftige, das den Wünschen ber jüdi- dischen Kriegsverbrecher entsprechen würde. Unter Änaciflnt^-BrrHr für bie Dhllimeter-Beile von 22 Millimeter Breite: 7 Ros. für Familienan- zeigen unb private Gelegenbeittzan,eigen 14Rvf. f. Werbeanzeigen unb geirliäftltcke Gelegenheitsanzeigen Platzvorschrift l vorherige Vereinbarung) 25°/-mehr Zeit t lnstg, Auspji konnte >urch r. 'Meis nter Le achte ql letzung ber Neutralität ber Schweiz mitgeteilt. Am 18. November in der Zeit von 20.45 Uhr überflogen zahlreiche britische Flugzeuge bie Westschweiz in Richtung Südost. Auf dem Rückflug wurde das Gebiet der Schweiz wiederum verletzt. Oer Wehrmachtbericht. DNB. Aus dem Führerhaupkquarkier, 19. Nov. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: 3m Kampfabschnitt von Tuapse wurden Teile des Feindes eingefchlosien und vernichtet. Neue schwere Angriffe der Sowjets ostwärts Alagir wurden blutig abgewiesen, Truppenansammlungen durch Artilleriefeuer und Luftangriffe zerschlagen. Kampf- und Schlachtflieger bekämpften außerdem trotz schlechter Wetterlage sowjetische Bakterien und Lisenbahnziele mit guter Wirkung. 3n Stalingrad Stohtruppkämpfe. Rumänische Truppen wehrten on der Donfront mehrere Angriffe ab, wobei rumänische Luftstreit- kräfte dem Feinde erhebliche Berluste zufügten. Neue Kämpfe sind hier im Gange. Wiederholt bei Nacht vorgetragene Angriffe des Feindes auf der Fischer-Hat bi ns et wurden abgewiesen. 3n den harten Abwehrkämpfen der letzten Tage hat sich ein am Wolchow eingesetztes Berchtesgadener Gebirgsbataillon besonders ausgezeichnet. 3n diesem Kampfabschnitt griff der Feind unter Einsatz von neun Schühenbatalllonen, unterstützt von Panzern, starker Artillerie und Schlachtsliegern, eine von Truppenteilen mehrerer deutscher Gaue verteidigte Stellung an. Nach über viertägigen ununterbrochenen erbitterten Nahkämpfen in verschlammten Grabenstellungen brachen alle Angriffe unter hohen blutigen Verlusten für den Feind zusammen. 3n der Cyrenalka haben sich die deutsch-italienischen Truppen weiter vom Feinde abgeseht. Schnelle deutsche Kampfflugzeuge erzielten Volltreffer auf Panzerspähwagen und Kraftfahrzeugen aller Art. 3m Kampf gegen britische Flotteustreitkräfte im Seegebiet von Demo wurden ein Kreuzer und ein Zerstörer durch Luftangriffe schwer getroffen. Die deutsche und italienische Luftwaffe bombardierte die Hafenanlagen von Sone und motorisierte feindliche Kräfte an der algerisch-tunesischen Küste. 3m Angriff auf eine Geleitgruppe vor Casablanca torpedierte ein deutsches Unterseeboot ein feindliches Schiff. Bei Angriffen der britischen Luftwaffe gegen Küstenorte der besetzten Destgebiete hatte die französische Bevölkerung starke Verluste. Drei feindliche Flugzeuge wurden abgeschossen. Oie Schlacht im Südpazifil. Als ber USA.-Abmiral Chester A. Nimitz vor geraumen Monaten bas Oberkommando ber Flottenstreitkräfte im Stillen Ozean übernahm, war er sich ber Mission bewußt, mit Hilfe der amerifanu schen Pazifikflotte „die große Offensive für die Zu ruckgewinnung der verlorenen Gebiete" zur Durchführung zu bringen. Bereits damals hatten die ihm unterstehendes Flottenverbände seit den Tagen von Pearl Harbour schwerste Einbußen erlitten, so daß der Admiral nach den ersten verlustreichen Ansätzen nicht darauf verzichten konnte, zur Unterstützung seiner südpazifischen Offensivpläne Einheiten der atlantischen USA.-Flotte heranzuziehen. Schon der Auftakt der großen maritimen Auseinandersetzung im südpazifischen Jnselraum, die See« unb braila. Braila hat den für Rumänien bedeutungsvollen Huf, nicht nur den besten Käse des Landes, den »BrLnza de Braila", sondern auch die delikatesten Zuckermelonen zu produzieren. Galatz dagegen tpurbe 1908 mit einem grandiosen Justizpalast von seinen Bukarester Regierenden beglückt, die hierzu ottvendigen Geldmittel wurden auch in sechs ahres-Etats bewilligt und angewiesen, und als ndlich nach Beendigung des ersten Weltkrieges 1919 er Herr Justizminister höchstpersönlich diesen Temel der Gerechtigkeit inspizieren wollte, mußte er n Ort und Stelle die betrübliche Feststellung machen, bah wohl sämtliche Gelder unterschlagen nb gestohlen worden waren, von dem ganzen Bau choch auch nicht ein einziger Backstein vorhanden »ar. Nur ein zerfallener Bauzaun, um einen Schuttabladeplatz gezogen, gab Kunde von dem sollen einer Regierung und einer Volksvertretung, as nie zur Tat wurde ...! Galatz und Braila sind in ihrer geopolitischen Lage sozusagen kleine Hamburgs und Bremen der tionau; hier enden bie letzten 200 Kilometer des taugen Stromes und es tritt der Begriff Fluß seine Rechte und Pflichten ab an das Meer, das | ’Ufcit U)ed Daraus s® gfe penen , V* Ä B-Mte H A1 hä : tIe9enn 1 'Ci | I 5« j?el wW Ss j*s xS »er* oernwe £■3 Duktus se gelang es in volle Nei von dei ' IW» : Stadt K Schwalmi enoerburi Mph? ivald Ach Der sch" Die 75 wurde fui schen Du verlebte । große Noi . fal eines meistert. । per im „ uni in ih Wien huldigt Gerhart Hauptmann. Wie Erfüllung eines gnädigen Schicksals mutet es an, wenn das Burgtheater den 80jähr,gen Dichter mit ( ner Neuinszenierung gerade des „Florian Geyer" ehrte, des deutschesten Werkes feit den „Meistersingern", das bei der Urauf'ührung aus gepfiffen worden war. Lothar M ü t h e l s Inszenierung gab der Tragödie wuchtige Intensität. Jede Szene und jede Gestalt war auf ihren schärfsten Ausdruck gebracht. Zu Höhepunkten der Aufführung wurden das unheimliche Erscheinen des geblendeten Bauernburschen und seiner Mutter, Die Lotte Medelsky ungemein eindringlich gab, und bas unaufhaltsam zur Katastrophe drängende Ende. Ewald Balsers Florian Geyer hatte monumentales Format. Aus der Fülle der Gestalten hoben sich besonders hervor Otto T r e ß l e r als altersschwacher Bischof, Horst Caspar als fanatischer Schreiber und Maria Eis als Verräterin. Das eigenwilligen Schwung. Das Gesichtchen wechselt sehr schnell die Farbe, die rosige Haut erscheint dann so zart wie der Grund eines Blütenblattes, an den Schläfen mit ganz leichten bläulichen Schatten. Aber gesund und springlebendig ist Maidli. Es ist nur das Widerspiel seelischer Anlagen, das sich so spiegelt. Denn wie es robust und zart aussehen kann, so ist es auch: wild und sanft zugleich. Die Stimme dieses kleinen Wesens ist überraschenderweise dunkel, tmb zwar um so samtener, je mehr Gefühl sie «usbrütfen will. Auf die kleine Erscheinung paßt am besten ihr eigenes Urteil: „Ich bin eine Mutterfrau!" Von Puppen und Kindern, am liebsten solchen, die in Kinderwagen liegen, aber auch von solchen, die größer sind als sie selbst, nimmt sie mit dieser zärtlichen Versicherung Besitz. Wenn Maidli etwas mitteilen will, was ihm wichtig erscheint, so, erhebt es den kleinen Zeigefinger bis zu den Schläfen, wo es ihn schräg nach außen richtet und senkt die Stimme zum leisesten Flüstern. Dann werden die Augen noch größer. — Auf allen Wegen schleppt es eine geräumige Handtascye mit sich henun. Der Inhalt ist mannigfaltig: ein Bleistift, mit dem es auf jedes erreichbare Blatt Papier „Punkt, Punkt, Komma, Strich, fertig ist das Mondgesicht" malen kann, ein Spiegel, eine prächtige, aber verständlicherweise etwas zerknautschte seidene Ansteckblume, ein Kamm in einer Hülle mit einem Druckknopf (was man nur würdigen kann, wenn man zwei Jahre alt ist), eine Plakettensammlung, eine Wegzehrung in Gestatt einer Birne oder eines Bonbons und Postkarten, auf Denen allerlei Getier 311 sehen ist. Verwunderlich bleibt, mit welch' sicherem Ortff das Gesuchte jeweils gefunden wird. Die Tiere liebt Maidli sehr. Den Vögeln ruft es zu: „Sing noch mal!", aber die Insekten, die es allesamt Bienen nennt, sind ihm in ihrer Kleinheit unheimlich. Vor einer Fliege läuft es davon, indem es seinen Notruf ausstößt: „Näher ran!" Dann drängt es sich ganz eng an Mutter. Maidli soll nicht betteln. Darum versichert es nach einer Krankheit den Nachbarn: ,Lch bin wieder ganz gesund, ich kann schon wieder Pflaum'n esien!" „ 3n der Eisenbahn saß ihm eine junge Dame gegenüber, die, als der Zug sich ihrem Ziel näherte, begann, sich „zurechtzumachen". Maidli reißt Mund nischen Truppen, die Burma cmgrerfen sollen, übernehmen. * Sämtlicher Postverkehr nad) Spanten, Portugal, Großbritannien, Irland sowie nach Uebersee, der bisher über Frankreich geleitet wurde, ist von der Schweizer Postverwaltung bis auf weiteres eingestellt worden. Der Postverkehr mit Frankreich selbst bleibt bestehen. ♦ Die portugiesische Regierung hat gegen das Ueber- fliegen portugiesischen Gebietes durch amerikanische und englische Flugzeuge bei den Regierungen Englands und der USA. protestiert. Ende, noch ein Schuß, noch ein Tank legt sich auf die Seite, brennt aus ... Don allen Seiten stürzen nun die Engländer gegen die Batterie vor. Da greift Der Unteroffizier zum Revolver. Die FeinDe stutzen, schnelle Schüsse, einige stürzen — Dann legt sich Der Unteroffizier Krüger, Letzter seiner Batterie, schwer getroffen über fein Geschütz. Die EnglänDer, Die an eine starke Besatzung geglaubt hatten, schleppen einen Schwerverwundeten in die Gefangenschaft. Dort stirbt er am 10. Dezember 1917 im Alter von rund 30 Jahren: Unteroffizier Theodor Krüaer. Er ist der „Artillerieoffizier", von dem der britische Oberbefehlshaber Sir Douglas Haig in feinem amtlichen Bericht sagt: „Viele von den Treffern auf unsere Tanks vor Flesquiörcs erzielte ein deutscher Artillerieoffizier, der als Letzter seiner Batterie allein ein Feldgeschütz bediente, bis er an diesem getötet wurde. Die große Tapferkeit dieses Offiziers wurde von den Soldaten aller Ränge bewundert." Nach einer späteren englischen Darstellung sollen es insgesamt 16 Tanks gewesen sein, die dieses deutsche Geschütz zusammenschoß. Auf dem Ehrenmal Der Feldartillerie in Köln fand Unteroffizier Krüger symbolische Darstellung, an seinem Geburtshause erzählt eine Gedenktafel von Dem toten HelDen, und in Schwerin trägt eine Kaserne seinen Namen. Otto Riebecke. Mit eil Nord an lmg-LiPf Bach, \ ihren An! bi- zu sei mennusikk tätig. In Der Dach' Vach und lipp Ema Direktor sprach üh weiteres 1 Des Thon C-dur füi dritte Br Abschluß Unteroffizier Krüger. Aus der Tantschlacht bei Cambrai vor 25 Jahren. Am 20. November 1917, 7.15 Uhr, bricht die Tankschlacht von Cambrai los. Mit 362 Tanks stoßen Die EnglänDer überraschend durch *bie Siegfruostellung. Es ist Der erste große Angriff der britischen „Kriegsflotte zu Lande". Von Havrincourt bis Banteux wird die deutsche Frontsperre durchbrochen. Feuer aus allen Geschützen, Maschinengewehren und Minenwerfern hat den Lärm der anrollenden Landpanzer verschluckt. Plötzlich sind sie aus dem Nebel heraus- aebrochen. Hinter ihnen quellen die Massen der Infanterie in breiter Front gegen Cambrai. Die Schlacht umbrandet Das Dorf Flesquieres. Rechts und links davon sind die Massen vorgestohen. Aber das Dorf können sie nicht nehmen — noch nicht! 600 Mann aus verschiedenen Truppenteilen, geschart um Major Krebs vorn Reserve-Jnfanterie- Regiment 27, halten die Hohe von Flesquiöres und weichen keinen Zoll. Die Brigaden der 51. britischen Division flauen sich, ihr Angriff auf das Dorf stockt, rennt sich an diesem Bollwerk in der Sturmflut fest. Tanks, die sich heranwälzen, werden von den letzten Deutschen Geschützen gepackt, Pioniere und Infanteristen werfen ihnen geballte Ladungen entgegen. Die Wracks der stolzen Landpanzer liegen ausgebrannt, qualmend im weiten Kreise um Flesquiöres. Tausend Meter nordöstlich, vom Dorf ist die 8. Batterie des Feldartillerie-Regiments 108 aufgefahren, frei im Feld. Auf 800 Meter wälzen sich die Tanks heran, bann packt sie Die Batterie; zehn Der Ungeheuer gehen in Flammen auf. Der Rest macht kehrt. Aber rings um Flesquiöres unD Diese Batterie fluten Die EnglänDer vor. Die Munition ist knapp, nur für zwei Geschütze kann sie noch ein Weilchen ausreichen; Die anderen werden gesprengt. Ein Volltreffer vernichtet das erste Geschütz. Jetzt kämpft nur noch das vierte. Unteroffizier Krüger ist sein letzter Mann! Er weicht und wankt nickt, kämpft todtrotzend gegen Die Landpanzer an. Ladet, richtet, zieht ab. Immer wenn ein Tank sich über die Bodenwelle hebt, schießt er. Mit eiferner Ruhe — Treffer auf Treffer jagen aus seinem Rohr. Dann aber ist Die Munition zu Maidli. Ton Marianne Schirm. Maidli ist zwei Jahre und Drei Monate alt. Es hat blonDes, weiches Haar, Das sich hinten über Den aufgeschlagenen Rand seines Trachtenhütchens hoch- ringelt Seine Augen sind lichtblau, als ruhe Silber auf ihrem Grunde, aber sie können veilchenfarben erscheinen, wenn die Pupille sich in Frage oder Er- staunen weitet. Noch ausdrucksvoller wirken Die Augen Durch die langen, Dunklen Wimpern, Die sie umrahmen. Die Brauen, mit einem kleinen trotzigen Knick, heben sich in ihrer Helle wenig von Der zarten Haut ab. Das Näschen ist sanft. Das Kinn rund und weich, der Mund zu lebensvoll, um niedlich zu sein. Hoch wölbt sich die Stirn, mit einem SA.-Gruppenführers Schmierer wurde von | zwei nebeneinanderliegenden aneinandergenähten Wissenschaftlern der naturwissenschaftlichen und me- Schlaufen aus Unteroffizierborte am unteren Ende dizinischen Disziplinen eine Arbeitsgemeinschaft ins jeder Schulterklappe. Das Abzeichen wird bis zur Leben gerufen, Die Das Wissen um Die Heilpflanze j Beförderung zum Leutnant getragen. hie», (Nachdruck verboten.) 5 Fortsetzung. lieber. »e öht. ten Uni ium er r nie« infolge« • inblage, Iche Er« die fin« würden. udiö. Kriegs« Krieger leht aus ;enaf)ten ’n Ende bis zur n der ' ein. weid) eine alte Burg, die man zu einem behaolichen Gäste- baus eingerichtet hatte. Und dort entstand in der Frau der Wunsch, auch einen so schönen alten Bau zu erwerben und die Näume mit neuem Leben zu erfüllen. Sie fand ein stilles Städtchen und dar- über eine alte Burg, die Jlmburg. Ein Burgwart laß im Torwärterbäuschen; im mittleren Burghof hatte ein Pächter eine kleine Wirtschaft aufgemacht Es gab noch viele Umstände und mancherlei Widrigkeiten, ehe die Ilmburg in Gertraudes Be- sitz überging. Dann aber fand die Frau in der Herrichtung der Räume. Säle und Wirtschaftsgebäude eine neue, große Aufgabe, die sie auf hervorragende We'se löste. Auch darüber sind nun schon Jahre vergangen, und in dieser Zeit hat der Name der Ilmburg einen guten Klang bekommen. Gertraude Schrott ist eine zierlich gebaute, etwa vierzigjährige Frau. Das dunkle Haar ist kurz- aefdmitten und umgibt ein gut geformtes, kluges Gesicht. Sie ist ein recht streitbarer Geist und zuwellen sehr svottlustiq. Jetzt steht sie vor Helene, der sie nur bis zu den Schultern reicht. Nach herzlicher Begrüßung schilt sie: „Drei Jahre hast du dich nicht auf der Burg sehen lasten, du Scheusal!" Helene hört nicht auf den vorwurfsvollen Ton. Sie nimmt die kleine Frau fest in die Arme. „Es 'st wunderbar, daß du gekommen bist, Gertraude!" Alle Verzweiflung bricht wieder auf. „Drei Jahre, sagst du ... wenn ich doch nur bas vergangene Jahr aus meinem Leben streichen könnte!" _ „Ruhig. Mädchen ..Die warme Altstimme der S-sirött ist fast zu kräftig für die zierliche Frau. „So ziemlich weiß :d) ja Bescheid, wenn deine Briefe auch nur immer Telegrammstil haben. Verlobung ... Entlobung ... na reden wir am besten nicht darüber. Hast doch eine große Reise unternommen. fiat sie dich denn nicht wieder zurechtgerückt?," iinnischt ntana. *• gtyeoter, ottin an und des stattete elerschast Gerhart nkt hat. Kammer, Gerhart i Schau« ralinkn« Worten: 5 Burg' rillparzer i, so B r, sie glü chnoch es und t. aus 'e eben töpfige j Allen h dem eit der ch ein«i seines: on an« st. Das n des ent« in den ellte es händer, bst den ung. So, e Striche. lanse jkft üb« )tel9, ruft 'Rein, die mn wenn n. Maidli rien. lind ^scheint nacht M Dec große Irrtum Roman von Meta vrik. eifrig 6* ?* ni frei VuO«5 licht M cht ftrenS inen W röten W refnit l“1 oerwnn' is h°« Ä «K a n>iU « uder: > fet #S« Us HS Aus dieser Begegnung mit Johannes Rautenberg nimmt Helene e.nen Gedanken mit und wird ihn nicht los: Ludwig kehrt zurück. Das Wissen darum verfolgt sie am Tage, und sie nimmt es des Nachts mit in ihren Traum. Erinnerung ist wieder da, und Stunden voll süßer Traurigkeit wechseln mit trotziger Auflehnung. Daraus wird Helene durch eine andere Begegnung erlöst. Und sie kann an jenem Vormittag, da Tertrckude Schrott sie anruft und e ne Stunde später sell>st kommt ... nein, da kann Helene nicht wissen, daß diese Begegnung mit der mehrere Jahre nicht gesehenen Freundin für sie selbst bereits die erste Wendung zu einem ganz neuen Abschnitt ihres Lebens bedeutet. Gertraude Schrött ist die Witwe des Kunsthändlers und Sammlers Schrött, der mit Helenes Vater in geschäftlichen und freundschaftlichen Beziehungen stand. Schrött war sehr viel alter als seine Frau. Trotzdem erwuchs aus diesem Bunde eine sehr glückliche Ehe. Gertraude machte mit ihrem Mann wette Reisen und lernte fast die ganze Well kennen. Sie yahm an seinen Geschäften Anteil und wurde feine beste Helferin. So kam es, daß sie Helene Veselius kennenlernte. Be'de empfanden berzl'che Zuneigung zueinander, und Gertraude besuchte damals Helene auch in dem stillen Bramstedt. Nach dem Tode des Mannes wurde die sehr um- sangreiche Sammlung alter Bilder und Möbel für Gertraude eine Last. Sie wollte sich von den zu- lammengetragenen Schätzen nicht trennen. Die Er- hcltung aber bedingte die Weiterführung der sehr großen und teuren Berliner Wohnung. Gelegentlich einer Rheinreise kam Gertraude auf 'schung bannt I r Ent« ' Hoden, Wichen en, die imische en. da ) viel. Aus der Stadt Gießen. Oie Urformen des deutschen Bauernhauses. Bei der kommenden Reichsstraßensammlung werden reizvolle Holzabzeichen unseren Blick auf die mannigfaltigen Formen des deutschen Bauernhauses lenken, dessen Geschichte in die älleste deutsche Der- -aangenheit zurückgeht und das in seiner reichen Ausgestaltung ein wertvolles Stück deutscher Kultur darstellt. Im Gegensatz zum Stadthaus, in dem die -schnelle Entwicklung der Siedlung und der Stile so- w.e die persönliche Auffassung des Bauherrn und des Baumeisters ihren Ausdruck finden, steht das Bauernhaus im Zusammenhänge jahrtausendelanger Entwicklung. Es ist keine willkürliche Schöpfung, sondern aus seiner Umgebung und ihren wirtschaftlichen Forderungen erwachsen, reicht also in seinen Grundformen bis in die Anfänge der germanischen Besiedlung zurück. Am frühesten erkannt wurde die Entstehung aus vor- und frühgeschichtlichen Bauformen am niedersächsischen Bauernhause. Dem Hause mit den niedrigen Seitenwänden geht eine ältere Form voraus, bei der der eigentliche Hausraun) als „Wohngrube" in den Boden eingetieft ist und das Dach scheinbar, gleich mit dem Erdboden beginnt In Teilen der, Lüneburger Heide- stehen solche „Dachhäuser" noch; als Rest längst vergangener Zeiten, werden jetzt allerdings fast nur noch als Schafställe benutzt. Durch Herauswachsen des unterirdischen Teiles des Hauses und die dadurch notwendig werdende Anbringung senkrechter Stützen entsteht allmählich der Grundtyp dieses Bauernhauses, von dem bereits Anlagen der jüngeren Steinzeit bekannt sind. Wie das Haus des germanischen Bauern im einzelnen aussah, dafür geben germanische Hausurnen, etwa 50 Zentimeter hohe Tongefäße, in denen die Asche verbrannter Leichen beigesetzt wurde, und wie sie aus der Zett vom 7. bis 4. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung in der Gegend von Aschers- leben gefunden wurden, einen gew ssen Anhalt. Sie waren aus Holz gebaut; Ziegelsteine waren den Germanen unbekannt. Dagegen wurde eine glänzende Erd art zum Bestreichen einzelner Bauteile benutzt, so daß es sich vielleicht um hie Anfänge des Fachwerkbaues handelt. Die Häuser wurden mit Rohr gedeckt, und die hohen Dächer waren ziemlich lange haltbar. Lange Zett blieb das germanische Haus ein „Einhaus"; als jedoch die Kriegszüge vielfache Berührung mit der römischen Bauweise brachten, wirkte das Haus des Römers mit seinen vielen Räumen auch auf das germanische ein, das nunmehr mehrere Räume erhielt Es entstanden besondere Schlafräume, und Küche und Wohnraum schlossen sich bald an. Auch für den Geschoßbau boten b:e Römer mit dem „folarium", dem „Söller", das Beispiel, aber es erwuchsen daraus größere Schwierigkeiten und eine gewisse Unsicherheit des ganzen Baues. Der Söller machte es unmöglich, die Rauchöffnung als Lichtquelle zu benutzen, so daß Fenster notwendig wurden, und während bei der alten Herdanlage der Rauch durch die Oeffnung im Dach entwichen war, mußte auch der römische Rauchfang übernommen werden. Als nach der Völkerwanderung die deutschen Stämme seßhaft wurden, wurden auch die Sauern« Hausformen baulich ausgestattet, und die Stammes- unterschiede kamen *im Hausbau zum Ausdruck. Zwei grundlegende Hausformen bildeten sich heraus, das niederdeutsche Bauernbaus, ein Einhaus mit zwei Hauptformen, der niedersächsischen und der friesischen. und der oberdeutsche. Das erste ist hauptsächlich über den ganzen deutschen Nordwesten verbreitet und greift nach Holland über, wurde von Kolonisten auch nach Mecklenburg, Pommern und dem Nordteil von Brandenburg verpflanzt. Mensch und Tier wohnen darin unter einem Dache, bas an den Seitenwänden tief heruntergezogen ist und hoch aufsteigt. Der Wohnteil liegt abseits der Straße am hinteren Giebelende. Ein mächtiges Tor am Vordergiebel führt in das Innere des Hauses, das Dach tragende Holzfäulen bilden eine Diele, die der Arbeitsraum für die Männer ist, während zu beiden Seiten die Diehställe liegen. Der Wohnteil ist mehrfach in Stuben und Kammern gegliedert und gruv- piert sich um den Herd, an dem die Hausfrau mit den Mägden beschäftigt ist. Das oberdeutsche Haus weist eine größere Mannigfaltigkeit auf. Es ist zwar auch von dem Einheitsraum ausaegangen, wurde aber schon frühzeitig geteilt und erhielt immer mehr Wohnräume, besonders auch durch das Aufsehen eines Stockwerks. Der Wohnteil befindet sich hier am vorderen Giebel. Besondere Ausgestaltung erfuhren das bayerische Bauernhaus und das badische Schwarzwaldhaus. Die Anordnung einer Reihe von Einzelaebäuden in Hufeisenform um einen offenen Hof mit vorderem Zaunabschluß, das „fränkische Gehöft", ist in Mitteldeutschland vom Rheinland bis Schlesien dem Manne, besten Erscheinung uns heute schon fast als das Urbild des Dichters anmutet und dessen Antlitz Not und Mel seines Volkes, den Glanz seiner Künder und die Schatten seiner Leidenden trägt." Dann wurde im Logen-Foyer des Buratheaters von Reichsletter von Schirach die von ihm gestiftete Gerhart-Hauptmann-Büste enthüllt. Kassel kauft hessische Kunstwerke. In der Staatlichen Galerie Kastel wurde eine Ausstellung eröffnet von Werken, die die^Stadt während des Krieges für ihre „Städtische Galerie" erworben hat. Unter den Gemälden finden sich allein zehn frühere Kasseler Akademiedirektoren, darunter zwei köstliche kle.ne Oelskizzen von Kolitz aus den neunziger Jahren, in denen sich der früh zupackende Realismus Menzels mit der farbigen Delikateste der besten Franzosen verbindet. Von Ubbelohde vermochte man auf dem Umweg über Holland eine stimmungsvolle Lahnlandschaft zurückzukaufen und eine „Ooerhessische Landschaft", die den erregten Duktus feiner Zeichnungen aufweist. Von Bantzer gelang es, eine 1899 entstandene hessische Landschaft in abendlicher Stimmung zu erwerben. Eine reizvolle Neuerwerbung ist eine echt hessische Studie von der Embdes: „Bauernmädchen mit Zwetschenkuchen". Karl Mons hat im Auftrag der Stadt Kassel zwei große Emtelandschäften und Schwälmer Bauernbildnisse geschaffen. Weitere Neuerwerbungen stammen von Karl Buchart, Pforr, Schliephake, Karl Lenz und dem Düsseldorfer Oswald Achenbach. G. M. Vonau. Der schwäbische Dlchterpreis für Auguste Supper. Die 75 Jahre alte Dichterin Auguste Supper wurde für chr reiches Lebenswerk mit dem schwäbischen Dichterpreis ausgezeichnet. Auguste Supper verlebte ihre Jugend im Schwarzwald, der letzte große Roman „Eva Sluerftein'7 behandelt das Schicksal eines Findelkindes, das tapfer fein Schicksal meistert. Erzählerische Größe erreicht Auguste Supper im „Mühle im Katten-Grund", „Der Gaukler" und in ihren Lebenserinnerungen. Vachtag in Bückeburg. Mit einem Bachtag knüpfte der Gau Westfalen- Nord an die Bach^radition der Hauptstadt Schaumburg-Lippes an, die mit Johann Christoph Bach, dem zweitjüngsten Sohn des Meisters ihren Anfang nahm. Der „Bückeburger Bach" war bis zu feinem Tode im Jahre 1795 dort als Kammermusiker und Kapellmeister 45 Jahre hindurch tätig. In einer Morgenveranftattung .Hausmusik der Bache" wurden Werke von Johann Sebastian Bach und feiner Söhne Johann Christoph und Philipp Emanuel dargeboten. Prof. Dr. Karl Hasse, Direktor der Staatlichen Musikhochschule Köln, sprach über das Wesen der Bachschen Musik. Ein weiteres Konzert brachte dann ausschließlich Werke des Thomaskantors selbst, so das Klavierkonzert in C-dur für zwei Klaviere und Streichorchester, bas dritte Brandenburgische Konzert und als heiteren Abschluß die Kaffee-Kantate. Erich Meinhard. hochschulnachrichten. Dozent Dr. Walter Freymann ist zum außerplanmäßigen Professor an der Universität Posen für Philosophie ernannt worden. Freymann, ein geborener Balte, der lange Zeit an der Universität Dorpat wirkte, wurde vor allem durch seine Ar- betten auf dem Gebiet der Geschichte der Philo- sophie bekannt. — Dr. med. habil. Ernst Speer ist an der Universität Jena zum Dozenten für Psychiatrie und Neurologie ernannt worden. Sp"er wurde 1889 iy München geboren. 1921 ließ er sich in Lindau am Bodensee als Nervenarzt nieder, wo er eine eigene Klmik gründete. — Der Direktor des Deterinärinstituts der Universität Zürich und Dekan der veterinärmedizinischen Fakultät, Prof. Dr. Walter Frei, vollendet am 21. November sein 60. Lebensjahr. — Am 21. November vollendet der planmäßige a. o. Professor für Hirnforschung an der Universität Leipzig. Dr. phil. et med. Richard Arwed Pfeifer, sein 65. Lebensjahr. Pfeifer wirkte als Leminarlehrer und Oberlehrer in Dresden. Später widmete er sich in Leipzig und München dem Studium der Medizin. 1927 wurde er planmäßiger a. o. Professor in Leipzig. — Der außerplanmäßige Professor Dr. Ernst I e n ck e l ist zum a.o. Professor an der T. H. Aachen für physikalische Chemie ernannt worden. Ienckel, der diesen fiehrftuhl schon seit März 1941 vertretungsweise innehatte, erhielt an der Universität Münster 1932 die Lehrbefugnis. Als 21b» teilungsleiter kam er an das Kaifer-Wilhelm-In- fritut für physikalftche C^-mie und Elektrochemie, Berlin-Dahlem, und als Direktor an das neu errichtete Kunststoffinftitut in Frankfurt a. M. — Dozent Dr. Herbert M a y e r ist zum o. Professor an der Universität Posen für Erperimentalvhysik ernannt worden. — Professor Dr. Robert Element ist zum a. o. Professor an der Universität Prag für anvraanisch" Chemi» ernannt worden. Klement vuri>e 1899 in Bernau (Mark) gebaren. Er studierte in Berlin und promovierte dort, 1935 habilitierte er sich in Frankfurt. Für Freiheit, Recht und Brot. Unter dieser Parole finden am 21. und 22. November im kreis Detterau Versammlungen der NSDAP. statt, die das Ziel haben, in jedem Volksgenossen die Erkenntnis und feste Ueberzeugung zu wecken, daß es für Deutschland sowohl in seiner Gesamtheit als auch für )edeu einzelnen Deutschen keine andere Möglichkeit geben kann als den Sieg. Das Deltjudeutum will die Vernichtung des deutschen Volkes. „Deutschland muß sterben^, so lautet der Racheschrei Zudas. Und daher hetzten sie zum Krieg, den wir zu führen nun gezwungen sind. Dieser ans aufgezwungene Krieg ist für unser Volk ein Kamps um Sein oder Nichtsein. Der Sieg, den wir erringen werden, soll deshalb auch ein Sieg des ganzen Volkes sein. Und jene Völker, die mit uns im Bunde gleichfalls von den Gütern der Erde ausgeschlossen waren, haben den gleichen Kamps für ihre Zukunft zu führen: Für Freiheit, Recht und Brot. Darüber spreche n im kreis Detterau am: Samstag, 21. November Sonntag, 22. November Sonntag, 22. November Redner: 20 Uhr: 11 Uhr: 15 Uhr: Butzbach Der (Bauleiter Atten-Buseck Treis a. d. Lda. Allendorf a. d. Lda. Vieth Bellersheim TrcvisMünzenberg Münzenberg Viel Beuern Reiskirchen Saasen Göbel Daitbringen Mainzlar Staufenberg Schäfer IIL Freienseen Laubach Lauter Dr. Henner Trais-Horloff Ober-Hörgern (9 a mb ad) Keller Gießen-Klein-Linden Lang-Göns Kirch-Göns Schuster Grünberg Harbach Ettingshausen Schnellrieder Hausen Gvohen-Buseck Steinbach Garbenteich Weintz Dr. Mentzel Nieder-Weise! Holzheim Grüningen Stahl Hungen Lich Dillingen Ruppertsburg Cann6 Hoack Londorf Gettshausen Weitershain Schmitt Rödgen Gießen-Wieseck Heuchelheim Brems Steinfurih ©riehel Rockenberg Langula Watzenborn-Steinberg Leihgestern Großen-Linden Schweige rt Wvhnbgch Wölfersheim Melbach Schönfelder Deutsche Krauen und deutsche Männer! Worüber gesprochen wird — geht Euch alle an. Daher hinein in die Versammlungen der NSDAP. und hört, um was es jetzt geht. verbreitet. Das Haupthaus umfaßt vor allem ben Wohnteil und ist mit dem Giebel der Straße zugekehrt, während Einzelbauten für Ställe, Schuppen und Scheunen den Hofraum umgrenzen. Die Franken, die eine Vorliebe für die römische Kultur hatten, haben für ihre Gehöfte die Grundform des römischen Meierhofes übernommen. Die Gebäude haben nur Zugang vom Hof aus, und die Fenster liegen auf der Hofseite, nur das Wohnhaus, das an der Dorfstraße liegt, hat auch Fenster nach dieser. Innerhalb dieser Grundformen hat das deutsche Bauernhckus außerordentliche Fülle von Eigenart und großen ReiHum an künstlerischen Einzelformen bervöraebracht, von denen uns jetzt in den kleinen Nachbildungen eine Reihe von Beispielen gezeigt werden. C. K. Bilder aus der neuen Wochenschau. Die Feiern zum 9. November in München, wo der Führer zur Alten Garde gesprochen hat, fr"Iben den Auftakt zur neuen Wochenschau, die in überzeugenden Bildern die gewaltige Abwehrbereitschaft der Wehrmacht an den Grenzen Europas veranschaulicht. Wir sehen Bilder von Norwegen, wo Buchten und Küste mit zahllosen Geschützen aller Kaliber und schweren Bunkern gespickt sind. Darüber hinaus wird das gesamte See- gebiet um Norwegen durch Aufklärungsflugzeuge, leichte und schwere Marinestreitkräste ftänbcg über« weckst. Wir werden im Bilde Zeugen des Durchmarsches motorisierten verbände, die auf Befehl des Führers in den Morgenstunden des 11. November d"rch das bisher, unbesetzte Südfrankreich z u r Mittelmeerkssste marschieren, um die amerikanisch-englischen Anar'ffsvläne aegen Europa Z" vereiteln. Unaufhaltsam rollen die Kolonnen nach trüben und erreichen Marseille, wo unsere Panzer am Triumvbbogen vorbei ihren Einzug halten, nicht als Feinde des französischen Volkes, sovd"rn als Küstenwacht gegen die Feinde Euronas. Weiter sehen wir Bilder von dem Wiederaufbau in Karelien und von einer Beschi-ßung her Inselfestunq Kr » nstadt. Das Elektrizitätswerk wird 'n Brand «elchosien und auch d"s vor Anker liegende sowjetische Schlachtschiff „Marat" wird unter Feuer genommen. Deutsche und kroatische Kampfflieger befetten die Verteidigungsanlagen von Leningrad mit Bomben. Und wieder wandert unser Blick über das Trümmerfeld von Stalin- §rab. Die sowjetische Waffenschmiede ist vollstän- ig zerschlagen, und unsere Grenadiere haben Posten an der Wolga bezogen, so daß kein Schiff mehr den Strom hinaufkommt; das ist das Entscheidende, wie es der Führer in seiner großen Rede erklärte. OloUa-pa ast: „Krontcheater". Dieser Film der Terra, zu dem Georg H u r b a • l e k nach einem Manuskript von H. F. Zöllner und Werner Plücker unter Benutzung einer Idee von Werner Scharf das Drehbuch schrieb, wtttt wie eine neue Illustration der in den letzten Jahren imnzer wieder bewiesenen und bekräftigten Erfahrung, daß einem alten Worte zum Trotz in diesem Kriege die Musen nicht schweigen, daß jie im Gegenteil uns gerade heute so nötig sind rote das tägliche Brot. „Fronttheater" gehört in die Reihe zeitnaher, in vielfacher Weise aktueller Filme, wie sie etwa in „Wunschkonzert" oder „Zwei in einer großen Stadt" bereits einen volkstümlichen und wirkungssicheren Stil entwickell haben. Das alte, nie erschöpfte Thema des Theaters wird hier von einer neuen Seite her beleuchtet. Der Begriff der wandernden Komödianten von einst ist heute zu neuer, verpflichtender Bedeutung erhoben: das Theater ist, wenn man es recht verstehen will, gewissermaßen eine Waffengattung geworden, eine auf besondere Art kriegführende Macht von mannigfacher psychologischer und erzieherischer Wirkung. Der romantisch vagabundierende Thespiskarren von einst ist heute motorisiert, er rollt in alle Windrichtungen der europäischen Landkarte bis nah an die kämpfenden Fronten heran, und die Schauspieler, die sich hier für die Soldaten einsetzen, spüren die Verantwortung und die große Aufgabe. Die ftraffe Organisation, die vielfältigen Schwierigkeiten, Stta- pazen, Improvisattonen, die mancherlei Freuden und Leiden und triumphalen Befriedigungen, die der Begriff umschließt, werden dem Zuschauer unmittelbar einleuchtend zum Bewußtsein gebracht. Tfa bas Ganze nun aber nicht gerade ein Kulturfilm, ein Lehr- ober Werbefilm werden sollte, hat man es in die Form einer Spielhandlung gekleidet, in welcher Mars und die Musen auf eine jedermann eingehende Art in Verbindung gebracht werden und ein menschlicher Konflikt, welchem das Publikum spürbar Verständnis und Anteilnahme entgegenbringt, zu allgemeiner Zufriedenheit ge« Ein abwehrendes Kopffchütteln. „Weißt du, schließlich war es doch so, als ob ich immer ins Leere kam .." Gertraude sieht die Jüngere aufmerksam an. Helene scheint ja in einer schlimmen Verfassung zu fein. Das fo stolze und selbstbewußte Fräulein Veselius verzagt zu sehen, ist ganz und gar ungewohnt. Da kam man wohl gerade zur rechten Zeit. „Du, Helene ... du weißt ja, ich rede immer geradezu. Und darum sage ich dir jetzt, daß es deiner unwürdig ist, einem Manne nachzutrauern!" Helene wirft unwillig den Kopf zurück, und über der Nase erscheint die scharfe Falte. Aber die Schrött spricht energisch weiter: „Und jetzt schemst du nicht zu wissen, was du anfangen sollst, wie? Das ist sehr schlimm. Helene! Arbeite doch! Kümmere dich um den Uhlenhof!" „Das macht ja der Pächter viel besser, Ger- travbe." „Im Gegenteil. Gebauer sagt, die Bewirtschaftung ist jetzt ganz miserabel." „Wieso Gebauer?" fragt Helene. „Warst du denn jetzt bei ihm?" Gerttaude nickt. „Ja, heute vormittag war ich beim Anwalt. Ich habe da auf der Burg Scherereien. Doktor Oehauer kennt uns ja seit Jahren: er hat die Interessen meines Mannes und auch die deines Vaters vertreten. Na ja, jmb da erwähnte tr auch, daß dein Pächter ein alter Mann fei, der den Pachtvertrag wahrscheinlich nicht mehr erneuern w'll. Also würde ich mich an deiner Stelle jetzt selbst um bas Gut bekümmern. Nimm dir doch einen tüchtigen Inspektor, einen guten Landwirt. Suche Gelegenheit, dich selbst zu schulen. Du würdest auf dem Uhlenhos bestimmt genug Arbeit finden und kämst über alle schweren Gedanken fort." „Das ist doch Unsinn, Gertraude. Ich habe keine Ahnung von der Landwirtschaft." „Ich bin auch nicht als Gastwirtin auf die Well gekommen, mein Herz!" Nun muß Helene doch lochen. „Darum bist du wahrscheinlich auch eine Hotelbesitzerin besonderer Art geworden. Du nimmst nur Gäste, die dir zusagen. Alle anderen Dringst du höflich und schnellstens wieder von der Burg." „Nicht einmal immer höflich", erwidert Gertraude spöttisch. „Und wie viele Gäste hast du jetzt oben?" fragt Helene. „Wenige nur. Stille Leute, wie ich sie gern mag. Einer ist habet, das ist ein rechter Eigenbrötler. Ist aber ein feiner Kerl. Er wohnt jetzt schon zwei Jahre auf der Burg." „W'e denn ...", wundert sich Helene. „Dauernd wohnt er oben?" ' „Ja. Aber das hat feinen Grund; das erzähle ich dir noch. Dich, liebe Helene, würde ich am liebsten auch gleich mitnehmen." „Abgemacht!" sagt Helene. Sie stimmt so schnell zu, daß die Schrött sie erstaunt anliebt. „Du willst wirklich und wahrhaftig kommen, Mädchen?" „Wirklich und wahrhaftig!" bestätigt Helene; und Bernhardine, die eben in das Zimmer kommt und diese Worte noch hört, fühlt, daß nach unendlich langer Zett zum erstenmal wieder ein froher Klang in der Stimme des Fräuleins mttfchwingt. Helene bekommt auf der Burg chr alles Zimmer, das sie schon bei früheren Besuchen bewohnte. Man gelangt über eine alte Turmtreppe, über den „Wende!" dahin. Es liegt im ältesten Teil des Baues, und das große Fenster des holzgetäfelten Raumes, mit weitem Bogen eingebettet in dicke Mauern, siebt hinaus auf die zartgrünen Wiesen und hoch aufftrebenben Wälder. Stufen führen zu einem kleinen Altan mit breiter, dunkler Schieferbrüstung. D'eier kleine, luftige Vorbau stammt noch aus der frühesten Bauperiode der Burg. Aus der Tiefe wachsen mächtige Bäume herauf, und ihre Kronen umrauschen den ftiöen Platz. (Fortsetzung folgt) klart und bereinigt wird. Der Spielleiter Arthur Maria Rabenalt, der früher in Darmstadt wirkte, hat beherzt ins volle Menschenleben naher Gegenwart gegriffen und den ernsten Kern der Fabel mit allerlei freundlichen Episoden und gesundem Humor umgeben. Auch für die Musik (Wer- ner B o ch m a n n) und. vor allem für die Kamera (Oskar Schnirch) gab es allerhand lohnende Aufgaben. Die Hauptperson im Fronttheater-Ensemble ist Hell Finkenzeller, reizend anzusehen in ihrer Zärtlichkeit und Traurigkeit, dabei mit einer seriöseren Rolle betraut, als man ihr gemeinhin zu spielen gibt. Eine Reche charakteristischer, lebendig voneinander abgesetzter Komödiantenfiguren zeigen Lothar F i r m a n s, Willi Rose, Ernst K a r- ch o w , Elsa Wagner und die junge Bruni L ö - bet Reben so populären Leuten wie Wilhelm Strienz und den Geschwistern Höpfner ist endlich Rens Deltgen zu nennen, dem die zeit- nahe Figur eines Flaksoldaten mindestens so gut steht wie die Schurken und Abenteurer, die er häufiger zu spielen hat. — ♦ Im Beiprogramm laufen die Wochenschau, die wir schon besprochen haben, und ein interessanter ÄuIturfUm vom Aufstieg und Freiheitskampfe des finnischen Volkes. Hans Thyriot Diamantene Hochzeit. Am kommenden Sonntag, 22. November, können der Schneidermeister Johs. Diehl und Frau Elisabeth, geb. Hofmann, Seltersweg 62 wohnhaft, in bester Frische das Fest der diamantenen Hochzeit begehen. Der Jubilar stammt aus Ober-Ohmen, wo er am 10. Dezember 1858 geboren wurde, die Jubilarin wurde am 9. Juni 1859 in Großen-Buseck geboren. Das Jubelpaar besitzt 3 Töchter, 6 Enkel und 3 Urenkel. Beide Jubilars erfreuen sich noch großer Rüstigkeit, der alte Herr übt sogar noch seinen Beruf als Schneidermeister aus und macht täglich seinen gewohnten Rundgang durch die Stadt. Den diamantenen Hochzeitern gelten auch unsere herzlichen Glückwünsche. Platzkonzerte. - Reiten der Jugend. Aus Anlaß der Reichsstraßensammlung der SA., ff, RSKK. und des NSFK. am Samstag und Sonntag spielt der Musikzug der SA.-Standarte 116 am Sonntag, 22. November, von 11 bis 11.45 Uhr auf dem Kreuzplatz und von 12 bis 12.45 Uhr am Selterstor. Die Reiter-SA. wird ihre Reitpferde am Samstag und Sonnfag, jeweils ab 14 Uhr, an der Plockstraße wiederum der Jugend zur Verfügung stellen. Bei schlechtem Wetter besteht für unsere Jugend Reitmöglichkeit in der Reitbahn bzw. dem Reitstall der Reiter-SA. am Brandplatz. Mietbeihilfen an die Mieter. Durch Verordnung vom 31. Juli 1942 wurde die Gebäudeentschuldungsfteuer (Hauszinssteuer) mit Wirkung vom 1. Januar 1943 aufgehoben. Die Mieten bleiben in der bisherigen Höhe bestehen. Deshalb werden auch nach Aufhebung der Gebäude- entschuldungsfteuer die Mietbeihilfen auf Grund der Mietbeihilfen-DerorÄnung (Kriegsmietbeihilfen) weiter gewährt. Sie werden jedoch nicht mehr, wie bisher, an die Steuerbehörden, sondern ab 1.-1.1943 unmittelbar an die Mieter ausgezahlt. , Verdunkelungszeit: 19. November von 17.24 bis 7.21 Uhr. Gießener Konzertring. Orchester-Konzert: Händel, Mozart, Weber, Schumann. Die Dortragsfolge des Orchesterkonzertes war in Auswahl und Aufbau dazu angetan, den Hörer im ständigen Fortschreiten von den Geschehnissen der Umwelt zu lösen und ihn so immer empfänglicher werden zu lassen für die Aufnahme der zu Gehör gebrachten Werke. Händels Concerto grosso in F-dur wurde, mit Professor Stefan Temesväry am Generalbaßpart,. in idealer Musiziergemeinschaft dargeboten im gegenseitigen Geben und Nehmen, Entgegnen und Beantworten, als ein echtes Kon- vertieren im Sinne des Darockzeitalters. Die Gegenüberstellung des „concertino" (zwei Soloviolinen und Cello) mit dem tutti des gesamten Orchesters ließ überaus reizvolle dynamische Abstufungen her- aüstreten und in der Verflechtung beider Gruppen vielfältige Klangkombinationen sich entwickeln. In Frische entfaltete sich so das Andante larghetto. Das sich anschließende Allegro war betont durch die Zierlichkeit und Geschliffenheit der melodischen Artikulation. Ein weiterer prachtvoller Largosatz, in dem Solo und tutti sich klangschön voneinander absetzten, führte hin zum Finale, das mit seinen zwei gegensätzlichen Themen schon auf die kommende Sonaten- bzw. Symphonieform im klassischen Sinne vorausweist. Sehr plastisch zeichnete sich das Fugato in seiner stimmigen Linearität ab und erreichte den Höhepunkt in der klanglichen Ueberbauung beider Gedanken. ♦ Mozarts Konzert-Rondo in D-dur (Köchel-Verz. 382) aus dem Jahre 1782, war als Finale für Mozarts erstes Klavierkonzert D-dur (Köchel 175), komponiert 1773 in Salzburg, bestimmt. Wir lernen hier Mozart in der mannigfachen Abwandlung und Beantwortung des Rondothemas in seiner unerschöpflichen Fähigkeit des Improvisierens kennen. Heinz Schröter (Frankfurt) gab seinem Part eine feinsinnige Ausdeutung mit Leichtigkeit des Anschlages und elegantem Fließen der Passagen. Die Moll-Episode gestaltete er mit warmer Empfindsamkeit, und das Adagio durchzog Versonnenheit und geschwellte innerliche Weite. Zu einem Höhepunkt klavieristischer Kunst im Mo- zartschen Sinne wurde die Original-Kadenz. Die heitere galante Sphäre dieses Werkes wurde durch das begleitende Orchester unter Prof. Temes - väry 'in diskretester Anpassung an den Solisten unterstrichen. War es hier mehr das musikalische Geschehen an sich, das den Hörer fesselte, so führte Webers Konzertstück in f-moll in musikalische Ausdruckswerte hinein, die durch ein zugrundeliegendes Programm in ihrem Verlauf bestimmt sind, wie wir durch vorliegende Aeußerungen Webers wissen. Die bildhaft geschauten einzelnen Szenen (das Werk wurde am Tage der Uraufführung des „Freischütz" 1821 vollendet) ließ Heinz Schröter am Soloinstrument mit starker innerer Beteiligung sich entwickeln: die bedrückende Resignation des Trennungsschmerzes im Eingangsteile, die Erregtheit in der Kampfesvision, die Heimkehr der Siegreichen im Spiegel des heroischen Marschrhythmus und der Jubel der Wiedervereinigten im Schlußteil. Weber, der dieses Werk ost selber mit größtem Erfolge gespielt hat, fordert von dem Solisten ein hohes Maß an technischer Entwicklung. Heinz Schröter war in den Passagen von perlender Geläufigkeit, gestochener Klarheit und äußerster Sauberkeit, dabei innerlich erfüllt von jener Tiefe, die über den virtuosen Selbstzweck hinführt zum letzten musikalischen Erleben. Das Orchester in seiner Farbigkeit und thematischen Derknüpftheit war Helfer zu diesem starken Erfolge. In der Zugabe von Webers „Perpetuum mobile" ließ der Solist noch einmal die gerühmten Vorzüge feiner Weber-Interpretation hervortreten. Die romantische Well Webers schuf die geistige Brücke zu Schumanns d-moll-Sympho° n i e. Als zweite Symphonie 1841 entstanden, unterzog sie der Komponist in feiner Düsseldorfer Zell einer gründlichen Umarbeitung, besonders hinsichtlich der Instrumentation, und brachte sie 1852 als vierte Symphonie zur Aufführung. Unter der Führung von Professor Temesvary erhob sich die Wiedergabe durch das Städtische Orchester zu stärksten Eindrücken. Bannende Kraft lag in der Einleitung mit der thematischen Betonthell der Mittelstimmen. Der Uebergang zum Hauptsatz ließ diesen in seiner inneren Bewegtheit und schwärmerischen Erfülltheit herauswachsen. Don besonderer Wucht waren die tragischen Akzente der Durchführung und von nachgiebiger Schmiegsamkett die melodische Linie als zweiten Themas. In der Romanze traten Cello und Oboe mit ausdrucksvoller Melodik klangschön hervor; die Stimmungsgebundenheit des Satzes verstärkte sich in der Gegenüberstellung mit dem Thema aus der Einleitung der Symphonie und dem lichten, von der Solovioline umspielten Dur-Teil. Das Scherzo mit seinen stampfenden Anfangsrhythmen ließ den stimmigen Anteil im gegenseitigen Ablösen deutlich heraustreten, und das zweimal wiederkehrende Trio zeichnete sich durch Klangnachgiebig' feit und Abwandlungsmöglichkeit des Dirigenten aus. Der Uebergang zum eigentlichen Finale war ein allmähliches Wachsen bis zu stärkster Gefühlsexpansion und fand feine Erfüllung in innerlichem Schwung und Sinn für die thematische Ausdeutung im Klanglichte der einzelnen Instrumente und schwang in der temperamentvoll erfaßten Coda aus. Starker, herzlicher Beifall war der Ausdruck des Dankes solchem musikalischem Erleben gegenüber. Dr. Hermann Hering. Keine Gratifikationen für Bummelanten und Disziplinlose. NSG. Der Reichstreuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Hessen gibt bekannt: Der General- bevollmächtigte für den Arbeitseinsatz hat am 31. Oktober 1942 eine Anordnung über die Weihnachtsund Abschlußgratifikationen 1942 erlassen. In der Einleitung zu dieser Anordnung kommt bereits zum Ausdruck, daß die Gratifikation eine Anerkennung •für treue Dienste, einwandfreie Führung und genaue Erfüllung aller dem Gesolgschaftsrnllglied obliegenden Pflichten fein soll. Die Weihnachtsgratifikation ebenso wie im allgemeinen auch die Jahresabschlußvergütungen sind ihrem inneren Wesen nach ein Ausfluß der Treue- und Fürsorgepflicht des Unternehmens. Bei groben Verstoßen des Ge- folqschaftsmitgliedes gegen feine Treuepfllcht tft der Unternehmer daher berechtigt, diese Dergütunaen zu verweigern. Ich erwarte daher, daß die Betriebs- sichrer im Sinne der ihnen übertragenen Verantwortung bei der Ausschüttung der Weihnachts- und Abschlußgratifikationen diejenigen Gefolgschaftsnut- glieder, die wiederholt gebummelt oder in sonstiger Weise gröblich gegen die Arbeitsdisziplin verstoßen haben, nicht berücksichtigen. »♦ Ein Siebziger. Am morgigen Samstag, 21. November, kann der Bürodirektor Wilhelm Herrmann, Stephanstraße 15 wohnhaft, in bester Frische feinen 70. Geburtstag begehen. Der Jubilar kam vor 13 Jahren als Justizoberinspektor von Michelstadt nach Gießen und übernahm hier die Stelle des Dürodirektors beim Amtsgericht. Im Jahre 1933 trat er, um einer jüngeren Kraft Platz zu machen, freiwillig unter Anerkennung des im nationalen Interesse bekundeten Opfersinnes in den Ruhestand. Bei Ausbruch des Krieges stellte er sich sofort zur Verfügung, seitdem versieht er sein Amt als Bürodirektor des Amtsgerichts wieder in gewohnter Arbeitsfreudigkeit und Umsicht. Im Kreise seiner Berufskameraden wird dem Jubilar große Wertschätzung entgegengebracht. Zu seinem 70. Geburtstage gelten dem verdienten Beamten auch unsere herzlichen Glückwünsche. *♦ Rückzahlung Eiserner Sparguthaben bei Todesfall. Das Oberkommando des Heeres hat angeordnet, daß über Anträge von Angehörigen gefallener ober verstorbener Wehrmachtangehöriger des Heeres auf Rückzahlung der Eisernen Sparguthaben die Leiter der Heeresstand- ortgebührnisftellen entscheiden. Der Todesfall gilt stets als Begründung für die dringende Notwendigkeit der vorzeitigen Rückzahlung. ** D i e Hausfrau spart Strom. Nur ebene Topfbäden gewährleisten guten Wärmeübergang von der Platte zum Topf. Wenn eine Speise nur bis zum Kochen kommen soll, kann schon kurz vorher ausgeschaltet werden, weil die Wärme der Kochplatte ausreicht, den Topfinhalt noch zum Sieden zu bringen. Ein Lind tödlich verbrüht. ♦ Münster bei Lich, 19. Nov. Während die Frau des Arbeiters Alfred Pitz, der zur Zeit Soldat tft, zur Arbeit im Dorfe weilte, befand sich das IVrjährige Töchterchen der Eheleute zu Hause unter der Aufsicht des sechs Jahre alten Schwesterchens. Als das sechsjährige Kind das anderthalbjährige wenige Augenblicke unbeaufsichtigt liefe, zog dieses mit dem Schürhaken eine Kanne mit heißem Kaffee vom Herd herunter, wobei das bedauernswerte Kindchen von der heißen Flüssigkeit so schwer verbrüht wurde, dafe leider am Tage daraus der Tod eintrat. Der bedauerliche Vorfall sollte eine erneute Mahnung sein, Gefäße mit heißem Wasser stets außer Reichweite der Kinder zu halten. Schweinemarkt in Homberg. * Homberg (Ohm), 19. November. Auf dem Schweinemarkt waren 39 Ferkel aufgetrieben. Die Preise bewegten sich zwischen 20 und 30 RM. pro Stück. Der Markt wurde geräumt. Hauptschristleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter de- Hauvtichristleitcrs: Ernst Blumichetn. Verantwortlich für Politik und Silber Dr. Fr. W. Lange: für das Feuilleton: Dr. Hans Thunot; für Stadt Giefien, Provinz, Wirt chaft und Svort: Ernst Blumjchein. Druck und Verlag: Brühlsche Uoiverstlatsdruckerei R. Lange S. G. Verlagsleiler: Dr.-Jng. Erich Hamann: Sln^eig-nleiter: Hans Beck. Anz^igenpreiSliste 9fr. fi Für die überaus zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgang unseres unvergeßlichen Entschlafenen, sagen wir unseren tiefempfundenen Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Käthe Hansult. geb. Oberfohren und Kinder. Ober-Ohmen, den 18. November 1942. ______________________________________________3502 D Bekanntmachung. In den Geflügelbeständen des Dr. Adolf Noll, Greven, Moltkestr. 14, ist die Hühnerpest amtstier- ärztllch festgestellt worden. Die Schutzmaßnahmen gern. §§ 289 ff. der AuSführunasvorschriften zum Reichsviehseuchengesetz sowie Geyöftfperre sind an- geordnet. fssibC Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen Beterinärvolizei. I. 23.: Nicolaus. Danksagung. Ueberaus groß war die innige Anteilnahme derjenigen, die den Verlust unserer heißgeliebten Käthe in unserem großen Herzeleid mit uns fühlten. Allen, die ihrer in Liebe gedachten, und für die herrlichen Blumen sagen wir unseren herz- liehen Dank FrItz Bruder Käthe Henning und alle Angehörigen Gießen, Marburger Str. 11, den 19. Nov. 1942. 349 6 D Ihr Berater in allen Punktfragen das große Spezial-Haus für gute Herren-und Knaben- □ Jilin, Kleidung Bis auf weiteres am Montag- und Donnerstag -Vormittag geschlossen! a>i a für ernstere Nicht Jedes Heilmittel ist rezeptpflichtig: der Apotheker wird trotzdem heute mitunter eine ärztliche Verschreibung verlangen. Ist das Ungefälligkeit? Keineswegs! Heilmittel — auch unsere bewährten Präparate — müssen Jetzt in erster Linie Fälle verfügbar sein. wo sie der Arzt ausdrücklich verordnet. Darum: sei auch Du hier verständnisvoll! KLINGE W Als Hersteller von Qualitätserzeugnissen bekannt- in Deutschland und vielen Staaten der Welt, HAMBURG-BERQEDORF 1 Deutscher Alpenverein Zweig Gießen- Oberhessen Der für Samstag, den 21. November, vorgesehene «yup Lichtbildervortrag muß auf Sonntag, den 6. Dezember, nachm. 4 Uhr, verschoben werden. 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