Samstag, 20./Sonntag, 21. Juni 1942 Gietzener Anzeiger 'Jlnnabmc von jliueincit für die Mittagsnummer vis 81/, Uhr desGormittagS Anzeigen-Preife für die Millimeter-Zeile von 22 Millimeter Breite: 7Nvf. für Familienan- zcigen und private Gelegenbettsameigen 14^tvf. f. Werbeanzeigen und nefcbäftlicbe GelegenbeitSanzeigen Plabvorichrift (vorherige Vereinbarung) 25% mehr (92. Jahrgang Nr. 142 gricbemt tagtid), außer Sonntags und feiertags Beilagen: Gießener ^amtlienblätter Heimat imBild-DieScholle Bezugspreis: Monatlich .NM. 1.80 ZufteUgebüür... „ -25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt BBS General-Anzeiger fiir Oberhessen Sietzen,'5chplstrahe7-y Der Durchbruch bis zur Sewernaja-Vucht von Sewastopol und Die Einschließung vor der von zwölsstündigem harten Stampf, bei dem der Feind sehr hohe Verluste hatte, der gesamte Nord- teil der Festung bis auf ein Küstenfort im Südwestabschnitt in deutsche Hand. Auch am südlichen Angriffsflügel sind die deutschen und rumänischen Truppen trotz zähen feindlichen Widerstandes und stark verminten Geländes nach Niederkämpfung der feindlichen Artillerie weiter im Vordringen. Im Morgengrauen des Freitag nahmen deutsche Truppen in kühnem Zugriff eine beherrschende Höhe in Besitz und drangen weiter in das feindliche Verteidigungssystem ein. Besonders der südliche Teil der Sewernaja- Bucht war heftigen Angriffen deutscher. S t u r z - kampfflugzeuge ausgesetzt. Die Bolschewisten hatten dort einen Leuchtturm, von wo aus das Feuer der feindlichen Batterien gelenkt wurde. Sturzkampfflugzeuge vernichteten den Leuchtturm, so daß die bolschewistischen Küstenbatterien ihr Feuer einstellen mußten. Im Stadtgebiet von Sewastopol wurden Bahnhofsanlagen und Kasernen von zahlreichen Spreng- und Brandbomben getroffen. rung des rückwärtigen Gebietes fort. Mehrere örtliche Angriffe der Sowjets wurden abgeschlagen. An der L i s m e e r k ü st e wurden die Hafen- anlagen von Murmansk und I 0 k 0 n g a mit Bomben schweren Kalibers bekämpft und dabei ein Handelsschiff von 6000 BRT. versenkt. Ein weiteres großes Frachtschiff wurde beschädigt. 3n Rordafrika wurde der Gegner weiter nach Osten geworfen. Deutsche und italienische Truppen haben die Festung Tobruk eingeschlossen. Bei der Vernichtung zahlreicher Widerstandsnester wurden weiter 1 0 0 0 Briten gefangengenommen, 10 Panzer abgeschossen und zahlreiches Kriegs- gerät sowie ein großes Versorgungslager erbeutet An der Südküfte Englands warfen leichte Kampfflugzeuge bei Tage Lagerhäuser des Hofens B r i x h a m in Brand. 3m westdeutschen Küstengebiet verursachte ein Tagesangriff eines einzelnen britischen Bombers leichte Verluste unter der Zivilbevölkerung. Vor Sewastopol hat sich das Bataillon einer niedersächsischen 3nfanteriedivision unter Führung des Ritterkreuzträgers Hauptmann Schrader, der in diesen Kämpfen gefallen ist, durch besondere Tapferkeit ausgezeichnet. Hauptmann Seiler, Gruppenkommandeur in einem 3agdgeschwader, Hal an der Ostfront in einer Rächt drei sowjetische Transportflugzeuge und ein 3agdflugzeug abgeschossen. Molotow leugnet die Geheimabkommen Eingang'800 Meter breit. Der Eingang ist im Norden vom Kap Konstantin, im Süden vorn Kap Alexander flankiert, beide Kaps sind schwer befestigt gewesen. Jenseits der Bucht von Sewastopol liegt die Stadt selbst. Im Krimkrieg war die Tragweite der Geschütze noch zu gering, um über die nicht sehr breite Bucht ein wirksames Feuer zu eröffnen. Der Wehrmachtbericht. DRV. Aus dem Führerhauptquartier, 19.3uni. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Der Angriff auf Sewastopol führte am gestrigen Tage zu entscheidenden Erfolgen. Die im Rordabfchnitt der Vefestigungsfront eingesetzten deutschen 3nfanteriedivisionen durchstießen die durch starken Artillerie- und Fliegereinsah niedergehaltenen letzten Verteidigungslinien des Gegners und erreichten in breiter Front die Sewernaja- Vucht gegenüber der Stadt Sewastopol. Da- mit fiel nach zwölftägigen harten Kämpfen der gesamte Rordteil der Festung bis auf ein Küstenfort im Südwestabschnitt in unsere Hand. Die Einnahme dieses letzten Stützpunktes steht bevor. Verzweifelte Gegenangriffe der Sowjets brachen zusammen. 3m Tüdteil der Feslungsfront warfen rumänische Truppen den Feind nach harten Kämpfen aus wichtigen Stellungen. Die Zahl an Gefangenen und Beute in der Zeit vom 7. bis 17. 3uni hat sich auf 7585 Gefangene, 20 Panzer, 68 Geschütz e und eine Panzerbatterie erhöht. 3n schweren Einzelkätvpsen wurden 1 2 8 8 Lrd - und Betonbunker genommen und 4 6239 Minen ausgebaut. An der übrigen O st f r 0 n t schreitet die Säube- Heute liegt die Stadt zwischen zwei Feuern. Sewa- stopol ist aus dem Krimkrieg her für alle Volker Sowjetunion ein Symbol. Darum wurde es den Bolschewisten mit letztem Einsatz verteidigt. Der gesamte Nordteil Sewastopols in deutscher Hand. Der Sturm aus „Staliu" uud „Mim Gorki" Berlin, 19. Juni. (DNB.) Während im Nordteil des Festungssystems von Sewastopol eine Kampfgruppe das Süduser des Belbek-Flusses säuberte, durchstießen andere Truppen die Ortschaft Bartenjewka und nahmen weitere Befehd gungenswerk" sowie stark ausgebaute Hohen: feindliche Kräfte wurden in einem großen Stampfroert eingeschlossen, wo noch in den letzten übrig gebliebenen Panzerkuppeln Widerstand geleistet wird. Zu gleicher Zeit erreichten andere Truppen im unaufhaltsamen Vorwärtsstürmen, wobei das Abwehrfeuer der letzten Befestigungswerke durch Artillerie- und Fliegerbomben niedergehalten wurde, das Nordufer der Sewernaja-Bucht in breiter Front. Diese Bucht bildet den natürlichen Hafen Sewastopols. Die Einschließung von Sewastopol begann im November. Die Stadt wurde zum erstenmal am 11. November im Wehrmachtbericht erwähnt. Jedoch war die Vertreibung der Sowjets damals uno wiederum im Mai von der östlich aelegenen Halbinsel Kertsch wichtiger als die Einnahme von toeroa- ^°Sewaftopol mußte gestürmt werden als es so weit war. Der Zeitpunkt war nach der zweiten siegreichen Schlacht um Kertsch gekommen deren Abschluß am 20. Mai bekanntgegeben wurde. Am 5. Juni begann der Kampf um Sewastopol. Der deutsche Angriff setzte im Nordwesten am 5. Ium ein Am 14. Juni begannen die Sturmangriffe auch auf die Südfront. Im Gegensatz zum Krimkrieg haben die Bolschewisten von vornherein Sewastopol auch zu Lande durch einen ausgedehnten Festungsgürtel geschützt, dessen eigen icher Kern noch immer eine Tiefe von 10 bis 20 Kilometer hatte. Das Er gebnis, das der Wehrmachtbericht vom 19. Ium meldet, ist die Sperrung der Einfahrt zum Hafen von Sewastopol. Damit hat Sewastopol au gehört, eine Seefestung zu sein. Damit ist die Zuschließung vollzogen. Die Bucht von Sewastopol ist an ihrem Berlin, 19. Juni. Das seit Monaten heiß um- kampfte Festungswerk „M a r i m G 0 rk i", die 30. Festungsbatterie von Sewastopol im Norden der Emschließungsfront, wurde durch das Zusammenwirken aller Waffen des Heeres und der Luftwaffe systematisch zertrümmert. In pausenlosen Angriffen stürzten sich Sturzkampfverbände auf die feuerspeienden Geschütztürme und Panzerkuppeln. Schwere Batterien hämmerten auf die Betonwände, wahrend sich im Schutze künstlichen Nebels Infanterie und Pioniere unter Führung des mit dem Eichenlaub ausgezeichneten Obersten- Hitzseld an die mit ihren unterirdischen Gängen etwa 1 km langen Felsbefestigungen heranarbeiteten. Endlich war auch das letzte 'der 30-am-Geschütze zum Schweigen gebracht so daß Infanterie und Pioniere nach einem kurzen Feuerschlag irt das Festungssystem einbringen konnten, um die Gräben und Bunker auszurauchern und das Werk nach erbittertem Kampf Mann gegen Mann fest in deutsche Hand zu bringen. Die Hauptfeuerkraft dieses beherrschenden Panzerwerks beruhte in seinen zwei drehbaren G e s ch ü tz t ü r m e n , die den ganzen Abschnitt bis auf 30 Kilometer unter Feuer hielten. Das mit Hochspannungsleitung und unterirdischen Gängen ausgestattete Werk war umgeben von sechs schweren Betonbunkern und dicht verminten Hindernissen. Nach der Einnahme des Berlin, 19. Juni. (DNB.) Molotow hielt — dem Präsidium des Obersten Sowjets eine Rede zur Begründung des Vertrages mit England. Er sagte: „Wir müssen daran denken, daß die Heranschaffung der Waffen und des Kriegsmaterials nach der Sowjetunion keine geringen Schwierigkeiten darstellt. Die deutschen U-Boote und Flugzeuge vollführen andauernde Angriffe auf die Schiffe, die diefe Wast „Stalin"-Bunkersystems hat die deutsche Infanterie hier bewiesen, daß auch die stärksten modernen Be- festigungen der Bolschewisten für sie nächt uneinnehmbar sind. Auch das auf beherrschender Höhe vor Sewastopol gelegene Felsenfort „S t a I i n" war durch zahlreiche natürliche und künstliche Hindernisse einer der stärksten Grundpfeiler in dem neuzeitlichen Verteidigungssystem der Seefestung. Mehrere Male hatten Infanterie und Pioniere bereits zum Sturm angesetzt, mehrere Male war das Panzerwerk mit seinen Geschütztürmen zum Schweigen gebracht worden. Stoßtrupps hatten die Höhe bereits gestürmt, sie aber wieder verlassen müssen, weil immer wieder der Widerstand der bolschewistischen Besatzung aufflammte, der es gelungen war, Ersatzgeschütze aus der Tiefe des Festungswerkes heraufzuwinden und in Stellung zu bringen. Nachdem das pausenlose Feuer deutscher Flakartillerie auch diese außer Gefecht gesetzt und den Bunker schwer beschädigt hatte, traten Infanterie und Pioniere zum Angriff an. Eine eingebaute Seemine verzögerte für kurze Zeit den Sturm, dann hatten Flammenwerfertrupps die Betonwände erreicht und räucherten den gewaltigen Bunker aus. Mit erhobenen Händen, verwundet und teilweise verbrannt, kamen endlich die wenigen Ueberlebenden des Forts aus den Gräben. Per deutsche Vorstoß hat damit Stellungen erreicht, von wo aus das Hafengelände von Sewastopol und die Stadt selbst in direktem Beschuß beherrscht werden. Vergeblich versuchte der Feind, durch Gegenstöße die vordringenden deutschen Truppen aufzuhalten. Infanterie, von Sturmgeschützen unterstützt, schlug den Gegenangriff ab und warf im sofortigen Nachstößen den Feind zurück. Danach fiel nach fen nach der Sowjetunion transportieren. Eine Anzahl Schiffe mit Frachten für die Sowjetunion ist ungeachtet der sie beschützenden Seestreitkräfte unserer Verbündeten auf dem Wege nach Murmansk urtb Archangelsk gesunken." Molotow gab damit zu, was von London und Washington immer bestritten worden ist. Der Sowjetkommissar hält es sogar für „notwendig, um die Verstärkung und Verbesserung dieser Lieferungen besorgt zu sein", denn die Ver- wirklichuna dieser Lieferungen habe eine wichtige Rolle in Der Festigung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen der Sowjetunion, England und den UsA. gespielt und werde sie in Zukunft noch spielen". Schließlich kam der bolschewistische Außenkommis, far dann auf das Thema der Geheimab - machungen mit England zu foredjen. Deren Bestehen ist inzwischen durch eine englische Veröffentlichung in den „Basler Nachrichten" zugegeben worden. Diese Angelegenheit, die ja gerade in den betroffenen europäischen Ländern höchste Empörung ausgelöst hat, ist Moskau so peinlich, daß Molotow sich zu einem aufgeregten 2lbleugnungsversuch genötigt sah. Er erklärte, irgendwelche Geheimabkommen seien weder in London, noch in Washington getroffen worden. Kuba Roosevelts Erpressungen erlegen. Vigo, 20. Juni. (DNB. Funkspruch.) Havanna ist zu einem neuen Glied in Nordamerikas Stützpunktkette ausersehen. Die kubanische Regieruna hat nach mehrmonatigen Verhandlungen mit Washing- ton sich verpflichtet, die Operationen der Alliierten gegen bie U-Boote ber Achsenmächte mit allen Mitteln zu unterstützen. Als erste Maßnahme wurde beschlossen, in der Nähe Havannas ein Ausbildungszentrum für nordamerikanische und britische Piloten einzurichten. Eine Abteilung der britischen Luftwaffe soll ständig dort stationiert werden. Bemerkenswert ist, daß vor Bekanntgabe des Vertrages der kubanische Ministerpräsident und die übrigen Mnnettsmitcjlieber zurückgetreten finb. Obwohl nichts über die Gründe des Rücktritts verlautet, läßt das Zusammentreffen doch die Vermutung aufkommen, baß die angloamerikanische Invasion von ber Regierung nicht einstimmig gebilligt wirb. Oie Schlacht bei Tobruk Die beiben Jahrzehnte zwischen den Weltkriegen war die Zeit der kühnsten Spekulationen über die Entwicklung der Kriegführung unter dem Einfluß ber modernen Technik. Nicht nur am Stammtisch, sondern auch in der militärischen Fachliteratur wurde damals häufig die Auffassung vertreten, daß im Zeitalter der Mechanisierung und Motorisierung das raumenge, dichtbesiedelte alte Europa nicht mehr hinreichend Platz bieten werde für Aufmarsch und Entfaltung von modern ausgerüsteten Millionenarmeen, der breite Wüstengürtel Nordafri» kas werde vielmehr der Kriegsschauplatz von morgen fein. Hier im schier unbegrenzten Raum würden Panzerarmeen und Luftgeichmader aufeinander, prallen und die Entscheidung suchen. Das nwchte für. die Kulturvölker Europas recht tröstlich klingen. Aber schon die ersten Feldzüge des neuen Weltkrieges haben die-se Propheten eines anderen belehrt. Die historischen Schlachtfelder Polens zwischen Weichsel und Karpaten wurden der Schauplatz der ersten großen Erfolge der neuen Strategie Abo st Hitlers, der mit der genialen Intuition des geborenen Feldherrn die Lehren von Leuktra und Cannae, von Leuthen und Austerlitz, von Sedan und Tannenberg weitergebildet und bie hervorstechendsten Waffen des modernen Krieges, Panzerwagen und ' Flugzeug, für fein strategisches Ziel der Umklammerung und völligen Vernichtung des eingekesselten Feindes mit höchstem "Effekt einzusetzen verstand. Das folgende Frühjahr brachte wiederum auf den traditionsreichen Schlachtfeldern Belgiens und Nordfrank- reichs Entscheidungen von größter Tragweite und im Frühsommer 1941 bewährten sich neue Strategie und neue Waffen sogar in den zerklüfteten, roege- armen Gebirgen Serbiens und Griechenlands, wo bas Gelände jede breite Entfaltung verbot. Die Wüste, die man für den idealen Operationsraum moderner mechanisierter und motorisierter Massen- heere gehalten hatte, wurde erst Kriegsschauplatz nach dem Eintritt Italiens in den Krieg, und es ist bezeichnend, daß es nicht strategische, sondern vorwiegend politische Gründe waren, die die Briten bewogen, von der Westgrenze Aegyptens aus den Vorstoß in die Wüste zu wagen, um die Gegenküste Italiens in ihre Hand zu bekommen und das Mit- telmeer, die wichtigste Verbindungsstraße des Empire, zu sichern. Die Wüste schien auch den Gesetzen der modernen Afrikasoldaten in der Marmaricaschlachi. Von Kriegsberichter H. Herlyn. PK. ... In den Nadis, an den felsigen Djebeln, in den Geröll halben und auf ben unabsehbaren weiten Sandflächen der Marmarica hallt es von wildem Kampflärm wider. Erbittert wird gekämpft, »und Gefechtsstrapazen und Ueberraschungen rt sind groß. Es ist eine Schlacht, wie sie nur in Afrika, in den grenzenlosen, menschenleeren, unbesiedelten Weiten der Wüsten dieses rätselvollen Erdteiles geschlagen werden kann. Das Höchstmaß an bedrückender, die Seele beklemmender Dürftigkeit und Oede offenbart sich in dem die Form des Kampfes so wesentlich rnitbe- stimmendem Gelände, in dem unsere Soldaten unter Aufbietung aller körperlichen und seelischen Kräfte gegen einen mit Waffen, Gerät und Munition gut ausgerüsteten, zähen Gegner kämpfen. Es ist mörderisch heiß. Höllenglut brennt aus Sand und Ge- In einem Kampfabschnitt der nordafrikanischen Wüste steht Flak in Bereitstellung. Unweit der Geschütze haben sich die Flakkanoniere Deckungslöcher gegraben. (PK.-Aufn.: Kriegsberichter Zwilling. jSch.j) stein, strahlt erbarmungslos Hemieder vom flimmernden Himmel. Das Thermometer zeigt Hitzegrade an, bei denen sonst der weihe Mann aus Europa nur bei ausgiebigstem Nichtstun im Schat- ten das Leben überhaupt ertragen zu können vermeint. Jetzt schaut jedoch niemand auf die Quecksilbersäule im Glasröhrchen. Niemand hat Zeit, kühlespendenden Schatten — sofern die Spur eines solchen überhaupt zu entdecken wäre — aufzusuchen, denn der Kampf regiert d i e Stunde. Die Stunde? — Nein, die endlos langen Tage, die Nächte, die taum einen Hauch von Kühle in dieser Jahreszeit bringen. Dann steht der grimmigste Feind des Wüstenkämpfers, der Durst, gegen bie Soldaten auf. Er peinigt gleichermaßen die Deutschen, wie die Italiener, die Tommies und was unter brauner ober schwarzer Haut in englischer Uniform in der Wüste kämpfen muß. „Wasser" — „Aqua" — „Water"! Wasser, ja Wasser, stehen die Verwundeten, die Erschöpften, die nirgends zurückgelassen werden können, die alle beschwerlichen Wüstenfahrten mitmachen müssen, bis sich Gelegenheit zum Rücktransport ergibt Wasser, klares, kühles Trinkwasser, ist ber Wunsch all berer, die in ben glühendheißen Panzern sitzen, berer, die jederzeit zum Abspringen und Kämpfen bereit auf den Kraftwagen hocken, die verstaubten Gesichter mit den rotumränberten Augen darin spähend feinbroärts gewandt. Wasser denken die Kanoniere, die in oft unmenschlich harter Arbeit ihre schweren Geschütze durch die Unweg-' samkeit des toten Landes voran quälen, in dem der Tod jetzt so reiche Ernte hält. Längst darf sich niemand mehr waschen, rasieren oder bie Zähne putzen. Das Wasser ist genau eingeteilt; jeder bekommt für den Tag seine kleine, nach Schlucken einteilbare Menge — gerade soviel, daß er nicht verdurstet. Für die Gefangenen, deren Schar von lag zu Tag an wächst, kann, bis neue Wasserkolonnen über weite Entfernungen von den rückwärtigen Wasserstellen heran sind, nur das Wasser aus den geringen Beutebeständen freigegeben werben. Der quälende Wassermangel zwingt an einer Stelle den Feind, seinen ersten Parlamentär zu senden. Von eisgekühltem Bier, vom Wein ist bei uns Wüsten» folbaten jetzt schon lange nicht mehr die Rede — einfaches Trinkwasser rechnet zu den höchsten Gütern, ist der köstlichste Genuß. Ein Glas mit sauberem, kühlen Quellwasser gefüllt, ist gewiß manches Soldaten letzter Wunsch gewesen, den der Tob im Gefecht, auf dem Wüstenmarsch oder in seinem Deckungsloch in der Stellung jäh mit pfeifendem Geschoß oder surrendem Granatsplitter erreichte. Wer vom Durst spricht, muß auch vom Ghibli, vom würgenden Sandsturm sprechen, der bie Wüste zur Holle macht, mehr noch als Sonne und Dürre allein. So bicht wirbelte er bie wolkenhohen, sticken- ben Staubschleier auf, von Horizont zu Horizont, baß kaum jemand mehr zu unterscheiden vermochte, wo Freund ober Feind sich befand. Die Staubwolken waren so dicht, daß wir in den Kampfkolonnen, in den oft viele Kilometer langen Versorgungsgeleitzügen, bei den Erkundungsabteilunqen, m i t dem Kühler amSchlußlichtdes Vorderfahrzeuges fahren mußten, um ja nicht abzureißen und damit so gut wie sicher verloren zu sein, in der Wegelosigkeit, in der unter dem Flugsande, einem halben Schritt seitwärts vom Wege der M i n e n t 0 d lauert, in der ohne Kompaß es kaum ein Zurückfi-nden zur Truppe gibt. Und Sand, heißer, brennender, prickelnder, peinigender Staub- fand überall in den Augen, ben Ohren, im Munde, in ber Nase, trotz Schutzbrille unb Gesichtstuch, Sand in ben Waffen, in den Motoren, Sand, den der blutheiße Wüstenwind aufwirbelt unb Sand, den krepierende Granaten plötzlich rechts und links mitten zwischen ben Fahrzeugen, ben Geschützen, den stachen Deckungslöchern mit jähem, hartem Krach aufjagen. Wir haben frohmachende und wir haben schwere Tage in dieser Zeit zusammen erlebt mit alten Afrikakämpfern unb mit jungen Soldaten, die jetzt in ihren ersten Afrikakampf zogen. Wir sahen sie kämpfen und siegen, sehen sie zuversichtlich unb schweigsam, mit solbatischem Gleichmut bie Gefahren bes Kampfes unb bie der menschenfeindlichen Wüste bestehen unb wissen, es sind Soldaten, auf die nut Recht big Heimat stolz sein barst ■f Drei Linden. Vön Hermann Hesse. Dor mehr als hundert Jahren standen auf dem grünen Friedhof des Hospitals zum Heiligen Geist in Berlin drei herrliche alte Linden, die waren so groß, daß sie den ganzen Friedhof wie ein gewaltiges Dach mit den i-neinandergewachsenen Aesten und Zweigen ihrer riesigen Kronen überwölbten. Die Herkunft dieser schönen Lindenbäume aber, die wiederum Jahrhunderte zurücklieqt, wird so berichtet: Es lebten in Berlin drei Brüder, die hielten eine so innige Freundschaft und Vertraulichkeit miteinander, wie man sie selten sieht. Nun geschah es eines Tages, daß der jüngste von ihnen am Abend allein ausging, weil er in einer entfernten Gasse ein Mädchen treffen und mit ihr spazieren gehen wollte. Wie er so in angenehmen Träumen dähin- schrilt, hörte er aus einem Winkel zwischen zwei Häusern, wo es dunkel und einsam war, ein leises Klagen und Röcheln, dem er alsbald nachging; denn er meinte, es liege da irgendein Tier oder vielleicht e-in Kind, dem ein Mißgeschick Angestoßen, und warte auf Hilfe. Wie er in die Dunkelheit des Ortes eintrat, sah er mit Schrecken daselbst einen Menschen in seinem Blute liegen, beugte sich über ihn und fragte mitleidig, was ihm denn zugestoßen sei, erhielt aber keine Antwort als ein schwaches Stöhnen und Schlucken, denn der Verletzte lag mit einer Messerwunde im Herzen und verschied' nach wenigen Augenblicken in den Armen seines Helfers. Der junge Mensch wußte nicht, was nun zu tun sei und begab sich bestürzt und ratlos mit unschlüssigen Schritten auf die Gasse zurück. Hier oder begegneten ihm in diesem Augenblick zwei Scharwächter und nahmen den vermeintlichen Mörder ungesäumt mit sich fort ins Gefängnis, wo er in Eisen gelegt und streng bewacht wurde. Der Leichnam war herbeigeschafft worden, und nun erst, beim Licht des Tages erkannte ihn der Jüngling als einen Schmiedegesellen, mit dem er in früherer Zeit gelegentlich Kameradschaft gehabt hatte. Zuvor aber hatte er ausgesagt, er kenne den Ermordeten nicht und wisse nicht das mindeste von ihm. Dadurch roarb der Verdacht noch verstärkt, und da sich im Laufe des Tages Zeugen fanden, die den Derne hrdia= Churchills Bittgang nach Washington Der Schrei nach Schiffstonnage in den WA sem Sommer nicht mehr geschaffen werden. Die Produktion in den USA. habe einen gewaltigen Aufschwung genommen, aber kaum sei sie auf vollen Touren, werde sie schon durch Knappheit des Rohmaterials gefährdet. So sei der Neubau aller Kriegsfabriken wegen Mangels an Stahl, Kupfer, Nickel, Chemikalien verboten. Selbst die Schiffswerften erhielten nicht genügend Stahl. Die USA. hätten inzwischen Hunderttaufende von Truppen ins Ausland gesandt, und da für den Nachschub einer Division monatlich 200 000 Tonnen benötigt würden, stehe die Transportfrage an erster Stelle. In sechs Monaten hätten die USA. keinen Zoll feindlichen Bodens besetzt, keinen Feind in einer größeren Schlacht besiegt und keinen Offen- siv-Felüzug eröffnet. Alle Feldzüge habe der Feind gewonnen, was dadurch noch ernster werde, da China und Rußland in akuter Gefahr seien. 0 50 100 km Madrid, 19. Juni. (Europapreß.) Die Zeitung ,,Ya" veröffentlicht ein Telegramm ihres Neuyorker Korrespondenten, der feststellt, daß die Forderung nach Schiffsraum in den Vereinigten Staaten im Vordergrund steht. Sie werde in allen Zeitungen erhoben. So schrieb die bekannte Zeitschrift „Time", es bestehe die Gefahr, daß der Nahe Osten in deutsche, Indien in japanische Hände falle. USA. hätten gelernt, daß nicht einmal ihre kontinentale Küste vor Angriffen sicher fei, daß England als Verbündeter ebenso eine Belastung wie ein Vorteil sein könne, denn Hongkong, Malaya und Burma haben die unerwartete Schwäche Englands gezeigt, schließlich, daß man in der Verteidigung allein nicht den Krieg gewinnen könne, was zwar die USA.-Militärs begriffen hätten, anscheinend aber noch nicht die Briten, die von dem Gedanken beherrscht seien, eine zweiteFront könne in die- kow- und Kertscharmeen Stalins, die Bedrohung Sewastopols zeigen, daß die Mächte des Dreierpaktes nach wie vor die Initiative haben. Während Roosevelt und Churchill von der Peripherie aus handeln müssen und ihre Kräfte zersplittern, haben die Achsenmächte den Vorteil, daß bei ihnen Strategie und Kriegswirtschaft Hand in Hand gehen unsre keiner gefährdeten Wege zu den Kriegsschauplätzen bedürfen. Würden Churchill und Roosevelt äum Verzweiflungsmittel einer zweiten Front greifen, dann wäre ihnen eine noch furchtbarere Niederlage als bei Dünkirchen sicher. Bis jetzt haben bi» Churchill, Stalin und Roosevelt noch keinen einzigen „Sieg" gegen uns errungen. Alle Hoffnungen haben sich in furchtbare Katastrophen verwandelt. Ein ständig von solchen Katastrophen geschütteller Körper aber bricht schließlich zusammen. Nun können die Churchill und Roosevelt von dem erwarteten „Sieg" ihren Völkern vorgaukeln, was sie wollen. Das Jahr 1942 wird wie alle vorhergehenden Kviegsjahre uns und unseren Verbündeten gehören. Don unserer Berliner Schriftleitung. Unmöglichkeit, Kriegsmaterial nach der Sowjetunion, nach China und Libyen zu bringen, denn die deutschen, italienischen und japanischen U-Boote bohrten Schiff auf Schiff in den Meeresgrund. Die Verzweiflung läßt also Churchill und Roose- velt diese Wirklichkeit völlig verkennen, dafür zeigen sie ihren Nationen ein Wunschbild, wie Churchill schon zu Beginn dieses Krieges deutsche Siege in glorreiche Rückzüge der Briten umfälschte. Stellen wir demgegenüber fest: Unsere U-Boote werden fortfahren, die Schiffstonnage, die zur Errichtung einer „zweiten Front" erforderlich ist, auf den Meeresgrund zu schicken. Für die Einschiffung einer Division berechnen die Briten rund 100 000 BRT. Schiffsraum, ohne den Nachschub. Man kann sich demnach vorstellen, welcher Schiffsraum erforderlich wäre, nur, um bis vor die Tore der europäischen Festung zu gelangen, wenn — unsere U- Boote einem solchen Transport ruhig zusehen würden. Die Siege der Japaner im Osten, der Achsenmächte in Nordafrika, die Zertrümmerung der Chor« Machtbericht melden, daß die Festung Tobruk selbst erneut eingeschlossen wurde. Eine der wesentlichsten Voraussetzungen dieses glänzenden Erfolges der deutschen und italienischen Waffen unter der mitreißenden, energisch zupackenden Führung Rommels mar die Sicherung des Nachschubs für die Truppen der Achse in Nord- afrikä und die nachhaltige Störung der Versorgung des britischen Heeres. Hierbei haben sich Luftwaffe und Marinestreitkräfte der Achsenmächte unvergängliche Verdienste erworben. Die Ausschaltung der Seefestung Malta durch rollende Luftangriffe deutscher und italienischer Stuka- und Zerstörergeschwader hat zum Sieg Rommels ebenso beigetragen wie die ständigen Schläge gegen die britische Versorgungsschiffahrt im Mittelmeer. Die furchtbare Dezimierung der beiden unter ungewöhnlich starkem Schutz durch begleitende Kriegsschiffe aus Gibraltar und Alexandrien ausgelaufenen britischen Geleitzüae durch Luft- und Seestreitkräste der Achse wirst ein Licht auf die völlig verschobenen Machtoerhältnisse im Mittelmeer. Es ist kein Wunder, wenn unter dem Eindruck dieser sich jagenden Hiobsposten den Briten der Angstschweiß ausbricht, wenn sie angesichts der immer mehr zusammenschrumpfenden Möglichkeiten für die Versorgung des nun vom Lande her eingeschlossenen Tobruks und der östlich davon in harten Vekfolgungskämpfen stehenden britischen Nilarmee an das weitere Geschehen auf dem nordafrikanischen Kriegsschauplatz denken, den sie in besonderem Maße als ihre eigenste Angelegenheit betrachten. Wenn Roosevelt und Churchill in diesen Tagen wieder einmal über Stalins Forderung nach Errichtung einer zweiten Front konferieren, so hat ihnen General Rommel zur rechten Stunde exemplifiziert, wie wenig gerade die Briten in der Lage sind, eine eigene strategische Ldee einzuleiten und zu einem guten Ende zu bringen oder auch nur die Operationspläne des Feindes zu durchkreuzen. Vor zwei Wochen erst verlas Churchill im Unterhaus einen von Siegeszuversicht strotzenden Bericht General Auchinlecks, der mit den Worten schloß: „Es kann nicht der Schatten eines Zweifels herrschen,' daß die Pläne Rommels für seine unglückliche Offensive vollständig mißglückt sind." Und der Premier selbst fügte hinzu: „Mr haben allen Grund, mit der Schlacht in Afrika mehr als zufrieden zu sein." Heute herrscht tiefe Niedergeschlagenheit in der eng. lischen Oeffentlichkeit. Die englische Presse muß unumwunden zugeben, daß der Kern der achten Armee, die Panzerverbände Ritchies, die „entscheidende Waffe im Wüstenkrieg", in eine Falle geraten, ist und so schwere Verluste erlitten hat, daß die erste Verteidigungslinie zusammenbrach. Hauptmann Cy- rill Falls, der Militärsachoerständige der „Times", findet das unerklärlich, da nach den bisherigen Er- fahrungen konzentrierte Panzerverbände, die vor sich einen Schirm leichter Aufklärungswagen haben, selten in diesem Umfang überrascht werden könnten. Andere Kritiker machen die knappe Tonnage für die schlechte Versorgung der britischen Mlarmee ver- antworllich. Es wird auch bemängelt, daß die Ausrüstung der britischen Truppen nicht rasch genug verbessert wurde und sie an Kampfwagen und Geschützen den Deutschen qualitativ nicht ebenbürtig seien. Wir können es den Briten überlassen, die verschiedenen Nüsse zu knacken, die ihnen General Rommel aufgegeben hat. Don dem, was eben noch die „Times" als Ziel des brittfchen Kampfes um das Mittelmeer hineinstellt, ist England heute weiter entfernt denn je. Das Blatt meint, die Armee müsse die Landstützpunkte für die Beherrschung der schma- len See erobern, die Flotte müsse die Verbindungen der Armee aufreckterhalten. Die Oeffnung des Mit- telmeeres werde so viel Schiffe einsparen, daß sie einer vollständig neuen Handelsflotte gleichkämen. Die „Times" räumt selbst ein, daß geringe Aussichten beständen, auch nur die erste Etappe zur Erreichung dieses Ziels, nämlich die Besetzung Tripolitaniens, zu erreichen. Aber die Auslassung des englischen Blattes ist bezeichnend dafür, wie man auch in London beginnt, die Kriegsübrung als Einheit zu betrachten. Unter diesem Gesichtswinkel ist der Sieg Rommels in der Schlacht bei Tobruk kaum zu unterschätzen. Dr. Fr. W. Lange. Stoß in ihre linke Flanke zu sichern. General Auchinleck, der brittsche Oberbefehlshaber im Nahen Orient, hatte mit der Verteidigung Bir Hacheims im wesentlichen Truppen des Verrätergenerals de Gaulle betraut. Die übrigen Teile der brittfchen 8. Armee, der sogenannten Nilarmee, bestanden in der Hauptsache aus Südafrikanern und indischen Truppen unter dem Oberbefehl des Generals Ritchie. General Rommel sah, daß durch bloßen Frontalangriff das Fort Bir Hacheim nicht zu nehmen war, daß jedoch feine Offensive nicht vorwärts kommen werde, solange diese starke Flügelstellung sich behaupten konnte. Er setzte daher mit starken Panzerkrästen zur Umfassung an, durchbrach nordöstlich von Bir Hacheim die brittfchen Stellungen, vernichtete Hier einen festungsartig ausgebauten Stützpunkt und'schloß sodann von allen Seiten den Ring um Bir Hacheim selbst. Von jedem Nachschub abgeschnitten, von unaufhörlichem Bombenhagel deutscher Luffgeschwader zermürbt, leistete die Besatzung noch zehn Tage lang zähen Widerstand, bis das Fort am 11. Juni im Sturm genommen wurde. Für Panzertruppe und motorisierte Infanterie Rommels gab es jedoch nach diesem in erbitterten Kämvfe bei glühender Sonne erfochtenen glänzenden Erfolg keine Ruhepause. In unwiderstehlichem Angriffsschwung stießen die deutsch-italienischen Streitkräfte durch das von tiefen Flußläufen durchzogene stark verwitterte Tafelgebirge, als welches sich hier die Wüste der Marmarica präsentiert, nach Norden vor, erzwangen in der Panzerschlacht bei El Adem an der Via Balbia den Durchbruch zur Küste, während britische Entlastungsangriffe auf der Linie Ain el Gazala—El Adem an der deutsch-italienischen Abwehr scheiterten, rissen mit dem Durchbruch zur Küste die britische Armee auseinander und drängten die westlich des Durchbruchskells abgespaltenen Briten bei Acroma, etwa 50 Kilometer westlich von Tobruk, in einem abgeriegelten Kessel ans Meer. Die übrigen britischen Truppen wurden weiter nach Osten zurückgeworfen. Am Donnerstagabend wurden bereits südlich von Tobruk stark befestigte Wüstenforts gestürmt, und am Freitag konnte der Wehr- Wie sehr diese notwendig war, zeigten dann die wochenlangen Belagerungen von Bardia, Tobruk und Derna, die von ihren italiienischen Garnisonen zäh verteidigt wurden. Die volle Ausnutzung der modernen Waffen und damit die Uebertragung europäischer Kriegsformen auf den glühenden Wüstenboden Nordafrikas gelang erst General Rommel und dem deutschen Afrikakorps. Erst Rommel entwickelte den Panzerwagen zum idealen Kampfmittel des Wüstenkrieges. Nicht als ob die Tücken des Klimas und des Geländes vor dem deutschen Panzerwagen Haltgemacht hätten. PK.- Berichte schildern immer wieder eindringlich, welch ständigen, erbitterten Kampf unsere Panzertruppen — und das gleiche gitt von den Flugzeug- besatzungen und dem Bodenpersonal der Luftwaffe — gegen den Sand führen müssen, um den Motor gebrauchsfähig zu erhalten und damit ihren Waffen die Ueberlegenheit zu sichern, die sie in der Hand deutscher Soldaten auch in der Wüste, errungen haben. Die Leistungsfähigkeit des deutschen Soldaten und der deutschen Waffen, die sich hier ebenso wie im Winterkrieg an der Ostfront unter den widrigsten Verhältnissen des Klimas, des Geländes und der Versorgung in hellstem Licht zeigten, ermöglichten General Rommel die weitausgreifenden Operationen, die im Frühjahr 1941 in beispiellosem Siegeszug zur Rückeroberung der Cyrenaika führten und denen es in diesen Tagen erneut gelang, den Wüstenkrieg aus feiner Erstarrung zu lösen. Was in den letzten Monaten auf dem libyschen Kriegsschauplatz geschehen war, .muß geradezu als Umkehrung alles dessen bezeichnet werden, was man bislang als besonders charakteristisch für den Wüstenkrieg angesehen hatte. Die Briten hatten in Erwartung einer neuen Offensive Rommels vielleicht auch als Basis für eigene Angriffsoperattonen das ganze Gebiet westlich und füdlüch der Festung Tobruk zu einem tiefgegliederten Stellungssystem ausgebaut. Etwa 90 Kilometer westlich von Tobruk von der Küste bei Ain el Gazala nach Süden bis Bir Hacheim in einem Raum von ebenfalls etwa 90 km zog sich diese mit Bunkern, Panzergräben, eingebauten Batterien stark befestigte Stellung, die durch tiefe Minenfelder im Vorgelände gegen Überraschungsangriffe besonders gesichert worden war. Die Briten waren also auf alles gefaßt, als General Rommel am 26. Mai zum Angriff antrat. Er führte zwar in der Mitte der Front zu schnellen Erfolgen, aber an den Flügeln entwickelten sich harte Kämpfe. Namentlich war es der südliche Eckpfeiler der britischen Stellung, das Fort B i r H a ch e i m, an dem sich der deutsch-italienische Angriff brechen zu sollen schien. Bir Hacheim, ursprünglich eine Wasserstelle am Karawanenweg, der von der Via Balbia nach Süden führt, war von den Briten durch umfangreiche Stellungen und Verminungen des VorfeDes zu einem starken Wüsten fort ausgebaut worden, um sich gegen einen Kriegführung sich feindlich zu zeigen. Jede Entfaltung in der unendlichen Weite des Raumes fand ihre natürliche Grenze in den klimatischen Verhältnissen, die besondere Anforderungen an die gesundheitliche Betreuung der Truppe stellten, und in den Schwierigkeiten der Drganifation des Nachschubs, die auch der Motor nicht ohne weiteres zu überwinden vermochte, zumal wenn Wassermangel oder die berüchtigten Standstürme die Wüste zur Hölle machten. So hielten sich die Truppen des Generals Wavell, als sie Anfang Dezember 1940 ihre Offensive gegen die über die westägyptische Grenze etwa bis Sidi Barani nach Osten oorgdbrungenen italienischen Streitkräfte des Marschalls Graziani begannen, im wesentlichen in dem schmalen Küsten- ftreifen,z wo ihnen für chren Nachschub als Verlängerung der Eisenbahn Alexandria—Marsa Mattuch die einzige Autobahn zur Verfügung stand und sie für ihre Landoperationen die Unterstützung durch das brittsche Mittelmeergeschwader hatten. Als der Privatsekretär Roosevells um Mitternacht der Presse Churchills Ankunft-ankündigte und hinzusetzte, es handele sich wirklich um schwere Geschäfte, also habe Churchill für das übliche amerikanische Tamtam keine Zeit, ist wohl ein bitteres Lächeln über die Gesichter der Journalisten gegangen, denn der Sekretär setzte hinzu: Churchill käme, um den „Sieg" ^u organisieren! Die U-Bootkrieg- führung der Achsenmächte, die Siege der Japaner in Dftaften, der Angriff auf die Aleuten, die Nöte Tschiangkaischeks, die Hilferufe, die der australische Ministerpräsident Curtin gerade jetzt wieder sandte— dazu kommen die furchtbaren Schläge der Achsen- Mächte gegen die Geleitzüge im Mittelmeer und der Sieg der Achse übet die einst mit so viel Vor- schußlorbeeren bedachte Elitearmee des Generals Rttchie, die jetzt in zwei Telle zersprengt worden ist. Eine Fülle von Niederlagen. Churchill flüchtet sich also zu Roosevelt, um jeder Verantwortung aus dem Wege zu gehen. Die Methoden des Ablenkungsmanövers werden bereits in alle Welt gefuntt. Die Beratungen der beiden Spießgesellen sollen nämlich umfassen: die Errichtung einer zweiten Front, die Schiffstonnage, die Strategie im Nahen und Fernen Osten und schließlich die amerikanischen Lieferungen nach Großbritannien, nach der Sowjetunion und Tschungking. Die Errichtung einer zweiten Front ist von Stalin dringend gefordert worden, während die Briten gerade in den letzten Wochen nicht gerne von diesen ihren früheren Prahlereien hören wollten. Alle Kommentare amerikanischer und englischer Zeitungen weisen darauf hin, daß die Verluste an Tonnage wohl die schmerzlichste Wunde sind, durch die alle Ansttengungen der USA. und Englands, Waffen usw. herzustellen, illusorisch werden. Der Militärkritiker der „New York Times" schätzt die Gesamtverluste der USA. und Englands für das erste Halbjahr 1942 auf 4,5 Millionen BRT. und mecht, für das zweite Halbjahr dürfe keine kleinere Verlustziffer angenommen werden. Demgegenüber versage Roosevelts Schiffsbauprogramm, das nur auf dem Papier stehe. Neun Millionen BRT., das ist eine Tonnage, die die gesamte Handelsflotte der USA. bei Kriegsausbruch übertrifft! Daher ist die amerikanische Presse voll von Klagen über die El BeddT^^JsidiReregh Bir A /x ‘ täWidiOmar ^Mittelländisches Meer ßomba=" = -Jobruk^^ So taten die Bruder. Es verging aber wenig 'c ' 1 ö" luciiiuiw luime meine amuio oewei en. H u J9^fangen genommen, gebet ihn frei. Nun aber sehe ich wohl, daß alles seinen gerechten bfj' ;,vnI> i.ch„will nicht, daß Gang gehen muß, ich kann mich nicht^ länger 1 M soll. Ich mar mit sträuben und will in aller Ehrlichkeit bekennen, daß dem Schmied verfeindet und habe ihm nachgestellt, freilich ich eg war, der den Schmied aus Eifersucht und gestern abend traf ich ihn, ging ihm nach und getötet hat." 1 getötet hat. pflanze, den 5ß: dorren würde, der sollte als der Mörder gerichtet werden. habe ihm mit meinem Messer ins Herz gestochen." Verwundert hörte der Richter diese Beichte an unb ließ den Bruder fesseln und sicher bewahren, bis Klarheit in den Handel käme. So lagen die Brüder beide im selben Hause in Ketten, doch wußte der jüngste nichts davon, was fein Bruder für ihn getan hatte, und bestand eifrig auf der Beteuerung seiner.Unschuld. Zwei Tage gingen dahin, ohne daß der Richter und die Scl)arwächter Neues hätten entdecken können, und schon war der Richter geneigt, dem angeblichen Mörder, der sich selber anklagte, Glauben zu schen- en. Da kehrte der ätteste Bruder von seinen Geschäften zurück, erfuhr von den Nachbarn, wie es um fernen jüngsten Bruder stehe, und wie der zweite sich für ihn dem Richter gestellt habe. Da ging er noch m der Nack-t bin, ließ den Richter wecken und kniete vor ihm nieder mit den Worten: „Edler Herr Richter, Ihr habet zwei Unschuldige in Ketten liegen, die um meiner Schuld willen leiden. Den Schmied hat weder mein jüngster Bruder um« gebracht noch der andere, der sich aus Mitleid angegeben hat, sondern ich selber habe den Mord begangen. Ich bitte Euch, lasset sie laufen und nehmet mich, der ich bereit bin, mein Verbrechen mit meinem Leben zu büßen." Nun war der Richter noch mehr erstaunt und wußte keinen Rat, als daß er auch den dritten Bruder gefangenfetzte. Am frühen Dtorgon ober, als der Wärter dem Der Kurfürst hörte mit der größten Verwilderung zu und sagte am Ende: „Das ist eine sonder- bare und seltene Sache! Ich glaube in meinem Her- Zen, daß keiner von den Dreien den Totschlag begangen hat. Doch da es sich um Verbrechen an Leib und Leben handelt, will ich Gott selbst zum Richter über diese drei getreuen Brüder anrufen und sie unter fein Urteil stellen." So wurde es denn gehatten. Es war in der Frühlingszeit, und an einem Hellen, warmen Tage wurden bie drei Brüder hinaus auf einen grünen Psatz geführt, und es wurde einem jeden ein junger, kräftiger Lindenbaum gegeben, den mußte er Pfannen. Sie mußten ihre Linden aber nicht mit öen Wurzeln, sondern mit den grüßen Kronen in Die Erde tun, so daß die Wurzeln gen Himmel stan- den, und wessen Bäumlein zuerst e-ingehen oder ab- Da riß der Richter die Augen weit auf und glaubte zu träumen, und es begann ihm vor dieser cltfamen Angelegenheit im Herzen zu grausen. Er ließ den Gefangenen von neuem einschließen, saß lange im Nachdenken versunken, denn er sah wohl, daß nur einer der Mörder sein konnte, und daß die anderen nur aus Edelmut und seltener Bruderliebe sich selbst dem Henker dargeboten hatten. ’ Sein Nachdenken kam zu keinem Ende, darum ließ er am anderen Tage die Gefangenen in guter Obhut und begab sich zu dem Kurfürsten, dem er diesen merkwürdigen Handel in aller Deutlichkeit erzählte. Toten gekannt hatten, wurde auch erzählt, der Jüngling habe sich eines Mädchens wegen rm Streit von oem Schmied getrennt Der Richter zweifelte nicht, daß er der Mörder fei, und dachte, bald Beweisgründe zu finden, um ihn abzuurteilen und dem Henker zu übergeben. Mittlerweile hatte der eine feiner Brüder — der älteste war feit gestern in Geschäften über Feld — 3U Hause vergebens auf den jüngsten gewartet. Als er zu hören bekam, sein Bruder liege gefangen und fei des Totschlags angeklagt, den er hartnäckig leugne, ging er sofort zum Richter. „Herr Richter , sagte er, „Ihr habt einen Un- Nie Stunde. 3n einer kleinen Stadt war einmal ein Bürgermeister, der rackerte sich tagsüber redlich ab in [einem Amte, mußte aber trotzdem jeden zweiten Abend in Gesellschaft gehen, weil feine Frau doch auch etwas vom Leben haben wollte. Er fügte sich um des Friedens willen. Aber wenn es elf Uhr mar, stand er allemal auf und sagte: ,Komm, Frau, wir wollen nach Hause gehen. Jetzt ist meine B u r g ea stunde." Eines Abends nun erhob sich ein mächtiges Gerede darüber, daß die Stadt zur besseren Förderung der Schafzucht einen Schäfer anstellen müsse. Und daran schloß sich eine langwierige Erörterung, ob ver anzustellende Schäfer auch Bürger werden müsse. Denn die Dürgereigenschast mußte damals noch besonders erworben werden. Der' Frau Bürgermeisterin war das alles überaus gleichgültig, sie langwettte sich gründlich über bem Geiprach und schlief innerlich ein, wenn sie auch nach außen hin die Augen mühsam offenhielt. Darüber entging ihr der Inhalt des Geredes gänz- uch, und sie faßte nur ein Gemengsel von Worten, die ihr träge und schläfrig im Kopfe durcheinander liefen. Als es nun aber elf Uhr schlug und das Geschwätz immer noch kein Ende nehmen wollte, stand sie plötzlich auf und sagte: „Komm, Mann, wir wollen nach Hause geben. Jetzt ist meine Schäfer stunde." Von da ab traute sich im Kreise der Bekannten keiner mehr um elf Uhr aufzubrechen, well sich dann allemal ein Gemurmel unb Gekicher erhov und sicherlich ein freches Maul fragte: „Bürger oder Schäfer?" Obwohl der Schäfer inzwischen langst Bürget geworden war, OttpAnthes* jüngsten Bruder sein Gefangenenbrot durch die Tür hinreichte, sagte er zu ihm: „Jetzt möchte ich aber doch wissen, wer von euch dreien eigentlich der Unhold ist." Soviel er bat und fragte, der Wörter wollte ihm nichts weiter erzählen, aber er schloß aus seinen Worten, daß feine Brüder gekommen feien, um ihr Leben statt des seinen herzugeben. Da weinte er und schrie laut und begehrte, zum Richter gebracht zu werden, und als er in Ketten vor dem Richter stand, weinte er von neuem und sagte: , O Herr, verzeihet, daß ich Euch so lange hingehalten Hobe! Aber ich dachte, niemand habe meine Tat gesehen und niemand könne meine Schuld beweisen. । Zett, da begannen die Bäume alle drei auszuschlagen und neue Kronen anzusetzen, zum Zeichen, daß alle drei Brüder unschuldig seien, und die Linden wuchsen fort und wurden groß und standen manche hundert Jahre auf dem Aüedhof des Heiligengeistspitals zu Berlin. 6to Zcher km T KM senkte nmi 1 ßfflBlti Ni F 6ch Ma Höften 10 M jsahkie j9.8n Sui « W iinN kn IP s Ser W pennr M iotien, W tinntei die Le Haupts! chht. gebrod hinaa drnA Lustmc Mug Wen tön $11 Ml 'foßti Aus ( LE politif' Haupt iiseift iftri*1 tyil* rang? w ipredju D. England bittet um Hilfe für Nordafrika. Buenos Aires, 20. Juni. (Europapreß.) Die überraschende Churchillreise nach den Vereinigten Staaten steht hier im Vordergrund des Interesses. Auf Grund der aus England vorliegenden Meldungen über die Schwierigkeiten der militärischen Lage und des Tonnageproblems verstärkt sich in politischen Kreisen der Eindruck, daß eines der Hauptthemen bei den Besprechungen in Washington zweifellos ein Hilfegesuch Englands sein wird. Im Gegensatz zu den Meldungen aus den Vereinigten Staaten, daß in erster Linie über die Errichtung der Zweiten Front verhandelt werden soll, glaubt man hier, daß die englische Forderung nach materieller und militärischer amerikanischer Hilfe für Aegypten im Vordergrund der Besprechungen zwischen Roosevelt und Churchill stehen wird. japanischer Vorstoß in Honan Tschungking gibt Zusammenbruch p der alliierten Pläne in China zu. Schanghai, 19. Juni. (Europapreß.) In einem überraschenden Vorstoß ist es den japanischen Streitkräften im Norden der Provinz Honan, südlich des Hoangho, gelungen, die Stadt Hohkientschen, 10 Kilometer südwestlich von Lingsien, zu nehmen. Hohkientschen war der Sitz des Hauptquartiers der 42. Armeegruppe der Tschungking-Streitkräfte. In Südchina haben japanische Truppen ßupao, 40 Kilometer nördlich von Kanton, rasch niedere Sen. Sie erreichten am Freitagnachmittag das rr des Lupao-Flufses und besetzten fünf Stunden später die Stadt. Andere japanische Truppen begannen eine Offensive gegen den eingegrabenen Feind in der Gegend von Shechiao- am linken Ufer des Nordflusses. * Der militärische Sprecher auf der Tschungkinger Pressekonferenz erklärte, daß die japanischen Truppen mit der Besetzung von Südwest-Tschekiang und Ost-Kiangfi einen militärischen Gürtel geschaffen hätten, der verhindere, daß von hier amerikanische Flugzeuge zum Angriff auf Japan angesetzt werden könnten. Die Wirksamkeit des Gürtels werde durch die Beherrschung der Tschekiang—Kiangsi°Bahn, die hauptsächlichste Ostwest-Verkehrsverbindung, weiter erhöht. Die alliierten Pläne seien somit zusammengebrochen. Luftangriffe auf Japan von Südostchina aus zu unternehmen, käme erst dann wieder in den Bereich der Möglichkeit, wenn eine alliierte Luftmacht in China konzentriert werde, die stark genug sei, um die Japaner aus den besetzten chinesischen Gebieten zu vertreiben. Sin Viertel der Welthandelstonnage vernichtet. Stockholm, 19. Juni. (Europapreß.) Der Jahresbericht der „London Chamber of Shipping" kann nicht umhin, zuzugeben, daß die vom September 1939 bis zum Dezember 1941 versenkte oder verlorengegangene Welthandelstonnage rund 15 Millionen betrage. Das sei ein Viertel der aesamten Welthandelstonnage. Interessant ist auch die Feststellung, daß die Schließung des Mittelmeers die Kapazität der britischen Handelsmarine um 30 v. H. verringerte. Oie Schwerter zum Eichenlaub für Oberleutnant Marseille. Berlin, 19. 3unL (D71B.) Der Führer hal dem Oberleutnant Marseille, Staffelkapitän in einem Jagdgeschwader, die Schwerter zum Eichenlaub des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes verliehen, und ihm folgendes Schreiben übermittelt: „3m Ansehen Ihres immer bewährten Heldentums verleihe ich Ihnen anläßlich Ihres 101. Luftsieges als 12. Offizier der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. (gez.) Adolf Hitler." Oblt. Marseille hat sich in kurzer Zeit an die Spitze der erfolgreichsten deutschen JaKflieger gesetzt. Der in Berlin geborene 22jährige Offizier errang seine Erfolge ausschließlich im Kampf mit britischen Gegnern. Nach seinem Einsatz gegen Ena- land, bei dem er über dem Kanal in den ersten acht Wochen sieben Spitfires abschoß, begann sein Aufstieg an der nordasrikanischen Front. Im September v. H. brachte er während eines An- ariffs auf Tobruk innerhalb drei Minuten vier Curtiß zum Absturz. Am 7. 6. wurde ihm nach seinem 75. Luftsieg das Eichenlaub zum Ritterkreuz verliehen. Am 10.6. schoß er beim Kampf um Bir Hacheim vier Curtiß aus einem starken Jagdverband heraus, am 13.6. hat er seinen 84. bis 87. Luftsieg errungen. Zwei Taae später schoß er seinen 88. bis 91. Gegner ab. Am Abend des 17.6. waren weitere zehn britische Jagdflugzeuge seine Beute geworden. Meine politische Nachrichten. Freitag vormittag versuchte ein Verband britischer Jäger vom Muster Spitfire in das holländische Küstengebiet einzufliegen. Deutsche Focke- Wulf-Jagdflugzeuge schossen trotz ungünstiger Sicht vier britische Jäger aus dem feindlichen Verband heraus, der danach in westlicher Richtung abdrehte. * Der britische Kreuzer, den das Unterseeboot des Kapitänleutnants Reschke im ösllichen Mittelmeer versenkte, war ein Kreuzer der „Glasgom"- Klasse, die 1936 und 1937 vom Stapel lief. Er hat eine Wasserverdrängung von 9100 Tonnen. Der spanische Außenminister Serrano Sun er hat sich von Livorno, wo er Gast des Grafen Ciano war, nach Rom begeben. Er wird sich hier einige Tage privat aufhalten. * Der Herzog von Windsor, der wegen der blutigen Unruhen in Nassau, der Haupstadt der Ba- hama-Jnseln, deren Gouverneur er ist, zu Beginn des Monats seinen Besuch in den USA. abbrechen mußte, ist wieder in Neuyork eingetroffen. * Unter dem Titel „Englische Gewaltpolitik im Lichte der Protokolle des Storting" erscheint im Juniheft der Zeitschrift „Auswärtige Politik" eine amtliche Veröffentlichung des Auswärtigen Amtes, die an Hand der in Oslo gefundenen Protokolle des norwegischen Storting in eindringlicher Weise die Sorgen und Nöte widerspiegelt, in die auch Norwegen durch die englische Gewaltpolitik geraten ist. * Der italienische Minister für Landwirtschaft und Forsten und Staatssekretär Bade hatten in Venedig Besprechungen über alle Fragen einer Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Italien zur Sicherung der Kriegsernährung. An den Besprechungen nahmen leitende Beamte des Reichsernährungsministeriums und der Vorsitzende der Haupt- vereinigung der deutschen Kartoffelwirtschaft teil. Der Führer hat dem außerordenllichen Professor em. Geh. Hofrat Dr. phil. Alexander Cartel- lieri in Jena aus Anlaß der Vollendung seines 75. Lebensjahres in Würdigung seiner besonderen Verdienste um die Geschichtswissenschaft die Goethe- Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. In Bad Ems fand eine Tagung der Reichsbahn- direktionspräsrdenten Großdeutschlands statt zur Besprechung von durch den Krieg bedingten Verkehrsfragen. Kunst und Wissenschaft. Dr. Aljechiu Sieger im Salzburger Schachturnier. Der letzte Turniertag brachte den Höhepunkt des Salzburger Sechs-Meister-Schachwettkampfes: das entscheidende Zusammentreffen von K e r e s und Aljechin. Keres spielte gleich zu Anfang sehr scharf. Aljechin wählte nicht immer die beste Fortsetzung, und der estnische Meister hätte zweimal das Spiel ausgleichen können. Nachdem der Weltmeister alle Angriffe des Gegners abgewehrt hatte, behielt er zwei Bauern mehr bei klarer Stellung. Er g e» wanndie Partie und damit das Turnier. Daneben kämpften die beiden deutschen Meister um die Plätze. Klaus Junge verlor zwar gegen B o • aoljubow einen Bauern, behandelte aber das Lurmendspiel sehr gut und erlangte die Oberhand. Nach 71 Zügen mußte Bogoljubow vor seinem jungen Gegner die Waffen strecken. Auch Schmidt hatte eine schwierige Partie geaen Stoltz zu spielen. Der deutsche Meister wehrte die Angriffe seines Gegners ruhig ab, gewann die Qualität und zwang den Schweden nach 51 Zügen zur Aufgabe. Die deutschen Meister haben die Hälfte der möglichen Punkte gewonnen und teilen den 3. und 4. Platz. Schlußstand des Turniers: Aljechin 7Vi Punkte, Keres 6 Punkte, Junge und Schmidt je 5 Punkte, Bogoljubow 3Vz Punkte, Stoltz 3 Punkte. Wilhelm Busch als Waler. Die „Kameradschaft der Künstler und Kunstfreunde am Oberrbein" eröffnete im Straßburger alten Schloß eine Buschausstellung, die zum erstenmal in Deutschland eine größere Anzahl erst kürzlich aus dem Ausland zurückerworbener Oel- aemälde des Meisters zeigt, Landschaften, die seine Kenntnis von Volk und Land unterstreichen. Die Ausstellung zeigt die in den Sprachen Mer Länder herausgeaebenen Buschwerke und im Original die vollständigen Manuskripte von „Max und Moritz", der „Frornen Helene" und anderer Werke, die Wilhelm Buschs Namen in alle Welt trugen. Ein neues Streichquartett von Pflhner. Als wesentlichen Beitrag zu den Berliner Kunstwochen brachte das Strub-Quartett die Uraufführung des viersätzigen Streichquartetts c-moll (op. 50) von Hans Pfitzner. Neben dem frühen in D-dur und dem später zur Sinfonie erweiterten in cis-moll ist es das dritte Werk dieser Gattung. Wie bei den letzten Orchesterwerken offenbart sich auch hier die reife Meisterschaft in der Sparsamkett der Mittel und in der geistigen Konzentratton der Gedanken, deren thematische Plastik und melodische Formulierung genau so aus innerer Notwendigkeit gewonnen sind, wie die Durchführung in ihrer oft kühnen Harmonik. Die edle Haltung dieser jüngsten Schöpfung Psitzners, ihr tiefer Ernst und die Reinheit der Empfindung, aus der sie erwachsen ist, weisen dem Werk einen besonderen Platz in der neuzeitlichen Kammermusik zu. Max Strub, dem das Quartett gewidmet ist, spielte es mit seinem Ensemble und errang einen so starken Erfolg, daß. der zweite Satz wiederholt werden mußte. Lothar Band. Eine Rostocker Wusikwoche. In Rostock sindet eine Mustkwoche statt, die im Fürstensaale des Rathauses mit einem Schubert- Abend eröffnet wurde. Die Veranstaltung zeugte mit ihrem sehr guten Besuch von dem unverminderten Kunftwillen der in ihrem Theaterleben schwer betroffenen Stadt. Geplant sind auch Freilichtaufführungen von Opern durch die Mitglieder des Stadttheaters. Bühnenmusik zu „Ufa von Naumburg". Bei der Erstaufführung von Felix Dühnens Schauspiel „Uta von Naumburg" im Straßburger Theater erklang zum erstenmal eine von dem elsässischen Komponisten Fritz Adam geschriebene Bühnenmusik, die die Wirkung des Werkes nachhaltig unterstützte. Aus aller Welt. Der Dahlemer Wörder zum Tode verurteilt. Das Berliner Sondergericht DerurteHte den 32jährigen Walter Lüdtke aus Zehlendorf zum Tode. Bei Lüdtke handelt es sich um ein völlig asoziales Subjekt, das schon mit 16 Jahren mit dem Gesetz in Konflikt geriet. 1933 wurde er zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach Verbüßung dieser Strafe sand er unter Verschweigen seiner Vorstrafen eine Tätigkeit als Bauarbeiter und kam Anfang 1942 auch in das Dahlemer Haus, die Stätte seiner späteren Untat. Dort hatte er auch die 21jährige Tochter des Besitzers flüchtig kennengelernt und beschlossen, sich an dem jungen Mädchen zu vergehen. Deshalb wollte er die 56jährige Mutter des jungen Mädchens und die 77jährige Schwiegermutter des Dillenbesitzers aus dem Wege räumen. Höchster Andengipfel bezwungen. Der höchste Gipfel der Anden in Argentinien, der Aconcagua (7130 Meter ü. M ), ist zum erstenmal durch den argentinischen Oblt. H u r t a mit zwei Unteroffizieren und einem Soldaten nach terungsverhältnisse bezwungen worden. Dio vier Alpinisten waren vor zehn Tagen aufgebrochen. Auf dem Gipfel haben die kühnen Bergsteiger die argenttnische Flagge gehißt. Oberleutnant Hurta hat einige von dem Bergsteiger Georg Link am Fuß der höchsten Erhebung zurückgelassene Andenken mitgebracht. Hauptschristleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bei HauvtschristleiterS: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für daS Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz, Wirtschaft und Sport: Ernst Blumschein. Druck und Verlag: Brühlfche UniverMtsdruckeret R. Lange K. G« Verlagsletter: Dr.-Zng. Erich Hamann: Anzetgenletter: Hans Beck. Anzeigenpretsliste Nr. 6. wieder in Dienst l Ja — (vohl In jedem Haushalt Ist es so, daß heute so manches „altgediente" Wäschestück, das in normalen Zelten schon längst aussortiert worden wäre, noch immer im Gebrauch ist oder wieder genommen wird. Und siehe da — auch die Wäsche-Veteranen tun noch wacker Dienst, wenn man nur Rücksicht nimmt auf ihre „schwachen Seiten". Schon beim Tragen dieser Wäsche heißt es vor- gichtig sein. Wie oft muß es die Wäsche büßen, wenn man „zu spät aufgestanden" ist und nun rasch, rasch — die versäumteZeit einholen will. Ritsch — ist der Riß dal Vorsichtige Hausfrauen, die ja über den Zustand ihrer Wäsche Bescheid wissen, ermahnen ihre Angehörigen, bei diesem oder jenem Wäschestück besonders acht zu geben. Ganz besonders muß man natürlich beim Waschen dieser Wäsche-Veteranen daran denken, daß solche Wäschestücke schon — zigmal ge- 5 Waschwassers. Das Einweichen mit einem guten Einweichmittel waschen wurden und durch Jahre hindurch Ihre Aufgabe erfüllten. Jede unsanfte Behandlung muß man dann vermeiden. Gewiß; ohne Reiben geht es nicht In allen Fällen. Aber man muß es mit Verstand machen. Und die Wurzelbürste soll ganz wegbleiben. Eine wichtige Voraussetzung für schonendes und zugleich seifesparendes Waschen ist das richtige Einweichen und sorgfältiges Enthärten des löst viel Schmutz ohne Waschpulver und lockert die zurückbleibenden Schmutzreste so weit, daß sie am nächsten Tag schonend entfernt werden können. Das Enthärten des Wassers aber verhindert Jede Kalkseifenbildung und damit jeden Waschmittelverlust. Übrigens, wir reden hier von Wäsche-Veteranen und ihrem Anrecht auf schonende Behandlung! Glauben Sie, bitte, nicht, daß das, was wir gesagt haben, nicht auch für alle anderen Wäschestücke gilt. „Neu" heißt noch nicht „aus Eisen", und es sollte unser' Ehrgeiz sein, die neuen Sachen möglichst lange neu zu erhalten. Denken wir also stets an die Forderung unserer Zeit: SEIFE SPAREN — WÄSCHE SCHONEN! □ B AM OSVALDSCABTEN -CEftNMUS/U 1926A LuMchutzlMyen cingctr offen! aewinnerhiarung im Handwerk Frist bis 30. 6. verlängert. Erliuferungsbuch SledbQrger(v.Relchiifand) RM2.90/Elnkommen$ricMsatze3.50d.Buch- handl. od Gabler-VerlegWIesbaden Fach 11 Wertpapierdrucke Aktien, Schuldverschreibungen Wertpapiere bei Brühl, Schulstr. 7 Er muß Saltrat haben! Du brauchst es heute vielleicht nicht so nötig! Saltrat, das erlösende Bad für angestrengte und müde Füße muß heute vor allem für Soldaten, Rüstungsarbeiter und all jene verfügbar sein, deren kriegswichtige Pflichterfüllung langes Stehen oder vieles Laufen erfordert. Verzichte darum, wenn Du nicht zu diesen Menschen gehörst, heute auf die liebgewordene Annehmlichkeit des Saltrat-Bades rührenderer, die es zur Erhaltung ihrer Leistungsfähigkeit brauchen. Wenn Du Saltrat besitzt und et> mehr unbedingt brauchst, so schicke es an die Front! .. .denn Erleichterung beTTTTfTs die leichte naßeinj^ von «rh5$ Frieyichstr.7 Lieferant aller fassen ( 7^7 FOTO M iMi {üo falen HaudkaU? Leider nein; denn im Kriege soll iMi nur für die Reinigung schmutziger ÄerufSwäsche ver- wendet werden. OaS bedeutet für viele Haus- flauen einen Verzicht auf gute alte Gewohnheiten. Bringen Sie dieses kleine Opfer! (§S kommt auch wieder die Zeit, wo iMi in jedem Haushalt seine Vielseitigkeit beweisen kann. Persil-Werke, Düsseldorf Henko Sil iMi ATA Gießen. Bahnhofstraße. Wohnhaus in Gießen zu kaufen gesucht. Schriftliche Angebote urit. 02759 an den Gießener Anzeiger erbet. 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Juni 1942. 1952 D Unsere neue Telephon-Nummer QAßd lautet ab heute U w v I 1961D zu richten an 1816V 02967 oir Seltersweg 44 Gießen Goethestr. 32 1960 D Kirchliche Anzeigen. I Vermietungen | noch hewie cnfordern" 10, THEATER 10, m. Weißer Flieder t:»oA Tägl. 8,5.15,8, So. 2.80,5,8 Uhr 1823 DZ1 Vogt slKo MW 1 OHNE miLCH ZU BEREITEN der nti Frau Stiller, geb. Less nebst Geschwistern und allen Angehörigen. we De: 3w wu der Sei brc gibt es zum Kaffee einen Pesttagskuchen ohne Mehl Rezept: 225g Kartoffelbrei, 225g Grieß, t ganzes Ei, 185 g Zucker. Saft oder Schale 'k Zitrone, 3 gestr. Teelöffel Mondamin-Backpulver. Den Grieß mit Zucker, Mondamin- Backpulver, Zitronenschale und evtl, einigen gehackten Mandeln oder Nüssen trocken vermischen. Kartoffelbrei schaumig schlagen, das ganze Ei und dann die übrigen Zutaten unterrühren. Die Masse in eine gefettete Springformfüllen und inMittelhitze 30-40 Minuten backen. 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Hart und schwer traf uns die Nachricht, daß mein lieber Mann, unser treusorgender Vater, Sohn und Bruder Heinrich Trüller Oberfeldwebel in einem Infanterie-Regiment im Alter von 28 Jahren, bei den schweren Kämpfen im Osten den Heldentod starb. Er kämpfte und fiel für die Größe und Zukunft Deutschlands. In tiefer Trauer: Rosa Trüller, geb.Schäfer und Kinder Heinz-Jürgen u. Rolf-Dieter Trüller Heinrich Trüiler u. Frau Klara, geb. Harnisch Wilhelm Trüller und Emma Wagner Frieda Trüller. Gießen, Hausen, Annerod, den 20. Juni 1942. 02923 8 8 8 öf hu 19 8 b° Heute morgen ist meine innigstgeliebte Frau, unsere gute, treusorgende Mutter und Schwiegermutter, meine liebe Oma Frau Marie Leicht, geb. Zerb im Alter von 70 Jahren sanft entschlafen. In tiefer Trauer: Familie Georg Leicht Familie Wilhelm Breitwieser Gießen (Goethestr. 36) und Lippstadt, 19.6.42. 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Luh Großen-Linden, Maibach, den 18. Juni 1942. Die Beerdigung findet Sonntag, den 21. Juni, um 14 Uhr vom Trauerhause, Alte Heerstr. 12, aus statt. 02966 Ein Transport erstklassige, tragende Vogelsberger u. Rotscheckrinder zum Teil gefahren, sowie einige Jungrinder stehen ab heute, den 20. Juni, zum Verkauf. Viehhandlung Ernst Viand Münchholzhausen 147. __________________________1959 D In der Stille der Jagdhütte, wo er so gerne weilte, verschied in der Frühe des heutigen Tages, ganz unerwartet, mein herzensguter Mann, unser lieber Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onkel Revierförster i. R. Willi Metzler im 60. Lebensjahre. In tiefer Trauer im Namen aller Angehörigen: Anna Metzler, geb. Löll. Bieber über Gießen, den 18. Juni 1942. Die Beerdigung findet am Montag, 22. Juni, 14.30 Uhr, in Bieber vom Hause Rimberg- straße 24 aus statt. 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Wir meinen damit nicht: wie ein Spielfilm gedreht wird oder die Wochenschaubilder ausgenommen werden, wovon ja die meisten Leute auch nur eine unvollkommene, aber immerhin ungefähre Vorstellung haben; sondern wie der fertige Film „läuft", das heißt also auf der weißen Fläche erscheint, die volkstümlich, wenn auch nicht ganz zutreffend, als die Leinwand bezeichnet wird. Es ist sehr lehrreich, sich das einmal anzufehen — von einer Stelle, die der Besucher im allgemeinen nicht betreten darf, näm- sich vom Bildwerferraum aus. Im Gloria-Palast in Gießen ist das, wie wir gleich feststellen können, ein durch Größe und Uebersichtlichkeit des komplizierten technischen Apparates ausgezeichneter, ganz modern eingerichteter Raum, wie man ihn nur in wenigen, neu erbauten Filmtheatern unseres Gaugebietes antreffen wird. Hier oben ist der Arbeitsplatz des Filmvorführers, der technisch höchst verfeinerte Kommandostand, von dem aus der gesamte Ablauf des Programms reibungslos gelenkt und beständig überwacht wird. Das Rohmaterial für die Vorführung ist der Filmstreifen, die sogenannte Kopie. Die Kopien wurden bis vor kurzem von der Ufa, der Terry, der Tobis, der Bavaria oder den Bezirksverleihern geliefert. Seit dem l.Juni sind die großen Verleihfirmen in der Deutschen Filmvertriebsgesellschaft zusammengeschlossen. Die Kopie kommt also jetzt entweder von der Auslieferung des Vertriebes m Frankfurt, oder auch von einem „Vorspieler", also etwa von einem Filmtheater in Fulda, Mainz, Mannheim oder irgend einer anderen Stadt. Das geschieht im Nachtversand; Filme werden bevorzugt als Expreßgut befördert. Die Kopie ist auf großen Spulen yufgewickelt, deren jede im Durchschnitt etwa 600 Meter Filmband faßt; für einen Spielfilm von 3000 Meter Länge benötigt man also fünf Spulen. Die Spulen laufen auf zwei Projektionsapparaten ab, die einander im Betrieb ablösen, damit ein ununterbrochener Ablauf gewährleistet ist. Die Laufgeschwindigkeit der Apparate ist so genormt, daß in der Sekunde 24 Bilder erscheinen. Der Filmstreifen läuft im Projektionsapparat von der oberen Abwicklungs- trommel, in welche die Spule eingesetzt wurde, in die un^re Aufwicklungstrommel —: am Objektiv vorbei, wo die Belichtung die Helligkeit und zugleich die Vergrößerung des Bildes auf der Vorführungsfläche (dem sog. Bildschirm) bewirkt. Dann läuft der Streifen weiter über die Photozelle; durch eine Tonlampe wird die Photozelle erregt und erzeugt im Takte der Sprache wieder Sprechwechselströme, die dann verstärkt zum Lautsprecher gehen. Die Lautsprecheranlage befindet sich auf der Bühne hinter dem Bildschirm, der aus einem perforierten Leinen-Gummistoff besteht. Der durchgelaufene Filmstreifen wird unten in der Aufwicklungstrom- Gerd kommt in den Klub, aufgeregt und stolz. Er hat am Nachmittag die Kette bei Grotjahn abgeholt, er hat sie bezahlt — ungefähr mit allem, was er besitzt — nun tastet er von Zeit zu Zeit nach der Brusttasche, die das Etui in ungebührlicher Weise aufbläht, und wartet auf Katta. Der bevorstehende feierliche Moment erfüllt ihn mit ungeheurer Spannung, und seine Gedanken formen und modeln fortwährend an den begleitenden Sätzen. Ganz sicher ist er seiner Sache nicht, und je näher der Augenblick heranrückt, desto mehr wächst seine Unsicherheit. Gestern war er noch überzeugt, daß Preisaufgaben vornehmen. Anschließend wird der Vertreter der Wirtschaftslehre des Landbaues, Professor Dr. Rolfes, den Festvortrag über „Die Aufgaben der Wirtschaftswissenschaften des Landbaues beim Aufbau Europas" halten. Nach einem Chorgesang des Akademischen Gesangvereins wirh die Ansprache des Studentenführers folgen. Die mel selbsttätig wieder aufgerollt. Die 600 Meter Filmband auf einer Spule haben eine Ablaufzeit Guckfenster verfolgen kann, der Vorhang über dem letzten Bilde der Wochenschau. Die Kopie ist ausgelaufen und wird jetzt gleich. umgespult, damit hernach, für die nächste Vorstellung, der Anfang wieder vorn ist, sonst würden sich die Leute unten wundern. Während inzwischen der Spielfilm anläuft, zeigt uns der Vorführer, der eine sorgfältige Spezialausbildung genossen und diese vor der Zulassung zur Berufsausübung mit einer Prüfung abgeschlossen hat, wie eine gerissene Kopie wieder zusammengeklebt wird, so daß man während der Vorstellung den kleinen Betriebsunfall, der immer wieder einmal passieren kann, weder im Bild noch an der Tonwiedergabe gewahr wird. Was gibt es hier oben sonst noch zu sehen? Die Verstärkeranlage, eine kompliziert ausgetüftelte technische Angelegenheit; neben den beiden Projektionsapparaten einen Bildwerfer für die Reklamebilder und den Schallplattentisch, denn hier oben wird auch die Musik gemacht, die nicht unmittelbar zum Film gehört. Im Nebenraum betrachten wir noch eine Filmkiste, die der Verpackung von Spielfilmen und Kulturfilmen dient: Gewicht mit vollem Inhalt etwa 30 Kilo. Wenn das Programm hier abgespielt ist, wird diese Kiste über Nacht als Expreßgut in eine andere Stadt reisen ... Wir werfen noch einen letzten Blick durchs Schaufenster und erleben eine aufregende Szene der „Tosco" als stummen Film, wie vor zwanzig Jahren. Mehr als eine Stunde ist vergangen, wir haben allerlei gesehen, gehört und gelernt. Während wir die schmale Hintertreppe hinuntersteigen, überlegen wir, daß man dem Kinobesucher, der sich kaum jemals in diese oberen Regionen verirrt — kein Zutritt! Rauchen verboten! — auch etwas davon abgeben leisten kann, ich habe nur keine Ahnung, was man dafür verlangen kann." Fünf Minuten später sitzen sie mit aneinandergelegten Köpfen bei einer eifrigen Berechnung. Es ist eine Spezialität von Fernando Bareiro, mit Bleistift und Papier Berechnungen aufzustellen, wenn die Stunde so und soviel einbringt, auch der Weg muß natürlich bezahlt werden, wenn sie ins Haus kommen soll — dann kann sie soviel am Tag verdienen und so viel im Monat, und wenn er 'dann auch noch etwas dazu verdient, er wird seine Ansprüche zurückstecken, er nimmt auch mit einem bescheidenen Posten vorlieb für den Anfang. Oh. er wird den Leuten, schon zeigen, was er kann! Mit seinen glänzenden Ideen \fann er ein ganzes Geschäft auf eine ungeahnte Höhe bringen! Er ist ganz durchglüht von großartigen Plänen und unerschütterlichen Vorsätzen. Er ist so mitreißend in seinem ungestümen Temperament, in seiner begeisternden Hoffnungsfreudigkeit, daß Concha alle Zweifel und Befürchtungen vergißt, wieder einmal vergißt. „Ich werde auf die Anzeige antworten", sagt sie, brennend vor Eifer. „Sofort, eh sich ein anderer meldet, und du wirst deine alten Bekannten an- rufen — alle! Der Reihe nach! Und wirst fragen, ob sie dich nicht brauchen können, ganz gleich. neue, herrliche Zukunft! Und wie die Feuerzungen künden, daß wir bewahren deutsche Treu, so möge unser Sieg entzünden altdeutschen Heldenmut aufs neu! ... Und heute? Schon die ersten Kriegsmonate zeugten von Geist und Heldenmut, von der Tapferkeit und Sie MM Mz WsM Im Rahmen der laufenden Vortragsreihe spricht am Dienstag, dem 23. 6. 42, 18.30 Uhr, im Großen Hörsaal der Ludwigs-Universität Professor Dr. phil. hcms Rupp vom Psychologischen Institut der Universität Berlin über „Pädagogische und methodische Grundlagen der Arbeitserziehung." Einzelkarten zu 3,— RM. sind in der Schanzenstraße 18, Zimmer 23, zu haben. 1962D Vorsicht bei AufdewahruuqvonWaffen Entflohene Kriegsgefangene haben sich bei ihrer Wiederergreifung wiederholt mit Waffengewalt zur Wehr gesetzt. Die Waffen hatten sie aus Jagdhütten, Wochenendhäusern und ähnlichen Gebäuden entwendet. Der Reichsminister des Innern hat daher durch eine Reichspolizeiverordnung, die am 24.6. 1942 in Kraft tritt, das Aufbewahren von Schuß-, Hieb- und Stichwaffen sowie von Munition in Gebäuden, die außerhalb einer geschlossenen Siedlung Siegeszug unserer herrlichen Wehrmacht. Seitdem errangen sie Sieg auf Sieg an allen Fronten. Was unsere Jungen am brennenden Holzstoß einst gelobten, das vollbringen sie in heldenmütigem Kampf. Sie stehen ein für ihr Vaterland, sie schützen ihre Heimat. So gedenken wir unserer tapferen Soldaten auch besonders an dieser Sonnwende. Sie stehen vor unserm geistigen Auge, unaufhörlich kämpfend, bis alle Feinde besiegt sind. Alle unsere Gedanken und gute Wünsche sind bei ihnen. Die Gedanken unserer Soldaten aber werden an dem Tag der Sonnwende in der Heimat weilen, sie werden im Geiste die Feuer brennen sehen und mit neuem, unerschütterlichem Mut weiterkämpfen. Sie wissen, daß das ganze deutsche Volk, wir in der Heimat und sie in Feindesland, eine große Schicksalsgemeinschaft ist. und daß dieser Krieg die größte Bewährungsprobe darstellt. Uird diese wird bestanden werden! Das geloben alle bei dieser Sonnwende. —h. Aus der Stadt Gießen. Eommer-Sonnwende. Wie war es in den Jahren vor dem Kriege? Da versammelten wir uns zur Sommer-Sonnwende um den brennenden Holzstoß. Die Flammen schlugen zum Himmel, Rauch und knisternde Funken erfüllten die Luft und beleuchteten grell die Gesichter. Und über uns in wunderbarer Schönheit der strahlende Sternenhimmel der Sommernacht. In solchen Augenblicken wurden unser Denken und Handeln emporgehoben, gleich der Flamme schlug die Begeisterung in uns hoch, Erinnerungen an vergangene Tage durchzogen unser Herz. So standen einst auch unsere Vorfahren um das lodernde Feuer. Sie, die noch enger mit der Natur verbunden und ihr auf Gedeih und Verderben ausgeliefert waren, beobachteten in viel größerem Maße die Welt ringsum, um daraus ihre Schlüsse zu ziehen. Ihnen war die Sonne alles, ihnen war sie das Leben schlechthin. Auf der Höhe des Jahres brachten sie ihren Göttern die Opfer dar, zum Zeichen des Dankes und zugleich als Symbol des Abschiedes von der Sonne. Diese Tage waren unseren Vorfahren heilige Zeit. Die Führer versammelten sich auf Bergeshöhen oder unter den heiligen Eichen, um Gericht zu halten oder ernste Beratung zu pflegen. Am Abend des Tages, wenn Frakken und Kinder zugegen waren, wurde die Sonnwendfeier festlich begangen. — So feierten auch wir vor dem Kriege die Sonnwende, hoffend auf eine neue Zeit, hoffend auf Deutschlands Wiederaufstieg. Im Herzen unserer Jugend lebte dieses Sonnwendfeuer weiter, und es wurde von neuem zu heller Flamme entfacht. Auf der Bergeshöhe, beim flammenden Holzstoß, beim Feuerspruch und beim Sprung durch die Flammen brach der alte deutsche Glaube durch. Solche Augenblicke vergißt man nicht. Wir gedenken der Vergangenheit, wir hoffen auf Am Mittwoch, 1. Juli, 11 Uhr, findet Großen Aula der Ludwigs-Universität Gießen die 335. Jahresfeier statt. Nach dem Einmarsch des Senats und des Lehrkörpers wird zunächst der Rektor, Professor Dr. mect. H. W. K r a n z, eine Ansprache halten und die Preisoerteilung von den vorjährigen liegen, grundsätzlich verboten und unter Strafe gestellt. In diesen Gebäuden dürfen Waffen und Munition nur noch verwahrt werden, wenn sie nicht länger als 24 Stunden unbewohnt sind oder wenn sie unter ständiger Bewachung stehen. Es ist daher jedem Volksgenossen dringend anzuraten, Schuß-, Hieb- und Stichwaffen sowie Munition, die er bisher in Jagdhütten, Wochenendhäusern, Sommervillen und ähnlichen Gebäuden, die außerhalb einer geschlossenen Siedlung liegen, in Verwahr hatte, unverzüglich anderweitig ünterzubringen. 335. Jahresfeier der Ludwigs-Universität. „Findest du mich noch schön?" Sie krallt plötz- lich beide Hände in seinen Aermel und halt ihn fest. „Findest du mich wirklich noch schön? Aber es wäre dir doch bequemer, mich loszuwerden ober9" Sie rüttelt an ihm, sie lacht mit naßen Augen. „Sag die Wahrheit! Wenn ich einen Reichen fände, der dumm genug wäre oder einen Dummen, der reich genug wäre, dann würdest du mit Freuden auf mich verzichten!" „Ich würde niemals auf dich verzichten, und bestimmt nicht mit Freuden." Er fetzt sich auf hie Lehne des Sessels und seine Hande gleiten zärtlich über ihre Schultern. „O du, niemals, aber du kannst mich ja dann an deinem Reichtum teilhaben '“Ss Nimmst du zurück!" Mit einem Sprung steht sie vor ihm, bebend vor Zorn. „Ich will mchl, daß du so entsetzliche Dinge sagst, auch nichl im Schere * „Ich nehme es zurück!" Er lacht belustigt Über ihre Erregung. „Wollen wir uns streiten über solche nichtoorhandenen Möglichkeiten' Erkläre mi lieber, auf welche Weise du sonst Geld zu verdienen gedenkst?" . v „Ich habe eine Anzeige gefunden, es wird eine Dame gesucht, die Unterricht in spanischer Konversation erteilen kann, ich werde mich melden. „Gedenkst du mit Sprachstunden reich zu werden * Das ist ein recht kärgliches Brot. „Ich gedenke nicht reich zu werden, id) gedenke mir mein kärgliches Brot zu verdienen! Wenn man erst einen Schüler hat, kann man weiter empfohlen werden. Es ist zum mindesten eine Arbeit» die ich 24 Bilder in der Sekunde... Oer $ilm im Biidwerferraum. — Was der Kinobesucher nicht sieht. mit dem sie das Ding da vor ihr betrachtet, und noch weniger stößt sie einen Schrei des Entzückens aus. „Das verstehe ich nicht", sagt sie mit einem Kopfschütteln. „Was bedeutet das?" „Erläuterung folgt!" lacht Gerd, und eifrig sucht er nach Worten, die sich in der Hast etwas über« stürzen. „Das ist nämlich nach einer Zeichnung von Detlev Nehl, wenn Ihnen der Name etwas sagt! Wissen Sie jetzt, was es bedeutet? Sie haben doch gesagt, daß Sie auch so eine Kette haben wollten, haben Sie das nicht gesagt? Oder so etwas Aehn« liches jedenfalls. Nun, da ist sie, jetzt haben Sie sie." „Ich kann mich nicht besinnen, habe ich so etwas gesagt? Ich verstehe noch immer nicht ganz. Ist das die Kette Ihrer Frau Schwester?" Sie ist sonst nicht so förmlich, „Frau" Schwester zu sagen." „3a ... nein, das ist sie natürlich nicht. Ich hatte Jhiren doch eine Überraschung versprochen, ein Mitbringsel, eine kleine Aufmerksamkeit, weiter ist es doch nichts." „Es ist keine kleine Aufmerksamkeit, es ist eine große Unaufmerksamkeit!" sagt Katta streng. Ihre feinen Nasenflügel beben, es kann Zorn sein, aber man weiß nicht ganz genau, ob nicht ein heimliches Lachen dahinter steckt. „Wenn Sie nicht so außergewöhnlich unaufmerksam wären, dann müßten Sie mich jetzt schon einigermaßen kennen. Das Recht, mich zu beschenken, muß sehr mühsam erworben werden. Es wäre zum mindesten ungerecht von mir, es Ihnen einzuräumen. So. Und nun machen Sie diesen Kasten zu und stecken ihn m die Tasche. Es hat mich interessiert, den Entwurf von Detlev Nehl zu sehen, und ich danke Ihnen, daß Sie mir diesen Anblick verschafft haben." „Aber, Katta ..." versucht Gerd, während eine heiße Röte in sein Gesicht steigt. „Ich habe Sie doch wahrhaftig nicht beleidigen wollen. Ich hatte es mir so nett gedacht. Was soll ich denn nun damit? Sie könnten mir wirklich den Gefallen tun," (Fortsetzung folgt.) ihm Katta vor Freude um den Hals fallen würde. Er hatte es nicht unterlassen können, sie mit geheimnisvollen Andeutungen neugierig zu machen. Und mit einemmal war er nicht mehr so ganz gewiß, daß Katta sich auch wirklich freuen würde — und vor allem, ob sie das Geschenk überhaupt annehmen würde. Katta erschien wirklich in der nächsten Minute, und zwar nicht, wie Gerd erwartet hatte, in der Begleitung von Detlev. Das schien ihm die Situation noch zu erschweren. Das Geschenk bekam dadurch etwas von Heimlichkeit, die es nicht haben sollte. Und nun kam Katta allein, ihr Gesicht sah abgespannt und schlecht gelaunt aus. „Abend Gerd!" nickte sie kurz. „Guten Abend!" sttahlt er auf. „Fein früh sind Sie heute! Sie haben riesig schnell gemacht! Und jetzt steigt erst die Uederraschung! Oder haben Sie fürchterlichen Hunger?" „Gar keinen." Sie schüttelt kurz den Kopf. „Und vor allem keine Lust, zu essen. Richtig, die große Uederraschung!" Sie zwang sich zu einem Lächeln. „Die hatte ich schon ganz vergessen! Und dabei bin ich so schrecklich neugierig — ich habe sicher deshalb dic Nacht nicht schlafen können!" „Sie müssen die Augen zumachen!" kommandiert Gerd. „Und den Mund auf! Ist es etwas zum Eßen? Davor habe ich Angst! Das konnte ich schon als Kind nicht leiden." „Nein, es ist viel zu groß, als daß es in Ihren kleinen Mund hineinginge." Das ist ein etwas mißglücktes Kompliment, denn Kattas Mund ist durchaus nicht so klein — allerdings könnte sie ihn kaum so weit öffnen, daß er ihr das Lederkästchen zwischen die Zähne schiebt — das Kästchen, das er jetzt schnell aus der Tasche zieht und geöffnet vor sie hinstellt. „So! Sie dürfen die Augen wieder aufmachen!" Die langen Wimpern heben sich gehorsam, aber es blitzt keine Freude auf in dem langen Blich« Nur noch heute und morgen! Sie schaffen für Dich! Zu Deinem Wohle Brot und Waffen viele fleißige Hände schaffen. Schau drum nochmals in den Schrank. Deine Spende sei Dein Dank! Die Annahmestellen der Gießener Ortsgruppen zur A l t k l e i d e r - und Spinn st offsamm- lun g sind wie folgt geöffnet: Mitte: Marktstraße 25, werktags von 17 bis 19 Uhr. ' Nord: „Einhorn", Lindenplatz 1, Montag, Mitt- woch und Freitag von 17 bis 19 Uhr. Oft: Licher Straße 19, Geschäftsstelle der DAF., werktags von 15 bis 18 Uhr. Süd: Hofmannstraße 1, Mittwoch und Samstag von 19 bis 21 Uhr. Liebigftraße 58 (Autogarage), Mittwoch und Samstag von 19 bis 21 Uhr. Unterhof und Oberhof (Bergwerk), Mtttwoch und Samstag von 19 bis 21 Uhr. Klein-Linden: Steinstraße „Altes Backhaus , Mittwoch und Samstag von 19 bis 21 Uhr. Wiefeck: Schulstraße 3, Mittwoch und Samstag von 18 bis 22 Uhr. Alte Briefumschläge nicht fortwerfen. Das Fachamt „Druck und Papier" in der Deut- schen Arbeitsfront, das auch die Briefumschlaghersteller betreut, hat mit dem zuständigen Stellen Vorschläge zur Doppelverwendung von gebrauchten Briefumschlägen ausgearbeitet. Größere Umschläge lassen sich leicht durch Aufkleben eines neuen Zettels verwenden, kleine durch Umwenden weiter benutzen. Es ist bei der notwendigen Umsicht möglich, außerordentlich viel Papier zu sparen. Diese Vorschrift soll nicht nur bei Großfirmen und Behörden Beachtung finden, sondern auch im Kleinbetrieb und im Haushalt nicht übersehen werden. Gloria-palast: „Oer verkauste Großvater. Mancher wird sich vielleicht an die hanebüchene Geschichte von Meiseken erinnern, in der eine ge- gewinnsüchtige Familie mit einem seit langem verstorbenen Großvater betrügerische, aber einträgliche Nentengeschäfte macht. Der Großvater, den sich Philipp Lothar M a y r i n g und Joe Stöckel ausgedacht haben, ist in einer südlicheren Bauernlandschaft zu Hause und keineswegs verstorben, sondern für sein Alter noch bemerkenswert rüstig ay Leib und Seele. Der Handel, den zwei Bauern des Dorfes mit feiner werten Person abschließen, ist zwar so wenig glaubwürdig wie manches andere in diesem Film, aber er dient zum Anlaß, Szenen von teils schwankhafter, teils grimmig grotesker Komik heraufzubeschwören: der habgierige und betrügerische Bauer Haslinger nämlich, der den Großvater für bare tausend Mark auf seinen Hof nimmt, tut es nur, weil er auf ein baldiges Ende des Alten spekuliert, von dem er dann ein Haus und eine Mühle zu erben gedenkt; daß der Großvater in Wirklichkeit nur ein Vogelhaus und eine Kaffeemühle besitzt, wird der bösartige Haslinger erst gewahr, als der Großvater ihn und feine Familie durch eine unvermutete Haustyrannei zu ohnmächtiger Wut und an den Rand der Verzweiflung gebracht bat. Ueberbaupt wirkt der Großvater m diesem ländlichen Umkreise wie die ordnende und ausgleichende Gerechtigkeit: er sorgt nicht nur dafür, daß die jungen und älteren Liebesleute gehörig zueinander kommen, sondern auch dafür, daß die Has- lingersche Sippe den Hof und die Gegend verlassen müssen. Josef Eichheim, den man schon öfters in derartigen Rollen gesehen hat, gibt mit grinsendem Behagen den verschmitzten und unverwüsllichen Großvater'. Oskar Sima ist der Haslinger: rücksichtslos deutlich und zupackend, fast eine Charakterstudie im Schwankbereich. Unter Joe Stöckels Spielleitung sieht man ferner u. a. Erna Fentfch, Winnie Markus und Elise A ul in g er, Carl Wery , Erhard Siedel und Albert Ianscheck, der früher eine Zeitlang in Gießen engagiert war. — Im Beiprogramm laufen die Wochenschau und ein Kulturfilm „Nesthocker, Nestflüchter" mit hübschen und-seltenen Tierbildern. Hans Thyriot. Seid fruchtbar... NSG. „Seid fruchtbar und yiehret euch!" Es gibt einige Lebewesen, die sich diesen Befehl scheinbar besonders zu Herzen genommen haben. Denn einen geradezu irrsinnigen Ehrgeiz in dieser Beziehung entwickelt beispielsweise ein winziges Tier von etwa einem Zentimeter Länge, ein rundlicher Käfer mit schwarz-gelb gestreiften Flügeldecken. Er bzw. sein Weibchen bringt es in einem einzigen ____ ..eberblendung^zeichen auf der Kopie, das der ZusckMier untgt im Theater meist nicht bemerkt, gibt dem^Dorsührer das Signal, wann von einem Apparat auf den anderen umgeschaltet werden muß, damit keine Pause in der Vorführung entsteht. Während die letzten Meter der ersten Spule in dem einen Apparat ablaufen, sitzt im anderen schon die nächste Spule mit dem anschließenden Streifen der Kopie auf der oberen* Trommel startbereit. Der Wechsel erfolgt so fließend, daß der Zuschauer den Üebergang nicht bemerkt. Durch die schmalen Schauöffnungen kann der Vorführer überdies jederzeit den Bildablauf' kontrollieren, während ein Lautsprecher der Ueberwachung der Tonwiedergabe dient. Da dieser Lautsprecher hier oben nur hin und wieder angestellt wird, hat man beim Blick durch das kleine Schaufenster den wahrhaft Histörchen und beinah ein wenig unheimlichen Eindruck, als ob da vorn ein stummer Film liefe. Vom Bildwerferraum aus wird übrigens auch die gesamte Saal- und Bühnenbeleuchtung reguliert; Gongschlag und Dorhangzüge werden ebenfalls von hier aus betätigt. Eben schließt sich, wie man durchs Feier findet dann mit der Führerehrung und dem Ausmarsch des Senats und des Lehrkörpers ihren Abschluß. Kalbfleisch auf den Tisch. Aus markttechnischen Gründen mußte den Metzgereien, die ihren Schlachtviehbedarf bei der Dieh- verteilungsstelle in Gießen decken, für diese und für die nächste Woche eine größere Menge von Kälbern als sonst zugewiesen werden. Daraus ergibt sich, daß in unseren Metzgereien in dieser und in der kommenden Woche erheblich mehr Kalbfleisch als Schweine- oder Rindfleisch zum Verkauf steht. Unsere Hausfrauen werden diese Tatsache bei ihren Einkäufen in Betracht ziehen und diesmal für den Mittagstisch Kalbfleisch in den Vordergrund stellen müssen. Die Verwendungsmöglichkeit von Kalbfleisch zum Verzehr als Schnitzel, Kalbnierenbraten, Ragout, Gulasch, Kalbskotelett usw. ist so vielseitig, daß es sicherlich keiner Hausfrau schwer fallen wird, ein vortreffliches Mittagessen zu -bereiten, auch wenn es einmal nicht ein Stück Schweine- oder Ochsenfleisch ist. Derduukelungszeit: 20. Juni von 22.48 bis 4.28 Uhr. 21. Juni von 22.49 bis 4.29 Uhr. Sommer auf eine Nachkommenschaft von — sage und schreibe — 31 Millionen Tieren! Dagegen märe an sich nichts einzulvenden, wenn besagter Käfer und seine Brut sich nicht ausgerechnet und ausschließlich mit einem auch von uns begehrten und kaum entbehrlichen Nahrungsmittel beschäftigten — der Kartoffel! Wenn nur drei Kartoffelkäferweibchen in ein Kartoffelgebiet einfallen, so verzehren ihre 93 Millionen Nachfahren in einem Sommer das Kraut von 7,5 Hektar Kartoffelfeld. Das entspräche etwa der Vernichtung von 1350 dz Kartoffeln, also neun Wagenladungen. Was das bedeutet, braucht wohl keinem erst ins- Gewissen geschrieben zu werden: Kampf dem Kartoffelkäfer! Vater und Mutter dieser fruchtbaren Familie sind beschrieben, die Kinder, d. h. die Larven, sind etwa 2 mm bis 1,5 cm groß, rot und mit zwei Reihen schwarzer Punkte auf jeder Seite gezeichnet. An- weisunaen zur Bekämpfung erteilen die örtliche Verwaltungsbehörde und der Beauftragte des Kartoffelkäferabwehrdienstes im Reichsnährstand. Neue Hausschlachtungsbestimmungen. Mit der Kürzung der Lebensmittelrationen im April erfolgte auch eine entsprechende Herabsetzung bei den Selbstversorgern, und zwar zunächst dadurch, daß beim Fleisch die Anrechnungszeit auf einige Wochen verlängert wurde. Für das Hausschlachtungsjahr 1942/43 sind nunmehr neue Bestimmungen erlassen worden, die bereits am 1. Juni in Kraft getreten sind. Im einzelnen berichtet darüber Ministerialrat Langenheim in der „NS.-Lcprd- post". Die Selbstversorgerration für 1942/43 entspricht dem seit April gekürzten Satz. Während aber dieser Rationssatz bisher für alle Angehörigen des Selbstversorgerhaushalts in gleicher Höhe galt, wird er nunmehr für Kinder bis zu sechs Jahren auf die Hälfte herabgesetzt. Diese Regelung war notwendig, nachdem auch für Kinder der Nichtselbstversorger eine Kürzung erfolgt war. Der neue Rationssatz gilt für landwirtschaftliche Selbstversorger vom Beginn der neuen Anrechnungszeit an, also ab 4. Januar 1943. Bei nichtlandwirtschaftlichen Selbstversorgern sind die neuen Rationssätze bei allen Hausschlachtungen zugrunde zu legen, die nach dem 1. Juni 1942 vorgenommen werden. In dem neuen Erlaß wird ferner bestimmt, daß neue Genehmigungen für Hausschlachtungen nicht vor dem 15. Oktober erfolgen. Ferner wird ein einheitliches Anrechnungsgewicht festgelegt. Ueber die Landwirtschaft hinaus sind die neuen Bestimmungen aber auch von Bedeuttrn» für viele Städter und andere nichtlandwirtschcW^be Tierhalter, die sich heute ein Schwein mästen ^wollen. Aus zahllosen Eingaben ilt^die Meinung Hraus- zulesen, daß die CrnährurMwirtschaft des Miches dadurch entlastet wird, auch wenn Futter zugekauft werden muß. Tatsächlich tritt eine Entlastung nur dann ein, wenn der notwendige Futterbedarf in voller Höhe selbst gewonnerRwird, indem er selbst angebaut oder als Abfälle geWnmelt M)er wenn dafür wenigstens Arbeit in landwirtschaftlichen Bettieben geleistet und der Futterbedarf als Entgelt hierfür bezogen wird. In allen anderen Fällen bedeuten die Viehhalter, die Futtermittel zukaufen müssen, eine schwere Belastung der Ernährungswirtschaft. Die allgemeine Versorgungsentwicklung zwingt dazu, künftig in allen Fällen, in denen nichtlandwirtschaftliche Selbstversorger eine Hausschlachtungsgenehmigung beantragen, grundsätzlich zur Vorbedingung zu machen, daß-die Futtermittel selbst gewonnen worden sind. Davon wird nur bei Bergarbeitern und bei Arbeitersiedlern, die eine auf Schweinehaltung eingerichtete Siedlung besitzen, eine Ausnahme gemacht. nJ Gießener wochenmarktpreife. / * Gießen, 20. Juni. Auf dem heutiges Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, V» kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 8 bis 10, Kartoffeln, 5 kg 47, gelbe Rüben, das Bund 18 bis 20, rote Rüben 25, Spinat, Vi kg 15, Römischkohl 12 bis 15, Rhabarber 18, Kirschen 55, Blumenkohl, das Stück 40 bis 50, Salat 8 bis 12, Oberkohlrabi 12 bis 25, Rettich 8 bis 15, Radieschen, das Bund 8 bis 10 Rpf. Strafkammer Gießen. Wegen fahrlässiger Tötung war gestern der K. A. aus Lich angeklagt. Er war am 30. Dezember v. I. in Nieder-Mörlen mit einem Lastkraftwagen, der mit leeren Bierfäsiern und Flaschen beladen war, in einer scharfen und unübersichtlichen Linkskurve auf den Gehweg geraten, wobei ein elf Jahre altes Kind von dem Lastwagen gegen einen Torpfosten gedrückt und auf der Stelle getötet wurde. Ein Sachverständiger betonte, der Angeklagte hätte, da die Straße durch frischen Schneefall besonders glatt und die Kurve außerordentlich gefährlich war, mit größter Vorsicht fahren müssen. Er habe die Kurve fahr- technisch unrichtig angefahren und durchfahren. Wenn er auch nicht mit hoher Geschwindigkeit gefahren sei, so hätte er doch im Hinblick auf die Gefährlichkeit der Kurve die Geschwindigkeit seines Wagens noch mehr herabsetzen müssen. Dem Anttag des Staatsanwalts entsprechend wurde der Angeklagte zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Amtsgericht Gießen. Am 21. April ließ ein Mann aus Daubringen seine beiden Hunde frei und unbeaufsichtigt, in der Gemarkung Daubringen umherstteichen. Die Köter fielen dabei einen mit seinem Rad nach Alten-Buseck fahrenden Mann an und wurden so rabiat, daß der Mann sich nur durch verzweifelte Abwehr mit den Beinen vor den Tieren schützen konnte. Der Besitzer der Hunde erhielt als Ermahnung zu größerer Sorgfaltspflicht einen Strafbefehl über 80 RM. Diese Anordnung erschien ihm unbillig und zu hanebüchen, so daß er gegen den Sttafbefehl Einspruch beim Amtsgericht erhob. Hiermit hatte er aber kein Glück, denn das Amtsgericht verurteilte ihn zu 80 RM. Geldstrafe. DfB. Reichsbahn gegen Friedberg-Bauerbach. Der VfB.-Reichsbahn empfängt am morgigen Sonntag die Mannschaft von Friedberg-Fauerbach. Die Gäste, die bei den diesjährigen Gruppenspielen in der Tabelle an zweiter Stelle rangierten, haben inzwischen ihre Mannschaft durch Gastspieler noch verstärken können. VfB.-Reichsbahn hat, wenn er mit der Mannschaft Derkauterer, Bauer, Fleischhauer, Weniger, Schlitz, Kraft, Günther, Durch. Hardt, Heß, Burghardt, Keth anttitt, trotz seiner in letzter Zeit sehr knappen Erfolge Aussichten, das Spiel für sich zu entscheiden. Bon der Börse. Schwächere Aktienmärkte. Frankfurt a. M., 19. Juni. In der Berichts- woche kam die 2. Durchführungsverordnung zur Veröffentlichung, die die angekündigten Vorschriften über den Aktienabruf enthielt. Es zeigte sich darauf, hin an den Aktienmärkten gewisse Zurückhaltung, zumal der Uebernahmekurs (31.12.1941) vielfach erheblich unter den derzeitigen Börsenkursen liegt. Es kam vereinzelt stärkeres Angebot heraus, vorübergehend zeigte sich aber auch trotzdem wieder größere Nachfrage, so oaß zeitweise die Zahl der Kursaussetzungen zunahm. Bemerkenswert waren die Vorgänge am Farbenmarkt. Hier lag der letzte Kurs bei 210,40. Nach längerer - Unterbrechung erwartete man eine Wiedernotiz auf Basis von 215. Es kam jedoch "nicht hierzu, da geroiffe Kreise glaubten, darin Grund für eine Auswärtsbewegung der Kurse auf der ganzen Linie sehen zu können. In Frankfurt a. M. kam schließlich bei sehr starker Zuteilungsbeschränkung an einem Tag eine Notiz mit 212-d. 5). zustande. Die schweren Papiere lagen fast durchweg mehrprozenttg abgeschwächt, BMW., Daimler, Mannesmann, Metallgesellschaft verloren 3 bis 4 v. H., Salzdetfurth etwa 5, RWE. etwa 8 v. H. Eine Ausnahme machten wiederum Scheideanstalt, die nach der Notizumstellunb zunächst bis 196,5 zurückgegangm waren, zuletzt jedoch bis 203 anzogen. Banken lagen wenig verändert, Reichs- bank eher etwas leichter. Am Einheitsmarkt gaben BBC. etwa 5 v. H. yer. Am Rentenmarkt notierte die ReichsalLbefitz- anleihe um 166,40 bis 166,45, Steuergutscheine I 102,40 bis 102,50. Am Markt der Jndustrieobligatto. nen ergaben sich geringe Veränderungen, nur Har- penboiws konnten über 6 v. H. anziehen. Auch 5 v. H. Schluchsee 1,65 fester. Die Reichsschätze lagen nicht einheitlich, die neue Folge III wird weiterhin gut abgesetzt. Bekanntmachungen. Ausgabe der Lebensmittelkarten für den 38. Bersorgungsabschnitt. I. Die Ausgabetage werden wie folgt festgesetzt: 1. Ausgabetag: Dienstag, 23. Juni 1942 2. Ausgabetag: Mittwoch, 24. Juni 1942 3. Ausgabetag: Donnerstag,25. Juni 1942 4. Ausgabetag: Freitag, 26; Juni 1942 Ausgabezeit von 8 brs 13 und von 14 ¥a bis 17 Uyr. 5. Ausgabetag: Samstag, 27. Juni 1942 Ausgabezeit nur von 8 bis 13 Uhr. Welcher Ausgabetag für die Bezugsberechtigten in Frage kommt, ist aus dem grauen Personalausweis ersichtlich. ' Die Karten werden nur an Erwachsene ausgehändigt. Im Interesse einer restlosen Erfassung des Altpapiers müssen sämtliche Reste der Karten des 36. Versorgungsabschnittes zurückgegeben werden. II. Personen, die bereits im Besitz von gelben Bezugöauswsisen für Sveisekartoffeln sind, erhalten durch ihre Kartenausgabestellen gegen Vorlage der Stammabschnitte neue Bezugsausweise für die folgenden Versorgungsabschnitte. III. Sofort ber Entgegennahme sind alle Karten auf Zahl und Nichtigkeit der Altersstufen nachzuvrüfen; spätere Beanstandungen sind zwecklos. IV. Die Bestellscheine der Eier-, Fett- und Marmeladekarten sowie der Kartoffelbezugsausweise müssen bis spätestens Samstag', 27. Juni 1942, bei den Warenverteilern eingereicht werden, da sonst nicht mit einer Belieferung der entsprechenden Abschnitte gerechnet werden kann. Bei verspäteter Ablieferung tritt eine Kürzung der auf den Bestellschein zu liefernden Warenmenge.ein. V. Ueber die Umwandlung von Bestellscheinen der Eierkavte in Berechtigungsscheine ergeht besondere Bekannttnachung. , „ VI. Alle Personen, die Kühe^ Ziegen oder Schafe zur Eigenversorgung mit Milch, sowie alle Geflügelhalter, die Hühner oder Enten zur Eigenversorgung mit Eiern halten, haben dies bei der Kartenausgabe unaufgefordert der Ausgabestelle zu melden. VII. Lebensmittelkarten ohne deutlichen Eintrag von Name und Wohnung des Inhabers smd ungültig und dürfen nicht beliefert werden. VH!. Es wird nachdrücklich darauf hingewiesen, daß verlorene Lebensmittelkarten nicht ersetzt werden; dahingehende Anträge sind zwecklos. IX. Die Warenverteiler werden wiederholt darauf hingewiesen, daß alle Lebensmittelkartenabschnitte nur während der aufgedruckten Gültigkeitsdauer beliefert werden dürfen. Die Warenabgabe vor Fälligkeit und nach Verfall der Abschnitte ist unzulässig. X. Während der Ausgabetage werden Anttäge auf Bezugscheine für Svinnstoffwaren und Schuhe nicht angenommen. [moD Gießen, 20. Juni 1942. Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen Ernährungsamt Abt. B. Musterung des Geburtsjahrgangs 1924 der weiblichen Jugend für den Reichsarbeitsdienst. Auf Grund des Reichsarbeitsdienstgeseßes in der Fassung vom 9.9.1939 und der Verordnung zur Durchführung und Ergänzung der Verordnung über die Durchführung der Reichsarbeitsdienst- pflicht für die weibliche Jugend vom 21. 9.1939 wird hiermit folgendes bekanntgemacht: Die Musterung der weiblichen Jugend des Geburtsjahrgangs 1924 für den Reichsarbeitsdienst, die im Stadtkreis Gießen wohnhaft oder aufent- hälllich ist, findet vorn 23. bis 27. Juni 1942, ieweils von 8 Uhr vormittags ab, im Restaurant ,Lum Burghof", Burggrabcn 9, statt. Dienstpflichtige, die eine Vorladung zum Erscheinen zur Musterung nicht erhalten, haben sich unaufgefordert zu melden. Verheiratete, Verwitwete und Geschiedene sind vom Erscheinen zur Musterung befreit. Nichtbefolgung zieht Straf- und Zwangsmaßnahmen nach sich. £1963 D Gießen, den 20. Juni 1942. Der Polizeidirektor. I. V.r Hellwege Emden. REII) GUTE' GRUNDE % die Astro langsam und mäßig zu rauchen und sorgsam A mit ihr umzugehen, damit Aroma und Frische nicht leiden. Ausgabe der Zusatzkarten. Die Zusatzkarten für Schwer- und Schwerstarbeiter sowie die Zulagekarten für Lang- und Nachtarbetter für den 38. Versorgungsaoschnitt werden wie folgt ausgegeben: Für Bettiebe mit den Anfangsbuchstaben A—G am Montag, 22. Juni 1942 H—K am Dienstag, 23. Juni 1942 L—Q am Mittwoch, 24. Juni 1942 R, 8, Sch ,St am Donnerstag, 25. Juni 1942 T—Z am Freitag, 26. Juni 1942 in der Zeit von 8 bis 12 ¥2 und von 14 ¥2 bis 17 Uhr. Die vorgeschriebenen Bescheinigungen sind hierbei vorzulegen, und die im 37. Versorgunys- abschnitt nicht verausgabten -Karten sind zurück- zugeben. [miD Gießen, den 20. Juni 1942. Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen Ernährungsamt Abt. B. Handwarm soll die Herdplatte beim Putzen sein. • Kalte Herdplatten putzen sich schwerer. • Heiße Herdplatten verbrauchen zuviel Putzmittel. • H a n dwarm putzt sich der Herd leichter und sparsamer. WEEN Herdputzpulver aus der - Fabrik 8 ist gut und ausgiebig. GIESSENER KONZERTRING 1941/42 (Arbeitsgemeinschaft NSG. „Kraft durch Freude“, Konzertverein, Theater) Donnerstag, 25. Juni, 20.00 Uhr, in der Neuen Aula der Universität 11. Konzert (Gruppe A Nr. 6) KLAVIER,KONZERT mit GISELA SOTT JOH. SEB. BACH: Präludium und Fuge, cis-moll Präludium und Fuge, Cis-dur Choralvorspiel: „Ich ruf’ zu Dir, Herr“ Präludium und Fuge, D-dur FRANZ SCHUBERT: Sonate B-dur, op. posth. CHOPIN: Nocturno Des-dur, op. 27 Sonate h-moll, op. 58 Eintritt: RM. 3.50, 2.75, 2.— und 1.50. Wehrmacht erhält Ermäßigung. Studentenkarten zu RM. 1.— bei dem Hausmeister. Karten im Vorverkauf in der Kartenverkaufsstelle der NSG. „Kraft durch Freude“, Gießen, Seltersweg 60, Tel. 3961 u. in der Musikalienhandlung ChaUier, Gießen, Neuenweg 10, Tel. 2671. 1932 D Sei Stockschnupfen und ähnlichen Beschwerden hat sich bas aus Heilpflanren hergestellte Klostersrau-Lchnupfpulver seit über hundert Jahren ausgezeichnet bewährt. Ls wird hergestellt von der gleichen Zinna, die den Klosierfrau-Nlelisseite geilt erzeugt. Bitte machen auch Sie einen Versuch l Originalbosen ?u 50 Pfg. (Inhalt etwa 5 Gramm), monatelang ausreichend, erhalten Sie in Apotheken und Drogerien. Ado f-Hitler-lngenieurschule Friedberg-Hessen. Maschinenbau, Elektrotechnik, Praktikantenwerk- stätten.—Druckschriften frei. 164eV Ab 22. Juni 1942 nehme ich die Praxis wieder auf Hersteller: Friko-Dortmund, Postfach 225 Ruf': 34752 rohe oder gekochte 07 ohne Zucker Io Zubindegläsern und -gefäöen Beutel 20 Pfg. G. Dr. Ploch 1944 D Statt Karten. Für die dargebrachten Glückwünsche, Geschenke und Blumenspenden zu unserer goldenen Hochzeit danken wir herzlichst Wilhelm Arnold IV. und Frau Marie, geb. Arnold Leihgestern, im Juni 1942. ______________02931/ Für die uns zu unserer goldenen Hochzeit erwiesenen Aufmerksamkeiten danken wir allen herzlich Fried. Bommershelm und Frau 1659 A Leibbinden Bruchbänder Einlagen Anfertigung in eig. Werkstätte Kurt Kling form. Beter Nacht Baodaiiitenmelsl. Marktstr. 16 Lieferant der Krankenkassen Damen-Bedlenung. Werverrnitt. für wohlerzog.4iübr. Mädel u. 6jälir. Bub. gutbezahlt, vierwöchigen £flnöflufentöali am liebsten bei Lehrer, Förster oder Pfarrer? Frau Ohly, Gießen,Hinden- burgwall 16. Persönl.z.sprech. nur nachm. 02924 Einlagen Leibbinden Gummistrümpfe 1295 A J. Frohn Marktplatz 19 Lieferant aller Krankenkass. Ihre Verlobung geben bekannt Gertrud Platzke KarlTrechsler Jauer (Schlesien) Gießen Goldbergerstr. 5 Steinstr. 73 21. Juni 1942. ______________________02930/ Ihre Vermählung geben bekannt Albert Mandler Feldwebel In einer Panzerjäger-Kompanie Johanna Mandler geb. Rinn Im Felde Heuchelheim (Gießen) 20. Juni 1942. ____________02939/ Darmstadt Sudetengau- Straße 2 Gießen Neuen Bäue 29 II Statt Karten. Ihre Vermählung geben bekannt Karl Strohmann Hannelore Strohmann geb. Fischer 20. Juni 1942. ________________02950/ Die glückliche Geburt ihrer Tochter Gabriele-Charlotte zeigen in dankbarer Freude an Prof. Dr Arnold Scheibe und Frau Sophle-Charlotte, geb.Deeet München (Tengstraße 261) Gießen, den 19. Juni 1942. z. Z. Ev. Schwesternhaus. __02958/ Was koche ich morgen?' Ein Kartoffelgericht mit bratenbrauner Soße Zu allen Kartoffelgerichten schmeckt die braune Soße aus dem Knorr- Soßenwürfel — die ohne Fett zubereitet wird * Immer gut. Den Würfel fein zerdrücken, glattrühren, mit ’/« Liter Wasser unter Umrühren 3 Minuten kochen. überall erhältlich Bezugsquellen werden gern nachgewiesen 1112V Christine, geb. Hofmann Langsdorf, im Juni 1942. X 1941 D/ KNORR