miffw0ti.2o.nw42 Gietzener Anzeiger (92. Jahrgang ttr.116 Erscheint täglich, nutzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Giebener ^amilienblätter Heimat imBild DieScholle Bezugspreis: Monatlich... RM.1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvrechanschlutz 2251 Drahtanschrift: „Anzeiger" Postscheck 1168k Frankf./M. Annahme von Anzeigen für die Mittaasnummer bis 8', Uhr desVormittagS Anzeigen-Preise: Anzeigenteil 7 Rvf. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Tertteil 50 Rvf. je mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffel! AbschlüsseMengem'taft'el B Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/» mehr vr«S und Verlag: f fit (hflOtlwifoh rchristleitungundSeschaftrstelle: vrühlscheUniverst1ätZdruckerri8.La«ge V/VIlVlUl*44llJVvVvU|v||vll -ietzen.Zchulftratze7-9 Zwischen Berlin und Sofia. Von unserem drey-Berichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Sofia, Mitte Mai 1942. In der zweiten' Maiwoche konnte Bulgarien zwei bemerkenswerte Besuche aus dem Deutschen Reiche verzeichnen, die zwar grundverschiedenen Gebieten angehören, die aber doch ein bezeichnendes Licht auf das Maß der Zusammenarbeit werfen, das zwischen den beiden politisch so eng verbundenen Staaten besteht. Der eine betraf den des im ganzen Nahen Osten hoch geschätzten Berliner Architekten, Professor Dr.-Jng. e. h. Hermann Jansen, d?r andere den des Staatssekretärs Dr. Landfrieo vom'.Reichs- wirtfchaftsministerium. Die bulgarische Messestadt Plovdiv (Philip- popel) an der Maritza hat Prof. Dr.-Jng. e. h. Hermann Jansen beauftragt, Pläne für die Neugestaltung dieser alten Stadt auszuarbeiten. Mit 110 000 Einwohnern ist sie die zweitgrößte Stadt des Landes. Durch ihre Lage in der Mitte des ost- rumelischen Beckens, das durch die Ausdehnung Bulgariens auf der Balkanhalbinsel immer mehr zur Kernlandschaft des Staates wird, hat sie als Verkehrsknotenpunkt, Messestadt und Sammelpunkt des Tabakanbaus wie der Rosenölindustrie einen geradezu stürmischen Aufschwung genommen. Landschaftlich gewährt sie einen besonders malerischen Anblick. Auf dem Südufer des Flusses streben ihre Straßen an vier steilen Syenitfelsen herauf. Die hohem Maße exportieren. Dies hat sie bereits getan und wird sie noch viel mehr tun. An der Spitze steht hierbei der Tabak. Fast alle Landwirte Südbulgariens sind Tabakbauern. Die Ernte bewegt sich zwischen 35—50 000 Tonnen. Beinahe zwei Drittel davon gehen nach Deutschland. Damit ist die Wechselseitigkeit des Partnergeschäftes schon zu einem guten Teil gesichert. Mit dem iabaE werden etwa 45 v. H. der gesummten bulgarischen Ausfuhr bestritten. Aber auch an den übrigen Ausfuhrerzeugnissen zeigt sich Deutschland in hohem Maße interessiert. So nimmt es in immer größeren Mengen Gemüse,Ob st und Oel- früchte auf. Deren Kultur ist überhaupt erst auf Grund- der Abnahmemöglichkeit im Lande heimisch geworden. In kurzer Zeit hat sich die Anbaufläche von 174 000 Hektar auf eine halbe Million Hektar vergrößert. Die stärkste Steigerüng hat daher die Sonnenblume erfahren, deren Oel und Oel- kuchen zu 'den wichtigsten Exporterzeugnissen des Landes geworden sind. Die größere Zukunft darf allerdings die vielseitige Sojabohne in Anspruch nehmen, die seit 1934, besonders auf deutsche Anregung hin, angebaut wird und jetzt schon eine Anbaufläche von gegen 45 000 Hektar erreicht hat. Ein Drittel des Ertrages findet seinen Weg gleichfalls nach Deutschland. Bulgarien kann den Anbau von Industrie pflanzen und Obst (hauptsächlich Aepfel, Birnen, Aprikosen, Pflaumen und neuerdings besonders lebhaft Erdbeeren, die fast ausschließlich ins Reich gehen) deshalb so stark intensivieren, weil es durch den Erwerb der Süd- dobrudscha von Rumänien »ein erstklassiges Getreideland erhalten hat, das nach Steigerung seiner technischen Einrichtungen die Broternährung des Volkes ausreichend sicherstellt. Das Partnergeschäft zwischen Bulgarien und Deutschland erscheint so naturgegeben. Trotzdem ergeben sich beim Abrechnungsverkehr Spitzenbeträge, die nicht warenmäßig gedeckt werden. Bei gleichbleibenden Preisen Macht dieser Umstand nicht viel aus. Allein das Mißverhältnis zwischen Warenmengen und Geldüberfluß, das jetzt überall in Europa herrscht und zu unberechtigten Preissteigerungen führt, macht sich störend bemerkbar. Staatssekretär Dr. Landfried hat zur Behebung dieser Schwierigkeiten den Vorschlag gemacht, die unvermeidbaren Spitzen unter den Begriff des „eisernen Sparens" zu bringen und ihre gütermäßige Verwirklichung aus eine durch das neue Europa gesicherte Zukunft zu verweisen. Dieser Vorschlag hat Verständnis und die Anerkennung gefunden, die eine auf natürlichen Grundlagen fußende Partnerschaft kennzeichnet. , Wenn ein Schiff von 10000 VM. versenkt wird. hier befindliche Altstadt ist mit Moscheen und Kuppeln aus der Türkenzeit geradezu gespickt, während die Neustadt gegen den Bahnhof hin sich naturgemäß in modernen europäischen Formen entwickelt hat. Hermann Jansen findet hier also eine ähnliche Raumfrage vor, wie er sie in der türkischen Hauptstadt Ankara so vorbildlich gestaltet hat. Die klimatischen Schwierigkeiten sind allerdings bei weitem nicht so groß wie in Anatolien. Philippopel liegt in einer der fruchtbarsten Landschaften der Balkanhalbinsel, während die Umgebung von Ankara vor Beginn der Tätigkeit Hermann Jansens ausgesprochene Steppe war. Welche Leistung er vollbracht, stellt heute jeder Orientreisende mit Genugtuung fest. Es ist nicht zu zweifeln, daß es ihm gelingen wird, aus dep verschiedenartigen Bauelementen in Philippopel eine Stadt zu schaffen, auf die ganz Bulgarien stolz sein wird, die zugleich aber auch ein sinnfälliges Denkmal deutsch-bulgarischer Zusammenarbeit darstellt. In dieser Hinsicht kann das Deutsche Reich aus der Fülle seiner geistigen Energien mit vollen Händen geben. Es wird dies überall da tun, wo es Verständnis für seinen Aufbauwillen findet nicht nur zu seinem eigenen Vorteil, mehr noch für den eines neuen Europa, das in der Entwicklung seiner eigenen Kraft die Zukunft sieht und herbeiwünscht. Diesem Thema galt der Besuch des Staatssekretärs Dr. Land fried. Er fand wie Jansen gewissermaßen einen wohlvorbereiteten Boden. Das bewunderte Beispiel von Ankara hat die Stadtverwaltung von Philippopel veranlaßt, Hermann Jansen zu berufen, die traditionelle politische und mehr noch wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den beiden Partnern ließ dqn Staatssekretär Dr. Landfried das gegenseitige Verhältnis nicht nur festigen, mehr noch um ein bedeutendes Stück vertiefen. Landfried erklärte ganz offen, in welchem bedeutenden Maße Deutschland an der Ernte Bulgariens interessiert sei, und welche Verpflichtungen ihm daraus erwachsen. Er erkannte damit die überragende Bedeutung der Landwirtschaft in Bulgarien an und bestätigte, wie auf die Förderung dieses Sektors im Interesse beider Länder alles ankomme. Die bulgarische Landwirtschaft litt bisher an einem chronischen Bodenmangel. Die Oberflächenqe- staltung des Landes hat einen Großgrundbesitz nicht recht aufkommen lassen. In der Hauptsache sand sich nur Mittel- und Kleinbesitz. Letzterer zersplitterte sich unter der Einwirkung eines verfehlten Bodenrechtes derart, daß Bulgarien bei der in den beiden letzten Jahrzehnten vorgenommenen Reform feiner Agrarwirtschaft den üblichen Weg durch Auft"ilunq der- Großgüter nur in ganz bescheidenem Maße gehen konnte, wobei noch meist Kirchen- und Klostergut den Boden heraab, in der Hauptsache mußte es den umgekehrten Weg beschreiten und nicht mehr lebensfähige Kleinparzellen Zusammenlegen. Berühmt geworden ist hierfür der Fall der Gemeinde Mokres in Nordbulgarien. Deren Gemarkung umfaßte 4859 Hektar und enthielt 5861 Parzellen. Durch die Neuordnung wurden diese auf nur 439 verringert, so daß jeder Bauer seinen Besitz in einem lebensfähigen Block erhalten konnte. Diese Umle- gungsarbeis ist im wesentlichen durchgelührt. Sie bedarf aber in den abgelegeneren Landesteilen noch der Erwiterung. Erleichtert wird sie seit dem vorigen Jahre durch das in Thrazien und Mazedonien gewonnene Neuland, wodurch die für Balkanyerchält- nisse etwas reichliche Siedlungsdichte in Altbulgarien aufgelockert werden konnte. Wohl noch wichtiger als die eben geschilderte Urn- legungsarbeit ist die Durchführung agrar technischer Verbesserungen in der bulgarischen Landwirtschaft. Hier zeigt sich das Vorbild und die Mitwirkung Deutschlands in besonders sinnfälligem Maße. Nach guter deutscher Art wurde mit der gei- sügen Vorbereitung begonnen. Vor mehr als einem Jahre wurde in Sofia eine Landmaschinenführerschule eröffnet, welche den bulgarischen Bauern mit deutschen Landmaschinen vertraut macht und hilft, die sich noch entgegenstellenden Hindernisse bei einer sinnvollen Mechanisierung der Betriebe zu überwinden. Dieser Schritt war sehr notwendig. Denn in steigendem Maße treffen die 1939 bestellten 123 000 Pflüge, 22 000 Walzen, 18 000 Drillmaschinen, 530- Samenreinigunasmaschinen, 2000 Erntemaschinen, 5800 Häckselmaschinen, 3200 Maisentkor- ner und andere Geräte bei den bäuerlichen Genossenschaften wie den Einzelbauern ein. Der größte Teil der Maschinen stammt verständlicherweise aus Deutschland Um ein solches Kontingent Maschinen bezahlen zu können, muß die Landwirtschaft naturgemäß in 500Tank-lastwagei 10800 t Butter Woche um Woche meldet der OKW.-Berlcht die Versenkung von Hunderttausenden Bruttoregister- tonnen. Die Bruttoregistertonne ist ein Raummaß, das einem Inhalt von 2,8 Kubikmeter entspricht. Es kommt bei den verschiedenen spezifischen Gewichten der einzelnen Güter darauf an, was geladen wurde, wenn man sich veranschaulichen will, welcher Verlust dem Feinde durch die Versenkung entsteht. So kann z. B. ein Tanker von 10 000 Bruttoregistertonnen, vollbeladen, rund 18 000 Gewichtstonnen Flugbenzin aufnehmen. Schlägt man die Ladung dieses Schiffes, durch unsere linke Zeichnung dargestellt, auf Landtransportmittel um, so wären hierfür rund 3500 .Tanklastwagen erforderlich. Der Verlust dieser Treibstoffmenge nimmt über 4500 Bombern die Möglichkeit, einen Angriffsflug von rund 1600 Kilometer Länge durchzuführen. Daraus kann jeder ermessen, welch empfindlicher Verlust dem Feind zu- gefügt wird, wenn allein unsere Unterseeboote im ersten Vierteljahr des Kampfes gegen die USA. 93 Tanker mit rund 750000 Bruttoregistertonnen versenkten! — Ein Kühlschiff von 10 000 Bruttoregiftertonnen kann etwa 10 800 Gewichtstonnen Butter laden. Für ihren Abtransport wären etwa 45 Güterzüge zu je 40 Wagen erforderlich. Diese Buttermenge entspricht der Wochenration von 86 Millionen Normalverbrauchern. Daran kann ' man ermessen, wie empfindlich sich die ständigen Verluste an Schiffsraum für den Feind auswirken. (Scherl-Bilderdienst-M.) Drei bolschewistische Armeen vernichtet. Oie Meerenge von Kertsch in ganzer Breite erreicht. - Hund 150 000 Gefangene. DNB. Aus dem Führerhauptquartier, 19.2Uai. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Auf der Krim haben deutsche und rumänische Truppen unter dem Oberbefehl des Generalobersten von Manstein in der Verfolgung des geschlagenen Feindes die Meerenge von Kertsch in ganzer Breite erreicht. Die letzten stark befestigten Brückenköpfe beiderseits der Stadt Kertsch wurden im Laufe des heutigen Tages nach erbittertem Widerstand gestürmt. Die damit abgeschlossene Angriffs- und Verfolgungsschlacht hat zur Vernichtung von drei sowjetischen Armeen mit 17 Schützendivisionen, drei Schühenbrigaden, zwei Kavalleriedivisionen und vier Panzerbrigaden geführt. Neben hohen blutigen Verlusten ließ der Gegner 149 256 Gefangene, 1133 Geschütze, 372 Granatwerfer, 258 Panzerkampfwagen, 3814 Kraftfahrzeuge, mehrere tausend Pferde sowie unübersehbare Mengen an leichten Waffen und Gerät in unserer Hand. Nur Trümmer des Feindes konnten die Küste jenseits der Meerenge erreichen. An diesem gewaltigen Erfolg haben st a r k e Luftwaffenverbände unter Führung der Generalobersten Löhr und Freiherr von R i ch t h o f e n hervorragenden Anteil. 3n unermüdlichem Einsatz haben sie den Kampf der Erdtruppen unterstützt, dem fliehenden Feind Abbruch getan und die feindliche Luftwaffe bekämpft. In Luftkämpfen verlor der Gegner 3 2 3 Flugzeuge. In den Gewässern der Halbinsel wurden 16 Schiffe mit zusammen 13 600 BRT., ein Minensuchboot und 21 kleine Küstenfahrzeuge oerfenff. Zehn weitere Schiffe mittlerer Gröhe wurden durch Bombentreffer schwer beschädigt. Der über die Enge von Kertsch übersetzende Gegner erlitt hierdurch weitere schwere Verluste. Bei Sharkow bisher 447 Sowiekpanzer zerstört. Oer Wehrmachibericht. DNB. Aus dem Führerhauptquartier, 19. Mai. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Die Vernichtung der letzten Reste des Feindes auf der Halbinsel Kertsch steht vor dem Abschluß. Im Raum von Charkow wurden weitere, mit massierten Kräften geführte Angriffe des Feindes abgeschlagen, hierbei wurden am gestrigen Tage wieder 80 feindliche Panzer abgeschof- fen. weitere 31 Panzer und über 5 0 0 Fahrzeuge aller Art wurden durch die Luftwaffe außer Gefecht gesetzt. Damit hat sich die Zahl der feindlichen Panzerverluste feit Beginn dieser Kämpfe auf 447 erhöht. Im mittleren und nördlichen Abschnitt der O st front waren eigene örtliche Angriffe erfolgreich. Im rückwärtigen Gebiet des mittleren Frontabschnittes wurde eine starke bolschewistische Bande aufgerieben. In Lappland erzielten die deutschen Truppen in erbitterten Waldkämpfen gute Fortschritte. Feindliche Gegenangriffe wurden abgeroiefen. In den Gewässern der Halbinsel Kola wurde ein großes Frachtschiff durch Bombenvolltreffer so schwer beschädigt, daß mit seinem Verlust gerechnet werden kann. Luftangriffe auf Murmansk richteten erhebliche Zerstörungen im Hafengebiet an. Die Sowjets verloren in Luftkämpfen 4 5 Flugzeuge, darunter 13 hurricane. In Nordafrika griffen deutsche Kampffliegerkräfte Zelt- und Barackenlager der Briten im Raume um Tobruk sowie die Düstenbahn bei Eapuzzo erfolgreich an. lieber Malta schossen deutsche und italienische Jäger in Luftkämpfen fünf britische Flugzeuge ab. An der Südküste Englands belegten leichte Kampfflugzeuge am Tage kriegswichtige Ziele der Hafenstädte Brighton und Deal wirksam mit Bomben, hierbei wurden Treffer in Bahn- und Fabrikanlagen beobachtet. Das Ritterkreuz. Berlin, 19. Mai. (DNB.) Der Führer verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe Vor einem Fahr die Eroberung Kretas. Von Kriegsberichter Erich Geiseler. (PK.) Ein Kampf ohne Vorgang, das ist es, was auf Kreta im vorigen Jahr sich abgespielt bat — Von der Höhe eines Hügels an der Nordküste von Kreta, östlich von Ehanea, grüßt ein schönes Ehrenmal, der stürzende Adler, gewaltig und groß herab und mahnt zum Gedenken an die Kämpfer, die vor einem Jahr vom 20. Mai ab die Insel in deutsche Hände brachten. Im Zusammenwirken mit- der Luftwaffe, der ^Kriegsmarine und den Gebirgsjägern hat in den Maitagen des Jahres 1941 die neue deutsche Waffe der F a l l s ch i r m t r u p p e n ein neues Blatt im Buch der Kriegsgeschichte angefangen. Zum erstenmal erfolgte die Eroberung und Besetzung eines größeres Gebietes und dazu noch einer Insel, vorwiegend aus der Luft. Planmäßig bis ins allerkleinfte geschult und vorbereitet, kam eine Abteilung gut bewaffneter und best- ausgerüsteter Soldaten vom Himmel, senkte sich in zahllosen Wolken an blendend weißen Fallschirmen herab in die Olivenhaine und stand mit dem Augenblick, da sie den festen Boden berührte, frisch und kampfbereit dem Verteidiger gegenüber. Zwei ungeheuren Belastungsproben hat die Psyche jedes einzelnen Fallschirmjägers standgehalten: Einmal weiß er nicht, wohin er springt, wo, wie und. in welcher Tarnung ihn der Feind unten erwartet. Und das Zweite: Er wird unter Umständen von rasendem Feuer empfangen und muß durch dessen Zone physischer und seelischer Einwirkung hindurch, ohne in Deckung gehen zu können, denn das könnte ßer — vielleicht noch nicht einmal — erst auf der Erde. Auch dem Gegner auf der Erde darf ein Aushalten stärkster seelischer Belastung nicht abgesprochen werden. Denn für das MG. ist der in der Luft in Bewegung befindliche Mensch ein verhältnismäßig kleines Ziel. Aber auch bei einigem Erfolg ist doch unheimlich schnell der Augenblick da, wo die Fallschirmtruppe den Boden erreicht hat. Wer eben noch glaubte, ein sehr einseitiges Scheibenschießen machen zu können, ist dann plötzlich selbst im gutgezielten Feuer blitzschnell aufgebauter Maschinengewehre und vielleicht im nächsten Augenblick überrannt. Der Gegner, der unsere Fallschirmtruppen auf Kretas Boden erwartete, bestand in der Mehrzahl aus großgewachsenen, sehr starken und gesunden Leuten, Neuseeländern, im Kampfe tapfer und zäh. Die deutschen Fallschirmjäger sind in eine waffenstarrende Insel hineingesvrungen. Doch die Eroberung erfolgte nicht ausschließlich durch Fallschirmjäger. Ihnen standen die Gebirgsjäger- reg-imenter und nicht zuletzt die Manner der Kriegsmarine zur Seite. Denn die ganze englische Mittelmeerflotte schien sich zum Schutze Kretas versammelt zu haben. Durch das massierte Feuer dieser Kriegsschiffe hieß es, die Gebirgsjäger ' an Land zu bringen. Das war für die Kriegsmarine bei dem damaligen Mangel an Fahrzeugen im Mittelmeer und deren Zustand eine schwierige Ausgabe, die sie ohne die wirksame Unterstützung durch deutsche Kampfflugzeuge wohl kaum gelöst haben würde. Es ist unmöglich, in wenigen Sätzen die Geschichte dieser Kämpfe anzudeuten. Es ist äußerst hart ge- das Ritterkreuz an: Feldwebel Sch leef, dem als Flugzeugführer in einem Jagdgeschwader es in über 200 Feindflügen gelang, 41 Flugzeuge abzuschießen. Ferner an Major Graf von der Goltz, Bataillons-Kommandeur in einem Infanterie-Regiment, und Oberleutnant Earl, Batterieführer in einem Artillerie-Regiment. Major Grast von der Goltz zeichnete sich -südlich des Ilmensees hervorragend aus, als es dem zahlenmäßig überlegenen Gegner mit Unterstützung zahlreicher schwerer Waffen gelungen war, in die Stellungen des Bataillons einzudringen. Major Graf von der Goltz warf im Ge- genstoß die Bolschewisten aus ihren Kampfständen. Oberleutnant Earl ist es zu verdanken, daß ein Angriff, den die Bolschewisten südlich des Ladoga-Sees mit Panzern und starker Infanterie vortruaen, zer. schlagen wurde. Er brachte feine schweren Feldhaubitzen so geschickt in Stellung, daß er die heran- nahenden Sowjetpanzer in direktem Beschuß unter Feuer nehmen konnte. Trotz eigener Verwundung gelang es ihm, sieben schwere Panzer zu vernichten. * Major von Winterfeld t, der sich als Grup- penkommandeur in einem Jagdgeschwader im Balkanfeldzug das Ritterkreuz erwarb, fand den Fliegertod. Er hatte schon im ersten Weltkrieg vier feindliche Flieger abgeschossen. Im Ostseldzug^ trotz seiner 43 Jahre immer seiner Gruppe vorausfliegend, war er seinen weit jüngeren Kameraden stets ein leuchtendes VorbilG und führte sie in kühnen Tiefangriffen zu bedeutsamen Erfolgen. Er selbst schoß sechs feindliche Flugzeuge ab und zerstörte 15 am Boden. Oos Eichenlaub mit Schwertern für Leutnant Graf. Berlin, 19. Mai. (DNB.) Der Führer hak dem Leuknant Graf, Staffelkapitän in einem 3agb- geschwader, das Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz verliehen und ihm folgendes Schreiben zukommen lassen: „Im Ansehen Ihres immer bewährten Heldentums verleihe ich Ihnen anläßlich Ihres 10 4. Luftsieges als 11.Offizier der deutschen Wehrmacht das Eichentaub zum Rit- Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Ge;.: Adolf Hitler." ‘ Ferner hat der Führer dem Leutnant Dickfell> in einem Jagdgeschwader das Eichenlaub ;um Ritterkreuz verliehen und ihm folgendes Schreiben übermitteln lassen: „In dankbarer Würdigung Ihres heldenhaften Einsatzes im Kampf um die Zukunft unseres Volkes verleihe ich Ihnen als 94. Soldaten der deutjechn Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Gez.: Adolf Hitler.- kämpft worden. Erschwert wurde der Kampf durch die Teilnahme der irregeleiteten und verhetzten Bevölkerungsteile. Soweit das überhaupt möglich war, hat jeder Heckenschütze seinen unüberlegten Angriff auf deutsche Soldaten mit dem Leben bezahlen müssen. Das ist nun alles vorbei. Unweit der Gräber deutscher Fallschirmsoldaten liegen auch die der kretischen Gefallenen. Heute, beim ersten Jahrestag der Kämpfe auf Kreta, zeugen nur noch die zerschossenen Häuser von dem Hexenkessel, den die Insel damals bildete. Heute regiert in den Straßen der Städte Kretas, in denen wie überall in Europa deutsche Soldatenlieder erschallen, der Nachschub und der Neuaufbau. Dem Kampf und dem Sieg ist die Arbeit aus dem Fuße gefolgt. Doch wenn heute auf allen Dienststellen und öffentlichen Gebären der Insel die Reichskriegsflagge im Winde flattert, dann ist sie die ewig lebende Mahnung daran, daß das Ausrichten ihres Mastes über Kreta nicht ohne Opfer möglich war. Dieser Zoll an bestem deutschen Blut ist auch hier, wie an allen anderen Fronten, der stärkste und dauerhafteste Eckpfeiler für den Bestand des neuerf Europa. Oie Panzerschlacht ostwärts Charkow. Von Kriegsberichter Hans Joachim Biebrach. PK. Die Bolschewisten haben beträchtliche Truppenmassen konzentriert, ihre Divisionen, die vom Winterfeldzug arg Mitgenommen sind, aufgefüllt und — was das Neue ist: Panzerverbände zum operativen Durchbruch versammelt. Endlich wollen sie Charkow nehmen. Gegen 3 Uhr morgens flackert das Artilleriefeuer wieder auf, streut das Gelände ab, bleibt eine Weile am „Essen-Wäldchen", geht hinüber zum „Umschlagbusch", hängt an diesem Stützpunkt, springt zu jenem über. Das Feuer schwillt immer mehr an. Die Soldaten liegen in ihren Löchern und stellen am Einschlag die Kaliber fest. Schwere Artillerie bis zu 21er Kaliber ist dabei. Nun greift auch die sowjetische Luftwaffe ein. Die Erde ist ein tanzender Orkan geworden. Die Soldaten pressen sich an die Wände ihrer engen Löcher. Das Rollen wird stärker. Sie zählen ein, zwei, drei, ... sechs, acht, ... zehn, fünfzehn, achtzehn — — in derartiger Stärke sind Panzer nie aufgetreten hier. Sie rollen heran, kommen näher. Vier werden von den Panzerjägern abgeschossen im schmalen Abschnitt eines Bataillons, zwei werden mit Brandflaschen außer Gefecht gesetzt. Was aber sind sechs Panzer, wenn zwölf weitere rollen? Sie überrennen die Infanterie und stoßen weiter. Die Infanteristen warten, bis die bolschewistiscke Infanterie kommt. Gegen den Morgenhimmel heben sich die braunen Rudel ab, und nun beginnt der Kampf gegen die bolschewistische Infanterie. Stundenlang währt das Gefecht. Das Bataillon hat kaum noch schwere Waffen. Diese sind von den Panzern außer Gefecht gesetzt worden. Bis zu einem kleinen Waldstück muß sich das Bataillon zurückziehen, es kann die Stellung hier nicht halten. Ins Wäldchen haben sich auch Teile der Nachbar- ainheiten zurückgezogen. Vom Bataillon ist nur noch ein Offizier da, und Oberfeldwebel Streich, der Ritterkreuzträger. Im Wäldchen richten sie sich zur Verteidigung ein. Währenddessen rollen die bolschewistischen Angriffe pausenlos weiter. Es ist keine geschlossene deutsche Linie mehr da. Nur Stützpunkte halten sich, und die können vom Feinde nicht genommen werden, wenn er auch Panzepwelle auf Panzerwelle, Geschwader auf Geschwader seiner Luftwaffe einsetzt. Am Morgen schon, als der bolschewistische Großangriff bekannt geworden ist, haben sich deutsche Ponzer zum Gegenstoß bereitgestellt. Welliges Gelände bietet an den frontwärts gelegenen Abhängen Schutz gegen Sicht. Von fern erscheinen die in Treffen gegliederten Abteilungen wie zufällig hingeworfene graue Wollflocken. Dann aber, gegen Mittag, geht es wie ein Ruck durch die stählernen Schoren. Hügelauf und hügelab ziehen sie wie Tiere auf der Wanderung. Auch als bolschewistische Geschwader die 'Panzerbereitstellung angreifen, mit Bordwaffen und Bomben den Marsch aufhalten wollten, ziehen sie weiter. Auch als die feindliche Artillerie einen Feuervorhang zieht, der den Panzermarsch aufhalten soll, nimmt der Panzerstoß seinen Wog, bis er auf der Höhe ist, von wo man die feindlichen Panzer sehen kann, die durch die deutsche Linie stießen. Da drehen sich die Türme, und der Komps Panzer gegen Panzer beginnt. Zwei 2v-Tonner, die sich an der Flanke zagten, werden zum Abdrehen gezwungen, sechs feindliche Panzer abgeschossen, die übrigen verschwinden; ähnlich wie hier geht es jn den Gefechtsstreifon der benachbarten Panzerabteilungen. Beim Beginn der bolschewistischen Frühjahrsoffensive sind in diesem kleinen Raum bereits 37 von der Infanterie und Panzerkampfwagen vernichtete sowjetische Panzer gemeldet. Der erste Durchbruchsversuch gegen Charkow ist gestoppt für Stunden. Aber wären es deutsche Panzer, die sich zufriedengeben würden, den Anorlsf gestoppt zu haben? Wären es deutsche Infanteristen, die nicht unter allen Umständen versuchen würden, den verlorenen Stützpunkt wiederzugewinnen? Es ist Nachrnittaa geworden. Dom Süden her meldet eine andere Einheit die Einnahme eines im Gegenstoß wiedergewonnenen Stützpunktes. Die Infanterie gruppiert sich neu. Am Essenwäldchen vorbei stößt sie gegen den verlorenen Stützpunkt vor. Zwischen dem Stutzpunkt und dem freien Gelände, das der Feind einsehen kann, zieht sich die langgestreckte Höhe, der „Windmühlen-Hügel", und während die Panzer frontal auf den Stützpunkt zu- rollen, eingedeckt von der feindlichen Artillerie, bolschewistischer Infanterie, Maschinengewehrnester, Granatwerfer' um Granatwerfer außer Gefecht setzend, hier vorstoßend, da zurückgehend, ein Rudel bildend, sich verbreiternd, sich verengend, stellen sich die Infanteristen im Schutze des Windmühlenhügels zum Angriff bereit. Dann folgt der Stoß. Ueber den Windmühlenhügel geht es in kurzem Satz hinüber, hinein in die Ortschaft. Im Kamps Mann gegen Mann werden die Bolschewisten geworfen, Schützen sind dabei und Infanteristen, und die Panzer gehen voran. An dem sumpfigen Grund des Baches, der den Flecken durchzieht, gab es einen kleinen Halt. Ein Panzer sank ein. Wozu aber sind die Panzerpioniere da? Im Ru ist die Brücke geschlagen. Der Angriff kann weiter rollen. Vergeblich versucht die feindliche Artillerie den wiedergewonnenen Stützpunkt auszuschießen. Die Infanterie hat sich hier eingenistet, hat die Löcher besetzt. Nach rückwärts ziehen die Gefangenen, ziehen ihre Straße, verschmutzt, müde, uninteressiert. Nach vorne aber rollt der Angriff unserer Panzer, marschiert die Infanterie. Oie wahre Stimmung in dey USA. Lissabon, 19. Mai. (Europapreß.) Einen ungewöhnlich sachlichen Bericht über die Einstellung des USA.-Volkes zum Krieg seines Präsidenten veröffentlicht der Londoner „Daily Sketch" aus Neuyork. Darin heißt es" „Der Durchschnitts-Nordamerikaner glaubte nicht daran, daß die USA. in den Krieg verwickelt würden. Die Kosten, die er für diese Fehlspekulation zahlen muß, werden sich als die h ö ch st e n in der Menschheitsgeschichte erweisen." Seit 7. Dezember hätten sich die Amerikaner mit einer Mischung von Niedergeschlagenheit und Ergebung in die Entbehrungen des Krieges gefügt, heißt es weiter in dem Bericht. Es habe keine der Kundgebungen stattgefunden, die sonst in den USA. üblich seien, keine Truppenparaden, keine marschierenden Regimenter mit einem Mädchen an der Spitze als Tambourmajor, wie das früher die Besonderheit der USA. war. Die Stimmung soll jetzt mit Schlagworten aufgemöbelt werden. Es gibt Millionen Amateurstrategen in den USA., welche alles wissen und bereit sind, Churchill, Marshall und MacArthur Über die raschesten Möglichkeiten, den Krieg zu gewinnen, zu unterrichten. Sie sind derart eifrig, darzulegen, was der alliierte Generalstab tun soll und was nicht, daß eine Reihe von Gasthäusern bereits dazu Übergegangen sind, Papiertischtücher mit aufgedruckten Landkarten aufzulegen, um die Tischwäsche zu schonen. MacArthur ist der überall gefeierte Kriegsheld der USA.: in Los Angeles hat man einen Cocktail nach ihm benannt, in Neuyork einen Lippenstift, in New Orleans ein belegtes . Brot. In mindestens ‘20 Städten tragen Straßen feinen Namen und vier von fünf Babys, die in den USA. zur Welt kommen, werden MacArthur getauft. Aber in den breiten Schichten der USA.-Bevölkerung erwartet man von diesem Krieg weder Ruhm noch Aus der Lebeusgefchichte unseres Eßbestecks. Von N. Linnekogel. Don allen Dienern war der Löffel der treueste. Durch feinen Tod rettete er mir das Leben. Und wenn man mich fragen würde, welchen Teil unseres Eßbestecks ich für den unentbehrlichsten halte, ich würde ohne Zögern antworten: den Löffel. Er entglitt meinen Händen und schlitterte wie ein Schi die Böschung auf die Straße hinunter. Um ihn davor zu bewahren, sein Leben unter den Rädern eines Lastwagens einzubüßen, sauste ich ihm nach. Im selben Augenblick verirrte sich ein- russisches Geschoß in unsere Nähe, und der Baumstamm, den ich mir als Rückenlehne während des Essens aus- ersehen hatte, war von Splittern besät. Aber auch der Löffel war hin, da mein Rettungsversuch mißglückte. Mich brachte das in Verlegenheit, denn was fängt der Soldat mit dem Löffel nicht alles an. Es gibt neben dem Eintopf der Feldküche Nichts, was man damit nicht essen könnte. Kartoffeln lassen sich damit wunderbar schälen, durch Anschärfen des breiten Endes konnte ich den Stil sogar zum Brotschneiden verwenden. Groß muß der Löffel sein, um so schneller geht das Essen, und das kann im Einsatz manchmal nicht schnell genug gehen. Mit einem dreiteiligen Eßbesteck kann man beim Vormarsch nichts an fangen, aber der Löffel, der wird von jedem Landser sorgsam verwahrt. * Was den Europäer am meisten verwundert, wenn er auf einer Orientreise von einem Araber zum Essen eingeladen wird, ist, daß es hier nicht nur erlaubt, sondern sogar mangels Bestecks notwendig ist, mit den Fingern zu essen. Erst werden Schalen zum Fingerwaschen aufgestellt — soweit Wasser vorhanden ist —, dann formt man von dem in einer Schale gehäuften Reisberg Shigeln und befördert diese mit einer schnellen Bewegung in den Mund. Soße wird mit Hilfe eines Stückes der flachen Brotfladen auf» getunkt. Das Essen mit den Fingern erscheint gar nicht unmanierlich, und unsere Verwunderung besteht nicht zu Recht, denn es ist noch gar nicht jo lange her, seit sich in Europa das heutige, vollständige Eßbesteck einbürgerte. Unser Löffel war in der Frühzeit ein reines Schöpfgerät. Da hatte einst ein Ureinwohner herausgefunden, daß es sich mit einem Stück Rinde ober durch die Natur gehöhlten Holz viel leichter schöpfen läßt. Schließlich schnitzte er mit Hilfe des Steinmessers sich selbst einen solchen Ersatz der hohlen Hand, und der Löffel war erfunden. In der Steinzeit hatte der Mensch schon Löffel aus Horn, Ton ober Holz. Die Griechen benutzte den Löffel zu Tisch nur als Schöpfgerät. Der Römer hatte schon brei Löffel arten, darunter einen Eierlöffel und einen für die Suppe. Im Mittelalter war der Tischlöffel im heutigen Sinn noch ein Luxusgerät. Benutzte man ihn, so flüsterten böse Nachbarn: sind die Leute eingebildet, sie nehmen Löffel zum Mittagessen! Im 17. Jahrhundert brach jedoch plötzlich eine wahre Löffelepidemie in Europa aus. Die Holländer benutzten bei einer Mahlzeit acht bis zehn verschiedene Löffel, und wenn Gäste geladen waren, so wurde, ehe sie gingen, sorgfältig nachgezählt, ob auch keiner einen eingesteckt hatte. ♦ Wer Eskimos schon mal im Film sah, der wird einen leichten Schauder bekommen haben. Da wird in ein Stück Seehund fleisch hineingebissen und dgs Messer an den Lippen vorbeigezogen, damit das Stück die mundgerechte Größe erhält. Das Messer war immer schon Universalgerät, man aß damit und wehrte sich auch seiner Haut, man befestigte es an einer Stange und jagte mit diesem Speer. Mit den Messern, die unsere Vorfahren der Steinzeit aus einem Feuersteinbrocken verfertigten, haben sie sich sogar zu rasieren versucht. Als fpäfer auf den Tafeln der mittelalterlichen Fürsten sich die Hirschrücken und Rehkeulen, Fasanen und anderes Ge- flüge-l zu Bergen türmten, da wurden die Messer immer wichtiger. Das Vor schneiden wurde bei Hof ein eigenes Amt. Eine alte Vorschrift besagt, daß eine auf der Gabel aufgespießte gebratene Gans mit 20 Schnitten in freier Lust au zerlegen war. Aus dem Zerlegemesser wurde bann das Tischmesser. Bei manchen Bauern wird dieses noch heute nicht in der Schublade aufbewahrt, sondern jeder läßt sein Messer an seinem Platz in einem schmalen Spalt unter der Tischkante verschwinden. Das jüngste Eßgerät ist die Gabel. Den Natur- Front und Heimat unter einem Gesetz. Gauleiter uni» Reichsstatthalter Sprenger vor Arbeitern in der Wetterau. NSG. Dor über tausend Arbeitern und Arbeiterinnen eines Betriebes sprach Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger in Wölfersheim üoer Haltung und Handeln der Heimat auf dem Wege zum Siege. Ausgehend non-Der mit der jüngsten Offensive auf der Krim bewiesenen ungebrochenen Kraft des deutschen Angriffsgeistes erläuterte der Gauleiter die dem deutschen Volke zu Gebote stehenden Chancen im Kampf einer Welt der Ordnung und Arbeit gegen jene der Sklavenhalterei. Anschaulich schilderte Der Gauleiter die Abwehr, den durch die national- sozialistische Bewegung entfachten Widerstandswillen gegen diesen ersten Versklaoungsversuch. Wenn nach der Machtübernahme durch Adolf Hitler der Beweis erbracht wurde, daß nichtdas Geld, sondern allein die Arbeit die erste Macht dieser Welt ist, so wissen wir auch im gegenwärtigen Geschehen, daß es für die Rüstungsproduktion mit der Bewil- licyung von Milliarden allein nicht getan ist. Der Erfolg hängt vielmehr von der durch die Arbeit erbrachten L e i st u n g ab, deren Vorsprung das Reich unter Einsatz aller Reserven des Kontinents zu halten wissen wird. Mit ganzer Eindringlichkeit und tiefem Ernst zeigte der Gauleiter dann, um was es in diesem Kampf unseres Volke im letzten Grunde gehe. „Ein siegreicher Bolschewist wird nicht fragen: Bist du Protestant oder Katholik, Arbeiter, Bauer ober Angestellter — sondern einzig und allein die Frage stellen: Bist du ein Deutscher. Dann aber bist du seinem Todesurteil verfallen", so führte der Gauleiter aus. Somit also werde dieser Krieg für das Leben unseres Volkes und damit für das Leben jedes einzelnen von uns geführt. Eingehend behandelte der Gauleiter bann in einem Appell an die Heimat die verschiedensten, zur Aufrechterhaltung unseres Gemeinschaftslebens nach dem Prinzip der Gerechtigkeit alsdann kriegsbedingte Führungs- und Verwaltungsmaßnahmen. „Front und Heimat", so schloß er. feine des öfteren von Beifall unterbrochenen Ausführungen, „kämpfen und arbeiten unter dem gleichen Gesetz. Mit dem Blick auf die gebrachten Opfer, auf das heldische Sterben der gefallenen Kameraden und unseren Führer Adolf Hitler, der dafür sorgt, daß alle je für das Reick gebrachten Opfer nicht umsonst gewesen sind, marschiert auch die Heimat mit harter aber willig erfüllter Arbeit vorwärts zum Sieg!" Frankfurt, die Stadt der deutschen Cherme Kriegsarbeitstagung der OCCHCMA. In Frankfurt a.M. wurde die Kriegsarbettsta- gung der DECHEMA. (Deutsche Gesellschaft für chemisches Apparatewesen — Arbeitskreis im NS.- Bund Deutscher Technik und der Fachgruppe Apparatebau der Wirtschaftsgruppe Maschinenbau) eröffnet. Direktor Dr. Jähne, Frankfurt/Höchst, erklärte als 2. Vorsitzender, wie schon auf der ersten Kriegsarbeitstagung in Breslau fei auch diesmal das Verhandlungsthema „Neuere Entwicklungen auf dem Gebiete der Werkstoffe für den chemischen Apparatebau". Vor allem soll darüber Aufschluß gegeben werden, daß die zur Verfügung stehenden Werkstoffe, die für den Bau der in der chemischen Technik benötigten Maschinen und Apparate neu entwickelt wurden, in vielen Fällen den althergebrachten Werkstoffen überlegen siyd. Der Präsident der Industrie- und Handelskammer für das Rein-Main-Gebiet, Prof. Dr. L ü e r, Frankfurt a. M., hielt dann einen Vortrag über „Die Aufgaben der deutschen Industrie im europäischen Raum". Oberbürgermeister Staatsrat Dr. Krebs, Frankfurt a. M., gab eine Schilderung des Entstehens der chemischen Industrie im Rhein-Main- Gebiet, die Bedeutung Frankfurts als Heimat und Tätigkeitsgebiet so manchen großen Chemikers. 1887 wurde hier der Verein Deutscher Chemiker gegründet und damit erstmals der Gedanke der planvollen Gemeinschaftsarbeit auf dem Gebiete der Chemie in die Tat umgesetzt. 1939 verlegte die DECHEMA. ihren Sitz von Berlin nach Frankfurt. In Ergänzung der Kaiser-Wilhelm-Jnstitute und Hochschul- mftitute sollen nun von der Reichsfachgruppe Chemie des NSBDT. Forfchungs- und Beratungsstätten für die einzelnen Fachrichtungen der Chemie geschaffen werden, die ausschließlich der unmittelbaren Forderung der Tagesarbeit sich widmen. Die Reicksfachgruppe Chemie des NSBDT. zusammen mit dem Verein Deutscher Chemiker werden noch im Laufe dieses Jahres nach Frankfurt a. M. übersiedeln, wo ihnen bis zur Errichtung eines neuen Kaufes der Chemie^ das in der Bockenheimer Landstraße 10 gelegene Palais als vorläufiges Haus der Chemie zur Verfügung gestellt wird. Die Deutsche Bunsengesellschaft für angewandte physikalische Chemie ist ebenfalls entschlossen, ihren Sitz nach Frankfurt a. M. zu verlegen, darüber hinaus werden alle maßgeblichen Vereinigungen, Verbände und Einrichtungen auf dem Gebiete der Chemie in Frankfurt ihre Heimstätte finden. In diesem Zusammenhang stattete Oberbürgermeister Dr. Krebs den Dank der Stadt Frankfurt a. M. ab durch Zueignung der Goethe-Plakette der Stadt Frankfurt a. M. an den anwesenden Altmeister der Geschichte der Chemie, Sr. Exz. Prof. Dr. Walden, Rostock, der Ernennung von Staatsrat Dr. S ch i e b e r zum Ehrenbürger der Frankfurter Universität, der lieber« reichung einer Ehrengabe der Stadt Frankfurt a. M. an den Geschäftsführer der DECHEMA., Dr. B ret- sch n e i d e r, Frankfurt a. M., und des EhreNrmgs Der Stadt des deutschen Handwerks an Prof. Dr. Stier. Am Nachmittag begannen die wissenschaftlichen Vorträge, die auch am Mittwoch noch fortgesetzt werden. Reichtum, denn bereits jetzt weiß man, daß die Kosten dieses Krieges alle Ausgaben überfteigen, welche jemals von den USA.-Regierungen in der ganzen Zeit von George Washington bis Pearl Harbour gemacht worden sind. Roosevelts panama-Geschäst. Wie wir gestern schon gemeldet haben, ist die Republik Panama von Roosevelts Truppen besetzt worden. Die nur 75 000 Quadratkilometer große und etwa 635 000 Einwohner zählende Republik Panama verdankt bereits ihre Entstehung dem imperialistischen Ausdehnungsdrang der Vereinigten Staaten, die im Jahre 1903 einen Putsch inszenierten, um. das Gebiet der strategisch wichtigen Landenge von Kolumbien abzutrennen. Das so entstandene unnatürliche Staatsgebilde geriet naturgemäß von Anfang an unter die vollständige politische und wirtschaftliche Abhängigkeit der U S A., die das unmittelbar am Kanal gelegene Gebiet Panamas als „K a n a l z o n e" unter eigene Verwaltung nahmen und durch mehrere „Freundschaftsvertäge" ihren Einfluß immer ftär- ter zu verankern verstanden. Panama erklärte unter Völkern ist sie völlig unbekannt, mit Ausnahme der Fidschiinsulaner in der Südsee. Als im Südsee - parMes nach einem Beutezug noch Menschen gefressen wurden,' da durfte dieses kostbare Fleisch beileibe nicht wie üblich mit den Fingern zum Mund geführt werden, dazu benutzte man vielmehr lange Holzgabeln. Im Altertum ersetzten die Finger bei Disch die Gabel. Wenn es nach der Kirche gegangen märe, so gäbe es noch heute in Frankreich keine Gabeln. Die Diener der Kirche eiferten im Mittelalter von der Kanzel herunter gegen diesen weltlichen LSxus. Noch Luther war fein Freund der Gabel bei Tisch, er meinte, ihre Zinken machten gleich drei Löcher ins Tischtuch. — Die Gabel, die schließlich aus der Äüdye ins Eßzimmer gelangte und tischfähig wurde, war damals noch dreizinkig. Vier Zinken sind erst eine Errungenschaft der Neuzeit. Als der Fürst von Medici einem Messerschmiede den Auftrag gab, ein Eßbesteck aus Messer, Gabel und Löffel zu schaffen, war das Mittelalter vorüber. Wer es sich leisten konnte, mußte sich nun ein eigenes Besteck anfertigen lassen, denn wie der Soldat noch heute, fo mußte früher jeder fein Besteck zum Essen mit- bringen, niemand dachte bei einem Gastmahl Daran, Den zu Tisch geladenen Gästen Bestecke vorzulegen. Auch auf Reisen führte man sein Eßbesteck in einem Lederköcher am Gürtel mit. Erst um 1800 bürgerte sich die Sitte ein, den Gästen auch Bestecke zur Verfügung zu stellen. Aber erst als das Auswalzen eiserner Gabeln erfunden war, lernten die europäischen Völker allgemein Messer, Gabeln und Löffel nebeneinander zu benutzen. Zeitschristen. — Das Sommerheft der „M o d e n w e l t" (im Deutschen Verlag, Berlin) zeigt reizende, neue Modelle für die Sommerzeit. Es gibt luftige, leichte Kleidung mit und ohne Jacken, weiße und bunte Sommerkleider, Sportliches für Sonne und Wasser, neue Blusen, Modelle für nicht ganz Schlanke und hübsche Vorschläge für Dirndl. Ein Bildbericht beschäftigt sich mit schneidertechnischen Feinheiten. Neuartige Tageskleider wechseln ab mit eleganten Nachmittagskleidern. Auch für Kinder macht die „Modenwelt" wieder viele praktische Vorschläge. diesen Umständen bereits im er st en Weltkrieg an Deutschland den Krieg und steht auch jetzt als willenloses Werkzeug Roosevelts in der Reihe der Feinde Der Dreimächtestaaten. Die nunmehr vertraglich festgelegte Besetzung Panamäs durch USA.-Truppen zieht einen Schlußstrich unter eine Entwicklung, gegen Die der tatkräftige Präsident Arias vergeblich anzukämpfen suchte, bis er Anfang Oktober 1941 einem von Washington angezettelten Putsch weichen mußte. Jetzt hat Roosevelt sich von dessen willfährigem Nachfolger bescheinigen lassen, daß Panama zu einer USA.-Provinz geworden ist. Das war Roosevelts Ziel. Dasselbe Schicksal erwartet alle, die da glauben, sich dem Schutz der USA. unterstellen zu sollen. Kritik an Churchill. Stockholm, 20. Mai. (Europapreß.) Im britischen Unterhaus kam es zu schweren Angriffen gegen Churchill. Eine Rsche von Abgeordneten hatte an die Regierung Fragen gerichtet, Churchill hatte es jedoch oorgewgen, sich durch seinen Stellvertreter Aktie e verteidigen zu lassen. Dieser versuchte die hoffnungslose Lage in Ostasien mit dem Hinweis zu Das indische Wildschwein. Graf Bertil Stratton, ein ausgezeichneter Naturforscher und leidenschaftlicher Jäger, der kürzlich nach Schweden zurtickgekehrt ist, nachdem er zwei Jahre in Indien und Afrika Großwild gejagt hatte, erklärte auf Grund feiner Erfahrungen, daß das gefährlichste und angriffslustiaste Tier Der Erde wahrscheinlich Das indische Wildschwein fei. Der Löwe und Der Tiger machen, wenn sie nicht vom Hunger ange- trieben werden, häufig kehrt, wenn sie ein anderes Tier sehen. Das tut Das inDische Wildschwein nie, sondern es stürzt sich, besonders wenn es ein männlicher Einzelgänger ist, wie besessen sofort auf fein Gegenüber, gleichviel ob es ein Mensch oder irgendein anderes Tier ist, und greift schnell wie Der Blitz und mit Der Gewalt eines Geschosses an. Kriegerisch veranlagt unD mit einer unglaublichen Kraft und Lebendigkeit ausgestattet, gebraucht es feine Hauer, Die 10 bis 12 cm lang sind und eine schneidend scharfe Spitze haben. In Aldekabad in Mittelindien war Graf Stratton Zeuge eines furchtbaren Kampfes, den ein Wildschwein mit einem Leopardenpaar ausfocht. Der Kampf dauerte über eine halbe Stunde und war entsetzlich. Wie immer war es das Wildschwein, das die Feindseligkeiten eröffnete, indem es wie verrückt Den weiblichen Leoparden anfiel. Dem es mit einem einzigen Stoß die ganze Seite aufriß. Jetzt griff der männliche Leopard seinerseits das Wildschwein an, und dieses mußte sich sehr seiner Haut wehren, obwohl das Weibchen sofort völlig kampfunfähig geworden war, die Eingeweide traten aus dem Innern hervor, und es verendete in kürzester Frist. Dem Leoparden, der erschreckend brüllte, war es gelungen, sich an den Hals des Wildschweins zu klammern, und die beiden wilden Tiere rollten in einem unbeschreiblichen Durcheinander über den Erdboden. Der Leopard verlor dabei Blut aus Wunden, die schwerer zu fein schienen als die, die er dem Gegner bei- gebrarfjt hatte. Schließlich gelang es dem Wildschwein, mit einem starken Schütteln sich von dem Leoparden zu befreien, der durch einen Gewehrschuß Des Jägers getötet wurde, aber auch Das Wildschwein stürzte wenige Augenblicke später zusammen. Q K, er» e Direktor. „warum die untersetzte Figur. Lanos lächelte ein wenig und ELAST O^ORN^ Lustfel-post für die Ostfront Genau die 10-Sramm-Sewichtogrenze einhalten! Der seit kurzem eingerichtete Luftfeldpostüienst, der bekanntlich der rascheren Uebermittlung kurzer und wichtiger Nachrichten zwischen Ostfront und Heimat dienen soll, wurde allgemein freudig begrüßt. Aber schon haben sich mancherlei Unstimmigkeiten ergeben, weil zahlreiche Briefe wegen Nichtbeachtung der Bestimmungen an die Absender wieder zurückgegeben werden muhten. Wie die zuständigen Stellen mitteilen, können etwa 25 v. H. aller Sendungen mit dem Flugdienst nicht befördert werden, weil sie schwerer sind als 10 Gramm. Das geringe Uebergewicht eines einzelnen Briefes würde an und für sich nichts bedeuten. Alle diese Ueber- gewichte zusammen aber ergeben bei den vielen Tausenden von Briefen ein großes Mehrgewicht. Dadurch würde die Durchführbarkeit des Luftfeldpostdienstes in Frage gestellt. Es ist deshalb keine pedantische Engherzigkeit der Postdienststellen, wenn Briefe selbst bei geringer Ueberschreitung des Höchstgewichtes — handele es sich auch nur um 1 Gramm! — zurückgewiesen werden. Das Höchstgewicht darf, unter keinen Umständen überschritten werden. Folgende Winke werden zur Beachtung besonders einpfohlen: Man verwende Postkarten, Kartenbriefe, leichte Umschläge und möglichst dünnes Papier. Es ist besser, wenn eine Flugpostsendung nur 8 Gramm wiegt, dann kann es nämlich nicht vorkommen, daß beim Nachwiegen mit einer genauen Waage ein Gewicht von 11 Gramm festgestellt wird und der Brief zurückgewiesen werden muß. Die Postanstalten können auch nicht seden Brief vor dem Abstempeln nachwiegen. Für abgestempelte Marken auf zu schweren Briefen kann auch kein Ersatz geleistet werden, weil die Postanstalten derartige Marken nicht besitzen. Es ist deshalb im eigensten Interesse der Absender geboten, sich genau an die Bestimmungen zu halten. Ebenso ist darauf zu achten, daß jeder Brief einwandfrei als Luftfeldpost zu kennzeichnen ist. Au diesem Zweck zieht man mit Rotstift diagonale Striche über den ganzen Brief, also von der linken unteren Ecke zur rechten oberen und von der linken oberen Ecke zur rechten unteren und unterstreicht die Bezeichnung „Luftfeldpost" über der Adresse ebenfalls mit Rotstift. Sammlung wertvoller Feldpostbriefe. Briefe von Angehörigen, aber auch von Freunden, Arbeitskameraden und Kriegerkameradschaftsmitgliedern, die im Felde stehen, sind oft wichtig für eine Verwendung, die noch in diesem Kriege wie in späterer Zeit unserem Volke dienen soll. Der NS.« Reichskriegerbund ruft deshalb seine Mitglieder sowie deren Familienangehörige auf, sich an einer großzügigen Sammlung von wertvollen Feldpost- red ung. „Was haben die denn nur? „Wer?" rief Wenig ziemlich laut „Pst", machte Kräger, „Lanos, der gesuchte Lanos, der Kerl steht da und tut, als sei er nur allein auf der Welt. Er steht den Willis zu und schlägt mit der Fußspitze den Takt." Wenig verschwand und erschien in der entgegenlos sein?" Kräger rannte hinter der Bühne herum, um nachzusehen. Nach zwei Minuten stand er keuchend vor dem Direktor. „Nun?" „Der Teufel soll den Menschen holen", stieß er erregt hervor. „Wissen Sie, wer da drüben in der Kulisse steht?" „Wer denn?" fragte Berthold. „Lanos!" Von Hühneraugen befrei) Sie rasch die Elasiocorn- Pflasierbinde. Gleich nach dem Auflegen lassen die siechenden Schmerzen nach. Die Ausbildungsbn'hilfe Neufassung der Vorschriften. entschuldigen, daß es „offensichtlich unmöglich" für England sei, ausreichende Stteitkräfte an jedem Punkt zur Verfügung zu stellen, und daß es ebenso wenig ratsam sei, den größten Teil der englischen Stteitkräfte in einem bestimmten Gebiet zu konzentrieren, ehe Japan sein Hauptziel verraten habe. „Wir müssen aushalten", so klagte Attlee, ,chis mir unsere Stärke in der Lust, auf dem Wasser und zu Lande wiedergewinnen können." — Die verbündeten Nationen befänden sich augenblicklich in einer Art von Pause, bevor der Sommerfeldzug vollständig über sie hereinbreche. Wenn Attlee zum Schluß die ungeheuren Entfernungen zwischen Murmansk, Afrika und Ostasien unterstrich, die alle des Schutzes durch Seestreitkräfte bedürften, und feststellte, daß jede Bewegung von Transportproblemen abhänge, so war dies für das Unterhaus wenig ermutigend. Attlees gewundene Erklärungen veranlaßten denn auch die Interpellanten, die sich aus allen Parteien, auch aus dem Lager der Konservativen, zusammensetzten, zu Enttüstungsstürmen gegen Churchill, von dem sie immer wieder lautrufend forderten, er möge endlich vor dem Unterhaus „Lieber Herr Direktor", flüsterte Wenig, „was Ihnen Ihre Vorstellung ist, das ist mir mein Fall. ! Ich bin verantwortlich, daß der Fall geklärt wird und kann da keine Rücksichten nehmen. Ich habe < Ihnen die Norodna gelassen, damit Sie Ihre Vor- I stellung durchführen können, ich meine, das ist i doch Rücksicht genug." : „So treten Sie wenigstens hinter mich , bat der Direktor, „Damit die Norodna Sie nicht sieht, sonst । wird sie noch ganz verrückt." Wenig tat ihm den Gefallen. Die drei Willis saßen jetzt auf Stuhllehnen, jeder mit einem Instrument bewaffnet, und produzierten sich als Musikal-Clowns, während die No- rodna tanzte. Petersen hatte die Aufgabe, immer daneben zu spielen. Er spielte mitten im Stück plötzlich Läufe oder blies den tiefften Baß auf seinem Saxophon, und doch waren diese Variationen harmonisch und fügten sich in die Musik ein. Beim Finale stiegen sie polternd von den Stühlen herab, und diese Polterschritte -ersetzten die Pautenschläge des Or- chesters. , ' Während sie die Stühle fortraumten, verschwand die Norodna hinter einer spanischen Wand, die so beleuchtet war, daß man die Formen ihres Kör» pers durchschimmern sah. Welt und Willis bauten das Trampolin auf, während sich Petersen damit vergnügte, einige Saltos zu schlagen. Hierbei । mußte das Orchester achtgeden, daß der Paukenschlag immer dann kam, wenn Petersen mit den Füßen wieder zur Erde kam. Jetzt hatten Welt und Willis den Aufbau vollendet und steppten aufeinander zu, während Petersen die Schießscheiben und Gegenstände für den Kunstschießakt der Norodna aufbaute. Die Norodna hatte ihre Toilette vollendet und trat hervor, um gleich darauf in wilden Wirbeln über die Bühne zu ian-en iLvenlg verfcywlluv unv m wi Ein' Tonzakt sollt- ii)ren Auftritt als Kunst- gesetzten Kulisse hin!« Lanos. Er sah von hinten schützin emleiten, während Petersen hinter di- die graumelierten Schlafen, das kräftige Kinn und Kulisse ging, um die Flinte zu holen. . «-»»« Warnung aus Stendal Roman von A.Lothar Philipp . 34. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „3a — um alles in der Welt —", rief der Direktor, „was hat sie denn verbrochen?" „Es handelt sich um die Sache Lanos. Sie hat eine falsche Aussage gemacht und scheint nach den neuesten Ermittlungen mehr von der Sache zu wissen, als sie zugegeben hat. Bitte, kommen Sie. Sie gingen durch die Korridore zum Buhnenraum, wo sie sich an die Kulisse stellten und von dort den Auftritt der drei Willis gut beobachten konnten. ", an • t u Die Szene war in vollem Gange. Wenig beob- achtete, daß Willis ernst war, daß sich Welt mit gerunzelter Sticn auf seine Aufgaben zu konzentrieren schien, während Petersen mit freundlichem Lächeln, frech, leicht und elegant wie immer, feine Späße machte. Die Norodna tänzelte in ihrem neuen Kostüm zwischen ihnen und fügte sich gut ein. Sah sie zum Publikum, so lächelte sie, drehte sie sich jedoch um, so warf sie Willis bedeutsame Blicke zu. Wenig glaubte gesehen zu haben wie sie Willis hin und wieder ein Wort zuslusterte. Und dann sah ihr Gesicht alt und häßlich aus und von den Mundwinkeln aus zogen sich tiefe galten nach abwärts. . .. _ Direktor Berthold sah Willis in ängstlicher Spannung zu. Er fürchtete irgendeinen Zusammenbruch und erkannte recht gut, daß sie alle — mit Ausnahme vielleicht von Petersen — unter irgendeinem Zwang arbeiteten und sich verzweifelt bemühten, ihre Nummer durchzuhalten „Mein Gott", stöhnte er und wischte sich den Schweiß von der Stirn, „wenn das nur gutgeht. Und gerade heute muß das kommen, wo wir un,ere Jubilaumsvorstellung haben. Hätten Sie nicht lieber morgen kommen können? fragte er vorwurfsvoll den Kriminalrat. der sprechen und handeln. In dieser großen Zeit, die auch vom letzten von uns den ganzen Einsatz der Persönlichkeit fordert, gibt es keinen, der geringer an der Last zu tragen hätte. Aber es steht nicht jedem im Gesicht geschrieben, was er schon in diesem Kampf geopfert hat. Und wie viele sind unter ihnen, die den Mann, den Vater oder den Sohn für die Zukunft unseres Volkes hingegeben haben. Niemand weiß, wer ihm zur Seite geht. Diese Tatsache zwingt uns zur Höflichkeit auch dort, wo sie uns übertrieben erscheint. Geben wir einen Schuß Liebe bei, dann wird sie immer angenehm empfunden werden. Die Höflichkeit ist wie eine schmerzlindernde Medizin. Sie macht den, dem sie freundlich und unbetont dargebracht wird, froher und aufgeschlossener, sie ist wie ein kameradschaftlicher Händedruck. Denn das ist ja das Wesen einer gewinnenden Höflichkeit, daß sie aus dem Herzen kommt und zum Herzen sprechen soll. Auch die anerzogene! Denn sonst blerbt sie am Ende doch nur „Galanterie", die im Grunde kalt läßt. Anstandsregeln und Höflichkeitsformen kann man erlernen und, sofern man Talent dazu hat, auch damit glänzen. Mit Phrasen allein aber wird keine Freundschaft geschlossen. Die innere Bereitschaft und der gute Wille, sie beide erst geben der Höflichkeit den bereichernden Inhalt. Der Unhöfliche verachtet, der Höfliche achtet. Und der Letztere wird geachtet! Tim. Sprechstunde des Kreisleiters. Die Sprechstunde des Kreisleiters findet am Donnerstag, dem 21. Mai 1942, von 15 bis 17 Uhr in Gießen, Lonyfttaße 18, statt. Amt für Agrarpolitik. Die Sprechstunde des Amtes für Agrarpolitik findet am Donnerstag, dem 21. Mai 1942, von 15 bis 17 Uhr in Gießen, Lonyfttaße 18, statt. Verduvkelungszeit: 20. Mai von 22.18 bis 4.48 Uhr. briefen zu beteiligen. Es kommen Briefe aus allen Feldzügen feit 1939 in Betracht, also auch noch Briefe vom Polen feldzug, vom Westwall, aus Nor- wegen, Frankreich, Afrika, vom Balkan, aus der Sowjetunion und selbstverständlich auch vom See- und Luftkrieg. Von besonderem Interesse für die Sammlung sind solche Briefe, die lebendige und an- schädliche Schilderungen des gesamten Lebens an und hinter der Front, auch auf dem Transport, im Quartier und im Lazarett, enthalten. Der Nachdruck soll dabei nicht so sehr auf eigentlichen Kampfhandlungen, als vielmehr auf dem menschlichen Erlebnis liegen. Besonders ist auch an Feldpostbriefe gedacht, aus denen ganz allgemein die vorbildliche Haltung eines tapferen und soldatischen Geistes oder die Verbundenheit der Väter und Söhne im gegenwärtigen Kriege spricht. Auch ein Auszug eines Briefes kann wichtig fein. Die Briefe sollen möglichst in Abschrift eingesandt werden. Wo das nicht möglich ist, gehen die Originale dem Einsender wieder zu. Die Einsendungen werden erbeten: An die Feldbriefsammlüng der „Reichskriegerzeitung", Berlin \V 30. Handels-und Sewerbebank e.S.m.b.H. Gießen. Die Bank hielt am gestrigen Dienstagabend unter Leitung ihres Aufsichtsratsoorsitzenden, Amtsgerichtsrat Gros, ihre 83. ordentliche Generalversammlung ab. Der Vorsitzende streifte einleitend die politischen und wirtschaftlichen Geschehnisse des abgelaufenen Jahres und stellte die günstige Entwicklung der Genossenschaft fest. Er hob die Leistungen der Gefolgschaft hervor und dankte für ihre treue Mitarbeit. Direktor Arnold erstattete den Geschäftsbericht. Im März 1938 verwirklichte die Reichsregierung ein soziales Vorhaben von säkularer Bedeutung: die Ausbildungsbeihilfe für kinderreiche Familien, dis die Eltern der Sorge enthob, daß die Kosten einer kinderreichen Familie die Mittel für die Ausbildung der Kinder aufzehren und die Kinder deshalb gegenüber den Söhnen und Töchtern wenia kinderreicher Eltern ins Hintertreffen geraten lassen könnten. Durch die Einrichtung der Ausbildungsbeihilfe ist schon viel Segen gestiftet worden. Der Krieg hat die Neufassung der Vorschriften erforderlich gemacht. Im Reichssteuerblatt Nr. 23 ist nun die Verordnung in neuer Fassung erschienen. Diese neue Fassung tritt an die Stelle der Richtlinien vom März 1938 und auch an die Stelle der Etnzelerlasse/ die zur Auslegung der damaligen Vorschriften bis heute erlassen worden sind, so daß für die Ausbildungsbeihilfe jetzt nur noch der neue Erlaß Gültigkeit besitzt. Als Grundsatz für die Ausbildungs'beihilfe bleibt die Vorschrift aus dem Jahre 1938 bestehen, daß nur an Familien mit vier und mehr mit zu zählenden Kindern die Ausbildunasbeihilfe gewährt wird, und zwar für alle beihilfefähigen Kinder, wobei das Einkommen und das Vermögen des Anttagftellers und der Kinder für die Gewährung der Ausbildungsbeihilfe ohne Bedeutung sind. Ferner ist der Grundsatz erhalten geblieben, daß die Beihilfe nur zum Schulbesuch gewährt wird, nicht aber für die praktische Berufsausbildung. Als Schul ausbildung gilt auch die Hochschule, ja selbst die Kosten für die Doktorprüfung, wenn diese als ein Teil der Ausbildung gilt, wie es z. B. bei den Medizinern der Fall ist. haben die denn nur?" stöhnte Kräger, gehen sie alle so weit vor? Sie Haven doch hinten genug Platz!" „Sie sehen dauernd nach der anderen Kulisse', flüsterte Wenig von hinten, „was mag denn da Und das war es, was Petersen gesehen tyaite, als er hinter die Kulisse gegangen war, um Irenes Flinte zu holen. „Mein Gott", stammelte er, „was machst du denn hier? Das hat uns noch gefehlt? Weißt du denn nicht, daß du gesucht wirft?" „Hier werden sie mich nicht suchen", sagte Lanos ganz ruhig, „geh nur wieder auf die Bühne und versäume Deine Takte nicht." Und „Lanos steht an der Kulisse!" flüsterte Petersen Willis zu, Willis gab es weiter an Welt und fügte leise hinzu: „Weiter vor, damit die Norodna ihn nicht sieht. Jetzt kommt ihr Schießakt, da muß sie ruhige Nerven haben." Und so kam es, daß sie weiter vortraten und Irene zwangen, ihren Tanz nach vorn zu verlegen. Sie zerbrach sich während des Tanzes vergeblich den Kopf über das sonderbare Benehmen ihrer Partner. Als sie Petersen etwas nahe kam, flüsterte sie: „Warum so weit vorn?" Dann drehte sie sich wieder um und warf ihm im Umdrehen einen fragenden Blick zu. Er zuckte die Achseln. Die Musik spielte das Finale des Tanzes. Willis trat weiter vor und drängte dadurch Irene von der Kulisse, an der Lanos stand, ab. Jetzt stand sie in der Schluß-Stellung. Petersen trat vor und reichte ihr die Flinte. Willis sprang nach hinten und riß das Trampolin etwas nach vorn, um Irene daran zu hindern, Lanos zu sehen. „Bist zu verrückt?" flüsterte sie ihm zu. Willis vermied es, sie an,zublicken. Er war bleich und spannte seine Gedanken auf das eine Ziel, den Auftritt ohne Zwischenfall zu beenden -nb Irene davon abzuhalten, Lanos zu sehe' (Fortsetzung folgt.) Au« der Stadt Gießen. Kameraden des Alltags. Man glaubt manchmal, höflich gewesen zu fein, und gerade das Gegenteil ist der Fall. Dann wieder tut man irgend etwas, was einem als Selbstverständlichkeit erscheint, und ist überrascht, wenn einem gesagt wird, daß man höflich gewesen sei. Dieser Zwiespalt erklärt sich daraus, daß man einmal bewußt, das andere Mal unbewußt gehandelt hat. Höflichkeit ist nämlich zweierlei: sie kann angeboren, aus dem Herzen kommend, also natürlich sein, sie kann aber auch anerzogen, das heißt nur ein Beweis der Formbeherrschung sein. Höflichkeit, wie sie gefordert wird, ist im Grunde nichts anderes als die Anwendung der Anstandsgesetze „bei Hose". Das jedenfalls ist der ursprüngliche Sinn dieses Wortes. Die andere Höflichkeit, die des Herzens, kann man nicht fordern, sie ist vorhanden oder nicht. Sie allerdings ist als Wesenszug des charakterfesten, wertvollen Menschen gewiß die schönere. (Womit nicht gesagt sein soll, daß nicht auch wertvolle Menschen zuweilen Musterbeispiele der Unhöflichkeit sein können. In dieser Hinsicht sollten sie uns gewöhnlichen Sterblichen aber nicht als Vorbild dienen.) Aber auch die anerzogene Höflichkeit kann so verfeinert werden, daß sie mehr als nur eine gute Sitte wird. Welchen Ursprung die Höflichkeit auch immer haben mag, ihre Stärke schöpft sie allein aus der Achtung vor der Mitwelt. Nur wo sie vorhanden ist, wird die Höflichkeit mit Anerkennung und Dank- barfeit entgegengenommen werden. Wer in seinem Nachbarn den Kameraden des Alltags sieht, wir in ihm den Mitkämpfer an einem gemeinsamen Schicksal) erblickt, wird ihm auch mit der ihm gebührenden achtungsvollen Höflichkeit begegnen. Diese Achtung fußt nicht auf dem Wissen um Standes- und Vermögensverhältnisse, sondern sie entspringt einfach dem natürlichen Zusammengehörigkeitsgefühl. Wer das nicht in sich trägt, dem wird es schwerfallen, dem andern höflich zu begegnen. Unter diesem Gesichtspunkt betrachtet, ist der Mangel an Höflichkeit nicht nur das Zeichen schlechter Erziehung und Selbstsucht, sondern er kann auch der Beweis dafür sein, daß sich der Unhöfliche als außerhalb der schicksalsgebundenen Gemeinschaft stehend betrachtet. Das mag hart klingen, wie aber wollte man es sonst erklären, daß die Unhöflichkeit oft nicht einmal vor den am meisten vom Leid geprüften Volksgenossen Haltmacht? Viele glauben auch, sie stünden mit ihren Sorgen und Kümmernissen allein; sie fühlen sich vom Geschick betrogen und von den Mttmenschen belächelt. Das macht sie bitter und ungerecht. Würden sie nur einmal erfahren, was der Nachbar zur Rechten oder Linken erduldet hat, sie würden melleicht doch an- Die Ausbildungsbeihilfe kann aber auch gewährt werden ohne Rücksicht auf die Kinderzahl an alle beihilfefähigen Kinder alleinstehender Frauen (Wit. wen, geschiedene oder dauernd von ihrem Ehemann getrennt lebende Frauen und auch an ledige Frauen, sofern der Vater Des unehelichen Kindes bekannt ist). Ferner wird die Bechilfe an Vollwaisen ge- währt. Darüber hinaus hat der Krieg die Ausweitung Der Bestimmungen der Ausbildungsbeihilfe erforderlich gemacht. Praktisch erhalten alle Kriegsversehrten, einschließlich der durch Flieaerschäden Versehrten, sofern sie darauf angewiesen sind, ihren Lebensunterhalt überwiegend durch die ihnen gewährte Rente zu bestreiten, die Ausbildungsbeihilfe für ihre Kinder. In der Verordnung find die einzelnen Fülle aenau aufgezählt, auf die wir hier verweisen möchten. Wichtig zu wissen ist ferner, daß Pflegekinder, die von alleinstehenden Frauen, sei es als eheliche oder uneheliche Kinder, in Pflege gegeben werden, Den Kindern der Pflegeeltern hiyzugerechnet werden, so daß eip Pflegeelternpaar, Das drei eigene Kinder hat, durch die Annahme eines Pflegekindes die Ausbildungsbeihilfe für alle Kinder in Anspruch nehmen kann. Grundsätzlich werden in die Gesamtzahl Der beihilfefähigen Kinder nur die zur Zeit Der Aistrag- ftellung lebenden gezählt, und zwar auch bann, wenn für sie die Beihilfe nicht mehr in Frage kommt, weil sie schon selbst im Beruf stehen oder gar verheiratet sind. Darüber hinaus werden aber jetzt auch nach der Neufassung der Vorschriften ge. fallens Söhne oder durch Luftangriffe ums Leben gekommene Kinder mitgezählt. * Wie amtlich in London mitgeteilt wurde, wird Admiral Sir Andrew Cunningham, der Oberbefehlshaber der Mittelmeerflotte, demnächst in amtlicher Mission nach Washington reisen. Admiral H a r w o o d , der Nachfolger Cunninghams, ist bereits in Alexandria ein getroffen. scheinen. Aus dem Reich. Oie Höhere Schule im Kriege. In Der Reichsschule Des NSLB. in Donndorf bei Bayreuth fand eine Arbeitstagung der Gaufach- schaftsleiter 2 (Höhere Schulen) statt, die unter Leitung des Reichsfachschaftsleiters Frank besonders Stellung zu Der Oberschule für Mädchen, hinsichtlich ihrer Spaltung in Die hauswirtschaftliche und sprachliche Form nahm. Bei Erörterung des vielumstrittenen Problems Der Fremdsprachen kam man zu dem Ergebnis, daß Die derzeitige Sprachfolge Der Oberschule — Englisch — Latein — auch nach Dem Kriege zweckmäßig beibeh alten würde. Ein Dertteter Der Wehrmacht legte Die Forderung Dar, Die Die Wehrmacht an Die Höheren Schulen zu stellen hat. Weiter wurden Fragen der Schulgesetzgebung und Dje Möglichkeit einer Leistungssteigerung Der Höheren Schulen trotz aller Behinderungen Des jetzigen Schulbetriebes behandelt. , Kleine politische Nachrichten. In Der Cyrenaika wurden starke feindliche Spähtrupps zurückgeworfen. Eine feindliche Abteilung wurde südöstlich von El Mechili gefangen genommen. * Der Duce erklärte vor Dem Nationaldirektorium der faschistischen Partei: Das Ergebnis der letzten Anleihe hat die vorherige um 4 Milliarden Lire überstiegen. Der italieniscye Sparer hat hiermit deullich sein Vertrauen in Die Währung, in die Staatsführung und Den siegreichen Abschluß dieses Krieges zum Ausdruck gebracht. * Ministerpräsident Vidkun Quisling erklärte nach einem Besuch an Der Ostfront, er fei besonders stolz, zu wissen, daß Die norwegischen Freiwilligen im Regiment Nordland Der Waffen--- und in Der norwegischen Legion überall ihren Mann stehen. Alle Befehlshaber hätten nur lobende Worte zu sagen. Quisling forderte alle Norweger auf, sich als Freiwillige für Die Ostfront zu melden. * Der Reichsarbeitsminister hat den Reichstreuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Thüringen, Dr. Wiefel, zum Sondertteuhänder für das Gaststätten- und Veherbergungswefen bestellt, um nach- zuprüfen, inwieweit eine einheitliche Regelung der Arbeitsbedingungen möglich ist. * Der Reichsminister für die besetzten Ostgebiete, Reichsleiter Rosenberg, befindet sich auf feiner ersten Dienstbesichtigung im Reichskommissariat Ost- land. In Riga wurde er von Reichskommissar Gau- leiter Lohse, dem Befehlshaber Des rückwärtigen Ar- meegebiets, empfangen. Auf einem Empfang Der General- und Gebietskommissare, dem auch Dertteter Der lettischen landeseigenen Verwaltung und des lettischen Wirtschafts- und Kulturlebens erschienen waren, hielt Rosenberg eine Ansprache. * Nach mehrjähriger schwerer Krankheit ist Admiral a.D. Olde ko p im Alter von 64 Jahren geftor- ben. Admiral Oldekop, Der als Stabschef Des Admirals von Reuter Die Ehre Der deutschen Flotte m Soapa Flow nach Beendigung des Weltkrieges ret- ten half, war nach Dem Weltkriege bis 1931 Flottenchef. ___ ,Zch schwitze Blut und Wasser", flüsterte er ihm zu, „voryin hat die Norodna drei Takte ausge-1 lassen, als sie bei Willis stand. Jetzt tft Petersen weg und kommt nicht wieder, er ist schon seit vier Takten überfällig —" Wenig hob sich auf Zehenspitzen, um Dem Regisseur über die Schulter zu sehen. Petersen kam jetzt mit der Flinte, trat zu Willis und flüsterte ihm etwas zu. Willis wandte mit einem Ruck den Kopf zur entgegengesetzten Kulisse, wurde bleich und rief Welt ein Wort zu. Dann traten sie alle etwas vor und zwangen dadurch Die Norodna, ihren Tanz etwas weiter nach vorn zu verlegen. Sie schaute verwundert zu Willis, Denn das war ganz gegen Die 'Derad- Kräger, Der Regisseur, stand jetzt neben Dem schien mit Augen und Ohren nur bei Dem Austritt irektor. Der Drei Willis zu sein. XZ>CUtctvru 2) / Der Abschluß, der im Zeichen der Zunehmenden Geldfülle stand, wurde von uns schon bei Erscheinen des gedruckten Geschäftsberichts eingehend im „Gießener Anzeiger", Nr. 107 vom 9./10. Mai besprochen. Wir wiederholen daher nur die Ziffern der Bilanzsumme mit 7 219 984 RM., und des Jahresumsatzes mit 103 313 735 RM. Die Jahresrechnung und Bilanz, die mit einem Reingewinn von 38 764,32 RM. nach ausreichenden Rückstellungen und Abschreibungen abschließt, wurde einstimmig genehmigt. Es werden 5 v. H. Dividende an die Genossen verteilt, die gesetzliche Reserve steigt durch Zuweisung von 9970 RM. auf 230 000 RM. Anschließend berichtete der Aufsichtsratsvorsitzende über die Revision der Bank durch den Depot- und Verbandsprüfer, die keine Veranlassung zu Beanstandungen gab. Die aus dem Aufsichtsrat ausscheidenden Herren Loth, Schilling und Schmal! wurden wiedergewählt. Für Herrn S t ü h l e r wurde Fabrikant C a rl Müller neu in den Aufsichtsrat gewählt. Oie Auslese der Begabten. NSG. Vielerorts tauchen Zweifel auf, wann die Auslese der Begabten aus den Reihen der wehrfähigen Männer erfolgen soll. Die Gauwaltung Hessen-Nassau der Deutschen Arbeitsfront gibt hierzu ihre Stellungnahme bekannt. Nach dieser soll die Auslese, wenn es irgend möglich ist, vor dem Wehrdienst erfolgen. Hierdurch ist es möglich, mit den Förderungsmaßnahmen sofort nach Ableistung des Wehrdienstes zu beginnen, was sowohl für den Geförderten wie auch für unser Volk einen wesentlichen Zeitgewinn bedeutet. Darüber hinaus kann auch während der Wehrdienstzeit oft einiges im Sinne der geplanten Berufslaufbahn getan werden. Vorsicht beim Genuß der Lorchel. Der Genuß der Lorchel, Frühlingslorchel (Hel- vella oder Gyromitra esculenta), die fälschlich meist als Morchel bezeichnet wird, verursacht fast alljährlich im Frühjahr zahlreiche, in einzelnen Fällen sogar tödlich verlaufende Erkrankungen. Um die schädliche Wirkung dieses Pilzes zu vermeiden, ist es erforderlich, die zerkleinerten frischen Pilze mit einer reichlichen Menge Wasser zum Kochen zu bringen, mindestens fünf Minuten im Kochen zu erhalten, das Kochwasser wegzuschütten und die Pilze auf ein Sieb abtropfen zu lassen. Einfaches Abwaschen ist nutzlos, auch Abbrühen schützt nicht vor Erkrankungen. Getrocknete Lorcheln, wie sie auch im Handel erhältlich sind, haben ihre Giftigkeit verloren und ^bedürfen keiner besonderen Dor- bchandlung. Schutz den Singvogelnestern! Der Mai und der Juni sind die hauptsächlichsten Brutmonate unserer Singvögel. In den Wäldern, in den Hecken, in den. Obstbäumen und in den Gartensträuchern bauen sie ihre Nester. Im Hinblick darauf ist es notwendig, daran zu erinnern, welcher Schaden durch die Plünderung der Vogelnester angerichtet werden kann, denn die Singvögel sind mit unsere nützlichsten Helfer im Kampf gegen die schädlichen Insekten. Der eigene Nutzen zwingt uns also schon dazu, den Nachwuchs der Vogelwelt zu schonen und den Vögeln soweit als möglich das Brut- Mschäft zu erleichtern. Das wichtigste dabei ist, die Tiere, sobald sie mit dem Nestbau begonnen haben, vollkommen in Ruhe zu lassen. Vor allem schaue man nicht nach, ob nun das Weibchen heute wiederum ein Ei gelegt hat, berühre die Eier nicht und lasse auch die Jungen in Ruhe! Allzu leicht geben die Alten, wenn der Mensch den Nestbau berührt hat, das Nest auf, und damit entfällt zum Schaden der Allgemeinheit wieder eine Brut. Auch die Neugierde der Kinder, an Brutplätze zu kommen, sollte man zügeln. Ganz allgemein vergesse man nicht, den Vögeln viel und möglichst gute Nistgelegenheiten zu bieten. Kampf den Maikäfern! NSG. Dem in den vergangenen Wochen nur zögernd einsetzenden warmem Frühlingswetter entspricht das diesjährige verspätete Erscheinen der Maikäfer. In unserem Gau ist ein Maikäferflugjahr und damit ein Massenauftreten dieser Schäd- lmge zu erwarten, das planmäßig im ganzen Schadenbezirk gleichzeitig bekämpft werden muß. Das beste Verfahren, die Fraßschäden der Käfer selbst und ihrer Nachkommen, der Engerlinge, einzudämmen, ist das Absammeln der Käfer vor Beginn der Eiablage, d. h. sofort nach Einsetzen des Massenschwärmens. Die von der Nachtkälte erstarrten Tiere lassen sich in den frühen Morgenstunden oder an kalten, regnerischen Tagen leicht auf untergebreitete Fangtücher abschütteln. Man tötet sie am zweckmäßigsten durch Ueberbrühen mit kochendem Wasser und verwertet sie als zusätzliches Futter für Schweine und Geflügel. Gießener Schlachtviehmarkt. Auf dem gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt | (Schlachtvieh-Verteilungsmarkt) in der Viehversteigerungshalle Rhein-Main kosteten: Ochsen 40 bis 50 Rpf., Bullen 38 bis 54, Kühe 24,5 bis 48, Färsen 34 bis 49, Kälber 30 bis 54, Schafe 37 bis 48 Rpf. je. Vi kg Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise erzielt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,25 RM.. bl (136 bis 149,5 kg) 1,25, b2 (120 bis 1:34,5 kg) 1,25, c (100 bis 119,5 kg) 1,23, d (80 bis 99,5 kg) 1,15, e—f (unter 80 kg) 1,11, gl (fette Specksauen) 1,25, i (Altschneider) 1,25, g2 (andere Sauen) 1,15, h (Eber) 1,15 RM. Marktverlauf: alles zugeteilt. Gießener Dochenmarktpretze * Gießen, 20. Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, Vi kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 8 bis 9, Kartoffeln, 5 kg. 47, Spingt, Vz kg 25, Spargel 75 Rpf. bis 1,20 RM., Rhabarber 20 Rpf., Salatgurken 80, Salat das Stück 30 bis 45, yberkohlrabi 30 bis 35, Rettich 10 bis 15 Rpf. * ** Goldene Hochzeit. Der Weißbindermeister Theodor Z u t t und Ehefrau Helene, geb. Heim, wohnhaft in Gießen, Kaiserallee 27 N p, können am heutigen 20. Mai bei bester Gesundheit das Fest der goldenen Hochzeit feiern. Dem Jubelpaar unseren herzlichen Glückwunsch. ** 7 0. Geburtstag. Am heutigen Mittwoch I kann Herr Dr. E. Hemmes, katholischer Stand-1 ortpfarrer i. N. und Klinikseelsorger, auf 70 Le-: bensjahre zurückblicken. Wir gratulieren herzlich. 1 Strafkammer Gießen. Das Amtsgericht Friedberg hatte am 16. Deezem- ber vorigen Jahres den H. M. aus Melbach wegen Amtsunterschlagung zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt. Gegen dieses Urteil legte M. Berufung ein. Bei der Angelegenheit drehte es sich um das Auffinden einer Geldtasche mit etwa 200 RM. Inhalt an der Bahnsteigsperre in Friedberg bei dem großen Menschenandrang anläßlich des Reiterfestes am 27. Juli 1941, und um das Wiederverschwinden dieses Fundgegenstandes. Dem M. konnte nicht nachgewiesen werden, daß er die Geldtasche unterschlagen hat, da sehr wohl die Möglichkeit besteht, daß der Fund auch auf andere Weise wieder verlorengegangen ist. Daher wurde das Urteil des Amtsgerichts Friedberg aufgehoben und M. freigesprochen. Schweinemarkt in Friedberg. * Friedberg, 20. Mai. Auf dem heutigen Schweinemarkt wurden 279 Ferkel aufgetrieben. Es kosteten bis 6 Wochen alte Ferkel 25 bis 30 RM., 6 bis 8 Wochen alte 30 bis 35- RM., 8 bis 12 Wochen alte Tiere 35 bis 42 RM. Der Handel war lebhaft, es verblieb geringer Ueber- stand. Schweinemarkt in Gedern. * Gedern, 19. Mai. Der heutige Schweinemarkt war mit 423 Ferkeln beschickt. Es kosteten 7 bis 8 Wochen alte Ferkel 30 bis 35 RM., 8 bis 10 Wochen alte 35 bis 40 RM., 10 bis 12 Wochen alte 40 bis 48 RM. das Stück, ältere Tiere entsprechend mehr. Bei flottem Geschäft wurde der Markt geräumt. Die neuen Lebensmittelkarten. In den nächsten Tagen werden die Lebensmittelkarten für die 37. Zuteilungsperiode vom 1. bis zum 28. Juni ausgegeben. Die Höhe der Rationen bleibt unverändert. Nur bei der Fettverteilung tritt unter Beibehaltung der Gesamtration eine Asnderuntz ein. An Stelle von Margarine, deren Erzeugung vorübergehend eingestellt wird, werden Butter und Speiseöl abgegeben. Für 62,5 Gramm wegfallende Margarineration erhalten die Verbraucher eine dem Fettgehalt nach gleiche Menge von 50 Gramm Speiseöl, für. die restliche Margarineration wird Butter in gleicher Menge ausgegeben. Lang- und Nachtarbeiter sowie Schwer - und Schwerstarbeiter, die ihre Zulagen bisher in Margarine oder Speiseöl beziehen konnten, erhalten auf die Kleinabschnitte ihrer Zulage- und Zusatzkarten Butter oder Speiseöl. Damit. Speiseöl auch in den Gaststätten bezogen werden kann, gewähren einige der Kl ei nab schnitte der Fettkarten die Möglichkeit zum Bezüge kleinster Mengen Speiseöl. Butter kann in der 37. Zuteilungsperiode auch auf die Reise- und Gaststättenmarken für Margarine bezogen werden, ferner aus die Margarineabschnitte der Reichskarten für Urlauber. Bei diesen bleibt daneben die Abgabe von Speck und Schmalz zulässig. Die Speiseölverteilung ist durch eine Vorbestellung vorbereitet worden. Soweit die Händler Noch über Restbestände an Margarine verfügen, müssen sie diese bevorzugt vor Butter ausgeben auf die Reise- und Gaststättenmarken für Margariue, auf die Margarineabschnitte der Urlauberkarten, auf die Butter-Kleinabschnitte der Roichsfettkarten und auf die Fettkartenabschnitte der Zulage- und Zufatzkarten. Der Erlaß bestimmt ferner, daß die Kleinhändler, wenn ihre Bestände an H a s e r f l o ck e n für eine gleichmäßige Belieferung aller Verbraucher nicht ausreichen, Haferflocken bevorzugt auf die Nährmittelkarten für Kinder bis zu drei Jahren abzugeben haben. Zur Papierersparnis sind die Formate' weiterer Karten verkleinert worden, so der Brotmarken, der Nährmittelkarten, der Milchkarten und einiger Fettkarten. Einige Brotkartenabschnitte sind dabei zu Abschnitten mit entsprechend höheren Werten zusammengefaßt worden^ Um den Kindern von drei bis sechs Jahren die Möglichkeit zu geben, mehr Weizenmehl zu beziehen, berechtigen auf der Reichsbrotkarte für Kinder von drei bis zu sechs Jahren künftig sämtliche Brotabschnitte auch zum Bezug von Mehl. O.jl.-'Spoit Krühjahrswaldlauf der Betriebe. Verlängerung der Anmeldefrist im Rhein-Vlain-Gebiel. NSG. Der Aufforderung des Reichsleiters der Deutschen Arbeitsfront, Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, folgend, ber- die Wichtigkeit des Breitensportes besonders herausgestellt hat, hat sich eine große Zahl der rhein-mainischen Betriebe zur Teil- nahme am Frühjahrswaldlauf gemeldet. Um aber die Möglichkeit zu geben, daß auch der letzte Schaffende unseres Gaues an dieser bedeutsamen sportlichen Veranstaltung teilninünt, hat das Gausportamt der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" die Anmeldefrist bis zum 25. Mai verlängert. Zweite Vorrunde zur deutschen Kußball-Meisterschast. Im Kamps um die dritte deutsche Fußball-Kriegs- meisterschaft sind bereits neun Gau- bzw. Bereichsmeister auf der Strecke geblieben. Die restlichen 16 kämpfen am Pfingstsonntag in der zweiten Vorrunde um einen Platz unter den „letzten Acht". Der Kampfplan lautet: In Frankfurt a. M.: Kickers Offenbach — VfL. 99 Köln; in Straßburg: ff Straßburg — 1. FC. 05 Schweinfurt: in Gelsenkirchen: Schalke 04 — 1. FE. Kaiserslautern; in Bremen: Werder Bremen — TVd. Eimsbüttel; in Dessau: SV. 05 Dessau — Blau-Weiß Berlin; in Planitz: Planitzer SC. — SDgg. Breslau 02 in Wien: Vienna Wien — Germania Königshütte; in Königsberg: VfB. Königsberg — Ordn.-Pol. Litz- mannstadt. Von diesen 16 Mannschaften haben bereits ff Straßburg, 1. FC. Kaiferslautern, Schalke 04, Werder Bremen, Dessau 05, Blau-Weiß Berlin, Planitzer SC., Vienna Wien und VfB. Königsberg in der ersten Vorrunde ihre Feuerprobe bestanden, während die übrigen sieben Meister Freilos hatten. Der zum Teil überraschende Verlauf der ersten Vorrunde hat das Interesse an den Endspielen um die „Viktoria" nur noch gesteigert, und mit Spannung sieht die große deutsche Fußballgemeinde dem Ausgang der zweiten k.-o.-Runde entgegen. Handball-Vorrunde. Die Vorrunde zur Handball-Meisterschaft wurde am Sonntag mit drei Begegnungen fortgesetzt, so daß nur noch das Treffen zwischen TGM. Krupp Essen und Turnerkreis Köln-Nippes aussteht, das am Pfingstsonntag die Dorkämpfe abschließt. Sieger blieben diesmal Tura Grövelingen, LSV. Heiligenbeil und-die Sportgem. ff-Stuttgart. In Kassel kam bereits am Samstag der Nieder- sachsenmeister Tura Gröpelingen über Tuspo. Hen« schel Kassel mit 20:11 (10:5) zum klaren Sieg. Der Meister von Hessen-Nassau war dem ausgereiften Können der Gäste nicht gewachsen. Der Ostpreußenmeister LSV. Heiligenbeil landete in Elbing über den Vertreter von Danzig/ Westpreußen HuS. Marienwerder mit 12:3 (3:2) einen glatten Erfolg. Dis zur Pause wehrte sich Marienwerder tapfer, erlag aber dann dem besseren Zusammenspiel der Ostpreußen. Recht knapp war der Sieg der Sportgem. fh Stuttgart über den Elsaßmeister Borussia Straß«, bürg. Mit 12:11 (7:5) blieben die Stuttgarter Gäste schließlich siegreich, zumal der Sttaßburger Schlußmann manchen haltbaren Ball durchließ. Oie Handball-Zwischenrunde. Für die am letzten Mai-Sonntag zur Entscheidung anstehende Zwischenrunde um die Deutsche Handballmeisterschaft wurde jetzt die Einteilung vor-- genommen. Zu den in der Vorrunde siegreichen Mannschaften — ein Spiel steht noch aus — stoßen die rastenden Mannschaften, darunter auch die Meister von Hessen-Nassau, Ordnungspolizei Frankfurt, und von Bayern, TV. Milbertshofen. Beide greifen Schlckt Illustrierte an Die Front! Der Frontsoldat wird dafür dankbar sein. gegen benachbarte Gaumeister ein, so daß die vier noch im Wettbewerb befindlichen süddeutschen End- spielteilnehmer unter sich gepaart sind. — Das letzte Vorrundentreffen zwischen Köln-Nippes und Krupp Essen wird am Pfingstsonntag nachgeholt. Der Gewinner muß acht Tage später gegen den Titelverteidiger Ordnungspolizei Hamburg in der Hansa- stadt antreten. Für den 31. Mai ergibt sich in der Zwischenrunde folgender Spielplan: ff Stuttgart gegen TV. Milbertshofen (Sch. R. Längin-Karls- ruhe); Ordnungspol. Frankfurt — SV. Waldhof (Schuchardt-Kaffel); Tura Gröpelingen — MSV. Hindenburg Minden (Bräger-Berlin); Ordnungspol. Magdeburg — LSV. Wurzen (Lorenz-Hannover); Ordnungspol. Berlin — LSV. Heiligenbeil (Meyer, Magdeburg): LSV. Reinecke Sri eg — Ordnungspol. Wien (Heide^Krakau): Ordnungspol. Litzmannstadt gegen Ostbahn Krakau (Hein-Danzig): Ordnungspol. Hamburg — TK. Nippes oder Krupp Essen (Dalibor - Wil h elm sh a ven). Handball der HZ. Spiel um die Gebietsmeislerfchofl. Bann 116 Gießen gegen Bann 303 Dillenburg 33:1 (16:1). Das erste Spiel um die Gebietsmeisterschaft zeigte den Bann 116 Gießen als überlegenen Sieger. Hatte man schon mit einem günstigen Resultat gerechnet, so überrascht doch dessen Höhe. Für die weiteren Spiele darf dies jedoch kein Maßstab sein, denn der Gegner war sehr schwach. Alle seine Angriffe scheiterten schon an der Gießener Läuserreihe. Diese konnte sich vollkommen dem Aufbau widmen, wodurch der Sturm in regelmäßigen Abständen seine Treffer anbringen konnte. Die wenigen Gegenangriffe der Dillenburger wurden sofort abgestoppt. Neben der Angriffsreihe konnten sich Läufer und Verteidiger als Torschützen betätigen. Die Tore verteilten sich auf Kirstein (1), Pfann (2), Rühl (3), Bentheim (4), Becker (6), Stoll (7), Menges (10). Schiedsrichter Großer (Luftwaffe Gießen) hatte bei anständiger Spielwerse beider Mannschaften ein leichtes Amt. Radfahren — Bannmeisterschasten im »Ersten Schritt. Am Sonntag setzte der Bann 116 seine eifrige Tätigkeit im Straßenfahren mit den Bannmeister- schaften im „Ersten Schritt" fort. Dies ist eine Eignungsprüfung, zu der nur Fahrer zugelasseß sind, die noch kein Rennen gefahren haben. Die Jg. setzten sich schön ein und boten gute Leistungen. Bei den Jüngsten siegte August De i b e l. In der HJ.- Klasse A setzte der Streifendienst seine Erfolgsserie durch einen weiteren Sieg fort. Ergebnisse: HJ.- Klasse A: 1. Rügge (SRD.), 1:27,15 Std.; 2. Heyd (Jungstamm), 1:27,20; 3. Greilich (SRD), 1:27,22; 4. Lsuning (Mar.-HJ.), 1:31,32; 5. Weber (Gef. 1), 1:32,05; auf gegeben: Vater (Gef. 1), Gehbauer (SRD.) HJ.-Klasse B: 1. August Deibel (Mat.-HJ.), 1:05,35 ; 2. Adolf Deibel (Fhl.II); 3. Schaffner Houptfchriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bei HauptfchriftleiterS: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und Bilder: Dr. Fr. W. Lange,' für daS Feuilleton: Dr. HanS Thyriot: für Stadl Gießen, Provinz, Wirtichaft und Sport: Ernst Blumschcin.. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsvruckeret R. Lange K. G. Berlagsleiter: Tr.-Jng. Erich Hamann: Anzeigenleiter: Hans Beck. Anzeigenpreisliste Nr. 6. Der Herr über Leben und Tod nahm heute nach kurzem Krankenlager meinen lieben Mann, qnseren guten Vater, Schwiegervater, Großvater, Paten und Onkel Herrn Wilhelm Konrad Grieb I. Landwirt und Kirchenvorsteher zu sich in sein himmlisches Reich. In tiefer Trauer: Sophie Grieb, geb. Jäger Familie Heinrich Grieb III. Familie Otto Wagner Martha Grieb. Holzheim, Leihgestern, den 19. Mai 1942. Die Beerdigung findet Donnerstag, 21. Mai, nachmittags 2 Uhr statt. _________________________________02381 Ihr Berater in allen Punktfragen das große Spezial-Haus für gute Herren- und Knaben- 'KÖHLER. * GIESSEN M i iliÜilm Kleidung Bis auf weiteres am Montag- und Donnerstag -Vormittag geschlossen! 357 A Mietgesuche | ute, möblierte Zimmer m. 1 u. 2 Betten in der Nähe des Bahnhofs z. mieten gesucht. Schriftl. Angeb. unter 1679 D an den Gieß. Anz. Beamter sucht möbl. Wohn- u. Schlafzimmer mögl.m.Äüchen- benudung. Schr. Ang. unt. 02364 an o. Gieß. Anz. Alleinsteh.Mann sucht möbliertes Zimmer (eptl. auch gemeinschaftlichen Haushalt). Schriftl. Angeb. unter 02378 an den Gieß. Arn. [Stellenangebote] Weg. Berheirat meiner Hausgehilfin suche ich für bald ob. auch später eine zuverlässige, Vers. Hausgehilfin z. Führ, meines Haushaltes. Frau [1634D Stöbet Elges, Med.-Drogerie, Seltersweg 66. Für leichte Arbeiten weibl. Hilfskräfte für ganze oder halbe Tage ges. 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