(92. Jahrgang Nr. 67 Erscheint täglich, nutzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Gietzener Familienblätter Heimat imBild- DieScholle Bezugspreis: Monatlich.....RM.1.80 Zustellgebühr... ,, -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsureckanschlutz 2251 Drahtanschrift: „Anzeiger" Posts check 11686 Franks./M. Gietzener Anzeiger vrühlscheUniversitätsdruckerriR. Lange General-Anzeiger für Oberhessen Sietzen?5chulstrahe 7-Y 8rettag,20.MSrz 1942 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/r Uhr desBormittagS Anreigen-Preise: Anzeigenteil 7 Rvf. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Textteil 50 Rvf. je mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffell AbschlüsseMengenstaffelü Pladvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25"/<,mebr Besuch in Budapest. Von unserem Ds.-Berichterstatter. Budapest, 19. März. (Europapreß.) Im un- garischen Abgeordnetenhaus hielt der neue Minister- präsident K a l l a y seine Programmrede. Der Ministerpräsident wies darauf hin, daß Ungarn später als die meisten europäischen Länder in den Krieg eingetreten sei und deshalb die Verhältnisse im Der Lt-Boot-Krieg im Atlaniik. Amerika spürt die „U-Boot-Plage". Lande günstiger erschienen. Von nun an stehe aber auch Ungarn in der Reihe der Länder, die schwere Lasten zu tragen hätten, diese Lasten müsse die Nation politisch, wirtschaftlich und sozial auf sich nehmen. Alle zur Verfügung stehenden Kräfte sollten in den Dienst des Krieges gestellt werden, der, wie der Ministerpräsident sagte, auch „unser Krieg" sei. Das ungarische Volk kämpfe für ungarische Belange, und feder müsse sich im klaren darüber sein, daß die ungarische Nation für ihren Bestand und für ihre geschichtliche Existenz kämpfe. In dieser Frage dürfe es zwischen Ungarn keinerlei Meinungsverschiedenheiten geben. Seit mehr als 20 Jahren verfolge Ungarn eine ungebrochene gerade Linie, die nicht konjunkturell,.sondern unabänderlich sei. Das ungarische Volk kämpfe auf Seiten der Achsenmächte für eine gerechte Weltordnung und ein neues Europa. Die ungarische Orientierung bedeute ferner Friödep und Verständigung mit den Nachbarvölkern des Donantals, damit im Karpathenbecken jedermann Sicherheit und friedliche Entwicklung zuteil werde. Der Platz Ungarns sei neben Deutschland und Italien, sowohl heute im Kriege wie auch morgen bei den Friedensverhandlungen und Entscheidungen. Der Ministerpräsident erörterte die schon angekündigte Verschärfung und Beschleunigung der Enteignung Mischen Grundbesitzes. Die gegenüber dem Judentum bisher ergriffenen Maßnahmen müßten weitergeführt werden, er betrachte es als eine seiner wichtisten Aufgaben, das Judentum auszuschalten. Die Finanzpolitik weise große Erfolge auf, ihre eigentliche Kraftprobe werde aber erst jetzt erfolgen. gebnis abzuwarten, Doppelschuß auf Tanker. Doppelt getroffen sinkt der Frachter, während der Tanker doch schon in zu ungünstiger Schußposition gelegen hatte. Nun gehen auf allen Dampfern Leuchtraketen hoch, der Geleitzug ist plötzlich hell erleuch- t e t. Das U-Boot dreht aus dem Geleitzug heraus und taucht im schützenden Dunkel unter. Während der Geleitzug abzackt, laufen zwei Zerstörer, an ihren helleuchtenden Bugseen zu erkennen, neben dem ablaufenden U-Boot her, das vergeblich und planlos mit Artillerie beschossen wird. Unter Deck sind inzwischen die Torpedorohre nachgeladen worden. Mit dem Erlöschen der Leuchtgranaten hat sich das U-Boot der Sicht endogen und dreht erneut auf den Geleitzug zu. Bald ist es wieder in günstiger Schußlage, die Ziele sind gut zu erkennen. Auf zwei Frachtern und einem Tanker werden Einzelschüsse gelöst, alle drei Torpedos treffen mit hohen Sprenge säulen. Eine vierte Detonation ertönt. Schon hat alfo ein anderes U-Boot angegriffen Nun werden wiederum Leuchtgranaten und -raketen geschossen. Sie zeigen den übrigen Booten, die schon auf den Geleitzug manöverieren, den Kampfplatz. Während die Sicherung das erste Boot angreift und zum Tauchen zwingt, haben die übrigen Boote die Fühlung ausgenommen und tragen planmäßig ihre Angriffe in den Geleitzug. Noch einmal stößt das Boot nach, das zuerst am Geleitzug gestanden hatte, findet einen schwerbeschädigten Tanker, beschießt ihn mit Artillerie und gibt ihm durch einen Torpedo den Fangstoß. Inzwischen ist es Tag geworden, und in Marschfahrt wird ein n e ue s Operationsgebiet ausgesucht. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) B u d a p e st, März 1942. Das schöne Stadtbild von Budapest ist in der ganzen Welt bekannt und oft bewundert worden. Aus dem rechten, westlichen Donauufer bildet die alte Festung Ofen (Buda), über 200 Meter vom Fluß aus steil aufragend, mit ihrem weiträumigen Königsschloß den Ausgangspunkt einer Stadtsiedlung, die sich Jahrhunderte später unter dem Namen Pest auf dem ebenen linken Ufer zu einem Mittelpunkt des Handels und der Verkehrswege entwickelte. Gerade vor 70 Jahren wurden beide Teile zu dem Gemeinwesen zusammengeschlossen, das heute fast anderthalb Millionen Einwohner in seinen Mauern sieht. Wie Wien lehnt sich Budapest im Westen an das Gebirge an und verteilt sein hauptsächliches Wachstum in die Ebxne. Trotzdem besteht der bemerkenswerte Unterschied, daß die Donau für Wien doch mehr am Rande vorbeigcht, während sie für Budapest die Lebensader schlechthin bedeutet. Dieser Umstand hat die Stadt nicht nur mit den umliegenden Landesteilen enger verbunden, als das in Wien der Fall ist, er hat ihr auch einen Rhythmus gegeben, der sich nicht allein auf die Lebensart ihrer Bewohner gründet, vielmehr wiegt sich in ihr ganz Ungarn. Deshalb konnte einer der besten Kenner Osteuropas einmal von ihr behaupten: „Wahrhaft königlich trägt sie die Wahrzeichen der Hauptstadt in ihren Palästen, Kulturanstalten, Schulen, Museen, Banken und Börsen. Sie ist die temperamentvolle, leichtlebige Vergnügungsstadt des Landes mit Zigeunergefiedel und Zymbalschlag, Spielsaal seiner Magnaten, das Kleinparis für die Gelegenheitslebemänner vom Lande, die Schweine- mäster, Holz- und Getreidespekulanten, der Erlusti- gungsort des naiven Landvolkes von der Pußta und aus Karpathenwinkeln. Sie ist europäische Weltstadt, aber an den Toren des Orients." Zugleich aber ist sie der Hauptsitz der Industrie wie Harchels- und Gewerbeunternehmungen. Vier Fünftel der ungarischen Maschinenfabriken sind in ihr und ihrer Umgebung vereinigt. Andererseits verliert sich ihr Weichbild in große Gärtnereien mit ansehnlicher Blumen« und Gemüsezucht. Das starke Eigenleben von Budapest wird aus solcher Vielseitigkeit vollauf verständlich. Durch den Krieg hat es naturgemäß eine bedeutsame Steigerung erfahren insofern, als zu den Vertretern des einheimischen Volkstums noch diejenigen der Achsen-' möchte und ihrer Verbündeten hinzugetreten sind. Das Stadtblld zeigt sich daher heute noch vielgestaltiger und farbenprächtiger als im Frieden. Trotzdem ist jener Ernst in Haltung und Antlitz bei aller Vielfältigkeit der Menschentypen nicht zu verkennen, den die Größe und Erhabenheit des kriegerischen Geschehens verlangen. Dies ist besonders in dem Stadtteil Ofen der Fall, in dem sich die Dienstgebäude der Ministerien und des Heeres befinden. Pest hingegen kann seine Herkunft nicht verleugnen. Handel und Wandel sind nun einmal Elemente der Bewegung. Und so kommt es, daß man in der Waitznergasse manchmal glaubt, noch im tiefen Frieden zu leben. Da promenieren noch immer die gepflegten alten und jungen Herren mit ihren Damen, an denen man ebensowenig ein Nachlassen der Eleganz beobachten kann. Sie füllen die Konditoreien und Kaffeehäuser mit der bekannten ungarischen Lebhaftigkeit und nehmen leider noch viel zu wenig Anstoß an den zahlreichen Juden. Hier scheint tatsächlich die Zeit nicht viel weiter geschritten zu sein. Und doch, betritt man einmal eines der zahlreichen Geschäfte mit den reichlichen und geschmackvollen Auslagen, dann ergibt sich ein gänzlich verändertes Bild. Man kann als Fremder nichts kaufen, wenigstens nicht das, was man an nützlichen Dingen gern möchte. Hierfür gebraucht man Karten oder ein Einkaufsbuch, das aber nur an Bewohner der Stadt verausgabt wird. Werden Waren aber frei gegeben, dann erkennt man, daß ihre Preise ungewöhnlich a n g e st i e - gen sind. Diese Erfahrung macht man übrigens schon im Hotel, wo der Preis für ein mittleres Zimmer sich bereits auf 24 Pengö stellt. Nur für die lebenswichtigen Waren gibt es Höchst- oder Fest- vre'se und dazu Rationierung durch Karten. Dadurch ist zwar die reine Lebenshaltung gesichert, aber man muß sich mit den Erzeugnissen Europas begnügen, alles übrige geht allmählich zu Ende ... Ganz ähnlich liegen die Dinge beim Gasthausleben, das der Budapester fast noch mehr liebt als der Wiener. Er kann von dem Besuch der Lokale nicht lassen, wenn auch an die Vergangenheit nur noch die unverändert schmissigen Zigeunerkapellen erinnern. Damit ist zwar der äußerliche Eindruck gewahrt. Aber beim Verzehr ergibt sich ein anderes Bild. Bei einem fast verdreifachten Weinpreis sind von selbst der durstigen Kehle Schranken gesetzt. Genau fo geht es bei der Tasse Kaffe» Im übrigen weiß ober der einsichtige Ungar, was er seinen tapferen und großen Verbündeten schuldig ist. Er kennt den Lebensmittelreichtum seines Landes, versteht sich aber doch zu Brot-, Mehl- und Fetttarten. Im Gasthaus nimmt er drei fleischlose Tage tn der Woche hin und dazu die Einengung, an zwei Tagen nur bestimmte Fleifch- sorten wählen zu dürfen. Als Entschädigung dienen der Samstag und der Sonntag, die frei von allen Beschränkungen sind. Er braucht nicht ganz auf die traditionellen Süßspeisen zu verzichten, wie es der ihm in diesen Dingen so verwandte Wiener manchmal muß. Der Stadtverkehr hat in Budapest ckb- türlich die gleichen Opfer bringen müssen, wie überall anderswo. Und zwar nicht nur in seiner Einschränkung, indem die Zahl der Droschken immer geringer wird und die stark verminderten Autobusse mir noch zwischen 7 und 9 wie 14 und 20 Uhr verkehren. Auch die Straßenbahn hat ihren Preis um 25 v. H. erhöht. Daß alle Verkehrsmittel meist überfüllt sind, soll nur der Vollständigkeit wegen erwähnt werden. Da wir gerade beim Stra- ßenverkehr sind, mag mit Genugtuung festgestellt werden, daß sich in Budapest nunmehr auch das Rechtsfahren endgültig durchgesetzt hat. Damit hat Ungarn als letztes Land sich der allgemein üblichen Derkchrsitte angeschlossen, ohne seiner Eigenliebe irgendwelchen Schaden zugefügt zu haben. Soll man noch vom Budapester 'einst so gerühmten Nachtleben sprechen? — Nach den eben geschilderten Berkehrsverhältnissen lohnt es wohl nicht, zumal die letzte Straßenbahn bereits um 1 Uhr ihren. Dienst beendet. Deshalb begnügt man sich im allgemeinen mit dem eifrigen Besuch von Kino und Theater und geht zeitig nach Hause, eine Lebensweise, die wie dieser Winter zeigt, weder die Gesundheit noch die Arbeitsfähigkeit der Bewohner von Budapest ungünstig beeinflußt, vielmehr ist das Interesse an den Angelegenheiten und den Einrichtungen der Stadt überall gewachsen. Ltngarns Politik ist unabänderlich. Berlin, 19. März. (DNB.) Nach Rückkehr von erfolgreicher Feindfahrt berichtet — wie das OKW. mitteilt — der Kommandant eines U-Bootes über einen Geleitzugangriff im Atlantik. Bei diesem Angriff waren in zäher Verfolgung des Feindes von unseren U-Booten acht Schiffe mit 63 000 BRT. versenkt worden. Es war eine dunkle Fahrt, Gewitterböen gingen über das Boot nieder. Im Platzregen war oft der Bug des eigenen Bootes nicht zu sehen. Doch ab und zu erhellt Wetterleuchten das dem U-Bootskommandanten gewohnte Bild. Das U-Boot war bei Anbruch der Dunkelheit auf den Geleitzug gestoßen und jagt nun mit offenen Mündungsklapppen neben dem Geleitzug her, eine günstige Gelegenheit abwartend, um zum Angriff aufzudrehen. Vorübergehend sind einzelne Schatten des Geleitzuges erkennbar, dann werden sie wieder von Regenböen verschluckt. Endlich läßt der Regen etwas nach, die Sicht erweitert sich, und mehrere Kolonnen des Geleitzuges treten aus der Dunkelheit heraus. Ein großer Frachter liegt schubgerecht. Das Boot dreht auf, die Entfernung wird schnell geringer. Doppelschußtreffer vorn. Der Frachter liegt tief mit dem Bug im Wasser, doch ist beim Angriff der Rest des Geleitzuges aus Sicht gekommen. Sofort stößt das Boot nach, um an dem Feind zu bleiben. Währenddessen werden die leergeschossenen Rohre nachgelassen. In Doppelkiellinie kommt bei hoher Dünung der Geleitzug wieder in C?;d)t. Mehrere Zerstörer sichern. Der Durchbruch durchdieSicherung wird angesetzt. Im selben Augenblick hat ein Zerstörer das Boot offenbar gesehen, auf das er hart zudreht. Das U-Boot dreht ab in der Dunkelheit und stößt nach kurzer Zeit an anderer Stelle durch. Die Zeit ist kurz. Also Doppelschuß auf Frachter und, ohne das Er- Berlin, 19. März. (DNB.) yie USA.-Admi-' rate Stirling und Stark haben soeben etwas freimütig auf die Gefahr hingewiesen, die der englisch-amerikanischen Schiffahrt durch die U. - B o o t e der Dreierpaktmächte droht: Admiral Stirling sagte, überall stoße man auf feindliche Unterseeboote. Und selbst wenn man manchmal glaube, ihrer Herr zu werden, stelle man spater fest, daß sich ihre Zahl noch erhöht habe. Admiral Stark erklärte: „Das dringendste Erfordernis für die Alliierten ist heute, mit der U-Boot-Plage fertig zu werden, denn die U-Boote drohen die amerikanische Produktion von ihren Einsatzgebieten in Europa, dem nahen Osten und dem Pazifik abzuschneiden. Die U-Boote der Achsenmächte operieren in fast allen Teilen der Welt. Ihre Zahl hat sich erhöht. Die U-Boote sind d i e Gefahr Nr. 1 für die Alliierten; und Amerika und Großbritannen müssen die größten Anstrengungen machen, wenn nicht der Fall eintreten soll, daß die große amerikanische Produktion nutzlos auf den Boden des Meeres versenkt werden soll, ohne zum Einsatz gegen die Achsenmächte zu kommen. Die Engländer waren gezwungen, ihre See- und Luftstreitkräfte dünn über viele Fronten hin zu verteilen, während die amerikanische Flotte völlig damit beansprucht war, den Pazifik zu schützen. Acht Millionen Tonnen neuen Handelsschiffsraumes wollen die Amerikaner in diesem Jahre bauen. Aber selbst diese Zahl reicht nicht aus, um die Bedürfnisse der Alliierten zu befriedigen, wenn nicht die U-Boot-Plage beseitigt wird." Gegenüber den Urteilen dieser Fachleute versucht nun "der USA.-Marineminister Knox schleunigst, die U-Boot-Gefahr zu bagatellisieren. Vor der Neu- yorker Presse behauptete er: „Der Prozentsatz der von U-Booten versenkten Schiffe an der atlantischen Küste ist sehr gering!" Von über 1000 Schiffen seien nur fünf, die gegen ihre Instruktionen, die Sicherheitszonen zu benutzen, handelten, versenkt worden. Fünf von Tausend, das hört sich sehr beruhigend an aber dieser Lüge steht die unumstößliche Tatsache gegenüber, daß seitOem Auftreten deutscher U-Boote an der Ostküste des amerikanischen Kontinents b e - reite über 1 5 0 Schiffe versenkt worden sind. Wenn Knox fünf bestimmte Schiffe zugibt, bann handelt er einfach nach dem Grundsatz, den die USA.-Regierung über ihre Nachrichtengestaltung soeben aufgestellt hat: Beschädigungen von USA.-Schiffen würden nur bekanntgegeben, wenn sie vom Feinde bereits wahrgenommen würden. Die Erklärungen der USA.-Admirale Stirling und Stark genügen, um Knox der Lüge zu überführen. Der Marinesekretär gab bekannt, es sei notwendig geworden, die Anzahl der U S A. - P at r o u illens ch i f f e an der Ostküste und im Karibischen Meer zu erhöhen, auch verstärkte Flugzeugpatrouillen einzusetzen und die Zahl der Küstenschutzmannschaften zu verdoppeln. Die USA.-Regie- rung hat sich also entgegen ihren ursprünglichen Absichten gezwungen gesehen, infolge der wachsenden Tät'gkeit deutscher U-Boote in der westlichen Hemisphäre Patrouillenschiffe von der Nordatlantik- Route, wo sie bisher zum Schutze der Materialtransporte nach England und der Sowjetunion tätig waren, abzuziehen und in den eigenen G e - wässern einzusetzen. * Wenn heute deutsche Unterseeboote an der Küste Amerikas tätig sind, so ist der Sinn dieses Kampfes nicht etwa eine Blockade der bereinigten Staaten »mit dem Ziel der Aushungerung der USA., sondern auch diese Maßnahme zielt in erster Linie a u f England. Abtrennung Englands von der amerikanischen Versorgungsbasis und Vernichtung von Schiffsraum, das sind die Ziele dieser deutschen Aktion. Daneben ist natürlich jede Störung des amerikanischen Wirtschaftslebens äußerst willkommen, da solche Störungen sich immer hemmend auch auf die Rüstungsproduktion der Vereinigten Staaten auswirken müssen. In dieser Hinsicht ist Amerika keineswegs unempfindlich, denn wenn auch die Einfuhrabhängigkeit der Vereinigten Staaten im eigentlichen handelspolitischen Sinne nicht groß ist, so darf man doch nicht übersehen, daß der Warenverkehr im amerikanischen Binnenhandel zu einem großen Teil über See vor sich geht. Der Austausch zwischen der Ost- und Westküste erfolgt vielfach, wie z. B. beim Erdöl, mit Schiffen durch den Panama-Kanal. Daß die Bahnverbindungen nicht in der Lage sind, diesen Seeverkehr zu ersetzen, hat sich bereits im vorigen Jahre gezeigt. Aus diesem Grunde haben unsere U-Boote auch ein besonderes Oer Rüstungskrieg. Jeder Fortschritt, den die deutsche Wehrmacht oder die Wehrmacht unserer Verbündeten erzielt, verschiebt jetzt ruckartig die Rüstungskraft zu unseren Gunsten. Was das bedeutet, wie viele Mühe und wie große Anstrengungen es gekostet hat, um auf den heute erreichten Punkt zu kommen, machen fick auch nur wenige Deutsche klar. So übermältiaeno war die Menge der Güter — um den allereinfach- sten Ausdruck zu gebrauchen —, über die unsere Feinde 1939 verfügen konnten! Das änderte schon sehr der militärisch glorreiche Feldzug von 18 Tagen in Polen an diesem Mißverhältnis. Ja, man . muß sagen, daß keiner der so gewaltigen Feldzüge für sich allein dieses Mißverhältnis ab gestellt hat. Aber in ihrer Gesamtheit und mit Hinzutritt Japans haben sie dieses Mißverhältnis völlig gewendet, so daß heute jedes einzelne Prozent, das England und die Vereinigten Staaten an Verfügungsfreiheit über Rohstoffe und Nahrungsmittel verlieren, gewaltig zu Buche schlägt. Es war ein weiter Weg, um dahin zu kommen. Wenn heute England den Schmachtriemen anziehen muß, wenn in der Sowjetunion der Normalverbraucher zugunsten der Heeresversorgung geopfert wird, wenn selbst das Überschußreiche Gebiet der Vereinigten Staaten empfindliche Mangelerscheinungen kennenlernt, wenn unsere Feinde in ihrer Gesamtheit mit immer neuen wirtschaftlichen Schwierigkeiten nicht fertig werden, dann bekommen wir erst den Maßstab für das, was w i r durch Vorsorge, Ordnung und Selbstzucht auf kriegswirtschaftlichem Gebiet geleistet haben. Wir sind alle ohne jede Ausnahme an Einfchrän- fungen unserer Lebensführung, an empfindliche Ein- fchränkungen gebunden. Uns allen täte es wohl, „einmal so richtig hineinhauen" zu können. Wir müssen uns diese Wünfche verkneifen. Darüber hinaus müssen an sich berechtigte Gegebenheiten jedes einzelnen Produktionsbetriebes zurücktreten. Der Bauer kann nicht pflanzen, was er will. Der Fabrikant, der Gewerbetreibende und der Kaufmann müssen sich umstellen. Mancher verliert damit die Basis seiner bisherigen Existenz. Das alles ist hart, sehr hart. Es ist natürlich, daß jeder einzelne von uns zuerst die Härten empfindet, daß er die Ecken merkt, an denen er sich stößt und stoßen muß. Gerade darum ist es eine einfache Notwendigkeit, daß wir stets auch das scheu, was wir durch Vorsorge» Ordnung, Geduld, innere Bereitschaft und Selbstzucht geschafft haben. Wo stchen wir'und wo stehen die anderen? Wir sind an der Kippe, wo jeder Fortschritt, jeder Erfolg unserer und der verbündeten Streitkräfte für die anderen wirtschaftlich zu Buche schlägt. Heute arbeiten — der Führer hat auf diesen Umstand schon am 8. November hin gewiesen — für die deutsche Kriegsrüstung direkt weit mehr als 250 Millionen Menschen; das Gebiet aber, das in Europa Überhaupt für diesen Kampf auch indirekt arbeitet, umfaßt schon jetzt über 350 Millionen Menschen. Dazu kommen rund 90 Millionen Japaner. Uns stehen gegenüber England mit seinen knapp 47 Mill, und die Vereinigten Staaten mit ihren etwa 125 Millionen Einwohnern. Dazu kommt die Sowjetunion mit rund 180 Millionen. Der menschliche Einsatz auf kriegswirtschaftlichem Gebiet ist zahlenmäßig mindestens gleich. Doch besteht ein wichtiger Unterschied: Im europäischen und im atlantischen Bereich operieren die Achsenmächte auch auf wirtschaftlichem Gebiet auf der inneren Linie; dasselbe gilt von Japan im paziftschen Bereich. Die Zusammenfassung der Kräfte ist also im Achsen- und im japanischen Bereich unendlich leichter als für die Vereinigten Staaten, England und dis Sowjetunion, die untereinander durch große Entfernungen getrennt sind und zu den wiederum fernen Kriegsschauplätzen weite Transporte zurückzu- Augenmerk auf die Tanke r. Deren Versenkung beseitigt nicht nur unersetzlichen Schiffsraum für England, sondern schafft auch immer wieder Störungen und Schwierigkeiten im amerikanischen Wirtschaftsleben. Aus diesem Grunde sind uns alle Nachrichten über Versorgungsschwierigkeiten in Amerika erfreulich, auch wenn eine Blockade Amerikas selbst nicht das Ziel der deutschen Kriegsmaß- nahmen ist und sein kann. Jagd in den amerikanischen Gewässern. Rom, 19. März. (DNB.) Der von den deutschen und italienischen U-Booten in den amerikanischen Gewässern geführte U-Boot-Krieg zieht Nutzen aus den jahrelangen Kriegserfahrungen, bemerkt ein Sonderberichterstatter der Aqenzia Stefani zu den Erfolgen der U-Boote der Achsenmächte an der norh- amerikanischen Küste sowie im Karibischen Meer. Das Ergebnis der kurzen Kampftätigkeit der deutschen und italienischen U-Boote könnte größer fein, wenn nicht die amerikanische Schiffahrt geradezu von einer Panik ergriffen worden wäre und ihre Schiffe nach Möglichkeit in den Häfen zurückhielte. Die Admiraütäten in den Feindstaaten sinnen auf Abhilfe, sind aber nicht zum wenigsten auch durch das Auftreten japanischer Unterwasserstreitkräfte im Indischen Ozean außerstande, das einzige wirksame Hilfs-mittel in Anwendung zu bringen, nämlich die Schiffe durch zahlreiche Einheiten der Kriegsmarine begleiten zu lassen. Inzwischen liegen die U-Boote der Achsenmächte auf der Lauer, zuweilen nur einige Kabellängen von der Küste entfernt oder von den Flußmündungen. In den tropischen Gewässern des Karibischen Meeres mit seiner Insel- und Klipvenwelt und selbst im Sargasso-Meer zwischen den Dahama- und Bermuda-Inseln pirschen sich die U-Boote der Achsenmächte an den Feind heran. Die Durchsichtigkeit des tropischen Meeres erfordert allerdings besondere Aufmerksamkeit bei der Abwehr der vom Gegner zur U-Boot-Jagd eingesetzten Flieger. Gowjetangriffe aus Kertsch gescheitert. Schwere Panzerverluste der Sowjets. Berlin, 19. März. (DNB.) Wie das Oberkommando der Wehrmacht mitteilt, waren am 18.3. auf der Halbinsel Kertsch die bolschewistischen Angriffe infolge der erlittenen hohen Verluste und der Notwendigkeit neuer Versorgung der Truppen, insbesondere mit Munition, schwächer als an den Vortagen. In den Morgenstunden griff der Gegner, unterstützt von Panzern, zweimal in Stärke von je einem Regiment die deutschen Stellungen an. In den Mittagstunden wurde der Angriff gegen die Stellungen einer weiteren Division ausgedehnt. Jedesmal wurden die Angriffe unter hohen blutigen Verlusten für den Feind zurückgeschlagen, wobei mehrere Panzer vernichtet wurden. Am Nachmittag führte der Feind nach starker Artillerieoor- bereituna erneute ergebnislose Angriffe gegen eine von unseren Truppen besetzte Höhe durch. Auch an der Donezfront ostwärts Charkow griffen die Bolschewisten nur an einigen Stellen mit stärkeren Kräften an. Eigene Gegenangriffe verliefen erfolgreich. Die Bolschewisten erlitten bei ihren vergeblichen Angriffen während der großen Abwehrschlacht der Wintermonate hohe Ausfälle an Panzerwagen. In den ersten sieben Wochen dieses Jahres wurden insgesamt 960 Panzer vernichtet oder erbeutet. Vom 17.2. bis 16.3. haben die Bolschewisten weitere 879 Panzer verloren. Mithin betragen ihre Verluste vom 1.1. bis 16.3. über 1800 Panzer. Oer Wehrmachtbericht. DRV. Aus demFührerhauptquarlier, 19. März. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Auf der Halbinsel Kertsch scheiterten erneute, mit geringerer Kraft als an den Vortagen geführte Angriffe des Feindes. 3m Donezgebiet schlugen deutsche und rumänische Truppen mehrere heftige Angriffe unter hohen Verlusten für den Gegner ab. Eigene Gegenangriffe verliefen erfolgreich. Auch an anderen Stellen der Ostfront find noch heftige Abwehrkämpfe im Gange. 3n Rordafrika richteten sich wirkungsvolle Angriffe deutscher Kampfflugzeuge gegen militärische Anlagen der Festung Tobruk. Die bei Tag und Nacht fortgesetzte Bombardierung von Flugplätzen der Insel Matta verursachte heftige Brände und Explosionen. Im Mittelmeerraum wurden In Lustkämpfen ad)t feindliche Flugzeuge abge- sch osf en und drei am Boden zerstört. Der Leutnant St relo w. Flugzeugführer in einem Jagdgeschwader, schoß am gestrigen Tage an der Ostfront sieben sowjetische Flugzeuge ab. legen haben und an den Schiffsraum als einzige Beförderungsgelegenheit gebunden sind. Diese Klarheit über unsere Lage und ... die Lage der anderen gibt uns den rechten Standpunkt, um die anschauliche und doch knappe Darlegung der innerdeutschen und innereuropäischen Wirtschafts- Problematik zu verstehen und in das rechte Verhältnis zu setzen, die Reichswirtschaftsminister Funk als Präsident der Reichsbank am 17. März gegeben hat. Da tauchen viele Fragen auf: Die arbeitsteilige Wirtschaft in Deutschland und Europa, der Zahlungsverkehr, die Umwandlung vieler Warenbestände in schwimmendes Geld, das irgendwie gebunden werden muß. Sogar Börsenfragen, die die letzten unserer Sorgen sind, und dann das Problem der „Zinsruhe", wie Funk sehr gegenständlich die Stabilisierung des allgemeinen Zinsfußes auf etwa 3% v. H. genannt hat. Jede dieser Einzelfragen ist sehr wichtig. Jede erfordert zu ihrer Behandlung eine zugleich feste und sachte Hand. In jeder liegen innere Gegensätzlichkeiten eingekapselt. Wesentlich ist aber nur eins: Wieviel Rüstungsgüter können wir der Front, wieviele Verbrauchsgüter der Heimat zur Verfügung stellen? Und da sind wir wieder bei dem Ausgangspunkt, daß im 31. Kriegsmonat die Produktionskräfte, über die wir und ... die anderen verfügen, mindestens gleich geworden sind, und daß jeder militärische Fortschritt auf unserer Seite für die anderen wirtschaftlich schwer zu Buche schlägt. Das ist der Hintergrund, auf dem sich die innere Problematik der deutschen Wirtschaft im 31. Kriegsmonat mit dem richtigen Maß messen läßt, für sie hat der Reichswirtschaftsminister folgende Worte gefunden: „Die Wirtschaft wird erhebliche neue Lasten in diesem Jahr zu tragen haben. Die tiefeingreifenden Rationalisierungsmaßnahmen, die jetzt durchgeführt werden, müssen auch vielfach finanzielle Auswirkungen nach sich ziehen. Große Teile der deutschen Wirtschaft werden Strukturwandlungen erfahren. Liquiditätssorgen werden auftauchen, sowohl bei den stillgelegten oder umgestellten Betrieben, die die Substanz durchhalten wollen (man denke hier insbesondere auch an den Handel), als auch bei denen, die stark erweiterte Produktionsprogramme durchführen müssen. Auch wenn die Leistungssteigerung in jeder Hinsicht gefördert werden wird, so werden eine straffere Preispolitik und eine schärfere Erfassung von Mehrerträgen im Kriege auch die Gewinnergebnisse beeinflussen." Dr. Ho. Ein Australier Vertreter des Empire in Kairo. Stockholm, 19. März. (Europapreß.) Als Nachfolger des als Produktionsminister nach.London berufenen Sir Oliver Lyttle ton zum Staatsminister und Vertreter des britischen Krieqskabinet^s in Kairo ist der bisherige australische Gesandte in Washington, Richard Casey, ernannt worden. Es scheint sich um einen Versuch der Londoner Regierung zu handeln, den Bestrebungen Australiens, sich näher an die Vereinigten Staaten anzufchließen, dadurch zu begegnen, daß Australien innerhalb des Empire eine einflußreichere Stellung als bisher erhält. Als weiteres. Anzeichen für eine solche Politik kann vielleicht die Anwesenheit von Generalleutnant Sir Thomas B l a m e y in Kapstadt betrachtet werden. Blamey ist Oberbefehlshaber der australischen Truppen im mittleren Osten und Stellvertreter General Auchinlecks. Als Zweck seiner Reise nach Kapstadt werden Besprechungen mit General S m u t s angegeben. Gleichzeitig wird jedoch bekannt, daß bereis heute eine große Anzahl australischer Flieger bei der amerikanischen Luftwaffe ausgebildet werden. Außerdem wurden drei australischamerikanische Ausschüsse zur Gleichschaltung der Kriegswirtschaft beider Länder errichtet. Soff ein von den Japanern beseht. Berlin, 19. März. (DNB ) Japanische Truppen sind nun auch in die burmesische Hafenstadt B a s - sein eingezogen, nachdem sich die britischen Streit- kräfte nach Nordwesten zurückgezogen haben. Mit Bassein verlieren die Briten die letzte Seeverbindung an der südburmesischen Küste, die Japaner dringen am Jrawadi und gleichzeitig auch im Sit- tangtal nach Norden vor. In der Gegend von Toungoo und Prome spielen sich noch hartnäckige Kämpfe ab. Oie Militärattaches der Verbündeten auf den ostastastschenKi-ieasschauplähen Tokio, 19. März. (Europapreß.) Die Militär-- und Lustattaches Deutschlands, Italiens Rumäniens und Finnlands in Tokio be- Oer Goldene weiter in Magdeburg. Von Ernst von Niebelschütz. Auf dem Alten Markt in Magdeburg, dem Verkehrszentrum des mittelalterlichen Stadtkerns, erbebt sich auf hohem Postament inmitten eines tabernakelartigen Säulenbaldachins die Steinfigur eines gekrönten Reiters, begleitet von zwei weiblichen Gestalten, von denen die eine einen Schild, die andere ein Banner trägt. Die bis auf einige Flickstellen wohlerhaltene, in ihrer Goldfassung erneuerte Gruppe stammt aus der Heldenzeit der mittelalterlichen Großplastik: sie mag um 1240 entstanden sein, bildet stilistisch also die Brücke zwischen den kurz zuvor vollendeten Bamberger Bildwerken und den um etwa ein Vierteljahrhun- fcert jüngeren Stifterfiguren des Naumburger Domes. Vier stark überarbeitete Reliefs mit den weltlichen Kurfürsten am Sockel sind dem Denkmal erst in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts hmzugefügt worden. Noch später ist der Säulenüberbau mit der geschweiften Haube. Er wurde in den Formen der Spätrenaissance 1651 errichtet, als zeitgemäßer Ersatz für einen gleichzeitig mit ben drei Monumentalfiguren entstandenen früh- gotischen Baldachin, über dessen Aussehen wir durch einen Holzschnitt in einer 1588 geschriebenen Stadtchronik genau unterrichtet sind. Acht Säulen dien- ten als Träger für ein nadelschlankes Spitzdach, an dessen Fuß föHerartige, mit kleinen weiblichen Halbfiguren geschmückte Vorbauten angebracht waren. Den obersten Abschluß bildete ein Figürchen des Stiftspatrons St. Mauritius. Es wurde bei der Zerstörung Magdeburgs am 10. Mai 1631 entwendet und ist später durch den Reichsadler ersetzt worden. Eine lateinische Inschrift auf dem Holzschnitt von 1588 bezeichnet das Denkmal als das Kaiser Ottos des Großen, und so heißt es im Dolks- munde noch heute ob mit Recht oder Unrecht, bleibe zunächst dahingestellt. Auf jeden Fall handelt es sich um einen weltlichen Herrscher. Vergebens sehen wir uns in der ganzen Monumentalplastik finden sich auf einer Besichtigungsreise durch die verschiedenen Kriegsschauplätze des Ostasienkrieges. Als erstes besichtigten sie das Kampfgelände um Hongkong. Alle sprachen ihre Bewunderung aus über die Leistungen der japanischen'Truppen. Dann setzten die Attaches die Reise nach der malaiischen Halbinsel fort, wo sie die Schlachtfelder besichtigten und die unter der japanischen Militärverwaltung bereits eingeleiteten Wiederaufbauarbeiten studierten. Empörende Behandlung italienischer Diplomaten im Irak und (Syrien. Rom, 20. März. (DNB. Funkspruch.) Anläßlich der Ankunft der aus Saudi-Arabien zurück- kehrenden italienischen Gesandtschaftsmitglieder in Agram bringen „Giornale d'Jtalia" und „Tribuna" einen Bericht über die empörende Behandlung der italienischen diplomatischen Mission im Irak und Syrien. Der Abschied in Saudi-Arabien erfolgte in voller Freundschaft, da das Land nur unter dem Druck der Engländer die diplomatischen Beziehungen zu Italien gelöst hat. Die Rückreise war lang und beschwerlich. Es schien, als durchquere man eine Mondlandschaft. Sand, nichts als Sand, nur hin und wieder ein paar kleine Oasen mit nomadisierenden Hirten. Aber die saudi-arabischen Behörden taten alles, um die Reise zu erleichtern. Das Unglück begann erst, als die Mission die Grenze d e s I r a k überschritt. Der Irak, der seine Freiheit vollkommen eingebüßt hat, wird beherrscht von Truppen aus allen Teilen des britischen Weltreiches, die die friedliche Landbevölkerung ausplündern und töten. Australische Gendarmen untersuchten mit peinlicher Genauigkeit das Gepäck der Italiener und stellten langwierige Untersuchungen an. Ebenso war es in Syrien, wo die G a u l l i st e n alles unternahmen, um die Italiener herauszufordern. Sie übertrafen die Australier noch in Beleidigungen, die sie den Italienern zufügten, und scheuten sich nicht, sogar persönlichen Besitz zu rauben. An der türkischen Grenze hatten die Leiden schließlich ein Ende. Vorstoh der schweizerischen Erneuerungsbeweaung. Zürich, 19. März. (Europapreß.) Wie ,T)ie Front" meldet, haben einige Männer aus den Kreisen der schweizerischen Erneuerungsbewegung die Bundesregierung ersucht, die verfassungsmäßige Ordnung wiederherzustellen durch Aushebung aller Maßnahmen, die die Pressefreiheit, die Versammlungsfreiheit und die Redefreiheit einschränken, soweit es sich nicht um die Wahrung militärischer, wirtschaftlicher oder politischer Geheimnisse handelt. In außenpolitischer Beziehung wird feftgefteüt, daß sich der Bundesrat in einem Irrtum befinde, wenn er auf dem Gebiet der Außenpolitik ein Dogma seiner Unfehlbarkeit aufstelle. Die Entscheidung darüber, ob die Neutralität als außenpolitische Gesamthaltung des Mittelalters nach etwas Aehnlichem um. Nicht daß es außerhalb Magdeburgs an Kaiserftcmd- bilbern gefehlt hätte, allein die Idee, einem deutschen Herrscher auf offenem Marktplatz und ohne jede Beziehung zur Kirche und ihrer Heilsordnung ein Denkmal zu setzen, ist ohne Vorgang. Das — verlorengegangene — Reiterstandbild Theoderichs des Großen in der karolingischen Pfalz zu Aachen kann zum Vergleich nicht herangezogen werden. Es war nicht öffentlich, zudem ein antikes, von Karl dem Großen gewaltsam nach dem Norden versetztes Werk. Die Reiterstatuen der Skaliger in Verona aber, an die man denken könnte, sind mindestens ein halbes Jahrhundert jünger. Sie fallen in das (Bebiet der Grabmalskunst und stehen in eggftem räumlichen Zusammenhang mit einem Kirchenbau — eine Beziehung, deren Fehlen den Magdeburger Reiter ja gerade als eine Ausnahme von einer sonst überall streng befolgten Regel erscheinen läßt. Da auch der berühmte Bamberger Reiter trotz großer stillstischer Verwandtschaft mit dem Magdeburger dem kirchlichen Jdeenkreise angehört, scheidet auch er als mögliches thematisches Vorbild aus. Ueber die Bedeutung des Standbildes als eines Symbols für die durch kaiserliche Gnade der Stadt verliehenen Freiheiten und Gerechtsame kann kein Zweifel bestehen. Das zeigt schon die unmittelbare Nähe des Rathauses und seiner ehemaligen Gerichtslaube an, der die befehlende Geste des kaiserlichen Reiters vermutlich einmal galt. Auch die beiden weiblichen Begleitfiguren, von denen übrigens die eine durch eine moderne Kopie ersetzt ist (das Original im Museum), können nur als weltliche Allegorien gedeutet werden, vielleicht als „Gerechtigkeit" und „Souveränität" oder auch als Personifikationen der beiden Reichshälften „Germania" und „Italia". Daß sie eigenhändige Werke des Reitermeifters find, ist neuerdings, und wohl mit Recht, bestritten worden. Sicher hat der Rat den Auftrag dazu erteilt. Ueber die für die Perfonalbeftimmung wichtige Frage allerdings, ob das Monument von der Bürgerschaft als die Trophäe eines über das Erzstift errungenen politischen Sieges errrichtet worden ist oder ob der Bischof als Stadtherr seine mächtige Hand darüber hatte, gehen heute die Ansichten der Forschung noch weit auseinander. Nur der Cha- beibehalten oder aufgehoben werden solle, fei Sache des souveränen Volkes. Also müsse ihm auch die Diskussion über diese Frage Vorbehalten bleiben, je nach den Umständen könnte das Volk eines Tages zu der Ueberzeugung gelangen, mit einer anderen Außenpolitik besser beraten zu fein. Mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet. Berlin, 19. März. (DNB.) Der Führer verlieh das Ritterkreuz an Major Griesbach Führer eines Infanterieregiments: Hauptmann Klaus- grober, Bataillonskommandeur in einem Infanterieregiment, und ^-Obersturmführer Meier- d r e ß , Batterieführer in einem Artillerieregiment einer ^-Division. Major Griesbach hat sich bei dem Angriff auf Feodofia mit feinem Regiment, dessen Führung er trotz eigener Verwundung übernommen hatte, zu einem Höhenzug durchgekämpft, um seine Einheiten erneut zum Angriff zu gliedern. Die Höhe wurde genommen. — Hauptmann Kl ausgrab e r hat bei der Inbesitznahme einer vom Feind besetzten Ortschaft im nördlichen Abschnitt der Ostfront die Sowjets aus der Ortschaft geworfen und eine große Beute, zehn Geschütze, 33 Minen- und Granatwerfer, 600 Gewehre und 300 Pferde, eingebracht. — ^-Obersturmführer Meierdreß hat bei der Verteidigung einer in der Abwehrfront als vorgeschobener Stützpunkt ausgebauten Ortschaft die Sowjets, die durch ihre Uebermacht vorübergehend in hie Ortschaft einzudringen vermochten, jedesmal zurückgedrängt oder vernichtet. Er ist im weiteren Verlauf der Kämpfe schwer verwundet. • * Der Träger des Ritterkreuzes, Leutnant Heinrich Hunger, Flugzeugführer in einem Kampfgeschwader, hat im Ostfeldzug den Fliegertod gefunden. In über 100 Feindflügen hatte er hervorragende Waffentaten vollbracht und im Südostfeld- zug durch kühne Tiefangriffe dem Feind schwere Verluste zugefügt. Auch bei dem Unternehmen Kreta hatte er sich ausgezeichnet. llmgehen der Vorschriften über die Einschränkung des Bauens wird bestraft Der Generalbevollmächtigte für die Bauwirtfchaft, Reichsminister Speer, ist in drei Fällen wegen Umgehung der Vorschriften über die Einschränkung des Bauens eingeschritten. Ein Bauunternehmer hat sich ohne Zustimmung' an sein Wohnhaus einen Wintergarten anbauen, in seinem Garten Stützmauern und ein kleines Schwimm- bab ausfübren lassen, obwohl in seiner Gegend in stärkstem Umfange Wiederaufbaumaßnahmen durchzuführen waren. Der Oberbaurat D. hat zugelassen, daß an mehreren in seinem Arbeitsbereich durch Verfügung stillgelegten Bauten weitergebaut wurde. Er stt damit seiner Aufsichtspflicht nicht nachqekom- men. Der Baurat C. hat — trotzdem zur Zeit ausführliche Richtlinien bestehen, im Kriege alles so emsach wie möglich zu bauen — bei dem ihm anrakter des Denkmals als städtisches Rechts-' Zeichen, das damit den Rolanden vergleichbar wäre steht fest. Daher auch die Aufstellung auf dem Marktplatz und vor dem-Rathaufe. Der Kaiser ist als Richter dargestellt, als Banner des Unfriedens. Leise öffnet sich der Mund zu einem gerechten Spruch, die Justitia selber scheint seine Lippen zu bewegen. Unbeirrt durch ein oorbeftimmtes Ziel, es sei denn das der sicheren Rechtsfindung, blicken die milden, leidenschaftslosen Augen, die von Er- sahrung und Umsicht zeugen. Ungerufen stellt sich Der Vergleich mit dem nur wenig älteren Bam- berger Reiter ein. In Magdeburg sind die Formen fester, dichter, massiger. Was sich am Gelock in »amberg in einzelne Strähnen auseinandernehmen laßt und von der Arbeit des aushühlenden Bohrers Kunde gibt, hier ist es im Begriff, sich zu- fammen^uschließen, ein einheitliches, weniger pla- ftisch gesehenes Gefüge zu werden. Das Blockhafte der Naumburger Stifter kündigt sich bereits an. habe der Magdeburger den geschärften Blick für Has Ganze, den organischen Zusammenhang der Teile — ein Gewinn, der freilich auch Verlust bedeutet, Verlust an Aufmerksamkeit für bie Einzelheiten, für die der Bamberger ein so waches, eindringendes Auge hatte. Daß ein so einzigartiges Monument dazu auf- mrdert, in dem Reiter eine konkrete geschichtliche Persönlichkeit zu erblicken, ist wohl zu verstehen, doch haben sich alle bisher vorgeschlagenen Namensgebungen als nicht genügend überzeugungskräftig erwiesen. Die Bezeichnung als Otto der 'Große in der Chronik von 1588 hat den Vorzug jahrhundertealter Ueberlieferung, sie beruht jedoch auf einer als Fälschung erkannten Urkunde des 14 Jahrhunderts. Neuere Forschungen bringen das Denkmal mit Karl dem Großen, den Begründer und Schützer der alten Sachsenfreiheit, und mit Konstantin als der Quelle alles geistlichen und weltlichen Rechts in Verbindung, andere wieder denken an den um 1240 regierenden Kaiser, also den Staufer Friedrich II. Bescheiden wir uns mit dem Eingeständnis, daß mir es nicht wissen und wohl auch nie erfahren werden, und achten wir ein Geheimnis, das uns zu gebieten scheint, in der Herrscherlichen Gestalt nicht das Porträt einer vergänglichen Person zu sehen, sondern den K a i - vertrauten Bau weiter in normaler friedensmäßiger Weise gebaut Er hat entgegen den bestehenden Bestimmungen Baumaterial und Arbeitskräfte für nichtkriegsnotwendige Zwecke verwandt. In den ersten beiden Fällen wurde Freiheitsstrafe, im- dritten Fall eine hohe Geldstrafe verhängt. Nicht nur der Soldat an der Front, auch die Verantwortlichen Fn der Heimat müssen Disziplin wahren und jede Maßnahme vermeiden, die die Kriegswirtschaft — wenn auch im Kleinen — zu stören geeignet ist. M l täröienffiubiläum General OßwaldS. Lpd. Der Befehlshaber im Wehrkreis V und im Elsaß, General der Infanterie Erwin Oßwald, begeht am 22. März fein vierzigjähriges Militärjubiläum. Er wurde 1882 in Tübingen als Sohn des Generals von Oßwald geboren, der im November 1914 als Brigade-Kommandeur vor Verdun fiel. 1902 trat der Jubilar aus dem Kadettenkorps W WZ O WM Zr als Leutnant beim 8. Württember gifchen Infanterie regiment 126 in Straßburg ein. lieber die Kriegsakademie ging fein Weg zum Großen Generalstab, mit dem er im August 1914 ins Feld rückte. Später kam er zur bulgarischen und türkischen Heeresleitung. Im Frühjahr 1916 war Oßwald als Kompanie- und Bataillons sichrer an der Ppernfront, dann wurde er Verbindungsoffizier bei der österreichischen Armee. Nach dem Weltkrieg trat er trt die Reichswehr. 1933—1936 war er Infanterie-Führer V in Kassel. 1934 wurde er Generalmajor, am 7 März 1936 Kommandeur der 9. Division in Gießen und am 1.April des gleichen Jahres Generalleutnant. Mit dieser Division war er am Sudeteneinmarsch beteiligt. Am 1. Dezember 1938 wurde er General z. b. D. beim Generalkommando V. A.-K. Seit Ausbruch des Krieges ist er Befehlshaber im Wehrkreis V und feit dem 1. Dezember 1940 General der Infanterie. Kriegswirtschastsverbrecher hingerichtet. Am 19. März 1942 ist der am 23. Januar 1898 in Hamm geborene Paul Vollmer hingerichtet worden, den das Sondergericht in Dortmund wegen Kriegswirtschaftsverbrechens zum Tode verurteilt hatte. Vollmer hat als Lebensmittelgrößhändler große Mengen Lebensrnittel zurückgehalten und sie zum Teil gegen andere bezugsbeschränkte Waren eingetauscht. Ferner hat er 107 Zentner Lebensmittel verderben lassen. Zwei Landesverräter hingerichtet Der durch Urteil des Volksgerichtshofes wegen Landesverrats zum Tode verurteilte 41jährige Rich. Trutt aus Sierck (Kreis Diedenhofen) ist hin- gerichtet worden. Trutt hat im Auftrag einer fremden Macht Spionage gegen Deutschland getrieben. Ferner ist der vom Volksgerichtshof wegen Landesverrats zum Tode verurteilte 50jährige Fritz Küw-- ning hingerichtet worden. Der oft vorbestrafte Verurteilte hat aus Gewinnsucht im Auftrage eines fremden Nachrichtendienstes Spionage gegen Deutschland getrieben. Aus aller Wett. Schwere Schneestürme in Dänemark. Schwere Schneestürme gehen über Seeland und Nordjütland. Ueberall liegen Personen- und Güter» züge im Schnee fest. In Kopenhagen liegt der Schnee meterhoch in den Straßen. Der voraus« gehende Eishagel hat zusammen mit den Schnee» stürmen jeglichen Telephonverkehr unterbrochen. Tausende von Telephonmasten sind wie Streich» Hölzer geknickt worden, viele Dörfer ohne elektrischen Strom. Der Verkehr über den Großen Belt wurde eingestellt. ser schlechthin, den Kaiser als den obersten Rechtswahrer, wie er in der Phantasie der Nation lebte und wirkte! Was von dem Bildhauer gefordert und auch geleistet wurde, war die künstlerische Verklärung der geistigen Vorstellung, die sich in den Menschen einer nichthistorisch, sondern mythisch denkenden Zeit mit dem Begriff höchster Würde und Majestät verband. Der „Goldene Reiter" sagt uns mehr als ein historischer Name, dem die allgemeine Anerkennung fehlt. Zeitschriften. — Im letzten Heft der Monatsschrift „Kunst dem Volk" (Verlag Heinrich Hoffmann, Wien) findet man zu einem Aufsatz über Gemälde aus preußischen Schlössern die farbige Wiedergabe einer delikaten mythologischen Komposition „Merkur, Venus und Amor" von Boucher, dazu so berühmte Bilder wie das Porträt Friedrichs des Großen von Graff, die „Einschiffung nach Cythere" und „Das Firmenschild des Kunsthändlers Gersaint" von Watteau, auch dieses übrigens in einer ungemein feinen farbigen Reproduktion. Dem male- nschen und zeichnerischen Werk von Rudolf Ribarz stt eine illustrierte Würdigung von Dr. Ankwicz von Kleehoven gewidmet. Ganzseitige Farbtafeln begleiten Albert Boecklers Beitrag über die Manessische Liederhandschrift. — Im März-Heft der Zeitschrift „Neues Volk" (Blätter des Raffenpolitischen Amtes der NSDAP., Verlag Berlin SW 68) lesen wir zu Beginn einten Gruß an Reichsinnenminister Dr Frick zum 65. Geburtstage. Ein Aufsatz über die Grundlagen des japanischen Familienlebens ist mit einer Anzahl charakteristischer japanischer Holzschnitte illustriert. Ein aktueller Beitrag „Scheinheilige Reklame — gute Geschäfte" befaßt sich an Hand bezeichnender Karikaturen mit der kriegshetzerischen Agitation in den USA. Aufschlußreiche Gegenüberstellungen bringen die Aufnahmen zu einem Aufsatz „Idealbild und Wirklichkeit", der die Darstellung berühmter Persönlichkeiten in Bild und Film behandelt. Interessantes Material enthält auch die Sparte „Völkische Lebensfragen", in der das Ras» senpolttische Amt Auskünfte erteilt. Aus der Giadi Gießen. Abschied von -er Schule. Don der Schulbank ins Leben springt es sich leicht. Jeder Junge, jedes Mädel macht diesen Sprung ohne Sorgen. Sie sind acht Jahre lang zur Schule gegangen, und man hat ihnen nicht umsonst in der letzten Zeit immer wieder von der Schulentlassung gesprochen. Zu Hause am Familientisch, im Kreise der Kameraden, beim Besuch der Tante: überall warf das Ereignis der Schulentlassung seine Schatten voraus, es wurde gewissermaßen zum Wegweiser, nach dem sich das Dasein in den abgelaufenen Monaten richtete. Die Scharen der Jungen und Mädchen, die jetzt die Schulbank verlassen, haben diesen Augenblick herbeigesehnt, sie fühlen sich glücklich und stolz, daß sie nun aufaenommen werden in die Gemeinschaft der Erwachsenen, in der sie ihr eignes Leben schmieden sollen. Und wie sie es schmieden wollen. Tatendrang ohnegleichen beherrscht sie alle. Das Gleichmaß des Schullebens mit seinen kleinen Freuden undLeiden soll abgelöst werden von der Berufstätigkeit, die in der jugendlichen Dorstellungswelt den Glanz romantischer Verklärung erhält. Gewiß, der Lehrer hat sie eindringlich darauf hingewiesen, daß das Löben ein großes Maß von Pflichten verlangt, daß es darauf ankommt, unermüdlich und fleißig zu arbeiten, wenn man vorwärts kommen will. Aber damit wollen sie schon fertig werden, den guten Willen dazu haben sie ausnahmslos. Was sie jetzt reizt, was ihrem jungen Streben Schwung verleiht, ist das unbekannte Land hinter dem Tor des Lebens, das sich vor ihnen öffnet. Mit der Begeisterung und dem Glauben an den Erfolg, den jeder Forschungsreisende auf seiner Fahrt in neue Gebiete mitbringt, schicken sie sich an, die neue Form ihres Daseins zu gewinnen. Ungeduldig erwarten sie den Tag, an dem sie zum erstenmal den Berufskittel anziehen können. Daß diesem ersten stolzen Tag hundert andere folgen werden, die nüchterner sind. Tage, die die Geduld und den Eifer hart erproben, ist für sie zunächst ohne Bedeutung. Wer würde sich, auch wenn er schon älter wäre, durch den Hinweis auf mögliche Schwierigkeiten in seiner Bereitschaft, ein Ziel zu erreichen, beirren lassen? Je jünger aber der Mensch sich eine wichtige Aufgabe stellt, um so entschiedener kann sein Einsatz, um so vorbehaltloser seine Begeisterung sein, die allen Erscheinungen die gute Seite abgewinnt. Für die Erwachsenen ist es eine Freude, diesen Schwung der Jugend zu spüren, und es sollte deshalb ;edem von ihnen eine Selbstverständlichkeit sein, ihm mit Güte und Wohlwollen zu begegnen. Denn die jungen Menschen bedürfen der Güte und des Wohlwollens, wenn sie durch das Tor des Lebens geschritten sind, um gemeinsam mit ihren älteren Kameraden an dem Werk zu arbeiten, das uns alle angeht. H. W. Sch. Bei Fliegeralarm unverzüglich in -en Lustschuhraum! Die bei der Tätigkeit der feindlichen Flieger über dem Reichsgebiet ’ gemachten Erfahrungen zeigen immer wieder, daß Verluste 'in der Bevölkerung in der Hauptsache dort eintreten, wo aus Sorglosigkeit die Luftschutzräume nicht ausgesucht worden sind. Volksgenossen, werdet nicht leichtsinnig! Begebt euch bei Fliegeralarm unverzüglich in den Luftschutzraum! Keine Reisen in der Osterzeit. Reue Grundlagen in -er Lebensmittelzuteilung Auf Grund des im Reichsanzeiger vom 19. März veröffentlichten Erlasses über die Durchführung des Kartensystems für Lebensmittel für die 35. Zutel- lungsperiode vom 6. April bis 3. Mai 1942 treten in der Höhe der Rationen für Brot und Mehl, Fleisch, Fette sowie Kaffeeersatz und Zusatzmittel Veränderungen ein. Das Umtauschverhältnis Marmelade — Zucker wird auf 700 zu 350 Gramm (bisher 450 Gramm) geändert. Die Käseration wird von 125 Gramm auf 187,5 Gramm erhöht; außerdem werden wie bisher 125 Gramm Quark ausgegeben. Jeder Versorgungsberechtigte mit Ausnahme der Selbstversorger erhält in der 35. Zuteilungsperiode eine Sonderzuteilung von einer Normaldose Kondensmilch. Im übrigen bleiben die laufend gewährten Rationen an Schweineschlachtfetten, Quark, Getreidenährmitteln, Teigwaren, Kartoffelstärkeerzeugnissen, Vollmilch, Zucker, Marmelade, Kunsthonig und Kakaopulver der 34. Zuteilungsperiode unverändert. Im einzelnen bleiben die Brotrationen der Kinder und Jugendlichen von 6 bis 20 Jahren sowie die Brotzulagen der Schwer-, Schwerst-, Lang- und Nachtarbeiter unverändert. Gesenkt wird dagegen die Brotration der Normalverbraucher über 20 Jahre um wöchentlich 250 Gramm auf 2000 Gramm und die Brotration der Kinder bis zu drei Jahren um 200 Gramm wöchentlich auf 900 Gramm. Die Kinder bis zu drei Jahren erhalten jedoch unverändert wöchentlich 125 Gramm Kinderstärkemehle. Die Brotration der Kinder von drei bis sechs Jahren wird um wöchentlich 100 Gramm erhöht unter Herabsetzung der Ration an Kinderstärkemehlen auf die Hälfte (62,5 Gramm wöchentlich). I Die Brotkarte A berechtigt künftig nur noch zum Bezüge von Brot aller Art einschließlich Mischbrot, jedoch mit Ausnahme von Weizenbrot. Die Brotkarte B, die wie bisher neben der Brotkarte A an Normalverbraucher und Jugendliche von 10 bis 20 Jahren ausgegeben wird, berechtigt zum Bezüge aller brotkartenpflichtigen Waren einschließlich Weizenmehl und der anderen Weizenerzeugnisse (Kuchen usw.). Bei Fleisch oder Fleischwaren werden die Rationen der Normalverbraucher über 18 Jahre und der Kinder bis zu sechs Jahren um wöchentlich ICO Gramm, die Rationen der Kinder und' Jugendlichen von 6 bis 18 Jahren um wöchentlich 50 Gramm gekürzt. Die Zulagen werden für Schwerarbeiter um wöchentlich 100 Gramm, für Schwerstarbeiter sowie Lang- und Ngchtarbeiter um wöchentlich 50 Gramm gesenkt. Die Gesamt-Fettrationen der Kinder bis zu 14 Jahren und die Fettzulagen der Lang- und Nachtarbeiter bleiben unverändert. Die Fettrationen der Normalverbraucher werden für die Zuteilungsperiode (vier Wochen) um 250 Gramm, der Jugendlichen von 14 bis 18 Jahren um 125 Gramm gekürzt. Daneben tritt eine Kürzung der Fettzulagen der Schwerarbeiter in Höhe von 100 Gramm und der Schwerstarbeiter in Höhe von 400 Gramm ein. Eine weitere Neuerung ist die Einbeziehung der Milei-Nachspeise und der Soßenpulver für Süßspeisen in die Karten- und Bezugscheinpflicht für Kartoffelstärkeerzeugnisse. Die Ration an Kaffee-Ersatz und -zusatzmitteln wird für Verbraucher über drei Jahre auf 312,5 Gramm je Zuteilungsperiode festgesetzt. Kinder bis zu drei Jahren erhalten keine Kaffee-Ersatz- und Zusatzmittel. Den Versorgungsberechtigten, die Marmelade einkochen und Obst einmachen und deswegen auf den Bezug von Marmelade zugunsten von Zucker verzichten wollen, wird Gelegenheit gegeben, den Zjlk- fer, der an Stelle von Marmelade bezogen werden kann, zu dem geänderten Umtauschverhältnis von 700 zu 350 Gramm in der Zeit vom 6. April bis 26. Juli 1942 zu jedem beliebigen Zeitpunkt unabhängig DOft der Gültigkeitsdauer der Einzel ab schnitte zu beziehen. Es ist daher möglich, die gesamte für die 35. bis 38. Zuteilungsperiode bestimmte Zuckermenge von 1400 Gramm zu Beginn der 35. Zuteilungsperiode zu kaufen. In der 37. bis 39. Zuteilungsperiode werden die über sechs Jahre alten Versorgungsberechtigten und die Inhaber der Reichsfettkarten SV I, SV III und SV V je 50 Gramm Speiseöl an Stelle von 62,5 Gramm Margarine -in jeder Zuteilungsperiode erhalten. Die Vorbestellung für den Bezug dieses Speiseöls muß spätestens bis zum 11. April 1942 erfolgen. Einen Vergleich der alten und der neuen Rationen in Gramm je Woche ermöglicht die folgende Gegenüberstellung: Brot Bisherige W Rationen 6. 4.1942 Kleinstkinder bis zu 3 Jahren 1100 900 Kleinkinder von 3 bis 6 Jahren 1100 1200 Kinder von 6 bis 10 Jahren 1700 1700 Jugendliche von 10 bis 20 Jahren 2600 2600 Normalverbraucher über 20 Jahre 2250 2000 Lang- und Nachtarbeiter 2850 2600 Schwerarbeiter 3650 3400 Schwerst arb eiter 4650 4400 Jett. Kleinstkinder bis zu 3 Jahren 125 125 Kleinkinder von 3 bis 6 Jahren 188 188 Kinder von 6 bis 14 Jahren 266 266 Jugendliche von 14 bis 18 Jahren 301 269 Normalverbraucher über 18 Jahre 269 206 Lang- und Nachtarbeiter 289 226 Schwerarbeiter 394 306 Schwerstarbeiter 738 575 Fleisch. Kleinst- und Kleinkinder bis zu 6 Jahren 250 150 Jugendliche von 6 bis 18 Jahren 400 350 Normalverbraucher über 18 Jahre 400 300 Lang- und Nachtarbeiter 600 450 Schwerarbeiter 800 600 Schwerstarbeiter 1000 850 Die Sätze für Selbstversorger sind entsprechend geändert worden. Weitere Einzelheiten über die Neuregelung sind aus dem Reichsanzeiger vom 19.3. zu ersehen. Auf die Gruppe der Normalverbraucher entfaWen nur rund 40 v. H. des deutschen Volkes. 60 v. H. entfallen auf die übrigen Verbrauchergruppen, die Wehrmacht und die Selbstversorger. Unsere emähnmgswirMaMche Ausgabe. Die wichtigen Aufgaben, die die Deutsche Reichsbahn zu erfüllen hat. gestatten während der Oster- zeit keinerlei zusätzliche Zugleistungen; die Versorgung der Front und die Beförderung von Soldaten müssen der Erfüllung aller übrigen Wünsche vorangehen. Es muß daher von jedem Volksgenossen verlangt werden, daß er alle nicht unbedingt notwendigen Reisen während der Osterzeit unterläßt; auch für die auswärts eingesetzten Angehörigen kriegswichtiger Betriebe kann keinerlei Sonderrege- sung' getroffen werden. Unsere Soldaten an der Front müssen trotz der großen Leistungen, die von ihnen verlangt werden, schon lange , auf jeden Urlaub verzichten; die Volksgenossen in der Heimat dürfen mit ihren Opfern nicht hinter ihren Soldaten zurückstehen. ** Das „Konzert der Jugend" verlegt. Das für den kommenden Sonntag, 22. März, geplante Konzert der Jugend, das vom Chor und dem Orchester der Hitler-Jugend Bann 116 veranstaltet wird, mußte auf einen späteren Termin verlegt werden. verdunkelungszeit: 20. März von 20.34 bis 6.54 Uhr. Der totale Krieg wird nicht durch Einzelleistungen gewonnen. Er braucht die Anstrengung der ganzen Nation auf allen Gebieten. Der Soldat, der Mstungsarb eiter, der Bauer und auch der Verbraucher müssen jeder an seiner Stelle alles daransetzen, um den Krieg zu gewinnen. Im Ernährungssektor bedeutet dieser Einsatz für den Sieg die Anpassung an die Ernährungslage in einer Weise, daß auch von dieser Seite her keine Bedrohung und Gefährdung des Sieges kommen kann. Wenn daher jetzt eine neue Angleichung der Lebensmittelrationen an die gegebenen Deckungsmöglichkeiten notwendig ist, so befugt das nicht etwa, daß die Ernährüngslage und die Vorratslage so1 schlecht wären, daß nichts mehr zum Verteilen da wäre, sondern lediglich, daß unsere Ernährungswirtschaft auch unter dem Gesichtspunkt dks Durchhaltens bis zum Sieg und der Sicherung des Sieges stehen muß. Mit der am 6. 4. beginnenden Zuteilungsperiode werhen die Rationen an Fleisch, Fett und Brot für fast alle Verbrauchergruppen im gewissen Umfange gekürzt, wobei man die Kinder und die besonders schwer arbeitende Bevölkerung, national- sozialistischen Grundsätzen entsprechend, nach Möglichkeit geschont hat. Für diese, das ganze Volk gleichmäßig betreffenden Maßnahmen liegen, wie der Staatssekretär im Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft Herbert Backe in einem im „Völkischen Beobachter" veröffentlichten Aussatz eingehend erläutert, vor allem zwei Gründe vor. Zunächst ist es die außerordentliche Ungunst der Witterung, die im letzten Jahre nicht nur in Deutschland, sondern in fast ganz Europa vorgeherrscht hat. Der lange und harte Winter 1939/40 hatte zu Auswinterungen von Brotgetreideflächen geführt, die allerdings durch die gute Kartoffelernte im Jahre 194Q einen gewissen Ausgleich fanden. Dem ebenfalls anormalen langen Kriegswinter 1940/41 folgten ein ungewöhnlich spätes Frühjahr und ein naßkalter Sommer und Herbst, der vor allem die Hackfruchternte erheblich beeinträchtigte. Die geringe Futterkornernte und die durch den frühen Frost geschädigte Kartoffelernte schmälerten das für die Schweinehaltung erforderliche Futter und damit die Fleischund Fetterzeugung. Als Folge dieser Witterungsverhältnisse waren aua) die Einfuhren aus den europäischen Ländern geringer, die von Deutschland zu leistenden Zuschüsse größer. Zu diesen ungünstigen Auswirkungen abnormer Witerungsverhältnisse kommt der gegenüber den Friedenszeiten erheblich gestiegene Bedarf. Jeder wird verstehen, daß der Soldat, seinem höchsten Einsatz entsprechend, bestens genährt werden muß. Das erwartet jeder Volksgenossen in der Heimat. Für die vergrößerte Wehrmacht müssen aber auch in wachsendem Umfange Waffen, Munition und sonstiges Rüstungsmaterial hergestellt werden. Dies hat zu einer Vermehrung der Zahl der Schwer- und Schwerstarbeiter und vor allem der Lang- und Nachtarbeiter geführt. Infolgedessen hat sich die Zahl derer, die Lebensmittelzulagen erhalten müssen, gegenüber dem ersten Kriegsjahr um mehr als eine Million erhöht. Aus dem gleichen Grund wurden als Ersatz für die zur Wehrmacht eingerückten Männer rd. 2,5 Millionen Arbeitskräfte aus dem Abslande nach Deutschland gebracht. Darüber hinaus wurden mehrere Millionen Kriegsgefangene in den Arbeitsprozeß der deutschen Wirtschaft ein« gereiht. Auch dafür werden natürlich zusätzlich Lebensmittel benötigt. Die Jndustriereviere in den besetzten Gebieten, deren Arbeit in den Dienst unserer Wehrmacht gestellt wurde, erfordern Lebens- mittelzuschüsse von uns, da diese Gebiete vielfach noch nicht in der Lage sind, sich vollständig aus der eigenen Produktion zu ernähren. Hierbei handelt es sich vor allem um Brotgetreide. Das Gebot der Treue verpflichtet uns auch, unserem tapferen Verbündeten Finnland bet der Uederwindung seiner Ernährungsschwierigkeiten behilflich zu sein. Der Zuschußbedarf Finnlands ist jetzt im Kriege natürlich erheblich größer als in Friedensjahren, denn die starken Anforderungen der Wehrmacht und außerordentlich ungünstige Wetterverhältnisie im vorigen Jahre haben auch dort ihre Auswirkungen gezeitigt, denen ausreichend zu begegnen wir behilflich sein müssen. Die Nahrungsmittellieferungen Deutschlands an das verbündete Finnland und an verschiedene besetzte Gebiete sind ein entscheidender Beitrag für den Neuaufbau Europas. Deutschland liefert im dritten Kriegsjahr an die genannten Länder Brot- getreibe in einem Umfang, der ausreicht, um damit rund 10 Millionen Menschen ein Jahr mit Brot versorgen zu können. Diese Leistung vollbringt mitten im Krieg ein Deutschland, das im Frieden immer in erheblichem Umfange Brotgetreide eingeführt hat, und das nach internationalem Recht tn keiner Weise zu derartigen Lieferungen verpflichtet ist. Nichts kennzeichnet besser den Unterschied zwischen der deutschen und der englischen Haltung als die Tatsache der deutschen Nahrungsmit« tellieferungen an verschiedene europäische Länder, und die von England verhängte Hungerblockade über seine ehemaligen Verbündeten, die England auch dann aufrechterhält, wenn sichergestellt ist, daß etwa eingeführte Nahrungsmittel Deutschland weder direkt noch indirekt zugute kommen. Es sei nur an die rücksichtslose Hungerblockade Englands gegenüber Griechenland erinnert. Es liegt auf der Hand, daß diese gesteigerten Anforderungen nunmehr, um die weitere Stabilität der Lebensmittelrationen zu sichern, eine Anpassung des innerdeutschen Verbrauchs an die gegebenen Dersorgungsmöglichkeiten erforderlich machen. Dabei'sind die Kinder und die besonders schwer arbeitende Bevölkerung, die Zulagen erhält, möglichst geschont worden. Die Rationen der Selbstversorger werden, soweit sie nicht bereits im Hinblick auf die allgemeine Senkung ermäßigt worden sind, entsprechend gekürzt. Um auch auf dem Ernährungssektor die Erreichung des Sieges zu sichern, kann man sich aber nicht nur damit bescheiden, Soll und Haben anzugleichen, sondern es gilt aych, die Aufgaben, die die neue Lage stellt, zu erkennen und an ihrer Lösung tatkräftig mitzuarbeiten. So müssen vor allem alle verfügbaren Kräfte in Deutschland und in ganz Europa noch mehr als bisher mobilisiert werden. ist wirklich ideal, es gibt dem Kuchen, auch wenn er mit dunklem Mehl gebacken ist, ein appe» titliches Aussehen und feinsten Vanillegeschmack J).üfävtSSackfein ist das unbedingt zuverlässig» Backpulver Der feurige Gfen Boman von Hans von Hülsen 44. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Abbeg sah ihn aus seinen glasigen Fischaugen an — Fehr schien es, als zucke ein kleines verhaltenes Lächeln um feine Lippen. „Aber höchst bedauerlich, Herr Baron", sagte er: „Vielleicht das Herz ordentlich mit Alkohol an- regen? Nicht? Habe gar nicht gewußt, daß Sie am Herzen laborieren ... Tut mir jedenfalls aufrichtig leid. Aber wir sind ja nächste Nachbarn, und nachdem ich nun at home bin, sehen wir uns hoffentlich bald wieder. Mit der Frau Baronin, der ich mich angelegentlichst zu empfehlen bitte ..." Fehr ließ sich auf dem Vorplatz vom Diener in den Mantel helfen und trat in die großgestirnte Nacht hinaus. Sein Kopf glühte — er merkte es doppelt in der Kühle der Nachtluft. „Und wenn ich sie treffe, dann —", dachte er ... Aber er konnte den Gedanken nicht zu Ende denken; denn gerade als er den Schlag seines Autos öffnete und die Scheinwerfer einschaltete, tauchte in ihrem Lichtkegel der rote Sportwagen Fontanas auf, und der Komponist sprang heraus. Er blinzelte ein wenig ins Licht, erkannte Fehr, kam auf ihn zu. „Ja, was denn, Herr Baron? So früh nach Haufe? Ich bin mächtig spät dran, ich war in der Stadt ..." „In der Stadt?!", echote es in Fehrs Kopf. „Auch Marion war in der Stadt ... auch sie war spät daran ..." „Ich hatte ein paar Besorgungen, und dann habe ich genachtmahlt und dabei ein Telephongespräch nach Wien angemeldet — das hat wahnsinnig lange gedauert, das Amt hat mich immer hingehalten, sonst wäre ick längst hier ..." „Lügst bu?z' dachte Fehr. „Wer so viele Einzelheiten auftischt, lügt gewöhnlich!" —1 Er sagte mit plötzlichem Einfall, und das Herz wurde ihm für eine Sekunde leichter dabei: 1 „Da ich Sie gerade treffe, Herr Fontana, — Sie ersparen mir da einen Brief. Ich habe mir nämlich die Sache mit dem Jagdhaus überlegt. Ich kann den Vertrag doch nicht unterschreiben/' „Nicht? Aber ich bitte, Herr Baron, warum denn nicht? Das ist ja direkt tragisch für mich! — „Glaube ich dir!" dachte Fehr. Er sagte: „Nun, so schlimm wird's nicht gleich sein. Aber es gibt da gewisse Notwendigkeiten, anders über 'das Haus zu verfügen. Natürlich erst vom Oktober an, wenn unser Kontrakt ab gelaufen ist." „Das ist wirklich sehr, sehr schade! Ich hatte mich so darauf gefreut. Auf Ehre, Baron, es ist ein schwerer Schlag für mich —" „Aber ich will Sie nun nicht länger aufhalten, Herr Fontana, Sie werden da drinnen sehnlichst erwartet. Gute Nacht!" Fontana fühlte eine kalte Hand in der seinen — dann faß Fehr am Steuer. Auf der Fahrt zum Schloß sagte er sich immer wieder, daß er die Wahrheit nicht hören würde. Er schloß die Haustür auf, läutete nach Fabian und ging, noch im Mantel, in sein Zimmer. Es war dunkel. Aber die Galerie mit den vielen Fenstern nebenan mar matt erleuchtet — vom Licht der Vitrinen. Und dort vor den Glasschtänken sand er Marion. „Kind, was machst du hier?" fragte er verwundert. „Ach, ich besehe mir deine Gläser. Und weißt bur Jan, ich zanke mit mir selbst, daß ich mich bisher so wenig dafür interessiert habe — wo es doch dein liebstes Steckenpferd ist. Du mußt mir einmal alles ordentlich erklären! Aber ist es denn schon so spät, daß du heimkornrnst? . Ich habe die Zeit ganz vergessen —" Er biß die Zähne zusammen, um ein Stöhnen zu unterdrücken, das aus feiner Brust emporguoll. Leidenschaftlich schloß er sie in die Arme: s „Nein, nein, früh ist es ...! Ich wußte den Grund nicht, aber nun weiß ich ihn: ich wollte zu dir!" Wenn Christian Fehr später zurückdachte, erschien ihm diese knappe Woche zwischen der Donnerstag- ! Nacht, da er Marion vor den erleuchteten Di- | trinen gefunden, und dem nächsten Mittwoch, an dem der Blitz nieder,zuckte, als eine der glücklichsten Zeiten, die er je durchlebt. In Marions Armen löste sich der Krampf seines Herzens. Die bösen Geister, die ihn so lange geängstigt, fuhren aus. Als er ihr am nächsten j Morgen entgegentrat, fühlte er sich glücklich er-1 neut, von allen Spukgewalten befreit. Er wußte । nun, daß er geirrt hatte, als er sich so weit ver-1 gaß, an ihr zu zweifeln. Er war gleichsam durch; | eine schwere Krankheit hindurchgegangen und nun! 1 geheilt. Sonne schien über seinem Herzen — die- । selbe milde, gütige Sonne, die über dem lang« 1 gestreckten Lappersdorfer Tal und dem von Schnee und Eis befreiten blauen Gebirgskamm alltäglich ihren weiten Bogen zog und die Knospen an Busch und Baum streichelte, daß sie schwollen und auf- brachen Er arbeitete nichts in diesen glücklichen Tagen, schob alles, was sie an Forderung brachten, seinen Beamten zu und widmete sich ganz der geliebten Frau. Sie ritten viel spazieren, durchstreiften auf „Raoul" und „Fatme" den frühlinghaft duftenden Wald, in dessen dunklem Grün sck>on die ersten Lichtftandarten der jungen Birken leuchteten; und wenn sie vom Sattel aus miteinander plauderten und scherzten, so war's wie ein Regenbogen der Liebe zwischen ihnen. Nicht anders in den Abendstunden vor dem flammenden Kamin. Der rot» zuckende Widerschein des Feuers spielte auf Marions zarten Fußfeffeln — und das erregte Fehr so, daß er jünglinghaft auf sprang und die leichte Last aus dem Sessel und auf seine Knie hob und tiefverzückt den Duft ihres Haares atmete. Und Anfang und Ende war Liebe — I Auch das trübte das Glück dieser Tage nicht, daß am Samstag unter der Post ein schwarzgeränderter Umschlag lag. Fehr öffnete ihn mit ruhigen Fingern. Er enthielt die Anzeige, daß Fräulein Hermine Strakonitz in ihrem 67. Lebensjahre sanft entschlafen war. Unterzeichnet war sie: Drofessor Dr. Strakonitz, Dresden-Loschwitz, und Ulla Wulslom, geb. Baronesse Fehr, Lappersdorf, Schlesien. Nach dem Frühstück rief Fehr Dr. Wulflam an, von dem er Näheres zu erfahren hoffte. Ja, Wulflam wußte Näheres, er hatte einen ausführlichen Brief von Ulla, die nun schon fast zwei Wochen in Dresden war, um der alten Tante die letzten Sehen stage zu erleichtern, zu verschönen — um nach Eintritt .der Katastrophe dem vielbeschäftigten Onkel beizustehen. Hermine Strakonitz war sanft hinübergeschlummert, den Kopf in Uüa$ Arm gebettet, überraschend, zu einer Zeit, da' der Bruder in^ Operationssaal seiner Klinik unerreichbar gewesen war. Unmittelbar nach dem Begräbnis wollte Ulla nach Hause kommen. Fehr schrieb einen Brief an Ulla nach Loschwitz und bat darin dem Schwager seine Anteilncchme auszusprechen; auch beauftragte er ein Dresdner Blumengeschäft, einen Kranz nach der Schillerstraße zu schicken. Am Abend spät, als er in sein Schlafzimmer zurückkehrte, meldeten sich Bilder aus der dunklen Vergangenheit, von Besuchen, die die Verstorbene vor langen Jahren, bald nach feiner Heirat, in Lappersdorf gemacht hatte. Damals war Annette blutjung gewesen! — Hatte er sie eigentlich geliebt, wie MEvn? Konnte mhn in der Jugend überhaupt so lieben? Und hatte sie ihn geliebt, wie Marion ihn liebte? — Er wußte es nicht. Es gab Augenblicke, in denen er es bezweifelte. — „Nett", dachte er, „daß Ulla die alte Verbindung aufrechterhalten hatte —" Und dann vertiefte er sich, angenehm ermüdet, in das Buch, das immer auf seinem Nachttische lag. (Fortsetzung folgt.) Oie neue Wochenschau 01172 Sache nsr gute Monika Matth. 5,4 \\cfr 01206 8630 *K: Eintritt :RM. 3.60,2.80,2.20,1.30 I Vorverkauf: Kartenverkaufs- I stelle der NSG. Kraft durch H Freude, Seltersweg 60, Tel, 2141 | Vornehm I Geschmackvoll I Persönlich I Diese wesentlichen Eigenschaften der guten Familien-Drucksache oletet Ihnen in zahlreichen neuzeitlichen Aus führungsarten und Papieren zw mäßigen Preisen SrühPsche Druckerei. Schulstr. 7. Ruf 2251 Montag, 30. März 19.30 Uhr Gießen, G.oria-Palast THEATER der Universitätsstadt Gießen schon jetzt erhebliches. Der Wiederaufbau dieser Gebiete ist im Gange. Freilich ist es nicht möglich, die Folgen des Krieges und der jahrzehntelangen bolschewistischen Mißwirtschaft in wenigen Mo- Marschtritt der Träger der alten Fahnen nimmt die Erinnerung aus den Zeiten Les Weltkrieges mit in das Bewußtsein des erlebenden Volkes, das in dieser Wochenschau einen seiner Feldherren, den Befehlshaber des Afrikakorps, Generaloberst Rommel, beim Führer sieht. Rommel erhält als sechster Offizier der Wehrmacht das Eichenlaub mit Schwer- Einschränkungen treffen müssen. Seine Lage ist aber mit derjenigen Deutschlands in keiner Weise zu vergleichen. England steht vor der Tatsache, daß seine Zufuhr aus Uebersee unaufhaltsam schwächer wird. Deutschland aber weiß, daß es alle Ehancen hat, daß es sich bei gemeinsamer Anspannung aller im Alter von 56 Jahren. Im Namen Mehr Sveude an des «atuv dusch Sesmüblev-Düchevt wird es jedoch gelingen, die Nahrungsmittelüberschüsse dieses Raumes von der Ernte des nächsten Jahres ab mehr und mehr zu steigern. Auch das stolze England, das sich bei Beginn Auch im Ernährungskrieg kann uns der Endsieg nicht entrissen werden. Dafür weiterhin alle unsere Kräfte einzusetzen, soll und wird unser aller Pflicht in der Heimat sein. Seinem im Juli 1941 im Osten gefallenen, geliebten, ältesten Sohn folgte in die Ewigkeit mein lieber guter Mann, unser treusorgender Vater und bester Kamerad, Schwiegervater, Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Neffe und Onkel Pfarrer Ernst Steiner Zur Ausbildung als Verkäuferin im Fachhandel mit Damen- und Mädchenoberbckleidung suchen wir zum baldig. Eintritt freundliches junges Mädel als Lehrmädchen Gebr.Imheuser, am Markt Jubel «Trubel Heiterkeit und Fröhlichkeit für 15. Avril ob. 1. Mai gesucht. Die glückliche Geburt ihres zweiten Kindes beehren sich anzuzeigen Ingrid Klinge höfer geb. von Jaschke Dr. Otto Klinge.höfer Oberstabsarzt z. Z. Univ.-Frauenklinik z. Z. im Felde Gießen, 19. März 1942 _________________________01189/ helfen bei Rheuma, Gicht, Ischias, Glieder- und Gelenkschmerzen, Hexenschuß, Grippe und Erkältungskrankheiten, Nerven- und Kopfschmerzen. Beachten Sie Inhalt und Preis der Packung. 20 Tabletten nur 79 Pfennig 1 Erhältlich in allen Apotheken. Berichten auch Sie uns über Ihre Erfahrungen! TRINERAL MÜNCHEN J 27/547 Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen lieben Vater, Schwiegervater, Bruder, Großvater, Onkel und Paten Johannes Langsdorf VI. Landwirt nach langen schweren Leiden im 80. Lebensjahr zu sich zu rufen. Die trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Jung V. und Familie Kaspar Langsdorf Georg Langsdorf und alle Angehörigen. Leihgestern, den 19. März 1942. Die Beerdigung findet Samstag, 21. März, nachmittags 3% Uhr statt. M fr Mein über alles geliebter, seelenguter Mann, der besorgte, liebevolle Vater seines Kindes, unser braver Sohn, mein lieber Schwiegersohn, mein einziger, guter Bruder, unser aller lieber Arthur Kilo Gefreiter in einem Pionier-Bataillon fand im Alter von 30 Jahren bei den schweren Abwehrkämpfen im Osten am 1. März den Heldentod. T _ In tiefer Trauer: Pauline Kilo, geb. Richtberg und Söhnchen Ulrich Heinrich Kilo und Frau Hildegard Knetsch, geb. Kilo, und Mann Heinrich Richtberg und Angehörige. Gießen (Mühlstraße 32), Löhnberg/Lahn (Pfannerhof), im März 1942. Kurt Pratsch Kaufmann der geniale Parodist berühmter Sänger und Sängerinnen. Cläre Stauffen die jubilierende Nachtigall. Karl Eichheim der Improvisator am Flügel. Marja Tamara in ihren eigenen Tanzschöpfungen. 3 Jalows die herrliche akrobatische Tanzschau. 2 Ewans die hervorragenden Equilibristen. Thomsons der Mann mit dem Lasso. Ernst Gloede am Flügel. Theater der Universitätsstadt Gießen Tanz Abend Ilse Meudtner, Berlin. huldigend: der Barbarina, der Elßler und der Pepita; am unmittelbarsten in der Wirkung der mit Kastagnetten und Talon scharf rhythmisierte spanische Tanz zuletzt. Nach der Pause sahen wir zuerst die drei Tänze der Maja (nach Goya), die unter Einbeziehung des Schleiermotivs das spanische Thema der Pepita wieder aufnahmen und in drei Stufen — die Liebende, die Leidende, die Hassende — auch pantomimisch ab wandelten. Noch ausgeprägter in ihrer pantomimischen Funktion wirkten die heiteren Tänze nach klassischer Musik, die den Abschluß und unbezweifelbar d-en Höhepunkt der Dortragsfolge bildeten, weil sie dem komischen Temperament und der witzigen Phantasie der Tänzerin Ilse Meudtner die breiteste und einfallreichste Entfaltung gestatteten: im „Gutherzigen Schmetterbingsfänger" (Haydn), im „Leichtsinnigen Engelein" (Mozart) und dem Beet-> hovenschen Rondo „Die Wut um den verlorenen Groschen" ist sie dem Theater als ihrem ursprünglichen Wirkungsbereich am nächsten; hier gibt es runde, kleine Szenen, die sich lustig bis zur Groteske in tänzerische „Handlung" umsetzen ließen und das< Publikum in reines Entzücken versetzten. Mit mehreren Wiederholungen und den Variationen über das „Männlein im Walde" bedankte sich Ilse Meudtner für den überaus reichen Beifall. — Hermann van Roon wirkte als verläßlicher Begleiter cm Flügel. Hans Thyriot und Nach kurzem schweren Leiden verschied unerwartet meine liebe, gute Frau, unsere treusorgende, herzensgute Mutter, Großmutter, Schwester, Schwiegermutter, Tante und Schwägerin Frau Elisabetha Habicht geb. Dechert im 64. Lebensjahr. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Richard Habicht, Lokomotivführer i. R. Gießen, den 18. März 1942. Die Trauerfeier findet am Montag, 23. März, 14 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. ________ __________________01182 Infolge Versetzung 1'uchtBeamt. 34-fe-W olrno. sofv't oder später in Gießen. Schrift!. Angeb. unter 01186 an den Gieß. Anz. Stellenangebote Sinn miD M MWen vorrnil'ags für Hausarbeit ges. Seibert, Fröbelstr. 36 p. Keine Ursprungszeugnisse, ondern nur Zeugnisabschriften Dem Be Derbungsichreibenbei- legen I — Lichtbilder undBewerbungsunter- ogen mü|)en zur Ber meivung von Verlusten auf oer Rücheite •flamen und Anschrift des Bewerbers tragen! Tüchtige taoüattii in gevfl. Haushalt gesucht. yii«7 Zett n. Vereinb. Moltkest/. 24 v. Prof. Tr Küst, Gießen, Leihgetterri Weg 20. tern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Es ist eine immer wieder bewunderungswerte Fähigkeit des Films, solche denkwürdigen Augenblicke nicht nur festzuhalten, sondern für Millionen, ja für das ganze Volk sichtbar zu machen, und zwar in einer Form, die sowohl die Erhabenheit des Augenblicks wie das Menschliche und Charakteristische der Handlungsträger enthält. Rommel beim Führer, das ist ein Bild, das länger haftet in unseren Augen als die Woche über, in der der Filmstreifen läuft, es ist ein Bild, das uns zum inneren Erlebnis wird. Die Aufnahmen von der F r o n t i rn O st e n sind noch immer bestimmt von dem Kampf gegen Eis und Wind. Der einzelne Mann liegt auf dem weiten weißen Feld nicht nur dem feindlichen Panzer gegenüber, sondern auch einer unerbittlichen Natur. Wenn wir hören, daß einige der Truppenteile, die wir im Kampf um zwei Ortschaften im D o - n e z - Gebiet sehen, wallonischer Herkunft sind, so Bewerber für die Offizierslaufbahn. Schüler des Geburtsjahrganges 1924, die sich zur Zrit in der 6. Klaffe höherer Schulen oder entsprechender staatlicher und staatlich anerkannter Lehr- anstalten befinden und die die aktive Offizierslausbahn (nicht Reseroeoffizierslaufbahn) ergreifen wol- Ie,n' kennen sich ab sofort zur vorläufigen Annahme als Bewerber für die Offizierslaufbahn in der Wehrmacht melden. Die als Bewerber für die Offiziers- laufbahn vorläufig angenommenen Schüler werden nicht zum Reichsarbeitsdienst herangezogen. Meldeschluß 30. Juni, Auskünfte sind bei den Wehrbezirks« kommandos erhältlich. Betriebsversammlungen im Vogelsberg NSG. Die Deutsche Arbeitsfront führte am Mittwoch im Kreise Büdingen-Schotten 12 Betriebsversammlungen durch, und zwar sechs für je eine Be- triebsgemeinschaft und sechs für Kleinstbetriebe der größeren Orte im Kreisgebiet. Es sprachen Gauredner der NSDAP, über die Aufgaben des deutschen Arbeiters im Kriegseinsatz. \7 Prämien iut Förderung der Bullenanspannung. NSG. Die Heranziehung der Bullen zu Gespannleistungen ist zweifellos dazu geeignet, die Zuchtoerwendung und Zuchtbenutzung dieser Tiere zu verlängern. Außerdem wird eine derartige Maßnahme zur teilweisen Abdeckung des Bedarfes an Anspanntieren beitragen. Um nun die Bullenanspannung zu fördern, hat der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft Mittel zur Verfügung gestellt, die zur Gewährung von Prämien für die regelmäßige Heranziehung der Bullen zur Arbeit bestimmt sind. Für die Prämiierung kommen grundsätzlich nur Bullen mit Deckerlaubms Al in Frage. Es können auch Herdbuchbullen mit Deckerlaubnis A oder B Prämien erhalten, wenn sie aus züchterischen Gründen nur für den eigenen Betrieb oder für bestimmte Tiere im Rahmen des Umfanges der Deckerlaubnis für die Zuchtklasse A gehalten werden. Der Antrag auf Prämiierung ist bei dem zuständigen Tierzuchtamt zu stellen, das im Besitz besonderer Vordrucke ist. Auf den Vordrucken sind die näheren Angaben über die Regelmäßigkeit der Anspannung, die verschiedenen Arbeiten, zu denen die Bullen herangezogen werden, und die Zahl der geleisteten Bullen-Arbeitstage einzustellen. Als voller Arbeitstag gilt eine mindestens vierstündige Arbeit je Tag. Für den Bullen sind mindestens 50 volle Arbeitstage im Jahr nachzuweisen. Die Höhe der Prämien richtet sich nach dem Alter der Bullen. Sie kann für Bullen im Alter von zwei Jahren bis zu 40 RM., von drei Jahren bis zu 60 RM., von vier Jahren bis 80 RM. und von fünf und mehr Jahren bis 100 RM. betragen. um die Erzeugung von Nahrungsmitteln zu steigern. Das ganze deutsche Volk muh die Anstrengungen des Landvolkes zur Erhaltung und Steigerung der Erzeugung unterstützen und bei der Bekämpfung von Mißständen, wie z. B. Tauschhandel, mithelfen, und schließlich müssen die in den besetzten Ostgebieten vorhandenen Produktionsmöglichkeiten im Dienste der Ernährung Deutschlands und Europas realisiert werden. Wenn die deutsche Landwirtschaft ihre Pflicht in bezug auf die Steigerung der Anbauflächen für Kartoffeln, Oelsaaten und Gemüse, die Erhaltung der Produktion an Brotgetreide, die Fortsetzung der Milcherzeugungsschlacht und die Beibehaltung des Schweinebestandes tut, und wenn auf der anderen Seite von oben her die Versorgung der Landwirtschaft mit Mineraldünger, Treibstoff und landwirtschaftlichen Maschinen nach Möglichkeit gesichert wird, dann müssen auch diejenigen, an die der Appell ergeht, durch Mitarbeit der Landwirtschaft zu helfen, sich mit ganzem Herzen zur Verfügung stellen in der Erkenntnis, daß die Ernährung eine der wichtigsten Grundlagen für den Sieg ist, und daß es höchste Pflicht bedeutet, für die heldenmütig kämpfenden Soldaten und die Heimat, die die Waffen für dieses Heer schmiedet, die Nahrung zu schaffen. An alle Volksgenossen, die noch nicht in kriegswichtiger Arbeit stehen, ergeht deshalb der Appell, zur Sicherung der Ernährung ihre Arbeitskraft der Landwirtschaft für die Bestellung, Pflege und Ernte zur Verfügung zu stellen. Dieser Appell richtet sich in erster Linie an diejenigen Volksgenossen, Frauen und Jugendlichen in den Dörfern und Landstädten, die früher in der Landwirtschaft gearbeitet haben. Man denke immer daran, daß die Ernährung eine der wichtigsten Grundlagen für den Sieg ist. Don der Landwirtschaft wird selbstverständlich erwartet, daß sie ebenso wie in den vergangenen Jahren auch diesmal wieder ihr Aeußerstes zur Erstellung und Bergung der neuen Ernte hergibt. Das Jahr 1941 war für die Ernährung ein entscheidendes Jahr; es brachte eine grundsätzliche Wende. Die bisherige Enge unseres Nahrungsraumes wurde überwunden. Die deutschen Waffen haben im Osten einen Raum in unseren Machtbereich gebracht, der in Zukunft, wenn er voll erschlossen ist, nicht nur uns, sondern ganz Europa ernährungsmäßig unabhängig machen wird. Wir werden uns immer anstrengen müssen, dem deutschen Boden möglichst viel Nahrungsmittel abzuringen, da die heimische Erzeugung die Grundlage unserer Ernährung ist und bleiben wird. Zur Ergänzung der Nahrungsmittelerzeugung der heimatlichen Scholle werden wir jedoch in von Jahr zu Jahr steigendem Maße Nahrungsmittel aus dem Ostraum hereinbekommen. Für die Versorgung der im Osten kämpfenden Truppen leistet dieser Raum J?se Meudtner, Solotänzevin an der Berliner Staatsoper, hier bereits von einem früheren Gastspiel zur Gießener Kunstwoche bekannt, gab einen Tanz-Abend, zu dem sich eine sehr zahlreiche Zuschauerschaft eingefunden hatte. Da Ilse Meudtner vom Theater herkommt, lag es nahe, bei der Zusammenstellung des Programms an eine Ausdrucksform zu denken, die dem reinen oder absoluten Tanz vergleichsweise am fernsten steht: also den Tanz nicht „an sich", sondern als eine Pantomimisch betonte Funktion innerhalb eines komplizierteren künstlerischen Ablaufes. Indessen entsprach der erste Teil der Folge dem Stil des Bühnentanzes weniger, als man wohl hätte erwarten können, oder jedenfalls nur insoweit, als die einzelnen Nummern überwiegend von einem bestimmten, vorstellbaren Thema ausgingen. Vergleichsweise am mindesten Programm-Tanz in diesem Sinne war das einleitende Jntrada-Arioso von Respighi, durch fließende Gewänder in der dekorativen Wirkung geschickt gesteigert, obwohl infolge des Umfanges der rnufi- kalifchen Vorlage etwas unpointiert. Knapp, gut und einprägsam in der schnellen, flackrigen und züngelnden Bewegung der Feuertanz, während die statuarisch aufgebaute, in der oberen Körperhälfte betonte „Gefesselte" ein merkwürdig un tänzerisches und nicht recht ergiebiges Thema darstellt. Sehr hübsch: die Suite „Drei von der Staatsoper", in dreimaligem Kostümwechsel drei Stilformen locker nachzeichnend und drei berühmten Vorgängerinnen 1 Freitag, den 20. März 18.30 bis 22 Uhr: 25. Freitagmiete u. Halbmiete B Königskinder Märchenoper 602d von Engelbert Humperdinck. Preise von 1.20 bis 4.10 RM. Bekanntmachung. Erfassung der weiblichen Jugend Geburksjahrgang 1924 für den Reichsarbeiksdienfk. Auf Grund des Reichsarbeitsdienstgesetzes in der Fassung vom 9.9.1939 und der Verordnung über die Erfassung der weiblichen Jugend für den Reichs- arbeitsdienst vom 28.6.1940 haben sich die wcib- lichen Angehörigen des Geburtsjahrgangs 1924, die in der Kreisstadt Gießen wohnhaft oder aufenthält- lich sind und eine Vorladung zur Eintragung in das RAD.-Pflichlstammblatt (WJ) nicht erhalten haben, bis zum 25. März 1942 während der Dienststunden bei der Polizeidirektion Gießen — Einwohnermelde, amt — Neuen Bäue 22, II. Stock, Zimmer 8, zu melden. Angehörige des genannten Jahrgangs, die verhei- ratet, verwitwet oder geschieden sind, haben sich ebenfalls zu melden. 962D Auskünfte erteilt vorgenannte Dienststelle, auch über vorzulegende Urkunden und Ausweise. Nichterscheinen zieht Straf- und Zwangsmaßnahmen nach sich. Gießen, den 18. März 1942. Der Polizeidirektor. I. V.: Hellwege Emden. der trauernden Hinterbliebenen: Helene Steiner, geb. Hirsch Annedore Schmidt, geb. Steiner Hatto Steiner Pfarrer Erich Schmidt, Leutnant, z. Z. im Felde Hausen (Kreis Gießen), im März 1942. Die Beerdigung findet am Samstag, dem 21. März 1942, vormittags um 10 Uhr, auf dem Neuen Friedhof in Gießen statt. ----- 01192 zwischen von Monat zu Monat einschneidendere mit allen für die Ernährung der Bevölkerung wich- n::„r_r.-x-e ' tigen Rohstoffen durchkämpfen kann und wird. zu kauten oms Telef. 2580. [Verschiedenes] Gutgehende Schu maciierei in Gießen zu verpachten. Schriftl. Angeb. unter 01187 an den Gieß. Anz. Die Parade des Ehrenbataillons, das am H e l - dengedenktaae am Berliner Zeughaus vor dem Führer und Den Spitzen der Generalität vorbeidefiliert, der Händedruck und der Blick des Führers für die Verwundeten aus diesem Kriege und aus dem Ringen der Zeit von 1914 bis 1918, die Feier der Stunde, die den Toten des Reiches gewidmet ist, eingeleitet von den ernsten Takten der Schicksalssymphonie Beethovens, das gesamte Ge- , r(, ...... . „. £i . . - präge der militärischen Tradition hat, wenn es im bolschewistischen Mißwirtschaft m wenigen Mo-1 Filmbild gerafft an uns vorüberrollt, im Kriege naten zu überwinden, zumal in der Landwirtschaft । einen noch stärkeren Nachhall als im Frieden Der nur einmal im Jahr geerntet wird. Der Tatkraft ™ ~ *- - ~ - der im Osten seit vergangenen Sommer eingesetzten vielen tausend deutschen Bauern und Landwirte Schriftl. Angeb. iterner unter 01165 an ou9i1 ben Gieß. Anz. Verkäufe Foxterrier 1 Jahr alt < Hündin) preiswert zu verkauf. Hammstraste 13 1. 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