<92. Jahrgang Nr. W Gnchemr täglich, außer Sonntags und s^eienags Beilagen: Gießener Aamilienblätter Heimat imBild-DieScholle Bezugsvreis: Monatlich.....RM.1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvrechanichluft 2251 Drahtanschrift: „Anzeiger" Postscheck 11686 ttrankf./M. Gießener Anzeiger vrühlsche Univerfitätrdruckerei 8. £onge General-Anzeiger für Oberhessen *** 6ie6en,9$d)nlftra6ez-9 5reitag.l9.Iunil9^2 Annahme von Anzeigen für die Mittaasnummer bis 8*/3 Uhr desVormiitags Attzcigen-Breiie für die Millimeter-Zeile von 22 Millimeter Brette: 7Rvf. für ssamiltenan- zeigen und private Gelegenheitsanzeigen 14Rvf.f. Werbeanzeigen und geschäftliche Gelegenheitsanzetgen Oie Seeschlacht bei pantetteria. Unser Bildtelegramm zeigt den Angriff eines italienischen Torpedoflugzeuges auf eine schwere feindliche Einheit. Rechts in Fahrtrichtung des Schiffes sieht man den im Zielwurf fallenden Torpedo. (Scherl-Bilderdienst- sLuce-j M.) 33 Schiffe mit 220000 VRT. in vier Tagen. Trotz verstärkter Abwehr. B e r l i n, 18. Juni. (DNB.) Die USA.-Regierung hat in der letzten Zeit ihre Abwe.hr - und Schutzmaßnahmen zur Durchführung der dringend notwendigen Zufuhr von Kriegsmaterialien und Rohstoffen über See beträchtlich ausgebaut. Alle irgendwie brauchbaren und einigermaßen seetüch- tigen Fahrzeuge wurden beschlagnahmt und in den Dienst der Geleitzugssicherung und der Unterfeebootabwehr gestellt. Selbst Motorboote, Privatjachten, kleine und kleinste Küstenfahrzeuge wurden in die amerikanische Kriegsmarine eingereiht, um die immer stärker werdende Unterseebootgefahr herabzumindern. Abgesehen von der Verstärkung der Unterseebootabwehr suchten sich die Amerikaner auch dadurch zu helfen, daß sie nach Möglichkeit einen Teil der Seetransporte auf die Eisenbahnen umleiteten, um dadurch wenigstens einen Teil der wichtigsten Rohstoffzufuhr dem Zugriff der Achsen-Unterseeboote zu entziehen- Trotzdem ist es wiederum unseren Unterseebooten gelungen, aus stark gesicherten Geleitzügen 19 mit wichtigen Rohstoffen und Kriegsmaterial beladene Schiffe mit 109 000 BRT. herauszuschießen. Der Kampf, den unsere Unterfeebootsbesatzungen gegen den sich der Gefahr voll bewußt gewordenen Feind zu führen haben, ist von unerhörter S)ärte und verlangt von jedem einzelnen Mann den Einsatz seines ganzen Könnens und feiner Tapferkeit. 3 3 Schiffe mit 220 000 BRT. verlor.der Feind auf seinen Hauptversorgungswegen im Atlantik und im Mittelmeer innerhalb der letzten vier Tage. Sieben Kriegsschiffe, die der Feind zum Geleit feiner Transportschiffe eingesetzt hatte, darunter zwei Kreuzer und fünf Zerstörer, wurden versenkt. Churchill erneut in Washington. Berlin, 19. Juni. (DNB. Funkspruch.) Wie aus Washington gemeldet wird, ist Churchill überraschend in Amerika eingetroffen, um sich mit Roosevelt über die durch den Tonnagemangel und die jüngsten militärischen Ereignisse hervor gerufene Lage zu besprechen. In der Begleitung Churchills befinden sich General Sir Allan Brooke und eine Reihe weilerer militärischer Sachverständiger. Die Reise wurde streng geheimgehalten. Der Sekretär Roosevelts rief die Pressevertreter um Mitternacht zu einer Konferenz im Weißen Haus zusammen, um ihnen von Churchills Anwesenheit Kenntnis zu geben. Reuter schreibt: „Churchills Besuch m Washington erfolgt zu einer Zeit, wo die vereinigten Nationen höchst wichtigen Kriegsentscheidunaen gegen- überstehcn. Die vier großen Fragen des Augenblicks find: 1. Die Eröffnung einer zweiten Front, 2. die Transportfrage, 3. die Strategie und Lage im Nahen und Fernen Osten, 4. bie amerikanischen Lieferungen an England, Rußland und China. Während er sich in den Vereinigten Staaten befindet", fo fährt Reuter fort, „kann nicht erwartet, werden, daß Churchill sich in der Oeffent- lichkeit zeigt, im Rundfunk spricht oder an irgendwelchen in die Augen springenden Kundgebungen tellnimmt. Er wird die meiste Zeit hinter geschlossenen Türen in Besprechungen mit Roosevelt über dringende Kriegsfragen verbringen." Das Reuterbüro deutet dann an, daß es vor allem die Sorge um die Tonnage ift, die Churchill erneut nach Washington getrieben hat. „Das Problem, das durch die Schiffsverluste der Alliierten erhoben wird" — so schreibt Reuter — „wird als wichtige Angelegenheit der englischen und amerikanischen Flottenstrategie angesehen werden. Churchill und Roosevelt werden auch ihre Ansichten austauschen über die Entwicklung im Rahen Osten im Zusammenhang mit der Offensive Rommels in Libyen." Die deutschen Erfolge an der O st f r 0 n t werden im gleichen Atemzug.als Ursache für die Besprechungen erwähnt. Auch der Kriegsschauplatz in O st a s i e n macht Sorgen. „Der Kämpf gegen die Aggression in China und im Pazifik wird gleichfalls einen bret- ten Raum bei der Besprechung einnehmen." „Die steigende Produktion des amerikanischen Rüstungsmaterials", so bläht sich Reuter auf, „die in diesem Jahre einen überwältigenden Höhepunkt erreichen wird, ist sicherlich ebenfalls ein Gegenstand der Besprechungen, um festzustellen,,in welche Kanäle diese Flut von Maschinen am besten zu verteilen ist." Noch einmal aber sieht sich Reuter gezwungen, die Schwierigkeiten der amerikanischen Hilfeleistung und das brennendste Problem durch den Hinweis zu umreißen: „Auch diese Frage steht wiederum in Zusammenhang mit dem Schiffahrtsproblem. Man erklärt in London, daß die Lage der Schiffahrt infolge der ungeheuren Steigerung des amerikanischen Schiffsbaus in den letzten Monaten sich wahrscheinlich bessern wird." Der Londoner Geheimvertrag. Von unserer Berliner Schriftleitung. Der Nebel um den bolschewrstlsch-eng- lischen Pakt für die Nachkriegszeit war von vornherein sehr dünn. Cripps hatte gesagt, es fei selbstverständlich, daß Moskau nach dem $rie9* „strategische Sicherungen" in Europa fände und datz diese strategischen Sicherungen als „autonom^ Sowjetrepubliken" den Sowjets emgegliedert wurden. Stalin wünsche von Berlin aus Europa zu regieren. Wenn Eden als Außenminister versicherte, in Wirklichkeit enthalte der Bündnisvertrag keinerlei Geheimklauseln, niemand dächte daran, andersstaatstche Gebiete zu annektieren- so war das eine — woen- Wahrheit, die sich schon dadurch widerlegte, dag ein biederes Unterhausmitglied sagte, er spreche im Namen der Regierung, wenn er fordere, daß öie kleinen Staaten Europas nach dem Kneae verschwänden. Ein ferneres Indizium war die Nervosität, mit der der polnische Emigrant General Sikorski, sich in einem Interview gegen den Bundm-- vertrag aussprach, ferner, daß Roosevelt seine Unterschrift unter dieses Bündnis „wegen Meinungsverschiedenheiten" verweigerte. Diese Meinungsverschiedenheiten können sich nur darauf erstreckem daß Stalin nicht nur Finnland und die baltischen Randgebiete, sondern auch den Balkan gesorgt hatte. Nun bringt ein deutschfeindliches Blatt der Schweiz, die „Baseler Nachrichten einen Leitartikel, der in der üblichen Weise als Zuschrift von ausländischer Seite gekennzeichnet ist. -Lie e „ausländische Seite" ist die britische Ge andtschaft in Bern, und sie bestätigt unmißverständlich, daß em Geheimabkommen besteht! In diesem Elaborat wird den kleinen Völkern, vor allem des Balkans, gesagt, die Moskowiter hätten stets den Balkan als Vorposten der panslawistischen Politik betrachtet. Serbien habe diese Rolle im ersten Weltkrieg gespielt. Wenn die Bolschewisten jetzt siegten, würde Bulgarien die Rolle eines von den Bolschewisten benutzten Staates spielen müssen. Bulgarien, so wird in unfreiwilliger Bestätigung der Enthüllungen Adolf Hitlers gesagt, müsse Stalin den Durchgang zum Mittelmeer gestatten..Damit wäre selbstverständlich das Ende der bulgarischen Unabhängigkeit gekommen. Das alte Jugoslawien würde, so wird angedeutet, als „autonome Republik" in den Sowjetoerband eingegliedert. Rumänien würde mindestens Bessarabien und die Dobrudscha verlieren und England — würde Griechenland nehmen. Was geschieht mit Finnland, mit Eslland, Lettland und Litauen? Der englische Wissende, der in den „Baseler Nachrichten" das Bestehen eines Geheimabkommens für den Balkan jugibt, sagt darüber nichts, wohl aber ein Blatt Roosevelts, die „Baltimore Sun". Dieses Blatt gibt offen zu, daß Stalin darauf bestanden habe, einige der Länder wieder zu besetzen, „öie er gerade vor der deutschen Aggression annektiert hatte". Wiederaufnahme desRiom-prozesses? Vichy, 18. Juni. (Europapreß.) Politische Kreise Vichys erklären, mit der Wiederaufnahme des Riom- Prozeffes in etwa zwei Monaten fei zu rechnen. Die Anklage werde jetzt auch auf den ehemaligen Ministerpräsidenten R e y n a u d und den früheren Kolonialminister, den Juden Mandel. ausgedehnt werden. Ferner habe der Oberste Gerichtshof entschieden, die politischen Gründe zu untersuchen, welche die Ursachen der Kriegserklärung Frankreichs waren. Die Luftangriffe auf Duich Harbour. Tokio, 19. Juni. (DNB. Funkspruch.) Bei dem Angriff auf Dutch Harbour zeigte es sich, daß die Hoffnungen, die die Amerikaner in ihre neuesten Kampfflugzeugtypen setzen, kaum gerechtfertigt sind. Als japanische Flieger über Dutch Harbour erschienen, stellten sich ihnen zunächst zehn,feindliche Flug- zuge des neuen Tys P 40 zum Kampf, die jedoch sämtlich in kürzester Zeit abgeschossen wurden. Luftaufklärung ergab, daß die Oelanlagen Dutch Harbours stark getroffen waren. Noch tagelang waren Brände und Rauchentwicklung feststellbar. Es herrschte ein mit Schneetreiben verbundenes stürmisches Wetter. Nebelschwaden verhinderten eine weite Sicht. Es scheint, daß die Amerikaner von dem Angriff völlig überrascht waren und nicht damit gerechnet hatten, daß unter derartigen Witterungsbedingungen ein japanischer Luftangriff erfolgen könnte. Oie Mörder Heydnchs gestellt und erschossen. präg, 18.3uni. (DNB.) Amtlich wird bekanntgegeben: Die Mörder des Stellvertretenden Reichsprotektors ^Obergruppenführer und General der Polizei h e y d r i ch wurden in den Morgenstunden des 18. Juni auf Grund umfangreicher Ermittlungen der Staatspolizei, Leitstelle Prag, in einer präget Kirche, in der sie lange Zeit Unterschlupf gefunden hatten, gestellt und bei der Festnahme erschossen. Gleichzeitig gelang es dabei, ihren nächsten Helferkreis unschädlich zu machen. Sämtliche Beteiligten sind Angehörige des tschechischen Volkstums, die von britischen Flugzeugen zur Ausübung des Attentats im Protektorat abge- s e h t worden waren. Gründung eines europäischen Zugendverbandes. In diesen Tagen finden die europäischen Jugendtreffen in Garmisch und Breslau in Weimar ihre Fortsetzung. Dort wurden vom Reichsjugendführer Axmann im Beisein der italienischen Führerabordnung die Skaatsjugendführer der bulgarischen, dänischen, finnischen, flämischen, kroatischen, niederländischen, norwegischen, rumänischen, slowakischen, spanischen, ungarischen und wallonischen Jugend empfangen. Der Reichsjugendführer gab einen Bericht über die gemeinsamen Veranstaltungen der letzten Jahre, die der Welt ein Bild der Kameradschaft unter der Jugend der aufsteigenden Völker vermittelten. Die verantwortlichen Jugendführer feien übereingekommen, der engen Zusammenarbeit für die weitere Zukunft Ausdruck zu geben in der Schaffung eines großen „Europäischen Ju- gendverbande s". Damit bekenne sich die europäische Jugend unter der Führung der Achsen- jugend zum gemeinsamen Kampf gegen den Bolschewismus als den Zerstörer aller Gesetze der Menschlichkeit und der Kultur unseres Erdteils. Das Geständnis der Winierlügner. Von Helmut Lündermann, Stabslciter des Reichspressechefs. NSK. Wenn es nur darum ginge, unseren Gegnern wieder einmal einige Lügen nachzuweisen — dann müßte die Feder nicht zur Hand genommen werden. Jeder Tag liefert neue, aber selten überraschende Beispiele der britisch-amerikanischen Nach- richtenpolitik, die das deutsche Volk so genau kennt, um ihr auch nur ein Wort noch zu glauben. Bemerkenswert jedoch ist die Tatsache — und sie verdient festgehalten zu werden —, daß gerade in den letzten Wochen aus dem Lager unserer Gegner und auch aus dem Munde von Leuten, die sich seit Kriegsbeginn als echte Routiniers der Lüge erwiesen haben, merkwürdige Selb st an klagen an unser Ohr dringen, — gerade als ob die alten Sünder in sich gehen ünt> Reue und Leid erwecken wollten. Eine ganze Anzahl von interessanten Zitaten dieser Art liegt vor mir: „Die USA.-Bürger können sich nicht über die Quantität, wohl aber über d i e Qualität der aus Washington kommenden Nachrichten beklagen", — so jammert beispielsweise die amerikanische Zeitschrift „Time": „Die amerikanische Oeffentlichkeit erhält ein ganz falsches Bild der militärischen Lage" — verkündet der Herausgeber der amerikanischen Verlegerzeitschrift Arthur Row in einer Rede: „Was die amerikanische Oeffentlichkeit betrifft, fo befürchte ich, daß sie eines Tages hinter öie Wahrheit kommt" — schreibt ein Kapitän der amerikanischen Marine in einem offenen Brief an eine Zeitschrift: „Die Forderungen nach einer wahrheitsgemäßen Kriegsberichter st attung werden immer stärker" — gesteht die „New Port Times", und die „Chicago Daily News" fühlt sich bemüßigt, ihren Lesern zu erklären, sie würde „in Zukunft" ihren Lesern „sachliche Meldungen", über die militärischen Ereignisse bieten. „Sie amerikanische Presse" — so versucht die Zeitschrift „Look" den Singpn auf den Grund zu gehen — „ermutigt in äußerst unverantwortlicher Weise trügerischen Optimismus aus rein geschäftlichen Erwägungen. Soweit die Ausbeute an preispolitischen Betrachtungen der amerikanischen Presse der allerletzten Zeit, wie sie bis zu uns gedrungen sind. Aber auch in England ist die gleiche Krise ausgebrochen — doch wird sie dort nach alter Gewohnheit etwas anders behandelt. Die ausgekochten Lon-, Soner Kriegslügner sind nicht mehr so primitiv wie die amerikanischen Anfänger, sie schlagen keineswegs zerknischt an die eigene Brust, sondern suchen und finden Schuldige. „Es ist unmöglich, irgendwelches Vertrauen zum Jnformationsminister Brendan Bracken zu haben", verkündet z. B. die „Pic- ture Poft", die aber keinen Anstand nimmt, in der gleichen Ausgabe Brackensche Phantasien vertrauensvoll weiter abzudrucken. Und der bisherige Korrespondent der „Daily Mail" in der Sowjetunion, Negley F a r s o n, wirft sich gar in die Brust und erklärt, er hätte sich selbst geschämt über die Berichte, die er auf Befehl der Sowjets hätte aus Samara absenden müssen. Er habe Dieses Gewäsch gehaßt", aber er sei gezwungen gewesen, feine sämtlichen Meldungen der „Prawda" und dem „Roten Stern" zu entnehmen. Immerhin hat dieser saubere Mr. Farson trotz seines Schamgefühls monatelang eifrig nicht nur englische Leser, sondern auch di- ganze neutrale Welt über die wirklichen Ereignisse Oer Korpssührer des NSKK., Reichsleiter Hühnlein, gestorben. Berlin, 18. Juni. (DNB.) Der Korpsführer des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps, Reichsteiter Adolf h ü h n l e i n, ist nach längerer schwerer Krankheit am Donnerstagvormittag in München verstorben. Der Führer hat für den verdienstvollen Kämpfer ein Staatsbegräbnis ange- ordnet. * Mit Reichsleiter Korpsführer Hühnlein ist einer der ältesten Kampfgefährten des Führers dahingegangen, der sich als willensstarker, leidenschaftlicher und überaus erfolgreicher Träger des deutschen Motorisierungsgedankens in Krieg und Frieden unvergleichliche Verdienste um die Motorisierung Deutschlands und um die motorische Wehrerziehung des deutschen Volkes errungen hat und dessen ge- roaltiges Lebenswerk im gegenwärtigen Freiheitskampf der Nation feine ruhmvolle Bewährung findet. Reichsleiter Hühnlein lag das Technische gleichsam im Blute. Er nahm diese Vorliebe für die Technik auch mit in den Offiziersberuf hinein, für den er stch entschied, als er als 19jähriger im Jahre 1900 m die bayrische Armee eintrat. Im 3. Bayerischen Pionierbataillon vereinigten sich beide Neigungen des jungen Soldaten zur Gestaltung eines erfolgreichen Lebens. Während des Weltkrieges gehörte er vorübergehend zum Stabe des Chefs des Feldkraftfahrwesens. Hier erkannte er die außerordentliche militärische Bedeutung der Motorisierung. Er hat selbst von sich einst erklärt, daß fein erstes Zusammentreffen mit dem Soldatenrat mit seinen zersetzenden Zeiterscheinungen ihn zum politischen Kämpfer gemacht habe. Darin wurde er noch bestärkt, als er 1919 aus dem Munde Adolf Hitlers das Wort horte, daß es ein Kapitulieren für einen deutschen Soldaten niemals geben könne. Er trat sofort in die Kampffront Adolf Hitlers. Als er 1930 in die Oberste SA.-Führung eintrat, wurde er Chef des Kraftfahrwefens der Mll. Die Motor-SA. und das NSKK. waren das Werk Adolf Hühnleins. 1930 erging an ihn als SA.-Obergruppenführer der Auftrag zur Neugestaltung des deutschen Kraftfahrwesens und des Kraftfahrfports, ein Jahr später erfolgte die Erhebung des NSKK. zur selbständigen Parteigliederung. Das NSKK. Adolf Hühnleins ist zur Schule des deutschen Kraftfahrwefens schlechthin geworden. Hühnleins organisatorisches Geschick und seine zähe Energie haben aus ihm eine Kraftreserve deutscher Motorfahrer geschaffen, die jetzt während des Krieges ihre Feuerprobe bestanden hat. Mit Korpsführer Hühnlein, der Träger des Blutordens und des Goldenen Ehrenzeichens der Partei war, dem der Führer 1937 den Rang als Generalmajor verlieh und den er im darauffolgenden Jahre zum Reichsleiter ernannte, ist auch der große organisatorische Einiger aller deutschen Kraftfahrer im Deutschen Automobilclub und der Präsident der Obersten Nationalen Sportbehörde für die deutsche Kraftfahrt dahingegangen. Ein reiches, von kämpferischem Geist und revolutionärer Tatkraft gezeichnetes Leben hat sich erfüllt. Der Führer hat einen seiner ältesten und oerdienstoollsten Kampfgenossen und Mitarbeiter verloren. Sein Werk aber wird weiterleben. Auch mit den Waffen, die er schmieden half, wird das deutsche Volk zum endgültigen Siege schreiten. anklagen auf dem Pfade der Lüge weitergehen werden, weil sie das einzige Kriegsinstrument ist, auf dem sie sich zu Hause fühlen. Eine notwendige Anmerkung zum Schluß: Der amerikanische und britische Leser ist gegenüber seiner eigenen Berichterstattung mißtrauisch geworden und rechnet ihr die maßlosen Lügen des Winters ernschaft an. Vergeblich aber warten wir darauf, daß auch gewisse sogenannte „neutrale" Blätter wenigstens so viel kritisches Gefühl an den .Tag legen, wie ein durchschnittlicher Fahrgast der Londoner U-Bahn. Die „Reuter"-Strategen und „Exchange"-Dichter finden für ihre Phantasien heute noch in einigen Zeitungen Europas willigere Zuhörer als bei ihrem eigenen Publium zu Hause! Es gibt eben auf dem Pressegebiet offensichtliche außer den beiden Kategorien der Lügner und der Belogenen noch eine dritte Sorte: Leute, die belogen werden wollen. Die Untersuchung dieser Gattung von Publizistik sei einer späteren Gelegenheit vorbehalten. Drei Kilometer vor der Hafeneinfahrt von Sewastopol. Oer Wehrmachtbericht. DRV. Aus dem Führerhauptquartier, 18. Juni. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Im Kampf um Sewastopol erstürmten Infanterie und Pioniere, durch zusammengesaßtes Ar- tilleriefeuer und Fliegerangriffe wirksam unterstützt, in harten Ilahkämpfen die Hauptkampfwerke im Nordteil des stark ausgebauten Festungssystems. darunter das Werk Maxim Gorki, das modernste und stärkste Fort der Festung überhaupt. Damit wurde in diesem Frontabschnitt der Angriff bis auf drei Kilometer an die Hafeneinfahrt der Festung herangetragen. An der Südfront der Festung wurden die Sowjets trotz hartnäckiger Gegenwehr durch deutsche und rumänische Truppen aus wichtigen höhenstel- tungen geworfen. Im Hafengebiet wurden Materiallager und Nachschubfahrzeuge des Feindes durch Luftangriffe vernichtet. Im mittleren Abschnitt der Ostfront wurde der Kampf gegen zersprengte feindliche Gruppen im rückwärtigen Frontgebiet fortgesetzt. An der Wolchowfront scheiterten auch gestern heftige feindliche Angriffe. Im Hafen von Murmansk bekämpsten Sturzkampfflugzeuge feindliche Nachschubdampfer. Zum Geleitschutz eingesetzte Jäger schossen hierbei elf feindliche Jagdflugzeuge ab. In N o r d a f r i k a ist die britische 8. Armee in zwei Teile zersprengt. Lin Teil hat sich nach Tobruk zurückgezogen. Starke deutsche' und italienische Panzerverbände stoßen den in Richtung Vardia flüchtenden feindlichen Kräften nach. Im südlichen Vorfeld der Festung Tobruk wurden britische Stützpunkte und einige Wüstenforts genommen. Verbände der deutschen und italienischen Luftwaffe fügen den zurückgehenden britischen Kolonnen hohe Verluste an Menschen und Material zu. Bei der Zerschlagung des britischen Geleitzuges im östlichen Mitkelmeer war eine deutsche Schnellbootfloktille unter Führung ihres Flotkillen- chefs, Kapitänleutnant Kemnade, beteiligt. Die Flottille torpedierte zwei britische Kreuzer, von denen ein Kreuzer durch zwei Torpedos getroffen wurde und wahrscheinlich untergegangen ist. Schon bei früheren Unternehmungen vor der libyschen Küste versenkten die Schnellboote einen Zerstörer, ein Geleitschiff, einen Unkerseebootjäger sowie 15000 BRT. Verforgungsschiffraum. Im Atlantik griffen deutsche Unterseeboote, wie durch Sondermeldung bekannlgegeben, stark gesicherte Geleilzüge an und versenkten sieben Schiffe mit zusammen 34 000 BRT. Lin weiterer Dampfer wurde durch Torpedotreffer schwer beschädigt. Ferner wurden in der Karibischen See, trotz starker amerikanischer Abwehr, zwölf Schiffe mit zusammen 75 000 BRT. vernich- t e t. Damit wurde der feindliche Handelsschiffsraum um weitere 19 Schiffe mit zusammen 109 000 BRT. geschädigt. In den Gewässern um England versenkte die Luftwaffe in der vergangenen Nacht zwei Schiffe mit zusammen 5000 BRT. Drei weitere Frachter wurden durch Bombentreffer beschädigt. Die britische Luftwaffe verlor in der Zeit vom 3. bis 16. Iuni 307 Flugzeuge, davon 137 über dem Mittelmeer und in Nordafrika. Während der gleichen Zeit gingen im Kampfe gegen Großbritannien 71 eigene Flugzeuge verloren. Bei den Kämpfen vor S e w a st o p o l haben sich die Kompaniechefs in einem Infanterieregiment Oberleutnant S ch i r n e r und Leutnant P o e r f ch- m ann durch besondere Tapferkeit ausgezeichnet. Oberleutnant Marseille schoß in Nord- a f r i k a innerhalb 24 Stunden zehn feindliche Flugzeuge ab und erhöhte damit die Zahl seiner Luftsiege auf 101. Die Unterseeboote unter . Führung der Kapitänleutnante Mohr, Topp, Witte und von Rosen st i el und des Oberleutnants zur See 3 t es haben sich bei der Bekämpfung der feindlichen Versorgungsschiffahrt besonders ausgezeichnet. Der mit dem Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnete Leutnant Strelow, Flugzeugführer in einem Jagdgeschwader, ist von einem Flug gegen den Feind nicht zurückgekehrt. Als Sieger in 68 Luftkämpfen zählte dieser erst 20jährige tapfere Offiziere zu den hervorragendsten Jagdfliegern. Oer Einbruch in das Festungssystem von Sewastopol. Berlin, 18. Juni. (DB.) Wie das OKW. mitteilt, traten die deutschen Truppen im Nord ab - schnitt des Festungsgebietes von Sewastopol in den frühen Morgenstunden des Mittwoch nach starker Vorbereitung durch Artilleriefeuer und durch Angriff der Luftwaffe gegen das nördlich der Ssewernaja gelegene System von Feldstellungen und Festungswerken zum Angriff an. Im unaufhaltsamen Vordringen wurden die Stützpunkte dieses starken und nach modernsten Gesichtspunkten ausgebauten Festungsabschnittes durch Infanterie und Pioniere, von 'Sturmgeschützabteilungen, Artillerie und rollenden Angriffen der Luftwaffe wirksam unterstützt, herausgebrochen. Die Einbruchsstelle wurde durch die Einnahme, des Werkes Maxim Gorki erweitert und der feindliche Widerstand zerschlagen, so daß sich die Kämpfe dort nunmehr in der Tiefe des Festungs- g e l ä n d e s abspielen. Die bolschewistischen Festungstruppen hatten nicht mehr die Möglichkeit, neue Stellungen zu beziehen. Im Süd ab schnitt der Einschließungssront wurden mehrere Höhen, die mit Bunkern und Fels- stellungen stark ausgebaut worden waren, trotz hartnäckiger Gegenwehr der Bolschewisten in hartem Kampf genommen. Vergeblich versuchte der Feind, durch Einsatz von Marineeinheiten deutsche Truppen an anderen Stellen der Krim zu fesseln, um eine Entlastung für die Besatzung von Sewastopol zu schaffen. So wurde ein feindlicher Schnellbootangriff auf den Hafen Jalta abgewehrt und dabei ein Schnellboot durch Küstenartillerie versenkt. Auch eine bei T a ch r a n , nördlich der Stadt Kertsch, mit kleineren Booten gelandete feindliche Gruppe wurde vernichtet. Deutsche Kampfflugzeuge versenkten im Hafenbecken von Sewastopol sieben Frachtschiffe. Jäger schossen sieben Flugzeuge ab. „Schlachtschiff oder Flugzeug" Zürich, 19.Juni. (Europapreß.) In englischen Marinekreisen hat eine lebhafte Diskussion über die Frage nach Wert und Bedeutung der Großkampfschiffe eingesetzt. Einige Sachverständige erklärten, daß die Fliegerbomben, die im Pazifik und im Mitkelmeer Kriegsschiffe versenkten, auch die herkömmliche Ansicht über die Sicherung der Seeherrschaft Großbritanniens zertrümmerten und daß, wenigstens vorläufig, das Zeitalter der Schlachtschiffe vyrüber sei. In Nordamerika tritt der Flugzeugkonstrukteur Alexander Severski dafür ein, daß die Alliierten sich auf Luftangriffe gegen Japan von Alaska und den Aleuten aus konzentrieren sollten. an der Ostfront hinters Licht geführt. Auch der britische „militärische Sachverständige" Cyrill Fall hat dieser Tage eine ähnlich bewegte Klage über die Güte der sowjetischen Nachrichten geführt. Die Neue der Herren Farson und Fall kommt reichlich spät. Sie ändert nichts daran, daß sie vordem monatelang in voller Begeisterung den tollsten Presseschwindel mitbetrieben haben, den die in diesen Dingen sowieso schon überaus bewegte Geschichte des gegenwärtigen Krieges kennt. Mit dieser Erinnerung aber sind wir beim eigentlichen Thema angelangt, das in Wirklichkeit hinter all den verklausulierten Eingeständnissen der britischamerikanischen Presse steht: Alle die Stimmen, die die britisch-amerikanische Presse heute über ihre eigene Nachrichtenpolitik zu Worte kommen läßt, sind nicht etwa Zeichen einer Selbstbesinnung des Journalismus — er ist in diesen Ländern nichts anderes als ein käufliches Objekt —, sondern Versuche, eine bereits eingetreten eVer- trauenskrise zwischen Leser und Presse durch solche „Schuldbekenntnisse" zu reparieren — ein Trick, der angesichts der notorischen Kritiklosigkeit vor allem des amerikanischen Publikums seine Wirkung im Augenblick vielleicht nicht verfehlt. Es wird freilich raffiniertester Methoden bedürfen, um nur den dümmsten Leser die Tatsache vergessen zu lassen, daß während des ganzen Winters England und Amerika mit einem geradezu riesigen Nebel der Täuschung über einen vor der Tür stehenden Sieg der Sowjets überzogen wurden, der jetzt jäh zerrissen ist. Wie haben sie nicht geschwelgt in den prahlerischen Sprüchen, die ihnen die Sowjetpresse geliefert hat. Wie gerne haben sie nicht alle die Lügen gedruckt, die sie heute scheinheilig beklagen. „Der Nazi-Zusammenbruch steht bevor" — „Die Hitler-Horden werden zusammengeschlagen" — „Die Deutschen werden ausgeräuchert" — so schrieben es die „Prawda" und die „Iswestija" vor, so druckten es die britischen und amerikanischen Blätter monatelang begeistert nach. Und wenn der „Note Stern" verkündete, daß „die sowjetische Offensive sich über die deutschen rückwärtigen Linien ergießt und alle Nachhuten zerschmettert" (so zu lesen noch vor wenigen Wochen), so gab er nur das Stichwort, um ganze Lawinen von Schlagzeilen in der angelsächsischen Welt auszuläsen. „Wir werden weit nach Westen vordringen, ehe der Frühling kommt" — das schrieben die Sowjets Ende Februar, das verkündeten Rotationsmaschinen in aller Welt — und das glaubten Millionen Leser! Als aber der Frühling kam, als der Schnee schmolz und die weiten Ebenen des Ostens sich dem erstaunten Blick der Welt wieder unmittelbar öffneten, da stand die Wacht des deutschen Soldatentums unerschüttert weit, im Osten! Die Hoffnung, an die sich die Massen in den feindlichen Ländern geklammert hatten, als auf allen anderen Kriegsschauplätzen ein Schlag nach dem anderen sie traf, brach zusammen — und es wird kein Wort mehr vom Marsch in den Westen gesprochen, nicht mehr von kühnen Bolschewisten- offenfioen ist die Rede, nur noch ängstliche Betrachtungen vom Sowjetwiderstand werden uns zuteil, und mit einer verdächtigen Geschäftigkeit werden unsere ersten großen Vernichtungsschläge zuerst überhaupt abgeleugnet und dann süßsäuerlich als „Teilerfolge" deklariert. Was ist für uns — müssen wir fragen — bei diesem Blick auf das aufgeregte Durcheinander von Geständnis, Trübsal und neuer Lüge in der Feindpublizistik von Bedeutung? . Zwei Feststellungen drängen sich auf: 1. Die publizistische Winteroffensive unserer Gegner hat zu einer neuen schweren Niederlage der gesamten britisch-amerikanischen Nachrichtenpolitik geführt, die heute zugeben muß, daß sie die Welt monatelang in großem Stil betrogen hat. 2. Die Wirkung dieser Enttäuschung auf den britisch-amerikanischen Leser, der an sich seit den Tagen des Polen-, Norwegen-, Frankreich-Feldzuges ufro. reichlich an militärische Falschmeldungen gewöhnt ist, war außerordentlich. Niemals hätten sich sonst die Organe der Feindpresse zu so öffentlichen Selbstanklagen entschlossen, wie sie uns heute vorliegen. Daß diese Wirkung aber so bedeutend und folgenreich war — das zeigt uns wieder, wie entscheidend der Faktor Sowjetunion in der Kriegsrechnung unserer Feinde ist und wie geschichtlich die kämpferische Leistung unserer Wehrmacht gerade in den Abwehrschlachten des Winters war. Der deutsche Soldat hat den Londoner und Neuyorker Papierbesudlern ihre frechen Lügenzeitungen in Fetzen vor die Füße geworfen. Daß sie dieses Ereignis in tiefster Seele bedauern, das glauben wir ihnen gern, aber wir wissen, daß sie trotz aller heutigen Geständnisse und Selbst- Gespräche vorm Feind. Boil Gefreitem Han.s-Jürgen Weidlich. Jahn sagt, -er komme sich vor wie in einem Kasperletheater. „Wenn der da mit der Bratpfanne eins auf den Kops kriegt, daß er verschwindet, und wenn er dann wieder auftaucht und kriegt wieder eins auf den Kopf ..." Er lacht. Aber in diesem Augenblick heult wieder eine Granate heran. Wir ducken uns in Unsere Erdlöcher, warten ab, bis die Splitter über uns fortgeflogen sind, dann tauchen wir wieder auf. „Habe ich nicht recht?!" sagt Jahn. ^Bloß daß es keine Bratpfannen sind, mit denen sie nach uns werfen!" Unsere Erdlöcher liegen auf einer Höhe, von der aus wir guten Einblick ins Gelände haben, in dem die Bolschewisten sich verschanzt haben. Vor uns am Hang liegt unsere Infanterie. Gestern, bevor ich zu unserer Beobachtungsstelle hier oben herauf- ging, war ich in unserer Feuerstellung. Ich wartete auf die Essenträger. Wir haben unsere Beobachtungsstelle erst neu eingerichtet, und sie kannten noch nicht den Weg. Der Ausstieg zu unserer B.- Stelle dauerte von der Feuerstelle etwa eine Dreiviertelstunde. Gestern aber waren wir drei Stunden unterwegs. Ob der Bolschewist uns gesehen hatte? Er schießt mit der Flak auf den einzelnen Mann. Der am sichersten gegen Einsicht geschützte Weg zur B.-Stelle führt in eine Senke. Kaum tauchten wir hinein, begann das Feuer. Unaufhörlich pfiffen die Geschosse dicht an uns vorüber. Wir preßten uns an den Boden und mußten lange so liegen, bevor wir weiter gehen konnten. Aber immer nur ein paar Schritte kamen wir vorwärts. „Das steht alles in einem großen Buch geschrieben, wenn es uns treffen soll", sagte der eine der Essenträger. „Komm, gehen wir weiter. Verflucht, da kommt schon wieder so ein Aas! Verdammter Iwan!" Heute schießt der Bolschewist wie gestern: den ganzen Tag Störungsfeuer, mit Artillerie und Granatwerfern und mit seiner vermalesizten Pak. Ab und zu schießt er zu unserer Verwunderung auch Schrapnells. Sie kommen angepfiffen, und mitten im schönsten Pfiff sagen sie Peng und schütten ihren Segen auf unsere Stellungen. Jahn lMt noch seine besonderen Sorgen. Weil er nie mit seinen Zigaretten auskommt, hat der Major ihm empfohlen, zu priemen und hat ihm, damit er einen Versuch machen kann, eine Rolle Priem geschenkt. Nun hat Jahn das erste Stück in den Mund geschoben, hat ordentlich drauflos gekaut und hat jetzt einen Schluckauf, daß er auch innerlich nicht mehr zur Ruhe kommen kann. „Wenn ist das dem Major berichte — hick — der lacht mich ja aus. Wenn er mich bloß nicht fragt! Aber er wird mich — hick — fragen, bestimmt!" „Spuck den Priem doch aus! Sei doch nicht so..." „Mich noch mehr blamieren — nee! Lieber kriege ich — hick — die Krämpfe!" „Sie müssen sich die Ohren zuhalten, nicht atmen und trocken runter schlucken", sagt der Leutnant. „Am besten aber. Sie spucken den Priem dem Bolschewisten hinüber." „Herr Leutnant!" Der Wachtmeister am Scherenfernrohr: „Ich hab' eine der Feuerstellungen entdeckt! Dort hinten, hinter dem Bürstenwäldchen am Bahndamm, dort ist deutlich Mündungsfeuer zu sehen." Der Leutnant nimmt den Feldstecher hoch und beobachtet. „Ja", sagt er, „das ist zweifelsfrei Mündungsfeuer. Na denn, Iwan! — los, Haun mir ihm eins auf die Mütze!" Berechnungen, Befehle, der Funker gibt sie durchs Telephon weiter — endlich: „Feuerbefehl!" "Heulend sauft die Granate heran, der Donner des Abschusses hinter ihr drein, einen Augenblick Stille, plötzlich in der Ferne eine Fontäne aus der Erde, Trümmer und Staub, Sekunden später der Donner des Aufschlages. Der Leutnant beobachtet, verbessert die Richtung, — der zweite Schuß heult und dröhnt, wirbelt die Erde auf, dröhnt noch einmal. Schuß auf Schuß, jetzt haben wir uns eingeschossen, die Schüsse sitzen im Ziel, jetzt schießt die Batterie, noch einmal, noch einmal ... Drüben das Mündungsfeuer ist erloschen, der Leutnant meldet: „Feindliche Batterie südostwärts M. schweigt." Wir steigen aus unseren Löchern heraus und gehen ein wenig auf und ab. Es tut gut, sich nach bald 19 Stunden einmal frei bewegen zu können; dann breiten wir am Boden der Löcher unsere Zeltbahnen aus, legen uns wie ein zusammengerollter Engerling auf sie und schlafen. Der Stahlhelm ist unser Kopfkissen. Wir rücken ihn so zurecht, daß er uns schützt und daß unser Kopf bequem in ihm liegt. Von zwölf bis zwei habe ich Wache. Ich sehe, wie der Giwße Wagen über die Erde fährt, von Osten nach Westen, jetzt fährt er über unsere Heimat. Hin und wieder pfeift ein Schuß über mich hin. Einer von ihnen flattert. Wie eine Fledermaus flattert er durch die Nacht, vergeht, ein dröhnender Aufschlag, dann ist es still. Leben im hohen Norden. In Kopenhagen traf eine aufsehenerregende Mitteilung von der Station von Mörkesjord, die im Südosten der Insel Grönland liegt, ein. Dort hält sich gegenwärtig eine wissenschaftliche Expedition unter Führung des dänischen Forschers Graf Eigil Knuth auf, die im vorigen Juni zur Erforschung der Flora, der Fauna und der Archäologie der größten Insel der Welt aufgebrochen ist. Diese hat im August ein Eskimodorf unter dem 82. Grad nördlicher Breite aufgefunden, das auf dem Eise erbaut ist. Es war fast völlig von seinen Einwohnern verlassen, nur einige alte Frauen waren zurückgeblieben, da die Männer zur Robbenjagd während der Sommerzeit in einen andern Teil von Grönland gezogen waren. Es ist sicher das dem Nordpol nächste Dorf, in dem ständig Menschen leben. Man hat bisher nach den Erfahrungen, die Polarforscher gemacht haben, es nicht für möglich gehalten, daß unter einem so hohen Breitengrade noch Menschen dauernd leben können. Der bekannte Geologe Professor Nielsen von der Universität Kopenhagen, der an dieser Forschungsfahrt teilnimmt, teilt ferner mit, daß er im „Inlandeis", das oft viele Meter dick ist, sehr alte Versteinerungen gefunden hat, denen er ein Alter von 300 bis 400 Millionen Jahren zuschreibt und Schnellboote vor dem Feind. Deutsche Schnellboote sind den deutschen U-Booten in das Mittelmeer gefolgt. Sie haben unter der Führung des Kapitänleutnants Kemnade feit einem halben Jahr an der Belagerung und Abschließung der Festung Malta durch kühne, wagemutige Vorstöße und schwierige Unternehmungen bis dicht vor die Einfahrten der stark verteidigten Seefestung La Valetta starken Anteil. Zusammen mit italienischen Flottenstreitkrästen störten fie den feindlichen Nachschub nach Nordafrika, drangen in schneidigen Unternehmungen wiederholt in die Bucht von Sollum und bis in die Hafengewässer Tobruks vor und waren auch, wie der Wehrmachtbericht ausführlich meldete, bei dem letzten Kampf gegen den britischen Geleitzug im Mittelmeer beteiligt. Es ist nicht das erstemal, daß von deutschen Schnellbooten die Rede ist. Sie waren bei der Norwegenaktion und einige Wochen später vor Dünkirchen aktiv. Sie haben in den ersten Wochen des Krieges mit der Sowjetunioy eine Rolle in der Ostsee gespielt, da es noch galt, die deutsche Ostseeschiffahrt zu schützen und zugleich die Offensivkraft der sowjetischen Ostseeflotte lahmzulegen. Am 28. Juni 1941 versenkten deutsche Schnellboote zwei sowjetische Zerstörer und ein Torpedoboot, am 16. Juli sprengten fie gar den sowjetischen Torpedokreuzer „Taschkent, ein Schiff von 2800 Tonnen, in die Luft. Vor einigen Monaten versenkten deutsche Schnellboote an der englischen Ostküste aus einem Geleitzug 25 000 BRT. Die Idee des Schnellbootes ist schon sehr früh in der modernen Seekriegsgeschichte verfolgt worden. Das Torpedoboot ist seiner Art nach nichts anderes als ein Schnellboot gewesen. Die Abwandlung liegt nur in tien Größenverhältnissen und in der besonderen Herausarbeitung der Schnelligkeit gegenüber dem Fahrbereich und der Seetüchtigkeit. Es liegt im grundsätzlichen Denken der deutschen Kriegsmarine, daß sie bestrebt war, diese beiden Faktoren: Fahrweite und Seetüchtigkeit — bei dem von ihr entwickelten Schnellboottyp mit der hohen Fahrgeschwindigkeit zu vereinen. Im Gegensatz zum Torpedoboot ist beim Schnellboot einzige Antriebskraft der Motor. Die erzielbaren Geschwindigkeiten können auf 40 bis 50 Seemeilen oder 75 bis 90 Kilometer in der Stunde geschätzt werden. Schnellboote werden einmal für die Küstenoerteidigung eingesetzt, sind aber bei halbwegs erträglichem Wetter bis weit in die freie See hinaus eine scharfe Waffe, da sie — wie Korvettenkapitän Erdmenger im „Nauticus" von 1939 bemerkt — mit ihrer kleinen Silhouette bei geschicktem Verhalten nachts bis auf wenige hundert Meter ungesehen an den Feind herankommen können und ein Fehlschuß dann kaum noch möglich ist. Auch bei Tage sind sie infolge ihrer hohen Geschwindigkeit und geringen Größe artilleristisch schwer zu bekämpfen. Ein weiterer Vorteil der Schnellboote ist, daß der verhältnismäßig geringe Aufwand einen gewissen Masseneinsatz ermöglicht. „News Ehronicle" und „Daily Herold" kommen zu dem Schluß, daß die Partei, die über die Luftherrschaft verfüge, weder Schlachtschiffe noch Kreuzer brauche. Torpedoflugzeuge und Stukas hätten ihre Ueberlegenheit über das Schlachtschiff bewiesen. In den Schlachten im Korallenmeer, bei den Midways und bei Sizilien habe sich herausgestellt, daß Bombenflugzeuge nicht nur im Land-, sondern auch im Seekriege die Funktionen der Artillerie übernehmen könnten. Damit werde die Reichweite dieser „Artillerie" ganz erheblich über die der schwersten Geschütze hinaus gesteigert. Das bedeute, daß das Schlachtschiff seine wichtigsten Funktionen eingebüßt habe. An seine Stelle trete jetzt der Flugzeugträger. Kleine politische Nachrichten. In Stuttgart trafen 410 auslandsdeutsche Heimkehrer aus Nord-, Mittel- und Südamerika ein, die in Lissabon ausge schifft worden waren. * Nach einer Inspektionsreise durch Südmarokko, die vor allem der Prüfung militärischer Fragen galt, ist General Nogue's nach Rabat zurück- gekehrt.— Der Unterstaatssekretär für die Marine, Admiral A u p h a n d , ist nach einem Aufenthalt in Oran in Rabat cingctroffen. Auf einer Kundgebung in Rabat erklärte der Admiral, Nordafrika stelle einen wichtigen Machtblock im französischen Reich dar, der treu zum Mutterland und zum Marschall stehe. * Die schweizerische Bundespolizei verhaftete die Kommunistenführer Brunner, Humbert-Droz und Woog wegen Reorganisation der illegalen kommu- deren Art den 1937 in Nordkanada gefundenen sehr ähnlich ist, so daß dadurch die Theorie gestützt wird, daß Grönland einstmals mit dem amerikanischen Festland durch das Grantland und das Baffinsland verbunden war. In Oslo kehrte kürzlich der bekannte Missionar Grönlands, Pater Rune H a l l a v a r d , nach dreißigjährigem Aufenthalt unter den Eskimos zurück, da die amerikanischen Behörden nach der brutalen Besetzung Grönlands durch die Vereinigten Staaten ihn ausgewiesen hatten; es wurde ihm ein festlicher Empfang bereitet. Er war im Jahre 1910 nach Scoresbyland gegangen, in das bevölkertste Gebiet der Insel, und hatte seitdem ausschließlich unter den Eingeborenen dieser Eiswüsten gelebt. Hallavard stammte aus einer angesehenen und vermögenden Familie, aber er entschloß sich, als er 28 Jahre alt war, das harte und entbehrungsreiche Leben unter den Eskimos aufzunehmen. Fast das ganze Jahr über lebte er in einem Zelt, das aus Robbenfellen hergestellt war und nur durch eine Petroleumlampe erwärmt wurde; seine Nahrung bestand fast ausschließlich aus gesalzenem Fischfleisch. Er mußte auch ein geschickten Lenker der Hundegespanne von sechs bis zu zwölf Tieren werden, die die Schlitten ziehen, und die schwierige Kunst des Baues von Iglus lernen, der Eishütten, die aus Blocken mit den Händen aufgeschichtet werden, die mit einem besonderen Messer zugeschnitten sind. Alljährlich legte er Tausende von Kilometern zuruck, im Minter in einem unbequemen Hundeschlitten, im Sommer auf den kleinen unsinkbaren Kanus der Eingeborenen, um die 800 oder 900 Eskimos zu besuchen, die in verschiedenen Orten der Westküste und auf den Inseln leben. Hallavard, dessen Gesicht die Spuren der Müh- sale und Entbehrungen zeigt, hat erklärt, daß ttotz der unglaublichen Härten des Lebens im hohen Norden, dem er sich freiwillig gewidmet hat, das Dasein in enger Berührung mit der Natur und mit "einfachen und gutmütigen Wesen wie. es die Eskimos sind, ihm einen inneren Frieden und ein Glück verschafft hat, wie es die Menschen, die das fieberhafte Leben in den Großstädten führen, sich gar nicht vorstellen können. C.K< nistischen Partei und Verteilung von kommunistischem Propagandamaterial. . * ■ Die chilenische Regierung hat die Presse aufgefor- bett, Satatsoberhäupter fremder Nationen nicht mehr persönlich anzugreifen, da sie sonst zu Maßnahmen gezwungen sein würde, um den Mißbrauch der Pressefreiheit zu unterbinden. Wegen Beleidigung ihrer Staatsoberhäupter hatten Vorstellungen erheben lassen: Deutschland, Japan, Spanien, Frankreich, die Vereinigten Staaten, Brasilien und Paraguay. Aus aller Wett. Der Doppelmörder Lüdtke feskgenommen. Der 32 Jahre alte Raubmörder Walter Lüdtke, der am 4. Februar d.I. in einer Villa in Berlin- Dahlem eine Frau und deren 77 Jahre alte Mutter ermordet und beraubt hat, ist i n der N ähe von Padua von der italienischen Gendarmerie festgenommen worden. Der Verbrecher wurde nach Berlin gebracht und hat sein Verbrechen vingestan- den. Nach Ausführung des Verbrechens, bei dem Lüdtke auch fast für 100 000 RM. Schmucksachen erbeutete, war es ihm gelungen, über Wien nach Italien zu entkommen, wo er sich unter falschem Namen zunächst in Udine aufhielt. Dort verkaufte er die wertvollsten Stücke des geraubten Schmuckes für 3000 Lire. Später versuchte er nach Triest zu gelangen. Auf dem Wege dorthin wurde er aber von italienischen Gendarmeriebeamten festgenom- men. Durch die ausgezeichnete Zusammenarbeit zwischen der italienischen und der deutschen Polizei wurde bald festgestelll, daß es sich bei dein Feftge- nommenen um den Raubmörder Lüdtke handelt. Von dem ^rlös seines Raubes wurden bei dem Verbrecher nur noch 74 Lire vor gesund en. Der Doppel mörder ist sogleich dem Sondergericht vorgeführt worden. Zuchthaus für Lebensmittelschieber. Der Fabrikdirektor Dubielcrk aus Memel hatte auf wiederholten als Geschäftsreisen getarnten Fahrten in die Ostgebiete mit dem Kraftwagen des ihm unterstellten Betriebes 53 Stück Geflügel, 90 kg Fleisch, 1000 Eier und 25 kg Butter über die Grenze geschmuggelt, diese teilweise im eigenen Haushalt verbraucht, teilweise an Direktoren seiner Firma abgegeben. Als Tauschobjekt nahm er ebenfalls durch Schmuggel Petroleum, das der Firma zugeteilt war, sowie Eifenwaren, Salz, Hefe und Kleiderstoffarbe mit. Auch diese Ware bekam er nur als Betriebsführer des Wehrbetriebes. Durch kleine Geschenke von Schnaps und Zigaretten versuchte er auch die Zollbeamten zu einer Vernachlässigung ihrer Pflichten zu bewegen. Als Volksschädling wurde er vom Sondergericht in Königsberg zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt. Butter der allgemeinen Versorgung entzogen. Auf Veranlassung des Prokuristen einer Groß- molkerei in Kassel, Erich Leinweber, ließen sich der Inhaber und Betriebsführer Friß Stolzen bach, und der technische Betriebsleiter Friß Stark verleiten, sich selbst, ihren Familien und den anderen Gefolgschaftsmitgliedern und deren 2ttige- hürigen doppelte Butterrationen abzugeben. Leinweber und Stark haben darüber hinaus noch ohne Wissen des Betriebsführers auch an betriebsfremde Personen Butter und Käse ohne Marken geliefert. Insgesamt wurden damit etwa 48 Zentner Butter und 250 Kisten Käse der allgemeinen Versorgung entzogen. Das Sondergericht Kassel verurteilte Leinweber" zu fünf Jahren Zuchthaus und 5000 RM. Geldstrafe, Stolzenbach, bei dem als mildernd sein zeitweiser Wehrmachtdienst und die Tatsache, daß ein großer Teil der Lieferungen hinter seinem Rücken begangen wurden, in Betracht gezogen wurde, zu drei Jahren Gefängnis und 50 000 RM. Geldstrafe und Stark zu zwei Jahren Gefängnis und 2000 RM. Geldstrafe. Kunst und Wissenschast. Maximilian Böttcher 70 Jahre alt. Der durch die beiden, auch verfilmten Komödien „Krach im Hinterhaus" und „Krach im Vorderhaus" bekanntgewordene Maximilian Böttcher vollendet am 20. Juni fein 70. Lebensjahr. Die in den beiden volkstümlichen Komödien zum Ausdruck kommende hervorragende Kenntnis des Berliner Volkslebens stammt aus eigener Erfahrung: Böttcher wurde zwar in Schönwalde in der Mark geboren, lebte aber lange Zeit in Berlin als Leiter der „Deutschen Nationalbühne" und des „Klassischen Theaters für die Schulen Berlins und seiner Vororte". Er hat noch eine Anzahl anderer Theaterstücke sowie mehrere Romane geschrieben („Herren von gestern und morgen", „Das stärkere Blut"). Als leidenschaftlicher Jagdliebhaber grun- dete er die Zeitschrift „Das deutsche Weidwerk" und schrieb Tiergeschichten („Tiere und Menschen, „Hochzeit im Moor"). Heute lebt Böttcher tn Eisenach. _____________ __ Aus -er Stadt Gießen. „Was der Bauer nicht kennt..." Im guten wie im schlechten Sinn wird überall nach dem Sprichwort gelebt: „Was der Bauer nicht kennt, das freet er nicht!" Wörtlich genommen: Was Mutter gekocht hat, das schmeichelt, den Magen in alle Ewigkeit, was aber die aus einem anderen Gau gebürtige Schwiegermutter empfiehlt, wird abgelehnt, solange im Manne noch Mannesmut ist. Wir wollen gerade heute an diese Tatsache erinnern. Mancherlei Möglichkeiten bestehen nämlich, daß wir trotz Karten und Rationierung uns lukullische Seitensprünge leisten können, die übrigens nicht, nur den Gaumen kitzeln, sondern auch dem Körper Kraft geben. Nur mit gewissen Vorurteilen müssen wir aufräumen. Ein Beispiel: Wer kennt Königsberger Fleck? Ah, die Ostpreußen schmunzeln in Erinnerung an herrliche Genüsse! In Mitteldeutschland nennt man das hierfür erforderliche Fleisch poesielos „Gekröse", und anderswo ist man deutlicher und sagt „Kaldaunen". Die wackeren Schwaben lieben ihre „Kuttle", und auch der wienerisch verwöhnte Ostmärker hat die „Kuttlen" ebenso wie seine berühmten, aber schwer nachzuahmenden „Schinkenfleckerln" in sein Herz geschlossen. Meine Frau lehnte Fleck, alias Gekröse damals als Beleidigung ab, und wahrscheinlich gibt es genug Frauen, die heute noch die Empfehlung als häßliche Zumutung empfinden, und die sich ein anständiger Mensch höflich, aber energisch verbittet. Wie unvorsichtig und unklug sind solche Vorurteile. In Frankreich, dem Lande der Feinschmecker, wird aus diesem Fleisch ein besonders delikates Gericht — „Grippes ä la mode" — zubereitet. In Italien, wo man auch gut, aber handfester ißt, hat der „Königsberger Fleck" in einer etwas gewandelten Zubereitung als „grippa bolognese" einen anerkannten Ruhmestitel. Meine Frau hat sich lange vor dem Krieg zu Kartoffelsuppe mit Gekröse bekehrt, nachdem ihr nämlich einmal ein solches Gericht richtig zubereitet vorgesetzt wurde. Solche Delikatessen sind besonders heute sehr erwünscht, sie schonen den Bestand an Fleischmarken. Ein anderes Beispiel: Wer denkt nicht mit leisem Schaudern an den Klippfisch, obgleich ihn nur die wenigsten kennen — und die schätzen ihn ohne Ausnahme. Es handelt sich hier um den luftgetrockneten Schellfisch, den die Norweger in großen Mengen in die südlichen Länder exportieren.. Die armen Leute — dachte auch ich. Neulich aß ich nun Fischkotelett. Es muß bemerkt werden, daß ich bisher noch jede Fischkost „mit langen Zähnen" gegessen habe. Man hat so fdinc Meriten. Dieses Fischkotelett zeichnete sich aus durch ein festes und wohlschmeckendes Fleisch und machte Appetit auf die zweite Portion. Als ich meiner Frau wegen des herrlichen Gerichts einige nette Worte sagte — es fällt keinem Mann ein Stein aus der Krone, wenn er das ab und zu einmal tut —, erfuhr ich: ich hatte Klippfisch gegessen! Aus Neugier hatte meine Frau Klippfisch gekauft und entsprechend der Vorschrift zube- reitet — darauf kommt es nämlich an! Und an den Klippfisch wagen sich auch heute die meisten Frauen nicht heran. Man verbindet damit unangenehme Vorstellungen. „Was geht aus diesen Beispielen hervor? Umlernen muß man! Der „Bauer" muß schon einmal freeten, was er nicht- kennt. Er wird herrliche Wunder erleben. V w. Oer Krieg in der neuen Wochenschau. Die Wochenschau hat die schwere Aufgabe, dem deutschen Volke schon seit Tagen bekannte Tatsachen durch die Intensität des bewegten Filmbildes eindringlich vor Augen zu führen und die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Vorgängen deutlich zu machen. Sie kann das auf zwei Wegen: durch Zusammenstellung eines großen Ueberblicks oder durch Hervorheben weniger, aber typischer Einzelheiten. Der Streifen dieser Woche wählt den zweiten Weg. Die Bilder von den Kämpfen in der Marma- r i k a zeigen Einzelszenen. Man kann die große Bedeutung dieser Schlacht nur ahnen. Eine kleine Einstellung aber gibt etwas Typisches. Generaloberst Rommel fährt zur bordersten Linie und trägt dabei einen großen Feldstecher um den Hals. Diese kleine Wahrnehmung spricht es besser aus als seitenlange Erklärungen, daß in der Strategie der deutschen Wehrmacht eine neue Linie gilt, die man seit den Zeiten Friedrichs des Großen kaum noch betrat. Heute befindet sich der General unmittelbar an der Front, und nicht nur der Geist, sondern auch die eigene Anschauung des militärischen Führers entscheidet. Ein zweites interessantes Motiv: einer Obus-Betrieb Gießen — Klein-Linden. EröffnungamerstenZahreStagederBetriebsaufnahmedesObuS:1S.Zuni194r Der gestrige 18. Juni 1942 wird in der Geschichte unserer Stadt — nächst dem 1. April 1939, dem Tag der Inkraftsetzung der Eingemeindungsverträge mit Wieseck und Klein-Linden — ein bedeutsamer Markstein bleiben. An diesem Tage vollzog sich ein Ereignis, auf das die Bewohner von „hüben und drüben" seit langen Jahren gewartet hatten, nämlich die Eröffnung einer leistungsfähigen Fahrverkehrsverbindung als Dauereinrichtung. Die Straßenbahn konnte nicht nach Klein-Linden gebaut werden, weil eine Ueberquerung der Bahngleise in der Frankfurter Straße mit den Schienen der Straßenbahn nach gesetzlichen Bestimmungen unmöglich war; eine Ueberquerung der Bahnanlagen durch den Bau einer großen Brücke für die Straßenbahn, die früher auch einmal zur Erörterung stand, ließ sich gleichfalls nicht ermöglichen. So mußte denn zwangsläufig die Schaffung einer guten Verkehrsverbindung mit Klein-Linden unterbleiben, trotz des guten Willens auf beiden Seiten. Die Errichtung des Obus-Betriebs im vorigen Jahre, die ein besonderes Verdienst unseres Oberbürgermeisters R i 11 e r ist, der alle Schwierigkeiten, die besonders in Kriegszeiten der Verwirklichung eines solchen Projekts im Wege standen, mit Umsicht und unermüdlicher Tatkraft überwand, gab endlich auch die Möglichkeit, dem eingemeinbeten Vorort Klein-Linden die feit vielen Jahren erstrebte leistungsfähige Fährverbindung mit Gießen zu schaffen. Von Anfang des Obus-Baues an war denn auch die Linienführung nach Klein-Linden vorgesehen. Nachdem am 18. Juni 1941 die beiden Obus-Linien Bahnhof—Ende Rödgener Straße und Bahnhof — Ende Licher Straße, am 8. November 1941 die Obus-Linie 3, Schubertstraße—Ende Licher Straße in Betrieb genommen worden waren, wurde anschließend mit der Schaffung der technischen Anlagen für die Linie 4 Selterstor—Klein-Linden begonnen, die nunmehr am gestrigen Donnerstagnachmittag mit einer schlichten Eröffnungsfahrt dem Betrieb übergeben wurde. Zu der ersten Fahrt hatten sich mit dem Leiter der Stadtwerke, Direktor Lotz, von der Stadtverwaltung noch Stadtbaudirektor G r a v e r t und Vermessungsrat Carle, als Vertreter des Vorortes Klein-Linden der dortige Ortsgruvpenleiter und Vorsteher der städtischen Verwaltungsstelle Klein-Linden Jung und Ratsherr Fischer, ferner einige Ehrengäste und vor allem die Männer vom Bau, die mit chrer Arbeit der Stirn und der Faust die Anlage geschaffen haben, auf dem Betriebshof des Elektrizitätswerks eingefunden, von wo aus die erste Fahrt in zwei festlich geschmückten Obus-Wagen begann. Nach einer Runde am Selterstor, dem Ausgangspunkt der Linie nach Klein- Linden, ging die Fahrt der beiden Wagen in flottem Tempo hinaus nach dem Vorort im Süden der Stadt. Dabei fand sowohl in der Frankfurter Straße, als auch in Klein-Linden das neue Verkehrsmittel überall starkes Interesse der Anwohner, denn sie, die bisher eine gute Fahrverbindung bis zur Stadtmitte schmerzlich entbehrten, können sich in erster Linie dieses bedeutsamen Fortschritts erfreuen. So war denn auch die frohe Begrüßung, die den beiden Wagen auf der ersten Fahrt allenthalben entgegengebracht wurde, als Ausdruck der Genugtuung der Bevölkerung zu betrachten. Am Endpunkt der Linie, Waldweide am Südausgang von Klein-Linden, hatten sich viele Bewohner versammelt, um dort den denkwürdigen Augenblick der Eröffnung der Verkehrslinie mitzuerleben. Die Ankunft der beiden vollbesetzten Wagen wurde mit fteudigem Interesse bemerkt. Eine besondere Ueber- raschung bereitete Direktor Lotz den zahlreich versammelten Kindern dadurch, daß er ihnen die an die Eröffnungsfahrt anschließenden beiden ersten Fahrten nach Gießen und zurück nach Klein-Linden als Freifahrt bewilligte, eine Entscheidung, die von den Kindern alsbald mit einem freudigen Sturm auf die Wagen beantwortet wurde. Mit strahlenden Gesichtern fuhr denn auch die kleine Gesellschaft auf und davon. Bei der endgültigen Gestaltung des Wendeplatzes am Endpunkt der Linie in Klein-Linien soll, wie Stadtbaudirektor G r a d e r t mitteilte, in die Mitte des Platzes eine Eiche aus unserem Gießener Wald gepflanzt werden, die nicht nur eine Verschönerung des Platzes, sondern auch für spätere Zeiten eine Erinnerung an die bedeutsame kommunale Tat der Obus-Einrichtung mitten im Kriege fein soll. Im Anschluß an die Eröffnungsfahrt vereinigten sich die Fahrtteilnehmer im Gasthaus „Zur deutschen Eiche" zu einem kameradschaftlichen Beisammensein. Der Leiter der Stadtwerke, Direktor Lotz, begrüßte hier die Gäste und besonders die Männer vom Bau, denen er für ihre Arbeit Dank und Aner- erkennung zollte. Anschließend würdigte Ortsgruppenleiter Jung als Sprecher der Klein-Lindener Bevölkerung das nun vollendete Werk, mit dem ein viele Jahre lang gehegter Wunsch der Einwohnerschaft in Erfüllung gegangen sei. Er gab dem Dank der Klein-Lindener Einwohner an die Gießener Stadtverwaltung Ausdruck und widmete besondere. Dankesworte Oberbürgermeister Ritter, der sich durch die Ueberwindung der vielfältigen großen Schwierigkeiten bei der Schaffung dieser gemeinnützigen Einrichtung besonders verdient gemacht habe. Ebenso dankte der Redner dem Leiter der Stadtwerke, Direktor Lotz, dem Stadtbaudirektor G r a v e r t und Vermessungsrat Carle, die sich bei der Schaffung der technischen Anlagen dieser Linie besondere Verdienste erworben hätten. Nicht minder galt sein Dank den Männern, die am Bau der Linie und ihrer Einrichtungen in vorbildlicher Weise gearbeitet pnd damit der Gemeinschaft in guter Art gedient haben. Der Redner wies dann 3um Schluß noch auf die große Bedeutung dieser ständigen Verkehrseinrichtung in verkehrspolitischer und wirtschaftlicher Beziehung, aber auch als Mittel zur Förderung der kulturellen Arbeit hin, weil dadurch die Klein-Lindener Bevölkerung eine gute Möglichkeit erhalten habe, in bequemer Weise an dem kulturellen Leben in Gießen teilzunehmen. Schließlich betonte et noch die außerordentliche Leistung, die darin zu erblicken ist, daß dieses bedeutsame Werk mitten in dem großen Kriege angepackt und in so ausgezeichneter Weise vollendet wurde. Mit dem Gruß an den Führer und unsere siegreiche Wehrmacht schloß der Redner feine Ansprache. Dann blieben die Teilnehmer noch einige Zeit in froher kameradschaftlicher Unterhaltung beisammen. der gefangenen Soldaten des Feindes aus der Festung B i r H a ch e i m trägt einen Stahlhelm über dem Turban. Diese Tatsache ist ein Symbol. Weltanschaulich in keiner Weise an das Abendland gebunden, trägt dieser den Hilfsvölkern Englands angehörige Mann das Zeichen eines Zwanges auf dem Kopf. Er streitet sichtlich für Machtinteressen, die ihn nichts angehen. Der stärkste Moment dieser Wochenschau ist fest- gehalten in der Großaufnahme aus einer Kamera, die am Boden des Führersitzes in einem Sturzkampfbomber angebracht war und die Regungen des Fliegers festhält, der den Sturzflug ausführt. Es ist nicht nur ein Schauspiel äußerster Gespanntheit, das wir erleben, sondern wir bekommen die Personifizierung männlichen Willens ins Gedächtnis geprägt. Wo ist die Form, die einen solchen Vorgang in so vorbildlicher Prägnanz noch wiedergeben könnte? Hier ist der Film souverän. Von den Kämpfen vor Sewastopol bekommen wir einen guten Eindruck gerade von der Infanterie durch die Aufnahmen des gefallenen Kriegsberichters Sackens. Der Bericht vom Staatsakt für Reinhard Heydrich, Aufnahmen vom Besuch des Sultans von Marokko in Spanien und vom Geburtstag des Reichsministers Dr. O h n e f o r g e liefern weitere Steine für den mosaikartigen Aufbau der neuen Wochenschau. H. H. G. Hugo v. Ritgen, der Wiedererbauer der Wartburg. Am Vortragsabend des vergangenen Montags sprach. Stadtbaudirektor Grave rt über Hugo v. Ritgen, den Gießener Baumeister und Kunsthistoriker, als Wiedererbauer der Wartburg. Ritgens Vater kam aus dem vorübergehend (1803—1815) zu Hessen gehörigen Kurkölner.Westfalen 1814 an die medizinische Fakultät, wo er sehr verdienstvoll wirkte. Der Sohn Hugo war 1811 in Stadtberge (Westfalen) geboren, besuchte das Gießener Gymnasium, studierte seit 1828 Medizin und Naturwissenschaft in Gießen und wandte sich dann der Kunst zu. Seine Dissertation untersucht die Frage, ob und wie durch Verbesserung der Konstruktion in Eisen und Holz ein zeitgemäßer neuer Stil zu schaffen sei, er strebt vom Klassizismus weg und sucht nach neuen Wegen. Daher sucht er feine Fortbildung auch in Paris, wo man Technik und Naturwissenschaft pflegte und Liebigs Empfehlungen ihn führten. Zurückgekehrt macht er 1837 sein baufachliches Staatsexamen in Darmstadt, heiratet dort die Tochter des Staatsrats Zimmermann und arbeitet in Gießen als Architekt. Er baut schlicht und Meckbestimmt seine beiden Häuser in der Frankfurter Straße 19 (heute Besitz der Fa. Glatthaar), das Haus am Hitler- wall 9 und den großen Eckbau an der Frankfurter (Nachdruck verboten.) 11. Fortsetzung. Briefe in Bareiros Hand Roman von Anna Elisabet Weirauch Rechte durch Carl Duncker Verlag, Berlin W 35. In bester Laune vor sich hinpfeifend machte sich Gerd auf den Weg zu dem Juwelier Groftahn — das zweitemal. Schon einmal war er d-gewesen, um den Schmuck zu bestellen. Aber auf Wunsch von Herrn Sierinck war die Zeichnung vermchtet man konnte die Kette kein zweites Mal anfertigen. Gerd hatte versprochen, sie mitzubrmgen, aber ausgerechnet kam Albrecht aus die törichte Ideedatz Irmela sie dauernd tragen sollte ^un lmtte er wenigstens den wohlgelungenen Abzug eines> Licht- biDes in der Tasche — so besonders wohlgelungen, daß er geradezu stolz darauf war. Jetzt gingen die Verhandlungen ohne besondere Schwierigkeiten. Freilich, er mußte etwas darauf achten, daß der Preis fern Vermögen nicht überschritt. Die eingesetzten Steine brauchten mcht von so erlesener Kostbarkeit zu sein, die Hauptsache war die Aehnlichkeit der Zeichnung. Während Gerd sich noch im lebhaften Gespräch mit Fräulein Köster über die Theke beugt, kommt Herr Grotjahn selbst hinzu und zieht die Brille auf die Nasenspitze, um daricher hinweg bas Photo und die oorgelegten Steine zu begutachten. „Sie wissen doch, Fräulein Köster", murmelt er mit einem Seitenblick auf Gerd, „daß wir die Kette nur einmal anfertigen dürfen, es war die ausdrückliche Bedingung." „Ich weiß!" beruhigt Fräulein Köster freundlich. „Es ist für Herrn Sierinck selbst, ich kenne den jungen Herrn, es ist der Schwager, sollen wir fie zusenden, wenn sie fertig ist. oder wird sie abgeholt?" „Ich hole sie ab, rufen Sie mich an, oder nein, ich komme wohl in der Zwischenzeit noch einmal vorbei, um zu fragen." „Wie Sie wünschen." Fräulein Köster schreibt alles Besprochene säuberlich auf. „Und auf den Namen von Herrn Direktor Sierinck, Groß-Fon- tenay." 14. „Du, Concha?" Bareiro zuckt etwas zusammen und wendet sich unwillig um, als die Tür hinter seinem Rücken sich geräuschlos öffnet und wieder schließt. „Ja, ich — wer wohl sonst? Oder bist du gewöhnt, daß andere Leute ohne anzuklopfen in dein Zimmer kommen?" „Ich bin es überhaupt nicht gewöhnt!" sagt er unwillig — es liegt schsn wieder etwas wie ein versteckter Vorwurf in ihrem Ton. „Und es erschreckt mich jedesmal." „Solange du mich nach Möglichkest verleugnest, werde ich nicht durch den Hotclportier anfragen lassen, ob die Dame aus dem dritten Stock den Herrn im ersten Stock besuchen darf. Ich werde auch nicht auf dem Gang vor deiner Tür stehen- bleiben, bis es dir gefällt, ,Hereinsi zu sagen, son- . dem ich werde den Augenblick benutzen, wo mich ' niemand sieht, um hineinzuschlüpfen." „Dich verleugnen! Was ist das wieder für ein Unsinn, Concha! Wir können nicht in einem Hotel Tür an Tür wohnen und uns gegenseitig ungeniert besuchen. Wir bekämen die größten Unannehmlichkeiten, es ist dein Ruf, auf den wir Rücksicht nehmen müssen. Wir sind schließlich nicht verheiratet." „Das brauchst du nicht zu betonen, ich weiß es." „Willst du mir einen Vorwurf daraus machen? Woraufhin wollen wir heiraten? Meine Existenz ist im Augenblick nicht so gesichert, daß ich daran denken kann." „Ob das wirklich so ist?" Conchas dunkle Augen sehen träumerisch in eine weite Feme. „Ich denke manchmal darüber nach — ob es nicht ganz arme Leute gibt, die sich mit schwerer Arbeit ihr Brot verdienen, und die trotzdem glücklich sind, und sehr lieb miteinander, sehr gut zueinander." „Vielleicht." Bareiro zuckt spöttisch die Achseln. „Ich kann's mir nicht recht vorstellen. Ich habe auch, offengestanden, ein solches Märchenidyll noch nie von weitem gesehen. Wo Geldsorgen sind, da ist auch immer Unzufriedenheit, Gereiztheit, häuslicher Krach." „Ich könnte es mir vorstellen!" Concha hält den Kopf schräg, und ein ganz zartes Lächeln blüht auf ihrem Gesicht auf, das sie unwahrscheinlich verschönt. „Im Grunde bin ich eigentlich recht anspruchslos, ich könnte sehr glücklich fein, in einer ganz kleinen ärmlichen Behausung, mit viel Arbeit, wenn man nur das Allernotwendigste verdiente, so viel, um satt zu werden und keine Schulden zu haben, und keine Angst vor der Zukunft, und einen Menschen, den man liebt." „Das klingt ganz schön." Bareiro geht mit großen Schritten auf und ab, macht manchmal am Fenster hast, um blicklos hinauszustarren. „Ich suche ja auch Arbeit. Ich bin überzeugt, daß ich sie finden werde. Aber nicht auf dem Arbeitsmarkt ober dem Stellennachweis — ich bin im Begriff, alte Beziehungen wieder aufzunehmen, alte Verbindungen wieder anzuknüpfen — ich habe hier in den besten Häusern verkehrt, man hat mich überall noch in angenehmer Erinnerung; es wird der Tag kommen, heute, morgen, ober vielleicht auch erst in einigen Wochen, wo man mir eine anständige Position anbietet, dann werde ich selbstverständlich zugreifen, auch dann noch ohne überstürzte Hast — aber bas muß man eben abwarten." „Und um diese .Beziehungen' wieder anzu- knüpfen, mußt du dich jede Nacht an den Spieltisch setzen und das Letzte verlieren, was wir noch haben!" Das Lächeln ist erloschen, zornige Bitterkeit entftetü bas lebhafte Gesicht. „Ja, allerdings, das muß ich? Entschuldige, aber davon verstehst du nichts!" Sein Ton wird scharf und zurechtweisend. „Ich kann nicht im schäbigen Anzug bei meinen alten Freunden an der Hintertür klingeln, und durch die Dienstboten um ein Almosen betteln lassen. Solange man es einigermaßen durchhalten kann, muß man als gleichberechtigt auftreten. Man muß mit ihnen an einem Tisch sitzen, und Augen und Ohren offen halten, wenn sie von Geschäften reden, und plötzlich sieht man die Lücke, in die man springen kann. Dann muß man den Sprung wagen, diesen Augenblick muß man ab» warten, gespannt in allen Sinnen und in allen Muskeln! Es kostet mehr Nervenkraft, als du dir borstellen kannst." „Wahrscheinlich auch mehr, als ich aufbringen könnte." Conchas zarte Gestalt sinkt in sich zusammen, sie gleitet von der Lehne auf den tieferen Sitz. Sie kennt diese Worte bis zum Ueberdruß.. „Ich muß zusehen, selber etwas zu verdienen, wenn es dir nicht möglich ist." „Verdienen." Ein geringschätziger Blick streift den gesenkten dunklen Scheitel. „Bitte! Hindere ich dich etwa daran? Beanspruche ich deine Zeit zu sehr? Beschneide ich deine Freiheit? Von mir aus verdiene so viel zu kannst und willst! Ich weiß nur nicht recht, auf welche Weise. Du denkst dir bas so einfach, liebes Kind! Wenn du nicht Geld genug hast, um dich elegant zu kleiden, und großartig aufzutreten, kannst du dir noch nicht einmal einen reichen Freund suchen!" „Möchtest du bas etwa?" Die geneigte Stirn hebt sich mit einem Ruck und die Augen sprühen Flammen. Schön sieht sie aus, in diesem Augenblick, schön und gefährlich, es ist noch immer etwas von der alten Verlockung in diesem Gesicht, und Bareiro macht einen Schritt zu ihr hin und streicht lächelnd bas Haar aus ihrer Stirn: „Ich habe nicht gesagt, baß ich es möchte, ich habe nur gesagt, baß selbst bas auf Schwierigkeiten stoßen würde, so schön du bist." (Fortsetzung folgt.) Statt Karten! Für die uns zu unserer Verlobung erwiesenen Aufmerksamkeiten und Glückwünsche danken wir, auch im Namen unserer Eltern, herzlichst Tilli Rodenhausen Walter Ranft Gießen, im Juni 1942 \1922 D/ Für die erwiesenen Aufmerksamkeiten zu unserer Vermahl u n g danken wir auf diesem Wege, auch im Namen der Eltern, recht herzlich Obergefreiter Wilh. Lang u.Frau Marie, geb. Becke? Watzenborn-Stein berg, im Juni 1942 _____________________ 02905/ anderung am Sonntag Oie SJ.Jporf 30:25 36:35 . 14:33 8 8 0 6 6 6 Tabelle. 6 Spiele 34:25 Dore 8 Punkte Holzheim Grüningen Luftwaffe II Heuchelheim Garbenleich — Pfahlgraben — Kloster Arneburg — Lich. Bon Garbenteich, bis wohin wie die Bahn benutzen, wandern wir roten Strichen nach auf breitem, noch von den Römern angelegtem Feldweg zum Wald, in dem wir nach links einbiegen, um später, kurz nach Ueberschreiten der Dorfgiller Straße zu dem überaus gut erhaltenen Pfahlgraben, dem gewaltigen Kulturwerk aus der Römerzeit zu gelangen, und dem wir eine große Strecke das Geleite geben. Bald darauf kommen wir zum Jäqer- pfad, von wo man teilweise recht hübsche Ausblicke nach der Wetterau, namentlich auf Burg Münzenberg, genießt. Rach knapp zweistündiger Wanderung erreichen wir Kloster Arnsburg, dessen sonst gut besuchte Wirtschaft eben wegen Einberufung des Inhabers geschlossen ist. Auch die Besichtigung der interessanten Klosteranlage ist wegen der damit verbundenen Gefahr, gegenwärtig nicht gestattet. Von Arnsburg gehen wir blauen Ringen nach durch das liebliche Gottesackertal nach dem freundlichen Städtchen Lich, von wo nach einer Besichtigung des Derdunkrlungszeit: 19. Juni von 22.48 bis 4.28 Uhr. Tenniskampf Gießen — Frankfurt. Einen Tennis-Mannschaftskampf haben der Frankfurter TC. 1914 und der Gießener Tennisklub zum kommenden Sonntag nach Frankfurt vereinbart. Gespielt wird auf der Anlage im Palmengarten. Rur noch 3 Tage. Bis 21.Juni Altklcider- und Lpinnstoffsammlung. Die Annahmestellen der Gießener Ortsgruppen zur Altkleider - und Spinn st offsamm- lung sind wie folgt geöffnet: Mitte: Marktstrahe 25, werktags von 17 bis 19 Uhr. Nord: „Einhorn", Linden platz 1, Montag, Mittwoch und Freitag von 17 bis 19 Uhr. O st: Licher Straße 19, Geschäftsstelle der DAF., werktags von 15 bis 18 Uhr. Süd: Hofmannstraße 1, Mittwoch und Samstag von 19 bis 21 Uhr. Liebigstraße 58 (Autogarage), Mittwoch und Samstag von 19 bis 21 Uhr. Unterhof und Oberhof (Bergwerk)/ Mittwoch und Samstag von 19 bis 21 Uhr. Klein-Linden: Steinstraße „Altes Backhaus", Mittwoch und Samstag von 19 bis 21 Uhr. Wieseck: Schulstratze 3, Mittwoch und Samstag von 18 bis 22 Uhr. fürstlichen Schlosses und Parks die Heimfahrt erfolgt. Die ganze Wanderung dürfte 3% Stunden beanspruchen. Gießen — hangelslein — Hoher Berg — Großen-Buseck. Wir beginnen unsere Wanderung am Justizgebäude und folgen der blauen Dreiecksmarkierung über die Wiesen, am Rande des Philosophenwaldes entlang durch einen Teil von Wieseck bis zur Ludwigsburg. Hier biegt das Zeichen in den bewaldeten Hangelstein ein. Wir überschreiten den Berg, kommen an aussichtsreichen Punkten vorüber zum Draubringer Paß mit hübscher Aussicht. Da, wo die Zeichen an einem Jagdhaus vorbeikommen, verlassen wir die Dreiecke, gehen an dem AnwesAi vorüber abwärts, gelangen an einen idyllisch gelegenen Waldweiher und jenseits desselben auf einen Fußpfad, der uns allmählich wieder in die Höhe, und zwar auf die rote Punktmarkierung führt. Diese bringt uns über den Hohen Berg mit schönen Ausblicken nach unserem Endziel Großen-Buseck. Wegdauer vier Stunden. und Alicenstraße. Nebenbei lehrt er Zeichnen am Gymnasium. Ein Vortrag zu Gotha (1846) über das Portal der Großen-Lindener Kirche knüpft seine Freundschaft mit B. v. Arnswald, dem Burghauptmann auf der Wartburg, und führt ihn damit der Erneuerung der Wartburg zu, die im wesentlichen 1850—1870 durchgeführt, 1889 abgeschlossen wird und ihm reiche Ehrungen bringt. Gewiß hat Ritgen damit den Anlauf zu einem eignen Stile aufgegeben, ist Kunsthistoriker und Denkmalpfleger geworden und ist in die Bahn der Romantik, des Historismus abgebogen. Aber er hat doch sein Ziel, aus einer zerfallenen Burg eine Stätte der Weihe, ein würdiges Museum und einen fürstlichen Wohnbau zu schaffen, im wesentlichen erfüllt. Bei aller baufachlichen Tätigkeit blieb Ritgen doch seinem Gießener Lehramt als Professor der Kunstgeschichte treu, auch als der Lehrstuhl für Baukunst 1873 an die neue Technische Hochschule nach Darmstadt verlegt wurde. Rufe nach auswärts hat er wiederholt abgelehnt. Bis in die letzten Jahre beschäftigte ihn die Baugeschichte der Burgen in Gießens Umgebung. Fast 80 Jahre alt starb er 1889 und ruht auf dem Alten Friedhof. Der Vortragende zeichnete aus seiner völligen Vertrautheit mit dem Stoffe das Leben und die Persönlichkeit Ritgens in ihren Beziehungen zum deutschen Geistesleben im allgemeinen, zur Entwicklung unserer Stadt und Universität im besonderen. Fast möchte man sü echten — nach der Zahl der Teilnehmer zu schließen — daß ein Stück unserer Stadtgeschichte Gefahr läuft, vergessen zu werden, auf das Gießen allen Grund hat stolz zu sein. Um so lebhafter aber war das Interesse der Anwesen« den an dem nach Inhalt und Form gleich fesselnden Vortrag, und der Vorsitzende, Studienrat Dr. Glöckner, gab ihrem Danke in warmen Worten Ausdruck. Kür Dapferke t vor üem Kemöe. Der Unteroffizier Otto Törner aus Klein-Lin« den, Bergstraße 5, wurde mit d§m Eisernen Kreuz I Klasse, der Feldwebel Ludwig Klingelhöfer aus Oppenrod mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet. ** Keine Schüler-Urlaube unmittelbar vor und nach den Ferien. Da erfahrungsgemäß immer wieder bei den Schulleitungen seitens der Eltern Anträge auf Beurlaubung von Schülern und Schülerinnen unmittelbar vor und nach den Ferien, besonders den Sommerferien, ein- (atifen, sei nochmals auf eine Verfügung der hessischen Landesregierung hingewiesen, nach welcher Anträge auf Beurlaubungen in diesen Fällen unbedingt äbzulehuen sind. Nur in ganz besonders begründeten Ausnahmefällen können Anträge, deren Dringlichkeit von den Schulleitern voll anerkannt wird, der Landesregierung zur Entscheidung vorgelegt werden. Landkreis Gießen. Lollar, 18. Juni. Dos Wettfchießen 1942 der Kriegerkameradschaft Lollar wird am Sonntag, 21. und 28. Juni, ausgetragcn. Hierbei werden die alten Soldaten zeigen, daß sie noch in der Lage sind, dos Gewehr zu führen. Zx G r o ß e n - L i n d e n , 18. Juni. In diesem Frühjahr' wurde auch an unserer Schule mit der Seidenraupenzucht begonnen. Die Maulbeersträucher, deren Pflanzung und Pflege auch ganz in der Hand der Schüler lag, haben den strengen Winter gut überstanden und entwickeln sich ausgezeichnet. Die Raupen sind bereits geschlüpft und werden mit großem Eifer von der Schuljugend gefüttert und betreut, wobei sie mit großer Spannung die Entwicklung der Raupen verfolgt. Vorschlußrunde der deutschen Fußballmeisterschast. Die Endspiele um die deutsche Fußballmeisterschaft nähern sich ihrem Höhepunkt und Abschluß. Vier Mannschaften haben noch die Anwartschaft auf die „Viktoria", die Meisterschaftstrophäe, und zwar der fünfmalige deutsche Meister Schalke 04, der seit über einem Jahrzehnt die überragende Rolle im deutschen Fußball spielt, der Meister Hessen-Nassaus Kickers Offenbach, der die letzten Hoffnungen des Südens auf sich vereint, Berlins Meister Blau- Weiß Berlin, dem man in der Reichshauptstadt das Erreichen des Endspiels wünscht, und schließlich Vienna Wien, von der man an der Donau erwartet, daß sie sich als eine würdige Nachfolgerin des vorjährigen deutschen Meisters Rapid Wien erweist. Nun fällt am kommenden Sonntag in Gelsenkirchen und in Berlin die Vorentscheidung, die Fußball-Deutschland mit riesiger Spannung erwartet. An einem Sieg der Schalter über den Meister Hessen-Nassaus, Kickers Offenbach, wird nicht gezweifelt, auch wenn man um die Unberechenbarkeit der Kickers-Elf weiß, dagegen ist das Treffen im Olympiastadion eine völlig offene Angelegenheit. Eine End spielpaarung Schalke — Vienna liegt nahe, sehr gut möglich ist aber auch ein Endkamps Schalke gegen Blau-Weiß. Handbatt-Vorschlußrunde geteilt. Die Absicht, beide Spiele der Vorschlußrunde zur Deutschen Handballmeisterschaft der Männer an einem Tag abzuwickeln, läßt sich nicht verwirklichen. Am kommenden Sonntag, 21. Juni, gibt es nur eine Begegnung zwischen der SG. Ordnungspolizei Magdeburg und dem LSV. Reinecke Brieg in Magdeburg Das zweite Treffen fürt den SV. Wold Hof und die SG. Ordnungspolizei Berlin erst am 28. Juni in Mannheim zusammen. Das auf den 5. Juli vorverlegte Endspiel wird nun, wie ursprünglich beabsichtigt, erst am 12. Juli veranstaltet. Zehn Jahre Zuchthaus und Sicherungsverwahrung für Gewohnheitsverbrecher. LPD. Darmstadt, 17. Ium. Als ein unverbesserlicher Gewohnheitsverbrecher erwies sich der 45 Jahre alte Karl Christian Wagner aus Mainz, mit dem sich das Sondergericht Darmstadt in zweitägiger Verhandlung zu vefassen hatte. Obwohl bereits 16mal vorbestraft, unter anderem mit Zuchthaus und Ehrverlust, hat er es auch nach seiner im August 1939 erfolgten Entlassung aus der Strafanstalt nicht fertig gebracht, sich seinen Lebensunterhalt durch ehrliche Arbeit zu verdienen. Aehn- lich wie in der Zeit unmittelbar nach dem Weltkrieg,' in der er sich als gewissenloser Schieber und Betrüger betätigte, glaubte er auch die jetzigen Zeitverhältnisse wiederum für seine dunklen Geschäfte ausnützen zu können. Ungeachtet eines ausdrücklichen polizeilichen Verbots und ohne auch nur im geringsten über Kapital oder Fachkenntnisss zu verfügen, gab er sich als Wein Händler aus, der angeblich auf Grund ausgedehnter Geschäfts« beziehungen in der Lage war, auch Lieferungen größeren Umfanges vorzunehmen. Unter bewußter Ausnutzung der derzeitigen kriegsbedingten 23er* knappung der Weinvorräte gelang es ihm auf diese Weise, in zahlreichen Fällen Bestellungen auf Wein 1 zu erhalten und sich insgesamt etwa 4 0 0 00 R M. zu erschwindeln. Das Geld brachte er in Berlin und Hamburg durch.. Mit Rücksicht auf die Skrupellosigkeit seiner Gesinnung verurteilte ihn das Sondergericht als Gewohnheitsverbrecher und Volksschädling zu zehn Jahren Zuchthaus und ebenso langem Ehrverlust. Um ihm für die Zukunft weitere Straftaten unmöglich zu machen und die Allgemeinheit vor feinen verbrecherischen Neigungen zu schützen, wurde außerdem seine Sicherungsverwahrung angeordnet. v - /\ Schweinemarkt in Homberg. —Homberg, 17. Juni. Der Austrieb zum heutigen Schweinemarkt betrug 81 Ferkel. Man zahlte für 6 bis 8 Wochen alte Ferkel 20 bis 25 RM., für 8 bis 10 Wochen alte 23 bis 30 RM. und flür 10 bis 12 Wochen alte pro Stück 27 bis 41 RM. Bei flottem Handel war alles ausverkauft. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bei Hauptschriftlciterö: Ernst Älumschetn. Verantwortlich für Polttll und Bilder: Dr. Fr. W. Lange,- für das Feuilleton: Dr. Hans Thyriot: für Stadt Gießen, Provinz, Wirtschaft und Sport: Ernst Blumschein. Druck und Verlag: Brühlsche Nmversitätsdruckeret R. Lange K. G. Verlagsleiter: Dr.-Jng. Erich Hamann: Anzeigenleiter: Hans Beck. Anzetgenpreisliste Nr. 6. Handball der HI. Lang-Göns — Holzheim 15:5 (5:3). Im letzten Heimspiel konnte Lang-Göns einen klaren Sieg erringen. Von Anwurf entwickelte sich ein gleichwertiger Kampf. Holzheim spielte sehr schnell und konnte den Führungstreffer der Platzmannschaft bald ausgleichen. Bis zur Pause zeigten die Gäste weiterhin offenes Spiel, das mit zwei weiteren Toren belohnt wurde. Lang-Göns stellte durch vier Gegentore das Halbzeitresultat her. Nach der Pause machten sich bei Holzheim Ermüdungserscheinungen bemerkbar. Immer mehr wurden sie in die Verteidigung gedrängt. Die wenigen Durchbrüche waren zu offen und brachten größere Erfolge nicht ein. Lang-Göns gelang es in gewissen Anständen, die Torzahl zu erhöhen. Da die Platzmannschaft jedoch einige ältere Urlauber einstellte, erhalten die Gäste die Punkte. Kreisklasse. In der Kreisklasse sind die Punktspiele nun beendet. Ueberraschenderweise kamen drei Vereine auf gleiche Punktzahl. Wie Punkt- und Torzahlen beweisen, waren sie in ihrer Stärke gleichwertig. Nur Heuchelheim kam infolge Spielverzichtes nicht über den letzten Platz. Da die Mannschaft der Luftwaffe sich nicht an den Aufstiegspielen beteiligen kann, da bie 1. Mannschaft schon in der obersten Klasse spielt, kamen nur Holzheim und Grüningen in Betracht. Holzheim leistete vorzeitig Verzicht, so daß sich ein Entscheidungsspiel erübrigte. Grüningen muß nun leider auch davon Abstand nehmen, sich an den kommenden Aufstiegspielen zu beteiligen. Dadurch ist der hiesige Sportkreis nicht in dieser Spielrunde vertreten. 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