voimerstag. 19. MSrz 1942 Gießener Anzeiger Annahme von Anzeigen für die Mtttaasnummer bis 8'/, Uhr desBormittags Anzeig en-Preife: Anzeigenteil 7 Rvf. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Textteil 50 Rvf. je mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung MalftaffeH AbschlüsseMengenstaffelL Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25"/,mehr vrShllcheUnIvtrV^d-MiLrmze General-Anzeiger fiirOberhessen $ Hat! war auf dem Eßtisch ein kaltes Büfett arrangiert, das außerordentlich lecker aussah. Die Küche des Hotels „Landskrone" in der Kreisstadt hatte das alles aufgefahren. Fehr, neben Wulflam stehend, und mit ihm ein paar freundliche Worte über Ulla wechselnd, die noch immer in Dresden weilte, füllte sich seinen Teller mit guten Dingen, ergriff ein Glas Rotwein und kehrte ins Herrenzimmer zurück. An der ^chreibtifchuhr sah er, daß die neunte Stunde über- schritten war. — Wo blieb Fontana? Der Gedanke gab ihm einen solchen Ruck, daß er Glas und Teller auf das Rauchtischchen setzte und die Uhr aus der Westentasche nestelte.. Tatsächlich, neun Uhr vorüber! Wo blieb Fontana? Forstmeister Koch saß plötzlich neben ihm, kauend hatte er allerlei Geschäftliches zu bereden. Fehr sagte: „„3a ... ja" und „Ach nee" und „Meinet- hörte nicht recht hin. Alles das war io gleichgültig. Wichtig war nur, zu wissen, wo AH zum Teufel, mochte er sein wo er wollte roenn er nur nicht im Schloß war und bei Ma- non! .. Er zankte sich selber aus, daß er so etwas öadjte, aber der Gedanke saß wie mit Widerhaken fest und ließ sich nicht einfach verwischen: daran hlCrf5m-l^ Grft' ®ie .t-ef sich in den letzten Wochen das Mißtrauen in ihn hineingefressen hatte. Generaldirektor Schütte steuerte mit einem Teller und einem Halbliterglas dunklen Bieres durch den Raum. Als er Fehr erblickte, ließ er sich neben ihm Nieder und verwickelte ihn in eine Unterhaltung "ber das Thema: Sophienau einst und jetzt. Er lobte Abbegs Organisationstalent, aber er hielt da- °ei dse Hand vor dem Mund: „Daß er's nicht hört! , h . «M, °haehm schon für einen kleinen Napoleon! Wissen Sie, Baron, unter uns gesagt uns lag an Ihrer Hütte gar nicht soviel. Wir haben sie nur auf Abbegs dringenden Wunsch gekauft er wollte ein Steckenpferd haben .. " Fehr sagte höflich, Herr Abbeg habe ja wirklich aus der alten Hütte etwas Ungewöhnliches ge- Athen, 18. März. (DNB.) Im Piräus lief ein chwedlscher Dampfer mit 7000 Tonnen Brotgetreide ür das griechische Volk ein. Die Sendung stellt einen Teil der vor längerer Zeit gekauften und bar bezahlten 70 000 Tonnen ^australischen G e - t r e i d e s bar. Zwischen der damaligen griechischen und der englischen Regierung war vereinbart worden, daß selbst im Falle einer Besetzung Griechenlands durch die Achsenmächte England den Versand dieses Getreides nach Griechenland nicht verhindern wurde. Trotzdem hat sich England monatelang geweigert, die Weitersendung des in Alexandria und Haifa liegenden Getreides zuzulassen, es hat jetzt erst der Intervention der Internationalen Rotkreuzmission und anderer Persönlichkeiten und Jnstitu- Uonen bedurft, um die erste Sendung für das grie- chlsche Volk freizubekommen. Die englische Agitation hat den Versuch unternommen, die Schuld für die Verzögerung der Lieferung auf die Achsenmächte zu schieben. Die griechische Regierung und das Oberhaupt ber griechischen Kirche haben jedoch diese Behauptungen als völlig unbegründet zuruckgewiesen. gegen einen zahlen- und wafsenmäßlg überlegenen Gegner angespornt. — Hauptmann C h r i st e l zeichn nete sich im nördlichen Abschnitt der Ostfront aus« Angriffe gegen die von ihm geführte Truppe wurden unter hohen Verlusten für die Bolschewisten ab gewiesen. Hauptmann Christel ist im Verlauf dieser Kämpfe gefallen. * Der Träger des Ritterkreuzes, Hermann Ruppert, Staffelkapitän in einem Sturzkampfgeschwader, (jat im Ostfeldzug an ber Spitze seiner in zahlreichen Angriffen siegreichen Staffel den Flie- gertob gefunben. Bei Angriffen auf Schiffsziele im Schwarzen Meer war es ihm gelungen, trotz stärkster Abwehr fünf Kriegsschiffe, darunter einen Kreuzer, ferner vier Frachter von insgesamt 11000 BRT. zu versenken. Obwohl er bei einem dieser Angriffe abgeschossen wurde und mehrere Stunden im Schlauchboot trieb, war er bereits am nächsten Tage erneut gestartet. Abschied von Robert Bosch. S t u t t g a r t, 18. März. (DNB.) Bei dem Staatsakt für Robert Bosch in der König-Karl-Halle des Landesgewerbemuseums waren außer Reichsminister Funk als Vertreter des Führers, Reichsorganisationsleiter Dr. Ley und Gauleiter Reichsstatthalter Murr, Männer aus Partei, Wirtschaft, Technik und Wissenschaft erschienen. Reichsminister Funk hielt die Gedächtnisrede. „Dem großen deutschen Wirtschastsführer, dem hervorragenden Techniker und Kaufmann, dem vorbildlichen Betriebsführer dem Pionier der Arbeit", so sagte er, „entbiete ich den letzten Gruß des Führers und des Reichsmarschalls. Die Motorisierung verdankt dem Verstorbenen einen wesentlichen Teil ihres gigantischen Aufschwungs. Aus kleinsten Anfängen entstand ein weltumspannendes Unternehmen. Bosch war sich stets bewußt, daß die Leistung eines Werkes wesentlich bestimmt wird durch das Verhältnis zwischen Betriebsführer und Gefolgschaft. Er war ein Mann aus dem Volke, ein echter Sozialist, der für die Gemeinschaft lebte und fest in ihr verwurzelt war. Im Alter ist Robert Bosch wieder zurückgekehrt zur Scholle und hat auch hier als Landwirt Mustergültiges geschaffen. Das Vorbild großer Männer gibt uns die Kraft zur Ueberwindung der Schwierigkeiten im eigenen Lebenskämpfe. So möge es auch hier sein. Wir wollen ihm danken für all das Große und Bleibende, das er uns hinterläßt, und geloben, in feinem Sinne und Geiste zu leben und die deutsche Zukunft zu gestalten." Der Betriebsführer der Robert-Bosch-Werke G. m. b. H., Direktor Hans Walz, feierte den Entschlafenen als einen großen Menschen und überragenden Wirtschaftsführer. Die Fahnen senkten sich und unter dem Lied vom guten Kameraden legte Reichsminister Funk als letzten Gruß des Führers einen Kranz an der Bahre nieder und ebenso einen Kranz des Reichsmarschalls. Landeseigene Verwaltung im Ostland. Berlin, 18. März. (DNB.) Ein Erlaß für bas Reichskommissariat Ostkand regelt die Verwaltung in den Generalbezirken Litauen, Lettland und E st l a n d, insbesondere die eigenverantwortliche Mitarbeit der jeweiligen Landesbehörden. Die deutsche Hoheitsgewalt und die politische Führung liegen unter der Gesamtleitung des Reichsministers für die besetzten Ostgebiete in Händen des Reichskommissars für das Ostland bzw. dessen nachgeord» neten Dienststellen. Der jeweilige Generalkommissar fuhrt die Aufsicht über die gesamte Landesverwal» tung und ist befugt, diejenigen Maßnahmen zu treffen, die zu ihrer Ordnung notwendig sind. Dieses gilt insbesondere von der Wirtschaftsverwaltung soweit es nach den kriegswirtschaftlichen Erfordernissen geboten ist. Die Landesverwaltung wird durch litauische, let- tische und estnische Organe wahrgenommen. Die oberste Landesbehörde bilden in Litauen die Generalräte, in Lettland die Generaldirektoren, in Estland die Landesdirektoren. Nachgeordnete Dienststellen der landeseigenen Verwaltung sind die Selbstverwaltungskörperschaften der Kreise mit einem Kreis- altesten an der Spitze, der eine dem Landrat vergleichbare Stellung hat. Die Amtssprache im Verkehr mit der deutschen Zivilverwaltung ist deutsch, innerhalb der landeseigenen Verwaltung deittsch und die jeweilige Landessprache. Mit dieser Neuordnung ist den drei baltischen Volkern nicht nur die Gelegenheit zur tätigen Mitarbeit an der Gestaltung ihres Daseins gegeben, son- oern auch weitgehende Eigenverantwortlichkeit. Wenn der zum Ostland gehörige Generalbezirk Weißruthenien nicht einbezogen worden ist, o liegt der Grund darin, daß hier im altsowjeti- chen Gebiet infolge der lang andauernden Herr- Ichaft der Bolschewisten die Voraussetzungen organisatorischer und personeller Art noch fehlen. Nach Der neuen Agrarordnung stellt dieser Erlaß einen ^eren Schritt zur Beseitigung der bolschewisti- schen Erbschaft und zur Entfaltung der auf bau- willigen Kräfte des Ostens dar. Das Ritterkreuz. Diese Aeußerung kennzeichnete ■ der japanische Sprecher als einen Beweis dafür, daß nicht einmal der niederländisch-indische Generalgouverneur im Stande gewesen sei, dem Druck Großbritanniens und der USA. zu widerstehen, durch den die holländische Kolonie gegen ihren eigenen Willen zu einem Angriffskrieg gegen Japan gezwungen worden sei. Vor der Kapitulation Javas hätten englische und amerikanische Amtsstellen und die ihnen dienstbare Presse Holländisch-Indien zum äußersten Widerstand aufgefordert, weil es ihnen als das „letzte Bollwerk" gegen Japan im Südpazifik erschien. Jetzt sagten die gleichen Leute, Australien sei das' letzte Bollwerk. Man müsse es um jeden Preis verteidigen. Die Alliierten hätten so viele „letzte Bollwerke", die hinterher trotz der vielgerühmten Hilfe nicht zu halten gewesen seien. Deshalb sollten die Auslassungen des früheren niederländisch-indischen Generalgouverneurs besonders Australien eine Warnung sein, weil es das Schicksal Niederländisch-Jndiens teilen würde, wenn es weiterhin Großbritannien und den USA. Gehör schenke. Japanischer Lustangriff auf Port Moresby. Tokio, 18. März. (Europapreß.) Ein Luftangriff japanischer Marinebomber auf Port Moresby, den Haupthafen des australischen Territoriums „Papua" auf dem südöstlichen, dem australischen Kontinent zugekehrten Teil Neu Guineas, wurde angeordnet, weil der Feind Flugzeugverstärkungen dorthin entsandt hatte, um einer völligen Vernichtung dieses wichtigen Stützpunktes- vorzubeugen, darüber hinaus aber von hier aus zu mehr offensiven Lustvorstößen vorwärtszuschreiten. Die japanische Marineluftwaffe setzte für den Angriff einen neuen Jägertyp ein. Elf LockheaD-Bomber wurden im Augenblick, da sie auffteigen wollten, m Port Moresby zerstört. Die Horn'-Insel an der Nordspitze der Halbinsel Port an der Torres- Straße, wo elf feindliche Jäger im Luftkampf ah- geschossen und zwei weitere am Boden zerstört worden sind, ist der einzige voll ausgerüstete feindliche Flughafen im Gebiet der Halbinsel Port. Ebenso wie hier sind auch in Port Moresby die Bodenanlagen schwer beschädigt worden. Ferner wurden Bombenangriffe auf Stützpunkte des Gegners auf den Saloikion -, den Florida- und Wana- wann- Inseln ausgtzsührt, die das Korallenmeer nordöstlich Aulstraliens begrenzen. Oie Ernennung Mc. Arthurs. ® ch 0." ghai, 18. März. (Europapreß.) Australiens ständig offensichtlicher werdende Selbständigkeit gegenüber dem britischen Empire bestätigt sich erneut durch die Art, wie es über Churchills Kops hinweg die Ernennung des USA.-Gene- sols MacArthur zum Oberkommandierenden m Australien verlangte. Wie der australische Ministerpräsident Curt in bei der Bekanntgabe der Flucht und der Ernennung MacArthurs erklärte, sei der nordamerikanische General auf Wunsch Australiens ernannt worden. Man habe dann Churchill von dem Wunsch der australischen Regierung „in Kenntnis gesetzt". Bei seiner Ankunft in Äustra- tten wurde MacArthur von dem australischen Der- : teiDigungsminifter Forde mit den Worten begrüßt, i Die australische Regierung rechne mit schweren i Kämpfen um Australien. Man erwartet, daß Mac : Arthurs erste Maßnahmen in Australien darin be- i stehen werden, die Verteidigung Moresbys zu . vollenden. Es wird vermutet, daß die Japaner i gleichzeitig mit einem Angriff auf Port Moresby i einen Schlag gegen Port Darwin führen i werden. ( Um den peinlichen Eindruck, den die' verstärkte 1 Amerikanisierung Australiens, die durch die Ernen- ! nung Mac Arthurs deutlich in Erscheinung tritt — 1 m der britischen Öffentlichkeit auslösen 'muß, zu I verwischen, ist Reuter bemüht, diesen Schritt Roo e- l velts als mit den britischen Plänen in Uebereinftinv Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter be*i Haupt) chttslletters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und Dr. Fr. W. Lange; für daZ Feuilleton: Dr. HanS Thyriotx sür Stadt Gieiren, Provinz, Wirtschaft und Sport: Emst Blumschein. «Druck und Verlag: Brühls che Universstätsdmckeret R. Lange K. tz. Verlags!etter: Dr.-Ing. Erich Hamann,- Anzeigenletter: Hans BeL AnzeigenprelSliste Nr. 6. „Eine technische lleberraschung." Französische Generale im Riom-Prozetz über den Westfeldzug. . 19. März. (Europapreß.) Der als Zeug, im Riorn-Prozeß vernommene General Mittel- Hauser bestätigte als ehemaliger Inspekteur der französischen Befestigungen gegen die italienische Grenze die Angaben der Generale Besson urtb Blanchard über die Mißstände in der französi« scheu Landesverteidigung. Die Luftwaffe sei unzu» reichend und nicht für Zusammenarbeit mit der Ar- geschult gewesen. Die Armee habe mit den ihr Zur Verfügung stehenden Tanks mangels geeigneter Ausbildung nichts anfangen können, und schließlich seien keine genügenden Tank- und Flugzeugabwehrwaffen zur Verfügung gewesen. General Game« lin wandte sich gegen eine Behauptung Mittel» Hausers über einen Mangel an Offizieren und stellte sest, bie französische Armee habe zu Beginn des Krieges 4000 Offiziere mehr besessen als die deutsche. Mittelhauser erklärte dann: „Dieser Krieg war M uns eine technische Ueb er ra schung." Die Schaffung eines selbständigen Luftfahrtministeriums durch Luftfahrtminister Cot sei kein Vorteil gewesen. Die Einteilung Frankreichs in Luftregionen sei lediglich ein Bluff gewesen. Zu einer Zusammenarbeit der Luftwaffe mit der Armee sei es überhaupt nicht gekommen. General Re quin sagte aus, in den letzten zehn Jahren vor dem Kriege habe sich der Kommunismus in der Armee verheerend ausgewirkt. Bei einem Soldatenaufruhr in Bordeaux 1936 habe er sich geschämt, daß eine Derartige Meuterei in der französischen Armee statt- finden konnte. General Francois erklärte, 1918 seien deutsche Tankangriffe im Sperrfeuer der fran= Zofischen Batterien zusammengebrochen, und der Himmel sei mit französischen Flugzeugen angefüllt gewesen. 1939 aber sei der Himmel mit deutschen Maschinen angefüllt gewesen und Frankreich habe keine Artillerie gehabt, um den Sturm der deutschen Panzerdivisionen zu brechen. Ihnen Abbeg das nicht gesagt? Es stand von vornherein fest..." Und der Generaldirektor erhob sich, um Glas und Teller von neuem zu füllen. Auutenlang blieb Fehr allein. Er spürte seinen Fehlschlag. Er sah die Herren in den vollgequalni- ten Zimmern hin und her gehen —- Koch in grünem langschößigem Uniformrock — Demblin — Wulf- Ollendahl. — Wo blieb Fontana? Wo blieb Fontana? Plötzlich fühlte er, wie ihm eine Hand kalt ans Qriff, wie sie sein Herz gewalttätig zwischen me Finger nahm und preßte. Die Bewegung war fa. stark, daß er für einen Augenblick die Augen schloß und das Blut in den Schläfen sieden hörte. Wo blieb Fontana? War es nicht möglich — Herrgott Im Himmel! -7 öaß er die Gelegenheit benutzte — diese Abendstunden, da er Marion allein wußte? Bei dem Gedanken stand Fehr entschlossen aus pem Sessel auf. Telephonieren? Marion unter rrgenbemem Vorwand ans Telephon rufen? ... Das hatte keinen Sinn. War Fontana im Schloß, Dann mar alles klar — vor allem das eine klar, daß sie ihm es nicht erzählen würde! Und also! Ein geheimer Instinkt flüsterte ihm zu, daß er handeln müsse. Daß die Gelegenheit, „zuzupacken » nie wieder so günstig käme ... Er trank sein Glas aus, setzte es hin und ging guer durch das Zimmer auf Abbeg zu, der, dis Zigarre zwischen den Fingern, mit dem Landrat sprach: ,r2ch werde mich leider heimlich drücken müssen, lieber Herr Abbeg", sagte er leise, indem er ihn beiseite nahm: „Weiß der Kuckuck, ich bin heute gar nicht gut in Form ... Habe schon bett ganzen Tag nut dem Herzen zu tun ... Eigentlich hätte 'ch gar nicht kommen sollen ... Nehmen Sie mit Dem guten Willen vorlieb. Ich verschwinde ganz leise,, ist Ia um diese Stunde noch keine Gefahr, daß es einen allgemeinen Aufbruch gibt (Fortsetzimg fügt) Der feurige Ofen Noman von Hans von Hülsen 43. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Donnerwetter!" machte Fehr — und sah in diesem Auaenblick, daß Forstmeister Koch In seiner grünen Uniform den bereits ziemlich vollgequalm- ten Raum betraf: „Gleich drei Jahre — allerhand! Oer warum mußte Der Schöps auch auf den Jäger schießen! — Und Nummer zwei, Herr Landrat?" Abbeg trat hinzu und stützte sich lauernd auf die Lehne von Fehrs Klubsessel. „Nummer zwei? Sozusagen dienstlich. Die Guts- dezlrkskommission tritt am 22. zusammen. Mittwoch gestern in einer Woche. Vier Uhr nachmittags, im ßanbratsämt Bitte, vergessen Sie es nicht' Sie kriegen natürlich noch schriftliche Einladung."^ Der Forstmeister kam, um seinen Chef zu begrüßen und sich mit Generaldirektor <5d)ütte bekanntmachen zu lassen. „Sind wir jetzt komplett?" fragte Fehr, den Kopf zuruckbeugend zu Abbeg hinüber: „Mehr gehen ja in Ihr Schmuckkästchen gar nicht 'rein! — Uebriqens hub'ch gelungen. Der Bau, ich gratuliere!" Zlbbeg hatte Die Augen über die Anwesenden gleiten laßen. „Soweit ich sehe, fehlt nur noch Herr Fontana. Na, die Herren Künstler nehmen's nicht so genau. Ich persönlich habe Hunger wie ein Wolf'" Und er faßte Fehr vertraulich-unterm Arm und zog ihn durchs Zimmer auf die breite Schiebetür Zu, die sich eben wie von Zauberhand öffnete. , Vergessen Sie übrigens nicht, mit dem Generaldirektor m Ihrer Sache zu reden. Wenn diese Potentaten gut gegessen und getrunken haben, sind sie zu allem fähig!" Und er machte Front gegen seine Gäste, klatschte in die Hände und rief: „Meine Herren die sieben fetten Jahre finden nebenan statt!" Nebenan — das hieß im Speisezimmer. Dort Irlands Verteidignngsbereitschast. Dublin, 18. März. (DNB.) Am Sf. Pafricks- fag. dem Namenstag des irischen Nationalheiligen erklärte Ministerpräsident d e Valera, daß ein gemaltiaer Kampf vor sich gehe, dessen Ausgang das Leben vieler Menschen in vielen Ländern, ja vielleicht für Jahrhunderte bestimmen werde. Welches Geschick diese Zeit Irland bringen werde, könne kein Mensch sagen. Aber die Zukunft werde so sein, wie sie das irische Volk durch Mut und Klugheit, Weitsicht und Tatkraft sich selbst gestalten. werde. Erne Natton, die am Leben bleiben wolle, müsse sich mit Härte und eiserner Disziplin wappnen, um Opfer bringen zu können. Niemand könne die Irland drohende Gefahren verkennen. „Wir haben den Willen, uns im Falle eines Angriffes zu verteidigen. Wir sind es unseren Kindern schuldig, das zu erhalten, was mir gewonnen haben." De Valera betonte, er könne nicht umhin, jene verhängnisvolle Teilung Irlands zu bedauern, Die Die Gefilde von St. Patrick und Die Stätten seines Wirkens von dem Hauptteil des Volkes trenne. Diese unnatürliche Verstümmelung stehe der wirksamen Verteidigung der irischen Insel als auch freund- chaftlichen Beziehungen zu dem Volk der benachbarten Insel entgegen. Die bolschewistische lleberfluiung Irans Adan a 19. März. (DNB. Funkspruch.) Im Iran etzen die Bolschewisten ihren Vormarsch über die vertraglich festgelegte Demarkationslinie Urmia- See—Elburs-Meschhed hinaus immer weiter fort. Sie Sowjetregierung hat den Engländern den „Vor- chlag" gemacht, den Sowjets eine neue Linie Disful — Isfahan — Yet-Schar — Jbal — afgha- nifche Grenze einzuräumen. Sowjettsche Truppen, denen bolschewistische Agitatoren vorausgingen, sind bereits^,im Kurdengebiet zwischen Sulei- manya-Chamakin eingetroffen. Im Choramscha (Muhammera am Schatt el Arab) ist eine siebzig- köpfige sowjetische Abordnung eingetroffen. Die Sowjets bereiten bereits die militärische Besetzung des gesamten westlichen CanDgebietes des Irans bis zum Persischen Golf vor. Brotgetreide für das griechische Volk. mung zu bezeichnen. „Die Ernennung Mac Arthurs", so sagt Reuter, „wird in Australien als gleichbedeutend mit einer Annahme der Vorschläge Australiens und Neuseelands hinsichtlich des zukünftigen Sitzes des Pazi f ik-Kr i egsr a tes angesehen, seine Verlegung nach Washington wird von der austtalischen Regieruna betrieben." Reuter versucht Diesen neuen Vorstoß Roosevelts dadurch abzumildern, daß er Der britischen Öffentlichkeit vor Augen führt, daß, da doch die Kämpfe in diesem Raum von Australien und Den USA. geführt würden, es „unpraktisch" sei, die Beratungen dieses Kriegsrates in London abzuhalten. Um das Maß Der bitteren Pillen, die Das englische Volk schlucken muß, voll zu machen, muß Reuter jetzt auch die Ernennung des USA.-Generals George H. Brett zum stellvertretenden Oberbefehlshaber im Südwestpazifik bekanntgeben. Brett befehligte bisher Die USA.- Truppen in Australien. Ihm wurde auch das Kommando über Die Luftwaffe in diesem Gebiet übertragen. Tokio, 18. März. (Europapreß.) Der Sprecher der japanischen Regierung richtete an Australien eine neue Warnung. Er nahm Bezug auf eine Aeußerung des früheren Generalgouverneurs au: Java, Starkenborg, der in einem Presseinter- oiem am ,17. März erklärt hatte, daß, wenn er nach seinen eigenen Wünschen hätte handeln können, das Mißgeschick Niederländisch-Jndiens zu vermeid en gewesen wäre. Eine friedliche Lösung der schwebenden Probleme mit Japan hätte gefunden werden können. r 1?- März. (DNB.) Der Führer verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine das Ritterkreuz an Kapitänleutnant ■sauer, der als Unterseebootskommandant bisher insgesamt 18 bewaffnete feindliche Handelsschiffe mit 101 000 BRT, Darunter neun Schiffe von 52 000 vor der amerikanischen Küste versenkte: ser- ner an Oberst K o s z m a l a, Regimentskommandeur und Hcmptmann Christel, Kompanieführer in einem Baubataillon. — Oberst Koßmala hat eine Infanteristen bei Der Verteidigung eines l Stutzpunktes im Raume südlich des Ilmensees trotz schwerer Entbehrungen zu zähestem Widerstand Vorbereitung für die Reifeprüfung Sonderkurse durch KdF. In die Kurse werden ausgenommen Volksgenossen und Volksgenossinnen im Alter von 18 bis 35 Jahren, die bereits im Berufsleben stehen. Bedingung für die Aufnahme ist ein mindestens gutes Ab- aangszeugnis der Volksschule und das Bestehen einer Aufnahmeprüfung. Dann werden die Betreffenden in vier Jahre umfassenden Abendkursen in allen Unterrichtsfächern der höheren Schule unterrichtet. Ein einjähriger Vorkursus soll den wesentlichen Unterrichtsstoff der Mittelstufe einer Oberschule behandeln, die drei weiteren Jahre dienen der Erlernung des Unterrichtsstoffes, der auf der Oberstufe einer höheren Schule verlangt wird. Die Lehrfächer sind: Deutsch, Geschichte, Erdkunde, Biologie, Chemie, Physik, Mathematik, Englisch und Latein. Dabei wird es möglich sein, Hörer, die in einzelnen Fächern schon Vorkenntnisse besitzen, vom Belegen dieser Fächer zu befreien. Am Ende jedes Lehrganges finden Jahresabschlußprüfungen statt, deren Bestehen Voraussetzung für das Belegen des Faches im nächsten Jahr ist. Will jemand in einen späteren Lehrgang eintreten, so hat er die Abschlußprüfung, die vorhergeht, mitzumachen. Hat der Teilnehmer die letzte Jahresabschluhprüfung bestanden, dann wird er zum Ablegen der Reifeprüfung als Nichtschüler gemeldet. Nach bestandener Reifeprüfung wird er für sein weiteres Studium in jeder Weise gefördert. Die Kurse, die im Rahmen des Volksbildungswerkes der NSG. Kraft durch Freude" zunächst nur in Gießen laufen, sollen im April beginnen. Für die Anmeldung und jede weitere Auskunft wende man sich an die „NSG. „Kraft durch Freude", Gießen, Schanzenstraße 18. in mehreren Kreisstädten durchgeführt wurden/ haben gezeigt, daß nur der gesunde und in jeder Hinsicht vorbildliche Hitlerjunge mit dem festen Willen zum Land ausgenommen werden kann. Begeistert erwarten die Jungen ihren Einsatz, und selbst die ängstlichen Einwände mancher besorgter Eltern konnten im Rahmen der Beratungen widerlegt werden. Sie wissen, daß ihre Kinder den rech» ten Beruf erwählt haben. Wer sich heute noch nicht entschieden hat, der soll so schnell wie' möglich seinen Entschluß fassen und die Anmeldung zum Landdienst beim Arbeitsamt oder beim zuständigen HJ.-Bann abgeben. Noch ist es Zeit! Die Volksschulen in Hessen. Aus Anordnung des Reichsmimsteriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung wurde für das Schuljahr 1940/41 eine allgemeine Erhebung über die Volksschulen im Deutschen Reich durchgeführt, deren Einzelergebnisse jetzt vom Statistischen Reichsamt veröffentlicht werden. Danach waren im Lande Hessen 961 Schulen mit 157 246 Schulkindern vorhanden. Es entfielen auf die einzelnen Stadt- und Landkreise: Stadtkreise: Darmstadt 15 Schulen (3885 Jungen, 3923 Mädchen), Gießen 5 Schulen (1691 I., 1731 M.), Mainz 21 (6961 I., 6745 M.), Offenbach 12 (3632 I., 3545 M.), Worms 7 (2599 I., 2584 M.). Landkreise: Alsfeld 83 (2748 I., 2792 M.), Alzey 60 (3218 I., 3217 M.), Bergstraße 89 (6585 I., 6583 M.), Dingen 38 (3386 I., 3272 M), Büdingen 97 (3813 I., 3641 M ), Darmstadt 35 (3295 I., 3330 M.), Dieburg 51 (4205 I., 4130 M ), Erbach 82 (3082 I., 3022 M), Friedberg 71 (5027 I., 4939 M.), G i e ß e n 82 (4222 I., 4206 M ), Groß- Gerau 30 (4350 I., 4329 M), Lauterbach 68 (2170 I., 2123 M.), Mainz 39 (3249 I., 3281 M.), Offenbach 31 (5456 I., 5629 M.), Worms 45 (5409 I., 5241 M.). ________________ Hausgehilfinnenpriifung in Gießen. gfs. Am 13. und 14. März herrschte in den Räumen der Mädchenberufsschule reges Leben. Zwölf hauswirtschaftliche Lehrlinge und eine' Hausgehilfin mit mehrjähriger Praxis wollten in einer Prüfung beweisen, was sie im Haushalt gelernt haben. Es war eine Freude, den Mädchen bei der Arbeit zuzusehen. Es wurde gekocht und gebacken, gebügelt, gestopft und geflickt. In einer Niederschrift zeigten die Mädchen, daß sie über die Arbeit im Haushalt auch nachdenken und ihr Tun begriffen haben. Außerdem lösten sie einfache Rechenaufgaben aus dem Gebiet der Hauswirtschaft. Unter dem Vorsitz der Rektorin wurde in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Frauenwerk die Prüfung von der Mädchenberufsschule durchgeführt. Die hauswirtschaftlichen Lehrlinge waren während ihrer zweijährigen Lehrzeit in Familienhaushaltungen untergebracht, die vom Deutschen Frauenwerk als Lehrhaushalt anerkannt find. Zum Prüfungsausschuß gehört auch eine erfahrene Hausgehilfin, die der Fachgruppe Hausgehilfin in der DAF. angehört. Alle Prüflinge haben die Prüfung bestanden. Die meisten Mädel haben den Wunsch, weiter in der Hauswirtschaft zu arbeiten, und man darf hoffen, daß sie tüchtige und einsatzbereite Hausgehilfinnen werden, an denen die kinderreiche Mutter eine gute Stütze hat, und die später im eigenen Haushalt einmal die Arbeit als Hausfrau gut meistern werden. Die Schlüsselabgabe bei der Reise. Wenn jemand verreisen muß, entsteht im Hinblick auf die notwendigen Luftschutzmaßnahmen die Frage der Uebergabe der Wohnungsschlüssel an den Luftschutzwart. In der „Sirene" wird die häufig aufgetauchte Frage behandelt, wer den Schaden ersetzt, der infolge einer solchen Schlüsselabgabe in der Wohnung z. B. dadurch entsteht, daß etwas abhanden kommt. Wird es während des FliegerDie NSG. „Kraft durch Freude, Abt. Dolksbil- dungswerk, in Gießen beabsichtigt, ähnlich wie dies in anderen größeren Städten des Reiches bereits in Angriff genommen wurde, Sonderkurse zur Vorbereitung für die Reifeprüfung einzurichten. Diesem Plan liegt der Gedanke zugrunde, daß nach diesem Krieg eine größere Lücke eintreten wird in dem Bedarf an leistungsfähigen Köpfen, denen die beste Schulung zuteil wurde. Alle in Frage kommenden Stellen sind aufgerufen, Mittel und Wege zu ersinnen, um den Zustrom zur Universität zu verstärken. Diesem Ziel sollen auch die geplanten Kurse dienen. Es ist zweifellos in allen Schichten unserer berufstätigen Bevölkerung noch kraftvolle Jntelli- genr vorhanden, auf die im Sinne der geschilderten Ziele nicht verzichtet werden kann und die für die Sonderkurse in Betracht kommen. Es gilt in diesen Kursen, der Universität aus den Kreisen der aufstiegwilligen berufstätigen Männer und Frauen hochwertigen Nachwuchs zuzuführen. Die Kurse wollen wirklich begabten Volksgenossen, denen aus irgendeinem Grunde keine ihren Anlagen entsprechende.Bildung zuteil werden konnte, zu einer vertieften Ausbildung ihres Geistes verhelfen. Es sollen sich daher nur solche Volksgenossen melden, die den festen Vorsatz haben, in steter Einsatzbereitschaft wirklich ernste Arbeit zu leisten. Die Kurse wollen nicht denen einen Ersatz bieten, die einst auf der Schule das Ziel nicht erreicht haben. Jeder, der sich meldet, muß sich innerlich selbst prüfen, ob er den ernsten Willen und die nötige Kraft zum Durchhalten aufbringen wird. Dann aber winkt ihm auch das schöne Ziel, ausgenommen zu werden in die Reche führender schaffender deutscher Menschen. alarms notwendig, die verlassens Wohnung zu betreten, und ereignet sich bei dieser Gelegenheit ein Diebstahl oder eine Sachbeschädigung, dann hat der Geschädigte nach der Kriegssachschädenverordnung einen Entschädigungsanspruch an das Reich. Liegen die Voraussetzunaen dieser Verordnung nicht vor, dann kann der Geschädigte sich nur an diejenigen halten, die ihm auf Grund des Bürgerlichen Gesetzbuches zum Schadenersatz verpflichtet sind, also an den Täter, wenn er ihn ausfindig machen kann, oder an den Verwahrer der Wohnungsschlüssel, der deren mißbräuchliche Benutzung durch eigenes Verschulden ermöglicht hat. Wenn also jemand seine Wohnungsschlüssel vor der Abreise abgeben will, was aus Erfahrungsgründen sehr zweckmäßig ist, so tut er gut, den Empfänger darauf hinzuweisen, daß er mit den Schlüsseln sehr sorgfältig umgehen solle. Am besten ist es, die Schlüssel im verschlossenen Briefumschlag abzugeben, damit sie tatsächlich nur im Ernstfall benutzt werden. Landkreis Gießen. # Mainzlar, 18. März. Bei Gastwirt Müller fand die Jahresschlußversammlung unseres G e - sangvereins statt. Nach der Totenehrung erstattete Vereinsführer Ludwig Fuchs den Jahresbericht und an Stelle des verhinderten Rechners Wilhelm Sommer die Rechnungsablage. Die Kassenlage geht in Ordnung, dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Der gesamte Vorstand blieb im Amt. * Treis a. b. Lumda, 19. März. Im Laufe des gestrigen Tages gelang es, die kleine Elisabeth Göbel, die beim Spielen in einen Wassergraben gefallen und von dem Wasser in den unmittelbar bei der Unfallstelle beginnenden 120 Meter langen Abflußrohrkanal gedrückt worden war, aus der Rohrleitung zu bergen. Der tragische Tod des Kindes sollte allen Eltern eine erneute Mahnung sein, ihre Kinder vor dem Spielen an Wasserläufen, auf Fahrbahnen usw. eindringlich zu warnen. £ Holzheim , 19. März. Am Freitag, 20. März, können die Eheleute Wilhelm Friedrich Laux und Frau Dorochea, geb. Laux, das Fest der goldenen Hochzeit feiern. Der Jubilar ist 71 Jahre, seine Frau 69 Jahre alt. Beide sind noch sehr rüstig und helfen ihren Kindern eifrig in der Landwirtschaft mit. Wir gratulieren recht herzlich. Von einem vorüberfahrenden Güterzug erfaßt. LPD. Limburg, 18. März. Ein seit acht Tagen im PosthilfSdienst beschäftigter älterer Mann wurde auf dem Bahnhof Villmar von einem vorüberfahrenden Güterzug gestreift und am Kopfe er. heblich. verletzt. Ferner erlitt er einen Beinbruch. Man brachte' den Verletzten ins Krankenhaus, wo er nach wenigen Stunden verstarb. Verdunkelungszeit: 19. März von 20.32 bis 6.56 Uhr. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) 217.100, Gießen. Der Vertrag über die Annahme an Kindes Statt kann wie jedes andere Rechtsgeschäft angefochten werden (Irrtum, arglistige Täuschung usw.). Außerdem kann er durch Vertrag zwischen dem Annehmenden und dem 'angenommenen Kinde jederzeit aufgehoben werden (§ 1768 des Bürgerlichen Gesetzbuches). Das Gesetz vorn 12. April 1938 über die Aenderung und Ergänzung familienrechtlicher Vorschriften gibt weiterhin die Möglichkeit, das durch die Annahme an Kindes Statt begründete Rechtsverhältnis durch gerichtliche Entscheidung aufheben zu lassen, wenn wichtige Gründe in der Person des Annehmenden oder des Kindes die Aufrechterhaltung des Annahmeverhältnisses sittlich nicht mehr gerechtfertigt erscheinen lassen. Ob in Ihrem Falle insbesondere die letztere Möglichkeit gegeben ist, läßt sich ohne Kenntnis der näheren Einzelheiten nicht beurteilen. Aus der Giadi Gießen. Säuglinge. Im Entbindungsheim liegen die Wöchnerinnen hier, die Säuglinge dort. Wenn es Zeit ist für die kleinen Dälglein, genährt zu werden, so daß sie schwellen, quellen und gedeihen können, dann geht die Schwester und holt aus der Kinderei das Kind, bringt es der Mutter und überläßt es ihr. Nachher wird das Kind wieder abgeholt und kommt in die Kinderei zurück. Es sind ihrer viele, die dort liegen. Können sie nicht verwechselt werden? Das können sie nicht, denn sie haben ihre Namen. Der Name steht auf einem Schild über dem Bettchen, außerdem ist ihnen ein Namensschild auf den Bauch gebunden. Da liegen sie nun, meist schlafend, alle noch sehr zart, sozusagen quallenhaft atmend, und trotzdem sind sie schon... Sie fmi) Meyer, Kowalik, Hotten- rodt, Bieneberg, sogar Schulze sind sie. Säugling Schulze! Das wissen sie noch nicht. Sie werden es erst später zu wissen bekommen, wenn sie aufgerufen werden, sei es in der Schule, sei es auf dem Wehrbezirkskommando ... Meyer, Kowalik, Hottenrodt, Bieneberg, Schulze I, Schulze II. Davon ahnen sie jetzt nichts. Sie liegen nur und schlafen. Ihnen macht es nichts aus, daß sie von der Behörde (denn das ist das Entbindungsheim) als Meyer usw. behandelt werden. Jenseits dieser Einteilung sind sie Bubis, Püppchen, Ottchen, Die- terchen und Schnuckis. Sie gucken unsagbar vertrauensvoll auf die Welt, viele lächeln sogar. Wogegen dann freilich nichts hilft. Also —? Du nickst ihnen zu und sagst nichts mehr. Alle, wie sie daliegen, sind Tatsachen, und sie werden einmal groß werden. Alsdann schaffen s i e Tatsachen! Sie! Diese da, die Gewickelten! Meyer, Kowalik, Hottenrodt, Bieneberg, Schulze I, Schulze II. Du aber, der du heute dies denkst und ihnen vielleicht ein Hottepserd ober einen Baubau schenken möchtest, oder neue Windeln, da der Verbrauch rasend ist, du bist alsdann alt. Felix Riemkasten. HHemeinM M firaft öutffl Me SdF.-Sporlkurs: „Fröhliche Gymnastik und Spiele" für Frauen jeden Donnerstag, von 20.00 bis 21.00 Uhr Schillerslhule, Schillerstraße. 956D Oie Wertscheine für das Kriegs-WHW. 1941/42. Der Reichsbeauftragte für das Kriegswinterhilfswerk 1941/42 gibt folgendes bekannt: Die Gültigkeitsdauer der Wertscheine für das Kriegswinterhilfswerk 1941/42 wird bis zum 30.4. verlängert, der Betreute kann die Wertscheine auch noch im Monat April in Zahlung geben. Gleichzeitig werden die Einlösungsfristen der Wertscheine wie folgt geändert: 1. Bis zum 31.5.42 Einlösung der Wertscheine durch den Einzelhandel bei den Banken. 2. Bis zum 15. 6.42 Abgabe der Wertscheine durch die Banken bei ihren Zentralstellen. 3. Bis zum 30. 6. 42 Abrechnung der Wertscheine durch die Zentralstellen beim Reichsbeauftragten für das WHW.' »pflüg mit, Kamerad!- NSG. In den letzten Wochen und Monaten wurde eine intensive Nachwerbung für den Landdienst der Hitler-Jugend durchgeführt. Tausende von Jungen und Mädeln im Reich haben sich für diese vorbildliche ErM)Ungsgemeinschaft bereits gemeldet. Auch in unserem Gebiet wartet eine große Zahl von Anwärtern auf die Einberufung zum Vorschulungslehr- gang, der der Einweisung in die Landdienstlager vorausgeht. Die Mustcrungsappelle, die inzwischen Die Seinen geborgen zu wissen stärkt den Willen zur Tat — Erfolgreiche Männer haben ihr Leben versichert! SYlarika SR.ökk 953 A [ ß^wflellqueHe Karisl'pruttel REEMTSMA SORTE Ein Spitzenfilm der Ufa, der durch seine packenden Menschen- und Schi cksalsd ar Stellungen, mit der Eindringlichkeitseiner Milieuschilderungen und der Schönheit seiner tänzerischen und artistischen Darbietungen zu einem spannenden Erlebnis wird Zu gleichen Preisen in Apotheken. Drogerien ond durch die ßruooenverwaltung öiskirchen - Rui 44 - erhältlich helfen bei Rheuma, Gicht, Ischias, Glieder- und Gelenkschmerzen, Hexenschuß, Grippe und Erkältungskrankheiten, Nerven- und Kopfschmerzen. Beachten Sie Inhalt und Preis der Packung; 20 Tabletten nur 79 PfennigI Erhältlich in allen Apotheken. Berichten auch Sie uns über Ihre Erfahrungen! IRIN ER AL MÜNCHEN J 27/547 Im Vorprogramm: Die Deutsche Wochenschau Heute Donnerstag Wiederaufführung Lichtspielhaus Tägl. 2.30,4.45,7.30 So. 2.00,4.30, 7.30 Uhr Jugendl. unter 18 Jahren haben keinen Zutritt Kora Terry mit Josef Sieber, Will Quadllieg, Will Dohm, Flocklna v. Pisten, Herbert Hübner, Hans Leibeit, Ursula Herklng, Franz Schafheltlln SPIELLEITUNG: GEORG JACOBY SMlWs Bow Wen Ab sofort sind die Wannen' unö WeOMteUungen Freitags und Samstags von 10 bis 19 Uhr durchgebend geöffnet. Kassenschlutz eine halbe Stunde vorher. __958 d tinh Diihtriiinhö unterrichten Sie sich am besten mit den allgemeinverständlichen Büchern des llPplf 2iütUn®UB UIW ♦lüiuriunpc Hugo Bermühler Verlages, Derlin-Lichterfelde. Ditte verlangen Sie noch heut« von Ihrem Gießener Buchhändler da, ausführlich bebilderte Werbeblatt Freunde der Natur sind Freunde guter Bücher" 193V Mm? nf PERI ntiFi*vn«*«*r. ML Die Meisferziefaiefte dei österreichischen Tabakregie — NIL — Danksagung Für die vielen Beweise inniger Anteilnahme beim Hinscheiden unsere^ lieben Entschlafenen danken herzlich Hans Pfeiffer und Kinder Gießen, März 1942 01168 Unser Junge hat ein Schwesterchen bekommen Lisel Dietrich , geb. Kalbfleisch Karl Dietrich Gießen, Fröbelstr. 8 z. Z. Kath. Schwesternhaus Ein. Schädling dingfest gemacht! Vorsicht und Wachsamkeit sind der wirksame Schutz gegen Langfinger. Vorsichtig und wachsam müssen Sie aber auch gegen den unsichtbaren LangfingerKalk im harten Wasser sein, der Ihrem Waschpulver Schaum, und Waschkrofi stiehlt. Diesen Seifendieb Kalk machen Sie unschädlich, wenn Sie vor Zugabe des Waschpulvers einige Handvoll Henko Älelchsoda im Wasser verrühren! Statt Karten! Danksagung. 01147 01167 Wir erhielten die schmerzliche Mittei- lung, daß unser lieber Sohn u. Bruder Oberfeldwebel Hermann Ruhl Inhaber des E. K. II im blühenden Alter von 25 Jahren in den schwersten Kämpfen im Osten für sein Vaterland gefallen ist. In tiefer Trauer: Familie Aug. Ruhl jr. und alle Angehörigen. Gießen-KIein-Linden, Steinstraße 16. Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen. __939 D Danksagung. Für die vielen Beweise aufrichtiger und herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unserer lieben Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Frau Anna Erb, geb.Werner sagen wir unseren herzlichen Dank. Minna Greb, geb. Erb Ernst Greb Marianne Greb. Gießen (Hammstr. 34), den 17. März 1942. v Für alle uns erwiesene liebevolle Teil- nähme und treues Gedenken bei dem schweren Verlust meines lieben Mannes Gefreiter Willi Deeg danken wir herzlich. Klara Deeg und Kind. Gießen, im März 1942. THEATER der Universitätsstadt Gießen Donnerstag, den 19. März 19 bis 21 Uhr: M2d Tanz-Abend Ilse Meudtner Erste Solotänzerin der Staatsoper Berlin. Preise von 1.20 bis 4.10 RM. M , Hart ynd schwer traf uns die unfaßbare, schmerzliche Nachricht, daß bei den Ab- wehrkämpfen im Osten mein über alles ge- lichter, herzensguter, unvergeßlicher Mann, der treusorgende, liebevolle Vater seines Kindes, unser lieber, unvergeßlicher zweiter Schwiegersohn mach dem Heldentod unseres einzigen Sohnes und Bruders), unser lieber Schwager und Pate Paul Feuser Soldat in einer Flak-Abteilung in soldatischer Pflichterfüllung sein junges Leben im Alter von 30 Jahren lassen mußte. Sein-größter Wunsch, die Heimat und seine Lieben wiederzusehen, bleibt unerfüllt. In tiefem Schmerz: Elli Feuser, geb. Weil, und Sohn Friedel Karl Well und Frau Margarete, geb. Valentin Ida Schmidt, geb. Weil, und Söhnchen Gertrud Weil, Familie Ludwig Schwalb nebst allen Angehörigen. Gleiberg, Vetzberg, Krofdorf,, im März 1942. Die Gedächtnisfeier findet am Sonntag, 22. März, nachmittags 3 Uhr, in der Kirche zu Krofdorf statt. Mit der Familie trauern auch wir um unseren gefallenen Arbeitskameraden. Betriebsführer und Gefolgschaft der Firma Carl Becker II. 949 D Meine liebe, herzensgute, stets treu besorgte Schwester, unsere liebe Nichte und Kusine Henriette Bonarius ist heute früh nach langem, schwerem Leiden für immer von mir gegangen. In tiefem Schmerz: Wilhelm Bonarius. Gießen (Schiffenb. Weg 11), 18. März 1942. Die Trauerfeier findet Samstag, den 21.März, vormittags 11 Uhr, in der Kapelle des Alten Friedhofes statt. 011! wünscht eich jede Mutter. Bei //KufekbH und frischer Milch entwickeln eich die Kinder ßut, werden kerngesund und froh. Heute verschied in Gott nach längerer, schwerer Krankheit mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwager und Onkel Herr Karl Fritz, Straßenwärter i. R. im 63. Lebensjahr. In tiefer Trauer: Marie Fritz, geb. Forbach Karl Fritz und Braut Familie Wilhelm Fritz Ludwig Fritz, z. Z. im Felde und alle Verwandten. Salzböden, den 17. März 1942. Die Beerdigung findet Freitag, den 20. März, 14.30 Uhr, vom Sterbehause aus statt. 01164 Danksagung. Herzinnigen Dank all denen, die in aufrichtiger Teilnahme uns Trost zugesprochen und unseren Schmerz über den Verlust unseres unvergeßlichen Sohnes Reinhard Ködding, Unteroffizier in einem Inf.- Regiment, gelindert haben. Im Namen aller trauernden Angehörigen: Heinrich Ködding, Pfarrer i. R. Dorf-Güll bei Lieh, den 17. März 1942. 947 D I Mietgesuche | IMMER GlEimiEIBEND GUT-WEH AUS tEÜ SIOOl-WERKEH MM z. kaufen gesucht. Schriftl. Angeb. unter 01165 an den Gieh. Anz. 6 PL sind gut und ein besonderer Genuß von A-Z MÜDE SORTE 4 PL MEMPHIS 4 PL m. SORTE 5 PL zu schätzen wissen, gehen sparsam mit Peri-Erzeugnissen um, weil sie den Werf DR.KORTHAUS-FRANKFURT A-M lt. Genehmigung deLArbeitsamtes taler 01170 Ich suche einige Gartenmädchen Eintritt sofort. Baumschule und Staudengärtner. 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Das ist gründliche Reinigung, zuglefA milde Massage und naturgemäße Pflege der Haut, die Seife schlecht verträgt Edi Rabas Ingenieur V.D. I. Liesel Rabas, geb. Schmidt geben ihre Vermählung bekannt Leipzig Gießen Wittenberger Str. 4 Bleichstr. 8 19. März 1942 \__________________________01161/ Schuhpt/ege heute nötiger denn je!