Aektag, 18. September M2 Eichener Anzeiger für die Freiheit unseres Volkes verleihe ich Ihnen anläßlich Ihres 172. Luftsieges als 5. Soldaten der deutschen Wehrmacht die höchste deutsche Tapferkeitsauszeichnung, das Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Adolf Hitler." Als Sohn eines Bäckermeisters, des nachmaligen Lindenwirtes, 1912 in Engen bei Konstanz geboren, verschrieb sich Graf früh der Segelfliegerei, nachdem er schon als Junge Flugmodelle angefertigt hatte. Aber er wurde dann Kommunalbeamter, der bis zum Kriege die Fürsorgeverwaltung seiner Vaterstadt leitete. Er übte Jahr für Jahr, um Reserveoffizier zu werden. Im Kriege flog er zuerst im Westen, war dann Lehrer für den Nachwuchs der Jagdfliegerei und errang im Süden der Ostfront seine großen Erfolge. Nach 42 Abschüssen erhielt er am 24. Januar 1942 das Ritterkreuz. Bis Ende April stieg seine Abschußziffer auf 58, um dann in knapp einem Monat auf 104 anzuwachsen. Der Führer verlieh ihm am 17. Mai das Eichenlaub, und schon zwei Tage darauf die Schwerter. Oberleutnant Graf gehört als Obersturmführer dem NSFK. an. Bisher hat der Führer die höchste deutsche Tapferkeitsauszeichnung an folgende Soldaten verliehen: Oberst M ö l d e r s, Oberst Galland, Major G o l l o b, Oberleutnant Marseille, Oberleutnant Graf. Stützpunkten eine Gruppe, ein wehrnest, ein Geschütz ober eine Panzerabwehr- V erli a. 17. Sept. (DRV.) Der Führer Hal Oberleutnant Hermann Graf, Staffelkapitän in einem Jagdgeschwader, das Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen und ihm folgendes Schreiben übermittelt: „In Würdigung Ihres immerwährenden heldenmütigen Einsatzes im Kampf in locker dem Gelände an DNB.-Funkspruch, 17. Sept. (PK.) Fünfzig Tage lang berennt der Bolschewist die Stadt Rschew. Fünfzig Tage lang hat er mit vier seiner Armeen mit ungeheurem Einsatz an Artillerie aller Kaliber, mit Unterstützung stärkerer Verbände seiner Luftwaffe und einem gewaltigen Aufwand von Panzern versucht, die Stadt an der oberen Wolga zu erstürmen, dieeralsEckpfeiler desmittleren Abschnitts der deutschen Ostfront ansieht und um deren Besitz er schon seit Beginn der großen Winterschlachten Ende des vorigen Jahres kämpft. Es ist ihm in diesen fünfzig Tagen nicht gelungen, sein Ziel zu erreichen. Noch immer stehen die deutschen Divisionen — darunter manche, die vor fast einem Jahr in den Endkämpfen der großen Kesselschlachten das Gebiet des oberen Wolgalaufes eroberten und die ersten Brücken über den Strom schlugen — zäh und unerschüttert rings um die Stadt. Mit einer mehr als fünffachen Uebermacht an Jnfanterieeinheiten, die sich der Kopfzahl der in den Kampf geworfenen Massen nach aufdasacht-biszehnfache st eigert, haben die sowjetischen Führer zweier heeresab- schnitte sich bemüht, von zwei Seiten her die Stadt in die Zange zu nehmen. Zunächst von Norden her, wo die Front des Winters nur wenige Kilometer nördlich der Wolga sich um die Stadt herumzog und wo ein Durchstoß der dünn besetzten deutschen Front rasch zu einem sichtbaren Erfolg hätte führen sollen. In 24 Stunden sollte nach dem in unsere Hand gefallenen Befehl des Befehlshabers dieser Angriffsgruppe, General K o n j e w, die Stadt in bolschewistische Hand gebracht sein. Mehrere Schützendivisionen und Panzerbrigaden waren dazu angesetzt, stürmten in dichten Massen und mit starker Artillerievorbereitung an und wurden nach kurzem Anfangserfolg mit einem Geländegewinn von geringer Tiefe weit vor der Stadt aufgehalten und in den Boden gezwungen. Seit Wochen hat der Feind von hier aus immer neue Sturmwellen gegen unsere Reihen vorgejagt, hat immer neue Panzermassen herangeführt, mal hat er hier ein Dorf, dort eine höhe, ein Waldstück oder einen Geländestreifen genommen und behalten — fein erhoffter Durchbruch ist ihm nicht gelungen. Und auch heute, nach 50 Tagen Abwehrkampf gegen weit mehr als 120 Angriffsermvrechanschluk 2251 Druck und verlas: oftffhecfn 686 iVranff vrühlfche UnioerfitStrdruckeret B. Lauge Die Brillanten zum Ritterkreuz für Oberleutnant Graf. im bisherigen Umfang nicht mehr gestattet. Wiederholte Vorstellungen Chiles und die Bekanntgabe des chilenischen Mindestbedarfes an diesen Produkten wurden in Washington mit der Erklärung abgetan, „bas nackte Leben der demokratischen Völker stehe auf dem Spiel". Oie LlSA. kontrollieren die Industrie Brasiliens. Buenos Aires, 18. Sept. (Europapreß.) „La Nacion" enthüllt die Ziele der von Roosevelt nach Brasilien entsandten technischen Kommission. Sie soll hauptsächlich Brasiliens Metallindustrie, die chemische und die Textilindustrie unter ihre Kontrolle nehmen. Ferner soll sie auch die Verwertbarkeit der brasilianischen Bauxit- Vorkommen untersuchen. Auch Chrom- und Mangan-Erzlager sind Gegenstand des nordamerikanischen Interesses. Die nordamerikanische Mission soll aber auch in den Arbeitsprozeß Brasiliens eingreifen und das brasilianische Transportwesen im Interesse der nordamerikanischen Industrie umgestalten. Präsident Roosevelt hat auf Vorschlag einer unter der Leitung des Juden Baruch stehenden Kommission zur Untersuchung der Schwierigkeiten in der Gummi-Versorgung den Präsidenten der Union Pacific Railway, William Jefferson, zum Gummi-Kommissar der Vereinigten Staaten ernannt. gepaßten Maschinena?- zerabwehr- fen seien und die südamerikanischen Länder diesen Plänen mit allergrößtem Interesse gegenüberstün- den, so tut man doch gut, auch bei diesen Plänen die agitatorische Seite gebührend in Rechnung zu stellen. Pläne, Geld und Ingenieure genügen nicht, um die ungeheuren Schwierigkeiten zu überwinden, die die Natur hier dem Menschen entgegenstellt/ Außerdem fehlt es nicht nur in den Vereinigten Staaten bereits bedenklich an Rohmaterial, sondern vor allem auch in den mittel- und südamerikanischen Ländern, die in dieser Beziehung völlig von der Einfuhr ihres nördlichen Nachbarn abhängig sind, die ja, wie allgemein bekannt sein dürfte, seit dem Ausbruch des Krieges im Pazifik fast völlig eingestellt wurde. Es" dürfte also noch eine ganze Weile vergehen, bis Roosevelt auf dieses von ihm so stark geförderte strategische Straßennetz als auf eine vollendete Tatsache blicken kann. Oie LlGA.-Erdöllieferungen an Chile um 40 Prozent herabgesetzt. Buenos Arres, 17.Sept. (Europapreß.) Die Vereinigten Staaten sahen sich gezwungen, die Lieferung von Benzin und Petroleumerzeugnissen an Chile um 40 v.H. zu vermindern, weil der Mangel an Tonnage und der wachsende Bedarf der Wehrmacht der alliierten Nationen eine Belieferung flöße der Bolschewisten, zieht sich die deutsche Hauptkampflinie im Halbkreis um die ersehnte Stadt Rschew herum. Die zweite sowjetische Stoßtruppe, die von der vor Moskau liegenden Front unter Befehl des stellvertretenden Kriegskommissars Schukow gestellt wurde, griff vonOstenher beiderseits der Wolga an. Der Angriff brach drei Tage nach dem von Norden herumkommenden los und wurde mit noch stärkeren Kräften geführt. Insbesondere war in diesem Abschnitt der Panzereinsatz weit größer. Viele Panzerbrigaden waren zum Teil in massierten Angriffen gegen unsere Stellungen angerollt. Insgesamt haben die Bolschewisten an bie zweieinhalbtaus.end Panzer zur Eroberung von Rschew zusammengeführt! Der auf schmalem Raum in mehreren aufeinanderfolgenden Wellen anstürmende Feind konnte hier einige Anfangserfolge erzielen und vor allem s ü d - li ch d e r W o l g a als Folge eines Einbruchs seiner Panzerkorps einigen Raum gewinnen. Denn die ihm gegenüberliegende Front war im ganzen nur von wenigen deutschen Infanteriedivisionen besetzt, wobei der Hauptstoß nahezu von einer Divisionallein aufgefangen werden mußte. So konnten die Sowjets an der Ostfront der Verteidigung von Rschew den vorspringenden Teil des Armee- flügels um einige Kilometer zurückdrängen und die Stadt von Südosten her bedrohen, bis die rechtzeitig herangeführte Reserve eingriff — Truppenteile, die sämtlich aus dem Armeebereich selbst stammten und nach Abschluß der Juli-Kesselschlacht zur Auffrischung herausgezogen worden waren —, so daß der bolschewistische Angriff ohne Inanspruchnahme von Kräften aufgehalten wurde, die dem Schwerpunkt der deutschen Kriegführung, der Süd- front, an Kaukasus, Don und unterer Wolga, entzogen worden waren. Damit mar der eigentliche Plan der sowjetischen Heeresleitung, eine Entlastung für die im Süden geschlagenen Armeen zu bringen, grundlegend gescheitert. Wie weit seine Ziele gespannt waren, lassen die beim Angriff von Osten her eingesetzten zwei Kavalleriekorps erkennen, deren Marschziele bei dem erwarteten Durchbrechen der deutschen Ostfront in der ßirtie Smolensk—Witebsk lagen. Ein Geländegewinn, der auf der Karte der Ostfront kaum einzuzeichnen ist. Emigrantentraum. Die kurze Frist, in der die Republik Polen unter den Schlägen der deutschen Wehrmacht zusammenbrach, zerstörte das trügerische Bild einer Fata Morgana. Aller Welt wurde offenbar, welchen erschreckenden Umfang Ohnmacht und Unzulänglichkeit der polnischen Staatsführung angenommen hatten. Wenn trotz alledem die Westmächte an der Fiktion eines polnischen Staatswesens festhaltcn und in der Ferne Männer besolden, die sich den Anschein geben sollen, als wären sie die berufenen Vertreter des polnischen Volkes, so ist das einer jener Treppenwitze der Weltgeschichte, die niemals aushären. Allerdings hat man wohlweislich darauf verzichtet, in der Warschauer Konkursmasse nach neuem Kapital zu suchen. Die Operettenfigur, die nach der alten Melodie ihre Arie „Noch ist Polen nicht verloren" fingen soll, ist der General S i - korfki. Fern vom Schuß, hat er in London fein Hauptquartier eingerichtet, und zu ihm pilgern die englischen und amerikanischen Journalisten, wenn sie Orakelsprüche über die zukünftige Gestaltung Osteuropas hören wollen. Sikorski, früherer Lemberger Student, wurde schon in der alten österreichisch-ungarischen Armee Reserveoffizier. Im Weltkriege wurde ihm die Werbung für die polnische Legion anvertraut. Nach dem Zusammenbruch der Mittelmächte wurde er General, ohne jemals eine ernsthafte militärische Durchbildung genossen zu haben. 1922 gelangte er an die Spitze der Regierung, blieb hier jedoch nur ein halbes Jahr. Von seinem alten Freunde Pil- sudski, dessen Vertrauensmann er früher war, hatte er sich bereits längst getrennt. 1928 wurde er von dem großen polnischen Staatsmann verabschiedet und ging, bis zu dessen Tode mit ihm nicht versöhnt, nach Paris. Als im September 1939 der in mehr als zehnjährigem Aufenthalt schon fast zum Pariser Gewordene vom Ausbruch des Krieges zwischen dem Reich und Polen erfuhr, wollte er einem Ruf des damaligen Staatspräsidenten Mofcicki folgen und das Kommando über die Posener Armee übernehmen. Doch der Krieg war schneller als er. Es war gewiß sicherer und bequemer, in Paris zu bleiben und sich hort zum Oberkommandierenden der polnischen Armee in Frankreich machen zu lassen, obwohl es eine solche noch gar nicht gab. Doch auch in der Fremde war noch eine weitere Karriere möglich. Noch im Monat der polnischen Katastrophe übernahm Sikorski den Vorsitz einer in Paris gebildeten neuen polnischen Regierung. Er hatte noch insofern Glück im Unglück, als es ihm gelang, rechtzeitig vor dem Anmarsch der deutschen Trupppen nach London zu fliehen, wo er heute zuständig für Interviews und Autogramme im luftleeren Raum ist. „Wird der Friede die Vereinigten Staaten von Osteuropa bringen?" Nicht mehr und nicht weniger, als diese Frage, die ihm Eric K n i g h t, der Vertreter der amerikanischen Wochenschrift „Saturday Evening Post" stellte, zu beantworten, hielt sich Sikorski für befugt. Er sah Deutschland schon besiegt und gefiel,sich in der Rolle einer Pythia, als er die Grenzen des neuen Staates entwarf, von dem schon der gestorbene und längst vergessene kleine Staatspräsident und größere Geiger Ignaz Paderewski geträumt hatte. Von der Ostsee bis zum Mittelmeer sollen Polen, Tschechen, Rumänen, Jugoflaven und Griechen sich die Hand Roosevelts „Panamerikastraße" Von unserem (nn)-Berichterstatter. tanone allein norm Feind. Hier liegt der Infanterist in einem Schützenloch, angelehnt an die Trümmer eines Holzhauses oder die ausgebrannten Reste eines zerstörten Panzers, geduckt im schmalen Panzerdeckungsloch, verstreut mit den Kameraden seines Zuges auf der weiten, flachen Ebene. Hier hält er in Schlamm und Sumpf, ohne Dach und Schutz jetzt schon von der >Herbstkälte östlicher Nächte verklammt, seinen Abschnitt. Und wenn die sowjetischen Schützenhaufen zu Hunderten gegen ihn anstürmen und die schweren Panzer zu Dutzenden über den Hang auf ihn zurollen — q r hält stand. Er weiß, daß seine Abwehr hier am Beginn des Wolgalaufes den Sieg feiner Kameraden am anderen Ende des riesigen Stromes sicher^ 192. Jahrgang Nr. 220 J^ricbemt täglich, außer Ssnntags und Feiertags Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat imBild-DieScholle Bezugspreis r Monatliche,,.. .RM.1.80 SuckellgebÜSr... „ -25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt 50 Tage Abwehrschlacht von Rschew Von Kriegsberichter Dr. Erich von Lölhöffel. Annahme von Anzeigen für die Mittaasnummer viS 8'/, Uhr desVormittagS Auzeigen-Preise für die Millimeter-Zeile von 22 Millimeter Breite: 7Rvf. für Familienanzeigen und private Gelegenbeitsanzeigen 14 Stof. f. Werbeanzeigen und geschäftliche Gelegenheitsanzeigen Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°A> memf General-Anzeiger für Oberhessen (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Stockholm, Anfang September 1942. Nach einer Reutermeldung aus Washington hat das Staatsdepartement bekanntgegeben, daß eine strategisch wichtige Straße, die die Vereinigten Staaten mit Panama verbinden soll und über deren Herstellung bereits- Vereinbarungen mit Guatemala, 6t Salvador, Honduras, Nicaragua, Costarica und Panama getroffen seien, so schnell wie möglich fertiggestellt werden soll. Die Pläne sähen die sofortige Errichtung — auf Kosten der USA. — von 625 Steilen wetterfester Straße vor, die der Verbindung mit den 1000 Meilen nobdamerikamscher Straßen dienen soll. Vom Staatsdepartement werde betont, daß die Fertigstellung dieser Straße nicht nur von strategischer Bedeutung sei, sondern daß dadurch auchdieBeförderungsschwierigkeiten der zentral amerikanischen Länder, die durch die schwierige Lage der Schiffahrt schwer getroffen seien, behoben würden. Roosevelt hat es also eilig mit seiner „Paname- rika-Straße", an deren Ausbau er zur Zeit aus fluten Gründen interessiert ist. Die Altmaterialsamm- ling in den USA. zeigt, daß auch im Lande der „unbegrenzten Möglichkeiten" die R o h st o f f e nicht unerschöpflich sind. Und als Rohstofflieferant für Nordamerika dient ja zur Zeit das ganze mittel- und südamerikanische „Hinterland", das allerdings auf angemessene Gegenleistungen keinen Anspruch erheben darf. Außerdem verspricht sich Roosevelt von dem Bau dieser Straße selbst verftändlich eine noch stärkere politische Einhaltung in mittel- und südamerikanische Belange, so daß die Eile, die das Staatsdepartement zeigt, einigermaßen verständlich ist. Im übrigen handelt es sich bei diesem Projekt nicht nur um die Verbindung zwischen den USA. und Panama, sondern die „Panamerican Highway" ist von Kanada bis nach Feuerland geplant. Parallel mit diesem Vorhaben wird an dem Ausbau der großen Küsten st raße von Alaska nach Kanada gearbeitet. Bereits im März d.I. gab Kriegsminister Stimfon bekannt, baß Inge« nieure der USA.-Armee nach Kanada unterwegs feien, um Hilfsstraßen als erfte Vorbereitung für den Bau einer militärischen Autobahn zwischen den USA. und Alaska einzurichten. Diese Autostraße wurde die Arsenale der ost- und zentrakamerikani- sthen Staaten mit Alaska verbinden, eine Reihe von vorgeschobenen Luftstützpunkten miteinander Derb in- den und mit Nachschub versorgen. Roosevelt plant also den Bau eines strategische« Straßennetzes, das den ganzen amerikanischen Kontinent seinem Kriege dienstbar machen soll. Im einzelnen soll die Autostraße von Kanada nach Feuerland über Texas und Kalifornien durch Mexiko, Guatemala, Salvador, Honduras, Ekuador, Peru, Bolivien und Chile gehen, wobei Abzweigungen über die Anden nach Rio de Janeiro, Buenos Aires, Uruguay und Paraguay vorgesehen sind, während die Küstenstraße von Alaska nach Kanada gleichzeitig die Staaten Washington, Oregon, Kalifornien und Arizona Derb in« bin soll, um dann weiter nach Mexiko zu führen. Dort soll die mit der Texas-Straße für die 9Beiter- führt nach dem Süden zusammentreffen. Mr Kuba Md Haiti ist ein regelmäßiger Fährbootdienst vorgesehen. Einmal soll dieser Fährbootdienst den Osten Kubas erfassen, während ein zweiter Dienst über eine 800 Meile« lange Straße den Westen Kubas mit Yucatan in Mittelamerika verbinden soll. Der Plan, der von Roosevelt mit aller Energie «fördert wird, sieht im einzelnen vor, daß die USA. die Ingenieure, die Baumittel — also Stahl, Zement usw. — und vor allem das Geld liefern, während die mittel- und südamerikanischen Staaten die Arbeitskräfte stellen. Vier große Brücken, je fine in Guatemala, Honduras, Nicaragua und in Panama wurden auf diese Weise bereits 193Q fertig« ■ gestellt. Allerdings stellen sich dem Gesamtvorhaben große Schwierigkeiten entgegen, da nicht nur hohe 0eb i r g e, sondern auch sehr unwegsame Strecken, vor allem dieUrwälder Mittelamenkas, zu überwinden sind. In Mexiko und an der Grenze Guatemalas muß nicht nur im dichtesten Dschungel ein Gefälle von fast 3000 Meter überwunden werden, sondern auch in Guatemala, so daß es zweifel- »haft erscheint, ob bis zum Jahre 1944 diese Strecke ; fertiggestellt werden kann, da die periodischen Regen- | oüsse die halbfertiven Straßen immer wieder unter-- (püien und unpassierbar machen. Guatemala bietet Allerdings außer den eben erwähnten Schwierigsten des Dschungels an der Grenze keine größeren Hindernisse, Während in Honduras bas Hauptproblem in der Abzweigung nach Tegucigalpa der Hauptstadt des Ländchens, liegt. Die Gesamtstrecke in Honduras beträgt allerdings nur knapp 100 Meilen, während für Honduras rund 200 Meilen vorgesehen sind, die allerdings wieder gespickt sind mit Hindernissen aller Art. Hier muß die Straße durch unwegsames Sumpfland zwischen zwei großen Seen und dem Pazifik hindurchgeführt wer- ten. Die gleichen Schwierigkeiten bieten «sich in Eo- ftarica, das im Plan mit rund 350 Meilen Stra- tenlänge vorgesehen ist, die allerdings fast ausschließlich dyrch ungünstigstes Gelände —Sumpf, Urwald, Gebirge — führen. Die Hauptstadt Costa- ncas, San Jose, liegt 2400 Meter hoch, unmittelbar dahinter breitet sich dichter Urwald aus. Da auch in Panama die Geländeverhältnisse nicht besser sind, kann man sich denken, daß es noch eine gute Welle t Bauern dürfte, bis diese Pläne, die zum größten Teil noch auf dem Papier stehen, in die Wirklichkeit '^Mgesetzt sind. Denn in den südamerikanischen Staa- vüer sind die Probleme nicht minder groß. Hier gibt <5 auf der pazifischen Seite des Kontinents teilweise f^rur Straßen, die bei gutem Wetter zu befahren siiid, . Lie aber in den Anden und in den vielen undurch- iringlidjcn Wildnissen der südamerikanischen otaa- ier gänzlich aufhören. Wenn das Staatsdepartement also behauptet, taß mit Guatemala, Honduras, Nicaragua, Costa- tita, Panama usw. bereits Vereinbarungen getrop die Einnahme von Dörfern, Flecken und Sumpfwäldern, die für die Kriegführung im Osten ohne jeden Belang sind, und ein Vorschieben der vordersten Stellungen bis an das Verteidigungsfeld vor der Stadt selbst ist alles, was das ungeheure Aufgebot von Menschen, Munition und Maschinen in fünfzig Tagen hat erreichen können. Es mußte bezahlt werden mit blutigen Verlusten, die diejenigen der Winterschlacht um Rschew noch übersteigen. Etwa sechzig Schützendivisionen und --brigaben und 35 Panzerbrigaden sind verblutet und zertrümmert, ein halbes Tausend Flugzeuge allein in diesem Frontabschnitt abgeschossen. Die außer Kampf gesetzten Panzer waren weit mehr als zweitausend, ihre Zahl wächst noch jetzt mit jedem Tage, an dem der Feind, verbohrt und verbissen, seine Rammstöße gegen unsere Front fortsetzt. Alles das hat die Armee von Rschew aus eigener Kraft geschafft. Hier haben Männer eine Front gehalten, die Im Härtesten Sturm dem schwersten Druck überlegener Massen und Waffen und der zermürbenden Spannung eines ununterbrochenen Stellungskampfes fünfzig Tage lang zu widerstehen hatten, und die diese Probe bestanden haben, die härteste vielleicht, die seit dem Winter dem deutschen Heer im Osten gestellt war. Denn es ist kein Krieg wie der in der großen Stellung der Jahre 1915/18, wo festgebaute Unterstände, verzweigte Garbennetze und tiefe Drahtverhaue eine feste zusammenhängende Front bildeten. Hier steht reichen, wahrscheinlich Unaarn und Slowaken in ihren schönen Reigen einschließen und nach dem Muster der nordamerikanischen Union die Vereinigten Staaten von Osteuropa bilden. Der Traum eines Phantasten. Ma« weiß, welche Schwierigkeiten es schon in der Kleinen Entente gegeben hat, wie scharf die Gegensätze in diesem politischen Mißgebilde aufeinander geprallt sind. Und es ist schwer, anzunehmen, daß ohne eine kräftige Hand der überlegenen Führung diese einander widerstreitenden Interessen unter einen Hut zu bringen waren. Sikorski scheint darum nicht verlegen zu sein, er hat auch keine Angst vor dem, was im Falle seiner glücklich auskommenden Staatspläne im Osten drohen würde. „Rußland hat sich damit einverstanden erklärt." Das war seiner Weisheit letzter Schluß. Von den Ueberfallsabsichten der Moskowiter gegen Finnland und Rumänien, von der Vergewaltigung Estlands, Lettlands und Litauens hat er offenbar niemals etwas gehört. Ein freies Polen mit Au- gang zum Meer, das ist für ihn das Blendwerk, das ihm den Blick für die Realitäten nimmt. Auch Uber diese von Sachkenntnis nicht getrübten Pläne wird die Weltgeschichte unbehindert hinwegschreiten. Dr. W. K. Beginnende Einsicht in den USA. fordert mehr Kriegsbereitschaft. Lissabon, 17. Sept. (Europapreß.) In einem grundsätzlichen Artikel beschäftigt sich die nordamerikanische Zeitschrift „Life" mit der noch immer sehr zu wünschen übriglassenden E i n st e l l u n g des nordamerikanischen Volkes zur Kriegslage. Die USA. befänden sich noch immer im Glauben, daß sie die größte Nation seien, weil sie die meisten Automobile produzieren könnten. Dies wäre ein Trugschluß, denn es komme heute nicht darauf an, über das umfangreichste Material zu verfügen, sondern es richtig zu verwenden, zu verteilen und am rechten Ort einzusetzen, sowie bei der Sache zu sein, wie es Deutschland und Japan oder Sowjetruhland und China seien. Hitler habe rechtzeitig begonnen, sich autark zu machen und große Industrien aufgebaut. Er habe so aus Deutschland die größte und kriegsbereiteste Nation gemacht. Amerika stehe nicht an erster Stelle, wie viele dächten, sondern an fünfter, sechster oder siebenter Stelle. Erst allmählich erwache man und beginne diesen schrecklichen Irrtum einzusehen. Jetzt erst komme man zu der Einsicht, daß sich ü b e r a l l organisatorische Mängel zeigten. Man könne em Land im Kriege nicht so führen, wie im Frieden, wie es zur Zeit in den USA. noch geschehe. Die USA hätten noch Vieles hinzuzulernen. Das bisherige Resultat sei traurig. Das Matt weist auf die Streiks und den Arbeitsunwillen der nordamerikanischen Arbeiter hin, wodurch jährlich Milliarden von Arbeitsstunden verloren gingen. Es gäbe immer noch Tausende von Arbeitern, die nicht an der Arbeitsstelle erscheinen, wenn sie sich einen guten Tag machen wollen, einen Kater haben oder aus sonst irgendeinem Grunde arbeitsunlustig sind. Auf diese Weise könne Amerika nicht den ersten Platz unter den kriegführenden Nationen einnehmen,' geschweige denn den Krieg gewinnen. Verkehrsschwierigkeiten in England. Madrid, 16. Sept. (Europapreß.) Der „Pa"- Vertreter meldet aus London, daß in England eine einschneidende Einschränkung des gesamten Verkehrswesens unmittelbar bevorsteht. „Die Maßnahmen sind auf den M a n g e l v o n Brenn- stoff und Gummi zurückzuführen und erstrecken sich ebenso auf den Schienen- wie auf den Straßenverkehr. Die Schlangen, die heute schon von morgens bis abends an den Haltestellen der Autobusse, der 0-Bahnen und an den Schaltern der Bahnhöfe stehen, werden noch viel länger werden. Die „Green Line" war die Lunge Londons, weil sie die Menschen aus der Stadt in die Natur führte. Diese wird ebenso wie die zweistöckigen roten Omnibusse den Verkehr ein st el len. Alle Sonderzüge am Wochenende werden ausfallen. Alle Fahrpreisermäßigungen kommen in Fortfall. Die Preise auf der Eisenbahn werden um 20 v. H. erhöht. Speisewagen fallen ganz aus, die Züge werden kürzer und haben heute schon stundenlange Verspätungen. Sogar der Flying-Expreß, einer der schnellsten Züge Europas, muß oft warten, um einen Militärtransport vorbeizulassen. PZas das in England heißt, kann nur der beurteilen, der den Stolz eines jeden Engländers auf den Flying-Expreß kennt. Der Tag ist nicht mehr fern, an dem das Reisen in England überhaupt nur noch mit einer besonderen Genehmigung möglich sein wird/ Wiedereinführung der Todesstrafe in Norwegen. Oslo, 17. Sept. (Europapreß.) Ministerpräsident Quisling hat für die Dauer des Krieges die Wiedereinführung der seit 1902 in Norwegen abgeschafften Todesstrafe verfügt. Danach kann die Todesstrafe für solche Verbrechen in Anwendung kommen, für die das Strafgesetz bisher lebenslängliches Gefängnis vorsah. Außerdem kann für Verbrechen, die unter Ausnutzung der Kriegsoerhält- nifse — also während der Verdunkelung, Fliegerangriffen usw. — vorsätzlich begangen werden, eine Verdoppelung der im Gesetz vorgesehenen Strafen eintreten. Kleine politische Nachrichten. Von iranischen Nationalisten wurden Spreng- loffanschläge auf die Transiran-Bahn zwischen Bendar-Schahpur und Teheran verübt. Der Bahnverkehr war drei Tage lang unterbrochen. Berlin, 17. Sept. (DNB.) Die zähen Häuserkämpfe im Innern der Stadt nahmen auch am Mittwoch ihren Fortgang. Vergeblich versuchten die Bolschewisten, die würgende Schlinge des deutschen Angriffs zu zerreißen und verzweifelt die drohende Vernichtung aufzuhalten. An keiner Stelle gelang es dem sich verbissen wehrenden Feind, die jeden Widerstand brechenden deutschen Infanteristen, Panzergrenadiere und Pioniere aufzuhalten. Alle feindlichen Gegenstöße wurden abgewiesen. Vielfach hatte ich der Feind in den Häusern der Stadt verschanzt, die großenteils bereits von den Granaten der Artillerie und den Bomben der Luftwaffe bis auf die Grundmauern niedergelegt worden waren. Um jeden Straßenzug, um jedes Haus und um jeden Schutthaufen wird von den Bolschewisten mit einem an Selbstvernichtung grenzenden Widerstand gekämpft. Schritt für Schritt des heiß umkämpften Bodens wurde dem Feind entrissen. Die bunkerartig ausgebauten Häuserblocks und die zahlreichen Versorgungslager und Arsenale lagen im Bombenhagel der Kampf- und Sturzkampfflugzeuge. Gegenangriffe des Feindes scheiterten an der unerschütterlichen Schlagkraft der Verbände des Heeres, die vor allem im N o r d t e i l von Stalingrad durch Tag- und Nachtangriffe deutscher Schlachtflugzeuge wirkungsvoll unterstützt wurden.- Ostwärts der Wolga bombardierten Kampfflugzeuge die Bahnhöfe Bas- kundschak und Lipki. In Luftkämpsen schossen Jäger bei einem eigenen Verlust im Raum von Stalingrad 33 Flugzeuge ab, sechs wurden durch Flakartillerie zum Absturz gebracht. Oer Wehrmachtbenchi. DNB. Aus dem Führerhauptquartier, 17. Sept. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Am Terek halten die Kämpfe gegen zähen feindlichen Widerstand an. Gegenangriffe wurden abgeschlagen. Der Kampf um die befestigte Stadt Stalingrad schreitet unaufhörlich vorwärts. An der D o n f r o n t wurden Angriffe des Feindes durch ungarische Truppen im Gegenangriss abgewiesen. Einige feindliche Kampfgruppen wurden aufgerieben oder gefangengenommen und 24 Panzer vernichtet. Auch gestern sind die Versuche des Feindes, den Brückenkopf von Woronesch zu nehmen, unter schweren Abwehrkämpfen gescheitert. Der Feind erlitt hohe blutige Verluste. 3m Raum von Rschew scheiterten schwächere kindliche Angriffe. Der Gegner verlor 21 Panzerkampfwogen. An der 2Nurmanfront führte ein umfassender Angriff zur Vernichtung eines Bataillons einer feindlichen Renntierbrigade. Bei Einflugversuchen in die besetzten Westgebiete Für die dadurch dem sowjetischen Kriegsmaterial- transport entstandenen Nachteile wurden von den sowjetischen Militärdienststellen in Iran blutige Vergeltungsmaßnahmen gegen die Bevölkerung ergriffen. * Der spanischen Kriminalpolizei ist es gelungen, des berüchtigten roten Generals Antonio Guerrero Gonzales habhaft zu werden. Er hat im Bürgerkrieg sämtliche Gefangene des Ortes Castuera mit Benzin überschütten und lebendigen Leibes verbrennen lassen, obwohl ein großer Teil der Gefangenen Verwundete oder Kranke waren. * Der argentinische Staatspräsident Dr. Castillo und der bolivianische Staatspräsident General P e - n a r a n d a trafen, begleitet von ihren Außenministern Guinazu und Matienzo auf bolivianischem Boden anläßlich der Eröffnung des Baues der neuen Eisenbahnlinie zwischen Pacuiba und Santa Cruz de la Sierra^zusammen. Der Sofioter Polizeikommandant hat den Juden untersagt, Strandbäder, Parkanlagen, Kaffeehauser und Kinos zu besuchen sowie die Boulevards zu betreten. Ferner ist den Juden verboten, zwischen 7 und 8 Uhr morgens und zwischen 12 und. 14 Uhr die Straßenbahnen zu benutzen. und über Norddeutschland verlor die britische Luftwaffe gestern vier Flugzeuge. 3m Laufe der Nacht griffen britische Bomberverbände rheinisch-westfälisches Gebiet an. Die Bevölkerung hatte Verluste. Vor allem in Wohnvierteln mehrerer Orte entstanden Brände, Sach- und Gebäudeschäden. 37 der angreifenden Bomber wurden abgeschossen. Leichte deutsche Kampfflugzeuge erzielten bei Tage Volltreffer in 3ndustrie- und Verkehrsanlagen an der englischen Südo st käste sowie in einem britischen Truppenlager auf den O r k n e y - 3 n s e l n. 3n der Nacht wurden kriegswichtige Ziele in Osten g l a n d mit Spreng- und Brandbomben belegt. Harte Kämpfe bei Woronesch- Berlin, 17. Sept. (DNB.) Im Raum von Woronesch griffen die Bolschewisten in den Morgenstunden des Dienstag nach trommelfeuer- artiger Vorbereitung mit zusammengefaßten stärkeren Kräften sowohl 'den Brückenkopf Woronesch als auch nordwestlich und südostwärts der Stadt an. Sämtliche Angriffe wurden unter schwersten Verlusten für den Feind, teilweise im Gegenstoß abgeschlagen. Die hartnäckigen Vorstöße der feindlichen Kampfflugzeuge gegen die deutschen Abwehrstellungen scheiterten an der Schlagkraft der deutschen Jagdabwehr, die bei einem eigenen Verlust 31 bolschewistische Flugzeuge zum Absturz brachte. Im Kampfabschnitt von Rschew führte der Feind insbesondere südostwärts der Stadt durch zahlreiche Panzertampfwagen verstärkte Großangriffe gegen die deutschen Abwehrstellungen. In harten wechselvollen Kämpfen wurde der Feind von den unerschütterlich stehenden Infanteristen überall abgeschlagen. Auch nördlich Rschew wiederholten die Bolschewisten ihre Angriffe. Trotz seines Masseüsturmes und ungewöhnlichen Materialeinsatzes konnte der Feind nur unwesentliche Geländevorteile erringen. Im Gegenstoß angreifende deutsche Truppen trafen in den feindlichen Angriff hinein und gewannen das Gelände wieder zurück. Reue Träger des Eichenlaubs Berlin, 17. Sept. (DNB.) Für seine erneute hervorragende Bewährung im Kampf gegen den Bolschewismus wurde der 1916 geborene Oberleutnant Ziegler aus Schwetzingen (Baden), Bataillonsführer in einem Infanterieregiment, vom Führer mit dem Eichenlaub ausgezeichnet. Er hat an den Kämpfen in Polen, Frankreich, Südserbien und Griechenland sowie im Osten teilgenommen. Jjn Dezember 1941 wurde ihm das Ritterkreuz verliehen. Oberleutnant Ziegler stürmte mit seinem Bataillon eifie vom Gegner zäh verteidigte Hohen- stellung westlich Krymskaja, wobei eine feuernde schwere Batterie in kühnem Zupack en genommen wurde. Die fränkische Division, der sein Regiment angehört, kämpfte sich in den folgenden Tagen in hartem Ringen durch das schluchten- reiche Berggelände bis zu den Höhen dicht vor Noworossijsk durch. Trotz erbittertsn Widerstandes wurden auch diese Höhen gestürmt. In dimerem Häuserkampf drang sodann Oberleutnant Ziegler an der Spitze seines Bataillons durch den Nordteil der Stadt bis zum Hafen vor, wodurch starken feindlichen Gruppen der Rückzug abgeschnitten wurde. * Der Führer verlieh dem Leutnant der Reserve Gerhard Hein das Eichenlaub zum Ritterkreuz. ' Schon als Unteroffizier war er beim Angriff auf St. Evre Anfang September 1940 mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet worden. Im Ostfeldzug hat er sich als Zugführer, später als Kompanieführer aber- mals hervorragend bewährt. Im heftigsten feindlichen Feuer sprang er in das ihm bis zum Hals reichende Wasser der Jura, überquerte den Fluß und brach an der Spitze seiner Infanteristen in die zäh verteidigte Stellung des Gegners ein. Seinem Zupacken war es zu danken, daß das Regiment ohne nennenswerte Verluste den Flußabschnitt überschreiten konnte. Später drohte der Angriff auf eine stark besetzte Bunkerlinie an einem vorgelagerten Minenfeld stecken zu bleiben. Leutnant 5)ein nahm in erbittertem Nahkampf an der Spitze eines Stoßtrupps ein stark ausgebautes Blockhaus. Wenige Tage darauf entstand eine kritische Lage dadurch, daß die vordersten Teile des Regiments aus nächster Entfernung heftiges Feuer von einer gut getarnten feindlichen Batterie erhielten. Leutnant Hein stürzte sich mit nur wenigen Infanteristen auf das ihm am nächsten stehende Geschütz, erledigte mit der Maschinenpistole die Geschützbedienung und wandte sich mit inzwischen herangekommenen weiteren Kräften auch gegen die anderen Geschütze, so daß die gesamte Batterie noch wenigen Minuten genommen war. Aus dem Reich. Ernennungen in der SA. Im Stab der Obersten SA.-Führung wurden ernannt: Zum Chef des Personalhauptamtes: Gruppenführer Petersen; zum Inspekteur Erziehung und Führerausbildung und zum Inspekteur Neubauerntum und Volkstumspflege in der SA. und den SA.-Wehrmannschaften: Obergruppenführer Luyken; zum Inspekteur Pionier-SA.: Obergruppenführer K ü h m e; zum Inspekteur Leibesübungen und NS.-Kampfspiele: Obergruppenführer von Tschammer und Osten; zum Inspekteur Gebirgsjäger-SA.: Obergruppenführer Herzog; zum Inspekteur Marine-SA.: Obergruppenführer Schöne; zum Inspekteur Nachrichten-SA.: Obergruppenführer R e s ch n y ; zum Inspekteur Reiter-SA.: Obergruppenführer Kob; zum Amtschef Bauten und Liegenschaften im Hauptamt Verwaltung: Gruppenführer 5) e i t • müller; zum Amtschef des Amtes Organisation und Einsatz im Hauptamt Führung: Brigadeführer Ohrt. Ferner wurde an Stelle des als General- kommisfar in das Ostgebiet versetzten SA.-Obergrup- penführers Litz mann der SA.-Obergruppenfüh- rer Kob zum Reichsinspekteur für Reit- und Fahr- ausbil'dung ernannt. Beauftragt wurde: M. d. W. d. G. des Chefs des Wehrstabes: Brigadeführer G i r g e n s o h n. Die zahnheilkundliche Versorgung. Der Reichsinnenminister hat den Reichszahnärzte- führer ermächtigt, Zahnärzte zu verpflichten, sich in Gebieten niederzulassen, in denen noch keine zahnärztliche Versorgung besteht. Die Schließung einer zahnärztlichen Praxis ist genehmigungspflichtig. Eine entsprechende Regelung gilt für die Dentisten. Eine weitere Neuerung ist die reichseinheitliche Ge-' staltung der zahnärztlichen Ausbildung, die von der Gewerbeordnung gelost wird. Kunst und Wiffenfchast. Professor Apslein 80 3ahre all. Am 19. September vollendet der Planktonforscher, Professor Dr. C arl A p st e i», früher Wissenschaft - licher Beamter der Preußischen Akademie der Wissenschaften, seinen 80. Geburtstag. Apstein wurde in Stettin geboren. Er promovierte 1889 in Kiel, habilitierte sich dort 1898 für Zoologie und war später Hilfsarbeiter der Kommission zur wissenschaftlichen Untersuchung der deutschen Meere, nahm an der deutschen Tiefsee-Expeditton teil, bearbeitete das Plankton dieser Expedition und übernahm 1902 eine Assistentenstelle am Laboratorium für internationale Meeresforschung in Kiel sowie die Leitung der Poseidonfahrten. An der Preußischen Aka» Erbitterter Häuserkampf in Stalingrad. Das Erwachen -es Brewadiers. Von Bruno Brehm. Ich möchte doch endlich einmal die Arbeit sein lassen, rief meine Frau, ich solle auf den Balkon hinauskommen, der Mond scheine so hell, es sei eine so schöne, schöne Nacht. Ja, da standen wir also auf dem Balkon und schauten in den blühenden Kirschenbaum, dessen Aeste im milden Licht des Mondes aufleuchteten und vom lauen Winde bewegt wurden. Wir lobten den Baum, wir blickten nach der roten japanischen Zierkirsche nebenan, aber deren Farben waren in der Nacht verstummt. Dom Heurigen kamen die Leute vorbei, ihre unsicheren Stimmen schwebten über ihnen wie Luftballons, die Kinder nur an ejnem dünnen Fädchen halten. Und wenn solch ein schwebendes Gespräch gegen eine Flamme des Aergers stieß? Dann platzte cs mit einem Knall, nicht anders als Luftballons platzen, die einer Kerze zu nahe kommen. Gesprächsfetzen wehte der Wind auch zu uns herauf, und während wir die Leute durch das blühende Geäst des Baumes unten schwarz herankommen sahen, konnten wir uns oben aus diesen Teilchen ganze Geschichten zusammensetzen. Wir konnten mit= lachen, ohne mitgetrunfen zu haben, nicht über die Gespräche, denn deren Heiterkeit verstehen nur die Angeheiterten, sondern über das Lachen an sich, das immer wieder zu uns heraufflatterte. Ja, es war ein schöner Abend, und es ist gut, bin und wieder von der Arbeit aufzustehen und nachzuhorchen, ob die Gespräche, die man ersinnt, auch wirklich menschlichen Gesprächen gleichen. Da geht eine Tür hinter uns, dann patschen Füße — mir drehen uns um, hinter uns steht der kleine Klaus im Nachtgewand, reibt sich die Augen, ist ganz benommen vom Schlaf und fragt: „Seid ihr da?" „Das siehst du doch", sage ich und muß über seine Verschlafenheit lachen. „Bist du verrückt, Klaus?" fragt die Mutter. „Was tust du denn? Was willst du denn? Warum schläfst du denn nicht?" Die Nachtluft, der Mond und der Kirschbaum scheinen ihn etwas aus seinem Dösen zu wecken, er dreht, wie ein kleines Hühnchen, das dem Locken der Henne lauscht, den Kopf hin und her, zieht die Nase und die Brauen hoch, zweifelt, ob er wach ist ober schlafe, und fällt mit einem großen Sprung der Mutter um den Hals. „Ja, was hast du denn? Tut dir etwas weh? So sprich doch!" mahnt, die Mutter. „Ins Bett, junger Herr, ins Bett", sagt der Vater. „Darf ich bleiben?" fragt der Sohn. „Nur ein disserl!" — „Ausgeschlossen! Morgen ist Schule. Dann bist du nicht ausgeschlafen", sagt die Mutter. — „Nur ein bisserl, nur ein b'isserl!" bittet der junge Mann. — „Du darfst im Nachtgewand hier nicht sitzen", mahnt die Mutter, „das verbietet die Polizei." — „Wohlauf, Kamerad, ins Bett, ins Bett!" ruft der Vater. „Verschwinden. Gute Nacht!" Die Mutter nimmt den kleinen Mann, der sich den Sck)laf jetzt wieder in die Augen hineinreibt, bei der Hand und kommt nach einiger Zeit wieder. „Was hat er denn?" wollte ick) wissen. — „Angst", sagte meine Frau. — „Wovor denn Angst?" — „Das kannst du ja aus ihm nicht herauskriegen", antwortet meine Frau, „weil er ganz und gar verschlafen ist." Am nächsten Tag, als 'Klaus ein wenig zu spät zum Mittagessen gekommen war, weil er auf dem Schulweg berumgerauft hatte und nun noch ganz kampfgerötet mir gegenüber saß, erinnerte ich mich an den gestrigen nächtlichen Besuch auf dem Balkon. „Sag' mal, was hast du denn gestern abend gehabt?" Klaus blickt in den Teller und zieht es vor, zu schweigen. „Ja, Klaus", sagt die Mutter, „du mußt es doch sagen. Wovor fürchtest du dick) beim?" — „Auf dem «Schulweg raufen und in der Nacht sich fürchten, das ist nicht gerade ehrenvoll", erlaube ich mir zu bemerken. Da blickt der kleine Roland nach feinem Bruder und ist neugierig, was dieser Held und Anstifter aller Uebeltaten zu sagen hat. Da mengt sich auch Helga, die kluge ältere Schwester, ein und sagt leichthin, damenhaft gelassen, wie man eben Konversation führt: „Er fürchtet sich wegen des Bre- wadiers." „Weswegen?" Helga wird ein wenig unsicher und wiederholt, aber doch leicht errötend: „Wegen des Brewadiers." Klaus duckt sich, Klaus versteckt seinen Kopf hinter den ausgespreizten Fingern. „Wer ist denn der Brewadier?" will meine Frau wissen. Helga zuckt die Achsel, sie findet es nicht nett, aus so leicht hingeworfenen Redensarten gerade ein Wort herauszufifchen und dieses zu prüfen, was es bedeuten möge. „Ich weiß es nicht." Also muß man wohl Klaus selbst fragen: „Wer ist der Brewadier?" Klaus weiß es auch nicht. Gut, wenn er es nicht weiß, das macht ja nichts, aber er muß doch wenigstens etwas glauben. — „Was glaubst du denn, daß ein Brewadier ist?" Da Klaus schweigt, Roland den Hals reckt und auch gerne wissen möchte, was ein Brewadier ist, und warum man sich vor ihm fürchten muß, ergreift wieder Helga das Wort: „Mir hat Klaus gesagt, er glaubt, ein Brewadier ist ein mächtiger Mann." Klaus blickt zur Seite, er leidet unter diesen Fragen, er will am liebsten unter den Tisch kriechen. „Und warum glaubt er das?" „Weil sonst die Räuber nicht zum Brewadier kämen", erklärt Helga. „Die Diebe", verbessert Klaus. — „Die Diebe", nickt Roland zustimmend. „Aber woher weiß er denn, daß die Diebe und Räuber zum Brewadier kommen?" will ich nun wissen. „Das ist so ein Gedicht und ein Bild ist auch dabei", erklärt Helga, wieder ganz oben auf. „Und an das Gedicht und an das Bild muß er eben immer denken vor dem Einschlafen. Dann sieht er die Räuber." Meine Frau ist gespannt, was da kommen wird, wir haben alle Messer und Gabel weggelegt und blicken nach Helga, die diese Aufmerksamkeit geruhig auskostet. „Was ist denn das für ein Gedicht?" fragt meine Frau. Ja, jetzt ist es auch für eine kleine Dame nicht leicht, solche gewichtige, von der ganzen Familie erwartete Worte so obenhin zu sagen. Sie muß ein wenig Atem schöpfen, und dann läßt sie sich vernehmen: „Und als der Brewadier erwacht, das Messer ihm entgegenlacht." Aus ist es mit dem Ernst, meine Frau kann das Lachen nicht mehr verbeißen, sie wird geschüttelt, Tränen kommen ihr in die Augen. Ich beherrsche mich besser: „Uub wer hat dir diesen Vers gelehrt?" Helga lacht wohl oder übel mit, um nicht auch einen Teil des Spottes abzukriegen. „Der Klaus." „Und wo hat ihn der Klaus her?" „Aus dem dicken Buch." Dann ist alles gut. Das Verhör wird abgebrochen. Aber Helga plappert doch noch nach: „Das Bild kommt, ihm auch im Schlaf vor; da hat der Räuber'... „Der Dieb", sagt Klaus, der fein Geheimnis nicht falsch dargestellt wissen will. „Meinetwegen der Dieb", fährt Helga fort, „ein Messer und hält es dem Brewadier auf die Brust." Das Mittagessen ist beendet, die Kinder verschwin- den in den Garten. Roland traut dem Frieden nicht recht, er glaubt, daß man ihn vergessen hat und nicht ins Bett legen will, denn er will nicht schlafen. Er wird aber doch schlafen gelegt, und Dann frage ich meine Frau: „Weißt du, was Helga da meint?" „Ein Gedicht von Busch", sagt meine Frau. „Die Diebe", sage ich, „heißt es. Und der Brewadier ist ein Privatier. Aber lassen wir ihn bei dem Glauben, denn Brewadier klingt wirklich unheimlicher und das Gruseln ist nicht das Schlimmste. Ich wollte, ich könnte es noch einmal so recht in einem finsteren Zimmer." Zeitschriften. — Aus der Fülle schöner Themen, die das Septemberheft der „neuen linie" (Verlag Otto Beyer, Leipzig, Berlin) bringt, wie etwa der Veröffentlichung über Europas führende Musikerinnen, oder dem bedeutsamen Essay über die Wandelbarkeit des Charakters, seien drei besonders erwähnt: In einem bebilderten Aufsatz über die nordasrikanische Wüste erfährt man etwas über die Landschaft der Wüste, mit deren Extremen und deren geschichtsloser Unendlichkeit der deutsche Soldat sich auseinander- zusetzen hat. — Von einer ganz anderen Seite her schildert ein junger Maler Nordafrika, der als Soldat an der libyschen Front steht. Seine zarten Aquarelle (farbig roiebergegeben) lassen etwas vom Wunder des afrikanischen Lichtes und von der orientalischen Märchenhaftigkeit lebendig werden. — Das dritte Thema bringt aus der diesjährigen Großen Deutschen' Kunstausstellung eine Auswahl „erzählende Bilder", die auf ungewöhnlich charakteristische Weise das Haus der Deutschen Kunst repräfentierem — Zum 12. Male wird der Erzählerwettbewerb aus* geschrieben, sagte der Fremde (Nachdruck verboten.) 1. Fortsetzung. rhm und bin mir ent- vier „Was wünschen Sie, fierr? Wer sind Sie? Kommen Sie nom Oelfeld? Ist es etwas Wich- kann. Man hat erkannt, daß die Vitamine nicht zu einer „Uebergesundheit" führen können, sondern zur Erreichung der erbmäßig optimalen Gesundheit dienen. In der Natur.kommt ein Fehlen von Vitaminen nicht vor, ein solches entsteht vielmehr erst durch fehlerhafte Nahrungsgewinnung und -Zubereitung. Zum Ausgleich der hierbei auftretenden Mängel helfen uns nun die Vitaminzugaben. Wie die neuesten Forschungen jedoch ergaben, reichen die bekannten Vitamine nicht aus, um eine Nahrung vollwertig und naturwertig zu machen.'Hierzu gehören vielmehr noch weitere Stoffe wie Aroma- und Duftstoffe, nahrungseigene Fermente und Vermehrungsstoffe. Die Äromastoffe z. B. verhindern eine Vermehrung der weißen Blutkörperchen im strömenden Blut, wogegen die nahrungseigenen Fermente den Verdauungsvorgang fördern und dadurch zugleich die Wirkung der Vitamine erhöhen. Aromastoffe und Fermente sind hitzeempfindlicher als Vitamine. Sie sind in gekochter Nahrung meist zerstört, wogegen die Vitamine gewöhnlich noch vorhanden sind. Beide Gruppen von Nahrungsstoffen geben der unerhitzten Frischkost eine besondere biologische Bedeutung. Ebenso wie die Pflanzen zum Wachstum Vermehrungsstoffe brauchen, benötigen nach den neuesten Erkenntnissen auch die Tiere diese Stoffe, um vollständig gesund zu sein. Diese Stoffe verschwinden durch mechanische Verfeinerung der Nahrung, z. B. durch Entfernung der Keime aus dem Korn. Ihr Fehlen macht die fettlöslichen Vitamine unwirksam, was zur Folge hat, daß keine neuen Zellen mehr gebildet werden, während der Abbaustoffwechsel weitergeht. Es ist ohne weiteres einleuchtend, daß dies zu einem verfrühten Verbrauch des Körpers und damit zu verfrühten Alterserscheinungen führt. Keines der bekannten Vitamine kann solchen Krankheiten, die mit dem verfrühten Eintritt von Alterserscheinungen, darunter auch der Karies (Zahnfäule), Zusammenhängen, vorbeugen oder gar sie heilen. Nur die Vermehrungsstoffe wirken vorbeugend. Diese neuen Erkenntnisse erklären die schädlichen Folgen der Nahrungsverfeinerung, die sich am Brot besonders deutlich machen lassen. Wenn nämlich zu der geeigneten Grundkost Feinmehlbrot ohne Hefe zugegeben wurde, starben die Versuchstiere. Wurde aber das gleiche Feinmehl mit Hefe gebacken, so wuchsen die Versuchstiere und blieben gesund, weil die Hefe die Vermehrungsstoffe produziert. Erst Temperaturen über 160 Grad vermögen diese Stoffe zu zerstören. Diese neuen Befunde haben die Ernährungslehre erheblich erweitert, denn nun sind einerseits Stoffe bekannt, die hitzeempfindlicher sind als Vitamine (Aromastoffe und Fermente) und anderseits Stoffe, die hitzestabiler sind, die Vermehrungsstoffe. Neben den durch die Vitamine heilbaren Mangelkrankheiten können jetzt auch die Alterserscheinungen als eine neue Gruppe von Ernährungsstörungen erkannt und erforscht werden. Die weitere Forschung wird uns vielleicht auch in Kürze die Mittel in die Hand geben, um den Alterserscheinungen wirksam entgegenzutreten. Kür Tapferkeit vor öem Kemöe. Feldwebel Alfred Balser, Gießen, Walltorstraße 65, wurde für Tapferkeit vor dem Feinde im Osten mit dem Eisernen Kreuz II.Klasse aus- : gezeichnet. Der am kommenden Sonntag, 20. September, stattfindende Wehrtampftag der SA., der von den Standorten 116 Gießen» 145 Büdingen, 222 Friedberg, sowie den Betriebssportgemeinschaften der DAF. und dem NSRL. gestattet wird, weist ein — jeden Volksgenossen interessserendes — reichhaltiges Programm auf. Die Vorkämpfe, die mit dem um 6 Uhr früh beginnenden 20-Kilometer-Geländemarsch eröffnet werden, umfassen neben allen Kämpfen, wie sie die Ausschreibungen vorsehen, besonders die Schieß- wettkämpfe. Die das Publikum hauptsächlich interessierenden Entscheidungskämpfe des Nachmittags werden um 15 Uhr auf dem Universitäts- Sportplatz mit einer Kundgebung eröffnet. In bunter Reihenfolge wechseln sich anschließend ab: 1000-Meter-Mannschaftslauf der Betriebssportgemeinschaften, 200-Meter-Hindernislauf (im Dienstanzug, es sind drei Hindernisse zu überwinden), Tauziehen, 8X75-Meter-Pendelstaffel der Betriebssportgemeinschaften, 75-Meter-Sturmlauf im Dienstanzug über zwei Hindernisse mit anschließendem Handgranatenzielwurf, 75-Meter-Sturmlauf im Sportanzug unter den gleichen Bedingungen, Hand- . Gießen am Sonntag im Zeichen des Wehrkampstages der SA Kundgebung der Ortsgruppe Greßen-Süd. Gauamtsleiter Holländer spricht heute, Freitagabend, 20.15 Uhr, in einer Kundgebung der Ortsgruppe Düd in der Aula der Universität'über das Thema „Vorwärts bis zum Endsieg!" Austausch von Deckeln zu Einmachgläsern. In vielen Haushaltungen besitzen die Frauen Gläser ohne passende Deckel und Deckel ohne die dazu gehörigen Gläser. Um hier Abhilfe zu schaffen, hat das Deutsche Frauenwerk in der Beratungsstelle, Gießen, Lindenplatz, eine Austauschstelle hierfür eingerichtet. Jeden Vormittag können Hausfrauen tadel- tiges?" „Mach schon auf, Eosebia! . v „ ärgerlich: „zum Teufel, erkennst du mich denn nicht mehr?" . Er hob das Gesicht mit einem Ruck ms volle Mondlicht. Die Alte starrte ihn an, ihre Aug-- äpfel quollen weiß aus dem schwarzen Gesicht. „Senor Malte ..stammelte sie, „heilige Mutter Gottes!" Sie schloß mit zitternden Händen auf. „Lauf schon", drängte er, „weck deinen Herrn!" Ein Mann rechnet ab Roman von Horst Biemath« * Orgassa schien die Zurückhaltung nicht zu bemerken, er schüttelte Brackmanns Arm mit beiden Händen: „Ich habe immer an dich denken müssen in diesen vergangenen Jahren, und . ich habe alles mögliche für dich zu tun versucht. Wirklich, ich habe mich ehrlich um deine Sache bemüht, aber es war hoffnungslos .. Brackmann mußte sich fast mit Gewalt aus Or- gafsas Händen befreien. Er verzog den Mund, es sah aus, als hätte er eine scharfe Entgegnung auf den Lippen oder als ersuche er Orgassa zum min» besten, seine Beteuerungen für sich zu behalten und die Vergangenheit ruhen zu lassen. „Ich muß mit dir sprechen, Jens", sagte er. „Aber im Hause, wenn es möglich ist." „Natürlich, Malte!" rief Orgassa lebhaft. „Ach, Menschenskind, ich hätte ein Kalb geschlachtet, wenn ich geahnt hätte, daß du heute vor mir stehen würdest!" Brackman schnippte ungeduldig mit den Fingern. Orgassas Herzlichkeit und Wiedersehensfreude schienen ihm lästig zu sein. Die Zeit mußte ihm wohl kostbar sein. Orgassa hörte Karens Schritte hinter sich, er drehte sich um und zog sie an der Hand herbei: „Ja, und das ist also Karen ... Du erkennst sie nicht wieder, was? Ja, lieber Gott, ich kann es manchmal selbst kaum glauben, daß ich schon eine erwachsene Tochter habe. Nun, Madel, rätst du, wer da vor die steht? Erkennst du ihn?" „Malte Brackmann ..sagte sie leise. „Onkel Matte hast du ihn genannt", rief Orgassa mit einem kleinen, tiefen Lachen. „Onkel Malle ..." Er schlug Brackmann herzlich auf die Schulter. Karen reichte Brackmann die Hand. Er verbeugte sich leicht und sah sie kaum an. „Ich wollte dich sprechen, Jens!" wiederholte er störrisch und fast unhöflich. Seine Brauen rückten näher zusammen, über der Nase erschien eine scharfe, senkrechte Falte. Orgassa griff nach seinem Arm. 'Fortsetzung folgt.) „Malte Brackmann ... du?" stieß er hervor und sah sich plötzlich um, als lausche er, ob sich in der Nachbarschaft unberufene Zuhörer befänden. „Auf der Flucht?" flüsterte er ängstlich und mit einer Bewegung, die erkennen ließ, daß er bereit war, den anderen ins Haus zu ziehen auf jeden Fall weiterzuhelfen. Brackmann schüttelte den Kopf. „Ich lassen", antwortete er ruhig. „Man hat Jahre geschenkt. Eine Amnestie bei dem Präsi- dentenwechsel, verstehst du ..." Orgassa streckte ihm beide Hände entgegen. Man sah es ihm an, daß ihm ein Stein vom Herzen fiel. „Gott im Himmel", rief er aufatmend, „wie mich das freut! Ich kann es dir gar nicht sagen! Vier Jahre ..." Es sah aus, als ob er Anstalten träfe. Brackmann zu umarmen. Brackmann trat einen kleinen Schritt zurück und streckte Orgassa die Hand hin; es war eine kühle, sparsame Bewegung „Besuch für Sie, Senor Orgassa, überraschender Besuch!" Orgassa trat ein paar Schritte näher. Hinter ihm wurde die schlanke Gestalt eines Mädchens sichtbar. „Wer ift's, Papa?" H Orgassa hob unsicher die Schultern: „Keine Ahnung ..." 'murmelte er. Der Fremde, den Eosebia „Senor Malte" genannt hatte, kam ihm nicht allzu rasch entgegen. „Guten Abend, Jens", grüßte er und legte zwei Finger an den Hutrand, als er nur noch ein paar Schritte von Orgassa entfernt war. „Guten Abend, Senor ...", erwiderte Orgassa fragend. Der späte Besucher nahm den Hut vom Kopf. „Zum Teufel!" rief er mit feiner rauhen, brüchigen Stimme. „Habe ich mich denn so völlig verändert, daß ihr mich alle nicht mehr erkennt?" Orgassa starrte ihn mit dem gleichen Ausdruck ungläubigen Erstaunens und halben Schreckens an, dem der Fremde vor wenigen Minuten bei der alten Dienerin des Hauses begegnet war. Im Fuldaer Ernährungsamt brachen bisher noch unbekannte Täter mit einem Brecheisen Z immer- ihren, Schränke und Schreibtische auf und e n t - sendeten Lebensmittelkarten aller Art, orwiegend Urlauber-Raucherkarten für 7 Tage und Zutterkarten gelblich-grüner Farbe mit dem Austruck 62,5 g, die nur ans ärztliches Attest ausge- {ieben werden. Die Speisewirtschaften und Lebens- littelgeschäfte werden gebeten, bei Auftauchen folger Butterkarten sofort die nächste Pol'Zei- oder IBenfcarmerieftation zu verständigen. Die Polizei- verwaltung Fulda hat für sachdienliche Angaben eine Belohnung von 300 RM. ausgesetzt. ____ Aus den Aermeln des Anzuges, der ziemlich neu, CUS gutem Stoff, aber gänzlich unmodern war nb auch einen miserablen oifc hatte, als wäre er bei einem Trödler erworben worden ragten wei große, zerfchundene Hande hervor. Weih limmcl, womit der Fremde sich sein Geld,^dier» atie, aber dafür, dotz seine Fmgcr so Zer chunden mssahen, hätte er besser genährt und gekleidet sein Hülfen. Denn wer hier arbeitete, verdiente Geld Her schwer arbeitete, verdiente sogar viel @eto. Der Fremde sah nicht danach auo, als ob er Reich- ümer gesammelt hätte. . . lieber dem schweren Tor aus Campecheholz hing Inter einem kleinen Galgen der Griff eines Saute. wertes; es war ein eiserner Tannenzapfen fraglos hatte er einst einer Schwarzwälder Uhrai-Ge> nicht gedient, deren hölzernes Gehau e bem। rber den Termiten zum Opfer gefallen roar. £er fremde zog daran. In weiter Ferne ga 3 . lünnes, blechernes Geschepper. Und fast augenbli - ch erschieii ein Wesen in einem langen, bis Zu den Knöcheln reichenden Nachtgewand aus weißer Saumwolle. Es war Eosebia, Orgassas D^nerm, ine alte Negermammy, deren Körperfülle von ?ahr zu Jahr beängstigender wurde. „Senor Orgassa daheim?" fragte der drembe, its die Alte nur noch durchs Tor getrennt vor ihm ^Gewiß, Herr ... aber er schläft bereits ... ..Dann weck ihn auf!" Die Alte flirrte unschlüssig mit einem g* kund. Sie versuchte das Gesicht des zu erkennen, aber die breite Hutkrempe versch ir Züge. Aus aller Welt. Hm die Schachmeisterschaft von Europa. In der zweiten Runde um die Schachmeisterschaft Ort Europa war die Partie Aljechin — Napo- itano stark umlagert. Diesmal stellte der Jta- iener, der sich sizilianisch verteidigte, dem Führer er weißen Steine so schwierige Probleme, daß lljechin in große Zeitnot geriet. Aber er schaffte ie 40 Züge in seinen 2J4 Stunden und erreichte trotz der ersichtlichen Aufregung sogar materiellen torteiL Mit dem Mehrbauern Aljechins wurde die Partie nach fünf Kampfstunden abgebrochen. Durch einen Sieg über Napolitano hat sich der Welt- neifter bereits nach der zweiten Runde allein an ie Spitze des Turniers gesetzt, denn die in der rften Runde gleichfalls siegreich gewesenen Bo - o l j u b o w (Generalgouvernement) und K e r e s Estland), teilten sich in einer preußischen Partie >ach siebenstündigem Kampf in den Gewinnpunkt, nb Rohacek (Slowakei) verlor gegen Radar Kroatien). Foltys (Protektorat) zog durch einen Sieg über Stoltz (Schweben), der wieder anfangs leffer stand, mit Bogoljubow und K e r e s bei e VA Punkten gleich. Der deutsche Landesmeister teil st ab gewann gegen den anziehenden Zarcza (Ungarn) und damit feinen ersten Punkt. Sunge und Richter (Deutschland) trennten sich nentschieden, so daß letzterer, wie auch Rellstad lurb1 Rohacek einen Punkt hat. Im Aufstiegsturnier erlor A h u e s gegen den Schweden Daniels- o n, der nun als einziger hier zwei Punkte hat. 5ub aric (Kroatien) trotzte Müller (Deutsch- and) ein Unentschieden ab. Hochverräter hingerichtet. Die Justizpressestelle beim Volksgerichtshof teilt üt: Am 17. September 1942 ist der am 8. Oktober 910 in Pfungstadt geborene Wilhelm Kloeppin - ev hingerichtet worden, den der Volksgerichtshof m 25. Juni 1942 zum Tode verurteilt hat. Kloep- linger hat sich hochverräterisch gegen das Reich be- ätigt. Am selben Tage sind der 31 Jahre alte Otto ) a e u s 1 e i n und der 50 Jahre alte Adam Leis, eibe aus Frankfurt a. M., die der Volksgerichtshof Ijen Vorbereitung zum Hochverrat zum Tode ver- >ilt hat, hingerichtet worden. Haeuslein und Leis en sich bis lange Zeit nach Ausbruch des Krieges -verräterisch gegen das Deutsche Reich betätigt, ließlich wurden am gleichen Tage der 41 Jahre Edmund German, der 44 Jahre alte Anton e i t i n g e r, der 36 Jahre alte Wilhelm Hugo i der 43 Jahre alte Julius Nees, sämtlich aus mffurt a. M., die der Volksgerichtshof' wegen Bereitung zum Hochverrat zum Tode verurteilt , hingerichtet. Diese Verurteilten haben als Hvch- räter im Kriege die Widerstandskraft des deut- n Volkes zu zerfetzen versucht. Einbruch im Fuldaer Ernährungsamt. Hifferfreu$fräger Hauptmann Ernst Werner. LPD. Der mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnete Hauptmann Ernst Werner stammt aus dem Gau Hessen-Nassau. Er wurde am 19. Januar 1912 als Sohn des Kreisdirektors Ernst Werner in Mainz geboren. Nach dem Besuch der Höheren Landwirtschaftsschule in Umstadt trat er im April 1933 als Polizeianwärter bei der Landespolizeischuls Darmstadt ein. Im Ja- nuar 1935 zum Leutnant befördert, wurde er im März 1936 in das I./J.-R. 81 übernommen. Am 1. Januar 1942 wurde er Hauptmann. Oie Schlacht um Stalingrad in der neuen Wochenschau. Während das deutsche Volk im Banne des gewaltigen Geschehens steht, das sich mit schicksalhafter Präzision im Raum von Stalingrad vollzieht, bringt die neue Wochenschau einen packenden Bildbericht, der die ganze Stärke und Größe des ent- scheidungsoollen Ringens um diese wichtige Wolga- Festung ahnen läßt. Unaufhaltsam rücken Infanterie und Panzer ttotz aller mit dem Aufgebot stärkster Kräfte vorgetragenen Entlastungsangriffe der Sowjets weiter vor, mitten in bas feindliche Befefti- qungssystem hinein. Wie ein gewaltiges Fanal wirkt das Schlußbild auf den Beschauer, wenn die militärischen Anlagen der Festung in Flammen stehen und eine riesige Wand von Qualm und Rauch den Himmel verfinstert. Das unvergleichliche Heldentum, das unsere Soldaten mit jedem Tag aufs neue vor der ganzen Welt unter Beweis stellen, spricht mit der gleichen Eindringlichkeit aus den Kampfberichten von der Wolchow-Front. Aufnahmen vom Uebersetz'en deutscher und rumänischer Verbände über die Straße von Kertsch und vom Vorrücken unserer Truppen in den-Urwäldern des Kaukasus leiten über zu Bildberichten vom Sturm auf Noworossijsk, dem bedeutenden Sowjethafen am Schwarzen Meer. Den Auftakt der neuen Wochenschau bildet ein äußerst eindrucksvoller Bericht von der erfolgreichen Feindfahrt eines deutschen U-Bootes nach dem St. -Lorenz-Strom im Süden Kanadas. Hier wird der Film in selten glücklicher Weise zum Mittler unmittelbarsten Erlebens, und der Beschauer wird ganz gefangen genommen von dieser mit Spannung erfüllten Atmosphäre, wie sie im engen Raum eines U-Bootes herrscht. K. F. Goethes „Geschwister" als Oper. Der Komponist Ernst Meiierolbersleben äußerst sich, wie wir einer Mitteilung des Dramaturgischen Büros entnehmen, u. a. folgendermaßen über sein Werk: Mancher wird sagen: „Wie kann man ein Goethesches Schauspiel vertonen?" Abgesehen davon, daß Goethe selbst an eine Vertonung gedacht hat, wollte ich den Versuch wagen, ein Werk zu schreiben, das in feiner musikalisch formalen Ent-, wicklung sich analog der dichterischen Entwicklung gestaltete. Es mußte ein klingendes Parlando gefunden werden, das die musikalische Diktion immer in Fluß hält und dafür sorgt, daß die Struktur nicht in , Arie und Rezitativ zerfällt. Damit wirb vom Sänger sehr viel verlangt. Die Musik will granatenweitwerfen, 8X75-Meter-Trägerpenbelstaf- fei (als Erschwerung: Dienstanzug, Tragen von zwei Patronenkästen im Gewicht von je 3,5 kg), Dor- lauf 10X200-Meter-Hindernisstaffel, Vorführung der Mädelgruppe des NSRL., 6X50-Meter-Pendelstaf- fei der Frauen der Betriebssportgemeinschaften, Boxoorführung des NSRL., Tanz der Frauen der Betriebssportgemeinschaften, Entscheidung 10X200- Meter-Hindernisstaffel. Der Wehrkampftag endet mit der um 17 Uhr stattfindenden Schlußkundgebung. Wer aus Gießen, Stadt und Land, beweisen will, daß er mit dem Geist der Wehrhaftigkeit, der in diesem Kriege Front und Heimat zu unerschütterlicher Einsatzbereitschaft zusammenschließt, verbunden ist, nimmt^ am kommenden Sonntag an diesem, von den Sturmabteilungen des Führers durchgeführten Appell an den Wehrwillen der Heimatfront teil. Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei. Die Parole für die Männer und Frauen, für die Soldaten und die Jugend Gießens am kommenden Sonntag muß lauten: „Heraus zum Wehrkampftag der SA.!" Der Inspekteur der Standarte 116, 222, 145: gez. Schädlich, Standartenführer. los gute Deckel dort tauschen gegen diejenigen Größen, die sie benötigen. Selbstverständlich kann jede Hausfrau nur so viele Deckel erhalten als sie mit- bringt. (Studienrat Prof. Or. W. Heymann f- Lehrkörper und Schülerschaft der Justus-von- Liebig-Oberschule zu Gießen haben durch den plötzlichen Tod von Herrn Professor Dr. W. Heymann einen schweren Verlust erlitten. Mit ihm ist ein lieber Amtsgenosse, ein trefflicher Erzieher und Freund der Jugend, ein liebenswürdiger Mensch dahingegangen. Professor Dr. W. Heymann wurde am 23. Mai 1878 in Rodheim an der Bieber als Sohn des Lehrers Philipp Heymann geboren, er besuchte die Volksschule seines Geburtsortes und das Realgymnasium zu Gießen, das ihn 1898 nach wohl- beftandenem Abiturientenexamen auf die Universität entließ. Er studierte an der Universität Gießen Französisch, Englisch und Geschichte und schloß sich dem Gießener Wingolf an. Vom Herbst 1902 bis Ostern 1903 bereitete er sich in dem Seminar des Gymnasiums zu Gießen auf die Lehrtätigkeit an der höheren Schule vor und wurde am 1.10. 1905 zum Lehramtsassessor ernannt. Am 1.4.1906 erhielt er die Anstellung als Studienrat an der Höheren Bürgerschule zu Groß-Gerau und wurde nach Beendigung des Weltkrieges an die Oberrealschule zu Gießen, die jetzige Justus-von-Liebig^Oberschule, versetzt. — In den Jahren 1903 und 1904 leistete er sein Dienstjahr beim Infanterieregiment 166 ab; am ersten Weltkrieg nahm er im Landwehrregiment 116 von Anfang bis zu Ende teil und verließ die Truppe mit dem E. K. II. und I. Klasse und anderen Auszeichnungen. Im gegenwärtigen Kriege wurde er als Oberleutnant zu längerer Dienstleistung einge- zoSen. In treuer Kameradschaft blieb er auch nach dem Weltkrieg der alten Truppe verbunden und betätigte sich eifrig in den Vereinigungen des LJR. 116. Ruhig und sicher hat er die jungen Menschen, die ihm anoertraut waren, durch die Schule geleitet. Es kam ihm nicht nur auf die Uebermittlung von Wissensstoff an, er suchte vielmehr seinem Wesen gemäß Lust und Liebe in die Unterrichtsstunden hin- einzutragen; er verstand es trefflich, zwischen sich und seinen Schülern ein fruchtbares Vertrauensverhältnis zu schaffen. Seine Güte gewann ihm die Herzen der Kleinen und die Verehrung der Großen. Er besaß das Herz und das Einfühlungsvermögen des ge= borenen Erziehers. Dem Leben aufgeschlossen, verfolgte er den Lauf der ^geit, zutiefst sich seinem Volke verbunden fühlend, immer aber das Gemeinsame, das Verbindende betonend. So war er immer ein Element des Friedens und des Ausgleichs, von allen geschätzt, die mit ihm umgingen. Ein goldener Humor, der in tief religiösem Herzensgründe verankert war, begleitete ihn durch das Leben bis in seine letzten Tage. Sein Lebensweg hat ihn an feine hessische, insbesondere an seine oberhessische Heimat gebunden. Ihr war er von Herzen ergeben. Daher spürte er auch mit besonderem Interesse ihrer Vergangenheit, ihrem Brauchtum, ihren Eigentümlichkeiten nach. Davon zeugt mancher Aufsatz ortsge- . schichtlichen Inhalts aus feiner Feder. Er war ein liebenswerker, ausgeglichener Mensch, dem viele nachtrauern. Aus der GLadi Gießen.! Bitamine. Die Vilaminforschung hat die alte wissenschaftliche Ernährungslehre erweitert und ergänzt. Die jüngsten Ergebnisse dieses Forschungszweiges, die Prof. Dr. K o 11 a t h , der Direktor des Hygiene- Instituts der Universität Rostock, im Organ des Reichsforschungsrates mitteitt, haben nun zwar feine Notwendigkeit und Nützlichkeit bestätigt, aber auch erwiesen, daß man von Vitaminen allein nicht leben Die Alte rang noch immer nach Atem: „Senor Malte ... wirklich und wahrhaftig ..." Sie tastete nach seinem Aermel und rieb den Stoff Zwischen den Fingern, als müsse sie sich davon überzeugen, daß er Mensch und nicht ein Gespenst fei. „Geh schon!" wiederholte er ungeduldig. „Senor Orgassa schläft ja gar nicht", flüsterte die Alte, „ich sagte es nur so, weil ich nicht ahnen konnte,' daß Sie es waren. Sie sitzen auf der Veranda — um sich zu erfrischen —, und weil Senor Orgassa immer schlechter schlaft, von Jahr zu Jahr. Die Aerzte meinen, es sei das Herz ... Unsinn! Ich weiß beffer, was ihm fehlt. Er kann den Tod der guten Senora nicht verwinden ..." Er unterbrach ihr Geschwätz: „Ist jemand bei ihm?" fragte er mißtrauisch. Niemand als Senorita Karen ... "Karen ... ach so, ich vergaß ...", murmelte er.”„Sie muß ja inzwischen erwachsen (ein ..." Die Alte kicherte: „Eine Dame, Senor Matte, eine richtige Dame! Sie erkennen sie bestimmt nicht wieher! Wie alt war sie damals? Vierzehn oder fünfzehn, wie?" _ . . Sie wurde von Orgassa unterbrochen. Er trat aus der Veranda ins Freie und spähte kurzsichtig zum Tor hinüber. Das Mondlicht erlaubte sich den Sehen sein weißes Haar hellblond zu färben. Er trug einen bunt gestreiften Schlafanzug aus leichter Seide. . „Wer ist dort? He, Eosebia ...! amie der Wissenschaften wirkte er von 1911 bis 927. Er ist Herausgeber des „Zoologischen Be- chtes", von dem 53 Bände vorhanden sind, des Nordischen Plankton", der „Verhandlungen der rutschen zoologischen Gesellschaft" sowie der Wis- nfchaftlichen Ergebnisse der deutschen Tiefsee-Expe- tion". rlusländisch.deutsches Medizinerlresfen in Innsbruck. Aerzte aus 25 Nationen haben sich in Innsbruck isammengefunden. Die Beratungen beschäftigen ch vor allem mit Wehrmedizin, Krebsforschung, teDÖItcrungspolitif und Tuberkulose. Reichsgesund- eitsführer Dr. C o n t i entwickelte die Gesundheits- tuation des deutschen Volkes. Ein Volk könne nur ann gedeihen, wenn es genügend Raum und ge- ügeni) Ackerboden habe, sonst sei ein pathologischer Ubbau unvermeidlich. Wir Deutsche erkämpften ns heute den Boden, den wir zum Leben brauch- n. Der Gedanke vom Wert des Blutes fei nicht m die Völker trennendes, sondern durch die An- rtennung der natürlichen Unterschiede ein versöh- endes Moment. Nicht gelte das für die Juden, ie nie ein Volk im Sinne der Eigenständigkeit swefen seien und immer nur ein parasitäres Dann führten. Die besondere Sorge der Volksführung ehöre der Jugend. Deutschland werde feine Jugend hne die gesundheitlichen Schädigungen früherer riege durch diesen uns aufgezwungenen Weltkampf ringen. aber vom Spieler intensivsten (Fabrice). Auszeichnung vielerlei 7&zbö