(92. Jahrgang Nr.M jiridjeint täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Gießener ^amilienblätter Heimat imBild-DieScholle Bezuasvreisr Monatlich.....RM.1.80 Zustellgebühr^.. „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer (Seroalt Fernsvrechanichluk 2251 Drahtanschrift • „Anzeige?^ Postscheck 1168k Wranks./M Vonner§tag,(8.Zuni(94r Metzener Anzeiger Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer 6ö 8'/, Uhr desBormittags Anzeigen-Preiie für die Millimeter-Zeile von 22 Millimeter Breite: 7Rvf. für Farnilienan- zeigen und private Gelegenheitsanzeigen 14Rvf.f. Werbeanzeigen und geschäftliche Gelegenheitsanzeigen Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/o meßt VrühlscheUniverfitätsdruckereiR. Lcmge General-Anzeiger ffir Oberhessen $ Rommels Sturm aus Hacheim. Von Kriegsberichter Lutz Koch. DNB. ... 17.Juni. (PK.) Die Wegnahme der Wüstenfestung Bir Hacheim ist im besten Sinne des Wortes ein ureigenster Siea Rommels. Als nach den beiden gewonnenen Kesselschlachten gegen überlegene Panzer- und Artilleriestreitkräfte des Feindes der Druck aus dem Süden stärker wurde, riß der Oberbefehlshaber der Panzerarmee Afrika den Südflügel seiner Front gegen Hacheim herum, zog Aufklärungsabteilungen in langen Wüstenmärschen in den Süden, Osten und Westen der Festung, die er selbst von Norden her angriff, um in wenigen Tagen einen Ring um die gaullistische Division zu schließen, der von Stunde zu Stunde dichter wurde und die zuerst noch mühsam sickernde Versorgung schließlich gänzlich zum Stillstand brachte. Rommel war zu allem entschlossen, aber er schickte Parlamentäre, um Blut zu sparen. Der Feind aber wollte den Kampf, der aussichtslos war, wenn es den Briten nicht gelang, mit allem Nachdruck aus dem Osten und Süden Entlastungsangriffe zu führen. Sie griffen zwar an, aber sie taten es so vorsichtig und ohne höchsten Einsatz, wie immer, wenn es sich nicht um eigene Leute handelt. Sie beließen es im wesentlichen bei aufmunternden Funksprüchen an die bedrängten Freunde, beschränkten sich auf kleinere Vorstöße, ohne die große Entlastungsoffen- sioe zu wagen, und schickten nur Tiefflieger in den Kampf, um den Gegner zu beunruhigen, ohne ihm wesentlich schaden zu können. Rommel mußte schnell handeln, um den Druck von außen, so matt er im Augenblick auch noch sein mochte, nicht zum Anschwellen kommen zu lassen und Kräfte für weitere Aktionen frei zu bekommen. Er übernahm selbst die Führung der Kampfgruppe, die von Norden her den Gegnerin den Feldbefestigungen ausväuchern und dann in die eigentliche Festung einbringen sollte. Im leicht gepanzerten Mannschaftstransportwagen der Schützen fuhr er in die vorderste Linie, um von der Spitze aus führend, die weichen Stellen des Gegners erkennen, Infanterie, Pioniere und die als Sturmartillerie fahrenden Batterien von Punkt zu Punkt einweisen zu können. Er war in diesen Tagen in entscheidenden Stunden ständig unterwegs. Kaum litt es ihn auf seinem Panzer, der als weit vorgeschobener Gefechtsstand dicht hinter der vordersten Linie stand. Neben den deutschen Infanteristen gingen Italiener der Division Trieste vor. Immer wieder klang sein „Avanti!" belebend in die Ohren der Stürmenden. Tag um Tag boxte Rommel seine von nierseintägigem Kampf bei Hitzte und Ghibli mitgenommenen Kräfte von Höhenrücken zu Höhenrücken vor. Es war fein Vorbild, daß die schweißtriefenden Männer in dem deckungslosen Gelände bei starkem Streufeuer der feindlichen Artillerie standhalten und vorwärtsgehen ließ. Als Pioniere im Morgengrauen die erste Minengasse in das Hauptkampffeld geöffnet hatten, war Rommel wenige Minuten später mit seinem Wagen dort und riß die Infanterie zum Sturm vor. Er holte selbst Artillerie und Flack herbei und setzte sie an. Nahezu vier Tage dauerte dieses Ringen um jede Handbreit Boden. Jeder Abend aber brachte uns näher an die Kern- feftung heran. Dann wurde nach einem pausenlosen Angriff, der kaum durch die Mittvgshitze unterbrochen wurde, Hacheim gestürmt. Wieder war ■es ein Kesselsieg! Zum drittenmal in der kurzen Zeit unseres neuen Vorstoßes gelang in begrenztem Umkreis die Vernichtung des Gegners. Dreifache Minensperren, Felder mit Streuminen, Feldbefestigungen raffiniertester Anlage, eingebaute Panzerwagen und Pak, flanfierenb wirkende Batterien und Maschinengewehrnester — das alles fiel unter dem Zugriff deutscher und italienischer Waffen. Die Frucht des Sieges ist die Beherrschung des südlichen Eckpfeilers der über 100 Kilometer langen Verteidigungsfront von Aiy-el-Gazala bis Bir Hacheim, gesichert durch eine Unzahl von Feldbefestigungen und Minensperren, die den bis jetzt freien Krieg der Küste in die engere Formel eines Festungssystems pressen sollten. Dieses System von Befestigungen und Minensperren ist heute in weitem Ausmaß in der Hand Rommels. Panzerschlacht in -er Wüste. Von Kriegsberichter Ernst Pröbstl. DNB. 17. Juni. (PK.) Nur noch vereinzeltes Bellen der Panzerkanonen, dos der Abendwind mit dem befreienden Unterton der Ferne durch die Wüste trägt, tut uns kund, daß sich ble' Gegner voneinander lösen. Der Tommy zieht sich zurück. Die Panzerschlacht ist beendet. In einer Mulde, die im Schnittpunkt zweier Wadis liegt und gute Deckung bietet, richten wir uns für die Nacht ein. Auf einer der beiden Höhen, die das Lager begrenzen, fitzt ein Landser aus einem Felsbrocken und spielt auf feiner Handharmonika eine Wüstensantasie. Aus der jubelnden Hymne eines Schlußakkords und der feinen Romantik einer Serenade wächst die Seele des Landsers. Drüben, über der anderen Höhe, etwas tiefgestellt, stehen drei Panzer mit langen Rohren, sich gegen die untergehende Sonne als Silhouette abhebend. Man kann nur die Türme und die Beobachter sehen. Im langsamen Verdämmern des Tages sehen sie aus wie Ritter einer vergangenen Zeit, die mit waagrecht gehaltenen Lanzen vor der Turnjerschranke stehen und ihren Gegner mit geschlossenem Visier erwarten. Mit jenen Rittern verbindet diese Männer der gleiche Geist und das starke Herz, das allein nur diese feurigen Rosse meistern kann. Auf diese baut Generaloberst Rommel feine Siege, denn in der Wüste tragen die Panzer, die hier ihre reinste Struktur entfalten, wesentlich zur Entscheidung bei. Wohlvorbereitet und eingeleitet durch die Vorverlegung unserer Stützpunkte seit Ostern, richtete sich der erste Stoß auf das Verteidigungssystem westlich von Tobruk, dessen Rückgrat die Gaza- laftellung bildet, die nach Rommels Verieidl- gungssieg äußerst geschickt ausgebaut wurde. Es sind Feldstellungen, die in Tobruk ihr Vorbild Haden, mit dahinter am freien Flügel gestaffelten, beweglichen Panzerkräften. Die Marschrichtung unserer Panzerdivision wurde so festgelegt, daß einmal Verwirrung in die Verbindungen des Gegners kam, daß fein Nachschub abgeschnitten und zum anderen sich der Tommy an gewissen Punkten 3um Kamp f e stellen mußte. Das Eindringen unserer Division in den Rücken und die Flanke der Gazalastellung ist der Erfolg dieser Taktik. Der südliche Eckpfeiler dieser Stellung wurde in einer zweitägigen und mit aller Erbitterung geführten Panzerschlacht genommen. Ihren Höhepunkt bildeten die Kämpfe gegen die 2. und 22. Panzerbrigade mit der 200. Guardsbrigade sowie gegen die 4. Panzerbrigade bis zur endgültigen Vernichtung der eingeschlossenen 150. Brigade der 50. englischen Division. An dieser Einschließung nahmen Kräfte des italienischen motorisierten Korps mit der Division Triefte, unsere Division und eine leichte Infanteriedivision teil Zu Beginn der Schlacht, deren Auftakt ein mit unerhörtem Schwung nach vorn getragener Panzer- angriff unserer Division bildete, wurde eine große Anzahl von Gefangenen gemacht. Die Schlacht dauerte bis zum Abend an. Den Panzern hatte •ein Leutnant mit seinen Pionieren durch eine kühne Tat zuvor eine Gasse in das feindliche Minenfeld gebrochen. Mit starken Panzerkräften und Pionieren wurde anderntags wieder angegriffen. Die Division Triefte kam dabei unserem Panzerangriff aus dem Süden entgegen, während eine andere deutsche leichte Infanteriedivision von SO. den Feind angriff. Noch an diesem Tage wird nach erbittertem Ringen der südliche Stützpunkt der Gazala-Stellung von uns genommen. Unsere Division schoß dabei 85 feindliche Panzer ab, machte über 1300 Gefangene, darunter den bekannten Brigadier O ' C a r o 11, der am 15. Mai vorigen Jahres mit feinen Mark II den Halfaya-Paß genommen hatte, und erbeutete eine große Anzahl von Geschützen und Lastkraftwagen. Durch Gefangenenaussagen hörten wir, daß der Tommy zeitweilig daran glaubte, er habe uns in eine Falle gelockt, und von einer Flasche sprach, in der wir säßen, deren Hals unsere dünne Verbindung nach außen darstelle. Doch mit dieser siegreichen Panzerschlacht ist der südliche Eckpfeiler der Gazala-Stellung ausgebrochen. Die Afrikaner Rommels haben dabei wieder den alten Kampfgeist und den Willen zum Angriff gezeigt. Größte Beunruhigung in London. Berlin, 17.Juni. (DNB.) Die Kämpfe in Nordafrika und das Scheitern des britischen Versuches, durch zwei Geleitzüge den dringend benötigten Nachschub auf kürzestem Wege an die Mittelmeerfront zu bringen, wird in der neutralen Presse ausführlich besprochen. Alle Versuche des Generals Ritchie, so schreibt die Madrider Zeitung „ABC", die Truppen Rommels aufzuhalten, seien vergeblich gewesen. Die englischen nwtorifierten Divisionen seien den besseren deutschen Panzern und den besseren deutschen Geschützen unterlegen. Dem militärischen Genie Rommels sei es gelungen, sämtliche Frontstellungen der Engländer in eine eiferne Zange zu nehmen, die nur noch eine Oeffnung nach dem Meere habe. Dort aber beherrsche die deutsche Luftwaffe den Raum. Man gehe daher nicht fehl in der Annahme, wenn man einen für Großbritannien katastrophalen Ausgang der Rom- melschen Offensive voraussehe. _ Wie der Londoner Korrespondent der Stockholmer Zeitung „Dagens Nyheter" meldet, gibt man in. London zu, daß die Kämpfe in Libyen in ihr bisher kritischstes Stadium getreten sind. „Evemng Standard" schreibt: „Was guch in der Wüste geschehen mag, tn Betrachtung des britischen Rückzuges verschwinden unsere Chancen, Tripolis zu erobern." Der Korrespondent des „Daily Telegraph" bei der 8. Armee macht darauf aufmerksam, daß die Engländer wegen des Tonnagemangels kaum eine größere Armee als die derzeitige in Nordafrika würden halten können. Der Kairarer Korrespondent der „Times" schildert die Vernichtung britischer Panzerwagen durch das deutsche Artiller.e- feuer in der Nähe von Knightsdridge mit folgenden Worten: „Das Blitzen und Donnern der Geschütze zerriß das Dunkel gewattiger Staubwolken, die von den explodierenden Granaten aufqemirbelt wurden, und erhöhte noch weiter das unbeschreibliche Durcheinander. Die Führer der Kampfwagen machten äußerste Anstrengungen, um ihre Verbände aus dem höllischen Feuer zu ziehen. Die langsamen Kampfwagen und die durch den Staub halb erblindeten Mannschaften befanden sich in einer sehr ungünstigen Lage. Der militärische Mitarbeiter der „Times" fügt hinzu, konzentrierte Tankformationen seien in einem Bewegungskrieg selten in dieser Art und Weife überrascht worden. Der militärische Mitarbeiter des „Daily Expreß" meint: „Vier Faktoren scheinen die Ursache dafür zu bilden, daß das Blatt sich, wenigstens vorübergehend, au Gunsten der Achse gewendet hat: 1. Die L u f t ü b e r 1 e g,e n h e i t, die den Briten entrissen worden ist, 2. das plötzliche Erscheinen zahlreicher 8,8-cm-Geschütze, die stärker sind als jedes Feldgeschütz, das wir in der Wüste besitzen, 3. die Verwendung deutscher Flakgeschütze für die Panzerbekämpfung, 4. mehr schw ere Panzer, als sie Ritchie zur Verfügung stehen." 48 Stunden im Bombenhagel Rom, 17. Juni. (DNB.) Wie schwer die Schläge der italienischen See- und Luftstreitkräfte gegen den vom Westen kommenden englischen Geleitzug waren, kann man, wie ein Frontberichterstatter der Agentur Stefani meldet, aus den zahllosen Trümmern und Ueberreften der in den Gewässern von Pantelleria vernichteten zahlreichen Einheiten ersehen. Hunderte von Ueb erleb e nd en, die sich auf Flößen, Gummibooten oder Rettungsringen über Wasser hielten, wurden von italienischen Rettungsdampfern und Wasserflugzeugen ausgenommen und gerettet. Einer der Ueberlebenden erzählte, die englischen Schiffe feien stundenlang unter ständigem Bombenhagel gefahren. Das Schiff, auf dem er sich befunden habe, fei von einem Torpedo getroffen und in zwei Stücke geriffen worden. In wenigen Minuten fei es abgefuckt. Auch die ersten in Gibraltar eingetroffenen britischen Verwundeten berichten, wie Stefani aus Tanger meldet, wie die deutsch-italienischen Bombenflugzeuge im Tiefflug auf die englischen Schiffe nieder stießen und aus geringer Höhe ihre Bomben auf die Schiffe warfen. Das englische Abwehrfeuer erwies sich im großen und ganzen als wirkungslos. Auch die fortgesetzten Einnebelungsversuche der britischen Kriegsschiffe hinderten in keiner Weise die in Wellen aufeinanderfolgenden Bombenangriffe der deutsch-italienischen Flugzeuge. Ein verwundeter britischer Batteriechef eines englischen Kriegsschiffes erklärte, daß der Kommandant bet der Ausfahrt der Besatzung die Versicherung gab, die eigenen Flakbatterien würden mühelos alle feindlichen Luftangriffe abwehren. Die Stimmung unter der Besatzung war jedoch bereits zu Beginn der Fahrt wenig hoffnungsvoll. Die Wucht der deutsch-italienischen Luftangriffe führte zu zeitweiliger völliger Verwirrung an Bord, fo daß die Flak nicht mehr wußte, wohin sie schießen sollte. Ununterbrochen fielen die Bomben. Generalstäbler. In der „Deutschen Allgemeinen Zeitung* macht der PK.-Kriegsberichter Otmar B e st interessante Ausführungen über die weiten Kreisen unbekannte Arbeit unterer General- ftabsoffiziere. Wir entnehmen ihnen folgendes: Von der Generalstabsarbeit, die ähnlich an hundert Stellen der Fronten geleistet wird, wird wenig gesprochen. Noch immer ist der deutsche General-- stabsoffizier nach Lern Grundsatz von Mottke und Schlieffen erzogen: „Mehr sein als scheinen" und „Generalstabsoffiziere haben keinen Namen". Aber ihre Arbeit verdient schon heute, nicht erst in der späteren Kriegsgeschichte, einen Hinweis in der Öffentlichkeit. Die Arbeit der ®eneralftabsoffixere des Führers wird im Schatten geleistet. Sie find feit vielen Jahrzehnten die Verkörperung des Wortes: Deutsch sein, heißt, eine Sache um ihrer selbst willen tun. In der militärischen Pyramide ist die erste Ein* heit, in der Generalstabsoffiziere Dienst tun, die Division. Es folgen Offiziere mit den karmesinroten Streifen bei den Armeekorps, den Armeen, den Heeresgruppen, im Generalftab des Heeres im OKH. und im Wehrmachtführungsftab, im Führer- haüptquartier. Diese Einteilung für die Führung der Operationen ist teils aus dem Weltkrieg übernommen, teils ist sie — wie vor allem der Wehr- machtführungsstab, der sich aus Offizieren aller drei Wehrmachtteile ergänzt, eine Neuschöpfung. Die Zahl der Einheiten, die zu einer höheren Einheit zusammengeschlossen find, ist beweglich: zu einem Korps können zwei oder mehr Divisionen gehören, zu einer Armee zwei oder mehr Korps. Das richtet sich nach dem strategischen Zweck, an der Ostfront auch nach den Möglichkeiten des Einsatzes der Verbündeten und Freiwilligen. Mehrere Heeresgruppen an der Ostfront sind erforderlich, weil, wie schon Clausewitz jagt, zu langgestteckte Fronten unübersichtlich und ungelenk werden. Heereskörper von mehreren Millionen Mann im Feindesland so zu führen, daß alles Notwendige rechtzeitig zur Stelle ist, daß weder Kräftemangel noch überflüssige Anhäufung entsteht, für Zusammenarbeit mit der Luftwaffe und gegebenenfalls der Kriegsmarine zu sorgen, ebenso für Nachschub an Munition, Treibstoff und Verpflegung und für Mamrschaftsersatz, den Gungs Töchter. Von unserem VS.-Berichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Nanking, im Juni 1942. Niemand hätte vor einem falben Jahrhundert voraussehen können, daß die drei Töchter des armen chinesischen Auswanderers Sung, der wie fo viele feiner zopfttagenden Landsleute in den Per- einigten Staaten sein Glück versuchen wollte, ein ft eine ausschlaggebende Rolle im Schicksal des 450- Millionen-Volkes der Chinesen spielen würden. Sung war ein - aufgeweckter junger Mann: er stammte aus Kanton und heuerte am Ende der siebenziger Jahre des vorigen Jahrhunderts als Matrose auf einem amerikanischen Schift an, um sich die Uederfahrt zu verdienen. Der Kapitän des Dampfer war lein whiskydurstiger Seebär, sondern ein methodistischer Eiferer, der seine Aufgabe darin sah, Sung zum Christentum zu bekehren, der auch an ihm den Taufakt vollzog und ihm den Namen „John" gab. Aber nicht genug damit, nahm sich der Kapitän des jungen Chinesen an und stellte ihn drüben dem Haupt der Methodistengemeinde vor, der sich für Sung interessierte und ihm einen Freiplatz im vornehmen Trinity-College verschaffte. 1885 bestand Sung seine theologischen Examen mit Auszeichnung und erhielt auf besondere Empfehlung hin aus der Vanderbilt-Stistung reichliche Mittel, um in seine chinesische Heimat zurückzukehren. In Schanghai üb ertrug man ihm die Leitung der Methodisten-Mission, gleichzeitig verschaffte jnan ihm das Monopol für Druck und Vertrieb der Bibel in chinesischer Sprache. Es ist möglich, daß Sung ein aufrichtiger Christ geworden war, jedenfalls aber hatte ihm die Taufe große materielle Vorteile gebracht, denn der Vertrieb der Bibeln gab ihm den Grundstock zu seinem Reichtum. Diese seltsame Mischung chinesischer, amerikanischer und christlicher Elemente wiederholte sich bei feinen drei außergewöhnlich begabten Töchtern. Die älteste Ai-Ling heiratete den reichen, auch zum Christentum bekehrten chinesischen Finanzmann K u n g , der später das Finanzministerium unter Tschicmgkaischek übernahm, und der enge Verbindungen mit der Wallstreet und den Finanzgewaltigen in London und Paris anfnüpfte. Die beiden jüngeren Schwestern Ching-Ling und Mei- Ling studierten am Wellesley-College in den Vereinigten Staaten. Dort lernte Ching-Ling den späteren Reformator Chinas und Begründer der Kuomintang S u n y a t f e n kennen und heiratete ihn. Sie begleitete ihn in die Heimat und wurde, nachdem ihr Mann seine Machtstellung erreicht hatte, als emanzipierte chinesisch-amerikanftche Lady die Führerin der chinesischen weiblichen Jugend. Sie geriet jedoch bald stark unter sowjetischen Einfluß, so daß zwischen ihr und ihrer jüngeren^ßchwe- (ter Mei-Ling, die Marschall Tschiangkai^ s ch e k geheiratet hatte, ernste Gegensätze entstanden. Die jüngste, hübscheste und bedeutendste der drei Schwestern, Mei-Ling, die den Anspruch auf den Titel einer „ersten Dame Chinas" erhob, be- mühte sich vor allem darum, eine Synthese zwischen chinesischem und amerikanischem Wesen auf der Grundlage des methodisttschen Glaubensbekenntnisses zu schassen. Sie mischte sich aber auch in ihrer Eigenschaft als Frau des Marschalls und Präsidenten der Kuomintang nach dem Vorbild von Frau Eleanor Roosevelt in die Politik ihres Mannes und übte auf ihn einen unverkennbaren Einfluß aus. Sie war es, die infolge ihrer gründlichen Kenntnisse der amerikanischen Methoden es verstand, den Marschall Tschiangkaischek. als Steigbügelhalter der rveft- lichen Demokratien in Washington und London populär zu machen. Sie interessierte besonders die Fi- nanzmagnaten Wallstreets für ihn und in ihrem Salon in Tfchungking versammelten sich die englischen und amerikanischen Diplomaten und Militärs. Mit der ganzen Kraft ihrer Persönlichkeit widersetzte sich Mrs. Mei-Ling Tschiangkaischek jeder Verständigung mit Japan. Sie hat sich bei ihrem Gatten immer dafür eingesetzt, den „Rat" amerikanischer Sachverständiger, so der Mister Lattimore und Curie, anzunehmen. Sie hat auch den prahlerischen Reden des amerikanischen Generals S t i l w e l l Glauben geschenkt, begleitete den Marschall auf seinen Reisen an die Front, sprach den Soldaten des Tschungking-Regimes Mut zu undftand auch auf der Jndienreise an der Seite ihres Gatten, um ihm dort bei Staatsmännern und Generalen Rückhalt zu schaffen. Sie hat dann den Kelch der Bitternisse bis zum Grunde auskosten müssen, als die britischen und Tschungking-Truppen auf allen Fronten geschlagen wurden, die Engländer als verelendete Haufen über die Grenze Burmas zurückfluteten und auch die amerikanischen Generale in schmählicher Flucht ihre Soldaten im Stich ließen. Frau Tschiangkaischek hat ihrem bedrückten Herzen in einem offenen Brief Luft gemacht, den sie unlängst in der amerikanischen Presse veröffentlichen ließ. Amerikaner und Engländer, so erklärte sie darin u. a., .kapitulieren leicht vor den Japanern, während die Tfchungking-Soldaten der Unehre den Tod vorzuziehen pflegen Man hat oft behauptet, daß China heute weiter sein würde, wenn die drei Töch^ Sungs Männer geroefen wären. Diese Behauptung ift zwar geistreich, doch läßt sie sich weder bestätigen noch widerlegen. Die vitale Tätigkeit der Frau Mei- Ling hat zweifellos ihre Grundlage in einem entwurzelten Intellekt: Chinesin dem Blut nach, Amerikanerin durch ihxe Erziehung und durch ihre Sympathien, Christin, Demokratin, sehr reich von Hause aus, ist sie nach Tfchungking, an den Oberlauf des Jangtse versetzt und in ein Schicksal verwickelt worden, das für sie von besonderer Tragik ist. In ihrem Salon gibt sie sich als vornehme Dame, die die elegante Mode und kostbare Juwelen liebt. Auf ihren Fahrten an die Front erscheint sie im schlichten chinesischen Gewand. Sowohl die eine wie die andere Kleidung ist für sie Maskerade; der innere Zwiespalt in ihrem Wesen läßt sich nicht aus- gleichen. Sie lehnt die Lehren des Konfuzius ab, weil sie sich nicht mit „demokratischen Anschauungen" in Einklang bringen lassen. Aber die großen Demokratien, an die sie wie an das Evangelium glaubte, haben Tschungking-China schmählich Im Stich gelassen, und auch die Methodisten können ihr nicht helfen. Es ist eine sie frappierende Tatsache, daß überall dort, wo die japanischen Truppen chinesischen Boden betreten haben, die Verehrung der Lehren des Konfuzius wieder zum Staatskult erhoben wird, ohne daß der Assübung des chrifllichen Gottesdienstes oder dem Buddhismus die geringsten Hemmnisse in den Weg gelegt würden. Seitdem die Japaner immer tiefer in das Gebiet Tschungking-Chinas einbringen und die Waffenzufuhr für den Marschall gesperrt ist, wird das Schicksal, das diese bedeutende Frau und mit ihr Rumpfchina erwartet, immer unsicherer. Solange sich Marschall Tschicmgkaischek noch von seiner Frau so restlos beeinflussen läßt, wie bisher, dürfte er sich kaum dazu entschließen, mit Japan Frieden zu machen Sanitätsdienst für diese Massen, ihre Verwundeten und Kranken, in Ordnung zu halten, ja, Erkrankungen möglichst vorzubeugen, das eroberte Gelände zu säubern und zu ordnen, die Eisenbahnen und Strasten wiederherzustellen — schon diese wenigen Stichworte zeigen, welches Unmaß an Arbeit im großen, und kleinen geleistet werden muß, und daß alle Tapferkeit des vorn kämpfenden Musketiers um- svnst wäre, wenn diese Arbeit nicht geleistet würde. Diese Ueberlegung zeigt gleichzeitig, was es für eine Armee wie die bolschewistische bedeutet, wenn ihr durch unsere siegreichen Schlachten ein wesentlicher Teil dieses Apparates immer wieder zerschlagen worden ist, zumal in einem Lande, das die Intelligenz ausgerottet hat um sich auch in der Wehrmacht in dieser Beziehung mit Improvisationen behelfen mußte. Der organisatorische Aufbau der Generalstabsarbeit ist der Schlüssel zu den geheimnisvollen Beziehungen, die der Laie schwer enträtseln kann: la, Ic, O. Qu., B. v. T. O. usw. Ganz so geheimnisvoll sind aber diese Bezeichnungen, die sich historisch entwickelt haben, doch nicht. Wenn man sich die Eintellung in der Division klargemacht hat, versteht man auch das andere: Der la, der erste Generalstabsoffizier, ist dort derjenige, der die eigenen taktischen Entschlüsse bearbeitet, 1b bearbeitet Versorgung, Ic die Feindlage. Beim Generalkommando, im Korps, arbeiten alle Abteilungen unter dem Chef des Generalstabes des Armeekorps, dem ersten Gehilfen des Kommandierenden Generals. Ihm steht seinerseits ein la zur Seite; der die Versorgung bearbeitende höhere Generalstabsoffizier, dem Ib der Division entsprechend, heißt hier Quartiermeister. Er hat ein sehr umfangreiches Aufgabengebiet. Der Bearbeiter der Feindlage, wozu sehr viel gehört, was nicht öffentlich zu schildern ist, heißt auch hier Ic. Die Armee hat ebenfalls einen Chef des Generalstabes mit einem la und Ic. Der für die Versorgung verantwortliche höhere Offizier heißt in der Armee Oberquartiermeister. Dazu treten noch je nach dem Bedarf weitere Generalstabsoffiziere, sowie die höheren Waffenoffiziere, z. B. der Pionierführer der Armee, ihr Nachrichtenführer usw. Die gesamte Versorgung der Armee einschließlich des Sanitäts- und Deterinärwesens untersteht unter Leitung von hohen Offizieren dieser Einheiten dem Oberquartiermeister. Grundsätzlich gliedert sich also eine Armeeführung in zwei Abteilungen: die Führungsabteilung und die Oberquartieritreisterabtei- lung. So finden wir auch hier in breiter Organisation den Gliederungsgedanken des Divisionsstabes entsprechend angewendet. Wenn von dem llchef einer Armee gesprochen wird, so ist im militärischen Sprachgebrauch nicht der Oberbefehlshaber gemeint, sondern sein Chef des Generalstabes. Verwirrend wirkt vielleicht auch heute für den Laien nach, daß Ludendorff, obwohl er in der Obersten Heeresleitung die Dienstbezeichnubg „Erster Gcneralquartiermei- ster" führte, nichts mit Quartiermeisterangelegenheiten zu tun, sondern die Operationsführung zu bearbeiten hatte. Der Stab einer Heeresgruppe ist ähnlich zusammengesetzt; die Organisation des Wehrmachtführungsstabes steht nicht zur öffentlichen Erörterung. Der Feind hat sich immer vergeblich bemüht, sie zu kopieren. An der Spitze des Generalstabes des Heeres steht Generaloberst Halder, Chef des Oberkommandos der Wehrmacht ist Generalfeldmarschall Keitel, Chef des Wehrmachtführungsstabes General der Artillerie Jodl, die Luftwaffe hat einen eigenen Führungsstab, die Kriegsmarine ihre Seekriegsleitung. Im ganzen ist in der Spitze heute die militärische Zusammenfassung viel straffer als im Weltkriege, wo der Chef des Generalstabes des Feldheeres durchaus nicht die Kompetenzen hatte; die ihm die Oeffentlichkeit zuschrieb. Die Schule des Generalstabes und der Kriegsmarine war immer hart. Aber die so erzielte Auslese bürgte dafür, daß die wichtigen Offiziersstellen mit hochqualifizierten Kräften besetzt werden konnten. Es ist ein großes Glück für Deutschland, daß auch in den Jahren der Entwaffnung die Idee und die Schulung des Generalstabes weitergeführt wurden, daß Generaloberst von Seectt seine Offiziere, obwohl er nur 96 000 Mann und 4000 Offiziere hatte, für die Führung von Millionenheeren vorbereitete, daß dann seit 1935 noch einige Jahre Zeit blieb, um den neuen Generalstab aufzubauen, daß unsere heutigen Generalobersten und Generalfeldmarschälle in der Regel geschulte Generalstabsoffi- ,ziere des ersten Weltkrieges sind, und daß auch feit Ausbruch des Krieges für qualifizierten Nachwuchs gesorgt werden konnte. Ein hoher Offizier erklärte mir einmal den Sinn des Generalstabes dahin, daß die Verantwortung Elli und Peter. Bon Friedrich Müller. Elli ist eine junge Soldatenfrau, und Peter ist ihr Sohn. Wenn sie aber durch die Straßen gehen, Elli mit ihrer mädchenhaften Gestalt und Peter an ihrer Seite, dann sagen die Leute „Fräulein" zu ihr, dabei ist der Junge schon fünf Jahre alt. Die beiden sind die besten Kameraden. Peter ist anhänglich und für unbedingte Treue. Deshalb wird er immer ein bißchen ärgerlich und kann es nicht verstehen, daß die Mutti in jeden Kinderwagen gucken muß, der ihr über den Weg fährt. Wenn diele rosigen Dinger darin mit ihren Beinen in der Luft herumstrampeln, sagt sie: „Guck mal, wie lieb?" Falls sie etwa daran ihre Freude haben sollte — das kann er auch. Er spürt jedoch selbst, daß Elli damit nicht gedient ist. Elli muß ein Kindchen haben, das sie auf dem Arm Herumtragen und den ganzen lieben Tag hätscheln und tätscheln kann. Nein, aus diesem Alter ist Peter längst heraus, dafür ist er nicht mehr zu haben, feigem er des Paradies der Jungen, die Straße, entdeckt hat. ,/Sei artig und vorsichtig!" mahnt Elli. Peter verspricht alles und hat es im nächsten Augenblick vergessen. Tritt er leise und artig zur Tür' herein und legt der Mutti schmeichelnd die Arme um den Nacken, so kann man lieber gleich fragen, was er angeftellt hat, der Strolch. Manchmal kommt er mit lauten, bedächtigen Schritten die Treppe heraufgetrampelt, und er hat eine tiefe Stimme, dann ist er der Soldatenvati, der auf Urlaub kommt. Ja — und Elli öffnet verwundert die Tür und denkt: Das ist er doch, der Vati! So treiben die beiden ihr Spiel noch mit ihrer Sehnsucht nach dem Vati, und die folgenden Stunden sind wieder ganz ausgefüllt mit den Gedanken an ihn und der Erinnerung an seinen letzten Urlaub. Dann heißt es: Weißt du noch, Peter? Und: Mutti, weißt du noch — So geht Peter eines Tages in schweren Gedanken einher. Die braune Kinderstirn unter dem Hellen Schopf zeigt nachdenkliche Sorgenfalten. Es ist diesmal ein wichtiger Brief zu schreiben. Rundheraus gesagt: Der Vater soll endlich mal wiederkommen, und er soll ihnen ein kleines Mädchen mitbringen, eine Ursula. Peter hat seinen Brief geschrieben, und er wacht darüber, daß ihn Elli auch mit in den Angriff gegen Sewastopol weiter vorgetragen. Der Wehrmachibericht. DRB. Aus dem Führerhauptquarlier, 17. Juni. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Der Angriff der deutschen und rumänischen Truppen gegen die Festung Sewastopol wurde trotz erbitterten Widerstandes und bei großen Gelände- schwierigkeiten weiter vorgetragen. Die Einbruchs- stellen in das feindliche Verteidigungsfystem wurden stark verbreitert und aus ihnen heraus tiefe keile in die Befestigungslinien getrieben. Stark verteidigte Höllen st ellungen und Forts wurden auf beiden Angriffsftügeln in schweren Kämpfen genommen. In den heutigen Morgenstunden wurde das bedeutende Kampfwerk Sibirien er- st Lr m t. Die Luftwaffe unterstützte den Kampf die Infanterie in hervorragender Weise. 3m mittleren Abschnitt der Ostfront wurden versprengte feindliche Gruppen im rückwärtigen Frontgebiet vernichtet. Feindliche Angriffe südlich des Ilmensees scheiterten. An der Wolchowfront versuchte der Gegner erneut mit starken Kräften die von deutschen Truppen seit Wochen im sumpfigen Waldgelände zäh verteidigte Riegelstellung zu durchbrechen. Alle Angriffe blieben ohne Erfolg. Der Ring um die feindlichen Kräfte, die nördlich der Riegelstellung umschlossen sind, wurde enger gezogen. Kampf- und Schlachlflieger fügten südostwärts des Ilmensees und am Wolchow dem Feind erhebliche Verluste zu. An der Lismeerfront wurde im Hafen von I o k o n g a ein feindliches Handelsschiff von 3000 BRT. durch Bombenwurf versenkt. In Rordafrika scheiterten Ausbruchsversuche der westlich A c r o m a eingeschlossenen britischen Truppen. Bisher wurden in den Kämpfen der letzten Tage um die Ain-el-Gazala-Stel- lung über 6000 Wann gefangengenommen. Außerdem wurden erbeutet oder vernichtet: 2 2 4 Panzerkampfwagen, 35 Geschütze und über 5 00 Lastkraftwagen. Im Raum von Ll Adem wurden feindliche Stellungen trotz hartnäckiger Verteidigung genommen. In Luftkämpfen verloren die Briten 21 Flugzeuge. Wie durch Sondermeldung bekanntgegeben, verfehlen Verbände der deutschen Luftwaffe und Einheiten der deutschen Kriegsmarine im Zusammenwirken mit italienischen Luft- und Seestreit- kcäften der britischen Flotte und der feindlichen Versorgungsschiffahrt im W i t t e l m e e r schwere Schläge. In der Zeit vom 13. bis 15. Juni wurden aus stark gesicherten britischen Geleitzügen von deutschen Luft- und Seestreitkräften vier Kreuzer und Zerstörer, zwei Bewachungsfahrzeuge und sechs Handelsschiffe mit zusammen 56 000 BRT. versenkt. Außerdem wurden ein Zerstörer und acht Handelsschiffe durch Torpedo getroffen, in Brand geworfen oder fo schwer beschädigt, daß mit ihrem Verlust zu rechnen ist. Weitere sechs Kriegsschiffe und sechs Handelsschiffe erhielten Bomben- oder Torpedotreffer. In Luftschuhkämpfen mit den zur Sicherung der Geleite eingesetzten Jagdflugzeugen wurden von der deutschen Luftwaffe 33 feindliche Flugzeuge abge- schossen. Zehn deutsche Flugzeuge gingen verloren. An diesen Erfolgen haben die unter dem Oberbefehl des Generalseldmarfchalls Kesselring und unter der Führung des Generals der Flieger L o e r- z e r, des Generals der Flieger Geißler uüd des Generalleutnants Hoffmann von Waldau stehenden Fliegerverbände besonderen Anteil. An dem Erfolg ist ferner das Unterseeboot des Kapitänteutnants Reschke mit der Versenkung eines feindlichen Kreuzers beteiligt. Vor der englischen Südküste beschädigte die Luftwaffe bei Tages- und Rachtangriffen drei Handelsschiffe mittlerer Größe durch Bombenwurf. Bei Brighton und bei Portland wurden kriegswichtige Anlagen schwer getroffen. Die britische Luftwaffe unternahm in der letzten Rächt Störangriffe auf westdeutsches Gebiet. Rachkjäger und Flakartillerie brachten neun der angreifenden Bomber zum Absturz. für Tausende und aber Tausende von Menschenleben etwas fo Gewaltiges fei, daß sie ein einzelner kaum zu tragen vermöge. Er brauche deshalb einen Stab, der ihn berät, ohne ihm natürlich die Entscheidung und Verantwortung als Truppenführer abzunehmen, und der die Einzelheiten durcharbeitet, auf Grund deren dann der verantwortliche Befehl erteilt wird. Der Grundsatz, kostbares deutsches Blut zu sparen und anderseits dem Feinde ein Höchstmaß an Verlusten beizufügen, ist leicht ausgesprochen. Welcher Unsumme von Vorbereitung, Kenntnis und Entschlußkraft es aber bedarf, um ihn in die Wirklichkeit umzufetzen, von der Lichtbildaufnahme der feindlichen Front bis zur Schwervunktbildung in der Schlacht, von der Bereitstellung der nötigen Geschütze bis zum auf die Minute festgelegten Zusammenwirken der Waffen, wobei jedoch die Initiative der Unterführer nicht gelähmt werden darf, weil sie unter plötzlich veränderten Verhältnissen vielleicht anders handeln müssen, diese ganze Kunst des Befehlens, die in der höchsten Sphäre wirklich eine Kunst und keine Reproduktion von Dienstvorschriften ist das alles weiß die Heimat trotz unserer soldatischen Schulung vielleicht immer noch zu wenig. Wir ^dürfen es erleben, daß dieses kostbare Instrument des deutschen Generalstabes heute in die Hand eines Mannes gegeben ist, der es mit dem Tiefblick des Genies als Meister der Kriegskunst l-andhabt, der eine stolze Tradition auch auf diesem Gebiete im Dienst einer neuen Staatsidee zum Gipfel führt. Der sprachliche Zufall will es, daß im Generalstab schon in der Zeit des Versailler Verbotes von „Führergehilfen" gesprochen worden ist. Die Generalstabsoffiziere von 1942 sind das seit der Uebernahme des Oberbefehls über das Heer durch den Führer in einer doppelten Bedeutung des Wortes. Volk und Partei und sie selbst wissen es, daß sie ein auch für die Zukunft wichtiges Erbe zu bewahren haben. Sie haben es erfahren, daß der Feind 1919 mit der allen Armee zuallererst den Generalstab zu zerschlagen versuchte. Sie wissen, daß er jetzt in einem neuen Versailles die ganze Wehr- macht beseitigen würde, und daß nur der Sieg Adolf Hlllers unsere militärische Kraft auch für die Zukunft verbürgt, die wir ja nicht aus militärischen Machtgelüsten, sondern aus dringender nationaler Notwendigkeit angesichts unserer Lage und Stellung in Europa unbedingt brauchen, im Kriege wie im Frieden. Disziplin ist, so sagte Marscha Foch ungefähr, in der höchsten Sphäre die intuitive Ueber- einftlmmung in Schulung und Entschluß. Auch mit der kämpfenden Truppe vorn wird diese Ueberein- ftimmung täglich neu befestigt, indem die Generalstabsoffiziere nach vorn gehen und indem auch die Generale und Oberbefehlshaber immer wieder die vorderste Linie aufsuchen, um sich zu unterrichten oder der Truppe einen Impuls zu geben. In Treue gegenüber der obersten Führung, in Verbundenheit mit dem stürmenden Musketier, in jenem freien ritterlichen Gehorsam, den ein preußischer König an dem jungen Bismarck rühmte, wandelte der Generalstab seine preußische militärische Tradition zur Schwertführung für den Führerstaat, für das Reich, das auf dem Wege über Groß- deutfchland dem Soldaten aller Grade soviel verdankt. Verletzung der türkischen Neutralität. Ankara, 17. Juni. (DNB.) Der erste Versuch amerikanischerBombenflugzeuge,den bedrängten Sowjets zu Hilfe zu kommen, hat in der türkischen Oeffentlichkeit große Unruhe hervorge- rufen, denn er führte, wie sich jetzt herausstellte, zu einer massiven Verletzung dertürkischen Neutralität. Am 12. Juni vormittags landeten, wie bereits gemeldet, offenbar aus Benzinmangel, drei viermotorige amerikanische Bomber auf dem Flugplatz von Ankara. Ein weiteres ging in der Nähe von Adapazar nieder. Ein fünftes versuchte, auf dem Flugplatz von Adana zu landen, erreichte aber noch syrisches Gebiet. Sie kamen von einem Angriffsflug zurück, den sie von Nordfyrien aus gegen die Nordküste des Schwarzen Meeres unter- nommen hatten. Amerikanische Meldungen gaben 1 Besprechung im Hauptquartier. MM Jeden Morgen unterrichtet sich der Oberbefehlshaber über die Ereignisse der Nacht, die von den unter« stellten Kommandobehörden gemeldet worden sind.— Hier nimmt Generalfeldmarschall von Bock, Oberbefehlshaber einer Heeresgruppe, den Vortrag des Ic über die Feindlage entgegen. Rechts neben ihm der Chef des Generalstabs. — Unser Bild unten zeigt die engste Zusammenarbeit der Wehrmachtteile. Aufklärer sind zurückgekommen. Während ihrer mündlichen Berichte werden bereits die Aufnahmen ausgewertet und an die einzelnen Referate weitergeleitet. — (PK.-Kriegsberichter Schmidt-Geyer. lPBZ,j Sch.) zu, daß sich die Bomber, von deutschen Jägern bis an die Grenze der türkischen Hoheitsgewässer verfolgt, auf türkisches Gebiet gerettet hätten. Aus der Lage der Flugplätze, die auf einer Linie liegen, die mitten durch die Türkei geht, und aus der weiteren Tatsache, daß es mehreren anderen amerikanischen Bombern gelang, über türkisches Gebiet nach Nordsyrien zu entkommen, ergibt sich, daß die Amerikaner rücksichtslos ihren Weg über die Türkei genommen und damit deren Neutralität absichtlich verletzt und auch bei ihrem Einflug höchstwahrscheinlich die Türkei überflogen haben. In türkischen Kreisen erblickt man darin einen Versuch der Amerikaner, einen Präzedenzfall zu schaffen, um auch künftig ihre Flüge über die Türkei fort* zusetzen. Es ist bezeichnend, daß eine amerikanische Nachrichtenagentur von dieser Demonstration amerikanischer Machtmittel sich verspricht, daß sie „chre moralische und psychologische Wirkung" auf die neutrale Türkei nicht verfehlen werde. Zuchthausstrafen im Attentatsprozeß von Ankara. Ankara, 17.Juni. (DNB.) Das Urteil im Prozeß des am 24. Februar in Ankara gegen den deutschen Botschafter v. P a p e n verübten Sprengstoffattentats wurde am Mittwochabend verkündet: Die Hauptangeklagten, die Staatsangehörigen der Sowjetunion, George P a w l o f f und Leonid Kor- n i l o f f, wurden auf Grund des Artikels 50, Abf. 4 des türkischen Strafgesetzes wegen unmittelbarer Beteiligung an einem Anschlag gegen das Leben einer dritten Person zu je 20 Jahren Zuchthaus verurteilt. Die beiden türkischen Angeklagten, Ad- durrhaman und S o l e i m a n, wurden z u je 10 Jahren Zuchthaus wegen erwiesener Verbindung und Unterstützung des Attentäters verurteilt. Sämtlichen Angeklagten steht das Recht der Berufung zu. Die Urteilsbegründung stellt fest, daß Addurr- haman und Soleiman als kommunistische Kuriere in alle Einzelheiten hätten die beiden Bolschewisten und später Tokat mit ihnen bekanntmachten. Bis in alle Einzelheiten hätten die beiden Bolschewisten das Attentat vorbereitet und mit feiner Durchführung Tokat beauftragt. Sie hatten Tokat Unter- richt im Revolverfchießen und Werfen von Bomben erteilt. Die Behauptung von Pawloff und Korni- foff, mit den beiden türkischen Angeklagten keine Verbindung gehabt zu haben, fei ebenso wie die Behauptung, daß Tokat das Attentat überhaupt Umschlag steckt. Nun dürft ihr -beileibe nicht denken, Peter fei ein Wunderkind und er mit feinen fünf Jahren könne schon richtig schreiben. Nein, Peter kritzelt mit dem Bleistift auf feine eigene Weise einen ganzen Bogen voll. Er liest das Geschreibsel der Mutti vor, und die übersetzt dann dem Vatt die wunderlichen Hieroglyphen gewissermaßen in ein verständliches Deutsch, indem sie ihrem eigenen Brief noch einige Worte beifügt Und nun können die beiden gehen und den Brief besorgen; der rote Postkasten befindet sich an der nächsten Straßenecke. Elli braucht aber keinen Finger zu rühren, das kann Peter ganz allein, währenddessen die Mutti gleich mal zum Bäckerladen hinüber kann. Peter trabt um die Ecke und stutzt. Er bleibt plötzlich wie angenagelt stehen, denn vor dem Postkasten räkelt sich ein großer, böser Hund in der Sonne. Vor Hunden aber hat Peter einen höllischen Respekt und macht gern einen großen Bogen um sie herum. Peters Herz pocht gewaltig; er muß seinen ganzen Mut zusammennehmen, bevor er langsam weitergeht. Weit und breit ist keine Menschenseele zu sehen, aber umkehren, nein, so feig ist er nicht. Wenn er wenigstens eine Waffe hätte, einen Stock oder so was. Der Knabe ballt verzweifelt die Hand zur Faust, vorsichtshalber jedoch in der Hosentasche. Diese Tasche steckt natürlich wie alle Bubentaschen voller Merkwürdigkeiten. Und jetzt hat er eine Glaskugel in der Hand, ein buntschillerndes Glück, eine Königin unter den Glaskugeln. Er hält die Kugel der Sonne entgegen, daß sie funkelt und flimmert und in allen Regenbogenfarben zu sprühen beginnt. Peter guckt den Hund an — der Hund guckt Peter an. Peter läßt das gläserne Wunder spielend em wenig auf der Handfläche springen, und nach einem letzten bedauernden Blick darauf läßt er sie im hohen Bogen durch die Luft sausen. Das Hundetter, welches den Vorgang aufmerksam verfolgt hat, rast wie besessen in langen Sätzen hinter der Heinen Kostbarkeit her. Der Junge strahlt. Es ist ein teuer erkaufter Sieg, aber der Weg ist frei. Hinter dem Schaufenster der Bäckerei stehen Elli und die dicke Bäckersfrau, sie haben das ganze Schauspiel mit angesehen, und sie lachen sich eins. Am Nachmittag aber kauft Elli dem Jungen in der Stadt ein Säckchen mit Glaskugeln, und es ist manche Königin darunter in ihrer Pracht und Herrlichkeit. So ist jeder Tag an gefüllt mit seinen kleinen Abenteuern, und EM und Peter bestehen sie im besten Einvernehmen. Nur am Abend kommt es meist zu einer kleinen Meinungsverschiedenheit zwischen ihnen, die sonst ein Herz und eine Seele sind. Peter ist nämlich durchaus nicht geneigt, bereits mit den Hühnern zu Bett zu gehen. Er behauptet frank und frei, er fei kein kleiner Junge mehr. Beim Ausziehen hat er nichts wie Dummheiten im Kopf. Elli braucht nur mal den Rücken zu kehren, so ist sie hernach sprachlos, was der Junge inzwischen mit einer Findigkeit ohnegleichen wieder angerichtet hat. Ganz und gar fehlgeschossen hat sie, als sie droht: „Was meinst du wohl, wenn ich das dem Vati erzähle??" Da gießt sich über die arme Mutti ein wahrer Sturzbach von Gelächter, dann jauchzt, dann kollert und gluckst es nur so aus der Kehle, daß es den kleinen Mann schüttelt vor eitel Wonne und Seligkeit über die arglose Elli. Der Vati — und ihm böse fein? Haha — wenn das nicht der Höhepunkt ist? Nachher liegt Peter im Bett, friedlich und rotbäckig wie ein Weihnachtsengel. Im Kirschbaumoor dem Fenster hängt der gelbe Mond, rund und schön wie Alladins Wunderlampe im Märchen. Die Wolkenschäfchen segeln darüber hin in die weite Welt hinaus, und mit ihnen segeln Peters Träume und seine große Kindersehnsucht nach dem fernen Soldatenvati. Apfelsinen im Feldlazarett. PK. Frontmitte im Osten. An jedem zweiten Tage, morgens um 11 Uhr, kurz nachdem der Oberleutnant der Gebirgspioniere auf der Tragbahre vom Verbandwechsel zurückkommt und seitlich von der Bahre ins Bett robbt, wie er das schon seit Wochen gewöhnt ist, öffnet sich die Tür und ein vierfaches Ah? erschallt in der Stube vier — der Gefreite Seimborn steht mit frischem, lachendem Gesicht im. Türrahmen, geht an den Tisch des Krankenpflegers und greift viermal zwei Apfelsinen aus einem Päpp- farton, den er unterm Arm trägt, und da zwei von vier Betten von Hessen belegt* sind, und da auch der Krankenpfleger einer ist und der Gefreite mit den Apfelsinen sogar ein hessischer Bürgermeister, so spitzen Bett drei und vier die steirischen und die bremischen Ohren, denn von dem Gespräch, das sie nun zu hören bekommen, verstehen sie nur jedes dritte Wort. „Ei, ich hab euch heut scheene dicke uffgehobe. chr Leit!" sagte der Bürgermeister und fein Antlitz strahlt selbst wie eine Apfelsine. -Und der Leutnant aus Mainz antwortet ihm: „Awwer, Hermännche, wannste mer Widder • morsche verpasse dhust, dann follste die Krenk kriehe!" Aber der Bürgermeister mit den Apfelsinen fürchtet sich nicht. Denn erstens ist er ein tapferer Artillerist gewesen und ist hernach mit der Sanitätskompanie einen schweren Weg gegangen in der Wmterabwehrschlacht. Und zweitens hat der Leutnant einen Durchschuß an der Wange und eine operierte erfrorene Zehe und kann gar nicht hinter oem Bürgermeister herrennen, um ihn für „morsche Oraansche" zu bestrafen. Und überhaupt ist der Kamerad Hermännche mit den Apfelsinen hier im Feldlazarett eine Respektsperson, und wenn es ein General wäre, dem er die zwei Apfelsinen zuweist, fo würde er ihn doch mit feinem gesunden strahlenden Hessengesicht anlachen, und ich wette, der General würde zurücklachen; wenn der Satz fachen ist gesund!" seine Berechtigung hat, fo ist er hier geradezu Dienstvorschrift, denn jeder will hier gesund werden, und ohne seinen eigenen Willen bringt es mancher nicht zuwege. Im Nedenraum der junge Infanterist, der gestern aus dem anderen Feldlazarett in unserem wüsten Städtchen an der Haupt- fampfhnien hergebracht wurde, weil eine Fliegerbombe zwei Stockwerke des Lazaretts durchschlagen und auch uns die Fensterscheiben in die Betten geworfen hat, dieser junge Infanterist braucht mich seinen festen Willen, um durchzukommen; denn er ift nun innerhalb einer Woche zweimal verwundet worden, und der Chirurg hat viel Arbeit mit ihm. Da ist der Gefteite nut den Apfelsinen wie eine gute Medizin. „Heil, Hermann!" ruft der Obergefreite mit dem langwierigen Beckenschuß im Zimmer der Schwerverwundeten, und „Heil, ihr Buwe?" antwortet strahlend Hermann, als träte er mit einer frofjen Nachricht vor feine heimatliche Gemeinde hin. Und auch der junge Schwerverwundete nicki, müde' von den schmerzstillenden Mitteln rnrb feift lächelnd H« Mario Heil Brentani. irlcht durchgefuhrt habe, durch Beweisverfahren und Sachverständigen-Gutachten widerlegt worden. Durch Zeugenaussagen sei bewiesen, daß Korniloff sich wahrend des Attentats am Tatort in einem der Sowjetbotschaft gehörenden Kraftwagen befand und vermutlich die Durchführung des Attentats dirigiert hatte, ferner, daß Pawloff unmittelbar nach dem Attentat mit Abdurrhaman in Istanbul in Ver- bmidung trat, um ihm Richtlinien für sein weiteres Verhalten zu geben. Aeue japanische Operationen in Südchina. Tokio, 18. Juni. (DRV. Funkspruch.) Im engen Zusammenwirken mit Luftwaffenverbänden begannen japanische Truppen im Morgengrauen Des 15. Juni im Raume von Tsungsa und Sanschui, etwa 50 km nördlich bzw. westlich von Kanton, in der südchinesischen Küstenprooinz Kwangtung, einen neuen Feldzug zur völligen Vernichtung der Tschungkingstreitkräfte. Sie griffen Elitetruppen Tschungkings an einem strategisch wichtigen Punkt westlich non Tsungfa an. Rach sechsstündigem Karnes wurde der Feind vollständig zersprengt. In Zentralchina wurde ein neuer Angriff bei Sikiang eingeleitet. Japanische Truppen, die auf Lupao vorstießen, vernichteten die Hauptmasse der feindlichen Verbände, auf die sie in Tanghsu, südlich von Lupao, stießen, und setzten ihren Vormarsch fort. Aus aller Wett. Das Salzburger Schachkurnier. Je näher der Salzburger Schachwettkampf sich seinem Ende zuneigt, desto deutlicher zeigt sich, daß Weltmeister Aljechin seine alte Stärke nicht ein- gebüßt hat und nur anfangs nicht eingespielt war. Seinen Bezwinger im ersten Umgang, Klaus Junae, griff er überragend an und zwang ihn zur Aufgabe. Hart auf Aljechin folgt sein stärkster Konkurrent K e r e s , der in einer scharfen Partie dem Europameister Stoltz erst die Qualität und schließlich die Punkte abnahm. Bogoljudow verlor seine Partie. In der zweiten Hälfte des Turniers will ihm nichts mehr gelingen. Der Deutschlandmeister Schmidt bezwang ihn in einer sein angelegten Positionspartie. Die zwei führenden Meister haben sich nun von dem übrigen Felde beträchtlich abgesetzt. Der Unterschied beträgt nicht weniger als IV2 bzw. 2 Punkte. Turnierstand nach der achten Runde: Aljechin 5/, Keres 5, Schmidt, Junge, Bogoljübow 3V2, Stoltz 3 Punkte. Da die beiden Spitzenspieler erst in der letzten Runde am Donnerstagabend Zusammentreffen, ist der Ausgang des Turniers bis zum Schluß ungewiß, wenngleich der zweite Platz mindestens einem der beiden Meister vorbehalten sein dürfte. Zwei Minder beim Paddeln in der Saar ertrunken. Ein des Paddelns unkundiges Mädchen hatte in Saarbrücken ohne Erlaubnis des Bootseigentümers mit zwei zehnjährigen Schülern ein Boot bestiegen und wurde von der Strömung abgetrieben. Kurz vor einem Wehr sprang das Mädchen in feiner Angst aus dem Boot, so daß dieses kenterte. Alle drei waren des Schwimmens unkundig. Ein Metzgerlehrling versuchte schwimmend die Verunglückten zu retten, wurde aber von den Ertrinkenden gefaßt und über das Wehr gezogen. Es gelang ihm schließlich, einen der beiden Schüler mit Hilfe eines Gendarmeriebeamten an Land zu bringen. Das Mädchen und ein Schüler sind ertrunken. Kunst und Wissenschaft. Die Schriftstellerin Ranny Lambrecht f. In diesen Tagen starb im Alter von 74 Jahren in Schönenberg an der Sieg die Schriftstellerin Ranny Lambrecht, die vor dem ersten Weltkriege als rheinische Heimatdichterin , aber auch durch die soziale Problematik ihrer Romane bekannt geworden ist. Ranny Lambrecht, 1868 in dem Hunsrückdorf Kirchberg geboren, lebte nach einer schwierigen Jugendzeit als Lehrerin im Hohen Denn und in Malmedy. Der Schauplatz ihrer meisten Erzählungen ist dieser Teil des Rheinlandes. Die 1905 erschienenen Novellen „Was im Venn geschah" eröffnen die Reihe ihrer Werke; als Höhepunkt ihrer Arbeit können die sozialkritischen Romane ,Matuen- dame", „Armsünderin" und „Die Suchenden" gelten, die vor allem dem Problem der unehelichen Mutterschaft und des unehelichen Kindes nachgehen und ^zunächst viel Staub aufwirbelten. Reben den Erzählungen sei auch das Schauspiel „Bockreiter" genannt. Abendroth dirigiert Muffiger Musiktage. Mit einem Volks-Sinfoniekonzert unter der Leitung Hermann Abendroths wurden die 4.Aussiger Musiktage eröffnet. Die Veranstaltung wird ihren Höhepunkt mit einer Aufführung des „D e u t - scheu Requiems" von Brahms unter Abendroth erreichen. ________ Briefe in Bareiros Hand Roman von Anna Elisabet Weirauch Rechte durch Earl Duncker Verlag, Berlin W 35. 10. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Woher kennst du ihn?" wundert sich Irmela. „ „Kennen? Kennen ist eigentlich zu viel gesagt. Gerd möchte seinen Ausruf gern zurücknehmen, unmöglich kann er in Albrechts Gegenwart sagen, daß er diesem Bareiro Geld beim Spiel abgenommen hat. „Ich habe gehört, daß er wieder im Lande ist — und ganz dunkel erinnere ich mich, daß ich ihn ftüher auch schon mal gesehen habe — kann das nicht stimmen? Vor zehn Jahren oder so — „Ja, damals war er hier, als Volontär bei Lchoms und Harper, du haft ihn sicher auch gekannt, Albrecht!" v t „Möglich", sagt Albrecht, mit seinen Gedanken beschäftigt. „Kann mich nicht besinnen, einen großen Eindruck hat er jedenfalls nicht auf mich gemacht. „Auf mich schon eher", lächelt Irmela. „Ich habe sehr viel mit ihm getanzt — und er tanzte fabelhaft, das muß man ihm lassen." „Dann allerdings", lächelt Albrecht Zerstreut. Aber er fragt nicht weiter, und Irmela kann nicht gut ihre Beichte fortsetzen, in Gegenwart von Gerd. Besonders nicht, da Albrecht das Thema nicht zu interessieren scheint. , „Sag mal, warum trägst du eigentlich die Kette nicht?" fragt Albrecht mit einem Blick nach ihrem Hals. „Magst du sie nicht?" „Oh doch, natürlich." Unwillkürlich tasten ihre Finger nach dem hochgeschlossenen dunklen Abendkleid. „Glaubst du, sie würde gut hierauf aussehen? „Sie fehlt geradezu! Ich seh' dich schon die ganze Zeit daraufhin an. Das Kleid ist sehr sckstin in seiner Einfachheit, aber irgend etwas Aufhellendes vermißte ich. Da fiel mir die Kette ein." Es ist Nicht Aus der Giadi Gießen. Der Kampf mit dem Drachen. Ich will Ihnen nicht von dem bekannten Gedicht erzählen, nein. Ebensogut hätte ich „Das Leben ist ein Kampf" als Überschrift hinschreiben können. Aber das ist Ihnen ja nichts Neues, und dieser Titel klingt doch entschieden geheimnisvoller, nicht wahr? Run werden Sie am Ende meinen, ich wollte Ihnen von dem täglichen Kampf der Hausfrau erzählen, z. B. von dem Kampf mit dem Staub, oder wie schwer es ist, für einen kinderreichen Haushalt in der Stadt eine Hausgehilfin oder ein Pflichtjahrmädchen zu bekommen, oder auf dem Markt Gemüse zu erlangen usw., nein, von all dem möchte ich Ihnen nichts erzählen. Sondern'von dem täglichen Kampf des Menschen mit den Dingen. Der sängt schon am frühen Morgen an. Besagter Mensch will also schnell in seine Strümpfe fahren: ratsch!, eine Laufmasche! Um sich andere Strümpfe zu holen, will er rasch in seine Morgenschuhe schlüpfen; natürlich stehen sie verkehrt vor dem Bett, und er bekommt den rechten Schuh an den linken und den linken Schuh an den rechten Fuß. Was eine sehr unbequeme Sache ist. Also wieder raus und wechseln! Nachdem nur noch das Corselett verkehrt herum an- und zweimal über den Kopf gezogen wurde, geht das weitere Anziehen ohne Zwischenfälle vor sich, jedoch der Morgenrock hat anscheinend nur einen Aermel, wenigstens wird er erst nach längerem Tasten auf der linken Seite entdeckt. Ja, so geht es nun weiter, den lieben langen Tag: an der Schürze ist ein Knopf ab, das Taschentuch ist nie da, wenn man es braucht, ein Wasserhahn tropft dauernd, der Gartenschlüssel hängt nicht an seinem Platz, sondern hat sich unter dem Rhabarber im Korb versteckt, die Brille ist verschwunden, das Rad hat keine Luft im Hinterreifen, eine Tasse geht entzwei, das Telephon schellt mit einer/falschen Verbindung, und so geht es bis zum Abend. Ich muß nun sagen, daß sich der Mensch in diesem Kampf ganz ordentlich beträgt: er näht den Knopf an, sucht Schlüssel, Taschentuch und Brille mit Geduld, dreht den Wasserhahn zweimal zu, pumpt das Rad auf und entschuldigt sich sogar beinahe beim Fräulein vom Amt; daß er nicht mit Lollar sprechen möchte. Trotzdem — manchmal möchte er gern fluchen, und öfters denkt er mit Neid an Diogenes in seiner Tonne, für öpn das Leben f 0 0 einfach war. Oder, hat hier der Chronist am Ende gelogen, denn: mit was hat er eigentlich feine Laterne angesteckt? E. L. St. „Geld spielt keine Ttoüe/ NSG. Das sagen zwar viele Leute, aber wenn gutes Geld sinnlos verausgabt wird, ohne daß der Betroffene auch nur den geringsten Nutzen oder Gewinn davon hat, so ist das doch keinem gleichgültig. Kommt dazu eine Schädigung des Geschäftsganges oder gar der Verlust wertvoller Materialien, so seufzt man doch recht bedenklich bei dem Schaden. Solch eine sinnlose Kostenrechnung verursacht beispielsweise der Kartoffelkäfer. Bedenkt man, ,daß die 31millionenköpfige Nachkommenschaft eines einzigen Weibchens innerhalb eines Sommers bereits 2,5 Hektar Kartoffelfeld kahlfrißt und damit einen Kartoffelausfall von 450 Doppelzentner verursacht, so kann man sich ein ungefähres Bild machen, wie es mit unserer Kartoffelernte — und infolgedessen auch mit unserer Ernährung — aussähe, wenn dieser Käfer in Deutschland Fuß faßte! Damit wäre aber der Schaden noch nicht ausgestanden. Die Kostenrechnung geht weiter: Die Bekämpfung des Käfers und die Entseuchung der befallenen Gebiete verschlingen weitere Summen. Und schließlich sind die Verluste nicht abzusehen, die durch die Ausfuhrbeschränkung im Handel mit Gemüsen, Kartoffeln, Tomaten und Baumschulenerzeugnissen aus der Gefahrenzone sich ergeben. Diese Beschränkung ist unbedingt notwendig, um eine Verschleppung dieses gefährlichen Schädlings zu verhindern. Jeder einzelne und jede Dorfgemeinschaft kann, nicht genug Aufmerksamkeit und Sorgfalt anwenden, dem Kartoffelkäfer und seiner Brut auf die Spur zu kommen. Wo er auftritt, sofortige Meldung an die Ortspolizei bzw. den Bürgermeister. Alles weitere veranlaßt der Kartoffelkäfer-Abwehr- dienst. Zeder Wagenstillstand Hilst dem Feind! Die auf vollen Touren laufende deutsche Rüstungswirtschaft und die Versorgung des deutschen Volkes mit den lebensnotwendigen Gütern erfordern gebieterisch, den zur Verfügung stehenden Transportraum bis zum letzten auszunutzen. Es darf daher nicht mehr Vorkommen, daß Güterwagen wegen Überschreitung der Entladefrist der weiteren Verwendung — wenn auch nur für wenige Stunden LetzierAppellzurKleider-undSpinnfloffsWMlung Ein neuer Weckruf ist in diesen Tagen durch das deutsche Volk gegangen: Gebt Kleidungsstücke und Altspinnstoffe für die schaffende Bevölkerung! Wie schon bei der Wollsammlung, ist auch dieser Appell an unsere Hilfsbereitschaft und Gebefreudigkeit Überall im deutschen Volk freudig befolgt worden. Soweit bereits Teilergebnisse der Sammlung vorliegen, sind sie durchaus befriedigend, ^chon mehrere hunderttausend Männer und Frauen, die für die deutsche Rüstung oder in der Landwirtschaft schaffen, können aus den abgegebenen Spenden mit Arbeitskleidung versorgt werden. Das ist gewiß ein schönes und stolzes Ergebnis, das um so mehr an Bedeutung gewinnt, als daran alle Schichten unseres Volkes gleichermaßen beteiligt sind. Und doch, sind wirklich schon alle alten oder im Augenblick überflüssigen Kleidungsstücke aus unseren Schränken und Truhen herausgesucht und zur Sammelstelle gebracht worden? Da mag es sicher noch manchen Volksgenossen geben, der aus Bequemlichkeit, Gleichgültigkeit oder Gedankenlosigkeit diesem Appell bisher nicht gefolgt ist. Die Verlängerung der Sammlung um eine Woche gibt allen Säumigen und Zauderern die letzte Gelegenheit zu ihrer Spende. Jeder unterziehe noch einmal den Inhalt seines Kleiderschrankes oder seiner Wäschettuhe einer strengen Prüfung. Dabei überlege er, ob er es vor sich selbst verantworten kann, z. B. fünf oder sechs Anzüge sein eigen zu nennen, während sein Volksgenosse am Schraubstock oder am Pflug durch eine verschlissene Hose oder einen zerrissenen Rock bei der Arbeit behindert wird. Man verfdche auch nicht, sich selbst etwas vorzumachen und die Notwendigkeit einer größeren Anzahl von Kleidungsstücken durch irgendwelche Repräsentationspflichten belegen zu wollen. Man kann auch noch mit drei oder vier Anzügen stets gut angewqen sein, und für einen stets nach der neuesten'Mode gekleideten übereleganten Snob haben wir heutzutage sowieso kein Verständnis. Das gleiche gilt für unsere Frauen. Für die langen Abendkleider findet sich z. B. im Augenblick doch nur ganz selten Gelegenheit zum Anziehen. Es genügt völlig, wenn man für besondere Zwecke eins davon in Reserve hat, die anderen erfüllen als Spende bei der Spinnstoffsammlung sicher eine weit bessere Aufgabe, als wenn sie ungenützt im Kleiderschrank herumhängen und schließlich doch unmodern werden. Gewiß, wir sind alle ein. klein wenig eitel und putzen unser Aeußeres gern ein wenig heraus. Doch wir geben im allgemeinen ja auch nur von unserem Ueberfluß ab, und da ist es ja wohl selbstverständlich, daß die Größe der Spende je nach der Ver- kmögenslage des Spenders aus fallen muß. Und ein kleines Opfer, das wir vielleicht jetzt unserer Eitelkeit bringen, wird einmal tausendfach belohnt werden, denn unsere Spende wird ebenfalls zu ihrem Teil dazu beitragen, den Sieg und damit die Zukunft unseres Volkes zu sichern. V. A. Nur noch 4 Tage. Bis 21.Juni Attkleider- und Spinnftoffsammlung. Die Annahmestellen der Gießener Ortsgruppen zur Altkleider- und Spinn st offsamm« l u n g sind wie folgt geöffnet: Mitte: Marktstraße 25, werktags van 17 bis 19 Uhr. Nord: „Einhorn", Lindenplatz 1, Montag, Mittwoch und Freitag van 17 bis 19 Uhr. 0 ft: Licher Straße 19, Geschäftsstelle der DAF., ~ werktags von 15 bis 18 Uhr. Süd: Hofmannftraße 1, Mittwoch und Samstag von 19 bis 21 Uhr. Liebigftraße 58 (Autogarage), Mittwoch und Samstag von 19 bis 21 Uhr. Unterhos und Oberhof (Bergwerk), Mittwoch und Samstag von 19 bis 21 Uhr. Klein-Linden: Steinfttaße „Ältes Backhaus"', Mittwoch und Samstag von 19 bis 21 Uhr. Wiesest: Schulstraße 3, Mittwoch und Samstag von 18 bis 22 Uhr. — entzogen werden. Jeder Güterwagen, der heute durch Nachlässigkeit oder durch Gleichgültigkeit über die Ladefrist hinaus auf einem Güterbahnhof ober auf einem Anschlußgleis stehen bleibt, fehlt in einem Rüstungswerk ober sonst an einer wichtigen Bebarfsstelle. Jeder solche Wagenstillstand hilft also dem Feind und erschwert unseren Soldaten den Kampf. Daher immer daran denken: Räder müssen rollen für den Sieg! Heilkräftiger Holunder. Der Holunder ist als wasser- und schweißtreibendes sowie als blutteinigendes Mittel, das sich auch bei Stoffwechselstörungen bewährt, beliebt. Er ist eine unserer • meist gebrauchten Heilpflanzen, von denen in erster Linie die Blüten, aber auch teilweise die Blätter Verwendung finden. Dieser schöne, herb und sommerlich duftende Strauch, der in zahlreichen Volksliedern besungen wird, hat eben begonnen, seine Blüten zu entfalten. Die Monate Juni und Juli werden zu ihrer Sammlung benutzt. Am besten schneidet man die ganzen Tragdolden direkt unter der Verzweigung ab und hängt bann den ganzen Blütenstand auf Schnüre zum Trocknen. Will man eine schöne, elfenbeinfarbene Droge gewinnen, so muß man darauf achten, daß hie Blüten nicht taufeucht ober nach Regen gesammelt werden, sondern nur an trockenen Tagen. Spuren von Feuchtigkeit, wie sie auch bei mangelhafter Trocknung Zurückbleiben, führen zu Zersetzungen und lassen die Blüten bann braun und unbrauchbar werden. Man trocknet daher so, daß die Stiele nicht mehr biegsam sind, sondern brechen. Die Blätter werden mit den Stielen gesammelt und int ganz dünner Schicht getrocknet. Auch sie sind druckempfindlich und werden bei nicht sorgfältiger Behandlung leicht schwarz. Der Bedarf an Holunderblüten ist ziemlich groß, der an Blättern geringer. In Zweifelsfällen frage man die Kreissachbearbeiter RfH., deren Anschriften bei den Kreisleitungen zu erfahren sind. Gießener Dochenmarktpreise. * Gießen, 18. Juni. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, 7 kg" 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, bas Stück 8 bis 10, Kartoffeln, 5 kg 47, gelbe Rüben, das Bund 25, Kirschen, 7 kg 49 bis 65, Erdbeeren 99, Salat, das Stück 12 bis 15, Oberkohlrabi 22, Rettich 10 bis 15, Radieschen, das Bund 8, Rhabarber, 7 kg 15 Rpf. * * Gießener Konzertring. Als 11.Konzert (Gruppe A, Nr. 6) findet am 25. d. M. in der Aula ein Klavierkonzert mit Gisela Sott statt. Dieses Konzert tritt an die Stelle des Klavierabends von Elly Ney, das am 1. Februar ausfallen mußte und nun wegen anderweitiger Verpflichtungen von Frau Professor Ney nicht mehr nachgeholt werden kann. — Die Dorttagsfolge des Klavierkonzertes Gisela Sott bringt Präludium und Fuge in cis-moll, Präludium und Fuge Cis-dur, Präludium und Fuge D-dur sowie das Choralvorspiel „Ich ruf zu btt, Herr" von Bach; die Sonate B-dur (op. posth.) von Schubert; Nocturno Des-dur (op. 27) und Sonate h-moll (op. 58) von Chopin. ** Soldatengrüße an bie Heimat lassen die Flieger Helmut Häuser aus Watzenborn-Steinberg, Kurt Schleenbecker aus Krofdorf und Walter Rahn aus Gießen von ihrem Einsatzorte durch uns übermitteln. Ebenso läßt der Soldat Heinz Werner Fehl, der in Frankreich eingesetzt ist, alle Angehörigen, Freunde und Bekannte in der Heimat herzlich grüßen. v* Aus dem Zuge gestürzt. Auf der Bcchn- fohrt zu chrem Heimatorte stürzte die 16 Jahre alte Erna Konrad aus Treis a. d. Horloff am gestrigen Mittwochvormittag zwischen Gießen und Schif- fenberg bei der Bahnüberführung an der Landstraße nach Steinberg im Walde aus dem fahrenden Zug. Das bedauernswerte Mädchen erlitt eine Gehirnerschütterung und Verletzungen im Gesicht und an den Beinen, es mußte von der Bereitschaft Gießen des Deutschen Roten Kreuzes nach der Chirurgischen Klinik gebracht werden. Die Ursache des Unfalls ist bis jetzt noch nicht bekannt. ** Ober hessischer Gebirgsverein, Zweigverein Gießen. An der Sternwanderung zum Wandertreffen des Oberhessischen Gebirgsoereins auf dem Blankenstein bei Gladenbach beteiligte, sich auch der Zweig Gießen des OHGV. mit einer Wanderung, die von Niederwalgern über Kehna und Willershausen nach Gladenbach führte. Die Wanderer hatten vom Aussichtsturm auf dem Kirchberg bei Gladenbach und auch von der Burgruine Blankenstein eine gute Fernsicht zu den Bergen des oberen Lahntales und des Westerwaldes. — Die Juni-Wanderung führte in das Lumda-Tal. Vom Turm der Burgruine Staufenberg hatten die Wanderer einen schönen Blick in das Lahntal. Dann ging es den Hessenweg entlang durch Feld und Wald, später wurde in der Richtung zum Lumdatal der Totenberg überschritten und am Berghang bei längerer Rast der reizvolle Blick auf die Landschaft genossen. Nach der Einkehr in Treis (Lumda) ging es weiter nach Mainzlar, von wo aus die Heimfahrt angetreten wurde. Verdunkelungszeil: 18. Juni von 22.48 bis 4.28 Uhr. wahr, daß sie ihm dabei einfiel. Seine Gedanken kreisen die ganze Zeit um nichts anderes, und er sucht nach einem Motiv, um sie zu erwähnen. „Wie du denkst, ich kann sie ja nachher umhin." „Ach, tu sie doch gleich um, nachher hab' ich nichts davon, im dunklen Theater kann ich doch nicht immer zur Seite sehen, um mich an der Halskette meiner Frau zu erfreuen. Gerd holt sie dir sicher gern." „Aber selbstredend." Gerd springt bereitwillig auf. „In meinem großen Schrank, auf der Wäscheseite, im dritten Fach." „Ich weiß!" Gerd verschwindet. Wahrhaftig, er lauft hinaus, und dabei hat Albrecht deutlich gesehen, wie das Kästchen sich in seiner Brusttasche abzeichnete. Warum hott er es nicht heraus, jetzt, hier, am Tisch, wenn er es für seine Schwester aus dem Schrank genommen hat? Sonderbar. „Findest du den Aufbewahrungsplatz nicht etwas unsicher?" fragt Albrecht. „Willst du sie nicht lieber in den Safe tun?" Irmela ist ein ganz klein wenig gereizt. Sie liebt es nicht, kostbare Geschenke zu empfangen, und sie liebt es noch weniger, wenn der Wert dieser Geschenke betont wird. Außerdem hat sie wichtigere Dinge im Kopf, als diese belanglose Kette, auch wenn sie noch so viel kostet. „Im Safe? Meinetwegen. Aber das ist so umständlich, dann trag ich sie bestimmt nicht." „Wenn du sie wirklich tragen willst, das wäre mir allerdings das liebste. Ich würde mich freuen, sie an dir zu sehen. Aber du bist so merkwürdig in dieser Beziehung." „Ich will mich bessern." Irmela lächelt ihm herzlich in die Augen. „Wenn es dir Spaß macht, will ick) sie dauernd mit mir herumschleppen, Tag und Nacht." Es ist kein hingesagtes Versprechen, sie nimmt es sich wirtlich vor. Mehr denn je hat sie das Verlangen, ihm ihre Liebe zu beweisen. Gerd kommt zurück. Ziemlich lange hat er gebraucht, um das Etui aus der Tasche zu nehmen, denkt Albrecht. Wie raffiniert dieser Junge ist mit seinem offenen harmlosen Gesicht. 12. Irmela trägt den Schmuck, geduldig wie ein Opferlamm. Und sie ist etwas erstaunt, als Gerd sie bittet: „Hör mal, Irmela, kannst du mir nicht deine Kette leihen?" „Was soll das heißen?" fragt sie stutzend. „Bildest du dir etwa ein, daß du sie versetzen kannst? Du bist wohl übergeschnappt, mein Junge? Oder willst du eine deiner Bräute damit paradieren lassen? Ich traue dir alles zu!" „Bist du fertig?" fragt Gerd seelenruhig. „Sann darf ich wohl noch ein Wort hinzufügen. Ich wollte nämlich sagen: auf eine Viertelstunde. Wenn es schnell geht, genügen auch fünf Minuten. Wenn du jetzt deinen sonst so klaren Verstand walten läßt, fannft du dir selber ausrechnen, daß es nicht sehr praktisch wäre, sie für diese Zeitspanne zu beleihen. Und meine — leider nicht vorhandenen Bräute könnten sich auch nicht lange daran erfreuen. Im übrigen gebe ich dir die Versicherung, daß sie nicht aus dem Hause geht." „Was willst du denn damit?" Irmela greift schon nach dem Schloß, „aber ich will wissen, wozu du die Kette brauchst!" „Um ein Porträt von ihr anzufertigen. Es geht mir nicht um das Geld, sondern um die Zeichnung. Das ist die lautere Wahrheit!" „Ich weiß aber nicht, ob das Albrecht recht märe", zögerte Irmela. „Ich auch nicht!" fällt ihr Gerd rasch ins Wort. „Darum will ich's ja auch tun, wenn er nicht da ist. Er hat heute eine Konferenz und kommt bestimmt eine Stunde später. Bis dahin hast du längst deine Kette wieder um, und niemand sieht ihr an, daß du sie fünf Minuten lang nicht umgehabt hast!" In seinem Zimmer hat Gerd schon alles vorbereitet. Es dauert kaum fünf Minuten, bis er Irmela den Schmuck zuriickbringt, und das Bild auf der Platte hat. Als Albrecht kommt, ist Gerd in der Dunkelkammer beschäftigt. „Mal wieder", lächelt Albrecht. Aber gegen dieses Vergnügen ist weiter nichts einzuwenden, und im übrigen ist der Regen an einer Stelle durch das Dach geleckt, und es ergibt sich ein langes Gespräch darüber. Kleine häusliche Aergernisse, winzig und belanglos, und doch nehmen sie einen in Anspruch, und Irmela findet an diesem Tage keine Gelegenheit mehr, über Bareiro zu sprechen. Es eilt ja auch nicht. 13. ■ Gerd hat sich etwas ausgedacht, was ihm sehr viel Vergnügen bereitet. Das gewonnene Geld brennt ihm in der Tasche, es haftet chm etwas von unrechtmäßigem Besitz an, es widerstrebt ihm gleichermaßen, es für eigene Bedürfnisse auszugeben, wie etwa gar es zu sparen. Der schnellste und einfachste Weg, es loszuwerden, wäre, es wieder an seine früheren Besitzer zu verspielen. Aber ein paar Abende trifft er weder Borkmann noch Bareiro. und offengestanden hat er gar keine Lust, wieder zu spielen. Ader der Gedanke, für einen Geizhals zu gelten, war mehr als peinlich. Besonders in Kattas Augen, und Borkmann würde natürlich nicht verfehlen, einen zu necken. Dem ließ sich die Spitze abbrechen durch die geradezu wundervolle Idee, die ihm wie eine höhere Eingebung gekommen war: er konnte das Geld nicht besser anlegen, als indem er Katta ein Geschenk machte. Und in einem aufregenden Nachdenken, das ihm eine Stunde seines sonst so tiefen und gesunden Schlafes gekostet hatte, war ihm auch der Einfall gekommen, was das für ein Geschenk sein mußte: die Kette nach dem Entwurf ovn Detlev Nehl! Für Detlev war das eine Lektion, und doch zugleich auch eine Huldigung. Es war etwas Ausgefallenes, das fein anderer ihr schenken konnte, eine aufmerksame Erfüllung eines Wunsches, und schmeichelhaft für Detlev, daß man nichts Schöneres hatte auftreiben können als feinen Entwurf — ein großartiger Einfall! (Fortsetzung folgt.) Aus der engeren Heimat. Erweiterung des Alsfelder Heimatmuseums. $ Alsfeld, 17. Juni. Gestern fand unter dem Vorsitz von Bürgermeister Dr. Völsing eine Sitzung der Ratsherren zusammen mit dem Vorstand des Geschichts- und Altertumsoereins der Stadt Alsfeld und dem Beirat des Fremdenverkehrsoereins Alsfeld statt, in der man sich mit der nach dem Kriege gepkanten Erweiterung des Museums des Geschichts- und Altertumsvereins befaßte. Nach' den Darlegungen der Vorsitzenden ist dabei auch die Einrichtung eines Malerzimmers geplant, in dem die Leistungen des einheimischen Künstlertums auf dem Gebiete der Malerei zum Ausdruck kommen sollen. Den äußeren Anlaß bot die kürzlich in Darmstadt veranstaltete Jubiläumsausstellung der Gemälde des Kunstmalers Professor Richard Hoelscher, der aus Alsfeld stammt und einen großen Teil seiner künstlerischen Motive seiner Vaterstadt Alsfeld entnommen hat. Die Anregung des Bürgermeisters wurde allgemein begrüßt Den Grundstock für die Einrichtung des Malerzimmers sollen Gemälde von Professor Hoelscher bilden, von denen bereits einige erworben worden sind. Daneben sollen auch andere oberhessische Künstler in dem Malerzimmer berücksichtigt werden. Es wurde ein Ausschuß gebildet, der mit der weiteren Förderung der Angelegenheit beauftragt wurde. Friedberg erhält wieder eine Lehrerbildungsanstalt. LPD. Friedberg, 17. Juni. Wie der „Oberh. Anz." erfährt, wird von Ostern 1943 an in Friedberg eine Lehrerbildungsanstalt wieder aufgebaut. Die unterste Klasse der Anstalt wird zu - diesem Zeitpunkt in den Räumen des alten Semi- naraebäudes in der Burg, der heutigen Aufbau- fchule, ihre Tätigkeit aufnehmen. Landkreis Gießen. * Heuchelheim, 18. Juni. Für das am 21. Juni stattfindende Konzert der NSG. „K r a ft durch Freude" zugunsten des Kriegshilfswerkes des Deutschen Roten Kreuzes gibt sich aus allen Teilen der Bevölkerung sehr lebhafte Teilnahme kund. Es steht zu erwarten, daß der Abend vor einem übervollen Hause stattfinden wird. Namhafte Spenden von Einzelpersonen und Gemeinschaften sind bereits eingegangen, so daß auch der Zweck des Abends erfüllt werden wird, dem Deutschen Roten Kreuz bedeutende Mittel zuzuführen als ein Zeichen der engen Verbundenheit von Heimat und Front. Noch ist es Zeit, eine Spende zu zeichnen und sich eine Eintrittskarte für den Abend zu besorgen. * Großen-Linden, 18. Juni. Das Tagesgespräch unserer Gemeinde bildet da^ am 20. Juni von der NSG. „Kraft durch Freude" angesetzte Konzert, das sowohl für den Besuch der Veranstaltung, als auch für den Eingang der Spenden zugunsten des Kriegshilfswerkes des Deutschen Roten Kreuzes ein voller Erfolg zu werden verspricht. An die noch Säumigen ergeht ein letzter Appell, sich durch Einzeichnen in die Spendenliste und Bestellung einer Eintrittskarte noch einzuschalten in dieses schöne Werk der Gemeinschaft. Möge das Ergebnis des Konzertes so ausfallen, daß es der ganzen Gemeinde zu Ehren gereicht. + Grünberg, 15. Juni. Der Grünberger Pferde - Versicherungs - Verein zu Grünberg hielt feine 65. ordentliche Mitgliederversammlung unter dem Vorsitz seines Direktors Karl S ch ä f e r I. in der Gastwirtschaft von Otto Schmitz ab. Nach dem Geschäftsbericht waren versichert im 1. Halbjahr 776 Pferde mit einem Versicherungskapital von 579 630 RM, im 2. Halbjahr 783 Pferde mit einem Versicherungskapital von 590 610 RM. Entschädigt wurden 62 Pferde im Betrage von 24 047,50 RM. Die Rechnung ergab bei einer Einnahme von 27 799,32 RM. und einer Ausgabe von 27 606,32 RM. einen Ueberschuß von 193 RM. Nach der Rechnungsablage wurde dem Vorstand Entlastung erteilt. Ferner fand Ersatzwahl statt für die auf eigenem Wunsch ausscheidenden Ausschußmitglieder Heinrich Stauf (Grünberg), Ernst Kratz I. tNieder-Ohmen), Karl Schmidt II. (Queckborn) und Karl Gemmer (Lehnheim). An deren Stelle traten, einstimmig gewählt, die Mitglieder Karl Heß (Grünberg), Heinrich Dörr (Nieder-Ohmen), Rudolf Herzberger (Queckborn) und Heinrich Schnaitt (Rein- hardshain). Schweinemarkt in Grünberg. 4- Grünberg, 18. Juni. Auf dem heutigen Schweinemarkt wurden 91 Ferkel und Läuferschweine aufgetrieben. Es kosteten 6 Wochen alte Tiere 18 bis 22 RM., 6 bis 8 Wochen alte 22 bis 30 RM., 8 bis 13 Wochen alte 30 bis 45 RM., Läuferschweine 45 bis 55 RM. das Stück. Handel lebhaft, der Markt wurde geräumt. Schweinemarkt in Friedberg. * Friedberg, 17. Juni. Auf dem heutigen Schweinemarkt waren 257 Ferkel aufgetrieben. Es kosteten bis 6 Wochen alte Ferkel 20 bis 23 RM., 6 bis 8 Wochen alte 23 bis 26 RM., 8 bis 12 Wochen alte 26 bis 35 RM. das Stück. Bei lebhaftem Handel verblieb geringer Ueberstand. seinen linken Verteidiger in Führung. Bei diesem Stande blieb es bis zur Halbzeit. In der zweiten Hälfte war 1900 hoch überlegen und gewann Der» dient 3:0. Gpielvereinigung 192p Leihgestern. Rot-Weiß Frankfurt 1. Jgd. gegen Leihgestern 1. Jgd. 0:1 (0:0). Auf Einladung des Sportvereins Rot-Weiß Frankfurt trug die 1. Jugend der Spielvereinigung 1926 Leihgestern am Sonntag in Frankfurt gegen die gleiche von Rot-Weiß ein Freundschaftsspiel aus. Nach einem schönen, in echter Sportkameradschaft ausgetragenen Spiel blieben die Leihgesterner mit 1:0 siegreich. Rot-Weiß Frankfurt, eine der besten Jugendmannschaften von Frankfurt, war wohl technisch besser, doch die Schnelligkeit von Leihgestern, in deren Mannschaft es keinen Versager gab, gewann knapp, aber verdient. L e i h ge st e rn 2. Jgd. gegen Nieder-Weisel 1. Jgd. 1:1 (1:0). Die 2. Jugend von Leihgestern konnte der kör- verlich stärkeren 1. Jugend von Nieder-Weisel ein Unentschieden abringen. SJ.Jpori HZ-Schützen im Wettkampf. Am Sonntagnachmittag fanden auf den Schießständen am Schützerchaus in Gießen die diesjährigen Bannmeisterschaften des Bannes Gießen (116) im Kleinkaliberschießen statt. Geschossen wurden je fünf Schuß im sportlichen Anschlag in den Anschlagsarten liegend, stehend und kniend auf die 12er-Ring- scheibe. Nachdem nun die Ergebnisse dieses Mannschaftskampfes vorliegen, der gleichzeitig mit Einzelwertung durchgeführt wurde, kann gesagt werden, daß die Ergebnisse weit höher als die des Vorjahres liegen. In der Einzelwertung siegte erwar- wartungsgemäß Joachim Hölzel vom Schützenverein Gießen. Auch in der Mannschaftswertung konnte der Schützenverein Gießen den Bannmeister stellen. Die Ergebnisse. Bester Schütze und damit Bannmeister 1942 wurde Joachim Hölzel (Bannstab) mit 141 Ringen. Es folgen als 2.Helmut Ernst (Ges. 1/116) mit 139 Ringen; 3. Wolfgang Schäfer (Fhl. 19/116) mit 136 Ringen; 4. Kart Heinrich Koch (Bannstab) mit 136 Ringen; 5. Hans Menges (Mot.-Gef. 1/116) mit 133 Ringen; 6. Peter Dunkel (Fhl. 1/116) mit 130 Ringen; 7. Willibald Freilinger (Flg.-Gef. 1/116) mit 126 Ringen; 8. Wolfgang Keller (Fhl. 19/116) mit 126 Ringen; 9. Eberhardt B e i g a n g (SRD. 1/116) mit 125 Ringen; 10. Walter Loth (Gef. 10/116) mit 123 Ringen. In der Mannschaftswertung errang die 1. Mannschaft des Schützenvereins Gießen mit 519 Ringen den Sieg und wurde damit Bannmeister. Es folgen Poftsportgemeinschaft Gießen 2. Mannschaft und Poftsportgemeinschaft Gießen 1. Mannschaft. Auf Grund dieser Ergebnisse weiden die besten Schützen in der Bannleistungsgruppe zusammengefaßt und dort für die Gebietsmeisterschaft vorbereitet werden. Gpielvereinigung 1900 Gießen. 1900 1. Jgd. — Heuchelheim 1.1gd. 6:1. Die 1. Jugend trug am Sonntag in Heuchelheim gegen die dortige 1. Jugend ein Freundschaftsspiel aus. 1900 ging1 Mitte der ersten Halbzeit durch seinen Linksaußen in Führung, kurz darauf erzwang Heuchelheims Rechtsaußen den Ausgleich. Bei einem Vorstoß konnte 1900 noch einmal durch seinen Mittelstürmer erfolgreich sein. Mit 2:1 wurden die Seiten gewechselt. War das Spiel in der ersten Halbzeit noch ausgeglichen, so war 1900 in der zweiten Halbzeit hoch überlegen und konnte bis zum Schluß auf 6:1 erhöhen. Der Sieg in dieser Höhe war verdient. 1900 2. Jgd. — V fD.° R. L Jgd. 3:0 (1:0). Sie 2. Jugend spielte am Sonntag auf dem Platze des VfB.-R. und konnte gegen dessen 2. Jugend einen in dieser Höhe verdienten Sieg erringen. 1900 ging gleich am Anfang der ersten Halbzeit durch Handball Gauklasse. Die Gauklasse hat nun alle ihre Spiele erledigt. Durch die Neueintellung des Gaues Hessen-Nassau war man auf die Tabellengestaltung besonders gespannt. Wie erwartet, belegten die Frankfurter Vereine die ersten Plätze. Ueberraschend gut hielt sich unser heimischer Vertreter, Luftwaffensportverein Gießen. Obwohl er noch nicht die Spielerfahrung der anderen Gegner besaß, wurde der 5. Platz erkämpft. Bei einigermaßen Glück in den ersten Spielen, wo er jedesmal mit nur zwei Toren Unterschied verlor, wäre der Stand ein noch - besserer gewesen. Die Mannschaft muß versuchen, durch Spiele gegen ftärt kere Gegner die entsprechende Form zu behalten. Dadurch wird sie für die schon im Monat August beginnenden Spiele gewappnet sein. Tabelle: Spiele Tors Punkt, Polizei Frankfurt 14 197:73 26:2 SA. Frankfurt 14 141:81 22:6 Dietzenbach 14 88:94 16:12 Pfungstadt 14 100:109 16:12 LSD. Gießen 14 102:113 12:16 Mo mb ach 14 64:97 8:20 Offenbach 14 81:143 6:22 Rüsselsheim 14 89:152 6:22 Hanau und Friedberg ausgeschieden. Hauptschriflletter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptjchriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für das Feuilleton: Dr. Hans Thyriot- für Stadt Gießen, Provinz Wirtschaft und Sport: Ernst Blumschein. Druck und Verlag: Brühlsche Untversttätsdruckeret R. Lange K. G. Derlagsleiter: Dr.-Ing. Erich Hamann; Anzeigenleiter: Hans Beck. Anzeigenpreisltste Nr. 6. Charlotte 1933 D Hugo Steinmüller / Enkelkinder 4. RM. 2£ LU Hannelore Schroth Ein heiterer Unterhaltungsfilm Heute Donnerstag Wiederaufführung Freibankverkauf am 19. Juni 1942 r 1924Ä 193OÜ Der K.-Fübrer des Bannes Gießen (116)» gez. Wolf, Obergefolgschaftsführek 1926 A I Donnerstag, 25. Juni, 20.00 Uhr, in der Neuen Aula der Universität 11. Konzert (Gruppe A Nr. 6) Mady Rahl, Elga Brink Hans Holt, Paul Henckels Luise Götz, geb. Schmitt Robert Götz, Stud.-Ass. DEUTSCHE WOCHENSCHAU ein Erlebnis werden! Gießen, nm 16. Juni 1942. Jugend hat keinen Zutritt! 1921 A Die Geburt ihrer zweiten Tochter geben bekannt fieii und Hainstadt auf Gurken; iin Kreise Friedberg auf Kopfkohl jeder Art. Frankfurt n. Main, den 3. Juni 1942. [1925C Der Vorsitzende des Gartcubauwirtschartsverbandes Hessen-Nassau. gez. Kraus. Gießen, den 15. Juni 1942 Schütz enstraüe 11 z. Z. Univ.-Frauenklinik ___02904/ Lichtspielhaus Täglich.. 3.00, 5.15, 8.00 Uhr ^Sonntags 2.30, 5.00, 8.00 Uhr Altertümer antike Kunst und Antiquitäten H. Maluvius, Kassel, Schloßplatz Kaufe antike Möbel, Schränke, Truhen, Kommoden, Tische, Stühle, u. sonstige Möbel, antike Ölbilder, antik. Porzellan, Krüge, Fayencen, Silbergegenstände, Perser-Teppiche und sonst. Altertümer. Sehr. Angeb. unt. KA 981 (1910V) an den Gießener Anzeiger erbet. GIESSENER KONZERTRING 1941/42 (Arbeitsgemeinschaft NSG. „Kraft durch Freude“, Konzertverein, Theater) Einfache, saub. SWWlle für 1 bis 2 Mann sofort, ges. [02016 Sckuhhaus Waldschmidt. Ruf 2435. Grone, sonn. 3 Zimmer ü. Küche außerh.d. Stadt, gegen schöne 3 3. u. Küche in der Stadt z. tauschen gesucht. Schr. Ang. unt. 02906 a.d.G.A. JOH. SEB. BACH: Präludium und Fuge, cis-moll Präludium und Fuge, Cis-dur Choralvorspiel: „Ich ruf’ zu Dir, Herr“ Präludium und Fuge, D-dur FRANZ SCHUBERT: Sonate B-dur, op. posth. CHOPIN: Nocturno Des-dur, op. 27 Sonate h-moll, op. 58 Eintritt: RM. 3.50, 2.75, 2.— und 1.50 Wehrmacht erhält Ermäßigung Karten im Vorverkauf in der Kartenverkaufs- ■stelle der NSG. „Kraft durch Freude“, Gießen, Seltersweg 60, Tel. 2141 u. in der Musikalienhandlung Challier, Gießen, Neuenweg 10, Tel. 2671. _____________________________________________1932 D Nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden verschied allzufrüh, heute morgen meine liebe Frau, unsere noch nicht entbehrliche, herzensgute, unvergeßliche Mutter, Schwester, Schwägerin, Gote und Tante Frau Lina Döring geb. Dickel fm jungen Alter von 45 Jahren. In tiefem Schmerz: Heinrich Döring; Marie Döring; Heinrich Wille, Uffz.,z. Z. im Felde; Anna Döring; Frieda Döring; Heinrich Döring und alle Verwandten. Harbach, den 17. Juni 1942. Die Beerdigung findet am Freitag, 19. Juni, nachmittags 2% Uhr statt. Statt Karten. Der allmächtige Gott erlöste ain 12. Juni meine liebe, unvergeßliche Frau, meine treubesorgte Mutter Frau Else Nicolaus geb. Nicolaus im 48. Lebensjahre von ihrem langen, mit unendlicher Stärke und gottergebener Zuversicht ertragenen Leiden. Dr. Wilhelm Nicolaus Hauptmann und Batl.-Kdr. im Felde Bernhard Nicolaus, Funker im Felde Ronsberg, den 16. Juni 1942. Die Beerdigung fand in der Stille statt. - _____________________1931 D Kleiderschrank und Kommode Heller Farbton (z. B. Hell-Eiche, Rüster oder Birke) nicht poliert, neuro eilig, zu kaufen ges. Off. erb. unt. F. M. 644 an Ala,Frankfurt a. 01. Bekanntmachungen. Abgabe von Obst und Gemüse von Erzeugern. . Die nachstehende Bekanntmachung des Garten- bauroirtschaftsverbcmdes bringe ich hiermit zur Kenntnis. Gießen, den 15. Juni 1942. Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen Eruähruugsamt Abt. B. Auf Grund der Anordnung des Laudesernährungsamtes Hessen, betreffend Abgabe von Obst und Cientüfe yon Erzeugern, vom 11. Mai 1942 wird mit Zustimmung des Landesernährungsamtes Hessen bekanntgemacht: Die Vorschriften der Anordnung des Landesernährungsamtes Hessen betreffend Abgabe von Obst und Gemüse von Erzeugern vom 11. 5. 1942 finden auf folgende Obst- und Gemüsearten Anwendung : 1. im gesamten Gebiet des Landesernährungs- amtes Hessen auf sämtliche Obstarten; 2. in den Kreisen Bingen, Mainz, Worms, Alzey, Bergstraße, Groß-Gerau, Darmstadt, Frankfurt a. M., Obertaunus, Maintaunus, Unter* 1aunus> Wiesbaden, Rheingau, St. Goarshausen, Unterlahn, Unterroesterroald, Ober- ivesterroald, Limburg und Oberlahn, sowie in den Orten Langen und Engelsbach des Kreises Offenbach a. 'M. auf sämtliche Gemüsearten; 3. im Kreise Dieburg in den Orten Altheim, Babenhausen, Harpertshausen, Harreshausen, Her- gershausen, Langstadt, Schaafheim, Nieder- roden, Oberroden, Urberach, Münster, Messel, Messenhausen, Sickenhofen, Kleestadt, Schlierbach, Radbeim, Raibach, Richen, Semd, Klein- Umstadt, Groß-Umstadt, Habitzheim, Mosbach, Eppertshausen, Häuserhof und Grünheckerhof- sowie im Kreise Offenbach in den Orten Dudenhofen, Dietzenbach, Götzenhain, Offenthal, Dreieichenhain, -)-roschhausen, Waldacker, Klein- Auheim, Steinheim, Zellhausen, Seligenstadt, Klein-Krotzenburg, Klein-Welzheim, Mainflin- KLAVIERKONZERT mit GISELA SOTT LuMchutzlpritzm eingetroffen! Am 16. Juni vormittags entschlief unerwartet, nach kurzem Eheglück und nach kurzer mit großer Geduld ertragener Krankheit, meine innigstgeliebte Frau, unsere liebe Tochter, Schwiegertochter, Schwester, Schwägerin und Nichte Anna Baum, geb. Schmidt im blühenden Alter von 20 Jahren. In tiefer Trauer: Hermann Baum, Adolf Schmidt und Frau, August Baum und Frau, Erna Schmidt, Walter Schmidt und Geschwister, Ludwig Baum, Oberzahlmeister, z.Z. im Felde, und alle Angehörigen. Wesermünde, Zeilbach, Gießen (Ebelstr.30), den 16. Juni 1942. D e Beerdigung findet in Zeilbach (Kr. Alsfeld) am Samstag, dem 20. Juni, 15 Uhr statt. 02918 | Mehrere Bezirksagenturen in GieBen zu vergeben. Schriftl. Angebote unter 02903 an den Gießener Anzeiger erbet. | Mietgesuche | Kellner sucht mööL3ioimet Angeb. a. Bahnhofswirtschaft, 111. Kl. 102919 Vetzberg, Krofdorf und im Felde, 17. Juni 1942. Die Beerdigung findet am Freitag, 19. Juni, nachm. 4 Uhr, vom Trauerhause aus statt. ________ . __________________________________ 02910 Dicnstbefehl für alle HI.- und DJ.-Einheiten des Bannes Gießen (116). Der K.-Bannführer ordnet hiermit an: Alle Einheiten der Hitler-Jugend und des Deutschen Jungvolks sowie die BdM.- und Jung- mädelgruppen 1; 2; 3; 4; 5; 6; 7; 19 u. 20 nehmen geschlossen an dem Bannsportftst am 21. Juni 1942 in Gießen teil. Die Einheitsführer und -Führerinnen weisen ihre Einheiten auf die im Baunbefebl 5/42/St gegebenen Anordnungen nachdrücklichst hin. Kameraden! Das Bannsvortfest 1942 soll für unsere Arbeit der Höhepunkt und für Euch alle Die Bekämpfung des Kartoffelkäfers. Rach der siebenten Berordnung zur Bekämpfung des Kartoffelkäfers (RGBl, vom 8. V. 1939, S. 882) und § 2 der neunten Berordnung zur Abwehr des Kartoffelkäfers vom 22. April 1941 (RGBl. Nr. 47, Seite 227) haben sämtliche Grundbesitzer, die im Stadtkreise Gießen Kartoffeln angebaut haben, auch die außerhalb wohnenden, ihre Kartoffelfelder jeden Freitag in der Zeit zwischen 15 und 19 Uhr abzusuchen. Das erforderliche Personal ist entsprechend der Große des Anbaues zur Verfügung zu stellen, damit das Absuchen in der vorgenannten Zeit erfolgen kann. Außerdem wird sich in derselben Zeit das JiMgvolk unter Führung von besonderen Kolonnenführern an dem Suchdienst beteiligen. Die Kartoffelanvflanzungen der geschlossenen Anstalten und eingefriedigten Gärten sind nur von den Besitzern in der vorgenannten Zeit abuuuchen. Das Absuchen wird von bjznt tveldschutzversonal überwacht. Zuwiderhandlungen gegen diese Aufforderung werden bestraft. [1923C Gießen, den 17. Juni 1942. Der Oberbürgermeister. I. B.: Nicolaus. Heute morgen verschied nach kurzer, schwerer Krankheit unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager u.Onkel Wilhelm Becker Gast- und Landwirt im 80. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen: Ludwig Steinmüller und Frau, geb. Becker Otto Becker und Frau Karl Becker, z.Z. im Felde, und Frau Feldwebel H.Steinmüller, z.Z. im Felde 1 als von 8- 9 Uhr Nr. 1921-1990 von 9-10 Uhr Nr. 1991-2050 von 10-11 Uhr Nr. 1- 60 von 11-12 Uhr Nr. 61- 120 am 20. Juni 1942: von 8- 9 Uhr Nr. 121-170 von 9-10 UbrNr. 171-220 von 10-11 Uhr Nr. 221-720 Fleischbrühe! Städt. Schlachthof, Gießen» Dienstag, 16.6., braune WOHe m. Inh.^.Neustadt bis Geisse oetloren. Abzug, geg. hohe Belohn, auf dem 02 913 Fundbüro. J-rau oh ne Anb., 41 Jahre, sucht d. Bekanntschaft eines in festem Arbeitsverbältnis stehend. Mannes zwecks Heirat. Witwer, auch Kriegsbeschäd., mit 1-2 Kind., angenehm. Berschwiegen- heit erwünscht. Zuschriften unt. 02912 a.d.G.A. | Verkäufe Gut erhaltenes Kinder- fahrbettchen mit Matratze für 2-3-3immet- MMW gesucht, evtl, im Tausch gegen 2-Zimmer- Wobnnng. Schr. Ang. unt. 02914 a.d.G.A. |Stellengesuche| BerufStät.Herr, perfekt in allen Schreibmaschin.- Arbeiten, sucht noch für einige Tage in d. Woche öeWskWng ab 19 Uhr. 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