192. Jahrgang Nr. N4 Erscheint täglich, anher Sonntags und feiertags Beilagen: Gießener »>amilienblätter Heimat imBild-DieScholle Bezugspreis: Monatlich.....RM.1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Kernsvrechanschluß 2251 Drahtanschrift: „Anzeiger" Postscheck 11686 Frankf./M. Giekener Anzeiger vrühlscheUniversttütrdnlckerri 8. Lst es 1° d-r Zweck einer. Ehe, Kinder zu erzeugen. Wo da das Entscgliche sein soll ist mir vollkommen schleierhaft. „Ehe? Frau? Kinder?" stammelte Welt, „ja, mein Gott, was sagen Sie denn da. Während Harro die Karten verteilt^ führte er die Unterhaltung in seiner vornehmen Weise fort „Sie bitten mich also um die Hand meiner r^au , sagte er, „Sie tun das, obwohl Sie wissen, daß ich ein Gentleman bin. Widersprechen Sie nicht, e- steht an jeder Anschlagsäule und m jeder Zeitung, Sie können sich nicht damit ausreden. Sie hatten ^„Ächtze^—zwanzig — Zwo —begann Neu- 1U 2)a Äelt 'nicht antwortete, rief Harro: „^e, Sie, Herr Bewerber um meine Frau, Sie werden gereizt!" , jeden von uns." Welt erhob sich. „Entschuldigen Sie, Frau Ingrid", sagte er mit einer Verbeugung, ,/ich — ich — ich wußte es nicht — Guten Abend —" dann griff er sich seinen Hut und rannte aus dem Lokal. „Zwei Mark achtundsechzig", rief ihm Fahrig nach. „Wir kassieren das schon noch ein, „beruhigte ihn Harro, „sein Bier werde ich bezahlen, ich kann auch mal etwas für meine Frau tun, indem ich ihren Bewerber freihalte. Was sagst du nun? Bin ich ein Gentleman oder ich bin fein Gentleman?" — So also endete Welts Liede. Als er an jenem Abend zum Variete kam, erzählte ihm Willis von dem falschen Verdacht auf Elisabeth und erreichte es dadurch, daß Elisabeths Stern wieder ftieg und Welt mit flatternden Fahnen zu Elisabeth überging. Und wenn am Abend der Jubiläumsvorstellung sich die ersten Anzeichen seiner Melancholie wieder eingestellt hatten, so belegen, weil sich Elisabeth sehr zurückhielt und es vermied, mit ihm allein zu sein. So redete er sich ein, daß sie sich in der Zwischenzeit in einen anderen verliebt habe, beob- .. _______„Anscheinend weiß er es nicht", jagte Harro ganz gemütlich, „aber wir werden es ihm sagen. Wie lange sind wir verheiratet?" „Seit 18 Jahren, Herr Welt", rief Ingrid, „und wenn ich auch weit entfernt davon bin,, zu behaupten, daß Harro das Muster eines Ehemannes ist, so bin ich doch auch nicht gewillt, aus dem Regen in die Traufe zu kommen. Harro hat eine Entschuldigung, er ist auf dem Seile zu sehr Gentleman, so daß man es ihm schon nachsehen muß, wenn ,er meistens in seinem Privatleben vergißt, wie' sich ein Gentleman zu benehyien hat —" „Nun übertreibst du, meine Liebe', sagte Harro mit einem freundlichen Lächeln. „Sie müssen zwei Mark achtundsechzig Pfennige bezahlen, Herr Welt", sagte jetzt Neumann, der Cellist, „zwei Mark achtundsechzig Pfennige an sie mit an dem Aufstieg unseres Volkes. Niemand wiße besser um den aufopfernden Einsatz der deutschen Müller und Frauen für die Nation als der Führer selbst. Er kenne diö vielen Heinen uni) großen Sorgen der Mütter, wisse von ihrem füllen Heldentum, auch von ihrem Anteil an der Arbeit der Nation in unserer großen Zeit, wo in Stadt und Land die Frauen und Mütter die Männer am Arbeitsplatz ersetzen müssen. Die Anerkennung des Führers mad)-e unsere Frauen stolz. Sie stehen unerschütterlich und treu zum Führer und nehmen alles Schwere gern auf sich, um den Sieg unseres Volkes erringen zu helfen. Dieser hohe Opfersinn unserer Frauen und Mütter gebe den Männern die Kraft, bis zur letzten Entscheidung weiterzukämpfen. Daher werden auch alle diese Mütter und Frauen unvergessen im Herzen des Volkes stehen, denn „die letzte Unsterblichkeit hier auf der Erde liegt in der Erhaltung des Volkes". Im Anschluß an die Ansprache des Ortsgruppen^' leiters wurden die Ehrenkreuze ausgegeben, und zwar zwei goldene für die 1. Stufe, fünf silberne für die 2. Stufe und 30 bronzene für die 3. Stufe. Ortsgruppe Sießen-Mitte. In. der Feierstunde der Ortsgruppe Gießen-Mitto in dem geschmückten Saale „Zum Löwen" gaben musikalische Darbietungen eines Streichquartetts der Hitler-Jugend und Liedgesang einer Jungmädel- gruppe den würdigen Auftakt zu einem Wort des Führers, das von einem Mädel des BDM. gelesen wurde. Ein Lied des BDM. leitete dann zu einer Lesung über, der sich die Ansprache des Ortsgruppenleiters Kreisstabsamtsleiters Weber anschloß. Ev erinnerte in seinen warmherzigen Worten an die Mütter, an die, vielfältigen Arbeiten, Mühen und Sorgen, die besonders die kinderreiche Mutter Tag für Tag auf sich nimmt und gerne trägt für ihre Lieben und damit für unser Volk. Diese Leistung der kinderreichen Mütter finde im Großdeutschen Reiche immer ihre besondere Anerkennung, da nach dem Willen des Führers das stille Heldentum unserer Mütter für das ganze Volk stets eine besondere Verpflichtung darstellen solle. Weiter erinnerte der Ortsgruppenleiter an die besonderen Leistungen unserer Frauen und Mütter jetzt im Kriege in dem Einsatz an »den Arbeitsplätzen der Männer, er gedachte aber auch der reichen Sorgen und der heißen Wünsche der Frauen und Mütter, die ihre Söhne oder Gatten, draußen im Felde vor dem Feinde wissen, die mit Einsatz ihres Lebens die Heimat schützen und damit die Zukunft der Nation und der eigenen Familie sichern. Mit herzlichen Worten erinnerte er auch an das stille Heldentum der Frauen, die in dieser schweren Zeit dem Volke immer wieder neue Kraft geben durch die Geburt von Kindern, in denen die Zukunft der Nation liegt. Allen diesen Frauen gelte der besondere Dank und die herzliche Verehrung des ganzen Volkes. Anschließend an seine Ansprache überreichte der Ortsgruppenleiter gemeinsam mit einer Vertreterin der NS.-Frauenschaft die Mütterehrenkreuze, von denen fünf in der ersten Stufe, zwei in der zweiten Stufe und 25 in der dritten Stufe überreicht wurden. Jungmädel erfreuten die Mütter dann noch mit der Uederreichung jchöner Blumensträuße. Punktfreie Sommerhandschuhe. Zu der Frage, ob Trikothandschuhe oder auch Handschuhe aus dichten Geweben frei verkauft werden dürfen, weist die „Textil-Zeitung" darauf hin, daß Handschuhe mit Ausnahme von gestrickten Handschuhen und gewirkten Handschuhen mit Futter nicht bezugsbeschränkt sind. Sommerhandschuhe sind demnach nicht punktpflichtig. Verdunkelungszeit: 18. Mai von 22.15 bis 4.51 Uhr. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bei Hlmptjchriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für das Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadl Gießen, Provinz, Wirtichaft und Sport: Ernst Blumfchetn. Druck und Verlag: Brühlfche Universttätsdruckerei R. Lange K. ®. Beriagsletter: Tr.-Fng. Erich Hamann; Anzeigenleiler: Hans Beck. Anzeigenpretsltste Nr. 6. Tägliche Zahnpflege auch im Kriege? ja, erst recht! Durch kranke Zähne entstehen oft weiterreichende Allgemein-Erkrankungen. Und wir alle müssen heute mehr denn je leistungsfähig bleiben? Wenn auch die bekannten und beliebten Zahnpflege* mittel, wie Chlorodont. zeitbedingt verknappt sind, so müssen wir doch darauf achten, daß alle Speisen richtig gekaut werden und daß die Zähne und Zahn* zwischenräume durch gründliches fürsten und kräftiges Spülen abends und morgens von allen Speiseresten gesäubert werden. achtete sie genau, konnte aber nichts entdecken. Nur mit Willis sprach sie hin und wieder, aber Willis tarn, wie Welt wußte, nicht in Frage, denn er hatte niemals auch nur im geringsten gezeigt, daß er für Elisabeth irgendwelche besondere Zuneigung halle. Was Herrn Hans Petersen betraf, so war er weniger melancholisch als ärgerlich und mit sich und der ganzen Welt unzufrieden. Nachdem er seine Enttäuschung über Elisabeth überwunden hatte, wäre er um ein Haar wieder in die Netze der Norodna gefallen, die ihm bei jeder Gelegenheit schöne Augen machte. Aber er hatte seine Erfahrungen mit ihr gemacht und wußte, daß sie, so reizend sie anfangs auch sein konnte, bei Gelegenheit auch ihre wahre Natur zeigte, und die war alles andere als rein, edel oder auch nur anständig. Außerdem war er in Edith, das Nummern mädchen, verliebt." Edith marschierte immer noch jeden Abend mit einem freundlichen und etwas aufreizenden Lächeln, die große Nummer in der Hand, über die Bühne. Nichts deutete darauf hin, daß ein tieferes Gefühl sie erfaßt hatte, nichts deutete darauf hin, daß die kleine Liebelei mit dem netten, frechen, kleinen Petersen sie irgendwie tiefer berührt hätte. Dis hübschen, jungen und schlanken Beine, die im Lichte der Scheinwerfer leuchteten, schritten immen noch graziös, wiegend und tänzelnd dahin. Und wenn Petersen von der Kulisse aus ihr nachschaute, dann hatte er Tränen der Wut in den Augen. Er sah dann die Blicke der Herren in den ersten Reihen und in den Logen, wie ste lachend zu Edith hinaufgingen und ahnte es, daß Edith ihre Blicke ebenso lachend erwiderte. Natürlich, so ein Mann im Smoking hat Geld, wenn er sieben Mark und fünfzig für einen Platz bezahlte, er geht abends in den Eispalast und unterhält sich und er, Petersen, muß dazu den Clown spielen, während Edith von einer großen Partie mit einem dieser smokinqbekleideten Herren träumt. (Fortsetzung folgt) Der Kampf Japans um den Großraum Ostasien. Auf Einladung der Abteilung Volksbildungswerk der NSG. „Kraft durch Freude", Kreisdienststelle Wetterau, und der Deutsch-Japanischen Gesellschaft, Zweiggesellschaft Südwestdeutschlcmd, sprach am gestrigen Sonntagabend in der vollbesetzten Aula der Universität der Präsident der Deutsch-Japanischen Gesellschaft in Berlin, Admiral z. V. Foerst er, über das Thema „Der Kampf Japans um den Großraum Ostasien". Marschmusik des Musikzuges der SA.-Standarte 116 unter Leitung von Obersturmführer Herrmann, ein Vorspruch von Herbert Köchling vom Theater der Universitätsstadt Gießen und ein Seemannschor der Spielschar der Marine-HI. leiteten den Abend ein. Dann begrüßte Oberbürgermeister Ritter im Namen des durch Krankheit am Erscheinen verhinderten Kreisleiters die Besucher und ganz besonders den Vortragenden, der als Artillerieoffizier auf der ruhmreichen „Seyd- litz" des ersten Weltkrieges und als Flottenchef nach der Machtergreifung des Führers überall in Deutschland bekannt wurde, und dessen Name einen guten Klang im deutschen Volke hat. Admiral z. A. Richard ^»erster wurde bei seinem Erscheinen am Rednerpult mit starkem Beifall begrüßt. Nach Dankensworten für die herzliche Begrüßung machte er die Hörer mit den Gründen bekannt, bie zu dem jetzigen Kampfe Japans geführt haben, um daraus dessen Notwendigkeit zu erklären und schließlich einen Ausblick auf den Ausgang des Kampfes zu geben. Er stellte dabei nicht so sehr die militärischen Ereignisse in den Vordergrund, sondern gab vor allem ein Bild von der Entwicklung und dem Stand der allgemeinen Lage Japans im Rahmen der gewaltigen Ereignisse der Gegenwart. Zunächst leitete er die Aufmerksamkeit der Hörer auf das Japan, das vom Anfang des 17. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts bestand. Er ließ dabei in großen Zügen das damalige japanische Reich vor dem geistigen Auge der Hörer erstehen, das sich vollständig von der Um- und Außenwelt abgeschlossen hatte, und das die Auswanderung mit dem Tode bestrafte. Dann erinnerte er daran, daß um die Mitte des vorigen Jahrhunderts Japan unter dem Drucke Amerikas und Englands, insbesondere unter der Gewaltandrohung einer amerikanischen Flotte, die Oeffnung seiner Häfen zu- gestehen mußte, womit eine bedeutsame Wende im Leben Japans eintrat. Der im Jahre 1865 auf den japanischen Thron gelangte Tenno Meiji vollzog dann mit kühnem Entschluß den Eintritt Japans in die Neuzeit, indem er seinem Volke den Weg zu den Errungenschaften der europäischen Zivilisation öffnete, um dadurch dem japanischen Volke den Erwerb der Kenntnisse und die Erlangung der Mittel zur Erhaltung und Verteidigung seiner staatlichen Selbständigkeit zu ermöglichen. Der Vortragende schilderte hierauf, wie Japan infolge dieser Neuorientierung hervorragende Ausländer ins Land rief und Tausende von Japanern ins Ausland gingen, die vor allem an den Hochschulen Europas und Amerikas studierten, um an die Quellen des Wissens zu gelangen und selbst mit- und weiterarbeiten zu können. Er gab sodann einen Ueberblick über die innerpolitischen Auswirkungen der Oeffnung der japanischen Häfen, die in den vier Problemen gipfelten: Einschränkung der Geburten; Auswanderung; Vermehrung des landwirtschaft-, lichen Anbaues und Verbesserung der Anbaumethoden; Vermehrung der Industrialisierung und damit Vergrößerung des Ausfuhrhandels. Die erstgenannten drei Probleme konnten trotz aller Bemühungen 'nicht befriedigend gelöst werden, so daß Japan sich schließlich mit aller Kraft der Lösung des vierten Problems zuwandte und dabei im Laufe der letzten Jahrzehnte auch Märkte eroberte, die in europäischen Interessengebieten lagen, sich daneben industrielle Absatzmöglichkeiten und zugleich Rohstoffgebiete auf dem asiatischen Kontinent schuf. Mit diesem Entschluß zur Jndusttialisierung waren die politischen, wirtschaftlichen und militä- rrschen Notwendigkeiten gegeben, die Japan nun meistern mußte. Admiral Foerster schilderte dann die weitere politische Entwicklung Japans, das sich nach der damals nach seiner Ansicht stärksten europäischen Macht orientierte, nämlich England, während Amerika, Frankreich und Deutschland für einzelne Gebiete zum Vorbild wurden. Er erinnerte an den Ausbau oer japanischen Armee von der Mitte der achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts ab, der nach preußischem Muster erfolgte, bis heute unverändert auf dieser Grundlage fortgeführt wurde und sich als starkes Instrument des Staates bewährte. Kurze Hinweise auf den siegreichen Krieg mit Ehina in der Mitte der neunziger Jahre des voriaen Jahrhunderts, auf den ebenso siegreichen russisch-japanischen Krieg 1905 und auf Japans Beteiligung am ersten Weltkrieg leiteten dann zu einer Betrachtung der neuesten Entwicklung über. Dabei hob der Redner hervor, daß Japans Ziel „Asien den Asiaten" den Engländern und Amerikanern zu weit ging und zu gefährlich erschien, und von jener Zeit ab die Politik der Einkreisung Japans durch England und Amerika erfolgte. Der Vortragende erinnerte weiter an die für Japan nachteilige Washingtoner Flottenkonferenz und das amerikanische Einwanderungsverbot gegen Japan, wodurch die japanische Politik gezwungen war, von nun ab noch stärker als bisher die Verfolgung feiner Ziele in In Wunschkonzerten und Rundfunkprogrammen ist der Schlager „Ich bin nur ein armer Wander- gesell" unzählige Male begehrt, gesungen und mit Beifall überschüttet worden; dieses Wanderlied und dann noch das exotische Septett „Sieben Jahre in Batavia" haben den musikalischen Ruhm der Operette begründet, und Eduard K ü n n e t e hat auch in seinen späteren Bühnenarbeiten eigentlich nichts mehr geschrieben, was den Erfolg und die Popularität des „Vetters aus Dingsda" überboten hätte. An der Handlung kann es -nicht liegen, die ist so anspruchslos librettomäßig und durchschnittlich wie in Dutzenden von anderen Operettenbüchern auch: es ist die unwahrscheinliche Geschichte von Roderich und Julia. Roderich (nicht Romeo; die Erinnerung an Shakespeare ist trotz Nachtigall und Lerche nur oberflächlich) heißt der treulose junge Mann, der, wie im Märchen, vor sieben Jahren auf Abenteuer auszog und die geduldig und sehnsüchtig wartende Julia • daheim sitzen ließ. Kein Wunder, daß das Mädchen, als er endlich wiederkommt, fein Herz mittlerweile einem andern geschenkt hat, einem vermeintlichen Roderich, der dem echten zuvorgekommen ist und durchaus seinen Namen nicht sagen will; so sind die Männer. Aber er singt statt dessen „Ich bin nur ein armer Wandergesell", und dafür kann ihm vieles verziehen werden. Da Julia, die gute, eine Freundin hat, die sich Hals über Kopf in den späten Heimkehrer verliebt, ist auch das zweite Pärchen, wie es sich für Operetten schickt, besorgt und aufgehoben. — Ostasien voranzu treib en. Es mußte sich dabei den Rohstoffgebieten Chinas zuwenden, die damals noch vollkommen von England und Amerika beherrscht wurden. Nach einer Schilderung persönlicher Erinnerungen des Redners an einige wichtige Etappen der englischen Politik, die die anmaßende Haltung der Eng- länger gegenüber allen anderen Völker erneut bewies, wurde hie Stellung Englands nach dem ersten Weltkrieg beleuchtet und dabei festgestellt, daß diese Stellung gegenüber früheren Jahren sehr geschwächt war, so daß sich England nicht mehr in der Lage sah, sein Weltreich überall ausreichend schützen zu können. Der Vortragende gab bann einen Maßstab für die Bewertung ber neuen Machtmittel in ber Weltpolitik, nämlich der U-Boote, Flugzeuge und Stützpunkte. Er schilderte sodann die weitere politische Entwicklung in Ostasien, die im Sommer 19u7 Japan zu der jetzt noch im Gange befindlichen Auseinandersetzung mit China zwang und wobei sich erneut ergab, daß Japans Widersacher nur England und die USA. waren. Während die japanische Politik auch dann noch versönliche und friedliche Haltung zeigte, wurde Japan von England und Amerika immer mehr provoziert. Dann brach im September 1939 ber neue europäische Krieg aus, der sich inzwischen zum zweiten Weltkrieg ausgewei- tet hat. Der Redner rief bei ber Rückschau auf bie jüngste Entwicklung bie bekannten Ereignisse ber letzten Jahre noch einmal in die Erinnerung der Höhrer zurück und schloß dann seine Darlegungen mit einem kurzen Ausblick auf bie Folgerungen, bie sich aus ber neuesten Entwicklung ber Dinge ergeben werden. Der außerordentlich interessante und aufschlußreiche Vortrag wurde mit lebhaftem Beifall auf genommen. Oberbürgermeister Ritter sprach dem Vortragenden den herzlichen Dank der Hörerschaft aus und schloß dann nach dem Spiel der japanischen Nationalhymne den Abend mit dem Gruß an den Führer und an unsere siegreichen Soldaten. Der Spielleiter Herr Schwarze betonte in seiber Aufführung die burlesken und grotesk-komischen Partien des Verwechslungsspieles, wozu ja das Libretto von Hermann Haller und R i d e a m u s (nach einem Lustspiel von Max Kempner-Hoch- st ä d t> reichlich Anregungen bietet; in diesem Sinne wurde das südseemäßig ausstaffierte Batavia-Septett im Mittelakt, vom Publikum begeistert taktiert, sozusagen ber Clou des ereignisreichen Abends. Herr Hergert am Dirigentenpult brachte mit geschmeidiger Orchesterführung Künnekes oft bewährte Partitur einschmeichelnd zur Geltung; Inge Berg hatte die Tänze einftubiert und Herr Löffler eine märchenhaft mondbeschienene Parkszenerie geschaffen. Gabriele P o s s i n k e spielte und fang mit lyrischem Schmelz die romantische Julia, Herr Hell- mers-Hallwegh war der geheimnisvoll namenlose Fremdling und hatte natürlich vor allem mit dem berühmten Wandergesellenlied einen stürmischen Erfolg. Annemarie Schwind gab munter und beweglich die Soubrettenpartte des Hannchen, Hella H e n z k y und Herr Bergmann spielten mit drastischer Komik Onkel und Tante Kuhbrot, Herr C. B. S ch m i d t den eleganten und treulosen Fremdling aus Batavia, Herr Payer gab den hoffnungslos lächerlichen Freier Egon als einen jugendlichvertrottelten Lebemann. — * Es gab mehrere Wiederholungen, donnernden Beifall und viele Blumen zum Schluß. __________________________ Hans Thyriot. Theater der Universitätsstadt Gießen. Eduard Künneke: „©er Vetter aus Dingsda". G. A.-Sport. Handball ©eutschland-Ungarn 45:9. Der in Hannover vor 20 000 Zuschauern durchgeführte 11. Handball-Länderkampf zwischen Deutschland und Ungarn endete mit einem hart erkämpften 15:9- (7:5) Sieg ber beutschen Mannschaft. Die Tors der Deutschen erzielten Kuchenbecker (5), Th eilig (3), Fromm, Thielecke und Brüntges (je 2) und Brinkmann, bei den Ungarn war der Rechtsaußen Chitzwarek mit drei Treffern erfolgreichster Spieler. Schon von Anfang an trat bie unterfchiebliche Spielauffassung ber beiden Mannschaften klar zutage. Während die Deutschen ein weitmaschiges und raumgreifenbes Zusammenspiel pflegten, suchten die Ungarn durch Einzelaktionen mit härtestem Körpereinsatz zum Erfolg zu kommen. Die deutsche Verteidigung hatte bei dieser Spielweise einen sehr schweren Stand, fand sich aber gut mit ihrer Auf- gckbe ab. Die Läuferreihe machte im ersten Teil des Kampfes den Fehler, die anftürmenben Ungarn zu spät anzugreifen, so daß die Gäste allzu oft in bedrohliche Tornähe und damit zu einigen vielleicht vermeidbaren Erfolgen kamen. In ber Funferreihs war ber rechte Flügel mit Theiling, Kuchenbecker am erfolgreichsten. Bei ben Ungarn erwies sich der Rechtsaußen Chitzwarek als bester Spieler, sehr gut war auch ber Halbrechte Tichy. Die Läuferreihe unb bie Verteidigung der Gäste spielte meist sehr unrein, so daß das Spiel vor allem in ber zweiten Hälfte eine etwas harte Note erhielt. Fußball in Gießen. Luftwaffe — Reichsbahn-RotDeih Frankfurt 0:5 (0:2). Im Tschammer-Pokal-Spiel siegte erwartungsgemäß Rot-Weiß Frankfurt vor rund 700 Zuschauern. Die Gäste, bie seit längerer Zeit roieber mit Eckert im Tor antraten, zeigten eine ansprechende Leistung, doch setzte bie Luftwaffe bis zur letzten Minute hartnäckigsten Wiberstand entgegen« Obwohl bie Gäste auf Grund ihres besseren Könnens verdient gewannen, ist ber Sieg dem Spielverlauf nach etwas zu hoch ausgefallen. Bei richtigem Stellungsspiel ber Hintermannschaft mußten! bie beiben ersten Treffer unbedingt vermieden werben, auch hätte bie Luftwaffe bei etwas mehr Glück zwei Treffer oerbient gehabt. Ein Versager war diesmal ber linke Läufer Müller, der dem gefährlichen Rechtsaußen Kircher viel Freiheit ließ. Vom Anstoß weg fiel sofort bas reifere Spiel von Rot-Weiß auf, unb bie Luftwaffe mußte schwer kämpfen, um Erfolge zu verhinbern. Erst nach 20 Minuten Spielbauer ging Rot-Weiß in Führung, als der völlig ungeberfte Linksaußen eine Flanke bi re ft aufnahm. Auf der Gegenseite verpaßte Dörschel eine klare Torchance. Noch vor der Pause kam Rot-Weiß zu einem durchaus vermeidbaren Treffer, nachdem Kaatz unnötigerweise das Tor verlassen hatte. Endlich raffte sich die Luftwaffe auf und erzwang ein ausgeglichenes Spiel. Aber alle Angriffe wurden eine Beute von Eufin- ger. Müller machte immer wieder den Fehler, beit Rechtsaußen Kircher zu vernachlässigen, ber kurz hintereinander zwei weitere Treffer erzielen konnte. Das fünfte Tor erzielte Debus durch Alleingang. Fast mit dem Schlußpfiff schien der Ehrentreffer fällig, als Dörschel allein dem Tor zusteuerte. Am 15. Mai starb plötzlich und unerwartet meine liebe, gute Frau, unsere herzensgute, treusorgende Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Frau Katharina Vaubel, geb. Secker im 68. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenem Christian Vaubel Wilhelm Vaubel und Frau Liesel, geb. Lepper Hans Becker und Frau Marie, geb. Vaubel AnnaVaubel; Gretel Vaubel , Josef Chilla und Frau Käthe, geb. Vaubel Ida Vaubel Erwin Wachs und Frau Gertrud, geb. Vaubel Fritz Teigler und Frau Martha, geb. Vaubel und 9 Enkelkinder. Gießen, Mainz, Hanau, Berlin, 18. Mai 1942. Die Beerdigung findet Dienstag, den 19. Mai, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. — Beileidsbesuche dankend verbeten. ______________________________________________ 02340 Am Samstag, dem 16. Mai, entschlief nach kurzem Leiden im 78. Lebensjahre unser lieber Vater, Schwiegervater und Großvater Konrad Seipp III. Ehren-Obermeister der Müller-Innung des Kreises Gießen. Die trauernden Hinterbliebenen t Karl Bräunlng und Frau Marie, geb. Seipp Otto Ernst f^ipp und Frau, geb. Braun Karl RudoIrSeipp u. Frau Elly, geb. Bergen u. 3 Enkelkinder: Erwin u. ErikaBräunlng und Hildegard Seipp. Leihgestern (Rindsmühle), Butzbach, den 18. Mai 1942. Die Beerdigung findet Dienstag, den 19. Mai, nachm. 3 Uhr, von der Rindsmühle aus statt. _________ 02342 Photoapparat I Patentetui, Ovtik 4,5 u.Com- ! purverschl.m.Vergrößerungs- I apparat, tadellos erhalten, zusammen für RM. 130.- abzugeben. Seltersweg 38 I. Anzusehen abends nach 7 Uhr. 02338 Wir suchen Hilfskräfte zum Umschulen Anlernlinge weibl. Hilfskräfte für leichte (sitzende) Beschäftigung. Franz Vogt & Co., Goethestr. 32. 1654 A 2-3-3immer- MlMg mit Klicke spät.zum I.Aug. , gesucht. Sckristl. An geb. unter 02337 an d. Gieß. Anzeig. Keine Ursprungszeugnisse, Widern nur Zeugnisabschriften dem 8fr werbungsichre iben beilegen! — Lichtbilder undBewerbungsunte» lagen müssen zur Ber- metdung von Verlusten auf der Rückseite Namen und Anschrift des Bewerbers tragen l Vas rußgefchroarzte ÄrbHfsMeiO verlangt nach iMi = Sauberkeit! X Solche Wafchaufgaben Z töft iMl (pldcnö ohne Seife unö Wafchpulotfr» Restaurant „Rindsmühle“ wegen Todesfalls bis ein- schlleßl. Mittwoch, 20. Mai geschlossen 02343 Mtstlw-Mig mit den nötigen Schulkenntnissen sofort od. später gesucht. Genehmigung liegt vor. Buchdrackerei Nilschhawski Gießen, Ludwigstraße 4 Fernsprecher Nr. 2724. ______________________02289 Stenotypistinnen mit guter Allgemeinbildung u. rascher Auffassungsgabe gesucht. 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Am 14.Mai 1942 ÄW mit 3 Schlüsseln verloren. Abzugeben gegen Belohnung 02348 Landmanustr.15 lila Schal i. Lichtspielhaus Göbanö.gerommen Geg. Belohnung abzugeben. Fa. Bogel Horst-Wessel- Wall 32 oder Kino-Kasse, Bekanntmachung. Betr.: Reichssportabzeichen; hier: Leichtathletik und Schwimmen. Am Dienstag, dem 19. Mai 1942, 18 Uhr, können die oorgeschriebenen Hebungen in Leichtathletik auf dem MTV.-Platz am Schiffenberger Weg abgelegt werden. Die Prüfung im Schwimmen wird am Mittwoch, dem 20. Mai 1942, 17 Uhr, im Volksbad Gießen abgenommen. Bewerber können sich vor der Prüfung noch melden. Urkundenhefte sind mitzubringen. Gießen, den 16. Mai 1942. 1663D Der Lpndvat des Landkreises Gießen zugleich für den Oberbürgermeister der Stadt Gießen. Dr. Lotz. IGLORIb PP l.Q ST_____G i essen Heute Montag Erstaufführung BÄ» mit Hansi Knotek Paul Klinger Trude Haeflein, Gustav Waldau Ludwig Linkmann, Sepp Rist Spielleitung: Franz Seitz Deutsche Wochenschau Täglich: 3.00, 5.15, 8.00 Uhr Sonntags: 2.30, 5.00, 8.00 Uhr Jugend hat keinen Zutritt! 1662 A Ihre Verlobung geben bekannt Elfriede Freitag Philipp Knöll Lieh Groß-Bieberau (Oberhessen) (Odenwald) im Felde, z. Z. in Urlaub 14. Mai 1942 S_______________________1664 DZ Hans Joachim 16. 5. 1942 Die glückliche Geburt eines Jungen zeigen in großer Freude an Marga Heller, geb. Nikel Hans Heller techn. Rb.-Insp. Haiger z. Z. Gießen (Dillkreis) Univ.-Frauenklinik __ 02341 / Ein packender Film nach Motiven des Romans von Hermann Löns mit Hilde WeiEmer Hans Stüwe Herrn. Speelmans Spielleitung: Carl Boese Deutsche Wochenschau Heute Montag Wiederaufführung Lichtspielhaus Täglich 3.00, 5.15, 8.00 Uhr Sonntags 2.30, 5.00, 8.00 Uhr Jugend hat Zütrtti, 1^1 A