(92. Jahrgang Nr. 90 Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Giekener »vamilienblötter Heimat imBild DieScholle Bezugspreis: Monatlich... RM. 1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsprechanschluß 2251 Drahtanschrift: „Anzeiger" Postscheck 11 ßse Franks. M. Samstag, i8 /Somtfaq, t9.Hpril 1942 Annahme von Anzeige« für die Mittagsnummer bis8' 9 Uhr desVormittags Anzeigen-Preise: Anzeigenteil 7 Rvi. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Tertteil 50 Nvf. ie mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffell AbschlüsseÄlengenstanelS Platzvorschrift l vorherige Vereinbarung) 25"»mehr ä» 9 Samstag, 18 / Eichener Anzeiger BrüI)lf<6eUtiii>erfttäts6ru an das uralte Kulturaut d"s Karaaöz, der türkischen Schattenspiele und Marionettentheater, die ebenfalls in den Dolkshäusern gepflegt werden. Daneben aber besitzen die sozialen Sektionen der Volkshäuser roeitaebenbe Bedeutung. In Zusammenarbeit mit Wohltätigkeitsinstitutionen arbeitet man an der Einrichtung von Polikliniken, Kinderkrivpen, Kinderpflegekursen, Hausftauen- und Mütter- schuluna., Von großer Bedeutung ist der Bücherund Bibliotheksbesih der Volkshäuier, durch den Aufklärung und Wissen in allen Schichten der Bevölkerung verbreitet wird. Das Moment der Aufklärung spielt eine besondere Rolle bei den Volks- häusern in den Dörfern draußen, in denen in früherer Zeit in dieser Hinsicht fast gar nichts geschah. Heute hat fast jedes Dorf, auch das entlegenste des östlichen Anatolien, fein Volkshaus, NSK. Zum dritten Male begehen wir den Ge- s bringt. Hier wird der Aufstieg der Führer zur Sache '*"*•------- Äx"'"' des Volkes und damit der soziale Aufstieg des Volkes Ein Wort znm 20. April 1942 Von Reichspressechef Dr. Dietrich. Grundsorderungen der indischen Kongreßpartei enthielt, das Recht der Inder, sich selber eine Verfassung zu geben, und die Gewährung einer wahrhaft nationalen Regieruna. Aber diese Zugeständnisse waren mit so vielen Vorbehalten versehen und derart verklausuliert worden, daß die Inder daran keinen Geschmack fanden, zumal der radikale Flügel des Allindischen Kongresses, wie wir früher schon sahen, das Daminionsiatut überhaupt ablehnt und völlige Unabhängigkeit Indiens fordert. Aber weit davon entfernt sollte nach dem britischen- Plan eine verfassunggebende Nationalversammlung erst nach Kriegsende einberufen werden, weil, wie England vorgab, während des Krieges die Zeit nicht geeignet fei, Wahlen oorzunehmen. Ferner sollte die Verfassung erst in Kraft treten, wenn die künftige indische Regierung durch einen Vertrag mit England die Uebernahme der Verantwortung geregelt habe, wobei sich England die Leitung der Außenpolitik und die Kontrolle der Verteidigung Indiens Vorbehalten hatte. Schließlich sollte jede Provinz Britisch- Jndiens das Recht haben, den Beitritt zur Indischen Union abzulehnen und ihre jetzige Verfassung bei- zubehalten oder mit der britischen Regierung direkt über ein neues Verfassungsstatut zu verhandeln, lle'berall sieht also aus den dem indischen Volk anscheinend freigebig gewährten Rechten der Pferdefuß des unvermindert aufrechterhaltenen britischen Herrschaftsanspruchs hervor. Und nicht anders war es auch in der höchst aktuellen Frage der Verteidigung Indiens, auf die sich schließlich die Verhandlungen in Neu-Delhi zuspitzten. Die Inder forderten die sofortige Berufung eines aus namhaften indischen Politikern gebildeten Kabinetts durch den Vizekönig. Das war bereits ein Abweichen von ihrer grundsätzlichen Linie, das sie unter den gegebenen Verhältnissen zugestanden. Dieses Kabinett sollte jedoch im übrigen dem Vizekönig so wenig verantwortlich sein wie das britische dem König von England. Cripps lehnte dies ab mit der Begründung, daß es ja kein indisches Parlament gebe, dem das Kabinett verantwortlich sein könne und Wahlen zum Parlament während des Krieges untunlich seien, also müsse der Vizekönig eingeschaltet bleiben. Neben General Wavell als Oberkommandierender der indischen Streitkräfte sollte ein Inder als Verteidigungsminister treten, aber England gestand nur die Mitwirkung bei der „zivilen Verteidigung" im Rahmen des bisherigen vom Vizekönig ernannten Exekutivrates zu. Es wollte die Verfügung über die militärische Macht Indiens selbst in Händen behalten. ' Die indischen Parteien, mit deren Beauftragten Cripps in Neu-Delhi verhandelte, haben schließlich die britischen Vorschläge abgelehnt, wenn auch mit sehr verschiedener Begründung. Wenn der All- indische Nationalkongreh, die zahlenmäßig stärkste und bedeutendste Partei Indiens und die Organisation der nationalistischen Be- weaung, die neben den Hindus auch viele Moham- medaner umfaßt, an der in den englischen Vorschlägen den einzelnen indischen Provinzen ein geräumten Freiheit, die Verfassung anzunehmen oder abzulehnen Anstoß nahm, weil er darin das größte Hemmnis für eine Einigung Indiens in einer föderativen Union und das Mittel zur Verewigung der britischen Vormundschaft sah, war der Mos- l e m - L i g a , die für sich in Anspruch nimmt, die Vertretung der 90 Millionen indischer Mohammedaner zu fein, gerade diese Freiheit des Entschlusses der indischen Provinzen noch nicht weitgehend genug. Sie lehnte ein Dominionstatut überhaupt ab und forderte einen selbständigen mohammedanischen Staat in Indien. „Die Moslem können", so erklärte der Führer der Moslem-Liga, Mohammed Ali Jin- nah, „keine Verfassung annehmen, die notwendigerweise zu einer Regierung mit Hindu-Mehrheit führt. Hindu und Moslem dadurch zu vereinen, daß man der Minderheit eine demokratische Verfassung auf- ,zwingt, heißt den Hindu die Macht geben." Iinnah hat deshalb den hier ftüher schon erwähnten „Pakistan-Plan", der eine Aufteilung Indiens in möglichst rein mohammedanische und hinduistische Staaten vorsieht, erneut hervorgeholt. Aber für die Kon- greßpartei ist der Plan unannehmbar, da er eine Einheit Indiens verneint. Da die Kongreßpartei viele Mohammedaner in ihren Reihen zählt, ja da ihr Präsident A z a d , der mit Cripps vorhandelte, selber ein Moslem ist, war der Moslem-Liga hier ein starkes Gegengewicht gegeben. Trotz dieser grundsätzlichen Meinungsverschiedenheiten hätte man sich vielleicht von allen Seiten zu einem Modus vivendi für die Dauer des Krieges zufammenge- funden, wenn nicht die Zweifel an Englands Äuf- . richtigkeit so groß gewesen wären und die neue schwere Schlappe, die gerade während der letzten Tage der Verhandlungen in Neu-Delhi die britische Flotte in den Gewässern von Ceylon einstecken mußte, die Inder noch einmal davor gewarnt hätte, ihr Schicksal wiederum dem britischen Wagen am zuvertrauen. Die Stimme der Auslandsinder, die das britische Spiel viel schärfer durchschauen, war auch für die Kongreßpartei, deren aktivistischer Flügel, der Forward Block (Vorwärtsblock), eine Gründung des früheren Kongreßpräsrdenten Sub- Has Chandra Bose ist, nicht gut mehr zu überhören. Auch Gandhi, der trotz seines Rücktritts von allen Parteiämtern iminer noch den größten Einfluß auf den Nationalkongreß hat, hatte, so wenig er einem völligen Bruch mit England geneigt ist, doch ein Haar darin gefunden, daß es für Cripps im wesentlichen allein darum ging, das indische Volk als Kanonenfutter für den britischen Krieg zu mobilisieren. Gandhi verabscheut jede militärische Mitwirkung Indiens und setzt seine Hoffnung allein auf die Waffe, die schon seinen innerpolitischen Kampf bestimmt hat, er erklärte: „Ich liefere Indien den Engländern nicht aus, ich lasse lieber die Japaner landen und bekämpfe sie mit passivem Widerstand." Nur Pandit Nehm, der Führer des linken Flügels der Kongreßpartei, auf dessen Neigung zu kommunistischen Gedankengängen Cripps so sehr baute, sucht nach wie vor das indische Volk für eine aktive Zusammenarbeit mit den Briten bei der Verteidigung Indiens gegen einen japanischen Angriff zu gewinnen. In Japan gibt man sich trotz des so eklatanten Mißerfolgs der Mission von Staftord Cripps über die zwiespältigen Gefühle des indischen Volkes keinerlei Täuschung hin. Man weiß in Tokio sehr genau, wie sehr die britische Propaganda es verstanden hat, Japans Politik der Sicherung einer ost- asiatischen Wohlfahrtssphäre im indischen Volk zu diskreditieren, und rechnet daher auch für absehbare Zeit nicht mit wesentlichen Änderungen der politischen Lage in Indien, ja man glaubt, daß die gemäßigten Elemente sowohl in London wie in Neu- Delhi alles tun werden, um doch noch ein Kompromiß zwischen der britischen Regierung und den indischen Parteien zustande zu bringen. So schreibt die Tokioter Zeitung „Asahi", daß der linke Flügel des britischen Kabinetts stark genug fein werde, um eine Politik durchzudrücken, die durch weitere Zugeständnisse Indien zur Teilnahme am Kriege an Englands Seite zu gewinnen trachte. Andererseits seien auch viele Mitglieder der Allindischen Kon- gre6partei bereit, einen solchen nach ihren Forderungen revidierten Cripps-Vorschlag anzunehmön. Wenn sich darüber die Zwiespältigkeit in den Reihen der Kongreßpartei verstärke, werde England auf die antibritischen Elemente einen Druck ausüben können, aber es werde vermutlich so lange auf Gewaltanwendung verzichten, wie es noch guf ein Kompro- miß Höften könne. So betrachtet man in Tokio die durch das Scheitern der Cripps-Miffion geschaffene Lage sehr nüchtern, aber man sieht auch ebenso klar, vor welche Riesenaufgabe die für eine Verteidigung Indiens verantwortlichen britischen Generale durch die Erfolge der japanischen Waffen im Golf von Bengalen wie in Burma gestellt sind. Die erbitterten Kämpfe in Oberburma sind für die alliierten Briten und Tschungking - Truppen in eine höchst kritische Phase eingetreten. Nachdem die Japaner erhebliche Verstärkungen an Artillerie und Panzern heran- b ring en konnten, haben sie auf der ganzen Front vom Jrawadi-Fluh bis zum Sittang-Tal eine Offensive eröffnet. Es scheint den Japanern gelungen zu sein, etwa 250 Kilometer südöstlich von Mandalay, der Hauptstadt Oberburmas, die Front der Alliierten zu durchbrechen und die Verbindung zwischen Briten und Tschungking-Truppen auseinander zu reiften. Binnen kurzem bricht in Oberbuxma die Re gen Periode an. Auf sie setzen Briten und Chinesen ihre letzte Hoffnung. Aber es sieht nicht so aus, als ob die Japaner ihnen bis dahin Zeit lassen würden, vor Mandalay eine feste Verteidigungsstellung zu beziehen. Mit dem Fall von Mandalay aber würde die letzte Aussicht auf Aufrechterhaltung einer brauchbaren Verbindung zwischen Indien und Tschungking schwinden. Der Nachschub für die am Irawadi und am Sittang kämpfenden britischen, indischen und chinesischen Truppen ist heute schon ein kaum zu lösendes Problem, da fast alles auf dem Luftwege an die Front gebracht werden muh. Dazu kommt, daß die Operationen der japanischen Marine im Golf von Bengalen Kalkutta, den wichtigsten Hasen im Osten Vorderindiens, von der überseeischen Zufuhr absperren und die Rüstungsindustrie Bengalens bereits im Bereich der japanischen Luftwaffe liegt. Die Versorgung Tschungkings mit Kriegsmaterial ist damit also praktisch unterbunden, eine der beiden Millionenarmeen der Alliierten in ihrer Stoßkraft so nachhaltig geschwächt, daß sie in absehbarer Zeit gänllich lahmgelegt sein wird. Auch für die andere, die Sowjetarmee Stalins Trotz Schlamm und Morast neue Anariffserfolge der deutschen Infanterie. Berlin, 17. April. (DNB.) Im Nordabschnitt der Ostfront entbrannten heftige Kämpfe bei dem Vorstoß auf zäh verteidigte Waldstellungen, wobei deutsche Infanterie bis zum Leid im Wasser stehend und durch den Schlamm watend den Angriff vortrug, die feindlichen Stellungen nahm und die bolschewistischen Besatzungen vernichtete. Ein Waldlager, in einem durch das Tauwetter aufgeweichten Moorgebiet, wurde im zähen Vordringen erreicht und vernichtet. Nachdem mehrere feindliche Gegenangriffe abgewiesen waren, drang eine weitere Stoßgruppe mit Unterstützung von Panzern von einer anderen Seite in das Moorgebiet vor und stieß dort ebenfalls auf ein stark befestigtes feind; liches Lager. An anderer Stelle der Nordfront drangen ttotz schwierigster Geländeverhältnisse, starker Verminung und heftiger Gegenabwehr zwei Stoß- gruppen tief in das feindliche Stützpunktsystem ein, sprengten zahlreiche Stellungsbauten, machten die Besatzungen zu Gefangenen und erbeuteten Kriegs- gcrät in großer Menge. Mehrere Gegenangriffe des Feindes wurden abgewehrt und die neu gewonnene Stellung gehalten. Im südlichen Abschnitt der Osftront gingen vor einigen Tagen Truppen des deutschen Heeres zum ©egen an griff über und warfen die Bolschewisten zurück. So griff westdeutsche Infanterie feindliche Kräfte, die über einen Fluß voraedrungen waren, an und vernichtete auf dem westlichen Fluß- ufer die bolschewistischen Abteilungen. In einem benachbarten Gefechtsstreifen nahmen sächsischsudetendeutsche Truppen in überraschendem Angriff stark ausgebaute Ortschaften und. eine beherrschende Höhenstellung. In vorbildlicher Zusammenarbeit aller Waffen wurden die Gegner geworfen und gingen fluchtartig zurück. Die Bolschewisten erlitten schwere blutige Verluste und verloren einige hundert Gefangene. Fünf Panzer wurden vernichtet. Die Angriffserfolge sind von Truppen erzielt worden, die seit Wochen nahezu pausenlos in schweren Abwehrkämpfen standen. Monatelange erbitterte Kälte und der Schlamm der Schneeschmelze haben jedoch den Angriffsschwung des deutschen Heeres nicht zu beeinträchtigen vermocht. Oer Wehrmachiberichi. DNB. Aus dem Führerhauptquartier, 17. April. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: 3m mittleren Abschnitt der Ostfront griff der Feind an einer Stelle mit stärkeren Kräften an: der Angriff wurde abgewiesen. Weitere örtliche Angriffe des Gegners im mittleren und nördlichen Frontabschnitt blieben ebenfalls erfolglos. Bei Luftangriffen auf rückwärtige Verbindungen und Flugplätze der Sowjets erlitt der Feind empfindliche Verluste an Flugzeugen und rollendem material Auf der Halbinsel Kertsch wurden Hafenanlagen mit guter Wirkung bombardiert. lieber dem Kanal und über der englischen Südküste schossen 3äger am gestrigen läge in Luskkämpfen elf britische Flugzeuge ab. Kampffliegerverbände griffen in der letzen Nacht Versorgungsanlagen in Southampton mit beobachteter Spreng- und Vrandwirkung an. Wieder 17 britische Flugzeuge an der Kanalküste abgeschoffen. V e r l i n, 17. April (DNB.) Nach Uiitteitung des Oberkommandos der Wehrmacht griffen am Freitagnachmittag britische Bomberverbände unter starkem Jagdschutz die Küste der besetzten west gebiete an. Deutsche Jäger stellten die Verbände und schossen in heftigen Luftkämpfen nach bisher vorliegenden Meldungen 17 der feindlichen Flugzeuge ab. darunter vier viermolorige und drei andere Bomber. Oie Aegypiisierung Südamerikas. Von unserer Berliner Schriftleitung. Am Dienstag hatte Roosevelt anläßlich des Pan- amerikas-Tages den südamerikanischen Diplomaten in Washington versichert, bei Friedensschluß würde man „den Hernispharen-Rat in Anspruch nehmen, um zu sehen, was wir überall in der Welt tun sollen". Er vertröstete also die schwer enttäuschten Südamerikaner auf eine Zeit, die erst noch kommen soll, da die Ereignisse der Gegenwart für Roosevelt doch allzu peinlich sind, so peinlich, daß er es vermied, sie überhaupt zu berühren. Während auf allen Kriegsschauplätzen seine Spekulationen zu- fammengebrochen sind, setzt er die Macht des Dollarimperialismus gegen Südamerika ein, um die südamerikanischen Staaten noch fester in seine Hand zu bekommen. Nach der Lehre, daß man gut tue, sich immer den Punkt des schwächsten Widerstandes auszusuchen, fahndet der Präsident in den verschiedenen füdamerikanischen Republiken nach willfährigen Ministern und Parlamentariern, die bereit sind, das Wohl ihrer Länder für Dollarsub- yentionen an Roosevelt zu verschachern. In Chile und in Argentinien hat man Roosevelt die kalte Schulter gezeigt, aber in Brasilien hat er seinen Mann in. dem Außenminister Aranha gefunden. Dieses bestechliche Subjekt hat für die erheblichen Schmiergelder, die es aus Washington bezieht, alle in Brasilien lebenden Deutschen, Italiener und Japaner einkerkern lassen. Unter den dümmsten Verdächtigungen werden Haussuchungen bei Deutschen und Deutschbrasilianern und Verhaftungen unter ihnen durchgeführt. Bei den Verhören werden Moskauer Methoden angewandt. Die Zahl der Festgenommenen beträgt allein in Rio de Janeiro über 200. Die brasilianische Regierung plant, diese Deutschen auf eine wegen ihres ungesunden Klimas berüchtigte Insel zu verbannen, wo sie hinter Stacheldraht in einem Konzentrationslager leben sollen. Das würde ihren sicheren Tod bedeuten. Auch die Beschlagnahme deutschen Eigentums in Brasilien, die Schließung deutscher Firmen und ihre Plünderung durch den von Presse und Rundfunk aufgehetzten Mob ist noch immer im Gange. In anderen südamerikanischen Ländern, wie beispielsweise in Ecuador und Kolumbien, gibt es erfreulicherweise noch aufrechte Männer, die nicht ohne weiteres gewillt sind, die Aegyptisierung Südamerikas stillschweigend mitzumachen. Das weiß man auch im Weißen Hause und ist entschlossen, mit allen Mitteln diese Gegner mundtot zu machen, damit sie den Absichten fürderhin nicht Mehr hinoer- lich fein können. So hat die Regierung von Ecuador plötzlich einen Putschversuch entdeckt und als angebliche Urheber die nationalenKreise, die hauptsächlich in der Konservativen Partei ihre politische Heimstatt haben, verhaften lassen. Die gleiche Taktik scheint man in Kolumbien anwenden zu wollen; hier heißt es, daß bereits Informationen vorlägen, die auch guf einen Aufstand hindeuteten. Die gefügigen Pmitiker werden sich auch hier dem Wink Roosevelts nicht entziehen und Has tun, was ihr Herr und Meister in Washington von ihnen verlangt. . ' So benutzt Roosevelt seine Kreaturen aHenti)alben, um die südamerikanischen Staaten in eine Abhängigkeit von ihm zu verstricken, die nur mit der jenigen Aegyptens von England zu vergleichen ist. Wenn auch diejenigen Männer, die das Spiel Roosevelts durchschauen und sich ihm in den Weg zu stellen versuchen, in die Gefängnisse wandern müssen, so wird es Herrn Roosevelt doch nicht möglich sein, auch den nationalen Geist, der diese Männer erfüllt, auszurotten. Vorerst haben die bezahlten Subjekte Roosevelts das Wort, je schlechter die Kriegslage sich für die USA. gestaltet, desto brutaler werden sie als die Schergen Washingtons auftreten. Aber ihr schändliches Gewerbe wird man nicht vergasen. ifi der Nachschub das brennendste Problem. Die schweren Kampfe des Winters mit ihrem immer wieder vergeblichen Anrennen gegen die Verteidigungslinien der deutschen Dftfront haben ber Sowjetarmee so zugesetzt, daß sie sich offenbar nicht mehr stark genug fühlt, um einem deutschen Angriff zu begegnen. Stalin erwartet deshalb, wie Londoner Blätter offen zugeben, daß England und die Vereinigten Staaten im Frühsommer große Offensiven einleiten und zur Entlastung der Sowjets endlich eine zweite Front errichten, statt sich mit bloßen Ablenkungsmanövern ihrer Luftwaffe zu begnügen. Da für eine solche Offensive die nordamerikanische Armee noch lange nicht bereit ist, sollen die Engländer daran glauben. Deshalb sind der nordamerikanische Generalstabschef General Marshall und der vertraute Berater des Präsidenten Roosevelt, Harry Hopkins, in London, um, ber Forderung Moskaus nach einer britischen Offensive den nötigen Nachdruck zu verschaffen, denn nach den peinlichen Erfahrungen, die England mit seinen Unternehmungen ähnlicher Art gemacht hat, scheint selbst bei Churchill die Lust nicht groß zu sein, ein solches Abenteuer zu wiederholen. Deshalb- möchte man wohl einen solchen Kriegsschauplatz aussuchen, der eine Beteilt- Mintz des nordamerikanischen Bundesgenossen gestatten würde. Westafrika rückt damit wieder in den Mittelpunkt der strategischen Betrachtungen in Washington. Hier wird an der großen Verbindungslinie vom Atlanttk zum Indischen Ozean, die den Nachschub für Nordafrika und den Mittleren Osten von den Gefahren des Seeweges um das Kap herum unabhängig machen soll, emsig gearbeitet. Aber um Tru^penmassen in ansehnlicher Stärke hierher zu bringen, bedarf es auch nach amerikanischen Schätzungen einer Transvortflotte, die die Alliierten kaum werden bereitftellen können, ohne den Nachschub ihrer anderen Fronten ernstlich zu vernachlässigen. Gegenüber diesen nervösen Rufen nach Entlastung und den aufgeregten Debatten über die wirksamste Art der Hilfe für die Verbündeten sind die Mächte des Dreierpaktes in der Lage, mit aller Gelassenheit das Plänesckmieden im Lager der Alliierten zu betrachten. Man ist in Berlin und Rom so gut wie in Tokio entschlossen, die Initiative fest in der Hand zu behalten. Daran werden auch alle Bemühungen um die Errichtung einer Zweiten Front nichts zu ändern vermögen. Dr. Fr. W. Lange. Churchill in Verlegenheit. Von unserer Berliner Schriftleitung. Man kann begreifen, daß die fortgesetzte Reihe von Mißerfolgen Herrn Churchill überhaupt nicht , mehr aus der Verlegenheit herauskommen läßt. Es find nicht allein die schweren Schläge, die auf England niederprasseln, sondern auch die Kritik in der Londoner Presse, die die Situation Churchills äußerst unbehaalich machen. Dazu kommt noch, daß auch das englische Unterhaus das Bedürfnis hat, von Churchill zu erfahren, wie er sich die Entwicklung vorstellt. Dabei ist aber alles so ungeklärt, daß es Churchill nicht riskieren kann, sich festzulegen. Als daher dieser Tage das Unterhaus sich wieder dafür interessierte, wann es denn nun Churchill zu Horen bekäme, da mußte Eden eingestehen, daß „keine absolute (Garantie dafür gegeben werden könne, daß der Premierminister seine Erklärungen über die Kriegslage an dem festgesetzten Tage abgeben könne." Als Vorwand für dieses Ausweichen nahm Eden die wichtigen Besprechungen, die Churchill augenblicklich mit den beiden Abgesandten Roosevelts habe. Churchill scheut sich also offenbar, Farbe zu bekennen und verlegt sich, wie schon so oft, auf die Taktik des Hinauszögerns, um durch die Inszenierung irgendeines Bluffs das Interesse des Unterhauses von den schweren Niederlagen abzulenken. Die wachsende Kritik der brittschen Oeffentlichkeit an Churchill und seiner Politik kommt recht unverblümt zum Ausdruck. Mit beißendem Zynismus reibt sich der „Daily Mirror" an Churchill. Das Blatt faßt dabei die im Unterhaus geäußerten Vorwürfe in folgenden Punkten zusammen: „Der Ministerpräsident ist der einzige .notwendige' Mann, aber — warum ist es nicht gelungen, Indien zu einem Waffenarsenal des Ostens zu organisieren? Der Ministerpräsident ist so groß wie der jüngere Pitt und ist ihm ziemlich ähnlich, aber — warum verschlechtert sich die Lage unserer Schiffahrt ständig? Der Ministerpräsident ist der überlegene. Organisator des Sieges, aber — warum verlieren mir fo viele Schlachten? Der Ministerpräsident hat edelmütig die Verantwortung für alle Unsere Fehlschläge übernommen, aber — warum hält er so hartnäckig an den falschen Männern an falschen Plätzen fest? Der Ministerpräsident hat wieder einmal eine feiner großartigen Reden gehalten, aber — warum hat er soviel verschwiegen? Kurz gesagt, der Ministerpräsident ist vollkommen unersättlich, aber — wir wünschten, er würde das meiste, was er tut, anders machen." Opfer der britischen Hetze in Holland. Prozeß gegen dieMörder desOberstMussert Den Haag, 17.April. (Europapreß.) Dor dem Friedensgericht in Den Haag wurde gegen den ehemaligen holländischen Hauptmann Born und Leutnant K r u i t h o f verhandelt, die zur Zeit der Kämpfe in Holland den Oberst M u s s e r t, den Bruder des Leiters der niederländischen National- sozial'isten, erschossen haben. Mussen war Be» zirkskommandant von Dordrecht. In sechsstündiger Verhandlung wurde Krmthof des Mordes überführt. Der Antrag des Staatsanwaltes lautete bei Kruit- hof auf Todesstrafe, bei Born auf 20 Jahre Gefängnis. Zeugenaussagen zeigten, in welch hohem Ausmaß die Verhetzung der damaligen nieder ländischen Armee um sich gegriffen hatte und daß Oberst Mussert ein Opfer dieser von England geschürten Hetze geworden war. Generalstaatsanwalt Prof. Dr. van Genech- t en erklärte, daß er ein Verfahren gegen den ehemaligen niederländischen Ministerpräsidenten de Geer, der nach England geflüchtet war, später jedoch nach den Niederlanden zurückkehrte, anhängig machen werde. De Geer hatte sieh in einer Broschüre zu rechtfertigen versucht. In „Volk en Vaderland* stellt der Leiter der NDB., Mussert, fest, daß de Geer nach England geflüchtet sei, als die Kämpfe am Grebbeberg noch im Gange waren. Die verantwortlichen Männer hätten die Niederlande zu einem ertglischen Vorposten auf dem Festland gemacht. Unter Ministerpräsident de Geer habe der ehemalige Außenminister, van Kleffens feine verhängnisvolle Politik führen können. Er fei ferner dafür verantwortlich, daß vom 10. bis 14. Mai Tausende von anständigen Nationalsozialisten in tierischer Weise mißhandelt wurden. Unter Ministerpräsident de Geer sei auch in Ni ederländisch-Jndien die Geisteshaltung hervorgerusen worden, die schließlich Tausende von Niederländern auf kleinen veralteten Schiften in den Tod trieben. Der Gerichtssaal sei ber einzige passende Ort für be (Seer. Rücktritt der französischen Negierung. Darlan Oberbefehlshaber der französischen Wehrmacht. Vichy, 17. April. (DNB.) Donnerstag abend wurde folgende amtliche Mitteilung ausgegeben: „Marschall P 6 t a i n empfing am Donnerstagvormittag Präsident Laval nach desien Rückkehr aus Paris. Am Nachmittag besprach sich der Marschall erneut mit Flottenadmiral Darlan und Präsident Laval. Sie hatten einen Meinungsaustausch über die politische Lage. Dor der Bildung der neuen Regierung wird der M i n i ft e r r a t am Freitag ein letztes Mal zusammentreten." — In einem am Schluß dieses Ministerrates veröffentlichten Kommunique heißt es, daß Dizeministerpräsident Dar- l a n dem Staatschef die Portefeuilles der Staats» fefretariate übergab, für die er die Verantwortung trug. Admiral Darlan willigte auf Veranlassung des Marschalls ein, unter seiner direkten Autorität die Funktion des Oberbefehlshabers der Land-, See- und Luftstreitkräfte zu übernehmen. Alle Minister und Staatssekretäre stellten dem Staatschef ihre Portefeuilles zur Verfügung. Marschall P6tain dankte Admiral Darlan, den Ministern und Staatssekretären für die ihm in den ernsten Zeiten, die das Land erlebt hat, erwiesene Treue. Das Berlin, 17. April. (DNB.) Der Führer verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwafte das Ritterkreuz an Unteroffizier Wachowiak, der als Flugzeugführer in einem Jagdgeschwader sich in über 160 Feindflügen durch rücksi-sttslosen Einsatz in zahlreichen harten 'Luftkämpfen auf dem Bcklkan und gegen die Bolschewisten bewährt und 40 feindliche Flugzeuge abgeschossen hat. Im Mittelmeerraum vernichtete er zwei britische Transporter, im Kampfe gegen die Bolschewisten zwei Panzer, fünf Lokomotiven und zahlreiche Lastkraftwagen und Schlitt tentolonnen. Sozialismus der Tat. Oer Dank an die 7!SV. am 10. Jahrestag ihres Bestehens. Berlin, 17. April. (DNB.) Reichsminister Dr. Goebbels empfing aus Anlaß des zehnjährigen Bestehens der NS.-Volkswohlfahrt 136 Ehren- ■ ' Oberbesehlsleiter Erich Hilgenfeldt, der Leiter des Hauptamtes Volkswohlfahrt der NSDAP, und Reichsbeauftragter für das Winterhilfswerk des deutschen Volkes. --- (Scherl-Bilderdienst-M.) Mitglieder der NSV., die sich schon in der Kampfzeit bzw. bei der Gründung der NSV. besonders verdient gemacht haben, sowie aus jedem Gau zwei ehrenamtliche NSV. - Helfer, ferner die Amtsleiter und Abteilungsleiter aus dem Hauptamt der NSV -Reichsleitung und sämtliche Gauamtsleiter der NSV. Dr. Goebbels betonte den entscheidenden Anteil, den die NSV. als das größte Hilfswerk aller Völker und Zeiten an der Schmiedung der deutschen Volksgemeinschaft gehabt habe. Die NSV. sei aus dem sozialen Leben des Volkes, gewachsen. Dabei sei dem deutschen Volk die .Ueberzeugung beigebracht worden, daß wir alle der Staat sind, und daß es also der entschlossenen Mitarbeit aller bedürfe, um die Nation mit neuem Leben zu erfüllen. Kaum eine andere Organisation habe der nationalsozialistischen Bewegung so viel Vertrauen eingetragen wie die NSV. Sie habe im ganzen Lande die Ueberzeugung gefestigt, daß bei uns der Gedanke der Gemeinschaft kein hohles Schlagwort sei, daß dahinter-vielmehr die lebendigste Wirklichkeit stehe, daß in Deutschland Millionen von Männern und Frauen leben, die von dem edlen Willen erfüllt seien, diese Wirklichkeit aufs neue vor der Oeffentlickkeit zu erhärten. Hunderttausende von deutschen Bindern wären nie geboren worden, wenn die Partei und als ihre treueste Dienerin die NSV. ihren Eltern nicht neuen Zukunftsglauben gegeben hätten. Wenn Deutschland heute über eine reiche Kinderzahl verfüge, wenn für seine Mütter alles getan werde, was im Kriege überhaupt menschenmöglich sei, so habe die NSV. einen guten Teil dieses Verdienstes für sich zu verbuchen. Worte besonders herzlichen Dankes fand Dr. Goebbels für Oberbefehlsleiter Hilgenfeldt, der dem Werk der NSV. in bewundernswertem nationalsozialistischem Idealismus gedient habe. Auch schwerste Aufgaben habe er in kürzester Frist und in bewundernswerter Hingabe gelöst. Aus dem Reich. Die großdeutsche Jugend grüßt den Bührer. Berlin, 17. April. (DNB.) Wie in den Vorjahren wird in der Nacht vom 19. zum 2 0. A p r i l die Hitler-Jugend als erste dem Führer zum Geburtstag gratulieren. Der Rundfunk überträgt von 23.30 bis 24 Uhr den Gruß der Jugend als Reichssendung. Äleinempfänger für Schwerkriegsbeschädigte und Krieqshinterbli-bpne Berlin, 17. April. (DNB.) Der Reichspropa- aandaleiter der NSDAP., Reichsminister Dr. G o e b-. vels, wird auch in diesem Jahre Kleinempfänger an Schwerkriegsbeschädigte und Hinterbliebene der in diesem Kriege Gefallenen zum Geburtstag des Führers über die Rundfunkorganisation der NSDAP, verteilen lassen. Das Hauptamt Rundfunk hat den Dienststellen der Gaue bereits den Kreis der zu betreuenden Volksgenossen festgelegt. Die Zuteilung wird noch im April erfolgen. Oer nationale Feiertag am 2. Mai. Berlin, 17. April.' (DNB.) Der nationale Feiertag des deutschen Volkes fällt in diesem Jahr a u f einen Freitag. Der Füller hat deshalb entschieden, daß in diesem Jahr nicht Freitag, der 1. Mai, sondern Samstag, der 2. M a i, Feiertag sein soll. Die Gefolgschastsmitglieder sind an diesem Tage weitestgehend von der Arbeit freizustellen, sofern nicht unverschließbare Ar. beitsverrichtungen in der Landwirtschaft dem entgegenstehen. Mt Rücksicht auf die notwendige Erholung aller Schaffenden wird von Feiern abgesehen. Europas studentische Jugend in Dresden. Das erste europäische studentische Frontkämpfer- treffen hat in Dresden seinen Anfang genommen. An her Tagung nahmen neben den Teilnehmern des Berliner Studentenfrontkämpfertreffens auch Abordnungen der italienischen, finnischen, slowakischen, rumänischen, ungarischen und japanischen Studenten teil. 16 Nationen sind in Dresden vertreten. Den Auftakt bildete im Festsaal des Rathauses die Eröffnung durch Reichsstudentenführer Dr. Scheel. Er erwähnte, daß als Gäste nach die Vertreter der nationalen Studentenschaften der Schweiz, Schwedens, Thailands, Indiens und Arabiens anwesend seien. Zu einem Zeitpunkt, zu dem die europäischen Nationen im Kampf um die Erhaltung der abendländischen Kultur stehen, in dieser Zeit gelte es, die geistige Gemeinschaft der Studenten aller europäischen Länder herauszustellen. Reichserziehungsminister Rust brachte die Genugtuung darüber zum Ausdruck, daß die jungen akademischen Soldaten der europäischen Nationen an der Spitze des Vormarsches zu einem neuen Europa stehen und an der Seite ihrer deutschen Kameraden gegen den Weltfeind, den Bolschewismus kämpfen. Anschließend überbrachten der Führer der italienischen Dlle- gation sowie der spanische Studentenführer die Gruße der Stu'denten ihrer Völker. Dann begannen die Vorträge namhafter Redner der beteiligten Nationen über die geistigen und ideellen Fragen der europäischen Vergangenheit und Zukunst. .Den Ausklang des ersten Tages bildete ein Konzert in der Sächsischen Staatsoper unter der Leitung von Dr. Karl Böhm. Zusammenarbeit der in Deutschland studierenden Ausländer. Die Studenten Europas, die im Kriege in der Reichshauptstadt studieren, fanden sich zur Unterzeichnung' eines Protokolls über eine Zusammenarbeit zur Förderung 'eines gemeinsamen europäischen Bewußtseins zusammen. Das Protokoll wurde unterzeichnet von den Sprechern der bulga- rischen, flämischen, kroatischen, slowakischen, ungarischen, norwegischen und rumänischen Studentengruppe. In dem Protokoll wird darauf hingewiesen, daß es im Hinblick auf den augenblicklichen Welt- tamps unterzeichnet wurde, der zu einer grundlegenden Umbildung der politischen Struktur der Welt führt, die von den Grundsätzen bestimmt wird, die im Dreimächtepakt festgelegt worden sind. Die Aufgaben der Zukunft in dem durch diesen Pakt bestimmten Lebensraum könnten nur dann zum Wohle der Völker gelöst werden, wenn alle Staaten, die die Vorsehung im gleichen Raum zusammen- geführt hat, in wahrer Gemeinschaft bestrebt sind, die wirtschaftliche, soziale und kulturelle Blüte ihrer Völker zu erhöhen. Die Förderung des Bewußtseins eines gemeinsamen europäischen Geistes im europäischen Großraum unter Führung des Deutschen Studentenbundes sei die unerläßliche Voraussetzung hierzu. Verschärfter Kampf gegen Schleich- und Tauschhandel. Eine neue Verordnung hat die Möglichkeit einer verschärften Bekämpfung des Tausch- und Schleichhandels geschaffen. Dabei ist insbesondere auch das Anbieten, Fordern oder Entgegennehmen von Tauschware oder Schmiergeldern durch Gewerbetreibende oder deren Gefolgschaftsmitgliedern unter strengste Strafe gestellt. Wer im Handel oder Gewerbe an Erzeugung und Umlauf der Güter mitzuwirken hat, die in der Kriegswirtschaft für den zivilen Bedarf zur Ver- fügung gestellt werden können, hat sie an seinem Teile Denjenigen Verbraucherkreisen zuzuführen, für deren Bedarf sie bestimmt sind. Er darf sie weder zwecks Befriedigung eigener Wünsche zur Anlegung eines Hamsterlagers oder zu Taufchzwecken abzweigen noch zur Erlangung von Sondervorteilen im Schleichhandel absetzen. Wer im Gewerbe oder Beruf aus eigensüchtigen Gründen zu Tausch- oder Schleichhandel greift, entzieht sich der Pflicht, die Fortführung eines geregelten Wirtschaftslebens zu gewährleisten und verletzt die Treuhünderstellung, die ihm gegenüber der Allgemeinheit obliegt^ vor allem aber erschüttert er das Vertrauen in eine billige gleichmäßige Verteilung der vorhandenen Güter, stört die innere Front und zeigt sich des Geistes unwürdig, in dem der Soldat an der Front täglich fein Leben für die Heimat einsetzt. Ebenso verwerflich ist es, wenn der Kaufmann oder fein Gefolgschaftsmitglied Schmiergelder entgegennimmt ober wenn ein Handwerker aus dem durch den Krieg entstandenen Mangel an Arbeitskräften ein Geschäft macht, indem er die eigene Leistung von der Zusage oder Gewährung von Sondervorteilen abhängig macht. Aus aller Welt. 3m 7-t-Segelboot über den Allanlik. Im Hafen von Santa Cruz auf Teneriffa trafen aus Südamerika vier Deutsche mit einem nur 10 Meter langen Segelboot nach Ueberwindung widrigster Witterungsverhältnisse auf dem Atlantik ein. Das 7 t große Boot brauchte 69 Tage. Gegenwinde zwangen die Segler zu ständigem Kreuzen in schwerer See. Sie hatten sich vorgenommen, die englische Blockade zu durchbrechen, um in Deutschland ihrer Mi litärdi en ftp sticht zu genügen. Nach Kauf des Bootes in Buenos-Aires hatten sie in aller Stille Vorbereitungen für die Ozean reife getroffen und waren schließlich unter dem Vorwand, eine Fahrt auf der La-Plata-Mündung zu unternehmen, ausgelaufen. Unterwegs haben sie nur ein einziges Schiff gesichtet, einen nordomerikanifchen Damper, der selbst schwer mit dem Seegang zu tun hatte und sich nicht um das kleine Segelboot kümmern konnte. Geheimrcit Pieszczek 80 Jahre alt. Im Namen des Oberkommandos des Heeres hat Generalfeldmarschall Keitel dem Wirklichen Geheimen Kriegsrat a. D. Pieszczek aus Anlaß seines 80. Geburtstages ein Glückwunschschreiben übersandt, in dem seiner hervorragenden Verdienste auf dem Gebiete der Heeresverwaltung gedacht wird. Der Jubilar hat sich besonders als Armeeinteydant im Weltkriege und als Abteilungschef der Heeres- beamtenabteihing im Reichswehrministerium verdient gemacht. Der Ches des Heeresoerwaltungs- amtes im Oberkommando des Heeres, Generalleutnant O ft e r k a m p f, hat sich den Glückwünschen angeschlossen. Amtsbürgermelsler wegen Schiebung zum Tode , verurteilt Vor dem Sondergericht in Koblenz standen der Hotelbesitzer und Amtsbürgermeister Earl S a u t« mann aus Mayschoß und die 43 Jahre alte Anna Merten aus Altenahr. Sautmann wurde nach Kriegsausbruch stellvertretender Amtsbürgermeister von Ahrweiler und bestellte seine Geliebte, die Angeklagte Merten, zur Dienststellenleiterin des Wirtschafts- und Ernährungsamts. Die Merten unterschlug große Mengen von Lebensmittel- und Kleiderkarten und leitete sie Sautmanns Hotel oder Händlern zu, die ihr dafür wieder bezugsbeschränkte Waren abgaben. Damit legte sie sich ein Hamsterlager an und versorgte großzügig sich und ihre Verwandten. Sautmann, der unter Mißbrauch seiner Stellung als Bürgermeister die Schiebungen durch Ein Lahr „Lili-Marlen" Das beliebteste und meist gesungene Soldatenlied unserer Tage feiert sein einjähriges Jubiläum. Am 21. April 1941 klang das „Lili-Marlen-Lied" über den Soldatensender Belgrad erstmals in den Aether hinaus und trat damit einen Siegeszug ohnegleichen an. In wenigen Wochen wurde es das Lied des deutschen Soldaten, unb das blieb es bis auf den heutigen Tag. Es wurde ein Volkslied im besten Sinne des Wortes. So vereint seit vielen Monaten das „Lili-Marlen-Lied" jeden Abend draußen und daheim Menschen, die zueinander gehören und läßt diese Menschen in kurzen Augenblicken beieinander sein. Die Phantasie des Volkes wob legendäre Geschichten um „Lili-Marlen", den „Belgrader Jungen Wachtposten" und seinen Sender. Deshalb sei einmal den Tatsachen eine Bresche geschlagen: das Lied entstand bereits vor vielen Jahren. Hans Leip, der jetzt in Hamburg wohnt und sich als Seefahrtsdichter einen Namen machte, schrieb die ersten beiden Strophen bereits im April 1915; als er vor der Kaserne der Gardefüsiliere in Berlin, der sog. ^„Maikäferkaferne", ein nettes Erlebnis hatte. Fünf Jahre später entstanden zwei weitere Strophen, 1933 kam die letzte Strophe hinzu. In dieser endgültigen Fassung erschien das Gedicht in dem Buch „Hafenorgel", das eine Reihe von Gedichten von Schiff und See enthält Norbert Schulze, bekannt durch feine Oper „Schwarzer Peter" und feine Kampflieder „Bomben auf Engelond", „Wir fliegen gegen Engeland", „Deutsche Panzer in Afrika" und das „Lied vom Feldzug im Osten" vertonte Leips volkstümliche Verse. Wie so oft hat auch bas Lieb „Lili-Marlen" seine Berühmtheit einem Zufall zu verbauten. Als bie ersten Solbaten ber Propagänba-Abteilung Serbien am 21. April 1941 nach Belgrad kamen, um den Sender zu übernehmen, fanden sie fast ausschließlich jüdische, bestenfalls serbische Musik auf Platten. Aus schnellstem Wege wurden aus Wien Platten beschafft. Unter diesen befand sich auch die mit dem Lied „Lili-Marlen". Weil aber die Zahl der deutschen Platten anfangs knapp mar, mußten sie öfters gespielt werben als üblich, unb so wurde auch „Lili-Marlen" jeden Abend gesendet. Just als die Sendeleute vermeinten- sie sei nun genug abgespielt und könnte deswegen in ein höheres Fach gelegt werden, kamen die ersten Hörerbriefe mit dem Wunsche, man solle das Lied öfter senden. So geschah es auch, und allmählich begann „Lili- Marlen" ein Begriff zu werden. Was dem einen recht, sei dem anderen billig, meinten Tausende unb aber Tausenbe. Und sie schrieben diese ihre Meinung unb sagten es in 'kurzen und langen Briefen, in mehr und weniger gut gereimten Versen, daß man auch für sie einmal als Erfüllung eines besonderen Herzenswunsches . Lili-Marlen" spielen sollte. Die Feldpostnummer 23584, als die Feldpostnummer des Solbatensenders Belgrad, wurde die bekannteste in der Heimat unb an der Front. Von ber Front kamen ungezählte Briefe, unb von der Heimat Päckchen mit Liebesgaben ohne Zahl. Tausend unb mehr Briefs täglich sinb feit langem keine Seltenheit mehr. So wuchs neben bem Senbebienst eine ungeheure Arbeit, aus ber sich einzelne Aktionen kriftallifierten. Aus ben Päckchen unb Gelbfpenben schuf ber Sen- ber einen sozialen Iruppenbetreuungsbienft, ber eine Urlauber-Freiplatzspenbe- unb eine Bücher- unb Ruijbfunkipende einrid)tete unb sich barüber hinaus mit' ber Betreuung kinderreicher Mütter unb ber Begabtenförberung befaßt. Leichtverberbliche Le-_ bensmittel aus ben Päckchen werben sofort an Lazarette auf bem Balkan weitergeleitet, alles anbere geht mit einem frohen, persönlichen Gruß bes Sen- bers an bie Ostfront. Außer ben Liebesgaben liefen auf „Kontonummer 40 000 Kreissparkasse Zweibrücken, Sender Beigrab" über eine halbe Million Reichsmark an Gjelbfpenben ein. Davon wurde bereits ein beachtlicher Betrag bem OKW. für bie Truppenbetreuung zur Verfügung gestellt. Als weiterer schöner Beweis für bas Bestreben bes Senders, die Verbindung zur Front zu pflegen, gingen zum letzten Weihnachtsfest 50 000 persönliche Kartengrüße an die Soldaten hinaus, die vom Sender durch den Briefwechsel namentlich ersaßt waren. Dies alles wuchs aus einem kleinen innigen Lied. Das „Lili-Marlen-Lied" wurde aum Lied' der Kameradschaft. Täglich klingt es in Den Aether hinaus, und b i feinem Klang ist es, als grüßten von überall die Manner im grauen Ehrenkleid das Liebste in der Heimat. Es wurde ein Volkslied. Der Sender aber war zuvor schon ein Volksfenber, weil er ein Soldatensenber ist! Uff3. Fritz Sigl. Organifationsmäßig ist ber Leiter bes Belgraber Wehrmachtsenbers gleichzeitig der Ches ber Senbe» gruppe S üb ost, bie neben dem Senber Beigrab bie Senber Saloniki und Athen unb die Kurzwellensender Semlin unb Athen umfaßt. Der Belgrader Sender ist also der Strahlungspunkt für die gesamte ruftbsunkliche Betreuung bes Balkan- raumes, soweit er im Einflußgebiet ber deutschen Wehrmacht liegt. Selbstoerstänblich steht hier wie bei ollen Senbern der Welt bie Musik im Mittelpunkt. Gerade ber Aufbau dieses musikalischen Teils aber bereitete angesichts des Fehlens geeigneter Orchester (bas ursprüngliche Orchester ber Nationaloper be» ftonb hauptsächlich aus Juben unb Zigeunern) große Schwierigkeiten. Trotzbem gelang es innerhalb Jahresfrist, einen erstklassige!) Jnstrumentalkörver von 96 Mann aufzubauen, bas gleichzeitig als Orchester bes Nationaltheaters und auch als Konzertorchester tätig ist. Daneben ist ein serbisches Volksorchester, ein kleines Orchester, ein Kammerorchester besonders zur Pflege unbekannter großer Meister, ein Chor und schließlich eine ChonsomGrupve im Aufbau begriffen. So wird es in Bälde moalich fein, die deutschen Solbaten, bie deutschen Nolksaruppen auf dem Balkan — für bie es heute schon eine eigene Volksdeutsche Stunde gibt — und bie Bevölkerungen Serbiens unb Griechenlanbs zufriedenstellt. falsche Berichte an die vorgesetzten Amtsstellen immer wieder vertuschte, wurde zum Tode verurteilt. Bei der Angeklagten erkannte das Sondergericht auf 15 Jahre Zuchthaus unb sah nur beshalb von der Tobesstrafe ab, weil sie in einem Abhängigkeits- Verhältnis zu Sautmann stand. Die mitangeklagte Kolonialwarenhändlerin Füssenich erhielt sieben Jahre und die Schlächtersfrau Wieland zwei Jahre Zuchthaus, die Verwandten ber Merten unb anbere Abnehmer der Schieberwaren hohe Gefängnisstrafen. Zuchthaus für Zurückhaltung von Seifenwaren. Der Drogeriebesitzer Friedrich Voß aus Güstrow hatte sich vor bem Sonbergericht wegen Zurückhaltung von Waren zu verantworten. Bei einer Kontrolle würben in einem abgefonberten Lagerraum eine große Menge Feinseife, Rasierseife, Kernseife, Seifenflocken, Feinwaschpulver unb Persil gefunben. Der Angeklagte hatte wiederholt bezugsberechtigte Kunden, darunter eine Krankenschwester, mit der Begründung abgewiesen, daß er keine Feinseife auf Lager habe und hatte auch versucht, den Verkauf von Feinseife mit ber Abgabe von Einheitsseife zu koppeln. In einem Antrag an bas Wirtschaftsamt gab er seinen Lagerbestanb an Feinseife überbies falsch an. Er würbe zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt. Zuchthaus für Tauschhandel. Dem Schneidermeister Kasduhm in Rostock war die Herstellung von Uniformteilen übertragen. Durch ein besonderes Zuschneideoerfahren verringerte er die Abfälle so, daß er schließlich größere Mengen an Stoff einsparte, die er für eigene Zwecke verwendete. Außerdem hatte er aus einem jüdischen Geschäft, das er übernommen hatte. Stoffe auf Lager, mit denen er während seines Urlaubs einen lebhaften Handel trieb unb sie, ohne Abschnitte der Kleiderkarte zu verlangen, gegen Wurst, Schinken, Eier, Gerste, Hühner und andere Lebensmittel, bie er meist von Selbstversorgern erhielt, eintauschte. Er würbe zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt. Kunst und Wissenschaft. Paula Wessely als Griselba. Unter den Dramen Gerhart Hauptmanns, in denen er ben Gewitterhimmel der Liebe malt, ist das legendenhafte Schauspiel „Griselba" eines der eigenartigsten, weil es ben Blitzen und Donnerschlägen auch bas verklärte Blau der Seligkeit ber Liebe folgen läßt. Die Inszenierung Heinz Hilperts im Wiener Theater in ber Josef- ftabt trifft in den stimmungsvollen Bühnenbil- bern Ernst Schüttes glücklich den Hwilschen südlicher Leioenschaft und - nordischer Grübelei schwebenden Ton der Dichtung. Mit ber Griselba gibt Paula Wessely eine bezwingende Gestalt ihrer reifen, verinnerlichten Kunst. Ihre Griselba lebt ebenso im Erd haften wie in ber Sprödigkeit bes Bauernmäbchens, in der Erhöhung durch bie Gnade ber Liebe, wie im Kämpf um ihre Menschenwürde und ihr Glück. Attila Hörbigers Markgraf Ulrich überzeugt durch kraftvolles Ungestüm und schmerzliche Zerrissenheit. Oskar Maurus Fontana. Ein Gneisenau-Drama. In Anwesenheit des Dichters gelangte in Dresden Werner Deubels Gneisenau- Drama „Die l e tz t e F e st u n g" gleichzeitig mit Darmstadt zur Uraufführung. Der preußische Patriot wird mit den Mitteln einer fast volkstümlichen Dramatik als romantische Theaterfigur greifbar gemacht. Auf seiner Seite stehen gleichgesinnt der Brausekopf Schill, der alte charakterfeste Nettel- beck, ein adliges Fräulein, das bei der Belagerung von Kolberg ben Tod findet, unb einige jüngere Offiziere. Gegen Gneifenau steht weniger ber brohenbe Schatten Napoleons, als vielmehr ber volksfeindliche Staatsbürokratismus ber preußischen Machthaber. Zwischen Freund und Feind aber geistert die Figur eines Spions als Erscheinung von spukhafter Unyeimlichkeit. Es geht in diesem „heldischen Seelendrama" mehr um innere als äußere Konflikte: Haltung und Gesinnung echten Preußentums sollen als Seelenausdruck seherischer Führernaturen der blinden Gewalt beschränkter Kopfe aegenübergestellt werben. Das alles in der Zeit ber schwersten preußischen Nieberlage, als Kolberg, die letzte Festung, der Uebennacht bes Feindes standhält. Mt ben geschichtlichen Tatsachen und Abläufen geht Deubel ganz frei um; ihm tarn »es nur barauf an, den Geist der vaterländischen Bewährung als letzte Ursache der künftigen Freiheitsbewegung begreiflich zu machen. Das geschieht mit einem romantisch gehobenen Sprachstil, ber von der Regie (Viktor Ahlers) noch betont wurde. Neben hohen Gedanken stehen Stellen von reiner Rhetorik. So kommt es auch, daß sich aus dem Bilder- und Figurenreichtum keine eigentliche dramatische Gestalt hervorhebt; nur um die Demonstration einer Gesinnung war es dem Dichter zu tun, unb in biefer Richtung lag fein Gelingen. Dr. Hans Schnoor Eine „Dornröschen"-Oper von Ecsar Bresgen. Daß das Straßburger Theater in seiner ersten Spielzeit mit ber Uraufführung einer zeitgenössischen Oper herauskommen kann, spricht für feine Leistungsfähigkeit. Generalmusikbireltor Hans Rosbaud ebnete babei dem im Konzertsaal bereits bekannten, am Salzburger Mozarteum wirken- den Komponisten Eesar Bresgen ben Weg zur Bühne, inbem er die Märchenoper „Dornröschen" zur Uraufführung annahm. Aus Dem schlichten Märchen vom Dornröschen hat der Textdichter Otto Reuther ein Märchen für große Leute geschaffen, indem er zu bem alten Stofs Neues hinzubrachte und ihn vertiefte durch „bie drei Uremigen", bie als Sonnenfee, Monbfee unb Erbfee in bas irbische Schicksal eingreifen. Diese Gestalten sind frei von jeder verklausulierten Symbolik. Bresgens Musik schöpft aus dem Schatz alter Volkslieder. Die Melodik ist von großer Schönheit And roitb zum Schluß durch einen in zarte lyrische Stimmung getauchten Zwiegesang zwischen Dornröschen unb bem Prinzen gekrönt, Ein wesentliches Merkmal ber Over ist bie Bevorzugung des chorischen Elements. Die Uraufführung war musikalisch von Hans Rosbaud gut ausgewogen worden, Joachim Kiaibers Regie hielt die bllderbogengleich abrollende Handlung in steter Bewegung. Ernst Stolz. Kleine volitische Nachrichten. Der kroattsche Stantsführer Dr. Ante P a v e l i c hat Reichsmarschall Göring anläßlich bes Jahrestages bes Einzuges ber beuischen Truppen in das ehemalige Jugoslawien bie höchste kroatische Kriegsauszeichnung übermittelt unb babei telegraphisch in herzlich gehaltenen Worten seine besonbere 23er* bunbenheit zum Ausbruck gebracht. * Der italienische Äehrmachtbericht vom Freitag melbet: Ein seinblicher Hanbstreich gegen eine der kleineren Inseln südlich von Kreta mißlang. Ein Torpebvboot unter bem Kommando von Korvettenkapitän Eugenio Henke versenkte im mittleren Mittelmeer ein seinbliches U-Boot. * Unter Vorsitz bes Leiters ber Parteikanzlei, Reichsamtsleiter Bormann, führten bie Gauwirtschaftsberater ber NSDAP, unb bie Gauamtsleiter für Technik eine Arbeitstagung durch, die kriegswirtschaftlichen Aufgaben diente. Es sprachen Staatssekretär Korner, Reichsminister Speer und Staats- jefretär Fischböck. Hmiptfchriftleiter: Tr ftdrbrkfi Wilhelm Lange. Stellvertreter dr« t'auvncbrifileliero: Ernst Äliimlcheln Verantwortlich für Politik und Bilder: Dr. Qr. W. Lange: für do» Feuilleton: Dr. Han« lhyrtot; für Stadt Gienen, Provinz. Wirtschaft und Sport: Ernst Biumichein. Truck und vertag: vrühlfche Utvocnhätebrudcrci St. Lange K G. Periagsieiter: Tr.-Ing. Erich Hamaim; Anzeigealeüer: Han» Deck, AnzetgcupretMste Rr. 6. 01771 Steinbach, 18. April 1942. 1289 D Mainz-Bischofsheim. Gießen (yVeidengasseS), 01772 Steinbach, 18. April 1942. 1290 D 1291 D 01774 Nimm in gut. Lage, ge etw. Hausarb. leg. a. sucht 1276° Wir suchen f. uns. Metall-Laboratorium Seltcrsweg 36. 10, le 10, aus c Familie Wilhelm Strack Familie Ludwig Strack und alle Angehörigen. Georg Balser Heinrich Balser, z.Z. im Felde Familie Friedrich Balser Karl Strack Familie Ernst Strack Familie Karl Strack Elisabeth Balser Familie Jakob Weber und 3 Enkel. einz.Frgu abzug. Schr. Ang. unt. 01783 a.d.G.A. Alten Schmuck frei. Schrift!. Angeb. unter 01773 an den Gieh. 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April 1942. noch einige Tage in der 3Sotgr Spielplan vom 20. bis 26. April Montag, den 20. April, 19 Uhr: Tag der Universität 5. Festabend dramatischer Bühnenkunst Sappho. Dienstag, 21. April: Mietvorstellnng fällt aus! Mittwoch, den 22. April, 15Uhr: Der kleine Däumling. Mietvorstellnng fällt aus! Donnerstag, 23. April, 19 Uhr: Tanz-Abend Manuela del Rio Freitag, den 24. April: Mietvorstellnng fällt aus! Sonntag, 26 April, 18.30 Ufir: Wo die Lerche singt. HM Danksagung. Für die vielen Beweise inniger Teil- nähme, die uns bei dem schweren und schmerzlichen Verluste meines geliebten Mannes, meines lieben Sohnes und unseres unvergeßlichen Bruders, Schwagers u. Onkels Friedrich Schmidt, Soldat in einem Bau-Batl., der sein junges Leben fürs Vaterland lassen mußte, zugegangen sind, sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Besonders danken wir Herrn Pfarrer Bönning für seine trostreichen Worte bei der Gedächtnisfeier und dem Kirchenchor, sowie allen, die durch die Teilnahme an der Feier unseren unvergeßlichen Gefallenen ehrten. In tiefer Trauer: Resi Schmidt, geb. Staubach Kath. Schmidt und alle Angehörigen. Alten-Buseck und Gießen, den 18. April 1942. 1302 D Danksagung. Für die uns erwiesene Anteilnahme an dem schweren Verlust meines lieben Mannes und unseres Sohnes Heinz Schmidt, Obergefreiter in einer Panzerjäger-Abteilung, sagen wir hiermit allen unseren innigsten Dank. Hedy Schmidt, geb. Wrobel. Gießen, Großer ßteinweg 13. Statt Karten! Danksagung Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme, die uns schriftlich und mündlich anläßlich des Heimgangs unseres teuren, unvergeßlichen Entschlafenen Herrn Richard Geldsetzer Reichsbahnamtmann zugegangen sind, sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank In tiefer Trauer: Lina Geldsetzer, geb. Lotz und Angehörige Gießen, den 18. April 1942 Die Beerdigung findet Dienstag, den 21. April1, nachm. 2 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt. _________________________________01792 vutzkvau für die Geschäftsräume sofort gesucht. Weinert, Neuenweg 01763 Gießen, Tiefenbach, Erfurt, Beuern, Gladbeck und Krofdorf. Danksagung Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme an dem uns so schwer betroffenen Verluste unseres im Osten gefallenen einzigen, innigstgöliebten, hoffnungsvollen Sohnes, Neffen, Vetters und Paten, Assistenzarzt d. R. Dr. med. Kurt Kiefer, danken wir allen, die in tiefbewegten Worten seiner und unsrer gedachten. In-tiefem Schmerz: Franz Kiefer, Kulturinspektor a. D. Frau Mathilde Kiefer, geb. Müller Thekla Müller Gießen (Ludwigstraße 36), den 18. April 1942. 01748 18.30 bis 22 Uhr: Königskinder Märchenoper von Engelbert Humperdinck. Preise von 1.20 bis 4.60 RM. Todesanzeige. Nach Gottes Willen verstarb plötzlich und unerwartet meine liebe Frau, unsere liebe treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Elisabethe Strack geb. Döring im Alter von 66 Jahren. In tiefer Trauer: Die Beerdigung findet Montag, den 20. 4. 42, 14.30 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt. __01770 Zuverl., ehrliche VMcu odkr uiöüaen für ein. Stund, mehrmals wöch. gesucht. [oi8O8 Hitlerwall 31, Erdgeschoft. SelrelSlin 19 I., höhere Handelsschule, franz., ital. u. engl. Sprach- kenntn., sucht Stellung, evtl, halbtägig. Schr. Ang. u. 01798a.d.G.A. 5MW Wenn. Heien nach der Naturschutzverordnung vom 18. Mär; 1936 (RG Ll l Seite 181) und den ergänzenden Bestimmungen, ausführlich erläutert von Professor Dr. W. Weder, o. ö. Prof, der Rechte und Referent im Reichs- und Preußischen Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, und Prof. Dr. Walther Schoenichen« Gebunden RM. 3,60. Bestellungen durch alle Buchhandlungen. 0u«,o Bemüh er EcrM.MiinfWtf. Meter von schweren Peking-Enten laufend abzu- geben. [i3ooD Schilling Bismarckstr. Danksagung. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme, die uns schriftlich und mündlich aus nah und fern bei dem schweren und schmerzlichen Verluste durch den Heldentod unseres über alles geliebten Sohnes, Bruders. Schwagers, Onkels und Paten, Gefreiter Heinrich Haas, Funker in einem Artillerie-Regiment, zuteil geworden sind, danken wir herzlich. Ferner danken wir Herrn Pfarrer Döll und den Gesangvereinen für die weihevolle Stunde zur Ehrung unseres unvergeßlichen Helden.5 jn tiefem Schmerz: Familie Karl Haas V., und alle Verwandten Gieftcn-Klein-Linden. 10.30 KG.; 14, Walther. * Gieften-Wieseck. 1'0 G. m. Abendmahl. Kirchberg. 13.30 Gedächtnisfeier, Schmidt-Treis. Evang. Stadtmission, Löberstr. 14. Sonntag, 19. 4., 8.30 Andacht; 10 S.-Sch.; 20.15 Predigt. — Mittw., 22. 4., 20.15 Bibelstunde. Tvrcic cvang. Gemeinde Gießen, 3u den Mühlen 2. Sonntag, 19.4., 9.45 Erbauungsstunde; 11 Sonntagschule; 20.30 Predigt. - Dienstag, 21. 4., 20.30 Bibel- und Gebetsstunde. WWI z. kaufen gesucht. Schriftl. Angeb. unter 01789 an den Gieh. Anz. WsiM Böer m Wen für täglich 1—2 Stunden gesucht. Krau 1253V PanlaSchnchard Seltersmeg 44 Samstag, den 18. April 15 bis 17.15 Uhr; Der kleine Däumling Ostermärchen 1293 D von Karl Heinz Voigt. Preise von 0.30 bis 1.60 RM. ö&iftenfferfc^Cei/nung,'flfi^mar 7chretben beilegen! — Lichtbilder undBewerbungsunter- lagen müssen zur Vev metdung von Verlusten aus der Rückseite Namen und Anschrift des Bewerbers tragen! Falta!-Zweisilz, sehr gut erhalt., 7fache Haut, mit sämtl.Zub.(Zelt, Koffer-Gramm, m. Platt, usw.) für RM. 500,— zu verkaufen. Schr. Ang. unt. 01806 a.d.G.A. Vierflammig. Gasherd m.Tisch,Mk.25,-, z. verkauf. (oi?8o Marktlauben- strafte tt l, links. Kleiner Herd zu verkaufen zu 12,- RM. [01796 WolfstraBe 31II »09 D Kirchliche Anzeige«. 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April |942 ————————7i um 11 wrw^w Heinrich Von Dr. Karl Jordan, Pros Die Gestalt Heinrichs des Löwen steht wieder in besonderem Maße im Mittelpunkt des historischpolitischen Interesses. In den Jahren 1935—40 ist die Gruft des Herzogs im Braunschweiger Dom auf Anordnung des Führers erneuert und in würdevoller Form zu einer Gedenkstätte des deutschen Volkes ausgestaltet. Die deutsche Geschichtswissenschaft der letzten Jahre ist in steigendem Maße be» müht gewesen, die Stellung, die der große Welsenherzog in einer gesamtdeutschen Geschichtsbetrachtung einnimmt, immer deutlicher zu umreißen und hsrauszuqrbeiten. Es entsprach dem Gegensatz kleindeutschen und aroßdeutschen Geschichtsdenkons, daß Friedrich Barbarossa und Heinrich der Löwe als die Vertreter zweier Richtungen in der deutschen Geschichte angesehen wurden, die in einem schroffen Gegensatz zueinander stünden. Das Urteil über den Herzog fiel dementsprechend sehr verschieden aus. Den emen galt er als der Vorkämpfer einer nationalen Politik, den anderen als der Rebell gegen Kaiser und Reich. Friedrich Barbarossa oder Heinrich der Löwe, das war die Fragestellung, von der man lange Zeit ausging. Der Prozeß und der Sturz des Herzogs mit seinen politischen und verfassungsgeschichtlichen Folgen bildete immer wieder das Kernproblem der wissenschaftlichen Diskussion. Man übersah dabei nur zu oft, daß dem letzten tragischen Zusammenstoß zwischen Kaiser und Herzog ein Vierteljahrhundert engster politischer Zusammenarbeit vorangegangen war und daß diese 25 Jahre eine Zeit der Machtentfaltung des mittelalterlichen Reiches ohnegleichen gewesen sind. Es mußte deshalb die Aufgabe der deutschen Geschichtswissenschaft sein, Heinrich den Löwen endlich aus dem leidigen Gegensatz zum Staufenkaiser herauszureißen und ihn als den bedeutendsten deutschen Landesfürsten des 12. Jahrhunderts in seinem Werk in Sachsen und Bayern zu würdigen. Diesem Ziel bjent vor allem ein Werk, das im Jahre 1936 begonnen wurde und trotz des Krieges äu Ende geführt werden konnte, die Sammlung und Ausgabe der Urkunden und Briefe des Herzogs m den Monumenta Germaniae histvrica, die das Reichsinstitut für ältere deutsche Geschichtskunde vor einigen Monaten der wissenschaftlichen Oeffentlich- teit vorgelegt hat. Diese Urkundenausgabe, die den ersten Band einer Reihe deutscher Fürsten- und Dynastenurkunden der deutschen Kaiserzeit bildet, soll die kritische Grundlage für alle weiteren Arbeiten zur Geschichte Heinrichs schaffen. Sein Name ist vor allem aufs engste mit dem erneuten Einsetzen der großen Ostbewegung des deutschen Volkes im 12. Jahrhundert verbunden. Den Spuren seines Großvaters, des Kaisers L o - t h a r, folgend, hat er den damals aus Dem Mutterland e immer stärker nach Osten drängenden Zug der deutschen Bauern und Bürger tatkräftig gefördert und im Raum an der Ostsee die politischen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Besiedlung des Landes zwischen Elbe u.nd Oder geschaffen. Die Neugründung der drei Bistümer Lübeck, Ratzeburg und Schwerin durch den Herzag läßt das Fortschreiten dieser deutschen Landnahme in seinen wichtigsten Etappen erkennen. Die Gründungsurkunden für diese Bistümer zeigen uns deutlich die politischen Ziele, die Heinrich hier verfolgte. Er bediente sich dabei der Formen der kirchlichen Organisation, die nach den Verhältnissen der Zeit die beste Möglichkeit bot, die beim Land ausbau wirksamen Kräfte der deutschen Siedler zusammenzufassen. Voraussetzung aber dafür war es, daß die kirchliche Verwaltung nicht neben der staatlichen stand, sondern in sie eingegliedert wurde. Die Lösung, die man dabei fand, erinnert in vieler Hinsicht an die Form der !>er Löwe. essor an,bei Universität Kiel. Landeskirche in den deutschen Territorien des späteren Mittelalters. In der Zusammenfassung der well- lichen und geistlichen Kräfte sollte hier aus dem neugewonnenen Boden des Ostens ein politisches und wirtschaftliches Machtgebilde entstehen, das die Möglichkeit einer einheitlichen Staatsbildung gab, wie sie im Altreich bei der Zersplitterung der politischen und rechtlichen Verhältnisse in dieser Form nicht mehr möglich war. Diese Bistumsgründungen in Holstein und Mecklenburg vollzog der Herzog nicht aus eigener Machtvollkommenheit, sondern auf Grund königlicher Ermächtigung. Ausdrücklich hat ihm Friedrich Barbarossa die königlichen Rechte für die Errichtung neuer Bistümer übertragen. Heinrich erscheint hier als der Vertreter der Reichsgewalt. Diese Tatsache widerlegt auch am besten die oft vertretene Ansicht, die Staufenkaiser hätten die Fragen des deutschen Ostens gegenüber der Jtalienpolitik vernachlässigt. Während Friedrich I. die Reichsidee auf italienischem Baden gegen kuriale Machtansprüche verteidigte, hat er die Sorge für den deutschen Nord- osten seinem Vetter Heinrich übertragen. Es ist eine Aufgabenteilung großen Stils, die der Kaiser damit bezweckte. Parallel mit der Erweiterung des deutschen Volksbodens durch die SiedlungAbewegung geht die Erschließung und Gestaltung des O st s e e r a u m e s durch das deutsche Bürgertum. Ausgangspunkt dafür wurde die Stadt Lübeck. An der Neugründung der Stadt im Jahre 1158 war Heinrich entscheidend beteiligt. Politische Macht und faufmän= nische Initiative reichen sich hierbei die Hand. Dieses deutsche Bürgertum schafft sich bald darauf für seine eigene Ostseeschiffahrt auf der Insel Gotland einen ersten Stützpunkt. Als die Existenz dieser jungen Kaufmannssiedlung durch Zwistigkeiten mit der einheimischen Bevölkerung bedroht wird, greift Heinrich — abermals als Vertreter der Reichsgewalt — ein und sichert den Deutschen auf Gotland Rechtsschutz und Frieden und hat durch Handelsverträge mit den Staaten des Nordens und Ostens den deutschen Ostseehandel weitgehend gefördert. Die gleiche tatkräftige Politik entfaltet er in der Verwaltung seiner beiden Herzogtümer Sachsen und Bayern. Die Stadt München ist von ihm Aus her G< Es steckt an. Die Pädagogen gaben sich große Mühe, es uns beizubringen, damals, als wir noch klein waren. „Ich will das haben", sagten wir als kleine Kerle kurzweg. Die ganze Verwandtschaft bis zum Onkel zweiten Grades sah uns mißbilligend an und hob erzieherisch die Zeigefinger. „Wie heißt das?" fragten sie streng, und wir, angesichts der gebieterisch hochgezogenen Augenbrauen, sagten brau und wak- ker: „Bitte, ich möchte das haben." Und bann deka- lyen wir .es. Und wenn mir nicht „danke" sagten, reckten sich wieder die pädagogischen Zeigefinger empor. So bekamen wir manchen Wink, wie nützlich es doch sei, höflich zu sein, und wir sollten cs uns merken, hieß es. Wenn ich mich fetzt als Erwachsener so umsehe, kommt es mir vor, als ob mir sie uns doch meist nicht gemerkt hätten, die goldenen Lebensregeln über den Wert der Höflichkeit. Und dabei läßt sich mit Höflichkeit so viel anfangen und erreichen, die meisten ahnen anscheinend gar nicht, wie viel. Sie treten uns mit der größten Selbstverständlichkeit einen halben Absatz vom Schuh, sie bohren uns im Gedränge ihre Ellenbogen in die Flanken, sie sind kurz angebunden und von ausgesuchter Unliebenswürdigkeit, und sie sind geradezu noch beleidigt und empört, wenn wir hierauf die Augenbrauen Hochziehen. Sie sich entschuldigen? Lächerlich! Nun ist es wahr: .ein abgetretener Absatz wird nicht wieder ganz durch ein höfliches Wort der Entschuldigung. Aber wohltun würde es doch, der Verlust käme uns doch nicht ganz so schwer an. Es ist nämlich so, daß sich mit Höflichkeit leichter und an- gegründet, und auch Braunschweig verdankt als Stadt dem Welfen seinen Ursprung. Hier m Braunschweig wird die Pfalz Dankwarderode nach dem Vorbild königlicher Pfalzen als herzogliche Residenz erbaut, als Zeichen seiner Macht wird im Burghof die Gestalt des Löwen errichtet. Der Hof Heinrichs wird ein Mittelpunkt für die künstlerischen und wissenschaftlichen Bestrebungen der Zeit; gerade mit diesem Kunstkreis Heinrichs des Löwen hat sich die neuere deutsche Forschung wiederholt beschäftigt. Sa ersteht vor uns die Gestalt eines mächtigen deutschen Landesfürsten. Es wäre aber falsch, in ihm einen grundsätzlichen Gegner der deutschen Steifer; und Jtalienpolitik zu sehen. Die Notwendigkeit einer solchen ordnenden Polllik, die getragen ist von der Verantwortung des Reiches für Europa, wird jedem aus der neuen politischen Sicht unserer Zeit heraus ohne weiteres deutlich; sie ist aber auch von den Zeitgenossen erkannt. Heinrich der Löwe selbst hat Frieorich Barbarossa auf seinen beiden ersten Jta- lienzügen mit starker Kriegsmacht unterstützt und bei der Kaiserkrönung Friedrichs sich selbst mit dem Schwert den rebellischen Römern entgegengeworfen und sie niedergeschlagen. Die Gründe, die ihn veranlaßten, bei jener bentroürbigtn Zusammenkunft mit dem Kaiser zu Chiavenna im Jahre 1176 dessen Hilfegesuch abzulehnen, werden wir bei den widerspruchsvollen Angaben der Quellen wohl niemals restlos klären können. Wir wissen heute, daß der Herzog zu einer solchen Hilfeleistung rechtlich nicht verpflichtet war; wohl aber durfte der Kaiser in diesem Augenblick schwerster Gefahr erwarten, daß ihn sein Vetter nicht im Stich ließ. Es ist die tra- aische Schuld Heinrichs, daß er verkannte, daß seine Macht in Deutschland auf dem Einvernehmen mit dem Kaiser beruhte- Nicht minder tragisch ist es aber, daß der Sturz des Herzogs nicht der Stärkung der Reichsgewalt diente, sondern den partikularen Kräften in der deutschen Geschichte zugute kam. Aber nicht der Ausklang seiner Geschichte darf unser Urteil bestimmen. Es geht nicht an, wie dies noch jüngst in einer populären Biographie des Herzogs geschehen ist, Heinrich gegen Friedrich Barbarossa ausspielen zu wollen und dessen Reichspolitik als undeutsch abzutun. Beide, Kaiser und Herzog, haben eine der beiden Aufgaben erfüllt, die der deutschen Geschichte damals gestellt waren, die Landnahme im Osten und das Ringen des Reiches um feine Selbstbehauptung, und nicht ihr letzter Zusammenstoß, sondern dieses Miteinairder und Nebeneinander gibt ihrem Zeitalter seine geschichtliche Bedeutung. genehmer (eben läßt als ohne. Unhöflichkeit verdrießt, und ein verdrossener Mensch ist — unhöflich. „Unverschämtheit!" denken wir hinter einem Menschen her, der es an Höflichkeit fehlen läßt, und sind ärgerlich und verdrossen. Unhöflichkeit und Verdrossenheit aber fressen um sich, verheerend wie ein Wolf in den besten Jahren. Und es wäre doch so schön, wenn wir alle höflich zueinander wären. Und so gesund. Und so billig. Und es ist auch gar nicht schwer. Los, versuchen Sie es einmal! Ich meine: Bitte, versuchen Sie es einmal. H. J. T. Oie Offizierslaufbahn in der Luftwaffe. In Ergänzung der bisherigen Veröffentlichungen gibt der Reichsminister der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe bekannt: Schüler der 6. bis 8. Klasse der höheren Lehranstalten des Jahrganges 23 und älter sowie des Jahrganges 1924, die die Offizierslaufbahn in der Luftwaffe (Fliegertruppe, einschließlich Jngenieuroffizierslaufbahn, Flakartillerie, Luftnachrichtentruppe) anstreben, müssen ihre Bewerbung bis 30. 6.1942 bei einer Annahmestelle für Offiziersbewerber der Luftwaffe eingereicht haben. Für unseren Bezirk ist die Annahmestelle 2 in Hannöver, Escherstraße 12, zuständig. Gleichzeitig mit der Bewerbung ist bei dem Wehrbezirkskommando der „Meldevordruck für die Einstellung von Freiwilligen (vorgesehen zur späteren Uebernahme als Fahnenjunker) in die Wehrmacht" auszufüllen. Erst damit ist eine Verwendung des Betreffenden in der Luftwaffe sichergestellt. Die erfolgte Ausfüllung ist unter Angabe des Datums der zuständigen«Annahmestelle für Offiziersbewerber der Luftwaffe mitzuteilen. Nur diejenigen Bewerber, die bis 30.6.1942 ihr Gesuch bef einer Annahmestelle eingereicht haben, können berücksichtigt werden. Schüler der 6. bis 8. Klassen des Jahrganges 1923 und älter erhalten den endgültigen Annahmeschein bis 1. 7.1942. Die Schüler der 7. und 8. Klassen dieses Jahrganges werden spätestens bis 1. 7.1942 durch Gestellungsbefehl einberufen; Schü, ler, die sich zur Zeit in der 6. Klasse befinden, werden zu einem späteren Zeitpunkt einberufen. Schüler der 6. bis 8. Klassen des Jahrganges 1924 erhallen zunächst einen vorläufigen Annahmeschein. Die endgültigen Annahmescheine werden ihnen spätestens ab 1. 7.1942 zugestellt. Kür Tapferkeit vor öem Kemüe. Dem Unteroffizier und O.-A. Paul Diehl aus Ruppertsburg wurde für Tapferkeit vor dem Feinds das Eiserne Kreuz II. Klasse verliehen. Gietzener lvochenmarktpreije. * Gießen, 18. April. Auf dem heutigen Wochen« markt kosteten: Markenbutter, % kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 8 bis 9, Kartoffeln, 5 kg 45, gelbe Rüben, kg 13 bis 15, rote Ruben 10, Spinat 23 bis 25, Unterkohlrabi 9, Zwiebeln 17, Meerrettich 70, Feldsalat, Vio 20, Lauch, das Stück 8 bis 10, Sellerie, % kg 36 bis 37, Blumenkohl, das Stück 65, Salat, kg 3 RM., Rettich, das Stück 10 bis 15 Rpf. Theater der Universitätsstadt Gießen. Aus dem Dramaturgischen Büro wird uns geschrieben: Die 8. Morgenveranstaltung bringt das einaktige Lustspiel „Die kleinen Verwandten" von Ludwig Thoma in der Inszenierung von Earl Maria Zeppenfeld. Es wirken mit: Hella Henzky, Käte Jaenicke, Annemarie Schwind, Hans Bergmann, Gerd Fritz, Ludwig und Ottmar Mayr. Bühnenbild: Karl Löffler. — Am Montag, 20. April, wird die 1. Veranstaltung der Arbeitsgemeinschaft „Universität und Theater" als „Tag der Universität" durchgeführt. Der morgens statt findenden Grillparzer-Feierstunde in der Universität folgt am Abend im Theater als „Fünfter Festabend dramatischer Bühnenkunst" die Aufführung von Grillparzers Trauerspiel „Sappho" in der Inszenierung von Oberspielleiter Wilhelm Michael Mund. Mitwirkende: Bianca Blacha, Hilde Kneip, Anja Rau, Kurt Bosny, Carl Bruno Schmidt und Karl Volck. * ** Betriebsanlage - Guthaben und Warenbeschaffungs - Guthaben April 1 9 4 2. Die Finanzämter nehmen Einzahlungen auf Betriebsanlage-Guthaben und Warenbeschaffungs- Guthaben April 1942 bis zum 30. April 1942 entgegen. ** D i e Schuhtausch stelle der NS.» Frauenschaft befindet sich ab Montag, 20.4., im Wirtschaftsamt, Äebigstraße 18, III. Stock, Zimmer Nr. 90. ** Goldene Hochzeit. Die Eheleute Heinrich Malkemus, Dammstraße 43 wohnhaft, können am kommenden Montag, 20. April, das Fest der goldenen Hochzeit begehen. Dem Jubelpaar bringen auch wir unsere herzlichen Glückwünsche dar. ** 8 5 I a h r e a l t. Frau Elisabethe Keil Wwe., Lindenplatz 7 wohnhaft, kann am kommenden Montag, 20. April, in aller Rüstigkeit ihren 85. Geburtstag begehen. Der Jubilarin gelten unsere herzlichen Glückwünsche. ** Gießener Vortragsring. Im Rahmen des Gießener Vortragsringes werden die Volksbildungsställe Gießen der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", der Goethe-Bund und die Kulturelle Vereinigung am Freitag, 24. April, einen neuen und schönen Kunstgenuß vermitteln: der Vortrags- meifter Ernst Hameister, wohl einer der größten Fritz-Reuter-Jnterpreten der Gegenwart, wurde zu einem Fritz-Reuter-Abend gewonnen. Hameister wird nicht nur den urwüchsig-heiteren Reuter, den Satiriker und Lobsinger übermütiger Frohlaune zu Worte kommen lassen" sondern auch den ernsten, bisher nicht übertroffenen Prosaerzähler. ** D i e H u n d e st e u e r für das Rechnungsjahr 1942 ist unverändert in der bisherigen Höhe festgesetzt worden. In den nächsten Tagen werden die Hundebesitzer die Anforderungszettel für die Steuer erhalten. Wenn Äugen versagen Magnus-Brillen tragen! Moltke und Marie. Zmn 100. Hochzeitstage am 20. April. An einem Frühlingstag des Jahres 1841 fuhr der damals beim Generalkommando des IV. Armeekorps unter dem Prinzen Karl von Preußen als General- stabsoffizier tätige Kapitän Helmuth von Moltke mit der vierspännigen Postchaise von Berlin in das Stadttor von Itzehoe im Holsteinischen ein. Er kam in bescheidener bürgerlicher Tracht, und ein einfacher Reisesack, der er am Arm trug, war fein ganzes Gepäck. Eine Frau und zwei Mädchen, hatten sich zu seinem Empfang eingefunben: seine. Schwester Auguste, die Ehegattin des fast immer von Europa abwesenden Farmers B u r t, und ihre beiden Stieftöchter Jeanette und Marie, die ihr Mann aus seiner ersten Ehe mit der frühverstorbe- uen Ernestine von Staffeldt mitgebracht hatte. Für die um zehn Jahre jüngere Schwester des Kapitäns war es ein Wiedersehen nach langer Zeit, seine zugeheirateten Nichten, von denen besonders die 16jährige brünette Marie, das „Kaffeeböhnchen", wie sie in der Familie genannt wurde, mit ihrem edlen schmalen Gesicht und ihren großen heiteren Augen als eines der schönsten Mädchen weit und breit im Holsteinischen galt, sah 'Moltke damals zum erstenmale. Er begrüßte die Verwandten in seiner wohl freundlichen, aber zurückhaltenden Art, und die beiden Mädchen waren zunächst sogar ein wenig enttäuscht von dem Onkel, den sie von ihrem Großväter immer als Kriegshelden gepriesen gehört hatten, der kurz vorher nach vierjähriger erfolgreicher Tätigkeit als Instrukteur der türkischen Truppen mit großen Gunstbezeugungen des Sultans entlassen unb, nach Berlin zurückgekehrt, von Friedlich Wilhelm III. mit dem Orden Pour le mdrite ausgezeichnet worden war. Nein, einen „HeNen" hatten sie sich in ihrer Jungmädchenphantasie jedenfalls anders vorgestellt, und sie gestanden sich das auch gegenseitig ein, wobei die bei aller kindlichen Unbefangenheit besinnliche Marie schließlich allerdings meinte, wenn er eben nicht anders sei, so könne ihn wohl nichts und niemand ändern, jedenfalls sei der Onkel sehr klug, und kluge Männer sprächen niemals und hätten wohl auch sonst ihre Eigenarten. „Onkel, warum bist du so klug?" war auch einmal ihre Frage an ihn, als er schon einige Tage lantz ihrer Hausgemeinschaft angehörte und Marie immer wieder den Blick seiner hellen und fernen Äugen zu ergründen versucht hatte. Er sei gar nicht so besonders klug, meinte er, vielleicht weniger als andere in seiner Stellung und in seinem Alter. Die Stellung sei übrigens nicht groß, aber das Alter sei es. „Du bist doch noch nicht alt", antwortete sie darauf. „Immerhin 41", gab er zurück, „mein Lebensalter ist leicht nachzurechnen, ich gehe mit dem Jahrhundert." — „Und ich bin erst 16, noch ein Kind ... Aber es gibt doch gar kein Alter! Bist du anders als damals, da du 16 warst?" Bei solchen Gesprächen tauchten vor dein Kapitän immer wieder die Bilder der wenigen Frauen auf, die bisher durch sein Leben gegangen waren, flüchtig wie die Schatten von Wünschen ohne Erfüllung, wirklich nahegekommen war er keiner. Er hatte die Frauen bisher nicht kennengelernt, er hatte sie" auch nicht gesucht, sie waren ihm fremd geblieben, Blumen, bte der Reiter am Wegrand sieht, bei denen es aber kein Verweilen gibt. Nun aber fühlte er etwas wie Dankbarkeit gegenüber diesem Kinde, das seine Jahre nicht zählen wollte und mit einem Vertrauen zu ihm aufsah, wie es ihm bisher nirgends noch begegnet war. Nein, sagte er sich, es ist ja nicht möglich — aber es ließ ihn nicht mehr los, immer und überall stand bas Kind Marie vor ihm, in der Heiterkeit und im Ernst, und eines Tages, als er mit der Schwester allein war, konnte er nicht mehr schweigen. Von ihr konnte er Verständnis erwarten, auch ihr Mann war kein Jüngling mehr gewesen, als er um sie gefreit hatte, er kam darauf zu sprechen und stellte dann die Frage, wie sich wohl ihre beiden Stieftöchter zum Heiraten stellen würden. Sie seien ja Kinder, meinte die Schwester, und dächten noch gar nicht daran. — Wenn aber ein anderer daran denken würde? — „Wer?" — „Ich!" — „Nein doch", lacht die Schwester, wie sie ihm aber ins Gesicht sieht, erfaßt sie etwas wie Ergriffenheit. — „Jeanette oder Marie?" fragt sie leise./— „Marie", antwortet der Kapitän. — Die Schwester kennt keine Sentimentalität, sie sieht die Dinge, wie sie sind, und sie versteht den Bruder. „Gott segne dich und Marie, und Burt wird sich freuen", damit reicht sie ihm die Hand, und zwischen den beiden herrscht Klarheit. Als die Mutter später der Stieftochter die Werbung ihres Bruders eröffnet, spricht diese kein Wort, sondern küßt ihr nur still die Hand und geht aus dem Zimmer. Die Mutter aber weiß, daß in diesem Augenblick bas Kind zur Frau geworden ist, die das Geheimnis der Liebe, die auch in ihr längst brennt, nicht mehr preisgibt. Moltke selbst, der nach ursprünglicher Absicht schon reisen sollte, holl sein Jawort in der Form, daß er Marie fragt: „Soll ich nun reisen oder bleiben?" Das' Mädchen, das errötet und gesenkten Blickes vor ihm steht, hebt die Lider und lacht ihn aus unendlich strahlenden Augensternen an: „Bleiben!" Am 20. April 1842 wird dann der Kapitän Helmuth Carl Bernhard von Moltke in der Lanren- ziuskirche zu Itzehoe mit Marie Burt zur ehelichen Gemeinschaft verbunden. Am Tage der Hochzeit erhält er — eine liebenswürdige Aufmerksamkeit seines Königs — die Beförderung zum Major. Was nun folgte, waren 26 Jahre einer Ehe, die zu den edelsten und innigsten Herzensgemeinschaften chhlt, die uns bekannt sind. Die kleine Marie, die später eine der bezauberndsten Frauen Preußens genannt wurde, schien noch ein Kind, als sie mit dem weit mehr als doppelt so alten Mann an den Traualtar trat. Aber das war wirklich noch ein Kind, das knapp zwei Monate vor der Hochzeit solches an den Bräutigam schrieb: „Ich weiß wohl, daß es im Mollkeschen Charakter liegt, sich ein wenig zu äußern und mitzuteilen. Mag die Welt Dir denn auch öfter eine Aeußerung des Gemütes geraubt haben, so trägst Du ja doch einen Schatz von Reichtum, Weisheit und Adel des Herzens in Dir, wie man es gewiß bei Männern nicht mieberfiubet. Und selbst von Frauen gibt es wenige, die Dich an Wärme des Gemüts und an so rührend tiefem Mitgefühl für andere übertreffen. Was mich bei Dir so rühren kann, ist die übergroße Bescheidenheit deines Charakters und vor allem die Gutmütigkeit, die Du bei feder Sache an den Tag legst." So schrieb damals die 16jährige — aber schreibt so ein Kind? Nein. Diese wenigen Zeiten bezeugen, wie die Liede das Mädchen zur tief verstehenden Frau gewandelt hatte. Die Wärme des Gemüts, sie - wurde jetzt allerdings erst wirklich lebendig, als der Mann- der bisher immer nur die Härte der Pflicht und vor allem die Härte gegen sich selbst gekannt hatte, alles im Leben überstrahlt von der Liebe sah. Marie war der helle Stern, der ihm in allem und jedem voranleuchtete, wie seine klassischen Briefe an sie bezeugen, bei ihr barg er seine Sorgen und das Glück der Erfüllungen, etwa, als er die Kabinettsordre empfing, die ihn zum Chef des Generalstabes machte, als er 1864 feinen ersten großen Sieg von Dänemark heimbrachte, und als der Tag von Koniggrätz feinen Namen für immer in das Buch der Geschichte geschrieben hatte. Beim Siegeszug in Berlin, als alle Glocken läuteten, die Musikkapellen spielten, die Batterien Salut schossen, als Moltke zum ersten- mal seinen Namen von Tausenden Stimmen rufen härte, da sah er doch nur sie, wie sie ihm von der Tribüne auf dem Pariser Platz entgegenwinkte. Eine Dotation von 200 000 Talern, die der Preußische Landtag dem siegreichen Feldherrn bewilligte, ermöglichte Moltke, der Zeit seines Lebens schwer mit Geldsorgen zu kämpfen hatte, das Gut Kreisau bet Schweidnitz in Schlesien anzukaufen. Hier blühte beiden noch ein kurzes abendfriedliches Glück, bis am-Weihnachtstag 1868 das Licht erlosch und Marie, nicht älter als ihr Mann bei der Hochzeit gewesen war, plötzlich dahingerafft mürbe. In einer kleinen Grabkapelle auf einem Waldhügel nahe dem Gutshof schuf Moltke seiner freuen Lebensgefährtin die letzte Ruhestätte. Sein Werk war noch nicht abgeschlossen, ihm stand noch 1870, die Vollendung, bevor. Sein Herz aber blieb bei Marie zurück, wie er es in einem der wenigen Briefe, die uns aus dem Jahre 1869 erhalten sind, bekannt hat: „Es ist ein schlechter Trost, jemand zu vergessen; mir ist es stets eine Freude, über Marie mit jemand zu sprechen, der sie gekannt und, was dasselbe ist, sie lieb gehabt hat ..Hanns Änderte. Zeitschriften. — Das große Frühjahrsheft der ,,M oben» ro e 11" (im Deutschen Verlag, Berlin) zeigt auf vielen, zum Teil bunten Seiten die neue Mode dieses Jahres. Leichte Mäntel, Jackenkleider, Kleider für Vormittag und Nachmittag. Es gibt reizende sportliche Modelle, Kleider für nicht ganz Schlanke und für junge Mädchen, Neue Rvckförmen werden beschrieben, neuartig gemusterte Stoffe werden gezeigt. Man findet auch reizende Kinder-Modelle, modische Kleinigkeiten und im Handarbeitstcil oller* lei zum Sticken. UIIIIIIIIIIIIIIIIIIH fimiiiiiiiiiiiiiii In der Be Gießener Bii die 8. Klite-A der Rinderzi zu der 30 Bi waren. Nach • [eiter, Bauei ter des Hei Sr. o g n । ter Bauet 1 äußeres Heu Huchtleistunc Bei dem B material de Gelt G'üinö «9tn Ei Sehört' Nähr. '>11108, b>otö, kel>,« SUt öu, "lltötl beste» Mft S '--iS ist flUt aus/;* aU5 !Bll< -Hk« SV»- M N' & A K fÄ* Sc g&ft Ze t* ' ««* eines leitete nicht eme bei dem hie m fallendes kleiner sein *c des leitenden Gesichtspunkt den, hie er Gruppen not bei technischer andere Beurt hier ist es am daß hie Gewc nur in dem n der Kriegsnn Rahmen erfo stopps hurch gütungen für stimme ich ar die Lohngest für leitende, insoweit zulä stimmt oder1 M B. sten (Nachdruck verboten.) 8. Fortsetzung. 40 NM. 75 „ 40 „ Das Gesetz über die Verbesserung der Leistungen in der Rentenversicherung vom 24. 7. 1941 hat den Sozialrentnern neben der Erhöhung ihrer Renten u. a. auch einen besonders wesentlichen Vorteil gebracht: den Krankenversicherungsschutz. Die vielen Anfragen aus Rentnerkreisen lassen erkennen, daß die Bestimmungen hierüber noch nicht genügend bekannt sind. Wir haben uns mit der Bitte um Aufklärung an den geschäftsführenden Vorsitzenden des Versicherungsamtes der Stadt Gießen, Verwaltungsdirektor K e i tz e r, gewandt, der uns im Laufe einer Unterredung folgende Erläuterungen gab. Der Ausgangspunkt der Versorgung von Mensch und Tier mit Nahrungsmitteln, unsere Landwirtschaft, ist ohne das Wirken der Agrikulturchemie überhaupt nicht zu denken. Diese Wissenschaft dient Jahr für Jahr durch ihre Forschungsarbeit der Schaffung bzw. Stärkung der Grundlagen, auf denen die moderne Landwirtschaft aufbaut. Ueber dieses Arbeitsgebiet haben wir uns mit dem Direktor des Agrikulturchemischen Instituts der Ludwigs-Universität Gießen, Prof. Dr. K. Scharrer, unterhalten. Das Ergebnis der Unterredung ist in den nachstehenden Zeilen zusammengefaßt. Bei der Arbeit der Landwirtschaftschemie stehen zwei Aufgaben von grundlegender Bedeutung im Vordergründe: die Pflanzenernährung und die Tierernährung. Für beide hat die Forschung der Agri- kulturchemiker immer nach den besten Grundlagen und günstigsten Voraussetzungen für die Arbeit der Praxis zu streben. Seit der Machtübernahme durch den Führer war es der Landwirtschaftswissenschaft möglich, die beiden Aufgaben der Zweckforschung und der freien Forschung hinsichtlich des theoretischen Unterbaues und der Methodik in harmonischer Weise zu vereinigen. * Die auf wissenschaftlicher Grundlage aufgebaute Pflanzenernährung muß sich immer mehr um die Vorbedingungen alles pflanzlichen Lebens überhaupt, somit um die Erforschung der Art der Aufnahme und der Aufgaben der einzelnen Nährstoffe bemühen. In dieser Hinsicht besteht eine große Reihe von Fragen, die heute noch nicht wissenschaftlich einwandfrei geklärt sind. Durch die Forschung sind aber auch in mancherlei Hinsicht völlig neue Gesichtspunkte erschlossen worden, bei denen es sich u. a. auch um Fragen der Qualität der Ernteprodukte handelt. Z. B. erfordert unsere Eiweißversorgung genaue Kenntnis des pflanzlichen Stickstoff-Stoffwechsels und seiner Beeinflussung durch die verschiedensten Faktoren. In den letzten Jahren ist die Pflanzenernährungslehre noch verwickelter geworden durch die Bedeutung, welche die normalexweise nur in geringen Mengen vorhandenen Elemente im pflanzlichen Leben zu spielen scheinen. Hier steht die agrikulturchemische Forschung erst am Anfang ihrer Erkenntnisse. Die bedeutenden Erfolge, die mit der Verwendung des Bors schon nach verhältnismäßig kurzer Zeit in der Bekämpfung der Herz- und Trockenfäule der Rüben, mit der Verwendung des Mangans bei der Heilung der Dörr- fleckenkrankheit des Hafers und mit der Nutzbarmachung des Kupfers bei der Urbarmachungskrank- heit erzielt wurden, lassen die Hoffnung berechtigt erscheinen, daß die Erforschung des schwierigen Gebiets der Wirkung der Mikroelemente auf das Pflanzenwachstum der Praxis noch viele gute Dienste leisten wird. Eine weitere wichtige Aufgabe der landwirtschaftschemischen Forschung besteht darin, die besten Bedingungen für den Fruchtbarkeitszustand der Böden herzustellen und zu vermehren, d. h. den Begriff der Bodengare wissenschaftlich genau festzulegen und den landwirtschaftlichen Praktikern damit die Möglichkeit zu geben, diesen erwünschten Bodenzustand zu beherrschen. Hier hat die Forschung, nicht zuletzt auch die landwirtschaftliche Mikrobiologie, eine Fülle praktischer Aufgaben und wissenschaftlicher Probleme zu lösen. Bezüglich weiterer Probleme seien nur einige von besonderer Bedeutung genannt: gründliche Bearbeitung des Humusproblems: Prüfung neuer Phosphorsäure-, Kali- und Stickstoff- Düngemittel, Bekämpfung von Dürreperioden durch Forschungsarbeit in Gießen geleistet wird, Anerkennung und weitestgehende Unterstützung, wo diese nur irgendwann und irgendwie möglich ist. Denn hier handelt es sich um eine wissenschaftliche Wegbereitung für die Landwirtschaft, von der in der Gegenwart und auch in der Zukunft mit Recht große Leistungen erwartet werden. Außerdem ist die Agrikulturchemie auch dadurch, daß sie im wesentlichen die Pflanzen- und Tierernährungslehre behandelt, eine der wichtigsten Grundlagen der menschlichen Ernährung, und die Lösung agrikultur- chemischer Fragen bedeutet daher gleichzeitig eine „Hystrix cristata", hörte er unmittelbar an seinem 1 Ohr eine laute Stimme, so daß er erschrocken zusammenfuhr, „das gemeine Stachelschwein aus Nordafrika, fünfundsechzig Zentimeter lang und sechzehn Kilogramm schwer. Es frißt Kräuter, Wurzeln und Früchte, bei uns bekommt es in der Hauptsache Kartoffeln, weil wir meistens selber nichts anderes haben, dadurch ist es so melancholisch geworden. Es heißt Harald. Harald ist trotz seiner Melancholie, die man ihm nicht verdenken kann — sonntags bekommt er etwas Kraut oder Mohrrüben — ein Philosoph: sobald eine Frau vor seinen Käfig tritt, richtet er den Kopf und den Nacken drohend auf, sträubt sämtliche Stacheln und klappert drohend mit ihnen, was gewöhnlich genügt, um die Frau zu veranlassen, das Weite zu suchen. Anscheinend hat Harald — wie wir alle — die trübsten Erfahrungen mit dem weiblichen Geschlechte gemacht. Mir ist die meine mit einem Feuerfresser durchgebrannt, worauf ich auch melancholisch und Vegetarier wurde und mich als Schlangenmensch trainierte. Heute kann ich mir ein Loch am Hosenboden flicken, ohne die Hosen ausziehen zu brauchen. Sie werden mich als vierte Nummer bewundern können: Julian, der Mensch ohne Rippen, außerdem spiele ich noch den Diener in dem Lustspiel: die Laune der Frau Marquise. Die Kasse ist dort vorn, mein Herr." Krähe war einen Schritt zur Seite getreten und beobachtete mit einem scheuen Blick den langen mageren Burschen, der neben ihn getreten war und Harald, das Stachelschwein, erklärte. Er trug eine »erschossene, blaue Baskenmütze auf dem kahlen Schädel, einen blauen Trainingsanzug und hatte nackte Füße. Die Hände waren lang und dürr, das Gesicht knochig und schmal und die Augen lagen tief in den Höhlen und waren schwarz umrandet. Der Lange war ein sonderbarer Mensch. Seine Redeweise war durchaus gebildet, er sprach hochdeutsch ohne jeden Anflug von Dialekt und der alte Sekretär sah, daß es sich zweifellos um einen gebildeten Menschen handelte. Sein Blick schien etwas Formen der Lecksucht der Tiere mit der Urbar- machun-askrankheit auf den ausgedehnten Heidesand- böden in Nord- und Nordwestdeutschland: beide Krankheitserscheinungen konnten durch Düngung des Grünlandes mit Kupferoerbindungen geheilt werden. für Versicherte bis zum vollendeten 14. Lebensjahr „ „ über 14 Jahre beim Tode des Ehegatten Der Krankenversicherungsschuh für Sozialrentner. Warnung aus Stendal Roman von A. Lothar Philipp Blutvergiftung kann nicht nur bei großen, sondern schon bei ganz geringfügig erscheinenden Munden durch Infektion entstehen und die bekannten schwerwiegenden Folgen nach sich ziehen. Deshalb soll man auch kleine Verletzungen, wie sie so häufig im Haushalt, im Beruf oder beim Sport durch Schnitte, Stiche, Nisse, Bisse und dergleichen verursacht werden, nicht unbeachtet lassen, sondern sie sofort mit der bewährten Sepso-Tinktur desinfizieren. Sepso-Tinktur, die wie Jod-Tinktur desinfiziert und genau so angewandt wird, tötet die in die Wunde eindringenden Bakterien und verhindert Entzündungen. Sie erhalten das Präparat in allen Apotheken und Drogerien zu niedrigen Preisen in Flaschen verschiedener Größe sowie in Tupfröhrchen zu RM. —,49, die bequem mitzuführen und besonders auch für die Hausapotheke zu empfehlen sind. „ „ einte Kindes 25 „ Ueber dieses Sterbegeld hinaus kann sich der Rentner auf feine Kosten ein weiteres Sterbegeld bis zum Betrag von 500 RM. und ein Familiensterbegeld bis zum Betrag von 300 RM. zusätzlich sichern. Diese Zusatzversicherung ist innerhalb von drei Monaten nach Beginn der Rentneroersicherung zu beantragen- Rentner, die aus einer versicherungspflichtigen Beschäftigung ausscheiden, haben d-ie Zusatzversicherung innerhalb von drei Monaten nach dem Ausscheiden zu beantragen: Rentner, die sich von einer anderen Krankenversicherungspflicht befreien lassen, müssen die Zusatzversicherung bis zum Ablauf von drei Monaten nach Rechtskraft des Ve- freiungsbeschluffes beantragen. Der Beitrag für diese Zusatzversicherung darf den Betrag von zwei Rpf. für ie fünf RM. Zusatzversicherung nicht übersteigen. Will der Rentner Kassenleistungen in Anspruch nehmen, so hat er sich durch Vorlage des Rentenbescheids und der roten Ausweiskarte der Vostanstalt, welche die Invalidenrente auszahlt (bei Angestelltenrentner Zahlkartenabschnitt über die letzte Rentenzahlung) auszuweisen. Eine Sonderregelung besteht für das Versicherungsverhältnis eines Rentners, der in einer versicherungspflichtigen Beschäftigung steht. Der heutige Arbeitseinsatz verlangt jede noch irgendwie verfügbare Arbeitskraft. Die Sozialversicherung ordnet sich dieser Forderung nicht nur unter, sondern erleichtert dem Rentner die Aufnabme einer Beschäftigung. So war bisher schon bestimmt, daß eine bisher gewährte Rente nicht «deshalb entzogen werden oder ruhen darf, weil her Berechtigte während des Krieges erneut eine Tätigkeit ausübt. Ist dies vor Erlaß der jetzigen Bestimmung doch geschehen, so ist die Rente auf Antraa wieder zu gewähren. Genügen dem versicherungspflichtig tätigen Rent- An dem großen freien Rasenplatz an der Hauptstraße, kurz vor dem Innsbrucker Platz, hatte seit vier Wochen der kleine süddeutsche Wanderzirkus Brommund seine Zelte aufgeschlagen. Drei Wohnwagen, an dessen gelben Seitenwänden die Firma „Zirkus Brommund" gemalt war, daneben ein Geräte- und ^Zeltwagen und zwei Käfigwagen, das war der ganze Zirkus. In den Käfigen befanden sich zwei Affen, einige Terriers und Papageien. Ferner war da noch das Stachelschwein Harald, das als Sehenswürdigkeit galt. Harald schien sehr alt zu sein, jedoch konnte man über sein Alter zu keinerlei sicheren Angaben gelangen. In der Mitte des Platzes stand ein kleines Zelt mit einem Mast, aus ihm klang ein Sprechapparat und Krähe hörte das Stampfen von Pferdehufen. Bor dem Zelt ein kleines Häuschen, die Kasse, in', der Frau Direktor Brommund persönlich sah und die Gelder einkassierte, denn man konnte nicht wissen ... Krähe sah sich alles genau an. Es war neun Uhr abends, als er vor dem Zirkus stand, und er hatte die Absicht, der Vorstellung beizuwohnen und sich dann mit einem oder dem anderen der Artisten zu einem Glase Bier in eine benachbarte Gastwirtschaft zu begeben. So stand er sinnend vor dem Stachelschwein und dachte wie großartig doch die Natur dieses Tier eingerichtet habe im Gegensatz zu dem Menschen. Es gab Zeiten am Polizeipräsidium, wo die Arbeit sich so häufte, daß Krähe zehn Jahre seines Lebens darum gegeben hätte, auch so einen Stachelpanzer zu haben und damit alles, was ihn störte, abwimmeln zu können, aber die Menschen —• Auf dem Gebiete der Tierernährung hat die Landwirtschaftschemie ebenfalls wichtige Aufgaben zu lösen. Hier handelt es sich vor allem um eine Reihe von Eiweiß fragen: daneben stehen die Mineralstoffprobleme im Mittelpunkt der Forschungsarbeit. Einige dieser besonders bedeutsamen Aufgaben der Landwirtschaftschemie seien hier als Beispiele hervorgehoben: Ernährungsphysiologische Untersuchung neuer Futtermittel: rationelle Eiweißversorgung unserer landwirtschafllichen Nutztiere: Futterkonservie- rungs- und Silofragen: Beeinflussung der Qualität unserer tierischen Erzeugnisse durch entsprechende Fütterung: Studium über die biologische Wertigkeit des Eiweißes; Untersuchungen über Mineralstosf- fragen; Ersatz des Eiweißes in der tierischen Ernährung durch sogenannte „Amide": methodische Studien über Futtermitteluntersuchung: möglichster Ersatz von Produkten des Getreidebaues durch solche des Hackfruchtbaues in der Futterration der einzelnen Nutztiere: bestmögliche Ausnutzung des ... .. v. „ , „ Wirtschaftsfutters. Wie sehr Pflanzen- und Tier- Ausgestaltung der Fundamente der modernen Er- ernährung zusammenhängen, zeigen z. B. die neue- nährungslehre überhaupt. B. Forschungen über den Zusammenhang gewisser I ------- Düngungsmaßnahmen: genaue Kenntnis der Reaktion der Böden und ihres Düngebedürfnisses. Die nötige Intensivierung unserer Pflanzenproduktion, wie sie z. B. durch die Verstärkung des Zwischenfruchtbaues in Frage kommt, stellt auch die Pflanzen- ernährungslehre vor zahlreiche neue Aufgaben. Ein anderes gewaltiges Arbeitsfeld eröffnet sich der agrikulturchemischen Forschung hinsichtlich der Beeinflussung der Qualität der Pflanzen durch die Düngung und der Lösung der Frage der Qualitätsprüfung'landwirtschaftlicher Nutzpflanzen. Für unsere Eiweiß- und Fettversorgung ist es auch von größter Bedeutung zu wissen, wie der Eiweiß- und Fettge- halt der Pflanzen durch die Düngung verändert werden kann. Hierher gehören auch die Probleme der Beeinflussung des Nohfaser- und Vitamingehaltes der Pflanzen durch die Düngung, welche Fragen für die Tierernährung und auch für die menschliche Ernährung wichtig sind. Zu verbessern und auszubauen ist nicht nur die analytisch-chemische, sondern auch die Methodik des exakten Pflanzenversuches (Wafser- kultur-, Gefäß-, Feldversuch). Wer zum Bezug einer Rente aus der Jnvaliden- oder Angestelltenversicherung berechtigt ist, wird für den Fall der Krankheit bei der Allgemeinen Ortskrankenkasse oder, wo eine solche nicht besteht, bei der Landkrankenkasse gegen Krankheit versichert. Die Versicherung beginnt mit dem Tage, an dem der Rentner den Rentenbescheid erhält, frühestens jedoch mit dem Tage des Rentenbeginns. Sie endet mit dem Ablauf des Monats, für den letztmalig die Rente ausgezahlt wird. Eine hiernach endende Versickerung kann der Rentner (auch die Witwe oder geschiedene Frau desselben) bei der bisherigen Kasse freiwillig fortsetzen. Dies ist innerhalb von 6 Wochen nach Ablauf des Monats, mit dem die Versicherung endet, der Kasse anzyzeigen. Rentner, die bei einem privaten Krankenversicherungsunternehmen gegen Krankheit versichert sind, können diesen Versicherungsvertrag zum Ende des Monats kündigen, in dem sie den Beginn der Rentnerkrankenversicherung nachweisen. An Leistungen erhält der Rentner die gleichen, wie jeder andere Pflichtversicherte. Barleistungen werden jedoch, mit Ausnahme von Sterbegeld, nicht gewährt. Das Sterbegeld beträgt: _____________ „Also dann wollen wir mal leichtsinnig sein", meinte Krähe, „einen Platz in der ersten Reihe. Der Direktor, in einem lilabraunen Straßen- anzug, führte gerade einige Pferdedressuren vor. Zwei mittelgroße Pferde trabten in der Arena, und Herr Brommund stand mit zwei langen Peitschen in der Mitte und leitete die nach verschiedenen Richtungen. Man hatte einfach ein Stück Rasen abgemäht und darauf die Arena errichtet. Um die Arena standen Bänke, weiter hinten Stühle, und am Eingang der Artisten stand auf einem Gartentisch ein Sprechapparat, der von einem halbwüchsigen, barfüßigen Burschen bedient wurde. Nach dem Dressurakt führten zwei hübsche, kleine Mädchen von etwa sechs Jahren akrobatische Kunststücke vor. Sie waren in Hellen Flitter kleidchen und trugen kleine Kränze im Haar. Der Sprechapparat spielte eine Ballettsuite von Popy. Wäre Krähe nicht .in dieser Hinsicht ein solcher Barbar gewesen, so hätte er staunen können über die Geschicklichkeit und die Grazie dieser kleinen Dinger. Sie sprangen, kletterten, verbogen sich wie ein Schlangenmensch und schienen kein Rückgrat zu haben, dann machten sie wieder einige Tanzschritte, stießen einen hellen Schrei aus und breiteten öic Arme aus. Diese kleinen Dinger aus den unbedeutenden Wanderzirkussen waren der Artistennachwuchs für die großen Varietes der Städte. Mehr als einem solcher Mädchen war es schon gelungen, ein Engagement bei den größten Bühnen zu erhalten und dann zu den Sternen des internationalen Varietes zu gehören. Aber das wußte Krähe nicht. Er hatte ein ungemütliches Gefühl im Magen: dies alles hier sah furchtbar ärmlich und dürftig aus, und er entschloß sich, nach der Vorstellung den Direktor, seine Frau und den Schlangenmenschen zu einem Eisbein und einigen Bieren einzuladen. Leider kam er nicht dazu, sein Versprechen zu halten. (Fortsetzung folgt.) Oie Agn'kulimchemie im Dienste unserer Ernährung Große Forschungsaufgaben der Landwirischastschemie. ner die Leistungen der Rentnerkrankenversicherung, legt er also auf den Bezug von Kranken- und Hausgeld im Krankheitsfälle keinen Wert, so kann er auf Antrag von der Versicherungspflicht aus seinem Arbeitsverhältnis befreit werden. Zuständig hierfür ist das Dersicherungsamt, in dessen Bezirk die beteiligte Krankenkasse ihren Sitz hot. Die Befreiung wirkt vom Beginn des Beschäftigungsverhältnisses an, wenn der Antrag innerhalb eines Monats nach dessen Beginn gestellt wird, andernfalls vom Eingang des Antrags an. Durch die Befreiung entfällt jede Beitragspflicht zur Krankenversicherung und zum Reichsftock für Arbeitseinsatz (Arbeitslosenversicherung). Legt der versicherungspflichtig tätige Rentner Wert darauf, im Krankheitsfälle auch Barleistungen aus der Krankenversicherung (Krankengeld, Hausgeld ufro.) zu erhalten, so stellt er keinen Befreiungsantrag. In diesem Falle wird die Krankenversicherung oon der Kasse durchgeführt, der der Rentner auf Grund seiner versicherungspflichtigen Beschäftigung angehört. Diese Kosse hat dann auf dem von dem Rentner vorzulegenden Rentenbescheid die Durchführung der Versicherung und deren Beendigung zu vermerken. Leistungen und Beiträge richten sich nach den Vorschriften, die für das durch die Beschäftigung begründete Versickerungsverhältnis gelten. Versichertenanteile der Beiträge zum Reichs- flock für Arbeitseinsatz (Arbeitslosenversicherung) sind für diese Rentner nicht zu entrichten, der Arbeitgeberanteil ist jedoch weiterhin zu zahlen. Gegen Vorlage des mit dem Mtgliedschostsvermerk versehenen Rentenbescheids und der roten Ausweiskarte der Postanstalt (bzw. Zahlkartenabschnitt bei Angestelltenrentnern) zahlt die für die Durchführung der Rentnerkrankenversicherung zuständige Kaffe dafür, daß der Rentner die Rentnerkrankenkasse nicht in Anspruch nimmt, den Betrag von 2 RM. monatlich an den Rentner aus. Don Wichtigkeit wäre dann noch die Bestimmung, daß die Rentner von der Verpflichtung, für den Krankenschein und das Arzneiverordnungsblatt eine Gebühr zu entrichten, befreit find. Die Befreiung von der Krankenscheingebühr gilt auch für die Fami- lienkrankenhilfe. Wer als Rentner gegen Krankheit versichert ist, ist zur Mitgliedschaft bei der Krankenversicherung für Kriegshinterbliebene weder verpflichtet noch berechtigt. Mit der Einführung der Rentnerkrankenversicherung ist ein lange gehegter Wunsch der Rentner in Erfüllung gegangen. Die Gesamtheit der Rentner wird es dankbar empfinden, nicht mehr lediglich auf die öffentliche Fürsorge angewiesen zu sein. Der schaffende Volksgenosse kann das beruhigende Gefühl haben, daß er auch an seinem Lebensabend für sich und seine Fanrlie in Tagen der Krankheit die notwendige soziale Betreuung erhält. Es ist verständlich, daß durch die Kriegswirtschaft der Arbeitseinsatz auch solche Kräfte mobil gemacht hat, die normalerweise ein Arbeitsverhältnis nicht ausgenommen hätten. Zu diesem Kreis gehören u. o. auch Ehefrauen. Noch dem Deutschen Sozialversicherungsrecht ist jede Arbeitskraft, die im Arbeitsver- hältnis steht und eine gewisse Einkommensgrenze nicht übersteigt, dem Sozialversicherungsschutz unterstellt. Als erste und wichtigst" Versicherung kommt naturgemäß der Schutz im Krankheitsfall" in Betracht, weil hier das Risiko dos größere ist. Dementsprechend sind auch olle Arbeitskräfte, die in der Kriegswirtschaft eingesetzt werden, gründ «ätzüch krankenversicherungspflichtig. . Hinsichtlich der Rentenversicherungspflickt (Invaliden- und Angestelltenversicherung) Hot der Gesetzgeber gerade für Ehefrauen Ausnahmen von der Versicherungspflicht zugelassen. Es ist ein 5rrt’'m, aus den gesetzlichen Bestimmungen zu folgern, daß sämtl'che durch den Arbeitseinsatz erfaßten yrautm von der Rentenversicherungsvflicht befreit feien. Die Befreiung erstreckt sich grundsätzlich nur auf solche Ehesrauen, die während des Krieges eine Arbeit aufnehmen oder ausgenommen haben und deren Ehemänner nach den gesetzlichen Bestimmungen ver- Diese kurze, nur skizzenhafte Aufzählung aus dem großen Aufgabenkreis der Landwirtschaftschemie läßt die gewaltige Bedeutung dieser wissenschaftlichen Arbeit klar erkennen. Das Agrikulturchemische Institut der Ludwigs-Universität Gießen ist sich bei seiner Arbeit im Dienste dieser Forschungsaufgaben der besonderen Verpflichtung bewußt, die sich daraus ergibt, daß der Schöpfer der Agrikulturchemie, Justus von Lieb io, an unserer Universität gewirkt und hier die Grundlagen für diese Wissenschaft gelegt hat, auf denen auch noch die moderne Forschung unserer Zeit aufgebaut ist. Daß das Gießener Institut immer noch unter mancherlei erschwerenden Umständen arbeiten muß, die sich aus der räumlichen Enge seiner Forschungsstätte ergeben, ist bedauerlich: jedoch sucht der große Idealismus, mit dem die Leitung und die Mitarbeiter des Agrikulturchemischen Instituts an ihren Forschungsaufgaben arbeiten, dem Mangel der räumlichen Beengtheit so weit wie möglich entgegenzuwirken. Ein großzügiger Neubau für das Institut wurde zwar vor dem Kriege bereits projektiert, die Errichtung ist aber durch die zeitbedingten Verhältnisse verzögert worden. Um so mehr verdient die Hingabe, mit der unter den obwaltenden Verhältnissen diese schwärmerisch zu sein und dabei doch ein Flehen zu enthalten, ein Flehen, ihn ernst zu nehmen und nicht über ihn zu lachen. Dieser Schlangenmensch trat, wie Krähe später sah, als phantastisch aufge- vutzter Clown auf und reizte allein durch seinen Anblick die Zuschauer zum Lachen. In seinem Privatleben aber mochte er den Wunsch haben, als Mensch ernst genommen zu werden. „Hm", machte Krähe, „sehr interessant. Was ich fragen wollte: tritt bei Ihnen ein Herr Barthold auf?" Die heitere Miene des Schlangenmenschen wurde ernst. „Barthold?" fragte er zurück, „ja ehern — die letzte Nummer vor dem Lustspiel, der Universal- Elown: Illusionist, Clown und Tierstimmenimitator. Er nennt sich Budjonsy, der Universal-Clown. Er ist ein —" doch dann unterbrach er sich und wies wieder Aur Kasse. Offenbar wollte er einige charakterologische Anmerkungen über jenen Barthold geben, doch überlegte sich rechtzeitig, daß es nicht angängig war, einem Fremden gegenüber einen Kollegen schlecht zu machen. Er ging langsam, mit großen Schritten, zu einem Wohnwagen, in dem er verschwand. Krähe sah ihm nach und hatte den Eindruck, daß der Lange jeden Augenblick zusammenbrechen könnte, so dünn waren seine Glieder und so schwach sein Gang. „Jeden Tag ein Eisbein von zwei Pfund", brummte Krähe, indem er zur Kasse ging, „würde ihn wieder auf die Beine verhelfen. Mein Gott, von Gräsern und Wurzeln kann ein Mensch doch nichts werden." „Stehplatz, der Herr?" fragte die Frau Direktor. „Wieso, sehe ich so aus?" fragte Krähe ärgerlich zurück. „Nein", lachte sie freundlich, „aber es sind nur noch Stehplätze und Plätze auf der ersten Reihe zu haben. In der ersten Reihe kostet der Platz achtzig Pfennige — Stehplatz dreißig." sicheruntzsfrei sind oder von der Versicherungspflicht befreit werden können, weil sie Anspruch auf Ruhegehalt, Wartegeld oder ähnliche Bezüge haben und die Hinterbliebenenoersorgung gewährleistet ist. Grundgedanke für die Befreiung von Ehefrauen ist im allgemeinen, daß im Todesfälle die Hinterbliebenen auf alle Fälle versorgt sind, entweder aus der Sozialversicherung oder auf Grund von Bezügen aus einem Beamtenverhältnis. Es würde zu weit führen, die komplizierten gesetzlichen Vorschriften an dieser Stelle zu erörtern. Das Städtische Versicherungsamt, Am Nahrungsberg 37, steht jedem Beteiligten zu Auskünften zur Verfügung. Mehrarbeitsvergütung für leitende Angestellte. 9n den Amtlichen Mittellungen veröffentlicht der Reichstreuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Hessen eine allgemeine Bekanntmachung hinsichtlich der Mehrarbeitsvergütung für leitende Angestellte. Es heißt hierin: ,Zn letzter Zeit ist wiederholt der Versuch gemacht worden, bei leitenden Angestellten (Angestellten mit einem Monatsgehalt von mehr als 600 RM.) den Lohnstopp durch die Gewährung von Mehrarbeitsvergütungen zu umgehen. Im allgemeinen sind Mehrarbeitsvergütungen für leitende Angestellte nicht gerechtfertigt. Wenn ein leitender Angestellter infolge der Knegsverhältnisse in stärkerem Ausmaß Mehrarbeit leisten muß, so kann von ihm erwartet werden, daß er die kriegsbedmgte Mehrarbeit im Hinblick auf seine Stellung ohne besondere Vergütung verrichtet. Es ist nicht üblich, und es wurde auch in der Vergangenheit stets abgelehnt, daß die Gehaltsbemessung der leitenden Angestellten nach Stunden erfolgt. Mit dem Gehalt eines leitenden Angestellten wird im allgemeinen nicht eine bestimmte wöchentliche Arbeitszeit, sondern die in den Aufgabenbereich des Angestellten fallende Arbeit, die im Wechsel der Zeit größer oder kleiner sein kann, abgegolten. Die Gehaltsbemessung des leitenden Angestellten erfolgt also unter dem Gesichtspunkt der Leistung nicht aber nach den Stunden, die er im Betrieb verbringt. Bei gewissen Gruppen von leitenden Angestellten, insbesondere bei technischen Angestellten, kann es sein, daß eine andere Beurteilung Platz greifen muß. Aber auch hier ist es aus Gründen des Lohnstopps erforderlich, daß die Gewährung von Vergütung für Mehrarbeit nur in dem notwendigen und unter Berücksichtigung der Kriegsumstände als angemessen anzusehenden Rahmen erfolgt. Um einer Umgehung des Lohnstopps durch Gewährung von Mehrarbeitsvergütungen für leitende Angestellte vorzubeugen, bestimme ich auf Grund des § 1 der Verordnung über die Lohngestaltung, daß Mehrarbeitsvergutungen für leitende Angestellte vom 1. Mai 1942 an nur insoweit zulässig sind, als ich ihnen schriftlich zugestimmt oder sie angeordnet habe." Tiere wechselten bei guten Preisen den Besitzer. Den größten Teil der aufgetriebenen Tiere erwarb der Zweckverband Biedenkopf-Wetzlar, einige Tiere gingen nach Schlesien, Westfalen, dem Harz und nach Oberhessen. Am kommenden Freitag findet eine große Zuchtviehoersteigerung in Ebern, Fleckviehbullen und Niederungsbullen statt. Aus der engeren Heimat. Landkreis Gießen. $ Lollar, 18. April. Am morgigen Sonntag, 19.April, kann Frau Elisabeth Erdmann, geb. Simon, in bester körperlicher und geistiger Regsamkeit auf ein Alter von 84 Jahren zurückblicken. Der Jubilarin gelten auch unsere herzlichsten Glückwünsche. „ „ □ ß a u b a d), 17. April. Als letzte Vorstellung m der Reihe der Darbietungen der Laubacher Kun st gemeinde brachte die Spielgemeinschaft der Rhein-Mainischen Landesbühne die rheinische Komödie „Spalierobst" von Ritzel hier zur Aufführung. Es war ein beschwingter Abend, in dem der harmlose Frohsinn in einer konfliktreichen Handlung voll Situationskomik sich fpannungsreich und kurzweilig entlud. Der wohlverdiente Beifall war stark und herzlich. , . )-( Ruppertsburg, 16. April. Unsere K r re - gerkameradschaft hielt bei Gastwirt Hahn ihren diesjährigen Hauptappell ab. Kameradschaftsführer Seipp gedachte zunächst der im abgelaufenen Jahre verstorbenen und der im Kriege gefallenen Kameraden und verlas sodann den Jahresbericht, der zeigte, daß die Kameradschaft sich ihrer Aufgaben während des Krieges voll und ganz bewußt ist. Die Rechnungsablage durch den langjährigen Rechnungsführer Wilhelm Lehr II. hatte ein gutes Ergebnis. Die Versammlung beschloß, dem Deutschen Roten Kreuz 20 RM. zu überweisen. Zwei Kinder stürzten aus dem Fenster. LPD. Hanau, 17. April. In der Yorckstraße stürzten zwei Kinder im Alter von drei und vierJahren aus einem Fenster des zweiten Stockwerks in den Hof herunter. Ein schnell hinzuspringender Mann konnte gerade noch das kleinere Kind auffangen und so vor Schlimmerem bewahren. Mit einigen Prellungen kam dieses Kind davon, während sich das andere Kind beim Aufschlagen auf den Boden schwere Kopf- und Gesichtsverletzungen sowie einen Beinbruch zuzog. Zum Glück sind die Verletzungen nicht lebensgefährlich. Wahrscheinlich haben sich die beiden kleinen Kinder zu weit aus dem Fenster gebeugt und dabei das Gleichgewicht verloren. Sie suchten sich dann noch im letzten Augenblick aneinander festzuhalten, wodurch der verhängnisvolle Doppelsturz ausgelöst wurde. — Allen Eltern eine neue Mahnung zur größten Sorgfalt. Von der Frankfurter Börse. Rotvieh-Absotzveranstallung in Gießen. In der Versteigerungshalle Rhein-Main auf dem Gießener Viehmarktplatz fand am gestrigen Freitag die 6. Elite-Absatzveranstaltung des Reichsverbandes der Rinderzüchter, Abt.V, Rotes Höhenvieh, statt, zu der 30 Bullen und 7 weibliche Tiere aufgetrieben waren. Nach der Eröffnung durch den Abteilungsleiter, Bauer Brand- Stohte, überreichte der Leiter des Tierzuchtamtes Gießen, Landwirtschaftsrat Dr. Wagner, dem verdienten langjährigen Züchter Bauer Otto Fischer, Hof Zwiefalten, als äußeres Zeichen der Anerkennung für hervorragende Zuchtleistungen den Otto-Wagner-Gedächtnispreis. Bei dem Verkauf brachte das aufgetriebene Tier- material den gewünschten Erfolg, denn sämtliche IG. Farben im Vordergrund. FWD. Frankfurt a. M., 17.April. Die vergangene Berichtswoche stand im Zeichen einer Son- berbemegung in IG. Farbenindustrie, die schließlich — ähnlich wie bereits vorher bei Siemens — dazu führte, daß im variablen Verkehr eine Notiz unterblieb und der Kaffakurs letzten Endes jeweils unverändert festgesetzt wurde, allerdings unter ständig schärferer Rationierung. Heber die Gründe, die zu der starken Nachfrage nnchJG.-Aktien führten, hörte man verschiedene Ansichten. Zunächst dürfte die Tatsache nutgewirkt haben, daß nach den Vorgängen am Siemensmarkt und nach der Anpassung der konvertierten 4,5proz. Pfandbriefe an den Stand der bisher schon 4proz. das anlagesuchende Publikum sich mehr der JG.-Farben als einem Standardpapier zuwandte, zum andern dürften auch Aufstok- kungserwarkungen mitsplelen. Die IG. hat bisher dazu noch keine endgültige Stellung genommen; soweit Verlautbarungen vorliegen, lassen sie die Frage, ob und inwieweit Aufstockung, noch völlig offen. Jedenfalls betrachtet man die Entwicklung am Farbe nmarkt mit gemischten Gefühlen, da — sofern die Börse selbst die Situation nicht endlich meistern kann — die Einführung von Festkursen befürchtet wird. Diese Befürchtungen haben dazu beigetragen, daß die zunächst zahlreichen mebrprozentigen Kurssteigerungen auch in anderen Aktien rasch wieder aufhörten und Rückschläge nicht selten waren. So gaben Demag einen Anfangsgewinn von 4 v. H. schon am nächsten Tag wieder her. Immerhin sind 5proz. Kurserhöhungen nicht wenig eingetreten, so bei Rheinbraun, Südd. Zucker, Dt. Erdöl, Salzdetfurth, Wintershall, Gesfürel, Goldschmidt, AEG. und Rutgers, Conti Gummi {Hegen bis um 7, Accu- Mutatoren bis 9 v. H., auch Rheinstahl und Stahl« verein bis 4 v. H. Bankaktien lagen 1 bis 2 v. H. fester, stark schwankend waren Berger, fast täglich um Prozentbruchtelle höher waren Zell Waldhof. Scheideanstalt durch die Kapitalberichtigung wenig beeinflußt, Metallgesellschaft zogen allerdings auf die 5 proz. Aufstockung vorübergehend bis 234 an, auch VDM. umgestellt um etwa 2 v. H. fester. Am Rentenmarkt konnte die Reichsaltbesitz anleihe sich mit 165,25 gut behaupten, Steuergutscheine I stiegen um fast 0,75 v. H. auf 105,25. Die (nicht amtlich gehandelten und notierten) Reichsschätze von 1942 Folge I finden starke Nachfrage, aber auch für 1941er börfemnäßig gehandelte ist das Interesse größer geworden. Jndustrieobligationen im allgemeinen ruhig und wenig verändert. O.Jt.-'fpoii Dom Futzball. VfB.-Rb. — Ehringshausen. Watzenborn-Steinberg — Luftwaffe. Von den ursprünglich angesetzten 3 Meisterschaftsspielen wurde das Spiel 1900 gegen Sinn wieder ab gefetzt, da mehrere Jugendspieler zu einem Bann- Au swahlspiel abgestellt werden müssen. Auf dem Waldsportplatz empfängt der VsB.-Rb. den Sp. Ehringshausen zum fälligen Rückspiel. Nach änfänglich gutem Start ist Ehringshausen in der Tabelle wieder zurückgefallen und nimmt z. Z. den 4. Platz ein. War das Vorspiel in Ehringshausen schon ausgeglichen, so muß man VsB.-Rb. auf eigenem Gelände ein Plus zusprechen. Auf Grund der vorsonntägigen Leistung im Spiel gegen Watzenborn-Steinberg sollte es VfB.-Rb. nicht schwer fallen, zu zwei weiteren wichtigen Punkten zu kommen. Das wichtigste Spiel steigt in Watzenborn-Steinberg, wo die beiden führenden Mannschaften auf- einanbertreffen. Dieses Spiel wird auch zugleich den Meister der Staffel 9 Gießen-Wetzlar ermitteln. Zur Zeit führt die Luftwaffe mit einem Punkt Vorsprung vor Watzenborn-Steinberg. Tpahenborn-Steinberg I — Luftwaffe Gießen L Das rückständige Vorrundenspiel Watzenborn- Steinberg gegen Luftwaffe Gießen kommt am morgigen Sonntag auf dem Platz in Watzenborn-Steinberg zum Austrag. Gewinnt die Luftwaffe diefes Spiel, fo kann sie jetzt schon als Meister der Gruppe betrachtet werden. Selbstverständlich werden die Platzbesitzer alles daransetzen, dieses Spiel für sich zu entscheiden, um weiterhin in der Spitzengruppe der Tabelle vertreten zu fein. Handball. Gauklasse. Nach dem Siege der Luftwaffe über Pfungstadt nimmt Gießen den 5. Tabellenplatz ein. Gelingen den Soldaten in den restlichen Spielen noch Punktgewinne, so ist eine weitere Verbesserung Tatsache. Der jetzige Tabellenstand ist folgender: Polizei Frankfurt 24:2 P., SA. Frankfurt 16:6 P., Dietzenbach 14:8 P., Pfungstadt 14:12 P., Luftwaffe- Gießen 8:14 P., Mombach 6:16 P., Rüsselsheim 6:16 P., Offenbach 4:18 P. Kreisklasfe. Holzheim trat zu dem Spiel gegen die 2. Mannschaft der Gießener Luftwaffe nicht an. Die Gäste vergaben dadurch die Möglichkeit, als Kreisbester hervorzugehen. Krofdorf — Watzenborn 11:8 (4:4). Die Gäste begannen recht vielversprechend. Nach kurzer Spielzeit führte man schon mit 3:0 Toren. Krofdorf gelang jedoch bis zur Pause der Gleichstand'. Mach dem Wechsel hatte die Platzmannschaft mehr vom Spiel und konnte knapper Sieger werden. Hörnsheim — Lang-Göns 4:10 (2:8). Hörnsheim hat nach langer Ruhepause den Spielbetrieb wieder ausgenommen. Obwohl die Gäste Er- verdunkelungszeil: 18. April von 21.25 bis 5.47 Uhr. 19. April von 21.27 bis 5.45 Uhr. satz in ihren Reihen hatten, waren sie jederzeit überlegen. Die Drangperiode der Platzmannschaft konnte Lang-Göns sicher abwehren. HJ.-Klasse. Um für die Rückrunde gerüstet zu sein, trugen Watzenborn und Lang-Göns Freundschaftsspiele aus. Spiele um bie Bannmeisterschaft. Am Sonntag werden die Sviele um die Bannmeisterschaft fortgesetzt. Durch Vas Ausscheiden von Lich hat es in der Tabelle Aenderungen gegeben. Da die Mehrzahl der Vereine geschwächt ist, kann mit Überraschungen gerechnet werden. Watzenborn — Mtv. Gießen. Die Gießener führen zur Zeit die Tabelle an. Da sie jedoch alle restlichen Spiele auswärts haben, werden sie schwere Treffen zu erwarten haben. Zu diesem Spiel ist man nun in der glücklichen Lage, verstärkt antreten zu können. Die Platzmannschaft muß trotz des vielen Ersatzes versuchen, die Niederlage nicht allzu hoch werden zu lassen. Das Vorspiel sah die Gäste mit 12:6 Toren als Sieger. Holzheim — Grüningen. Die letzte Begegnung beider Vereine in einem Freundschaftsspiel endete mit einem klaren Sieg der Gäste. Es bleibt abzuwarten, wie sich die neue Aufstellung der Gastgeber bewähren wird. Da Grüningen noch eine Möglichkeit besitzt, in die weitere Entscheidung einzugreifen, werden sie alles versuchen, die Punkte zu erringen. Das Vorspiel endete 7:5 für Grüningen.______________________________ Reese-Gesellschaft, Hameln Man verlange beim Einkauf Karlsrprudel Zo gleichen Preisen in Apotheken. Drogerien and durch die Bmnoenverwaltung Biskireben - Rui 44 - erhältlich. Gefunöheit ift Schönheit l Gefunöfeln tft nicht zuletzt eine Frage der richtigen Ernährung. Zur rechten Ernährung aber gehört Vollkornbrot ? denn nur In Ihm sind die Nähr* und Äufbauftoffe des Getreiöehornee reftloe enthalten. - Deshalb verleiht Vollkornbrot dem Körper Spannkraft und Gelchmeidlg- kelt, auch erhält es die Zähne gesund, weil etz gut durchgekaut werden muß. - Vollkornbrot mit der Gesundheitsrune, dem amtlichen Gütezeichen, ift zu haben bei Gemeinscbaftswerk Versorgungsring Oberhessen-Nassau Gesellschaft mit beschränkter Haftung Giessen - Schanzenetraöec 16 Verkauf an jedermann umiiiiiiiiimiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiim Mehr Freude an der Natur durch Äermühter-Bücher^ lllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Warum weil es ein Jahrtausende altes NafurmiHel zui Reinerhaltung unseres Blutes istl „h; aber..." — nein, nicht „aber , denn Knoblauch Beeren „Immer jünger" sind geschmack- u. geruchfrei und enthalten doch alle wirksamen Bestandteile des reinen Knoblauchs in hochangereicherter Form da» altbewährte Mittel tu» „inneren Reinigung“. 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Denn Vita« min Bi ist wasserlöslich, und 50 % des Sehaltes Können durck falsckes Kacken verlorengehen. Käthe Koch geb. Flick Margot Doobe geb. Sommer GROSSE Köm Die Verlobung unserer Tochter Charlotte mit Herrn Oberleutnant Georg Vaerst beehren wir uns anzuzeigen Bankdirektor Wilhelm Mattern z. Z. Hauptmann bei der Wehrmacht und Frau Elisabeth, geb. Kransmüller Gießen, Gutenbergsträße 4 Wollstoffe Seidenstoffe Modische Drucks OTTO GEBÜHR KRISTINA SÖDERBAUM GUSTAV FRÖHLICH HANS NIELSEN Ein Veit Harlan-Film der Tobis Leibbinden Bruchbänder Einlagen Anfertigung in eig. VVerkstätte Kurt Kling vorm. Hefter Nacht Bandaftistenmelst. Marktstr.16 Lieferant der Krankenkassen Damen-Bedienung. Einlagen Leibbinden Gummistrümpfe 1295 A J. Frohn Marktplatz 19 Lieferant aller Krankenkass. Vas mel|te Vitamin Bi enthält übrigens die Vierhefe, und mit diesem Kostbaren Wirkstoff aus der fißfe ist unser Vilamalz - kinsackbier angereickert. 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Vorstellung: Der Wildscfiütz Oper von Lortzing Beginn: 18.00 Uhr. 1297D Karten versand ab Samstag, den 18. April 1942. Sämtliche Karten werden mit der Post zugeschickt. fanöro. bezug- und Mtz-GEuWsl e. G. m. b. H., Gietzen-Wieseck. Bilanz rum 31. Dezember 1941. Die vorstehende Iahresrechnung und Bilanz lieejt 8 Tage zur Einsicht der Mitglieder in der Geschäftsstelle, Äornblumenstratze 12, offen. Die Generalversammlung findet statt am 24. Avril 1942, 20.30 Uhr, bei Gastwirt Otto Aber z Zt. denen lassen, die’s am nötigsten habenj Und: nicht schimpfen, wenn Sie’s nicht immer be* kommen. Das wird auch wieder anders. — AHeimrf Hersteller; OlAabsfeto.q, S^I’gensladUtU^SU/ Ihre Vermahlung geben bekannt Uhrmachermeister u. Juwelier Karl Beck z. Z. Gefr. in einem Inf.-Batl. Hanni Beck geb. Thoms Gießen Göhren auf Rügen Hotel Prinz Carl 18. April 1942 druck Ken $dho rotie oder gekochte h Früchte mit oder f j ohne Zucker inZubindegläser* und -gefäflen Beutel 20 PfQ. Haftsummenbewegung. 61900,— RM. Mitgliederbewegung Am 1. 1. 1941 Zugang Abgang Stand am 31. -12.1941 1. Bekanntgabe der Jahresbilanz und Genehmigung derselben. '2. Verteilung des Reingewinnes. 3. Entlastung des Vorstandes und Aufsichtsrais. 4. Ergänzungswahl deS Vorstandes und Aufsichtsrats. 5. Verschiedenes. Ter Aufsichtsrat. Ter Vorstand. WRO-EINRJCMTUNGEM Gießen, Bahnhofstraße. Hersteller: Friko-Dortrpund, Postfach 225 Ra*. 347 32 Theater der Universitätsstadt Gießen TAG DER UNIVERSITÄT Montag, den 20. April, 19 bis 21.30 Uhr 5. Festabend dramatischer Bühnenkunst Sappbo Trauerspiel in 5 Aufzügen von Franz Grillparzer Inszenierung: Wilhelm Michael Mund Bühnenbild : Karl Löffler den eingemeindeten Vororten Lickden, Gießen-Wiefeck sowie für Schiffenberg: wenn der Beginn des Hundebesitzes in die Zeit ' . 36 — RM. 3 GUTE GRÜNDE für den Raucher, der Astra treu zu bleiben und lieber noch einmal nach ihr zu fragen, wenn sie nicht immer gleich erhältlich sein sollte. KYDIAZI 0t § liegt zug. stellte unö Mortes b der Krast die Kample bahn punkte als in lung "N herannaht sch-oeren । .M al geschichtlie als öo: qeit Enste den 'M des käi sere 2olt Hand in der deuts, er als § 8®- mit all I Folgen g • gangenen es von e nicht nur gespornt ermessen Volk zr liefe, die zunächst geht, daf tergan Es ers rerr unf1 ten Eint cher de 1 erlebt. ? Spähtru geistigen jeden D erringen in dei haMur will, dei dieser m seibjtveri gebnis \ der inn siegreich ' Zeiten fi Tun un Hartnäckige Hustenqualen und Bronchitis Gießen Meiningen (Thür.) Gutcnbcrgstr. 4 Bismarckstr. 17 z. Z. im Felde im April 1942 Giebener Vortragsring Volksbildungsstätte Gießen der MSB. „Kraft durch Freude“ Goethe-Bund / Kulturelle Vereinigung. Freitag, den 24. April 1942, abends 7.15 Uhr Neue Aula der Universität Vortragsabend des Vortragsmeisters Ernst Hameister Heiteres aus den Werken Fritz Reuters Die Mitglieder des Goethe-Bundes, der Kulturellen Ver- etutguugund derVolksbildungsstätteGießenhabcn gegen Mitgliedsausweis freien Eintritt (G.B.-Kontr.-Abscnn. Nr. 2, K.V.Kontr.-Abschn. Nr. 8). Die Mitglieder der Gosel schalt für Erd- und Völkerkunde erhalten gegen Kontr.-Abschn. Nr. 8 ermäßigte Eintrittskarten zum Preise von RM. 0.50, die Mitglieder der NS.-Frauen- schalt, des Landsch»hsbnndes Volkstum n. Heimat zum Preise von RM. 0.75 auf Sammelbestellung, Nichtmitglieder zum Preise von RM. 1,25 bei Challier, Neuenweg Die Angehörigen des Veranstaltungsringes der HJ. erhalten Eintrittskarten zum Preise von RM. 0,30, Bruchleidende tragen die seit 20 Jahren erprobte und stets verbesserte „UWA,k- Bandage. Durch ein schlecht sitzendes Bruchband wird der Bruch größer, eine Brucheinklemmung kann zum Tode führen. 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April 1942. ________________________01786/ Täglich: 2.00, 4.30, 7.30 Uhr Bis Mittwoch, 22. April einschl. Jugend hat Zutritt 1. wenn der Beginn des Hundebefitzes in die Zeit vor dem 1.10.1942 fällt . . . 24,— RM. einheitlich für jeden Hund; 2. vom 1.10.1942 ab . r 12/— M einheitlich für jeden Hund. Die Zahlung der Hundesteuer erfolgt in vier? gleichen Teilbeträgen, und zwar jeweils zum 1. Juni, 1. September und 1. Dezember 1942 sowie 1. Februar 1943. Die Anforderungszettel über die Hundesteuer werden den Zahlungspflichtigen in den nächsten Tagen zugestellt. 1288C Gießen, den 15. April 1942. Der Oberbürgermeister. MIT UND OHNE MUNDSTUCK Vornehmi Geschmackvoll! Persönlichi Diese wesentlichen Eigenschaften der guten Familien- Drucksache bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Aus führungsarten und Papieren zu mäSIgenPrelsen Brühl’sche Druckerei. 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Die Hundesteuer beträgt auch für das Rj. 1942 unverändert wie bisher: a) für Alt-Gießen: OOOlpOCQgpTT --^uiess er? Friedrichstr.7 Uieferant aller Kassen Aktiva RM. 1625,06 13951,53 Passiva RM. 1 708,08 4286,05 3002,97 15648,— 4695,— 1,— 1866,— 10000 — 9231,55 7000,— 400,— 4800,— 431,88