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Auch deutsche See- und Luststreitkräste
mit großem Erfolg an der Zerschlagung der britischen Geleitzüge beteiligt.
Malta konnte nicht verstärkt werden
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an der kandalakscha- auf Strecken der TNurman- der Feind in Luftkömpfen
Innenpolitik befindet, kommt auch in der lenfatio* Nellen Nachricht 311111 Ausdruck, daß einige führende Politiker des Landes über die Grenze geflüchtet sind. Es handelt sich hier um Persönlichkeiten, die wie Ali Mäher Pascha und der frühere Generalstabschef Masri Pascha — der schon vor einiger Zeit bei einem Fluchtversuch von den Briten verhaftet wurde — gegen die englandfreundliche Richtung der herrschenden Clique eingestellt sind. Unter den Geflüchteten befinden sich so angesehene Politiker wie Abdel Mu nein Pascha, Mohammed Tukor und Mansur Doud, Männer also, die in der ägyptischen Oes- fentlichkeit eine große Rolle gespielt haben. Nimmt man hinzu, daß die Briten in der geistigen Metropole des ägyptischen Nationalismus, nämlich in der berühmten mohammedanischen Universität Al Azhar, Hausdurchsuchungen vorgenommen haben, und man in Kairo einen britischen Handstreich auf dieses Zentrum des Widerstandes gegen die englandhörige Politik befürchtet, versteht man, daß gerade in Kreisen der nationalen Jugend die Vorder Luftwaffe richteten sich gegen Eisenbahnanlagen im Raum um
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Tobruk, ist zugunsten der deutschen und italienischen Truppen entschieden. Rachdem die feindlichen Panzerkräfte bei A c r 0 m a zerschlagen waren und
m a n s k und erzielten Bucht Vombentrefser Bahn. Hierbei verlor
in der Verfolgung nach Rorden die Via V a l b i a überfchritten und die Küste erreicht wurde, sind die englischen und südafrikanischen Truppen in der Gazala-Stellung von ihrer Verbindung mit Tobruk abgeschnitten.
3m Angriff von Westen haben italienische Divisionen diese Stellung durchbrochen. 3n den Abendstunden des gestrigen Tages wurden auch südlich Tobruk stark befestigte Wüstenforts gestürmt und weiter nach Osten Raum gewonnen. Das Ausmaß des Sieges läßt sich noch nicht übersehen.
3m Kanal wehrten leichte Seestreitkräfte bei der Sicherung eines Geleits drei Angriffe feindlicher Schnellbookgruppen ab Und versenkten durch Artillerietreffer auf kurze Entfernung zwei britische Schnellboote. Weitere feindliche Boote wurden zum Teil unter Anwendung von Handgranaten schwer beschädigt.
3n Südwestengland wurden in der vergangenen Rächt militärische Anlagen mit Bomben belegt.
Einzelne britische Flugzeuge führten am gestrigen Tage unter dem Schuh von Wolken einen wirkungslosen Störangriff auf westdeutsches Grenzgebiet durch.
zehn' Flugzeuge. Rachtangriffe Flugplätze und Moskau.
Die Schlacht
Geknickte Hoffnungen.
Von unserer Berliner Schriftleitung.
Oer Wehrmachtbericht.
DRB. Aus dem Führerhauptquartier, 16.3uni. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
3m Vefestigungsgelände vor Sewastopol fanden gestern nur Kämpfe geringeren Umfangs statt. Die Luftwaffe vernichtete im Hafen der Südbucht einen feindNchen Zerstörer.
Der ostwärts L h a r k 0 w erkämpfte Brückenkopf über den Done; wurde nach Rorden erweitert. 3m übrigen scheiterten im mittleren und nördlichen Abschnitt der Ostfront örtliche Angriffe des Feindes.
Starke Kampffliegerkräfte bombardierten mit guter Wirkung einen feindlichen Flugplatz bei 2H u.r -
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K.S. Seck.
Wie bei einer Maschine ein Rad in das anders greifen muß, um den höchsten Nutzeffekt zu erreichen, hat die totale Kriegführung ihre verschiedenen Waffen zu Lande, zur See und in der Luft so genau abgestimmt, daß damit das Ziek, die Vernichtung des Gegners, ermöglicht wird. An und für sich ist N 0 r d a f r i k a nur ein einzelnes Glied der her Dreiverbands-
DRB.Aus dem Führerhauplquartier, 16. 3unl Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
3m TNittelmeer haben Verbände der deutschen Luftwaffe und Einheiten der d e u t sch e*fr Kriegsmarine im Zusammenwirken mit italienischen Luft- und Seestreitkräflen der britischen Flotte und der feindlichen Versorgungsschiffahrt schwere Ähläge verseht. Außer den bereits gemeldeten italienischen großen Erfolgen gegen den vom Atlantik kommenden Geleitzug wurde ein von Alexandrien kommendes und von starken Flottenkräften gesichertes britisches Geleit zerschlagen. 3n der Zeit vom 13. bis 15. 3uni wurden hierbei durch deutsche Lust- und Seestreitkräfle vier Kreuzer und
Unser Bild zeigt Generaloberst Rommel mit seinen Offizieren im Kampffeld. (PK.-Kriegsberichter Zwilling. sSchj)
Zerstörer, zwei Bewachungsfahrzeuge und sechs Handelsschiffe mit zusammen 56000 BRT. versenkt. Außerdem wurden ein Zerstörer und acht Handelsschiffe durch Torpedos getroffen, in Brand geworfen oder so schwer beschädigt. daß mit ihrem Verlust zu rechnen ist. weitere sechs Kriegsschiffe und sechs Handelsschiffe erhielten Bomben- oder Torpedotreffer. Von den zur Sicherung des Geleitzuges eingesetzten feindlichen 3 ä - gern wurden 33 im Luftkarnpf abgeschossen. Zehn deutsche Flugzeuge gingen verloren. Die Reste des Geleitzuges wurden zur Umkehr gezwungen. An dem Erfolg ist das Unterseeboot des Kapitänleutnants R e s ch k e durch die Versenkung eines britischen Kreuzers beteiligt.
würfe immer heftiger werden. So richtete kürzlich die nationalistische Vereinigung der ägyptischen Studenten in der Schweiz, „Misr", ein Telegramm an den Ministerpräsidenten, in dem dieser unverblümt daran erinnert wurde, daß es seine Pflicht sei, den Grundsatz einer wirklichen Unabhängigkeit „unter dem Schutz des jungen verehrten Königs Faruk, des Symbols der ägyptischen Unabhängigkeit", zu wahren. Die Studenten forderten Nahas Pascha auf, für die sofortige Entfernung der Engländer aus Aegypten zu sorgen und der Dynastie die Treue zu halten.
Nimmt man noch hinzu, daß in diesen Tagen die ägyptische Wochenschrift „Hurriyet el Schuub" heftig darüber Klage führte, daß die großen Vermögen in Aegypten sich in den Händen der „Fremden" — gemeint sind die Juden! — befänden, wovon auch die Banken — von der Misr-Bank abgesehen — keine Ausnahme machten, und daß auch der ägyptische Großgrundbesitz zum größten Teil sich in den Händen der „Fremden" befände, hat man das Ausmaß der heutigen Nöte und Sorgen Aegyptens vollständig vor Augen. Daß diese verworrene Lage durch die englische Herrschaft — die ja de facto eine solche ist — hervorgerufen wurde, darüber besteht bei allen nationalgefrnnten Aegyp- tern heute kein Zweifel mehr.
Roan, 16. Juni. (DNB.) Zu der Vernichtung der beiden englischen Geleitzüge wird amtlich ergänzend mitgeteilt:
Während am 14. 6. Verbände der Luftwaffe von Sardinien und Sizilien den vom Atlantik herkommenden britischen Geleitzug angriffen, hielten im öftlichey-Mittelmeer italienische und deutsche Erkundungsflugzeuge die Bewegung des zweiten stark., gesicherten, von Alexandrien w e st w ä r t s fahrenden feindlichen Geleifzuges unter Kontrolle. — Dieser aus etwa 20 Handels- und Sicherungsschiffen bestehende Geleitzug wurde um 18.55 Uhr südöstlich von Kreta von italienischen von den Aegäischen Inseln gestarteten Bombern erreicht, die ein großes Schiff, wahrscheinlich einen Kreuzer, trafen, auf dem ein großer Brand ausbrach. Deutsche Einheiten setzten die Schläge gegen die feindlichen Streitkräfte fort und erzielten Resultate, die soeben in einer Sondermeldung vom Oberkommando der deutschen Wehrmacht bekanntgegeben rouröen.
Am 15.6. wurde beobachtet, daß der Geleitzug auf der Höhe des Meridians von Apollonia seine Route änderte. Um 15.10 wurde er südlich der Insel Gaido in Richtung Alexandrien gesichtet. Daraufhin traten Bomber und Torpedoflugzeugoerbände von Libyen in Tätigkeit, die um 17.15 Uhr den Geleitzug auf dem Meridian von Marsa Luch in einer Position antrafen, die von Kreta und der Marmarica fast gleich weit entfernt ist. Die Bomber trafen ein Schiff mittlerer Tonnage
3er mit Torpedos trafen. Feindliche Jäger schossen eines unserer Torpedoflugzeuge ab und verloren selbst zwei Maschinen. Die 0 e u t s ch e Luftwaffe setzte die Angriffe gegen die übriggebliebe- nen Schiffe des Geleitzuges fort.
Der vom Atlantik kommende Geleitzug wurde am 14.6. auch von deutschen Kampfflugzeugen in Zusammenarbeit mit den italienischen Bombern und Torpedoflugzeugen im Seegebiet östlich von La Ga- lite angegriffen. In Luftkämpfen wurden zwölf feindliche Flugzeuge mehr, als am Montag gemeldet, abgeschossen. Am 15. 6. schossen italienische Jä-1 ger sieben Torpedoflugzeuge und vier Kampfflugzeuge vom Typ Blenheim ab. Bomberverbände von Sizilien warfen Bomben auf die übriggebliebenen Schiffe zwischen Pantelleria und der afrikanische^
Mittwoch, 17. Juni I
erfolgte Ausbootung des ägyptischen Finanzministers Makram Ebeid Pascha aus dem Wasd-Kaoinett Nahas Paschas die Lage in Aegypten besser und klarer geworden ist. Nach wie vor bestehen starke Spannungen, da die nationalistisch gesinnten Kreise Aegyptens dem Premierminister Nahas Pascha vor allem seine Englandhörigkeit vorwerfen, die das Land immer mehr der Gefahr aussetzt, in den Krieg verwickelt zu werden.
Der abgesetzte Finanzminister Makran Ebeid Pascha spielte als Generalsekretär der Wafd-Partei*— einen Poften, den er eben« falls niederlegen mußte — und innerhalb des Kabinetts eine große Rolle, da er neben dem Finanz- Ministerium vor allem das Versorgungsministerium des Landes leitete, das neben dem von Nahas Pascha geführten Außenministerium bei der augenblicklichen Lage Aegyptens wohl als das wichtiaste angesprochen werden muß. Denn die Krise, die zum Rücktritt Ebeid Paschas führte, wurde
am Heck. Die Torpedoflugzeuge trafen trotz Störungsversuche der von Aegypten aufgestiegenen feindlichen Jäger mit zwei Torpedos einen Hilfskreuzer von 5000 Tonnen, der schwere Schlagseite zeigte. Die Wirkung eines weiteren Torpedos gegen einen 7000-Ton neu-Kreuzer konnte durch das Eingreifen feindlicher Jäger, die zwei Flugzeuge verloren, nicht genau beobachtet werden. Bomber bemerkten, daß drei Schiffe Kurs auf den Kreuzer nahmen, was vermuten läßt, daß dieser beschädigt wurde. Fast gleichzeitig wuyde der Geleitzug im gleichen Seegebiet von Torpedoflugzeugen der Aegäischen Inseln angegriffen, die einen Torpedobootszerstörer der Klasse „Jer- vis" versenkten und zwei weitere Kren-
Lage Nordafrikas ist jedock) geopolitisch und strategisch deshalb besonders bedeutungsvoll, weil es Italien nahe liegt und hinter Libyen der nahe Orient zum Aufmarschgebiet aller heterogenen Völ. kerschaften geworden ist, die unter Englands Knute leben. Die Libyen-Hoffnungen der Briten sind jetzt gründlich erfroren. Der Pleitegeier fliegt über die Reste der einst von ihrem Generalissimus so gelobten englischen 8. Armee, und Churchill dürfte wohl nicht dazu kommen, sein Wort vom 10. Mai wahr- zumachen: „Ich hoffe, daß ich in der nächsten Zeit erfreuliche Nachrichten bringen kann", nämlich aus Afrika. Das alte Wort des Aristoteles: Quid novi ex Africa? Was gibt es Neues aus Afrika, erhält für die Briten eine geradezu niederschmetternde Bedeutung.
Als unsere Truppe B i r Hacheim erstürmte, konnten sich die Briten damit herauslügen, es seien ja nur Fremde dort gefangengenommen worden. In Wirklichkeit hatten Panzer direkt aus Aegypten im letzten Augenblick in die Schlacht um Bir Hacheim eingreifen müllen und waren verloren gegangen. Nach dem Zusammenbruch dieses südlichen Eckpfeilers der britischen Stellung hat Generaloberst Rommel sofort mit starken Kräften nachgestoßen, die deutschen und italienischen Truppen haben über Acroma und die Via Balbia die Küste erreicht und damit die westlich davon stehenden Briten eingekesselt.
Diese Hiobspost kommt zusammen mit der V er « , nichtung van zwei G e I e i 13 ü g e n , ja sie hängt innerlich damit zusammen; denn die Geleitzüge, -außerordentlich sckyver geschützt, sollten den unentbehrlichen Nachschub bringen. Schon Churchill hatte darüber geklagt, praktisch sei das Mittelmeer für den Nachschub verschlossen, er müsse um das Kap der Guten Hoffnung herum zur Front gebracht werden. Wie wichtig die Versorgung der britischen Armee schien, geht schon aus dem starken Schutz dieses Geleits hervor. Diese englischen Konvois tüarcn von Gibraltar und Alexandrien ausgelaufen. Seit in der letzten Märzwoche die deutsche Luftwaffe einem nach Malta bestimmten Geleitzug die schwersten Verluste beibrachte, hatte England es nicht gewagt, neue Geleitzüge zu entsenden. Jetzt zwang die Not dazu, und das Ergebnis war das alte: die Geleitzüge sind vernichtet.
So beginnt sich das Schicksal der 8. Armee des
(92. Jahrgang Nr. 139 ÄMi G * •
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infolge höherer Gewalt <
«.äw General-Anzeiger für Oberhessen rss»*
Der Anteil der italienischen Marine.
9t o m , 16. Juni. (DNB.) An der Lust- und See- chlacht im Mittelmeer hat die italienische Marine starken Anteil. Seit ihrem Auslaufen wurden die beiden großen feindlichen Geleitzüge, die von Osten und Westen kamen, von unseren U-Booten gemeldet und angegriffen. Sie torpedierten zwei Einheiten des von Gibraltar auslaufenden Geschwaders. Am Vormittag des 15. hat die 7. F l o t t e nd iv i sio n, bestehend aus zwei leichten Kreuzern und fünf Torpedobootszcr- störern, den von Gibraltar nach Malta unterwegs befindlichen Geleitzug heftig angegriffen. Obwohl dieser überlegen war und aus zwei Kreuzern Und mindestens 12 Torpedobootszerstörern bestand, zog er sich zurück, zerstreute sich und nebelte sich ein. In dem anschließenden Gefecht auf nahe Entfernung explodierte ein Kreuzer und sank unter dem konzentrierten Feuer der „Eugenio di Savoya" und der „Montecuccoli". Zwei Torpedobootszerstörer wurden zwer beschädigt, ein Kreuzer und ein Torpedobootszerstörer von unseren Torpedobootszerstörern torpediert. Unsere Einheiten setzten unter ständigen fruchtlosen feindlichen Luftangriffen den ganzen Tag die Aktion gegen die feindlichen Einheiten fort und versenkten durch Artilleriefeuer einen weiteren Torpedobootszerstörer.
Von dem starken feindlichen Geleitzug, der aus Gibraltar ausgefahren war und aus einem Schlachtschiff, zwei Flugzeugträgern, fünf Kreuzern, 20 Torpedojägern, andern kleineren Einheiten, sechs Transportdampfern und einem Tankdampfer bestand, gelang es nur wenigen Einheiten, sich nach Malta zu flüchten.
Im östlichen Mittelmeer hat ein stärkerer italienischen Flottenverband den am 13. Ium aus A l e x a nd r i e n ausgefahrenen starken Geleitzug, der aus 52 Einheiten verschiedener Klassen, darunter wahrscheinlich einem amerikanischen Schlachtschiff, acht Kreuzern, kleineren Begleiteinheiten und elf Transportdampfern bestand, daran gehindert, die Fahrt nach Malta fortzusetzen. In den Gewässern von Kreta änderte der feindliche Geleitzug seinen Kurs und suchte nach seinem Ausgangspunkt zurückzukehren. Es gelang ihm jedoch nicht, dem Angriff der italienischen Luftwaffe und U-Boote zu entweichen, die dem Geleitzug schwere Schäden zufügten.
Das Ziel der beiden britischen Geleitzüge war, unter allen Umständen den britischen Stützpunkt Malta zu verstärken. In den Seegefechten östlich und westlich von Malta verloren die Italiener einen Schweren Kreuzer, der von einem Lufttorpedo und danach von einem Unterwassertorpedo getroffen wurde, ein schwer beschädigtes Torpedoboot konnte einen heimischen Hafen erreichen. Ein großer Teil der Mannschaft wurde gerettet.
„3m Glauben an den Sieg."
NSK. „Es ist mehr als einmal gewesen", berichtet ein Fronturlauber, „daß wir uns eines etwas unbehaglichen Gefühls nicht erwehren tonnten, wenn wir aus den Zeitungen, die wir aus der Heimat geschickt bekamen, mitunter Todesanzeigen unserer Kameraden lasen, besonders wenn es sich um Kameraden handelte, die wir selber gekannt hatten.
„Sein heißester Wunsch, die Heimat und seine Lieben wiederzusehen, blieb ihm versagt" heißt es zum Beispiel. O ja, daß jeder einzelne von uns zu jeder Stunde der Ruhe .und Muße an die Heimat und an die Heimkehr denkt, das ist selbstverständlich? Aber wir denken schon längst so sehr als Soldaten, daß es uns zu einem inneren Gesetz geworden ist, unsere eigenen persönlichen Wünsche, so schön und lockend sie auch sein mögen, hinter die Pflicht und die Bereitschaft zu jedem Einsatz zurücktreten zu lassen. Wir sehen auch die Heimat mit anderen Augen: so sehr wir uns sehnen, die eigene Mutter, die eigene Frau, die eigenen Kinder wiederzusehen, so tauchen hinter den vertrauten Zügen unserer Lieben die Gesichter der deutschen Mutter, der deutschen Frau, des deutschen Kindes auf. In unseren Lieben erkennen wir das ganze Volk, in ihrem Schicksal begreifen wir das große deutsche Schicksal. Und unser Dorf, unsere Stadt sind uns zum Abbild der ganzen Heimat geworden.
Wir stehen und kämpfen und fallen, so es uns bestimmt ist, für Deutschland. Wir sprechen das nur ungern mit Worten aus, weil Worte leicht so pathetisch klingen, aber es ist schon so. Und wird man eben darum mit einem solchen Nachruf, der gleichsam vonüen GefühlderHinterblie- denen ausgeht anstatt von ihm und seinem Sterben, unserem Kameraden ganz gerecht? Ich glaube es nicht. Auch ich wünsche — und wie sehr, das kann überhaupt nur ermessen, wer beispielsweise den Winterkrieg im Osten mitgemacht hat —, die Heimat und meine Lieben wiederzusehen. Aber wenn es auch mir bestimmt sein sollte, den Soldatentod zu sterben, so möchte ich einen anderen Nachruf haben, etwa so, „daß mein heißester Wunsch, den Tag des Sieges selber mitzuerleben, mir versagt geblieben sei, baß ich jedoch in der
felsenfesten Gewißheit des Sieges und in dem unerschütterlichen Glauben an Deutschland und an den Führer gefallen sei."
Wir müssen uns bemühen, das richtig zu verstehen. Vielleicht begreifen wir es am besten so: die heiligen Toten dieses größten Entscheidungs- kampfes unserer Geschichte gehören mehr noch als uns in der Heimat dem ganzen Deutsch- land, der Front und dem Kriege, in dem sie gefallen sind. Die besondere Weihe und Würde des Todes verleiht ihnen der Krieg. Und wir müssen ihren Tod darum auch aus der Welt des Krieges, des Soldatentums begreifen und nicht aus unserer heimatlichen Welt, von unserem eigenen Schmerz aus. Jeder, weiß, daß Worte sowieso unzulänglich sind, um das auszudrücken, was eine Mutter an Schmerz erlebt, der der Sohn fiel, oder eine Frau, der der Mann vor dem Feinde blieb. Hier reichen Worte nicht mehr aus. Aber sollen wir nicht gerade deswegen, um auch unseren eigenen Schmerz zu adeln, den Gefallenen das geben, worauf sie ein Recht haben: ihr Sterben als Soldaten tod zu begreifen, als heiliges Opfer für Deutschland? Sollen wir nicht den großen Schmerz in derselben Haltung tragen, in der sie draußen gefallen sind? Ehren wir sie nicht am würdigsten damit?
So mag die Front selber verstanden fein, wenn mit aller Ehrfurcht vor dem Schmerze der Angehörigen die Anregung gegeben werden soll, auch in der Form der Todesanzeige für die Gefallenen eben diese besondere Würde ihres Todes zu wahren. Worte, die das Maß der Trauer, des Schmerzes und auch des Stolzes auf sie auszu- ürücken vermöchten, sind doch meist zu schwach 'und unzureichend. Was wir fühlen, das wissen wir doch nur allein im tiefsten Herzen, und das kann man nicht aussprechen. Eben darum sollten wir die Gefallenenanzeigen als letzte Ehre für die Toten betrachten und sie voll echter Würde ihnen und ihrem Soldatenschicksal gegenüber abfassen. In schlichten, phrasenlosen Worten wollen wir Abschied von ihnen nehmen, die nicht mehr uns allein, sondern dem Kriege und seinen harten Gesetzen und nun dem ganzen Volke und dem ewigen Deutschland gehören!"
Generals Ritchie zu erfüllen, einer, wie die Engländer rühmten, Elitearmee. Noch vor wenigen Stunden hatte die englische Oeffentlichkeit keine Ahnung, wie schlecht es um die Libyenarmee stand. Rommel hatte nach den Schreibtischstrategen in London und Neuyork einen verzweifelten Einsatz gewagt und verloren. Noch am Dienstag fabelte die „Times" von diesem angeblichen Wagehals, während der Neuyorker Sender schwindelt, die Ueber- legenheit der amerikanischen Waffen habe es ermöglicht, Rommel zurückzuschlagen. Diese Waffen sind mittlerweile versenkt worden! Aber der englische Botschafter in Washington, Lord Halifax, erklärte noch am Montag, es könne keinem Zweifel unterliegen, daß die Achsenmächte — die Initiative verloren hätten, im übrigen gehe es jetzt nicht um imperialistische Ziele, sondern dieser Krieg solle dem Imperialismus ein Ende bereiten. Jedoch stellte noch am gleichen Tage die „New Port Herold Tribüne" unter dem Eindruck des neuesten Erfolges des Generals Rommel fest, im Osten feien die Bolschewiken in der Defensive und in Libyen schwinde der Anfangsoorteil der Briten dahin, denn Rommel sei ein glänzender General. Seine Art, den Gegner zu stören und zurückzuschlagen, sei einfach phänomenal. Auch Reuter mußte plötzlich eingestehen, die 8. Armee in Libyen habe nach den schwersten Verlusten neue Stellungen beziehen müsse, die Achse habe die Initiative in den Händen. Wo sind die Vorschußlorbeeren geblieben, die Churchill und alle Redaktionsstrategen der amerikanischen Sensationspresse der 8. Armee des Generals Ritchie spendeten?
Vergeblicher Ausbruchsversuch in oer Marmarica.
Berlin, 16. Juni. (DNB.) Mit der Entscheidung der Schlacht in der Marmarica westlich Tobruk ist von deutsch-italienischen Panzertruppen und motorisierten Verbänden einem stärkeren bri- ttschen Kampfverband der Rückweg nach Tobruk verlegt worden. Die abgeschnittenen und eingeschlossenen britischen Kräfte versuchten Montag in heftigen Angriffen den Weg nach Tobruk wieder freizukämpfen. Bei einem dieser vergeblichen Durchbruchsoersuche der eingeschlossenen Briten wurden mehrere hundert Gefangene eingebracht und 400 Kraftfahrzeuge vernichtet. Im weiteren Vorstoß nach Osten entwickelten sich heftige Kämpfe um einige von indischen Truppen hartnäckig verteidigte südlich Tobruk gelegene Wüstens orts, die in den Montagabendstunden nach harten Kämpfen gestürmt wurden. Hierbei wurden 800 Gefangene, eine Anzahl Geschütze und zahlreiches Kriegsgerät eingebracht, lieber den vordringenden deutsch-italienischen Verbünden wurden elf britische Flugzeuge abgeschossen, von denen allein vier die Opfer des Eichenlaubträgers Oblt. Marfeille wurden. Ueber dem Seegebiet vor der nordafrikanischen Küste wurden von Messerschmitt-Jägern weitere elf britische Flugzeuge vom Muster Beaufighter abgeschossen.
Aus dem Reich.
Abforderung von Aktien.
Eine Zweite Durchführungsverordnung über die Abforderung und Verwertung der gemeldeten Aktien bestimmt, daß diese auf Verlangen'des Reichswirtschaftsministers ganz oder teilweise an die Reichsbank zu verkaufen sind. Der Verkauf erfolgt zum Einheitskurs der Wertpapiere vom 31. Dezember 1941. Der Verkäufer erhält verzinsliche Reichs- ichatzanweisungen der laufendem Serie, die bei der Reichsbank hinterlegt und gesperrt werden. Die abgeforderten Wertpapiere dürfen nur zur Kursregulierung an der Börse und zur Unterbringung in kleinen Beträgen für Anlagezwecke verwendet werden. Die bereits gemeldeten Wertpapiere dürfen an andere Personen nur noch verkauft werden, nachdem sie der Reichsbank durch Einschreibebrief angeboten sind un'd diese das Angebot abgelehnt hat. Wer nach dem 15. März 1942 börsengängige Aktien gekauft hat oder noch kauft, hat diese zu melden, wenn seine seit dem 1. September 1939 gekauften börsengängigen Aktien den vom Reichswirtschaftsminister jeweils festzusetzenden Kurswert erreichen. Dieser beträgt vorläufig 100 000 RM., kann aber jederzeit herabgesetzt werden. Dadurch können neu gekaufte Aktien in noch größerem Umfange als bisher meldepflichtig und damit zum Kurs vom 31. Dezember 1941 ablieferungspflichtig werden. Die laufenden Meldungen find jeweils bis zum 10. des auf den Erwerbsmonat folgenden Monats, erstmalig zum 10. Juli 1942, bei der Reichsbank zu erstatten. Die gemeldeten Aktien dürfen, ebenso wie die bereits früher gemeldeten Aktien, nur noch verkauft werden, wenn sie der Reichsbank angeboten worden sind.
Einberufungen von Angestetttenlehrlingen.
Für Angestelltenlehrlinge, die als Angehörige wehrpflichtiger Jahrgänge zum Arbeits- oder Wehrdienst einberufen werden, bevor ihre Lehrzeit beendet ist, ruht das Lehrverhältnis während des Arbeits- und Wehrdienstes und lebt erst nach Beendigung des Wehrdienstes in dem Zustand wieder auf, in dem es sich vor der Einberufung bc- funfoen hat. Oft beantragen wehrpflichtige Lehrlinge, ihre Lehrzeit zu verkürzen und ihnen die Prii- fung vor der Einberufung zu ermöglichen. Der Reick)sarbeitsminister hat sich damit einverstanden erklärt, wenn mindestens eine zweijährige Lehrzeit
Beispielhafte Bach-pftege.
Der Orgel- und Cembalospieler Helmut Walcha.
Ein vierjähriger Knabe wird Schüler des Leipziger Konservatoriums und hat schon vorher in einer Klavierschule an zweistimmigen Bachschen Inventionen im bloßen Schriftbild, das von allen anderen Stücken abweicht, intuitiv das Geheimnis des imitierenden Kontrapunktes entdeckt. Seitdem ist bei Helmut Walcha, der schon im Jugendalter das Augenlicht verlor, die visuelle Vorstellung für seine enorme — durch Vorlesen und Vorspielen erweiterte — Gedächtnisarbeit bestimmend. Unvergeßlich hat er die Erinnerung an noch wirklich erschaute originale Bachmayuskripte in seine Blindheit mitgenommen. Unverwischbar hatte den Knaben, der noch sehend in eine Kirchenorgel hineinstieg und im Gehäuse umherkroch, das altmeisterliche, handwerklich-technische Fluidum angerührt. Bach, in dessen Tonwelt Walcha unter Thomas- tantor Karl Straube und als Orgelschüler Günther Ramins hineinwuchs, wurde ihm Lebensaufgabe und Symbol. Voran die Orgelmusik, denn zu Bachs Klavierwerken fühlte er den Zugang, bis er sie am Cembalo kennenlernte, durch das moderne Klavier verstellt.
1929 kam Walcha, der drei Jahre Ramins Stellvertreter an der Thomaskirchenorgel mar, als Organist an die Friedenskirche nach Frankfurt a. M. und bald darauf als Orgellehrer an das damalige Hochfche Konservatorium, die heutige Staatliche Hochschule für Musik. An der Orgel dieses Instituts, die nach seinen Dispositionen gebaut wurde, hat Professor Walcha nicht nur einen Schülerstamm in Ehrfurcht und Stilkenntnis unterwiesen, sondern auch einen von Jahr zu Jahr wachsenden Kreis interessierter Gasthörer erklärend und musizierend im Wissen und Erleben bereichert. Im Turnus seiner „Bach-Stunden" wurde fast das gesamte Orgel- und Klavierschaffen des Meisters, dazu viele Kammermusikwerke mit Cembalo- und Continuo- begleitung (Sonaten für Flöte, Violine und Gambe) zu Gehör gebracht. Aber auch den Choralvorspielen, den Tokkaten, Fantasien, Präludien und Fugen läßt Walcha eine überzeugend stilreine, hell, sparsam und klargliedrig registrierte tönende Gestalt,
frei von gefühligem Schwulst und hineingetragenem Pathos, zuteil werden. ,
Ist es die Verschmolzenheit von hohem Ethos der Auffassung, untrüglichem Stilgefühl und fest- gegründeter, aus Ebenmaß und Beweglichkeit gepaarter Spieltechnik, was den Orgelmusiker Walcha ausgezeichnet, so ist es nicht zu hoch gegriffen, wenn man ihn am Cembalo den derzeitig besten Spielern in Europa zurechnet. Walcha vermittelt das von allen Phrasierungsbögen, dynamischen Vortragszeichen und anderen individuellen Bearbeiter-,'Auffassungen" gereinigte ursprüngliche Note nbild. Strukturklarheit ist ihm oberstes Gebot. Mit bewundernswertem Feinsinn weiß er durch den meisterhaften Gebrauch der Cembalo-Register die Polyphonie eines Stückes zu gliedern und dar- zutun, wie reizvoll Elemente des italienischen und französischen Barock von Bachs Genius gespiegelt und verwandelt wurden. Das dienende Aufgehen im Werk, verbunden mit der sympathischen Lebendigkeit des Musizierens, ihr schöner tiefer Ernst und ihre planmäßige Reichhaltigkeit machen Wal- chas Bach-Pflege beispielhaft. Fritz Bouquet.
Thekla.
Von Anton Schnack.
Der Name singt nicht — er scheppert und klappert wie ein dumpfes, ermattetes Eisen. Ton eines Sporns, der an einen Feldstein streift; Klang eines Säbels, der an einen hohen Lederstiefel schlägt im ununterbrochenen Auf und Ab der Reitbewegung: Laut eines metallblauen Sturmhutes, der von einer bleiernen Kugel getroffen wird. Er erinnert an den knöchernen hüpfenden Aufsprung von Würfeln, die aus einem Becher über das gefleckte Kalbfell einer Trommel geworfen werden.
*
Der Name ist wie ein Fenster auf die Landschaften Böhmen, Mähren, Franken, Oberpfalz, Bayern, Thüringen gerichtet. Er läßt Wälder von großer Ausdehnung ahnen. Er hat den harten knappen Schlag der Holzfäller, Pferdehufe klappern über zerfaserte Knüppeldämme, Holzfuhrwerke knarren über die Steinrillen ausgefahrener Wege und der Gleichklang der Dreschflegel in den Tennen klopft in ihm.
*
Es sind die herrlichen Landschaften der Zinnen von Nürnberg, der Türme von Dinkelsbühl, der Kirchen von Würzburg, der Mauern von Nördlingen, ,es sind die Gegenden der Tore von Donauwörth, der Wallgräben von Ingolstadt, der Schießscharten von Dettelsbach und Kitzingen am Main, die Gegenden der befestigten Stadt Ochsenfurt, der schroffen Festung von Kronach, der mächtigen Prager Burg und der Städte Pardubitz, Gitschin und Eger.
Aus seiner bunten Chronik leuchten und erheben sich die trotzigen und abseits gelegenen Burgsitze des fränkischen und schwäbischen Landadels, der Scherenberg, der Gebsattel, der Geyer von Giebelstadt, der Grasen von Flügelall, der Nordenberger, der Herren von Menzingen, der Herren von Hohenlohe und anderer.
Thekla war unter den Insassinnen eines Dominikanerinnenklosters, das in der freien Reichsstadt Rothenburg stand und dessen rückwärtige Fenster ins grüne und tiefe Taubertal hineinsahen. Im Gestrüpp und Baumgewirr- außerhalb der Stadtmauern trieb sich der heimliche Liebhaber herum und fing die Liebesbriefe und Botschaften auf, welche von der widerwillig ins Kloster gesperrten Thekla aus den Fenstern hinuntergelassen oder hinuntergeworfen wurden.
*
Thekla ist ein Schiller-Name. Er hat einprägsame Kürze, einen knappen Umriß, einen strengen Klang. Er ist herrisch, fast hart und störrisch. Er hat ein eigensinniges Herz, man sieht ihn vor Trotz förmlich mit dem Fuße aufftampfen.
- Thekla ist das Mädchen, das plötzlich aus einem Schwaden graublauen Pulverrauches tritt; das gewandt von einem Pferderücken gleitet; das am Koller eines Haudegens widerstrebend zappelt, der den weggewendeten Mädchenmund mit den Schnurrbartspitzen sucht, die nach geplündertem Meß- und Klosterwein schmecken.
Vernarbte Mannesgestalten mit federbesetztem Topfhut haben im Schwedenkrieg das Mädchen in den Qualm und in den Lärm eines Banketts geschleift und ihm von allen Weinen zu trinken gegeben, die sich in Humpen und Gläsern bis an den Rand spiegelten — heißmachender Tokayer, öliger
abgeleistet worden ist und der Stand der Ausbildung sowie Befähigung und Leistungen eine Verkürzung der Lehrzeit rechtfertigen. Die Verkündung des Prüfungsergebnisses ist bis zur Einberufung auszusetzen.
Kunst und Wissenschaft.
Internationale Komponistentagung.
Die Tagung der Internationalen Vereinigung der Komponisten — Ständiger Rat für die internationale Zusammenarbeit der Komponisten —, die unter der Leitung ihres Präsidenten Dr. Richard Strauß eine große Zahl Komponisten aus fast allen europäischen Ländern in Berlin zusammen- führte, bedeutete eine Intensivierung der zwischen, staatlichen Zusammenarbeit der Tonschaffenden. Richard Strauß wurde auf weitere fünf Jahre zum Präsidenten gewählt. Dem bisherigen deutschen Vertreter E. N. von R e z n i c e k treten der Leiter der Fachschaft Komponisten, Werner C g k, und Gerhart von Westermann als weitere deutsche Delegierte zur -Seite; der Letztere wurde auch Generalsekretär. Reichsminister Dr. Goebbels empfing die Teilnehmer an der Tagung und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß die Verhandlungen au einem so befriedigenden Abschluß geführt hätten. An dem Empfang nahmen aus Italien Petrassi und Exz. Pizzetti, ferner Atterberg aus Stockholm, Kil- pinen aus Finnland, Cruz aus Portugal und Suter- meister aus der Schweiz teil, von deutscher Seite Richard Strauß, Egk, Graener, Höffer und Trapp.
Wilhelm Hausenstein 60 Iahre.
Der Kunst-, Kultur- und Literarhistoriker Dr. Wil- Helm Hausenstein, am 17. Juni 1882 in Homberg im badischen Schwarzwald geboren, hat mit dem Buche „Der Bauern-Brueghel" als einer der ersten auf die Bedeutung dieses Meisters hingewiesen. Ob Hausenstein später über Rokoko-iJllustratoren oder oan Gogh, über Fra Angelico ober über den Jsen- heirner Altar schrieb, immer spürt man, daß er aus dem Erlebnis schildert; dies wird besonders deutlich in feinen großen Ueberblicken, etwa in „150 Jahre deutscher Kunst (1650—1800)" ober in dem Werk „Vom Geist des Barock". Die Vielseitigkeit Hausensteins erkennt man in den beiden Bänden „Drinnen und draußen" und „Meister und Werke". In wohl- gefügten Sätzen malt er deutsche, niederländische, italienische Landschaften, Menschen in Gesellschaft und in der Einsamkeit, Tierepisoden und Pflanzenwunder; was mit Volkskunst ober mit Volkskundlichem zu tun hat, hegt er mit Liebe. In „Meister und Werke" gewinnt er umstrittenen Problemen ober neuen Fragen neuartige Seiten ab, er gibt keine nüchternen Beschreibungen, sonbern persönliche Erlebnisse, bleibt jedoch trotz aller Subjektivität in der Bewertung objektiv. Zu seinen bekanntesten Büchern gehört die Aufsatzsammlung „Die Welt um München", in der er die Zusammenhänge zwischen Kunst und Kult, zwischen Kultur, Volkstum und Landschaft aufdeckt. Hans Sturm.
Aus alter Welt.
Straßenbahnanhänger umgestürzl.
In Worms fprang von einem Zug der Straßenbahn in der engen Haarnadelkurve an der Kriemhild enstraße, die dort stärkeres Gefälle hat. der Anhänger aus den Schienen, rannte gegen den Randstein und stürzte um, wobei der Oberteil des Wagens völlig zertrümmert wurde. Ein schulpflichtiger Junge wurde vom umstürzenden Wagen getötet, zwei ältere Frauen sind schwer verletzt worden, sieben Leichtverletzte, hauptsächlich Schulkinder, konnten nach Anlegen von Notverbänden in ihre Wohnungen befördert werden. Nach Aussage des Wagenführers versagte die Bremsvorrichtung am Vorderwagen, so daß er nicht imstande war, zu halten und den Anhänger abzufangen.
Ungewöhnliche Kältewelle in Argentinien.
In Argentinien ist eine ungewöhnliche Kältewelle ausgebrochen. Aus den Kordillerenprovinzen werden F r ö ft e von 18 Grad gemeldet. Auch in Buenos Aires ist eine Temperatur von fünf Grad unter Null zu verzeichnen. Nach über zwanzig Jahren schneite es in großen Teilen der Provinz Buenos Aires. Aus dem südbrasilianischen Staat Rio Grande do Sul wird ein heftiger Orkan gemeldet. Zwei Hotels, eine Kirche und 50 Häuser stürzten ein, zehn Personen wurden getötet.
Schweres Autobusunglück in Frankreich.
In der Nähe von Bourges fuhr ein vollbesetzter Autobus in voller Fahrt gegen einen Baum, da ein Reifen geplatzt war und der Fahrer infolgedessen die Gewalt über den Wagen verloren hatte. Drei Personen kamen ums Leben, 40 weitere Fahrgäste wurden schwer verletzt.
Portwein, schwarzer, die Beine lähmender Wein aus Korsika, alter Portugieser, Wein aus Alicante und Bordeaux, goldenes Gewächs aus Eberbach und Mainz. Thekla bekam mit Malvasier kleine glucksende Räusche eingeflößt, und Weine aus der Picardie und aus Burgund wurden ihren jungen Lippen aufgezwungen und aufgenötigt, damit sie in Jubel und Liebesbrunst geriete. Leutnant und Körnet warfen ihr Datteln zu und Ingwer, brüchig von Zuckerkrusten, auch Quittenbätzlein, Honigkuchen und mit Rosenwasser getränktes Konfekt, Beute aus den alten Gewölben der Kaufleute und den Vorratskammern fetter Mönche.
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Ihr Name ging wie ein Geläut in den Regimentern der Schweden um — bei dem blauen Regiment unter Wrangel/ bei dem blauweißen unter Klitzing, bei dem rotgelben unter Schmalbach, bei dem schwarzgelben Regiment Starrschädel, beim rotweißen Regiment Loser, bei den Regimentern Stech- nitz, Stenbach und Anhalt, beim gelben Leibregiment, bei den Hessen unter ihrem Landgrafen, bei den Regimentern Ußlar, Burlacher, Goldstein, Kar- berg und bei den Leuten der Generale Horn, Bauer, Tott und Stallhanske.
Noch mehr wurde er in den Reihen der Kaiserlichen geflüstert und begehrlich gesprochen — bei den Regimentern Sparr, Gallas, Holk, Pappenheim, Savelli, bei den Kürassieren unter Piccolomini, bei den Regimentern Gronsfeld, Wenglas und Koro- nino, bei den ungarischen und kroatischen Schwadronen des Jsolani und bei den Regimentern Strozzi und Gonzaga.
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Thekla sah Wallenstein im Juchtenwagen fahren, Tilly auf weißem Pferd reiten, den schlanken Ognate anmutig mit dem Degen fechten, sie horte den groben Questenberg poltern und den kleinen vorsichtigen Fürsten Eggenberg flüstern, sie sah Gallas, den Welschtiroler, den Obristschultheis Ludwig von Seßtoch, den blonden Grafen Trzka, den Grafen Kinzky, den bösen Schotten Walter Buttler, sie sah Tobias von Gissenberg, die Obristen Bredow und Henderson, den jungen Herzog von Lauenburg und den schonen Grafen Wilhelm Slawatas, aber der Inbegriffs ihrer süßesten Seligkeit war bey Name Max, der Nams Max Piccolomini.
Aus -er Giadi Gießen.
Ohne Strümpfe in Holzsandalen.
Der Wandel in der Auffassung über das, was man ganz allgemein mit Mode bezeichnet, hat auch gegenwärtig nichts an seiner Regelmäßigkeit eingebüßt. Die kriegsbedingte Anpassung' unserer Frauen an eine sommerliche Fußbekleidung, die zum geringsten Teil aus Leder und vorwiegend aus Holz, Kork, Stroh, Stoff und ähnlichen Austauschstoffen besteht, mag ein bezeichnendes Ber- spiel sein. Trotz aller materialmäßigen Eigenarten, die bestimmend sind für Form und Verarbeitung und trotz manch zögernder oder abwartender Haltung gegenüber dem, was an sich schon lange den Charakter des Behelfsmäßigen verloren und vollen Gebrauchswert erlangt hat, zeigt sich durch das Klappern der Holzsohlen auf den Straßen, durch ihr Erscheinen in den Büros und an den sonstigen Arbeitsplätzen, daß sich bereits ein sehr inniges Verhältnis zwischen diesen Schuherzeugnissen und ihren Trägerinnen entwickelt hat.
Während der Strohschuh oder, besser gesagt, die Strohsandale wohl mehr im Bereich des Hauses und des Büros verbleiben wird, herrscht draußen die Holzsohle, wohl auch der mittels Kork gefertigte Unterbau der Fußbekleidung vor. Die Holzsohle hat bereits eine Reihe von Versuchen hinter sich. Die starre, dem Fuß bzw. der Fußsohle nachgeformte Holzsohle — dem Holzpantoffel entsprechend — besitzt häufig einen Oberteil, der beim Schreiten ein Anheben der Ferse ermöglicht, während die in Riegel oder Glieder zerteilte Holzsohle, die teilweise mit Lederstücken benagelt ist, der Fußbewegung beim Gehen nachgibt. Diese Form herrscht vor und weist die verschiedenartigsten Oberteilausführungen auf, zum Teil sogar so geschickt ausgeführt, daß man erst bei näherem Hinsehen die Holzsohle entdeckt. Eine besondere Eigentümlichkeit haftet dieser Gliedersohle an. Sie muß vor Ingebrauchnahme durch Zerbrechen der dünnen Holzstege zwischen den einzelnen Gliedern gangbar gemacht werden. Diese Stege haben vorher lediglich die Aufgabe, die Verarbeitung zu erleichtern.
Rach der Beliebtheit zu urteilen, wird sich der leichte Holzsohlenschuh mit dem luftigen Oberteil, überhaupt die Sandale und ihre verschiedenen Ausführungen als Sommerfußbekleidung ebenso einbürgern und vielleicht sogar zum dauernden Bestandteil unserer Tracht werden, wie z. B. der Holzschuh Hollands oder die Sandalentracht anderer Völker in wärmeren Regionen. Eine Frage für sich ist es, ob die Männer im wahren Sinne des Wortes auf mehr oder weniger leisen Sohlen den Fußtapfen der so vorangehenden Frauen folgen werden. Auch für sie hat die Schuhindustrie vorgearbeitet und bereits Halbschuhe mit Stoffoberteil und sparsamster Oberlederverarbeitung herausgebracht, abgesehen von Holzsandalen mit beweglichen und starren Sohlen und der bekannten einfachen Riemenanordnung, die auch unsere Kinder seit langem als zweckmäßige Straßentracht eingeführt haben.
An unseren Kleinen stellen wir überdies auch fest, daß man sich auch ohne Strumpf auf der Holzsohle wohlfühlen kann und damit die häufig auftauchende Strumpfrage — wenigstens im Sommer — eine einfache und naheliegende Lösung findet. Gesundheitliche Bedenken braucht es nicht zu geben, tut sich doch vielmehr hier ein neuer, eigentlich ja schon recht alter Äeg zur Abhärtung des Körpers und zur Förderung der Gesundheit unserer Füße auf. Was ihnen z. B. in der Sommerfrische, am Strand der See oder auf der Badewiese infolge völliger oder teilweiser Befreiung von Schuh und Strumpf guttut, kann unter gleichen Witterungsverhältnissen gegebenenfalls zur Gewohnheit des Alltags werden, um so mehr, wenn es die krieqsbedinate Einschränkung der Strumpfoerschleißes fordert. Warum also sollte das Barfußgehen im Holzschuh oder in der Sandale nicht bald gleichfalls zum gewohnten Anblick, und wenn es nicht anders geht, sogar „Mode werden"?
Es ist schließlich auch ein kriegswirtschaftliches Gebot dieses Sommers und ein sehr ernst zu nehmender Ratschlag, trotz dieser an sich glücklich gelösten Fußbekleidungsfraqe dennoch dafür zu sorgen, daß unser Lederschuhwerk und unsre Strumpfbestände bis zum Einbruch des Witterungswechsels im Herbst geschont werden. In späteren Jahren des Ueberflusses kann Frau Mode dann wieder eigenwillig werden.
Kür Tapferkeit vor öem Keinöe.
Der Gefreite Alfred Brück aus Gießen, Kanzleiberg 5, der in einem Infanterieregiment im Osten kämpfte und sich zur. Zeit in einem Lazarett befindet, wurde für Tapferkeit vor dem Feinde mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet.
Verdnnkelungszeit:
17. Juni von 22.47 bis 4.28 Uhr.
Die neuen Lebensmittelkarten.
Wieder Margarine. — Obstsirup kartenpflichtig.
In der 38. Zuteilungsperiode, die vom 29. Juni bis zum 26. Juli reicht, bleiben die Lebensmittelrationen die gleichen wie in der 37. Zuteilungsperiode. Nur beim Fett tritt dadurch eine Aenderung ein, daß von der nächsten Kartenperiode an kein Butterschmalz mehr verteilt und die Margarineverteilung wieder ausgenommen wird. Die gesamte Fettration bleibt für alle Verbrauchergruppen die gleiche; sie beträgt für den Normalverbraucher 825 Gramm und verteilt sich von nun an zu 575 Gramm auf Butter, von denen es 75 Gramm auf Kleinabschnitte gibt, zu 125 Gramm auf Margarine, die es nur auf,Kleinabschnitte gibt, zu 62,5 Gramm auf Schweineschlachtfette und zu 50 Gramm auf Speiseöl. 'Die Gaststätten werden auf Anweisung ihrer Wirtschaftsgruppe für Felü- küchengerichte und andere 50 Gramm Fleischgerichte nur noch 5 Gramm Fett fordern. Darum werden
NSG. Der Führer verlieh — wie bereits im „Gieß. Anz." Nr. 131 vom 8. Juni, gemeldet — an den aus Gießen stammenden Hauptmann Hel, mut Hudel für seinen hervorragenden tapferen Einsatz und sein vorbildliches Draufgängertum das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Hauptmann Hudel ist Kompaniechef in einem württembergischen Panzerregiment. Durch seinen Einsatz hatte er mehrfach wesentlich zu den Erfolgen der Panzer-Division im Ostfeldzug beigetragen.
Nachdem Hauptmann Helmut Hudel — damals noch als Oberleutnant — mit seinen Panzerschützen in der Zeit von Juni bis Dezember 1941 14 feindliche Schwerpanzer, drei mittlere Panzer sowie acht Geschütze vernichtet und sechs Panzer schwer beschädigt hatte, kamen Ende Februar 1942 in den schweren Abwehrkämpfen der Panzerdivision im mittleren Abschnitt der Ostfront die Tage, an denen sein hervorragender Einsatz für die gesamte Abwehrfront der Division von entscheidender Bedeutung war.
Seit Tagen versuchten weit überlegene und von zahlreichen Panzern unterstützte Jnfanteriekräfte die noch im Aufbau befindliche Abwehrstellung der Division zu durchbrechen, um die Verbindung mit abgeschnittenen Feindteilen zu erzwingen. So war es dem Feind nach Einbruch der Dunkelheit, unterstützt durch sechs schwere Panzer in vorderer Linie und zahlreiche weitere Panzer, gelungen, in eine für die Abwehrfront entscheidend wichtige Ortschaft örtlich einzudringen. Trotz zähesten Widerstandes der deutschen Schützen konnten die.Feindmässen nicht aufgehalten werden, da auch die eingesetzten Panzerabwehrgeschütze durch Beschuß außer Gefecht gesetzt worden waren.
In dieser äußerst bedrohlichen Lage erhielt Hauptmann Hudel den Auftrag, mit den ihm zur Verfügung stehenden drei Panzern die feindlichen Kampfwagen außer Gefecht zu setzen, um den eigenen Schützen das weitere Halten der Ortschaft zu ermöglichen. Im tiefen Schnee fuhr Hauptmann Hudel mit seinen Panzern gegen den Feind, schoß unterwegs einen bolschewistischen 40-Tonner ab und traf, am Ortsrand anqekommen, einen weiteren feindlichen 44-Tonnen-Panzer. Sofort nahm er den Feuerkampf auf und traf den feindlichen Kampfwagen so schwer, daß er sich zurückziehen mußte und nach 200 Meter unbeweglich liegenblieb.
Inzwischen wurde der Feinddruck immer stärker, die eigenen Schützen wichen vor den vielfach überlegenen Feindkräften langsam aus, so daß sich schließlich die ganze Ortschaft in feindlichem Besitz befand. Hauptmann Hudel standen zum Gegenstoß nur feine drei Panzer sowie 30 Schützen zur Verfügung. Obwohl sich in der feindbesetzten Ortschaft vier moderne Panzer sowie weit überlegene Feindinfanterie befanden, entschloß sich Hauptmann Hudel, sofort mit seinen schwachen Kräften zum Angriff anzutreten. Zwischen den brennenden Häusern drang er mit großer Umsicht und Kaltblütigkeit so geschickt vorwärts, daß er dem Beschuß der Feindpanzer entzogen wurde. Sein Angriffsschwung und sein Draufgängertum übertrugen sich auf alle seine Soldaten, die immer tiefer in die Ortschaft eindrangen und unter dem eigenen Panzerschutz die Feindinfanterie zum Ausweichen zwangen. Alle noch stehenden Häuser wurden durch Hauptmann Hudel planmäßig beschossen, so daß der eingenistete Feind vernichtet oder verjagt wurde. Zwei Feindpanzer wurden dabei so erfolgreich unter Feuer genommen, daß sie sich zurückziehen mußten. In den ersten Morgenstunden war die Ortschaft schließlich wieder nach schweren Nahkämpfen in eigener Hand.
die 5-Gramm-Kleinabschnitte der Fettkarte vermehrt, die 10-Gramm-Kleinabschnitte vermindert. Die Fettkarte hat von nun an 20 Kleinabschnitte über je 5 Gramm und 10 über je 10 Gramm.
Vom 29. Juni an ist O b st s i r u p karten- pflichtig. Als Obstsirup gelten die mit Zucker eingedickten Fruchtsäste, wie beispielsweise Himbeersaft, nicht aber die Säfte aus frischem Obst, wie Obstmost und Süßmost. Der Verbraucher kann Obftsirup auf Zuckerkarte und die zum Zuckerbezug berechtigten Abschnitte der Marmeladekarte kaufen. Für 100 Teile Zucker werden 150 Teile Obftsirup ausgegeben. Auf den gleichen Kartenabschnitt kann sowohl Zucker als auch Obstsirup oder beides gemeinsam gekauft werden.
Die Fettkarte ist verkleinert und den anderen Karten im Format angepußt worden.
Als sich Hauptmann Hudel kurz vom Kampfplatz entfernt hatte, um von einer Fernsprechstelle aus bei der Division weitere infanteristische Kräfte anzufordern, traf er auf seiner Rückfahrt auf zwanzig Meter mit einem Feindpanzer zusammen, eröffnete sofort das Feuer und kämpfte die ausbootende Besatzung nieder. Nach seiner Rückkehr fand er einen der beiden zurückgelassenen Panzer zerschossen vor, und die Feindkräfte traten wieder erneut zum Angriff auf die Ortschaft an. Di» Munition wurde knapp, trotzdem aber entschloß sich Hauptmann Hudel in Erkenntnis der entscheidenden Bedeutung der Ortschaft für die weitere Kampfführung, mit seinen zwei Panzern den Ort zu halten. Nach heftigem Feuerkampf schoß er erneut einen Feind- Panzer ab und kämpfte immer wieder vorgehende bolschewistische Jnfanteriekräfte nieder. Am Vormittag verfügten seine beiden Panzer noch über sechs Panzergranaten, stießen aber trotzdem weiter in die Orftchaft vor und schossen aus nächster Entfernung wieder einen Feindpanzer ab. Als der Feind nun einen 52-Tonner in den Kampf führte, nahm Hauptmann Hudel trotz des schweren Feind- beschusses den ungleichen Kampf auf. Mit vier Schuß traf er das Stahlungetüm so schwer, daß es sich zurückzog. Mit nur zwei Panzergranaten und den Maschinengewehren hielt Hauptmann Hudel weiter die Ortschaft gegen die vordrängende Feindinfante- rie, als sich in den Mittagsstunden plötzlich drei
Der zweite Titel heißt „Salzburger Nockerln", und das aufregende Originalrezept dazu kann man schon vor Beginn auf dem Vorhang und auf der Rückseite des Programms studieren. Den Autoren Dr. Max W a l l n er und Kurt Feltz scheint eine Art Gegenstück zum „Weißen Rößl" am Wolfgangsee vorgeschwebt zu haben. Den Inhalt der fünf Bilder der Reihe nach zu erzählen, wäre unnötige Verschwendung des heute doppelt kostbaren Raumes: er besteht, was in Operetten keine Neuigkeit ist, zu großen Teilen aus Liebe und Eifersucht, und die dramatischen Energien der Handlung werden durch drei überstürzte Verlobungen übers Kreuz und deren radikale Lösung zwecks endlicher Vereinigung der zueinander passenden Paare ziemlich restlos verbraucht. Die Neuordnung der bevölkerungspolitischen Belange wird heiter und bodenständig verbrämt mit Nockerln-Rezepten, Fensterln, Tanz und Blasmusik, mit viel alpinem Fremdenverkehr, Gaststättenkonkurrenz, Versteigerung eines Wirtshauses, neuzeitlicher Autoindustrie und altem Brauchtum. Den dauerhaften Erfolg verdankt die Operette aber der Musik von Fred Raymond: er hat, was kein Fehler ist, obwohl es kaum besonders viel zu singen gibt, nicht mehr komponiert, als ihm eingefallen ist, und es sind ihm, abgesehen von dem schon erwähnten Rezept, zwei . ausgesprochen zündende Schlager eingefallen: „Wenn der Toni mit der Vroni", kräftig und stilgerecht rhythmisiert, und dann die durch den Rundfunk und Rosita Serrano populär gewordene, sehr hübsche Melodie „Und die Musik spielt dazu".
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Die schwungvolle Wiedergabe der Partitur war eine lohnende Aufgabe für den neu verpflichteten Operettenkapellmeister Egon Bosch, der sich mit dieser Aufführung am Dirigentenpult vorteilhaft einFeindpanzer mit aufgesesienen Infanteristen der Ortschaft näherten. Die eigenen Schützen wichen vor der Wucht des zahlenmäßig überlegenen Feindan- griffes langsam zurück. Da brachte plötzlich ein gut liegender Stuka-Angriff Entlastung. Sofort nützte Hauptmann Hudel die Wirkung der Stuka-Bomben aus und riß Teile der eigenen Schützen wieder auf Höhe der Panzer vor. Endlich gelang es auch, die Panzer wieder frisch zu munitionieren und unter ihrem Schutz die Verteidigungsstellung neu aufzu- bauen. Hauptmann Hudel veranlaßte das Auslegen von Minensperren, und schon nach kurzer Zeit fuhr ein bolschewistischer Schwerpanzer auf eine Mine und blieb liegen.
Im Schutze der ausgebauten Verteidigungsstellung gelang es nun, allen Feindangriffen erfolgreich ftandzuhalten und den Besitz der wichtigen Ortschaft ndgültig zu sichern. Dem mitreißenden Vorbild uüd der zähen und tapferen Entschlossenheit des Hauptmanns Hudel ist es zu verdanken, daß der unvermeidbar scheinende Einbruch verhindert werden konnte. In diesem schweren Kamps hatte Hauptmann Hudel allein fünf Panzer vernichtet und somit seit Ende Januar 1942 23 Schwerpanzer a b geschossen, sieben beschädigt sowie sechs Pak und fünf Geschütze erbeutet. Die Verleihung des Ritterkreuzes durch den Führer an diesen tapferen Panzeroffizier ist die äußere Anerkennung für seinen vorbildlichen tapferen Einsatz.
Don der Reichskleiderkarte.
Bezugsabschnitte 3lt. 1 bis 20 der 3. Reichskleiderkarle ab 1. November 1942 fällig.
In einer im „Reichsanzeiger" vom 17. Juni veröffentlichten 19. Durchführungsverordnung des Sonderbeauftragten für die Spinnstoffwirtschaft zur Verordnung über die Verbrauchsregelung für Spinn- stofftvaren sind die mit dem Aufdruck „Gültig nach Aufruft versehenen Bezugsabschnitte Nr. 1 b t s 2 0 der 3. Reichskleiderkarte für Männer, Frauey, Knaben, Mädchen und Kleinkinder aufgerufen worden. Der Zeitpunkt der Fälligkeit dieser 20 Bezugsabschnitte ist für alle 3. Reichskleiderkarten einheitlich auf den 1. November 1942 festgesetzt worden, worden.
In der gleichen Durchführungsverordnung ist die Geltungsdauer der 2. Reichskleiderkarte für Männer, Frauen, Knaben, Mädchen und Kleinkinder und der 2. Zufatzkleiderkarte für Jugendliche über den 31. August 1942 hinaus um ein weiteres Jahr bis zum 31. August 1943 verlängert worden. Unausgenutzte Bezugsabschnitte der 2. Reichskleiderkarte und der 2. Zusatzkleiderkarte für Jugendliche können also neben den Bezugsrechten der 3. Reichs- kleidertarte auch nach dem 31. August 1942 für Anschaffungen verwendet werden.
Die Vorarbeiten für die Herausgabe der 4. Reichskleiderkarte find bereits aufgenommen.
führte. Die von Herrn Payer geleitete Inszenierung war sichtlich auf Stimmung, Bewegung und Kontakt mit dem Publikum bedacht. Herr Löffler, der die Ausstattung betreute, kam dieser Absicht durch Einbeziehung der Proszeniumslogen in das Bühnenbild entgegen; außer den Entwürfen für den fünffach wechselnden Schauplatz (für unseren Geschmack teilweise etwas sehr farbenfreudig) hatte er lustige Verwandlungsoorhänge gevinselt mit blauem Enzian und roten Herzen. Die Tanzgruppe, von der Ballettmeisterin Inge Berg temperamentvoll geführt, hatte reichlich Gelegenheit zur Entfaltung. Vock den drei Paaren schoß der Toni mit der Vroni unbestritten den Vogel ab: Annemarie Schwind als Mehlspeisköchin war gesanglich, tänzerisch und auch sonst in ihrem Element; in Herrn Kurt Würtenberger (a. G.) hatte fie einen mit natürlichem Temperament, Humor und sympathischer Stimme begabten Partner. Valeska Lange fang sehr hübsch die Steffi, Herr Hell- mers-Hallwegh die etwas operettenmäßig-un- wahrfcheinliche Partie des Rennfahrers Frank. Käte Jaenicke als die ungebärdige Erika und Herr Payer als der gezierte Parfümfabrikant, der beim Fensterln einen Sondererfolg erzielte, machten das dritte Duett. Bei dem Berliner Monteur Knopp haben bewährte Vormlder, vor allem aus dem „Weißen Rößl", Pate gestanden: für Herrn Bosny war die Rolle ein gelungener Anlaß, mit trockener Treffsicherheit feine mundartlichen Qualitäten spielen zu lassen. Vom umfänglichen Ensemble taten sich weiterhin Hella Henzky und Aenne E l g g, sowie die Herren Fischer, Heck, Seitz und Mayr hervor. — Der 'Erfolg war, besonders nach dem vierten Bilde, groß; mehrere Wiederholungen, Applaus und Blumenspenden. Hans Thyriot.
3m Kamps mit vielfach überlegenem Feind.
Dom Einsatz des Gießener Ritterkreuzträgers Hauptmann Hudel.
Theater der Llniversitätsstadt Gießen.
, Fred Raymond: »Saison in Salzburgs.
Briefe in Bareiros Hand
Roman von Anna Elisabet Weirauch
Rechte durch Carl Duncker Verlag, Berlin W 35.
9. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
10.
Albrecht Sierinck kommt nach Hause, er begrüßt Frau und Kinder, es ist wie jeden Tag eine Szene voll heiterster Zärllichkeit, und da das Mädchen Betty hereinkommt und fragt, ob angerichtet werden soll, bittet er um einen Aufschub von fünf Minuten. Er will sich noch schnell vor dem Essen umkleiden, weil sie nachher einen Theaterbesuch vorhaben. Irmela hat ihn — etwas zu spät — daran erinnert, daß ihr „Abonnementstag" ist.
Er läuft rasch und leichtfüßig die Treppe hinauf, die dicken Teppiche dämpfen seine Schritte, und als er über den Gang geht, sieht er mit einem Erstaunen, daß die Tür zu Irmelas Toilettenzimmer offensteht und Licht brennt.
Er kann von seinem Standpunkt aus den breiten Schrank für Kleider und Wäsche im Zimmer nicht sehen. Aber die Tür dieses Schrankes steht offen, und an der Innenseite dieser Tür ist ein breiter und hoher Spiegel angebracht. Sein Blick fällt gerade in dieses blinkende Glas, und er sieht darin feinen Schwager, der ein herausgezogenes Schiebefach durchwühlt.
Ein unklares Gefühl hätt ihn davon ab, der ersten Eingebung zu folgen, und den erstaunten Ruf: „Was machst du denn da?" auszustoßen. Es ist durchaus kein Verdacht, es liegt nicht in seiner Absicht, den Lauscher zu spielen. Es ist ihm einfach peinlich, einen erwachsenen Menschen bei einer Heimlichkeit zu ertappen. Und es hat etwas von Heimlichkeit und Verbotenem an sich, was er da
sieht — ist es nicht das Etui mit der Kette, das | Gerd da eben in den Händen hält, unb nach einem flüchtigen Blick in die Brufttafche steckt?
Albrecht geht — jetzt absichtlich geräuschlos — ein paar Schritte zurück und beginnt zu pfeifen. Und dann tritt er sehr fest auf. Ein Schub fliegt zurück, und die Schranktür knarrt. Zwei Sekunden später steht Gerd ihm gegenüber, sein Gesicht ist leicht gerötet, aber er lächelt Albrecht mit klaren Augen entgegen: „Ach du, Albrecht?"
„Ja. Ich will mich noch schnell vorm Essen umziehen. Suchst du etwas?"
„N ... ja." Er schwenkt ein zartes Stoffetzchen zwischen den Fingern. „Ich hab' für Irmela ein Taschentuch geholt."
In diesem Augenblick faßt Albrecht den Entschluß, ihn festzuhallen. „Gehst du eigentlich heute abend mit? Ich weiß gar nicht, was gegeben wird. Ach, sag mal, was ich dich noch fragen wollte." Er kommt auf etwas Geschäftliches zu sprechen, es läßt ihn nicht los, er zieht ihn im Gespräch in das Nebenzimmer. „Irmela wird auf das Läppchen nicht warten, wenn sie einen Schnupfen hat, nutzt es ihr doch nichts — sag doch mal eben ..." Er spricht und fragt, während er rasch den Rock und die Schuhe wechselt. Es ist keine Möglichkeit für Gerd zu entkommen.
. 11.
In der Zeit, da Albrecht sich umkleidet, kann Irmela rasch noch die Abendtasche packen — das Glas ist darin, die Karten, Geldbörse und Schlüssel muß sie aus der anderen Tasche nehmen — als sie die große Ledertasche öffnet, findet sie Papierschnitzel darin — der zerrissene Brief.
Eine Sekunde geht ihr Blick suchend umher, lieber nicht in den Papierkorb, — sie häuft sie mit einem raschen Entschluß in einer Aschenschale an und hält ein brenenbes Streichholz dagegen. Sie braucht noch eines — und noch eines, bis das weiße Papier durch und durch geschwärzt ist, und sie die knisternden Stückchen mit einem kleinen Messingpinguin zu Asche zerreiben kann. So! Sie tuf es mit dem Gefühl einer befriedigten Rache, sie haßt dieses alberne Stück Papier, das ihr ein häßliches Zerrbild entgegengehalten hat.
Mit Albrecht zusammen kommt Gerd ins Zimmer.
„Hier hast du dein Taschentuch", sagt er und überreicht es ihr.
„Was für ein Taschentuch? Hao ich's verloren?"
„Du hast mich doch geschickt, um es zu holen!" Er steht so vor ihr, daß er ungesehen von Albrecht eine Grimasse schneiden kann. Er schielt sie an, genau wie als kleiner Junge, und sie versteht sofort.
„Ach so, ja, danke", sagt sie mit einem unterdrückten Lachen. „Entschuldige, ich bin wirklich zu konfus, das hatte ich schon wieder vergessen."
Albrecht hat das kleine Spiel wohl bemerkt, ihr flüchtiges Erstaunen, ihr schnelles Eingehen, und es kränkt ihn weit über Gebühr. Er hat immer eine leise Eifersucht auf das unbedingte Zusammenhalten der Geschwister. Es ist nicht das erstemal, daß er sich fremd und ausgeschlossen fühlt. Aber es wäre kindisch, darüber Worte zu verlieren, jetzt etwa eine Aufklärung zu fordern.
„Bin ich so lange weggeblieben, daß das Essen angebrannt ist?" Er schnuppert mit einem halben Lachen. „Es riecht angebrannt!"
„Ach, das ist der Aschbecher", sagt Irmela ohne Ueberlegung, „ich habe Papier verbrannt."
„Was verbrennst du denn für Papiere im Aschbecher?" fragte er scherzend.
„Unbezahlte Rechnungen natürlich!" erwiderte sie im gleichen Ton.
„Das ist allerdings die bequemste Art, sie zu erledigen!" Er lacht, er fragt nicht weiter, und als Betty die Türen auseinanderschiebt, gehen sie gutgelaunt zu Tisch. Aber während sie von anderen Dingen plaudern, sind Albrechts Gedanken ebenso wie Irmelas bei den verkohlten Papierstückchen in der Bronzeschale.
Natürlich ist es ein Unsinn, daß Irmela unbezahlte Rechnungen verbrennt — denkt Albrecht — aber wie kommt sie darauf, das zu sagen? Und was hat.sie verbrannt? Man verbrennt nicht ein Stück Papier, wenn man es nicht unbedingt vernichtet haben will. Er kennt feine Frau, und er vertraut ihr, aber in einem Punkt hat er einen leisen Verdacht: das ist Gerd. Nicht unmöglich, daß sie eine Rechnung verbrannt hat — eine Rechnung für Gerd, die sie bezahlt hat. Sie verzieht den Jungen, und das ist nicht zu seinem Besten. Herrgott, es ist doch nicht Geiz, wenn er den Jungen knapp hält! Das ist etwas, was Irmela anscheinend immer noch nicht begriffen hat — Geld in den Fingern zu haben, ist eine Gefahr für junge Leute. Eine noch größere Gefahr ist das Bewußtsein, daß chre Schulden bezahlt werden, wenn sie es verstehen, ein bißchen zu schmeicheln und zu bitten.
„Ich muß Albrecht natürlich erzählen, daß ich einer. Brief verbrannt habe", denkt Irmela. Und was für einen! Die ganze Geschichte muß ich ihm erzählen. Daß er die Albernheiten nicht mehr lesen kann, das ist nur gut. „Vielleicht werde ich heiraten — aber dich werde ich ewig lieben ..." Hatte nicht irgendwo solch ein Blödsinn auf den verkohlten Aschenresten gestanden? Wie soll ich Albrecht glaubhaft machen, daß das längst, längst vergessen war, als ich ihn kennenlernte? Er hat ein klein wenig Anlage zu dem Mißtrauen, daß ich ihn seines Reichtums wegen geheiratet habe.. Trotzdem: es geht nicht, daß ich das kleinste Geheimnis vor ilM habe, ich könnte das Leben einfach nicht ertragen, wenn ich ihm etwas verbergen müßte.
„Ich habe dir noch gar nicht erzählt, daß ich heute einen alten Bekannten getroffen habe!" Sie macht unmittelbar einen Anfang, aus ihren Gedanken heraus. „Du mußt ihn, glaube ich, auch kennen, Fernando Bareiro."
„Ach?" fährt Gerd hoch. „Hast du ihn getroffen? Wie komisch!"
(Fortsetzung folgt)
Mr noch 5 Tage.
Bis 21. Juni
Alttleidcr- und Spinnstoffsammlung.
Die Annahmestellen der Gießener Ortsgruppen zur Altkleider- und Spinnstoffsammlung sind wie folgt geöffnet:
Mitte: Marktstraße 25, werktags von 17 bis 19 Uhr.
Nord: „Einhorn", Lindenplaß 1, Montag, Mittwoch und Fre-itag von 17 bis 19 Uhr.
O st: Licher Straße 19, Geschäftsstelle der DAF., werktags von 15 bis 18 Uhr.
Süd: Hofmannstraße 1, Mittwoch und Samstag von 19 bis 21 Uhr.
Liebigstraße 58 (Autogorage), Mittwoch und Samstag von 19 bis 21 Uhr.
Unterhof und Oberhof (Bergwerk), Mittwoch und Samstag von 19 bis 21 Uhr.
Klein-Linden: Steinstraße „Altes Backhaus", Mittwoch und Samstag von 19 bis 21 Uhr.
W,ieseck: Schulstraße 3, Mittwoch und Samstag von 18 bis 22 Uhr.
Sprechstunde des Äreisleiters.
Die Sprechstunde des Kreisleiters findet am Donnerstag, 18. Juni, nachmittags von 15—12 Uhr, in Gießen, Lonystraße 18, statt.
Amt für Agrarpolitik.
Die Sprechstunde des Amtes für Agrarpolitik findet am Donnerstag, 18. Juni, nachmittags von 15—17 Uhr, in Gießen, Lonystraße 18, statt
Gießener Schlachtviehmarkt.
Auf dem gestrigen Gießener Schlachtviehma (Schlachtvieh-Derteilungsmarkt) in der Viehvers gerungshalle Rhein-Main, kosteten: Ochsen 39 bis 54 Rpf., Bullen 44 bis'54, Kühe 22 bis 54, Färsen 40 bis 52, Kälber 25 bis 57, Schafe 45 je X kg Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise erzielt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,25 RM., bl (135 bis 149,5 kg) 1,25, b2 (120 bis 134,5 kg) 1,25, c (100 bis 119,5 kg) 1,23, d (80 bis 99,5 kg) 1,15, e—f (unter 80 kg) 1,11, gl (fette Specksauen) 1,25, i (Altschneider) 1,25, g2 (andere Sauen) 1,15, h (Eber) 1,15 RM. Marktverlauf: alles zugeteilt.
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** Ko stenlose öffentliche Nähberatung des Deutschen Frauenwerkes. Dienstag und Donnerstag von 9 bis 12 Uhr und von 14 bis 18 Uhr in der Beratungsstelle Lindenplatz. Montag, Mittwoch und Freitag von 8 bis 12 und 14 bis 18 Uhr Kaiserallee 6. Die Nähberatung wird von einer Fachkraft geleitet.
** Kurz-Nähkurse des Deutschen Frauenwerkes. Schneidermeisterinnen haben sich zur Verfügung gestellt, Nähabende zur Herstellung von eigenen-Kleidern oder für Angehörige zu halten. Der Abend kostet 30 Rpf. Beginn 20 Uhr, Ende 22 Uhr. Die Abende finden statt: für Gießen- Mitte: Montag und Mittwoch, Bleichstraße 181; Gießen-Nord> Montag und Donnerstag, Marburger Straße 7, im Piiro des Garaqenbetriebes; Gießen- Ost: Dienstag und Mittwoch, Kaiserallee 6; Gießen- Süd: Montag und Mittwoch, Wilhelmstraße 2, Eingang Frankfurter Straße.
** Nähmittel a u f Abschnitt „c" der 3. Reichskleiderkarte. Noch einer Bekanntmachung der Reichsstelle für Kleidung und verwandte Gebiete vom 31. Mai 1942 dürfen auf den Nähmittelabschnitt „c" der 3. Reichskleiderkarte Nähmittel im Gegenwert von 30 Rpf. (Einzelhandelspreis) abgegeben und bezogen werden mit der
Nun rückt das Bannsportfest 1942, das von allen Bannen in ganzen Deutschen Reich am kommenden Samstag und Sonntag, 20. und 21. Juni, zum Austrag gelangt, immer mehr ins Blickfeld. Besonders bei den verschiedenen Einheiten des Bannes Gießen (116) hat in den letzten Wochen ein Wetteifern stattgefunden, will doch jede Einheit als beste im Auftreten abscynerdetl. Daneben siüd die-verschiedensten Vorbereitungen bei den Sonderformationen getroffen worden, die am Bannsportfest besonders in Erscheinung treten werden. So wurden u. a. 120 Fanfarenbläser und Landsknechtstrommler sowie zahlreiche Spielmannszugangehörige in Lehrgängen an der Bannführerschule in Laubach geschult. Motor-, Marine- und Flieger-HI. üben schon lange für ihre Vorführungen am Sonntag auf dem Universitätssportplatz.
Für die Großkundgebung auf Oswaldsgarten ist eine größere Tribüne , im Bau begriffen, während' große Lautsprecheranlagen für eine einwandfreie Uebertragung der Reden auf dem Oswaldsgarten und der'Ergebnisse auf dem Universitätssportplatz sorgen werden.
Heute kann bereits gesagt werden, daß der Bann Gießen (116) unter der Führung von Obergefolgschaftsführer R. Wolf nichts unversucht gelassen hat, um das Bannsportfest 1942 zu einem großen rfolg zu gestalten.
'Samstag, 20.Juni: 15 bis 15.30 Uhr Eröffnung des Bannsportfestes auf dem Universitäts- Sportplatz: 15.30 Uhr Beginn der Wettkämpfe (Dorentscheide) auf dem Universitäts-Sportplatz;
LPD. Frankfurt a. M., 16. Juni. Zwei Volksschädlinge von besonderer Niedertracht wurden vom Sondergericht in Frankfurt a. M. abgeurteilt. Der 39jährige Eugen Holler nutzte seine selbständige Stellung als Verwalter des Städtisch Krankenhauses in Diez (Lahn) systematisch zu seinem persönlichen Vorteil aus, wobei er in der Mitangeklagten Lebensmittelhändlerin Auguste Bernhard eine willige Helferin fand. Seit April 1941 veranlaßte er die Bernhard, ihm auf Bezugscheine des Krankenhauses regelmäßig erhebliche Mengen von Lebensmitteln in seine Privatwohnung zu liefern. So ließ er sich ein Jahr lang wöchentlich etwa 3' Pfund Butter, 25 Eier, 10 Pfund Zucker und monatlich 2 bis 3 Pfund Käse über das, was ihm für seinen kinderlosen Zweipersonenhaushalt zustand, ins Haus bringen. Insgesamt hat jj)m die B. innerhalb eines einzigen Jahres zum Nachteil der Insassen des Krankenhauses für seinen persönlichen Verbrauch etwa 75 kg Butter, 50 kg Margarine, 1050 Eier, 150 kg Zucker, 12 Liter Del, 45 kg Mehl, 25 kg Teigwaren, 28 kg Wurst, 129
Maßgabe, daß bei Abgabe von Nähseiden und Ser- denglanznähgarn (letztere in den Längen bis zu 100 m einschließlich) nur die Hälfte des Wertes auf den Abschnitt anzurechnen ist.
19 bis- 21 Uhr Lazarett-Veranstaltung der Hitler- Jugend im Reserve-Lazarett III, durchgeführt von der Spielschar der Hitler-Jugend.
Sonntag, 21. Juni: 6.30 bis 7 Uhr Wecken; 8 bis 10 Uhr Fortsetzung der Wettkämpfe (Zwischenrunden und Entscheidungen) auf dem Universitäts- Sportplatz; 9 bis 9.15 Uhr Kranzniederlegung an dem 1 Ib'er-Gefallenen-Ehrenmal auf dem Landgraf- Philipp-Platz; 11 bis 11.45 Uhr Großkundgebung mit dem Gebietsführer auf Oswaldsgarten; 12 bis 12.30 Uhr Vorbeimarsch des Bannes 116 an dem Gebietsführer an der Ludwigs-Universität; 13 bis 16.30 Uhr Endkämpfe der Hitler-Jugend und des BDM. sowie Vorführungen der Sondereinheiten der Hitler-Jugend auf dem Universitäts-Sportplatz. 1. Entscheidungen 800 Meter HI.-Klasse A, Keulenwerfen HJ.-Klasse A, Entscheidungen 75 Meter BDM.-Klasse B, Entscheidungen 800 Meter HJ.- Klasse B; 2. 10X60-Meter-Staffel Jungmädel, Entscheidung 100 Meter HJ.-Klasse B, Entscheidung 100 Meter DJ.-Klasse A, Entscheidung 100 Meter BDM.-Klasse A; 3? Handballspiel der Bannauswahlmannschaft gegen Luftwaffensportoerein Gießen; 4. Vorführungen der Marine-HI., Entscheidung 1500 Meter HJ.-Klasse A; 5. Bunter Rasen des Jungstammes I, 4XllX)-m-Staffel BDM.-Klasse A, 4X100-m-Staffel HJ.-Klasse B; 6. Vorführungen der Flieger-HI. und der Motor-HI., Entscheidung 100 Meter HJ.-Klasse A, Entscheidung 1500 Meter HJ.- Klasse B; 7. 4X100 Meter DJ.-Klasse A. 4X100 Meter HJ.-Klasse A. 16 Uhr Siegerehrung und Schluß des Bannsportfestes.
Dosen Milch, 50 Büchsen Spargel und andere Lebensrnittel geliefert.
Dafür gestattete Holler der Bernhard, sich auch ihrerseits an den für das Krankenhaus bestimmten Lebensmiteln zu bereichern. U. a. hat die B. 50 kg Margarine, 300 bis 400 Eier, 250 kg Zucker, 225 kg Marmelade, 125 kg Käse und 100 Büchsen Spargel, die durch Bezugscheine des Krankenhauses gedeckt waren, in ihrem eigenen Haushalt und besonders in ihrem Lebensmittelgeschäft verbraucht. Den für das Krankenhaus bestimmten Käse behielten die beiden Angeklagten, ganz für sich, vom Oel teilten sie die Hälfte und die'Büchsenmilch verschwand restlos im Keller des H., der sich auch an dem Kaffee und Tee vergriff, den die Kranken als Sonderzuteilung erhielten. Von den Haus- schlachtungen des Krankenhauses ließ sich H. jedesmal ein Fleischpaket geben und sogar Wein und Sekt bestellte er sich auf Rechnung des Krankenhauses in seine Wohnung.
Während H. so alle kriegsbedingten Einschränkungen von sich fernhielt und selbst im Ueberfluß lebte, beschwichtigte er die Kranken, die sich über
Das Bannsportfest in Gießen
Todesurteil
gegen ungetreuen Krankenhausverwalter
unzureichende Ernährung beklagten, mit dem Hin* weis: „Es ist doch Krieg!" Die Kaufpreise füö die von beiden Angeklagten beiseite geschafften Le« bensmittel wurden obendrein noch d-em Kran« kenhaus als fingierte Po st en in Rech« n u n g g e st e l l t, ja H. ließ sich von der B. dafür, daß er sie die Früchte seiner Untreue mitgenießen ließ, noch Bestechungsgelder in Höhe von wöchentlich 50 RM., insgesamt 1800 RM. zahlen, die wiederum den Rechnungen an das Krankenhaus zugeschlagen wurden. Die falschen Rechnungen versah H. mit seinem Prüfungsvermerk und veranlaßte ihre Bezahlung; die Lieferscheine, die ihn verraten konnten, vernichtete er. Der den Kranken durch die Entziehung umfangreicher Nahrungsmittel zugefügte Schaden rombe von H. züm Teil auf die Allgemeinheit abgewälzt, indem er für sein Krankenhaus regelmäßig überhöhte Belegziffern meldete und auf diese Weise höhere Bezugsberechtigungen erschlich, als ihm zustanden.
Durch Einreichung gefälschter Rechnungen verschaffte sich H. sodann auf Kosten der Stadtkasse Diez die Mittel zur Anschaffung eines Kronleuchters für 650 RM. und einer Frisiertoilette für 400 RM. Bettbezüge der Anstalt verkaufte er an einen Gastwirt und unterschlug den Erlös. Kleinere Geldbeträge veruntreute er überall da, wo er nicht mit einer Revision rechnete. Er ließ sich für das Krankenhaus Bezugscheine für sechs neue Aerztekittel ausstellen und gab dafür alte Kittel ab, die er noch zu Hause hatte. Für den Bezugschein im Punktwert von 210 Punkten kaufte er s i ch Anzug st affe, Sporthemden und Unterwäsche.
So mißbrauchte der Angeklagte seine Vertrauensstellung mit einer Vielseitigkeit und Intensität des verbrecherischen Willens, wie sie in der Kriminal-- geschichte selten festzustellen sind, und opferte unter systematischer Ausnutzung der Kriegsverhältnisse dis Belange der ihm anvertrauten Kranken und der Allgemeinheit rücksichtslos feiner persönlichen Genußsucht. Das Sondergericht verurteilte ihn als. Volksschädlinge zum Tode. Die Angeklagte Bernhard, die unter dem verbrecherischen Einfluß des H. gehandelt hatte, wurde mit a ch t Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust beftraffy
Landkreis Gießen.
* Laubach, 17. Juni. In dem Geschäft eines hiesigen Kaufmannes ereigneten sich seit dem Frühjahr 1940 bis in die jüngsten Tage hinein von Zeit zu Zeit Butterdiebstähle, bei denen es sich immer um kleinere Mengen handelte, bereu Fehlen am Bestand im Lager und Laden aber nicht verborgen blieb. Da sich diese Diebstähle immer wiederholten, kam schließlich ein recht ansehnliches Quantum fehlender Butter zusammen. In jüngster Zeit entstand nun Verdacht gegen eine 3 6 Jahrs alte unverheiratete Nachbarin, der daraufhin eine Falle gestellt wurde, in die sie erwartungsgemäß hineinging. Nunmehr hatte man die Diebin erwischt, gegen die Anzeige wegen fort- gesetzten Diebstahls erstattet wurde. Insgesamt hat sich die Diebin durch ihre Spitzbübereien eine Buttermenge von etwa 50 Pfund angeeignet.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bei Hauptschristleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und Silber: Dr. Fr. W. Lange; für bas Feuilleton: Dr. Hans Thyriotk für Stabt Gießen, Provinz, Wirtschaft und Sport: Ernst Blumschein.
Druck uno Verlag: Brühlsche Universitätsbruckeret R. Lange K. G. Verlagsleiter: Dr.-Jng. Erich Hamann; Anzeigenleiter: Hang Beck.
Anzeigenpreisliste Nr. 6.
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inrOiW° ,,,th Lauterbach sowie des Oberbürgermeisters
zwar:
a) an Versorgungsberechtigte, die vom Kleinverteiler beziehen, auf den Abschnitt c,
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Ihr Berater in allen Punktfragen
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Da bin ich • Elastocom » am Plalze. Die stechende und bohrende Pein läßt bereits gleich nach dem Auflegen dieser elastischen Pflasterbinde noch.
der Stadt Gießen«
Eierverteilmtg.
b) an Versorgungsberechtigte der Stadt Gießen, die die 3 ersten in dieser Zuteilungsperiode ausgerufenen Eier auf Berechtigungsscheine vom Erzeuger bezogen haben, auf einen neu aus-
Nach langem, mit Geduld ertragenem Leiden entschlief gestern nachmittag meine liebe Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwägerin und Tante Margarete Laudon, geb. Schäfer im Alter von 73 Jahren.
Die trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Laudon und Kinder nebst allen Angehörigen.
Gießen-Wieseck, den 16. Juni 1942. ,
Die Beerdigung findet Donnerstag, 18. Juni, nachm. 3 Uhr, vom Sterbehause, Alicestraße Nr. 54, aus statt.
Hart und schwer traf uns am 30. Mai die unfaßbare Nachricht, daß unser innigstgeliebter Sohn, Bruder, Schwager, Onkel und Neffe
Matrosen - Funk - Gefreiter
Helmut Peter
im 21. Lebensjahr den Heldentod fürVolk und Vaterland gestorben ist. Wiedersehn war seine und unsere tioffnung.
In tiefer Trauer:
Heinrich Peter und Frau, geb. Haupt Albert Peter, z. Z. im Felde, u. Familie Erich Peter, z. Z. in Urlaub, und Braut Willi Peter
Erwin Peter und alle Angehörigen.
Großen-Linden, den 15. Juni 1942.
Die Gedenkfeier findet am Sonntag, 21. Juni, um 15 Uhr, statt.
Im großen Kampf für unsere Freiheit fiel im Osten unser lieber Sohn, Bruder, Enkel und Urenkel
Karl Haas
Freiwilliger, in einem ^-Inf.-Regt.
Im blühenden Alter von 17% Jahren gab er sein junges zukunftsreiches Leben.
Die Trauernden:
Jakob Haas, Obergefr. .z.Z.i. Urlaub Marie Haas, geb. Hammel
Otto Haas.
Annerod, den 16. Juni 1942.
Für die bezeugte Anteilnahme, insbesondere bei den am Sonntag, dem 14. Juni, stattgefundenen Gedenkfeiern sagen wir allen unseren herzlichsten Dank.
Herren-und Knaben-
Kleidu ng
Bis auf weiteres am Montag- und Donnerstag -Vormittag geschlossen!
MW gesucht. (02900 Marktplatz 11.
zustellenden Berechtigungsschein, der auf Zimmer 9 des Ernährungsamtes der Stadt Gießen in Enrpfang genommen werden kann. [miD Gießen, den 15. Juni 1942.
Für die Landräte der Landkreise Alsfeld, Büdingen, Friedberg, Gießen und Lauterbach sowie den Oberbürgermeister der Stadt Gießen.
Der Landrat des Landkreises Gienen.
Dr. Loh.
AlTSTOFFtf^ROHSTÖFF ^ALTSTOFF ^ROHSTOFF Die Kleider der Großeltern werden aus der Mottenkiste mehr mehr aufersteh^n. Die schönste Pietät ist die Spende zur
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