142. Jahrgang Nr. 89 Erscheint täglich, anher Sonntags und feiertags Beilagen: Gtehener ^amilienblätter Heimat inMild DieScholle Bezugspreis: Monatlich.....RM.1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Kernsvrecdanschluk 2251 Drahtanschrift: „Anzeiger" Postscheck 11ßs« Firantt.-M. Gietzener Anzeiger vriihlsche Univrrstlälidruckrrri 8. Lang« General-Anzeiger für Oberhessen «iehen^Lch-Iftratzk 2-9 Zreltag, 17. April 1942 Annahme von Anzeige« für die Mittcmsnummer bis8‘ 7UhrdesBormittagS Anzeigen-Preise: Anzeigenteil 7 Rvf. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Textteil 50 Rvf. je mm bei 70 mm Zeilenüreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffel I AbschlüsseMengenstafsel B Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25% mehr DerGtoß gegenEnglandsSeeherrschast. Genf, 16. April. (DNB.) Die Londoner „Daily Mail" untersucht das Stärkeverhältnis zwischen der Flotte Englands und der USA. und den Seestreit- trösten der Achsenmächte. Dabei kommt das Blatt zu dem Schluß, daß während der letzten Wochen die englisch-amerikanischen Kriegs- und Handels- schiffsverluste katastrophal gewesen seien. Malta, der Schlüfselpunkt zur Unterbrechung der Achsenverbindungen nach Afrika, könne nur noch von kleinen Einheiten angelaufen werden. Im Indischen Ozean seien Colombo und Trinko- mali nach den letzten Verlusten nicht mehr als Flottenstützpunkte anzusehen. Die B r e n n st o f f - Versorgung aus Ostasien einschließlich der Lieferungen aus Borneo und Burma hätten a u f gehör t, die Lieferungen aus dem Iran und Irak feien gefährdet. Sowjetrussisches Oel stehe nicht zur Verfügung, das rumänische befinde sich in deutscher Hand. Im Karabischen Meer würden die englischen und amerikanischen Tanker mit Oel in steigendem Maße von den U-Booten der Achse angegriffen und versenkt. So müsse England auf seine in England selbst aufgestapelten Vorräte zurückgreifen, die zwar groß aber nicht unerschöpflich seien. Mit einer mächtigen Flotte im Indischen Ozean und starken deutschen sowie italienischen Seestreit- kräften im Mittelmeer und im Atlantik seien der britischen Flotte auf allen Weltmeeren so gewaltige Aufgaben zugefallen, daß sie unterbiet er Saft zusammenbrechen müsse. Wolle England unter den gegenwärtigen Verhältnissen den Versuch machen, irgendwo einen großen und entscheidenden Seesieg zu erringen, dann sei es jetzt gezwungen, f eine Flotte z u konzentrieren. Weder die Heimat- noch die Mittelmeer- noch die Fernostflotte seien noch in der Lage, unabhängig voneinander erfolgreich eine große und entscheidende Seeschlacht auszukämpfen. Die Seeherrschaft sei für England so gut wie verloren. Dies habe ernste Folgen und vor allem die, daß ein Sieg Großbritanniens, seines Empires und der USA. und auch ein Sieg der Sowjetunion nicht möglich sei, so lange man nicht die frühere Herrschaft über die Weltmeere zurückgewinne. „Man Hai den Geist sterben lassen." Die Gründe für den Niedergang der britischen Flotte. Tokio, 17. April. (DNB. Funkspruch.) „Japan Times and Advertiser" befaßt sich mit der kläglichen Rolle, die die britische Flotte in diesem Kriege spielt. Das britische Empire verdanke seine Größe der Flotte, schreibt das Blatt und fährt fort: jedoch deuten die Taten der britischen Marine im jetzigen Ostasienkrieg darauf hin, daß alles dies der Geschichte angehört. Die Ausfahrt der britischen Marinestreitkräfte aus Singapur zehn Tage vor dem Fall der Insel, wodurch die Landtruppen ihrem Schicksal überlassen wurden, war Beweis für die Veränderung, die sich an einer Marine vollzogen hat, auf die England, die Herrin über sieben Meere, einst stolz war." Die Schlacht vor Ceylon sei ein weiterer Beweis für das moralische Absinken der britischen Marine, da nicht ein einziges der Schlachtschiffe sich herangewagt habe, um die angreifenden Japaner zum Kampf zu stellen. Die Kreuzer „Dorsetshire" und „Cornwall" hätten sichaufdem Wege nach einemsicheren Liegeplatz befunden, als sie von japanischen Flugzeugen eingeholt und versenkt wurden. Das Blatt schreibt zum Schluß: „Das britische Empire muß mit seiner Flotte fallen, wie es mit ihr in der Vergangenheit emporgestiegen ist. Das Fundament, aus dem sich ihre Größe aufbaut, ist dahin. Man hat d e n G e i st, der in den Herzen der Engländer hätte weiter leben und brennen müssen, sterben lasse n." Japanische ümsassungsmanöver in Aordburina. Schanghai, 16. April. (Europapreß.) Wie aus Mandalay, dem Sih des Hauptquartiers des britischen Generals Alexander, verlautet, ist es starken japanischen Streitkräften gelungen, den rechten von britischen Truppen gehaltenen Flügel der alliierten Stellungen in Nordburma zu umgehen. Hierdurch seien die Verbindungen mit den tschung- king-chinesischen Truppen stark gefährdet, um so mehr, als auch diese Truppen sich unter dem starken Druck der Japaner im Kampfabschnitt des Swa-Flufses weiter zurückziehen mühten. Landung auf der Philippineninselpanay Tokio, 17. Aprll. (DNB. Funkspruch.) Das Kaiserliche Hauptquartier bestättgt die am 16. April erfolgte Landung japanischer Truppen auf der Philippineninsel Panay und teilt mit, daß sich die militärische Lage auf der Insel.Panay ebenso wie auf Cebu zugunsten der japanischen Streitkräfte entwickele. * Die bergige, stark bewaldete und sehr fruchtbare Insel Panay liegt südlich von der philippinischen Hauptinsel Luzq/r und hat eine Flächenausdehnung von 11520 qkm mit einer Bevölkerung von annähernd einer Million. Hauptstadt ist der bedeutende Hafen Jlo-Jlo an der Südküste der Insel, von dem Zuckerrohr, Reis, Tabak, Pfeffer und Edelhölzer ausgeführt werden. Lorregidor unter dem Feuer der Japaner. Tokio, 17.April. (DNB.°Fun7spruch.) Die letz- ieh Meldungen von der Ba-taanfront besagen, daß die japanische Artillerie seit Donnerstag ihr Feuer hauptsächlich gegen die feindlichen Stellungen im Süd feil der Insel fe st ung Corregidor richtet. Sie wird unterstützt durch fortgesetzte Bombenangriffe der Armee- und Marineluftwaffe. Das' gegnerische Feuer hat inzwischen völlig aufgehört. Die Baracken und alle übrigen militärischen Einrichtungen der Insel sind vollständig zertrümmert, lieber der Festung lagern, dicke grauschwarze Rauchschwaden. Politik der versengten Erde. Amerikanische Zerstörungen auf Cebu. Tokio, 16. April. (Europapreß.) Die Amerikaner verfolgen die Politik der versengten Erde auf den Philippinen und werden dabei durch manche kommunistisch infizierte Filipinoelemente unterstützt. Beispielsweise waren die japanischen Truppen noch nicht auf der Insel Cebu gelandet, als sie bereits von ihren Transportschiffen aus in der Nacht plötzlich Flammen in der Stadt Cebu hundert Meter hoch gegen den Himmel schlagen sahen. Der dumpfe Ton der Explosionen verriet ihnen, daß die Amerikaner die Benzintanks in Brand gesteckt hatten. • Bei der Errichtung von Sperrbefestigungen benutzten die Amerikaner rücksichtslos alle Materialien, welche ihnen gerade zur Hand waren. Japanische Soldaten, welche den von den Amerikanern besetzten Wall genommen hatten und hinter den vermeintlichen Sandsäcken Deckung suchten, stellten fest, daß es sich um mit Zucker gefüllte Sacke handelte, wodurch es den Japanern gelang, ihre eisernen Rationen auf bequeme Weise zu ergänzen. Tschungking spürt den Ausfall der Burmastraße. Hsinking, 16. April. (Europapreß.) Der Verlust der Burma-Straße - tritt für die Wehrkraft Tschungkings immer empfindlicher in Erscheinung. Nach Meldungen aus Schanghai fehlen den Truppen Tschiangkaischeks am meisten Benzin und Sanitätsmaterial. Der Mangel an nachrichtentechnischen Einrichtungen schwächt die Wirksamkeit des chinesischen Befehlsapparates. Tschiangkaifchek hat dringende Hilferufe nach Britisch-Jndien gerichtet, ihm das genannte Material sowie Munition im Werte von 1,2 Mill. Pfund sofort zu übersenden. Krästegruppe der Sowjets im mittleren Frontabschnitt vernichtet. Der Wehrmachtbericht. DVD. Aus dem Führerhauptquartier, 16. April. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: 3m Osten griff der Feind an einzelnen Stellen an. Die Angriffe wurden blutig abgewiesen. 3m mittleren Abschnitt wurde eine von ihren Verbindungen abgefchnitlene Kräftegruppe der Sowjets vernichtet, nachdem alle vorhergehenden Ausbruchsversuche des Feindes unter hohen blutigen Verlusten gescheitert waren. 3m nördlichen Frontabschnitt gewannen Verbände des Heeres und der Waffen-^ bei örtlichen Angriffen unter schwierigsten Geländeverhältnissen weiter an Voden. Bei Luftangriffen auf Murmansk wurden zahlreiche Bombentreffer in Kaianlagen und Lagergebäuden erzielt. Lin großes und zwei mittlere Handelsschiffe gerieten in Brand. Begleitende 3äger schossen sieben feindliche Flugzeuge ab. 3n Vordafrlka keine besoaderen Kampfhandlungen. 3n Luftkämpfen über dem Kanal und bei Einflügen des Feindes in die Deutsche Bucht schossen 3äger und Marineartillerie zehn britische Flugzeuge ab. Kampfflugzeuge griffen in der Nacht zum 16. April den wichtigen britischen Hafen und Schiffs- bauplah Sunderland an. Vach Bombentreffern schweren Kalibers wurden ausgedehnte Brände beobachtet. Britische Bomber führten in der letzten Nacht Störangriffe auf verschiedene Orte in Westdeutschland durch. Die Zivilbevölkerung hatte geringe Verluste. Ein feindliches Flugzeug wurde abgeschossen. Trotz Schlamm und Schmelzwasser. B e r I i n , 16. April. (DNB.) Zu der Vernichtung einer von ihren Verbindungen abgeschnittenen Kräfte- Gruppe des Feindes im mittleren Frontabschnitt teilt das OKW. ergänzend mit, daß die Bolschewisten verzweifelte Versuche unternahmen, die deutsche Abriegeluna zu durchbrechen. In den frühen Morgensttmdon Des 15.4. unternahm eine feindliche Gruppe den Versuch, sich aus der deutschen Umklammerung zu befreien. Im wegelosen und vom Schmelzwasser überschwemmten Gelände wurde ein Regiment zum Gegenangriff angesctzt zusammen mit weiteren Truppen, die von der Gegenseite in den Kessel vorstießen. Ein Teil des Feindes versuchte sich in ein Waldstück zu retten, das jedoch bereits von deutschen Truppen umstellt war. Auch diese feindliche Gruppe wurde vernichtet Einige Stunden später versuchte der Feind noch einmal durchzustoßen. Auch dieser Versuch mißlang und kostete den Bolschewisten über 900 Tote und 100 Mann Gefangene. Die Verhinderung des feindlichen Durchbruchversuches war für die deutschen Truppen im schlammigen und vom Schneewasser völlig aufgeweichten Gelände eine außerordentliche Leistung. • Nordostwärts des Ilmensees versuchte der Feind nach einstündigem Trommelfeuer mit Unterstützung von mehreren Panzern die Stellungen eines Verbandes der Waffen-^ anzugreifen. Als es den Bolschewisten an einer Stelle gelang, in die deutsche Hauptkampflinie einzudringen, riegelten die deutschen Truppen durch einen Gegenstoß die Ein- bruchsstelle ob, wodurch die feindlichen Kräfte eingeschlossen wurden. An der S wir-Front zwischen Ladoga- und Onegasee, wo das beginnende mildere Wetter das Gelände noch nicht aufgeweicht hat, wurden eingedrungene feindliche Kräfte abgeriegelt, eingeschlossen und vernichtet. Eine weitere eingekesselte feindliche Kampfgruppe unternahm Ausbruchsversuche, die jedoch die Vernichtung der eingeschlossenen Bolschewisten nicht aufhalten konnten. Durch die Verleihung des Ritterkreuzes geehrt. Berlin, 16. April. (DNB.) Der Führer verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe das Ritterkreuz an Oberleutnants latzer, der als Staffelführer in einem, Sturzkampfgeschwader auf über 200 Einsätzen im Ostfeldzug hervorragende Waffentaten vollbrachte. Im Kampf gegen England vernichtete er vier Transportschiffe, warf einen Kreuzer in Brand und beschädigte zwei Zerstörer und ein Schlachtschiff. Als feine Staffel von vier Spitfire-Flugzeugen angegriffen und eine Besatzung durch Beschädigung des Flugzeuges über feindlichem Gebiet zum Fallschirmabsprung gezwungen wurde, landete Oberleutnant Platzer neben der ab gesprungenen Besatzung und rettete sie vor der Gefangennahme. Außerdem vernichtete er sechs Panzer, setzte eine Anzahl Batterien außer Gefecht, vernichtete einen Transportzug und brachte einen Munitionszug zur Explosion. Oberleutnant Platzer ist im März den Heldentod gestorben. Admiral Oönitz beim Duce. Der Duce empfing in Gegenwart des Unter- ftaatsfefretärs für die Märine, Admiral Riccardi, des deutschen Botschafters von Mackensen und des deutschen Marineattachös, Kapitän zur See Löwisch, den Befehlshaber der deutschen U-Boot- Waffe, Admiral D ö n i tz. Kamps um den fünften Erdteil. Von Vizeadmiral Pfeiffer. Der Krieg steht vor den Toren des fünften Erdteils! Ob er ihn in seinen Bereich ziehen wird, liegt ausschließlich in Japans Ermessen. Angesichts dieser militärischen Möglichkeit ist ey von Interesse, sich über die Gesamtlage Australiens Rechenschaft zu geben, soweit sie die militärischen Aussichten für den Verteidiger und Angreifer bestimmt. Die Ausgangslage ist so, daß Japan durch den Besitz der Sunda-Jnseln, mit der in Kürze bevorstehenden Eroberung ganz Neuguineas und durch das Fußfassen auf der Insel Buka am NW=(Enbe der Salomon-Inselkette den australischen Kontinent von Nordwesten bis Nordosten in brauchbarem Flugabstand (zwischen 240 bis 600 sm) umfaßt hat und den See- und Luftraum in diesen Küstengebieten uneingeschränkt beherrscht. Für Australien und seinen neuen Befehlshaber, den vom Philippinen- Archipel geflüchteten General Mac Arthur ist die Lage so, daß sie sich bis auf mehr symbolische Hilfe der USA. durch Truppenkontingente und einige über Hawai—Samoa—Fidschi-Inseln und Neu-Kaledonien zur Luft herangeführte Langstreckenbomber auf die im Lande befindlichen schwachen Kräfte beschränkt sehen. Denn England hat sich im richtigen Gefühl feiner für die gleichzeitige Hilfe an Indien und Australien unzureichenden Kräfte und Transportmöglichkeiten bereits für feine Schatzkammer Indien entschieden unter Preisgabe Australiens, dessen Schutz es den USA. überlassen muß, ohne selbst bereit zu sein, die australischen Kontingente in Noro- afrika, Syrien, Iran, Irak und Indien heimzubefördern, was es mit Schiffsraummangel bemäntelt Im Großen gesehen liegt der Schlüssel der Lage des fünften Erdteils in feinen Verkehrsver> t) ä 11 n i f f e n. Wählend der ganze Nordweften des Kontinents verkehrsarm, weitgehend vegetationslos und fieblungsarm ist, liegt neben dem Weizen- und Goldgebiet des südlichen Westauftraliens der wirtschaftliche und politische Schwerpunkt im Süd- osten, von Adelaide über Melbourne, Sydney und Newcastle bis etwa Cooktown in Queensland reichend. Die wichtigsten Orte stehen zwar in Eisenbahnverbindung untereinander und mit dem agrarischen Hinterland, aber jeder Bundesstaat hat nach seiner eigenen, meist von der des Nachbarn abweichenden, Spurweite gebaut. Und die feit langem beschlossene Angleichung der verschiedenen Systems steckt noch in den ersten Anfängen. Eine transkontinentale West-Ostverbindung verbindet Westaustva- lien mit dem wirtschaftskräftigeren Osten, aber die lange geplante Nord-Südlinie nach Port Darwin hat von Port Augusta erst die Mitte des Kontinents bei Alice Springs erreicht, rdährend von Port Dar. win aus nur eine kurze Schmalspurstrecke bis Daly Waters führt. Das bisher fehlende, einheitliche Schienennetz und die Tatsache, daß alle bedeutenderen Niederlassungen am Meere liegen, haben der Küstenschif fahrt unter dem Schutze einer Navigattonsakte eine aus- Das neue Kabinett Filoff. Von unserem RH.-Korrespöndenten. Sofia, Aprll 1942. Die Gestalt des bulgarischen Mini st er- Präsidenten Professor Dr. Bogdan Filoff, der in feiner mehr als zweijährigen Arbeit Entscheidungen von historischem Ausmaß gefällt und Großbulgarien mitgeschaffen hat, bestimmt auch das Programm der neuen bulgarischen Regierung. Die Motive für die. Umbesetzung von nicht weniger als sechs Ministerien sind weder durch die Außenpolitik noch durch die Innenpolitik Bulgariens bedingt. Filoff, dessen Unterschrift auf dem Wiener Protokoll steht, in dem Bulgarien feinen Beitritt zum Dreimächtepakt vollzog, der auch den Antikominternpakt vom 25. November unterschrieb, der am 12. Dezember 1941 den Kriegszustand mit England und den USA. proklamierte, hat auch die Leitung des Außenministeriums mit dem Ziel einer Vereinheitlichung des Staatsapparates übernommen. Die Innenpolitik wird weiter von dem bisherigen Innenminister Gabrowski geleitet, der in das neue Kabinett übernommen wurde. Unverändert bleibt auch die Finanzpolitik des Staates, die in dem Finanzminister Bojileff einen Meister gefunden hat. Auch der Bauten- minifter Ingenieur Waffileff blieb auf feinem Posten. Die Veränderungen in den übrigen Refforts sind daher nur persönlicher Natur. Mit dem neuen Kriegsminister Generalleutnant Michoff ersckeint eine Persönlichkeit vor der breiten Öffentlichkeit, die — Michoff war Kommandeur der Kriegsschule — nicht nur beim älteren, sondern auch beim jüngeren Offizierskorps sehr beliebt ist. Die Minister für Landwirtschaft und Verkehrswesen, Petro ff bzw. Radoslawoff, haben sich, jener zuletzt als Kreisdirektor von Sofia, dieser als tüchtiger Ingenieur und Generaldirektor des staatlichen Bergwerks Pernik, einen Namen gemacht. Der neue Unterrichtsminister Iotzoff, ein in Fachkreisen bekannter Philologe und Literaturkenner, war zuletzt Generalsekretär des Ministeriums und knüpfte dort enge Beziehungen mit feinem Vorgänaer, dem jetzigen Ministervräfidenten Professor Filoff an. Der neue Justizminister Partoff stammt aus der aufgeschlossenen jüngeren juristischen Generation: er kommt aus dem Obersten Verwaltunqsgericht in die Regierung. In der Reihe der Fachminister bildet scheinbar der Abgeordnete und bisherige Vizepräsident des Sobranje, Z a ch a r i e f f, eine Ausnahme. Aber sein sorgfältiges Studium des Genossenschaftswesens, seine einschlägige Mitarbeit in gewerblichen Organisationen und seine langjährige Praxis schaffen ihm alle Voraussetzungen für das Gelingen seiner Pläne. Er ist erst 44 Jahre alt und damit der jüngste Minister Bulgariens. In seiner Regierungserklärung wies der Ministerpräsident auch auf die großen wirtschaftlichen und finanziellen Schwierigkeiten des Landes und die politische Anspannung als unausweichliche Begleiterscheinung der heutigen Zeit hin. Die Ueberleitung des Staates aus der friedlichen Epoche in die Anstrengungen des Krieges war das Werk der vorigen Regierung Filoff. Es wird von ihren Nachfolgern weitergefuhrt werden. Europa macht eine Verwandlung feiner Zügss und feines geistigen Inhalts durch, und auch der Balkan hat sich dieser Umwälzung unseres Erdteils angepaßt. Unter diesen Gesichtspunkten muß der ideologische Teil der Regierungserklärung Filoffs vom Sonntag betrachtet werden. In 18 Thesen hat er angedeutet, in welcher Richtung die Ausgestaltung des Staates als nationale und soziale Heimstatt vor sich gehen soll. Das parteilose Regime ist demnach ein lieber» gang vom demokratisch-liberalen System zu den Grundsätzen des neuen Europas nach dem Vorbild der verbündeten Mächte Deutschland und Italien. Die neuen Ideen sollen der völklichen Eigenart der Bulgaren angepaßt werden. Träger der Idee des sozialen Staates und Mittler zwischen Volk und Führung werden die Staatsjugend Brannik, die Berufsoerbände der Arbeiter, Dauern, der Gewerbetreibenden und der Intelligenz, Hüter der soldatischen Tugenden der Verband der Wehrmachtreservisten sein. Die Regierungserklärung betont auch, daß alle nationalen Verbände ihren Anteil an dieser Hierarchie haben werden. Wir hören Formulierungen, die uns wohl vertraut sind: „Gemeinnutz geht vor Eigennutz", Forderung einer besseren Einheit und größeren sozialen Gerechtigkeit zum Schutz der sozial und wirtschaftlich schwachen Schichten. „Das Kapital muß in den Dienst der nationalen Belange gestellt", die Arbeit nicht nur „zum Recht des Bürgers, sondern zur Pflicht erhoben werden." — In logischer Konsequenz dieser Gedanken wird der Kampf gegen Kommunismus und Plutokratie, gegen volksfremde Elemente und ihre internationalen Verbindungen — eine Bezugnahme auf die noch ungeklärte Judenfrage —* weitergeführt werden. Dieses Regierungsprogramm der 18 Thesen sprengt den Rahmen üblicher Regierungserklärung gen, so meint man hier. Es leitet eine neue Etappe in der Vereinigung aller geistigen und materiellen Mittel des Tages ein, es führt Bulgarien auf der Straße durch die neue Ordnung zu dem Platz, auf dem es in Europa würdig vertreten fein wird. Diese Erläuterung gibt Fingerzeige auch für die Bedeutung des Regierungswechsels in Bulgarien und beweist, daß Bulgarien im Sinne seiner so eifrig ausgebauten Armee nicht nur sein Herz, sondern auch seine Seele an das Schicksal der jungen kämpferischen Völker bindet. fliegerischen Nachwuchs und dessen weltanschauliche Ausrichtung erworben hat. * Die britische Admiralität gibt bekannt, daß das Kanonenboot „Indus" vor zehn Tagen infolge eines Bombenangriffes gesunken ist. Die Mehrzahl der 100 Mann starken Besatzung befinde sich in Indien. Das 1934 vom Stapel gelaufene Boot, das der indischen Marine angehörte, hatte eine Wasserverdrängung von 1190 Tonnen, eine Geschwindigkeit von 16,5 Knoten und verfügte über zwei 12-cm- und vier 4,7-om-Geschütze. * In Berlin fand eine Zusammenkunft von in Europa beglaubigten japanischen Militärattaches statt. Im Sinne der engen deutsch-japanischen Zusammenarbeit gab diese Tagung auch Gelegenheit zu Besprechungen mit Vertretern der deutschen Wehrmacht. Bei dem letzten Angriff auf Surabaja ist Kapitän« leutnant Masso Asahi, einer der erfolgreichsten japanischen Marineflieger, gefallen. Beim Luftkampf über Surabaja wurde sein Flugzeug von zahlreichen Flakgeschossen getroffen und stürzte ab. Asahi hatte sich bereits im Chinafeldzug ausgezeichnet und mit größtem Erfolg an den Operationen gegen die Philippinen, Borneo und Java teilgenommen. ♦ König Gustaf von Schweden wird am Samstag die Regierungsgewalt wieder selbst übernehmen. Sein Gesundheitszustand hat sich nach der Operation so weit gebessert, daß die Regentschaft des Kronprinzen wieder aufgehoben werden kann. Aeuordnung des Handwerks in der Maine. Berlin, 16. April. (DNB.) Nachdem bereits im letzten Herbst das Handwerk im Reichskommissariat Ostland auf neue Grundlagen gestellt worden war, hat nun auch der Reichskommissar für die Ukraine eine systematische Neuordnung des ukrainischen Handwerks verfügt. Die Handwerker der Ukraine werden wieder aus dem Zwangssystem der bolschewistischen Kollektivbetriebe herausgelüst, das persönliche Leistungsprinzip wird in Zukunft allein über die Entwicklungsmöglichkeiten jedes Handwerks entscheiden. Einen Handwerker in dem uns geläufigen Sinne einer Beherrschung aller Leistungsvorgänge eines bestimmten Faches hat es in der bolschewistischen Wirtschaftsordnung kaum gegeben. Weit vom Stadium einer vollen Industrialisierung entfernt, war auch der Bolschewismus auf den handwerklichen Fertigungsbetrieb angewiesen. In seinem Streben, jegliches Schaffen zu verprole- tarisieren, hat er aber systematisch den selbständigen Meisterbetrieb auszurotten versucht. Er zwang den Handwerker in, einem Kollektivbetrieb und löste hier das vielseitige und hochqualifizierte Handwerksschaffen durch eine weitgehende Arbeitsteilung in seelenlose Einzelverpflichtungen ohne inneren Zusammenhang auf. Daß der Leistungsstand und das Leistungsvermögen des bolschewistischen Handwerks hierbei weit hinter dem des deutschen Handwerks zurückfiel, liegt auf der Hand. Um das Handwerk wieder auf einen normalen Leistungsstand zu bringen, wird nun je nach seinem beruflichen Können und seiner Leistung der Be« rufszugehoriae einer bestimmten Leistungs- klasse — Meister, Vollhandwerker (Geselle) oder angelernte Kraft — zugeteilt, nach der sich auch die Entlohnung richtet. Der Meister erhält das Recht, einen Betrieb zu führen, Dollhandwerker zu beschäftigen und Lehrlinge auszubilden-, dem Dollhandwerker (Geselle) wird Gelegenheit gegeben werden, sein Können zu vervollkomnen, damit er auch in höhere Leistungsklassen aufsteigen kann. Deutsche Meister sollen in der Ukraine Musterbetriebe einrichten. Da nach mehr als 20 Jahren bolschewistischer Niederhaltung kaum damit zu rechnen ist, daß der einzelne Ukrainer überall aus eigener Kraft leistungsfähige gewerbliche Betriebe schaffen oder unterhalten kann, wurde die Bildung handwerklicher Gemeinschaftsbetriebe auf freiwilliger Grundlage zugelassen. Für die Entgegennahme und Verteilung größerer Aufträge, die den Einsatz einer Reihe von Betrieben erfordern, für die Beschaffung und Bereitstellung von Materialien, insbesondere bewirtschafteter Rohstoffe, für die Erfassung und den Absatz von Massengütern und ähnliche Aufgaben können sich die verschiedenen Gruppen der handwerklichen Betriebe auch zu Arbeitsgemeinschaften zusammenschließen. Heber 1 Million Zehnjährige kommen zur Hl Am Vorabend des Führer-Geburtstages werden überall im Reich, in Stadt und Land, Aufnahmeappelle >des Geburtsjahr- ganges 1931/32 in die Hitler-Jugend stattfinden, lieber eine Million lOjähriger Jungen und Mädel, die in den vergangenen Wochen 'listenmäßig erfaßt und auf ihre Eignung überprüft worden sind, beginnen damit die Erfüllung ihrer achtjährigen Inge n dd i e n st p f l i ch t. In vielen Fällen stehen die Väter und Brüder dieser Zehnjährigen unter den Waffen. Und wenn die Eltern herzlich eingeladen sind, der feierlichen Stunde beizuwohnen, in der ihre Kinder in die Schule der Nation übernommen werden, so können die Väter im Soldatenrock der Einladung nicht folgen. Aber es wird sie das Bewußtsein stolz machen, daß selbst ihre Zehnjährigen nun schon, nach dem Vermögen ihrer jungen Kraft, im Kriegseinsatz der Volksgemeinschaft mithelfen können. Denn wie die Umstellung der Heimat auf den Krieg eine totale ist, so steht auch die gesamte Tätigkeit der Hitler-Jugend gegenwärtig unter der Losung: kriegswichtig. Aus dieser kriegsmäßig geformten Jugenddienstpflicht, in der auch für die 10- bis 14jährigen eine Fülle kleinerer, aber wesentlicher Leistungen für die Volksgemeinschaft möglich sind, erwachsen die selbstbewußten und starken Männer und Frauen, die dann zu ihrer Zeit das nationale Erbe zu wahren vermögen, das die siegende Generation von heute ihnen sichert. Die Aufnahmeappelle des Jahres 1931/32 werden bereits am 18. April,mit einer Reichsfeier auf der Marienburg eingeleitet. Hier wird Reichsjugendführer A x m a n n zu den Eltern und zur Jugend Deutschlands sprechen. Auch im Mittelpunkt der örtlichen Aufnahmeappelle am 19. April steht eine Botschaft des Reichsjugendführers, die vom örtlichen Einheitsführer dar HI. verlesen wird. Daran schließt sich die Aufnahme der Jungen in die Einheit des Fähnleins, der Mädel in die Einheit der Jungmädelgruppe. Eine Ansprache des Hoheitsträgers der Partei beendet den Aufnahmeappell. Mit der Aufnahme aber erhalten die Zehnjährigen zugleich zum ersten »Mal. in ihrem Leben das Recht, Uniform zu tragen. Es find Maß- nahmen in Vorbereitung, die die Inanspruchnahme dieses Rechtes trotz des Krieges erleichtern werden. Irgendwelche Beitragspflichten entstehen durch die Erfüllung der Jugenddienstpflicht -nicht. Freilich dürfen die Jungen und Mädel nicht sogleich den Ehrennamen Pimpf oder Jungmädel führen. Sie verdienen sich dieses Recht erst durch den im 1. oder 2. Jahr der Zugehörigkeit zur HI. zu erbringenden Nachweis, daß sie gewisse Mindestanforderungen erfüllen. Sie beweisen das durch die Ablegung der Pimpfenprobe bzw. der Jung- mäbelprobe. Die Anforderungen beider Proben find so gehalten, daß jeder gesunde Junge und jedes gesunde Mädel sie erfüllen können. Bei der Pimpfen- probe werden folgende sieben Anforderungen gestellt: 1. 60-Meter-Lauf in 12 Sekunden, 2. Weitsprung auf 2,75 Meter, 3. Schlagballweitwerfen auf 25 Meter, 4. Tornisterpacken, 5. Teilnahme an einer eineinhalbtägigen Fahrt, 6. Kenntnis der Schwertworte des Jungvolkjungen, 7. Kenntnis des.Horst- Wessel-Liedes und des HJ.-Fahnenliedes. Die Jungmädelprobe besteht aus: 60-Meter-Lauf in 14 Sekunden, Weitsprung auf 2 Meter, Ballweitwurf auf 12 Meter, zwei Rollen vorwärts, danach Aufstehen ohne Hilfe der Hände, zwei Rollen rückwärts, Laufen durch ein schwingendes Seil und Teilnahme art einer eintägigen Fahrt, Bei körperlicher Behinderung erfolgt Befreiung von den Proben. Die in der Pimpfenprobe erwähnten Schwertworte des Jungvolkjungen kennzeichnen zugleich das hohe Ziel der Erziehungsarbeit der HI. an den 10- bis 14jähriaen Jungen. Sie lauten: Pimpfe sind hart, schweigsam und treu. Pimpfe sind Kgmeraden. Des Pimpfen Höchstes ist die Ehre! Die Erziehung der schlaggebende Rolle zugewiesen, was sich setzt als eine große Schwäche herausstellt angesichts des Mangels eines ausreichenden Küstenschutzes und der japanischen Bedrohung. Diesem Küstenverkehr gegenüber spielte' bisher der Uebersee-Derkehr australischer Flagge nur eine geringe Rolle. Hierin hatte England unbestritten das Monopol. Wenn jetzt J»er Schutz Australiens gezwungenermaßen an die USA. übergeht, die sich durch die Uebernahme künftige Herrschaftsrechte zu sichern streben, so mag es den USA. in der nächsten Zeit wohl noch hie und da gelingen, einige Transporte von Truppen und von den dringend benötigten, nur durch Schiffstransporte noch heranführbaren, modernen Jagdflugzeugen nach Australien oder Neuseeland zu bringen, von einem laufenden, planmäßigen, durch die USA.- Flotte geschützten und gesicherten Nachschub so großen Ausmaßes, wie er nötig wäre, um den sieggewohnten und kriegserfahrenen Japanern erfolgreich Widerstand zu leisten, kann keine Rede sein. Nach dem Aderlaß von Pearl Harbour und der Inanspruchnahme der USA.--Flotte an der Atlantik- Küste ist die USA.-Kriegsflotte gar nicht in der Lage, ohne gefährliche Entblößung ihrer heimischen Gewässer und Hawaiis so starke Flottenstreitkräfte nach Australien und Neuseeland abzuzweigen, wie sie nötig wären, um Japan entgegenzutreten. Dazu wären sie aber gezwungen, wenn sie ihre Schutzaufgaben erfüllen wollen. ' Es spricht viel dafür, daß im Vordergrund des Kampfes Japans gegen Australien die Luftwaffe in Verbindung mit der Kriegsflotte stehen wird, da eigentliche Angriffsobjekte d i e Hafenplätze und Küstenzonen fein werden. Sind sie in japanischer Hand, so ist das Schicksal des Kontinents besiegelt. Denn auch die wenigen wirtschaftlich wichtigeren Jndustriewerke wickeln Ihren Rohstofftransport vornehmlich auf dem Seewege längs Der Küste ab. Die Eisenhütten in Newcastle und Port Kembla, beide nahe von Sydney am Meere gelegen, beziehen Kohle und Koks zwar auf dem Landwege aus dem reichen Kohlengebiet von Maitland im Binnenland, die Erze aber ausschließlich über mehr als 1000 Seemeilen übers Meer von Port Pirie am Spencer Golf norbroeftlid) über Adelaide. Im übrigen kam England immer der australischen Tendenz entgegen, die unter Verzicht auf industrielle Erzeugung sich mit dem reichen, landwirtschaftlichen Ertrag in Form von Fleisch, Häuten, Wolle, Milchproduktion und Getreide begnügte. Als Gegenwert empfing' Australien englische Jndustrieerzeugnisse. Erst allmählich entstanden Textilfabriken und erst seit 1938 auf starken Druck Englands hin Rüstungsbetriebe zur Versorgung der Empire-Stützpunkte und der Flotte im Fernen Osten mit Munition und sonstigem Rüstungs- bedarf. Eine irgendwie beachtliche Werftindustrie hat sich trotz naturgegebener Möglichkeit auffallenderweise nie entwickelt. Die Transportfrage überließ man völlig England und glaubte nie in Schwierigkeiten zu geraten, da die meerbeherrschende Flotte des Mutterlandes ja die Freiheit der Ein- und Ausfuhr und den lebenswichtigen Küstenverkehr vor jeder ernsthaften Bedrohung notfalls schützte. Um so großer ist jetzt angesichts der erwiesenen eng- । lischen Ohnmacht der Sturz und die Besorgnis. Japan wird vermutlich bei einem Vorgehen gegen den australischen Kontinent die nordostwärtige Umklammerung bis Neukaledonien oder Neuseeland ausdehnen, die wichtigeren Stützpunkte im Norden (Port Darwin) besetzen und dann gegen die wichtigeren Städte schrittweise mit der seiner Wehrmacht innewohnenden Beharrlichkeit und Zielsicherheit vorgehen. Australien hat Japans grobzügiges Angebot zur Zusammenarbeit unoernünftiaerweise ausge- schlagen. Nun muß das Land unb seine verblendete Regierung ihr Schicksal ereilen, denn weder die USA. noch viel weniger England werden in der Lage sein, Australien zu retten, wenn Japan zupackt. Feierstunde der NGOAp. Das Hauptkulturamt in der Reichspropagandaleitung der NSDAP, veranstaltet am Sonntag, 19. April 1942, in der Philharmonie zu Berlin eine Feierstunde der NSDAP., in der Reichsleiter Reichsminister Dr. Goebbels sprechen wird. Das Berliner Philharmonische Orchester unter der Leitung von Wilhelm Furtwängler bringt außör dem „Air" aus der O-ckur-Suite von Joh. Seb. Bach die neunte Symphonie mit Schlußchor „An die Freude" von B e e t h o v e n zur Aufführung. Es wirken mit die Solisten Erna Berger, Gertrude P i tz i n g e r, Helge Roswaenge und Rudolf Watzke sowie der Bruno-K i 11 e l s ch e - C h o r. Oie Horrido-Zwille. Bon Sigismund v. Nadecki. St. Petersburg, am 3. Dez. 1910. Sehr geehrter Herr! Mit Interesse habe ich von den lichtvollen Darlegungen Kenntnis genommen, in denen Sie die pädagogischen Ergebnisse des Gebrauches Ihrer Hor- rido-Zwille schildern. In der Ueberzeugung, daß auch mein „Benno von Mechtshausen" dringend solcher Nachhilfe bedarf, ersuche ich Sie, mir eine Zwille per Nachnahme an die obenstehende Adresse zu senden. Weidmannsheil! (Unterschrift). Dann wurde, des Realismus halber, noch eine Tannennadel und ein Hundehaar in das Kuvert geworfen und dieses andächtig zugeklebt. Und während jetzt der Absender fieberhaft auf die Ankunft der Horrido-Zwille wartet, will ich erklären, was das eigentlich ist. Eine Zwille ist, laut dem Wörterbuch von Sanders, eine „kleine Schleuder", Aber das sagt gar nichts. Man kann einen Stock oben spalten, einen Stein dazwischenzwängen, und es ist auch eine „keine Schleuder". Man kann einen Stein an eine Schnur binden, ihn wie ein Rad um die Hand sausen lassen, und es ist ebenfalls eine kleine Schleuder. Aber noch lange keine Zwille! Nein, eine Zwille ist duf Deutsch ein Taschenkatapult (manche Kameraden sagten auch „Katapult") und schleudert nicht, sondern schnellt ab, was etwas ganz anderes ist. Also ein Sing, das wie eine Stimmgabel aussieht (und in der Tat die Getroffenen zum Heulen bringt), an deren beiden Enden zwei dicke Gummistücke hängen, die in der Mitte durch einen Lederfleck verbunden sind. Nun legt man die Ladung in den Leder fleck', zieht ihn mit der Rechten an, bis sich die Gummistücke wie Frühlingsküsse dehnen und sucht nach einem Gegenstand, der darauf möglichst heftig reagieren wird. (Ich sage „man"' — es ist aber meist ein Junge von 13 Jahren.) Jetzt läßt man die Ladung losschnellen, steckt das Ding blitzschnell in die Tasche und vertieft sich angelegentlichst in die Betrachtung seiner Fingernägel. Trifft es einen Hund, so wird er vor der unsichtbaren Macht den Schwanz einkneifen und sich winselnd trollen; trifft es aber einen Menschen, so wird er die Treppen hinaufsteigen, klingeln und sich bei den Eltern beschweren. Das ist dann sehr unangenehm. Die Veranstaltung wird am Sonntag, 19. '4.1942, um 18 Uhr als Ursendung überalledeutschen Sender übertragen. Das Hauptkulturamt in der Reichspropagandaleitung der NSDAP, hat außer den führenden Persönlichkeiten von Partei, Staat, Wehrmacht, Kunst und Wissenschaft verwundete Soldaten und Rüstungsarbeiter und Arbeiterinnen aus den Berliner Betrieben geladen. Oie Haltung des Volkes— Garant für den Sieg. Ein Appell des Gauleiters. NSG. Im Rahmen einer Versammlungsaktion der Partei des Kreises Groß-Frankfurt sprach Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger über die geschichtlichen und politischen Hintergründe des gegenwärtigen Krieges. Sein Appell an die Anständigkeit der Gesinnung mit dem Blick auf den todesmutigen, sieghaften Kampf unserer Wehrmacht fand den stärksten Widerhall. Hamsterer und Wucherer werden die härtesten Strafen treffen. Ohne Rücksicht auf die Person wird durchgegriffen werden, um zu vermeiden, daß sich ein bestimmter Volksteil zum Nachteil der Allgemeinheit bereichert. Die Bewirtschaftung hat sich bewährt. Wenn sich jeder bewußt ist, daß der Zweck der Bewirtschaftung der ist, den Bedarf für die gesamte Bevölkerung sicher- zustellen, so ist es eine Frage der Haltung eines jeben einzelnen, dieses Ziel zu erreichen. Daher ist Zurückhaltung beim Einkauf in jeder Hinsicht geboten. Bei der Lebensmittelverteilung muß darauf geachtet werden, daß in erster Lin-ie unsere Jugend die notwendigen Aufbaustoffe zugeführt bekommt, die sie notwendig hat, um später die Aufgaben zu erfüllen, die ihr einst gestellt werden. Einen erneuten Appell richtete der Gauleiter an die Frauen, sich in die Gemeinschaft der Arbeit einzuschalten, um so eine erhöhte Produktion auf allen Gebieten zu erreichen. Ein Volk, bas in einmütiger Geschlossenheit ben Forderungen der Stunde gerecht wird, hilft mit, den Frieden unter der Führung unseres genialen Führers, Adolf Hitler, sicherzustellen. Als die Kundgebung mit dell Liedern der Ration ausklang, war die Parole „Sieg um jeden Preis", unter welcher sie durchgeführt wurde, innerster Besitz aller Zuhörer. Neue Ritterkreuzträger des Heeres. Berlin, 16. April. (DNB.) Der Führer verlieh das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Oberst Maisel, Kommandeur eines Infanterie-Regiments, und Major Heilbronn, Bataillonskommandeur in einem Schützen-Regiment. Oberst Maisel wehrte Mitte März im unteren Donezbecken 51 schwerste feindliche Angriffe erfolgreich ab. Als die Bolschewisten nach" starker Artillerievorbereitung und Bombenangriffen mit etwa 40 Panzern angriffen, gelang es Oberst Maisel auch diesen schweren Angriff abzuschlagen. — Major Heilbronn trat mit feinen durch schwere Abwehrkämpfe mitgenommenen Kompanien zum Gegenangriff an, als einem zahlenmäßig stark überlegenen Feind ein örtlicher Einbruch gelungen war. Er nahm im Gegenstoß einen von den Bolschewisten ausgebauten Stützpunkt wieder in Besitz. Ein Königsberger Ritterkreuzträger, Oberleutnant Hans R i e ch e r t, wurde durch einen tödlichen Un= glücksfall mitten aus ben Reihen seiner Kameraden gerissen. Als es der Division, der Oberleutnant Rie- chert als Kompanieführer angehörte, Mitte Dezember südwestlich Oranienbaum gelungen war, starke Kräfte einzukesseln, wurde-seine Stellung von einem weit überlegenen Feind angegriffen, der in erbitterten Durchbruchsversuchen sich der Vernichtung entziehen wollte. Einigen Bolschewisten gelang es, in die Stellung der Kompanie einzudringen. Mit nur drei Infanteristen trat Oberleutnant Riechert zum Gegenstoß an. Durch häufigen Stellungswechsel täuschte er stärkere Kräfte vor, wodurch es ihm gelang, die Bolschewisten niederzuhalten und einen Durchbruch zu verhindern. Das Ritterkreuz war die verdiente Auszeichnung für diesen tapferen Einsatz. Kleine politische Nachrichten. Anläßlich des 5. Jahrestages des Nationalsozialistischen Fliegerkorps empfing Reichsmarschall G ö - ring den Chef des Stabes NSFK.-Obergruppen- führer Sauke und den Chef des Führungsamtes NSFK.-Brigadeführer Kehrberg. Der Reichsmarschall würdigte die hervorragende Leistung und die großen Verdienste, die sich das NSFK. um den Was aber ist „Horrido"? Das ist ein Ausdruck der Jäger ober Weidmänner, die in ihren Zeitschriften ja auch zuweilen den Auerhahn als den „laurigen Urvogel" bezeichnen. Mithin liegt keinerlei Grund vor, nicht auch Horrido zu rufen — etwa, wenn sich im Forste das Blut des Sonnenunter- ’ganges im Blut des erlegten Ebers spiegelt, und so. Dann reißt es den Weidmann hin, und er schmettert sein Horrido durch die erschrockenen Täler... Zugegeben, doch immerhin, was hat Horrido mit einer Zwille zu tun? Die hatte ein Förster zur Strafe für feinen Dackel erfunden, um bei dem „Gehst her oder net" das „ober net" aus ber Welt zu schaffen. Nach drei Wochen kam bie Horrido-Zwille DRP. an. Sie war aus lederumnähtem Stahl und hatte prachtvoll dicke, rote Gummistücke. Als Ladung konnte man Erbsen, Rehposten ober auch brasilianische Paranüsse verwenden; besonders diese besaßen ballistische Qualitäten und fangen mit einem angenehmen Ton durch bie Luft. Nach vierzehn Tagen Hebung war ich so weit, jeden beliebigen Pädagogen auf dreißig Schritt treffen zu können. Allein, das war alles mir Vorbereitung. Denn uns gegenüber wohnte ein russischer General. Er war sehr dick, sehr alt, und sprach nur in abgerissenen Belltönen, die von weitem wie „Hau — hau — hau" klangen. Dieser General nun hatte einen Kutscher, der noch viel dicker war als er selbst. Doch das ist für russische Kutscher Pflicht: sie müssen dick sein, und sollten sie auch ein ganzes Plumeau hinter ben Kaftan stopfen. Außerdem aber müssen sie die Pferdesprache verstehen:''„He, meine Jungen ... Hallo, ihr Täubchen ... Prrr, nicht so wild, ihr Eselssöhne ...!" Und überdies hat er noch Pfauenfedern in der Mütze stecken. Jeden Nachmittag um vier hielt der dicke Kutscher mit zwei Orlower Trabern vor der Tür und wartete auf den dicken General. Er wartete genau eine halbe Stunde, die ben herrlichen Apfelschimmeln sauer genug ankam: sie scharrten mit den lang- behaarten Füßen, warfen den Kopf hoch, daß der Schaum im Bogen nach hinten flog und zitterten der Erlösung des Laufenkönnens entgegen. Um Punkt halb fünf riß der Portier die Tür auf, die Mütze ab — und ber General watschelte schwerfällig, Schritt vor Schritt, auf die (Equipage zu. Nun lief der Portier blitzschnell, immer noch die Mütze in ber Hand, voraus, riß ben Schlag auf, ber General hob seinen Elefantenfuß, wälzte sich ächzend hinein, ber Schlag knallte zu, ber Portier brüllte wie verrückt: „Pascholl!" — und schon war ber Wagen im Hui davon. Der Portier setzte sich gedankenvoll die Mütze auf. Diese Prozedur wiederholte sich mit der Regelmäßigkeit eines Uhrwerkes Tag für Tag, und ich überlegte, wie man einen solchen Aufwand an Fett und Würde aus dem Gleichaewicht bringen konnte. Auch sympathisierte ich mit Der Ungeduld der edlen Pferde, die so lange warten und bann so etwas ziehen mußten. Also ließ ich eines Tages das Fenster offen und legte mich hinter den Gardinen auf bie Lauer. Der Kutscher thronte wie ein Buddha, die Traber tänzelten, der Portier lief mit gezogener Mütze voraus — und der General watschelte Schritt vor Schritt auf ben Wagen zu. Ich aber hatte meine Zwille hinter der Gardine bis zum Bersten gespannt: Ladung und Gabelenden standen in genau einer Linie mit dem visierten Ziel. Nun riß ber Portier den Wagenschlag auf, der General hob langsam seinen Elefantenfuß, und ich — alles war sorgsam vorausberechnet — schnellte jetzt die Ladung gegen den Pferbebauch ab. Denn das ist eine empfindliche Stelle. Die Sache klappte. Die Paranuß fang durch bie Luft, wie ein Gewitter sprengten die Traber mit dem verblüfften Buddha los — und was blieb nach? Eine leere Luft, ganz ohne Trittbrett, ein dummlächelnder Portier und der General, der den Elefantenfuß noch immer aufgehoben hielt und bläulichrot „hau — hau — hau" machte. Nach fünf Minuten war Buddha mit feinen Pfer- den wieder da und hielt. Hielt mit beiden Fäusten, daß sich bie Leinen strafften! wieder watschelte der General heran, wobei er heisere Drohungen gegen den Kutscher ausstieß. Wieder wartete eine Brasilnuß. Jetzt wird der Schlag gehalten, der General beginnt seinen Fuß zu heben und — trach! — sprengen die Pferde unaufhaltsam los, so daß Seine Exzellenz wiederum sprachlos in die leere Luft tritt. Horrido! Jetzt fing der Portier despektierlich zu lachen an. Doch der General blickte ihn an, und der Portier schlug ein Kreuz. Der Ort war zweifellos verhext. Der Kutscher mußte zwei Häuser weiter halten, und man sah sich beim Einsteigen scheu um. —, Ich gebe zu, daß es eine Gemeinheit war. Auch hätte allerhand passieren können. Immerhin war ich der festen Absicht, das Ritual der Wagenbestei« gung auch am nächsten Tage und an allen folgen» den zu stören. Ich wollte doch sehen, ob ich den Mann dazu bringen konnte, seine Pferde weniger lange warten zu lassen. Doch als ich am nächsten Tage still hinter der Gar« bi ne saß, da sah mein zielendes Auge nicht bloß den General aus der Haustür treten, sondern auch ein junges Mädchen. Sie trug bie schlichte Tracht der Smolna-Schülerinnen und war unbeschreiblich schön, mit großen, blauen Augen. Und als der Por» tier ben Schlag aufriß, der General auf ben Sitz wies und sie mit einem bezaubernden Fuß auf den Tritt steigen wollte — da versagte bie Horrido* Zwille. Kraftlos schrumpften bie Gummis zusammen, und ungesungen blieb das Lied ber Paranuß. Denn jemand hinter ber Gardine hatte nicht die Ladung, sondern sich in das Mädchen verschossen. Nichtsahnend hatte der Dicke einen Schutzengel mitgenommen. Und fort waren sie — pascholl! Da legte ich meine Horrido-Zwille hin und hatte fortan andere Sorgen. Zeitschriften. — Im März-Heft ber Monatsschrift „K un st dem Volk" (Verlag Heinrich Hoffmann, Wien) lesen wir eine vortreffliche Würdigung des nun 75jährigen Münchener Zeichners und Malers Eduard Thöny: er ist feit 46 Jahren bis heute Mitarbeiter des „Simplicissimus" und hat bas künstlerische Gesicht dieses berühmten Blattes ganz wesentlich mitbestimmen helfen. Daß Thöny nicht nur ein glänzender Zeichner, ein Humorist und Satiriker von hohen Graden und unwandelbarer Vornehmheit ist, sondern auch über hervorragende malerische Qualitäten verfügt, davon mögen bie sehr geschickt gewählten Bildbeigaben, für manchen gewiß über» raschend, einen Begriff geben. — Vom sonstigen Inhalt des wie immer höchst nobel ausgemachten Heftes seien ber reich und sehr gut bebilderte Aufsatz „Klassische Werke italienischer Malerei", ein Rückblick auf die Große Deutsche Kunstausstellung 1941 und eine Würdigung von Altdorfers „Ruhe auf ber Flucht" genannt, bie in einer ganzfeitigeq Wiedergabe erscheint. SungmäM ist dementsprechend nach folgenden Leit- warten ausgerichtet: Jungmädel, sei Kamerad, sei treu, gehorsam, tapfer und verschwiegen. Jungmädel, wahre deine Ehre! So wird hier ein gutes Fundament gelegt, aus dem i-n den folgenden Jahren die umfassende, totale nationalsozialistische Erziehung der deutschen Jugend weitergeführt werden kann, dis nach achtjähriger Jugenddienstpflicht die Besten in die Partei übernommen werden. Denn immer soll sich die Partei aus der deutschen Jugend erneuern, stets soll sie aus jeder jungen Generation frische Kräfte für die Führung des starken deutschen Staates Adolf Hitlers gewinnen. Die Eltern aber ermöglichen dieses Werk der Erhaltung und Sicherung von Staat und Volk, indem sie alljährlich dem Führer zu seinem Geburtstag ihre Kinder für seine Bewegung schenken. RSV.-Arbeit im Spiegel der Zahl. Der vor kurzem veröffentlichte Zahlenbericht der NSV. über die von 1933 bis zum 30. 6. 41 geleistete Arbeit auf den verschiedensten Gebieten ergibt ein wahrhaft imponierendes Bild. Für die Arbeitsleistung standen bis zum Stichtag (30. 6. 41) der NSV. insgesamt 65115 volks- und gesundheitspflegerische Fach, und fachliche Hilfskräfte zur Verfügung. Davon waren: 15 201 Schwestern, 41244 Kindergärtnerinnen, Hortnerinnen und deren Hilfskräfte, 3588 Ae-rzte und 5086 Volkspfleger(innen) und andere Fachkräfte. — Es bestanden am genannten Tag 33 409 Hilfs - und Beratungs st eilen für „Mutter und Kin d". Von 1935 bis 1941 wurden sie besucht von 30 009 006 Ratsuchenden. — Durch die Müttererholungsfürsorge wurden in der Zeit vom 1. Mai 1934 bis 30. Juni 1941 verschickt: 513 031 Mütter und 76 569 Kinder mitverschickt. In der gleichen Zeit wurden 1860 303 werdende Mütter und Wöchnerinnen betreut. — An NSV. -Kindertages st ätten. standen rund 23 000 zur Verfügung mit 950 000 Plätzen, die der Betreuung der Kinder aller Volksschichten dienen. — Im Rahmen der Jugenderhvlungsfür- sorge wurden von 1933 bis zum Stichtag' von der NSV. insgesamt 3 957 752 Kinder verschickt, davon 1 062 649 in Heime und 2 895 103 in Landpfleqe- stellen. • Einen breiten Raum in der NSV.-Arbeit nimmt die I u g e n d h i l f e ein, die besonders seit 1938 ständig ausgebaut wurde. Von diesem Zeitpunkt bis zum Stichtag wurden von der NSV.-Jugend- hilfe insgesamt 2101 775 Jugendliche erfaßt. Im Gegensatz zu der öffentlichen Jugendfürsorge, die von den zuständigen Behörden (Jugendamt) ausgeht, schaltet sich die NSV. nur ein, wo Erbgesund- heit und arische Abstammung nachweisbar sind. Die Praxis der NSV.-Juqendhilfe wird im Rahmen der Familienfürsorge durchgeMrt und berücksichtigt alle positiven und negativen Erscheinungen von Sippe. Erbgut, Umwelt und eigener Entwicklung. — Der motorisierten Schulzahnpflege standen am Stichtag 32 fahrbare Zahnstationen zur Verfügung. Von 1935 bis 30. 6/41 wurden 278 734 Kinder untersucht und 2 088 705 Einzelmaßnahmen durchgefübrt. — Die Gemeindepflege wurde in 5592 Gemeindepll enestationen durch 5698 Schwe, stern ausgeübt. — Nicht weniger als 735 155 Volksgenossen erhielten in der Zeit von 1933 bis April 1941 eine Erholung durch die Hitler-Freiplatz spende. Von der SA. wurden der NSV. 50 000 Plätze für alleinstehende Soldaten zur Verfügung aestellt. — Von 1935 bis zum Stichtag wurden durch die NSV. an 44 290 Volksgenossen eine Heilverschickung durchneführt. Am 30.12. 40 zählte die NSV. 1 161 774 ständig tätige Mitarbeiter und am 30. 7.41 rund 14,9 Millionen Mitglieder. * Einen ausführlichen Rückblick auf die überaus fruchtbare Tcitinke-it der NSV. im Gau Hessen- Nassau veröffentlichten wir bereits in Nr. 84 des Gießener Anzeigers vom 12. April. Au« aller Wett. Goethe-Medaille für Georg kolbe. Der Führer hat dem Bildhauer Prof. Dr. h. c. Georg Kolbe aus Anlaß der Dollen^una des 65. Lebensjahres in Anerkennung seiner Verdienste um die deutsche bildende Kunst die Goethe-Medaille verliehen. S'e wurde ihm von Staatssekretär G u t- t e r e r gleichzeitig mit den herzlichsten Glückwünschen von Reichsminister Dr. Goebbels übermittelt. 3roei Landesverräter hingerichtet. Der 47iährige Max K a l i s ch und der 5lfährige Johann Czeschowitz, die der Volksgerichtshof wegen Landesverrat zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt hat, sind hingerichtet worden. Die Verurteilten haben aus Gewinnsucht im Auftrage einer fremden Macht Spionage gegen Deutschland getrieben. Aus der Giadi Gießen. Von der Sonne. Boi der großen Bedeutung, die die Sonne für uns und das Leben ringsum besitzt, muß man sich immer wieder wundern, wie wenig der einzelne unter uns von der Sonne selbst, von ihrer Leuchtkraft, ihrer Größe oder ihrer Entfernung von der Erde weiß. Die Sonne hat es um uns verdient, daß wir uns einmal etwas näher mit ihr beschäftigen. Die mittlere Sonnenentfernung von der Erde beträgt 149 481 000 km. Das ist eine gewaltige Strecke, von der man sich nur einen ungefähren Begriff machen kann, wenn man folgende Vergleiche zu Hilfe zieht. Ein Artilleriegeschoß mit 500 Sekundenmetern Fluggeschwindigkeit würde 10 Jahre brauchen, um den Weg von der Erde zur Sonne zurückzulegen, ein Schnellzug brauchte für den gleichen Weg bei einer Reisegeschwindigkeit von lOOkm/st rund 170 Jahre. Der Durchmesser der Sonne beträgt 1391000 km Nähme man als Sonne eine große Kugel von 20 m Durchmesser an, so verhielte sich die Erde dazu im Weltenraum wie ein Fußball von 18 cm Durchmesser in 2 km Entfernung. Die Sonne besteht aus Eisen, Kupfer, Zink, Natrium, Kalzium, Wasserstoff und anderen Elementen in abnehmendem Anteil. Alle Stoffe befinden sich in einem gasförmigen Zustbnd. Die Temperatur auf der Sonnenoberfläche wird auf 5600 bis 6000 Grad Celsius geschätzt, die Temperatur im Sonneninnern soll sogar 20 000 bis 40 000 Grad Celsius betragen. Die Wärmemenge, die die Sonne der Erde in einer Minute zusendet, würde genügen, um 37 000 Millionen Tonnen Wasser auf lOO Grod Celsius zu erhitzen. Jedoch nur der 0 000 000 000 434. Teil der Sonnenwärme trifft die Erde, d. h. dis Gesamtstrahlung der Sonne verhält sich zu der, die die Erde erhält, wie etwa 75 Jahre zu einer Sekunde. Nur 40 v. H. der der Erde zukommenden Sonnenstrahlung erreichen die Erdoberfläche, während die restlichen 60 v. H. entweder in der Lusthülle hängenbleiben und diese erwärmen ober zurückgestrahlt werden. Die Helligkeit der Sonne entspricht dem Licht von 1000 Quadrillionen (eine 1 mit 27 Nullen) Kerzen. Es sind schon verschiedentlich Versuche angestellt worden, tfie Sonnenkraft wirtschaftlich auszunutzen, jedoch haben sie sich bisher als zu umständlich und kostspielig erwiesen. Das Prinzip der Sammlung der Sonnenwärme durch Spiegel zum Heizen von Kesseln ist allerdings in den letzten Jahren in besonders heißen Gegenden mit Erfolg angewendet worden. Kür Tapferkeit vor öem Keinöe. Dem Gefreiten Heinrich B i n g e l, wohnhaft Gießen-Klein-Linden, Kirchgasse 1, wurde für Tapferkeit vor dem Feinde das Eiserne Kreuz II. Klasse verliehen. * ** Die Gemüse- und Zwiebelvertei- I uji g macht das Ernährungsamt Abt. B heute zum Gegenstand zweier Bekanntmachungen. ** Die Kartoffeloersorgung ist in ihrer wöchentlichen Höchstmenge auf 2,5 kg je Abschnitt festgesetzt worden. Ein Vorgriff auf die Versorgungsmenge der anschließenden Wochen ist nicht zulässig. ** Ausweiszwana im Schlafwagest. .Künftig wird in den Schlafwagen geprüft, ob die Bettkarten airf den Namen des Inhabers ausgestellt sind. Die Schlafwagenreisenden haben daher oem Schlafwagenschaffner bei Beginn der Fahrt außer dem Fahrausweis.einen mit Lichtbild versehenen Ausweis über ihre Person (Paß, Kennkarte oder sonstigen amtlichen Ausweis) auszuhän- digen, der vor Beendigung der Fahrt zurückgegeben wird. ** Konzert an zwei Klavieren. Heutzutage ist es eine Seltenheit, wenn man einmal an zwei Klavieren musizieren hört. Die Beschaffung zweier gleichwertiger Instrumente ist schon nicht leicht, die Ausführungen müssen aufeinander abgestimmte Naturen sein, die, sich geaenfeitig ergänzend, eine Einheit bilden sollen. Andererseits darf diese gegenseitige Anpassung nicht so weit gehen, daß der Vortrag farblos und ohne Eigenart wird. Nur gutes Musikantentum kann diese Aufgabe restlos lösen. Den Gießener Musikfreunden ist Gelegenheit gegeben, am Donnerstag, 23. April, in der» Unitersitätsnula ein Konzert an zwei Klavieren zu hören. Aus'führende find Frl. Dapper (Gießen) und Frl. Kru tisch (Frankfurt a. M.). Die Folge wird nur vollgültige, zum Teil ganz selten gehörte Stücke enthalten, nämlich: Haydn-Variationen von I. Brahms, Duettino con- certante von Busoni-Mozart, Kinderspiele von G. Bizet, Concerte pathetique von F. Liszt. isf wirklich ideal, es gibt dem Kuchen, auch wenn er mit dunklem Mehl gebacken ist, ein appetitliches Aussehen und feinsten Vanillegeschmack ist das unbedingt zuverlässige Backpulver Die gesundheitliche Betreuung des schaffenden Menschen in den Betrieben. Der Gießener Arzt Dr. med. A. Hofmann, der seit Februar d. I. als Stabsarzt bei der Wehrmacht weilt, ist Kreisamtsleiter des Amtes für Volksgesundheit der NSDAP, und Leiter des Amtes für Gesundheit und Volks schütz der Deutfdyen Arbeitsfront. Er stellte uns über fein Arbeitsgebiet innerhalb des Amtes Gesundheit und Volksschutz den nachstehenden Bericht zur Verfügung. Der großen Organisation aller schaffenden Deutschen, der Deutschen Arbeitsfront, ist ein Amt für Gesundheit und Volksfchutz angegliedert, "dem die gesundheitliche Betreuung innerhalb der Betriebe obliegt. Im Kreis Wetterau wurden in 33 Betrieben für 4000 Gefolgschaftsmitglieder Betriebsärzte eingesetzt. Früher ging ein Betriebsmitglied erst dann zum Arzt, wenn es sich krank fühlte ober einen körperlichen Schaben davon getragen hatte. Der natio- nalspzialistische Staat erstrebt die Gesundheitsfüh- rung des schaffenden Menschen in den Betrieben nach dem Grundsatz: Vorbeugen ist besser als heilen, und er will damit sowohl die Schaffenskraft des einzelnen Menschen dem Volksganzen erhalten, als auch dem einzelnen fein Lebensgefühl stärken unb bewahren, das ihn seine Arbeit im Selbstvertrauen auf die eigene Kraft freudig tun läßt. In diesem Sinne erhält die Arbeit des Betriebsarztes ihre Ausrichtung. Der Betriebsarzt greift nicht erst bei eingetretener Erkrankung ein, sondern er hat eine ständige gesundheitliche Betreuung aller Gefolgschaftsmitglieder zu leisten. Diese Betreuung erstreckt sich auf die Ueberwachung der Gesundheit der Betriebsangehörigen und die sanitäre Ueberwachung aller Werkseinrichtungen-, sein besonderes Augenmerk richtet sich auf die Verhütung von Berufskrankheiten und Unfällen. Er untersucht in ständiger Beobachtung den Einfluß der besonderen Arbeit des Betriebes auf die Gesundheit der Gefolgschaft. Er überwacht die Frauen- und Jugendlichen- Arbeit und beugt Ar bei tsüb erlas hing e n vor, hier sorgt er für die Ausmerzung von Schadensquellen. Die Lenkung des Betriebssportes ist seine Aufgabe. Er überwacht, die Ernährung der Schaffenden in« nerhalb der Betriebe. Er leitet ferner die Erho« lungsfürforge und ist der Berater bei der Durch« führung befonberer Einzelaktionen, die der Gesunderhaltung der Gefolgschaft dienen, z. B. der Vita« multin-Aktion, die z. Z. im Gange ist. Um in der gemüfearmen Zeit des Winters dem schaffenden Menschen einen Ausgleich für den Ausfall an Vitaminen zu bieten, werden Vitamultin-Plätzchen ausgegeben. An dieser Aktion haben sich in unserem Kreisgebiet 49 Firmen beteiligt. Röntgenreihenuntersuchungen, die in einzelnen Gauen bereits für die Gesamtbevölkerung durchgeführt sind, wollen die Anfangsstadien von Volkskrankheiten, insbesondere die Tuberkulose, rechtzeitig erkennen, um späteren schwereren Schäden vorbeugen und heilend eingreifen zu können. Der Kreis Wetterau hat vor, im Laufe des Jahres in allen Betrieben und für die gesamte Bevölkerung diese Röntgenreihenuntersuchungen mit Hilfe des -Röntgensturmbannes Frankfurt a. M. durchzu« führen. Im Rahmen des Reichserholungswerkes der Deutschen Arbeitsfront unb bes Sozialerholungswerkes der Landesoersicherungsanstalt ist es dem Betriebsarzt möglich, wirklich erholungsbedürftige Arbeitskameraden zur Wiederherstellung ihrer Gesundheit 14 Tage zusätzlich in Urlaub zu schicken. Diese Einrichtung kam bisher 95 Gefolgschaftsmitgliebern Mit bestem Erfolg zugute. Die Aktion wird zur Zeit in verstärktem Maße in Angriff genommen. Alle biefe Maßnahmen gehen von dem Amt für Gesundheit und Volksschutz der Deutschen Arbeitsfront aus, und ihre Durchführung wird von hier aus überwacht. Das Amt wird ferner zu ärztlichen Gutachten herangezogen, falls solche in Jnvaliden- renten-Streitverfahren von der Rechtsberatung der Deutschen Arbeitsfront benötigt werden. Die Nachkriegszeit wird diese Arbeit zweifellos mit stärkerer Inangriffnahme Dorroärtstreiben, als dies unter den Einschränkungen der Kriegszeiten jetzt möglich ist. Gießener Konzertring. Orchester-Konzert: Brahms — Schumann — Dvorak. Die „Ungarischen Tänze" in der Fassung von Johannes Brahms sind dem Musikkenner Kostbarkeiten geworden, und für den, der der Musik ferner sicht, bedeuten sie vielleicht den Inbegriff Brahmsfcher Musik. Diese Tänze sind, wie Brahms einmal selbst feststellt, „echte Pilßta- unb Zigeuner- kinder, also nicht von mir gezeugt, sondern nur mit Milch und Brot genährt". Wanderndes, ja herrenloses Melodiengut, wie es die ungarischen Zigeunerkapellen in unendlichen Abwandlungen brachten, von dem wohl selten der Urheber festzustellen war, hat Brahms gesammelt, in seiner Verzwicktheit im Notenbilde festgehalten und ihm durch die Art seiner Satzweise eine Formung gegeben, die seinem ursprünglichen Wesen denkbar nahekommt, und so zu beachtlicher Bedeutung in unserer Kunstmusik geführt. — Das bestätigte auch diesmal das Erklingen der Tänze Nr. 5 und Nr. 6; einander in ihrem Wesen ergänzend, darum auch meist zusammen gespielt. Temperamentgebunden unb fein durchfühlt in ihrer organischen Gliedern na, pointiert, zuckend mit jeder Faser den rhythmischen und klanglichen Reiz erfassend. * Mit der UebersiMung Robert Schumanns nach Düffefborf im Jahre 1850 als Städtischer Musikdirektor frbienen sich seine Schaffenskräfte noch einmal glücklich zu beflügeln, noch dazu, wo die ersten Monate im neuen Wirkungskreis sich zunächst verheißend anließen. Dafür zeugen seine Es=Dur= Symphonie („Rheinische") und das Cello-Kon- zert in a-moll. Gerade das Cello war mit be=- sonderen Konzertgaben im Zeitalter der Romantik wenig bedacht worden, obwohl es als Träger schwärmerischen Klanges dazu berufen sein könnte. Das musikalische Erlebnis ist hier für Schumann ebenso entscheidend wie auch in dem hier erst in voriger Woche gehörten Klavierkonzert. So treten die rein instrumentalen Anforderungen unb Möglichkeiten vor dem leitenden Gedanken zurück. Für den Solisten an sich «"-scheint dieses Konzert deshalb vielleicht nicht als besonders lockende Aufgabe, weil er vornehmlich nur dem musikalischen Ziel zu dienen hat unb manchen Eigenwert zurückstellen muß. Um so anerkennenswerter ist es, daß Prof. Rudolf M e tz m a ch e r sich für dieses verhältnismäßig selten aespielt- W»rk einseßte. Er konnte da? um so eher, als er für die Durchführung dieser Aufgabe sowohl in instrumentaler wie in musikalischer Hinsicht günstigste Bedingungen bietet. Sein Ton ist schön und zeugt von innerer Wärme, in der Kan- tilene vermag er ihn in feinster Differenzierung zu modulieren, voll Empfindsamkeit und Schmieg- samkeit. Dafür sprach der langsame Mittelsatz des Konzertes, der ja gerade die ausdrucksstarksten Klangregionen des Cellos bevorzugt. In den beiden Ecksätzen, sowohl in dem gehaltenen ersten Satz wie in dem sehr lebhaften Finale, ließ er bas seinem Instrument übertragene Figurenwerk in präziser Durchdringung sich entfalten unb fand hier reichliche Gelegenheit, seine gediegene Technik, besonders sein spritziges, gestochenes Spicoato wie auch das gerundete a'kkordliche Spiel in den Dienst seiner Aufgabe zu stellen. Das Orchester unter Prof. lern e 5 ü ä r g paßte sich feinfühlend an und erhob sich in den Tutti-Stellen zu besonderer Eigenwir- Tung. Den Solisten ehrte freudiger Beifall. * Anton Dvoraks Neunte und zugleich letzte,dem Erscheinen nach als „F Ünft e" bezeichnete Symphonie spiegelt die Eindrücke eines längeren Warnung aus Stendal Roman von A'Lothar Philipp 7. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Wir müssen den Brief, den ich heute morgen bekommen habe, mit beifügen", sagte er und machte eine Aktennotiz, damit der Brief, wenn der Sachverständige ihn zurückschickte, zu den Akten gegeben wurde, denn bas ist sehr wichtig. „Nun, was halten Sie von der Sache, Herr Kollege?" Der Kommissar zuckte die Achseln. „Die Sache liegt einfacher, als man denkt", meinte er bann, „da ist dieser Lanos als völlig unbekannte Person, die wahrscheinlich einen falschen Namen trägt. Der soll ermordet werden. Wir finden einen Toten, der aber nicht Lanos ist, dafür sämtliche Schränke ausgeräumt unb Lanos verschwunden. Es bleibt nur eine einzige Vermutung: Lanos hat ben Mann, der gekommen war, ihn zu ermorben, getötet unb ist geflohen." „Sehr schon", pflichtete der Kriminalrat bei, „ich würbe auch so schließen. Möglich ist es natürlich auch, baß ber Tote ein ganz anberer ist, unb baß der Morb an ihm eine anbere Bebeutung hat. Das müssen wir eben noch herauskriegen, — ba kommt Krähe, er wirb uns sicher sagen, wer ber Tote ist. Nun. Krähe?" „Ein Kunde", sagte Krähe strahlenb, „ein Kunbe, Herr Kriminalrat, ich glaube, Sie haben ihn selber seinerzeit verhaftet. Karl Barthold, geboren am 12. Juli 1905 in Ratibor, Artist, vorbestraft wegen Diebstahls mit einem Jahr Gefängnis." Der Kriminalrat hatte sich Notizen gemacht. Dann griff er zum Telephon. „Bitte, geben Sie mir Einunbvierzigneununbsieb- zigsechsundneunzig, Fräulein. — Ja. — Hier Kriminalpolizei, Gruppe M, Kriminalrat Wenig. Bitte, sehen Sie boch mal zu, ob der Tote aus ber Kurfürstenstraße schon seziert worben ist — ja? Ja, geben Sie mir Dr. Bennecke. — Ja, hier nochmals Wenig, haben Sie ben Mann seziert? Eben fertig damit? Großartig. Ja — ja — Krähe, notieren Sie mal", wandte er sich an ben Kriminalsekretär: „Herzkammerschuß — alter, vernarbter Messerstich in ber rechten Brust, schlecht verheilter Unterschenkelbruch. Unb bie Patronenhülse? Nun, ja, geben Sie sie zum Institut, die können sie morgen ibentifizieren. Ich gehe auch jetzt nach Hause. Gute Nacht, Doktor, vielen Dank." — * Am nächsten Morgen erhielt Kriminalrat Wenig burch Entscheid bes Kriminalbirektors bie Morbsache Bartholb. Wieder war es ber alte Krähe, ber ganz früh am Morgen bereits im Melbeamt gewesen war und bie Karte jenes Bartholb gesucht hatte. Er trat freude- strahlend zum Kriminalrat unb sagte: „Ich gehe heute in ben Zirkus, Herr Kriminalrat." „Sie? In ben Zirkus? Was wollen Sie benn dort? Wollen Sie als Jongleur auftreten ober als Illusionist?" i „Nee", gab Krähe zur Antwort, „ich mochte Herrn Bartholb besuchen —" „Da müssen Sie nach ber Hannoverschen Straße gehen, nicht in den Zirkus." „Er ist bei dem Zirkus Brommunb gemelbet, ber sich jetzt auf bem freien Platz an ber Hauptstraße in Friedenau, unmittelbar am Innsbrucker Platz, aufhält. Ich glaube, wir werden dort etwas erfahren." „Hm", machte Wenig, ,nicht schlecht. Aber bas können Sie heute nachmittag machen, jetzt müssen Sie bie Sache Berg fertig machen, weil ber Direktor schon banach gefragt hat. Unb ich muß bie Fahnbung nach Lanos rausgehen taffen, wir haben boch im Protokoll eine Beschreibung von ber Frau — Dingsbums — wie heißt sie? Hauckwitz. Unb wenn Sie fertig finb mit Berg, bann gehen Sie mal hinauf zum Institut unb fragen nach, ob bie schon bie Schußwaffe festgestellt haben." Krähe griff sich die Akten Berg und setzte sich verbissen an feinen Schreibtisch. Diese alte Geschichte konnte ihn nicht mehr reizen, aber sie mußte bearbeitet werben, obwohl sie schon zehn Jahre zurücklag. Gegen zwölf Uhr gab er bie Akten zur Botenmeisterei und machte sich auf ben Weg zum Institut, um zu fragen, ob bie Schußwaffe festgestellt worden ist. Dr. Kerg, ber Assistent war gerabe bei ber Arbeit. „Setzen Sie sich einstweilen, Herr Krähe, ich bin gleich fertig. Es ist ein kleines Kaliber, 6,35, unb eine Waffe, wie sie in taufenb Fällen einmal vorkommt, anscheinend ungarisches Fabrikat." Die Patronenhülse war in ein Gestell einge- schraubt unb konnte so mit einem Sonberrnikroskop betrachtet werben. Ueber bem Mikroskop war, mit ihm burch einen Tubus oerbunben, eilt Photoapparat angebracht, währenb bie Hülse burch eine sinnreich burchbache Beleuchtungsanlage beleuchtet werben konnte. So war es möglich, ben Stoßboben ber Hülse im Spiegelbild vergrößert zu photographieren. Die Aufnahme des Hülfenbodens war bereits fertig unb wässerte. Jetzt ging ber Assistent mit ber Kassette in die Dunkelkammer, um sie zu entwickeln. Zehn Minuten später brachte er bas nasse Bild, legte es in ben Trockner unb schlug eine biefe Liste nach. Dann taktierte er ber Stenotypistin bes Instituts seinen Bericht. „Es handelt sich um eine Frommer, Patent Liliput, aus ber Waffen- unb Maschinenfabrik Budapest. Die Länge ber Pistole beträgt einhunbertels Millimeter, ihre Lauflänge breiundfünfzig Millimeter, ihre Drallänge zweihunbertfünfundsechzig Millimeter unb ihr Leergewicht breihundertzwanzig Gramm. Das Magazin faßt sechs Patronen. Be- fonbere Systemmerkmale: an der Hülse: vorhandene Auswerferspur, der Winkel zwischen Auswerfer- und Auszieherspur beträgt zweihundertzehn Grad, ber Durchmesser bes Abdrucks vom Schlagbolzenloch zwei komma drei Millimeter. Als Bearbeitungsspuren sieht man deutliche Drehspuren. Besondere Kennzeichen sind nicht vorhanden. Am Geschoß beträgt bie Felderzahl vier, die Felberbreite eins komma achtunbbreißig bis eins komma fünfunbvierzig Millimeter, bie Drallrichtung ist rechts und ber Drallwinkel vier komma brei Grab." „Haben Sie benn bas Geschoß?" fragte Krähe erstaunt. „Ja, Dr. Bennecke hat es mir heute zugeschickt. Hier ist ber Bericht, bie Hülse unb bas Geschoß behalten wir vorläufig hier, es steht Ihnen jederzeit zur Verfügung, wenn Sie es brauchen." Krähe nahm ben Bericht in Empfang unb las ihn sorgfältig durch. „Demnach", sagte er aufblirfenb, „ist es eine ungarische Pistole gewesen?" „Ja, unb zwar eine in Deutschland» außerordentlich seltene Waffe, dabei spreche ich allerdings vom Altreich. In der Ostmark und im Sudetengau wird sich vermutlich bie Waffe noch aus ber Vorkriegs- unb Kriegszeit her mehrfach oorfinben. Trotzbem kann sie als feiten gelten, unb biefe Tatsache wird sicherlich bie Ermittlungen nach bem Täter unterstützen." „Natürlich", schmunzelte Krähe, „wir brauchen also nur biefe Waffe zu finben, bann haben wir auch ben Täter. Wie Sie sich bas so vorstellen. Sie sitzen hier gemütlich in Ihrem Laboratorium unb benken, wenn Sie ein paar photographische Aufnahmen gemacht haben, ist ber Fall geklärt. Das anbere ist nur noch ein Kinderspiel. Nee, nee, mein Lieber, so ist bas nicht." „Halten Sie hier keine Bierreben, Herr Krähe, fonbern bringen Sie bem Kriminalrat ben Bericht. Mir ist es ganz gleichgültig, was Sie bamit machen. Unb wenn Sie roteber mal eine Patronenhülse haben, bann beehren Sie mich bald wieder. Guten Morgen!" Unb bamit schob er ben verdutzten Krähe, ber gern noch eine kleine Unterhaltung geführt hätte, hinaus. (Fortsetzung folgt.) schäft 1/116, 13:27,4;-. 5. Motor-Gefolgschaft 1/116, Kriegsversehrte wieder im Betrieb Bie Deutsche Ärbßitslront E NSG. Krall durch Freude Kreisdienststelle Wetterau Montag, den 27. April, 19.30 Uhr, Gießen, Gloria-Palast 1284V Gießen, den 14. April 1942. 1279 P 01759. 1281D Wochenmarkt. Besuchen Sie die 01751 sucht 1276P Seltersweg 36. 1/116, 13:25; Nach- Süffle gflrffflneü oöerBeßntHwtln die mir in mein. Hause a. d.Lande Pelzmantel umarbeitet u. Kra- vatte näht. Schr. Angeb. u. 01758 an d. Gieß. Anz. TIHDEATIER der Universitätsstadt Gießen Zum Reinigen d. Ladenräume wird für einige Stunden täglich Mann od. Frau gesucht Modehaus Becker Marktplatz 6 Danksagung. Allen, die uns beim Heldentode unseres lieben, sonnigen Jungen Gefr. Reinhold Faber, Kriegsfreiwilliger in einem Panzer- Regiment, Trost gaben und aufrichtige Teilnahme erwiesen, und allen, die ihn bei seiner ersten Verwundung im Lazarett in liebevoller Weise bedachten, danken w ir herzlichst. Lehrer Wilhelm Faber und Frau Emilie Karl Hans Faber. Leihgestern, im April 1942. Eintritt: RM.3.60, 2.80, 2.20 und 1.30. Vorverkauf: Karten -Verkaufsstelle der NS G. Kraft durch Freude, Gießen, Seltersweg 60, Fernsprecher 2141. Mehr Freude an der Natur durch Bermühler-Bücher! Die Kleinverteiler trennen bei Abgabe der Speisezwiebeln die Abschnitte 29 von der Nährmittel- karte 35 (rosa oder blau) ab und rechnen mit dem Ernährungsamt am 24.4.42 ab. An diesem Tage sind die vereinnahmten Nährmittelkartenabschnitte auf Bogen zu je 100 Stück dem Ernährungsamt mit gleichzeitiger Angabe des noch vorhandenen Bestandes einzureichen. Der Abrechnungstermin ist genau einzuhalten. Gießen, den 17. April 1942. Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen. Ernährungsamt Abt. B. Elisabeth Endres, Deutschlands berühmte Drahtseil- Balletteuse Anneliese Barthel^eine junge hübsche Tänzerin Adolf Schftfer, lustige Handschattenspiele Belling und Partnerin, Altjapanischer Jongleur-Akt Der lange Emil mit seinem Miniatur-Zirkus Drei Hugonis, die fabelhaften akrobatischen Springer I/Ernea Tria, Puppe oder Mensch ? Soldo n. Partner, die Musik-Clowns der Sonderklasse U os Herrera Vega, Mexikanisches Gesangsduett Erna Endewig am Flügel 3000-Meter-Lauf: 1. Motor - Gefolgschaft 13:15 Min.; 2. SRD.-Gefolgschaft 1/116, 3. Marine-Gefolgschaft 1/116, 13:31,2; 4. richten-Gefolgschaft 1/116, 14:50. Arühjahrsgeländeläufe 1942. Freitag, den 17. April 18.30 bis 21.45 Uhr: 29. Freitagmiete u. Halbmiete B Wo die Lerche singt Operette von Franz Lehär. Preise von 0.90 bis 3.60 RM. 1199 P mer 5, anzuzeigen. Gießen, den 15. April 1942. Der Oberbürgermeister» Die Deutsche Arbeitsfront widmet sich in Frankfurt 0. M. in Zusammenarbeit mit dem Wehrmachtfürsorgeoffizier, dem Wehrmachtfürsorge- und ver- sorgungsamt, der Hauptfürsorgestelle für Kriegsbeschädigte und Kriegerhinterbliebene und dem Arbeitsamt der Kriegsversehrtenbetreuung, indem sie in den Uebungsstätten für Berufstätige Berufser- ziehungsmaßnahmen durchführt. Etwa zweihundert Kriegsversehrte haben bisher in den Lehrgemeinschaften Aufnahme gefunden. Zum erstenmal gibt die Deutsche Arbeitsfront jetzt überzeugende Erfolge auf diesem Gebiet bekannt. 37 Männer, die an den Lehrgemeinschaften teilnahmen, haben inzwischen das gesteckte Ziel erreicht. Bon ihnen sind 34 wieder in einen Betrieb eingesetzt, während drei auf einer Ingenieurschule studieren. Es ist außerordentlich interessant, die berufliche Entwicklung dieser Männer zu verfolgen. Da finden wir ursprünglich Mechaniker, Dreher, Werkzeugschlosser, einen Schmied, Elektroinstallateur, Bleilöter, Autolackierer, Bauschlosser, Eisenanstreicher, Metallhilfsarbsiter, Kraftfahrer, Lederarbeiter, Bäcker, Maurer, Schreiner, Zimmermann, Dachdecker, Landwirt usw. Durch die verschiedensten Verletzungen, wie Lähmungen, Versteifungen und Verlust von Armen und Beinen, Gehirnoerletzungen, Hüftoersteifungen, Nierenquetschungen, Nervenentzündungen und andere Schäden konnten sie ihren bisherigen Beruf nicht mehr ausüben. Die Deutsche Arbeitsfront hat daher nach einem verwandten Be- Donnerstag, den 23. April 1942,19VaUhr in der Universitäts-Aula KONZERT auf zwei Klavieren Marietta Krutisch - Gertrud Dapper Suche für einen'Facharbeiter per sofort Zwei-Zimmer-Wohnung in Gießen od. näh. Umgebung Carl BeckerU., Lederfabrik Gießen, Bahnhofstraße 16. 1285 D vutz-vau für die Geschäftsräume sofort gesucht. Weinert, Neuen weg 01763 ruf gesucht, bei dem die Männer ihr bisheriges Können verwerten können. So wurden sie technische Zeichner, Arbeitsvorbereiter, Kalkulator, Terminjäger, Verwaltungsangestellter, Leimtechniker, Mitarbeiter der Deutschen Arbeitsfront usw. Für nahezu alle bedeutete der neue Beruf einen wesentlichen sozialen Aufstieg. Die drei Männer, die sich jetzt dem Studium an einer Ingenieurschule widmen, waren früher Maschinenschlosser, Elektroinstallateur und Maurer. Ein Bäcker, der infolge einer Beinversteifung seinen Beruf nicht mehr ausüben kann, wurde kaufmännischer Mitarbeiter einer Bäckereinkaufsgenossenschaft. Der Weg vom Schreiner zum Leimtechniker entspricht auch in starkem Maße dem Bestreben der^Deutschen Arbeitsfront, einen verwandten Beruf zu finden. Die Einsetzung eines Dachdeckers als Mitarbeiter beim Reichsinnungsverband.und eines angelernten Metallarbeiters, eines Schneiders und eines Landwirtes als Mitarbeiter der Deutschen Arbeitsfront nach vorausgehender Berufsausbildung weift geeignete Wege des Einsatzes der Kriegsversehrten. Mit den Berufserziehungsmaßnahmen' für die Kriegsversehrten hat sich die Deutsche Arbeitsfront eine dankenswerte Aufgabe gestellt, und wir begrüßen. es, daß es gerade im Rhein-Main-Gebiet gelungen ist, die Männer, die an der Front für unser Volk.ihren Mann gestanden haben, erfolgreich wieder in den Betrieben einzusetzen. Curt Huebner. Die Zustellung der Bescheide über Kanal-, Straßenreinigungs- und Mülladfuhrgebühren für das Ri. 1942. Bekanntmachung. Nachdem die Zustellung der Bescheide über die Kanal-, Straßenreinigungs- und Müllabfuhrgebühren für das Rj. 1942 an die Zahlungspflichtigen bzw. Empfangsberechtigten stattgefunden hat, wird als Tag, an dem diese Bescheide als zugeftellt zu gelten haben, der 11. April 1942 festgesetzt. Diejenigen Gebührenpflichtigen, die bisher einen Bescheid nicht erhalten haben, werden aufgefordert, dies alsbald beim Städtischen Vermessungs- und Mannschaftslauf. Deutsches Jungvolk. Jahrgang 1930/31: 1. Fähnlein 5/116, 6:39,1 Min.; 2, Fähnlein 2/116, 6:50; 3. Fähnlein 19/116, 7:08,2; 4. Spiel« fähnlein 7:32,1; 5. Fähnlein 1/116, 7:43,8. Jahrgang 1929 und älter: 1. Lehrfähnlein 6:03 Min.; 2. Fähnlein 2/116, 6:22,8; 3. Fähnlein 5/116, 6:24,4; 4. Fähnlein 19/116, 6:26,4, 5. Fähnlein 1/116, 6:26,7 Min. Handbatt-Gauklaffe. LSD. Gießen — ÜfC. Pfungstadt 10:8 (6:3). Am vorigen Sonntag standen sich die beiden Mannschaften im Rückspiel der Handballgauklasse auf dem Reichsbahnplatz gegenüber. Pfungstadt, bis vor kurzem noch Meisterschaftsanwärter, ist eine junge, durchaus kampfkräftige Mannschaft. Der LSV. konnte am Sonntag so ziemlich seine beste Mannschaft stellen. Es war ein flotter, spannender Kampf bis zum Schluß, den die Flieger auf Grund ihrer Spielerfahrung für sich entscheiden konnten. Rach kurzem Abtasten fiel das erste Tor für Gießen. Pfungstadt glich nach dem Anstoß aus. Nun wurde das Spiel der Flieger besser, und in der Folge fielen noch fünf Trefter für sie, denen die Gäste nur zwei entgegensetzen konnten. Nach der Pause legte sich der LSV. ziemlich flott ins Zeug und erzielte drei weitere Tore. Eick Nachlassen der Flieger benutzte Pfungstadt, um mit aller Macht anzugreifen. Die Gäste kamen auch bedrohlich an die Führung der Gießener Flieger heran. Beim 9:8« Stand schoß der Mittelläufer nach schönem Alleingang das 10. Tor, das den Sieg sicherstellte. Das Ergebneis entspricht dem Spielverlauf, wenn man auch von ziemlichem Schußpech auf feiten der Lustwaffenstürmer sprechen konnte. Bei den Gästen konnte besonders der Mittelläufer gefallen. Bekanntmachung. Zwiebelverteilung. Die in Gießen wohnhaften Verbraucher erhalten in der Zeit vom 16. bis einschließlich 23. April 1942 gegen Vorlage der Nährmittelkarte 35 je Person 200 g Speisezwiebeln in den einschlägigen Geschäften und bei dem ambulanten Handel auf dem Karten zu 2.50, 2.—, 1.50 RM. bei Challier ________________________WL. | Mietgesuche | 1-2 leere Zimmer auch Mansarde z. mieten gesucht. Schriftl. Angeb. unter 1286D an den Gieß. Anz. [Stellenangebote] SiQndenlrau oderMädchen für Haushalt ge- Gauvarietezug «2 Stunden F rohsi nn» Obst- imb ©arten- baiwerem Gießen. Die bestellten Obstbäume, Brombeersträucher, Beerensträucher, Ziersträucher usw. werden Samstagnachmittag, den 18. Slpril, und Sonntag, den 19. Avril, Wiefecker Weg 16, ausgegeben. Die Sachen sind in dieser Zeit unbedingt abzuholen, da em Einschlag nicht erfolgen kann. i28?d Junker, Vereinsleiter. Schwer traf uns die schmerzliche Nachricht, daß unser innigstgeliebter, dankbarer, hoffnungsvoller Junge, mein einziger, herzensguter Bruder, unser lieber Enkel, Pate und Neffe Schütze Karl Göbel Kriegsfreiwilliger am 21. März 1942, nach kurzem, mutigen Einsatz, bei den schweren Kämpfen im Osten, im blühenden Alter von 18 Jahren den Heldentod für Führer und Vaterland fand. Mit seiner Todesnachricht zugleich erreicht uns sein letzter Brief vom 20. März 1942, wo er uns die mit Sehnsucht erwartete Feldpostnummer mitteilt und uns unter anderem schreibt: „Also macht Euch um Euren Jungen keine Sorgen, er begibt sich ganz in Gottes Hand.“ Und uns wünscht er, daß Gottes Segen uns begleite. In stillem Schmerz: Karl Göbel und Frau Marie, geb. Harbusch Robert Göbel, Bruder sowie alle Angehörigen. Daubrmgen und im Felde, den 17. April 1942. 01745 Bekanntmachung. Gemüseverteilung. Mit Wirkung vom 18. 4.1942 sind von allen Verbrauchern beim Einkauf von Gemüse in den einschlägigen Geschäften die jeweils gültigen Nährmittelkarten vorzulegen. Ohne die Vorlage der Nährmittelkarten erfolgt kein Verkauf von Gemüse. Gießen, den 17. April 1942. 12800 Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen. Ernährungsamt Abt. B. Wechselrichter 220 Volt-Gleichstrom-Eingang, 3. kaufen gesucht. Kl. Rbodius, Wilbelmftr. 15. Grundstücksamt im Stadthaus, Bergstraße, Zim- 1277C TAG DER UNIVERSITÄT Montag, 20. April, 11.30 Uhr in der Neuen Aula der Universität Grillparzer-fderftunde Vortrag von Prof. Dr. Walter Rehm Universität Gießen Mitwirkende: Luise Prasser, Herbert Köchling Das Streichquartett des Städt. Orchesters Eintritt frei! Abends 19 Uhr Trauerspiel im Theater: von Grillparzer 1278 D Gemeinsame Bekanntmachung , der Landräte der Landkreise Alsfeld, Büdingen, Friedberg, Gießen und Lauterbach. Kartoffelversorgung. Die Höchstmenge an Kartoffeln, die an Versorgungsberechtigte auf Grund des Bezugsausweises für Speisekartoffeln ausgegeben werden, beträgt für die Woche vom 13. bis 18. April d. I. 2,5 kg je Abschnitt. Diese Höchstmenge gilt bis auf Widerruf auch für die weiteren Abschnitte des Bezugsausweises. Ein Vorgriff von Kartoffeln ist unzulässig. G A.-Sport. Die Lausmeisterschasten in Gießen. Die Ergebnisse. Männerklasse 1: 5000 m (Kreismeisterschaft): 1. Becker, LSD. Gießen, 15:58,5 Min.; 2. Rother. LSV. Gießen, 16:01; 3. Mingst, LSD. Gießen, 16:07; 4. Nocky, LSV. Gießen, 16:11,2; 5. Enves- felder, LSV. Gießen, 16:15,4; 6. Klingenberg, LSV. Gießen, 16:20; 7. Stern, LSV. Gießen, 16:55; 8. Praefke, LSV. Gießen, 17:11; 9. Stile, LSD. Gießen, 17:11,8; 10. Büttner, LSD. Gießen, 19:28,4. — Mannschaftslauf: 1. LSV. Gießen 1. Mannschaft (Becker,«Rother, Mingst); 2. LSV. Gießen 2. Mannschaft; 3. LSD. Gießen 3. Mannschaft. Männerklasse 2: 3000 m: 1. Ruckelshausen, Kdsch. „Hutten", 11,34,8 Min.; 2. Lieb, LSV. Gießen, 11,35,7; 3. Freyters, LSV. Gießen, 11,38,5; 4. Gorma k, LSV. Gießen, 11,49; 5. Oesterreich, LSV. Gießen, 11,53; 6. Schweinmler, LSV. Gießen, 12,06; 7. Blömecke, LSV. Gießen, 12,06,6; 8. Mürrle, LSV. Gießen, 12,07; 9. Krüger, LSD. Gießen, 12,10,7; 10. Elbert, Kdsch. „Hutten", 12,19. — Mannschaftslauf: 1. LSD. 1. Mannschaft (Lieb, Freyters, Govniak); 2. LSD. 2. Mannschaft.; 3. Kdsch. „Hutten" NSDStB. Bannwaldlaufmeiskerschafien 1942. HJ.-Klasse A 3000 m: 1. Hanne van Bentheim, Motor-Gefolgschaft, 11:34,8 Min.; 2. Feußer, Karl Heinz, Nachrichten 1/116, 11:38,8; 3. Klein, Otto, Nachrichten 5/116, 12:02,6; 4. Kraft, Heinrich, Spiel- Gefolgschaft, 12:14,7; 5. Ziemeck, Werner, Motor- Gefolgschaft 1/116, 12:22,6; 6. Fischer, Otto, Motor- Gefolgschaft 1/116, 12:26,4; 7. Schürmann Jochem, Fähnlein 2/116, 12:27; 8. Brückner, Gerold, Spielgefolgschaft, 12:31,2; 9. Schlarp, Adalbert, Spielge- solgschaft, 12:48,1; 10. Stiller, Helmut, Spielgefolgschaft, 12:49; 11. Roth, Dieter; Marine-Gef., 13:26,3. HI.-Klasse B 2000 m: 1. Beckert, Wolfgang, SRD.-Gefolgschaft 1/116, 11:07; 2. Wolkewitz, Günther, Fähnlein 5/116, 11:25,5; 3. Heeg, Herbert, SRD.Mefolgschaft 1/116, 11:36,2; 4. Küthe, Alfred, SRD.-Gefolg'schaft 1/116, 11:37,6; 5. Günther, Ludwig, Marine-Gefolgschaft 1/116, 11:38; 6. Sengenberger, Kurt, Gefolgschaft 1/116, 11:40,1; 7. Dörr, Werner, Nachrichten 5/116, 11:50; 8. Haas, Wolfgang,. Flieger 1/116, 11:51; 9. Leinweber, Willi, Marine 2/116, 11:59,6; 10. Keller, Herbert, SRD. 1/116, 12:04,8; 11. Ruhl, Reinhold, Marine 2/116,' 12:17,3; 12. Uhrberg, Benno, Marine 2/116, 12:18,6. Bannwaldlauf 1942. Einzellauf. Deutsches Jungvolk: 1. Hofmann, SRD.-Gefolgschaft 1/116, 5:6,5 Min.; 2. Deibel, Lehrfähnlein, 5:7,5; 3. Richter, Lehrfähnlein, 5:14,2; 4. Geißler, Fähnlein 2/116, 5:15,3; 5. Paulus, Lehr- fahnlein, 5:16,4; 6. Zimmer, Fähnlein 1/116, 5:17,2; 7. Reinwein, Lehrfähnlein, 5:17,8; 8. Vogel, Fähnlein 2/116, 5:19,6; 9. Schaub, Fähnlein 2/116, 5:23; 10. Unverzagt, Fähnlein 5/116, 5:25; 11. Arnold, Fähnlein 2/116, 5:28,7; 12. Daubert, Fähnlein 19/116, 5:30. Frühjahrsgeländelauf 1942. Mannschaftslauf. Hitler-Jugend. 1000-Meter-Lauf: 1. Marine-Gefolgschaft 1/116, 5:56 Min.; 2. Flieger- Gefolgschaft 1/116, 6:10; 3. Spiel-Gefolgschaft 1/116 6:23,2; 4. SRD.-Gefolgschaft 1/116, 6:51. 2000 - Meter - Lauf: 1. SRD.-Gefolgschaft 1/116, 11:52; 2. Flieger-Gefolgschaft 1/116, 12:01; 3. Marine-Gefolgschaft 1/116, 12:28; 4. Nachr.-Gefolg- Aufenthckltes in Amerika (1892—1895) wider. Dieser durchaus romantisch ausgerichtete Musiker, von Joys. Brahms entdeckt, gefördert und in persönlicher Freundschaft geschätzt, fußt in seiner Formgewin- nung wohl auf der klassischen Symphonie, bildet sie aber in persönlichem Sinne durch. Seine Themen sind weniger dramatisch gespannt als liedhaftlyrisch. Sein auf dem Musikantischen und Klangsinnlichen fußendes Erleben entwickelt die innere Spannung des Werkes aus der Gegenüberstellung der Themen; in der vorliegenden Symphonie läßt er die Leitgedanken der Eingangssätze auch weiterhin, besonders aber durch ihr Zitieren im Finale, bedeutungsvoll für das Gesamtgeschehen in der Symphonie werden. Dvorak kannte auf Grund seiner praktischen Tätigkeit als Orchestermusiker die Ausdrucksmöglichkeiten und besonderen Reize der einzelnen Instrumente aus langjähriger Erfahrung. Darum wird sein orchestrales Klangbild niemals konstruiert erscheinen, sondern den Hörer stets durch seine Unmittelbarkeit gewinnen und in Dann schlagen. Dvorak liebte es, nicht zuletzt infolge seiner rassischen Verwurzelung, in seinen Werken heimatliche Themen anklingen zu lassen. In der Fünften Symphonie läßt er die leitenden Gedanken der ersten drei Sätze „im Geiste amerikanischer Volkslieder" erstehen; er wendet sich aber energisch gegen den „Unsinn, daß er indianische oder amerikanische Motive verwendet habe". Die bildhaft erschauten Mittelsätze wurden angeregt durch eine Dichtung von Long- fellow, „Das Lied von Hiawatha" („Begräbnis im Walde", „Jndianerfest mit Tanz"). Im Rahmen des Konzertes wurde unter Leitung von Professor Temesväry diese Symphonie zweifellos zum erhebenden Höhepunkt. Gärend führte die bannende Einleitung in das Allegro hinein, das mit seinen drei Leitgedanken empfindungsstarke Klangwerdung erfuhr und sich in der Durchführung zu machtvollen Akzenten erhob, die Momente thematischer Ueberbauung klar ausprägte, zum anderen aber die von terzengebundenen Holzbläsern getragenen Stellen mit Klangseligkeit erfüllte. Den zweiten Satz gaben die aus dein Pianissimo sich ergebenden, äußerst ausgeglichenen Bläser das Motto. Die Milieukraft erhielt besondere Farbe durch das „englische Horn" und durch die prachtvoll abgetönten gedämpften Hörner in der Ueberleitung zum Mittelteil. Das Scherzo verband rhythmische Akzentuierung mit klanglichem Erfühlen, in dem Mittelsatz mit seinem feinen Vermischen von Streichern und Holzbläsern, und den machtvollen Akzenten des Kopfthemas aus dem ersten Satze in der Coda. Das Finale wurde zur großartigen Zusammenfassung bei energischem Ergreifen des Hauptgedankens und dem nachgiebig schön geblasenen Klarinettensolo im Seitenthema. Da, wo die Themen früherer Sätze das musikalische Geschehen beeinflussen, erwuchsen.großartige Steigerungen wie auch Stellen klanglichen Versinkens und Verhaltens. Unmittelbar ausbrechender Beifall dankte allen, die mit Einsatz höchsten Könnens am Klangwerden geholfen hatten. Dr. Hermann Hering. rlö-GenleinMl M Kraft önrdj Srenöe Vortrag der KdF.-Sammlergruppe .Gießen und Kreisgebiet am Sonntag, dem 19. April 1942, um 10 Uhr in der Restauration „Zur Stadt Wetzlar", Gießen, Ludwigstraße. 1282D Thema: Der deutsche Sammler und die Katalogpreise für Briefmarken einst und jetzt. Großtausch und Neuheitenausgabe Deutsches Reich und Europa. Gäste und Freunde herzlich willkommen! W Gaststätte Württemberger Hof Gieben, Bahohofstra&e 15 Gute Küche * Lieber Bier Vermählungs-Anzeigen liefert Brühl'sche Druckerei Für In- und Ausland Wachposten gesucht unter günstigstenBedingunacn. Schriftliche Bewerbung an den Bielefelder Heimschutz, Bielefeld 1261 V Aus der engeren Heimat. Kreis Alsfeld. * F l e n s u n g e n, 17. April. Der Rentner Ludwig B ö ch e r und Frau Marie, geb. Rühl, Hierselbst, können am morgigen Samstag, 18. Aprll, in bester körperlicher und geistiger Rüstigkeit im Kreise von vier Kindern, acht Enkeln und vier Urenkeln das Fest der goldenen'Hochzeit beaehen. Die Ereignisse unserer großen Zeit verfolgt das Jubelpaar noch mit allem Interesse. Den Jubilaren gilt auch unser herzlicher Glückwunsch. Schweinemarkt in Homberg. —Homberg, 15. April. Zum heutigen Schweinemarkt waren 208 Ferkel aufgetrieben. Für 6 bis 8 Wochen alte Ferkel wurden 30 bis 37 RM., für 8 bis 10 Wochen alte 37 bis 45 RM. und für 10 bis 12 Wochen alte 45 bis 53 RM. gezahlt. Der Handel war flott, es verblieb nur geringer Ueberstand. Hauptfchnftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bei Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für das Feuilleton: Dr. Hans Thyrtot; für Stadt Gießen, Provinz, Wirtichaft und Sport: Ernst Blum>chejn. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdrucleret R. Lange K. G. Berlagsleiter: Dr.-Ing. Erich Hamann: Anzeigenleiter: Hans Beck. Anzeigenpreisliste Nr. 6. Für die Landräte der Landkreise Alsfeld, Büdingen, Friedbergs Gießen und Lauterbach. Der Landrat des Landkreises Gießen. ___________________Dr. Lotz.____________________ Bekanntmachung. Kartoffelversorgung. Die Höchstmenge an Kartoffeln, die an Versorgungsberechtigte auf Grund des Bezugsausweises für Speisekartoffeln ausgegeben werden, beträgt für die Woche vom 13. bis 18. April d. I. 2,5 Kg je Abschnitt. Diese Höchstmenge gilt bis auf Widerruf auch für die weiteren Abschnitte des Bezugsausweises. Ein Vorgriff von Kartoffeln ist unzulässig. Gießen, den 16. April 1942. 1282D Der Oberbürgermeister. Ernährungsamt Abt. 8. 1209 D Bäckerlehrling für sofort gesucht Bäckerei Häfner Bad-Naulieim Hauvtstr.l2.i27iv Putzfrau für einige Stunden wöchentlich üb. HalbtagH- mädchen gesucht .. 01671 Frau Tbolc, Liebigstraße 15 MM oöet MAN für täglich 1—2 Stundet: gesucht. Arau 1253D PaulaSchnchard Seltersweg 44 Zuverl., ordentl. Frau oder Mädchen zum Spülen für einige Stunden Sonntag nachmittags gesucht. Konditorei und ziaffceH.Hettler | Verkäufe | Eine gebrauchte Schreihmaschioe für 70.— RM., zu verkaufen 01702 Am Kugelberg 13 öeöurtsanzeigen t»i BrOhl. 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