192. Jahrgang Nr. 138 tericbemt ragiict), außer Sonntags und feiertags Beilagen: Gießener ^amilienblatter Heimat imRild-DieScholle Berugsvreis: Monatlich. ....RM.1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Kernsvreckanschlnß 2251 Drahtanschrift: ,Llnzeige^ Postscheck 1168ks>ranks./M vienrlag.16. Juni 1942 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer biZ 8'/r Uhr desBormittags Anzeigen-Preise für die Millimeter-Zeile von 22 Millimeter Breite: 7Rvf. für ^amilienan- zeigen und private Gelegenheitsanzeigen 14Rvf. i. Werbeanzeigen und geschäftliche Gelegenbeitsan^etgen Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/0mehr Eichener Anzeiger SrühIIchtUniorrfilälrdrucktrii S. tauge General-Anzeiger für Oberhessen $ ekf,.. S.nlltW 1-1 Jn Ttordafrika zur Küste durchgestoßen. Große feindliche Verbände eingeschloffen. Rom, 15. Juni. (DRV.) Das italienische Hauptquartier gibt bekannt: Die neue Phase, die nach dem Fall von Vir hacheim begann, hat nach blutigen Kämpfen zur Vernichtung der feindlichen Kräfte geführt. Die deutschen und italienischen Streitkräfte haben nach einem Vormarsch über Acroma und die Via Va 1- bia hi na us die Lüste erreicht; sämtliche großen verbände des Feindes westlich davon sind e i n g e f ch l os s e n. Die Zahl der Gefangenen und das Ausmaß der Beute ist bisher noch nicht zu übersehen. Der italienische Bericht. Rom, 15. Juni. (DND.) Der italieniscl-e Wehrmachtbericht vom Montag hat folgenden Wortlaut: Rom, 15. Juni. (DJIB. Funkfpruch.) Das italie- nische Hauptquartier gibt folgende Sondermeldung bekannt: Liner der beiden im italienischen Wehrmacht- bericht vom 15. Juni genannten Geleitzüge, der unter starkem Geleit von Schlachtschiffen und zwei Flugzeugträgern vom Atlantik kam, wurde in den ersten Stunden des 13. Juni von unseren Aufklärern gesichtet und während des ganzen Tages verfolgt. Er wurde gestern wiederholt von italienischen Luftstreitkräften im Seegebiet zwischen Sardinien und Tunis angegriffen. Starke Verbände von Torpedoflugzeugen, Bombern und Sturzkampfflugzeugen, die rechtzeitig in den am günstigsten gelegenen Stützpunkten zusammengezogen worden waren, griffen vom Morgengrauen bis Sonnenuntergang trotz des Abwehrfeuers der Geleitschiffe und der heftigen Angriffe der von den Flugzeugträgern auf gestiegenen Jäger in ununterbrochenen Wellen an. Don dem Angriff gibt ein Sonderberichterstatter der Agenzia S t e f a n i folgende Schilderung: Am 13. Juni sichtete um 16.15 Uhr ein italienischer Fernaufklärer einen feindlichen Flottenverband, der sich ungefähr 150 Kilometer nördlich Kap Bengut (Algerien) befand und mit 18 Knoten in der Stunde auf Ostkurs lief. Der Verband bestand aus einem Schlachtschiff der „Malay a"-Klasse, aus zwei Flugzeugträgern „A r g u s" und „Ca g l e", einigen Kreuzern und ungefähr 20 Zerstörern. In der Nacht zum 14. Juni vereinigte sich der feindliche Verband vor der algerischen Küste mit einem Geleitzug von etwa 12 bis 14 Dampfern und setzte gemeinsam mit ihm die ^ahrt nach Osten fort. Die Fahrtgeschwindigteit wurde entsprechend herabgesetzt. Die geleiteten Dampfer wurden in die Mitte genommen. Im Morgengrauen des 14. Juni stand der Geleitzug w e st l i ch Phi- lippe Dille und folgte bei einer Geschwindigkeit von 15 Knoten in der Stunde dem 38. Breitengrad. Gegen 8 Uhr setzte e i n e erste Well e^ von mehrmotorigen Kampfflugzeugen sowie von Sturzkampfflugzeugen, geleitet von Jägern, zum Angriff an, der sich in der Hauptsache gegen einen d e r Flugzeugträgern richtete. Bei diesem Angriff wurden Zwei Hurriccmes abgeschossen, tfunf italienische Flugzeuge kehrten nicht zurück. Bald darauf erzielte e i n e z w e i t e aus Kampfflugzeugen und Torpedoflugzeugen bestehende Welle folgende Ergebnisse: Zwei Transportdampfer flogen in die Luft. Ein dritter geriet in Brand und ging unter. Ein vierter erhielt Treffer. Ein Zerstörer wurde versenkt. Das Schlachtschiff erhielt ebenfalls Treffer. Auf einem Flugzeugträger, der getroffen wurde, brachen Brände aus. Zwei der Kreuzer erhielten Torpedotreffer. Am frühen Nachmittag wurde einer der Kreuzer (7000 Tonnen) nördlich Phüippe- ville im Geleit von zwei Zerstörern bei langsamer Fahrt gegen Westen gesichtet. Er wurde von neuem angegriffen und erhielt zwei Bomben- sowie einen Torpedotreffer. Der Kreuzer zeigte starke Schlagseite. Die Mannschaft begab sich in die Rettungsboote. Einer der Begleitzerstorer wurde ebenfalls von einer Bombe getroffen. Kurz vor Sonnenuntergang sichtete eine Streife italienischer Torpedoflugzeuge den inzwischen von einem Zerstörer ins Schlepp genommenen Kreuzer, der einen weiteren Torpedotreffer erhielt und sicherlich untergegangen ist. Die den Angriffen entgangenen feindlichen Einheiten setzten inzwischen langsam ihre Fahrt nach Osten fort und gelangten am späten Nachmittag in die Reichweite der aus. Sizilien stationierten Luftwasfenverbände. Um 17.45 Uhr stiegen Hellen von Kampfflugzeugen, Torpedoflugzeugen und Ja- gern auf und trafen vor Biserta auf den Feind. Die Torpedoflugzeuge richteten vier Torpedos gegen einen der Flugzeugträger, erztetten auf dem Schlachtschiff einen Treffer am Bug und griffen einen Kreuzer und einen D a m p - f e r an. Die weiteren Ergebnisse konnten infolge der hefttgen Gegenwirkung des Feindes nicht mehr mit Genauigkeit beobachtet werden. Zwei Hurncanes wurden von den italienischen Torpedoflugzeugen abgeschossen, von denen eines nicht zurückgekehrt ist. Die Sturzkampfflugzeuge versenkten durch drei Bomben schwersten Kalibers einen Kreuzer. Ein anderer Dampfer erhielt durch drei Bomben- Im Gebiet von Ain el Gazala lebhafte Artillerie- und Spähtrupptätigkeit. Die vom Feind in den Kämpfen des 12. und 13. Juni erlittenen Der-, lüfte stiegen auf 69 Panzer und 13 Geschütze, zerstört oder erbeutet, sowie auf 7 0 0 Gefangene. Die Luftwaffe unternahm wirksame Angriffe auf Auto- und Truppenzusammenziehungen in den unmittelbaren feindlichen Nachschublinien. Acht Panzerspähwagen wurden in Brand gesetzt, einige Dutzend Lastwagen getroffen und beschädigt. Im M i t t e l m e e r ist seit gestern eine heftige Luft- und Seeschlacht gegen zwei große stark gesicherte britische Geleitzüge im Gange. Nach Beendigung der Aufräumungsarbeiten stieg die Gesamtzahl der Opfer des feindlichen Luftangriffes auf Tarent aufi 99, vvn denen 12 noch nicht identifiziert werden konnten. Es wurden 2 Kreuzer, 1 Torpedobooiszerstürer und 4 Dampfer versenkt, 1 Schlachtschiff, 1 Flugzeugträger, 2 Kreuzer, 1 Torpedobootzerstörer und 4 Dampfer wiederholt von Torpedos und Bomben getroffen und fchwer beschädigt. In heftigen Luftkämpfen, die sich beim jedesmaligen Auftauchen unserer Angriffsverbände entwickelten, wurden 15 feindliche Flugzeuge brennend abge- schaffen. 20 italienische Flugzeuge sind nicht zu ihren Stützpunkten zurückgekehrt. Einige Mannschaften wurden von Seenotflugzeugen geborgen. Der Kommandant eines Schwarms, der Kommandant einer Gruppe und 2 Staffelkommandanten werden vermißt. Von den Mannschaften find mehrere verletzt. 3 Flugzeuge erreichten, obwohl sie von Schüssen durchlöchert waren, heimisches Gebiet. Die Aktionen wurden feit den frühen Morgenstunden des heutigen Tages fortgesetzt und gehen gegen die übriggebliebenen feindlichen Einheiten noch weiter. treffer schwere Schlagseite. Ein Dampfer brach auseinander und ging unter. Die Kampfflugzeuge erzielten auf dem Heck des Schlachtschiffes drei Bombentreffer und setzten drei Dampfer in Brand. Die Begleitjäger schossen neun Hurricanes mit Sicherheit und zwei mit Wahrscheinlichkeit ab. Der Angriff wurde am 15. 6. morgens wieder aufgenommen. Die italienische Luftwaffe bediente sich bei ihren Angriffen einer überaus wirkungsvollen Angriffstaktik, indem gleichzeitig Wellen von Sturz- kampftlugzeugen, von Kampftlugzeugen und von Torpedoflugzeugen angriffen, wobei die letztgenannten ihre Angriffe im äußersten Tiefflug, fast die Meeresoberfläche berührend, durchführten. Neben diesen gegen den aus Gibraltar ausgelaufenen britischen Geleitzug erzietten Ergebnissen treten die Erfolge der immer wieder erneuerten Angriffe der Streitkräfte der Achsenmächte gegen einen zweiten Geleitzua, der Alexandrien mit Westkurs verlassen hatte." * Das im Bericht der Agentur Stefani genannte Schlachtschiff der M a l a y a - K l a s s e ist 30 100 Tonnen groß, hat eine Geschwindigkeit von 25 Knoten und eine Normalbesatzung von 1180 Mann.' Die schwere Artillerie des Schiffes besteht aus acht 38,l-cm-Geschützen.^ Ferner verfügt das Schiff noch über zwölf 15,2-cm-Geschütze und eine Flakartillerie von acht 10,2-cm-Geschützen. Es hat Flugzeugschleuder und ein Flugzeug an Bord. Die Malaya-Klasse, deren Namensschiff ein Geschenk der malaiischen Staaten war, ist in den ersten Jahren des Weltkrieges gebaut worden. Don den als schwerbeschädigt gemeldeten Flugzeugträgern ist die „Eagle" 22 600 Tonnen groß, verfügt über eine Geschwindigkeit von 24 Knoten und konnte 21 Flugzeuge an Bord nehmen. Sie war ursprünglich als Linienschiff für Chile gebaut worden, 1917 von England übernommen und zum Flugzeugträger um- gebaut. Die „21 r g u 5" war als Fahrgastdampfer für Italien gebaut und 1916 von England gekauft worden, um zum Flugzeugträger um gebaut zu werden. Sie hat eine Größe von 14 450 Tonnen und läuft 20 Knoten und hatte 14 Flugzeuge an Bord. Oer italienische Erfolg. Der englische Geleitzug kam vom Atlantik. Er machte den Versuch, die 'Sperren zu durchbrechen, die deutsche und italienische Flugzeuge und U-Boote zwischen Sardinien und Kreta errichtet haben. Die Engländer wußten, daß der Durchdruchsversuch dieses Geleitzuges ein gewagtes Unternehmen war. Si-e haben ihm deshalb auch ein großes Geleit von schweren, mittleren und kleineren Kriegsschiffen mit. gegeben. Sie wollten den Geleitzug unbedingt erfolgreich durchbringen. Das läßt den Rückschluß zu, daß die Dringlichkeit dieses Geleitzuges sehr groß gewesen sein muß. Die italienische Luftwaffe hatte einen guten Sonntag. Sie ist ausgezeichnet zu Schuß gekommen. Die Kämpfe fanden im Seegebiet zwischen Sardinien und Tunis statt. Starke italienische Verbände von Torpedoflugzeugen, Dombern und Sturz- kampfflugzeugen waren rechtzeitig in den am günstigsten gelegenen Stützpunkten zusammengezogen und griffen vom Morgengrauen bis Sonnenuntergang in ununterbrochenen Wellen an. Der volle Erfolg des Sonntags kommt auf das Konto der Italiener. 20 ihrer Flugzeuge sind nicht zum Stützpunkt zurückgekehrt. Das ist ein schmerzlicher Verlust. Aber der Einsatz hat sich gelohnt. Die Engländer verloren zwei Kreuzer, einen Zerstörer und vier Dampfer durch Versenkungen sowie 15 Flugzeuge durch Abschuß. Ein Schlachtschiff, ein Flugzeugträger, zwei Kreuzer, ein Zerstörer und vier Dampfer sind schwer beschädigt. Flugzeugträger sind für die Engländer besonders kostbar. Sfe haben im bisherigen Kriegsoerlauf schon vier von diesen lebenswichtigen Schiffen verloren. Auch das angeschlage Schlachtschiff ist vielleicht etwas weniger wertvoll. Aber die britische Mittelmeerflotte war zeitweise überhaupt ohne Großkampfschiff. Dazu kommen die Verluste an den mittleren und kleineren Einheiten, die in den Gewässern des Mittelmeers, wo die britische Flottenführung wegen der verhältnismäßigen Enge des Kampfplatzes Angriffe von U-Booten und Flugzeugen besonders fürchten muß, gern eingesetzt werden, um Großkampfschiffe für letzte Möglichkeiten aufzuheben. Durch Italien wird eine Woge des Enthusiasmus gehen. Mit vollem Recht. Die italienische Luftwaffe hat sich seit vielen Jahren auf entscheidende Kämpfe vorbereitet. Sie hat in Theorie und Praxis so manchen bemerkenswerten, Pionierhaften Beitrag zur Entwicklung der „azurenen" Waffe geleistet. Nun hat sie einen großen Erfolg erzielt, der ihr im Herzen ihrer Landsleute und in der geschichtlichen Erinnerung einen guten Platz sichert. Oie Operationen in China. Nanking, 16. Juni. (Europapreß.) Die Ziele der am 15. Mai begonnenen japanischen Offensive an der Ostfront in China sind nach einer Erklärung des Sprechers des japanischen Hauptquartters in Nanking durch die Einnahme von K w a n g f i im wesentlichen.erreicht worden. Zweck der japanischen Operationen sei gewesen: den Kleinkrieg von Tschungking-Streitkräften in der dritten Tschung- king-Kriegszone zu unterbinden: den chinesischen Nachschub von Hangts.chau nach Tschungking abzuschneiden und die mit nordamerikanischer Unter- tützung in Tschekiang gebauten Flugzeugstütz- punkte zu erobern, von denen Angriffe auf Japan unternommen werden • sollten. Trotz größter Geländeschwierigkeiten infolge der Regenperiode sei der japanische Vormarsch so schnell durchgeführt worden, daß die Tschunkingtruppen überhaupt nicht zu Gegenaktionen gekommen seien. Der Versuch Marschall Tschiangkaischeks, die Lage östlich des Pyang-Sees durch einen Flankenangriff seiner 73. Armee wiederherzustellen, sei durch die ihm von japanischen Streitkräften südlich von Fu- tschau bereitete vernichtende Niederlage volist ä n d i g gescheitert. Die Kampfmoral der Tschungkingtruppen sei durch die in Tschekiang und Kiangsi erlittenen fortgesetzten Niederlagen sehr gesunken. Juni 1942. Dr. Josef Hunck, der kürzlich mit dem ersten Transport deutscher Diplomaten und Journalisten auf der „Drottningholm" von seinem bisherigen Arbeitsplatz in Neuyork nach Deutschland zurückgekehrt ist, berichtet , auf Grund seiner Erfahrungen und Beobachtungen in den USA über das Verhältnis Roosevelts zu Moskau. Der Entschluß Roosevelts, die Sowjets in der Leih- und Pacht!) ilfe auf eine Stufe mit England zu stellen, kann nur. deklamatorischen Charakter haben. Roosevelt weiß, daß die Sowjets gegenwärtig nach Meinung sämtlicher Amerikaner die Waage des Kriegsglückes in der Hand halten. Wiederholt schon hat Roosevelt in den letzten Monaten verfügt, daß Lieferungen nach Moskau an erster Stelle vor englischen Lieferungen und selbst vor der eigenen Ausrüstung stünden. Allerdings zögerte Roosevelt, in solchen Dingen vor die Oeffentlichkeit zu treten, weil er weiß, daß die Mehrheit des Volkes die Sowjethilfe mit gemischten Gefühlen betrachtet. Dor einem engerem Forum deutete Roosevelt schon Ende Februar an, daß er, nachdem er im November 1941 bereits eine Milliarde geliehen hatte, eine weitere Rußland-Anleihe plane. Die Anleihe wurde damals lediglich vorgeschlagen, um weitergehenden Forderungen der Sowjets an die „Alliierten" zuvorzukommen, wie es in Washington hieß. Amerika hat von jeher versucht, durch diese Art von Hilfe seine Beteiligung am Kriegsgeschehen zu bekunden, was allerdings, solange der Schiffsraum immer knapper statt reichlicher wird, nur theoretische Bedeutung hat. Die Sowjets haben, wie man in Amerika schmerzlich bemerkt, viel mehr Interesse an den europäischen „Nachkriegsgrenzen" gezeigt, als den Demokratien willkommen ist. Das Gerücht hat -sich bis heute hartnäckig erhalten, daß Eden bei seinem letzten Besuch in Moskau einen Vorschlag entgegengenommen hake, der den Sowjets nach einem Siege freie Hand mindestens in den Baltischen Staaten, Bessarabien und Osteuropa lassen soll. Cripps hat solche Pläne seit seiner Rückkehr aus Moskau wie- derhott vertreten. Die Sowjets haben sich in keinerlei Nachkriegs-Dersprechen mit London oder Washington eingelassen, an der Atlantik-Erklärung sind sie nicht beteiligt. — Wenn Roosevelt daher einen Entschluß wie den eingangs erwähnten faßt, so schafft er damit faktisch keinen neuen Zu- stand mit Moskau. Er will lediglich gegen die antisowjetischen Strömungen in USA. ankämpsen. Daß er dies tut, beweist daß er sich mehr denn je von den Kriegsentscheidungen an der Ostfront abhängig fühlt. Oie Schlacht in Libyen. Die Engländer haben ihre libysche Offensive am 18. November 1941 — sie ging schlecht aus — als Schaffung der berühmten „Zweiten Front" erklärt. Sie hatten jetzt wieder die Absicht, in ähnlicher Weise Stalin gegenüber sich auszuweisen. Im Nildelta wurden erhebliche Panzerstreitkräfte zusammengezogen. Generaloberst Rommel kam diesen Plänen, die zum mindesten Unsicherheit erzeugen sollten, zuvor. Am 26. Mai gingen deutsche und italienische Truppen zum Angriff auf die feindlichen Stellungen über, und seither ist eine erbitterte Schlacht im Gange, die am 11. Juni zur Einnahme des starken Forts Bir Hacheim, des südlichen Flankenpfeilers der britischen Stellung führte, nachdem schon vorher für afrikanische Verhältnisse sehr erhebliche Erfolgszahlen verbucht werden konnten: über 10 000 Gefangene, 550 Panzerkampfwagen, 200 Geschütze und einige Kraftfckhrzeuge. Nach dem Fall von Bir Hacheim trat die Panzerarmee nach Norden an. Die Kämpfe der letzten Tage fanden wesllich El Adem statt, das 40 km von Bir Hacheim entfernt ist. Der Wehrmachtbericht vom 14. Juni konnte daher mit Fug und Recht von einem „Vorstoß in die tiefe Flanke des Feindes" sprechen: Fast die Hälfte des Weges zur Küste war damit zurückgelegt. Der Durchstoß zur Küste, ist an den beiden folgenden Tagen vollendet worden. Ueber Acroma und die Via Balbia hinaus wurde die Küste erreicht. Damit sind die feindlichen Streitkräfte zerspalten, und alle westlich des in sie hineingetriebenen Keils der Achsen-Truppen stehenden feindlichen Verbände sehen sich eingekesselt und gehen der Vernichtung entgegen. Soweit das Bild der Schlacht. Was hat nun die Engländer bewogen, schon sechsmal den Kamps um Libyen anzutreten? Einen Grund kennen wir. Sie wollten die Errichtung der Zweiten Front an einem Punkt vortäuschen, der für sie nicht allzu aesährlich ist. Allein sie haben auch noch andere Gründe, von denen sie weniger sprechen, die aber sehr maßgeblich sind. Im November dachten sie auch daran, bis nach Französisch-Nordafrika vorzustohen, diese Gebiete auf ihre Seite zu ziehen und die nordafrikanische Küste in einem möglichst weiten Umfang als Sprungbrett für offensive Angriffe auf Südeuropi zu benutzen. Alle diese Pläne sind durch den glorreichen Abwehrkampf der Achsentruppen gescheitert, die mit ihrem damaligen Vorstoß bis zur Linie El Gazala—Mr Hacheim diese Fata Morgana zerrinnen ließen. Mer inzwischen haben sich die Dinge im Mittel - mehr gewandelt. Matta hat seine Bedeutung als Ausfallbastion verloren und kann nur noch als See-Igel angefprochsn werden. Die englische Mittel- meerflotte hat schwerste Verluste erlitten, sie verfügte zeitweise über fein einsatzfähiges Großkamps- schiff und ist in den äußersten östlichen Winkel des Mittelmeers, in den seestrategischen Raum Haifa— Cypern—Alexandrien eingepreßt. Ein Vorstoß von Zerstörern gegen Kreta hat mit katastrophalen Verlusten geendet. Die Ausschaltung von Malta und die Verbannung der englischen Mittelmeerflotte in Roosevelt war es, der die Sowjetunion ofsiziell anerkannte, seine Vorgänger haben dies niemals getan. Roosevelt war es auch, der sich immer wieder gegen jene einflußreichen Gruppen wandte, die von einer Hilfe für die Sowjets nichts wissen wollen, weil sie behaupten, weitere Materiallieferungen würden Moskau nach dem Kriege zu stark machen. Auf einer Pressekonferenz Ende Februar sagte Roosevelt, ein solches Geschwätz käme vom Washingtoner „Cliveden Set". (Cliveden ist der Landsitz von Lady Astor, des ersten weiblichen englischen Parlamentsmitgliedes.) Roosevelt sagte damals, die amerikanische Clioeden-Kligue behaupte sticht nur, man solle die Sowjets nicht zu stark machen, weil sie sich dann später gegen die USA. wenden würden: sie fordere sogar Amerikas Zurückziehung aus dem westlichen Pazifik, wo Amerika doch niemals einen Sieg erringen könne. Ein anderes Stimmungsbild bot ein bekannter Politiker auf einer Tagung der Methodisten-Föde- ration in Neuyork Ende April. Er sagte, es habe sich in USA. und Kanada eine Antisowjet-Front gebildet. Die Gruppe der ihr angehörenden Schriftsteller gehe von Baltin (dem früheren Hamburger Kommunisten Krebs) bis zur Hearst-Presse und zur „New Port Times", die augenblicklich nur Lippendienste für die Sowjetarmee zolle, doch die Moskauer Regierung mit Mißtrauen verfolge. Diese Antisowjet-Front wolle Lieferungen nach Rußland verhindern und den Kampf in erster Linie gegen Japan geführt wissen. Die amtliche amerikanische Agitation für die Sowjets erregt bei der Mehrheit des Volkes Kopfschütteln. Nachdem die Bolschewisten jahrelana als die größten Massenmörder und Bluthunde der 'Wett- geschichte hingestellt worden waren, heißt es nun auf einmal, es gäbe in Sowjetrußland kaum noch antireligiöse Literatur. Religiöser Ausdruck, der nicht notwendig mit starkem kirchlichem Einfluß verbunden zu sein brauche, gehöre einfach, wie Moskau längst eingesehen habe, zur nationalen Eigenart der Russen. Ebenso werde das Individuum viel mehr als früher glorifiziert. Die „New Port Times" sagte zu solcher Agitation: „Ein Leser hat angefragt, wann Roosevelt endlich das stärkste Hindernis der Sowjechilfe beseitigen werde; dieses Hindernis feien die Leute, welche uns glauben machen wollen, Sowjetrußland fei ein Land politischer Toleranz und religiöser Freiheit. Der Anfragende sei immer wieder bereit, Roosevelt zu schreiben, jedes nur greifbare Rüstgut nach Moskau auf den Weg zu bringen: bann auf einmal höre er, die Sowjetunion sei das Ursprungsland von Roosevelts „vier Freiheiten" und so zaudere er wieder, sich für die Moskauhilse einzusetzen." 2 Kreuzer, 1 Zerstörer und 4 Transporter im Mittelmeer versenkt. DerSiegdrritaliemschenLufiivaffeimMittelmeer Roosevelt und Moskau. Von unserem Dr. I. H.-Korrespondenten. das östlichste Mittelmeer hatten zum Gegenstück, daß die Engländer Aegypten und Vorderasien nur verproviantieren können, wenn sie ihre Frachten um ganz Afrika herum schicken. Der denkbar längste Weg ist ihr Weg. Die Idee des Suez-Kanals ist aus den Kopf gestellt. Der Abstieg der englischen Seemachcherrschaft wird hier augenscheinlich. Jeder Engländer empfindet dies schwer. Nicht der Atlantik, sondern das Mittelmeer war der Schauplatz der Siege Nelsons über Napoleon! Aber: die englische Kriegsflotte ist durch ihre Zersplitterung gelähmt. Die Kriegsausweitung hat ihren eigenen Herrn geschlagen. Und so ist die Grundideee der Engländer im November und jetzt wieder, durch Landoperationen ihrer Kriegsflotte, die in den östlichsten Mittelmeerwinkel verbannt ist, Bewegungsfreiheit zu schaffen, insbesondere die Sperrlinien der Luftwaffe von Kreta nach der Cyrenaika und von Sizilien nach Tripolis zu sprengen, auch den Nachschub nach Malta zu erleichtern und so diese Jnselfestung wieder zu einer Ausfallbastion zu machen. Es ist das erste mal in der Seekriegsgeschichte Englands, daß es für seine Kriegsflotte Erleichterungen durch Operationen zu Lande erhofft! Dieses Ziel ist der Maßstab für die Beurteilung der Schlacht in Libyen. Stalin steht sehr im Hintergrund und das Argument der Zweiten Front ist ... Tarnung der urenglischen Pläne. Aber diese englischen Pläne sind schon jetzt in Libyen — wieder einmal — gescheitert. Das Gesetz des Handelns liegt in den Händen des Generalobersten Rommel. Der Nachschub nach Libyen hat gut geklappt und so den anschaulichsten Beweis für die Verbannung der englischen Kriegsflotte in den östlichen Mittelmeerzipfel geliefert. Sieter Einbruch in das VerteidiglWSsyüein von Sewastopol. Ser Wehrmachtberichi. DNB. Aus dem Jührerhauptquarlier, 15. Juni. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: 3m Kampf um Sewastopol wurde der Feind trotz hartnäckiger Gegenwehr aus mehreren stark befestigten Stellungen der Südsront der F e st u n g geworfen. 3m Nachstoß gelang der angreifenden 3nfanterie ein tiefer Einbruch in das feindliche Verteidigungssystem, lieber dem Festungsgebiet schossen als Begleitschuh der Kampfgeschwader eingesetzte 3agdverbände ohne eigene Verluste 16 Sowjelflugzeuge ab. 3m Raum ostwärts Charkow wurden die Reste des geschlagenen Feindes vernichtet oder gefangen genommen. Die gestern gemeldeten Zahlen haben sich auf über 25 000 Gefangene, 266 Panzer und 208 Geschütze erhöht. 3m Raum o st w ärts Kursk wiesen deutsche und ungarische Truppen wiederholte Angriffe des Feindes ab. 3m mittleren und nördlichen Frontabschnitt nahmen eigene örtliche Angriffsunler- nehmungen im rückwärtigen Frontgebiet weiteren günstigen Verlauf. An verschiedenen Stellen wurden einzelne Gruppen regulärer Truppen und Banden vernichtet. An der w o l ch o w - F r o n t wurden stärkere feindliche Angriffe in schweren Kämpfen abgefchlagen. 3n Lappland schlossen deutsche 3agdkomman- dos in weglosem Urwaldgelände feindliche Kräfte ein und vernichteten sie. 3m hohen Norden belegte die Luftwaffe das Hafengebiet von Murmansk mit Bomben und beschädigte einen feindlichen Zerstörer. 3n der Zeit vom 2. bis 11.3uni verlor die Sowjetluftwaffe 4 5 6 Flugzeuge, davon wurden 343 in Cufftämpfen, 66 durch Flakartillerie und 28 durch Verbände des Heeres ve r n i ch t e l, die übrigen am Boden zerstört, während der gleichen Zeit gingen an der Ostfront 47 eigene Flugzeuge verloren. 3n Nordafrika warfen deutsche und italienische Truppen den Feind in harten Kämpfen weiter zurück. Der Gegner verlor hierbei 52 Panzer und zahlreiches Kriegsgerät. Deutsche 3äger brachten am gestrigen Tage 14 britische Flugzeuge zum Absturz. 3m Kampf um Sewastopol haben sich bei der Wegnahme des Forts Stalin ein Bataillon einer niedersächsischen 3nfanteriedivifion unter Führung des Majors Arndt, eine Pionierkompanie unter Führung von Oberleutnant Heyer und eine Sturmgeschühbatterie unter Führung von Hauptmann Caesar besonders ausgezeichnet. Hessische Infanterie in NSG. Seit Tagen tobt die große Schlacht u m Charkow. Es ist die Frühnngsschlacht des Krieges geaen den Bolschewismus, die am 12. Mai, am ersten sommerheißen Frühlingstag, begann und seitdem ohne Unterbrechung forttöbt Die Soldaten freilich kommen kaum dazu, diesen Frühling zu genießen, denn ihre Tage find angefüllt von Lärm und von den Anstrengungen der großen Schlacht. Sie haben sich mit eiserner und übermenschlicher Kraft gegen die Masse der sowjetischen Panzer- wehren müssen, die den Durchbruch nach Westen versuchten. . Ander nördlichen Flanke steht ein hessisches In fanterie-Regiment, das seit Tagen einen Kampf auf Tod und Leben kämpft, und das, allen Massenangriffen zum Trotz, seine Stellungen behauptet hat. Die 76.sowjetische Gebirgs-Division ist gegen dieses Regiment angerannt'— sie wurde zerschlagen. Nicht besser erging es der 13. Schütz- '' Division, dann der 227., der 293. und der 301. Infanterie-Division. Im Zeitraum von knapp einer Woche hat dieses eine Regiment fünfzig Angriffe abgeschlagen. Der Munitionsverbrauch hat einen Umfang erreicht, wie bisher während des ganzen Krieges noch nicht. Die Soldaten kämpfen und schießen und kämpfen und schießen und geben ihre Stellungen nicht preis. Und wenn sie da und dort aus taktischen Gründen einmal zurückgenommen werden sollen, dann fragen sie: Warum? Warum sollen wir zurück oder aus dem Dorf raus? Wir halten es! Da liegt hart am Donez das Dorf Gr. Es ist ein Eckpfeiler der deutschen Abwehr und Verteidigung, und es ist gleichzeitig ein Zentrum des bolschewistischen Angriffs. Südlich des Dorfes sind die Bolschewisten mit Massen durchgebrochen, und nun sickert diese lehmfarbige Flut langsam nach Westen, formiert sich zum Angriff, fommt wie die Flut des aufgeregten Meeres in immer neuen Wellen angeftürmt. Im Dorf fitzt eine kleine deutsche Kampfgruppe unter Führung eines verwundeten der Frühlingsschlacht. Oberleutnanats, der mit durchschossenem Oberschen-. kel die Verteidigung weiterführt. „Wir hauen euch heraus!" sagt der Regimentsführer durch den Feldfernsprecher. Noch klappt die Drahtverbindung, wenige Minuten später ist sie zerschossen oder zerschnitten, und die Verteidiger find ganz auf sich gestellt. Die Schreiber und die Küchenbullen und jeder Soldat, der gerade aufzutreiben ist, haben sich die Karabiner, MG. und Maschinenpistolen unter den Arm geklemmt, den Stahlhelm aufgesetzt, die Koppel mit Handgranaten vollgesteckt, und nun schwärmen sie aus, um das Dorf zu verteidigen, gegen das schon die Ausläufer der neuen bolschewistischen Flutwelle branden. Nun greifen die Bolschewisten an. Eine Welle nach der anderen, klumpen- und rudelweise, in einer Frontbreite von mindestens 500 Metern. Südlich von dem Dorfe Gr. liegt ein breiter grüner Streifen, ein Getreidefeld, dessen Saat soeben aufgegangen ist. Davor liegen die ungepflügten, gelbbraunen Stoppeläcker. Auf diesen Aeckern würde man die lehmfarbigen Uniformen der Bolschewisten schwer erkennen. Aber sie müssen vorher über den grünen Streifen, und hier ereilt sie ihr Schicksal. Der Batteriechef steht auf Rufweite an seiner Beteile neben dem Regimentskommandeur, der alles sieht, was sich drüben abspielt. Der Batteriechef aber, ein württembergischer Oberleutnant, setzt die gemeinsamen Beobachtungen in nüchterne Zahlen um: „20 Strich links, eine Lage. Hinein!" Dieses eine Wort .^Hinein!" ist der Schlachtruf des Regiments. Mit diesem Schlachtruf stürmen die Hessen. Mit diesem Schlachtruf gehen sie schlafen. Mit diesem Schlachtruf setzen sie sich ans Kochgeschirr. Und nun heult es über unsere Köpfe. Drüben steigen schwarze Sprenqwolken und Erdfontänen hoch — hinein! Die bolschewistischen Kompanien werden zerfetzt. Die Sowjets laufen nach links. „Fünf Strich links", sagt der Oberleutnant durch den Fernsprecher — „eine Gruppe!" — Hinein! — Die Bolschewisten laufen zurück. „Zehn Strich mehr! Eine Gruppe!" — Hinein — Und immer wieder stürmen sie und kommen doch nicht über das Getreidefeld hinaus, das mit ihrem Blute gedüngt wird. Der Angriff bleibt liegen. Die stürmenden Bolschewistenhaufen verbluten sich. Genau ostwärts von uns liegt ein Hang, da stürmten sie am Vormittag. Nun ist die Erde mit Leichen übersät. Unterdessen ist aber der eigene Gegenangriff im Gange. Am rechten Flügel der Einbruchsstelle kommt eine Radfahrschwodron gut voran, und frontal rückt eine Infanteriekompanie immer näher an den Dorfrand heran. Nach zwei Stunden schweigt die Batterie, sind die beiden Kompanien am Dorfrand, bringen sie in das Dorf ein. Und der Regimentsführer meldet der Division, daß die Einbruchs st eile g e s ch lo s s e n und das Dorf Gr. entsetzt ist. Die Division hat als Leitspruch die Worte: „Tapfer und treu." So ist jeder ihrer Soldaten: Tapfer und treu im Leben und bis zum Tode. Denn gar mancher lebt, wenn die Dämmerung sich nach einem solchen heißen Kampftag auf das Schlachtfeld senkt, nicht mehr. Tapfer und treu besiegelt er seinen soldatischen Einsatz mit dem Leben, lieber seinem Grabe leuchtet die Sonne der Frühlingsschlacht, ziehen die Wolken, die Falken und Weihen, donnern die Motoren der deutschen Adler ... Oswald Zenkner. Frontverkürzung vor Sewastopol. Berlin, 15. Juni. (DNB.) Vor Sewastopol wurden von den deutschen Truppen in den harten Kämpfen des Sonntags weitere Geländegewinne erzielt, so daß gegen den in Bunkern und Feldstellungen sich zäh verteidigenden Feind eine Frontverkürzung durchgeführt werden konnte. Gegenangriffe der Bolschewisten gegen die neuen deutschen Stellungen brachen unter hohen Verlusten des Feindes ebenso zusammen wie die verzweifelten Gegenstöße gegen eine b e- herrschende Höhe, deren gesamtes Stellungssystem von einer anderen deutschen Angriffsgruppe genommen wurde. An weiteren ©teilen des Festungsbereiches wurde der Feind trotz heftiger Gegenwehr aus feinen starken Stellungen geworfen. Auch rumänische Stoßgruppen drangen beiderseits einer wichtigen Straße in das feindliche Verteidigungsfystem ein, wo sie mehrere starke Bunker nahmen. Durch schwere und schwerste Artilleriee des Heeres wurden Volltreffer auf Forts und Befestigungswerke erzielt, während Artilleriestörungsfeuer auf Feldstellungen und Nachschubstraßen der Bolschewisten lag. Dabei gelang die Vernichtung einer feindlichen Küstenbatterie. Die schon gemeldete Einnahme des Forts Sta- l i n erfolgte nach tagelanger Beschießung dieses auf beherrschender Höhe gelegenen modernen Be- festigungswerkes durch schwere und schwerste Artillerie des Heeres im Zusammenwirken mit der Luftwaffe. Das Fort erhielt allein an einem Tage vier Volltreffer schwersten Kalibers, wodurch die Hälfte der Bunkergeschütze außer Gefecht gesetzt wurde. Dann wurde das Fort in den frühen Morgenstunden des 13.6. durch niedersächsische Infanterie und rheinheffische Pioniere angegriffen und in erbittertem Nahkampf erstürmt, während die Artillerie andere Befestigungswerke durch schweres Störungsfeuer niederhielt und den Angriffe gegen Flankierungen abschirmte. Am Aefchen Tage, an dem bereits in der Frühe hochsommerliche Temperaturen herrschten, wurden sechs Bunker, ein Flakstand und eine Panzerkuppel durch Volltreffer zerstört. E(n weiteres starkes Fort wurde mit Zerstörungsfeuer belegt, so daß dessen Turm nur noch mit einem Geschütz feuern konnte. Eine weitere Kampfgruppe setzte die ganze Nacht hindurch ihren Angriff entlang einer großen Straße fort und entriß dem Feind um 5 Uhr früh eine wichtige Höhenstellung. Der Kampf um weitere Festungswerke und stark ausgebaute Hügelstellungen ist in vollem Gange. Gegenangriffe gegen die neu gewonnenen Stellungen wurden unter sehr hohen blutigen Verlusten der Bolschewisten abgewiesen. Auch die deutsche Luftwaffe unterstützte mit starken Kräften bie Angriffe des Heeres gegen.die Festungswerke von Sewastopol. Zahlreiche Panzerwerke wurden durch Bombenvolltreffer vernichtet, während Kampf- undSturzkampfflugzeuge die feindliche Artillerie niederhielten. Indische Unabhängigkeits-Konferenz in Bangkok. Ankara, 15. Juni. (Europapreß.) In Bangkok begann unter Teilnahme zahlreicher indischer Delegierter aus allen Ländern die indische Unabhängigkeits-Konferenz, zu der Subhas Chandra Bose ein Telegramm gesandt hatte. Bose sagte darin, daß für Indien nun bald die Zeit des bewaffneten Endkampfes kommen werde. England werde den Krieg verlieren und das britische Empire völlig zerfallen. Die Versammlung, zu der zum ersten Male Teilnehmer der verschiedensten indischen Rassen und Giegesparaden ohne Siege. Von unserer Berliner Schristleitung. Amerikaner,. Engländer und Sowjets: alle drei haben bisher keinen Sieg feiern können. Sie haben sich jetzt den 14. Juni als „T a g d e r v e r b ü n d e - ten Nationen" ausgesucht, um auch einmal eine Siegesparade veranstalten und die Häuser mit Flaggen schmücken zu können. Man muß sich vorstellen, daß so etwas in Deutschland geschähe. Wir haben Siege in Polen, Norwegen, Frankreich, in Jugoslawien, Griechenland, Libyen und auf Kreta und schließlich in der Sowjetunion hinter uns. Aber wie selten ist geflaggt worden. Das deutsche Volk weiß, daß der Führer keinen „Rummel" leiden mag. Wenn ein großer Erfolg errungen ist, bann sollen die Herzen zusammenklingen, dann soll sich das ganze Volk in einer Stunde der Erhebung vereinen und zusammenfinden. Aber Kinkerlitzchen werden nicht feilgeboten. Roosevelt hat diesen „Tag der verbündeten Nationen" durch ein sehr verwässertes und sehr verlängertes „Vater-Unser" gefeiert, das eine einzige heuchlerische Blasphemie ist. „Gott der freien Menschen", so betete er, wir verpfänden unsere Herzen und unsere Leben am heutigen Tag der Sache der ganzen freien Menschheit ... Gib uns einen gemeinsamen Glauben!" Er forderte den Segen für die „Niederwerfung der Tyrannen", ein Ziel, das „noch über seine eigene kurze Lebenszeit hinaus- gehe." Seine „vier Freiheiten der Menschheit" zählt er im übrigen zu den täglichen Bedürfnissen wie „die Luft, der Sonnenschein, das Brot und das Salz". Seine Ueberheblichkeit kommt hier besonders deutlich zum Ausdruck, denn der Kampf, zu dem durch die Reichen dieser Erde die Habenichtse gezwungen wurden, hat eben gerade darin seinen Grund, daß man diesen Habenichtsen nicht nur die vier menschlichen Freiheiten, sondern vor allem Luft, Sonnenschein, Salz und Brot, die elementarsten menschlichen Lebensbedürfnisse vorzuenthalten sucht! Die Wurzel, aus der Haß und Heuchelei unserer Feinde sprießen, ist der selbstgerechte puritanische Geist, in dem sie so sehr befangen sind, daß sie sich als auserwählte Vollstrecker eines göttlichen Willens auf dieser Well betrachten. Aber die Tatsachen sprechen eine andere Sprache. Die Vorsehung hat die Waffen der Habenichtse auf dieser Well, die im tapferen Kampf um das nackte Leben stehen, sichtbar gesegnet. Religionen zusammengekommen sind, begann mit der Willkommensbotschaft des thailändischen Mini- sterpräsidenten. Zum Präsidenten der Konferenz wurde Rash Behari Bose erwählt. Bose erklärte alle wahren indischen Patrioten hätten mit Freude von der Kriegserklärung Japans an die Angloamerikaner und den Erfolgen der japanischen Wehrmacht gehört. Die Inder müßten selbst dazu beitragen, die Achtung ihrer Freunde zu bewahren. Dann wurden Telegramme des japanischen Ministerpräsidenten T o j o und des Außenministers Togo verlesen. Weiterer LlGA.-Kreuzer vor den Midways versenkt. Tokio, 15. Juni. (Europapreß.) Einen weiteren harten Verlust der nordamerikanischen Flotte, die einwandfreie Versenkung eines schweren Kreuzers der San-Franzisko-Klasse während des Seegefechts vor Midway, meldet das japanische Hauptquartier. Außerdem wurde ein nord- amerikanisches U-Boot vernichtet, während die Zahl der in der Schlacht abgeschossenen feindlichen Flugzeuge mit 150 bekanntgegeben wurde. Die 9950-Tonnen-Äreuzer der „San-Franzisko"-Klasse sind mit neun 20,3-cm-Geschützen und acht 12,7-cm- Flakgeschützen bestückt. Sie besitzen zwei Katapulte für Bordflugzeuge und haben eine Geschwindigkeit von 33 Knoten. Ihre Besatzung beträgt 551 Mann. Kleine politische Nachrichten. NSG. Das Amt für Beamte führte eine Tagung seiner Kreisamtsleiter durch. Gauamtsleiter Kremmer behandelte alle vordringlichen Fragen und gab Richtlinien für die Arbeit der kommenden Monate . * In Darmstadt ist der Senatspräsident am Oberlandesgericht Dr. Ludwig Fuchs gestorben. Er war lange Jahre Vorsitzender des Vereins für naturgemäße Lebens- und teilweise. Reichsminister Dr. Frick traf in Posen ein, um den Aufbau der staatlichen Verwaltung im Wartheland kennenzulernen. Der Minister, in dessen Begleitung sich Staatsstkretär Pfundtner befindet, wird einer Arbeitssitzung des ©eneralaufbauftabes beiwohnen und bei feiner Fahrt durch bas Gaugebiet verschiedene Einrichtungen und die neuen Umfieb» lerbörfer besichtigen. Briefe in Bareiros Hand Roman von Anna Elisabet Weirauch Rechte durch Carl Duncker Verlag, Berlin W 35. 8. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Sie nimmt den Bogen, den er ihr zögernd hin- hält, und ihr Blick fällt auf die engbefdjriebenen Seiten. Es ist immer noch ihre Handschrift, und es ist mehr als peinlich, in dieser Handschrift die Worte zu lesen, die ihr da entgegenschreien. Was für lächerlich pathetische Worte in ihrer eigenen Schrift! . wenn der sanfte Wind über meine Stirn geht, dann fühle ich über die Weite des Ozeans deinen Atem mich anwehen, ich mache die Augen zu und bilde mir ein, deinen Herzschlag dicht an dem meinen zu fühlen ... schlägt dein Herz immer noch so heiß und so stark? Und schlägt es nur für mich?" „I gilt, wie schwöqig!" Irmela verzieht die Brauen, gequält und angeekelt. „Nein, das erlaubte ich nicht!" Mit einem empörten Auflachen greift Bareiro nach dem Blatt. „Du darfst den Brief vernichten, das ist dein gutes Recht! Du darfst vergessen, daß du ihn je geschrieben hast, wenn das für deine Seelenruhe besser ist. Aber du darfst dich nicht darüber lustig machen! Das kann ich nicht dulden! Du beleidigst etwas, was mir heilig ist, ein süßes blondes Mädchen, das hier auf diesem selben Platz neben mir gesessen hat, ... und-mich geküßt ..." „Schlimm genug!" sagt Irmela mit einem unfreien Lachen. „Bitte, vergiß es lieber ..." „Du hast es sehr schnell vergessen." Eine Bitterkeit Hingt durch den Ton. „Lies den Brief nur ruhig zu Ende. Er hat mitbeftimmenb auf mein ganzes Leben eingewirkt. Ich habe nie mehr einer Frau Glauben und Vertrauen schenken können." Irmela wendet das Blatt um, sie faßt es mit spitzen Ringern an, als wollte sie nicht in allzu innige Berührung damit kommen. „.. Sag mir, daß ich auf dich warten soll, und ich werde warten. Auch wenn es zehn Jahre dauert oder mehr. Auch wenn ich alt und grau darüber werde. Ich kann doch nie wieder einen anbern Mann so lieben wie dich. Vielleicht, wenn du mich nicht mehr haben willst, dann werde ich heiraten. Aber nicht aus Liebe. Dich werde ich lieben, bis an mein Lebensende." „Schrecklich!" sagt Irmela. „Mein Gott, wie übertrieben! Wie kann man so einen Nonsens schriftlich von sich geben! Du hast sicher sehr gelacht, als du dies Gefasel gelesen hast! Schließlich warst du ja schon erwachsen." „Gelacht? Ich habe es leider bitter ernst genommen, ich wußte nicht, daß du so wenig erwachsen warst. Ich habe es nicht anders als kindisches Gefasel aufgefaßt, sondern als eine große und echte Liebe." „Das war es ja wohl auch." — Irmela legt das Blatt zusammen, mit einem unangenehmen krachenden Geräusch reißt das Papier in ihren Händen entzwei. „Damals." „Jedenfalls war es kein sehr dauerhaftes Gefühl." „Es ist an Unterernährung eingcgangeh!" Das Papier kracht noch einmal, und wieder, und ihr Lachen wird ungezwungener. „Auch das heftigste Feuer erlischt, wenn es keine Nahrung mehr findet. Du hättest dir wenigstens die Mühe geben sollen, einen solchen Brief nicht unbeantwortet zu lassen —" Es ist gut, daß er niemals geantwortet hat. Alles, was geschieht, ist gut und richtig, aber für einen Herzschlag lang ist wieder alles da, dieses unsagbar quälende Warten auf eine Antwort, die grenzenlose Enttäuschung, die verzweifelte Scham, die Angst, daß der Brief nicht in seine Hände gekommen ist, ihr wird so heiß, daß sie den Pelz zurückwirft. „Unbeantwortet?! Diesen Brief unbeantwortet?" Das Erstaunen klingt sehr echt, und in der ungewissen Beleuchtung sieht es sogar aus, als ob er erblaßt, aber vielleicht ist es auch nur der Ausdruck, den er seinen Zügen gibt. „Ist das dein Emst? Hast du nie eine Antwort bekommen? Das hast du vergessen, weil du es vergessen wolltest?" „Bestimmt nicht. Es war mein letzter Brief an dich, sagst du ja. Mein letzter, weil er ohne Antwort geblieben ist!" „Ader das ist doch nicht möglich! Ein solcher Brief kann nicht verloren gehen? Ein Brief wie der, den ich dir damals geschrieben habe — so ausgesucht grausam kann kein Schicksal sein und keine Postverwaltung. Es können doch nicht zwei Menschenleben zerstört werden durch einen verlorenen Brief!" „Aber Ferry!" Irmela fühlt sich durch diesen hef- tigen, wenn auch gedämpften Ausbruch peinlich berührt. „Wenn du wirklich geantwortet hast —" „Natürlich habe ich geantwortet? Beschworen habe ich dich, angefleht, zu warten, bis ich unsere Zukunft gesichert habe! Und nie wieder etwas von dir gehört, verstehst du nun, daß ich mißtrauisch geworden bin gegen alle Gelöbnisse und Versprechungen aus dem Mrmd einer Frau?" „Das ist natürlich sehr unangenehm", Irmela spielt mit den Papierschnitzeln, sucht sie auf den Tisch zusammen und wirft sie in eine leere Aschenschale: „... wenn es sich wirklich so verhält Felsenfest überzeugt ist sie nicht. „Wer es ist ja nun nicht mehr zu ändern, und man weiß bei solchen Zufällen nie, ob es eine Bosheit des Teufels ist oder eine freundliche Einmischung des lieben Gottes." „Für mich das erstere, für dich das letztere", stellte Bareiro mit einem bitteren Lächeln fest. „Du siehst glücklich aus, es freut mich aufrichtig, daß es dir gut geht." „Ich bin' auch sehr dankbar, ich habe den besten Mann der Welt, und zwei süße Kinder ..." Ein zärtliches Aufleuchten huscht über ihre beweglichen Züge. „Und du — bist du nicht verheiratet?" Sie lenkt mit Absicht auf ihn über. Sie hat kein Verlangen, mit chrem Glück, zu prahlen, im Gegenteil, es ist etwas fo Großes und Heiliges, daß man besser nicht darüber spricht. „Nein!" sagt Bareiro schroff. „Mir sind viel« Frauen über den Weg gelaufen, aber nicht die Frau. Oder, was viel schlimmer ist, sie ist mir einmal beaegnet, und ich habe sie verloren. Das ist, wie soll ich es ausdrücken? — wie ein Schuß durch die Flügel. Er hat mich lahm geschlagen. Ich hätte alles erreichen können, mit einem Ziel vor Augen. Man kann nicht arbeiten, wenn man nicht weiß, für wen." „Ach, Ferry!" Irmela legt den Kopf schräg und zieht zweifelnd die Brauen hoch. „Ist das nicht vielleicht ein bißchen Einbildung? Nachttägliche Einbil- düng? Du bist nie ein fanatischer Arbeiter gewesen, und du hast immer sehr viel Phantasie gehabt, und sehr große und schöne Worte, ich glaube, du hältst es für höflich, mir so etwas zu' sagen, aber es macht mir keine Freude, durchaus nicht ..." Sie fängt an, die Papierschnitzel wieder von dem Aschenteller ' aufzusammeln, die Kellnerin fitzt so gelangweilt in ihrer Ecke, vielleicht hat sie "doch soviel müßige Zeit, die Fetzchen wieder aneinanderzulegen. „Ich muß jetzt gehen. Bei uns im Hause herrscht eine fanatische Pünktlichkeit." „Und die anderen Briefe?" fragt er. „Ja — richtig — die anderen Briefe." Eine Se- i künde nagt sie unschlüssig an der Lippe. „Verbrenn ' sie doch einfach, oder ..." Sie ist nicht ganz sicher, daß er sie verbrennen wird, auch wenn er cs ver- ' spricht, und es ist ein recht unangenehmes Gefühl, daß diese unglaublich törichten Worte erhalten bleiben. „Ich habe jetzt solche Eile, kann ich dich nicht armrfen?" „Selbstverständlich. Ich wohne im Baltic. Vormittags erreichst du mich immer." „Schön. Also dann auf Wiedersehen." „Ich hoffe es." (Fortsetzung folgt.) Aus dem Reich Aus der Gta-i Gießen. tete wohlverdienten Beifall. —y— Unsere Lugend im Wettkampf. 10000 Lungen und Mädel beim Bannsportfest in Gießen. wie Anni Trumm (Operetten-Soubrette) und 3oe Eibinger (Tenor-Buffo) vom Deutschen Theater in Wiesbaden. In die Werbung für diese Konzerte schalten sich die Amtsträger der Partei und alle Formationen durch Verteilung und Wiederhereinholen der Wunschzettel ein. Auf den Wunschzetteln sind alle Musikstücke, die das Musikkorps spielt, und alle Lieder und Duette, die die Sänger und Sängerinnen singen, verzeichnet. Auf einem besonderen, anhängenden Zettel kann jeder Volksgenosse oder jede Gemeinschaft Wünsche vermerken, dafür muß der einzelne eine Spende von 3 RM., die Gemeinschaft mindestens eine Spende von 15 RM. zahlen. Nach den eingegangenen Wünschen wird das Programm des Abends zusammengestellt. Die Spender werden im Wunschkonzert bekanntgegeben. Alle eingehenden Spenden kommen dem Kriegshilfswerk des Deutschen Roten Kreuzes zugute. Für die gewaltigen Aufgaben dieser Organisation im Dienste unserer verwundeten und kranken Soldaten sind fortdauernd große Geldmittel erforderlich. Alle Volksgenossen werden für diesen Zweck sicherlich nicht nur gerne spenden, sondern freudig opfern, um auch damit ihren Dank an die Soldaten zum Ausdruck zu bringen, die die Heimat vor den Schrecken des Krieges und vor der Vernichtung durch den Bolschewismus bewahrt haben und heute wie auch in Zukunft schützen werden. Daher werden diese Wünschkonzerte überall in der Bevölkerung starken Widerhall finden und sichtbarer Ausdruck der Einheit von Heimat und Front sein. dische Experiment mit dem Eiersack. Die „Hochzeitsreise mit der Schwiegermutter" und der äußerst aktuelle Scherz mit der Kleiderkarte gefielen besonders den Damen, während die witzige und oer«- blüffende Geschichte mit der Banknote in der Zitrone den ersten Teil des Programms überaus effektvoll beschloß. Nach der Pause erfreute Frascati seine Zuschauer mit einer Reihe sehr wohlgelungener illusionistischer Darbietungen, wie dem aus dem Ei geklopften Kanarienvogel oder der brennenden Kerze in der Brusttasche. Sehr luftig und sehr praktisch ist die Geschichte mit dem leeren Koffer an der Grenzkontrolle: er war wirklich leer und unwahrscheinlich klein, und dennoch kam immer wieder „ein kleines bißchen Seide" daraus zum Vorschein. Die aufregende Sache mit der zertrümmerten Taschenuhr, der sehr hübsche Trick mit den chinesischen Wunderringen und der Scherz mit der verzauberten Papiertüte bildeten den Abschluß des Programms. — Das stark besuchte Haus unterhielt sich erheitert und angeregt und spendete viel M o s e l l a n d und Hessen-Nassau trennten sich in Esch im ersten Fußball-Verqleichskamvf unentschieden 2:2 (1:1), mit einem für Hessen-Nassau schmeichelhaften Ergebnis. Verdunkelungszeit: 16. Juni von 22.47 bis 4.28 Uhr. Kurze (Sportnofigen. Hessen-Nassaus Fechtmeisterschaf- t e n ergaben in Frankfurt a. M. folgende Titelträger: Florett: Adam (FC. Wiesbaden): Säbel: Hans Martin (SA. Frankfurt): Degen: Hans Martin (SA. Frankfurt); Frauen-Florett: Marga Neubauer-Schäfer (TV. Offenbach). einleuchtend entwickelt wird: das vom Obertruppführer konstruierte neue Flugzeugmodell zeigt nach einem Probeflug einen Defekt, der auf einen Konstruktionsfehler schließen läßt. Wider ausdrü^liches Verbot fliegt einer der „Himmelhunde" die heimlich reparierte Maschine im Wettbewerb und erzielt sogar die längste Flugdauer. Nach der Landung erlebt er aber eine heftige Enttäuschung, da sein Sieg nicht gewertet und er wegen grober Disziplinwidrigkeit aus dem Lager ausgeschlossen wird. Es dauert lange, bis der Junge seinen Trotz überwunden hat, zur Einsicht gekommen ist und schließlich bekehrt in den Kreis der Kameraden zurückfindet. Diesen Jungen spielt Erik Schumann in einer psychologisch glaubhaften Entwicklung einfach und gradlinig. Im übrigen stellt der Film schauspielerisch kaum nennenswerte Aufgaben. Von den Einzeldarstellern tun sich unter Roger von Normanns Spielleitung Malte Jaeger als Obertruppführer Kilian und Albert F l o r a t h als väterlich verständnisvoller Werkmeister hervor. Die „Himmelhunde" spielen frisch und unbekümmert sich selber und ihr Leben im Lager auf der Rauhen Alb. — (Terra.) — Im Beiprogramm läuft die neue Wochenschau mit packenden Aufnahmen aus der Vernichtungsschlacht bei Charkow. Hans Thyriot. Oie Heilkräutersammlung. Der Obergefreite Ernst I a n i s ch aus Gießen, Am Kugelberg 2 wohnhaft, wurde für Tapferkeit vor dem Feinde bei den Kämpfen im Osten mit dem Eisernen Kreuz H. Klasse ausgezeichnet. Dem Obergefreiten Heinrich Krieger aus Langsdorf wurde das Eiserne Kreuz II.Klasse verliehen. Er kämpft seit Kriegsbeginn m einem Infanterie-Regiment und hat den Westfeldzug sowie den Feldzug gegen die Sowjets von Anfang an mitgemacht. Oer Zauberkünstler Frascati. Die NS.-Gemeinfchaft „Kraft durch Freude" hatte gestern abend zu einem heiteren und unter- hattsamen Abend mit Frascati ins Theater eingeladen. Frascati, ein eleganter und freundlicher Herr im Frack, erklärte seinen Zuschauern zunächst, er sei kein Zauberer, sondern ein Zauberkünstler: die moderne Magie, mit der er arbeite und von der er sogleich einige Proben geben werde, habe nichts mit okkulten Dingen zu tun, sondern beruhe im wesentlichen auf Fingerfertigkeit und Illusion. Seine besten Helfer, so sagte er, seien seine zehn geschickten Finger und sein Mund, der das Publikum im leichten Plauderton bei leinen Darbietungen unterhielt. (Doch geht es auch, wie Frascati zeigte, ohne die Verführung des gesprochenen Wortes.) Die Vortragsfolge stillte nahezu zwei Stunden und war recht abwechslungsreich und amüsant. Frascati hotte, was insbesondere Ilie männlichen Zuschauer mit neidvoller Bewunderung erfüllte, Zigaretten ohne Raucherkarte aus der Lust: -er zauberte bunte Bällchen aus dem Zigarettenrauch und ein kleines Schaufenster voll masswer Weckeruhren aus dem Zylinder. Er fütterte sich, ein grausiger Anblick, mit Rasierklingen und forderte die scharfen Sachen auf erstaunliche Weise wieder zutage. Er zeigte den Trick mit der zerrissenen Zeitung, wiederholte ihn im Zeitlupentempo und erklärte ihn zu gefälliger Nachahmung. Ueberhaupt bediente sich Frascati mit Vorliebe steundlicher Assistenz aus den Reihen des Publikums, Zoomit alsbald ein lebendiger Kontakt Zwi- schen Bühne und Parkett hergestellt war Es macht immer Spaß, wenn die Besucher mitzaubern dürfen, ob es sich nun um Spielkarten oder um brennende Zigarren handelt, oder auch etwa um die nette Sache mit den bunten Tüchern und dem winzigen Kinderjäckchen: es ging wirklich wie am Schnürchen, das diesmal zu sehen war und rechts und links von zwei Assistenten gehalten wurde. Mit blanken Münzen hantierte Frascati nach dem bewährten Hexeneinmaleins: er zeigte den indischen Seiltrick und erläuterte das ebenfalls in» Jedem Deutschen sind die großen Wunschkonzerte des Rundfunks ein Begriff geworden. Bei manchem wurde der Wunsch rege, sich einmal selbst als Spender oder Zuhörer in ein Wunschkonzert einschalten zu können. Alle diese Wünsche werden in den von .der NSG. „Kraft durch Freude", Kreisdienststelle 'Wetterau, demnächst durchgeführten großen Wunschkonzerte innerhalb unseres Kreisgebietes ihre Erfüllung finden. Das erste dieser Konzerte findet am 20. Juni in Großen-Linden statt. Es folgen Heuchelheim (21. 6.), Butzbach (27.6.), Watzenborn-Steinberg (28.6.), Lollar (4. 7.), Grünberg (5. 7.), Großen-Buseck (11. 7.), Mendorf a. d. Lumda (12. 7.), Friedberg (16. 7.), Laubach (18. 7.), Groß-Karben (19. 7.), Gießen-Wieseck (25. 7.), Ockstadt (26. 7.). Diese zunächst geplanten Wunschkonzerte bilden den Auftakt zu einer Vielzahl, die im Herbst und Winter auch der kleinsten Gemeinde des Kreises derartige Veranstaltungen bringen sollen. Auch für Gießen ist ein großes Wunschkonzert zu erwarten. Bei diesen Konzerten wirken neben einem Musikkorps der Wehrmacht bekannte Kräfte der Theater unseres Gaues mit; so in dem einen Maria Madlen Madsen (Sopran), Theo Herrmann (Tenor), Lya Justus (Soubrette), Emil Seidenspinner (Tenor- Buffo), Herbert Hesse (Bariton) vom Frankfurter Opernhaus; in einem anderen: Erna Maria Müller (Sopran), Franz Fehringer (Tenor) vorn Deutschen Theater in Wiesbaden; in einem anderen: die Sänger des Gießener Theaters Druschel (Bariton), Ecsy (Tenor), Liefe! Schröter-Beckers (Sopran) so- unschkonzerte in unserem Kreis Lm Dienste des Deutschen Roten Kreuzes. nungen zur Gewinnabschöpfung im Handwerk und gab dazu eine Reihe wertvoller Hinweise. Geschäftsführer Heger von der Außenstelle Gießen des Viehwirtschaftsoerbandes sprach dann noch über Markt- und Kontingentierungsfragen bei der Versorgung der Metzgereien mit Schlachtvieh und betonte dabei die Wichtigkeit der Einhaltung aller Kontingentierungsbestimmungen, die bisher von den Jnnungsmitgliedern in befriedigender Weise er- füllt worden seien. Nach Erledigung einiger kleinerer Angelegenheiten der Innung wurde die Versammlung mit dem Gruß an den Führer und unsere siegreiche Wehrmacht geschlossen. X Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 16. Juni. Auf dem heutigen Wochen«- markt kosteten: Markenbutter, V-2 kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 8 bis 10, Kartoffeln, 5 kg 47, Römischkohl, XA kg 15, Blumenkohl, das Stück 30 bis 60, Salat 8 bis 12, Ober- kohlrabi 16, Rettich 10, Radieschen, das Bündel 8 Rpf. ** Theater de r Universitätsstadt Gießen. Das Dramaturgische Büro teilt mit: Die heute zur Erstaufführung kommende Operette „Saison in Salzburg" von Fred Raymond findet unter der musikalischen Leitung des neu nach Gießen verpflichteten Operettenkapellmeisters Egon Bosch statt. Die Inszenierung schyf Franz Payer, die Tanzleitung hat Inge Berg, die Bühnenbilder stammen von Karl Löffler. Mit- wirkende: Elgg, Henzky, Jaenicke, Lange, Schwind; Appel, Bergmann, Bosny, Burchard, Fischer, Heck, Hellmers-Hallwegh, Mayr, Payer, Seitz,Dolck und Kurt Würtenberger als Gast. = In der Goetheschule zu Gießen fand eine Arbeitsbesprechung des Kreissachbearbeiters RfH. (Reichsarbeitsgemeinschaft für Heilpflanzenkunde und Heilpflanzenbeschaffung) mit den Bezirkssam- melstellenleitern des Kreises Gießen statt. Nach ehrendem Gedenken für den leider so früh verstorbenen Lezirkssammelstellenleiter Rektor Jnder- t h a l (Großen-Buseck), dessen Einsatz und Erfolg in der Heilkräutersammlung vorbildlich für den ganzen Kreis Wetterau war, galt eine eingehende Aussprache der Aufbringung des diesjährigen Kreiskontingents, dessen Aufteilung auf die einzelnen Be- zirkssammelstetten erfolgte. 21 Abschnittstagen des NS.-Lehrerbundes, die in Kürze stattfinden, bekommen die Schulen ihre besonderen Aufgaben für das laufende Sammeljahr gestellt. Wie der Kreissachbearbeiter RfH. mitteilte, sind zur Zeit als vordringlich im Kreise Wetterau durch die Schulen zu sammeln: Holunderblüten (Blütentrauben ohne Zweig- und Blatteile), Blütenköpfe der echten Kamille, Brennesselblätter mit Blattstielen, Erdrauchkraut (ohne Wurzelteile), Huflattichblätter ohne Blattstiele, Rainfarnblätter, Spitzwegerichblätter, wilüwachsenhe Stiefmütterchen (gelb und blau getrennt), blühender Waldmeister, Ackerschachtelhalm, Schafgarbenblätter und Schafgarbenblüten. Das später zu sammelnd- Schafgarbenkraut wird von Heuernte. ,Lm schönsten Wiesengrunde" heißt es im Volkslied, und es ist wirklich so. Welch' wundervolles Bild, wenn die schlanken Blättchen an den langen Halmen vom Winde bewegt werden? Ueberall wächst und sproßt es. Don Tag zu Tag ändert sich das Gesicht der Landschaft. Einmal sind die Wiesen goldfarben, dann wieder wie mit Purpur überdeckt. Blumen und Kräuter leuchten aus dem dunklen Grün. Die Bäche sind fast zugewachsen. Goldene Sumpfdotterblumen umsäumen ihre Ufer, Schwertlilien strecken ihre schmalen Blätter in die Luft. — In diesen Tagen nun kommen die Schnitter auf die Wiese. Die Blumen und Gräser fallen. Die Heuernte beginnt. Wenn wir abends durch die Wiesengründe gehen, strömt uns der Duft des Heues entgegen. Was gestern noch blühte und duftete, das liegt nun matt auf der Erde. Ein paar Tage mit Sonnenschein, dann wird das Heu eingefahren. In den Tälern, auf den Wiesen am Waldesrand herrscht reges Leben und Treiben. Da wird gewendet, das halbtrockene Heu auf Kegel gefetzt, und dort stehen die hoch beladenen Wagen, Es ist so, wie es immer war. Der Rechen, tut seine Schuldigkeit. Die Kinder können viel helfen, und sie tun es gern. Es ist eine leichte Arbeit. Sind die Gräser gewendet, dann kommt die Ruhepause am Bach, im Schatten der Erlen. Die Mutter hat den Kaffee gebracht. Wie schmeckt es da draußen nach getaner Arbeit! Das Schönste freilich kommt erst an dem Tage, an dem die Kleinen auf dem hohen Heu- wagen sitzen und auf die Leute herabschauen können. Nun singen und jauchzen sie droben im Heu und ducken sich ängstlich, wenn der Wagen die Aeste der am Wegs stehenden Bäume streift. In der Scheuer aber sind sie wieder tüchtig bei der Arbeit und helfen das duftende Heu eintrampeln ... Nur kurze Zeit sind die Wiesen kahl. Dann sproßt wieder neues Grün hervor, auch Blumen kommen wieder. Aber die erste Pracht erscheint nicht mehr. Es geht abwärts. Bald wird auch das Getreide geerntet werden. h. Kür Tapferkeit vor Sem ßemüe. Während bei der Hiller-Jugend die Ausbildung auf vormilitärischem und geländesportlichem Gebiet stark in Erscheinung tritt, nimmt auch die körperliche Ertüchtigung einen großen Raum in der Arbeit der Hitler-Jugend und des Deutschen Jungvolks ein. Desgleichen wird bei den Mädels des BDM., des BDM.-Werks und der IM. großer Wert auf eine allgemeine Grundschule zur sportlichen Durchbildung auf breitester Grundlage gelegt. Der Grundschule ist die Erreichung der Bedingungen des Leistungsabzeichens als Ziel gesetzt. Das Leistungsabzeichen des Jungvolks und die verschiedenen Stu- feii des HJ.-Leistungsabzeichens haben an jede Altersstufe gewisse Mindestanforderungen in der sportlichen Leistungsfähigkeit gestellt, die auch durch die zielbewußte sportliche Grundausbildung in den Einheiten des Bannes Gießen (116) zum großen Teil bereits erreicht wurden. Ausdruck dieser sportlichen Breitenarbeit in den Einheiten waren am 30. und 31. Mai einheitlich im ganzen Deutschen Reich die Reichssportwettkämpfe der Hiller-Jugend. Die Probe der Grundschule und des Leistungssportes ist jedoch in jedem Jahr das Bannsportfest, an dem die Bannmeisterschaften in sämtlichen Disziplinen ausgetragen werden. Darüber hinaus soll in diesem Jahr das Bannsportfest nicht nur einen Höhepunkt auf sportlichem Gebiet bilden, sondern die einheitliche Ausrichtung und den allgemein hohen Leistungsstand des Bannes Gießen (116) beweisen. Dies wird schon darin zum Ausdruck gebracht, daß am diesjährigen Lannsportfest nicht nur unsere Sportler in Erscheinung treten, sondern daß am Sonntag, 21. Juni, der Bann 116 geschlossen zu einer Jugend-Großkundgebung auf Oswaldsgarten und einem Vorbeimarsch an der Ludwigs-Universität antritt, während der K.-Ge- bietsführer bzw. der K.-Stabsleiter des Gebietes Hessen-Nassau (13) den Veranstaltungen beiwohnen wird. 10 000 Jungen und Mädel werben am Sonntag gemeinsam ihr Bekenntnis zu ihrem Führer oblegen, dessen Namen sie tragen dürfen. Oie Preisträger im Berliner Höflichkeitswettbewerb. Der Gauleiter des Gaues Berlin der NSDAP., Reichsminister Dr. Goebbels, nahm in den Räumen seines Ministeriums die Verteilung der P r e i s e an die 40 Berlinerinnen und Berliner vor, die aus dem mit großem Erfolg in der Reichshauptstadt durchgeführten Höflichkeitswettbewerb als preisgekrönte Sieger hervorgeaangen sind. Es handelt sich um Angehörige aller Altersund Berufsgruppen, Schaffner und Kellner, Beamte und Angestellte von Reichsbahn, Reichspost und BVG., Polizeibeamte, Verkäufer und Verkäuferinnen, die sich in ihrer Tagesarbeit als die höflichsten und zuvorkommendsten Schaffenden Berlins erwiesen haben und durch das Publikum selbst zu den höflichsten Einwohnern der Reichshauptstadt ernannt worden sind. Gau »Bayreuths. Der Führer hat verfügt, daß der Gau „B a ye- rische Ostmark" die Bezeichnung „G-au Bayreuth" der NSDAP, führt. Gauleiter W ä ch t- I er sprach in Regensburg vor dem Führerkorps der Partei über die Geschichte des Gaues. Als ehemaliger Grenzgau — im Vordergrund des Grenzlandkampfes stehend — liegt der Gau Bayreuth inmitten des Großdeutschen Reiches. Mit der Namensänderung wird zugleich zum Ausdruck gebracht, daß der Gau Träger einer hohen Kultur ist; denn mit Bayreuth sind die Namen großer Männer der Kunst, Kultur, Musik und Architektur verbunden. Diese Tradition wird der Gau in Zukunft in besonderem Maße pflegen. Landkreis Gießen. cv> Langsdorf, 16. Juni. Heute vollendet Frau Eleonore Fay W w. ihr 7 0. Leben s- fahr in voller geistiger und körperlicher Frische. Die Jubilarin, die mit dem aus Att-LangSdorfer Blute stammenden Postbeamten Friedrich Fay verheiratet war, ist seit Jahrzehnten verwitwet. Im jetzigen Kriege verlor sie ihren Sohn Fritz, der als Lehrer in Klein-Linden stand und vor zwei Jahren beim Feldzug in Frankreich beim Uebergang über die Aisne als Leutnant fiel. Der Jubilarin gelten unsere besten Wünsche für ihren weiteren Lebensabend. s. Lang-Göns, 16.Juni. Unser ältester Mitbürger, Konrad Johannes B ruckel, Schmittgrabenftraße, kann am 18. Juni in voller geistiger und körperlicher Frische seinen 8 5. Geburtstag begehen. Der alte Herr ist noch sehr rüstig und hilft in der Landwirtschaft tüchtig mit. Wir wünschen ihm viel Glück und einen gesegneten Lebensabend. an der Tagung teil. Obermeister Pirr gedachte zunächst unserer siegreichen Wehrmacht und betonte dabei die Verpflichtung der Heimat, allezeit in treuer Opfer- und Einsatzbereitschaft unserer Soldaten würdig zu sein. Das Metzgergewerbe habe jederzeit im Geiste der Front seine Pflicht erfüllt und werde auch künftig- hin in dieser Weise seinen 2hifgabeh nachkommen. Weiterhin gedachte der Redner der fÜL Deutschlands Freiheit und Größe gefallenen Soldaren mit herzlichen Worten. Er gab sodann verschiedene Anordnungen bekannt, bie, für das Metzgergewerbe sehr wichtig sind und gewissenschaft erfüllt werden müssen; ferner dankte er namens der Innung den Meisterfrauen und den im Geschäft mitarbeitenden Familienangehörigen sowie den Gefolgschaftsmitgliedern für ihre oft bewiesene Tatbereitschaft. Hierauf erstattete er den Jahresbericht für 1941, anschließend gab Geschäftsführer Schneider den Haushaltsplan für 1942 bekannt, die beide einhellige Zustimmung fanden. Sodann berichtete Obermeister Pirr in großen Zügen über die Entwicklung der Genossenschaft für Häute- und Fettverwertung, während Geschäftsführer Jacobi über die verschiedenen Ab gab e- pflichten der Metzger an Schlachtgefällen an die Genossenschaft sprach und neuere Bestimmungen erläuterte. Prüfungsmeister Vogt berichtete über die Gesellenprüfungen und die neuerdings eingeführten Zwischenprüfungen der Lehrlinge im ersten und zweiten Lehrjahr. Obermeister Pirr dankte der Prüfungskommission für ihre Mühewaltung, insbesondere auch dem freiwillig, von seinem Amt in der Prüfungskommission zurückgetretenen Kameraden M ö h l sen. für seine langjährige vorbildliche Mitarbeit. Die Innung werde weiterhin bemüht sein, wie bisher die sorgfältige Ausbildung der Lehrlinge in weitestem Maße durchzuführen. Geschäftsführer Schneider sprach hieraus an Stelle des verhinderten Geschäftsführers Sauer von der Vereinigten Jnnungskrankenkasse Stadt- und Landkreis Gießen über die Neuregelung der Sozial- beiträge durch die zweite Lohnabzugsverordnung vom 24. April 1942, zu der noch nähere Ausführungsbestimmungen erlassen werden. Ferner berich- er in aufschlußreicher Weise über die Anord- Lichtspielhaus: „Himmelhunde". Ein Segelflieger-Film aus einem HJ.-Lager auf der Rauhen Alb. Das Drehbuch schrieb Philippi Lothar M a y r i n g nach einer Idee von Hanns Fifcher-Gerhold und Hans Heise. Die Aufnahmen wirken in der ersten Hälfte des Streifens wie Bilder aus einem Kultur- oder Lehrfilm vom Segelfliegen bei der Hitler-Jugend: schöne, malerische Bilder von großer räumlicher Weite und lebendiger Anschaulichkeit, eine lohnende Aufgabe für den begabten Kameramann Herbert Körner. Der Betrieb im Lager mit Modellbau und Flugwettbewerb, mit Lagerzauber und Laienspiel wird, unter Mitwirkung eines starken Aufgebotes frischer Buben in Sonne und Wind, nach der Natur geschildert. Dies alles ergibt allerdings, vorn Spielfilm aus gesehen, mehr Zuständlichkeit als Handlung; die erhält erst Antrieb und- Auftrieb durch die Einführung eines persönlichen Konfliktes, der sich aus dem Zusammenprall der Grundbegriffe Disziplin und Kameradschaft ergibt und an einem Einzelfall Schon am Abend vorher versammeln sich Abordnungen der Hiller-Jugend des Standortes Gießen im Reservelazarett III, um gemeinsam mit der Bannspielschar den dort liegenden Verwundeten den Dank der Heimat und insbesondere der Jugend abzustatten. Zu ben Endkämpfen um die Bannmeisterschaft, die am Sonntag ab 13 Uhr auf dem Universitäts- Sportplatz stattfinden, kann jetzt schon gesagt werden, daß sie — den bisher vorttegenden Meldungen nach zu urteilen — sehr erfolgreich und spannend zu werden versprechen. Im übrigen kann jetzt schon gesagt werden, daß im Mittelpunkt der Endkämpfe am Sonntag ein großes Handballspiels der Bann- auswahlmannschast gegen den Luftwaffensportverein Gießen stehen wird. Daneben werden noch Vorführungen der Flieger-, Marine- und Motor-HI. durchgeführt. Näheres hierüber heute schon zu sagen, wäre etwas verfrüht. Das Programm wird in der nächsten Ausgabe erscheinen, damit sich jeder Gießener und alle Eltern der Jungen und Mädel den 21. Juni freihalten können, um den größten Veranstaltungen der Hitler-Jugend des Bannes Gießen (116) der letzten Jahre beizuwohnen. H. Bor uns (Steg und Freiheit. Dr.Goebbels sprach zum politischen Führerkorps des Gaues Berlin. Gauleiter Reichsminister Dr. Goebbels sprach zu den Kreis- und Ortsgruppenlettern des Gaues Berlin auf einer Arbeitstagung im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda. Unsere Aussichten für den weiteren Verlauf des Krieges, so sagte er, seien günstiger denn je. Daß sich aus dem dritten Kriegsjahr manche Probleme besonderer Art ergäben, sei selbstverständlich; wir besäßen aber in unserem nationalen Kräfte-Reservoir noch so unerschöpfliche Energien, daß wir ganz ohne Zweifel alle nur denkbaren Schwierigkeiten meistern würden. Als außerordentlich wertvoll habe sich erwiesen, daß das deutsche Volk dem Kriege von Anbeginn an einer gleichmäßigen, durchaus realistischen Stimmung gegenübertrat. Es gebe heute niemanden in Deutschland, der nicht die Folgen der Möglichkeit eines verlorenen Krieges auch für sich selbst klar übersehen könne. Das ganze Volk wisse deshalb, daß dieses Ringen gewonnen werden müsse; es wisse aber auch, daß uns der Sieg bei Einsatz aller Kräfte nicht mehr zu nehmen sei. Wir unterschätzten die Aufgaben keineswegs, die noch vor uns stünden; das deutsche Volk sei aber bereit und gewillt, alle Opfer zu tragen, die zur Erreichung des Sieges notwendig seien. So werde sich die deutsche Moral auch durch Luftangriffe nicht erschüttern lassen, die Herr Churchill unter dem Druck seines bvlschewisti- schen Verbündeten durchführen lasse. In dem Schicksalskampf, ben unser Volk führe, seien hinter uns alle Brücken abgebrannt. Keiner denke auch nur noch an ein Zurück. Dor uns aber liege der Sieg und die Freiheit. den Bezirkssammelstellen nur dann abgenommen, wenn vorher auch entsprechende Mengen von Blättern und Blüten dieser Droge zur 2lblieferung gelangt sind. Lahrestagung der Metzger. Die Fleischer-Innung für Stadt und Kreis Gießen hielt am gestrigen Montagnachmittag unter Leitung des Obermeisters Pirr ihre Jahreshauptversammlung im „Burghof" ab. Als Gäste nahmen der Leiter der Außenstelle Gießen des Viehwirtschaftsverbandes, Geschäftsführer Heger, und Geschäftsführer Jacobi von der Abteilung Gießen der Genossenschaft für Häute- und Fettoerwertung Aus dem Reiche der Frau. /* / SZv ' / U Brotmehl. Seit ter letzten Zuteilung hat sich unsere Brotkarte verändert. Sämtliche Abschnitte tragen ein dickes R in der Ecke. Von diesen R-Marken kann man je Zuteilungsperiode für 1000 g Brot 750 g Roagenmehl, Vollkornschrot oder Brotmehl beziehen. Vollkornschrot und Roggenmehl sind inzwischen feststehende Begriffe geworden. Was aber ist Brotmehl? Man unterscheidet Weizen- und Roggenbrotmehl. Beide Sorten sind von ziemlich dunkler Farbe, das Weizenbrotmehl bat einen leicht rötlichen Schimmer. Geschmack und Bindefähigkeit des Brot- mehles sind gut, allerdings nicht ganz so gut wie bei helleren Weizenmehltypen. Wie verarbeiten wir nun das Brotmehl? Für Suppen rechnet man 20 g Fett, 40 g Mehl, 1 */< Liter Flüssigkeit. Für Tunken 20 g Fett, 40 g Mehl, Liter Flüssigkeit. Aber auch zu verschiedenen anderen Gerichten läßt sich das Brotmehl gut verwenden. Wir geben hier einige Rezepte: Klöße, y» Liter Milch oder halb Milch, halb Wasser, 100 g Grieß, 150 g Brotmehl, etwa 1 Eßlöffel Eiaustauschmittel, Salz. In die kochende Flüssigkeit wird Grieß und Brotmehl gerührt, die man miteinander vermischt hat, und läßt aufquellen. Der Teig muß sich vom Topf lösen. Nach dem Abkühlen gibt man Eiaustauschmittel hinzu, schmeckt mit Salz ab und formt Klöße, die man in kochendem Salzwasser ziehen läßt. Einfacher Hefekuchen. 250 g Brotmehl, 20 g Hefe, 50 g Zucker, % Liter Milch oder Wasser, evtl Zitronenschale, Salz, 30 g Fett. Das Brotmehl wird in eine Schüssel gesiebt und nach allen Seiten etwas hochgestrichen, so daß in der Mitte eine Vertiefung entsteht. Die Hefe löst man mit etwas Zucker und lauwarmer Milch auf und vermischt sie mit einem Teil des Brotmehls. Man läßt das Hefestück etwa 10 Minuten'an warmer Stelle gehen und gibt dann abgeriebene Zitronenschale, Salz, das zerlassene, nicht zu heiße Fett, den Rest Zucker und Flüssigkeit dazu und verarbeitet alles mit dem Mehl zusammen zu einem geschmeidigen Teig, den man so lange schlägt, bis er Blasen wirft. Man läßt ihn noch einmal gehen, knetet ihn leicht durch und füllt ihn in eine gefettete Kastenform. Er muß noch einmal kurz gehen, dann wird er bei guter Mittelhitze gebacken. Armblätter. Armblätter sind heute ein rarer Artikel. Es gilt also, sich mit eigenen Mitteln zu helfen. Schadhafte Armblätter werden lauwarm gewaschen. Nach dem Trocknen trennt man auf jeder Seite etwa 2 cm der Randnaht auf, um die Gummieinlage zu entfernen. Mit einem in Drogerien käuflichen Imprägnierungsmittel werden die Armblätter getränkt und nach dem Trocknen nicht zu heiß gebügelt. Imprägnierungsmittel kann man sich auch selbst mit Wasserstoffsuperoxyd oder essigsaurer Tonerde hersttllen. (Bei der Lösung aus essigsaurer Tonerde nimmt man ein Verhältnis von 1 zu 10.) Es empfiehlt sich, jedesmal mehrere Paar Armblätter zu präparieren, um die Jmprägnierungslösung gut auszunutzen. Die so wieder hergestellten Armblätter sind im Tragen angenehmer als Gummiblätter, weil sie luftdurchlässig sind. Das selbstgenähte Aermelblatt hat den Vorteil, daß es koch- und waschbar ist, und daß es keinen Geruch annimmt, wie z. B. Armblätter aus Gummi ihn nach einigen Tagen, selbst bei schwacher Ausdünstung der Haut zeigen. Als Stoff kann jeder weiße oder'farbige Waschstoff, sofern er weich ist und sich kochen läßt, verwendet werden. Man kann dazu auch gebrauchten Stoff von Bett- oder Tischwäsche nehmen. Es ist vorteilhaft, sich gleich einen größeren Vorrat herzustellen. Man schneidet für jedes Blatt zwei Stofflagen und eine Einlage aus dem gleichen oder anderen (stoff zu. Die Einlage wird ohne Nahtzugabe zugeschnitten und durch ein paar senkrechte oder waagrechte Stepplinien mit einer Stofflage verbunden, damit sie nicht rutschen kann. Dann legt man beche Stofflagen rechts auf rechts aufeinander und steppt die Ränder bis auf einen kleinen Schlitz, den man zum Wenden offen läßt, aufeinander. Nun wendet man das Blatt, schlägt die Schlitzränder gegeneinander ein und steppt das Schutzblatt rings 'knappkantig ab. Beim doppelten Armblatt wird der Jnnenrundunq noch ein zweites gleich großes Teil angefügt. Je nach Kleid und Bedarf nimmt man ein ^einfaches oder ein doppeltes Schutzblatt. Schließlich werden die Armblätter noch imprägniert. Man stellt verdünnte Lösungen, wie obenerwähnt, her, läßt die angefeuchteten Schutzblätter ein Weilchen in der Feuchtigkeit liegen, drückt sie fest aus und plättet sie halbfeucht trocken. Auf diese Weise haben wir die brauchbarsten Armblätter ohne viel Kosten und Mühe. Sporflecken. Sporflecken in der Wäsche kommen meistens davon, daß die Wäsche in feuchtem Zustand, zusammengepreßt in einem luftundurchlässigen Behältnis, aufbewahrt wird. Da ist in der Küche ein schmutziges Handtuch. Eben ist damit noch Geschirr abgetrocknet worden. Nun soll es zur schmutzigen Wäsche. Ohne Ueberlegung wird es zwischen die andere Wäsche gestopft. Hier aber kann das Tuch nicht trocknen, weil es von der Luft abgeschlossen ist. Es fängt zu modern an; die erstickte Nässe verwandelt sich in viele kleine, schwarze Punkte. Das sind Sporflecken! Der beste Aufbewahrungsort für schmutzige Wäsche ist ein luftiger Raum. Hier wird ein Seil gespannt und die Wäsche darüber gehängt. Feuchte Stellen können dann trocknen, und da Verschwitztes und Schmutziges auch schlechten Geruch entwickelt, tüchtig auslüften. Wer einen solchen Raum nicht besitzt, kann seine gebrauchte Wäsche auch in einem großen Korb oder der Wäschetruhe sammeln, die aber auf keinen Fall mit Stoff ausgefüttert sein dürfen. Die einzelnen Stücke werden aufgelockert und ausgeschüttelt, so daß überall Luft heran kann. Bei gebügelter, aber nicht ganz trocken gedügeltet Wäsche besteht auch die Gefahr, daß Sporflecken entstehen, wenn sie gleich in den Schrank geräumt wird. Bis sie vollständig durchgetrocknet ist, lege man sie auf die Heizung oder an die Sonne. Rezepte. Sauerampfersuppe. 250 g Sauerampfer, 20 g Fett, Zwiebel oder Lauch, 40 g Mehl, 1 Liter Wasser oder Gemüsebrühe, Liter Milch oder Buttermilch, Salz. Von dem seingehackten Sauerampfer werden 73 in dem Fett mit der Zwiebel angedünstet. Dann gibt man das Mehl dazu, läßt dieses durchschwitzen uckd füllt mit der Flüssigkeit auf. Zum Schluß quirlt man die Buttermilch daran, schmeckt mit Salz ab und gibt den rohen Sauerampfer hinzu. S ch r o t s u p p e. I1/« Liter Milch oder halb Milch, halb Wasser, 80 g Schrot, Salz. Das Weizenvollkornschrot wird mit einem Teil der Milch angerührt, in die übrige kochende Milch gegeben und gargekocht. Man muß öfter umrühren, damit die Suppe nicht anbrennt. Man schmeckt mit Salz ab. - Rhabarberpastete. 500 g Rhabarber, 150 g Zucker. Für den Teig: 150 g Mehl, 75 g Zucker, etwas Fett, 1 Ei oder Eiaustauschmittel, Salz. Der gewaschene Rhabarber wird ungeschält in Stücke geschnitten, mit dem Zucker bestreut und in eine gefettete Auflaufform gegeben. Zu der Teigdecke siebt man das Mehl auf ein Brett, macht in der Mitte eine Vertiefung und gibt Zucker, Salz, Ei oder Eiaustauschmittel und ein wenig Wasser hinein. Das Fett setzt man in Flöckchen auf den Rand und verarbeitet alles von der Mitte aus schnell zu einem Einfarbig oder gemu* stert ist das leichte Seidenmaterial der beiden eleganten Sommerkleider. Das erbsengrüne La« vablekleid links ist schräg« geschnitten, — es hat zu enganliegendem Mieder» teil eine eingelesene Kimonobluse (die im Rücken geknöpft wird) und einen vorne gelesenen Rock mit angeschnittenen, großen Schluppentaschen. Ein^ schmale Blende aus dem Grundmaterial dient als Gürtel. Aus blaugrauem Lavable ist das Kleid rechts mit dem altrosa Blumengesteck im gezogenen Stoffgürtel. Die eingelesenen Aermelteile sind der ebenfalls gelesenen Bluse angeschnitten und der flachen Schulterpasse (die rückwärts geknöpft wird) angesetzt. Auch das Rockvorderteil ist ftar£ eingelesen. H. glatten Teig, den man eine Weile kühl stehenlaßt, ehe. man ihn ausrollt. Man legt die Teigdecke über den Rhabarber, bestreicht sie mit etwas Milch, versieht sie mit einigen Einschnitten, damit der Dampf des Rhabarbers entweichen kann, und bäckt dis Pastete zu hellbrauner Farbe. Marmeladen st rüde l. 200 g Mehl, 200 g Kartoffeln, Backpulver, 40 g Fett, 1 Ei, Marmelade zum Füllen. Das mit dem Backpulver vermischte und gesiebte Mehl wird mit den abgezogenen, geriebenen Kartoffeln vermischt. In die Mitte macht man eine Vertiefung, legt das Fett auf den Rand und gibt in die Mitte das Ei. Man verarbeitet alles zu einem geschmeidigen Teig, den man ausrollt, mit Marmelade bestreicht, zu einer Rolle aufrollt und bei Mittelhitze bäckt. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter de« Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und Silber: Dr. Fr. W. Lange; für bad Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stabt Gießen, Provinz, Wirtschaft unb Sport: Ernst Blumschein. Druck unb Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange K. G. Berlagsleiter: Dr.-Irig. Erich Hamann: Anzeigenleiter: Hans Beck. Anzeigenpreisliste Nr. 6. Am 12. Mai starb den Heldentod vor dem Feinde unser einzig geliebtes Kind, unser Sonnenschein, unsere Freude" und unser ganzes Glück Gerichtsassessor Dr. Otto Knetsch Leutnant u. Komp.-Führer in ein. Inf.-Regt. Inh. des E. K. I und II, des Verdienstkreuzes mit Schwertern, des Sturmabzeichens u. des Sudetengauabzeichens im Alter von 28 Jahren. Sein Leben war Liebe und Fürsorge für uns und seine Mitmenschen. In diesen schweren Tagen des Schmerzes und der Trauer wurde uns durch Wort und Schrift so überaps große Anteilnahme und Mitgefühl entgegengebracht, daß wir allen hiermit herzlichen Dank sagen. Auch allen denen, die in stiller Zurückhaltung unserer gedenken, sagen wir herzlichen Danl>. In tiefer stiller Trauer: Otto Knetsch und Frau. Gießen (Glaubrechtstraße 8), im Juni 1942. 02875 Ein sanfter Tod erlöste am 15. Juni meinen lieben Mann, meinen lieben Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Rudolf Berk, Stabszahlmeister a. D. Inh. des E. K. II und anderer Orden im 54. Lebensjahre von seinem langen qualvollen Leiden. In tiefer Trauer: Dore Berk, geb. Sachs zugleich im Namen aller Angehörigen. Gießen (Stephanstr. 41 II), Siedenburg/Hann., Philadelphia, Marburg/L., Langenfeld/Rhld. I Trauerfeier am Mittwoch, 17. Juni, nach mitt. I 2% I hr. in der Kapelle des Neuen Friedhofs. I _________________________________________02888 ■ Nach einem arbeitsreichen Leben entschlief heute mein lieber und treusorgender Mann, unser guter Vater und Pflegevater, Schwiegervater und Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Anton Swiniarski Rcichsbahnoberschaffner i. R. im 69. Lebensjahre. Katharina Swiniarski, geb. Spitz im Namen aller Angehörigen. Gießen (Asterweg 76), Frankfurt a. M., Saarburg (Bez. Trier), den 12. Juni 1942. Die Beerdigung findet Donnerstag, 18. Juni, um 14 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. 02878 Am 13. Juni starb^plötzlich und unerwartet mein lieber, guter Mann und Vater, Schwie- vater, Großvater, Bruder, Schwager u. Onkel Wilhelm Volk Reichsbahnladeschaffner im 56. Lebensjahr. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Emma Volk, geb. Gilbert; Hubert Stinn und Frau Anni, geb. Volk, und 1 Enkelkind. Gießen, den 16. Juni 1942. Beerdigung: Mittwoch, 17. Juni, um 14 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus. Beileidsbesuche dankend verbeten. 02866 Unsere liebe, stets treubesorgte Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter. Schwägerin und Tante ( Marie Kirstein, Witwe geb. Jakobi ist nach einem arbeitsreichen Leben im Alter von 82 Jahren zur ewigen Ruhe heimgegangen. In stiller Trauer: Wilhelm Kirstein. Wetzlar, Gießen, am 14. Juni 1942. Wlgandstra6e 7 Die Einäscherung findet in Wetzlar, die Beisetzung auf dem Neuen Friedhof in Gießen in aller Stille statt. •02873 Bekanntmachung. Oeffentliche Mahnung. Folgende Rückstände rvtzrden hiermit zur umgehenden Zahlung gemahnt, andernfalls ein Säumniszuschlag berechnet und die Beitreibung eingeleitet werden mutz: 1. Grundsteuervorauszahlung 1942 .. 3. Rate, 2. Hundesteuer 1942 .............. 1. Rate. Gietzen, den 15. Juni 1942. sioosG GIESSENER KONZERTRING 1941/42 (Arbeitsgemeinschaft NSG. „Kraft durch Freude“, Konzertverein, Theater) Donnerstag, 25. Juni, 20.00 Uhr, in dejr Neuen Aula der Universität 11. Konzert (Gruppe A Nr. 6) KLAVIERKONZERT mit GISELA SOTT JOH. SEB. BACH: Präludium und Fuge, cis-moll Präludium und Fuge, Cis-dur Choralvorspiel: „Ich ruf’ zu Dir, Herr“ Präludium und Fuge, D-dur FRANZ SCHUBERT: Sonate B-dur, op. posth. CHOPIN: Nocturno Des-dur, op. 27 Sonate h-moll, op. 58 Eintritt: RM. 3.50, 2.75, 2 — und 1.50 Eine Soße darf man nie zu lange kochen, da sie sonst einschmort und es wäre schade um jeden Tropfen. Kochen Sie nach unserem Rezepts den KNORR - Soßenwurfei fein zerdrücken, mit etwas Wasser glattrühren, ’/< Liter Wasser beifügen und unter Umrühren 3 Minuten kochen. Der Oberbürgermeister (Stadtkasse). ■Märzen alle lästig. Haare Leberflecken Pickel, Sommer- spross. usw. entf. u. Gar.lür immer Fran B. Gulden seit1935Fr.W.Henkel Am Biegelpfad 32. Svrechstund.jetzt Mittwochs,Gießen S-17 Uhr dnrehg. hunger Mann, 34 3. alt, sucht d. Bekanntschaft eines Mädchens oder Witwe mit Kind, im Alter von 35-37,Jahr, zwecks spaterer Heirat. Verschwiegenheit zugesichert. 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