192. Jahrgang Nr. U3 Erscheint täglich, nutzer Sonntags und feiertags Beilagen: Gietzener ^amilienblätter Heimat inrBildDieScholle Bezugspreis: Monatlich.....RM.1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Kernsvreckanschluß 2251 Drahtanschrift: „Anzeiger" Postscheck 11686 Frankf./M. Samstag, 16./Somttag, 17. Mai 1942 jflMy f * ▲W' d Samstag, 16. Gietzener Anzeiger Annahme von Anzeige» für die Mittagsnummer, bis 8*/i Uhr desVormittagS Ameigen-Breise: Anzeigenteil 7 Rvf. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Textteil 50 Rvf. je mm bei 70 mm Zeilenbrerte Nachlässe: Wiederholung MalstaffeH AbschlüneMengenstaffelS Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/.mehr vrühlsche UniverfitStrdruckerrl B. Lmrge General-Anzeiger für Oberhessen Stehen, Schulstrahe 7-9 Unmittelbar vor Kertsch. Der Wehrmachibencht. DAR. Aus dem Aührerhaupkquartier. 15. 2Hal Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Auf der Krim stehen die deutsch-rumänischen Verfolgungskolonnen unmittelbar vor Kertsch, nachdem sie feindlichen Widerstand auf den höhen vor dieser Stadt gebrochen haben' Die Kämpfe im Abschnitt von Charkow dauern an. In ihrem Verlaufe wurden bisher 14 5 feindliche Panzer abgeschofsen. Starke Kampf- und Sturzkampfverbände zerschlugen Panzeransammlungen, Artilleriestellungen und Nachschubkolonnen der Sowjets. Wtodfllawt <31 % / ASOWSCHES MEER •larfofka0 JrofebchyM 'rylar »Usunlar Kaschichg - - Z- Iakyl‘ An der Wolchow-Front wurde eine Kräftegruppe des Feindes in mehrtägigen Kämpfen durch Verbände des Heeres und der Waffen-^ einge- fchloffen und vernichtet, hierbei verloren die Sowjets 1 00 0 Gefangene, mehr als 3500 Tote, 6 Panzer, 119 Granatwerfer, 2 02 Wa- fchinengewehre und zahlreiches anderes Kriegsmaterial. Deutsche und ungarische Truppen sowie Polizeiverbände haben in den letzten Tagen im rückwärtigen Gebiet mehrere stark bewaffnete bolfchewistifche Banden angegriffen und aufgerieben. Eine an der L i s m e e r k ü st e gelandete sow- jetrufsische Marinebrigade wurde in mehrtägigen harten Kämpfen trotz starker Schneestürme zerschlagen und zum Rückzug über das Meer gezwungen. Der Gegner Uetz über 2000 Tote und eine große Anzahl leichter und schwerer Waffen zurück. An der O st f r o n t wurden gestern 6 5 feindliche Flugzeuge vernichtet. Auf Malta wurden Flugstützpunkte und andere militärische Ziele wirksam mit Bomben schweren Kalibers belegt Deutsche und italienische Jäger schossen über der Insel 8 britische Jagdflugzeuge ab. Im Kampf gegen ein amerikanisches Ge- schwader hat die deutsche Luftwaffe gestern zwischen Nordkap und Spitzbergen einen Kreuzer der „Pensacola' -Klasse von 9100 Tonnen, sowie einen Zerstörer versenkt Ferner wurden ein Eisbrecher von 3000 BRT. und ein Handelsschiff von 2000 BRT. vernichtet. Lin Frachter von 10 000 BRT. wurde so schwer getroffen, daß er vom Bug bis zum Heck brannte. Außerdem vernichteten tieffliegenöe leichte deutsche Kampfflugzeuge in den gestrigen Abendstunden ungeachtet der Ballonsperren und des heftigen Flakfeuers in einem Hafen der englischen Süd- küfte vier Handelsschiffe mit zusammen 7500 BRT. Die Sturmgeschühabteilung 2 4 4 hat bei den Kämpfen im 0 ft en am 14. Mai 3 6 feindliche Panzer vernichtet Von diesen Panzern hat der Oberfeldwebel Banse allein 13 abgeschossen. In den gestrigen Luftkämpfen an der O st s r o n t errang Leutnant Graf feinen 98. bis 104., Leutnant Dickfeld feinen 82. bis 90. Luftsieg. Die Kämpfe bei Charkow und am Wolchow. Stalin hat kürzlich In einer Vortragsreihe vor dem sowjetischen Oberkommando zu den kommenden Kampfhandlungen erklärt: Es wäre unverantwortlich, wollte man die Stärke unterschätzen, die dem Gegner geblieben ist." Zu diesem Eingeständnis hat er sich veranlaßt gesehen angesichts der Erfahrungen, die die Sowjetarmee im nun abklingenden Winter- fekdzug machen mußte. Die deutsche Äbyiehrfront ist inzwischen sehr lebendig geworden. Auf der Krim sind die deutschen Truppen zum Angriff überge- < gangen und stehen jetzt, sechs Taae nach Angriffsbeginn, auf den höhen von Kertsch. Damit ist diese ganze Landenge bis zu rund 100 Kilometer Tiefe bis auf. einen schmalen Streifen vor der Ostküste der Halbinsel- den Sowjets entrissen und das in monatelanger Arbeit ausgebaute tiesgegliederte Stellungssystem zerschlagen. Wie das Oberkommando der Wehrmacht ergänzend mitteilt, haben die deutschen und rumänischen Truppen die Verfolgung des geschlagenen und auf die Stadt Kertsch zurückweichenden Feindes ohne Unterbrechung fortgesetzt. Die an diesen Verfolgungskämpfen beteiligten Verbände melden weiterhin anwachsende Gefangenen- und Beutezahlen. Vergeblich versuchten die Bolschewisten, auf den der Stadt Kertsch vorgelagerten höhen eine neue Widerstandslinie aufzubauen. Wo es dem Gegner gelang, sich vorübergehend zu setzen, wurde jeder Widerstand in schnellem Zupacken gebrochen. Die Luftwaffe verfolgte im Zusammenwirken mit den heeresverbän- den den weichenden Feind, der den pausenlos durchgeführten Tiefangriffen der deutschen Flieger nur noch geringen Widerstand entgegensetzte. Die ostwärts von Kertsch in dichten Massen zusammengetriebenen feindlichen Truppen erlitten durch wiederholte Luftangriffe außerordentlich hohe Verluste. Die auf der überstürzten Flucht während der letzten Tage bis nach Kertsch gekommenen bolschewistischen Fahrzeugkolonnen wurden am Ostrand der Stadt gegenüber der Bucht von Tamanskaja zerschlagen. Bei dem Versuch des Gegners, sich auf das jenseitige Ufer der Meerenge von Kertsch zu retten, erlitten die Bolschewisten durch die unermüdlichen Tiefangriffe deutscher Schlacht- und Kampffliegerverbände äußerst schwere Verluste. Aus dem deutschen Wehrmachtbericht geht weiter hervor, daß auch an den übrigen Teilen Der Ostfront verstärkte Kampftätigkeit herrscht, wobei die deutschen Operationen große Erfolge zeitigten. An der Wolchow-Front war es einer feindlichen Kampfgrupe gelungen, unter Ausnutzung des unübersichtlichen Geländes in die deutsche Stellung einzudringen. Diese Einbruchsstelle wurde im Zuge eines überaus kühnen, zäh vorgetragenen Gegenangriffes geschlossen, die eingedrungenen feindlichen.'Kräfte von ihren Verbindungen abgeschnit- ten und e i n g e f e f f e 11. Vergeblich versuchte der Feind, unterstützt durch Artillerie und Panzer, die umschlossene Kampfgruppe wieder zu entsetzen. In fast ununterbrochenen, vier Tage und Nächte dauernden schweren Kämpfen in versumpften Waldgebieten wurden die sich mit äußerster Zähigkeit wehrenden Bolschewisten von Verbänden des Heeres und der Waffen-^ auf immer engeren Raum zusammengedrängt und schließlich vernichtet. Verbände der Luftwaffe unterstützten die Angriffe des Heeres in unermüdlichem Einsatz. Durch Sturzkampflugzeugangriffe entstand bei einer erstmalig in den Kampf tretenden bolschewistischen Schützendivision eine wilde Panik, wodurch sich die blutigen Verluste des Gegners noch weiter wesentlich erhöhten. Diese feindlichen Schützendivisionen und die Masse zweier weiterer Kampfverbände wurden in den Kämpfen aufgerieben. 3500 gefallene Bolschewisten bedeckten das Schlachtfeld. Rund 1000 Gefangene, ferner sechs Panzer, 119 Granatwerfer, 202 Maschinengewehre und zahlreiches weiteres Material wurden als Beute eingebracht. Die auffallend hohe Zahl der erbeuteten schweren Infanteriewaffen weist nachdrücklich aus die Größe des errungenen Erfolges hin. Die Sowjets haben vor allem im Raum östlich Charkow starke Kräste zu einem Angriff mit schwersten Waffen angesetzt. Die Vernichtung von 145 Feindpanzern durch die deutsche Abwehr lassen auf die Schwere des feindlichen Angriffs schließen. Ob es sich um eine Entlastungsoffensive für die Krim ober um Paralleloperationen handelt, die von sowjetischer Seite zweifellos gemeinsam mit der bolschewistischen Krimarmee durchgeführt werden sollten — die inzwischen von den deutschen Angriffstruppen zerschlagen wurde —, ist noch nicht zu übersehen. Jedenfalls sind die Kämpfe im Osten in Form harter örtlicher Einzeloperationen aus der ganzen Linie neu entbrannt. Der deutsche Lustsieg im Eismeer. Der deutschen Luftwaffe hat der Frühling die Schwingen aus der winterlichen Erstarrung gelöst. Fast täglich meldete in den letzten Tagen der deutsche Wehrmachtbericht von rollenden Einsätzen gegen die feindlichen Stellungen und vor allem gegen wichtige Ziele hinter der östlichen Front. Einen besonderen Erfolg hatte sie — abgesehen von ihrer Mitwirkung in der Durchbruchsschlacht von Kertsch — am Donnerstag im nördlichen Eismeer gegen ein amerb konisches Geschwader. Der Flottenverband war in den frühen Morgenstunden von deutschen Fernaufklärern gesichtet worden. Als die deutschen Kampfflugzeuge die feindlichen Kriegsschiffe gegen 19 Uhr angriffen, liefen diese mit hoher Fahrt auf westlichen Kurs und versuchten die deuffchen Kampfflugzeuge durch heftiges Feuer leichter und schwerer Bordflak abzuwehren. An den in mehreren Wellen durchgeführten Angriffen waren deutsche Kampf- flugzeug.e vom Muster Ju 88 und He 111 beteiligt. Trotz ungünstiger Witterung erhielt ein 11621.» Kreuzer der „Pensacol a"- Klasse gleich bei den ersten Bombenabwürfen Treffer dicht hinter dem Schornstein. Im Abflug herb- achteten die Besatzungen der Ju 88, wie durch die Wucht der detonierenden Bomben Teile der Deckaufbauten durch die Luft geschleudert wurden. Eine Stunde nach diesem ersten Angriff trafen die He 111 den Kreuzer 300 Kilometer nördlich des Nordkaps bereits brennend an. Ein sofortiger erneuter Angriff führte zu der Vernichtung des bereits schwerbeschädigten Kriegsschiffs. Nach abermaligen Treffern versank der brennende Kreuzer, um den sich die Zerstörer zu ersten Hilfeleistungen versammelt hatten. Die Ueberleben- ben bes Kreuzers waren in aller Eile von einem ber Zerstörer übernommen worben. Ein Zerstörer hatte ebenfalls von ben Ju 88 vernichtenbe Bombentreffer erhalten, währenb ein anderer von einem Volltreffer auf das Heck getroffen worden war. Die übrigen Zerstörer flüchteten nach dem Untergang bes Kreuzers mit hoher Fahrt nach Westen. Der starke Geleitzug deutet barauf hin, baß bie beutfche Luftwaffe hier wieber auf einen .wertvollen amerikanischen Geleitzug stieß, der von Moskau sehnsüchtig erwartete Waffen für bie Ostfront bringen sollte. Die Anwesenheit eines Eisbrechers in den Gewässern zwischen Nordkap und Eismeer ist in der jetzigen Jahreszeit nichts Außergewöhnliches, deutet aber auf die Schwierigkeiten hin, die auch von der Witterungsseite her den amerikanischen Zuful)ren für die Sowjets engegenstehen. Vor wenigen Tagen verlor hier die britische Flotte einen 10 000-Tonnen-Kreuzer durch deutsche U-Boot-Tor- pedos. Außerdem wurden in diesem Seetreffen drei Handelsschiffe mit 18 500 BRT. durch leichte deutsche Seestreitkräfte versenkt, währenb brei andere Frachter mit zusammen 19 000 BRT. burch beutsche Kampfflugzeuge schwer beschäbigt mürben. SEE P°t Moskau Strategische Iemwirkmigen. Von Erhard Weqeli, Oberstleutnant a. D. Auf ungeheuren Räumen, getrennt durch Ozeane, vollzieht sich dieser größte aller Kriege, ber in seinen Ausmaßen den ersten Weltkrieg noch übertrifft Vorn Nordkap bis zur spanischen Grenze einerseits, bis zum Schwarzen Meer andererseits, auf beiden! Seiten des östlichen Mittelmeerbeckens stehen Deutsche land und seine europäischen Verbündeten teils im Kampf, teils in steter Kampfbereitschaft. Deutschs und italienische Seestreitkräfte durchpflügen das 'Nördliche Eismeer, bie Nordsee, den Atlantik irt seiner ganzen gewaltigen Breite und das Mittel-, tneer. Unser japanischer Verbündeter kämpft 5ul Lande in dem riesigen Raum Chinas, auf bert Philippinen, Neu-Guinea, ben Südsee-Jnseln und in Burma. Seine Seestreitkräfte streifen von' den Westküste der USA. über bie schier unermeßliche Wasserwüste des Pazifik bis tief in ben Indische» Ozean. Seine Luftstreitkräfte beherrschen das ganze riesige Operationsgebiet bis nach Australien hin» Es möchte auf ben ersten Blick scheinen, als ob es eine unlösbare Aufgabe sein müßte, bie Operationen ber Dreierpaktmächte in Zusammenhang zu bringen und ihre gemeinsame Einwirkung auf ben Verlauf bes Krieges zu erzielen. Das um so mehr, als zwischen dem Operationsgebiet der europäischen und ber ostasiatischen Verbündeten der ganze eurasische Kontinent liegt, jede Landoerbindung zwischen ihnen durch die russische Front, an bie sich nach ©üben x bie englische Front bis zum Persischen Meerbusen anschließt, unterbunben, ein gemeinsamer Oberbefehl über bie Gesamtstreitkräfte undenkbar ist, Nachricht ten und Abmachungen nur auf dem Funkwege möglich sind. Die ganzen Schwierigkeiten eines Koalitionskrieges, die sich schon im ersten Weltkriege in dem nicht immer reibungslosen Zusammenwirken ber beutschen, österreichischen, bulgarischen und türkischen Streitkräfte einerseits, noch mehr bei ben Entente-Streitkräften andererseits zeigten, müßten. Neuorientierung der französischen Wirtschaft. Von unserem Dr.-Berichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Paris, Mai 1942. Die Wiederbetreuung Pierre Lavals mit ben Führung ber französischen Regierung bringt sichtbar in Erscheinung, wie sich in Frankreich ber Gedanke durchsetzt, baß eine wirkliche Wiederaufrichtung des Landes nurimRahmendes neuen Europa sich vollziehen kann. Es gewinnt immer mehr Gestalt, was vor anderthalb Jahren in Mon- toire begonnen wurde. Nach Lavals eigenen Worten fanden hier bie Besiegten einen Sieger, ber Frankreich einen seiner Vergangenheit roürbigen Platz in dem neuen Europa anbot. Daraus ergab sich in erster Linie eine Neuausrichtung der Politik bes von Marschall Pätain geleiteten Landes. Nicht minder aber auch eine Neuorientierung der Wirtschaft. Das neue Europa ist eine Schick? salsgemeinschaft, die auf ber Zusammenfassung aller Kräfte beruht. Deshalb hat in ihm keine Wirtschaftsform mehr Raum, die wie kaum eine zweite in der Welt sich ausschließlich auf bie liberalistifche Denkweise gründet, bie man nach ben Ereignissen.des letzten Jahrzehnts als endgültig überwunden ansehen kann. Frankreichs Wirtschaft kann nicht mehr fragen: welches Verfahren ist am vorteilhaftesten?, vielmehr steht sie unter dem kategorischen Imperativ der Pflicht: was muß geschehen? Am einschneidendsten macht sich dieses Gebot in ber Landwirtschaft bemerkbar. Es geht einfach nicht mehr, nach Neigung und Geschmack anzubauen: die Lebensnotwendigkeiten sind zu befrie- bigen. Wenn im vergangenen Jahr die Nahrungs- mittelbecke ungewöhnlich dürftig erschien, so rächte sich damit eine Mißwirtschaft, die schon seit Jahrzehnten beziehen wurde. Nach einmütigem Urteil in- und ausländischer Sachverständiger gehört Frankreich zu den von der Natur hinsichtlich Boben- gestalt und Klima am besten ausgestatteten Agrarländern. Es wäre in der Lage, ohne Schwierigkeiten den Brotgetreidebedarf für 62,3 Millionen Menschen zu erstellen. Tatsächlich braucht es aber nur für knapp 40 Millionen Franzosen zu sorgen. Und das sollte doch wirklich zu erreichen sein, wenn ber Wille aufgebracht wird, ein erheblich größeres Maß an Arbeit zu leisten. Denn darin gipfelt alles. I n - tenfioierung ber Landwirtschaft! ist daher die« Losung aller einsichtigen Franzosen für die kommende Zeit. Es darf trotz größerer klimatischer Bevorzugung Frankreichs nicht so bleiben, baß Deutschland auf ber ganzen Linie erheblich bessere Hektarerträge aufweist. Und das sogar in Felbfrüchten, bie ihm von Natur wenig liegen! So beträgt das Spsn- nungsoerhältnis während ber letzten Friedensjcchre für Mais in Doppelzentnern zwischen beiden Ländern 21,2 :14,9, für Weizen 21,6 :16,0 und für Gerste 20,0:14,7. Nur bei ber Zuckerrübe begegnen sich heibe zwischen 283 und 273 Doppelzentner. Wie schon aus bem Zusammenhang hervorgeht, bebeutet die erste Ziffer ben Hektarertrag in Deutschlanb. Zur Intensivierung gehört in erster Linie auch bie Erweiterung ber Anbaufläche. Nach bem Weltkriege ist diese in erschreckender Weise zurückgegangen. Teils liegt das daran, daß von ben 1 363 000 Gefallenen nicht weniger als 637 700, also 50 v. H., Lanbwirte waren. Wenn man zu diesem absolüten Verlust noch etwa 400 000 bis 500 000 landwirtschaftliche Arbeitskräfte rechnet, bie infolge ihrer Verwundungen ihrem Beruf verloren gegangen sind, dann bedeutet der Ausfall von über einer Million Arbeitskräfte m ber Landwirtschaft einen recht empfindlichen Verlust. Allein die Notwendigkeit verlangt, baß dieser durch Mehrarbeil wettgemacht wirb. Deshalb ist bereits vor längerer Zeit das Gesetz über bie landwirtschaftliche Dienstpflicht erlassen worden, die den Einsatz ber Arbeitskräfte regelt. Zubern hofft man noch, eine größere Zahl belgischer Wanderarbeiter zp gewinnen, die man dort einfetzen kann, wo die Arbeite» sich infolge des auch in Frankreich mit reichlicher Verspätung eingekehrten Frühlings allzu sehr zusammendrängen würden. Zeigt sich schon bei diesen Maßnahmen ber lenkende Einfluß ber' Regierung, so erst recht bei der Zuteilung desSa'atgutes. Die Versorgung mit Saatgesreide, Oelsaaten und Zuckerrübensamen ist im allgemeinen sichergestellt, nur bie Beschaffung von Saatkartoffeln und Gemüsesamen bereitet noch Sorge. Letzteres ist besonders wichtig, da Frankreich bas klassische Land bes Gemüseanbaus ift Hauptsächlich liegt das an ber Gunst des milben und feuchten Klimas, dann aber auch an bem person» liehen Hang des Franzosen, ber sich zum Gärtner berufen fühlt. Deshalb sind die Ergebnisse im Gartenbau längst nkcht in bem Maße zurückgegangen wie in ber reinen Landwirtschaft. Trotzdem muß auch im Gartenbau auf Intensivierung gedrängt werden wie auf die Zurückstellung von Liebhabereien in bezug auf Frühgemüse. Hier heißt es auf die Einfuhr von Algier ober Spanien zu verzichten unb mit bem Genuß des ersten Frühgemüses noch ein paar Wochen zu warten, bis es in Frank« reich selbst gereift ist. Im ganzen kann aber die Be* DÖlterung ihre Neigung für Gemüse durchaus bei* behalten, weil über diesen Weg die Ernährung Frankreichs am schnellsten und durchgreifendsten gesichert wird. Natürlich nicht ganz ohne Opfer auf anderen Gebieten! Mit dem Nachlassen des Ackerbaus begann ein Ansteigen der Viehzucht, besonders der Schafzucht. Diese trug ben Kriegsverlusten an ßanb» arbeitern Rechnung und kam zugleich dem Rentner« gebauten entgegen, der ja schon seit langem bas sranzösische Volk wie eine fixe Jbee beherrscht. Bemerkenswert ist hier wieber der Vergleich mit Deutschland, Frankreich verfügte vor dem Kriege über 10 Millionen Schafe gegenüber nur 3,5 Millionen im Reich. Klimatische Gründe liegen nur in den sommertrockenen Gebieten am Mittelmeer vor, sonst fft fast überall ber Ackerbau gewinnbringender. Diese Schafweiden sind die große Reserve zur Auffüllung der Bedürfnisse nach (Betreibe* und (Bartenlanb. Der Verlust an Wolle wirb ben Franzofen babei wenig stören, benn auf diese legte er nie großes Gewicht. Wohl aber schmerzt ihn, daß die Hammelkeulen nun seltener auf den Tisch kommen als früher. Aber er wirb sich mit ber Genugtuung trösten, daß nunmehr durch bie Bestellung des früheren Weidelanbes feine Gemüseversorgung unb bamit feine Hauptoersorgung sichergestellt ist. Mehr Sorge wird die Regierung noch mit bei Bannung der Jnbu st rieflucht von Frankreich nach Nord- unb Westafrik» haben. Schon seit dem ersten Weltkriege sind eine Anzahl Industriezweige in bie afrikanischen Kolonien gewandert, weil sie hier ihren Rohstoffen näher waren, und weil sie hier sich leichter Arbeitskräfte beschaffen konnten. Mit ber selben Begrünbung sind ihnen in letzter Zeit andere gefolgt, besonders aus ber französischen Oelmühlenindustrie. So haben sich bie Oelaussuhren Westafrikas von 12 000 auf 45 000 Tonnen allein im letzten Jahr vermehrt. Die Textilindustrie schickt sich an, denselben Weg zu gehen. Es erscheint nur auffällig, daß bloß ein geringer Teil ber afrikanischen Ausfuhr nach Frankreich geht. Hiernach müssen doch wohl politische Gründe für die Standortverlegung der Industrien mitbestim- mend gewesen sein, was niemals im Interesse bes französischen Wiederaufstiegs liegen kann. Das groß, zügige Verhalten des deutschen Verficherungsgewer- bes bei bem Wieberaufbau bes französischen sollte vielmehr allen noch zweifelnben Franzosen die Augen darüber öffnen, daß es klüger ist, sich einem verständnisvollen Partner anzuvertrauen als de» Lockungen eines „Freundes von gestern" zu folgen* der nur an jemen eigenen Vorteil denkt. w ■ 7 1 M Der LlGA-Kreuzer „pensacola" Arabische Gäste in Berlin ihn im Oktober nach Albanien. Roosevelts Zndienpleite. Bon unserer Berliner Scbriftleitunq. mit kommumz'lerenden Röhren vergleichen. Jeder Erfolg des einen Verbündeten, mag er auf einem noch so weit entfernten Kriegsschauplatz errungen sein, kommt den anderen Verbündeten irgendwo zugute. Wir haben in diesem Kriege im Gegensatz zu dem Weltkriege das große, durch die meisterhafte Politik unseres Führers" herbeigeführte Glück, in Japan einen so hervorragend kriegstüchtigen Der« bündeten gewonnen zu haben, der vom gleichen Geiste beseelt ist wie wir, und auf den wir uns um so mehr verlassen können, als unsere beiderseitigen Ziele, mögen sie sich auch auf verschiedene Erdteile erstrecken, doch durchaus die gleichen sind: Unerbittlicher Kampf gegen die Mächte, die sich einer gerechten und vernünftigen Neuordnung der Welt entgegenstemmen, da ihre rein materialistische eigensüchtige Politik einem derartigen Jdealzustand widerspricht. In diesem Kriege wird die stärkere Idee siegen, zumal da sie von den besten Soldatenvölkern der Welt verfochten wird. Das Zusammenwirken Deutschlands und seiner Verbündeten bis zum Endsiege ist trotz der räumlichen Entfernungen durch die strategischen Fernwirkungen gesichert. niedergeschlagen wurden. Die national eingestellten Truppenteile haben sich längst von der heutigen Teheraner Schattenregierung losgesagt und kämpfen erbittert gegen die fremden Usurpatoren. Die Waffenattaches der britischen und sowjetischen Be- satzungsbehörden haben ein äußerst bezeichnendes Gutachten erstattet: Sie haben den Verzicht auf eine Militärkonvention mit der iranischen Regierung vorgeschlagen, da sich „gewisse Elite-Truppenteile der ehemaligen iranischen Wehrmacht von Teheran l o s g e s a g t haben und auf eigene Faust' Krieg führen, wie zahlreiche blutige Zusammenstöße zwischen iranischen und sowjetischen Truppen beweisen." Die alliierten Eindringlinge ernten danach, was sie gesät haben. Der Versuch, in einem Scheinvertrag mit der iranischen Schattenregierung eine Militärkonvention abzuschließen, war von vornherein eitel Spiegelfechterei, um vor der Welt den Eindruck zu erwecken, als gäbe es noch eine souveräne iranische Regierung. In Wirklichkeit haben die fremden Militärstellen alles getan, um die Selbständigkeit der iranischen Wehrmacht zu beseitigen. Die iranischen Truppen wurden großenteils zwangsweise entwaffnet, die Reste in Polizeiformationen umgewandelt. So sieht die englische Garantie der Freiheit und Unabhängigkeit Irans aus. Ruhe und Sicherheit verbürgt nur die Zurückgewinnung der Freiheit von der britisch-bolschewistischen Invasion. Die jetzige schwächliche Regierung aber wird dieses Ziel kaum erreichen. Der Ministerpräsident Raschid A e l Kai - lani und der Großmufti Haj Mohammed Amin Al H u s s e i n i, die beide soeben in B e r- l i n eingetroffen sind, sind so fremd auf den ersten Anhieb ihre Namen dem deutschen Ohr klin- §en, unseren Lesern keine Fremden. Seit vielen ahren tauchen ihre Namen immer wieder in den Zeitungsspalten auf. Sie sind die Repräsentanten einer neuen Zeit und eines neuen Willens in dem vielstämmigen arabischen Volk, das nach langen Jahrhunderten mit neuer Kraft und in Erinnerung an eine große Vergangenheit eigenständigen Zielen entgegengeht. Das unterscheidet die arabische Nationalbewegung von der Protektoratspolitik Englands, die sich auf den Secret Service — bekannt sind hier die Namen Lorenz und Philby —, auch auf manche arabische Volksverräter stützt. Raschid Ali el Kailani ist der rechtmäßige Chef der Regierung des Irak, des alten Zweistromlandes am Euphrat und Tigris mit der märchenberühmten Hauptstadt Bagdad, in der er 1892 geboren wurde. Von Haus aus Jurist, durchlief er die höchsten Staatsämter in dem Irak, d'em Staat, der nach dem Zusammenbruch der alten Sultansherrschaft entstand. Der Irak schließt auch das Erdölgebiet von Mossul ein und liegt nahe den iranischen (persischen) Erdölfeldern. Damit ist schon gesagt, daß der Irak ein Knotenpunkt der englischen und amerikanischen Petroleumpolitik ist. Im Jahr 1941 verstärkten die Engländer vertragswidrig und entgegen neuen Zusicherungen ihre Garnisonen in Irak, das nur formell selbständig war, besonders in der Hafenstadt Basra. Kailani, damals Ministerpräsident, legte Einspruch ein und setzte sich zur Wehr. Die Erhebung des Irak gegen die englische Zwingherrschaft vor gerade einem Jahr ist noch in allgemeiner Erinnerung. England schlug sie mit ungeheurer Uebermacht nieder. Bis in die letzten Wochen verfolgte es die Träger dieser Erhebung mit Galgen und Zuchthaus. Kailani gelang die Flucht. Der irakische Ministerpräsident hält auch in der Fremde die Fahne der Unabhängigkeit seines Landes hoch. so sollte man vermuten, im jetzigen viel wert- räumigeren Kriege ins Ungemessene steigen. Es könnte auch der Gedanke entstehen, daß die Kriegsziele der Dreierpaktmächte, die Schaffung einer Neuordnung in Europa durch Deutschland und seine europäischen Verbündeten, die Neuordnung des ostasiatischen Raumes durch Japan so auseinanderfielen, daß schon dadurch ein Einklang in. den Operationen dieser verbündeten Mächte kaum zu erzielen sei, da ja die politische Zielsetzung von der Kriegführung nicht zu trennen ist. Zweifellos ist es ausgeschlossen, angesichts der großen Entfernungen und der überaus verschiedenen strategischen Operationsgrundlagen und taktischen Bedingungen auf dem europäischen und dem ostasiatischen Kriegsschauplatz zwischen den beiderseitigen Wehrmachts- Oberkommandos ins Einzelne gehende Abmachungen über die Operationen zu treffen. Das wäre auch geradezu fehlerhaft, da die Strategie, nach Moltke „ein System von Aushilfen", stets geschmeidig und schnell den wechselnden Lagen angepaßt werhen muß und solche Abreden demnach oft gar nicht eingehalten werden können, da sie durch die Ereignisse überholt werden. Daß aber das Jn- einandergreifen der Operationen in größten Zügen durch die Oberkommandos vereinbart worden ist und auch fernerhin wird, dürfen wir wohl bestimmt annehmen. Ganz gleich ist bei beiden Partnern das große Endziel: die völlige Nieder- ringung Großbritanniens, die Schädigung der USA. in solchem Ausmaße, daß sie den Frieden einer längeren Fortsetzung des Krieaes vorziehen werden, und die Vernichtung des Bolschewismus. Daß sowohl die verbündeten europäischen Mächte als auch Japan bis zur siegreichen Erringung dieser Ziele mit vollem Einsatz kämpfen werden und müssen, das ist sicher, denn es ist für sie eine Lebensfrage. Wenn sich nun auch auf den weit getrennten Fronten die Ergebnisse der Operationen in Europa nicht sofort und unmittelbar auf die in Ostasien und umgekehrt auswirken können, so ist doch die mittelbare strategische Fernwirkung unbedingt gegeben und von entscheidender Bedeutung. Wir wollen dies an einigen Beispielen aufzeigen: Die glänzenden Erfolge unserer Feldzüge in Norwegen und Frankreich und die dadurch erreichte Schaffung der umfassenden See- und Lustbasis gegen Großbritannien zwingt dieses, seestrategisch einen bedeutenden Teil seiner Seemacht in den Heimatgewässern zu belassen, den größten Teil der leichten 'Seestreitkräfte aber zum Geleitschutz gegen den durch die atlantische Küstenbasis wesentlich erleichterten deutschen U-Boot-Krieg einzusetzen. Lust- strategisch ist Großbritannien gleichfalls in der Zwangslage, die Hauptkräfte feiner Luststreitmacht im Heimat gebiet und zum Geleitschutz einzusetzen, wenn nicht eine noch hoffnungslosere Unterlegenheit gegenüber der deutschen Luftstreitmacht in Kauf genommen werden soll. Auch die Haupnnasse der britischen Landstreitkräste wagt die britische Führung nicht über See einzusetzen aus Besorgnis vor einer deutschen Invasion. Jedes Kriegsschiff, jedes Flugzeug und jeder Truppenteil, der durch uns gebunden ist, fehlt aber in Ostasien. So nur war es den Japanern möglich, vor vornherein gegen die britischen Streitkräfte in Ostasien überlegene Machtmittel einzufetzen und im Verein mit der hervorragenden Führung und den glänzenden Leistungen der Truppen aller Wehrmachtsteile die entscheidenden Schläge auf Hongkong, der Malaienhalbinsel und in Burma zu führen. Aehnlich wirkt die Bindung bedeutender Land-, See- und Luftstreitkräfte ^des britischen Empire in Nordafrika durch den hervorragenden Einsatz der deutschen und italienischen Streitkräste. Die Siege des Generalobersten Rommel sind auch für die javanische Kriegführung durchaus von Bedeutung. Wäre nicht dadurch und durch den hervorragenden Einsatz unserer U-Boote und Flieger im Mittelmeer dieses für die englische Durchfahrt praktisch gesperrt und könnte England aus diesem kürzesten Wege Truppen und Kriegsmaterial nach Indien bringen anstatt auf dem weiten Umwege um das Kap der guten Hoffnung, so würde das die japanischen Operationen wesentlich erschweren. England ist überdies in der Zwangslage, starke Kräfte in Nordafrika und im Nahen Osten zu belassen, damit ihm nicht der Suezkanal und das astatische Vorfeld zu Indien verloren geht. Diese Kräfte fehlen in Ostasien zugunsten der japanischen Operationen. Anderseits fordert aber die Bedrohung Indiens durch die überaus erfolgreichen japanischen Operationen von England die größtmöglichen Anstrengungen, um dieses lebenswichtigste Glied des Empire zu halten. Zwangsweise wird es trotz Gefährdung der Seewege und Schiffsramnmangels Truppen, Schiffe, Flugzeuge und Kriegsmaterial dorthin senden müssen. Dazu bedarf es aber eines ungeheuren Schiffsraumes, der wiederum für die Versorgung der Heimatinsel ausfallen wird, aber auch Geleitschutz durch Seestreitkräfte, die an anderen Stellen fehlen werden. Die Vernichtung eines beträchtlichen Teiles der USA.-Pazifikflotte sowie erheblicher Teile der englischen und die der ganzen holländisch-ostindischen Flotte im Indischen Ozean durch die Japaner entlastet die deutschen und italienischen Seestreitkräste im Kampf gegen die feindliche Versorgungsschiffahrt, denn, was von der Pazifikflotte ausgefallen ist, müssen die USA. aus der Atlantikflotte ersetzen, um nicht Japan gegenüber in eine hoffnungslose Unterlegenheit zu kommen. Ebenso werden die Engländer neue Seestreit- kröste in den Indischen Ozean senden müssen, um Au^ Washington wird bescheiden mitgeteilt, daß Roosevelts Sondergesandter für Indien, Johnson, „aus Gesundheitsgründen" nach den USA. zurückkehren werde. Johnson war mit besonderen Aufträgen und Vollmachten Roosevelts ausgestattet. Angeblich war er dazu bestimmt, die Verhandlungen des britischen Agenten Cripps mit der amerikanischen Garantie zu versehen. Er hatte sich aber mit einem Stab wirtschaftlicher und technischer Experten umgeben, die von vornherein erkennen ließen, daß er ganz andere Ziele ip e r f o l g t e. Was über seine Verhandlungen mit lich, ob Japan überhaupt in der Lage gewesen wäre, in den Krieg mit den USA. und Großbritannien einzutreten, wenn nicht unsere gewaltigen Siege im Osten die ganze Kraft der Sowjets gebunden hätten. Für die japanischen Operationen ist es auch weiterhin von größter Bedeutung, daß Deutschland mit seinen Verbündeten den russischen Koloß niederwirft. Nur dann hat Japan die Sicherheit, daß nicht doch eines Tags die Rückenbedrohung durch Sowjettruppen an der mandschurischen Grenze auftritt und daß nicht russische Luftstreitkräfte zu Angriffen auf die japanischen Inseln und russische Seestreitkräfte zur Bekämpfung der japanischen Versorgungsschiffahrt frei werden. Wer kann daran zweifeln, daß Stalin den russisch-sapanischen Nichtangriffspakt genau so als einen Fetzen Papier an- sehen würde, wie er es mit dem deutsch-russischen Freundschaftspakt von 1939 getan hat, wenn es ihm die Lage erlauben würde? Vertragstreue spielt bei solchen Verbrechernaturen selbstverständlich nicht die geringste Rolle. Wir glauben, mit diesen kurzen Darlegungen erwiesen zu baiben, wie sehr strategische Fernwirkungen die Gesamtkriegslage beeinflussen. Sie lassen sich die Verluste einigermaßen auszugleichen. Dadurch ■aber wexden die für den Geleitschutz erforderlichen Seestreitkräfte Englands und der USA. geschwächt, was unserem U-Boot-Krieg zugute kommen wird. Unser U-Boot-Krieg im Atlantik dis an die Küsten Nordamerikas und im Karibischen Meer aber wirkt sich wiederum dahin aus, daß dadurch nicht nur die Versorgung der Feindmächte schwer beeinträchtigt wird, sondern er bindet auch so starke Seestreitkräfte derselben, daß die japanische Seemacht erheblich entlastet wird und ihr erlaubt, in ihrem ausgedehnten Kampfraum eine relative lieber- legenheit zu erhalten. Japan befindet sich mit den Sowjets im Frieden, der sogar durch einen Nichtangriffspakt gesichert scheint. Es könnte daher der Gedanke auftauchen, daß es für die japanische Kriegführung nicht von entscl)eidender Bedeutung sein könnte, wie die Kämpfe auf unserer Ostfront verlaufen. Dazu ist aber folgendes zu sagen: Zunächst ist es keineswegs gleichgültig, wie in einem Koalitionskriege die Lage eines Verbündeten an irgendeiner Front ist, sei sie noch so weit entfernt Ferner aber ist es wohl klar, daß die Sowjets den Nichtangriffspakt mit Japan nur deshalb geschlossen haben, weil sie wußten, daß sie gegen Deutschland ihre ganze Kraft einsetzen müßten und ihnen eine Rückenbedrohung, sei es auch nur in dem weit entfernten Ostsibirien, äußerst unerwünscht sein mußte, weil sie starke Kräfte der besonders kampfkräfttgen sibirischen Armeen gebunden hätte. Anderseits ist es aber auch für Japans Operationen erwünscht, seinen Rücken in der Mandschurei frei zu haben. Ja, es erscheint frag« Die in der Sondermeldung des Oberkommandos der Wehrmacht genannte „Pensaco l a"- Klasse besteht aus den Schweren Kreuzern „Salt Lake City" und „Pensacola". Beide 9100=1.= Schiffe wurden im Jahre 1929 in Dienst gestellt. Sie entwickeln eine Geschwindigkeit von 32,7 Knoten. Die Besatzung beträgt 612 Mann. Sie besitzen zehn 20-am-Geschütze, vier 12,7-cm-Flak und vier 4-cm-Flak sowie zwei 4,7-cm-Geschütze. Außerdem verfügen die beiden Schweren Kreuzer über je zwei Flugzeugschleudern. Sie haben je fünf Flugzeuge an Bord. Unser Bild zeigt den Kreuzer „Pensacola". (Scherl-Archiv.) ' Iran unter der Garantie Englands. Amin Al Hussein! heißt allgemein der Großmufti von Jerusalem. Streng genommen ist er nicht Großmufti. Jenseits des „Mufti", des Auslegers des islamischen kanonischen Rechtes, gibt es keine höhere Würde. Aber einmal nahm der Mufti von Jerusalem seit Jahrhunderten praktisch eine Sonderstellung ein und dann ist Amin Al Husseini —aus der lehr alten arabischen Familie der Husseins— eine Persönlichkeit von solchem Rang, daß er in seinem Volk und in der Weltöffentlichkeit allgemein der „Großmufti" heißt. Auch er kommt ursprünglich vom akademischen Leben her — er studierte an der altberübmten Universität Kairo —, wechselte aber bann als Artillerieoffizier in den Militärdienst hinüber, machte den schweren Kampf in Vorderasien während des ersten Weltkrieges mit, wurde als Großmufti von Jerusalem zugleich Verwalter des arabisch-mohammedanischen Kirchengutes und war der zähe, mutige Anwalt seines Volkes, das in schamloser Weise durch die zionistische Einwanderung vom angestammten Boden verdrängt werden sollte. Er unterstützte im Mai 1941 die irakische Freiheitsbewegung und teilte das Schicksal ihrer Vorkämpfer. Die Engländer haben 50 000 Pfund, die Bolschewisten eine Million Rubel auf seinen Kopf gesetzt! Eine Junkersmaschine brachte Die Londoner Regierung stellte seinerzeit der iranischen Regierung ein Ultimatum, entweder die sich im Lande aufhaltenden Deutschen und Italiener des Landes zu verweisen oder sich damit einver- tanden zu erklären, daß England den Schutz des Landes vor dem Treiben der Nazi-Agenten übernimmt. Erklärt wurde dieses Ultimatum mit der angeblichen Ausfuhr lebenswichtiger Güter aus dem Iran zugunsten der Achsenmächte. Die damalige iranische Regierung hat die Unsinnigkeit solcher Be-. hauptungen nachgewiesen, konnte aber den seit Monaten vorbereiteten Einmarsch britischer und bolschewistischer Truppen nicht verhindern. Die iranische Armee setzte der britisch-sowjetischen Invasion bewaffneten Widerstand entgegen. Sie wurde überwältigt und entwaffnet, ihre militärischen Führer in Haft genommen. Die iranische Regierung mußte fliehen. Damit begann für den Iran eine Zeit furchtbarster Leiden, schwersten Terrors und bitterster Hungersnot. Was man den Deutschen andichtete, wurde von britischer und bolschewistischer Seite systematisch und rücksichtslos durchgeführt: der Raub aller Lebensmittel. Schon im Februar mußte Reuter feststellen, daß zur Abwendung der ernstesten Hungersnöte in Iran eine monatliche Einfuhr von 16 000 Tonnen Weizen und 8000 Tonnen Zucker notwendig sei. Soeben haben am Persischen Golf schwere Hungerrevolten stattgefunden, die durch britische Polizeitruppen mit Waffengewalt Vo» der Krast des Gemüts. Zum 180. Geburtstag Joh. Gottlieb Fichtes. Bon Professor Dr. Alfred Bäumler. Die westliche Wett ist in diesen Krieg ohne jeden anderen Gedanken als den der zahlenmäßigen Ueberlegenheit gegangen. Deutschland hat zwar nicht vergessen, sich zu rüsten — aber, unserem Bilde vom Menschen entsprechend, haben wir doch nicht auf unsere Rüstung allein vertraut, sondern vor allem auf unseren Mut, auf unsere Führung und auf un- - seren Glauben. Die deutschen Philosophen und Dichter haben uns gelehrt, daß es immer nur d e r Mensch ist, sein Herz und fein Gemüt, das dem Schicksal zu widerstehen vermag. Gemüt ist ein unübersetzbares Wort unserer Sprache. Manchmal wird dieses Wort wohl auch etwas über die Achsel angesehen, als bezeichne es etwas Unklares, Verschwimmendes, etwas Allzudeutsches, könnte man sagen. Allein es ist ein sehr klarer und bestimmter Sinn, den wir mit dem Worte Gemüt verbinden. Fichte hat erkannt, daß der Verstand unfähig ist, Entscheidungen zu fällen und herbeizuführen. Der Verstand zeigt uns von den Gegenständen viele Ansichten. Er zeigt uns die Möglichkeiten des Geschehens, er zeigt uns auch, was geschehen ist — aber niemals vermag er uns zu zeigen, was geschehen muß. Unter vielen Möglichkeiten die einzig richtige zu ergreifen, ist nicht Sache des Verstandes. Je umfassender und bedeutsamer die Gegenstände sind, die wir betrachten, desto mehr hat die rein verstandesmäßige Beurteilung nur den Wert einer bloßen Vorbereitung auf jene Entscheidung, die zuletzt unser Inneres aus sich zu fällen hat. Im bloßen Denken lauert immer die Gefahr, die Grenze zu übersehen, die aller verstandesmäßiger Betrachtung gesetzt ist. Ob hier ein Tintenfaß steht oder nicht, vermag der Verstand durchaus zu „entscheiden". Ob aber dort der politische und geiftige Feind der deutschen Nation steht oder nicht — zu dieser Entscheidung bedarf es anderer Kräfte als der des Verstandes. Ich erinnere nur an die Judenfrage der Vergangenheit. Nationen haben eine andere Art von Wirklichkeit als Tintenfässer, und es ist nur recht und billig, daß auch die Lehre vom Erkennen an den höchsten Gegenständen sich ausrichteh und nicht an der Realität von Federhaltern und Tintenfässern. Fichtes Größe besteht nicht zuletzt darin, klar erkannt zu haben, daß der Verstand auch für das reine Erkennen nicht hinreichend ist. Wir fällen Entscheidungen, eben nicht nur, wenn wir handeln, sondern auch, wenn wir erkennen. Auch alles wirkliche Wissen ist geknüpft an das Dasein eines selbständigen, entscheidungsfähigen Ich. Ein Wissen ohne einen „Grund" in mir, sagt Fichte, ist ohne alle Realität. Das Herz verlangt nicht ein „Lehrgebäude", eine Folge von Vorstellungen, ein „System bloßer Bilder, sondern es verlangt nach Wirklichkeit. Mit dem bloßen Verstände, dem bloßen Wissen können wir nie die Wirklichkeit ergreifen. Wir können ja nie unterscheiden, ob die Vorstellungen, die wir haben, nur ein Traum sind oder nicht. Nur wenn wir ein Organ besitzen, das uns der Realität innerlich gewiß werden läßt, ist jede Täuschung ausgeschlossen und der Zugang zur indischen Persönlichkeiten bekannt geworden ist, läßt keinen Zweifel daran, daß er ernten wollte, was Cripps selbst nicht hatte erreichen können. Aber auch Oberst Johnson kam nicht zu seinem Ziel, so daß schon vor etwa vier Wochen die-„New Park Times" erklärte: „Wir müssen uns damit abfinden, daß die gute alte Zeit zu (£nbe geht und keine Rasse auf die Dauer eine andere Rasse unterjochen kann." Bei einer anderen Gelegenheit schob das gleich Blatt Herrn Johnson die Schuld an seinem Mißerfolg zu, indem es erklärte, Johnson habe zu brutal die Inder für Cripps zu begeistern versucht. Die Methoden der USA.-Jnnen- polittk könnte man aber nicht auf dem Orient mit seinen alten Ueberlieferungen übertragen. — Also auch Roosevelt hat sich über den Unabhängigkeitswillen der Inder getäuscht, seine Erbschleicherei ist ihm mißglückt. Engere Zusammenarbeit der indischen Parteien. Schanghai, 16. Mai. (Europapreß.) In Bombay wurde ein Abkommen zwischen Vertretern der Kongreßpartei, der muselmanischen Liga und der Mahasab Ha-Partei der Hindus getroffen. Vertreter dieser drei wichtigsten indischen Gruppen beschlossen, zwecks Ausrechterhal- hing der Sicherheit im Innern des Landes zu- fammenzuarbeiten. Die Bildung eines Ar- beitsausschusses dieser und wahrscheinlich auch noch anderer politischer Organisationen Indiens wird erwartet. Eine neue Partei in England. Stockholm, 15. Mai. (DNB.) Nach einer Meldung aus London haben einige Mitglieder des Parlaments die Gründung einer neuen politischen Partei bekanntgegeben, die den Namen „D a s 23 o 11" (the people) trägt. Das politische Ziel der Partei ist die Beseitigung von „Untüchtigkeiten" in der Politik. — Die Partei wird von B. G. B r o w n, dem unabhängigen 'Abgeordneten geführt, der kürzlich im Wahlkreis Rugby den Regierungskandidaten schlug, ferner von Hauptmann Alce Stratford, dem konfervativen Abgeordneten Cunningham Reid und dem Nationalliberalen Edgar Louis G r a p v i l. Erfolae der Japaner in Hopeh. Tokio, 15. Mai. (Europapreß.) Die japanischen Operationen in der Provinz Hopeh sind in den letzten Tagen von nachhaltigem Erfolg gekrönt gewesen. In militärischen japanischen Kreisen mißt man diesen Kämpfen große Bedeutung bei, weil man nicht nur mit der Vernichtung der kommunistischen chinesischen Streitkräfte in diesem Gebiete rechnet, sondern glaubt, die restlose Zerstörung der Nachschublinien der gesamten in Nordchina operierenden kommunistischen Truppen erreichen zu können. Die Vernichtungsschlacht in Hopeh hat der 22. chinesischen Division bei Kuhsientschen eine entscheidende Niederlage gebracht. Japanische Truppen haben den fliehenden Chinesen bei Au ping ebenfalls eine schwere Schlappe beigebracht. Saraburi - die Hauptstadt Thailands Tokio, 16. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die thailändische Regierung hat beschlossen, Saraburi zur Hauptstadt zu machen. Die Ueberfieblung der Behörden soll bis zum Jahre 1945 beendet sein. V a n g k o k sott das Handelszentrum bleiben. Saraburi, die neue thailändische Hauptstadt, liegt über 100 Kilometer nordöstlich voll Bangkok, und 'ist eina buddhistische.Stadt, Wirklichkeit ausgetan. Die Grundfähigkeit des Gemüts, der Wirklichkeit gewiß zu werden, nennt Fichte Glaube. Nur durch das Gemüt, nur durch den Glauben beziehen wir uns auf die wirkliche Welt. „Alle meine Ueberzeugung ist nur Glaube, und sie kommt aus der Gesinnung, nicht aus dem Verstand" (III, 350). Falsch und erschlichen ist alles Wissen, das durch bloßes Denken hervorgebracht ist. Nicht aus dem Denken — „aus dem Gewissen allein stammt die Wahrheit" (III, 351). Damit haben wir den Punkt erreicht, an dem die Einheit des Philosophischen und des Politischen deutlich wird. Der Mensch handelt nicht nur aus der Fülle des Gemüts, sondern er erkennt auch nur mit dem ganzen Gemüt. Db wir erkennen oder handeln — immer ist es der ungeteilte ganze Mensch, der sich auf die Welt bezieht. Das Handeln tritt nicht zum Erkennen, das Erkennen zum Handeln nicht nachträglich hinzu, sondern in der Wurzel: im Gemüt, in der Gesinnung, im Charakter sind beide eins ... Wenn wir uns zur Einsicht gebracht haben, was Gemüt und Charakter bedeuten, nämlich die Wurzelpunkte unseres Erkennens und Handelns, dann haben wir die Voraussetzung für das Verständnis der „Reden an die d e u t f ch e' N a t i o n" gewonnen. Wir verstehen den erzieherischen Schwung dieses einzigartigen Werkes. Wenn Erkennen und Handeln nur zwei verschiedene Tätigkeitsweisen des- selben Gemüts sind, dann ist es möglich, durch die Erkenntnis auf den Willen einzuwirken. Das tut Fichte, indem er, den Deutschen das Bild ihres Wesens vor Augen stellt. Er blickt in die Geschichte des Menschengeschlechts und findet ein Volk, das man das Volk des Gemüts nennen könnte. Die Selbständigkeit und Einheit des Gemüts, aus welchem alle Lebensäußerungen hervorgehen, ist der Nationalcharakter der Deutschen. Das Willensziel, das der Philosoph und der Politiker Fichte vor uns aufrichtet, kann daher nicht anders bezeichnet werden als: „Mr müssen zur Stelle werden, was wir ohnedies sein sollten, Deutsch e". Wir müssen die fremden Kunststücke von uns werfen, wir müssen uns Charakter anschaffen, „denn Charakter haben und deutsch sein, ist ohne Zweifel gleichbedeutend ..In diesem berühmt gewordener Satz faßt sich Fichtes ganzer Gedankengang zusammen. Alle seine Grundgedanken verbinden sich in den „Reden an die deutsche Nation" zu einem höchst eigenwilligen und bedeutenden Ganzen. Was der Philosoph an Erkenntnissen über den einzelnen gewonnen hat, das bewährt sich nun angesichts der Weltlage an der Nation. Mit einem einzigen Griff hat der Denker das Problem in der Hand: deutsch sein heißt: wahr fein, wahr sein heißt: die Wirklichkeit als das erkennen, was sie ist, nicht als ein totes, starres Sein, sondern als schöpferisches Leben. Die Philosophie des Auslandes vennag sich zum Begriff dieses Lebens nicht zu erheben. Ein Kapitulieren vor dem Westen wäre zugleich ein Verrat an der Wahrheit und an allem schöpferischen Sein, es bedeutete ein Hinabsteigen von der Ebene des Gemüts zu dem Flachland des Verstandes. Die Selbstbesinnung auf unsere Deutschheit ist schon der Sieg über den Westen. Die Reden an die deutsche Nation verdanken ihren Ruhm und ihre nachhaltige Wirkung nicht einer sogenannten patriotischen Beredsamkeit. Diese Reden berauschen nicht, sondern sie ü b e t z e u g e n^ Sie entwickeln mit geschichtlicher Anschaulichkeit den Gedanken, daß die Deutschen ein Urvolk sind, das heißt, daß ihre Bildung nicht entlehnt ist, sondern aus der Tiefe des nationalen Gemüts frei und unentstellt hervorgeht. Mit unvergeßlicher Deutlichkeit prägt Fichte seinen Hörern die Erkenntnis ein, daß fremder Geist und fremdes Wort niemals wirklicher Geist und lebendiges Wckrt für uns werden können. Der Gedanke eines fremden Lebens ist immer nur ein bloß möglicher Gedanke für uns. Wirkliche Gedanken sind eins mit einem bestimmten Charakter, einer beharrlichen Gesinnung. In sich selbst beständiges Leben ist die Wissenschaft nur dann, wenn der Gedanke der wirkliche Sinn und die Gesinnung des Denkenden ist. Was Fichte in diesem Zusammenhang in der fünften Rede als „Grundgedanken" bezeichnet, nennen wir heute Weltanschauung. Auch die Weltanschauung ist ja nicht ein in sich ruhendes System von Vorstellungen, sondern sie ist der Ausdruck eines Gemüts, eines Charakters, einer dauernden Gesinnung. Die Weltanschauung äußert sich ebenso im Erkennen wie im Handeln, und wenn wir heute für die persönliche Darstellung unserer Weltanschauung das Wort Haltung gebrauchen, dann verwenden mir ein Wort, das Fichte noch nicht hat, aber in seinem Geiste geprägt ist. Das Hauptthema der Reden: Ursprünglichkeit gegen Abgeleitetheit, Selbständigkeit gegen Unselbständigkeit, Lebendigkeit gegen Starrheit findet seine sinnfälligste und überzeugendste Darstellung in Fichtes Ausführungen über die Sprache. Es gehört zum Wesen des deutschen Menschen, daß er eine aus eigener Wurzel gewachsene, lebendig sich weiter entwickelnde Sprache spricht. In der Ursprünglichkeit seiner Sprache liegt die letzte Voraussetzung dafür, daß er eine ihm angemessene wuchshafte Dichtung und Philosophie besitzt. Leben und Geistesbildung sind bei ihm eins. Der Franzose nimmt die Wurzeln seiner Sprache von den Römern, im Westen gehen Bildung und Leben getrennt nebeneinander her. Da er mit einem nicht mehr nachwachsenden, gleichsam festen und abgeschlossenen Material arbeitet, fällt es dem Franzosen leicht, seinen Worten eine Vollendung zu geben, die der Deutsche nicht einmal anzustreben vermag. Allzu oft wird daraus der Schluß gezogen, die deutsche Sprache müsse eben um die Leichtigkeit und Flüssigkeit des Französischen „bereichert" werden. Wer Fichtes Gedankengang in sich ausgenommen hat, dem ist das Widersinnige eines solchen Rates klar. In einer nochwachsen- d e n Sprache ist eine formale Vollendung unmöglich, die dem Leben widerspricht. Auch die Dynamik des Werdens hat ihre Form; diese Form kann jedoch nicht die der ruhenden Geschlossenheit sein. Was für seine Sprache gilt, das gilt für das Schaffen des deutschen Menschen überhaupt. Der Deutsche ist nur da groß, wo er sich der Dynamik seines eingeborenen Charakters überläßt. Wenn er etwas erreichen will, muß er den Doktrinen Ves Auslandes fein Ohr verschließen und auf die Kraft dos Gemütes vertrauen. Seinem Mute erschließt sich die Welt. Ich führe zum Abschluß die Worte an, mit denen Fichte in der fünften Rede die deutsche Philosophie dem Denken des Westens gegenüberstellt. Wir ver- nehmen aus diesen Worten eine Selbstcharakteristik des großen Mannes, den wir feiern — und zugleich einen Anruf unseres tiefsten Seins: „Nach allem wird der ausländische Genius die betretenen Heerbahnen des Altertums mit Blumen bestreuen, und der Lebensweisheit, die leicht ihm für Philosophie gelten wird, ein zierliches Gewand weben; dagegen wird der deutsche Geist neue Schachten eröffnen und Licht und Tag einführen in ihre Abgründe, und Felsmassen von Gedanken schleudern, aus denen die künftigen Zeitalter sich Wohnungen erbauen," T7l. in vorderster Linie. Weiß und weit dehnt sich die hügelige Landschaft. Die wenigen übriggebliebenen Häuser eines Dorfes beleben nur wenig dieses Bild. Durch die Eintönigkeit zieht sich die Front gegen Osten. Wenn man ein Fernglas zur Hand nimmt, kann man 600 Meter vor sich die sowjetischen Stellungen erkennen. Wagt man sich ohne Schneehemd auf die Straße, die vom Feind eingesehen wird, muß man damit rechnen, daß noch näher dem Horizont zu Mündungsfeuer aufblitzt und Sekunden später eine Granate durch die Luft fegt. Dort am Waldrand versuchten einmal Panzer der Bolschewisten durchzubrechen, doch weiter kamen sie auch nicht. Und nun hat sie der Schnee längst bis zur Unkenntlichkeit zugedeckt. An diesem Frontabschnitt hält 6 i n Polizei- r e g i m e n t Wacht. Mit ihm eine TN. - Ein - hest, die für pioniermäßige Aufgaben dem Regiment zugeteilt ist. In der düsteren Schneeluft des Morgengrauens gehen TN.-Männer hinaus zu den vorgeschobenen Poften, um dort für die Waffenkameraden der Polizei Schneestellungen zu bauen: Maschinengewehrnester, die gleich gut geschützt sind gegen feindliche Sicht wie gegen die eisigen Winde, die über die rauhe Ebene wehen. Schnee ist hier zum Baustoff geworden. Man muß achtgeben, daß drüben der Feind nichts von der Arbeit merkt. Ein Sicherungstrupp mit Schneehemden getarnt und schußbereiter Waffe in der Hand, ist auf dem Posten, um notfalls Störungsversuche abzuweisen. Da hat der Gegner wohl doch etwas Verdächtiges gemerkt, es pfeift surrend durch die Luft, im Nu hat alles Deckung genommen. Nach einer Pause geht es aber weiter. So entstehen Tag für Tag neue Schneebunker, und wehe dem Angreifer, der gegen das Feuer anrennen würde, das dann diese so unscheinbar aus- sehenden Schneehügel speien können. In der Ortsunterkunft selbst wird gesägt und gehämmert, aus Sperrholz entstehen Deckungen für Maschinengewehrnester, die die MG-Schützen auf nächtlichem Posten besonders gegen die Schneestürme schützen und in der eisigen Kälte ein Schneeloch Halbwegs bewohnbar machen. Die TN.-Männer haben in die- * fern Frontabschnitt mit solcher „Tischlerarbeit" an- gefangen, und sie hat Schule gemacht. Ein bolschewistischer Flieger icheint gerade diesen Frontabschnitt besonders zu schätzen. Fast jede Nacht kommt er als Alleingänger an. Wahllos lädt er mal hier, mal dort feine Bomben ab. Dann heißt es am anderen Tage: „TN.-Sprengkommando raus!" um die Blindgänger, die gefährlich en der Gegend Herumliegen, zu sprengen. Da kein anderer Sprengmeister in der Nähe ist, macht sich der TN- Kompaniechef, der als Nothelfer in allen Sätteln gerecht ist, ein Vergnügen daraus, diese Dinger selbst unschädlich zu machen. Jedesmal, wenn diese „Feuerwerkers vorbei ist, schicken die Sowjets zur Bekräftigung der Sprengung ein paar Granaten herüber, scheinbar um Beifall zu spenden. Kürzlich allerdings erwischten den „Bombentöter" einige Splitter des Beschüsses im Gesicht, doch diese Kratzer sind schnell verheilt. Beim nächtlichen Beschuß kommt es hin und wieder auch zu unangenehmeren Zufallstreffern. Da ruft kürzlich morgens der Fernsprecher, der TN.- Kompaniechef, der gleichzeitig. Ortskommandant ist, meldet sich. Der Abschnittskommandeur am anderen Ende der Leitung, dem in der Nacht das Dach überm Kopf weggeschossen wurde, verlangt sofortige Hilfe vom TN.-Bautrupp. Männer der TN.-Einheit müssen schnellstens eine neue Unterkunft einrichten, in kürzester Zeit wird die Arbeit geleistet. Andere TN.-Männer greifen zu Spitzhacke und Spaten, um den hartgefrorenen Boden aufzubrechen und im schützenden Erdreich einen sicheren Unterstand gegen Beschuß zll bauen. Oder sie unterkellern eines der dürftigen Häuser des Dorfes. So gibt es immer etwas Neues oder eigentlich immer das gleiche: nämlich Arbeit. — Aber jeder TN.-Mann weiß hier vorn, daß im Notfall Deckung zwar gut, aber kämpfen besser ist. So sind sie zu jeder Stunde bereit, für die Sicherheit der dort eingesetzten Männer des Polizeiregiments ihre Kräfte einzusetzen, aber sie find' auch bereit, im Falle des höchsten Alarms mit der Waffe in der Hand gegen den Feind zu stehen und jenes Grabenstück zu besetzen, das ihnen zugeteilt ist. Rumänien feierte feinen Heldengedenktag. Zmn erstenmal war auf dem Bukarester deutschen Heldenfriedhof auch eine rumänische Ehrenkompanie angetreten. Nach dem Gottesdienst hielt Marschall Antonescu am Grabmal des unbekannten Soldaten eine Ansprache. ♦ Das dänische Volk feierte das 30jährige Regierungsjubiläum König Christians X. Trotz des persönlichen Wunsches des Königs, von besonderen Kundgebungen und Feiern abzusehen, versammelten sich Tausende in den Straßen, um dem König bet seinem üblichen Morgenritt ihre Glückwünsche darzubringen. * Zwischen der mongolischen Republik und dem Kaiserreich Mandschukuo ist ein Grenzabkommen ratifiziert worden. Aus aller Wett. Erdbeben in Ecuador. Ueber 100 Tote und 2000 Verletzte soll ein Erdbeben in der ecuadorischen Stadt Guayaquil gekostet haben. Eine große Zahl Häuser ist von den Stößen, die nur zwei Minuten währten, total zerstört worden, darunter das nordamerikanische Konsulat, einige Hotels, Banken und Verwaltungsgebäude. Auch die benachbarten Orte M i l a h r o und Esmeraldas sollen zum Teil zerstört sein. Zahl- reiche Brände sind ausgebrochen. Die Löscharbeiten wurden durch Wassermangel erschwert. Rommels Dank. Die beiden Jungenklassen 7a und b der Volksschule Weida in Thüringen hatten aus Begeisterung für den schneidigen Angriffsgeist unserer Afrikakämpfer 1000 Zigaretten' zusammengebracht und an Generaloberst Rommel zur Verteilung übersandt. Gleichzeitig hatten sie um eine Kleinigkeit für ihr „Kriegsmuseum" gebeten. Jetzt kam als Antwort eine Kiste, die verschiedene Teile einer Tommy- Ausrüstung enthielt, darunter einen Militärmantel mit Rangabzeichen, Stahlhelm und anderes mehr, was nun dem Kriegsmuseum der Jungen einverleibt wurde. In einem Begleitschreiben sprach Generaloberst Rommel seinen Dank aus für die Zigarettensendung und das Interesse der Jungen für den Kampf seiner Soldaten. Aus dem Reich. Pressepropaganda im Kriege. NSG. Das Gaupresseamt hatte am Freitagnachmittag die Hauptschriftleiter und Verleger sowie die Presseoffiziere der Wehrmacht zu einer Gau- Pressekonferenz im Adolf-Hitler-Haus versammelt. Der Leiter des Gaupresseamtes, Gauamts- Ieiter Hauptschriftleiter Uckermann, der die Tagung leitete, sprach über die Aufgabenstellung der Pressepropaganda, die ihr bei der Konzentration aller Kräfte auf dem kriegsentscheidenden Gebiet der Rüstung und Ernährung zufällt. Er verpflichtete die Presse, diese mit den Opfern der Front in keiner Weise zu vergleichende, für die Heimat aber dennoch mit Verzicht und Härte verbundene Entwicklung nicht mit beschönigenden Phrasen, sondern allein mit der Herausstellung ihrer unumgänglichen Notwendigkeit für die Erringung des Sieges zu begleiten. Im einzelnen behandelte der Gaupresseamtsleiter dann den propagandistischen Einsatz der Presse bei kommenden Großaktionen der Partei und pressepolitische Führungssragen auf dem Gebiete der Wehrpropaganda. Seine Rede schloß mit dem informatorischen Ueberblick über die außenpolitische Lage. Weitere Referate hielten der kommissarische Landesbauernführer Wei ntz über die Ernährungslage und der kommissarische Sportgauführer, DA.- Obersturmbannführer Rieke, über den Kriegseinsatz des NSRL. Das Ritterkreuz. Berlin, 15. Mai. (DNB.) Der Führer verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Oberfeldwebel v. P o r e m f k i, der als Flugzeugführer in einem Jagdgeschwader sowohl durch dell Abschuß von 43 feindlichen Flugzeugen, wie auch in kühnen Tiefangriffen auf Erdziele sich hervorragend auszeichnete. General von Loßberg gestorben. General der Infanterie von Loßberg, Ritter des Ordens Pour le merite mit Eichenlaub, ist am 14. Mai im 75. Lebensjahr in Lübeck an Lungenentzündung gestorben. Der Führer hat für den im Weltkrieg hochverdienten Offizier ein <5 t a atsb e ‘ g r ä b n i 5 angeordnet. General von Loßberg trat 1886 als Fahnenjunker beim 2. Garderegiment zu Fuß ein. Er wurde j.900 Hauptmann im Generalstab und war während des Weltkrieges Chef des Generalftabes verschiedener Armeen. 1916 wurde er mit dem Pour le merite, im Jahre 1917 mit dem Eichenlaub zum Pour le merite ausgezeichnet. Nach dem Weltkriege war General von Loßberg Chef des Generalftabes im AOK. Grenzschutz Süd und seit Dezember 1924 Oberbefehlshaber des Gruppenkommandos I. Schuh der Waffenabzeichen der Wehrmacht. Der Führer hat eine Verordnung über den Schutz der Waffenabzeichen der Wehrmacht erlassen. Es handelt sich um die anläßlich des gegenwärtigen Krieges eingeführten Kampfabzeichen und die von den Oberbefehlshabern der Wehrmachtteile oinge- führten Leistungs- oder Tätigkeitsab^ichen. Die Waffenabzeichen der Wehrmacht genießen in strafrechtlicher Beziehung denselben Schutz wie Orden und Ehrenzeichen.. Sie gehen auch unter denselben Voraussetzungen von Rechts wegen verloren wie Orden und Ehrenzeichen. Neben der Entstehung des Rechts zum Führen einer Dienstbezeichnung der Wehrmacht kann auch der Verlust der Waffenabzeichen der Wehrmacht ausgesprochen werden. Krakau wird wieder eine rein deutsche Stadt. Die letzte polnische Volkszählung im Jahre 1933 wies nur 500 Deutsche in Krakau auf. Heute leben in Krakau bereits wieder 24 800 Deutsche. Die Verwaltung hat es sich zur Aufgabe gemacht, der Stadt wieder ein ausschließlich deutsches Gesicht zu geben, wie sie es auch früher besaß. Es ist geplant, das Zentrum der Stadt nur von Deutschen bewohnen zu lassen, eine Auslese deutschen Kaufmannstums um den Adolf-Hitler-Platz zu konzentrieren, um gleichsam damit ein Schaufenster deutscher Leistung im Osten entstehen zu lassen. Jenseits der Weichsel wurde ein Judenwohnbezirk gebildet, der die rund 18 000 in der Stadt verbliebenen Juden von der übrigen Bevölkerung scheidet. Im Gegensatz zu der Regelung in anderen Städten des Generalgouvernements gibt es in Krakau keine polnischen Verwaltungsstellen, vielmehr stehen alle Aemter der Stadt unter deutscher Leitung. Keine verstärkte Schuldentilgung der Gemeinden. Die Reichsregierung ist bestrebt, den Kaufkraft- Überschuß,. solange Einschränkungen auf dem Verbrauchsgütermarkt erforderlich sind, nach volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten zu lenken oder zu binden. Mit diesem Ziel würde es nicht im Einklang stehen, wenn die Gemeinden durch zusätzliche Schul- dentilguna neue überschüssige Kaufkraft schaffen würden. Der Reichsinnenminister hat deshalb ange- ordnet, daß eine verstärkte Schuldentilgung während des Krieges grundsätzlich unterbleiben muß. Ausgenommen ist die verstärkte Tilgung der Darlehen, deren Gläubiger das Reich oder dieLänder sind. Dadurch wird keine neue Kaufkraft geschaffen, das Reich finanziell entlastet und auch eine erhebliche Verwaltungsentlastung erreicht. Ausgenommen ist ferner die verstärkte Tilgung von Darlehen, die von Gemeinden an Dritte weitergegeben worden find, wenn diesen das Recht zur Kündigung und verstärkten Tilgung zusteht und sie davon Gebrauch machen. Schließlich sind Darlehen gegenüber dem Umschul dungsver band durch Hingabe von Schuldverschreibungen des Umschuldungsverbandes ausgenommen. Im übrigen ist ausnahmsweise eine verstärkte Schuldentilgung nur vertretbar, soweit der Schuldenstand der Gemeinde gegenüber dem Durchschnitt ihrer Größengruppe noch stark überhöht und deshalb eine Herabsetzung zur Sicherung der gemeindlichen Finanzlage dringend geboten ist. Die künftigen Aufgaben der Gemeinden, insbesondere die Nachholung von Instandsetzungen usw. nach dem Kriege, werden flüssige Mittel erfordern. Deshalb kommt der B i l d u n a v o n Rücklage besondere Bedeutung zu. Die Rücklagen sollen im Hinblick auf die Kriegserfordernisse möglichst in Reichs- papieren angelegt werden. Dem Ziele der Reichsregierung, freie Kaufkraft nicht entstehen zu lassen, würde es auch nicht entsprechen, wenn die Gemeinden in größerem Umfange Grund st ücke, die nicht unmittelbar benötigt werden, kaufen. Ehrenpromotion weiterhin kontingentiert. Der Reichserziehungsminister hatte bereits zur Vermeidung» einer allzu großen Anzahl von Ehrenpromotionen bestimmt, daß jede Hochschule in den letzten zwei Jahren, bis 31. März 1942, nur eine Ehrenpromotion durchführen dürfe. Im Hinblick auf die Kriegsverhältnisse hat der Minister nunmehr die Kontingentierung der Ehrenpromotion bis zum 31. -März 1 9 4 4 verlängert. Besonders begründete Anträge auf Überschreitung der Begrenzung im Einzelfall werden vom Minister wohlwollend geprüft. Ehrenpromotionen von Ausländern sowie aus Anlaß von Jubiläen unterliegen nicht den einschränkenden Bestimmungen. Kleine politische Nachrichten. Nach einer Anordnung des- Generalbevollmächtigten für den Arbeitseinsatz finden die für die privaten und öffentlichen Bank- und Versicherungsunternehmen geltenden tariflichen oder betrieblichen Bestimmungen über eine Arbeitsruhe am Samstag vor oder am Dienstag nach Pfingsten in diesem Jahre keine Anwendung. * Während eines zehntägigen Aufenthalts im Gau Danzig-Westpreußen besichtigte Reichsschatzmeister Schwarz eingehend die von Gauleiter und Reichsstatthalter Forster geleitete vorbildliche Aufbauarbeit und hatte dabei Gelegercheit, sich von den noch notwendigen Maßnahmen unterrichten zu lassen. * Die NSG. „Kraft durch Freude" übergibt ein an der Südküste Norwegens in Stavern errichtetes neues Soldatenheim der Wehrmacht. Das Heim enthält einen Feierraum mit Bühne und Kinovorführungsanlage für 600 Personen, Speise-, Lese- und Aufenthaltsräume sowie Liegeplätze in den Parkanlagen. * Die japanische Regierung stimmte zu, daß künftig die Interessen Englands, Australiens, Neuseelands und Kanadas iy Japan durch die Schweiz und nicht mehr durch Argentinien vertreten werben« Kunst und Wissenschaft. Ein neues Drama von Müller-Scheid. NSG. Wilhelm Müller-Scheid, der zur Zeit in Norwegen eingesetzt ist, hat ein neues Drama „Tanai s" beendet. Die Dichtung ist entwickelt aus dem Geiste unserer Zeit. Der Autor hat den Versuch unternommen, ein großes, schicksalhaftes Geschehen mit dramaturgisch-ökonomischsten Mitteln Zu gestalten. Das Stück ist in Form und Stil das Bemühen um einen zeitgemäßen dramatischen Ausdruck. Das Stück erscheint im Theaterverlag Langen/ Müller, Berlin, der auch die übrigen dramatischen Werke von Wilhelm Müller-Scheid herausgebracht hat, „Anna-Maria", „Ein Deutscher namens Stein", „Eduard Keim" und die „Novemberballade 1632". Der Oberschlefische Schrifttumspreis. Auf dem Oberschlesischen Dichterabend in Katto- witz verlieh Gauleiter Bracht den Oberschlesischen Schrifttumspreis für das Jahr 1942 in Höhe von 10 000 RM. ungeteilt an den Dichter Walter S t a n i e tz , der als erfolgreichster junger fchlesi- cher Dramatiker sich um das kulturelle Ansehen seiner oberschlesischen Heimat besonders verdient gemacht hat. Der Volksdeutsche Schrifttumspreis. Der „Volksdeutsche Schrifttumspreis der Stadt der Ausländsdeutschen Stuttgart" wurde für das Jahr 1942 dem jungen schlesischen Dichter Egon H. Ra kette für seinen Roman „Planwagen" verliehen. Der Preisträger ist 1909 in Ratibor in Oberschlesien geboren. Er steht als Kriegsberichter in einer Propagandakompanie im Osten. Der „Plan-- wagen" ist das Epos vom niederländischen Bauerntum, das vor 300 Jahren aus dem Artois und Flandern nach dem Osten des Reiches zog, um dort „Schildwacht zu halten auf neuem Boden, der den Deutschen gehört. Der Roman ist ein seltenes Buch mit einem seltenen Stoff, eine großangelegte literarische Sippenchronik. Eine Slrindberg-Feier im „Schwarzen Ferkel". Eine Strindberg-Gedächtnisseier veranstaltete die Deutsch-Schwedische Vereinigung in der Gaststätte, die August Strindberg in seinen Berliner Jahren nut seinen Freunden ständig besuchte: es ist das „Schwarze Ferkel" in der Nähe des Brandenburger Tors. Präsident Dr. Draeger zeigte, daß, wenngleich die Probleme der Strindbergschen Dichtungen vielfach nicht mehr die unsrigen sind, doch um die Jahrhundertwende Strindberg das große gemein- faine Erlebnis in Deutschland und in Schweden gewesen sei. Die Berliner Zeit Strindbergs klang auf in Erinnerungen von Adolf Paul, aus denen fein Sohn, Dr. Bengt Paul, vorlas. Strindberg selbst kam zu Worte mit heiteren Schöpfungen, die Staatsschauspieler Walter Franck vermittelte. Nachdem Legationsrat von P o st, der schwedische Geschäftsträger, den Dank ausgesprochen hatte, ergaben sich in zwanglosem Zusammensein Unterhaltungen, an denen auch Svend Norberg teilnahm, der gerade zu seiner Erstaufführung („Sünder und Heiliger") im Schiller-Theater gekommen war. Aus Theaterkreisen nahmen Heinrich George, Otto Wernicke, Bernhard Minetti, Ernst Legal und Eduard von Winterstein teil. Edwin Fischer im kleinen kreise. Unter den Musikabenden der Auslandspresseabtei- lUng der Reichsregierung waren die Klaviervorträge Edwin Fischers ein Höhepunkt. Ueber die picmistische Meisterschaft und musikalische Intensität der Auslegung hinausgehend, spielte er im Kreise der zwanglos um ihn herum sitzenden Hörer, mit Wort und Anekdote seine Darbietungen ankündigend, Klavierwerke von Bach, Vivaldi, Beethoven, Schubert und Chopin als Kammermusik in der historischen Bedeutung des Wortes. Der Künstler ohne die distanzierende Oeffentlichkeit des Konzertsaales, gleichsam als musikalischer Gesprächspartner, gab manchen Werken, die im öfsentlichen Saale frieren, die Innigkeit der künstlerischen Mitteilung zurück. Johannes Jacobi. „Francesca da Rimini" — ein Verlin-Film. Unter dem Arbeitstitel „Francesca da Rimini" hat die Berlin-Film in den Holland-Ateliers in Amsterdam und Den Haag nunmehr die Aufnahmen zu ihrem zweiten Film begonnen. Die Regie führt Johannes Meyer. Die Hauptrollen tragen Marianne Hoppe, Carl Kuhlmann, Ernst von SM ip ft ein und Eugen Klöpfer. Hauptfchriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bet HauptschrifUeiters: Ernst Blumjchein. Verantwortlich für Politik und Bilder Dr. Fr. W. Lange; für das Feuilieton: Tr Hans Thyrtot- für Stadl Gießen, Provinz, Wirvchafl und Svorl: Ernü Blumichein. Druck und Berlaa: Brühlfche Univeriilülsvruckerel R. Lange K.«. ?nd) <,omann> rwzetüemetter: Han» Beck. AnzeigeuprelÄme Nr, 6, 1659 A 1652 D 02264/ Lollar Alsfeld Gießen/ Schwarz Heuchelheim, den 16. Mai 1942. 1642 D 02275/ 02334/ Zeitungsträgerin gesucht 1577 D Verlag des Gießener Anzeigers 02300/ | Vermietungen | | Mietgesuche"] Flensungen-Mücke Gießen, im Mai 1942 02281/ [02325 kauft Plätzen durch 1660D Auskunftei Eckersberg, Frankfurt a/Main Seilerstr. 16 gegr. 1890 Personenwagen tut, Pakd Ue*iko. -zu wewtg. Postkarten bei Brühl 10, 10, LICHTSPIEL-TH E ATER Sil Henko iMi ATA BeMibLiS hoflsnl Wir geben die Verlobung unserer Tochter Hannele mit Herrn Dr.med. Wilhelm Wolf bekannt Gießen Fröbelstr.84 Ital. Lektor z. Z. Univ.- Frauenklinik 9 U T Karl Adam Ilse Adam geb. 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Niemand soll den deutschen Frauen nach- up )UIII WlUlItl luy sagen können, daß sie des Werks ihrer Männer Von Kriegsberichter Horst Bree. Bäuerinnen — die Mütter Deutschlands ADOX Seine Frau, Helene von Mecklenburg-Schwerin, konnte als Protestantin nicht in derselben Krypta einen hellen Strahl deutschen Wesens nach Frank- ihre letzte Ruhe finden. So baute man für sie eine,! reich trug, vor hundert Jahren ,i5 FOTO Der Welt älteste totocdemisW^aM seitliche kleine Kapelle, von der allgemeinen Gruft durch eine' Arkade von schlanken Säulen getrennt. Ein wenig erhöht steht ihr Sarkophag neben dem ihres Gatten, getrennt und doch durch zwei Fensteröffnungen mit ihm vereint. Als eine zarte Frau mit schmerzlich schönen Augen hat der Künstler, der ihr Bild in Marmor meißelte, sie dargestellt. Auf weichen Kissen ruht sie; die Augen geschlossen, eine knospende Rose in der Linken. Ein weiches faltiges Gewand verhüllt feine, schlanke Glieder. Der Schleier, der das weiche Haupthaar, in der Mitte gescheitelt, bedeckte, ist herabgesunken und liegt auf dem Kissen, weil die Schlafende sich seitwärts nach rechts wandte, dem toten Gatten zu. Ihre rechte Hand aber hängt locker, ganz gelöst hinunter; durch die Fensteröffnung hindurch, scheint sie die linke des Herzogs fast zu berühren. Eine unendlich zarte, beredte Sprache spricht diese Hand, die der schmale Ehereif ziert. Sehnsucht drückt die Geste aus und tiefe Verbundenheit. Etwas Mütterliches hat diese Hand, die sich wie zu einer behutsamen Liebkosung leicht gekrümmt hat, als wollten die weichen Spitzen mit hauchzarter Berührung noch einmal liebend streicheln. Wenn Hände Liebe gestehen können, diese Hand tut es mit fast scheuer Gebärde, tut es mehr als der geschlossene Mund, der leicht zu lächeln scheint, mehr als die geschlossenen Augen, über die noch ein Schein verklärter Freude schimmert. Hier ist die Liebe in Stein gemeißelt, die unend? liche Liebe, die stille mütterliche Hingabe einer deutschen Frau, der in ihrer zarten Treue die Krone des Lebens wurde, wie ihr und ihrem ältesten Sohne die Krone Frankreichs versagt blieb. Hier hat ein Franzose einer Deutschen ein Denkmal gesetzt, das zum Herzen spricht, das mit Stolz und Rührung erfüllt uns, die wir mit schlagendem Herzen an dieser Gruft stehen. Die Bäuerinnen sind die Mütter Deutschlands, wenn man auch allgemein glaubt, daß sich in Deutschland die stärksten Menschenzusammenbal- lungen -ereignen, und daß es infolgedessen nach der oberflächlichen Folgerung in den Städten die mei- ten Kinder geben müsse, weil dort auch die meisten Menschen seien. Diese Vorstellung ist aber durchaus irrig. Der Sog der Großstadt zieht Jahr für Jahr sausende von Menschen des platten Landes an — von ihr wieder herausgegeben wird aber mir ein Bruchteil davon! Daher der große Mangel an Arbeitskräften auf dem Land; denn der Menschenverlust der Landwirtschaft seit 1933 beträgt 1069 000 männliche und 398 000 weibliche Personen. Aus die= fen Zahlen ist gleichfalls ersichtlich, in wie starkem nicht würdig wären, daß -fie nicht auch einmal7 allein ihrer Aufgabe daheim gerecht werden könnten. Vielleicht hat die Mutter auch heute wieder so einen bunten Strauß von Gartenblumen vor sich, den ihr die Jüngsten gebracht haben. Eine stille Freude leuchtet dann aus ihren Augen, ein feiertäglicher Glanz, den die Kleinen noch nicht verstehen. Aber wir Männer, wir wissen darum, und hier draußen können wir es erst recht nicht vergessen. Die Mütter sind stolz darauf, daß sie den Männern jetzt beweisen können, wie das Leben daheim auch ohne sie für eine Zeit weitergeht. Mag es sie auch noch härter anpacken — die Mütter Zeigen sich ihm gewachsen, sie klagen nicht, und immer behalten sie den Stopf hoch. Dafür ihnen allen zu danken, ist uns heute ein inniges Bedürfnis. Keine Blumen können wir euch heute barbringen, ihr Mütter. Wir bringen euch dafür unsere Herzen, wie wir es immer getan haben, wenn wir mit unserem bunten Gruß vor euch hintraten. Möge euch dieser Tag ein rechter Feiertag, ein Tag voller Sonne fein. Laßt Diese Zahlen beweisen eindeutig, welche Verlagerung sich tn der Bevölkerung vom Land nach der Stadt in den letzten Jahrzehnten vollzogen hat, sc> daß man schoy deshalb mit Recht die Bäuerinnen als die Mütter Deutschlands bezeichnen kann. Noch stärker tritt diese Berechtigung Zulage, wenn man die Zahl der Mutterkreuzträge- rinrien, insbesondere der an Landfrauen verliehenen goldenen Ehren kreuze betrachtet. So wurden beispielsweise allein in dem Bereich der Landesbauernschaft Südmark 2764 goldene, 1914 silberne und 2173 bronzene Ehrenzeichen für die deutsche Mutter verliehen. Aus der Landesbauernschaft Niedersachsen liegen Zahlen vor, nach denen 47 bäuerliche Mütter insgesamt 760 Kindern das Leben gaben, d. h. so vielen Menschen, wie em mittleres Dors Einwohner zählt! So erscheint es auch verständlich, daß der Geburtenüberschuß mit 5,7 v. H. in den ländlichen Gemeinden unter 2000 Einwohnern am größten ist, während er in den Großstädten auf 2,4 v. H. absinkt. Sind diese rein biologischen Leistungen der Landfrauen für die Erneuerung unseres Blutstroms und des Fortbestehen unseres Volkes schon an und für sich sehr groß, so gewinnen sie noch an Wert, wenn man berücksichtigt, unter welch schwierigen Verhältnissen sie vollbracht werden. Fällt doch der Landfrau, insbesondere der Bäuerin, schon in Friedenszeiten infolge des Arbeitskräftemangels auf dem Lande ein außergewöhnlich großes Maß ajr Arbeit zu. Ihre Tätigkeit beschränkt sich ja nicht allein auf Hauswirtschaft und Familie, sondern sie umfaßt schon in normalen Zeiten gleichzeitig den Garten, die Jungviehaufzucht, die Milch- und die Geflugelwirtschast. Jetzt im Krieg müssen viele Bauerinnen außerdem noch den Betriebsführer ersetzen, weil ihre Männer an der Front ihre Pflicht erfüllen und auch die übrigen männlichen gelernten Arbeitskräfte den grauen Rock tragen. So müssen sie sich um Saat und Ernte kümmern und dafür sorgen, daß Arbeitskräfte und Geräte sinnvoll eingesetzt werden, daß die Ablieferungspflicht rechtzeitig erfüllt wird und Buchführung sowie sonstige schriftliche Arbeiten glatt weiterlaufen. So ist auf allen möglichen Gebieten durch die Kriegsnotwendigkeiten für die Landfrauen ein erhöhter Arbeitsaufwand nötig geworden, den sie vermeiden würden, wenn sie nur im Interesse ihres eigenen Hofes zu wirtschaften brauchten und sich nicht im Rahmen der Erzeugungsschlacht mit ihrer Wirtschaft der Allgemeinheit verpflichtet fühlten. Alle diese Aufgaben erfordern von den deutschen Säuerinnen und Landfrauen ein Höchstmaß an Einsatzbereitschaft, das fast die Grenze des Menschenmöglichen erreicht. Aber sie stehen in festem Glauben an den Sieg nach wie vor an ihrem Platz und tun in stiller Selbstverständlichkeit ihre Pflicht in dem Bewußtsein, in völkischer wie in ernährungswirtschaftlicher Hinsicht einen entscheidenden Beitrag zum Endsieg zu leisten. ordentlich sprunghaften Zunahmen ihrer^Einwohnerzahlen niemals „aus eigener Kraft", sondern nur infolge des dauernd vom Land nach der Stadt fließenden gesunden Blutstroms möglich war, dann nimmt es nicht mehr wunder,, wenn man feftstellt, daß im Mittelalter 90 v. H. und noch 1816 rund 70 v.H. des deutschen Volkes auf dem Lande wohnten. Selbst 1871 betrug die ländliche noch 63,9 v. H. der Gesamtbevölkerung, so daß damals knapp jeder dritte Deutsche ein Städter war. 1933 jedoch ist dieses Verhältnis gerade umgekehrt; denn bei 32,9 v. H. ländlicher Bevölkerung lebt nur noch jeder dritte Deutsche auf d e ip Land! Beruflich gesehen ist dieses Zahlenverhältnis noch ungünstiger; denn nicht jeder auf dem Land Ansässige übt gleichzeitig einen ländlichen Beruf aus. So ergibt sich die Tatsache, daß heute jedem einzelnen, in der Landwirtschaft Beschäftigten die Aufgabe zufällt, vier Städter zu ernähren, während noch zu Ende des vorigen Jahrhunderts zwei Städter von zwei Landbewohnern ernährt wurden. Durch das Fenster, das von hinten die kleine Grabnische erhellt, fällt heller Lichtschein auf das Haupt der Ruhenden, gleitet ab, hat noch einen glänzenden Schimmer für die Königskrone, diö neben dem Haupt des Prinzen vom Haufe Orleans liegt, und verliert sich im steinernen Dämmer der weiten Gruft, in der auch eine Deutsche ruht, die 3n denkbar bester Betreuung. Von Alice Rilke, Hauptabteilungsleiterin im Frauenamt der DAF. Wenn Augen versagen Magnus-Brillen tragen! Wochengeld und Wochenlohn und eine Reihe anderer freiwilliger Leistungen der Betriebe zugunsten der Mütter werden nach wie vor gewährt. Das alte Problem der Gleichzeitigkeit von betrieblicher und häuslicher Arbeit zeigt sich während der Kriegswirtschaft natürlich noch verstärkt. Die Arbeitsanforderung hat zugenommen und auch die häusliche Tätigkeit ist durch die notwendige Regulierung der Verbrauchswaren zeitlich anspruchsvoller geworden als früher. Zur Erleichterung für doppeltbelastete verheiratete Frauen wurden besondere Möglichkeiten geschaffen, die je nach den Anforderungen des Betriebes und den jeweiligen Bedürfnissen anwendbar sind. Oft besteht die M ö g- lichkei^ eines freien Werktages in bestimmten Abständen oder sonst einer mit der Betriebsarbeit zu vereinbarenden Freizeit. Allgemein ist bereits jetzt wieder die Erfahrung gemacht worden, daß Leistungsfähigkeit und Arbeitsbereitschaft der Frauen steigen, wenn auf ihre häuslichen Pflichten ausreichend Rücksicht genommen wird. Dazu gehört vor allem auch die Sorge um die Betreuung der Kinder. Sie kann durch die Einrichtung von Betriebskindergärten sehr erleichtert werden. Aber das ist nur eine Form der möglichen Maßnahmen. Hinzu kommen noch die NSV. - T a g e s ft ä tte n, in denen die Kinder in bester Pflege untergebracht sind. Die Leistungsfähigkeit der Sozialen Betriebsarbeit, dieser wesentlichsten Einrichtung der DAF., für die soziale Betreuung der Frauen, wurde weiter verstärkt. Zur Zeit sind mehr als 2000 besonders ausgebildete Soziale Betriebsarbeiterinnen in Großbetrieben tätig. In kleineren Betrieben erfüllen Betriebsfrauenwalterinnen die gleichen Aufgaben. Sie nehmen sich der verheirateten Frauen und Mütter innerhalb der Gefolgschaft ganz besonders an. Dabei werden sie unterstützt von den Werkfrauengruppen, die durch kameradschaftliche gegenseitige Hilfeleistung gerade den werktätigen Müttern ihr doppeltes Tagewerk erleichtern. Oie mütterliche Hand. Gedanken zum Muttertag von Helmut Hölscher. In Dreux, dieser Stadt, die eine Grenze ist zwischen der Normandie und der Ile de France, in ihrem leichten, gesprächigen Leben schon ganz der Mitte Frankreichs angehörend, lag einst das Stammschloß der Orleans, die viermal in der Geschichte den Franzosen Könige gaben. Heute steht auf dem Berg, der an seinen Rändern noch die Befestigungen einer Zitadelle trägt, neben der letzten Turmruine der alten Burg eine . weitragenüe Kuppel, von goldener Krone überdacht; die Grabkapelle jenes Louis-Philippe, den man den Bürgerkönig oder den mit dem Regenschirm nennt, und seiner Nachkommen, deren jetzt Lebender als Graf von Paris noch immer die Krone Frankreichs beansprucht. Die Frau jenes Philippe-Egalits, der mißtönend stimmte für den Tod seines königlichen Vetters Ludwig XVI., und dessen Haupt denn auch auf dem Schaffot fiel, ließ sie errichten. In der Mitte ' oer Krypta ruht ihr Sohn, eben jener erste Louis- Philippe, der in England, des Landes und der Krone verlustig, im Exil starb, nachdem ihn die Februarrevolution des Jahres 48 vom Throne gefeat hatte. Aber nicht von seinem Grabmal, das ihn in Purpur und Hermelin neben feiner knienden Frau noch auf- gerichtet zeigt, soll hier die Rede sein, auch nicht von der schönen weinenden Frau Frankreichs, die als nackter Engel ihm im Rücken sitzend sein Wappen hält. Nicht die wundervollen Glasfenster, die in ihrer Pracht und im reichen Spiel ihrer Farben wohl einzigartig in Frankreich sein mögen, machen den Eindruck jener prunkenden Stätte des Todes aus. Eine Geste ist es, die hier zu Herzen geht, von ihr soll erzählt werden. Zu Seiten des Grabes seines Vaters ruht im Mantel, den Degen in der Faust, fein ältester Sohn, der Herzog von Orleans, Ferdinand-Philippe, der, 1810 geboren, 1842 bei einem Wagenunglück unfam. Zeitschristen. . ~ Das Maiheft der Zeitschrift „Neues Volk" (Blatter des Rassenpolitischen Amtes der NSDAP., Verlag Berlin SW 68) wird mit einer kurzen Betrachtung über das Thema „Ist Genie erblich?" von Martin Richard Möbius eingeleitet. Eine Anzahl Patfenber Bildwiedergaben illustriert den Beitrag ^Künstler an der Front", lieber den Sinn des Muttertages -schreibt Dr. Otto Muntendorf. Kulturgeschichtlich und ethnographisch lehrreiches Material bringen die Aufsätze „Weiße Sklaven" und „Das Bolk der Kroaten", beide mit interessanten Aufnahmen. Aus dem sonstigen Inhalt sei auf die ständige eparte „Völkische Lebensfragen" mit Gutachten des. Rassenpolitischen Amtes und auf den Beitrag „Wie vererbt sich die Augenfarbe?" aufmerksam gt- macht. Maß sich infolge der stärkeren Abwanderung der Männer alle Arbeit auf die Schultern der Frauen oerfagert hat. Dies erhellt noch deutlicher aus folgendem: Während 1933 zahlenmäßig eine gleiche Arbeitsverteilung bei Männern und Frauen in der Landwirtschaft vorhanden war, ergab sich schon vor dem Krieg 1939 die Tatsache, daß 5,938 Mill. Frauen nur 4,902 Mill.' Männern gegenüberftemben. Dieses Verhältnis hat sich naturgemäß feit Kriegsbeginn m zunehmendem Maß nach der Frauenarbeit hin verlagert. Wenn man sich einmal vergegenwärtigt, daß alle unseren großen Städte sich erst im Verlauf der beiden letzten Jahrhunderte bis zu ihrer heu-, tigert Größe entwickeln ■ konnten, daß die außer- Mutter und Kind. Von Ernst Heyda. Die Nacht ist hereingebrochen, unser Zug hat schon Verspätung, von draußen schlägt es an die Scheiben, die Menschen, die an den Stationen zusteigen, bringen einen Hauch von Nässe.mit ... Vor mir, auf der anderen Bank, sitzt ein junges Ehepaar. Der Vater hat einen kleinen Jungen auf dem Schoß, der fest und mit tiefem Atem schläft. Die junge Mutter wiegt ein Mädchen auf den Armen. Ab und zu durchbricht ein klägliches Wimmern die Eintönigkeit unserer Fahrt, dann spricht die Mutter ein paar leise, zärtliche Worte, und das Kind beruhigt-sich wieder. Die Lampe ist verdunkelt, ich habe schon lange mein Buch beiseite gelegt und döse wie die anderen vor mich hin. Nur auf den Stationen bricht ein Lichtstrahl ins Abteil und huscht über die müden Gesichter der Mitfahrenden. Eine Sekunde lang wird es lebhafter; aber wenn der Zug wieder in Bewegung ist, ist alles in Schwere und Trägheit .versunken. Eine junge Frau ist zugestiegen, sie hat keinen Platz mehr gefunden, meine Aufforderung lehnt sie lächelnd ab. Sie steht vor der jungen Mutter. Ich sehe ein rührendes Lächeln über ihr Gesicht gehen, als sie das kleine Kind entdeckt, sie hebt ein wenig die Hand, als wolle sie es aufnehmen. Das Mädchen ist munter geworden, irgendeiner hat die Luftklappe geöffnet, man kann wieder leicht atmen. Das Kind stellt sich auf den Schoß der Mutter, die winzigen Händchen greifen in der Gegend herum und finden die Hand der jungen Frau, die zwischen den Bänken steht. Ein Kosewort entschlüpft den Lippen der Fremden, sehr zart nimmt sie die Hand des Kindes und streicht darüber. „Wie alt ist es denn?" fragt sie flüsternd, um die anderen nicht zu stören. „Acht Monate!" lächelt die Mutter stolz. „Ach!" sagt die junge Frau. Noch immer hält sie die Hand des Kindes, das aus dem Schoß der Mutter aufstrebt und mit großen Augen in einen dünnen Lichtstrahl blickt, der aus einer winzigen schwachen Stelle der blaugestrichenen Lampe herausbricht. Das Kind versucht an der Mutter emporzuklet- tern; mit beiden Händen greift es nun in das Haar der ach so geduldigen und alles ertragenden Mutter, fällt zurück und in die Hände der jungen Frau. „Bitte, geben Sie es mir doch einen Augenblick!" fagt sie und nimmt das Kind zärtlich auf ihre Arme. '.Ich habe auch ein Mädchen", sagt sie, „sieben Monate ... Ich habe es schon so lange nicht mehr auf dem Arm gehabt ..." „Sehr lange?" fragt die Mutter bedauernd und erschrocken, denn sie fühlt ihre Verbundenheit mit der anderen Frau, mit der anderen Mutter. "Zwei Tage schon nicht, ich war bei meiner Schwester ..." Zwei Tage ... lächelt einer? Ich sehe in die Gesichter der anderen, die zugehört haben. Nein, niemand lächelt, keiner, sie sehen in das klare Gesicht der jungen Frau, das nun den Ausdruck reiner Mütterlichkeit trägt und einer Verinnerlichung, die aus dem übervollen Herzen kommt, da ihre Hand mit leiser, fast hilfloser und dennoch bewußter Gebärde das Köpfchen des fremden Kindes streichelt. Zwei Tage: ein Wehen, ein Pendelfchlag, ein , Richts in unserem Leben und dennoch eine Unendlichkeit im Herzen einer Mutter. (PK.) Es ist Maienzeit, und toenn meine Hand den kleinen Taschenkalender durchblättert, den mir em lieber Freund zum Weihnachtsfest sandte, bann Zeigt der dritte Sonntag dieses Monats ein Wort, das das Herz schneller schlagen läßt: Muttertag! Ich vergesse die Umgebung und sinne dorthin, von wo vor wenigen Monaten der kleine Kalender in meine Hand kam. Muttertag! Zeit zum Zurückdenken und Besinnen. Die Gedanken werden jo ehrfürchtig und ftiü, wie wir es lange nicht nieyr gewöhnt waren. Oder doch? Ja, damals, als nach langer Pause der erste Brief von zu Hause kam, das erste Lebenszeichen nach vielen Wochen. Damals war es auch, als ob die Heimat unter uns träte, und alles ringsum wollte versinken und in Vergessenheit geraten. Und heute ist es wieder so, heute ist Muttertag. Wir wollen doch nachher gleich einmal zur Wiese am Waldesrand schauen, ob sich da immer noch kein Blümchen sehen läßt. Ja, Blumen! In jedem Jahr waren sie an diesem Tag unsere Begleiter zu den Müttern. Als wir noch Kinder waren, konnte der Strauß nicht groß genug sein. Der Mutter brachten wir.einen Buschen, so bunt wie möglich, am liebsten aus dem Garten oder von der Wiese mit eigener Hand gepflückt. Und sie wäre auch mit dem kleinsten, bescheidensten Blümchen zufrieden gewesen, unsere Mutter, wenn sie nur sah, daß ihre Kinder an sie gedacht hatten. Später, als wir größer wurden, mußte es schon etwas „Besseres" sein. Wir sparten lange für diesen Tag, und nachher waren uns die teuersten Treibhausblumen des Gärtners kaum gut genug für die Mutter. Sie lächelte nur dankbar und strich uns leise über den Kopf. Wir ahnten vielleicht immer noch nicht, daß ein einziges Vergißmeinnicht es auch getan hätte. Wenn wir nur einmal im Jahr der Mutter dankten, daß sie stets für uns da war, so selbstverständlich und still, ohne viele Worte, aber auch ohne von uns mehr als diesen kleinen Dank am Muttertag zu erwarten. Noch später, aber bas weiß jeder Mann selbst am besten, wie er der Mutter ferner eigenen Kinder an diesem Tage dankte. Ich brauche es nicht ZU sagen. Nun hatten die, denen es das Schicksal so vergönnte, zwei Mütter zu bedenken: die Frau, die uns selbst bas Leben geschenkt hatte, unb die, । die unsere Lebensgefährtin geworden war. Ihrer alle gedenken wir heute, und dabei wissen wir, daß wir mehr Anlaß als je dazu haben. Was wir hier draußen tun, davon wollen wir nicht erst sprechen. Das ist Männerhandwerk und so selbstverständlich, daß es keiner Worte darüber bedarf. Was aber bie Frauen, bie Mütter zu Hause leisten, wie sie ihr Leben m e i ste r n müssen angesichts des Krieges, der nun schon zum drittenmal diesen Tag iiberschattet, das soll doch gerade heute einmal vor unserem inneren Auge ganz hell und klar werden. Meistens kennen wir cs ja nur aus den Briefen, unb wenn wir es genau überdenken, dann wissen wir nur sehr wenig davon. Geht es nicht jedem Mann und Sohn so, daß er in den Heimatbriefen stets erst zwischen den Zeilen lesen muß, wenn er die wirklichen Sorgen der Frauen erforschen will? Unsere Mütter! Sie find so tapfer unb stark, baß sie uns nicht mit ihrem Kummer behelligen wollen. Sie wollen unsere Herzen frei machen für bie Aufgabe, bie uns gestellt ist unb bie ja auch in erster Linie ihnen selbst bient. Und doch wissen wir/ daß sie es nicht leicht haben. Die Väter und Männer und Söhne' fern — und doch muß alles im Lot bleiben. Die Kinder sollen genau so gut erzogen werden, als wäre der Vater dabei. Das Haus soll in Ordnung bleiben, wenn auch die starke männliche Hand fehlt. Die von den Männern verlassenen Arbeitsplätze müssen ausgefüllt werben. Der Acker soll feine Ernte tragen, mag es auch noch schwerfallen, ihn ohne Hilfe zu bestellen. Und außerdem ist heute — wir wissen das alle — bie Heimat mehr denn je zugleich auch Front. Aber alles wird mit Gleichmut, mit starkem Herzen und stolzem Sinn einmal alle Sorge beiseite und träumt euch in eine Zeit, da die Söhne und Männer wieder bei euch sind! Ich weiß, das ist ein Gedanke, her euch heute bas Herz noch etwas schwermacht, benn ihr habt es nicht in ber Hanb, diesen Tag herbeizubringen, mögt ihr euch auch noch so sehr banach sehnen. Habt Vertrauen in bie Vorsehung, habt Glauben an den, der uns führt, unb dessen ganze Kraft dafür steht, daß ihr nicht mehr zu lange warten müßt! Unb vergeßt nicht, baß wir ja für euch hier draußen stehen, wir, benen ihr Mütter feib! Ihr sollt ruhig unb sicher im Schutze unserer Waffen euer Leben führen, sollt bas Bestehende bewahren, sollt für unser aller Zukunft bereit sein. Die Aufgabe, bie euch ber Krieg gestellt hat, erforbert eure ganze Kraft, wie sie von uns ben ganzen Einsatz verlangt. Denkt ihr so, bann wißt ihr, baß wir niemals von euch getrennt würben, baß wir immer an eurer Seite sind Das Schicksal unseres Volkes ist auch jebes einzelnen Schicksal unb hat uns inniger miteinander verbunden, als es die stärksten Bande des Blutes unb ber Familie tun können. Seid stark in dem Bewußtsein, daß wir mit euch sind, heute am Muttertag — unb für immer! (NSK.) Der Muttertag war bisher ein Tag des Dankes an die Mutter für ihre aufopfernde stille Arbeit im Dienst der Familie. Heute stehen nun viele taufend Mütter ungeachtet ihrer häuslichen Pflicht als Schaffende in der deutschen Kriegswirtschaft. Immer' auf das Wohl und Glück ihrer Angehörigen, ihrer Kinder bedacht, helfen sie die Waffen schmieden, mit denen dem deutschen Volk und seiner Jugend eine Zeit des Friedens und ungestörten Wohlstandes erkämpft werden soll. Diesen Müttern gilt am Muttertag der besondere Dank der Nation. Im gegenwärtigen Kriege zeigt sich die Unent- behrlicykeit der weiblichen Mitarbeit besonders deutlich. Die großen Leistungen der deutschen Rüstungsindustrie find nicht denkbar ohne die Einsatzbereitschaft und das hohe berufliche Können der Millionen schaffender Frauen. Nicht wenige unter den Tüchtigsten find Hausfrauen und Mütter, die mit selbstverständlicher Treue in ber Kriegswirtschaft ftehen unb außerdem noch für ihre Familie sorgen. Was vollbringen diese Frauen an Leistung und Opfer! Sie fragen und klagen nicht, sie ar bei- t e n. Viele von ihnen stauben schon währenb des Ersten Weltkrieges in den Betrieben unb arbeiten nun wieder mit ber gleichen Zuverlässigkeit in der Kriegswirtschaft. Es ist selbstverständlich, daß die Betriebe im Zusammenwirken mit ber Partei alles tun, um nach Möglichkeit ben werktätigen Frauen, insbesondere aber den Hausfrauen und Müttern unter ihnen, die denkbar beste soziale Betreuung zu verschaffen. Daher ist die betriebliche Betreuung der Frauen auch in der Kriegswirtschaft durchweg aufrechterhalten morden und wirb auch in Zukunft niemals nachlassen. Daß Kriegswirtschaft erhoffte Leistungen verlangt, ist auch für bie Frauen selbstverständlich. Doch werden Zugeständnisse von Ausnahmen des Arbeitsschutzes immer von strengen Voraussetzungen abhängig gemacht. Insbesondere ist der bestehende Mutterschutz nicht gelockert worden. Auch die Differenzzahlung zwischen Haus schaffen, wo Backwunder Reese-Gesellschaft Hameln Man beim (gärtner W diesem Zwecke mch Beseitigung von Gemusebnu berettzu euem ' ™ Schnee und Ei- nicht selten die hartgefrorene Erde knbaubetnebe ine Curf: w-««lorfluna mu ihrer Freilandflächen auspickeln und zum Gewächs- Gemüse bis zum Erscheinen der Ertrage » ' Haus schassen, wo sie dann auftauen und abtrocknen mäßigen Gemüsebaues auf dem Markt fchließen. Die Gemüsezucht erfordert eine Unmenge sorgfältigster Kleinarbeit. Das leuchtet schon ohne weiteres ein, wenn man sich den Weg der Pflanze von der Aussaat mitten im tiefsten Winter im Gewächshausbeet oder -töpfchen bis zur Umsetzung m Fruh- beetkästen oder auf das Freiland vor Augen halt. Zum Beginn der Anzucht im heizbaren Glashaus ist nicht etwa für jede Pflanze jede Erde ohne weiteres verwendbar: es muß vielmehr nach den verschiedensten Gesichtspunkten der Pflanzenzucht auch das Erdreich ausgewählt werden, um das geeignete Saatbett zu bekommen. Im Dezember und Januar, auch noch im Februar, mußten unsere schließlich der Zeitpunkt gekommen war, an dem die Pflänzchen je nach ihrer Eigenart in das Freiland umgesetzt werden konnten. Aber auch hier wurde ihnen noch alle liebevolle Sorgfalt des Gärtners zuteil, der sie in Kasten mit Glasdach oder auf freien Beeten durch Bedecken oder zweckentsprechendes Lüften vor der Ungunst der Witterung schützte bzw. der wachstumsfördernden Einwirkung der Sonne ausfetzte. Andere Pflanzen mußten bis in die letzten Tage hinein in den Gewächshäusern verbleiben und Haden jetzt erst ihren Standort im Freien in Kästen unter Glas oder auf dem Beet erhalten. Ein weiterer Teil wächst aber noch im Schutze der Glashäusern heran, um seinen Ertrag noch schneller als vom Freiland für den Verbrauch zur Verfügung zu stellen. In manchen Gewächshäusern Wurden dank dieser großzügigen und sachkundigen Arbeit hintereinander bisher schon vier Ernten an Pflanzgut erzielt, nämlich Salat, Blumenkohl, noch einmal. Salat und schließlich Tomaten. Und nun wird vom Frei!and wie auch aus den Gewächshäusern schon seit einer Reihe von Tagen Frühgemüse aller Art „Es ist ja Krieg!" Kein Deckmantel für eigene Untugenden, Viele Mütter haben schon einen der Ihrigen dem Vaterlande zum Opfer gegeben, manche schon zwei. So gehen unsere Gedanken am Muttertag zuerst zu den trauernden Müttern. Ihnen gehört unser aller Dank, von ihrem Einsatz und ihrem Opfer leben die Völker. Daß sie die Pflicht über das Glück zu stellen verstehen, macht ihre Größe. Den Dank bringt ihnen das Leben selber. Kür Tapferkeit vor dem Keinöe. Der Gefreite Siegfried Lowitz, der als Schauspieler im Ensemble des Theaters der Universitätsstadt Gießen bekannt wurde, erhielt für besondere Tapferkeit bei den Kämpfen im Osten das Eiserne Kreuz I. Klasse. Verdunkelungszeil: 16. Mai von 22.12 bis 4.54 Uhr. 17. Mai von 22.14 bis 4.52 Uhr. Aus der Stadt Gießen. , Der Tag der Mütter. Von Wilhelm Feldner. Der Krieg ändert viele Lebensgewohnheiten,- nicht bloß im äußeren Dasein, das sich den neuen 23er= hältnissen und Notwendigkeiten anpassen muß, auch in die tieferen Bezirke trägt er seinen Ernst Hinern. Manches Fest, das sonst dem Frohsinn und der inneren Bereicherung diente, kann nicht mehr gefeiert werden. Einen Tag aber wollen wir genau wie im Frieden mit der ganzen Kraft des Gemütes feiern, den Muttertag. Das Bild der Mutter steht über dem Wechsel der Zeiten, und ihre Liebe gehört zu den unverlierbarsten Werten der Welt. Es ist unnötig, viele Worte zum Muttertag zu machen: was zu sagen ist, liegt in den zwei Silben „Mutter" beschlossen. Wenige Tage werden daher j so zu jedem einzelnen sprechen, wie dieser Tag, , denn jeder Tag hat eine Mutter gehabt und ver- j bindet mit ihrem Bild die Vorstellung selbstloser , Güte und Aufopferung. Niemand mag wissen, ■ welche Bedeutung und welchen Einfluß es auf die Entwicklung des Menschen hat, und wie seine spätere Haltung gegenüber der Umwelt dadurch bestimmt wird, daß die Außenwelt zuerst in der Gestalt der Mutter ihm entgegentritt. Der kämpft leichter, der glaubt leichter, der lebt leicher, der in einer Mutter erfahren hat, wie die Kraft des Herzens mit den harten Tatsachen des Lebens fertig zu werden versteht und wie Liebe und Treue selbst da noch den Weg finden, wo Verstand und Erkenntnis ihn nicht mehr sehen. Das Weib ist wie alle Sterblichen den Menschlichkeiten des Daseins unterworfen, aber es wird vollkommen, wenn es liebt — das weiß der Mann und das weiß das Kind. Hier ist eine Kraft, die aus Urgründung der Schöpfung lebt und die in der bis zum Opfer gehenden Liebe zum eigenen Blut den göttlichen Rang des Blutes verkündet. Wenn daher eine Erscheinung der Welt das Beiwort des Heiligen verdient, dann ist es das Bild der Mutter. Wer das nicht fühlt, wer erst durch Rede und Aufruf erinnert werden muß, was ihm die Frau ist, die ihm das Leben geschenkt und seine Jugend betreut hat, dem werden auch hundert Muttertage und tausend Reden auf die Mutter die Seele nicht in Schwingung versetzen. Nicht zum Erklären und Mahnen ist der Muttertag da, sondern zum Danken. Wie das der einzelne macht, ist Sache des Herzens, denn das Verhältnis von Mutter und Kind ist das allerpersönlichste. Oft sagt ein Blick mehr als das kostbarste Geschenk und macht reicher als jede Gabe. Der Mensch ehrt die Mutter, das Volk ehrt die Mütter. In ihnen berührt sich am sichtbarsten das Einzelleben mit der Gemeinschaft, denn sie schenken dem Volk das neue Geschlecht. Nur wenige Frauen haben ihren persönlichen Namen in das Buch der Geschichte eingegraben, sie haben keine großen Erfindungen gemacht und keine großen Bauwerke geschaffen, sie haben keine Schlachten geschlagen und keine Reiche gegründet, aber sie haben die Großen geboren, die alles das schufen, und sie haben all die Namenlosen erzogen, die für ihr Volk wieder und wieder das Leben einsetzten und die auch heute die Heimat mit dem Wall ihrer Leiber schützen. Ganz enthüllt erst der Krieg die Größe der Mutter. Sie trifft der Schlag des Feindes am tiefsten, denn wie in einem Brennglas sammeln sich in ihrem Herzen die Ausstrahlungen des Krieges, seine Sorgen, seine Nöte, seine Schmerzen. Aber Selbstlosigkeit ist noch immer das Wesen der wahren Mutter gewesen, und so bringen die Mütter der Gegenwart ihr Opfer für die Mütter der Zukunft/die doch auch wieder ihre Kinder sind. Es gibt schlimmere Dinge, als einen Sohn an der Front zu wissen: wer das bezweifelt, der schlage die dunkelsten Seiten der Geschichte des Ostens auf, über den der Bolschewismus gekommen ist. eine Nachlässigkeit in der Arbeit ober eine Dummheit zu entschuldigen. Auch Unzuverlässig^it kann durch diese allzu bequeme Ausrede vom „Krieg als Ursache alles Uebels" großgezogen werden. Denn es ist fa so leicht, alles mögliche zu versprechen, wenn man später die zeitbedingten widrigen Umstände als Entschuldigungsgrund für den Bruch des Versprechens verantwortlich machen känn. Nachlässigkeit in der Kleidung ober die mangelnde äußere Pflege begründet man ganz einfach mit der Aussichtslosigkeit, genügend Textilien ober Toilettenge- genstände zu erhalten. So oder ähnlich lauten die Ausreden, die mancher heutzutage schnell bei der Hand hat, wenn es gilt, eigene Untugenden zu verdecken. Der Betreffende vergißt dabei allerdings, daß er dadurch in Gefahr gerat, seine kleinen Schwächen unter dem Deckmantel des Krieges großzuziehen. Man bemüht sich bald gar nicht mehr, einen Ausweg aus einer Schwierigkeit zu suchen, sondern schickt sich einfach drein. Die Zeit aber verlangt von uns, daß wir der augenblicklichen Schwierigkeiten Herr werden, und dazu gehört nicht zuletzt, daß wir alle unsere kleinen Unzulänglichkeiten und Schwächen abtun zum Wohls des großen Ganzen! . Gemüsepflanzen im künstlichen Gommer. ttnsere Gartenbaubetriebe im Dienste der Frühgemüse- und Pflanzenlieferung • ■ l • ! f: _ am ifnr Viele Dinge haben durch den Krieg ein anderes Gesicht bekommen. Der Kleinkram des täglichen Lebens ist um vieles aufreibender und komplizierter geworden und manche Pläne, Absichten und Ansprüche lassen sich erst nach vielen mühevollen 2In- strengungen durchsetzen und befriedigen. Jeder Tag bringt aufs neue irgendwelche Widerstände, die es zu überwinden gilt, ehe man das Ziel erreicht. Dieser ewige Kampf mit den widrigen Umständen und all der tägliche lästige Kleinkram machen müde, aber er ist nun leider einmal durch die Tatsache, daß wir schon im dritten Kriegsjahr leben, bedingt. Die Versuchung, diesen dauernden Kampf ab- zubrechen und alles so laufen zu lassen, wie es sich gerade von selbst ergeben würde, mag daher für manchen oftmals" recht groß sein. Sicherlich ist es gut, einige überspitzte Hoffnungen und maßlose Wünsche als undurchführbar aufzugeben oder deren Erfüllung auf die Zeit nach dem Kriege zu vertagen. Man darf jedoch darum nicht fatalistisch einem inneren Schlendrian verfallen, der allzu leicht für alle menschlichen Schwächen allein den Krieg verantwortlich machen möchte. Die Redensart „Da kann man nichts machen, es ist halt Krieg" wird dann leicht zu einer alles verzeihenden Ausrede für jede eigene Untugend. Da versucht man plötzlich, eigene Unpünktlichkeit mit der beliebten Ausrede von der Unsicherheit der Verkehrsmittel im Kriege zu bemänteln. Unhöflichkeit und Unfreundlichkeit — will man sich selbst und anderen einreden — sind durch die große seelische Belastung des Krieges zwangsläufig bedingt. Dabei sind sie nur die Folgen eigener mangelnder Seldst- ''"l>errschung. Ein andermal hat man nicht ausgeschlafen oder man hat schlechte Laune, gleich sind es die überreizten Nerven, die herhalten müssen, um m weitem Ausmaß an unsere Hausfrauen verkauft und dadurch die Brücke gebildet bis zur Anlieferung der späteren Gemüse aus dem reinen Freilandbau der Gärtnereien und der Landwirtschaft. * Der Gemüsepflanzenbau im künstlichen Sommer in den Gewächshäusern vom Winter her hat — um hier nur einige Beispiele zu nennen — zur Folge, daß wir reife Tomaten, deren Pflanzen nach der Anzucht im geschützten Raum nun weit früher- als !Oh[t .19 Freie gebracht werden konnten, schon etwa von Mitte Juni ab erhalten können, wahrend sie bei der früheren Methode des Gartenbaues erst etwa Ende August gekommen wären: Salatgurken werden wir infolge dieser Arbeitsumstellung etwa drei bis vier Wochen früher als sonst kaufen können: Wirsing werden wir ebenfalls etwa vier Wochen früher bekommen; daß wir den köstlichen Spinat und die prächtigen Salatköpfe schon seit Tagen für unsere Mahlzeiten zur Verfügung haben, ist ebenfalls auf diese Umstellung unserer Gartenbaubetriebe zurückzuführen. Sehr bedeutsam ist ferner Hie um mehrere Wochen frühere Lieferung von Gemüsepflanzen an die Kleingarten- und Schrebergartenbesitzer, die dadurch ihre Gartenstucke zeitiger als sonst bestellen und nun schon bald selbst ernten können, um damit bei der Nachfrage auf dem Wochenmarkt ober in den Gemüsegeschäften als Käufer auszujcheiden. Für die weitere Aussaat von Pflänzlingen, wie Sellerie, Porree usw., ist ebenfalls schon seit Wochen umfassende Vorsorge getroffen, so daß die Belieferung der Gartenbauinteressenten mit ausreichendem Pflanzmaterial weiter hin gesichert ist. Anzuchten aber zur rechten Zeit zum Auspflanzen in bas Freilcmd der gewerblichen Gärtnereien oder zur Abgabe an die Kleingartenbesitzer und Schrebergärtner zur Verfügung standen. ♦ Bei unserem Gang durch die Gewächshäuser in verschiedenen Gartenbaubetrieben konnten wir überall das gleiche feststellen: der Gemüseanbau wird heute von unseren Gärtnereien als vornehmste Verpflichtung angesehen. Obwohl bei der Vlumengärt- nerei erheblich höhere finanzielle Erträge erzielt werden als beim Gemüsebau, haben sich unsere gewerblichen Gärtnereien, in Uebereinftimmung mit der Parole des Gartenbauwirtschaftsverbandes im Reichsnährstand, zu 50 bis 60 v. H. der Anbaufläche auf die Gemüsewirtschaft umgestellt. Das erfreuliche Ergebnis dieser Anpassung an dringende kriegswirtschaftliche Erfordernisse kommt darin zum Ausdruck, daß unsere heimischen Gärtnereien jetzt die Versorgung der Bevölkerung mit Frühgemüse aller Art weitgehend erfüllen und daneben noch viele Tausende von Pflänzchen für den Kleingarten- und Schrebergartenbau abgeben können. Die Wintermonate zeigten in den sorgsam auf. geeignete Tem- üeratur gehaltenen Gewächshäusern sowohl auf den langgestreckten Beeten als auch in Pflanzkästen auf den Hängegerüsten riesige Kolonnen junger Pflänzchen in den verschiedensten Wachstumsperioden. Die Aussaat erfolgte im Dezember, im Januar wurde pikiert, in Tragkästen um gepflanzt oder in Töpfe gesetzt, dann wurde das Pflanzgut in den gut zuge- deckten Glashäusern immer weiter entwickelt, bis mußte, dem jeweiligen Zweck entsprechend zu mischen, selbstverständlich auch zu säubern war,.um schließlich für die Frühaussaat des Pflanzgutes Verwendung zu finden. Daß die Heizung der Glashäuser und ihre Instandhaltung nicht nur großen Aufwand an Geldmitteln, sondern auch viel Arbeit erforderte, außerdem die besonders sorgfältige Pflege der Pflanzen ganz erhebliche Leistungen an wirtschaftlicher Kraft in weitem Sinne des Wortes notwendig machte, ist wohl jedermann ohne weiteres verständlich. Die Arbeit wurde mit dem For^ schreiten der Entwicklung des Pflanzgutes auch nicht etwa weniger, sondern im Gegenteil immer mehr: denn die Heranwachsenden Pflänzchen mutzten in Tausende von Töpfchen und Töpfen tn den Gewächshäusern umgesetzt und immer wieder ~ag für Tag sorgfältig betreut werden, um Verluste zu verhüten und damit nicht nur für den Gartenbauer, sondern auch für die Volksgemeinschaft, Die auf sorgfältigste Ausnutzung des Pflanzgutes heute mehr denn je angewiesen ist, Nachteile von vornherein auszuschließen. Daß in den Gärtnereibetrieben heute auch nicht mehr die Arbeitskräfte ui so reichem Maße wie in der Friedenszeit vorhanden sind, der Gärtnereibefitzer Die Hauptlast aller Arbeit allein tragen und im übrigen mit Hilfskräften auskommen muß, versteht sich von selbst. In anerkennenswerter Weise wird ihm dabei von der tatfrohen Jugend, insbesondere von jungen Mädchen, soweit wie möglich Hilfe geleistet, daneben sind es aber auch unsere Frauen, die ihre Arbeitskraft in diesen Betrieben in dankenswerter Weise nutzbar machen. Entsprechend der Art dieser Betriebe läuft die Arbeit natürlich von der frühen Morgenstunde bis weit in. den Abend hinein, und meist bedeutet auch der Sonntag keine Ruhepause, da ja die Pflünzen und die Pflege der herangewachsenen Gemüsebestände ununterbrochen ihren Anspruch an die Betreuung durch den Menschen stellen.- Daneben geht die Blumenzucht ebenfalls weites wenn auch in beschränktem Umfange. So sind unsere Gartenbaubetriebe überall fast ohne Ruhetag für die Schaffenden fleißig an der Arbeit, um für die Bevölkerung nach bester Möglichkeit Fruhge- müfe bzw. das erforderliche Pflanzgut für die vielen Klein- und Schrebergärten, für die Tomatenzucht auf dem Balkon oder für die wirtschaftliche Ausnutzung kleiner Flächen hinter den Häusern durch Gemüsebau bereitzustellen. Damit helfen die Gar- Die Gießener Gartenbaubetriebe haben sich im verflossenen Winter noch mehr als im Vorjahre auf ausgedehnten Gemüsebau um- gestellt und zugunsten dieser Versorgung die Blumenzucht stark zurücktreten lassen. Der Erfolg dieser Maßnahme besteht darin, daß d-r Bevölkerung in den gemüsearmen Monaten April bis Juni mit Frühgemüse in ansehnlichem Ausmaß gedient werden kann. Eine Unterredung mit Inhabern von Gartenbaubetrieben gab uns interessanten Aufschluß über diese Betriebsumstellung. Der größte Teil unserer Gießener Gartenbaube- triebe hat schon von jeher den Gemischtbetrieb gepflegt, d. h. Blumenzucht und Gemüseanbau betrieben; anderseits wurde aber auch die Blumenzucht allein zum Gegenstand des Betriebs gemacht, da die Nachfrage nach Blumen nicht nur am hiesigen Platze andauernd sehr lebhaft war, sondern der Blumen- derlaub weithin ins Reich und über die Reichsgrenzen hinaus ein lohnendes Unternehmen darstellte. Der Krieg mit seinen Erfordernissen auf versorgungswirtschaftlichem Gebiet hat, insbesondere seit dem vorigen Jahre und noch stärker im Verlaufe des letzten Winters, in allen ©artenbaubetrieben die Aufgabe des ganz erheblich vermehrten Anbaues von Frühgemüse in den Vordergrund gerückt, damit die Derbraucherschaft in der gemüsearmen Zeit soweit wie nur irgend möglich Frischgemüse in die Hand bekommen kannte. Die Erfüllung dieser Aufgabe hat unsere Gießener Gartenbaubetriebe schon im tiefsten Winter, als die Natur überall noch in Schnee und Eis erstarrt war, stark in Anspruch genommen. Es galt damals, Tausende van jungen Pflänzchen zu überlisten und ihnen den Sommer vorzutäuschen, d. h. in den geheizten Gewächshäusern, die früher nur den Blumen als Aufenthaltsort dienten, eine Unmenge junger Pflanzen vorzukeimen und allmählich aufzuziehen, damit sie den Grundstock für unsere Frühgemüseversorgung aus den Gartenbaubetrieben bilden konnten, spätere (Nachdruck verboten.) 31. Fortsetzung. Hervorrufen mußten. Deshalb war er eines Nach' Kriminalrat Wenig hatte sich nach reiflichem Ueberlegen entschlossen, von den ihm von Willis zur Verfügung gestellten Karten zunächst keinen Gebrauch zu machen, sondern den Bühneneingang zu benutzen. Die drei Willis mit Partnerin waren zu dieser Vorstellung als vierte Nummer des ersten Teiles eingesetzt worden, während Elisabeth Perling die erste Nummer nach der Pause hatte. Willis befand sich mit seinen Partnern bereits in der Garderobe, um sich umzukleiden und zu schminken. Die Stimmung unter ihnen war denkbar schlecht. Der große Welt litt wieder unter Herzbeklemmungen und stöhnte unter einer unbezwinglichen Melancholie. Und daran war nur Willis schuld. mußte, in das kleine Restaurant zur Linkstraße gegangen und hatte sich zu Harro gesetzt. Er wollte Harro unter vier Augen sprechen, aber Harro meinte, er solle Skat mitspielen und ihm dabei erzählen, was er auf dem Herzen habe. Neumann und Fahrig, die beiden Musiker, würden dabei nicht stören, denn sie seien nur als Skat- pieler hier und er könne sie dabei nicht entbehren. „Die Sache ist die", begann Welt etwas verlegen, als er mit Harro zusammen gegen Fahrig spielte, „ich habe mit Ihrer Partnerin verschiedentlich gesprochen und glaube, daß eine gewisse Harmonie zwischen uns herrscht, eine, ich möchte sagen, innige —" „Die Zehn, Mensch", unterbrach ihn Harro etwas ärgerlich, „warum spielen Sie denn jetzt die Zehn aus, das ist doch noch viel zu früh, passen Sie doch etwas auf!" „Ah so, Entschuldigung", stotterte Welt und bekam einen roten Kopf, „natürlich. Ich wollte sagen, ein inniges Verhältnis —" „Verhältnis? Wieso Verhältnis? Mein Lieber, Ingrid ist keine Frau, mit der man ein Verhältnis beginnen kann." „Das dachte ich mir", schmunzelte Welt, ,/unt) es freut mich, daß Sie mir das bestätigen. Ich dachte mir also, daß sie vielleicht mit zu unserer Truppe stößt und ich sie dann heirate." Harro lächelte und legte die Karten »zusammen. „Wo haben Sie Skatspielen gelernt?" fragte er dann falt. Es gibt kaum einen Skatspieler, der diese Frage mit einiger Genauigkeit beantworten könnte. Auch Welt konnte es nicht. Er gab jetzt Karten und hatte während des nächsten Spieles genügend Muße, feine Unterhaltung fortzufetzen. „18 —" begann Harro, „Sie wollen also Ingrid heiraten — 20 —" „Gemacht", antwortete Fahrig. „Zweiundzwanzig — haben Sie deny mit ihr Warnung aus Stendal Roman von A. Lothar Philipp haben sollte, darüber war er sich selber nicht im klaren. Er hatte also, wie gesagt, sich an die Brust geklopft und ein Auge des Wohlgefallens auf die hellblonde Partnerin eines Seilkünstlers o-wörfen, der sich Harro, der Gentleman auf dem Seil; mit Partnerin nannte. Dieser Harro hatte unter anderem die liebens- "ürd'ae o;inpnfd)nft. daß er sich außerhalb seines Berufes sehr wenig um seine hübsche Partnerin r > h hii’-di'iiis nicht eifersüchtig zu sein schien, wenn Welt sich mit Ingrid unterhielt und mit ihr ins Kino ging. Von 5 bis 7 Uhr nachmittags ning er also mit ihr häufig ins Kino, denn seine Nummer kam gegen 9 Uhr dran und Harro war die zweite Nummer nach der Pause, hatte also Zeit bis gegen 10 Uhr. Harro saß dann gewöhnlich in einem kleinen Bierrestaurant in der Linkstrohe und spielte mit zwei Musikern der Kapelle Skat. Nach der Kinovorstellung lenkte Ingrid in Begleitung des großen Welt ihre Schritte zur Linkstraße, holte ihren Partner ab und alle fünf fuhren dqnn gemeinsam zum Eispalast. Das war ein reizendes Verhältnis gewesen, und Welt verlor alle Melancholie und wurde luftig und freute sich wieder seines Lebens. Er war ehrlich in Ingrid verliebt, dachte ernstlich an eine nähere Bindung und hatte beschlossen, mit Willis wegen einer Aufnahme Ingrids in ihrer Truppe zu beraten. Doch dieses zarte Verhältnis endete eines Tages mit einem Donnerschlag und stürzte den armen Welt aus seinem rosaroten Liebeshimmel wieder in die trüben Wogen der Melancholie. Er hatte nämlich herausgefunden, daß Harro sich nicht nur Gentleman nannte, sondern auch einer war. Und deshalb hatte er beschlossen, mit Harro ganz offen zu sprechen und nicht hinter seinem Rücken mit Ingrid irgendwelche Vereinbarungen zu treffen, die später womöglich seinen Widerstand Welt, der sich ursprünglich unrettbar in Elisabeth verliebt glaubte und Her durch die Unklarheit in bezug auf ihre Beteiligung im Mordfall Lanos schon einmal melancholisch geworden war, hatte sich allmählich zu einer freundlicheren Auffassung des Lebens durchgerungen und seine Liebe zu Elisabeth — wie er glaubte — endgültig begraben. Und dies deshalb, weil gewisse Gerüchte in Umlauf gesetzt worden waren, Gerüchte, die stark gegen Elisabeth sprachen und die aus einem entzückenden, zarten, blonden Mädchen eine Bestie machten, welche mit zielsicherer Heimtücke dos Unglück zweier Männer herbeigeführt hatte. Er hatte also fein verratenes Herz gepanzert, dachte nicht mehr an Elisabeth und empfand nur manchmal leise ein wehmütiges Gefühl, wenn er sie sah, ein Gefühl, welches ihm sagte, daß er all das Böse, was sie ihm zugefügt hatte, großmütig verziehen habe. ......„ v - r , - - ... - , - . Worig "das 23öfe bestand, das sie ihm zugesügt, mittags, als Ingrid allem Besorgungen machen^jchon darüber gesprochen^ „Auch zweiundzwanzig —" „Vier — dreißig —" „Ganz meine Meinung", gab Fahrig zur Antwort. „ „Sechsunddreißig — und was sagte sie dazu? ‘ „Mach ich nicht", sagte jetzt der Musiker. „Ich passe schon lange", warf Neumann ein. Harro nahm den Skat. „Ich habe überhaupt noch nicht mit ihr gesprochen", verteidigte sich Welt, „ich würde das für unkollegial halten. Ich wollte erft^mit Ihnen darüber sprechen, um zu sehen, was Sie von der Sache halten." ,Hch habe den unbestimmten Eindruck", sagte jetzt Harro, „daß Sie mauern." „Wer? Ich?" rief’ Welt schuldbewußt. „Nein, Neumann." „.Seine Spur. Aber Welt hat mir solch niederträchtige Karten gegeben, daß mir gar nichts anderes übrig bleibt. Mit verliebten Leuten sollte man nicht spielen." „Sageri Sie nichts gegen Welt, er meint es ehrlich", lachte Harro, „wie denken Sie sich das — wissen Sie, da gibt es doch noch manche Schwierigkeiten zu überwinden, so einfach, wie Sie sich das denken, ist das nicht." „Ich verstehe", sagte Welt, „der Vertrag. Aber ich bin natürlich zu jeder Entschädigung bereit." „Das kostet ne Stange Geld. Und dann die Kinder, wie haben Sie sich das gedacht?" „Was für Kinder?" stotterte Welt. „Nun, Ingrids Kinder, sie hat deren drei, der älteste Junge ist jetzt konfirmiert und die beiden Mädel find noch in der Schule." „Was?" rief Welt, und dabei merkte er plötzlich, wie das ganze Lokal auf dem Kopfe stand und die beiden Wenzel, die auf dem Tische lagen, um das Bierglas des Gentlemans Harro tanzten, „sie bat Kinder? Oh, mein Gott, wer ist denn der Vater2" V Portsetzung fpjfltj. Mit dieser Leistung liefern unsere Gartenbaubetriebe einen bedeutenden Beitrag zur Frühgemüseversorgung der städtischen Bevölkerung und zur Belieferung von Stadt und Land mit Gemüsepflanzen aller Art. Sie dienen damit in guter Weise der Erfüllung der großen Aufgaben, die in der Ernährungswirtschaft als wesentliches Stück zu unserem Sieg unerläßlich sind. B. H»lf mit! Hilf mit zum Siege! Jeder wird dabei sagen: Wir helfen schon, wir tun alle unsere Pflicht, jeder auf seinem Platz. Das rpird nicht bezweifelt, und eine bessere Zukunft wird es uns allen danken. Die Hilfe, die wir heute erbitten, ist keine neue Belastung, sie besteht überhaupt in keiner Mehrbelastung, sondern nur in einer Unterlassung. Sie lautet: Laß das Rauchen im Walde und am Waldrand! Koche nicht in der Nähe von Wäldern ab und entzünde dort keine Lagefeuer! Achte auf deine Kinder, daß sie keinen Unfug treiben in den Wäldern, womöglich mit Streichhölzern oder Feuerzeugen. Streichhölzer haben im Walde nichts zu suchen, am allerwenigsten in Kinderhänden! Das ist die ganze Bitte, und jeder leistet viel, der sie erfüllt, denn der Wald ist heute als Lieferant von.Nahrung, Holz und Werkstoffen, letztere werden ja aus Holz gewonnen, ein unersetzbarer Kraft- und Wirtschaftsquell, der gerade für die Kriegführung von unerreichbarem Wert ist. Sei dir auch hier deines Handelns bewußt! Han- dele als Volksgenosse: Hilf mit zum Siege! Oie Mütterehrung in ließen. Zur Ehrung der kinderreichen Mütter, denen vom Führer das Mutterehrenkreuz verliehen wurde, veranstaltet die Partei auch in unserer Stadt anläßlich des morgigen Muttertages würdige Feierstunden. Dabei werden den Müttern von den Ortsgruppenleitern die Mutterehrenkreuze überreicht und ihnen zugleich der Dank ausgesprochen für alle ihre Arbeit und Sorgen zum Besten ihrer Familien und unseres Volkes. Die Feierstunden der vier Gießener Ortsgruppen finden wie folgt statt: Ortsgruppe G i e ß e n - O ft am heutigen Samstag, 18 Uhr, in der „Stadt Lich"; Ortsgruppe Gießen-Süd am morgigen Sonntag, 10 Uhr, m der „Stadt Wetzlar", Ludwiqstraße; Ortsgruppe Gießen-Nord am morgigen Sonntag, 10.30 Uhr, im „Burghof"; Ortsgruppe Gießen- Mitte am morgigen Sonntag, 11 Uhr, in der Gaststätte „Zum Löwen", Neuenweg. Sreitvillige für die Waffen-^. Bon der Erg.-Stelle Fulda-Werra (IX) erhalten wir die Mitteilung, daß wiederum Freiwilligen die Möglichkeit gegeben ist, in die Waffen-^ einzutreten. Die Divisionen der Waffen-^ kämpften auf allen Kriegsschauplätzen und stehen jetzt in vorderster Front im Kampf gegen den Bolschewismus. Ihre stolzen Taten sind ein Ruf an die deutsche Jugend und an die. wehrhaften Männer. Vollmotorisiert umfassen die Divisionen alle Truppen, wie Infanterie, Artillerie, Pioniere, Panzer, Nachrichtentruppen, Kavallerie, Panzerjäger, Flak, Kradschützen und Sanitätstruvpen. Die Waffen-^ stellt ein a) Kriegsfreiwillige (Arbeitsdienstpflichtige nach Ableistung der verkürzten Arbeitsdienstpflicht); b) Freiwillige mit Dienstzeitverpflichtung vorn vollendeten 17. bis zum 45. Lebensjahr. Der Dienst in der Waffen-^ ist Wehrdienst. Bei Eignung stehen den Freiwilligen die Unterführerund Führerlaufbahn, sowie Sonderlaufbahnen offen. Einberufung zur Truppe erfolgt beschleunigt! Annahmeuntersuchungen finden am 19. Mai ab 8 Uhr im „Burghof" in Gießen statt. Meldungen von Freiwilligen werden dort angenommen. Arbeitsbuch und Wehrpaß sind mitzubringen. Außerdem nimmt die ^-Erg.-Stelle Fulda-Werra (IX), Kassel-Wilhelmshöhe, Löwenburgstraße 10, Telephon 36 683 und 34 441 ständig schriftliche Meldungen an und übersendet auf Anforderung das ausführliche Merkblatt. Oie Frühstückspreise in Gaststätten. Die Entwicklung der Versorgungslage hat in einer wachsenden Zahl von Beherbergungsbetrieben Ver-. anlassung zur Einstellung der Abgabe von Zucker und zum Strecken der Marmelade gegeben. Im Einvernehmen mit dem Reichskommissar für die Preisbildung hat deshalb die Wirtschaftsgruppe Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe die Mitglieder, bei denen die erwähnten Versorgungsschwierigkeiten bestehen, aufgefordert, den Frühstückspreis um weitere 5 v. H. zu senken. Ausgangspunkt für die Senkung ist der bereits vor einiger Zeit gesenkte Frühstückspreis. Der Preisbildungskommissar hat die Preisüberwachungsstellen angewiesen, die Durchführung der neuen Frühstückspreissenkungen zu überwachen. Gegen den Schwarzhandel mit Beförderungsausweisen. Nach einer Anordnung des Reichskommissars für die Preisbildung und des Reichsoerkehrsministers ist es verboten, für die Ueberlaffung eines Personenbeförderungsausweises (z. B. Fahrkarte, Zulassungskarte, Platzkarte) ein Aufgeld oder einen sonstigen Vorteil zu fordern, anzubieten, zu gewähren oder anzunehmen. Auch ist es unzulässig, einen aus einen fremden Namen ausgestellten Personenbeförderungsausweis (z. B. Bettkarte, Flugschein) zu benutzen oder einen solchen Ausweis zum Zwecke der Weiterveräußerung zu erwerben. Zuwiderhandlungen werden nach der Verordnung über Strafen und Strafverfahren bei Zuwiderhandlungen gegen Preisvorschriften vom 3. Juni 1939 mit Geld- oder Freiheitsstrafen bestraft. Durch die Anordnung soll etwaigen Versuchen entgegengetreten werden, die Mangellage bei Beförderungsgelegenheiten zu gewinnsüchtigen Zwecken auszunutzen. Es muß sichergestellt werden, daß allen Volksgenossen die Benutzung der Beförderungsmittel im Rahmen der verfügbaren Möglichkeiten zu den amtlichen Preisen möglich ist. Die staatlichen Ueberwachungsorgane werden durch scharfe Kontrollen die Beachtung der Anordnung sicherstellen. Hütet die Wintersachen vorMottenfraß. Ziemlich spät trennen wir uns in diesem Jahr von unserer Winterkleidung. Aber von Tag zu Tag wird die wärmende Kraft der Sonne stärker, und damit ergibt sich zugleich für unsere Hausfrauen die Aufgabe, die beiseite gelegten warmen Wintersachen so fortzupacken, daß keine Motte an sie herankann. Viele Hausfrauen sehen auch heute noch in dem Einschlagen der Woll- und Pelzsachen in Z e i - tung spapier einen wirksamen Schutz gegen Mottenbefall. Dabei nimmt man an, daß durch den Geruch der Druckerschwärze die Motten abgeschreckt werben. Das ist jedoch nicht der Fall? Drucker- jchrvärze —- und mag sie noch so frisch sein -- hält SJL-tfport Die Geeignete Trinken für nistende Vögel. EEN soll der Herd geputztwerden. Kalt oder heiß gehts schwerer Tschammer-pokalspiel. Luftwaffe — Rot-weiß Frankfurt. Die be- die sich der tragen, außerdem ist darauf zu achten, daß Ufer flach auslaufen. Im allgemeinen hatten die Vögel an ganz bestimmte Trinkzeiten. In r Herdputzpulver Die Brutperiode ist nun bald bei allen Vögeln im Gange: Mit dem Anbringen von Nistkästen und Bruthohlen allein ist den Tieren jedoch nicht gedient. Die Singvögel können während der Brutzeit nicht zu weiter entfernt liegenden Tränken liegen, und so kann der Mensch den Vögeln die Brutperiode erleichtern, wenn er für geeignete Tränken in Park und Garten sorgt. Schon'kleinere, mit Wasser gefüllte Gefäße erfüllen ihren Zweck. Um ein Umschlägen der Gefäße zu vermeiden, ist es jedoch angebracht, einen Stein in das Gefäß zu legen. Vor allen Dingen stelle man die Geräte so auf, daß die Vögel einige Meter im Umkreis das Gelände Übersehen können, weil anschleichende Katzen sonst zu spät bemerkt werden. Noch besser ist es, wenn man die Trinknäpfe auf einen etwa 1% bis 2 Meter hohen Mahl stellt. Sind größere Wasserbehälter vorhanden, empfiehlt es sich, einen stärkeren Zweig so zu de- estigen, daß er schräg in das Wasser hineinführt und den Vögeln so das Ansitzen über dem Wasser gestattet. Auch ein auf einer Seite beschwertes Brett ergibt, wenn es leicht unter Wasser schwimmt, ein vorzügliches Badefloß. Vertiefungen im Erdboden geben ebenfalls geeignete Tränken ab, wenn aus dem Brunnen Wasser zugeleitet wird. Hier besieht allerdings die Gefahr, daß das Wasser allzu chnell im Boden versickert. Die Vögel wollen nicht nur trinken, sondern auch baden. Es ist angebracht, kleinere Vertiefungen im Erdreich auszuheben und durch Zementguß abzudichten. ' größte Tiefe darf aber nur 15 Zentimeter NSG. Auf Grund einer Anordnung des Preis- kommiffars vom 1.5.42 bzw. einer Bekanntgabe des Landesverbandes der Pferdezüchter in Hessen- Nassau sind sämtliche verkäufliche, 1942 geborene Absatzfohlen schätzungspflichtig. Nach der neuen. Preisregelung für Absatzfohlen muß für jedes Fohlen ein Höchstwert festgesetzt werden, und zwar auf einer öffentlichen Absatz Veranstaltung, deren erste am 3. Juli 1942 in Gießen stattfindet, oder im Wege einer sonstigen Schatzung. Dabei verpflichten sich die Züchter, alle Absatzfohlen, welche von eingetragenen Stuten abstammen, auf den in Abständen von 3—4 Wochen statt find enden Fohlenoerstei- gerungen zum Verkauf zu stellen, wobei eine Einstufung in die verschiedenen Zuchtwertklasfen erfolgt. Auf den öffentlichen Absatzveranstaltungen bewegen sich die Höchstpreise bis RM. 1200,—, im Wege sonstiger Schätzungen bis RM. 950,—, Fohlen aus nichteingetragenen Stuten bis RM. 650,—. Die neue Derkaufsregelung wird von den Pferdezüchtern be- arüßt werden, zumal ein Ausbau der seitherigen Absatzveranstaltungen vorgesehen ist. * ** Theater der Universitätsstadt Gießen. Das Dramaturgische Büro teilt mit: Am Sonntag, 17. Mai, wird die erfolgreichste aller Kün- neke-Operetten, „Der Detter aus Dingsda", in der Neuinszenierung von Oberspielleiter Max Schwarze nach mehrjähriger Pause wieder gegeben. Die musikalische Leitung hat Gerhard Hergert. Es wirken mit: Hella Henzky, Gabriele Possinke, Annemarie schwind; Hans Bergmann, Georg Böhm, Bert Dederichs, Hugo Hellmers-Hallwegh, Franz Payer und Carl Bruno Schmidt. Bühnenbilder: Karl Löff- ler. ** Steuerrück stände werden von der Sladtkasse heute zur sofortigen Bezahlung öffentlich angemahnt. Es handelt sich dabei um Gewerbesteuer, Grundsteuer und Bürgersteuer 1942. Man beachte die Bekanntmachung. rrL®erteilung von Eiern. Aus den Bestellschein 36 der Reichseierkarte werden, nach einer Bekanntmachung im heutigen Blatte, für jeden Versorgungsberechtigten 5 Eier ausgegeben. Frankfurter SdifarfifoiebmarfL Frankfurt a M., 16. Mai. (Vorbericht.) Es notierten je 50 kg Lebendgewicht in RM.: Ochsen 42 bis 51, Bullen 39 bis 49, Kühe 29,5 bis 49 Farien 32,5 bis 50, Kälber 40 bis 59, Hämmei Schafe 32 bis 46, Schweine H8L bis Marktverkauf: alles zugeteilh. Hauptsache nehmen sie Tränken zwischen 10 und 12 und von 17 bis 18 Uhr. Man wird mit dieser Tränke- nicht nur den überaus nützlichen Tieren einen großen Dienst erweisen, sondern der Vogel- reund findet Gelegenheit, seine Lieblinge ständig zu beachten. Ueberbies werden diese kleinen Mühen von den Sängern durch die Vertilgung unzähliger Insekten und Schädlinge überreich vergolten. Gießener Dochenmarktpreise. * Gießen, 16. Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, Vi kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf^ Käse, das Stück 8 bis 9. Kartoffeln, Spielvereinigung 1926 Leihgestern. Am vergangenen Sonntag trat Leihgestern zum Vorentscheidungsspiel um die Bannmeisterschaft gegen Garbenteich in Watzenborn-Steinberg an. Trotz zweimaliger Verlängerung endete der Kampf nach beiderseitig guten Leistungen 2:2 (1:1). Der Wiederholungskampf sand am Mittwochabend auf bem DsB.-R.-Platz in Gießen statt. Nach spannendem Spiel konnte Leihgestern nach hervorragender Leistung als verdienter Sieger mit 3:1 Toren (Halbzeit 2:0) den Platz verlaßen. Bei bem Sieger Zeigten in beiden Kämpfen der Tormann Erwin Faber II., sowie Quast, Happel und Haßler hervorragende Leistungen. Am kommenden Sonntag tritt Leihgestern zum Endspiel gegen die durch Freilos ins Endspiel gekommene Jgd. von Teutonia Watzenborn-Steinberg « ließen an. Dies wird allerdings der schwerste Kampf für Leihgestern werden, zumal Leihgestern ln dieser Woche das dritte Meisterschaftsspiel bestreitet und Watzenborn-Steinberg frisch und mit ausgeruhten Kräften in den Kamps gehen kann. Handball. Gauklasie. Rüsselsheim — Luftwaffe Gießen. Am vergangenen Sonntag kam die Luftwaffe kampflos zu den Punkten, da Mombach nicht antrat. Zum letzten Spiel der Spielrunde tritt die Luftwaffe die Fahrt nach Rüsselsheim an. Das Vorspiel konnte Rüsselsheim knapp mit 9:8 Toren 5 kg 47, rote Rüben, kg 12, Spinat 18 bis 30„ fnpf., Spargel 1,20 bis 1,40 RM., Schwarzwurzeln 30 Rpf., Rhabarber 20, Salat 87, Lauch, das Stück 5 bis 10, Oberkohlrabi 20 bis 30, Rettich 20 bis 30, Radieschen, das Bund 20 Rpf. Die Vermißte von Fellingshausen. Die seit vorigen Dienstag — wie gestern von uns berichtet wurde — vermißte 27 Jahre alte Luise Steinmüller aus Fellingshausen soll, wie wir heute früh aus Rodheim (Bieber) und aus Fellingshausen hören, am Mittwoch im Walde zwischen Krofdorf und Fellingshausen von zwei Frauen aus Krofdorf gesehen worden fein. Ob das Mädchen im Walde herumirrt, ober ihm dort ein Unglücksfall zuge- ftofeen ist, weiß man bis jetzt nicht. Der in dieser Angelegenheit von der Gendarmerie in Krofdorf am Donnerstagabend in Gewahrsam genommene und am gestrigen Freitag in Wetzlar dem Amtsgericht vorgeführte Mann aus Rodheim, der mit dem Mädchen in Beziehungen stand, ist vom Amtsgericht auf freiem Fuß belassen worden und gestern nach Rodheim (Bieber) zurückgekehrt. Die Ermittlungen nach dem Verbleib des Mädchens nehmen natürlich ihren Fortgang. Verkaufsregelung für Absahfohlen in Hessen-Nassau. weder die Motten vom Fraß ab, noch tötet sie die Mottenbrut. Zeitungspapier bildet nur insofern eine schützende Hülle für unsere Wollwaren, als es von den Motten nicht angefreffen wird. Es erfüllt aber feine Aufgabe als Schutzmittel auch nur dann, wenn bie dann verpackten Sachen vorher nicht von Motten verseucht waren und das zum Einpacken verwendete Papier völlig unbeschädigt bleibt. Da nun Zeitungspapier wenig fest ist, werden schon nach kurzer Zeit Löcher und Risse entstehen, die den Motten den Weg zum verpackten Wollgut freigeben. Wenn also unsere Hausfrauen die warmen Wintersachen in Zeitungspapier mottensicher aufbewahren wollen, so gehört dazu sowohl ein sorgfältiges Lüsten und Reinigen, wie eine genaue Untersuchung ber zur Verpackung vorgesehenen Kleidungsstücke, ob em Mottenbefall nicht etwa bereits vorliegt. Ist bas ber Fall, so hilft nur ein nachhaltiges chemisches Bekämpfungsmittel, das neben den Eiern auch die Raupen und Larven vernichtet. Die chemische Industrie hat zu diesem Zweck geruchfreie und geruch- arme Abwehrstoffe herausgebracht. Erst wenn man bie völlige Gewißheit hat, daß alle Woll- und Pelz- achen frei von jeglichem Mottenbefall sind, kann das Zeitungspapier zu feinem Recht kommen. Jede Hausfrau muß sich jedoch darüber klar sein, daß Zeitungspapier nur dann als mottensichere Schutzhülle gilt, wenn es dauernd auf Löcher, Ritzen und Falten überwacht und jede schadhafte Stelle in der Papierhülle sofort überklebt wird. P. St. Luftwaffe, die als einziger Gießener Vertreter noch an den Tschammer-Pokalspielen beteiligt ist. erwartet am kommenden Sonntag auf dem Waldsportplatz die spielstarke Mannschaft von Rot- Weiß Frankfurt. In bester (Erinnerung steht noch bas schöne Spiel von Rot-Weiß im vorigen Jahre, bie, gegen eine Gießener Stabtoertretung fpielenb, 9:1 gewannen. Auch die derzeitige klare Tabellenführung im Kriegs-Erinnerungspreis der Stadt Frankfurt gibt die Spielstärke wieder. Wie ernst dieser Kampf von feiten Der Luftwaffe genommen wirb, zeigt, daß schon mehrere Trainingsspiele aus- getragen wurden, die vollauf befriedigten. Bis zur stunde steht die endgültige Mannschaftsaufstellung der Luftwaffe noch nicht fest, doch hofft man, daß es dem Abteilungsleiter, Oberltn. Zitzmann, gelingt, eine kampffreudige Mannschaft auf die Beine zu bringen. Da Mittelläufer Rose wieder spielberechtigt ist, dürfte die Hintermannschaft gut besetzt sein. 3n Rot-Weiß Frankfurt ist der Sieger ohne weiteres gegeben, doch erwartet man, daß sich der neue Meister der Staffel Gießen-Wetzlar ehrenvoll schlagen wird. Schiedsrichter: Witter, Wetzlar. Bücheriisch. — Walter Bauer: Das Lichte und das JZ) u n U e. Bildnisse europäischer Maler. Mit zehn Bildtafeln. 179 Seiten. Geb. 4,80 RM. Karl Rauch t Verlag, Dessau 1941. — (16) — Dieses Buch ver- . einigt Abhandlungen verschiedenen Umfanges über [ sechs Maler, deren dominierende Stellung in der , Geschichte der europäischen Kunst seit langem frag» I los UNO unverrückbar gegründet ist: über Lionardo, Michelangelo, Rembrandt, Goya, Caspar David Friedrich und öan Gogh. Was über sie ausgesagt wird, geschieht weniger in der Form einer rein ästhetischen Würdigung oder einer ausgreifenden ■ Kunstbetrachtung als vielmehr auf eine menschliche Weise: ausgehend von einem besonders markanten = Werke, etwa den Selbstbildnissen Lionardos und । Goyas oder dem „Barmherzigen Samariter" Rem- bkandts, oder von einem entscheidenden Wendepunkt im Lebensablauf wie dem „Abenteuer in der Bori- nage" bei van Gogh, entwirft Bauer in einer Schilderung, an der gründliche Sachkenntnis und Iie< bende Einfühlung gleicherweise beteiligt sind, sechs Lebens- und Schicksalsbilder großer Menschen, dis zugleich — dies ist das Verbindende — geniale Künstler waren. Die von Bauer gewählte, fympa- thische und erwärmende Darstellung macht das Buch zu einer sehr anregenden und lehrreichen Lektüre nicht nur für Kunsthistoriker, sondern auch und vornehmlich für den aufgeschlossenen, an Dingen der Kunst teilnehmenden Laien. Zehn Bildtafeln nach berühmten und kennzeichnenden Werken der sechs Meister beleben den Text in willkommener Weise^ Hans Thyriot. — Friedrich Kayßler: Helene Fehb? mer zum Gedächtnis. Gestalten ihrer Kunsts 513 Seiten. Mit 57 Bildtafeln. Geb. 16 RM. Rütten & Loeying, Potsdam. — (30) — Die Schauspielerin Helene Febdmer, 1872 in Königsberg geboren, ist 1939 in Eibsee gestorben. Dieses schöne und noble Buch schrieb ihr zum Gedächtnis Friede rich Kayßler, ihr Gatte und, in vielen Stücken, durch Jahre hindurch ihr Partner auf der Bühne. Während Kayßler aus einer großen Zahl von Filmen auch im Reich sehr bekannt wurde, ist Helene Fehdmers Wirkung, die viel seltener filmte, in der Vorstellung des durchschnittlichen Provinzpubli- kums kaum über den Umkreis ihres reichshauptstädtischen Tätigkeitsbereiches hinausgedrungen. Der eine ober andere unserer Leser mag sich vielleicht noch ihres Gastspiels im „Götz" mit Kayßler zusammen auf dem Marburger Schloßberg erinnern ober auch, aus ber letzten Zeit, bes Films „Friesennot" („Dorf im roten Sturm"), in bem sie bie Frau Wagner spielte. Kayßler fühlte sich, wie er im Vorwort bemerkt, zu dem Unternehmen dieses Buches nicht nur berechtigt, sondern geradezu verpflichtet, da er wie kein anderer als Gatte, als Partner, als „seelischer Zeuge" gleichsam die künstlerische Gesamterscheinung und die innere Entwicklung von Frau Fehdmer überblicken und darstellen könne: das geschieht in einer musikalisch-rhythmisch aufgebauten Folge von Jnnen-Bildnissen an Hand ber Gestalten, bie im wesentlichen Helene Fehdmers schauspielerischen Weg bezeichnen. So machen. den Hauptteil des umfänglichen (übrigens reproduk- lwns- und drucktechnisch vorzüglich ausgestatteten) Werkes jene sehr einläßlichen Schauspiel- und Rollen-Analysen aus, die in doppeltem Sinne Charakterstudien genannt werden können. Manchmal hat man den Eindruck, als ob dabei über das Stück ober bie Rolle an sich mehr ausgesagt würde als über deren Trägerin; doch vereinigen sich die barm enthaltenen, für Frau Fehbmers schauspielerisches Wesen spezifische Züge mit ber sorgfältig ausgewählten und wiedergegebenen Serie ihrer Bühnen- und Privataufnahmen zu einer Geschlossenheit des Gesamteindruckes, den die lebendige (Erinnerung des persönlichen Theatererlebnisses als echt und kennzeichnend bestätigen wird: Klara Sang und Tora Parsberg (bei Björnson), Alkmene, Elisabeth („Götz"), Goneril („König Lear"), Minna von Barnhelm, „Die Dame" („Nach Damaskus"), Lady Cicely (Shaw), Frau John (Hauptmann) und Frau Boll (Barlach) mögen als einige der wich-, tigften Namen aus Helene Fehdmers Repertoire genannt fein. Nur wenige von denen, die sich dieser Nollen aus eigener Anschauung erinnern, werden missen, daß sich die Verewigte nebenbei auch bildhauerisch betätigt hat, was die Aufnahmen- ihrer Wachsplastiken bezeugen: sie verbinden sich mit Kayßlers liebevoll einfühlendem Text und den übrigen Bildern zum schonen, lebendigen Charakterporträt einer bedeutenden schöpferischen Persönlichkeit, die ihren Platz in der Geschichte des deutschen Theaters und in der Galerie unserer großen Schauspieler immer behaupten wird. Hans Thyriot- — Pros. Dr. W. Paulcke: Gefahrenbuch des B e r g st e i g e r s und Skiläufers. Katechismus für Bergfreunde in Sommer und Winter. Mit 73 Abbildungen. Halbleinen 4,80 RM. Union Deutsche Verlagsgesellschaft Berlin Roth & Co., Berlin SW 68. — Dieses reich illustrierte Buch ist der Extrakt hochtouristischer und wissenschaftlicher Erfahrungen eines in den Schweizer Bergen herangewachsenen deutschen Alpinisten und Gebirgstruppenkommandeurs. Es vermittelt also Erfahrungen aus der Gebirgspraxis für die Gebirgspraxis aus der Feder eines bedeutenden Gletscherforschers, der allen Bergsteigern Beherzigenswertes zu sagen hat. Aus jeder Zeile spricht die Sorge über die Zunahme der alpinen Unglücksfälle und zugleich die Mahnung zu nie erlahmender Vorsicht bei 'Gebirgsgefahr, der auch Führer und Führerlose von Weltruf erlagen. Jeder Hochtourist und Gebirgssoldat wird sich daher diesen Erfahrungsschatz eines reichen alpinen Lebens gern zu eigen machen. — Emil Braunweiler: Physik als Wissenschaft und Werkzeug mit 107Abbildungen im Text und 17 «Photos. Verlag Knorr & Hirth, München. Halbleinen 5,50 RM. — Emil gewinnen. Die Gießener haben in der letzten Zeit an Spielstärke gewonnen, während die Platzmannschaft unterschiedlich kämpfte. Die Soldaten haben den besonderen Ehrgeiz, ihr letztes Treffen siegreich zu beenden. Die letzten bewährten Aufstellungen sollten dieses Vorhaben knapp gelingen lassen. Handball der HI. Spiele um die Gebietsmeisterschaft. ^Nach Ermittlung der Gruppensieger werden die Spiele um die Gebietsmeisterschaft fortgesetzt. Als Gruppensieger gingen die Banne Wiesbaden, Frankfurt 81, Dillenburg, Gießen, Offenbach und Mainz hervor. Diese tragen nach dem Pokalsystem die weiteren Spiele aus. Die Paarungen lauten: Wiesbaden-Frankfurt, Mainz—Offenbach und Bann 116 Gießen — Bann 303 Dillenburg. Auf Gießener Boden ist der Bann Dillenburg der Gegner. Heber die Spielstärke der Gästemannschaft ist nichts näheres bekannt. Auf Grund der letzten Spielergebnisse erwartet man den Bann 116 als Sieger, obwohl in der Aufstellung eine Aende- rung zu verzeichnen ist. Grüningen — Watzenborn. Die Platzmannschaft hat noch Aussichten, bei ber Vergebung des Bannmeisters ein Wort mitzureden. Aus eigenem Boden hat die Mannschaft noch keinen Punkt abgegeben. Da sie schon im Vorspiel mit 7:2 Toren Sieger blieb, wird sie versuchen, auch im Rückspiel äu den Punkten zu kommen. .Es bedarf großer Anstrengung der Gäste, ein für sie günstiges Resultat zu erzielen. DI.-Klasfe. Grüningen — Lang-Gons. Im Vorspiel gelang Grüningen schon ein 8:3- Sieg. Die Gäste haben unterschiedlich gekämpft. Auch diesmal werden sie der Platzmannschaft Sieg und Punkte überlassen müssen. Heuchelheim — M t v. Gießen. Die Gießener wollen ihren zweiten Tabellenplatz wahren. Nachdem man schon im Vorspiel mit 9:1 Toren den Sieger stellte, will man auch in Heuchelheim zu einem Siege kommen. Die Platzmannschaft lieferte jedoch auf eigenem Boden immer bessere Spiele. Ein allzu großes Resultat wird es für Gießen nicht geben. Radsport. Bannmeiskerschaflen im „Ersten Schritt". Am Sonntag, 17. Mai, finden in Gießen bie Bannmeisterschaften im „Ersten Schritt" statt. Teilnahmeberechtigt sind alle Jgn., die noch kein größeres Rennen gefahren höben. Räder mit Schal- tung sind verboten. Start 8 Uhr Volkshalle in tadellosem Sportzeug. Antreten hierzu und Rück- nummernempfang um 19.30 Uhr. Erleichterung bei die leichte Friedrichstr.7 Lieferant aller Kassen In dem Keimling des Brotgetreides steckt reichlich Vitamin Bl — der Wirkstoff) der aus dem reinen Mehl, dem Kohlehydrat also, erst Energie und Aufbau• Stoffe schafft. einem. bedonflügepflegten und'foliiMttlicfm UNSERE ZIGARETTEN ufeiärnnadiuficwiMii REINEM ORIENPTABAK unb den Dr. Stuhl. 02303 1644V Gießen, den 14. Mai 1942. Oeffentliche Mahnung. | aende Rückstände werden hiermit zur um- 6'<■ da- d>° Hahtung in fitaft Kohlehydrat also, erst üerroanöelt. Deshalb follten wie Energie und Aufbau- oiel mehr üollkornbrot essen. Stoffe schafft. Das enthält Vitamin Bi. Das meifle Vitamin Bi enthält übrigens die Bierhefe, und mit diesem kostbaren Wirkstoff aus der tiefe ist unser vilamalz - Einfachbier angereichert. 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