Giehener Anzeiger Montag. 16. März 1942 192. Jahrgang Ur. 65 Erscheint täglich, anher Sonntags und feiertags Beilagen: GteheNer ->amilienblätter Heimat imBild DieSckolle Bezugspreis: Monatlich..... RM. 1.80 Zustellgebühr... „ ~-25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvrechanschlutz 2251 Drahtanschrift ^Anzeiger^ Postscheck 11688 Frankf./M. vrühlsche UniversttÜtsdruckerri 8. Lange General-Anzeiger für Oberhessen $ «letztn.^chvlftratzt?-» Annahme von Anzeigen ' für die Mittagsnummer bis 8‘/2 Uhr desBormittags Anzeigen-Preise: Anzeigenteil 7 Rpf. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Textteil 50 Nvf. je mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffel I AbschlüsseMengenstaffelö Plabvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25'7»mehr Der Führer sprach am Heldengedenktag. Es gibt nur eine einzige Lösung: diesen Kampf so lange zu führen, bis die Sicherheit eines dauernden Friedens gegeben ist, das heißt, bis zur Vernichtung der Feinde dieses Friedens. Zm Zeughaus. Berlin, 15. März. (DNB.) Im Gedenken an die gefallenen Helden des Weltkrieges und des gegenwärtigen Freiheitskampfes vereinte sich am Sonntag das deutsche Volk zu einer erhebenden Feierstunde. In der Ruhmesstätte preußisch-deutschen Soldatentums, im Zeughaus zu Berlin, sprach der Führer Worte tiefsten Dankes für das Opfer der Toten und legte am Ehrenmal Unter den Linden einen Kranz nieder. Vor der weitschweifigen Freitreppe zur Rechten und zur Linken des von der alten und der neuen Reichskriegsflagge flankierten Portals, das mit dem Eisernen Kreuz geschmückt ist, stehen 60 Fahnen kampferprobter Regimenter aller Waffengattungen, zerschlissene Feldzeichen aus den Kriegen Friedrichs des Großen, den Befreiungs- und Einigungskriegen, grüßen von den Balkonen herab. Zur rechten Seite des Mittelganges hatten Generale des Heeres, der Luftwaffe und der Waffen-^ und Admirale der Kriegsmarine, zur linken die Reichsminister, Reichsleiter, Führer der Gliederungen der Bewegung sowie zahlreiche Gauleiter und Staatssekretäre Aufstellung genommen. Reben und hinter den Ehrengästen saßen und standen die Verwundeten und Offiziere aller Waffengattungen. Mit dem Glockenschlag 12 Uhr betritt der Führer das Zeughaus. In seiner Begleitung befinden sich der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Großadmiral R a e d e r, der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, Generalfeldmarschall Keitel, in Vertretung des Oberbefehlshabers der Luftwaffe Generalfeldmarschall Milch sowie Reichsführer-fj und Chef der deutschen Polizei Himmler. Der Führer begrüßt den Reichskriegerführer General der Infanterie Reinhardt und den Reichskriegsopfer- führer Oberlindober. Die Staatskapelle unter Leitung von Staatskapellmeister Schueler intonierte sodann den ersten Satz aus Beethovens V. Sinfonie. Dann begibt sich der Führer zur Rednertribüne, die mit der Reichskriegsflagge geschmückt ist. Die Ansprache des Führers. Als wir im Jahre 1940 zum ersten Male in dieser Halle den Heldengedenktag unseres Volkes feierten, befanden sich das deutsche Volk und seine Wehrmacht nach jahrzehntelanger demütigendster Versklavung wieder im Kampf um seine Freiheit und seine Zukunft gegen die . alten Feinde. Die wehrlose Ohnmacht des Reiches vermochte sie ebenso wenig zu beruhigen, wie sie die wirtschaftliche Verelendung, die uns aufgezwungen worden war, zu- fried^stellte. Es findet nun in diesen Tagen in Frankreich ein Prozeß statt, dessen charakteristisches Merkmal es ist, daß mit keinem Wort die Schuld der Verantwortlichen für diesen Krieg beklagt wird, sondern ausschließlich die zu geringe Vorbereitung des Krieges. Wir blicken hier in eine Mentalität, die uns unverständlich erscheinen will, die aber vielleicht besser geeignet ist als alles andere, die Ursachen des neuen Krieges zu enthüllen. Im Jahre 1918 hatten die damals für den Krieg verantwortlichen Staatsmänner Englands, Frankreichs und Amerikas den wahnsinnigen Entschluß gefaßt, das Deutsche Reich unter keinen Umständen wieder zu einem gleichberechtigten Faktor des wirtschaftlichen oder gar des politischen Lebens emporsteigen zu lassen. Aus diesem Vorsatz leiten sich alle weiteren Maßnahmen und Ungerechtigkeiten ab, denen das Reich seit dem unseligen Tag des Waffenstillstandes ausgesetzt gewesen war. Das an seiner Führung und an sich selbst irregewordene deutsche Volk aber fand keinen Weg, um ein Schicksal zu wenden, das man nicht durch Unterwürfigkeit besänftigen, sondern nur durch einheitliche Willenskraft und Tapferkeit besiegen konnte. Die Folgen dieser energielosen Ergebung in den uns auferlegten Zwangszustand waren nicht nur politisch und militärisch entehrende, sondern besonders wirtschaftlich wahrhaft vernichtende. Eines der fleißigsten Völker der Welt erlebte den fortschreitenden Abbau seiner wirtschaftlichen Grundlagen und damit den Zusammenbruch seiner Existenz. Es war vorauszusehen, in welch kurzem Zeitraum zahlenmäßig unser Volk aus seiner materiellen Rot heraus immer mehr zurückgehen mußte und damit das Deutsche Reich der ihm aufoktroyierten Vernichtung durch seinen eigenen menschlichen Kräfteoerfall überhaupt nicht mehr würde entgegentreten können. Dieser wirtschaftliche Zusammenbruch des stärksten Volkes Mitteleuropas brachte aber auch den Gegnern keinen Segen, denn ihnen war in ihrem Haß verborgen geblieben, daß die Verelendung der deutschen Nation keineswegs aleichbedeutend sein konnte mit dem wirtschaftlichen Aufschwung der sogenannten Sieger. So begannen die in ihrer Führung durch und durch jüdisch-kapitalistisch verseuchten Staaten die Erwerbslosenzahlen des Deutschen Reiches nicht nur einzuholen, sondern zum Teil sogar noch zu übertreffen, trotz ihres unermeßlichen Reichtums an allen Produkten und Schätzen der Erde. Aber auch diese Entwicklung vermochte nicht, dem verblendeten Haß der im wesentlichen von jüdischen Elementen dirigierten Führung unserer alten Feinde eine klarere Einsicht über die wahren Notwendigkeiten der Zukunft des Lebens aller Völker zu vermitteln. Sofort nach der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus begannen sie — statt an den vorbildlichen wirtschaftlichen und sozialen Maßnahmen Deutschlands zu lernen — die alten Hetzparolen wieder oorzunehmen, um ihre Völker für die neue Kampfansage innerlich erneut propagandistisch reif zu machen. Wir wissen es heute, daß schon in den Jahren 35, 36 in England, in Frankreich und insbesondere in Amerika bei den wirklich allein maßgebenden jüdischen Kreisen und der ihnen hörigen politischen Führungsschicht der Entschluß zu einem neuen Krieg gefaßt worden war. Wir erleben daher jetzt das erschütternde Schauspiel, daß sich die Anklage der Betrogenen und so schwer geschlagenen Völker nicht gegen die wahnwitzige Absicht der Herbeiführung des neuen Krieges an sich wendet, sondern ausschließlich nur gegen die vernachlässigte und damit in ihren Augen ungenügende rüstungsmäßige Vorbereitung. Gerade diese so fremde, ja unverständliche Mentalität muß uns aber darüber belehren, wie notwendig nach der Ablehnung aller deutschen Abrüstungs- und Verständigungsangebote die militärische Vorbereitung des deutschen Volkes selbst gewesen war, um dem zweiten Angriff gegen seine Freiheit mit mehr Erfolg begegnen zu können, als dies beim ersten uskjost uiaq it| saiq 21m ua;vz 'us;tznm uahaSag öspU lui jaqaicn jvmuast^a umk sszwL sajdjun jaiaj =3UdqdßudQjd(£ aiq QF61 sahvtz un qjoQsaq aicu 6116 — avm usjscusb ]]Dß jaq frT6l ßauupifö Bewußtsein, den ersten Akt einer Auseinandersetzung gewonnen zu haben, die uns gegen unseren Willen aufgezwungen worden war. Mit höchster Zuversicht durften wir hoffen, auch den zweiten erfolgreich zu bestehen. Und tatsächlich lagen schon im März 1941 die Ergebnisse eines Kampfjahres hinter uns von weltgeschichtlich wahrhaft einmaligem Ausmaß. In einem Siegeszug ohnegleichen wurde der Norden und der Westen Europas von den kontinentalfeindlichen Kräften gesäubert. Italien war als treuer Bundesgenosse in diesem Kampf der Habenichtse um Sein oder Nichtsein an unsere Seite getreten. ♦ Ein Jahr der härtesten Erprobung Was immer auch die deutschen Armeen in diesen Feldzügen geleistet hatten, es tritt verblassend zurück gegenüber dem, was das Schicksal unserer Wehrmacht und den mit uns Verbündeten im letzten Jahr zu lösen und zu bewältigen auferlegt hat. Und heute erst erkennen wir das ganze Ausmaß der Vorbereitungen unserer Feinde. Heute sehen wir das Zusammenspiel der jüdischen Drahtzieher über eine ganze Welt verteilt, das im gemeinsamen Angriff einer Verschwörung, die Demokratie und Bolschewismus zu einer Interessengemeinschaft vereinte, ganz Europa vernichten zu können hoffte. Daß die Vorsehung uns dieser Koalition des jüdischen Marxismus und Kapitalismus gegenüber auf allen Schlachtfeldern siegreich stand- halten ließ, läßt uns aus tiefstem Herzen jenem danken, ohne dessen Schuh und Schirm alle menschliche Kraft, aller Fleiß und jeder Mut vergeblich sein würden. Denn hinter uns liegt ein Jahr nicht nur der größten Kämpfe der Weltgeschichte, sondern auch der härtesten Erprobung unseres eigenen Volkes — eine Erprobung, der die Front sowohl als die Heimat —, das darf ausgesprochen werden — stand- gehalten haben. Daß sich der Deutsche vor menschlichen Drohungen nicht fürchtet, hat er in seiner Geschichte oft genug bewiesen. Diesmal aber erprobte sich an ihm nicht nur die Gewalt feindliches Waffen sowie ein zahlenmäßig scheinbar unerschöpflicher Blutstrom primitivster Völkerschaften, sondern darüber hinaus noch die grausamste Härte der Natur. Denn heute kann es mitgeteilt werden, daß hinter uns ein Winter liegt, wie ihn Mittel- und Osteuropa seit über 140 Jahren nicht erlebten. Wahrlich, unsere Soldaten und diejenigen unserer Verbündeten sind in den letzten vier Monaten von der Vorsehung grausam gewogen worden auf ihren wirklichen inneren Wert. Sie haben diese Prüfung aber so bestanden, daß wohl keiner berechtigt ist, daran zu zweifeln, daß, was immer in der Zukunft das Schicksal auch noch bringen mag, es nur leichter sein kann als das, was hinter uns liegt. In knapp vier Monaten Sommer hat die deutsche Wehrmacht nach der glücklichen Durchführung des Balkanfeldzuges im Jahre 1941 ihren Marsch in die Weite des russischen Raumes angetreten. Schlachten wurden geschlagen und Siege erfochten, die noch in fernsten Zeiten als einmalige Ruhmestaten gelten werden. Im Verein mit ihren tapferen Verbündeten hat sie die immer neuen russischen Aufgebote angegriffen, geschlagen, ausgelöscht, um neuen Menschenmassen gegenüberzutreten. In vier Monaten wurde ein endloser Weg zurückgelegt in einer Offensive, die in ihrer Tiefe und Breite keinen Vergleich in der Geschichte besitzt. Wochenlana früher aber als jede Erfahrung oder wissenschaftliche Voraussicht es annehmen ließen, brach ein Winter über unsere Armeen herein, der nunmehr dem Gegner vier Monate Zeit gab, seinerseits die Wende in diesem schicksalhaften Ringen herbeizuführen. Und das war ja auch die einzige Hoffnung der Machthaber des Kreml, in diesem selbst für sie noch nie erlebten Aufstand der Elemente der Natur der deutschen Wehrmacht das napoleonische Schicksal von 1812 zufügen zu können. In übermenschlichem Ringen unter Einsatz der letzten Kraft der Seele und des Körpers haben die deutschen und die mit uns verbündeten Soldaten diese Prüfung überstanden und damit überwunden. Die Geschichte wird nun wohl schon in wenigen Monaten festzustellen in der Lage sein, ob das Hineintreiben von Hekatomben russischer Leben in diesen Kampf eine militärisch richtige oder falsche Handlung war. Wir wissen aber eines schon heute: die bolschewistischen Horden, die den deutschen und die verbündeten Soldaten in diesem Winter nicht zu besiegen vermochten, werden von uns in dem kommenden Sommer bis zur Vernichtung geschlagen sein. Der bolschewistische Koloß, den wir in seiner ganzen grausamen Gefährlichkeit erst jetzt erkennen, darf — und dies ist unser unumstößlicher Entschluß — die gesegneten Gefilde Europas nie mehr berühren, sondern soll in weitem Abstand von ihnen seine endgültige Grenze finden! Wir alle empfinden in diesem Augenblick die Größe der Zeit, in der wir leben. Eine Welt wird neu gestaltet. Während im Fernen Osten das japanische Heldenvolk — genau so provoziert, geschmäht und wirtschaftlich gedrosselt wie das deutsche und das italienische — in gewaltigen Schlägen zur See, in der Luft und zu Lande die demokratisch-kapitali- stischen Zwingburgen zerbricht, werden in Europa die Voraussetzungen geschaffen, diesem Kontinent seine wahre Unabhängigkeit zu geben. Denn es ist unerträglich, daß das Leben von Hunderten von Millionen Menschen von höchstem kulturellem Wert und emsigstem Fleiß für immer abhängig sein soll vom Wollen einer kleinen, wahrhaft verbrecherischen Gemeinschaft jüdisch-kapitalistischer Weltverschwörer und der van ihnen vergewaltigten öffentlichen Meinung eirWer dadurch allein gegen Europa eingestellter Völker und Staaten. Es kann daher auch nur eine einzige L öxs ung geben, nämlich: diesen Kampf so lange zu führen, bis die Sicherheit eines dauernden Frie- Der Vorbeimarsch am Ehrenmal, (Scherl-Bilderdienst.) 8 ■ Blick in den Ehrenhof des Zeughauses während bet Ansprache des Führers. — (Scherl-Bilderdienst.) dens gegeben ist, d. h. bis zur Vernichtung der Feinde dieses Friedens! Indem wir aber diesen Entschluß als feierliches Bekenntnis proklamieren, werden wir am meisten der Opfer gerecht, die die Kriege des Jahres 1914 bis 1918, der Kampf der nationalsozialistischen Bewegung um die Wiederauferstehung unseres Volkes im Innern und endlich der Kampf der Gegenwart von uns gefordert haben und noch weiter fordern werden. Wie die andere Welt ihr Leben gestaltet, ist unserem deutschen Volke gleichgültig, der Versuch aber von feiten außerkontinentaler Mächte fortgesetzt in innereuropäische Angelegenheiten und insonderheit in die Belange unseres eigenen Volkes einzugreifen, wird nunmehr einmal für immer abgewehrt und verhindert werden. Ob und in welcher Welt der amerikanische Präsident leben gedenkt, ist uns Deutschen gänzlich gleichgültig, seine Meinung aber, die Deutschen oder gar die europäische Welt nach seinen Bedürfnissen auszurichten, dos heißt, die uns liebgewordene eigene Welt zu stürzen, und eine uns verhaßte fremde aufzurichten, wird nicht nur mißlingen, sondern im Gegenteil: bei diesem Versuch wird nur seine e i - gene Welt zugrunde gehen. Was aber die Absicht betrifft, Europa mit dem Bolschewismus zu bestrafen, so habe ich es schon an einer anderen Stelle ausgesprochen, daß der Staat, der sich dem Bolschewismus selbst am meisten verschrieben hat, ihm wahrscheinlich auch am ehesten zum Opfer fallen wird. Das deutsche Volk ist über die Segnungen dieser bestialischen Lehre heute aufgeklärt und vor allem genügend stark, um sich dieser tödlichen Gefahr seines Daseins mit Erfolg widersetzen z.'? können. Angesichts des großen zurückliegenden Jahres und des — wie wir überzeugt sind — nicht minder großen kommenden, gedenken wir daher unserer Helden und derjenigen unserer tapferen Verbündeten in der Vergangenheit und Gegenwart mit dem festen Willen, dafür zu sorgen, daß alle diese Opfer keine vergeblichen gewesen sind noch sein werden. Wir können diese Feier nicht aufrechter begehen als in dem Bewußtsein, daß die heutige Generation den großen Zeiten der Vergangenheit wieder ebenbürtig geworden ist, und zwar ebenbürtig in seinen Soldaten an der Front, wie in seinen Männern und Frauen in der Heimat. Was auch das Schicksal von uns fordern mag, diese Jahre des Kampfes werden trotz allem kürzere fein als die Zeiten jenes langen und gesegneten Friedens, der das Ergebnis des heutigen Ringens fein wird. Diesen Frieden aber so zu gestalten, daß er dem Opfer unserer Soldaten aus allen Schichten unseres Volkes heraus gerecht wird, ist die zukünftige Aufgabe des nationalsozialistischen Staates, denn sie alle sind gefallen für das ewige deutsche Volk, unser gemeinsames Großdeutsches Reich und eine besiere Gemeinschaft der Nationen unseres Kontinents. Möge uns allen der Herrgott deshalb die Kraft verleihen, auch in der Zukunft das zu tun, was die Pflicht von uns fordert. Mit dieser Bitte verneigen wir uns in Ehrfurcht vor den toten Helden und vor den um sie trauernden Angehörigen und allen sonstigen Opfern dieses Krieges. Vor dem Ehrenmal. Als der Führer geendet hat, erklingen die Kommandos „Fahnen stillgestanden!" — „Fahnen auf!" und feierlich erheben sich die Klänge der Nationalhymnen. Danach verläßt der Führer den Lichthof und besichtigt unter Führung des Chefs der Heeres- archive, Konteradmiral Corel), eine Sonderausstellung in den unteren Räumen des Zeughauses, wo Uniformen und Waffen des deutschen Heeres, der verbündeten Armeen und der feindlichen Heere gezeigt werden. Vor dem Ehrenmal ist inzwischen das Ehrenbataillon aus je einer Kompanie des Heeres, der Kriegsmarine, der Luftwaffe und der Waffen-^ aufmarschiert. An rechten Flügel nimmt im Zeughaus der Fahnenblock Aufstellung. Der Kommandeur des Ehrenbataillons, Ritterkreuzträger Fregattenkapitän Hartmann, macht dem Führer Meldung, unter den Klängen des Präsentiermarsches schreitet der Führer mit Großadmiral Roeder, Generaljeldmarfchall Keitel, Generalfeld« marschall Milch, dem Reichsführer ff, dem Reichskriegerführer, dem Reichskriegsopferführer, dem Stadtkommandanten von Berlin Generalleutnant von Hase und dem Chefahjutanten der Wehrmacht beim Führer Generalmajor Schmundt die Front ab. Während sich die Fahnen senken und das Lied vom guten Kameraden ertönt, begibt sich der Führer mit seiner Begleitung — voran der von Ritterkreuzträgern getragenen Kranz des Führers aus Lorbeer und weißen Lilien — in den Weiheraum des Ehrenmals. Im stillen Gedenken verweilt der Führer einige Augenblicke im Ehrenmal. Rach Verlassen des Ehrenmals gilt der erste Gruß des Führers den verwundeten Kameraden beider Kriege, mit denen er sich, von Mann zu Mann schreitend, lange Zeit unterhält. Der Vorbeimarsch des Fahnenblocks und des Ehrenbataillons mit klingendem Spiel beendet die Feier. Im Verlauf weiterer Kämpfe wurden noch neun Panzer vernichtet. Rach erfolgreicher Abwehr war die Hauptkampflinie am Samstag fest in deutscher Hand. Mit deutschen Truppen beteiligten sich auch slowakische Verbände an den Kämpfen. Die Bolschewisten wiederholten am 14. März an der ganzen Front auf der Halbinsel Kertsch ihre Angriffe mit starken Kräften. In einem einzigen Korpsabschnitt setzte der Feind allein sechs Angrisfs- divisionen mit etwa 80 Panzerkampfwagen an. Im deutschen Abwehrfeuer blieben hier 42 Sowjetpanzer vernichtet liegen, die Zahl der am 13. und 14 März vernichteten feindlichen Panzer hat sich damit auf 88 erhöht. Ein Zug einer deutschen Sturmgeschütz-Abteilung vernichtete allein 14 Panzer. An einzelnen Stellen sind die Kämpfe noch im Gange. Die Luftwaffe unterstützte den Abwehrkamps der Erdtruppen durch unermüdliche Angriffe auf Panzeransammlungen und Angriffsspitzen der Bolschewisten. Im mittleren Frontabschnitt greift der Feind südostwärts von Wjasma und nordostwärts Gshatsk unter Ausnutzung eines Schneesturms von unge- wöhnlicher Stärke, unterstützt von zahlreichen Panzern, die deutschen Stellungen mit starken Kräften und in dicht aufgeschlossenen Kolonnen an. An beiden Frontstellungen brachen die Angriffe in nächster Entfernung vor Den deutschen Linien im zusammen- gesaßten Feuer der Infanterie, Artillerie und Panzerabwehrwaffen zusammen. Die folgenden Kolonnen und Trosse wurden ebenfalls vom Artilleriefeuer zersprengt. Zwölf Panzer wurden abgeschossen. Die deutsche Ll-Boot-Waffe in den nordamerikanischen Gewässern. Oer Wehrmachtbericht vom Sonntag. DNV. AusdemFührerhauplquartier, 15. März. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Auf der Halbinsel Kertsch setzte der Feind mit starken Kräften und zahlreichen Panzern seine Angriffe fort. Sie wurden unter hohen Verlusten für den Gegner abgewiesen. Weitere 42 Panzer wurden vernichtet. Nordöstlich Taganrog und im D o n e z g e b i e t wehrten deutsche, slowakische und kroatische Verbände stärkere feindliche Angriffe ab. 3m mittleren Frontabschnitt wurde eine seit Tagen elngeschlossene Kräftegruppe des Feindes vernichtet. An der Linschlietzungsfront von Leningrad bekämpfte schwere Artillerie mit guter Wirkung feindlichen Vachschubverkehr und militärische Anlagen in der Stadt. Am 13. und 14. März verloren die Sowjets 138 Panzer. 3n Nordafrika wurde bei Luftangriffen auf Tobruk ein feindliches Handelsschiff schwer getroffen. Italienische 3äger schossen ohne eigene Verluste in Luftkämpfen acht britische Lurtth ab. 3m Ostteil der Lyrenalka wurden Panzeransammlungen und Zeltlager der Vriten bombardiert. Nördlich Sollum torpedierte ein deutsches Unterseeboot einen feindlichen Dampfer. Der Untergang des Schiffes konnte wegen einsehender Abwehr nicht beobachtet werden. Die Luftangriffe ans britische Flugplätze der 3nsel Malta wurden fortgesetzt. Durch Bombentreffer entstanden Brände in hallen und Unterkünften. Wie durch Sondermeldung bekanntgegeben, versenkten deutsche Unterseeboote in westindischen Gewässern zwölf Handelsschiffe mit zusammen 70 000 BRT., darunter drei Tanker. Ein weiteres Schiff wurde durch Torpedotreffer beschädigt. Damit haben die deutschen Unterseeboote seit ihrem ersten Auftreten an der Ostküste des amerikanischen Kontinents im Atlantischen Ozean insgesamt 151 feindliche Handelsschiffe mit zusammen 1 029 000 BRT. vernichtet, darunter 58 Tanker mit 442 000 BRT. 3m Kanal trafen deutsche Torpedo-, Minensuch- und Schnellboote auf überlegene britische Streitkräfte. 3n erfolgreicher Zusammenarbeit griffen sie den aus Zerstörern und Schnellbooten bestehenden feindlichen Verband an und beschädigten einen britischen Zerstörer so schwer, dah mit seinem Verlust zu rechnen ist: ferner wurden ein britisches Schnellboot wahrscheinlich vernichtet, drei weitere in Brand geschoben oder beschädigt. Der Feind brach darauf das Gefecht ab. Unsere leichten Seestreitkräfte führten ihre Aufgabe planmäßig und ohne Verluste und Beschädigungen durch. Bei den Kämpfen auf der Halbinsel Kertsch hat ein Zug einer Sturmgeschühabteilung unter Führung von Leutnant S p i e l m a n n am 13. und 14. März 14 feindliche Panzer abgeschossen. Bei den Operationen deutscher Unterseeboote in westindischen Gewässern hat sich das Unterseeboot unter Führung von Kapitänleutnant Bauer besonders ausgezeichnet. Oer Befehlshaber der Ll-Boot-Waffe zum Admiral befördert. Berlin, 14. März. (DNB.) Der Führer hat auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine den Befehlshaber der Unterseeboote, Vizeadmiral D o e n i tz, in Anerkennung seiner hohen Verdienste um die Führung und den Einsatz der Unterseebootwaffe zum Admiral befördert. Das Ritterkreuz für erfolgreichen Llnterseeboots-Kommandont-n. Berlin, 14. März. (DNB.) Der Führer verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Kapitänleutnant Niko Clausen. Er hat als Unterseebootskommandant bisher 20 bewaffnete feindliche Handelsschiffe mit zusammen 84 000 BRT., davon sieben Schiffe mit 39 000 BRT., vor der amerikanischen Küste versenkt. Auch nahm er die Besatzung eines deutschen Schiffes, das durch einen englischen Kreuzer versenkt wurde, an Bord und brachte sie sicher an Land. Schwere Panzerverluste der Sowjets in erbitterten Abwehrkämpfen. Berlin, 15. März. (DNB.) Wie das OKW. mitteilt, stießen am 14. 3. deutsche Truppen an einem Frontabschnitt des Donezgebietes in 'rindliche Bereitstellungen hinein, die sie trotz zähen Widerstandes und Schneesturmes zerschlugen. Eine große Anzahl von Gefangenen wurde eingebracht. An Beute konnten zahlreiche Geschütze und leichte und schwere Infanteriewaffen sichergestellt werden. Die blutigen Verluste der Bolschewisten waren wie- derum sehr hoch. Nordostwärts Taganrog griff der Feind nach mehrtägiger Pause am Samstag erneut an. Die bolschewistischen Angriffe wurden in eisigem Nordweststurm und starkem Schneetreiben zum Teil in Gegenstößen abgeschlagen, wobei es zu harten Nahkämpfen kam. Der Gegner versuchte, seine Angriffe diesmal mit zahlreichen Panzerkampfwagen zu unterstützen. Heftiges Artilleriefeuer leitete die Vorstöße gegen die deutschen Stellungen ein. Von 15 mit aufgesessener Infanterie heranrollenden Panzern wurden zehn abgeschossen. Die Schlacht in der Java-See. ($in Bericht des alliierten Oberkommandos muß die schwere Niederlage zugeben. Buenos Aires, 15. März. (Europapreß.) Die Verluste der alliierten Marinestreitkräfte in der Seeschlacht bei Surabaya sind so groß gewesen, daß selbst das alliierte Oberkommando sie nicht länger verheimlichen kann. Es gab deshalb ein Kommunique heraus, danach wurde dieses bisher größtes Seetreffen des Krieges in Ostasien hinter Rauchwänden ausgefochten, die von den japanischen Kriegsschiffen und denen der Verbündeten gelegt murbeh. Die japanischen Streitkräfte bestanden aus mindestens neun Kreuzern, von denen zwei 10 000 Tonnen groß und mit achtzölligen Geschützen bestückt waren. Die japanischen Kreuzer waren von zwei Zerstörerflottillen begleitet. Der Kampf begann auf außerordentlicher Entfernung. Fast sofort ginn eine der japanischen Zerstörerflottillen zum Angriff über, bald darauf setzte die zweite japanische Zerstörerflottille zu einem Torpedoangriff an. Um diesen Torpedos zu entgehen, manövrierte der britische Kreuzer „Exeter". Er wurde dabei von einer 8-Zoll-Granate getroffen, die in den Kesselraum einschlug. Dadurch wurde er gezwungen, aus der Gefechtslinie zu scheeren. Ein Torpedo versenkte den niederländischen Zerstörer „K o r t e n a e r". Der niederländische Kommandant dieser Seestreit- kräfte, Konteradmiral D e o r m a n, dirigierte seine Streitkräfte dann südwärts in größere Nähe der Küste von Java mit der Absicht, in westlicher Richtung die Küste entlang zu fahren. Eine halbe Stunde später wurde der Zerstörer Jupiter" durch eine Unterwasserexplosion außer Gefecht gesetzt und sank vier Stunden später. Um 22.30 Uhr befanden sich die Kreuzer der Verbündeten ungefähr 12 Meilen nördlich von Rembang, als zwei japanische Kreuzer zwischen ihnen und der Küste auftauchten. Sie wurden sofort angegriffen. Im Gefecht erhielt der holländische Kreuzer „De Ruyter" einen Granattreffer. Unmittelbar darauf änderte er seinen Kurs, vermutlich, um Torpedos auszuweichen. Die anderen Kreuzer der Verbündeten schlossen sich dieser Bewegung an, dann wurden gleichzeitig auf dem „De Ruyter" und dem niederländischen Kreuzer „I a v a" Unterwasserexplosionen beobachtet. Beide sanken sofort. Angesichts der japanischen See- und Luftüberlegenheit stand das Kommando der Alliierten vor dem Problem, die verbliebenen Schiffe aus der gefährlichen Lage herauszuziehen. Der Weg nach Australien war durch die 600 Mellen lange Java-Insel mit ihren an beiden Enden unter Kontrolle des Feindes stehenden Durchfahxtsstraßen versperrt. Nach Einbruch der Dunkelheit verließ der australische Kreuzer „Perth" Tanjong Priok mit der Absicht, während der Dunkelheit die Sunda-Straße zu passieren. Während der Nacht kam er bei St. Nikolas mit japanischen Seestreitkräften in Gefechtsberührung. Seitdem ist von ihm und dem amerikanischen Kreuzer „H o u st o n" keine Nachricht eingetroffen. In der gleichen Nacht verließ der britische Kreuzer „E x e t e r", der nur noch mit halber Geschwindigkeit lief, in Begleitung des Zerstörers „Encounter" und des nordamerikanischen Zerstörers „P o p e" Surabaya. Am 1. März vormittags signalisierte der „Exeter", daß er drei feindliche Kreuzer gesichtet habe, die auf ihn zusteuerten. Weder von .Exeter" noch von „Encounter" oder von „Pope" sind seitdem weitere Nachrichten eingetroffen. Der Zerstörer „E v e r t s e n" wurde in der Sunda- Straße von zwei japanischen Kreuzern angegriffen, beschädigt und auf Strand gesetzt. Der Zerstörer „S t r o n g h o l d" und die australische Schaluppe „Darr a" werden gleichfalls vermißt, ebeckso einige kleine Motor- und Hilfsschiffe. Das Schauspiel von Mom. B e r l i n , 15. März. (DNB.) Frankreich bietet der Welt mit dem Prozeß von Riom ein seltsames» Schauspiel. Schon der bisherige Verlauf des Prozesses ließ klar erkennen, daß die Regierung in Vichy den Angeklagten nicht etwa, wie man hätte erwarten können, deshalb den Prozeß macht, weil sie Deutschland den Krieg erklärten und damit das französische Volk in geradezu verbrecherischer Weise in diesen Krieg hineinstürzten, sondern deshalb, weil Daladier und Genossen den Krieg gegen Deutschland nicht mit der genügenden Umsicht und Energie vorbereitet und geführt haben sollen. Wie weit es nun mit dieser Prozeßkomödie bereits gekommen ist, zeigte sich im letzten Verhandlungstermin. Am Schluß der Sitzung konnte es sich der Kriegsbrandstifter Daladier erlauben, von der Anklagebank aus in unverschämten Ausfällen die deutsche Wehrmacht herabzusetzen. Auch b e i der Aufrüstung in Deutschland, so erdreistete sich nämlich dieser entlarvte Katastrophen- volitiker, seien schwere Fehler gemacht worden. In diesem Zusammenhang sprach er von den deutschen Panzern 1 und 2, die im polnischen Feldzug von Gewehrkugeln geradezu durchlöchert worden seien. Wenn er — so führte Daladier aus — derartige Panzer den Franzosen präsentiert hätte, dann könne man heute mit Recht unerbittliche Anklage gegen ihn erheben. Man glaubt sich in ein Narrenhaus versetzt, wenn man aus dem Gerichtssaal derartige Töne heute von dem Angeklagten vernimmt. Daladier ließ schon vor Kriegsausbruch systematisch durch die jüdische Publizistik jenes Märchen verbreiten, daß man die deutschen Panzer sogar mit Lanzen durchstechen könne. Das Wissen darum, daß die deutsche Wehrmacht mit diesen ihren Panzern die polnischen Armeen blitzartig zusammenschlug und mit Polen in weniger als drei Wochen aufräumte, sowie die jedem Franzosen nur allzu bekannte harte Tatsache, daß die gleichen deutschen Panzerarmeen ein halbes Jahr später Frankreich innerhalb sechs Wochen überrannten und zu Boden warfen, paßt allerdings schlecht zu der dummdreisten Verteidigungslogik dieses Bankrotteurs, der glaubt, die siegreiche deutsche Wehrmacht verhöhnen und die Welt mit frechen Mätzchen auch heute noch, irreführen zu können. Das eine jedenfalls sollte Herr Daladier aus dem bisherigen Kriegsverlauf gesehen haben, daß wir jeweils g e • r ab e bie Tanks besaßen, b i e mir brauchten, um unsere Gegner zu erledigen. Und das wird auch in der Zukunft nicht anders fein’ Auf die erneute Frage, ob Frankreich am 3. September 1939 in den Krieg eintreten und am 10. Mai 1940 der Offensive standhalten konnte, rief Daladier mit vor Erregung rotem Kopf in den Gerichtssaal: „Ich sage: Ja, ja, ja! Frankreich durfte nicht besiegt werden!" Hat sich jemals ein Schuldiger am Zusammen» Rotraut, ein Mädchenbildnie.' Von Anton Schnack. Wie schlank und fremdartig, sonnengebräunt und geschmeidig war er, der reiche Pflanzer aus Südamerika, als er während eines Besuches in Deutschland, zur Jagd in den Odenwald eingeladen, ein junges Mädchen sah, das im Forsthausgarten mit einer zahmen Elster spielte — Rotraut. Das Mädchen war zwischen siebzehn und achtzehn Jahren, im Haar einen goldenen Feuerglanz, die Augen von einer hellen Blaue gefüllt, auf der Haut einen zarten Farbenduft wie ihn die Heckenrose am frischen Iunimorgen trägt. Alle durch Lieblichkeit und Schönheit verzaubernd: Rotraut, bie Zauberin, verschollener unb seltener Name, ber aus bem alt» hochbeutschen „Hruob" (Ruhm) unb „Thrubr" (Zauberin) sich geformt hatte. * Der über das Meer gereifte Mann glaubte ein schöneres Mädchen nie gesehen zu haben. Es war dem aus Mittsommernachtsschlaf erwachenden Walde ähnlich, den der Tau voll Reinheit und Glanz geschüttet hat. Der Mann aus den Tropen sah die Perlen des Taus in den Mädchenaugen glitzern. Er roch den Duft der prangenden Arnika- blüten aus dem reichgelockten Haar unb er sah bie Anmut bes Rehs in Gang unb Gestalt — vom ersten Augenblick an üebf^ er Rotraut. Ein von der Gnade ber Länblichkeit gesegnetes Haus war bie Heimat bes Mäbchens. Das Rauschen bes Walbes brartg Tag unb Nacht burchs Fenster, ber Munb des laufenden Brunnens sprach in jede Kammer hinein, das Getrippel und Gezwitscher der Vögel hallte vom Gebälk wider, ein Fliedergehölz am Zaun umhüllte das Dach mit einem Duftschleier, die auf bem Herb kochenben Früchte unb Walbdeeren wehten burch bie Gänge Honig unb Süßigkeit, Weinlaub unb Clematis malten bas Gartentor grün ober herbstgelb — aber bas Schönste war Rotraut. Der Frühling breitete Teppiche aus Himmels- schlüsfeln und üppigen Butterblumen auf die Wiesen ringsum. Und mitten in der Blumenpracht, einen Strauß in ber Hanb, näherte sich bem Hirten unb feiner Schafherde bas Mädchen Rotraut. Im Sommer färbte sich der liebliche Mund noch röter von bem Fleischsaft ber schwarzen Wilbkirschen unb den bluttropfenartigen Erbbeeren. Kein Mann hatte bisher biefe warmen Lippen geküßt, nur bie Kugeln ber saftigM Trauben vom Spalier, ber sonnenwarme Pfirsich, das Fleisch des weichgereiften Apfels, der ölige Kern ber Nüsse vom Hügel, nur Früchte, klares Ouellwasser, Milch, Honig und Blumen hatten berührt den Mund von Rotraut. Im Winter liefen die Spuren ber futtersuchenben Tiere auf das Haus zu, und die Krallenschrift ber Vögel war in ben Schnee ber Fenstersimse geschrieben. In ben mächtigen Kachelöfen trachte bas harzige Holz ber Wurzelstöcke, bas Türlein ber Kuckucksuhr sprang zu jeber Stunbe auf, bie Aepfel hüpften schmorenb auf ben Ofenplatten. O Haus voll Köstlichkeiten, aber bas Köstlichste von allem: Rotraut. * Bei einem Gang durch bie gründurchschimmerte Abenbbämmerung bes Juli, gewürzt von ben sich öffnenben Blüten ber balsamischen Nachtkerze, sprach ber weitgereiste unb vieler Sprachen mächtige Mann: „Ich liebe bich!" „Ich liebe bich!" antwortete, bas Auge voll Innigkeit, Rotraut. * Weit unb wochenlang führte bie Hochzeitsreise bas Mäbchen aus ben Wäldern über bas Meer fort. Eine Reise, vorbei an fremben Küsten unb Hafen- ftäbten, vorbei an mertroürbigen unb bunten Län- bern, anbere Menschen, anbere Pflanzen, andere Tiere, andere Speisen und Getränke, andere Sprachen unb andere Sterne am Himmel — hundert verwirrende Eindrücke erregten Augen und Ohr. Aber manchmal sehnte sich nach dem heimatlichen Haus, von Clematis und Efeu umsponnen — Rotraut. » Es war eine lärmerfüllte und sonnenheiße Stadt in Südamerika, wo das Schiff vor Anker ging. Der Mann, der reiche Pflanzer und Kaufmann, fuhr zu einem säulenverzierten und balkongeschmückten Haus. Er sagte: „Das ist nun dein Haus, Rotraut." * Dort gab es keinen Schnee. — Um den Schnee trauerte manchmal Rotraut. Dort gab es nicht den schattenkühlen und von Harzbitterkeit durchwehten Märchenwald. — Um ben Wald trauerte manchmal Rotraut. Dort gab es nicht bie grünberocften Jäger, beten Schüsse so bumpf burch ben schwebenben Oktobernebel im Obenwalb hallten. — Um bie Jäger unb um ben weithin rollenden Klang ber Schüsse trauerte manchmal Rotraut. Dort gab es nicht zur Heuzeit Sensenklirren auf ber Wiese unb bas einluUenbe Geschwirr ber Heuschrecken unb Grillen vor einem Oeroitterabenb. — Um ben Heubuft unb um ben Grillengesang trauerte manchmal Rotraut. Dort gab es nicht ben Zwiegesang bes Brunnens unb ber Baumwipfel in ber Nacht. — Um diesen holden Zwiegesang trauerte manchmal Rotraut. Polarbären. Ein Iagderlebnis von Ludwig Busch. Mr zitterten am ganzen Leibe nach dem Blizzard, der die Knochen bis ins Mark getroffen hatte. Trotz unserer Vermummung froren wir. Wie mit feinsten Kanülen stach ber Eiswinb in bie freien Poren um Augen unb Munb. Zusehends gerann bas Wasser zu einer immer bitteren Spiegelglasschicht ringsum, unter bem Ruber knirschte es heftiger, kaum, baß wir noch vorwärts stießen. Dann wollte trotz ber harten Anläufe auch bie schmale Fahrtrinne nicht mehr aufbrechen, wir saßen fest. Gespenstisch fingerte bas Norblicht, es hob uns in ben Raum, wie Vaganten bes Weltalls kamen wir uns vor. Hier oben in ber Einsamkeit ber Kingsbai, unwirklich getragen von ber Farbenpracht am Horizont, schienen wir kaum noch lebenbe Wesen, son- bcrn fnifternbe Phosphorstäubchen über bem bald nahen, bald' fernen Knirschen ewig sich stoßender unb roanbernber Eisblöcke zu sein ... Alles Gerät warfen wir auf bie nächste große Scholle. Eine Elfenbeinmöwe plärrte, Lummen strichen. Dicht hin über unsere Köpfe taumelte langsam ein Schwarm neugieriger Torbalken. Da sahen wir norbroärts ein paar Pünktchen, graugelb zwischen Blockzacken auf weißem Glitzerschnee. In den Gläsern wuchs ihr Umfang ... Polarbären! Sie haben ein kurzes Gesicht. An diesem Vormittag stand ihre Witterung nicht zu uns. Der scharfe Geruch fetter, glitschiger Robbenspeise allein kitzelte die schwarzen Nasen. Deutlich beobachteten wir hinter eilig aufgefpannten weißen Tüchern den Strich zu ben Schlupflöchern ber Seehunde. Fünfzehnhundert Meter schätzten mir die Entfernung bis zu den lauernden Riesen. Auf einmal schienen ihre Felle wie in Rosa getaucht. So tief dämmerte das unaufhörlich wechselnde Farbspiel bes Norb- lichtes, baß auch wir, platt auf ben Boben gedrückt, bläulich ober violett aufflammten. Lautlos bewegte sich ber Schimmer aus bem Unendlichen mit uns vorwärts. Tausend Meter von den Tieren entfernt, hinter dem leise flatternden Segeltuch verborgen, wurden mir Zeugen eines einzigartigen Schauspiels. Ein paar Robben, in ihrem natürlichen Drang nach Sauerstoff, hoben munter die bärtigen Schnauzen aus dem frischen Bruch im Eis ... Für Sekunden nur, da traf sie ber tückische Prankenschlag! Wenn ber Polarkönig seinen Wanst füllt, macht er bas nicht anbers als Der Löwe ober Tiger in ben heißen Zonen. Tief taucht er bie Schnauze in bas Blut bes Opfers, mißtrauisch blinzeln babei bie unruhigen Augen nach bem roeniger erfolgreichen Jagdgenossen. Der nähert sich rasch, geduckt fast. Jedoch bevor der Gierige eine Flosse zu fassen vermag, versetzen ihn zwei, drei Prankenhiebe, quer über die Lichter, jn sinnlose Wut. Bis auf dreihundert Meter hatten mir uns herangearbeitet, als sich zwei Bären wie Ringkämpfer gegenüberftanben. Aufgerichtet, wie Männer in ben Seilen gingen sie aufeinanber los, mit Bissen und Hieben, Umarmungen unb schrecklichem Gebrumm. Ein unheimlicher Tanzplatz nahe bem 80. Grad nördlicher Breite! In Flocken riß der Herausgefor- derte dem Angreifer das Fell vom Leibe. Dann wälzten sich die Kämpfer eine Zeitlang, wüst ineinander gsknäult, endlich erinnerten sich'beide des verlassenen Brockens, machten sich, als sei nichts zwischen ihnen vorgefallen, über das inzwischen schon hartgefrorene Fleisch her. In diesem Augenblick verließ die Ladung den Lauf unserer Drillinge ... Maßlos erstaunt die Polarkönige ... Der dritte bei seinem Fraß an dem entferntesten Schlupfloch kam schwer getroffen hoch. Wir sahen, wie uns der Sterbende schmerzlich zublinzelte. Die beiden anderen richteten sich langsam wie Hunde noch einmal auf ben Keulen doch, fauchten böse über bie blutige Störung beim Mabl. Traurig fielen ihre Köpfe nach ben Fangschüssen wie zum Schlaf auf biq Pranken we -ruch eines ganzen Volkes mit frecherem Zynismus verteidigt als dieser es gegenüber dem französischen Volke tut! Nicht also er, der Hetzer und Kriegsbrandstifter Daladier ist schuldig, sondern das französische Volk! Er, der Polen zur Unnachgiebigkeit aufstachelte, er, der alle Möglichkeiten zur Erhaltung des Friedens sabotierte, dieser Mensch, der nach dem Zusammenbruch Polens die Hand des Führers, die sich Frankreich entgegenstreckte, brüst zurückwies und durch feine jüdische Presse unaufhörlich den französischen Gehirnen die Lüge einham- mern ließ daß Frankreich angegriffen werde und der Krieg mit Deutschland unvermeidlich sei — dieser Verbrecher erfrecht sich heute, dem von ihm betrogenen französischen Volk höhnisch zuzurufen: „Frankreich durfte nicht besiegt werden." Nicht Daladier, der verbrecherisch Frankreich in den Krieg stürzte, sondern das betrogene französische Volk Hal sein Unglück selbst verschuldet! — Darin liegt der Sinn dieser Verteidigungsrede. So also wird in Riom ein Prozeß geführt, von dem die Welt erwartete, dcrß endlich einmal die wahren Kriegsverbrecher und -anstifter von einem betrogenen Volk zur Verantwortung gezogen werden wütden! Welche Schlußfolgerung muß man daraus ziehen, wenn eine Regrerung eine solche Prozeßführung will und damit die Abwälzung der Schuld auf das französische Volk duldet? Gibt sie damit nicht zu erkennen, daß sie selbst mitschuldig ist an dem, was sie von den Kriegsverbrechern Daladier und Genossen, so peinlich fernzuhalten sich bestrebt? Die Antwort überlassen wir dem französischen Volk! Oer dritte Jahrestag -es Protektorats. Prag, 15. März. (DNB.) Anläßlich des dritten Jahrestages der Schaffung des Protektorats Böhmen und Mähren fand im Prager Deutschen Opernhaus eine Gedenkstunde statt. Der stellvertretende Reichsprotektor ---Obergruppenführer Heydrich, wies in einer Ansprache darauf hin, daß der 15. März 1939 geschichtlich gesehen nicht nur die Erfüllung der Wünsche des deutschen Herzens, sondern die reale Vollendung einer politischen Notwendigkeit darstellt. „Der große Krieg, den wir jetzt erleben", so sagte er, „ist der lebensentscheidende Kampf um den Bestand Großdeutschlands und Europas. Damit wird er politisch, wirtschaftlich und menschlich gerade wegen seiner notwendigen Opfer und Lasten als Schmelztiegel dazu beitragen, das endgültige Hineinwachsen dieses Raumes ins Reich zu vertiefen und zu vollenden. So ist der heutige Tag, politisch gesehen, ein Tag des dankbaren und achtungsvollen Erinnerns an jenen 15. März 1939, der staatspolitisch und rechtlich das Fundament und den Anfang schuf für jene Entwicklung und jene Aufgaben, die wir gemeinsam mit den Bewohnern Böhmens und Mährens gewillt find, im Sinne des Reiches voranzutreiben und nach den Weisungen des Führers zu vollenden." Staatspräsident Dr. H a ch a hielt eine Rundfunkansprache, in der er sagte: „Der 15. März wächst zu dem Symbol unserer eigenen Gedankenrevolution, zu dem Symbol unserer Einreihung in das soziale, wirtschaftliche und kulturelle Leben des Reiches heran. Aus innerer Ueberzeugung verschmelzen wir auf allen Gebieten unsere Tätigkeit immer mehr mit dem Reich. Wir können nie mehr zu den politischen Anschauungen der alten Demokratie zurückkehren, die auch die mächtigen Völker des Westens an den Rand des Verderbens geführt hat, so daß sie heute das einzige Heil im Bolschewismus sehen. Wir wollen darum aus der nationalsozialistischen Weltanschauung schöpfen, die aus dem deutschen Volk den mächtigsten Faktor der Welt gemacht hat und seine Truppen zu immer neuen Erfolgen führt. Untätiges Zuwarten käme dem Verderben gleich." Oie wirtschaftliche Zusammenarbeit -er Achse. Rom, 14. März. (DNB.) Außenminister Graf C i a n o und Botschafter Giannini sowie Botschafter von Mackensen und Gesandter C l o - d i u s haben Vereinbarungen unterzeichnet, in denen die wirtschaftliche und finanzielle Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Italien bis zum Ende des Jahres 1942 geregelt wird. Der Rohstoffaustausch wird einen noch größeren Umfang haben und dazu beitragen, eine erhöhte Leistung der Rüstungsindustrien der beiden Länder sicherzustellen. Während die italienische Ausfuhr nach Deutschland im wesentlichen Südfrüchte, Hanf, Roh- und Kunstseide, Zink, Quecksilber und Nahrungsmittel umfaßt, führt Deutschland nach Italien Kohle, Eisen, eisenverarbeitete Industrieartikel, Maschinen, Kriegsmaterial, Chemikalien, chemische Rohstoffe, Farben und pharmazeutische Artikel aus. Die deutschen Kohlenlieferungen konnten in dem vereinbarten Aus- maß von einer Million Tonnen monatlich voll er- uut werden. Trotz aller Schwierigkeiten auch klima- tischer Natur hat sich die im feindlichen Ausland wiederholt geäußerte Skepsis hinsichtlich der Durchführung des Kohlenabkommens als völlig unbegrün- oet erwiesen. Es besteht sogar die Hoffnung, daß Me Lieferungen des Jahres 1942 in begrenztem roerbe U^Cr bisherigen Lieferungen hinausgehen Eine besondere Rolle spielt auf dem Gebiet der Rohstoffversorgung der Einsatz der Arbeitskräfte. Von italienischer Seite sind im Jahre 1941 200000 italienische Arbeitskräfte der deutschen Wirtschaft zur Verfügung gestellt worden. Diese Zahl wird im Jahre 1942 nicht unwesentlich erhöht werden. Von besonderer Bedeutung ist ferner die Frage der Stabilisierung der Preise im gegenseitigen Warenaustausch. Auf diesem Gebiet konnte das bisher vertraglich festgelegte Preisniveau gehalten werden. Es ist jetzt von neuem eine Bindung der Preise der deutschen Ausfuhr nach Italien erfolgt, woraus sich günstige Rückwirkungen auch auf die inneritalienische Preisbildung ergeben. Besonders gilt dies für die deutschen Kohlenlieferungen. Der Zahlungsverkehr erfolgt auch weiterhin nach dem Grundsatz, daß keine kriegswichtige Leistung unterbleiben darf, weil noch nicht die fianzielle Gegenleistung erfolgt ist. Es wurden auch Maßnahmen vorgesehen, um die Versorgung Griechenlands sicherzustellen. Die für Griechenland aus der Besetzung sich ergebenden finanziellen Lasten sollen nach Möglichkeit erleichtert werden. Oer Webrmachtbericht vom Samstag. DNB. AusdemFührerhaupkquartier, 14. TNärz. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Auf der Krim griff der Feind nach längerer Kampfpause wieder mit starken, von Panzern uR Fliegern unterstützten Kräften die deutsch-rumänischen Stellungen auf der Halbinsel Kertsch an. 3n harten Kämpfen wurden die Angriffe unter hohen Verlusten für den Gegner abgewehrt. Dabei wurden 46 feindliche Panzer abgeschossen. Auch an den übrigen Abschnitten der Ostfront setzte der Feind feine Angriffe erfolglos fort. 3n Ouftkampfen wurden gestern ohne eigene Verluste 17 sowjetische Flugzeuge abgeschoffen. Die sowjetische Luftwaffe verlor in der Zeit vom 6. bis 12. März 209 Flugzeuge, davon wurden 130 in Luftkämpfen, 26 durch Flakartillerie und sieben durch Infanterie abgeschossen, der Rest am Boden zerstört. Während der gleichen Zeit gingen an der Ostfront neun eigene Flugzeuge verloren. 3n Nordafrika wurden Material- und Truppenlaaer der Briten im Raum von Tobruk bombardiert. Die Luftangriffe auf britische Flng- stötzpunkte der Insel Malta wurden bei Tag und Nacht mit guter Wirkung fortgesetzt. Reber dem Kanal und den besetzten Westaebieten schosst« deutsche Jäger ohne eigene Verluste acht britische Fluazeuae ab. Der Feind warf in der letzten Nacht Bomben auf verschiedene Orte in Westdeutschland, vor allem auf, Wohnviertel in Köln. Die Zivilbevölkerung hatte geringe Verluste. Ein britischer Bomber wurde abgeschossen. Meine volitifche Nachrichten. Um den wachsenden Erfordernissen der Rüstung im Rahmen des Vierjahresplanes die notwendige Geltung zu verschaffen, hat Reichsmarschall Göring als Beauftragter für den Vierjahresplan den Reichsminister für Bewaffnung und Munition, Speer, zum Bevollmächtigten für die Rüstungsaufgaben im Vierjahresplan ernannt. ♦ Der Führer hat für den verstorbenen Pionier der Arbeit Dr.-Ing., Dr. med. e. h. Robert Bosch, den Gründer der Robert-Bosch-'G.m.b.H., ein Staatsbegräbnis angeordnet. * In Gibraltar wurden von einem britischen Kriegsschiff, das aus dem Mittelmeer einlief, nachdem es mit feindlichen Streitkräften in Gefechtsberührung gekommen war, mehrere Tote und Verwundete an Land gebracht. In Washington wurde ein dreigliedriges Oberkommando der Land-, See- und Luftstreitkräfte der USA. gebildet, das Roosevelt unmittelbar untersteht. Es besteht aus General Marshall, Admiral King und dem Chef der Luftflotte, General Arnold. Aus der Stadt Gießen. Freiwillige für die Waffen-^. Von der Erg.-Stelle Fulda-Werra (IX) erhalten wir die Mitteilung, daß wiederum Freiwilligen die Möglichkeit gegeben ist, in die Waffen--- einzutreten. e Die Divisionen der Waffen--- kämpften auf allen Kriegsschauplätzen und stehen jetzt in vorderster Front im Kampf gegen den Bolschewismus. Ihre stolzen Taten sind ein Ruf an die deutsche Jugend und an die wehrhaften Männer. Vollmotorisiert umfassen die Divisionen alle Truppen, wie Jnsan-- terie, Artillerie, Pioniere, Panzer, Nachrichtentruppen, Kavallerie, Panzerjäger, Flak, Kradschützen und Sanitätstruppen. Die Waffen--- stellt ein: a) K r ie g s sre i w i l - lige (Arbeitsdienstpflichtige nach'Ableistung der verkürzten Arbeitsdienstpflicht), b) Freiwillige mit Dienstzeitverpflichtung vorn vollendeten 17. bis zum 45. Lebensjahr. Der Dienst in der Waffen--- ist Wehrdienst. Bei Eignung stehen den Freiwilligen die Unterführerund Führerlaufbahn, sowie Sonderlaufbahnen offen. Einberufung zur Truppe erfolgt beschleunigt! Ferner werden eingestellt: Freiwillige für die ---Polizei-Division und Anwärter für den Dienst in der D e u t s ch e n Polizei. Annahmeuntersuchungen finden am 20. März vormittags in Gießen im „Burghof" statt. Meldungen von Freiwilligen werden dort angenommen. Arbeitsbuch und Wehrpaß lind mitzubringen. Außerdem nimmt die ---Erg.-«Stelle Fulda-Werra (IX), Kaffel-Wilh., Löwenburgstr. 10, Tel. 36683 und 34441 ständig schriftliche Meldungen an und übersendet auf Anforderung das ausführliche Merkblatt. Reifeprüfungen. In den höheren Schulen unserer Stadt wurden in den letzten Tagen die Reifeprüfungen durchgeführt. Im Gymnasium, wo die Prüfung unter dem Vorsitz des Oberstudiendirektors Dr. W o l k e w i tz stattfand, bestanden sämtliche 18 Prüflinge; acht von ihnen, die bereits in der Wehrmacht dienen, erhielten die Reise ohne Prüfung zugesprochen. — Die Prüfung inderLangemarck-Schule fand unter Vorsitz von Oberstudiendirektor A n gelbe r g e r statt. Sämtliche 24 Schüler bestanden jetzt die Prüfung, nachdem schon im Winterhalbjahr acht Schüler als Offiziersanwärter und 21 als Kriegsfreiwillige nach bestandener Prüfung aus der Schule ausgefchieden waren. Insgesamt sind also von dieser Schule 53 junge Männer mit der Reifeprüfung abgegangen und sämtlich zur Wehrmacht eingerückt. — Aus der Iustus-von-Liebig-Schule, wo die Prüfung unter dem Vorsitz von Oberstudiendirektor Dr. M a l z a n von der Landesregierung und Oberstudiendirektor Dr. Kiefer als Vertreters des in der Wehrmacht dienenden Schulleiters stattfand, schieden insgesamt 45 Schüler mit der Reifeprüfung aus. Davon wurden im Laufe der letzten Monate bereits 19 zur Wehrmacht einberufen, unter ihnen acht als Offiziersanwärter, so daß jetzt noch 26 Schüler zu prüfen waren, die sämtlich bestanden. — In der Oberschule für Mädchen, wo die Prüfung unter Vorsitz von Oberstudiendirektor S ch e l h o r n vorgenommen wurde, bestanden sämtliche 63 Schülerinnen. Davon erhielten 11 Schülerinnen, die sich seit Januar im Osteinsatz befinden, die Reife ohne Prüfung. Verdunkelungszeit: 16. März von 20.27 bis 7.03 Uhr. Gießen dankt unseren Gefallenen. Oie Gedenkfeier vor denrGefallenendenkmal auf dem Landgraf-Philipp-Plah. Unsere Stadt dankte am gestrigen Heldengedenktag mit reichem Flaggenschmuck unseren Gefallenen des ersten Weltkrieges und des gegenwärtigen schweren Rmgens um Deutschlands Freiheit und Zukunft, sowie den Toten der Bewegung, die als Gefolgsmänner des Führers in der politischen Kampfzeit ihr Leben für Deutschland gaben. In einer Gemeinschaftsfeier am gestrigen Sonntagvormittag vor dem Ehrenmal der alten 116er auf dem Landgraf-Philipp-Platz gab unsere Bevölkerung zusammen mit der Wehrmacht dem tiefen, ehrfurchtsvollen Dank an die Gefallenen mit herzlichen Worten Ausdruck. Bei dieser Feier waren neben einer Ehrenkompanie der Landesschützen und einer Ehrenkompanie der Luftwaffe mit Fahne sowie zahlreichen weiteren Angehörigen der Wehrmacht die Vertretung der Partei und ihrer Gliederungen, die in der NS.-Kriegsopferoersorgung und im NS.-Reichskriegerbund vereinigten alten Soldaten des ersten Weltkrieges, Abordnungen der Behörden, des Deutschen Roten Kreuzes, des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, der Polizei, der Technischen Nothilfe usw., eine Abteilung der Nachrichtenhelferinnen und zahlreiche Familienangehörige von Gefallenen in dem gemeinsamen Gedenken an die teuren Toten vereinigt. Dor dem Denkmal stand qls Ehrenwache ein Doppelposten der Landesschützen. Nach der Meldung der Ehrenkompanien an den dienstältesten Offizier des Standorts schritt dieser die Front der Truppen und der aufmarschierten Formationen und Kameradschaftsvereinigungen ab, ferner begrüßte er die Hinterbliebenen der Gefallenen. Dann hielt er eine Ansprache, in der er mit eindrucksvollen Worten das große Opfer der gefallenen Kameraden würdigte und den Sinn dieses Opfers deutete. Er führte dabei die Gedanken der Hörer zurück zu den Jahren des ersten Weltkrieges und stellte jene Zeit in Parallele zu dem schweren Ringen unserer Gegenwart, in dem wiederum wie einst Deutschlands Söhne um den Bestand, die Freiheit und die Zukunft unseres Volkes und Vaterlandes gegen einen haßerfüllten Feind kämpfen müssen. Er ermahnte, immer unserer gefallenen Helden in Dankbarkeit und Liebe zu gedenken, da sie die höchste Tugend des Soldaten bekundet haben, nämlich in Treue, Tapferkeit und Gehorsam mit dem Willen zum Sieg und der Bereitschaft zum Opfer bis zum Letzten für Volk und Vaterland einzutteten. Bei diesem Gedenken dürfe es aber nicht mit Worten fein Bewenden haben, sondern jeder müsse sich dieses großen Opfers durch feine Taten würdig erweisen und zu jeder Stunde bereit sein, auch seinerseits das größte Opfer für 1 Deutschland und seinen Bestand zu bringen. Das Erbe der Gefallenen müsse von uns treu bewahrt und in ihrem Sinne und Geiste gut verwaltet werden, damit wir als Dolksganzes vor der Geschichte allezeit bestehen können. Dieses Erbe müsse rein an unsere Nachfahren überliefert werden, dann werde das deutsche Volk immer stark und groß und unüberwindlich sein. Mit einem Mahnwort, bas im ersten Weltkriege über einem Unterstand in den Argonnen geschrieben stand und das den Geist des deutschen Soldatentums treffend zum Ausdruck bringt, schloß der Offizier seine Ansprache, nämlich mit dem Wort: „Treu leben, Tod trotzend kämpfen, lächelnd sterben." Dazu möge dem deutschen Volke allezeit die Kraft gegeben sein. Anschließend folgten, während die Truppe unter präsentiertem Gewehr stand, die Kranzniederlegungen. Der dienstälteste Offizier legte den Kranz der Wehrmacht am Denkmal nieder. Im Auftrage des Hoheitsträgers der Partei ehrte der Kreis- obmann der DAF. Katzenmeier die Gefallenen und die Toten der Bewegung durch die Niederlegung eines Kranzes der Partei, der stellv. Polizeidirektor Major der Schutzpolizei H e l l w e g e Emden legte einen Kranz im Namen des Offizierskorps der Schutzpolizei Gießen nieder, Leutnant der Schutzpolizei Zimmer brachte den Kranz des Kameradschaftsbundes deutscher Polizeibeamten, Ortsgruppe Gießen, zum Denkmal, Landgerichtsrat Trümpert überbrachte den Kranz des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge und Major Wolf als Leiter des Traditionsverbandes der alten 116er ehrte mit dessen Kranz das Opfer und das Andenken der gefallenen Kameraden Im Anschluß an diese Gemeinschaftsfeier marschierte eine Ehrenabteilung der NS.-Kriegsopfer- versorgung (NSKOD.) zum Heldenmal auf dem Neuen Friedhof, wo der komm. Kameradschaftsführer der NSKOV. G r a v e l i u s einen Kranz als Zeichen des Dankes und der treuen Erinnerung an die Kameraden niederlegte. Die Kameradschaften des NS.-Reichskriegerbundes marschierten zum Kriegerdenkmal von 1870/71 auf dem Marktplatz, wo der stellv. Kameradschaftssüyrer der Krieger- kameradschaft 1874 Wagner im Auftrage des Kreiskriegerführers den Kranz der alten Weltkriegssoldaten zu Ehren der Kämpfer von 1870/71 niederlegte. MIHSW Der feurige Gfeu Roman von Hany von Hülfen 40 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Wulflam? Und warum?" „Warum? Weil ich finde, daß — wenn mal am Kreiskrankenhaus der Chefposten vakant wird, ist Wulflam doch der nächste dortau! Er kann unmöglich hier auf dem Dorf versauern — Ulla legte ihm, beinahe ängstlich, die Hand auf den Arm. ..,. .. „Sehr nett von dir, Papa. Aber ich mochte dich gleich bitten: gib das auf! Wir beide wollen namltd) gar nicht weg von Lappersdorf, darin sind wir uns völlig einig. Wenigstens noch lange, lange nicht! Auch auf dem platten Lande sind tüchtige Aerzte notwendig — ich meine solche, die sich wirklich in ihre Praxis hineinknien, wie Wulflam ... Oder willst du uns weghaben?" fragte sie plötzlich mit einem Scherz, indem sie die Augen rasch in bie Winkel gleiten ließ. „Ullakind — was sagst du da?!" Fehr war wirklich erschrocken. „Euch weghaben? Aber ganz im Gegenteil! Ich hoffe vielmehr — ja, es war ja eine ziemlich dumme Situation, die Wochen lang, das gebe ich zu, und das hast du auch selbst gesuhlt, wie? Aber ich hoffe wirklich, mit dem heutigen Tage endet sie. Schau, es ist doch im Grunde nichts, gar nichts zwischen uns. Wir reden doch mrteinanber ganz wie früher! Na ja, wir haben beide dicke Köpfe von der Natur mitbekommen. Aber wenn du mir innerlich vielleicht noch immer ein bißchen grollst wegen meiner Heirat — diese Heirat hat doch zugleich dein Glück gemacht! Du mußt es nur einmal so betrachten." . .. Ulla antwortete nichts. Den Kopf gesenkt, ging sie neben dem Vater her, seinen Arm haltend, vorsichtig den Wasserlachen auf dem schlechten Wege ausweichend. Wolkenfetzen zogen niedrig über die Wipfel. „Weißt du übrigens", sagte sie nach einer Weile, „daß ich aus Loscywitz gar keine guten Nachrichten habe? Vielleicht hat Wulflam dir davon erzählt?" „Keine Silbe! Der Schwager?" „Tante Hermine. Sie ist nun vollständig bettlägerig, wie Onkel Ernst schreibt. Er glaubt nicht, daß es noch einmal wird." „Also diesmal dock keine eingebildete Krankheit? Hat sich der große Arzt vielleicht früher schon mit seiner Diagnose geirrt?" Fehr spottete ganz offen. Er hatte Strakonitz nie geliebt und trug ihm insbesondere noch immer nach, daß er damals, bei der Dresdner Unterhaltuna" über Ullas Heiratsplan, so unsanft mit ihm umgesprungen war — Ulla überhörte seinen Spott — sie wollte es. Ich werde am Sonntag nach Dresden fahren, denke ich. Mal nach ihr sehen. Weißt du, ich habe Tante Hermine früher nicht so gekannt — als Mama noch lebte, war ich ein Kind, und die Tante war ja mehr als zwanzig Jahre älter als Mam^ Ader in meiner Dresdner Zeit hab' ich sie wirklich llebgewonneUu bran, Ma. Deine Mama hielt zeitlebens große Stücke auf sie und hat es uns immer gewissermaßen übelgenommen, wenn wir uns über die Gute mit ihren ewig neuen Leiden harmlos lustig machten. Ader daran war keiner schuld als der Schwager Strakonitz. Sie stapften zwischen den regenglitzernden Baumen hin und plauderten noch ein wenig über die Dresdner Verwandten. Fehr, dessen Spott nicht so Acht versiegte, wenn er auf Strakonitz zu sprechen Pnm meinte der Herr Professor werde wohl noch übTr'müiiaermerhen, wenn ihm d°s nicht unbetracht- [idie Vermögen der Schwester in den Schoß falle. mnhriAeinli» höbe er sie überhaupt wegen dieser Aussicht so °ng° im İuse gehabt - zwanzig Jahre X (sLvJr a und ihre ewigen Klagen ertragen ... Ulla -e? ei ich- den Onkel mit Wörme: sie kenne leinen ^Menschen, der für fich persönlich °°n den sogenannten irdischen Gütern so wenig habe wie er — was könne Geld auch einem Manne bedeuten, der vierzehn Stunden am Tag arbeite und sich als einziges Vergnügen starke, teure Zigarren gönne?! „Na, na, na!" machte Fehr skeptisch — und dann war es Zeit, an Umkehr zu denken, wollte man sich nicht von der Dunkelheit überraschen lassen. Als sie sich auf der Kreisstraße verabschiedeten, hielt Ulla die Hand des Vaters lange in der ihren: „Du hast vorhin von meinem Glück gesprochen, Papa, und hast recht damit gehabt. Ich bin von Herzen glücklich. Aber sage mir — beruhige mich: bist du's auch? So glücklich, wie du gehofft hast?" Fehr verwirrte sich ein wenig unter dieser unmittelbaren Frage und unter dem zu ernst forschenden Blick aus den grauen Augen der Tochter. „Glücklich? — Ich denke doch, Kindel", sagte er. „Natürlich bin ich glücklich, das kann ja gar nicht anders sein. Marion ist eine wirklich reizende Frau — ich gebe die Hoffnung noch nicht auf, daß du das eines Tages auch finden wirst. Und dann — wir haben's jetzt sehr nett im Schloß, ganz anders als vorher, es wird viel Musik gemacht —" Er brach ab und kniff die Lippen zusammen, er fühlte, wie der Tropfen Gift in feinem Blut sich regte. „Mit Herrn Fontana, wie?" Ulla sah grüblerischen Blickes an ihm vorbei. „Ich kann mir's denken. Er fährt ja oft in feinem Sportkabriolett an meinen Fenstern vorbei — zu euch." Plötzlich hatte Christian Febr eine tiefe Falte über der Nasenwurzel. Gut, daß Ulla es in der halben Dämmerung nicht sah. „Bist du am nächsten Samstag wieder allein?" fuhr sie fort, und da er wie abwesend nickte, „dann komme ich gern einmal, um Mamas Grab zu besuchen. Mick verlangt sehr danach." „Und den Papa?" fragte er mit einem kleinen, resignierten Lächeln. Sie lächelte auch. Sie schüttelte ihm kameradschaftlich die Hand und ging. Er sah ihr noch ein paar Sekunden nach, bis die Dämmerung sie aufnahm und entrückte. Hatte diese Begegnung gehalten, was er sich von ihr versprach? Er wußte es nicht. Auf seinen Stock gestützt, ein wenig müde vom Weg, wanderte er zum Schloß zurück, in dem schon die Lichter brannten. Marion würde verwundert sein über sein langes Ausbleiben. Sie hatte ohnehin jo sonderbare Augen gemacht, als er ihr das mit Ulla gesagt. 5. Kapitel. Zwei Tage lang rumorte dies Gespräch in Christian Fehr; am dritten erfolgte der Durchbruch. Schlaflos hatte er nach Tisch eine Stunde auf seinem Diwan gelegen, alles zum tausendsten Male bedenkend. Nun ging er durch den Wintergarten, wo Fabian gerade den Teetisch richtete, ins Musikzimmer hinüber. Dort wußte er Marion mit dem Ordnen von Noten beschäftigt, die sie beim Buchhändler in der Kreisstadt bestellt hatte, und die heute mit der Post geliefert worden waren. „Liebling", sagte er, „möchtest du mich begleiten?" „Wohin?" „Nach der Sophienau. Ich will mit Abbeg sprechen." Marion hob den Kopf nicht, damit er nicht sähe, welche Verwirrung plötzlich in ihrem Gesicht war. Abbeg — was hatte er mit Abbeg zu sprechen?" „Du vergißt, Jan, daß heute Freitag ist. Und daß also Fontana zum Musizieren kommt." „So sag ihm ab!" — Fehr konnte nicht hindern, daß es ein wenig ungeduldig klang. — Fontana! — Er fand, daß er diesen Namen viel, viel zu oft hören mußte — Marion witterte sofort seine Stimmung. „Gern", sagte sie und räumte die Noten zusammen, „obwohl ich es eigentlich ein bißchen ungezogen finde jo in letzter Minute. Er hat sich sicher darauf vorbereitet. Aber die Wünsche meines Herrn und Gebieters sind mir natürlich Befehl.. — Warum möchtest du übrigens, daß ich dabei bin, wenn du mit Abbeg sprichst? Ihr könnt doch nur Ge chaft- liches zu sprechen haben!" (Fortsetzung folgt.) Don der Lazarettbetreuung. Das Oberkommando der Wehrmacht veranstaltete in der vergangenen Woche durch die NS.-Gemein- schäft.Kraft durch Freude" in zwei Lazaretten eine Vortragsfolge unter dem Motto „Grün ist die Heide". Else Lamp mann fang Lieder von Schumann, Jöde und Hermann Löns mit guter Altstimme. Wolfgang Büttner und Richard Münch sprachen Gedichte und Geschichten von Heinrich Anacker und Hermann Löns. Die Begleitung am Klavier hatte Wolfgang Brügger übernommen. — Unter dem Motto „Ernstes und Heiteres vom Soldaten" brachte Gerda B a ch f e l d Lesungen von Fontane, Liliencron und Münchhausen. Margot Eberspach sang Lieder von Brahms und Schubert. Gisela Sott zeigte ihre Kunst am Klavier mit Musikstücken von Bach, Schubert und Chopin und hatte die Begleitung übernommen. Reicher Beifall dankte den Künstlern. — In einem Lazarett lief der Film „Gefährliches Abenteuer". — Durch Vermittlung der Kreisfrauenschaftsleiterin W r e d e wurden von den Ortsfrauenschaften Hungen und Laubach eint große Zahl Kuchen den hiesigen Lazaretten gespendet. Eammctt die Alum'nium-Konserven o'en. Neuerdings werden Lebensmittel aller Art auch in Aluminiumdofcn verarbeitet, die durch die Ausprägung „Alu-Din" auf Deckel und Boden als solche kenntlich gemacht sind. Diese Djjsen sind wertvollstes Rohmaterial und müssen daher der Wiederverwertung zugeführt werden. Es ist wichtig, auch die Deckel zu sammeln, da diese 20 v. H. des gesamten Gewichtes der Dosen ausmachen. Da die Sammlung auch durch die Schulen erfolgt, kann jede leere Dose sofort dem nächstwohnenden Schüler oder der Schülerin mitgegeben werden. Für jede Dose mit Deckel wird dem Schüler ein Punkt gutgeschrieben. Es ist zweckmäßig, die Dosen nach der Entleerung leicht durchzuspülen. Jede Hausfrau wird sich in Anbetracht der Wichtigkeit der Aluminium-Rückgewinnung gern dieser kleinen Mühe unterziehen. Die Konservendosen aus Weiß- oder Schwarzblech werden wie bisher in den Mülleimer getan. Theater der Universitätsstadt Gießen. 1. Mirgenv.ranstaliung: .Terakoya". Am Heldengedenktage brachte die siebente Mor- genoeranstaltung das einaktige Schauspiel „Tera- koya" (Die Dor/schule) nach der Tragödie des Takeda Jzumo (1688 bis 1756), für die deutsche Bühne bearbeitet von Wolfgang v o n G e r s d o r f f. Die einfache Fabel dieses Schauspiels beschwört die Welt des alten, ritterlichen und heroischen Japan, dessen nationale Tugenden sich im gegenwärtigen Kriege, wie zahlreiche Berichte vom fernöstlichen Kriegsschauplatz belegen, aufs neue höchst eindrucksvoll bewähren. Es sind die höchsten vaterländischen Tugenden, die der Japaner kennt, zu deren Uebung und Verherrlichung er von Kind auf erzogen wird: Pflichterfüllung, Treue gegen das angestammte Herrschergeschlecht, fraglose Bereitschaft zu jedem, auch dem äußersten und furchtbarsten Opfer. Die Dorfschule ist in diesem Drama der unverändert bleibende Schauplatz der Handlung und eines unerhörten Opfers aus nationalem Pflichtgefühl: Mat- fuo, Kanzler des vertriebenen Fürsten, nunmehr im Dienste des Gewalthabers, läßt mit vollem Bewußtsein sein einziges Kind enthaupten, um dem Prinzen, den Sohn des vertriebenen rechtmäßigen Fürsten zu retten, dem der Gewalthaber nach dem Leben trachtet. Dem Kanzler ist dieses schreckliche Opfer auferlegt, weil er der einzige ist, der aus seinem früheren Dienst den jungen Prinzen kennt und bezeugen kann, daß die Beauftragten des Gewalthabers nicht betrogen werden. Der Kanzler voll- ?ieht die ungeheuerliche Täuschung, und es ent- pricht dem japanischen Geiste, daß auch die Mutter und sogar der halbwüchsige Knabe selbst mit vollem Bewußtsein und Willen das Op'er bringen, das dem rechtmäßigen Fürstenhause zum Heile gereicht. — Es konnte sich bei der Wiedergabe dieses Dramas aus dem Jahre 902 nicht darum handeln, eine Nachahmung des auf jahrhundertealter Tradition sich aufbauenden, eigentümlichen und genau festgelegten japanischen Schauspielstiles zu versuchen, der kaum wiederholbar ist und in seiner Ausdrucksform überdies von einem deutschen Publikum nicht verstanden werden würde. Die von Oberspielleiter W. M. Mund inszenierte Aufführung war auf einen vorsichtig stilisierenden Ton von strenger Würde und Feierlichkeit gestimmt, der dem Gegenstände angepaßt war und die Unentrinnbarfeit des hier entfesselten Konfliktes mit großer, übrigens erfreulich unpathetischer Eindringlichkeit zum Ausdruck brachte. Vorgänge und Personen erschienen vor einem von HerrL^L ö f f l e r entworfenen Bühnenbilde, das in RaiMgestaltung, Farbe und Ornamentik eine stilreine und stimmunggebende Verwirklichung des fernöstlichen Schauplatzes darstellte. Den Kanzler Matsuo svielte Herr Zeppenfeld mit verhaltener Leidenschaft des sprachlichen Ausdrucks und einer der japanischen Anschauung entsprechenden strengen Gemessenheit des Wortes und der körperlichen Bewegung. Renate Freihen gab der schmerzlichen, von großem Leid heimgesuchten Mütterlichkeit der Chio beredten Ausdruck. Herr A. W. Funke, in vorzüglicher Maskt, ließ die ausweglose Verzweiflung und Erschütterung des zu furchtbarer Tat aufgerufenen Schulvorstehers Genzo empfinden. Luise Prasser war die sanfte, schlanke Tonami, wie ein zarter Schattenriß aus einem japanischen Aquarell. Herr C. B. «Schmidt spielte den blutgierig wilden, von Haß und Mißtrauen bewegten Ritter (Bemba; Alfred Seibel war der rechtmäßige Prinz, Otto Dörr der kleine, unschuldig- freiwillig geopferte Kotaro. Mitglieder der Bannspielschar der HI. wirkten als Schüler mit. — Die zahlreiche Hörerschaft, merklich beeindruckt, dankte mit starkem Beifall. Hans Thyriot. Lustwaffe-Ginn 4:1 (0:1). Die Luftwaffe hat durch diesen Sieg wiederum eine schwere Klippe überwunden. Ganz so leicht, wie es das Ergebnis vermuten läßt, wurde der Sieg allerdings nicht gemacht. Sofort nach Anstoß waren es die Gäste, -die gefährliche Situationen vor dem Tore der Luftwaffe schufen. Ueberraschend ging Sinn schon nach drei Minuten Spieldauer in Führung. Obwohl die Luftwaffe mehr vom Spiel hotte, versuchte sie es immer wieder mit Kurzpaß und kam damit nicht zum Zuge. Eine große Ausgleichsmöglichkeit bot sich der Luftwaffe noch kurz vor Halbzeit. Ein schöner Durchbruch des flinken Linksaußen wurde von einem ©inner Verteidiger unfair gestoppt. Den verhängten Elfmeter schoß Dörschel knapp daneben. Halbzeit 1:0 für Sinn. Die zweite Halbzeit stand ganz im Zeichen der technisch besser spielenden Platzbesitzer. Jetzt wurden die Außenstürmer mehr eingesetzt, wobei Erfolge nicht ausblieben. Angriff auf Angriff rollte vor des Gegners Tor. Nach zehn Minuten war durch Dörschel der Ausgleich erzielt. Dem gleichen Spieler gelang kurz darauf eine 2:1-Führung. Kurz vor Schluß waren es der Rechtsaußen und der Halbrechte, die das Er« gebnis auf 4:1 schraubten. In der Kritik soll besonders die großartige Leistung von Mittelläufer Rose erwähnt werden. Dieser Spieler leistete ein ungeheures Pensum an Arbeit, war unverwüstlich in der Zerstörung und im Aufbau. Auch der linke Läufer verriet gutes technisches Können. Im Sturm waren der Linksaußen und Mittelstürmer Dörschel die treibenden Kräfte. Sinn hatte seine besten Spieler in dem Halblinken und linken Verteidiger. Polizei Frankfurt führt im Handball weiter. Die Handball-Meisterschaftskämpse des Sportgaues Hessen-Nassau sollten am Sonntag mit vier Begegnungen wieder aufgenommen werden, aber in letzter Stunde gab es doch wieder drei Absagen, und es verblieb nur die Frankfurter Begegnung zwischen Polizei Frankfurt und LSV. Gießen. Mit 20:4 (12:0) feierten die Polizisten einen überlegenen Sieg und bauten mit 20:2 Punkten ihre Spitzenstellung vor der TG. Dietzenbach mit 16:4 und der Frankfurter SA. mit 14:2 weiter aus. Sreilänbetiurnen in Berlin. In der ausverkauften Berliner Deutschlandhalle, die mit den Fahnen der drei beteiligten Nationen Italien, Ungarn und Deutschland geschmückt war, fand am Sonntagnachmittag das Dreiländerturnen statt. Mit H e l m u t h Bantz siegle der jüngste der zwölf Teilnehmer mit 117,2 Punkten vor dem deutschen Zehnkampfmeister und Olympiasieger Will: S.adel mit 117,0 und dem Ungarn Franz Pataki njjj 116,6 Punkten. Nur ein einziges Mal konnte die Höchstnote von 30 vergeben werden, die der hervorragende Ungar Pataki im Bodenturnen erreichte. Auch im Pferdsprung war Pataki mit 28,9 bester Einzelturner, während am Reck Helmuth Dantz mit 29,9 nur wenig die höchste Wertung verfehlte. Dreimal konnte am Barren die Note 29,4 vergeben wer- 'den, so haß Dantz, Stadel und der Italiener Gugliel- metti an diesem Gerät die besten Turner waren. Das Turnen wurde mit d em P f erdsprung ein geleitet, bei dem der Ungar Pataki mit 28,9 Punkten für einen Ueberschlag die höchste Wertung erzielte. Helmuth Bantz und Rudi Gauch brachten es für den wohlgelungenen Hechtsprung aus je 28,8 Punkte. Die Ausgeglichenheit der Turner der drei Nationen trat am Barren deutlich hervor. Bantz, Stadel und der Italiener Guglielmetti waren mit)e 29,4 Punkten die besten Turner an diesem Gerät. Damit hatte sich unter den zwölf Turnern der ehemalige Jugendmeister Bantz mit 58.2 vor Stadel mit 58, Guglielmetti mit 57,9 und Pataki mit 57,8 Punkten an die Spitze gesetzt. Das Bodenturnen brachte dann wahre Höhepunkte. Der Ungar Franz Pataki erhielt für seinen dreifachen Salto die nur einrftal vergebene Höchstnote von 30 zuerkannt. Kurt Krötzsch kam mit 29,4 dem Ungarn am nächsten. In der Gesamtwertung war Pataki damit auf den ersten Platz gelangt, doch folgten Bantz und Stoidel mit nur 5/io Punkten Unterschied dichtauf. Die Entscheidung mußte also beim letzten Gerät, am Reck, fallen. Helmuth Bantz wurde mit 29,9 für feine schwierige Ausführung am höchsten bewertet, während Pataki nur 28,8 erreichte und damit den Endsieg dem jungen deutschen Turner überlassen mußte. Der Leunaer Krötzsch blieb beim Uebergrätschen hängen, kam nur auf 24,1 Punkte und schied damit für die Endentscheidung für den Sieg aus. Eine ausgefeilte Probe seines Könnens gab auch Willi Stadel, der mit 29,7 Punkten Bantz am nächsten kam. Die SiegerUsle: 1. Helmuth Bantz (D.) 117,2 Punkte; 2. Willi Stadel (D.) 117,0; 3. Franz Pataki (U.) 116,6; 4. Ludwig Toth (U.) 115,4; 5. Franz Darkoei (U.) 114,2 6. <5avino Guglielmetti (I.) 114,1; 7. Rudi Gauch CD.) 113,6; 8. Natale Amedeo (I.) und Kurt Krötzsch CD.) je 113,5; 9. Ettore Perego (I.) 113 2; 10. Danilo Floravanti (I.) 112,4; 11. Viktor Mo- gyeroffi (U.) 111,7 Punkte. Frankfurter Schlachtviehsarkt. Frankfurt a. M., 14. März. Es notierten je 50 kg Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 45 bis 46,5, b) 42 bis 42,5, c) 37 bis 37,5, Bullen a) 43 bis 44,5, b) 39 bis 40,5, c) 34 bis 35,5, Kühe a) 43 bis 44,5, b) 38 bis 40,5, c) 30 bis 34,5, d) 20 bis 25, Färsen a) 44 bis 45,5, b) 40 bis 41,5, c) 36,5, Kälber a) 59, b) 56 bis 59, c) 45 bis 50, d) 32 bis 40, beste Mastlämmer 50 bis 53, Schafe a) 42 bis 45, c) 15 bis 33,'Schweine a) 63.5 bl) 63,5, b2) 63,5, c) 62,5, d) 58,5, e) und k) 56,5, gl) 63,5. Marktverlauf: alles zugeteilt. Tieferschüttert erhielten wir die schmerzliche, unfaßbare Nachricht, daß unser lieber, braver, hoffnungsvoller jüngster Sohn, Bruder, Schwager, Pate und Onkel _ _ Otto Betz Soldat in einem Kradschützen-Bataillon im blühenden Alter von 20 Jahren bei den schweren Kämpfen im Osten den Heldentod starb. — Wiedersehen war seine und unsere größte Hoffnung. In tiefer Trauer: Gustav Betz und Frau Elisabethe, geb. Engel Richard Betz, Oberschütze, z. Z. im Felde, und Frau Minna, geb. Salzmann Wilhelm Betz, Obergefreiter, z. Z. im Felde, und Frau Emma, geb. Wißner Willi Weller, Schütze, z, Z. bei der Wehrmacht, und Frau Erna, geb. Betz Theo Schmidt, Obergefreiter, z. Z. Im Felde und Frau Elisabeth, geb. Betz und alle Angehörigen. Gießen -Wieseck, im März 1942. 01112 Vornehm l Geschmackvoll l Persönlich i Dleee wesentlichen Eigenschaften der guten Familien-Drucksache bietet Ihnen in zahlreichen neuzeitlichen Aus fünrungsarten und Papieren zu rn&BIgen Preisen Brühl'sche Druckerei. Schulstr. 1, Ruf 2251 Das Schloß imSüden mit VICTOR DE KOWA LIANE HEID Paul Kemp • JessieVirogh Max Gülstorf! FritzOdemar Spielleitung: GEZA VON BOLVARY NEUESTE WOCHENSCHAU Heute Montag Wiederaufführung Lichtspielhaus Täglich 2.30, 4.45, 7.80 Uhr bis Mittwoch einschließlich Jugend hat Zutritt 918 A Möbl. 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Kostenfreie Einlaßkarten durch die Geschäftsstelle Johannesttaße 16 Fernruf 3790. J920 D OvaJZtaJMM helfen bei Rheuma, Gicht, Ischias, Glieder- und Gelenkschmerzen, Hexenschuß, Grippe und Erkältungskrankheiten, Nerven- und Kopfschmerzen. Beachten Sie Inhalt und Preis der Packung: 20 Tabletten nur 79 PfennigI Erhältlich in allen Apotheken. Berichten auch Sie uns über Ihre Erfahrungen! TRINERALG.M.B.H., MÜNCHEN J 27/547 Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlich geschriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlagserzeugnisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens und damitdurch erweitertes Wissen erhöhte Freude an den vielfältigen Schönheiten der Natur. — Verlangen Sie Prospekte und auch Probehefte der Zeitschrift „Freude am Leben“ Huqo Bermühler Verlag - Berlin-Lichterfelde AucU wenig- Sei genügt um viel zu leisten. 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