,12. Jahrgang Nr. 295 lfrttfvretbtntW«fi Ml Bmbtanfctnrtft: „Slnieiaer" vnnk trab Verl«-: Die Auf der Wacht /✓ // Erklärungen türkischer Staatsmänner Hans W e ckerle nschau aus irung! und Leihgesetzes. Scheinsozialismus und Wirklichkeit. ertofette Lolitil ufr •6 Thymi: -mlchkk. onge fl.fl. Anbei Puntten] aki mi l (36,91 KrG guten Dienste für den Fall künftiger Mißhellig- ketten" anzubieten. Man kann sich leicht vorstellen, wie diese „guten Dienste" Roosevelts aussehen würden, wenn die Türkei von dem sowjetischen Vertragspartner bedrängt würde. Man wird in An- | kara gut tun, auf der Wacht zu sein, wie es die tcn der türkischen Polizei, um sich über den Ablauf des Vortages zu informieren und ihre Rapporte zu machen, — denn daß so ein Hotel sich einer ganz besonders geschulten Ueberwachung zu erfreuen hat, ist in einem Staat, der auf seine Neutralität den größten Wert legt, besonders verständlich. Im übrigen bedeutet das „Ankara Palace" für seine Konzessionäre, zu denen auch der türkische Staat gehört, ein glänzendes Geschäft, denn es gibt nie leere Zimmer. Wenn der Ankara-Expreß die Reisenden aus Istanbul bringt, oder wenn dem Taurus-Expreß die Reisenden aus Syrien und dem Irak entsteigen, — aus zwei durch den Krieg getrennten Lagern — dann hat die Hotelleitung ihre schwere Not, um die Gäste unterzubringen. Nicht selten muß dann ein kleiner Speisesaal in einen Schlafsaal umgewandelt werden und noch häufiger kommt es vor, daß das Hotel die Aufnahme von Gästen ablehnen muß. Das ist besonders dann der Fall, wenn ausländische politische oder wirtschaftliche Delegationen oder Staatsbesucher in Ankara ein- treffen, für die es eben keine andere Unterkunftsmöglichkeiten gibt, als das Hotel „Ankara Placa". mperament des Staatschefs in raschem Tempo einem Hotel verwandelt. Kemal Atatürk hat ner Idee selbst sichtlichen Beifall gespendet und eer oft Gast in den Gesellschaftsräumen des Hotels, ,oßen Türkischen Nationalversammlung, auf der (deren das Hotel „Ankara Palace". Vor dem einen lten zwei anatolische „Aster" mit flachen Stahl- tmen und aufgepflanztem Seitengewehr die che, vor dem anderen die Kraftwagen der Re- rung und der Diplomatie. mmt man durch die Drehtür in die Halle des tels, so glaubt man sich zunächst in das Europa Vorkriegszeit versetzt, denn man hört die Spra- i und sieht die Gesichter der Angehörigen aller opäischen und überseeischen Länder. Also — ein utrales Hotel, in der kleinasiatischen luptstadt eines neutralen und dabei politisch auch Europa gehörigen Landes. Dieses repräsentative >tel Ankaras, so sehr repräsentativ, daß in seinen Mittelmeerposition, die durch die Landung in Nord- aftika nicht so schnell wie erwartet entscheidend verbessert werden konnte, nun durch einen Druck auf die Dardanellen zu stärken. Deshalb wünscht man in Washington und London die Anbahnung besserer Beziehungen zwischen der Türkei und der Sowjetunion durch den Abschluß eines Vertrages, der nach einer Meldung des United-Preh-Korrespondenten in Ankara, augenblicklich Gegenstand von Verhandlungen sein soll. Die Sowjetunion soll sich bereiterklären, die territoriale Integrität der Türkei und besonders die der Meerengen anzuerkennen und sich verpflichten, der Türkei, wenn sie angegriffen werde, zu Hilfe zu kommen. Beide Länder sollen sich weiter verpflichten, in der Presse jede Polemik zu unterlassen. Der sowjetische Botschafter Steinhardt soll eine längere Unterredung mit dem türkischen Außenminister Menemencoglu gehabt haben. Es sei der erste Besuch gewesen, den der Botschafter seit seiner Rückkehr aus Moskau im Außenministerium gehabt habe. Die Vereinigten Staaten hätten die Absicht, beiden Ländern ,/hre ein6* lang® isdi® jiien» gder „Ankara Palace." Von unserem WEB.-Berichterstatter. U:n rfoerti t Q. ei. ich. » tner bt uns czeu etenbh cheg^ MH Moller ist 1 gui 30 Uhr ließlich ;tl 3771C r Terra leltgen Heyen nflels ninajkj Wendet Jt Iturfil1’1 r.30^ .jtf! Bekenntnisiräger des neuen Europas. Reichskommrsfar Lehsi-Juquart an die niederländischen Nationalsozia isten. Amsterdam, 15. Dez. (DNB. Funkspruch.) Die niederländischen Nationalsozialisten begingen den elften Jahrestag ihrer Bewegung. Bei dieser Gelegenheit wandte sich Reichskommissar Reichs- minifter Seiß-Inquart mit einer Rede an die nie» derländischen Nationalsozialisten. Als das alte Oesterreich in der Kriegszeit 1914/18 zusammenge- vrochen war, so sagte er, kamen wir in den kleinen Sieben-Millionen-Staat, und es hat einige gegeben, die glaubten, sich damit ab finden zu können. Wer bald war es eine allgemeine Erkenntnis, daß dieser kleine Staat nur ein Spielball in den Händen der großen Mächte war, daß Freiheit, Selb- ständi-teit und Unabhängigkeit nur ein Vorwand Die Kehrseite des pacht- und Leihgesetzes Ernste Besorgnis britischer Wirtschastskreise. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Ankara, im Dezember 1942.. n der Gründerzeit des modernen Ankara 1924 ute man vom Bahnhof eine schnurgerade Asphalt- aße zur Altstadt. Endpunkt der Straße wurde loater ein monumentales Reiterdenkmal Atatürks, dem heute auch die Normaluhr Ankaras steht, zwischen liegen an dem Boulevard zwei Gebäude alttürkischen Stil, mit Spitzbogenfenstern, fla- n Dächern, und der Ornamentik einer von boden- nirtgem künstlerischem Empfinden erfüllten, nun- hr vergangenen Epoche. Die beiden, sich stilistisch änzenden Bauwerke sind nur durch die Straßen- ite getrennt. Beide liegen in Grün gebettet, ran in der Gartenstadt Ankara fein Mangel scht. Auf der einen Seite das Gebäude der ten-Reaierungen. Es hat einige Zeit gebraucht, bis auch einflußreiche englische Kreise diese Fußangel merkten. Der „Econvmist" sowohl wie die „Times", der „Daily Telegraph" und andere Blätter mahnten Roosevelt vergeblich, schon jetzt zu erklären, er habe die Lieferungen nur um des demokratischen Ideals halber gratis vorgenommen. Roosevelt und die ame- rikanische Oeffentlichkeit, vertreten durch die jüdisch- kapitalistischen Presseorgane, reagieren auf solche Anzapfungen sehr sauer, und die Ereignisse haben bewiesen, daß Roosevelt dieses Pacht- unb Leihgesetz als würgenden Strick um den Hals Englands benutzt. Nicht nur Australien und Kanada unterstehen praktisch Roosevelt, sondern auch der Nahe Osten, Französisch-Nordafrika und Indien, denn überall hat Roosevelt seine Erpresserpolitik gegenüber England geltend gemacht. Das englische Empire und das englische Volk sind dem Yankee-Imperialismus willenlos ausgeliefert und die verbitterten Reaktionen auf diese Feststellung in der englischen Presse und in britischen Wirtschaftskreisen haben als Hintergrund eben diese Drosselschnur des Pacht- und tinnabme von -änACinen für tote Mittagsnummer biS8»/,UbrdeSBormittagS Anzeigeii-Preife für die Millimeter-Aelle von 22 Millimeter Breite: 7Rvf. für ^amiltenan- zeigen und private GelegenbeitSanzeigen 14Rvt. f. Werbeanzeigen und flefrhäftlttbe Gelegenbeltdanzeigen Vlatzvorickrift (vorherige Vereinbarung) 2fi*/e mehr Armeen für feine Zwecke zu erreichen, notgedrungen o tun, als wolle er auch die englische Wirtschaftspolitik der bolschewistischen Anschauungsweise wenigstens in etwas angleichen. Man entsinnt sich, daß zu Beginn dieser Aera ein britischer Politiker aus einem Herzen keine Mördergrube machte und leicht innigerweise auf die wahre Absicht hinwies, wonach man die Hoffnung hegte, daß der Bolschewismus im Kampf mit Deutschland sich aufreiben würde, so daß England bann auch von dem Bolschewismus nichts zu befürchten hätte. Diese Entgleisung wurde damals übel vermerkt, und der unvorsichtige Mann wurde kaltgestellt. Es kam nun jene Epoche, in der man sich in England gar nicht genug tun konnte in Verherrlichung des Bolschewismus, in großen sozialistischen Reformplänen und dergleichen mehr. Der englischen Agitation nach schien es zeitweise geradezu so, als sei England „das Vaterland des Sozialismus" geworden. In Wirklichkeit blieben diese Dinge natürlich alle hübsch auf dem Papier stehen. Und wenn es hoch kam, bildete man hier und da einen Ausschuß zur Beratung irgendwelcher sozialen Reformen. Es wurde also das übliche parlamentarische Theater aufgeführt. Die Aufgabe dieser Ausschüsse sollte nach bewährtem Muster darin be stehen, daß sie möglichst lange berieten, ohne zu einem Beschluß oder einem Bericht zu kommen, d. h. das Volk sollte das Gefühl haben, es geschähe etwas, während in Wirklichkeit nichts geschah. Mit diesen und ähnlichen Methoden ist es Churchill gelungen, sich in der erforderlichen Zeit einen scheinsozialen Anstrich zu geben. Jetzt hält er das offenbar nicht mehr für notwendig. Die Verbindung mit Sowjetrußland, auf die sich Herr Cripps stützte, hat Churchill jetzt selbst aufgenommen. Außerdem scheint man die Abhängigkeit Stalins vor der eng- lisch-amerikanischen Materialhilfe nachgerade für so groß zu halten, daß man auf gewisse Äußerlichkeiten keinen so entscheidenden Wert,mehr zu legen braucht. Auf der anderen Seite wuchsen die ame rikanischen Tendenzen zur Aushöhlung des Empire in letzter Zeit so bedrohlich, daß Churchill es offen bar für angebracht hielt, auch demgegenüber einen Damm aufzurichten. Die Kabinettsumbildung, die Eden und Morrison in den Vordergrund schob, be deutet mithin ein Bekenntnis zur alten englischen Empire-Politik, d. h. zum Imperialismus und zur wirtschaftlichen Ausbeutung der unterjochten Völker. Damit ist praktisch die Atlantik-Charta, obwohl sie von Churchill selbst unterschrieben wurde, und obwohl sie nicht genug gerühmt werden konnte, als Grundlage einer künftigen sozialen Ordnung der Welt, praktisch von eben diesem Churchill zerrissen worden. Churchill hat sich n'«cht geändert. Er ist derselbe Imperialist und Plutokrat, der er immer gewesen ist. Das ist sein echtes Gesicht, alles andere war und ist nur Maske und Tarnung. Es liegt in der Natur der Sache, daß die außenpolitischen Auswirkungen nicht so klar zutage treten. Dagegen kann man innenpolitisch sehr gut den ver stärkten plutokratischen Kurs feststellen. Das gilt z. B. von dem Bericht des Herrn Beveridge. Dieser Konservative war zum Vorsitzenden eines Ausschusses für die Beratung sozialer Reformen gemacht worden. Obwohl Konservativer, hat Herr Beveridge Churchills Hoffnungen enttäuscht. Statt seine Aufgabe der Verschleppung richtig zu begreifen, hat er tatsächlich einen Bericht an die Regierung mit entsprechenden Vorschlägen ausgearbeitet, der nun veröffentlicht werden sollte. Beveridge mußte aber die Erfahrung machen, daß das nicht so leicht ist. Die Regierung verschiebt den Termin der Deröffent- Stockholm, 14. Dez. (DNB.) Der USA.-Be- auftragte für Pacht- und Leihangelegenheiten, S t e 11 i n i u 5 , startete dieser Tage in einem nordamerikanischen Magazin einen Artikel über das Pacht- und Leihgesetz, um für dieses in letzter Zeit stark umfochtene Lockmittel des USA.- Imperialismus Reklame zu machen. Entgegen allen Erfahrungen der mit Hilfe dieses Gesetzes „Be- glückten" schilderte er die Unterstützungen als „völlig uneigennützig" und schloß mit den Worten: „Nach dem Kriege werden die Vereinigten Staaten ihre aus dem Pacht- und Leihsystem gewonnenen Er- Währungen zur Förderung einer besseren Welt aus- werten'" Diese „beffere Welt" nach dem Kriege soll die Welt des jüdischen USA.-Dollar-Imperialis- mus sein, der bereits jetzt mit dem Köder des Leih- und Pachtgesetzes seine Netze auswirft. Nicht zuletzt England hat schon Kostproben dieser USA.-Tak- tik erhalten und deshalb mehren sich hier auch die warnenden Stimmen. So führten jetzt wieder unter dem Motto „Belastet das Leih- und Pachtgesetz Englands Zukunft?" zwei konservattve Parlamentsmitglieder, Sir Patrik Hannon und Henry Brooke, die Schwierigkeiten vor Augen, die sich ichon heute für England aus diesem Abkommen ergeben. So dürfe England z. B. bestimmte Artikel nach Südafrika nur mit Einwilligung des USA.- Handelsministeriums liefern, und englische Exportfirmen müßten auf diese Absatzmärkte verzichten. England habe fast alle überseeischen Investierungen sowie seinen ganzen Handel mit Südamerika verloren. Gleichzeitig seien die Dominien und Kolonien von Englands Einfuhr unabhängiger geworden. Besonders gefahrvoll sei, daß die Handelskontrolle in den USA. aufgehoben und in England infolge der durch das Leih- und Pachtgesetz eingegangenen Verpflichtungen fortgesetzt werden wurde. Die Nordamerikaner seien nach dem Kriege jederzeit in der Lage, einen Handelskrieg heraufzube- schwören, den England verlieren würde. Der nord- amerikanische Individualismus bzw. Imperialismus bedeute in feinen wirtschaftlichen Auswirkungen für England ein unmittelbare Gefahr. * Was ist das Pacht- und Leihgesetz? Wir können seinen Begriff mit einem einzigen Satz bestimmen: Das Pacht- und Leihgesetz oder Englandhilfsgesetz ist die finanzpolittsche Form, in der Roosevett nach seinem eigenen Ausdruck vom Februar 1941 die industrielle Leistungsfähigkeit der Vereinigten Staaten als „Arsenal der Demokratie" seinen Bundesgenossen zur Verfügung stellte. Erinnerungen an die Darlehen, die die Wirtschaft der Vereinigten Staaten während des ersten Weltkrieges gab, spielten sichtbar mit: Damals wurde die Verschuldung der amerikanischen Schuldner privatwirtschaftlich über die Börse und die großen Bankhäuser finanziert. Jetzt erscheinen das Schatzamt der Vereinigten Staa- roaren, um uns in unserer Schwäche um so mehr in Zwang zu halten. Dazu verkümmerten wir in unseren Lebensbedingungen, und darum war es ein ganz gerader und ein unabwendbarer Weg in das Großdeutsche Reich. Aus dieser Zeit sei ihm, so führte der Reichskommissar weiter aus, die Erkenntnis gekommen, daß derjenige, der sich und fein Schicksal in die Hand unseres Führers gelegt habe, des Erfolges und des Sieges sicher sein könne. Als der Führer zum Kampf gegen den Bolschewismus auf ries, da hätten sich die niederländischen Nationalsozialisten eingereiht in die große Front, die heute Europa heißt. Mit diesem Schritt hätten sich die Nationalsozialisten aufgemacht auf den Weg, die Niederlande in eine bessere Ordnung Europas zu führen. Es gebe keinen Zweifel darüber, daß die bolschewistischen Horden immer damit gerechnet hätten, eines Tages hierher zu kommen. Wenn es nicht der deutsche Soldat wäre, der den Bolschewismus zurückhielte, andere Soldaten könnten es nicht. Es sei daher ein lächerliches Geschwätz, wenn man in England oder in den USA. davon rede, man könne den Westen, wenn Deutschland einmal nicht mehr bestände, vor dem Bolschewismus schützen. Millionen und aber Millionen würden nicht nur auf dem Schlachtfelde, sondern auf der Schlachtbank zugrunde gehen. Keiner würde verschont werden, auch nicht der, der heute das nicht einsehen wolle. Als der Führer den Ruf zum Kampf ergehen ließ, da habe der Ruf Widerhall gewnden in den Herzen der niederländischen Natto« nalsozialisten. Die Männer, die hinousgegangen seien, seien die Bekenntsnisträger der Niederlande für die nationalsozialistische Idee und für das neue Europa, denen einmal das niederländische Volk zutiefst dankbar fein werde. ten, besser gesagt: der Präsident und die von ihm beauftragten Organe als die Gläubiger der Bundesgenossen. Diese ebenso einfache wie klare Unterscheidung erlaubt auf den ersten Blick die Einsicht, daß das Pacht- und Leihgesetz im ersten Anlauf für England und die übrigen Klienten der Vereinigten Staaten sehr bequem scheint, daß es aber eine ungemein wichtige Verlagerung des politischen Schwergewichts darstellt. Jetzt sind nicht die Kuhn, Löb & Co. oder Morgan & Co., sondern die Vereinigten Staaten als solche die Gläubiger von London, Moskau, Tschunking und den vielen Emigran- ifgeftellt werden. .... . ffin der prächtigen Halle, in denSpe.sesalen, im Ksielzimmer, wo die „illustre Gesellschaft von An - Ära gerne dem Bridge und dem Poker hurp.at, 6) im Abendrestaurant im Keller kommt d' a Snettemben Klang einer Jazzband eme recht mter- mnte und heute seltene Musterkarte der oerschie- Kften Nationalitäten zusammen: Neutrale inb Kriegführende beider La ger, von II türkischen Hausherren ganz zu schweigen, cs «heint der geschmeidig-elegante General R e f e t kd)a, ber bekannt- türkische Kavall-ri-suhrer des »»bhängigkeitskrieges, oder der Poet und ftn« e Pahna Kemal, oder der charausgcber k hawamtltchen Zeitung „Ulu< FaNHRn, Kay. Sie setzen sich mit ihren Freunden zu Kem Spielchen zusammen, bevor sie zum Abend- jchn gehen. Die Abgeordneten haben es überhaupt W schwer, in bas Hotel zu gelangen, le brauchen fern Parlament nur eine Straßenbrette 3" über- h?ren. Man erblickt also im Hotel immer 3ab reiche pkische Deputierte und Politiker Eine Unwhl wichtiger politischer Besprechungen ist in ben i otö« En und gar an ben gastlichen Tischen des Hotels Kfr in ben Salons der Einzelappartements abge- »lten worden, und man kann getrost Ahaupten, es in der türkischen Hauptstadt der Dorkriegs- kaum einen Platz gab, an dem so viel Polittk «rtschast und Presse besprochen wurde, wie m b Räumen dieses Hotels. ß. • . n IAllmählich hat sich nun aber auch der Krieg ft das Getriebe des Hotels °°n Ankara e.nge Mcht. In Gesprächen und Zusammenkünften ist jen allseits vorsichtiger geworden die betonte vkmende Lebensfreude, die, angeregt durch die tur men Hausherren, ost große Kreise zog,& pchgelassen Die Speisekarte «st gujnmm.nge jtonpfl. Dagegen sind die Preise ^deutend geigen Brat dars im Hotel nicht mehr verabfolg f-nden, auch nicht gegen Marken, sanderri d- chotel- forte müssen ihre Tagesrationen selbst mstbrmgem |iparaturen in den Zimmern imd, im techu'lchen pe-rieb können nur noch mit Schwiertgkesten au Mihrt werden oder müssen hegen blechen, west es 6 Material und Arbeitskräften mangelt, denn, »te firkei hat mobilisiert und ist von den Einfuhren Mefchnstten. Das Orchester im Aberchrestaurarst Kl keine „politischen Lieder" mehr sp'An,also Weder das Tipperary-Lied, noch öte L li Een! Der neueste Schlager der »merikanischen | -Cturpropagantia": „America j love y I chrdings noch erlaubt! Die Zeiten, da noch Men Morgenstunde die Tone der Schlagzeug N»mmel durch die Mauern des H°tels dröhnt es in Ankara, noch »hoch her gmg 1) Diese Auslastungen führender türkischer Staats männer klingen schlecht zusammen mit einem gro- ■ ... - - ■ .. hen Agitationsfeldzug, ben Englanb und bie USA. oben zitierten Worte türkischer Staatsmänner auch zur Unterstützung sowjetischer Wünsche apgenblick- offenbar bokumentieren wollen. lich in Ankara zu unternehmen scheinen, um ihre! -------- Whisky in Strömen floß, sind vorbei. Auch in Ankara ist die Sperrstunde auf Mitternacht angesetzt, nicht aus Gründen der Politik ober der Verdunkelung, sondern um Kohlen und elektrischen Strom u sparen. Vom Whisky, der in ben Jahren vor bie- em Krieg beinahe bas türkische Nationalgettänk, ben milchweißen Rakki, x\i verdrängen drohte, ist man wieder zu einheimischen Gettänken zurückgekehrt und ist froh, wenn man sie bekommt. Beträchtlich ist bie Zahl bet Dauerbewohner des Hotels. Der portugiesische Gesanbte hat hier ebenso eine Zelte aufgeschlagen, wie einige britische Offiziere der Marine und der Luftwaffe (z. b. 23.), ober zriechische und polnische Emigrantendiplomaten, erner türkische unb ausländische Journalisten. Somit ist bas Hotel auch im Kriege bas geblieben, was es schon im Frieben war: das auf kleinstem Raum konzentrierte Hauptquartier ber Politik. All- morgendlich erscheinen in ber Portierloge bie Agen- General-Anzeiger für Oberhessen l*l«*ä,,$*i»reteMldIe Ankara, 14. Dez. (DNB.) Der türkische Wirt- chaftsminister Sirri Day erklärte im Rundfunk: „Wir leben in Sicherheit nur aus dem Grunde, weil man allgemein weiß, daß wir nicht zögern werden, unser Vaterland in einer Weise z u verteidigen, wie es den Tradittonen unserer ruhmreichen Geschichte entspricht, sobald unsere nationale Ehre im mindesten angetastet wirb. Unsere friedliche Haltung ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke. Die gesamte türkische Nation stellt eine unerschütterliche Einheit dar, und die mächtige türkische Armee ist aus der Wach t." Der türkische Ministerpräsident S a r a < c o g I u hat dem Vertreter des „Povolo d'Jtalia" über die neue Wirtschaftspolitik der Türkei erklärt: „Die Türkei, bie von den zuerst unternommenen Experimenten liberalen Charakters enttäuscht wurde, ist jetzt entschlossen, ein strenges Regime autoritärer Selbstverteidigung anzuwenden." Menemencoglu, der Bruder des Außenministers, betonte, daß der Krieg die Türkei genau so viel koste wie ein kriegführendes Land. Die liberale Polittk habe sich als unzureichend erliefen, so daß man zu ben Methoden der totalitären Staaten greifen muhte. letzte Kabinettsumbildung Churchills beansprucht ein besonderes Interesse. Unb zwar nicht allein deswegen, weil mit Herrn Cripps ein immerhin in Der englischen Oeffentlichkeit als ernstt Hafter Rivale Churchills angesehener Politiker ausgebootet würbe, sonbern weil zweifellos biese Kabinettsumbildung einen Kurswechsel ber englischen Politik bebeutet. Richtiger müßte man vielleicht agen, bah Churchill bamit zu ber alten Linie ber englischen Politik wieder zurückschwenkt, bie er aus außen- unb innerpolitischen Bebrängnissen heraus zeitweise wenigstens scheinbar änbern mußte. Unter bem Druck ber Situation Enalanbs nach Dünkirchen mußte Churchill, um ben Einjatz ber bolschewistischen i rib manche Anekdote knüpft sich aus lener Zeit an v m Namen des Hotels „Ankara Palace". Seither gt bas Hotel ben Stempel eines halboffiziellen I ibäubes, was auch burch bie Gewährung einer *ter Etlichen Subvention zum Ausbruck kommt. Die säumige, rechteckige Hotelhalle ist mit {djroeren lentteppichen ausgestattet, mit Kaminen, Marno rti che n unb einer Vielfalt von Sesseln jeber Iturepoche. Stilistisch ift bas Ganze eine. Mi- Kunq von Orient unb Okzident, also bie oeritable Eiten Carte ber Hauptstadt selbst. Die Bllber der hüben Staatspräsidenten und ber vier Mmister- :rofibenten, bie bie türkische Republik m 19 Jahren habt hat, sinb einziger Bilbschrnuck ber Wanbe. enn es aber regnet, bann erweist stch das Dach der Itelhalle als unbicht, unb an einigen Stellen müssen nn auf ber Parkettbiele Eimer als Tropfenfänger > ! M: e i A mtij tz f c 'tut ße 'N W N erlegt " L-l Ä Pielvp eglich in tön le Md P2. zayrgang m. 2Y5 jhva m • Dienstag, 15. Dezember M Eichener Anzeiger mfolge böberer Gewalt Urnen alle staatlichen Empfänge abgehalten wer- t, sogar ber große Ball zu Ehren bes Jahres- 9e?an< tages ber Republik Ende Oktober, verdankt feine M va-Mtstehung ebenfalls ber „Grünberepoche" Ankaras. M Zuge ber Gestaltung einer neuen mobernen ’l J/ pirfei würbe bie neugefunbene Hauptstabt Ankara ’ in wachsendem Maße von Auslänbern besucht, Milomaten, Wirtschaftsleuten, Journalisten, benen MN eine Unterkunft bereiten wollte, bie mehr zu litten hatte, als die Primitivität bes Hauptquartiers unb bes Regierungssitzes einer Revoluttons- leroegung inmitten ber anatolischen Steppe. Auf Srfehl Atatürks würbe kurzerhanb bas für eine ftatliche Behörbe errichtete Arntsgebäube be- chlagnahrnt unb entsprechenb bem entschlossenen lidjung immer von neuem, so daß sich Beveridge genötigt sah, offen gegen diese Verzögerungstaktik $u protestieren. Ob es ihm freilich etwas helfen wird, ist mehr als ungewiß, denn bei der jcfolflen Zusom- menfetzung der Regierung kann von einer wirk- lichcn Bereitschaft zu irgendwelchen sozialen Refor- men keine Rede sein. Als einen mehr oder weniger versteckten Versuch, allen diesen Planen überhaupt die Spitze abzu- brechen, mutz man eine Denkschrift von 120 der bedeutendsten Industriellen Englands betrachten, die unter dem Titel „Eine nationale Politik für die Industrie" herauskam. Diese Schrift empfiehlt die Bildung eines Zentralrates der Industrie, der von sich aus alle wirtschaftlichen und sozialen Fragen lösen soll. Dieselben Männer, die die Schuld an dem uralten sozialen Elend der englischen Arbeiter« schäft tragen, empfehlen sich also hier als die berufenen Gestalter einer neuen sozialen Wirtschafts- Ordnung. Selbst in England erkennt mau den Pferdefuß dieser Aktion und weist darauf hin, daß den Industriellen wohl einzig und allein die Möglichkeit der Beibehaltung der jetzigen Regelung von Arbeitseinsatzfragen und Lohn fragen als verlockend erscheint. Sie wollen alle diese Dinge aus eigener Machtvollkommenheit regeln und allo unter der Maske einer sozialen Reform die endgültige Versklavung des englischen Arbeiters tarnen. So sieht es heute mit den vielbeschriebenen sozialen Reformen «in England aus. Die Plutokratie ist mächtiger denn je und schickt sich an, die Zügel wieder scharfer anzuziehen, die man eine Zeitlang infolge der „idealistischen Annäherung an den Bolschewismus" etwas lockerer lassen mutzte. Der Bolschewismus ist nach Ansicht dieser Plutokraten gut für Europa, aber nicht für England. In Europa ist er Churchill und Konsorten höchst willkommen, wie die kürzlich in Nordafrika gefundene Instruktion für englische Offiziere erkennen lätzt, denn ein in eine Vielzahl bolschewistischer Republiken ausaespaltenes Europa ist England viel weniger gefährlich als ein vom Nationalsozialismus geeintes. Aehnliches gilt von den sozialen Plänen Roosevelts. Auch hier kann der Phrasendunst aus die Dauer die wahren Tatsachen nicht verschleiern. So erklärt sich die Frage einer amerikanischen Zeit- schrift, was bei der bisherigen rücksichtslosen Produktionsausweitung einmal im Frieden werden soll, wenn England und die anderen Bezieher der Pachtleihhilfe wieder auf eigene Versorgungsquellen zurückgreifen können. Dann mutz eine ungeheure Arbeitslosigkeit für Amerika die Folge sein, die von der Zeitschrift „Colliers Magazine" auf rund 18 Millionen veranschlagt wird. Man wird nicht sagen können, daß diese Befürchtung unberechtigt sei. Sie ist im Gegenteil nur allzu begründet. Denn es ist ein Unding zu erwarten, daß die kriegsmäßigen Lieferbeziehunaen auch im Frieden weiterbestehen werden. So sieht mithin die Wirklichkeit auch in Amerika aus. Aus dem Papier herrliche soziale Versprechungen, in Wirklichkeit aber ist Der großen Masse der Arbeiterschaft nicht einmal das primärste Recht gesichert, nämlich das Recht auf Arbeit. Sowjetische Enisetzmgsversuche im Abschnitt Kalinin -Ämensee abgewiesen. Der Wehrmachiberichi. DRV. Aus dem F ü h r e r h a u p t q ua r t i e r, 14. Dez. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: 3m Hochgebirge des Kaukasus wurden mehrere feindliche Angriffe abgewiefen. An anderen leiten des südlichen Frontabschnittes dauern die zum leit sehr erbitterten Kämpfe mit starkem Gegner an. Eigene Panzerkräfte, die aus dem Raum f ü d w e st l i ch Stalingrad vorstie- tzen. zerschlugen starken Feind, bcffcii Gegenangriffe unter Verlust von über 20 Panzerkampswagen scheiterten. Lei einem in den letzten Tagen in der K a l - mückensteppe geführten Vorstoß in den Rücken des Feindes würden zahlreiche Gefangene eingebracht und der Rachschub des Gegners empfindlich gestört. Italienische Truppen wehrten erneut örtliche Angriffe der Äolfchewislen an der V o n f r o n t unter blutigen Verlusten für den Feind ab. 25 Soro- jelslugzeuge wurden bei vier eigenen Verlusten ab- gefchoffen. Die Kämpfe im Abschnitt Kalinin — Ilmensee dauern an. Durchbruchs- und Entlastungsver- suche der Sowjets zur Entsetzung der eingeschlossenen feindliche,» Truppen wurden abgewiefen und wieder 31 Panzer vernichtet. Seit dem 25.Rovcmber »et- lor der Feind bei feinen vergeblichen Angriffen allein im Bereich einer Armee 1 568 Panzer- kompfwagen. Bei Stohtruppunternehckungen deutfcher Truppen am Wolchow und südlich des Ladogasees wurden zahlreiche Kampfslände des Feindes zerstört. Kampfflugzeuge bombardierten in der vergangenen Rächt Stadt und Hafen Murmansk. In der Lyrenaika weiterhin lebhafte Slufklä- rungo- und Artillerietätigkeit. Deutsche Kampfflieger führten starke Angriffe gegen den Hafenbetrieb in B e n g o f i. In Tunesien vernichteten deutsche Schlachtflieger mehrere feindliche Panzer. Das Hafengebiet von B o n e wurde von deutschen und italienischen Flugzeugen erneut schwer bombardiert. Es entstanden Explosionen und Brände. In Luslkämpsen wurden in Rorda frika 12 feindliche Flugzeuge ab- gcschossen. vordflak der deutschen Kriegsmarine schoß im Geleildicnst drei feindliche Flugzeuge ab. In der Rächt zum 13. Dezember griffen Schnellboote feindliche Geleite an der britischen Oft - küste an und torpedierten trotz stärkster Sicherung durch Zerstörer sechs Handelsschiffe. Drei Vamp- f e r von zufammen 9000 BRT. sanken sofort, eil» Tanker öoii 3000 BRT. geriet mit hoher Stichflamme in Brand. Auch die beiden übrigen Dampfer find wahrscheinlich gesunken. Aus dem sich ent- »vickelnden heftigen Rachtgefecht mit den Zerstörern kehrten alle Boote unversehrt In ihre Stützpunkte zurück. Marineartillerie, Vorpostenboote und Jagdflieger fchoffen über dem Kanal und an der Küste Norme g e n v vier britifche Flugzeuge ab. Aus engem Raum zusammengedrängt. Berlin, 14. Dez. (DNB.) Die im Raum südöstlich Toropez eingeschlosfene bolschewistische Stotzgrnppe machte vergebliche A n s b r u ch s • versuch e. Pommersche und Wiener Panzerabtei- lungen drängten gemeinsam mit Iirfanterieverbän- Den die abgeschnittenen Sowjets in fdjroeren Gefechten auf engen Raum zusammen. In harten Kämpfen um vorspringende Waldnasen und überhöhte Waldränder muPbe unter Mitwirkung von Sturmgeschützen der Widerstand flebrodjen und der Feind weiter in das Innere des Kessels zurückae- warfen. Trotz der schwieriaen Geländeverhältnisse gewann der deutsche Angriff weiter an Boden. Die Bolschewisten »mißten zahlreiche Schützenbataillane und Panzerabteilungen opfern, ohne es verbinden» zu können, datz mehrere zur Rundumverteidigung nusgebaute Dörfer an unsere stürmenden Truppen verlorengingen. Alle Gegenstöße bradjen unter hohen Verlusten für den Feind zusammen. Ebenso scheiterten die E»rtsetzungsangri'sfe von Norden gegen den von niedersächsischen und thüringischen Panzerverbände»» geschaffenen Sperriegel.' Vergeb- Iid> setzten die Bolschewisten zur Zertrümmerung des Einsdilietzungsringes neben starken Infanterie- und Panzerkräfte»» eine ungewöhnlich große Zahl von Salvengeschützen und schwerer Granatwerfer ein. Die Angriffe wurden schon in der Entwicklung erkannt und so schwer mit Artilleriefeuer belegt, daß nur Teilkräfte bis zur Hauptkampflinie vorstohen konnten. Dort wurde», sie im Nahkampf vernichtet. Bei stacht versuchten die Bolschewisten, mit Transportflugzeugen ihre eingeschlossenen Kräfte zu ver- orgen. Flatfeuer vertrieb die Nugzeuge, noch bevor sie ihre Aufträge erfüllen konnten. Ein Flugzeug, das aus den, Kessel einen hoben bolschewistischen Kommandeur herausholen wollte, landete hinter unseren Linien. Südlich Rschew setzten die Bolschewisten wie- Tunis zwischen den Fronten. Von Kriegsberichter PK. Gebt man über den Boulevard Jules Ferry, die Hauptstraße des europäischen Tunis, alaubt man die ganze Stadt auf den Beinen. Zweifellos sind in diesen Tagen, wo deutsche Truppen, Lastwagen und Panzer diese Anslchiskartenstratze durchziehen, viele Neugierige unter den Promenierenden. Der Ruf, der unseren Soldaten nadi drei siegreichen Kriegsjahren vorausgeht, ist in ihren Blicken mit einem Ressentiment scheuer, ja neidooller Bewunderung zu lesen, auch wenn sie es zu verbergen versuchen. Deutlich unterscheidet sich in dem dichten Spalier der Italiener von dem Franzosen, und der Kellner im Restaurant ober der Strahenbahnschaff- ncr auf der Plattform gibt sich uns gern als Italiener zu erkennen. Aber auch der Franzose, den wir um Auskunft nach Weg und Straße bitten, ist nicht abweisend, wenn auch unsicher in seiner ganzen Haltung uns gegenüber. Er steht interessiert und zugleich befremdet vor den Plakatsäulen mit den Anschlägen des Kommandierenden deutschen Generals, die neben dem des französischen Staatspräsidenten und des zivilen Stadtoberhauptes hängen, und die die Bürgerschaft von Tunis zur Diszipli», und Aufrechterhaltung der Ordnung ausrufen. Die Polizei, deren Aufgebot hier wie in allen mittelländischen Hafenstädten groß ist, scheint durch fran- S Zivilisten, mit einer Armbinde mit dem »ck „Police“, verstärkt. Die Plakate in Geschäften und an Häuserfronten mit ihrer Werbung für die Kolonialarmee, die längeren Datums sind, haben bei aller Druckfrische etwas Vergilbtes, etwas von verfehlter Anstren- gung an sich. Neben ihnen hängen Bilder von Marschall Pötain, zu erhöhter Wirkung mehrfach nebeneinander geklebt, mit seinen beschwörenden Worten zu einer nationalen Erneuerung. Stiefelputzer hocken unter ihnen, aber die sie bedienen, halten oas Tunis-Journal lesend in Händen, das über die erregenden jüngsten Ereignisse Auskunft zu geben versucht, und wenn ihr Blick die Häuserfronten absucht, so gilt er nicht diesen Plakaten, sondern den Kino-Transparenten, die zur Zeit den Film „Das unsterbliche Herz" und La Jana als „Stern von Rio" anpreisen. Den Boulevard beschließt dem Stern kern zu die Porte de France, hinter der das arabische Tunis beginnt. Es ist ein Labyrinth von Ladenstraßen, un- der starke Infanterieverbände und zahlreiche Panzer mit aufgesessener Kavallerie ein. Da dieser Angriff des Feindes erwartet wurde, nahmen die schweren Waffen den Kampf so frühzeitig auf, daß die bolschewistischen Sturmabteilungen oft schon im Vorfeld zusammengeschossen wurden. Feindliche Kräfte, die bis in das Hauptkampffeld vordringen tonnten, wurden im Nahkampf aufgerieben oder zurückgetrieben. Südöstlich des Ilmensees konnten bei Dorstößen zur Verbesserung des Frontverlaufs 20 Kampfstände und Wohnbunker der Bolschewisten genommen und gesprengt werden. Südwestlich Stalingrad stießen bei klarem Frostwetter deutsche Panzerverbände in stark ausgebaute Verteidigungsstellungen der Bolschewisten und schossen die als Rückgrat des feindlichen Widerstandes eingegrabenen Panzerkampfwagen zusammen. Die feindlichen Reserven versuchten ver- geblich, Gegenangriffe zu führen. Mehr als zwanzig Panzer blieben zerschossen oder brennend liegen. Sturzkampf- und Schlachtflugzeuge hämmerten mit Bomben und Bordwaffen auf die feindlichen Artillerie- und Feldstellungen. Ein Treibstofflager, das erst vor wenigen Tagen angelegt worden war, flog in die Luft. Kampfstaffeln drangen bis tief in die feindliche Front vor und vernichteten dort Versorgungsstützpunkte des Feindes. Auch im großen Donboaen wurden die Bolschewisten bei ihren erneuten Angriffsversuchen unter schweren Verlusten zurückgeworfen. Ebenso vergeblich blieben die Vorstöße, die der Feind in Stärke von drei bis vier Bataillonen an der Donsront gegen italienische Stellungen führte. Schulter an Schulter mit deutschen Truppen wehrten die Italiener alle Singriffe ab. Ungarische Stoßtrupps sprengten 52 Bunker und Kampsanlagen, davon die meisten mit Besatzungen und Waffen. Alliierte Senerale in Indien. Bangkok, 14. Dez. (Europapreß.) Der britische Oberbefehlshaber in Indien, General Sir Archibald W a o e l l, von de»n man lange Helt nichts hörte, besuchte Ceylon. Während seines Aufenthaltes auf der Insel hatte Wavell Besprechungen mit den lei- Helmut Heidelaus. passierbar für jedes Fahrzeug, vollgestopft mit einet Durcheinanderflutenden orientalisch-bunten Volks» menge. Man überschaut es — ohne jedoch feint Struktur erkennen zu können — am besten von der erhöht liegenden Kasbah, einer ausgedehnten Ko» sernenanlage, die auch der Leibgarde des Bey oott Tunis dient. Moscheen mit ihren Minaretts heben sich aus einem Gewirr einstöckiger, weiß gekalkter Raufer, die vielfach von einer arabisch zugespltzte« Kuppel gekrönt sind. Milchig weiß betten sie sich bis an den Kranz von Bergen, der die Stadt nach brei Seiten umschließt, während die vierte bem Meer und der zackigen Kulisse europäischer Hoch, Häuser davor gehört. Deutsche und italienische Flugzeuge kurven in dem tiefen Blau darüber. Stuko, uerbänbe kehren von ihrem Einsatz zurück. So weit diese Stadt, die den verlorenen Krieg Frankreichs zunächst nur durch Rundfunk erfuhr, auck) vom Mutterland und vom europäischen Äon» tlnent entfernt liegt, so hat sie doch die Spuren, die der Krieg zeichnet, erfahren. Eine Teuerung der Ledens- und Verorauchsgüter ist teilweise bis zum Zehnfachen eingetreten. Auch Tunis kennt Lebens- mittelmarfen und Bezugscheine, wenn auch der Araber im Bazar noch feinen arabischen Kaffee trinkt, wozu er gern den deutschen Soldaten ein» lädt. Die in Garagen stillgelegten großen amerlto nischen Wagen verdeutlichen die Benzinknappheit. Omnibusse und Lastwagen sind auf Holzgas umae, stellt worden. Viele Geschäfte sind wegen lerer Re, aale geschlossen. Selbst die sonst bis in die Abendstunden dicht umdrängten Bazare sind nur in beit Morgenstunden geöffnet. Der Krieg hat nun auch dank der britisch-amen» konischen Jnuosion diese Stadt direkt erfaßt. Sie will es nicht wahr haben und sähe sich am liebsten in neutraler Absonderung. Es fällt ihr schwer, sich in ihr unerwartetes Schicksal au finden. Ein Zau* dem und Zögern, eine innere Unsicherheit lastet aut ihr, das auch die nächtlichen englischen Luftangriffe nicht löst. Wahrscheinlich bedarf es der kommenden Ereignisse, Der kriegerischen Klärung, die der Au» sammenstoß der englisch-amerikanischen Streitkräftz mit unseren im tunesischen Raum konzentrierten Verbänden mit sich bringen wird, um sie aus ihrer schlaffen Zurückhaltung heraustreten zu lassen. tenden Offizieren der dort stationierten Truppen. — Der Befehlshaber der USA.-Streitkräfte in Dftafien, General Stillwell, ist, von Tschungking kom» mend, in Neu-Delhi eingetroffen. Aus dem Reich. Fast 40 v H mehr als im Vorjahr. Auch die dritte Reichs strahensamm- l u n g brachte eine weitere Steigerung des Sammelergebnisses. Während die Angehörigen der SA, ff, RSKK. und RSFK. bei der Reichssirahenfamiw lung des vorjährigen Kriegs-Wlnterhilfswerkes dar Ergebnis von 21 384 560,31 RRl. erzielten, haben sie bei der dritten Relchsstrahensammlung am 21./22. Rovembcr 1942 nach der vorläufigen Zäh- lung 29 843 647,67 RM. aufgebracht. Die Steigerung beträgt 8 459 087,36 RIN., das find 39,56 v. h. Dieser glänzende Erfolg ist ein neuer Beweis der tatkräftigen Einsatzes der Heimat. Sonntagsdienst der Behörden am 2. Januar. Der Reichsminister des Innern hat bestimmt, daß zur (Einsparung von Kohle bei den staatlichen Behörden, Den Gemeinden, Gernelndeverbänden und sonstigen Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts der Dienst am 2. Januar 1943 w ie an den Sonntagen zu regeln ift es sei denn, daß die Krlegsnotwendigkeiten eine andere Dienstregelung erfordern. Ver antwortungsfreudiges Beamtentum. Auf einem Apvell des Gauamtes für Beamte in Wien erklärte Reichsbeamtenführer Neef, Ziel jeder Verwaltungsform müsse es sein, mit möglich st wenig Menschen die größte Lei» st u n g zu erreichen. Dor allem müsse Verantwortungsfreudigkeit und Entschlußfreudigkeit der örtlichen Behörden gefördert und ihnen Entscheidungen anvertraut werden. Da unsere jungen Beamten im Der verzauberte Bückling. Don Friedrich Lvilhelm Pirwitz. „Anna", sagte die Ha»ivfra»l am Vormittag zum Mädchen, „wo ift der Bückling geblieben, bei» Id) gestern hier auf das Fensterbrett legte?" Anna staunte. „Der Bückling? Ja, der lag doch heute morgen noch dort! Sollte ihn die Katze genommen haben?" Die Frau des Ha»ises sah zweifelnd auf den Kater „Heiner". „Unsere Tiere naschen nickt, und außerdem hat »Heiner' ein Alibi", meinte fie, „er hat bis heute morgen Nachtschicht als Mäusewächter auf den» Boden gehabt." „Ach", jagte Anna mitleidsvoll, „und dabei hat er das Alibi bekommen? Ist bas sehr schmerzhaft? Aber wer mag nur den Bückling genommen haben, vielleicht der Hund?" Der Hund, ein großer Jagdhund, kam näher, denn er wußte, datz er nutzer „Harras" auch nod) „Hund" hieß Er blinzelte ohne Argwohn. Seine gelben Augen fragten: „Was wollt ihr von mir? Die Unfd)»ilh hat einen Siegerblick, der die Verleumdung mächtig niederblitzt." Das stimmt wohl, jedod) nicht immer bei Hunden „Beriechen Sie ihn, Anna, ob er nach Bückling riecht", sagte die Fran Anna tat es, Der Hund nahm das für einen Spatz und schnappte hn Scherz nach Annas Nase. „Er rled)t nach Hund und nicht nach Bückling", sagte Anna. „Dann gibt es anderes Wetter", sagte die Hausfrau, „aber wo ist bloß der Bückling?" Am Abend, als der Herr des Hauses und Tante Arnandc» erschienen, lag der Bückling zum Erstaunen seiner Besitzer wieder auf der Fensterbank. Sorg-, faltig in Papier eingepackt, wie am Abend zuvor. „Wo hast du dich herumgetrieben?" fragte Anna, aber Fische sind stumm, und Bücklinge erst recht. Am nächsten Margen war er wieder verschwunden. Es half alles Starren auf das Fensterbrett nichts. Der Bückling lag mitnichten dort. „Die Sache fängt an, unheimlich zu werden", sagte Tante A»nanba, Die eine Neigung zu Tischrücken und dergleichen hatte. In jeder Erscheinung, die nicht für sie sofort erklärbar war, sah sie em Zeichen des Uebersinnlichen. Ihre Sinn« reichten eben nicht weit. und so war das Gebiet des Uebcrfinnlidycn für fie recht ansehnlich. „Wie kann ein Bückling zweimal verschwinden! Patzt auf, heute abend ist er wieder da: das geht nicht zu mit frommen, rechten Dingen!" hauchte sie mit gebeimnisschwangerer Stimme. „Quatsch!" brummte der Herr des Hauses, „wer weltz, wohin ihr ihn verbummelt habt." Jedoch, Tante Amanda behielt recht. Am Abend lag der Bückling mit stoischem Fischgleichmut abermals am Fenster. Tante Amandas Mild; der frommen Denkart uegann zu gären, die Frau des Hauses schüttelte den Kopf, Anna glotzte, Der Herr lachte, und der Hund jchnupperte begehrlich beim Anblick des Fisches. Mit der Erscheinuna des Bücklings zusammen fiel das Auftauchen Onkel Theodors, des Kriminalisten. Onkel Theodor, über den seltsamen Fall unterrichtet, und von Tante Amanda über die Möglichkeit eines unheimlichen okkulten Phänomens belehrt, lachte. „Das muß doch herauszubringen sein, wohin sich der reiselustige Bückling tagsüber begibt, um nachts auf dem Fensterbrett auszuruhen", meinte er. „Es gibt mehr Dinge zwischen Himmel und Erde, als eure Schulweisheit sich träumen läßt!" dozierte Tante Amanda mit flüsternder Stimme, in Anbetracht des Umstandes, datz Geister keinen Lärm lieben, wenigstens nicht solchen, den sie nicht selber machen, und als gelte es, den anwesenden Gespensterbückling nicht zu verärgern und zum vorzeitigen Entnvichen zu veranlassen. „Wann pflegt denn der Bückling nad) Hause zu kommen und wann zu versd)winden?" fragte kriminalistisch Onkel Theodor. „Abends acht Uhr ist er stets wieder da, und morgens sieben Uhr ist er fort", agte die Hausfrau. „Des Fisches Lebenswandel erscheint mir durchaus lobenswert, gegen seinen Leumund ist nichts einzuwenden", murmelte der Onkel, „ich pflege nicht so pünktlich heimzukommen: ich wette, der brave Bückling ist tagsüber irgendwo dienstverpflichtet", sagte er, und dann ging er hin und beaugenscheinigte den Tatort des merkwürdigen Kriminalfalles. Er land keinerlei Verdachtsmomente. Am nächsten Morgen stand er indes zeitig auf. Der Fisch lag noch an seinem Platz. Anscheinend hatte er noch keinen Dienst. Da nahten Sdiritte. Es war Anna. Sollt» Anna sich einen dummen Scherz erlauben? dachte Onkel Theodor und verbarg feine füllige Gestalt hinter der Tür des Nebenzimmers. Aber Anna summte nur das Morgenlied eines guten Gewissens. Da ift ja Der Bückling noch, dachte sie und öffnete das Fenster. Plötzlich stieß sie einen schrillen Schrei aus. Auch Onkel Theodor sah Das Unfaßbare: Der Bückling war plötzlich wie weggezaubert. „Guten Morgen!" sagte Onkel Theodor, trat hinzu und prüfte mit Untersuchungsrichter- blicken Den Fensterlims. Einige Fettflecke hatte Der Bückling hinterlassen, sonft nichts. Es schien die reine Zauberei. Mit einem Male lachte der Onkel laut auf. „Wir Kamele!" rief er. „Daß wir Darauf nicht gekommen sind!" und zu der verblüfften Anna gewandt: „Ich sage euch, heute abend wird der Bückling wiederum erscheinen, und Dann werdet ihr Den Grund seines seltsamen Dersck)windens erkennen." Das sagte er mit komischem Ernst und erhobenem Zeigefinger im Ton eines Propheten, als gelte es, eine welterschütternde Wahrheit zu verkünden. Am Abend versanunelte sich die Familie, durch Onkel Theodor auf das abermalige Erscheinen des gespenstischen Bücklings schonsam vorbereitet. Onkel Theodor kam mit Dem Siegerlächeln eines Detektivs, der einen betrügerischen Scharlatan entlarvt hat. Anna kam, ließ das Verdunkelungsrouleau herunter und schaltete das Licht ein. Kaum war das geschehen, sprang Onkel Theodor auf, machte eine einladende Handbewegung zum Fenster und sagte: „Seht Da, unser Bückling!", so als stelle er einen guten alten Bekannten vor. In Der Tat! Dort lag wieder Der Bückling, wie allabendlich. Und durd; des Onkels Erklärung 'wurde nun auch offenbar, wohin er Des Morgens entschwand: das Verdunkelungsrouleau raffte ihn allmorgendlich mit auf, entführte ihn in die Höhe und gab ihn des Abends wieder preis. Im Dämmerlicht der Frühe und des Abends hatte Anna, die ohnehin nicht sehr hellsichtig war, dies nicht bemerkt. So schivebte er tagsüber zwischen Himmel und Erde eingerollt und unsichtbar denen, die nack ihm lechzten: Tante Amandas Spruch bestätigend, daß es mehr Dinge zwischen Himmel und Erde gibt als unsere Schulweisheit sich träumen läßt Zeitschristen. — Im November-Dezember-Heft Der bebilderte» Monatsschrift „Freude am Leden" (Verlafi Hugo Bermühler, Berlin-Lidsterfelde) berichtet u. a. Oberlandwirtschastsrat Dr. Helmut Koch über den inländischen Faserpflanzenanbau, der nicht nur für Die aegenroärtige Kriegslage wichtig ist, sondern wahrscheürlich auch zukünftig bedeutungsvoll sein wird. Außerordentlich interessant zu lese»» ist Der aus jahrelange Erfahrungen gegründete Beitrag voll Professor Dr. Rodenwaldt über Hygiene der Lebensführung in Den Tropen. Die Ergebnisse feiner Forschungsarbeit über Die Stammesgeschichte der roten Blutzellen teilt Professor Dr. W. Krroll ttril Ebenso spannend wie lehrreiä) zu lesen ist ein mit fesselnden Naturaufnahmen illustrierter Beitrag voll Alfred Pedersen über Begegnungen mit Eisbären in Der Arktis. Professor Dr. Schwangart unterfudjt Die Wandlungen der Zeichnungsmuster südamerik» nifd>er Kleinkatzen. Der Ornithologe Dr. Wüst be- rid>tet über das Neuauftreten Der R ei Herente, wc§ eine erfreuliche Bereicherung Der heimischen Vogel- wett erwarten laßt. In Den stets interessanten Kleinen '.Beiträgen" findet sich ein verblüffender, tie* psychologisch äußerst aufschlußreicher Bericht „Hunde können sich verstellen". Die Buchbesprechungen, die Liste Der Neuerscheinungen und Die Preisfrage oer* vollständigen Den Inhalt Des besonders gut geratenen Doppelheftes. — Die Monatsschrift „K u n st d e m V o k k" (Ve» lag Heinrich Hoffmann, Wien) hat ein weiteres Heft ausschließlich Der Großen Deutschen Kunstausstellung München 1942 gewidmet. Durch eine stattliche Anzahl großenteils farbiger Reproduktionen erhält bei Kunstfreund, der die Ausstellung nicht besuchen konnte, einen Eindruck von Themen und StilweiseN der gegenwärtigen deutschen Malerei: die technischt Wiedergabe Der farbigen Blätter ist von bemerkenswerter Qualität. Daneben werden auch einige besonders charakteristische Werke der in München g<' zeigten Plastik und Graphik in guten, meist ganz- fettigen Revrodukttonen vorgestellt. 1 W lr.e M", j»( '1 Wer 3) sft 4t N * W» ■jtr 6er. M t® S“1' Enteiuf •in d- «« i Ri» tojnituiil iing ®un ttlechten ftrerfdjei Wische Serben. die 2c jer S Ultimen, WWl knst cor : orrinil) Wptdars M Balla surben bi )tr jun Mo W jeenbet. 1 frebbud) Ml VON Misch *cn e 'ir bas ( ^nbelt ir Zinnie 3 Mai Koli 'iben bie "ihn „D i dcehbuch lheatersti MN ist I sir Hann Säubert, iwr unb ’j bem 1 !er mit 2 i den ha igten Chi wn Cerh «In Ho fieilbroi nrfor|d)ci !rhr der :<5 Gesef hnben <5 Wch ir mf bem kn soll Stbenfftä Graf ’ 3m Alt nonn Lu Tat 1899 ’urbe 191 tonte er Achen. J Filme ilbernorti i^pelintr jta Kai wienftete iber bie (J toeben. । °hren! ‘mer »Qi ■Meinen ’ bedenkt «de. £ ein 6Ht Äe «ibt eir Vir h ift .Hinr ? ' °° LMer KHis k"5 ®' L? ein k? LS < 8*3 >rt a dct0enr ff bi' SNen 5? Wo 55 Millionen Miniaturspielwaren ircr des en Bergenroths Blick begegnet dem ihren. Einen PPen. - Ostasieü ng foml Iah'. lamm' jammd et 5«. enfamm j rkes bm i, habal lag di en M Sich 1,56 0.9 oeis ds Westen ab. Und w in ein Mann wieder hinausgeht zu den Aufgaben des Krieges, so geht er immer in das Ungewisse, und es ist Dann wohl auch bitteren Feinden erlaubt, zu vergessen, was zwischen ihnen war, und sich noch einmal die Hände zu reichen. jetzt dagegen viele Bedenken, die Zeitereignisse vor allem, die keinem Menschen das Recht geben, nur an sich selbst zu denken, wenn darunter allgemeine l'ametj ßt. liebsls,! Der, fyd in m lstet aa angriW imenba ber ju eitlraftl itritttn ■is ihi« |en. ebilOT - (ibefW -tet v- ° über Q t <1? «ll M Aus -er Stadl Gießen. Maik« und ihr Zauberwort. Maike heißt unser Töchterchen. Sie wird jetzt siebzehn Monate alt, „batteri" behende, wie man tn der Kleinkindersprache sagt, und beginnt aller« liebst zu kauderwelschen und zu plappern. „Mami" und „Papa" brachte sie freilich bereits vor Monaten heraus, und ihr Begehren nach Kuchen und Früchten wußte sie schon lange durch „Mamm" oder „Da«da" auszudrücken. narren wollte. Der alarmierende kleine Ruf ist ihr zum Zauberwort geworden, das die wunderbarsten Spiele entfesselt ... Später, kleine Maike, wenn du groß bist, wirst du andere Worte gelernt haben, die die Menschen bewegen und ihre Türen, ja vielleicht auch ihre Herzen öffnen können. Allerdings dürsten sie dann wohl anders klingen, edler und vornehmer, nehme ich an. Aber was heißt hier edel und vornehm? Können nicht ein kindliches Schelmenlächeln und ein unschuldiger Mund auch das alltäglichste Wort veredeln, daß es sich wie auf goldenen Schwingen über seinen Sinn und fe’ne Gewöhnlichkeit erhebt und lieblich wird? Siehst du, es wäre vieles darüber zu sagen ... Aber da ruft sie schon wieder ihr Zauberwort, die kleine Maike! Es ist niemand sonst in der Nähe. Ich komme schon, Maike, ich komme ... Willi Fehse. Der lHebmtöjahrgang 1932/33 für die Hitler-Zugend. für den Krieger eine Schildwache und eine kleine Kanone, mit der man tatsächlich schießen kann. 55 Millionen dieser Miniaturspielwaren werden am 19. und 20. Dezember von der Hitler-Iugend auf allen Straßen im Reich vertrieben werden. Und di« vollen Sammelbüchsen werden in erster Linie dem Hilfswerk „Mutter und Kind" zugute kommen, dienen also der Erhaltung der Gesundheit der deutschen Frauen und unserer Jugend. Der große Irrtum Roman von Meta Vrie. ieainteir! es. M itmos teß“1 eranW der R hettmgs amten ongerr giDi es innv „ Bergenroth nimmt jetzt seinen Platz em, wenig Leihen hinter Helene. Seine Augen baden einen freudigen Schein. Er ist sehr froh, daß H Mein gekommen ist. Es erscheint ihm als ein freund- itcher Zufall. Eine Spannung ist in chm. wie s e es aufnehmen wird, wenn er nachher in der Paus Oiist^ tjd Ä 8"ä b<- r eii# ...l öÄ'i neil* ’ Als Helene ein paar Tage später aus Berlin zurückkommt, glaubt sie an Bergenroth eine Veränderung wahrzunehmen. Sie kann dieses Gefühl nicht begründen: Richard ist freundlich und höslick wie immer, und doch ist etwas anders geworden. Sie hat sich auf die Rückkehr gefreut. Nun kommt es oft vor, daß Bergenroth an den Abenden nach dem Essen nicht unten im Wohnzimmer bleibt, sondern in seine Räume hinaufgeht. Helene will ihn fragen, aus welchem Grunde er das jetzt tut, aber sie zaudert immer wieder. Sie hat das Verlangen, ihn zu bitten: „Bleibe doch hier!" Aber fein Gesicht ist so ernst, so undurchdringlich, daß sie ganz unsicher wird. Ebenso unsicher ober ist auch Bergenroth. Er ist sich selbst fremd geworden. Er hat darauf gewartet, daß Helene vielleicht doch von ihrer Begegnung mit Rautenberg sprechen wird. Als das nicht geschieht, niÄ ^^^//n^und°^er Einander sind das ^—'Undwci'terhastdu nichts dazu zu sagen! Ich ala^b Ä Ur zu e^enne^ A^ es ges'chieht verstehe ja überhaupt nicht, was fat eigentlich las schon ganz recht so. Weshalb ist er überhaupt auf ist! Alles, ober auch alles scheint dir völlig gleich- und MM begegnet dem ihren ^inen beiden gedient ist. Er hielt nichts von Romantik und Augenblick fühlt er das fast äwmaeiche Bedürfnis, Verwandtschaft der Seelen. Ihm lag viel mehr eine ^Helenes Heftigkeit zu erwidern. Aber gleich 'st da nüchterne Betrachtung oller Dinge. Er hat an feine auch wieder der Gedanke Heleneist nM Ar- Versuche und an das große Gut gedacht; und weil l'ch - - - und äußerem ist es immer ein Zeichen er in Helene einen klaren und gescheiten Menschen | von Schwache, die Ruhe zu ttrftertn ... nfnuht, hat er dielen Vertrag einer ge-1 So roirt> fein Ton wieder kühl und obenhin: meinfamen Arbeit ' und guten Kameradschaft ge-' tm-nmnen Rat schlossen. Jetzt aber weiß er. daß er schwerlich weiter wolltest. Es handelt sich um dem« wafte. in dieser engen Verbundenheit mit Helene leben > Helene macht eine ungeduldige Handb^egung. kann, wenn ihre Herzen sich nichts ju sagen haben. 'Danke. Jetzt will ich auch demen Rot nicht mehr. Der beite Ausweg scheint die Trennung zu sein, tos tit idX>n gut _____, die durchaus nicht eine sofortige Aushebung ihres I Hastig steht sie auf und geht aus dem Zimmer Vertrages nach sich ziehen muß. Doch stehen gerato 1 (Fortsetzung folgt.) Die Reichsstraßensammlung für das Winterhilfswerk im Dezember stand in den letzten Jahren stets hn Zeichen entzückender kleiner Holzspielzeuge, die von der Hitler-Jugend zu- Sunften der Sammelbüchsen vertrie- en wurden. Einmal waren es die Sonneberger Reiterchen, dann die Sternfigürchen, die Monatssinnbilder, die Märchengestalten, die lustigen Dolkslypen, die Kasoerlefiguren usw. Auch in diesem Jayr werden solche Abzeichen wieder Freude machen. Sie kommen aus Westfalen, aus München, aus dem Erzgebirge und dem Bayerischen Wald, wo sie von fleißigen Heimarbeiter, hergestellt wurden. Diesmal ist es eine bunte Sammlung von kleinen Spielzeugen aller Art, die Entzücken auslösen werden. An jeoen Geschmack ist gedacht. Für die Ländlich-Beschaulichen gibt es ein Häuschen, eine Bäuerin, einen Baum und — eine Gans, für den Reiselustigen eine kleine Eisenbahn, für den Sportsfreund ein Schaukelpferd und ein Steckenpferd, für den Musikliebhaber eine Trillerpfeife, auf der das Vögelchen nicht fehlt. des Kindes wegen. ,Hch möchte Käte und den Jungen am liebsten Herkommen lassen", meint Helene. „Wie du denkst." Bergenroth sagt das ganz ruhig. Helene sieht ihn an, sieht dieses ruhige Gesicht, und ihr scheint, dieses Gesicht ist ganz teilnahmslos. Da versagen plötzlich ihre Nerven -Vre Hand schlägt unbeherrscht auf den Tisch, und sie wiederholt spöttisch Richards Worte: „Wie du denkst ... Art; 8% Rll >Uti: Mo,. V’u *tu Ni« id) bin ° kl Alles ist so schnell gegangen. Mitten in der Arbeit Erinnerung an das Gespräch Helen. bem sie von dem Konzert sprach — es tarn wieder ber Wunsch, dabei zu sein — einen festlichen Aben lemeinfam zu genießen. . , , So fuhr er nach Berlin. Aber er hat m seme härte gegen sich selbst doch auch einen geschasolchen Trund für diese Fahrt gefunden. Man muß wegen ber^ bisherigen Ergebnisse der Oelpflanzenoersuch (inmal persönlich mit den zuständigen Stellen Reichsnährstandes sprechen. hn6 ;ßr Ob sjdene denn niemals empfunden ha Verhältnis zueinander anders geworden ,st-^ 0° Ite das Gefühl erkannt, da- er nicht .Er «an, »etbetgen kann — Warme und Zuneigung . M lann ein Mann wie Bergenroth n cht m emem lolchen Zwiespalt leben. Und darum tft e: « tommen (Er will nicht fein Herz,fur ungewiss A aufs Spiel setzen. (Er will Klarheit gewinnen. Die Gedanken müssen nersinken. denn das Konzert ft 'S ten früherer Erfassungen der Zehnjährigen erneut die Heranziehung geprüft. Mit der Erfassung und Aufnahme des neuen Jahrgangs wird die neue Dienstkarte der Hitler-Jugend eingeführt, die mit einem Lichtbild versehen wird. Der Jugendliche hat deshalb bei der Anmeldung ein Lichtbild ohne Kopf- bedeckung in der Größe 4,5 X 3,7 cm abzugeben, das nicht älter als drei Monate sein soll. Oieflri«fl«itt>tnferbilfe=£oheriel942|43 Zürn 10. Male marschieren am 15. Dezember die grauen Glücksboten für 'bas Winterhilfswerk des deutschen Volkes auf. In 6 Winterhilfe-Lotterien und 3 Kriegswinterhilfe-Lotterien haben die Losverkäuferinnen und Losverkäufer ihre Leistungen und ihren Erfolg immer wieder gesteigert und erreicht, daß die Kriegswinterhilfe-Lotterie mit zu den populärsten Aktionen des großen Hilfswerkes zählt. Der Aufruf des Führers, gerade in diesem Jahre mehr denn je für das Kriegswinterhilfswerk zu opfern, wird die Parole für die grauen Glücksboten der Lotterie fein. Sie werden uns bitten, bei der 4. Kriegswinterhilfe-Lotterie mitzuhelfen, daß das Kriegswinterhilfswerk des deutschen Volkes 1942/43 wieder zu einem Symbol des Opferwillens und der Aber all diese Laute, so kräftig sie zuweilen auch gerufen werden, haben doch, wie Klein-Maike in- zwischen gelernt hat, bei weitem nicht die Wirkung auf ihre Umgebung wie ein anderes Wort, das ein bestimmtes Bedürfnis umschreibt. Maike ist allmählich dahinter gekommen, daß sich damit mühelos eine kleine Aufreguna in der Welt der Erwachsenen erzeugen läßt. Dieser Ruf veranlaßt die Großen, chr unverzüglich die Türen zu öffnen und sie eilends über den langen Flur ins Badezimmer zu fuhren. Es ist herrlich, wie man mit diesem beschwörenden Wort den großen Bruder Klaus, die Mutter oder Ilse, ja, wenn niemand sonst in der Nähe ist, sogar den Vater am Schreibtisch in Bewegung setzen kann. Man hat mit diesem Wort die Erwachsenen gleichsam am Bande-, sie parieren aufs Erwachsenen gleichsam am Bande-, sie parieren aufs Wort. Selbst aus der niederträchtigen Einsamkeit des Bcttchens und Kinderzimmers kann man mit feiner Hilfe vorübergehend erlöst werden. Was Wunder, wenn Maike die Zauberkraft dieses Wortes wieder und wieder erprobt! Sie weiß es dabei mit kindlicher List so einzurichten, daß das Vertrauen der Erwachsenen nicht etwa ständig ge» täuscht, sondern hin und wieder auch belohnt wird. Auf diese Weise wissen die Geplagten dann gar nicht mehr, ob sie ihr mißtrauen oder glauben sollen: und um Katastrophen oorzubeugen, lassen sie ihr deshalb für alle Fälle jedesmal den Willen. Ist der Weg über den Flur erst getan und die Tür zu dem heimlichen Gemach geöffnet, so kann man immer noch durch ein treuherziges „Nein-nein" zu verstehen geben, daß Maike die Großen ja nur mal ab, und die Besucher begeben sich in die Dorräume. Bergenroth sieht Helene an einem ber Ausgange — gleich wird er sie erreichen. Noch einmal ein Abdrängen, aber draußen wird er Helene wieder finden — , Und er sieht sie auch gleich. Sie ist nun nicht mehr allein. Ein Offizier geht an ihrer Seite, größer als Helene. Er neigt sich zu ihr, spricht — Niemand beobachtet jetzt Bergenroth. Niemand sieht wie sein Gesicht vor Zorn und Schmerz und einer furchtbaren Enttäuschung ganz dunkel wird. Er hot den Offizier sofort erkannt. Dort neben Helene geht Ludwig Rautenberg. Er sieht in der Uniform schlanker aus, seine ganze Haltung ist straffer als damals bei dem Besuch auf dem Uhlenhof Rautenberg macht eine Bewegung, und Bergen- roth kann jetzt auch das Gesicht des Mannes sehen. Auch dieses Gesicht hat sich verändert, sieht ernst aus. Bergenroths Züge sind hart und regungslos ge- worden. Noch einmal geht fein Blick über das Paar. Er sieht, wie Helene sich Rautenberg zuwendet, ihm antwortet. Nun sind sie am Ende des Ganges, kommen ^Bergenroth wendet sich ab, geht mit harten Schrit- ten hinaus und fordert feine Garderobe Er weiß nicht, daß er einem ganz großen Irrtum oerfällt Er glaubt an eine Verabredung Helenes mit Rautenberg. Er muß das glauben. Rautenberg gehört also der freie Platz neben Helene, und er hat sich wahrscheinlich nur verspätet. Bergenroth weiß nicht, daß Rautenberq durch Bernhardine von Helenes Absicht erfuhr, dieses Kon- 3crt zu besuchen, und daß nur ein plötzliches Unbehagen Gertraude hinderte, Helene zu begleiten Dor allem aber weiß er nicht, daß Ludwig Rautenberg sich heute Helene mit sehr ernsten, man form wohl sagen, mit abschließenden Gedanken nähert Er kommt in allerletzter Stunde. Er kommt nicht zu dem Konzert, sondern allein darum, Helene die Hand zum Abschied zu reichen, denn noch wah. renb der letzte Teil des Konzertes gespielt wird, fahrt vom benachbarten Bahnhof sein Zug nach dem Im Jahre 1943 werden wiederum alle zehnjährigen Jungen und Mädel entsprechend dep Bestimmungen über die Jugenddienstpflicht zum Dienst in der Hitler-Jugend erfaßt. Es handelt sich diesmal um den Geburtsjahrgang 1932/33. Er umfaßt, wie der 7 'Deutschen Reiches feststem, die zwischen dem 1. Juli 1932 und 30. Juni 1933 Geborenen. Ferner wird bei den bisher Zurückgestell- Belange leiden. Bergenroth muß auch mit seiner baldigen Einberufung rechnen. Ueber die bann zurückbleibenden Aufgaben hat er mit Doktor Marswin gesprochen. An ihn kann sich Helene um Rat und Hilfe wenden, wenn das notwendig werden sollte. In dieser Zeit, da sowohl Helene als auch Ber- genroth unter den Unklarheiten leiden und sich gegenseitig heimlich beobachten, in diesen Tagen erhalt Helene einen Brief von Käte Allert. Bei Tisch spricht sie mit Bergenroth darüber. Es geht den beiden in Bramstett gut. Doch schreibt Räte von Störungen durch feindliche Flieger. Sie hat Sorg? nmt, H chen $t iben m> itiftunga V flamm igeln i| iten ein unerschütterlichen Gemeinschaft des deutschen Volkes wird. Die Kriegswinterhilfe-Lotterie 1942/43 hat wieder sofortigen Gewinnentscheid. Jede Serie ist eine in sich abgeschlossene Lotterie, in der 1 Million RM. Gewinne und Prämien ausgefpielt werden. Für 50 Rpf. schon kann man 1000 RM. gewinnen, abgesehen von den vielen Gewinnen zu 500- 100 RM., der großen Anzahl kleinerer Gewinne, und noch dazu die Prämienscheine. Am 31. März 1943 werden in jeder Serie eine Sondcrprämie zu 5000 RM. und Prämien zu 500 und 100 RM. verlost. Das Prämienlos hat auch in diesem Jahre wieder den Kontrollstempel, der den Gewinn ober das „Nicht" des Loses wiederholt, so daß die Gewinnauszahlung unter doppelter Kontrolle erfolgt. §ür Tapferkeit vor öem Zeiuöe. Der Gefreite Karl Seipp aus Rupperts- bürg wurde für Tapferkeit vor dem Feinde bei den Kämpfen Im Osten mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet. Xür unsere Verwundeten. Die RS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" führte im Laufe der vergangenen Woche im Auf- trage des Oberkommandos der Wehrmacht und in Zusammenarbeit mit dem Sonderreferat „Trupven- betreuung" im Reichsministerium für Volksaufklä- rung und Propaganda in hiesigen Lazaretten folgende Veranstaltungen durch: Unter dem Titel „Es weihnachtet sehr" wurde in einem Lazarett eine vorweihnachtliche Stunde gestaltet. In der passend zusammengestellten Dortragsfolge fangen Madien Ianda (Sopran) und Herta Jäger (2111) von Herbst, Winter und Weihnacht. Hannemarie Spamer (Bratsche) spielte Träumerei, Andante und Noc- turno, Ilse Krell (Klavier) begleitete die Künstler. Die Rezitationen von Maria Hillburg führten die Gedanken in die schöne Weihnachtszeit. Starker Beifall dankte für die besinnliche Stunde. — Lehrer Appelmann führte im Auftrage der Kreisbild- stelle einige schöne Filme über die Gewinnung der Kohle und ihren Versand vor. Schöne Landschafts- bilder vom Rhein waren zu sehen. — In einem Lazarett svrach Professor Dr. Künzel über die „Weltpolitische Wandlung der Gegenwart", in einem anderen hielt Unioersitäts-Drofefsor Dr. Fischer einen Vortrag über die Indische Freiheitsbewegung". Die Verwundeten folgten aufmerksam den interessanten Ausführungen. — Zu dem Konzert des Frauen-Kammerorchesters in der Aula der Universität hatte die Kreisamtsleitung der NSV. Wetterau eine große Zahl Verwundete eingeladen. — In der Theaterringoorstellung ber HI. „Ein ganzer Kerl" hatten sich Verwundete als Gäste ein- gefunden. — Die Intendanz des Theaters der Universitätsstadt Gießen hatte zu den verschiedenen Vorstellungen in dieser Woche Verwundete einge* laben. — Die Ortsgruppen der NS."Frauenschaft mit ihren Kindergruppen in Gießen-Ost und -Süd hatten eine große Zahl Verwundete aus hiesigen Lazaretten zu einem frohen Kaffeenachmittag ein» geladen. Nach ber Begrüßung durch die Ortsfrauenschaftsleiterin Hummel zeigten die Kinder unter Leitung von Pgn. Liebermann in Lied und Spiel, was sie für die Weihnachtszeit gelernt hatten. Christa Leitner war eine kleine Harmonikakünstterin. Während der Pause nahmen die Kleinen neben den Verwundeten Platz. Die guten, von der Ortsfrauen UM !nGM| Ä 4 in Mn en ui I nitrit» 1 Nie nr As Abentz in bä schäft in Staufenberg gespendeten Kuchen mundeten den Verwundeten sehr. — Zum Sonntag hatte die Ortsgruppe Londorf eine große Zahl Verwundete zu Gast geloben. Verwundete und Gastgeber freuten sich über die schön verlebten Stunden am 3. Advent. Verdunkelungszeit.- 15. Dezember von 17.08 bis 7.56 Uhr. Gloria-Palast: „Dr. (Krippen an 35ori>-* „Gesucht wird wegen Ermordung seiner Ehefrau der amerikanische Doktor Anselm Crippen, Alter 46 Jahre, Größe 1,73, Haare hellbraun, rötlicher Bart, Augen grau, trägt goldgeränderte Brille, auf der linken Miindseite Goldbrücke. Beherrscht die frarizösische und englische Sprache. Fenier wird gesucht wegen Mittäterschaft seine Sekretärin Lucy Talbot, Alter 23 Jahre, Größe 1,67, Haare blond, große blaue Augen, sehr hübsche Erscheinung mit zurückhaltendem Wesen. Sie ist zur selben Zeit wie Dr. Crippen geflohen. Reisen vielleicht getrennt. Auf die Ergreifung des Täters ist eine hohe Belohnung ausgesetzt." Dieses Fahndungsblatt stammt aus einem Kriminalfall, der im Jahre 1928 in ganz Europa beträchtliches Aufsehen erregte und jetzt den Stoff für einen neuen Film der Terra lieferte. Das Drehbuch schrieben der Regisseur Erich Engels und Kurt E. Walter unter Mitwirkung von Georg v. Klasen. Die Hauptrolle spielt Rudolf Hemau. Er und Engels sind ieinerzeit durch die Filme „3m Namen des Volkes^ und „Falschmünzer" allgemein bekannt geworden. Ein grundsätzlich neuer Stil des schon immer beliebten Kriminalfilms war hier ganz bewußt in Angriff genommen worden, „Dr. Crippen an Bord" setzt diese Linie fort. Das heißt: Drehbuchverfasser und Spielleiter nehmen den Fall (obwo'-l er an sich ein beliebiges Bei spiel ist) ernst, nicht nur als stofflichen Anlaß. In der Art, wie der Stoff filmisch angegriffen und bc handelt wird, erweist sich die neue Ethik des Kriminalfilms: man stellt sich bewußt und unmißver siändlich gegen den Verbrecher, dem jede, auch die unbeabsichtigte Glorifizierung entzogen wird. Die damit eingeschlagene neue Richtung endet mit der vordem meist fehlenden Feststellung, daß der Fall nicht nur geklärt wurde, sondern daß auch der Täter der verdienten Bestrafung verfiel: im vorliegenden Falle: die Hinrichtung des Mörders erfolgte am 29. Januar 1929. Daß eine sachliche Behandlung in keiner Weise auf Spannung zu verzichten braucht, wird man in diesem Film in gleicher Weise erleben wie bei seinen Vorläufern. Bis zum letzten Bilde wird der Zuschauer in Atem gehalten, zum Mitgehen und zu eigener Kombination genötigt. Die lastende Atmosphäre, die ein schauderhaftes Kapitalverbrechen umgibt, wird des öfteren durch heitere Episoden entlastet. (Ein paar Unwahrscheinlichkeiten an Bord fallen im Gesamtbilde nicht weiter ins Gewicht.) Rudolf Fernau als Dr. Crippen: wieder eine faszinierende darstellerische Leistung dieses ungemein begabten, sicheren und intelligenten Schauspielers. Seine Partnerin Gertrud M e y e n entspricht der Kennzeichnung in jenem Fahndunasblatt-, man möchte sie gern einmal in einer Rolle sehen, die ihr aktivere Chancen gibt. Neben beiden wirkt ein vorzüglich eingesebtes Cnsemble mit, aus dem RenL Seligen, Anja Elkoff, O. E. Hasse, Walter Li eck, Ernst Waldow, Max G ü l st o r f f, Paul Dahlke, Elisabeth Scherer und Wilhelm Bendow ge- 26. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) "‘-«al Helene ist allein gekommen: an ihrer Seite M y Weiht ein Platz frei. Vielleicht war es Gertraude nicht möglich, mitzukommen, denkt Derg.nroth^ K Lahrfcheinlich wird das fo stm, denn in diesem Äon^ert gibt es keine unverkauften Platze. O Voi-n-m-nth nimmt ieht seinen Platz ein, v ftti^f Eisd-t» unrfj Zlt-n. g°nz sich Mt gestellt, hervorragende Aerwaltungoarbeit lei teten und in höchster Älbit- Verantwortung befreit von elnengenben Borfchrif. ten ihre Pflicht erfüllten, müßten auch im Reich vcr- att-te Schranken niedergerissen werden und natio- nalozwllftisches Derantwortungsbewußtsein an ihre Stelle treten. Die großen Aufgaben bedingten eine nationalsozialistische, volksnahe Verwaltung Einer volksnahen Beamtenschaft werde auch der Nach- w^chs nicht fehlen. Kunst und Wisienschast. Eine Komödie um Dürer. Zdenko von Kraft hat in seiner neuen Komödie „Der kleine Sünden fall", die vom Stadt- theater Halle uraufgeführt wurde, eine zarte Lie- besgeschichte um die Gestalt Albrecht Dürers ge- woben. Er läßt ihn in Antwerpen über die fügend- liche Schönheit einer tugenbfamen jungen flärni- schen Malersfrau in stilles Entzücken geraten, ihn aber der Versuchung Herr werden. Während dieses Geschehen in zarten Pastellfarben gehalten ist, hat die Haupthandlung — die Heilung eines starrsinni- gen Vaters und Schwiegervaters von seinem Dünkel und Mißtrauen — derbere Striche erfahren Ein besonderer Vorzug des Stückes, dem man bis zur Mitte des zweiten Aktes mehr dramatische Spannung und im allgemeinen mehr szenische Straffung wünschen möchte,, liegt in der liebevollen stil- gerechten Nachbildung der Gestalten im Sinne der Dürerschen Kunst wie der Echtheit, mit welcher die flämische Atmosphäre dem Zuschauer nahegebracht werden. Alfred rast. Neues vom Film. Die Bavaria-Filmkunst hat einen neuen Film „Der Sviegel der Helena" in Arbeit genommen, ber den Kampf im Grenzgebiet gegen eine Schmugglerbande schildert. Das Drehbuch schrieb Ernst von Salomon nach dem Roman von Curt Eorrinth „Die unheimliche Wandlung des Alex Roscher". Die Spielleitung hat Paul May. Die Hauptdarsteller sind Annelies Reinhold, Viktoria von Ballasko und Rudolf Prack. — In diesen Tagen wurden die Aufnahmen zu dem Terrafilm „W e n n der junge Wein blüh t", mit Henny Porten, Otto Gebühr und RenL Deligen in den Hauptrollen, beendet. Die Spielleitung hatte Fritz Kirchhoff, das Drehbuch schrieb Per Schwenzen nach dem Lustspiel von Björnson. — In den Ateliers München- Geiselgasteig begann V. Tourjansky mit den Aufnahmen eines peuen Bavaria-Films „Tonell i", der das Schicksal eines weltbekannten Artisten behandelt und dessen Hauptrollen Ferdinand Marian, Winnie Markus, Mady Rahl, Albert Hehn, Nikolai Kolin und Josef Sieber spielen. — In Prag haben die Atelieraufnahmen zu dem neuen Bavaria- Film „Die schwache Stunde" begonnen. Das Drehbuch schrieb Felix von Eckhardt nach dem Theaterstück von Harald Röbbeling. Otto Pitter- mann ist der Spielleiter. In den Hauptrollen werden wir Hannelore Schroth, Hilde von Stolz, Charlotte Daudert, Paul Richter, Walter Janssen, Fritz Ode- mar und Josef Eichheim sehen. — Die Aufnahmen zu dem Ufa-Film „Das letzte Abenteue r", ber mit Willy Birgel, Lotte Koch und Viktor Staat in den Hauptrollen den Ehekonflikt eines vielbeschäftigten Chirurgen behandelt, wurden unter der Regie von Gerhard Lamprecht beendet. Lin Roberl-INaner-Preis der Stabt Heilbronn. Heilbronn, die Geburtsstadt des Arztes und Naturforschers Robert Mayer, stiftete zur 100. Wiederkehr der Veröffentlichung der für die Entdeckung des Gesetzes von der Erhaltung der Kraft entscheidenden Schrift einen Robert-Mayer-Preis, der alljährlich in Höhe von 5000 RM. für die beste Arbeit ! auf dem Fachgebiet Robert Mayers verliehen wer- den soll. Die Stadt wird auch eine Robert-Mayer- (Bebenfftätte errichten. Aus aller Wett. Graf Zeppelins ältester Mitarbeiter gestorben. Im Alter von 63 Jahren ist der Luftschiffsteuermann Ludwig Marx gestorben. Der Verstorbene trat 1899 in den Dienst des Grafen Zeppelin und wurde 1909 Luftfchiffsteuermann. Im August 1934 konnte er seine 3600. Fahrt mit einem Zeppelin machen. Bei der ersten Amerikafahrt 1924 war er als Filmer tätig. Durch feine interessanten Lichtbildervorträge und seine Führungen durch das Zeppelinmuseum war Marx bekannt. Drei Postbedienstete verunglückt. Im Karlsruher Hauptbahnhof wollten drei Post- bedienstete aus Frankfurt, die abgelost wurden, sich über die Gleise hinweg nach ihrem Unterkunstsraum begeben. Sie wurden dabei von emem ein- fahrenden Zug erfaßt und überfahren Einer war sofort tot, ein zweiter starb bald darauf an seinen schweren Verletzungen, während der dritte in bedenklichem Zustande ins Krankenhaus gebracht wurde. __________ uannt feiere — Der tüchtige Kameramann heißt E. W. Fiedler. Im Beiprogramm sieht man die neue Wochen- schau und einen Kulturfilm von der Donau, dessen Bilder vom Schwarzwald dis Wien uns Appetit auf eine schöne Reise (nach dem Kriege) machen. Hans Thyriot. Giehen-Wieseck. Unsere Mitbürgerin Frau Marie Becker, geb. Schäfer, Alicestraße 41, wird morgen 70 Jahre alt. Die Jubilarin ist körperlich und geistig noch sehr rüstig. Unseren herzlichen Glückwunsch. Gietzen-Klein-Linden. Der Standort Klein-Linden der Hitler-Jugend hatte am Samstag Eltern und Freunde der Hitler- Jugend xii einem fröhlichen Ad end in den Saal des Gasthauses „Zum Turnerheim" eingeladen. Der Erlös des außerordentlich gut besuchten Abends wurde dem Kriegshilfswerk 1942/43 überwiesen. Der Abend stand unter dem Geleitwort „Dem Fröhlichen gehört die Welt" und bot den Besuchern einige frohe Stunden, in denen Ausschnitte aus der Arbeit der Hitler-Jugend gezeigt wurden. Nach der Begrüßungsansprache von Oberrottenführer Herbert Jung folgten Lieder, heitere Szenen, lustige Vorträge aller Art, zum Schluß das Laienspiel „Eine Spitzbubenkomödie" von Margarethe Cordes. Die Darbietungen sanden verdientermaßen lebhaften Beifall. ** D i e aktive Offizierslaufbahn im Heer. Der Meldeschluß für Bewerber für die aktive Offizierslaufbahn des Heeres ist für Angehörige des Geburtsjahrganges 1925 auf den 31. Januar 1943 festgesetzt worden, wie in der heutigen Bekanntmachung des Oberkommandos des Heeres mitgeteilt wird. < Der Gießener Vortragsring hat für Montag, 21. Dezember, Dr. Paul Fickeler (München) zu einem Lichtbildervortrag „Der Mittelmeerraum in der Weltgeschichte" gewonnen. Der Vortrag vermittelt, so schreibt man uns, eine umfassende Uebersicht über den gesamten Mittelmeerraum in landeskundlicher, wirtschaftlicher, geopoli- ttscher und strategischer Beziehung, von den Zeiten des altrömischen Weltreiches bis zu den Ereignissen der Gegenwart, die den Schwerpunkt der Ausführungen bilden. Den Vortrag werden 30 farbige Lichtbilderkarten und 30 Lichtbilder der strategiü wichtigen Schlüsselstellungen von Gibraltar, Toulon, Algier, Malta, Suezkanal, Bosporus und Dardanellen bereichern. *♦ Erfolgreiche Kanarienzüchter. Am Sonntag fand im hiesigen Kanarienzuchtoerein die diesjährige Prämiierung der gefiederten Sänger durch den Preisrichter K. G u n h e r, Frankfurt am Main, mit folgendem Ergebnis statt: I. Selbstzuchtklasse 1942: 1. Johann Gerlach, Silberg, 321 Punkte; 2. Heinrich Schmidt, Gießen, 318 Punkte; 3. Hugo Schmidt, Gießen, 297 Punkte; 4. Heinrich Pfeffer, Wenkbach, 279 Punkte. II. Allgemeine Klasse: 1. Johann Gerlach, Silberg, 327 Punkte; 2. Heinrich Schmidt 324 Punkte; 3. Peter Reinhardt, Eckelshausen, 294 Punkte; 4. Heinrich Schmidt, Gießen, 285 Punkte. ** Verkehrsunfälle. Am Sonntagnachmit- tag fuhr im Horst-Wessel-Wall ein Obus auf den Anhänger einer dort abgestellten Zugmaschine auf. Am gestrigen Montagvormittag stießen an der Ecke Klinikstraße/Wetzlarer Weg ein Lastkraftwagen und ein Personenauto zusammen. In beiden Fällen kamen glücklicherweise Personen nicht zu Schaden, es entstanden lediglich Sachschäden an den Fahrzeugen. Landkreis Gießen. * Allendorf a. d. L d a., 15. Dez. Am kommenden Donnerstag bringt die Rhein-Mainische Landesbühne im Auftrage der RSG. „Kraft durch Freude" in der hiesigen Stadthalle das Lustspiel „Heimlichkeiten" von Scheu und Stiller zur Aufführung. <£ Leihgestern, 14. Dez. Ein eigenartiger Unfall passierte einem hiesigen Einwohner. Als er auf dem Acker mit dem Streuen von Düngemitteln beschäftigt war, trat er versehentlich in eine Fuchsfalle, die zuschnappte, und aus der sich der Mann nicht mehr befreien konnte. Auf seine Hilferufe eilten Leute herbei, die die Falle lösten, jedoch war der Verunglückte von den Fallenbügeln so stark geschlagen worden, daß er nicht nach Hause gehen konnte, sondern mit einem Wagen heimge- sahren werden mußte. cxd Bettenhausen, 14. Dez. Heute wurde unser ältester Ortsbewohner, der ehemalige Fekdschütz und Landwirt Johann Georg Rücke l IV., zu Grabe gebracht. Vor kurzem hatte er das 9 3. Lebensjahr vollendet. Zwar war er in letzter Zeit sehr hilfsbedürftig geworden, und fein Augenlicht hatte er schon vor Jahren ganz verloren, aber sein Geist war rege bis zuletzt. Er gehörte zu einer unserer ältesten Bauernsippen, die in den Drangsalen des Dreißigjährigen Krieges zu uns kam. Johann Georg Rückel wußte besonders gut in den Familienzusammenhängen unseres Dorfes Bescheid, denn er war von den Vätern her fast mit allen Sippen der Gemeinde verwandt. Da er der ätteste Soldat unseres Dorfes war — er hatte bei den „Roten Dragonern" gedient — gab ihm die Kriegerkameradschaft das letzte Geleit. Verbotene Vorratswirffchast. Lpd. B u tz b a ch, 14. Dez. Weniger finanzielles und eigennütziges Gewinnstreben, als vielmehr ein unbelehrbarer und den kriegswirtschaftlichen Notwendigkeiten entgegenstehender handwerklicher Ehrgeiz brachten den Gerbereibesitzer Hermann K. aus Butzbach auf die Anklagebank des Sondergerichts in Darmstadt. Als Inhaber des seit 300 Jahren im Familienbesitz befindlichen Gerbereibetriebs setzte K. auch nach Kriegsbeginn bis September 1942 die zur geschäftlichen Tradition gehörende Tätigkeit als Sammler und Händler von Häuten fort, obwohl die Genehmigung der zuständigen Reichsstelle mit Rücksicht auf die Zuweisung von Rohware für die eigene Gerberei erloschen war. Auch die für Sammler und Händler von Häuten verbindlich vorgeschriebene Frist zur Ablieferung an den Großhandel wurde nicht eingehalten. Darüber hinaus 'hat sich der Angeklagte aber in erster Linie auch eines Verbrechens nach § 1 der Kriegswirrschaftsoerordnung schuldig gemacht, weil er 138 ausgesuchte Großvieh- Häute bester Qualität dem kriegswichtigen laufenden Umsatz seit mindestens IV2 Jahren entzog und durch deren Zurückhaltung an einem besonderen Aufbewahrungsort Material für eine verbotene und im Hinblick auf die derzeitige Bedarfslage auch unverantwortliche Vorratswirtschaft für den Friedensfall erübrigen wollte. Die Hartnäckigkeit der eigensinnigen Einstellung des Angeklagten und der Umfang der Verfehlungen stempeln das Verhalten zu einer vorsätzlichen und böswilligen Bedarfsdeckungsgefährdung im Sinne der Kriegswirtschaftsoerordnung. Das Sondergericht verurteilte K. zu 1 Jahr G e - f ä n g n i s und zu 5 0 00 R M. Geldstrafe, rechnete jedoch die Untersuchungshaft von 9 Wochen auf die Freiheitsstrafe an, weil der Täter nicht aus besonders verwerflichen oder unlauteren Motiven straffällig wurde und deshalb einer milderen Beurteilung würdig erschien. Die beschlagnahmten Häute, die von dem Angeklagten in fachmännisch einwandfteier Beschaffenheit behandelt worden waren, verftelen auf Grund der Warenverkehrsverordnung der Einziehung. Gausängertag in Wiesbaden. Lpd. Der Sängergau Hessen-Nassau hielt am Sonntag in Wiesbaden einen außerordentlichen Gausängertag ab, in dessen Mittelpunkt die Berichte des Sängergauführers Dr. Meißner über den Deutschen Sängertag in Weimar und über die Neueinteilung der Sängerkreise im Gau standen. Nach der Begrüßung und Totenehrung berichtete Dr. Meißner über die Aenderungen organisatorischer Art, die durch den Deutschen Sängertag schon vollzogen oder noch angeregt worden sind. Weiter gab er die neuen Satzungen bekannt, die ganz auf das Führerprinzip abgestimmt sind. Ferner machte er Mitteilung über die Gründung des NS.-Volkskul- turwerks für den Gau Hessen-Nassau in Frankfurt unter Mitwirkung des Sängerkreises Frankfurt. Durch die Neueinteilung der Sängerkreise, deren Grenzen sich nun mit den politischen Kreisen decken, wird die Zahl der Kreise von 43 auf 26 herabgesetzt. Die Neuregelung tritt wahrscheinlich am 1. Juli 1943 in Kraft. Durch die Neueinteilung soll die Sängerkameradschaft nicht gehemmt, sondern gefördert werden. Durch weitere Maßnahmen, wie z. B. enge- Zusammenarbeit mit den Parteistellen, Schulung von Chorleitern auf dem Lande, Mitwirkung der Sänger bei den nationalen Gedenkfeiern usw. soll die Leistungssteigerung der Vereine, Gruppen und Kreise lebendigen Auftrieb erhalten. Die Beitragsregelung für 1943 ist die gleiche wie in den vergangenen Jahren. Vierzehn Generationen Bäckermeister. LPD. Marburg, 14. Dez. In Marbura wurde am 14. Dezember der Bäckermeister und Konditor Conrad Raabe 80 Jahre alt. Er entstammt einer Alt-Marburger Familie, die mit dem Ratsmann Heintz Raabe um 1370 in der Geschlechterfolge beginnt und durch 14 Generationen hindurch Bäckermeister aufweist. Ein Sohn des vorgenannten Heintz Raabe war sogar über 50 Jahre, von 1420 bis 1473, Bürgermeister der Stadt Marburg. Der Sohn des nunmehr . 80jährigen Jubilars» ist in der 15. Generation Träger des Handwerks bcr Väter und wird das Geschäft dereinst in die Händ> des 16. Namensträgers aus der Familie Raabe legen können. G.A-Sport. Handball der HZ. Mtv. Gießen II — Grüningen 12:16 (4:9). Ein torreiches Treffen gab es am Sonntag auf dem Mtv.-Platz. Die Platzbesitzer hatetn sich durch Spieler der 1. Jugend verstärkt, um den Gästen stärkeren Widerstand entgegenzusetzen. Obwohl diese nur mit neun Spielern antraten, machten sie das Vorhaben der Gießener zunichte. Durch zweckmäßi-, ges Spiel verschafften sie sich einen sicheren Halbzeit-Vorsprung. Die in der zweiten Hälfte einsetzende Drangperiode der Gießener verstanden die Grü- ninger sicher zu Überstehen. Hier war es besonders der Gästetorwart, der durch seine Leistungen hervortrat. Mtv. Gießen I — Munzenberg 8:10 (3:4). Die Gießener benutzten den pflichtspielfreien Sonntag zur Austragung eines Gesellschaftsspieles. Nur mit zehn Spielern antretend, entführten die Münzenberger den in stärkster Besetzung spielenden Platzbesitzern den Sieg. Schnelle Ballabgabe und gute Kombination nutzte der Gästesturm immer wieder zu Erfolgen aus. VorrundenTabelle. Unentsch. Verl. Tore Pkte. Die I. Mannschaft des besitzt alle Aussichten, 0 1 0 1 0 0 1 2 2 4 8 5 4 8 0 30:14 41:18 14:26 30:24 1:34 Gew. 4 2 2 1 0 Mtv. Gießen I Grüningen Holzheim Lang-Göns Mtv. Gießen II Männerturnvereins Gießen auch in diesem Spieljahr wieder Bannmeister zu werden. Allerdings besitz: Grüningen (wie jedesmal) noch Möglichkeiten, in die Entscheidung einzugreifen. Holzheim wird auch in den weiteren'Spielen zu beachten sein und seinen Mittelplatz behaupten. Durch nicht genügenden und nicht gleichwertigen Nachwuchs scheidet Lang-Göns diesmal aus dem Kampf um die Führung aus, jedoch kann in den Rückspielen eine Verbesserung des Tabellenplatzes möglich fein. Der II. Mannschaft der Gießener fehlt noch die Spielerfahrung. Fußball. Atten-Buseck 3gb. — Londorf Jgd. 6:2. Am Sonntag trafen sich die Jugendmannschaften zu einem Freündschäftsspiel. In der ersten Halbzeit konnten die Gäste das Spiel ziemlich ausgeglichen gestalten. Nach dem Wechsel konnten die einheimischen Stürmer in rascher Folge fünf Treffer für sich buchen, denen die Londorfer nur noch einen entgegensetzen konnten. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter de« Hauptichriftleiters: Ernst Blumschein. Verantworllich für Politik und Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für das Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz, Wirtjchaft und Sport: Ernst Blumschetn. Druck und Verlag: Brühlsche Universttätsdruckerei R. Lange K. G. Berlagsleiter: Dr.-Jng. Erich Hamann: Auzeig-nletter: Hans Beck, Anzeigenpreislifte Nr. 6. 06544 In Beuteln und kleinen Pappdosen. Rödgen, den 14. Dezember 1942. 06540 3785 D kauft [06548 BAUER&CIE stitute, Gießen. 3787 D 3786 D iGichtosmq seit 30 3ahren bewährt | in allen Apotheken zu haben | Ein gutes und wirkungsvolles Hustenbonbon hat man schon immer nicht aus Langeweile zu sich genommen, sondern wenn man es nötig hatte. Heute ist diese Verbrauchsweise doppelt richtig. Also, sparsam umgehen mit den bewährten In tiefer Trauer: Karoline Haas, geb. Hammel; Karl Haas, 7. Z. bei der Luftwaffe; Ottilie Haas; Farn. Heinrich Karl Haas; Farn. Ludwig HammelI.; Karl Haas, z. Z. im Felde, und Familie; Wilh.Haas, z. Z. im Felde, und Familie; Ludwig Hammel II., z. Z. im Felde, und Familie; Familie Wilhem Becker; nebst allen Verwandten und Bekannten. Gießen, Annerod, Oppenrod, 15. Dez. 1942. Die Trauerfeier findet am Mittwoch, 16. Dez., nachmittags 3 Uhr, in Annerod statt. SANATOGEN FORMAMINT KALZAN Meldeschluß für Bewerber für die aktive Ofsizierlaufbahn des Heeres. Angehörige des Geburtsjahrganges 1925, die sich für die aktive Offizierlaufbahn des Heeres bewerben wollen, müssen ihr Bewerbungsgesuch einreichen bis spätestens 31. Januar 1943! Nur für diejenigen Bewerber/ die ihr Gesuch bis 31. 1. 1943 eingereicht haben, ist die Verwendung im Heere sichergestellt. Bewerbungsgesuche sind zu richten an die dem Wohnort des Bewerbers nächstgelegene „Annahmestelle für Offizierbewerber des Heeres" oder an das zuständige Wehrbezirkskommando. [3782D Auskünfte erteilen die Annahmestelle IX, Kassel/ Frankfurter Str. 84/ Fernruf: Vermittlung Kommandantur 24231, Apparat 423/ alle Wehrbezirkskommandos und die Nachwuchsoffiziere. Oberkommando des Heeres -Heeresversonalamt. Dai Körpergewicht bt nicht schuld meistens ist es das stechende Hühnerauge, das Stehen und Gehen Immer zurQual macht Erlösen Sie sich von dem Übell Hühneraugen beseitigen Sie zuverlässig mit Nach kurzer, schwerer Krankheit verschied plötzlich und unerwartet am 13. Dez. 1942 mein lieber Mann, unser treusorgender Vater, Sohn, Bruder. Schwiegersohn, Schwager, Neffe und Onkel Tierpfleger Jakob Haas im Alter von 40 Jahren. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme bei dem Heimgange unserer lieben Mutter Frau Louise Garny, geb. Uhl sagen wir allen innigen Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Maja Schulz, geb. Garny. Gießen, im Dezember 1942. Danksagung. Allen, die uns beim Heimgang unserer lieben Entschlafenen so viel Anteilnahme erwiesen, sowie für die vielen Kranz- und Blumenspenden und die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Müller danken wir auf diesem Wege herzlichst. Im Namen der trauernd Hinterbliebenen: Wilhelm Inderthal V. Wissenschaftliche Werke Sondergebiet der BrOhl'schen Druckerei Kaiser’s Brust-Caramellen „mit den 3 Tannen* Zeitungsträgerin sucht Verlafi des Giegener Anzeigers 3704 D Mit den Angehörigen trauern auch wir um den verstorbenen lieben Arbeitskameraden. Betriebsgemeinschaft der Veterinär-Kliniken und -In- verloren graue, gestrickte SanNsWe Abzugeb. gegen hohe Belohnung auf dem [oessi Fundbüro. Scholl's Tino -Ptids, M Stellenangebote Zuverlässige iWSgMA für Landhaus sofort gesucht. Haus Berghof, Roth, Bezirk Biedenkopf 13718D Centr.-Drogerie, Schulstraße. Gebrauchtes Sofa z. kaufen gesucht. Schr. Ang. uni. 06534 a.d.G.A. Statt Karten! Am 18. November fiel für Führer, Volk und Vaterland im Osten mein geliebter Mann, mein guter Vater, unser treuer Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel Paul Heiner "Uffz. in einer Panzerjägerabteilung Inhaber des E. K. II In tiefem Schmerz: Marga Heiner, geb. Facher; Hans Joachim Heiner; Wilh. Heiner u. Frau Paula, geb. Linnemann; Hans Pecher, z.Z. bei der Wehrmacht, und Frau Anna, geb. Sorg; Dr. Alfons Rehmann, z. Z. i. Laz., und Frau Dr. Walburga, geb. Heiner; Hans Hörbrand und Frau Maria, geb. Heiner; Walter Heiner, z.Z. im Felde; Eva Heiner; Theo Tillmann, z.Z. im Felde, und Frau Maria, geb. Pecher. Gießen (Neustadt 1), Bielefeld, Stuttgart, Preßburg, im Dezember 1942. Beileidsbesuche dankend verbeten. Das feierliche Requim findet am Donnerstag, 7% Uhr, in der Kath. Kirche statt. Auch wir trauern um unseren Geschäftsführer und Mitarbeiter. BetriebsfUhrer und Gefolgschaft der Firma H. Hettlage, Gießen. Kietccsuehe Wohn- und Schlafzimmer gut möbl., von Dauermieter (Mediziner) ab sofort gesucht.- Schr. Ang. unt. 06535 a.d.G.A. | Verkäufe | Gebrauchter Gasherd 15,- NM., zu verkaufen, [oesss BatmhofstrL9H. Einige Original- flelgemöllie u. a. Gleiberg, Wint.-Landsch., m.Goldr. 45:55, gibt Privat ab. Schr. Ang. unt. 06542 a.d.G.A. Kleine Fleischmaschine (Wolf) und Mandelmühle z. kaufen gesucht. Schr. Angebote unter 06553 an den Gieß. Anz. Luche einen gut erhaltenen Pnppenrofloen Biete ein gebr. Tamenfahrrad. Preis 45,- RM. Schr. Ang. unt. 06554 a. d. G.A. Bahnhof f. Kinder-Eisenbahn, sowie kleinePflpDdien z. kaufen gesucht. Schr. Ang. unt. 3791D a.d.G.A. 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