192. Jahrgang Nr. 137 Erichemr täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Gießener Aamiltenblätter Heimat imBild-DieScholle Bezugspreis: Monatlich.,...RM.1.80 Zustellgebühr... -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvrechanschluk 2251 Drahtanschrift: „Anzeiger" Postscheck 1168k Arankf./M. Gietzener Anzeiger vrLhIschtUnivrrWkdnicktrelN. £mtge General-Anzeiger für Oberhessen $ «ietzen^chulftrahr 7-4 Montag, 15. Juni 1942 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8x/2 Uhr desVormitlags Anzeigen-Preise für die Millimeter-Zeile von 22 Mllimeter Breite: 7Rvf. für ^amilienan- zeigen und private Gelegenheitsanzeigen 14Nvf. f. Werbeanzeigen und geschäftliche Gelegenheitsanzeigen Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/o mehr Das Fort Stalin vor Sewastopol genommen. Der Wehrmachtbericht vom Sonntag. DRV. Aus dem Führerhauplquarlier, 14. Juni. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Vor Sewastopol dringt der deutsche Angriff in erbitterten Nahkämpfen immer tiefer in das mit allen Mitteln der Natur und der Technik geschützte Festungsgelände ein. Das auf beherrschender höhe gelegene, neuzeutliche und starke Fort Stalin wurde genommen. Gegenangriffe der Sowjets scheiterten. Kampfflugzeuge versenkten ein in die Südbucht der Festung einlaufendes Transportschiff von 10 000 VRT. Im Schwarzen Meer torpedierte ein italienisches Schnellboot in der Nacht zum 13. Juni einen großen, stark gesicherten feindlichen Dampfer. Die deutsche Luftwaffe vernichtete in den Gewässern der Krim einen sowjetischen Flakträger und beschädigte einen feindlichen Zerstörer. Im Raum ostwärts Charkow wurde ein Teil der eingeschlossenen feindlichen Kräfte vernichtet oder gefangenengenommen. Der Kampf gegen die Reste des geschlagenen Feindes ist noch im Gange. Bisher wurden über 2 0 0 0 0 G e - fangens eingebracht und 169 Panzer, 113 Geschütze sowie zahlreiche Waffen anderer Art und Kriegsgerät erbeutet oder vernichtet. Im mittleren und nördlichen Frontabschnitt nur örtliche Kampfhandlungen. An der Wol- chowfronk wurden feindliche Angriffe abgeschlagen. Im hohen Norden bombardierten Kampfflugzeuge den Hafen und das Stadtgebiet von Murmansk sowie den Bahnhof von Louhi. hierbei wurden in Luftkämpfen ohne eigene Verluste elf feindliche Flugzeuge abgeschossen. Bei einem wirkungslosen Angriff von sieben Sowjetbombern auf einen Flugplatz verlor der Feind durch Jagdabwehr sechs Flugzeuge. In Nordafrika nehmen die Operationen der deutschen und italienischen Truppen einen günstigen Verlauf. Bei einem Vorstoß in die tiefe Flanke des Feindes wurden 54 britische Panzer abgeschossen und über 400 Gefangene eingebracht. Deutsche Jäger schossen ohne eigene Verluste neun britische Flugzeuge ab. Im Mittelmeer versenkten deutsche Kampfflugzeuge aus einem britischen Geleitzug nördlich Marsa Matruk ein Handelsschiff von 5000 VRT. Zwei weitere größere Schiffe und ein Sicherungsfahrzeug wurden durch Bombentreffer beschädigt. Deutsche Unterseeboote versenkten vor Sollum einen feindlichen Bewacher und an der syrischen Küste ein Munitionsschiff von 500 VRT. In Südengland erzielte ein Kampfflugzeug in kühnem Tiefangriff bei Tage Bombentreffer schweren Kalibers in einem Werk der Flugzeugindustrie. Bei einem nächtlichen Angriff auf einen feindlichen Geleitzug im Ausgang des Btiftolkanals wurden fünf Handelsschiffe sowie ein britischer Zerstörer durch Bomben getroffen und beschädigt. Erfolgreiche Kämpfe auch au der übrigen Ostfront. Berlin, 13. Juni. (DNB.) Außer bei Sewastopol nahm der deutsche Angriff ostwärts Charkow, der von der Luftwaffe mit nachhaltigen ^Ingriffen auf Feldstellungen und Nachschub- einrichtungen des Feindes unterstützt wurde, größeren Umfang an, jo daß der Donez an mehreren Stellen überschritten werden konnte. Die im Schutze einer Talsenke vorgehenden Panzer trafen auf starken feindlichen Widerstand, konnten jedoch einige für den weiteren Angrifjsverlauf wichtige .höhen nehmen. Die Kämpfe in diesem Raum verlangen infolge des sumpfigen' Geländes, das immer wieder durch Knüppeldämme überbrückt werden muß, große Leistungen von den deutschen Soldaten. Bei der Ueber- windupg dieser Geländeschwierigkeiten zeichneten sich die deutschen Pioniere aus, denen.es überdies im Verlauf dieser Kämpfe gelang, mehrere Brücken zu schlagen. Jäger und Flakartillerie schossen im Verlauf der Woche über hem gesamten Südabschnitt 118 feindliche Flugzeuge ab. Im mittleren Abschnitt der Ostfront wurde der Ring um die im rückwärtigen Frontgebiet ein- geschlossenen feindlichen Kräftegruppen durch konzentrische Angriffe weiter verengt. Obwohl das waldige, von Sümpfen und Mooren durchsetzte, mit Minen und Hindernissen aller Art gesicherte Kampfgelände den deutschen Unternehmungen große Schwierigkeiten' entgegensetzte, gelang es mit wirksamer Unterstützung der Luftwaffe, den feindlichen Widerstand überall zu brechen und zahlreiche Ortschaften in Besitz zu nehmen. Der Schwerpunkt der Kämpfe im R o r ö a b -- schnitt lag an der Wolchow-Front, wo em deutscher Brückenkopf trotz heftiger feindlicher Angriffe unter hohen blutigen und materiellen Verlusten des Feindes von Truppen einer Jnfanterie- divifon heldenmütig verteidigt wurde. Vom 5. bis 9. Juni verloren in diesem Kampfabschnitt die Bolschewisten 66 Panzer. Die in einem anderen Kampfabschnitt eingeschlossenen feindlichen Kräfte wurden weiter zusammengedrängt und Entsetzungsversuche zum Scheitern gebracht. Im J l m e n s e e g e b i e t gab der Feind nach Vernichtung von 590 Kampfständen, und zahlreichen Waffen einen großen Geländestreifen mit allen in ihm liegenden Ortschaften auf. Jäger schossen im nördlichen Abschnitt der Ostfront zusammen mit der Flak 50 Flugzeuge ab. An der Einschließungsfront von Leningrad bekämpfte Küstenartillerie des Heeres den feindlichen Schiffsverkehr in der Kronstädter Bucht, wobei ein Unterseeboot und ein Begleitboot versanken. Der feindliche Versorgungsverkehr am Ladogasee wurde von Kampfflugzeugen erfolgreich angegriffen und dabei den Bolschewisten schwere Materialverluste zugefügt. Die neuen großen U-Boot-Erfolge. Oer Wehrmachtbericht vom Gamstag. DNV. Aus dem Führerhaupkguartier, 13. Juni. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Vor Sewastopol wurden in schweren Angriffen Vefestigungswerke und zahlreiche Kampfstände genommen. In der Zeit vom 7. bis 11. Juni verlor der Feind in diesem Frontabschnitt 3600 (Befangene, 41 Geschütze, 12 Panzer und über 400 Granatwerfer. Wehr als 20 000 Minen wurden aus- gebaut. 645 Beton- und Erdbunker fielen nach horten Einzelkämpfen in unsere Hand. Der Luftwaffe gelang es, durch stärksten Einsatz ihrer Kampf-, Slurzkampf- und Jagdflieger den schweren Kampf der Infanterie zu erleichtern und die feindliche Luftwaffe auszuschalten. Im Schwarzen Weer torpedierte ein italienisches Schnellboot vor der Krim ein großes feindliches Wotorfchiff, trotz der Sicherung durch drei sowjetische Torpedoboote. Im Raum ostwärts Eharkow führten eigene Angriffe zum Erfolg. Der feindliche Brücken- köpf auf dem Weftufer des Donez wurde genommen, auf dem Ostufer eine sowjetische Kräftegruppe zum Kampf gestellt und eingeschlossen, verbände der Luftwaffe griffen mit starker Wirkung in diese Kämpfe ein. Deutsche und italienische Jäger schos- sen gestern in Luftkämpfen 13 feindliche Jlug- zeuge ab. Im nördlichen Abschnitt der Ostfront wurde im Angriff größerer Geländegewinn erzielt. An der Wolchow-Front brachen erneute Angriffe des Feindes unter blutigen Verlusten zusammen. Kampfflugzeuge bombardierten wichtige Rüstungswerke der Sowjets an der oberen Wolga, sowie Anlagen der Wurman-Vahn. In Nordaf'rika trat die Panzerarmee nach der Einnahme von Bir hacheim nach Norden an. Sie steht in erfolgreichem Kamps mit den Resten der feindlichen Panzerkräfte westlich El Adem Wie bereits durch Sondermeldung bekannlge- geben, versenkten deutsche Unterseeboote in zähen, zum Teil tagelangen Kämpfen gegen stark gesicherte Geleitzüge und bei Angriffen auf die von der amerikanischen Kriegsmarine gesicherten Schiffahrtslinien weitere 27 Schiffe mit zusammen 149 000 BRT. und einen Zerstörer. Damit hat der Feind einschließlich der in den Wehrmachtberichten vom 10. bis 12. Juni gemeldeten Erfolgen im Atlantik, vor der amerikanischen Ostküste, im Karibischen Weer, vor dem Panama- Kanal und im Witlelmeer durch Operationen deutscher Unterseeboote in den letzten sechs Tagen vierzig Schiffe mit zusammen 212 200 Tonnen sowie einen Zerstörer verloren. Bei den Kämpfen vor Sewastopol haben sich der Ritterkreuzträger Oberleutnant Spielmann, Batteriechef in einer Sturmgeschütz-Abteilung, und der Oberleutnant Frank, Kompaniechef in einem Infanterieregiment, durch besondere Tapferkeit ausgezeichnet. Oie Schlacht im Atlantik. Berlin, 13. Juni. (DNB.) Seit mehreren Tagen operierte eine U-Boot-Gruppe in der Mitte des Nordatlantik gegen einen Ge- leitzug England—Amerika. Ungünstige Wetterlage, Nebel und Regen erschwerten die Angriffe, aber in zäher Verfolgung blieben die Boote am Feind. Nacktem sie einen Zwei-Schornstein-Zerstörer der Sicherung versenkt hatten, schossen sie aus diesem einem Geleitzug noch fünf Dampfer heraus, die nach heftigen Explosionen untergingen. In den amerikanischen Gewässern mußten die Nordamerikaner feststellen, daß ihre zahlreich aufgebotenen Abwehrstreitkräfte der Unterseebootgefahr selbst innerhalb des engen Küstenbereiches nicht Herr geworden sind. Dampfer auf dem Wege von den südafrikanischen Häfen Kapstadt und Durban nach Neuyork, andere auf dem Wege von Neuyork zu den Antillen und zu dem Panamakanal wurden kurz vor dem Erreichen ihrer Bestimmungshäfen Opfer der Torpedos und Granaten unserer U-Boote. In einer einzigen Nacht versenkte ein U- Boot drei Dampfer auf dem Dege zum Panamakanal, die nach Australien bestimmt waren. Die Ladung bestand aus Panzergeschützen, Munition und Flugzeugen. Ein anderes Boot stieß unmittelbar vor dem Eingang zum Panamakanal auf zwei durch einen Zerstörer gesicherte Dampfer und ver- enkte beide Dampfer. Eine weitere Geleitgruppe aus drei Schiffen und einem Zerstörer wurde an einer anderen Stelle angegriffen. Wenig später war ein Frachter gesunken, ein Tanker brannte über das ganze Schiff, und nur dem dritten Frachter gelang es, mit dem Zerstörer zu entkommen, der den brennenden Tanker im Stich ließ. Das Operationsgebiet der deutschen Seestreitkräste bis zur amerikanischen Küste erweitert. Berlin, 13. Juni. (DNB.) Durch den Eintritt der Vereinigten Staaten in den Krieg und die Entwicklung, die der Seekrieg seither vor der amerikanischen Ostküste genommen hat, hat sich das Operationsgebiet, in dem ständig mit Kampfhandlungen zu rechnen ist, bis zur amerikanischen Küste erweitert. Jedes Schiff, das nach dem 26. Juni 1942 diese Gebiete befährt, setzt sich der Vernichtung aus. Die deutsche Regierung warnt daher vor dem Befahren des gefährdeten Gebietes, das nunmehr wie folgt begrenzt wird: Von der belgischen Küste bei 3 Grad Ost über 62 Grad Nord, 3 Grad Ost und 68 Grad Nord, 10 Grad West bis zur grönländischen Küste auf 68 Grad Nord, dann entlang der grönländischen Küste bis Kap Farvel, von dort nach Kap harrrson, dann entlang der Küste Kanadas und der Vereinigten Staaten bis Key West, von dort über 20 Grad Nord 60 Grad West, 45 Grad Nord 20 Grad West und 45 Grad Nord 5 Grad West zur französischen Küste bei 47 Grad 30 Minuten Nord. „Ewiger deutscher Soldat." Berlin, 14. Juni. (DNB.) In einer weltanschaulichen Feierstunde der NSDAP, umrahmte ein künstlerisches Programm die Ansprache „Ewiger deutscher Soldat", die SA.-Obergruppenführer Luyken hielt. Ausgehend von dem Bewußtsein, daß das im nationalsozialistischen Reich geeinte groß- deutsche Volkstum wieder in einer völkischen Wehrgemeinschaft steht und Taten des Schwertes und der Arbeit erkämpft, die einmalig in feiner Geschichte sind, umriß SA.-Obergruppenführer Luyken die geschichtliche Entwicklung des trotz aller Not und trotz allen Mißbrauchs deutscher Treue, Tapferkeit und Hingabe zu allen Zeiten lebendig gebliebenen ewigen deutschen Soldatentums. Don ihm kündeten in Sage und Lied die helden- aestalten der deutschen Gefolgsmänner im fränkischen Heer. Es sei durchgebrochen in den bäuerlichen Wehrgemeinschaften, die zur Wiedergewin-. nung der verlorenen deutschen Marken nach Osten zogen, und es habe in den wehrhaften Städten der Hanse, in den Zügen der Ritter über die Alpen sowie in den Ordensrittern auf der Marienburg gelebt. Im Weltkrieg sei es zur höhe seines Helden- tums aufgestiegen, und Adolf Hitler habe es dann von allen Hemmungen und Fehlleitungen der Vergangenheit befreit. Die Erziehung zur wehrhaften Haltung fei eine Frage der weltanschaulichen Erziehung und könne nur dann gelöst werden, wenn sie aus der Geschlossenheit einer arteigenen Weltanschauung erfolge. Der Nationalsozialismus fei die soldatische Erkenntnis, daß die Quellen unserer Kraft allein im deutschen Blut und in der deutschen Erde liegen. Indem Adolf Hitler als Führer aus diesen Kräften schöpfte und baute, gewann er die deutsche Vlutsgemein- schaft, Arbeitsgemeinschaft und Schicksalsgemeinschaft, aus ihnen zusammen entstand die Wehrgemeinschaft. Dem Sieg der Waffen werde der Sieg des Geistes und damit die schöpferische Arbeit des Friedens folgen. Oie Kämpfe in Tiordafrika. Berlin, 14.Juni. (DNB.) Die Erstürmung des Wüstenfvrts Bir h a ch e i‘m ist der Ansatzpunkt zu neuen erfolgreichen Angriffsbewegungen der Achsentruppen geworden. Die Kampfhandlungen der vergangenen Woche spielten sich bei heißem, trockenem Wetter ab, das von Sandstürmen und einmal T3ok ff 1 — - Fort \ Maddalena* k i k X/Bir Hachein 77=^^ von einem Regenguß, einer Abnormität um diese Jahreszeit, unterbrochen war. Nach den letzten Meldungen befinden sich die Panzerstreitkräfte Rommels westlich von El Adem im Kampf. Dieser Wüstenort liegt rund 40 Kilometer nordostwärts von Bir hacheim auf dem Wege nach dem durch frühere Kämpfe bekannten S i d i Rezeg. Die Eroberung von Bir hacheim gab den deutsch-italienischen Streitkräften die Möglichkeit, sofort zum weiteren Vorstoß nach Norden anzutreten. Die Kämpfe spielten sich in der vergangenen Woche bereits im Rücken der von den Briten angelegten riesigen Minenfelder ab, die durch die Achsentruppen von Süden her umgangen wurden. Die Operationen bedeuten auch eine hervorragende Leistung des Nachschubs. Die Wüste bildet im Raum von Bir hacheim keine flache Fläche, sondern ist ein von oft sehr tiefen Flußläufen durchzogenes, stark verwittertes Tafelgebirge. Es kommt hinzu, daß jede Bewegung für den Gegner auf Meilen voraus sichtbar ist, auch schon mit dem bloßen Auge durch die aufgewirbelten Staubwolken, -die noch lange später den Weg jedes Fahrzeuges anzeigen. Dieses Gelände kam den Briten bei der Befestigung von Bir hacheim sehr entgegen. Deshalb konnte diese Wüstenfeste zum südlichen Eckpfeiler der britischen Stellungen werden. Die Schwere der Kämpfe war gekennzeichnet durch den Einsatz schwerer Waffen und starker Panzereinheiten von beiden Setten. Für den Ausgang der Schlacht war von besonderer Bedeutung die Ueberlegenheit der A chs e n l u f tm a ff e, die nicht nur zahlreiche Abschüsse im engeren Kampfgebiet erzielte, sondern auch im erweiterten Kampfaeoiet durch ihre Einwtt- kunaauf Malta und den feindlichen Schiffsverkehr im Mittelmeer den Nachschub des Feindes nach- halttg störte. Der Erfolg der deutschen Kriegs- marine im Angriff auf den Tobruk-Geleitzug, bei dem 18 000 BRT. Schiffsraum versenkt und vier weitere Transportschiffe beschädigt wurden, unterstreicht die Ueberlegenheit der deutschen Waffen in diesem Kampfgebiet, zumal unsere Unterseeboote im Mittelmeer die doppelte Aufgabe haben, die feindliche Versorgungsschiffahrt zu bekämpfen und den ungestörten Nachschubverkehr über das Meer sicherzustellen. Insgesamt wurden bei den Kämpfen in Nordafrika bisher über 12000 Gefangene eingebracht, rungd 600 Panzer- und Kampfwagen vernichtet. Diese Ziffern gewinnen ihre erhöhte Bedeutung im Hinblick auf die besonderen Verhältnisse des afrikanischen Kriegsschauplatzes, wo der Feind nicht mit Massen, die wie im Osten ohne Rücksicht auf Verluste in den Kampf getrieben werden, sondern nur mit einer verhältnismäßig geringen Anzahb hochwertiger Soldaten arbeiten kann, mit denen sehr haushälterisch umzugehen für ihn eine Lebensnotwendigkeit darstellt. Hessen holen die Höhe A. NSG. Die aufgezwungene Ruhe behagt ihm gar nicht, dem trotz seiner 54 Jahre erstaunlich rüstigen Major S. Nein, wahrlich nicht! Weder die durch die allgemeine Lage gebotene, noch die ihm vom Truppenarzt unter Androhung einer Schwitzkur verordnete. Dabei waren kaum 24 Stunden feit dem Unternehmen auf die höhe A., das der Major geleitet und zum glücklichen Ende geführt, verflossen und die Atempause redlich verdient. Der Besitz des Wäldchens und Gutes A. hatte die Lage der Division nicht unerheblich verbessert, den Sowjets aber einen wichtigen Schlüsselpunkt gekostet. Es war der erste größere Angriff des hessischen Bataillons nach der langen Pause gewesen, die der Schnee mit seiner Unweg- barkeit diktiert hatte. Der Erfolg strafte die Meinung Lügen, die Wartezeit habe die Glieder eingerostet, den alten Schwung gefrieren lassen. Die Hessen-Darm st ädter hatten, von der Pan- zerwafffe fließend unterstützt, gestürmt — und gesiegt. Jetzt saßen ober lagen sie, gruppenweise verteilt, in den stickigen Erdgeschoßräumen des Gutes, die sie erst einmal ausgemistet, dann behelfsmäßig als Unterkunft eingerichtet hatten, und überdachten die Stunden, da das mächtige weiße Gebäude am Zipfel des bunkergespickten Wäldchens noch Ziel ihres erbitterten Kampfes war. Nun es sich in ihrer Hand befand uitö man von feinen Scharten und den Fensterhöhlen des ersten Stockes aus — wohin man allerdings erst nach einer halsbrecherischen Kletterpartie über hängende Stiegen und schwebende Balken gelangte, so arg hattetn die Stukas gewütet — das Gelände nach allen Seiten weithin überblicken konnte, erschien es ihnen wie ein Wunder, diesen starken Zahn mit so geringen Verlusten her- ausgebrochen zu haben. Zugleich aber wurde ihnen auch bewußt, welch beherrschende Stellung die Sowjets hier innegehabt hatten. Kilometerweit war die Nachschubstraße der Division einzusehen. Das Städtchen B-, der Kopf des tief in den Feind vorgeschobenen Keils, lag wie auf dem Präsentierteller ausgebreitet. Jede Bewegung dort drüben war bemerkt und sofort mit stärkstem Feuer beantwortet worden. Wochenlang. Das hatte nun ein Ende. Die Hessen hatten den übermächtigen Gegner herausgeworfen. Ja, wenn die Stukas nicht gewesen wären! Wie bei der Einnahme des Dörfchens B., die am Frühmorgen dem Sturm auf die höhe vorausge- gangen war und nach erbittertem Häuser- und Bunkerkampf restlos gelungen war, stürzten sie in immer neuen Wellen fast senkrecht auf das Ziel hernieder. Krachend zerbarsten die schweren Bomben zwischen den Stellungen rund um das Gut, zerfetzten das Wäldchen, in dessen Schutz die Gefechtsstände lagen, und wirbelten Steine und Erdbrocken. Aeste und Balken in die Luft. Das heulte und krachte, knallte und pfiff, als sei vie Hölle losgebrochen. Und wenn der Major nicht gewesen wäre! Gleich beim Fallen der ersten Bomben gab er bas Signal zum Angriff. In taktischer Meisterschaft setzte er seine Kompanien an, wies die Panzer ein und eilte dann selbst an die Spitze seiner Infanteristen, die lähmende „erste Minute" sofort durch sein Beispiel überwindend. Nun aber kam es auf die M ä n n s e l b st an. Und sie blieben der Luftwaffe, sie blieben ihrem vorbildlichen Kommandeur nichts schuldig. Wunderbar war ihr Angriffsschwung. Im Sturmschritt fast bewältigten sie im pausenlosen Abwehrfeuer der feindlichen Artillerie und Granatwerfer die zwei Kilometer bis zum Waldrand, bahnten den Panzern den Weg durch das versumpfte und teilweise verminte Gelände. Mit Flammenwerfern und Handgranaten räucherten sie die Erd- und Holzbunker aus, machten im Nahkampf die letzten Gegner nieder. Es war ein kurzes, aber verbissenes Ringen in einem undurchdringlich scheinenden Gewirr von Stacheldgraht und Baumsperren, Blätterwerk und geknickten Aesten, in dessen Halbdunkel Freund und Feind kaum zu unterscheiden war. Mann für Mann biß sich durch das feuerspeiende Dickicht hindurch, bis sich alles vor dem „weißen Hause", dessen Besatzung sich nur widerwillig ergab, zusammenfand. Zerrissen die Uniformen, zerschunden, rauchgeschwärzt und dreckverschmiert die Gesichter, in die der Schweiß helle Furchen grub. 45 Minuten waren seit dem ersten Schuß vergangen, als Major S. an Regiment und Division die stolze Meldung durchgab: „Angriffsziel erreicht, A. gehört uns!" Ernst Rinne. Das Hauptquartier der dritten TschungkingKriegszone genommen. Tokio, 15. Juni. (DNB.-Gun-kspruch.) Japanische Streitkräfte sind auf ihrem weiteren Vormarsch nach Westen nach der Besetzung von Kwangfeng im Morgengrauen des 15. Juni in S ch a n g j a o , dem Sitz des Hauptquartiers der dritten Kriegszone des Feindes, eingedrungen. Schangjao ist ein strategisch wichtiger Punkt im Nordosten der Provinz Kiangsi, der auch den Namen K w a n g s i n führt. Englands Verrat an Europa. Von unserer Berliner Schriftleitung. Unter den gewaltigen Schlägen, die die Sowjetunion von der unwiderstehlichen Kraft der deutschen Wehrmacht erhält, ist die Position Moskaus erheblich ins Wanken geraten. Diese Erkenntnis konnte auch trotz aller Verschleierungsoersuche der feindlichen Agitation den Völkern Britanniens und der Vereinigten Staaten nicht verborgen bleiben. Auf irgendeine Weife mußte man im gegnerischen Lager für eine Beruhigung der immer ungeduldiger werdenden öffentlichen Meinung Sorge tragen. Vor allem aber glaubten die Moskauer Machthaber erneut mit dringenden Hilfeforderungen an London und Washington herantreten zu müssen. Man hielt es daher für zweckmäßig, Bündnisverträge abzuschliehen und mit ihrer Veröffentlichung die gesunkene Stimmung aufzuputschen. Wie ein Dieb in der Nacht machte sich Molotow auf den Weg nach London und Washington. Daß man sich bei diesen rein agitatorisch zu wertenden Bündnisverträgen selbst nicht ganz wohl fühlte, beweist die Tatsache, daß Molotows Besuch bei seinen Verbündeten streng aeheimgehalten werden mußte. Das Ergebnis dieser sowohl mit Großbritannien als auch den Vereinigten Staaten abgeschlossenen sowjetischen Verträge ist äußerst dürftig und überrascht keineswegs, wenn auch Churchill durch Ueberreichung des Goldenen Füllfederhalters, mit dem der Vertrag in London unterzeichnet worden war, an Molotow diesem Ereignis eine besondere Note zu verleihen' sucht. 'Wie wenig sich die Vertragschließenden selbst etwas bei ihren Verträgen denken können, beweist eine Aeußerung der „New Port Times", daß es schwierig sei, zu entscheiden, ob die Verträge nün für den Krieg oder für die Zeit nach dem Kriege Bedeutung hätten. Wenn die Kontrahenten dieses auf zwanzig Jahre geschlossenen Bündnisses das selbst nicht einmal wissen,, so kann man den prak- tifchen Wert ihrer Abmachungen daran ermessen. Charakteristisch ist auch das Eingeständnis des britischen Außenministers Eden, daß das Einvernehmen mit der UdSSR, unter dem Druck des Krieges erfolgt fei. Das heißt, die Kontrahenten sitzen allesamt so im Druck, daß einer von dem andern Hilfe erwartet, wobei diese gegenseitigen Erwartungen wohl kaum irgendeinen Erfolg bringen werden. Die eine Tatsache bleibt aber bstehen, daß London und Washington mit ihrer neuen Bindung an die UdSSR, ihre Völker und auch Europa an Öen Bolschewismus auslicfern wollen. Wenn man auch den agitatorischen Trick angewendet hat, sich gegenseitig zu versichern, daß keine Gebietsoer- änberungen beabsichtigt seien, so besagt das gar nichts, denn Moskaus Ziel ist die Unterhöhlung der Lebensordnung aller Länder der Welt, und es wird keinerlei Bedenken haben, auch ohne Gebietszuwachs diese Ziele zu verfolgen, wenn es dazu in die Lage kommen sollte. Das weiß man in London und in Washington genau, und wenn man der Uederzeu- gung Ausdruck gibt, daß eine Zusammenarbeit nach dem Kriege wünschenswert sei, so offenbart sich darin der Wille, die Welt an den Bolschewismus zu verraten. Allerdings hatte nun Moskau geglaubt, daß Molotow auch mit Washington einen gleichlautenden Vertrag wie mit London würde abschließen können. Darin sah man sich getäuscht. Roosevelt hat aus naheliegenden Gründen für sich den Vertrag mobb, fixiert. Die Vertragsschließenden werden sich aber auch in einer anderen Beziehung täuschen. Ihr agitatorisches Manöver kann auf die Mächte des Dreierpaktes nicht den geringsten Eindruck machen und die militärischen Machtmittel Deutschlands und seiner Verbündeten werden die sowjetisch-britisch- amerikanischen Illusionen nachdrücklich zu zerstören wissen. Das Echo in der Schweiz. Bem, 14. Juni. (DNB.) Im sozialdemokratischen „Dolksrecht" teilt der Herausgeber mit: Ein amerikanischer Diplomat, der über den Vertragsabschluß mit Molotow gut unterrichtet ich, erklärte mir, daß man Rußland doch in einer Geheimklausel ausdrücklich territorial^ Zugeständnisse gemacht und für den Vormarsch des Bolschewismus wichtige strategische Stützpunkte eingeräumt habe. Das „Journal de Geneve" schreibt: Zum ersten Male schließt das moderne England eine politische Allianz mit militärischen Klauseln ab. In seinem Bemühen um das kontinentale Gleichgewicht, auf das es nicht verzichtet hat, ersetzt es Frankreich durch die Sowjetunion, welchem es eine wichtige Rolle in der Organisierung Europas für dsn Fall einer Niederlage der Achse zuteilt. Die „Neue Zürcher Zeitung" erklärt: Auf die territorialen Erwerbungen in Finnland und im Baltikum, die im schärfsten Widerspruch, zu der Atlantik- Erklärung stehen, hat die Sowjetregierung nicht verzichtet. Problematisch ist es auch, ob eine Ausdehnung des Machtbereiches Moskaus auf dem Wege über die Einflußnahme auf das innerpolitische Regime der osteuropäischen Staaten verhindert werden kann. Angesichts der militärischen Lage steht aber heute weder für London noch für Moskau die Frage der sowjetischen Westgrenze im Vordergrund, sondern vielmehr die schwere Sorge, wie die Sowjetunion der Belastung durch die deutsche S o m m e r o f f e n s i v e gewachsen sei und ob sie sich im Jahre 1942 überhaupt als starke Kriegsmacht im Felde behaupten wird. Die Geheimklauseln. Stockholm, 14. Juni. (DNB.) Heber das auf 20 Jahre berechnete Militär- und Wirtschaftsbünd- nis zwischen England und Sowjetrußland veröffentlichen die schwedischen Blätter Einzelheiten, aus denen hervorgeht, daß der veröffentlichte Wortlaut dieses Bündnisses durch Geheimabmachun- gen ergänzt wird. „Für die Sowjetunion steht die Frage der baltischen Staaten nach Kriegsende außerhalb jeder Diskussion", meldet der Korrespondent der New Port Times. „Jeder Soldat der Roten Armee ist überzeugt davon, daß die Sowjetflagge noch einmal in Kowno, Riga und Reval gehißt wird. Von Finnland wird man verlangen, daß es der Sowjetunion alle Gebiete, die es wäh- Lteber 275 Millionen. Das Jubiläum der Reelam-Bändchen. Als die Verlagsbuchhändler Anton Philipp und Hans Heinrich R e c l a m im Herbst 1867 den deutschen Buchhändlern und dem deutschen Publikum die ersten kleinen Bändchen ihrer „Universal- Bibliothek" ankündigten, konnten weder sie noch irgendeiner unter den vielen tausenden deutscher Buchhändler ooraussehen, was in Wirklichkeit mit diesen ersten bescheidenen kleinen Bänden in rötlichem Umschlag begonnen worden war. Vierzig Buchhändlerjahre hatte der nun 60jährige Anton Philipp Reclam gebraucht, um die Summe allgemeiner und buchhändlerischer Erfahrung zu gewinnen, die ihm ermöglichen sollte, die große Verlegertat seines Lebens zu tun. Als er nun die ersten Heftchen zu zwei Silbergroschen das Stück ins deutsche Volk sandte, traf dieser Schuß mit einer Sicherheit ins Schwarze, die noch heute, 75 Jahre später, etwas Erstaunliches hat. Die Reclamsche Universal-Bibliothek war nicht die erste ihrer Art' denn vorher hatte schon eine game Reihe von Verlegern in „Groschen-Bibliotheken', „Miniatur-Bibliotheken" und „Pfennigmaga- zinen" billige und zumeist gute Literatur ins breite Volk geschickt. Aber als die beiden Reclqms, der Vater und der Sohn, ihre Unternehmung begründeten, der sie von vornherein ein „universales" Wirkungsfeld zu geben beschlossen, da ging es doch um etwas grundlegend Neues, nämlich um einen wohldurchdachten, puf große Sicht angelegten, bis in jede Einzelheit vorbereiteten Gesamtplan. Das grundlegende Neue aber war das Fundament, auf dem die Reclams bauen konnten. Am 9. November 1867 fielen nämlich die gesetzlichen Schranken, die bis dahin einer Verbreitung der deutschen Klassiker in die große Masse des Volkes im Wege gestanden hatten. An diesem Tage erloschen die Verlagsrechte aller Autoren, die länger als 30 Jahre tot waren. Damit war die Bahn frei für die Massenerzeugung billiger Bücher. Die Reclams hatten schon lange vor diesem Termin begriffen, worauf es ankam. Wie weitschauend und großzügig sie geplant hatten, ergibt sich daraus, daß die ersten Nummern ihrer „Sammlung von Einzelausgaben allgemein beliebter Werke" schon sechs Taae nach dem Ablauf der Klassiker-Privilegien ins Volk gehen konnten. Was der Name Reclam in den vergangenen 75 Jahren an Bedeutung gewonnen hat, wissen mehrere Generationen des deutschen Volkes aus eigenstem Erlebnis. Wir alle kennen die kleinen Bändchen von Jugend auf. Wo fand man die Dramen der großen Dichter, wo die Werke der bedeutenden Romanschriftsteller und Novellisten, wo den Nothelfer beim Präparieren schwieriger Stellen des Livius, Horaz und Homer, wo eine unerhörte Fülle von Wissensstoff auf allen Gebieten? Bei Reclam! Selbst das magerste Taschengeld erlaubte dem Schüler, ein Bücherkäufer zu sein und was so an Bildung des Herzens und des Hirns in die Jugend zwischen 15 und 18 Jahren dieser siebeneinhalb Jahrzehnte hineingetragen worden ist, kann gar nicht hoch genug berechnet werden. Wie sehr es ihren Begründern nicht auf ein einfaches Geschäft ankam, dokumentieren schon die ersten Nummern ihres Unternehmens. Sie begannen ihr Werk mit Goethes „Faust" und ließen zunächst die Werke Schillers, Goethes, Shakespeares und der anderen Klassiker folgen, und wenn dann auch im Laufe der Zeit zu den Bändchen ernsten und schweren Inhalts das leichte Element hinzutrat, so blieb das oberste Gesetz der Sammlung doch immer die selbsterkannte Pflicht zur Qualität. Was Anton Philipp Reclam damals weitschauend begann, ist geprägte Form geworden, die sich weiter lebend entwickelt. Wer heute ein Verzeichnis der Reclam-Bibliothek durchblättert, findet in dieser „größten Wissensquelle der Welt" das Wertvolle und Bleibende aller Länder und Jahrhunderte, das für die Allgemeinheit Notwendige und das von der Zeit Geforderte; Wissenschaft und Forschung, Theater und Musik, Unterhaltung und Spiel. 7 5 0 0 Nummern liegen vor, die in mehr als 275 Millionen Exemplaren über den ganzen Erdkreis verbreitet sind. Was diese Zahlen bedeuten, ist leicht zu ermessen. Einen ähnlichen Heberfluß an Geistesgütern birgt keine Druckschriftensammlung der ganzen Welt. Wie im ersten Weltkrieg, als Reclams Universal- Bibliothek ihr 50jähriges Jubiläum feierte, so begleiten auch im neuen Kriege wieder Millionen von Reclam-Bändchen unsere Soldaten draußen im Felde und in der Heimat und bewähren sich als Kraftquelle im härtesten Einsatz wie als Gesährten in den Stunden der Ruhe und Entspannung. Unzählige feldgraue Leser werden nach glücklicher Beendigung des Krieges einen Roclam-Band, der in Der Aufbau in den befreiten Ostgebieten. Berlin, 12. Juni. (DNB.) Der Reichsminister für die besetzten Ostgebiete, Reichsleiter Alfred Rosenberg, erklärte in einer Unterredung über seine Dienstbesichtigungsreise durch das Reich^kom- missariat Ostland: Es mußten in gleicher Zeit ein Territorialmini st eri um, das dem Osten gegenüber die Funktionen fast sämtlicher obersten Reichsbehörden in sich vereinigt, und zwei großräumige Reichskommissariate aufgebaut werden, die geschichtlich und völkisch eine sehr verschiedene Struktur aufweisen. Diese Aufgabe bedingte die Heranziehung von Persönlichkeiten, welche die Probleme des Ostens vielfältig zu sehen imstande waren. Da solche nicht zahlreich sind, ergab sich die Notwendigkeit der Erziehung zu weiträumigem politischen Denken durch die unmittelbare Arbeit und durch die Verwertung der Kenntnisse jener, die dieser Arbeit viele Jahre ihres- Lebens gewidmet haben. Die Agrarordnung bezieht sich ausschließlich auf die altsowjetischen Gebiete. Sie nimmt die baltischen Länder und die westukrainischen Räume aus, die früher unter polnischer Herrschaft gestanden haben. Die Auflösung der Kolchose, einer der verhaßtesten Einrichtungen des Bolschewismus, hat in allen Bauernkreisen des Ostens ein Gefühl der Erleichterung hervorgerufen und die Arbeitswilligkeit überall erheblich gesteigert. I« Weißruthenien besteht bereits kein Kolchosbetried mehr. 1400 Kolchose wurden beseitigt. Die Agrarordnung paßte in der Form, wie sie für die altsowjetischen Gebiete erlaßen wurde, nicht für Estland, Lettland und Litauen; hier konnte die deutsche Führung mit einer noch einigermaßen intakten wirtschaftlichen Lenkung des Ostseeraumes rechnen. Im gesamten Ostland zeigte sich ein persönlicher aktiver Einsatz, der die deutsche Verwaltung in die Lage versetzte, in den baltischen Ländern andere Formen zu wählen, als in den altsowjetischen Landesteilen. So haben wir Esten, Letten und Litauern ihre Selbstverwaltung bestätigt, die unter eindeutiger Führung des Reichskommissars ihren Beitrag für die Versorgung der an der Front kämpfenden Truppe sowohl wie auch für den Wiederaufbau des Sanftes leisten. Deutsche und einheimische Gerichte sorgen dafür, daß ein geordnetes Rechtsleben herrscht. Der überwiegende Teil der Bevölkerung des Ostens hat sich willig den deutschen Aufbaumaßnahmen zur Verfügung gestellt. Wenn stellenweise eine Zurückhaltung zu bemerken war, so ist dies daraus zu erklären, daß in manchen Orten die Rückkehr der bolschewistischen Truppen befürchtet wurde. In anderen Gebieten wiederum haben Banden ukrainische und weißruthenische Bürgermeister ermordet, die mit der deutschen Verwaltung zusammenwirkten. Aber selbst in dem schweren Winter haben Zehntausende an der Freilegung der Straßen, an der Bereitstellung von Schlitten und Pferden, freiwillig mitgewirkt. Die Bevölkerung hat auch in bemerkenswerter Weise die Metall- und Wollsammlung unterstützt. Wenn von Moskau aus erklärt wurde, Deutschland werde nach der Einführung der neuen Bodenordnung die Zustände des ehemaligen Zarenreiches wiederherstellen, damit die einheimischen Bauern wieder geknechtet werden könnten, so ist das' natürlich Unfirm. In dem Raum des ehemaligen russischen Staates hat sich eine der tiefftgreifenften Revolutionen vollzogen; cs wäre eine Groteske, wenn man hier die Verhältnisse früherer Zeiten wiederherstellen wollte. Die S t a a t s g'ü t e r, die sog. Sowchosen, werden weiter unter deutscher Führung arbeiten, um durch zweckmäßigen Einsatz der deutschen Industrie und der deutschen Landwirtschaft die Schäden wieder gutzumachen, die das bolschewistische System überall angerichtet hat. Angesichts der großen vernichteten Werte, namentlich auf dem Gebiet der Elektrizitätswirtschaft, müssen starke Kräfte aus dem Reich mithelfen, d. h. das deutsche Volk gibt viele Menschen an den Osten ab und investiert große Mengen aus seinem Vermögen. Es ist deshalb klar, daß alle diese Maßnahmen nicht ergriffen werden, um etwa irgendwelche Zustände aus der Zeit vor 1917 wiederherzustellen. Indem die staatliche Führung sich mit dem persönlichen Einsatz der Ostvülker verbindet, werden die Grundlagen dafür geschaffen werden, daß nicht nur die Rohstoff- und Rahrungs- freiheit der Völker im Osten für di? Zukunft gesichert ist, sondern daß vor allem auch das deutsche Volk, ja aUe europäischen Rationen unabhängig und blockadesicher gegen jedwede Seekoalition werden." Der starke Pulsschlag frischen Lebens spiegelt sich am besten in der einheimischen Presse wider, die überall neu in den besetzten Ostgebieten er- sckeint. 189 Zeitungen kommen heute bereits trotz aller technischen Schwierigkeiten und des Papier- mangels in den verschiedenen Sprachen der einheimischen Bevölkerung heraus, sechs große deutsche Organe sind das Sprachrohr der deutschen Führung. Wo es möglich war, sind die Schulen schon bald nach dem Einmarsch der deutschen Truppen wieder eröffnet worden, in den baltischen Ländern entfalten die technischen Institute bereits wieder eine intensive Forschungsarbeit. Aber auch in der Ukraine sind Opern und Konzerte wieder außerordentlich lebendig geworden. In der Ukraine sowohl wie im Reichskommissariat Ostland kann die einheimische Bevölkerung nach der grausamen bolschewistischen Unterdrückung wieder frei ihrer religiösen Tätigkeit nachgehen. Vielgestaltigkeit und Eigenart der Völker des Ostraumes soll geachtet werden. Alle produktiven Kräfte sollen in renft des jetzigen Krieges besetzte, zurückgebe." Nach weiteren Nachrichten aus London sollen die Geheimverhandlungen mit Molotow über die Wiederherstellung Polens und die künftigen G r e - zen Finnlands besondere Schwierigkeiten gemacht haben. Heber das künftige polnische Staatsgebiet fei schließlich eine Verständigung erreicht worden. Eine Festlegung der neuen Grenzen zwischen der Sowjetunion und Finnland fei dagegen nicht möglich gewesen, da Molotow feine Forderungen nicht auf die endgültige Einverleibung Hangös beschränkt, sondern die Aalands-Jnseln gefordert habe. Churchill habe eine britische Zustimmung von dem Einverständnis Schwedens abhängig gemacht. Von allen schwedischen Zeitungen wird zum Ausdruck gebracht, daß Schweden eine zukünftige Regelung der Grenzfragen Finnlands auf der Basis des Moskauer Friedens im Jahre 1941 nicht billigen könne. Die konservative Zeitung „Sundsvalls Posten" schreibt: „Alle ftiejenigen Staaten, die es vor dem Kriege gab, sollen ihre Selbständigkeit erhalten. Deutschland soll für alle Zukunft verhindert werden, sich selbst und seine Freiheit zu wahren. Das ist eine direkte Rückkehr zu dem Zustand, der durch den Versailles-Frieden geschaffen wurde. Europa soll aufs neue zerpflückt werden, so daß keine Macht aufstehen kann, die die englische Hegemonie in Europa bedrohen könnte. Heber die Kleinstaaten sollen die Sowjetunion und England ihre Polizeigewalt ausüben und zusehen, daß niemand die Nase hochheben kann, der hierzu nicht von ihnen die Erlaubnis erhält. 20 Jahre nach dem Frieden soll dieses Regime dauern, damit während dieser Zeit jeder Versuch zur Selbstbehauptung bei den Nationen Europas vollständig vernichtet werden ober unter britisch-sowjetische Kontrolle gestellt werden kann. Aber vor allen Dingen soll Europas lebenskräftig sie Nation auf die Knie gezwungen werden. Für Europa hat Deutschland unerhört viel bedeutet und wird es immer tun. Ihm noch einmal Untergang zu geloben, ist verbrecherisch, und zwar aus europäischen Gesichtspunkten heraus. Des Führers Glückwunsch« für Marschall Anlonescu. Berlin, 15. Juni. (DNB.) Der Führer sandte an den rumänischen Staatsführer Marschall Antone s c u zu feinem 60. Geburtstag folgendes Glück- wunschtelegranim: „Zu Ihrem 60. Geburtstag sende ich Ihnen, Herr Marschall, meine herzlichsten Glückwünsche. Ich gedenke dabei besonders des bedeutsamen Beitrages, dem Rumänien und feine tapfere Armee unter Ihrer Führung im Kampf zur Nieder- ringung des gemeinsamen bolschewistischen Feindes leisten. Aufrichtig wünsche ich, daß Ihre zielbewußte Schaffenskraft noch lange Jahre zum Nutzen Ihres Landes und zum Glück des rumänischen Volkes erhalten bleiben möge." den Stunden der Gefahr Zeuge ihrer höchsten soldatischen Pflichterfüllung wurde, ihrer Hausbücherei als kostbaren Erinnerungswert einfügen. Johannes Moeller. Bärtige Weisheit. Bon Karl Heinrich Waggerl. Peter arbeitet mit dem Vater im Holz, die beiden ind wie ein Mann, der Vater hat ein zweites Paar linker, kräftiger Arme bekommen. Er läßt die Säge tecken und will sich eben nach den Keilen umsehen, aber da hat Peter diese Keile schon in der Hand, und es ist nicht nötig, ein Wort zu verlieren. Jetzt machen sie Scheiterholz aus den überständigen Kiefern am Rande der Halde. Da ist so ein Stamm, ein ganz verteufelter Klotz, dreimal um sich selbst gewunden, mit armdicken Aesten durchwachsen. Der Vater geht rundherum und betrachtet sich die Sache. Ja, hier wäre vielleicht eine Stelle, hier konnte man einen Keil ansetzen. Gut, der Keil geht hinein, bis über die Schneide, und dann steckt er da. „Noch einen", sagt Peter. „Ja, noch einen! Die Holzkeile und die Kliebhacke, dann sind wir fertig — dann kannst du deine Zähne hernehmen!" ■ „Nein, laß ihn liegen!“ — Morgen wird der Vater Pulver mitbringen und den Klotz in. die Luft sprengen, da hilft nichts anderes. Peter betrachtet sich den Stock noch einmal. Da ist ein haarfeiner Riß, wo die Keile sitzen, weiter nichts. Aber trotzdem, Pulver? Pulver ist kein ehrliches Werkzeug. Am Abend holt Peter Wasser in seinem Hut und schüttet es in diesen feinen Spalt. Die Nächte sind klar und bitter kalt. Damit rechnet Peter, zum Spaß geht er nicht mit einem nassen Hut nach Hause. Am nächsten Morgen nimmt der Vater wirklich den Bohrer und das Sprengzeug mit sich. Es liegt dicker Reif auf dem Felde. Peter lobt diesen Reif, da ist er ja auch schon, der Teufelsprügel — ober? Der Vater macht einen langen Hals und schnauft. Der Klotz ist auseinandergesprungen, man kann einen Finger in den Riß fegen. Vielleicht sind die Keile aufgequollen, ober es ist das Wasser in ber Tiese gefroren, gleichviel. Man kann bas Pulver sparen — ein paar Hiebe noch, eine halbe Stunde Arbeit, fertig. „Ja, ja", sagt ber Vater, „bann nehmen mir ihn meinetwegen zuerst, wenn bu meinst." Die Sache verhält sich so, baß er eigentlich auch gleich bie Stöcke sprengen wollte, unb baher hat er hauptsächlich das Sprengzeug mitgenommen, das Pulver unb die Zündschnur. „So", sagt Peter, -„ja, bann will ich inzwischen die Locher bohren. Nimm bu ben Klotz, dir geht es doch besser von ber Hanb!" So arbeiten bie zwei, sie tun einanber nicht weh. Peter, bas ist bie Jugend, bas unbebenklich rasche Blut. Einen Keil hinein, noch einen, wenn es nicht gehen will! Eine Scharte im Beil, einen gebrochenen Stiel, bas macht ihm wenig aus. Da sägt er an einem Scheit, es knirscht unb kracht. Ja, bas ist nicht gut für die Säge, wenn auf der anderen Seite noch ein Eisenkeil im Holz steckt. Der Vater hingegen, ber ist bas Alter, bie bärtige Weisheit. Er setzt ben Keil dreimal an unb bann dreht er den Baum noch einmal um unb untersucht ihn auf ber anberen Seite. Er zerbricht kein Werkzeug, er braucht nicht halb soviel Kraft wie Peter, aber bafür vielleicht bie hoppelte Zeit. Peter goß Wasser in den Spalt, aber «öer Vater mauerte Stufen in ben Bach, so ist es. Zeitschriften. — Unter bern Titel „Die europäische Front" zeigt bas Juniheft der „neuen l i n i e" (Verlag Otto Beyer, Leipzig, Berlin) Soldaten aller europäischen Staaten, die jetzt Schulter an Schuller die entscheidenden Schlachten im Osten schlagen. Eine andere Veröffentlichung aus dem Osten heißt „Die sieben Wünsche". Unter märchenhaft anmutenden Namen verbergen sich drei farbige Bilderbogen von besonderem Reiz, auf die drei Soldaten ihre Lieblingswünsche humorvoll unb auch ein wenig gefühlvoll gemalt haben. — Ferner findet man drei japanische Themen. Im ersten ist etwas von dem Zauber ber Landschaft eingefangen, im zweiten wird der Rhythmus ber japanischen Frauenerziehung typisiert, während das dritte Thema an Hand von ungewöhnlichen Tierausnahmcn die Eigenart des japanischen künstlerischen Sehens charakterisiert. — Weiter sind zu erwähnen bie vierte Preiserzählung, ber traditio- nelle Theaterbericht und eine Veröffentlichung über die romantisch gelegene Künstlerkoloni-. stl Positano unb deren Bewohnen. Kreis- und Vamimeisterschasten im Schwimmen einer gemeinsamen europäischen Aufgabe unter dem Schutz Mer Nation zusammenfließen, die sich dieses Recht, ja diese Pflicht ehrlich erstritten hat. Kleine politische Nachrichten. Tine Jagdstaffel, die seit über einem Jahr in Afrika eingesetzt ist, spendete bei der letzten Sammlung für das Deutsche Rote Kreuz 4075 RM. als Anerkennung der kämpfenden Truppe fiir die Leistungen des Noten Kreuzes. * Wie der italienische Wehrmachtbericht meldete, verursachte ein englischer Luftangriff auf den griechischen Hafen Piräus schwere Schäden an zahlreichen Wohnhäusern. Unter der griechischen Bevölkerung gab es 36 Tote und 28 Verletzte. Marschall Antonescu besichtigte einen Ab- sämitt der rumänischen Front am Donez. Er besuchte auch das Gebiet südlich vvn Charkow, wo die Kesselschlacht im Mai stattfand und reiste dann nach der Krim weiter. .. . , * Der Staatssekretär z. b. V. ihn Auswärtigen Amt, Keppler, veranstaltete zu Ehren des indischen Nationalistenführers Subhas Chandra Bose im Auslandspresseklub einen Empfang, an dem neben deutschen Schriftleitern die in Berlin akkreditierten Auslandssourna listen teilnahmen. Sie hatten Gelegenheit zu einem Gedanenaustausch mit dem Führer der indischen Nationalisten über Ziel und Bedeutung des indischen Freiheitsampfes. * Der Präsident der chinesischen Nationalregierung, Wangschingwei, hat sich th Begleitung des Außenministers Tschau-Lun-Tschiang und des japanischen Militärberaters im Flugzeug nach Kanton begeben. Der Besuch des Präsidenten gilt der Provinz Kwantung, wo er sich über die militärische Lage unterrichten will. Oie neuen Raucherkarten. Die neuen Raucherkarten werden künftig durch die W i r t s ch a ft s ä m t e r auf Grund des für die Lebensmittel- und Kleiderkarten geltenden Verfahrens an die Verbraucher ausgegeben. Für die Zukunft werden für abhanden gekommene Kontrollkarten Ersatzkarten nicht ausgegeben. Die Hochst- und Mindestmengen für die einzelnen Abschnitte werden jeweils von den Landeswirtschaftsämtern festgesetzt, die auch anordnen können, daß vorübergehend nur die Mindestmenge verkauft werden darf. Die Verkaufsstelle darf gleichzeitig höchstens 14 zusammenhängende Tagesabschnitte einer Kontroll-, karte beliefern, wobei höchstens acht Abschnitte mach dem Derkaufstage fällig werden oder sechs Abschnitte vor dem Verkaufstag fällig geworden sein dürfen. Abschnitte, die mehr als sechs Tage zurückliegen, sind verfallen. Die Verkaufsstellen brauchen Karten, die ein Karteninhaber für Personen vorlegt, die offenbar nicht zu seiner Familie gehören, nicht zu beliefern, Karten aus dem Bezirk eines anderen Wirtschaftsamtes nur dann, wenn der Käufer sich als berechtigter Inhaber ausweist. Zum Zwecke einer (Hemeinschaftsspende können Gefolgschaftsmitglieder ihre Kontrollkarte einem Obmann zum Sammeleinkauf aushändigen. Beim Bezug im Wege des Versandes kann bis zu drei Monaten im voraus Ware bezogen werden. Die Abgabe von Zigarren, Zigarillos in ganzen Kisten wird dem Verkauf im Wege des Versandes gleichgestellt, wenn die Warenmenge der Verkaufsstelle ausreicht und ein solcher Kistenverkauf dort üblich war. Beim Verkauf von Zigaretten in 25iger Packungen ist eine Aufrundung über die festgesetzte Höchstmenge hinaus um eine Zigarette statthaft. Aus aller Welt. Das Salzburger Schachturnier. Sämtliche Partien der vierten Runde endeten unentschieden. Die Partie Junge — Schmidt wurde nach häufiger Analyse remis gegeben. In der fünften Runde konnte Schmidt seinen Gegner Stoltz im 42. Zuge mattsetzen. Die am dichtesten umlagerte Partie war die zwischen dem Weltmeister Dr. Aljechin und Keres. Die nachzugliche Fortsetzung seines Angriffes Ermöglichte es Aljechin, einen Bauern zu gewinnen. Schließlich konnte Keres die Partie nicht mehr halten und gab auf. Turnier- ftand nach der fünften Runde: Bogoljubow 3V2, Keres 3, Aljechin 2V2, Stoltz, Junge und Schmidt je 2 Punkte. Am Sonnabend begann die sechste Runde, die-erste des zweiten Umlaufes, und die Versammlung der Länderdelegierten des europäischen Schachbundes. Am Sonntagabend sprach Dr Fabian (Rostock) über Schach und Aesthetik und Christian Leu (Bukarest) über „Schach m der Erziehung der Persönlichkeit". Am Montag werden Brinckmann (Kiel) und Weltmeister Dr. Aljechin über „Die Stellung des Schachmeisters ein Reierat halten. Anschließend spricht zum Thema „Schach und Jugend" Magdic (Agram. Aus 6er Stadt Gießen. Oie Königin der Beeren. Der Juni schenkt uns alljährlich die herrlichste Beerenfrucht, die Erdbeere. Merkwürdig, daß die Feinschmecker des Altertums nicht auf den Genuß dieses lieblichen Waldkindes gekommen sind, denn obwohl Virgil, Ovid und der ältere Plinius sie erwähnen, hat sie auf dem sonst so reich gedeckten Tisch der Römer keine Rolle gespielt. Unsere germanischen Vorfahren dagegen scheinen von früh an diesem purpurnen Wunder ihre besondere Aufmerksamkeit gewidmet «zu haben. In der Hauptsache war die Erdbeere von jeher als Leckerbissen geschätzt. Die Dichter des Mittelalters feiern sie in lateinischen Versen, und in den Maienliedern wird das Erdbeerpflücken als besondere Freude gepriesen. In dem ersten Roman unseres Schrifttums, dem lateinisch geschriebenen Ruodlieb, wird erzählt, wie die Kinder die roten Beeren in Topfe und Weidenkörbe sammeln und beglückt nach Hause tragen. Auch als Zehnten forderte man Erdbeeren. So heißt es in der Zimmern- schen Chronik: „Die Edelleute von Da Iburg, genannt die Kämmerer, haben zu Worms einen Hof, da muß ihnen der Rat jährlich auf den Pfingsttag zwei große Körbe mit Erdbeeren geben." Als Gartenpflanze taucht die Erdbeere vereinzelt schon im 15. und 16. Jahrhundert auf, doch diese Züchtungen blieben seltene Versuche, und noch der berühmte Pflanzenkenner Elsholtz, der Leibarzt des Großen Kurfürsten, erwähnt nur die allbekannten Arten der Walderdbeere. Die eigentliche Zucht der Gartenerdbeere beginnt erst im 18. Jahrhundert. Der französische Reisende Frezier brachte im Jahre 1715 zum erstenmal fünf solcher Erdbeerpflänzchen als kostbare Ladung auf das Schiff, das ihn von Chile wieder in die Heimat tragen sollte. Zwei davon mußte er zwar dem Kapitän überlassen, der sie als Entgelt für das Begießen mit dem notwendigen Süßwasser forderte. Aus den drei glücklich nach Paris gebrachten Pflänzchen sind dann hundert Jahre lang sämtliche Erdbeerkulturen in Frankreich und anderwärts entstanden, bis 1820 weitere Pflanzen aus Chile kamen. Die Franzosen breiteten den Ruhm der neuen Gartenerdbeere weithin aus, und so verlangten auch die deutschen Fürsten, die die Versailler Mode yachahmten, statt der bisher beliebten kleinen Walderbeere große Erdbeeren für die Tafel. Aber dieser Nachtisch war sehr teuer, und noch Friedrich der Große genoß ihn als besonderen Leckerbissen. Er blieb noch zur Zeit unserer Klassiker eine Seltenheit, und in dem Epos „Luise" von Johann Heinrich Voß werden als Glanzpunkt des Festmahles „spanische Erdbeeren auf eiförmiger Schüssel" genannt. e Der eigentliche Aufschwung der Erdbeerkultur begann erst im 19. Jahrhundert. Damals wurden noch weitere Erdbeerarten eiägeführt. Heute zählt man weit über hundert verschiedene Sorten. Kür Tapferkeit vor öem Kemöe. Der Feldwebel Ernst Hofmann aus Hungen wurde für besondere Tapferkeit vor dem Feinde mit dem Eisernen Kreuz I. Klasse ausgezeichnet. Oie Alttleider- und Spinnstoffsammlung bis 21. Juni verlängert. Der Andrang zu den Sammelstellen der Altkleiderund Spinnstoffsammlung war hauptsächlich in den Städten in den Abendstunden in der zweiten Woche so stark, daß nicht alle Spender ordnungsgemäß abgefertigt werden konnten. Jeder Spender will ja seine Bescheinigung genau ausgestellt erhalten; daneben müssen die Listen über den Bestand der abgegebenen Altkleider und Altspinnstoffe sorgfältig geführt werden, so daß die Aufnahme der Spenden jeder Haushaltung längere Zeit in Anspruch nimmt. Die Zahl der Helfer, die in den einzelnen Haushaltungen die bereitgelegten Spenden abholen, ist meistens auch sehr beschränkt, so daß eine Verlängerung der Altkleider- und Spinnstoffsammlung bis zum Sonntag, 21. Juni, erforderlich wurde. Dadllrch haben alle Haushaltungen Gelegenheit, ihre Spenden zur Altkleider- und Spinnftoffsamm- lung noch im Laufe der Woche abzugeben bzw. abholen zu lassen. Viele Hausfrauen werden auch dadurch Zeit finden, nochmals ihre Kleiderschränke, Kommoden und Truhen durchzusehen, um alles an Altkleidern und Altspinnstoffen herauszusuchen, was sie entbehren können. So fönrfrn weiterhin alle Spenden bis zum 21. Juni bei den im ganzen Reiche geöffneten Sammelstelleki abgeliefert werden. Die Losung heißt also weiter: Gib auch du zur Altkleider- und Spinnstoffsammlung 1942! Verdunkelungszeit: 15. Juni von 22.46 bis 4.28 Uhr. Die Kreis- und Bannmeisterschaften, die in diesem Jahr im Gießener Militärschwimmbad gestartet wurden, brachten einen vollen Erfolg. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, daß es erstmalig ge- lungeh war, für NSRL. und HI. gemeinsam eine Meisterschaft durchzuführen, dann aber auch durch restlosen Einsatz der Wettkämpfer, die hervorragende Leistungen zeigten. Die Ergebnisse der Üreismeisterschaflen: 1 0 0 M e t e r R ü ck e n: 1. und Kreismeister Uffz. Focken brock, LSV., 1:29,8; 2. Kirstein, GSV., 1:29,9; 3. Frank, GSV., 1:50,7. 200 Meter Bru st: 1. und Kreismeister Gernot Funk, GSV., 3:18,7; 2. W. Beckert, GSV., 3:20,9; 3. Ruckelshausen, Kam. U. v. Hutten, 3:27,8; 4. Feldw. Vieroth, LSV., 3:42,9. 100 Meter Kraul: 1. und Kreismeister Uffz. Fockenbrock, LSV., 1:17,3; 2. Uffz. Köhlinger, Kam. 11. v. Hutten, 1:24,3; 3. Fl. «chwemmler, LSV., 1:31,6; 4. Gefr. Arnsen, LSV., 1:32,9. 3X100-Meter-Brust: 1. und Kreismeister GSV. (Ruckelshausen, Beckert, Funk) 4:31,2; 2. LSV. 4:57,5. 3X100° Meter-Kraul: 1. und Kreismeister LSV. (Schwemmler, Arnsen, Fockenbrock) 4:16,1; 2. GSV. 4:17,1. Das Wasserballspiel um die Kreismeisterschaft gewann der Gießener SV. mit der Mannschaft Beckert; Pfeiffer, Pascoe; Köhlinger, Funk, Kirstein, Schomber mit 9:1 Toren gegen den Luftwaffensportverein. Die Torschützen für den GSB. waren Funk (4), Kirstein (3), Köhlinger (1), Pfeiffer (1). Die Ergebnisse der Vannmeifterschaften: 5 0 Meter Br ust DJ.-Klasse: 1. und Bann- meister Hans Dins läge, Spiel/116, 46,1; 2. Schuster, 2/116, 46,4; 3. Kranz, Spiel/116, 47,5; 4. Geyer, Spiel/116, 52,1; 5. Halbroth, SRD/116, 60,5. 50 Meter Kraul .DJ. -Klasse: 1. und Bannmeister Otto V eith, 5/116, 44,6; 2. Schuster, 2/116, 45,9; 3. Albold, Spiel/116, 47,5; 4. Schaffner, 2/116, 53,0. 100 Tie ter Rücken HI. - Klasse I: 1. und Bannmeister Hans Kirstein, Mot. 1/116, 1:29,9; 2. Frank, Mot. 3/116, 1:50,7; 3. Schuster, Fhl. 2/116, 1:59,5. 10 0 Meter Brust HI.-Klasse 1: 1. und Bannmeister Gernot Funk, Mar. 1/116, 1:28,7; Erleichterungen für die Kennkarte. Mit Rücksicht auf die durch den Krieg bedingten Verhältnisse hat der Reichsführer ff und Chef der Deutschen Polizei Erleichterungen für die Beschaffung von Kennkarten verfügt, die gleichzeitig der Ersparung von Photomaterial dienen. Danach können ab sofort für die Kennkarte Lichtbilder mit einem auf die Paßbildgröße verkleinerten Format verwendet werden. Die Höhe des Gesichts muß jedoch auf dem Lichtbild 25 bis 30 mm betragen, gemessen vom Haaransatz bis zur Kinnspitze. Außerdem müssen die sonst für die Kennkarte geforderten Bedingungen erfüllt sein. Bis zum 31. Dezember 1942 können Außerdem ausnahmsweise auch bereits vorhandene Lichtbilder, sofern sie nicht schon mit efnem Stempelaufdruck versehen sind, für die Kennkarte Verwendung finden. Diese ausnahmsweise und befristete Verwendung kann auch dann erfolgen, wenn auf den Bildern die Person nicht — wie sonst für Kennkartenbilder vorgeschrieben — im Halbprofil nach rechts dargestellt ist. Doch müssen im übrigen die Bedingungen des bisher für den deutschen Reisepaß vorgeschriebenen Lichtbildes erfüllt sein. Der Reichsinnungsverband der Photographen wird feine Mitglieder anweisen, entsprechend den neuen Richtlinien zu verfahren, damit die Lichtbilder in gleicher Weise für Kennkarten wie für Reisepässe verwandt werden können. Sür unsere Verwundeten. Die NS.-Gemeinschaft,,Kraft durch Freude" führte im Laufe der vergangenen Woche im Auftrage des Oberkommandos der Wehrmacht und in Zusammenarbeit mit dem Sonderreferat „Truppenbetreuung" im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda in hiesigen Lazaretten folgende Veranstaltungen durch: Unter dem Motto „Lustige Artisten- Parade" wurden die Insassen von zwei Lazaretten aufs beste unterhalten. Die Tänzerin Grit Arven führte ungarische und norwegische Bauerntänze vor. In einem equilibristischen Akt zeigten 1% Werlinos ihre exakte Kunst, wobei der 10jährige Junge besonderen Beifall erzielte. Lucia und I. Dale musizierten auf Hawai-Gitarren und Xylophonen sehr gut. Die deutsche Jodlerkönigin Reverelly versetzte in ihrer lustigen Nummer nach Oberbayern. Der 2. Beckert, SRD. 1/116, 1:29,4; 3. Pfeiffer. Mot. 1/116, 1:50,6; 4. Schuster R., Fhl. 2/116, 1:53,2. HI.- Klasse II: 1. Braun, SRD. 1/116, 1:46; 2. Niepoth, 2/116, 1:51,5; 3. Schürmann, 2/116, 1:53,5. 10 0 Meter Kraul HI. - Klasse I: 1. und Bannmeister Frank, Mot. 3/116, 1:38,4; 2. Pfeiffer, Mot. 1/116, 1:49. HI. - Klasse II: 1. Schuster R., 2/116, 1:36,4; Schür mann öisqual. 2 0 0 Ti et er Brust HI.-Klasse I: 1. und Bannmeister Gernot F^» n k, Mar. 1/116; 2. Beckert, SRD. 1/116, 3:20,1, 3:18,7. Ehrenpreis d e sB a n ki fÜ h r e r s: 1. Mot. 1/116, 10:31; 2. SRD. 1/116; 3. Fhl. 2/116. Ehrenpreis Fritz Pascoe: 1. Spckl 1/116, 5:15; 2. SRD. 1/116, 5:17,2; 3. Fhl. 2/116, 5:21,7; 4. Fhl. 5/116, 6:10. Bannmeisterschasten im Rad-Selände-Erkundungsfahren. Arn Sonntag führte der Bann 116 seine Äteister- schaften im Rad-Gelände-Erkundungsfahren durch. Bei diesen Fahrten werden an die Mannschaften — 1 Führer und 3 Mann *— besonders große Anforderungen gestellt. Die Mannschaftn wurden in Abständen von 3 Minuten auf Fahrt geschickt. Jeder Mannschaftsführer erhielt kurz vor dem Start eine Karte mit eingezeichneter Strecke und eine Fahrtanweisung. Die ütred'e kvar mit Kontrollen besetzt, unterwegs mußten je zwei wehrsportliche und rad- technische Hebungen ausgeführt werden. Fehler wurden mit. Zeit gewertet und der tatsächlichen Fahrzeit hinzugerechnet. Die Strecke führte über Rödgen, Großen-Buseck, Annerod, über den Schis- fenberg nach Gießen. Die angetretenen neun Mannschaften haben fast durchweg die gestellten Aufgaben gut erfüllt. Die Sieger werden den Bann 116 bei den Gebietsmeisterschaften in Mainz vertreten. Ergebnis: HJ.-Klasse A: 1. SRD. (Rügge, Reuter, Greilich, Gebauer) 2 Std. 5 Min HJ.- Klasse B: 1. SRD. (Grömnger, Charisse, Päppel, Alt) 1:21,40 Std.; 2. Motor-HI. Jungvolk: 1. SRD. (Hoffmann, Höbeler, Wirth, Becker) 2 Std.; 2. Lehr- lohnlein 2,11 Std.; 3. Fähnl. 2 2,18 Std.; 4. Fähn- lein 5 2:39,30 Std.; 5. Fähnl. 2 2,56 Std.; 6. Föhn- lein 5 nicht erfüllt. Jongleur Malsy zeigte humorvoll feine Kunst. Für die Ansage und den Humor hatte sich Frieda Kötter zur Verfügung gestellt. Die Pianistin Else Peters hatte die musikalische Umrahmung. Reicher Beifall dankte den Künstlern. — Am Samstag waren Verwundete aus allen Lazaretten im Saale eines Lazarettes zusammengekommen, um einer Theatervorstellung der Rhein-Mainischen Landesbühne „Der Schwarzkünstler" beizuwohnen. Das dreiaktige Lustspiel wurde flott gespielt und mit viel Beifall aufgenommen. In zwei Lazaretten zeigte Lehrer A p • pelmann im Auftrage der Kreisbildstelle die belehrenden Filme „Im deutschen Wald, seine Tiere und Menschen." Ein lustiger Film als Abschluß erregte viel Heiterkeit. Musikabteilungen der Wehrmacht gaben in den Lazaretten Konzerte mit reichhaltiger Vortragsfolge. Starker Beifall dankte den Abteilungen und Solisten für die gebotenen froh-, lichen Stunden. Die Ortsgruppen der NSDAP, mit ihren Gliederungen in Holzheim, Hungen und Lauter hatten am Sonntag eine größere Zahl • Verwundete aus hiesigen Lazaretten zu Gast, welche in den Familien ringelnden und bei einem fröhlichen Nachmittag ver- eint waren. Allen Beteiligten eine angenehme Erinnerung. Durch Vermitlung der Kreisfrauenschafts- leiterin Wrede hatten die Ortsfrauenschaften von Alten-Buseck, Trohe, Harbach, Hartenrod und Langd eine große Zahl guter Kuchen für die Verwundeten in den hiesigen Lazaretten gespendet, die dankbare Abnehmer fanden. ** Zusammen stoß zwischen Motor- radlerundObus. Am gestrigen Sonntag gegen 11 Uhr ereignete sich an der Ecke Wilhelmstraße- Ludwigsttaße ein Zusammenstoß zwischen einem Motorradfahrer und einem Wagen der Obuslinie. Der bei der Reichsbahn beschäftigte Schlosser Otto Scheid aus Reiskirchen wollte mit seinem Klein- motorrad, auf der Fahrt von Gießen nach Hause, an der Ecke Wilhelmstraße in die Ludwigstraße ein- Jüegen und rannte dabei mit der Maschine gegen Den in Richtung Schubertstraße fahrenden Obus. Scheid kam zu Fall und erlitt einen Unterschenkel- bruch, der seine Uederführung durch das Deutsche Rote Kreuz zur Chirurgischen Klinik erforderlich machte. Briefe in Bareiros Hand Roman von Anna Elisabet Weirauch Rechte durch Carl Duncker Verlag, Berlin W 35. 7. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Ist Gerd eigenllich tüchtig im Kontor?" „Ach ja, @Qtt sei Dank. Albrecht hat wenigstens noch nie über ihn geklagt." . „Na, das freut mich, vielleicht kann er Dann wirb lich bald die Filiale Drüben leiten, das wünscht er sich doch so brennend." . . ... „So? Hat er mir noch nie erzählt, aber du bist ja seine Vertraute!" „Ich war es wenigstens, früher. Das Hingt wie ein ganz kleiner unterdrückter Seufzer. „Na, wenn er jetzt nicht mehr nach drüben will. Dann krieg ich vielleicht Die Filiale in zehn Jahren oder so. Ich habe schon anqefangen, spanisch zu lernen. „ „Vielleicht könnt ihr sie gemeinsam fuhren , lagt Irmela im Aufstehen. „EntschulDige mal einen Moment, ich glaube, Das Telephon ist gegangen. „Ekelhaft", murrt Susi. „Immer wenn man in einem interessanten Gespräch ist, klingelt das Biest dazwischen." , v . .. .. Auf Irmelas Gesicht ist noch Da$ unterdrückte Lachen, als sie den Hörer abnimmt. „Ja, hallo? Hier Sierinck." „Ist die gnädige Frau zu sprechen? Eine unbekannte Männerstimme. .., . „Am Apparat", singt sie mechamicy in Die Muschel hinein, während ihre Augen in Das Nebenzimmer gehen, durch Die Tür, Die sie offen gelaßen hat, und mit einem belustigt-zärtlichen Bild Den Blondkopf betrachten, Der in Der Sonne glitzert „Irmela, du?" sagt es sehr Dicht an ihrem Ohr. „Hier ist FeDy." „Wer ist Da, bitte?" fragt sie verwirrt. „Fernando Bareiro, erkennst du meine Stimme nicht mehr?" „Ach?" sagt Irmela. Und weiter nichts. „Es ist dir doch nicht unangenehm, wenn ich dich du nenne? Wir haben es früher immer getan." „Ja — ich war nur so überrascht, ich hatte keine Ahnung, daß Sie, daß Du wieöer in Europa bist." „Vorübergehend wahrscheinlich, aber höre einmal, Irmela, ich habe gestern zu meiner Ueberraschung gehört. Daß du verheiratet bist." „Wieso Ueberraschung?" „Nun, nur so, weil ich es nicht wußte, ich hätte sonst Die Absicht gehabt, Dich aufzusuchen, aber ich weiß nicht, ob es angenehm ist." „Ach Gott!" sagt Irmela in einiger Verlegenheit, zögernd, zweifelnd. „Ich habe zufällig in der letzten Zeit viel an Dich geDacht, nicht. Daß ich das nicht immer getan hätte", verbessert er sich mit gewinnender Höflichkeit. „Es ist ihm unmöglich, keine Schmeichelei zu sagen", Mnft Irmela. „Er hat sicher so wenig an mich gedacht, wie ich an ihn — und das ist mir auch lieber." „Ader in der letzten Zeit besonders viel, mir sind nämlich alte Briefe von dir in die Hände gefallen." „Ach, hast du Die noch?" Es ist kein freudiges Erstaunen in ihrem Ton, sie ist ein bißchen unangenehm berührt, und versucht mit einem spöttischen Lachen darüber hinwegzukommen. „Ja, es ist rührend, nicht wahr? Aber ich bin mitunter von einer kindlichen Sentimentalität. Wie soll ich sie dir zustellen? Ich hatte sie schon zusammengepackt, um sie dir zu schicken — und dann fiel mir ein, daß du dadurch vielleicht Unannehmlichkeiten haben könntest. Ich hätte sie am liebsten in Deine eigenen Hände zurückgelegt, dann kannst du damit anfangen, was du willst, ist das nicht möglich?" „Ja, natürlich, warum nicht." „Können mir uns irgendwo treffen?" Irmelas Blick schweift flüchtig durch die offene Tür. Da drinnen sitzt Susi auf der Sessellehne, baumelt gelangweilt mit den langen schlanken Beinen und hört jedes Wort — es ist nicht schlimm, aber es ist auch nicht gerade notwendig. „Tu Du Das!" sagt sie etwas gepreßt. „Also schön, dann in unserer alten Konditorei, ich hoffe, Du kennst sie noch, ich wer De sehen, ob unser Stammtisch frei ist — unD ich werbe Da auf dich warten." „Wann?" „Jetzt. Ich will Damit nicht sagen, daß du sofort kommen mußt. Ich habe nichts zu versäumen. Du kommst, wann du kannst, im Laufe Des Tages. Ich Denke es mir ganz nett, wieder einmal ein paar Stunden dazusitzen und alten Erinnerungen nachzu- hängen, beinah Kindheitserinnerungen, nicht wahr?" „Schön. Also abgemacht. Dann, auf Wiedersehen!" Eine Viertelstunde unterhält sich Irmela noch mit Susi. Aber ihre Gedanken sind nicht bei der Sache. Sonderbar, daß Bareiro wieder aufgetducht ist. Ihr erstes, unreifes und schwärmerisches Gefühl hat ihm gegolten, wie alt war sie damals? Ein bißchen älter als Susi jetzt, aber es kommt ihr beinah vor, als ob Sufi, dieses Kind Susi, erwachsener, klarer und bewußter märe, als sie es damals war, und unvermittelt nimmt sie sich vor, Susi nicht mehr zu necken mit ihrem Gefühl für Gerd, man ist sehr empfindlich in diesem Alter. Als Susi fort ist, kleidet sie sich an, und ein paarmal öfter als gewöhnlich geht ihr Blick Dabei in Den Spiegel. Sie legt keinen Wert Darauf, ihm zu gefallen, aber Der erste Blick muß ihm zeigen. Daß aus Dem albernen kleinen Mädchen von Damals eine Dame geworden ist, eine selbstsichere und überlegene Frau, die weit über Die kleinen Jugendtorheiten hinausgewachsen ist, und lächelnd Darauf zurücksieht. Sie findet Den Weg, ohne zu überlegen, großer Gott, wie oft ist sie ihn früher gegangen! Heimlich, und mit klopfendem Herzen. Gejagt manchmal, um noch zehn Minuten dazusitzen, ehe sie atemlos nach Hause stürmte, um pünktlich zum Essen zu kommen oder nicht allzu unpünktlich in die Musikstunde. Einen Augenblick schießt es ihr Durch Den Kopf, daß sie ein Erkennungszeichen hätte verabreden müssen, sie weiß kaum mehr, wie Bareiro aussieht, so blaß, so verschwommen ist sein Bild in ihrer Erinnerung. Aber als sie ihn sieht, erkennt sie ihn sofort. Wahrhaftig, er sitzt an demselben kleinen Tisch in der dämmerigen Ecke, an Dem sie oft mit ihm gesessen hat, und er steht sofort auf, als sie Den Raum betritt, also muß er sie auch auf Den ersten Blick erkannt haben. Es liegt ein Lächeln auf seinem Gesicht, ein liebenswürDiges Lächeln, in dem etwas Rührung ist und etwas Selbstironie. „Nett, Daß du gekommen bist!" sagt er mit seiner angenehmen Stimme, und schiebt ein paar Zeitungen beiseite, um ihr Platz zu machen. Er weift mit einer kleinen Geste auf Das Marmortischchen. „Bitte. Ich habe Dir schon Deine Mokkatorte bestellt. Döer hast Du Deinen Geschmack inzwischen geändert?" „Nicht, was Die Mokkatorte betrifft"", lafyt Irmela. „Nun, es freut mich, daß du ihr wenigstens die Treue bewahrt hast." „Ach, von Treuebewahren und solchen Dingen wollen wir Doch lieber nicht reden", wehrt Irmela heiter. „Aber es ist komisch, hier wieder zu sitzen, nach soviel Jahren, findest du nicht?" „Komisch?" wiederholt Bareiro ihr letztes Wort. „Ich fand es nicht so komisch, hier zu sitzen und auf dich zu warten. Es hat mich eher etwas melancholisch gestimmt. Um mir die Zeit zu vertreiben, habe ich Deinen letzten Brief gelesen, unD.Das hat mich auch nicht erheitert." „Ach ja, Die Briefe, Das war ja Der Hauptzweck, hast Du sie bei Dir? Dann gib sie mir doch gleich, eh wir's vergessen." Daß sie das sagt, ist eine bewußte Lüge. Sie ist nur hergekommen, um sie zu holen, und sie wird diese Absicht nicht eine Minute aus den Augen verlieren. „Den letzten." Er zieht ein Blatt aus der Brust- tasche. „Du mußt entschuldigen, aber als ich dich ongerufen hatte und erfuhr, daß Du gleich kommen konntest, habe ich mir natürlich nicht Die Zeit genommen, noch einmal ins Hotel zurückzugehen. Diesen will ich ich Dir geben, es märe gelogen, memt ich sagen würde: gern." (Fortsetzung folgt.) Die Obus-Strecken. OAXP6 'bOCkkUov fA^nojjir. 1K^U*W1I^. 'W>iv^omc-w TPHcovJM/ flUw- 44w9iw ''tor C^vtx^MM^ir. Q JWiurf-'ltrr Die vorstehende Abbildung zeigt in den starken Linien die Strecken des Obus-Verkehrs, in der schwachen Linie die Strecke der Straßenbahn auf. Der starte Kreis in der Mitte stellt die Obus-Linie rings um die Anlagen dar. Der dünne Halbkreis der Straßenbahn am Walltor bedeutet, daß dort eine Zahlgrenze des Obus-Betriebes liegt, die aber auf die Straßenbahn und den Straßenbahnfahrpreis keinen Einfluß hat. Die starke Linie vom Selterstor bis Waldweide stellt die neue Obus-Linie Gießen— Klein-Linden dar. Bon der Haltestelle dieser Linie an der Ecke Frankfurter Straße/Schubertstraße bis herüber zum Obus-Wendeplatz Schubertstraße/Ecke .Gaffkystraße besteht kein Obusverkehr; wer von den Fahrgästen aus Klein-Linden hier umsteigen will, muß von der Frankfurter Straße bis zum Obus- Wendeplatz in der Schubcrtftraße gehen und ' kann dort bei Lösung eines neuen Fahrscheins in die Obuslinie 3 Schubertstraße/Ludwigsplatz usw. umsteigen. Die übliche Umsteigemöglichkeit der Strecke von Klein-Linden her ist am Selterstor. Aus her engeren Heimat. Scheunenbrond bei der Beseitigung eines Wespennestes. * Münzenberg (Kreis Friedberg), 14. Juni. Auf dem Grundstück der bei unserem Orte gelegenen Junkermühle des Mühlenbesitzers Friedrich Sam es bemerkten zwei Jungen, während die Erwachsenen bei der Arbeit im Felde weilten, in der Wand einer Scheune ein Wespennest. Um dieses zu beseitigen, kamen sie auf den Gedanken, die Wespen mit einem brennenden Strohwisch auszuräuchern. Dabei wurde aber der Brand so groß, daß die Scheune selbst Feuer fing und trotz schnellen Eingreifens der Feuerwehr nicht mehr gerettet werden konnte. Die Scheune samt Inhalt brannte voll st än big nieder. Landkreis Gießen. * Lollar, 15. Juni. Gendarmeriemeister H ch. Hahn und Frau Berta, geb. Weber, Hierselbst, können am morgigen Dienstag, 16. Juni, das Fest der silbernen Hochzeit begehen. Dem Jubelpaar gilt auch unser herzlicher Glückwünsch. * Londorf, 15. Juni. Am morigen Dienstag, 16. Juni, begehen der hiesige Gendarmeriemeister Friedrich Klapp und Frau Katharine, geb. Weber, Möge das Studium der griechischen und römischen Literatur immerfort die Basis der höheren Bildung bleiben! Goethe. Bei der grundlegenden Umgestaltung des deutschen höheren Schulwesens im Jahre 1937 ist. das humanistische Gymnasium als einzige Schulform alten Stils im nationalsozialistischen Erziehungssystem erhalten geblieben. Es hat nach einem Erlaß des Herrn Reichserziehungsministers eine Aufgabe zu erfüllen, die von einer anderen höheren Schule auf absehbare Zeit nicht zu lösen ist. Das Reifezeugnis des Gymnasiums eröffnet nach wie vor den Zugang zu allen Berufen, die den erfolgreichen Besuch einer höheren Schule zur Voraussetzung haben. Die hohe Bedeutung dieser einst so blühenden Bildungsanstalt, an der die beiden alten Sprachen gelehrt werden, ist auch im nationalsozialistischen Staat anerkannt. Wenn heute noch bei manchen Eltern, deren Söhne eine höhere Schule besuchen sollen, Bedenken gegen das Gymnasium bestehen oder gar offen Stellung gegen diese Schulform genommen wird, so kann das nur aus Unkenntnis ober auf Grund von Mißverständnissen geschehen. Man hört häufig von Berufenen und Unberufenen den Vorwurf mangelnder Lebensnähe des Gymnasiums und der Weltfremdheit des klassischen Bildungsmaterials. Die antike' Kultur entspreche nicht mehr dem Geist der heutigen Zeit, vor allem nicht den Forderungen, die die nationalsozialistische Weltanschauung an die geistige Ausbildung der deutschen Jugend stellen müsse. Demgegenüber aber muß betont werden, daß der Führer selbst nachdrücklich und unmißverständlich auf die erzieherischen Kräfte der Antike aufmerksam macht, die sich die völkische Schule niemals entgehen lassen darf. Er sagt z. B. in „Mein Kampf", S. 469: „Es liegt im Zug unserer heutigen materialisierten Zeit, daß unsere wissenschaftliche Ausbildung sich immer mehr den nur realen Fächern zuwendet, also der Mathematik, Physik, Chemie usw. So nötig dies für eine Zeit auch ist, in welcher Technik und Chemie regieren und deren wenigstens äußerlich sichtbarste Merkmale im täglichen Leben sie darstellen, so gefährlich ist es aber auch, wenn die allgemeine Bildung einer Nation immer ausschließlicher darauf eingestellt wird. Diese muß im Gegenteil stets eine ideale sein. Sie soll mehr den humanistischen Fächern entsprechen und nur die Grundlagen für eine spätere fachwissenschaftliche Weiterbildung bieten. Im anderen Falle verzichtet man auf Kräfte, welche für die Erhaltung der Nation immer noch wichtiger sind als alles technische und sonstige Können. Insbesondere soll man im Geschichtsunterricht sich nicht vom Studium der Antike avbringen lassen. Römische Geschichte, in ganz großen Linien richtig aufgefaßt, ist und bleibt die beste Lehrmeisterin nicht nur für heute, sondern wohl für alle Zeiten. Auch das hellenische Kulturideal soll uns in seiner vorbildlichen Schönheit erhalten bleiben." Wenn das Bildungsziel und die Aufgabe aller Erziehung sein muß, den deutschen Menschen zu den Grundwerten seiner Art zurückzuführen und in den Kulturzusammenhang seines Volkes und feiner Zeit das Fest der Silberho chzeit. Unseren herzlichen Glüwckunsch. In Kassel aufgegriffen. * Alsfeld, 15. Juni. Die seit 2. Juni hier vermißte und zuletzt in einigen Dörfern im Kreise Ziegenhain gesehene 14 Jahre alte Käte Brust aus Köln ist in Kassel von der Bahnpolizei a u f g e - griffen worden. Das Mädel trieb sich dort ziel- und zwecklos herum. Es wurde von der Bahnpolizei in gute Verwahrung gegeben und wird nunmehr zu feiner zur Zeit hier weilenden Mutter zurückgebracht werden. .hineinzubilden, bann können wir dabei die in sich abgeschlossene Kultur der alten Griechen und Römer, der zwei uns artverwandten nordischen Völker, nicht entbehren. Unsere eigene Kultur und vor allem ihr klassisches Zeitalter ist ohne die Antike nicht möglich gewesen und auch heute nicht mehr verständlich. Dabei finb die alten Sprachen ein treffliches Mittel zur Schulung des Denkens und zur Schärfung des eigenen Sprachgefühls. Hier gilt das Wort Goethes: „Wer fremde Sprachen nicht kennt, weiß nichts von feiner eigenen." Das Gymnasium hat das Lateinische als erste Fremdsprache beibehalten, weil diese klar aufgebaute Sprache viel mehr als das Englische den Jungen von vornherein in eine streNge geistige Zucht nimmt und eine unübertreffliche Vorarbeit für das Erlernen anderer Sprachen leistet. Der praktische Wert des Lateinischen ist allgemein anerkannt. Alle deutschen höheren Schulen für Jungen haben deshalb Latein lehrplan- mäßig eingeführt. Das Griechische ist eine der schönsten Sprachen und dient ebenso wie Latein zur logischen Schulung des Geistes und Schärfung des Sprachgefühls. Es ist für eine Reihe von Berufen, zu denen ein Unwerfitätsftubium führt, fast unentbehrlich. An Stelle des Französischen ist durch die Neuordnung des höheren Schulwesens in allen Schulen das Englische getreten, bas auf dem Gymnasium vier Jahre lang als Pflichtfach ausreichend gelehrt wirb. Daneben kann auch bie französische Sprache am Gymnasium in einem freiwilligen Lehrgang der letzten drei Schuljahre erlernt werden. Auch die mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer stehen in dem heutigen Gymnasium auf einer ganz beachtlichen Höhe, so daß die Schüler allen Anforderungen der Universität für das Fachstudium oder auch allen Anforderungen des späteren Lebens gewachsen sind. In Physik und Chemie ist die Stün- denzahl am Gymnasium gegenüber früher wesentlich erhöht, und der biologische Unterricht ist an allen höheren Schulen ber gleiche. Wenn die Erwerbung von Spezialkenntnissen auf naturwissenschaftlichem Gebiet im Gymnasium etwas zurücktritt, so geschieht dies zugunsten einer allgemeinen geistigen Durchbildung, bie als die wichtigste Voraussetzung und wertvollste Vorbildung für jeden Beruf anerkannt ist. Das Gymnasium will kein Fachwissen vermitteln, sondern deutsche Jünglinge heranbilden und vaterländischen Geist und echtes stolzes Volksbewußtsein in die jungen Seelen pflanzen und sie ausrüsten mit sittlicher Kraft und einem starken Willen zu ernster Arbeit, bie sie befähigen soll, in allen Lagen des Lebens ihren Mann zu stellen. Allerbings setzt ber Besuch des Gymnasiums auch eine idealistische Gesinnung voraus, bie nicht wie bie materialistische Zeit unaufhörlich nach ber prak- tfchen Verwenbbarkeit des Gelernten im späteren Leben fragt und geistige Werte nur insofern schätzt, als sie sich in materielle Werte Umsetzer, lassen. „Industrie und Technik, Handel und Gewerbe vermögen immer nur dann zu blühen", sagt unser Führer, „solange eine idealistisch veranlagte Volksgemeinschaft bie notwendigen Voraussetzungen bietet." Das Gymnasium ist im Staate Mols Hitlers eine Pflegestätte echt nationalsozialistischer Gesinnung, die neben ber Uebermittlung gelegenen Wissens auch bie seelische Vertiefung und die Erfassung des ganzen Mensches vor Augen hat unb alles, was nicht nur zur Ausbildung des Verstandes, sondern vor allem auch des Charakters, des Willens und des Gemütes wertvoll ist, für feine Schüler fruchtbar zu machen sucht. Die Forderungen, die im Gymnasium an die Schü- ler gestellt werden, enthalten hochgesteckte Ziele, und" sie lassen sich nur erreichen durch harte und ernste Arbeit. Das Gymnasium ist aber darum nicht schwerer als die übrigen höheren Schulen. Man würde diesen Unrecht tun, wenn man sie als leich- ter bezeichnete. Nicht nur ber hochbegabte, sondern auch jeder normal beanlagtc Schüler kann den An-, farberungen bes Gymnasiums entsprechen. Wenn ber Generaloberst von Seeckt seinerzeit (in ber Festschrift zum 350jährigen Bestehen des Karlsruher Gymnasiums, 1936) oas humanistische* Gymnasium „eine ber wertvollsten Borbereitungsanstalten! für den Offizier" bezeichnet, so gilt das in gleichem Maße auch für alle anderen Berufe noch heute im nationalsozialistischen Staat. G.A^Spori. Die „letzten Vier" im Handball Bei ber Zwischenrunde zur Deutschen Handball- Meisterschaft ber Männer setzten sich am gestrigen Sonntag LSV. Reinecke Brieg, SG. Ordnungs- polizei Berlin, SV. Waldhof unb bie SG. Orb* nungspolizei Magdeburg für die am 31. Juni angesetzte Vorschlußrunde burd). Die Ueberraschung war das Ausscheiden des Titelverteidigers Ordnungspolizei Hamburg, die in Magdeburg von ber Ordnungspolizei mit 13:11 (5:9) aus dem Rennen geworfen wurden. Als einzige Reisemannschaft kam die -Ordnungspolizei Berlin in Minden gegen den MSV. Hindenburg mit 5:2 (3:1) zum Erfolg. Unerwartet hoch fielen die Siege des SV. Waldhof mit 18:5 (9:4) über die Stuttgart und des LSV. Reinecke Brieg mit 20:5 (7:3) über die Oftbahn-SG. Krakau aus. Kreiswandertag des AS.-Reichs- bundes für Leibesübungen. Am Sonntag führte der Sportkreis 23 Gießen des NSRL. feinen diesjährigen Wandertag nach Staufenberg durch. Etwa 400 Turner, Turnerinnen, Wanderer, .Radfahrer und Paddler waren dem Ruf des Sportkreisfühpers gefolgt und hatten sich zu bet! Kundgebung auf dem inneren Burghof eingefunderu Das gemeinsame Lied „Seht, wie die Sonne dort leuchtet" unb ein Dorspruch, gesprochen von Kreis« frauenmartin Jbel Hauck, leiteten zu der Ansprache des Kreissportwarts Heller über, ber intz Namen des verhinderten Sportkreisführers die Turner, Wanderer und Sportler begrüßte, auf den Wert bes Wanderns und den Zweck des Treffens an ge* fch'ichtlicher, herrlich gelegener Stätte hinwies, zu!. erhöhtem Einsatz nach dem Vorbild unserer Kame^ raden an der Front aufforderte und nach dem gemeinsamen Lied „O Deutschland hoch in Ehren" bis Kundgebung mit dem Gruß an Führer und Wehrmacht schloß. Anschließend fand im Saale des Gasthauses „Zue Burg" eine vom Turnverein Staufenberg gut vorbereitete und sehr gut besuchte Werbeveranstaltung statt, bie von der Kreisvorführungsgruppe und den Turnerinnenabteilungen von Lollar und Staufenberg gestaltet wurde. Nach der Begrüßung durch ben Turnverein Staufenberg zeigte Kreisfachwart Sau» P e r t Zweck und Ziel derartiger Veranstaltungen und forderte zur Mitarbeit und zum Mittnachen auf. In flotter Folge wechselten Körperschule unb Boden - übungen der Jungen mit Keulenübungen, Reigen, Tänzen und Barrenturnen ber Turnerinnen. Die Darbietungen fanden ihre Höhepunkte im Barren- und Reckturnen der Turner Reuter, Herbert, Bettin und Bierau in guten Einzelleistungen von Helma Schmieder. Reicher Beifall belohnte die schönen Vor- führungen.________________ Hauptschristleiler: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter de« Hanptschriftleiters: Ernst Blumschein. Bercmtwortlich für Politik und Bllder: Dr. Fr. W. Lange; für das Feuilleton: Dr. Hans Dhyriot; für Stadt Gießen, Provinz, Wirtschaft und Sport: Ernst Blumschein. Druck und Verlaa: Brühlsche Un'.versttätsdruckerei R. Longe K. G. Beriagslelter: Dr.-Ing. Erich Hamann; Anzeigenleiter: Hans Beck. Anzergenpreisliste Nr. 6. Sie Vedeuiung des humanistischen Gymnasiums im nasionalsozialistischen Siaat. Von Oberstudiendirektor Dr. Wolkewitz, Leiter des Landgraf-Ludwigs-Gymnasiums Gießen. Am 2. Pfingstfeicrtag erlitt mein geliebter Mann, der gute Vater seines Söhnchens, unser einziger treuer Sohn, Schwiegersohn und Schwager Kurt Beyer Rottenführer in einer ^-Division Inhaber des Eisernen Kreuzes u.des Sturmabz. den Heldentod. Er kämpfte und fiel als Held für die Größe und Zukunft Deutschlands. In tiefer Trauer: Frau Emmi Beyer und Klein-Erich Erich Beyer und Frau Anna Ludwig Seth und Frau Marie Ludwig Seth uqd Frau Elly Willy Seth Gießen (Neuenweg 18), Großen-Linden, Ober-Scheid, den 15. Juni 1942. ' 02864 mshmmmhmks^ nser einziger, prächtiger Sohn, unsere inzcZukunftshoffnung, mein geliebter rüder Georg Gail Oberreiter in der Aufklärungsabteilung eines Kavallerie-Regiments starb im 20. Lebensjahr Anfang Juni an der Ostfront den Heldentod. In tiefer Trauer: Dr. jur. 6g. Gail und Frau Irene, Irene Gail. [geb. Benislawski I Gießen, den 14. Juni 1942. Von Beileidsbezeigungen bitten wir abzusehen. I 02861 I Mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager u.Onkel Karl Hinterlang I. Metzgermeister ist heute im Alter von 66 Jahren für immer von uns gegangen. In tiefer Trauer: Anna Hinterlang, geb. Abel; Karl Hinterlang und Frau Margarete, geb. Bepler; Wilhelm Jung, z. Z. im Felde, und Frau Marie, geb. Hinterlang; Gertrud Hinterlang; 4 Enkelkinder u. alle Angehörigen. Gießen-Klein-Linden, den 14. Juni 1942. Die Beerdigung findet am Dienstag, 16. Juni, 15 Uhr, vom Trauerhatise, Wetzlarer Straße Nr. 20, aus statt. -- .. _________________1905 r> [Stellengesuche! junge M sucht Stelle im Sausvalt. Schr.Angeb.unt. 02862 an d.G.A. Illlllllllllllllllllllllllllll Keine Ursprungs- xeugsisse, andern nur Zeugnis- adschriften dem Be werbungöfchreiben beilegen! — Lichtbilder undBewerbungsunter» Erst recht im Kriege tägliche Zahnpflege Gerade im Kriege müssen wir alles tun, urff Krankheiten zu verhüten. Tägliche Zahnpflege — morgens und vor allem abends — ist zur Erhaltung der Zahn- ' und Allgemeingesundheit heute wichtiger als je. ■ Wenn vorübergehend Zahnpaste fehlt, müssen die Zähne und Zahnzwischenräume durch gründlichen Gebrauch von Zahnbürste und Zahnstocher sowie durch kräftiges Spülen mit lauwarmem Wasser behelfsmäßig gereinigt werden. Verlangen Sie kostenlos die Aufklärungsschrift „Gesundheit ist kein Zufall" von der Chlorodont-Fabrik Dresden N6. lagen müssen zur Vermeidung von Verlusten auf der Rückseite Namen und Anschrift des Bewerber- tragen! Illllllllllllllllllllllllllll' WelWlse für d. Büro ein. Buchhandl.,evtl. für halbe Tage, gesucht. Tchriftl. Angeln unter 02856 an den Gieß. Anz. 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Paul Hartmann Lil Dagover Friedrich KayBIer Werner Hinz Spielleitung; Wolfgang Liebeneiner DEUTSCHE WOCHENSCHAU Täglich: 3 Uhr Hauptfilm 5 Uhr Wochenschau 5.30 Uhr Hauptfilm, 8 Uhr bis Donnerstag, 18. 6., einschl. Jugend hat Zutritt! 1901 A