192. Jahrgang Nr. 112 Erscheint täglich, nutzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Gietzener Familienblätter Heimat imBild-DieScholle Bezugspreis: Monatlich.... .ALM. 1.80 Zustellgebühr,.'. „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Gietzener Anzeiger $o?t toect HGss äranlf j!r' vrShlschiUniotrMkdni<1cr:iS. tauge General-Anzeiger für Oberhessen §rettag.15.MaN9f2 Annahme von Anzeigen für die Mittaasnummer bis 8'/, Uhr desBormittags Anreigen-Breise: Anzeigenteil 7 Rvf. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Textteil 50 Rvf. je mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffell AbschlüsseMengenstaffelS Platzvorschrift ( vorherige Vereinbarung) 25"/.mehr Scharfe Verfolgung auf der Halbinsel Kertsch Donezfronl befin- kräste des Gegners. An mehreren Stellen der den sich unsere Truppen in Die vorderasiatische Entente besaß bereits vor dem Kriege wesentlich geringere praktische Bedeutung, als die Balkan-Entente. Ihre Tätigkeit ruht seit Ausbruch des Krieges nahezu gänzlich. Seit der Besetzung Irans durch die Sowjets und England und dem Diktat der Besatzungsmächte ist die vorderasiatische Entente wenn auch nicht formell, so doch faktisch außer Kraft getreten. An der Feststellung, daß ein Vordringen der Sowjets im Iran und, in weiterer Entwicklung, im Nahen Osten die Funktion der Türkei innerhalb der englisch-sowjetischen Nahostpolitik insofern völlig ändern würde, als die Türkei unter solchen Voraussetzungen innerhalb dieses Rahmens weniger als bisher die Funktion einer Flankensicherung für die englischen Nahostpositionen besitzen würde, dafür desto stärker die Funktion eines Keiles innerhalb der sowjetischen Nahostinteressen, an dieser Feststellung kann festgehalten werden. Daß die Türkei diesem Funktionswandel unterworfen war, dessen ist sich wohl auch die türkische Regierung, ohne daß dies jemals ausdrücklich gesagt wurde, bewußt geworden. In der Presse fanden die Ereignisse in Iran gerade während der letzten Zeit stärkste Beachtung. Daß diese Artikel nicht nur die Meinung der Chefredakteure der einzelnen Blätter wiedergegeben haben, sondern daß sie wahrscheinlich inspiriert wurden, oder zumindest sich in ihnen Gedankengänge spiegeln, wie sie bei Len vor rund zwei Wochen abgehaltenen Besprechungen der Chefredakteure mit dem Ministerpräsidenten und Außenminister von diesen zum Ausdruck gebracht wurden, geht schon daraus hervor, daß alle diese Aufsätze zu gleichen Feststellungen gelangen. Nur in dem Leitartikel der Zeitung „Cunchuriyet" findet sich ein, sonst nicht zum Ausdruck gebrachter Gesichtspunkt. Dieses Blatt fordert nämlich von England, daß es seinen Einfluß in Iran stärker als bisher im Interesse einer Befriedung des Landes einfetzen möge. Das Blatt stellt diese Forderung mit dem Hinweis darauf, daß England zu diesem Einsatz geradezu verpflichtet sei. Dieser nicht ganz klare Hinweis berechtigt zu dem Schluß, daß dös Gerücht, nach dem die Türkei bei England interveniert habe, damit dieses die in Iran lebenden Staatsbürger türkischer Volkszugehörigkeit vor den Gewaltmaßnahmen der sowjetischen Besatzungsbehörden sichere, seine Begründung hat. Was in der Zeitung „Cumhuriyet" nur angedeutet wird, daß nänilich die Türkei an den Vorgängen in Iran nicht desinteressiert bleiben könne, wird in einer kürzlich erschienenen Broschüre klar ausgesprochen, die bezeichnenderweise in der Druckerei des „Cumhuriyet" hergestellt wurde. Sie fordert leidenschaftlich den Schutz der in Iran lebenden fünf Millionen Türken. Der iranische Staat existiere nicht mehr. „Die Zeit, in der die iranischen Türken zu Halten um jeden Preis! Sind darum alle zwei Wochen Sendboten Stalins an diese Front gekommen, haben Verstärkung über Verstärkung, stärkste Artilleriekräfte und Hunderte schwerer und schwerster Panzer gebracht, um nun, nach so vielen im Blut erstickten Angriffen auf die deutschen Linien, auch diesen Aufmarsch der bolschewistischen Armee von den Deutschen zerschlagen zu lassen? Jetzt, wo die zähe deutsche Verteidigung sich über Nacht in eine energiegeballte, sieggewohnte Angriffs- Phalanx verwandelt hat, gibt es für die bolschewistische Armee nur eines: halten bis zum letzten Schuß.' So muß sich denn das Schicksal der Bolschewisten Im nördlichen Frontabschnitt brachten eigene Angriffsunternehmungen örtliche Erfolge. In Luftkämpfen des gestrigen Tages wurden an der Ostfront 8 4 sowjetische Flugzeuge ab - geschossen. Fünf eigene Flugzeuge werden vermißt. Finnische Luftstreitkräfte bekämpften mit guter Wirkung Lchiffsziele an der Wodla- Mündung. In der Zeit vom 26. April bis 13. Mai verloren die Sowjets 74 8 Flugzeuge, davon wurden 540 Flugzeuge in Luftkämpfen, 73 durch Flakartillerie abgeschossen, 76 durch Verbände des Heeres vernichtet oder erbeutet, der Rest am Boden zerstört. Während der gleichen Zeit gingen an der Ostfront 82 eigene Flugzeuge verloren. Auf Malta erzielten deutsche Sturzkampfflugzeuge Bombenvolltreffer in Flugplahanlagen und Flakstellungen. Vier britische Flugzeuge wurden im Mittelmeerraum zum Absturz gebracht. 3m Rordatlantik griffen deutsche Unterseeboote, wie durch Sondermeldung bekanntgegeben, einen Geleitzug der Englandfahrt an und versenkten aus ihm in mehrtägigem, schwerem, zähem Kampf neun S ch i f f e mit 31 000 Zwei Kessel auf Kertsch. Oie Trümmer der Sowjetarmeen werden gejagt. Von Kriegsberichter Helmut Crous. BRT. Ein weiterer Dampfer wurde durch Torpedo- lreffer beschädigt. Andere Untersee-Boote versenkten in amerikanischen Gewässern 12 Handelsschiffe mit 82 000 BRT. und einen Bewacher. Damit hak die feindliche Schiffahrt innerhalb von wenigen Tagen wieder 2 1 Schiffe mit 113000 BRT. verloren. 3m weiteren Verlauf der Seegefechte am Eingang des Kanals, deren Beginn im Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht vom 13. Mai gemeldet wurde, versenkte ein deutsches Torpedoboot ein britisches Schnellboot durch Rammstoß. Ein zweites britisches Schnellboot ging im Kampf mit Räumbooten unter. Einzelne britische Bomber führten am gestrigen Tage im Schuhe der Wolken einen wirkungslosen Stärangriff auf westdeutsches Gebiet durch. Hauptmann Rl a r i e n f e l d, Bataillonskommandeur in einem 3nfanterieregiment, und Leutnant Reimann, Sompanieführer im gleichen Regiment, haben sich bei den Durchbruchskämpfen auf der Halbinsel Kertsch durch besondere Tapferkeit ausgezeichnet. Bei den gleichen Kämpfen hat das Pionier- Bataillon 173 allein am 8. Wai trotz stärksten feindlichen Feuers über 1 0 000 feindliche Minen beseitigt, die 5. Kompanie des 3 n - fanterieregiments 436 und ein Zug der 2. Kompanie des Pionierbataillons 46 haben mit Teilen des Sturmbootkommandos 902 trotz schweren Seegangs im feindlichen Feuer die Landung im Rücken der feindlichen Stellung erzwungen. Bei den Anterseebooterfolgen im Atlantik zeich- nete sich das Boot des Fregattenkapitäns Wat- t e n b e r g besonders aus. Oberleutnant Ost ermann, Staffelkapitän in einem 3agdgeschwader, errang seinen 100. Luftsieg. ohne Rücksicht darauf, daß dies eigentlich dem Vertrag von 1937 widerspricht, ohne Rücksicht darauf, daß dieser Anspruch die Beziehungen der Türkei zu England nicht unberührt lassen kann, weil ja gerade dieser Anspruch völlig an der Tatsache vorbeigeht, daß England gar nicht imstande ist, die Dinge in Iran irgendwie entscheidend zu beeinflussen. In einem Iran unter sowjetischer Vorherrschaft sieht die Türkei die Bedrohung ihrer Lebensinteressen. In welcher Weise sie sich gegen eine solche Bedrohung zu schützen versuchen wird, ist jetzt noch nicht erkennbar. Unruhen in Iran nehmen zu. Bangkok, -14. Mai. (Europapreß.) Die Unruhe der Bevölkerung in Iran wächst täglich. In vielen Teilen des Landes ist es in letzter Zeit zu eindrucksvollen Demonstrationen der Bevölkerung gekommen, und zwar vornehmlich in den von den Bolschewisten b;w. den Briten besetzten Gebieten. Zu Unruhen großen Stils ist es jetzt in diesem Zusammenhang in der Hafenstadt B a n d a r D i l a n an der Spitze des Golfs von Iran gekommen. Diese Un- Oer Wehrmachibericht. DRV. Aus dem Führerhaupkquarkier, 14. Mai. Das Oberkommando der Wehrmacht gibl bekannt: Auf der Halbinsel K e r l s ch wird die Verfolgung des geschlagenen Gegners unermüdlich forkgeseht. Der Hafen von Kertsch sowie Schiffsansamm- lnngen in diesen Gewässern wurden erfolgreich mit Bomben belegt. Oie vierZahreszeiten. Von Karl-August Teubner. Unsere Soldaten blicken jetzt auf die Erfahrungen! mit den vier Jahreszeiten in der Sowjet« Union zurück. Rach dieser ersten kämpferischen Auseinandersetzung mit einem barbarischen Feind in einem barbarischen Lande kann sie nun nichts mehr erschüttern. Ste kennen die Verwandlung des Geländes. Sie haben sich den Verhältnissen einer primitiven Landschaft anzupassen gelernt und sich auch darin, wie der Winrertrieg -tim Osten tausendfach gelehrt hat, dem Gegner hoch überlegen gezeigt« Man darf, um zu einer gerechten Würdigung zu kommen, nicht vergessen, daß der deutsche Soldat seine Fähigkeiten bei der Ueberwindung der sich ihm entgegenstemmenden natürlichen Hindernisse aus einer großartigen Improvisation entwickelte« Denn noch kein Kriegsschauplatz bot sich ihm itt einer annähernd ähnlichen landschaftlichen und kli- malischen Verfassung dar wie der im Osten. Die Ueberlegenheit über die bolschewistischen Gegner ist in ihre bewunderungswürdigen Große gekennzeichnet durch folgenden Vergleich: Der Pri« mitive, also der bolschewistische Massensoldat, hat von Natur keine Hemmungen, sich mit den primitiven Verhältnissen des Krieges im Osten abzufinden. Er kennt, um ein Beispiel anzuführen, kein Ekelgefühl in verwanzten und verlausten Unterkünften; den Dreck, der ihm am Körper klebt, enip* findet er kaum als lästig. Von Hause aus ohne Ansprüche an Kultur, in dem Land der ungeheuren klimatischen Gegensätze- unter kümmerlichen Bedingungen des Lebens groß geworden, bedarf e« keiner inneren Umstellung, um sich an den Krieg in einer mitleidlos harten Form — bei dieser Betrachtung nur auf Landschaft und Klima bezogen — zu gewöhnen. Wie anders der kultivierte, feinempfindlichs deutsche Soldat, der fern der Heimat die zunächst belastende Vorstellung eines lebenswerten Lebens, einer gebändigten Naturgewalt, einer gepflegten der Abwehr gegenüber dem Angriff starker von Panzern unterstühker Die Türkei und das iranische Problem Von unserem Dr. B).-Korrespondenten. vollziehen, wie es vorher die Zehntausende ereilt hat, die im Ansturm gegen die deutschen Linien verbluteten. Angelehnt an die Schwarzmeerküste stoßen Infanteristen und Gebirgsjäger, unterstützt von Sturmgeschützen, nach Ueberwindung des Panzergrabens ins feindliche Hinterland. Ein Pionier - stoßtrupp hat bereits in einem kühnen Sturmbootunternehmen einen Landungskopf hinter der Parpatsch-Stellung gebildet und vereinigt sich wenige Stunden später mit der Spitze der vordringenden Divisionen. Am frühen Nachmittag kämpft die Jnfanteriespitze bereits 12 Kilometer hinter dem — mittlerweile in 6 Kilometer Breite überschrittenen — Panzergraben. Gefahr droht aus der offenen Flanke. Noch sind die Bolschewisten im Besitz einer entscheidenden Höhe unmittelbar vor dem Ort Par patsch. Dort oben sitzen in tief eingeschnittenen Gräben die sowjetischen Artilleriebeobachter und lenken das Feuer ihrer Batterien auf das zu ihren Füßen liegende Kampfgelände. Stunde um Stunde tobt der Infanteriekampf um dieses Auge der Feindartillerie. Granaten und Stukas hämmern auf die kahle Höhe, aber immer noch knattern dort die MG.s, zerkrachen die ekelhaften Granaten bolschewistischer Werfer zwischen der angreifenden Infanterie. Diese mit vielen Trichtern vergangener Kämpfe besäte Höhe kostet Blut. Hier gibt es ein hartes „Es muß fein!", das auch vor den eigenen Verlusten nicht kapitulieren darf. Noch einmal stürzen Stukas aus dem blauen ^rühlingshimmel auf die Höhe und noch einmal setzt die Infanterie zum Sturm an. Schritt für Schritt geht es vorwärts. Jetzt endlich gelingt es. Ein kleines Grüppchen baumlanger Bolschewisten wandert in Gefangenschaft. Die Masse der bolschewistischen Verteidiger liegt tot in dem kaum schulterbreiten tiefen Graben. In die 6-Stellen ziehen deutsche Artilleriebeobachter ein und lenken das Feuer ruhen nahmen derartige Ausmaße an, daß britische Truppen sie mit Gewalt niederschlagen mußten. Der Grund der Empörung in dieser Stadt ist darin zu suchen, daß die Briten dort alle Lebensrnittel für ihre Zwecke beschlagnahmt hatten, so daß die Bevölkerung nicht mehr wußte, von was sie leben sollte. Da« Ritterkreuz. B e r l i n , 14. Mai. (DNB.) Der Führer verlieh auf Vorschlag fees Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Reichsmarschall Göring, das R i 11 e r k r e u z des Eisernen Kreuzes an Oberst Rath, Kommodore eines Kampfgeschwaders. Oberst Hans-Joachim Rath hat fein Geschwader auf allen Kriegsschauplätzen zu bedeutsamen Erfolgen geführt. Ob es in dem schwierigen Minenkrieg gegen England oder zur Bekämpfung von Schiffszielen, Erdtruppen, Eisenbahnanlagen, feindlichen Flughäfen, an allen Fronten und darüber hinaus zur Versorgung von Fallschirm- und Erdtruppen eingesetzt war, immer vermochten die hohe Führungskunst und der persönliche Einsatz dieses hervorragenden Führers ein Höchstmaß an Kampferfolgen zu erringen. Besonders herausgestellt zu werden verdient der Einsatz des Geschwaders bei der Versorgung vorgeschobener Heeresoerbände, wodurch diese zu erfolgreichem Aushalten befähigt wurden. ihrem Recht gelangen, wird kommen." Bei den scharfen Presse- und Zensurvorschriften, die in der Türkei herrschen, können die in dieser Broschüre wiedergegebenen Darlegungen nicht als Meinung eines Einzelgängers oder einer kleinen politischen Gruppe gewertet werden. Solange Iran ein souveräner Staat war, war die Türkei bereit, aus außenpolitischen Erwägungen sich einer Einmischung in die inneren Verhältnisse auch dann zu enthalten, wenn die Türken in Iran schlecht behandelt wurden. Schon Iran als britisch-sowjetisches Kondominium für eine beschränkte Dauer hat die Türkei zum scharfen Beobachter der sich in Iran vollziehenden Entwicklung gemacht. Jetzt, wo die Entwicklung eine beinahe eindeutig auf eine sowjetische Vorherrschaft im Iran tendiert, wird der Anspruch, sich für das Schicksal der in Iran lebenden Türken zu interessieren, geltend gemacht, . Istanbul, Mai 1942. Das iranische Problem spielt im Verhältnis der Türkei zu England und damit auch zu den Bundesgenossen Englands eine ähnliche Rolle wie die türkisch-bulgarischen Beziehungen im Verhältnis der Türkei zur europäischen Politik. Es besteht hier eine Ähnlichkeit, keineswegs eine Identität. Die Ähnlichkeit ergibt sich daraus, daß die Entwicklung, die das iranische Problem nimmt und noch nehmen wird, das Verhältnis der Türkei zu England erheblich zu bestimmen imstande ist. Daß es sich um feine Identität handelt, gehl schon daraus hervor, daß man nur von der Entwicklung, die das iranische „Problem" nimmt, sprechen kann, keineswegs aber von der Entwicklung der türkisch-iranischen Beziehungen. Dieser Unterschied ist kein formaler, sondern ein sehr wesentlicher. Man kann heute nicht mehr gut von türkisch-iranischen Beziehungen sprechen, obgleich formell alles beim alten geblieben ist, also die vertraglichen Bindungen zwischen diesen beiden Staaten weiterhin formell bestehen und die beiden Staaten zu einander diplomatische Beziehungen unterhalten. Es hat allerdings den>Anschein, als ob die iranische Vertretung in Ankara kaum noch funktionsfähig wäre. Es heißt, ein Teil ihres Personals höre nicht mehr auf die Anweisungen der iranischen Regierung. Abberufungen, die Teheran vorgenommen hat, soll nicht Folge geleistet worden sein. Die formell noch bestehenden vertraglichen Bin- düngen zwischen der Türkei und dem Iran ergeben sich vor allem aus dem vorderasiatischen Pakt vom 8. Juli 1937, der in Schloß Saadabad in Teheran unterzeichnet wurde, und dessen Partner neben Aron und der Türkei, auch noch der Irak und Afghanistan waren. In dem Vertrag verpflichten sich die vier Partner zur Nichteinmischung in innere Angelegenheiten der anderen, zur Achtung der Unverletzlichkeit der gemeinsamen Grenzen, zur Kon- fulation bei allen Konflikten internationalen Charakters, die auf die gemeinsamen Interessen der Vertragspartner Bezug haben, zum Nichtangriff, zum Verbot aller Organisationen und Betätigungen auf dem Gebiete eines Partners, die zur Vorbereitung einer Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines anderen Vertragspartners dienen sollen. m die im linken Abschnitt zusammengeballte Masss der Bolschewisten. Mit dem Mute der VerMeiflung stoßen Bolschewisten und Sowjetpanzer aus Parpatsch heraus zum Gegenstoß in die Flanke der vorgehenden Infanterie. Ein vergebliches Unternehmen. Es zerschellt im Feuer deutscher Geschütze und Infanterie« wassen. Während in der Nacht deutsche Panzer sich bereits stellen zum Stoß an die Südküste des Asow- schen Meeres, orgeln aus den Rohren der bote fchewistischen Kriegsmarine auf dem Schwarzen Meer schwere Koffer heran. In ihre Detonationen mischt sich das dumpfe Krachen bolschewistischer Bomben. Die Nacht ist ihre einzige Chance, aber sie ist kurz, und kaum ist der Spuk zu Ende, da rasseln bereits hie Panzer, während Infanteristen und Gebirgsjäger wieder den zügigen Vormarsch nachOsten auf genommen haben. Gegen Mittag sind weitere 10 Kilometer geschafft und ist gleichzeitig Raum nach Norden gewonnen. Im ehemaligen Hauptquartier einer bolschewistischen Armee stehen deutsche Soldaten. Weit über die Jnfanteriespitze hinaus ist eine Vorausabteilung vorgestoßen und rollt nach Osten. Es gilt, die ausgebaute, aber noch schwach besetzte Suita n o w k a - L i n i e zu nehmen, ehe die Bolschewisten sich in diese Auffangstellung zurückziehen und zur neuen Verteidigung einrichten können. Am frühen Morgen des dritten Angriffstages — es ist der 10. Mai — ist auch diese Stellung erreicht und der alte, jetzt neu armierte Tatarengraben über« schritten. Rumänische motorisierte Infanterie hat zur gleichen Zeit einen vor dieser Linie befindlichen bolschewistischen Feldflugplatz gestürmt und in Besitz genommen. Ein letzter Hoffnungsschimmer schien sich den Bolschewisten zu bieten, als am Vorabend schwere Regenwolken aufzogen und bald darauf Straßen und Wege in grundlose Moraste verwandelt waren. Mit Traktoren und Raupenfahrzeugen versuchen sie den Rückzug aus dem sich bereits vor der Parpatsch- Linie abzeichnenden Kessel und hoffen, die alte Nachschubstraße noch feindfrei zu finden und einen Angriff in die Flanke der vormarschierenden deutschen Divisionen tragen zu können. Nur wenigen Teilen gelingt der Ausbruchsversuch. Im zähen Kampf gegen die konzentrierte und von den Höhen nordwestlich der Parpatsch-Linie geleitete Sowjet- artiUerie und gegen den breiigen Schlamm arbeiten ich deutsche Panzer und motorisierte Kräfte an dis Nachschubstraßen heran. Die letzte Hoffnung des Feindes geht unter im Hagel deutscher Bomben Und Granaten. DNB. ... 14. Mai. (PK.) In den jungen Morgen des 8. Mai schnellen farbige Leuchtkugeln und zerplatzen in viele, leuchtende Sterne in der nebel- und rauchgeschwängerten Luft des beginnenden Tages. Für» Sekunden scheint uns allen, die dies erhoffte Zeichen sehen, das grollende Donnern der vielen hundert Geschütze zu verstummen. Tausende Augenpaare starren nach vorn. Ist das denn überhaupt möglich? Narrt uns nicht alle ein böser Spuk? Jetzt, 45 Minuten nach dem ersten Feuerorkan unserer Batterien, ehe noch Bomber und Stukas die Bunker der ausgebauten Parpatsch-Stel- l u n g zerschlagen haben, ist der Panzer- graben, das Rückgrat des bolschewistischen Der- teidigungssystems, durchbrochen? Mit dem er- ten Motorengebrüll der Stukas am Horizont flattern wiederum Leuchtzeichen zum Himmel. Die Sterne geben die Gewißheit: der Panzergraben ist — noch keine Stunde nach Angriffsbeginn — an mehreren Stellen von Infanteristen und Gebirgsjägern genommen worden. Das Unglaubliche ist Wirklichkeit geworden. Die Sowjets erkennen nun wohl in diesem Augenblick: dies ist kein Unternehmen um begrenzte Ziele ober irgendwelche Geländepunkte, das ist der Beginn der Entscheidungsschlacht um die Halbinsel Kertsch! Mit jedem Meter, den die tief einsinkenden Ketten der Panzer dem aufgeweichten Boden zum Trotz schaffen, schließt sich der Ring um die eingeschlossenen SowjetdiVisionen enger, bis endlich das Asow-- sche Meer erreicht und die Schlinge zu- gezogen ist. Der erste Kessel — im Gegensatz zu allen anderen Kesselschlachten auf engstem Raum, denn die Landenge beiderseits Parpatsch hat nur eine Breite von 17 Kilometer — ist vollendet. Beinahe 50 Kilometer weiter ostwärts lassen sich zu gleicher Zeit die Anfänge eines zwei- t e n Kessels erkennen, der die hinter der Par« patsch-Linie befindlichen Teile der Sowjetarmee auf- fangen soll. Die Sultanowka-Linie —'am frühen Morgen erreicht — wird planmäßig trotz starken Feindwiderstandes nach Norden aufgerollt. Damit wird den nach Kertsch weichenden Feindteilen in ihrer eigenen Auffang st eil ung ein eiserner Riegel vorgeschoben. Das Schicksal der bolschewistischen SUmee auf der Halbinsel Kertsch ist besiegelt. Während deutsche und rumänische Verbände den Ring um die vor der Parpatsch-Stellung eingeschlossenen Bolschewisten enger und enger ziehen, vollendet sich auch der zweite Kessel, der die Masse vieler Sowjetdivisionen umschließt. Nach vier Mona- ten erbitterten Stellungskampfes marschiert die deick- sche Infanterie auf der Straße nach Kertsch. eine geringe Anzahl, leer blieben. In den Bunkern, bei den Infanteristen, lagen die Bücher, deren Ver- zeichms eine Auswahl bot, die sich sehen lassen konnte. Da saß einer am Gruppentisch und las „Die Wölfe" von Herbert Volk, neben ihm der andere mit vor Erregung gerötetem Kopf Sanders „Kid meldet sich" und der dritte las auf seiner Schlafstelle zurückgezogen für sich und war in Bluncks Gedichtband „Brüder" vertieft. Ein jeder wähnte sich in seinem Reich, .so wie sie der Krieg zusayimengebracht hatte, und sie zu einer unlösbaren Kameradschaft band. Sie fühlten sich emporgehoben aus all dem Schweren, das der Kampf gegen eine vertierte Menschenherde brachte, der im letzten Grunde nicht zu beschreiben ist, und mögen die Worte noch so treffend sein. Wie dankbar ist em jeder Leser dem Kameraden gewesen, der diese Frontbibliothet aufbaute. Er stand in ihrer Mitte und wußte um den Wert des Buches in diesem Krieg. Unermüdlich trug er Band um Band zusammen und machte so allen Angehörigen der Kompanie, ja des ganzen Bataillons diese Bücherei zugänglich. Nach der Essenausgabe stand er mit seinen Bücherkisten im Schnee vor einer der Lehmkaten, zu der die Bolschewisten keine Einsicht hatten. Im Schneehemd, dem Auge des Feindes getarnt, kamen die Infanteristen aus den Bunkern, um sich die Bände auszuleihen. Und nicht wenige fanden jeden Mittag den Weg zu ihrem „Bibliothekar". Wie freute er sich, und mit Stolz stellte er nach jeder Leihstunde die hohe Aufgabe seiner Bücher fest. Das Bewußtsein, seinen Kameraden mit jedem Buch geholfen zu haben, machte ihn froh. Viele, viele Zeitungsausschnitte barg ein Feldpostkarton, und je nach den Forderungen des einzelnen'legte er ihm einen Witz, einen treffenden Bericht, oder ein Gedicht ans Herz. War fein Kundenkreis auch noch so groß, mit der Zeit hatte er einen jeden kennengelernt, und immer fand er für ihn das Richtige. Ja, die Kompanie schaute stolz auf. ihren „Bibliothekar", in ihm fand sie einen Betreuer, der die Soldaten an den langen Winterabenden um die Petroleumlampe zusammenrückcn ließ, der ihnen über manchen nicht endenwollenden Tag hinweghalf. Gleichgültigkeit oder üble Stimmung kamen trotz aller Härten und Anforderungen dieses Krieges nie auf. Die Frontbibliothek hatte viel dazu beige? tragen. Kriegsberichtet Herbert Njekamp. > Landschaft mit sich herum trägt. Wie sehnsuchtsvoll äußert sich in Feldpostbriefen der Wunsch nach einem warmen Bad, überhaupt nach Reinlichkeit, nach einem weichen, richtigen Bett. Der Krieg hat die kulturellen Ansprüche des Landsers zwangsläufig auf ein Mindestmaß gedrosselt. Aber niemals wird er aufhören, sich nach dem Lebensstandard zu sehen, den in der Heimat auch der Aermste mit Selbstoerstäydlichkeit für sich beanspruchen darf. Mit anderen Worten: Um in der primitiven Welt des Ostens als hochwertiger Kämpfer bestehen zu können, muß sich der deutsche Soldat zu einem niedrigeren Niveau des äußeren Lebens, als er es selbst unter Anrechnung der Kriegsverhältnisse erwartet haben mag, überwinden. Diese Anpassung ist ihm nicht leicht gefallen, sie ist ein ganz bewußter Vorgang, mit dem sich unsere Soldaten die äußeren Voraussetzungen schufen, um ihre militärische Ueberlegenheit zur Anwendung bringen zu können. Während der Sowjetsoldat in der stumpfen Gleichgültigkeit des willenlosen Werkzeuges einer bedenkenlosen Führung zum Kampf antritt, begegnet ihm der deutsche Soldat in dem Bewußtsein, daß von dem Ausgang des Ringens dieser beiden Welten die Erhaltung alles dessen abhängt, was wir in seiner vielgestaltigen Aeußerung mit dem Sammelbegriff Kultur ansprechen können. Es ist das Bewußtsein einer deutschen Sendung und eines europäischen Auftrags. -Und es geschieht das Wunderbare, daß der einzelne deutsche Soldat nicht nur mit einem dieser in ihrer Primitivität so gefährlichen Gegner fertig wird, sondern mit einer ganzen Anzahl und oft genug mit einer erdrückenden Uebermacht. Jeder derartige Erfolg, und unzählige sind uns bekannt geworden, ist ein Triumph des Geistes, eine Bestätigung deutschen Heldentums unter schwierigsten Bedingungen. Wenn in einigen Wochen wieder Staubfahnen die Bormarschstraßen der deutschen Armeen in undurchsichtige Wolken einhüllen, wenn der feinkörnige Schmutz das Gesicht überkrustet, die Augen rötet und sich in jede Pore frißt, wenn die glühende, Hitze den Marschierer ausdörrt, dann werden diese Begleiterscheinungen des schnell einbrechenden heißen Sommers und der verheerenden Verkehrsverhältnisse in der Sowjetunion unseren Soldaten nur die nüchterne Feststellung abringen können: Alles schon mal dagewesen! Diese Monate der Offensive, die Höchstes aus dem Körper herausholen, was ein Mensch zu leisten in der Lage ist, sind die große Zeit der deutschen Wehrmacht. Wie ost hat bei den harten Äbwehrkämpfen des Winters die Vorstellung uni» zugleich die feste Zuversicht mit- gekämpst: Wenn es erst wiederdvorwärts geht ...! Der deutsche Sottrat hat sich in diesem Winter zum ersten Mal im neuen Weltkrieg auf Verteidigung einstellen müssen. Das auch diese Verteidigung offensiv geführt werden konnte, ist das große Verdienst der deutschen Führung wie der nie erlahmenden Einsatzfreudigkeit der kämpfenden Truppe. Das Schicksal hat es gefügt, daß unsere Feldgrauen den ersten Winter am Feind in der furchtbarsten Form, wie er seit anderthalb Jahrhunderten aufgetreten ist, überstehen mußten. Da bedarf es der Versicherung kaum, daß kein deutscher Soldat, der dabei gewesen ist, je wieder in seinem Leben vergessen kann, was das heißt, bei 30 oder 40 Minusgraden dem Ansturm eines Gegners zu trotzen, der eben auf diese Kälte und darauf, daß die Deutschen ihr nicht gewachsen sein könnten, seine letzte Hoffnung aufbaute. Die Spuren des schweren Erlebens in diesem Winter 1941/42 haben sich bei unseren Soldaten tief eingegraben, und cs wird nicht als vereinzelte Erscheinung zu bewerten sein, wenn ein junger Kamerad schreibt, er fühle sich u m Jahre älter und .reifer. Unsere Soldaten haben wahrhaftig keine Veranlassung, diesen vergangenen Monaten, obwohl sie die vielleicht größte Bewährungsprobe ihres Kämpfertums umspannen, eine Abschiedsträne nachzuweinen. Wie der Ueberaang vom Sommer zum Herbst vollzieht sich die Wende vom Winter zum Frühling zunächst in Feuchte, Schlamm, kalten Nächten, auf« geweichten Stellungen, versinkenden Fahrzeugen. Damals lag über unseren Truppen als Ahnung die Härte des bevorstehenden Winters, der dann alle Vermutungen übertraf und so viele Male grausamer wurde, als die Phantasie ihn auszumalen imstande war. Die Zeit der Schneeschmelze stellt die Truppe vor keineswegs geringere Probleme als1 der regenreiche Herbst im vergangenen Jahr. Die Feuchtigkeit zieht von unten her an den Soldaten hoch, das Kampffeld ist in einen einzigen Morast verwandelt, der Nachschub guält sich durch grundlose Wege. Was diesen Zustand von dem des Herbstes wesentlich unterscheidet, ist die Gewißheit seiner zeitlichen Begrenzung. Nach dieser Periode der aufgeweichten Sowjetunion folgt eine Jahreszeit, die unsere Soldaten im Osten schon einmal miterlebt haben. Der Jahreskreis steht im Begriff, sich zu schließen. Der schlammige Tümpel, heute noch Gegenstand des täglichen Aergers, trägt demnächst schon den schweren Panzerwagen, der mit dröhnenden Motoren zum Angriff rollt, als Wegbereiter eines neuen Vormarsches. Das Echo von Kertsch. Berlin, 14. Mai. (DNB.) Der Sieg der deutschen und rumänischen Truppeß in der Durchbruchs- fchlacht.von Kertsch findet im Ausland nachhaltigen Widerhall. Die Blätter berichten in sensationeller Aufmachung und in eingehenden Kommentaren über den großartigen Erfolg und bringen spaltenlange Einzelheiten über die siegreichen Kämpfe, zum Teil durch zahlreiche Bilder noch besonders unterstrichen. Die italienische Presse hebt vor allem den ungeheuren Eindruck auf die Weltöffentlichkeit und die im feindlichen Lager herrschende Bestürzung hervor. „Der deutsche Angriff straft die Moskauer und Londoner Strategen Lügen", lautet eine Schlagzeile des „Popolo di Roma". — Der Militärberichterstatter der Agenzia Stefani unterstreicht die Schnelligkeit, mit der die deutsche Armee den ersten diesjährigen großen Erfolg an der Ostfront errungen hat. Diese erste Durchbruchsschlacht bestätige die unbe- dinate Ueberlegenheit der Deutschen über die sowjetischen Armeen. Die deutsche Kriegsmaschine, so hebt „Corriere della Sera" hervor, hat bewiesen, daß sie während des Winters nicht eingefroren ist. Mit einer alles über den Haufen werfenden Kraft und einem Stil, der an die Zeiten der Offensive im Westen erinnert, habe sie jedes Hindernis bezwungen und dem Gegner einen überaus schweren Schlag versetzt. Auch in Japan ist man begeistert. Die entscheidende Durchbruchsschlacht von Kertsch in knapp fünf Tagen sei, wie „Tokio Nitschi Ritsche" feststellt, nur ein Beweis dafür, wie gut man sich in Deutschland vorbereitet habe. Mit großem Vertrauen könne das deutsche Volk der kommenden Entwicklung in den militärischen Auseinandersetzungen an der Ostfront entgegensehen. Der Sieg auf der Halbinsel Kertsch bilbet die Aufmachung der rumänischen Blätter, die ihm auch ausführliche Kommentare widmen. Die Schlacht hat, so schreibt der Bukarester „UnioerfuT, erneut die Ueberlegenheit der Angriffsmethoden, des Kriegsmaterials und der Kampfmoral der deutschen und rumänischen Truppen bewiesen. Der „Timpul" betont, daß die Sowjets zu Beginn des Angriffs die Ueberlegenheit der Zahl hatten, durch die deutschen AngriffsMethoden aber bereits in den ersten Stunden die Schlacht verloren hätten. Die Ueberlegen- beit der deutschen Luftwaffe und ihre überraschenden Angriffe seien dabei von entscheidender Bedeutung gewesen. Die Sondermeldung über die siegreiche Durchbruchsschlacht wurde in Portugal überall schnell bekannt und gab allerorts zu lebhaften Kommentaren Anlaß. Allgemein wird dabei äuf die letzte Ehur- chill-Rede hingewiesen, in der dieser sagte, daß keinerlei Anzeichen einer größeren Operation vorlägen. Als Churchill diese Worte sprach, war der Angriff auf Kertsch «jedoch bereits im Gange, was für die Informationsquellen des britischen Außenministers nicht gerade schmeichelhaft fei. Die Madrider ,Hnformaciones" bezeichnet die Schlacht von Kertsch als einen wichtigen Markstein der Geschichte dieses Krieges und fügt hinzu, die eindrucksvollen Gefangenen- und Beuteziffern stünden würdig an der Seite der großen Siege im vergangenen Sommer und feien ein kategorischer Beweis dafür, daß der Winter weder den Geist noch die Kampfkraft des deutschen Soldaten geschwächt habe. Die Zeitung „Madrid" stellt fest, daß Deutschland am Vorabend entscheidender Ereignisse über die beste Armee verfüge. Die Soldaten an der Front und die Deutschen in der Heimat hätten das Gefühl, daß mit der Schlacht auf Kertsch ein neuer Kampfabschnitt begonnen habe. Hebe rau 5 groß sei die Zuversicht, der Glaube an den Sieg und genau so stark die Moral der Deutschen. Oer Trumpf der Deutschen. AmerikanischeZeitschriftmuß deutscheUeberlegenheit an derOstfrontanerkennen. Genf, 14. Mai. (DNB.) In einem Artikel der Mai-Nurnrner der USA.-Zeitschrift „Fortune", der sich mit den kriegerischen Auseinandersetzungen im Osten beschäftigt, heißt es über den Ostfeld - zug des vergangenen Sommers, daß Deutschland das bessere Material, die besseren Truppen und die besseren Panzer gehabt habe. „Die' Deutschen mußten in einem verwüsteten Land vor- rücken", so rühmt der Artikelschreiber die deutschen Leistungen, „wo alle Verbindungslinien und Transportmöglichkeiten unterbrochen waren. Die sowjetischen Verteidiger hatten dagegen den Vorteil der intakten Verbindungen sowie ein großes Eisenbahn- und Straßennetz." Auch den deutschen Verteid i gungs- kämpfen des vergangenen Winters wird der Artikel durchaus gerecht in der Feststellung, daß eine Form der Verteidigung deutscherseits entwickelt wurde, in der Männer, von Frost gepeinigt, immer wieder kämpfend ausharrten. Mit erstaunlicher Zähigkeit hätten die Deutschen in ihren Jgel- bastionen, die schnell von ihren Ingenieuren und Arbeitsbataillonen aufgebaut wurden, stand geh alten. Für die kommenden Kämpfe komme es weniger auf die Menge als auf die Qualität an, und d i e Qualität feiderTrumpfder Deutschen. Was den Ersatz der Panzer und Flugzeuge angehe, so verfüge Deutschland nicht nur über seine eigene, sondern über die Industrie des ganzen Kontingents. Nachdem die Zeitschrift die deutschen Er. folgsaussichten durchweg positiv beurteilt und die Feststellung gemacht hat, daß der Augenschein die Deutschen begünstige, wird die Frage be- handelt, wie die Sowjets für die kommenden Ereignisse ausgerüstet sind. Die Bolschewisten könnten wohl mobilisieren, aber es käme auf d i e Quält» tat an. Artillerie- und andere Fahrzeuge bildeten wahrscheinlich für die Sowjetunion fein Problem, wohl aber der 23 e r 1 u ft der Fabriken in Charkow, Kramatorsk und Rostow, sowie des Eisenerzes in Kriwojrog, der metallurgischen Produktion der Städte am Dnjepr und Donez und der endlosen Kette von Maschinenfabriken und chemischen Jndu- dustrien. Die sowjetische Produktion ser dadurch verkrüppelt. Die Hoffnung, daß diese sowjetischen Verluste durch Lieferungen der US2L und Englands wieder wettgemacht würden, scheint nach Ansicht der Zeitschrift nur schwach. Weiter er- wähnt der Artikel die Notwendigkeit, die sonye- tischen Heere neu zu organisieren und ihren taktischen Einsatz in diesem Frühjahr zu verbessern. Als Kernpunkt des Problems wird in diesem Zusammenhang eine „fähige sowjetische Führung" gefordert, deren Fehlen int Jahre 1941 den größten Zusammenbruch heraufbeschworen habe. Die „sowjetische Taktik" sei fedoch noch ein tiefes Geheimnis und dabei doch der wichtigste aller Faktoren. Ä«Tagen65SWemii375000VM.versenkt Berlin, 14. Mai. (DNB.) Deutschen U-Booten gelang es in den e r ft e n vierzehn Tagen dieses Monats, wiederum 65 Schiffe mit 375 000BRT. vor der amerikanischen Küste im Atlantik zu versenken. Der größte Teil dieser Schiffe ist namentlich bekannt, so daß ihre Größe einwandfrei festgestellt werden koynte. So sind auch jetzt wieder eine Reihe großer moderner Tanker von über 10 000 BRT. in der Mississippi-Mündung, im Karibischen Meer und bei den Kleinen Antillen sowie mehrere große Dampfer von 8000 und mehr BRT. in den gleichen Seegebieten und bei Florida versenkt worden. Der im heutigen 'Bericht des OKW. gemeldete Geleitzugerfolg wurde durch eine kleine U-Boot-Gruppe in der Mitte des Atlantik erzielt. Die Boote griffen das auf dem Wege von England nach Amerika befindliche Geleit zwei Tage und Nächte, hindurch unentwegt an und hängten sich trotz teilweise sehr schlechter Sicht, die durch Regenschauer oft völlig genommen war, zäh und verbissen an den Gegner. Während Zerstörer und Bewacher einen Teil der U-Bvote abdrängten und verfolgten, trugen andere Boote unter Umgehung der Sicherung ihren Angriff erneut gegen die Schiffe vor. Dieser erfolgreiche Geleitzugangriff zeigt, daß die Schlacht im Atlantik nicht nur auf dem Wege England—Amerika, sondern auf allen Schiffahrtswegen von Grönland bis zum Süd- atlantik ausgetragen wird, wo deutsche Seestreitkräfte nicht um1 Gelände oder Seegebiete, sondern um Tonnage und Fracht überlegen kämpfen. ♦ Wieder haben die deutschen U-Bvote außerordentliche Erfolge im Kampf gegen die feindliche 23er« sorgungsschiffahrt erzielt. Während sie im Nord- atlantik aus einem Geleitzug der Englandfahrt in mehrtägigem, schwerem und zähem Kampf neun Schiffe mit 31 000 BRT. versenken und einen weiteren Dampfer durch Torpedotreffer beschädigen konnten, schickten sie in den amerikanischen Gewässern 12' Handelsschiffe mit 82 000 BRT. und einen USA.-Bewacher auf den Grund des Meeres. Damit hat die feindtiche Schiffahrt innerhalb weniger Tage wieder 113 000 BRT. in Form von 21 Schiffen verloren. Die ohnedies ftänbig im Wachsen begriffene Tonnagenot ist dadurch erheblich vergrößert worden. Allmählich' wird man sich der Gefahr dieser ständigen Verluste auch in den Vereinigten Staaten bewußt. Der neue Erfolg der U-Boote unterstreicht die Ausführungen, die bereits heute in USA.-Dlättern zu diesem Thema gemacht werden. Vor allem ist er eine schlagende Illustration zu dem von der USA.-Zeitschrift „United States News" dieser Tage unter dem Titel „Die Schlacht im Atlantik entscheidet sich gegen die USA, und ihren 23erbünbeten" veröffentlichten Artikel, in dem es u. a. heißt: „Das U-Boot schlägt der Schiffahrt der Verbündeten furchtbare Wunden. Dreimal während dieses Krieges sind die monatlichen Verluste höher als eine halbe Million Bruttoregistertonnen gewesen. Die deutschen und italienischen U-Boote sind viel besser als die des Weltkrieges. Außerdem konnten die deutschen U-Boote seinerzeit nur von einer sehr beschrankten Basis eingesetzt werden, während sie jetzt ihre furchtbare Jagd von den Basen des nördlichen Norwegens bis zur Biskaya aus beginnen." Je größer die Zahl der Versenkungen wird, desto stärker wird auch die Einsicht in den feindlichen Ländern werden. Und dafür, daß diese Versenkungen an Zähl zunehmen, ist gesorgt. Der Führer hat das in seiner jüngsten Reichstagsrede mit den Worten feftgeftellt: „Wie unsere U-Boots aber wirken können, das wird sich von Monat zu Monat mehr erweisen. Denn entgegen der wein- seligen Behauptung Churchills im Herbst 1939 vom Ende der deutschen U-Boote kann ich ihm nur versichern, daß ihre Zahl nach einem festen Rhythmus von Monat zu Monat wächst, und daß sie heute bereits die Höchstzahl der U-Boote des Weltkrieges weit hinter sich gelassen hat." Amerika spürt die Folgen. Berlin, 14. Mai. (DNB.) Während auf der Halbinsel Kertsch den Bolschewisten schwere Schläge zugefügt werden, ist 8000 Kilometer von diesem Kriegsschauplatz entfernt, an der amerikanischen Ostküste, im Golf von Mexiko, int Karibischen Meer und in den Weiten des Atlantiks die deutsche U- Boot-Waffe unermüdlich tätig, um die feindliche Versorgungsschiffahrt zu stören und neue empsind- liche Lücken in den Handelsschiffsbestand des Gegners zu reißen. Während die amerikanische und britische Propaganda sich bemüht, von einem angeblichen „Nachlassen" der deutschen U-Boot-Tätigkeit zu sprechen und das eigene Volk mit dem Hinweis auf phantastische Neubauziffern zu trösten, mehren sich nicht nur in den U S 21., sondern auch in den benachbarten Staaten die Schwierigkeiten, die unmittelbar auf die U-Boot-Tätigkeit der Achsenmächte zurückzuführen sind. So herrscht auf dem amerikanischen Versicherungsmarkt eine derartige Verwirrung, daß die Tätigung neuer Versichern ngs- abschlüsse für Schiffstransporte in amerikanischen Gewässern kaum noch möglich ist. Der Prämienmarkt ist völlig in Unordnung geraten, so daß die Versicherungsnehmer, die Ueberseetrans- porte durchführen, in keinem Falle wissen, mit welcher Prämien sie zu rechnen haben bzw. ob die Versicherung überhaupt angenommen wird. Der Schiffsraummangel hat schon nach Adolf Menzel und die Gorma. Von Reinhold Zickel. »i Lessing und Menzel besteht eine tiefe rwandtschaft. Kein Wunder also, daß es Menzel reizen mußte, für das Deutsche Theater die Bühnenbilder au „Minna von Barnhelm", ein Stück, das er über alles liebte, zu entwerfen. Bei der Hauptprobe war der Meister zugegen. Für die Rolle der Minna war die Sorma eingesetzt, gewiß eine der besten Darstellerinnen dieser Figur. Nach der Probe nahte sich die Künstlerin noch im Kostüm ehrerbietig dem Maler und fragte ihn in ihrer anmutig-bezaubernden Art, ob Exzellenz mit ihrer Verkörperung der, Minna zufrieden sei. Menzel erhob sich aus dem Schatten der Loge, wo er bisher gesessen hatte, trat ins Licht und sah die Künsllerin durch die Brillengläser ein wenig, wie ihr schien, von der Seite an und ließ seinen Blick forschend über ihr Kostüm gleiten. „Die Damen bei Hofe", sagte er dann, „pflegen auf Kostümfesten gern nach friderizianischer Manier in Reifrock und Perücke zu erscheinen. Allein sie wissen sich in der ungewohnten Montur meist nur ungeschickt zu bewegen und wirken wie Marionetten. Sie, mein Fräulein, tragen diese Kleider, als wären Sie mit ihnen geboren. Das ist für einen Maler angenehm zu sehen." Die Sorma knickste auf dieses Lob hin vor dem Meister, und ein Lächeln des Triumphes umspielte ihren Mund. Menzel sah es und fuhr fort: „Freilich ist dies nur das Exterieur Ihrer Rolle." Das Lächeln auf dem Gesicht der Sorma erstarb, ein wenig befangen und erschreckt sah sie den Meister an. „Was nun die Rolle der Minna selber angeht, so halte ich sie für eine sehr schwierige Aufgabe für eine Frau. Sie müßte schon den Geist und dss Herz Lessings haben, um sie vollendet spielen zu können. Wer aber besitzt das heute noch unter den Männern, die die Bretter beherrschen, geschweige unter den Frauen?! Uebrigens spielen Sie, mein Fräulein, die Rolle nicht übel." Dieses Lob — denn das sollte es sein —, das sich der Unerbittliche abrang, wurde von der Sorma wohl nur halb verstanden, denn sie blieb schweigend vor dem Meister stehn, als erwarte sie noch etwas wm ihm. Menzel fühlte es und fuhr fortr „Wenn Sie sich nicht voll gewürdigt fühlen sollten, mein Fräulein, dann vergessen Sie bitte Nicht, daß ich erstens nur ein Maler und kein Schau- fpieter, und daß ich zweitens nur ein Junggeselle und fein Ehemann, geschweige Bräutigam bin. Beides belastet mich in den Augen der Damen gewiß schwer." Er besann sich einen Moment, zog bann seinen Notizblock aus der Tasche und hielt der Künstlerin das oberste Blatt vor die Augen: „Ich habe es vorhin in der Loge gezeichnet", sagte er. „Sie werden die Dame wohl erkennen und auch den Herrn, der vor ihr steht." „Allerdings, Exzellenz!", sagte die Sorma, hingerissen von dem geistreichen Motiv und der genialen Manier, in der Menzel es flüchtig hinge setzt hatte. Er hatte nämlich mit wenigen Strichen die Sorma festgehalten in dem Moment, wo sie Tell- heim den Ring zurückgibt und ihn so überlistet: „Hier! Nehmen Sie den Ring wieder zurück, mit dem Sie mir Ihre Treue verpflichtet." Als Partner aber hatte Menzel nicht den Tellheim der Bühne, wie er ihn gesehen, konterfeit, sondern sich selber mit Zylinder und Stock, die linke Hand auf dem Rücken. Freilich kehrte er der Minna den Rücken zu, offenbar um ihr seine gänzliche Uninteressiertheit an ihrer Person drastisch zu demonstrieren. Darunter stand in Schnörkelschrift: Vorsicht! Sirene singt! Die Sorma betrachtete die geistreiche Skizze, während sich der Meister an ihrem Mienenspiel weidete: ein leichter Aerger über den frostigen Liebhaber ihrer Kunst schien mit 'dem Entzücken über,, das kleine Kunstwerk um die Wette zu laufen. Plötzlich ging ein befreites Lächeln über ihr Gesicht: | „Exzellenz!", sagte sie mit ihrer bezaubernden Stimme, „Sie haben mir wirklich ein großes Lob I gespendet." „Wieso?" fragte Menzel, nun seinerseits ein wenig verblüfft. I „Ich werde meinen Partner bitten, daß er bei der Vorstellung morgen in dieser Szene mir den Rücken dreht und dabei die linke Hand so hält, wie Sie es hier in dieser entzückenden Skizze tun." „Was ist los mit der Hand?" fragte Menzel und prüfte die eigene Arbeit noch einmal kritisch nach. „Diese Hand ist geöffnet", sagte die Sorma, „und der Ring würde bestimmt nicht zu Boden fallen, wenn Minna ihn hineinlegte/ Tatsächlich lag die Hand des Meisters in der Skizze so auf dem Rücken, als öffnetd sie sich einer Gabe entgegen, die ihr von hinten zugesteckt werden soll — Menzel schwieg einen Augenblick. „Sie haben wirklich etwas vom Geiste Lessings in sich, mein Fräulein", sagte er dann. „Nehmen Sie bitte diese kleine Erinnerung an die heutige Generalprobe der »Minnas Sie haben diese Probe gut bestanden." Die Sorma beugte sich nieder und küßte dem Meister die Hand, aus der sie die Skizze nahm. „Eigentlich hätte ich ihr die Hand küssen sollen", sagte der Meister, als er später einmal die Keine Geschichte erzählte. „Aber ich hatte ihr ja schon wieder den Rücken gedreht", fügte er hinzu. „(Eine scharmante Frau, diese Sorma! Und bie„ Minna spielte sie nicht übel — wirklich nicht übel!" Bücherkiste vorm Feind. Die Frontbiblwthek unserer Soldaten. DKD. (PK.) Welch hohe Gabe das Buch ist, hat der Soldat in diesem Winterkrieg so recht erkannt. War es ihm auch Unterhaltung in den freien Stunden, löste es ihn doch für diese Zeit aus all den harten Forderungen der Natur und des Kampfes, wie er schwerer nicht sein kann, um ihn in eine Welt zu setzen, die Zuversicht und Kraft barg. War es dem einen das Sichfinden, gab es dem anderen die Freude und den Gesprächsstoff zu fo mancher Diskussion, wie wir sie oft in den Gruppenbunkern antrafen, die uns mitlachen ließen und zeigten, daß doch nicht die Oedheit, der immerwährende Kampf und die damit allzu leicht hereinfallende Sturheit den Frontsoldaten beherrschten. Ja, das Buch gab neben den Heimatbriefen die Besinnung auf das Leben, zu dem all unsere Gedanken die Brücke schlagen. Wie abgegriffen sahen die Einbände aus und zerlesen jede Seite. Es war keine gepflegte Sammlung, nein, die Frontbibliothek einer Infanteriekompanie. Soldatenhände sind rauh und hart, und der Schmutz zwischen der Druckerschwärze kann niemand zum Vorwurf gemacht werden, im Gegenteil, zeugt er doch von der Erfüllung, die jede Zeile seinem Leser war. Weit über zweihundert Bände füllten einige Munitionskisten. dis aber ün Durchschnitt, bis auf knapp fünf Monaten Krieg einen solchen Umfang angenommen, daß, um ein anderes Beispiel zu nennen, die kubanischen Zuckerexporteure über die immer stärker werdende Aufstapelung von Zuckervorräten auf Kuba klagen. (Es fehlt der Schiffsraum, um die Zuckermengen nach den USA. schaffen zu können. So liegen Hunderttausende von Tonnen Zucker in den Lagerhäusern von Habanna, Matanzas und Santiago und warten auf Verschiffung, während in den USA. der Zucker knapp wird. Zahlungsfristen können wegen der immer stärker werdenden Verschiffungsschwierigkeiten nicht eingehalten werden, und die Pflanzer Kubas haben das Nach- sehen, weil man ihnen den Zucker wegen der UeberfüUung der zpr Verfügung stehenden Lagerhäuser nicht mehr abnimmt. Alles das sind unmittelbare Folgen des U-Boot- Krieges der Achsenmächte, der mit steigendem Erfolg bis unmittelbar vor die amerikanischen Häfen herangetragen worden ist. 15500 Häuser auf Matta zerstört. Genf, 14. Mai. (DNB.) „Diejenigen Engländer, die die am meisten bombardierten Teile Großbritanniens bewohnen, würden erschrecken, wenn sie die Schäden auf Malta sähen", stellt ein Sonderberichterstatter des Londoner „Observer", der Malta besuchte, fest. Es ist schwer, die Schäden zu beschreiben, da Worte allein nicht ausreichen. Nicht weniger als 15 500 Häuser sind völlig zerstört oder so schwer beschädigt, daß man sie, um sie wieder bewohnen zu können, neu aufbauen muß. Die Kriegsbeute auf Corregidor. Tokio, 14. Mai. (Europapreß.) Nach einer Verlautbarung des Kaiserlich japanischen Hauptquartiers stellte sich nach einer Aufstellung vom 1. Mai das Ergebnis der Kämpfe um Corregidor wie folgt dar: Don den 14 000 Mann feindlicher Truppen auf Corregidor verlor der Feind 700 Mann an Toten, 12 000 Mann wurden gefangen genommen, mehr als die Hälfte von ihnen find Nordamerikaner. Erbeutet wurden u. a. 174 Geschütze, 30 Flakgeschütze -und 42 Flak-MG., 330 schwere, 130 leichte Maschinengewehre, 4000 Gewehre, 12 000 Faustfeuerwaffen, 250 ' Kraftwagen, 8 Scheinwerferbatterien und große Mengen von Munition und Nahrungsmitteln. Funker bei der Infanterie. Roch liegt der Schnee auf den Wegen, und nur langsam kommen wir Funker vorwärts. Die Sonne ist längst am Horizont verschwundep, und die Nacht bricht über die unendliche Weite Sowjetrußlands herein. Die Kälte nimmt wieder zu, nachdem es tagsüber schon taute. Der Schnee knirscht unter den Fußen. Von fern hört man das scharfe Knallen der Gewehre, das Rattern der Maschinengewehre. Krachende Einschläge der Artillerie dröhnen dazwischen. Die Front kündigt sich an. An uns vorüber ziehen Spähtrupps der Infanterie feindwärts. Die Infanteristen, durch ihre Achneehemden getarnt, sind kaum auszumachen; Gespenster auf Schneeschuhen. In den weißen lieber» Zügen fängt sich der Wind. Aber endlich sind wir am Ziel. Meldung beim Kommandeur, und dann wird die Funkstelle aufgebaut. Ja, wo? Kein Haus weit und breit. Doch da schimmert noch etwas Dunkles durch die Nacht. Eine Scheune. Gespensterhaft huschen schmale Lichtstrahlen aus Taschenlampen durch den Raum. Doch schon heißt es: „Licht aus!" Sowjetische Flieger kreisen über der Stellung. Dann hämmert die Taste den Anruf in den Aether hinaus. Gespannt horcht alles hin zu dem Funker am Gerät, der, in einem Erdloch hockend, die Hörer am Ohr, während ringsumher Einschläge feindlicher Artillerie und Granatwerfer krachen, auf die Antwort wartet. Hat die Gegenstelle uns schon gehört? Bange Sekunden folgen. „Der Funkverkehr ist unter allen Umständen sicherzustellen", hallt uns noch das Mahnwort des Chefs in den Ohren. Doch da ertönt hell und klar die Antwort in der Hörmuschel: „C 14 kommen." Sprüche werden aufgenommen und durchgegeben. Die Decke über dem Kopf, damit kein Lichtstrahl nach außen dringt, so wird geschlüsselt und gefunkt. Obwohl Kälte und Wind sich jetzt wieder unangenehm bemerkbar machen, die Finger können manchmal nur mit Mühe den Bleistift halten, erfüllen doch die Funker ihre Pflicht, eingedenk dessen, daß von der Durchgabe der Befehle und Anordnungen das Schicksal und das Gelingen des Unternehmens der vorn eingesetzten Infanterie abhängt. Es ist wieder ein wenig wärmer geworden, aber immer noch pfeift der Wind mit unverminderter Heftigkeit. Für wenige Augenblicke kommt gegen Morgen die Sonne zum Vorschein. Ein wunderbares Bild, wie die Schneekristalle leuchten und glitzern ... Unteroffizier Walter Conrad. Aus der Stadt Gießen Oie Russenzeit 1813 in unserer Heimat. einem Hilfswerk für >en Ausbruch wurde und erst, als die im wegs schon von durstigen Kosaken wegaenommen 7, ‘ ' i Oberförsterhause ein- für einige Tage diese Gärten, deren Frieden sonst nur durch die Kämpfe übermütiger Knaben gestört zu werden pflegte, den belebten Anblick lagernder Kosaken, Baschkiren und ähnlichen Volkes, und die verschütteten Blumen wurden von den Hufen der Steppenpferde niebergetreten ..." Und dabei handelte es sich danials um „Freundes Wie sich diese vertierte Masse erst als Feind vera halten würde, bedarf für uns keiner Erläuterung. x E. Prass. Wem die kleine materielle Gabe wirklich ein „Opfer" sein sollte, der mag einmal durch die Straßen gehen und Umschau halten. „Vielleicht wird dir einer begegnen, der viel mehr für Deutschland geopfert hat", hat der Führer vor einiger Zeit gesagt. Daran wollen wir am kommenden Sonntag denken und durch unsere Spende gern und freudig dazu beitragen, die vielen Wunden unserer für uns" kämpfenden Front zu lindern. Ein neuer Jahrgang tritt an. NSG. Ein neuer Jahrgang tritt an! Während seit ein paar Wochen in unserem Gau die Arbeitsmaiden in die Lager beo weiblichen Reichsarbeitsdienstes eingezogen sind und nun den Bauern bei ihrer Arbeit helfen, beginnen bereits die Musterungen für den neuen Jahrgang. Mag auch manches Mädel vielleicht mit ein wenig Bangen den Weg zum RAD.-Meldeamt gegangen ordnung nur dann nicht, wenn sie im gegenseitigen Einverständnis zwischen Betriebsführer und dem Gefolgschaftmitglied erfolgt. In diesem Falle ist aber das ausgeschiebene Gefolgschastsmitglied verpflichtet, sich gemäß § 3 der Verordnung unverzüglich bei dem für seinen letzten Wohnort ober gewöhnlichen Aufenthaltsort zustänbigen Arbeitsamt persönlich ober schriftlich zu melden. Arbeitskräfte, die dieser Meldepflicht nicht nachkommen, machen sich strafbar« Lebensmittelzulagen für Hilfskräfte in der Landwirtschaft. Aus allen Kreisen des Volkes stellen sich in diesem Jahre Hilfskräfte für die Landwirtschaft zur Verfügung. Der Reichsernährungsminister hat für diese Kräfte besondere Lebensmittelzulagen bewilligt. Nach dem Erlaß können Betriebsführer landwirtschaftlicher Betriebe, die nicht in die Selbstversorgerge- meinschaft aufgenommene Arbeitskräfte vorübergehend beschäftigen und beköstigen, von der Karten* stelle zusätzliche Mengen an Lebensrnitteln zur Verpflegung dieser Arbeitskräfte, soweit sie nicht Selbstversorger sind, erhalten und zwar je Arbeitskraft und Tag 150 Gramm Mahlgetreide oder Brot, 50 Gramm Fleisch und 15 Gramm Fett. Für Lebensmittelmengen, die über diese Zusatzrationen hinaus- gehen, können die Betriebsführer von den eingesetzten Kräften entsprechende Lebensmittelmarken verlangen. Da die Beköstigung der Kräfte innerhalb der Betriebe nicht in allen Fällen möglich ist, können die Betriebsführer die zusätzlichen Lebensmittelmarken an die nichtständigen Arbeitskräfte als Ersatz für die nicht gewährte Beköstigung weitergeben. «Sonnenstrahlen als Brandstifter. Sonnensttahlenwärme kann bei Sammlung der Strahlen in Sammellinsen, wie sie die von Kindern gern benutzten Brenngläser darstellen, zur Entzündung führen. Alljährlich^ besonders im Frühjahr und Sommer, entstehen auf diese Weise durch un< vorsichtige Kinderhände zum Teil erhebliche Brandschäden. Elternhaus und Schule erwächst daher die Aufgabe, die Jugend auf die verderblichen Folgen des unbedachten Spielens mit Brenn gläsern eindringlich hinzu weisen, um durch Wecken des kind- und während noch Lampe, Spiegel ynb Blumenvase, alle gleich gut getroffen, in Scherben umher- flogen, polterten die Russen mit gezogenen Säbeln in das finstere, raucherfüllte Zimmer, den Ausbruch von Feindseligkeiten wähnend, bis es gelang, ihnen den Vorfall begreiflich zu machen. Ein Teil des russischen Kriegsvolks, das in Krofdorf selbst keinen Raum mehr fand, lagerte mit Pferden, Kamelen Und zahllosen Parkwagen in den Gärten inmitten von Stroh- und Heuhaufen, wie man solche dort zusammengeschleppt hatte. In ein förmliches Kriegslager verwandelt wurde damals durch die russischen Völker das Gelände auf der Nordseite des Dorfes, jenes Gewirre zahlreicher großer und kleiner Gärten, welches herkömmlicherweise „In den Dietzen Gärten" benannt wird. So boten denn Die MW d MkilsWl Betreff: Allgemeine kostenlose Erfinderberatung, insbesondere über die erfinderische Mitarbeit der Gefolgschaft. Sämtliche Volksgenossen, die sich in Sack>en einer Erfindung insbesondere über die erfinderische Mitarbeit der Gefolgschaft beraten lassen wollen, haben hierzu am Montag, dem 18. V. 42, vormittags zwischen 10 und 12 llhr, im Hause der DAF., Gießen, Schanzenstraße 18, kostenlos die Möglichkeit. Auskunft Zimmer 13. 1617D Meldepflicht beim Arbeitsplatzwechsel. Im Kriege muß der Arbeitseinsatz den Kriegs- erforberniffen entsprechend gelenkt werden. Die Verordnung über die Beschränkung des Arbeitsplatzwechsels vom 1. September 1939 gibt den Arbeitsämtern die dafür erforderliche Handhabe. Leider kommt es juxf) immer vor, daß Arbeitskräfte wegen Verstoßes dagegen strafbar werden, weil sie nicht beachten, daß nach § 1 der genannten Verordnung nur eine im Einverständnis mit dem zuständigen Arbeitsamt' ausgesprochene Kündigung rechtswir- kend ist. Der Zustimmung zur Lösung des Arbeitsverhältnisses bedarf es nach § 2 der genannten Verfem, heute ist auch dieses längst überwunden. Es erfolgt zunächst die Erfassung auf Grund der Personalpapiere, der Bescheinigung durch die Kreis- polizeibehörde und das Arbeitsamt und dann eine gründliche ärztliche Untersuchung, bei der die Tauglichkeit für den RAD. festgestellt wird. Führer und Führerinnen führen gemeinsam mit Aerzten die Musterung durch und sind außerdem gerne bereit, alle Fragen zu beantworten, die an sie gerichtet 'werden. Und wenn das Wort „tauglich" ertönt, dann freut sich jedes Mädel auf die Zeit, wo es als Arbeitsmaid im blauen Kleid und roten Kopftuch mithelfen kann. Und wir wissen, daß sie alle ihre Arbeit frisch und fröhlich anpacken werden. Am kommenden Sonntag werden wiederum die Sammler und Sammlerinnen von Haus zu Haus gehen, um von uns eine Spend? zu erbitten. Es wird ein Appell an unsere Herzen sein, der diesmal besonderen Zweck dient: Es gilt das Kriegs- . . erk für das Deutsche Rote Kreuz durch unsere Gabe zu unterstützen, und damit auch hier unter Beweis zu stellen, daß die Heimat die Front nie vergißt und alles tut, um durch ihr Handeln ihre stete Mithilfe tatkräftig unter Beweis zu stellen. Es ist ja so wenig, was von uns verlangt wird, wenn die Sammler an uns heran treten. Was aber gibt die Front für uns? Ihr allein verdanken wir es, daß wir in der von ihr verteidigten und geschützten Heimat leben und arbeiten dürfen. Dafür geben jene Leben, Gesundheit und Jugend in täglicher entsagungsvoller und stillschweigender Selbstverständlichkeit dahin. Sollen wir uns von ihnen beschämen lassen? Von den bunt wechselnden (Einquartierungen, durch welche 1812/13 die (Bleiberger Gegend bedrückt wurde, haben die Russen als eine der letzten und lästigsten noch lange von sich reden gemacht. Ungeheure Gefräßigkeit, welche nur durch große Quantitäten roh zubereiteter Speisen gestillt werden konnte, sowie maßlose Gier nach Branntwein waren die hervorstechendsten Eigenschaften dieser Einquartierung. Ihr Lieblingsessen bestand in Kohl (Ka- pufta), daher ihre stereotype Forderung an die Quartiergeber: „Mutter, Kapusta! Vater, Schnaps!" Die Kohlhäupter kochten sie unzerteilt in den großen Siedekesseln der Bauern, um dann mit einem Kreuzschnitt, in welchen reichlich Pfeffer gestreut wurde, aufgetragen zu werden, oft in großen Mulden ober ähnlichen Gefäßen, um die man sich beim Essen auf den Fußboden lagerte. Rasch war in den Dörfern durch den unersättlichen Durst dieser „Gäste" aller Branntweinvorrat ausgetrunken, und nun begannen diese in Ermangelung fertigen Branntweins den warmen „Vorlauf", wie er aus dem Brennapparat tarn, zu trinken. Die Manneszucht wurde mit Hilfe der Knute notdürftig aufrechterhalten. UeberaU, wo sich der gemeine Soldat unbeobachtet wußte, gestattete er sich, einem Feinde gleich, alle möglichen Ausschreitungen gegen die Personen wie gegen das Eigentum. In sehr üblem Andenken steht auch die Unreinlichkeit dieser Naturmenschen,, durch welche die Wohnungen sehr bald das Aussehen der schmutzig- ten Ställe erhielten, ganz zu schweigen des wimmelnden Unrats, den sie ip ihren Pelzen mitbrachten. Kosaken, halbwilde Lanzenreiter, mit Pfeil und Bogen bewaffnete Baschkiren marschierten durch die Gegend. Die vorerwähnten Schußwaffen sollen sie zuweilen für Geld unb gute Worte an die deutsche Jugend verkauft haben, die sich damit belustigte. Aus jener Zeit ist aus Krofdorf folgenber Be- richf überliefert: „Als kein Tropfen Feuerwasser Mehr in Krofdorf zu kaufen war und die russische (Einquartierung im Oberförsterhause desto stürmi- cher „Wotki" und „Vater Schnaps" schrie, schickte der Oberförster nach Gießen. Nie aber erreichte die neue Sendung Krofdorf, da dieselbe jedesmal unter- Wunder der Blüte. Die Hinterfront des Gebäudes ist nicht schön. Als das Gebäude errichtet wurde, putzte man die Fassade prunkhaft heraus, gab ihr Stuckverzierungen und pompöse Aufbauten. Das ist schon lange her, und ber Zahn der Zeit hat seine nagende Wirkung an dieser Pracht inzwischen erprobt. Mit der Hinterfront war allerdings schon damals kein Staat zu machen, sie wurde so lieblos hingehauen, daß sie heute geradezu erbarmungswürdig aussieht. Um die Nachbarhäuser steht es nicht besser, weshalb der schönheitsuchende/ Blick keinen Ruhepunkt zum Verweilen findet. UeberaU sieht er kahles, nüchternes Mauerwerk, das sich nach dem Hof zu in Schuppen und Quergebäuben fortsetzt. Diese Eintönigkeik der Hinterfront wird indessen in jedem Frühjahr wie durch ein Wunder verwandelt. Es ist, als wenn durch einen-Gnadenakt der Schöpfung die Bewohner für ihr Ausharren in dieser Umgebung ein wenig entschädigt werden sollten. Auf einem ungepflasterten Fleck von wenigen Quadratmetern erhebt sich auf dem Hof ein Obstbaum, ein Apfelbaum, der offensichtlich schon manche Lenze gesehen hat. An Früchten wird er selten reich, da die Bienen vermutlich nicht häufig den Weg durch die steinerne Umwelt finden. Um so schöner ist gewöhnlich der Schmuck seiner Blüten. Wenn er feine ganze Pracht entfaltet, nimmt er sich aus wie ein Märchenbaum, der nach allen Seiten feine Schönheit verschwendet und selbst noch die traurige Hinterfront wie mit stillem Glanz verklärt. Die Bewohner wissen dieses Glück zu schätzen. Bringt auch der Baum kaum einen materiellen Gewinn, so wird ihm doch die Pflege zuteil, die Ort und Umstände erlauben. Ein alter Mann aus dem Erdgeschoß, ein Mieter wie alle anderen, gräbt in jebem Frühjahr das Fleckchen (Erbe um, düngt es auch zuweilen und trägt in trockenen Sommerwochen manchen (Eimer Wasser dorthin. Würde man ihn fragen, ob er einen Auftrag ober einen besonderen Beweggrund für fein Tun habe, so bekäme man nur ein verwundertes Kopfschütteln zur Antwort. Die Psleae des Baumes ist ihm so selbstverständlich geworden wie dem Daum die ihm innewohnende Kraft, die jahraus jahrein die Blätter treibt unb die Blüten hervorbringt. Es gibt gar manchen Baum, der in diesen Tagen wieder mit dem Wunder der Blüte überrascht unb stolz seine Schönheit zur Schau trägt. Vor der Stadt unb in unseren Gärten frohlockt die schneeige Blütenpracht, daß die Seele ganz davon erfüllt wirb. Einen rührenderen Anblick aber kann es kaum geben wie jenes zarte Rosenrot ber Apfelblüten, die einen Hymnus auf die Schöpfung fingen unb so betn stillen Milieu der Hinterfront für" kurze Zeit alle Trostlosigkeit nehmen. H. W. Sch. Freudig geben! Diesmal für unsere verwundeten Soldaten. in ein Versteck gelegt wurde, um den' Inhalt in mäßigen Gaben allmählich austeilen zu können. Allein der zwölfjährige Oberförsterssohn, dem dieser haushälterische Sinn noch fehlte, beging den Schalkstreich, den Aufbewahrungsort des Fäßchens den lechzenden Kosaken zu verraten. Im Jubel trugen sie den lachenden Knaben auf den Schultern umher, setzten ihm liebkosend ihre Mützen auf unb behängten ihn mit ihren Pelzuniformen. Das Fäß» chen aber ward in einem Satze bis zum letzten Tropfen geleert ... Durch das beständige Umgehen mit Gewehren nur allzu furchtlos gemacht, versetzte der Oberförsterssohn seine Angehörigen eines Abends in schwere Verlegenheit. Wißbegierig, roeb cher Art die von den russischen Offizieren benützten Gewehre sein möchten, hatte er eine dieser Mus- keten aus einer Ecke des Zimmers herbeigeholtt Im Glauben, der Hahn des altmodischen Feuersteinschlosses stehe in ber „Ruhe", während derselbe aus Versehen noch völlig gespannt geblieben war, zielte er mit dem Gewehr nach der stiedlich brennenden Lampe unb drückte, als er das Licht recht scharf auf dem Korn hatte, ab — ein furchtbarer Knall! — quartierten Offizier einen Soldaten zur Bedeckung mitgaben, gelangte das Branntweinfäßchen unge- I leert in den Keller des Oberförsters, wo dasselbe Warnung aus Stendal Roman von A. Lothar Philipp 30. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Lanos hat nicht gesagt, daß bas seine Braut sei?" „Nie! Er hat sie auch nicht 'besonders gut behandelt. Manchmal hat er sie angeschnauzt, daß die Fetzen flogen. Lügenhaftes Frauenzimmer, erbärmliches Zigeunerschipfel, blöde Ziege, so hat er sie genannt, ich habe es genau gehört —" „Zigeuner — wie war das?" wiederholte Wenig und warf Krähe einen Blick zu. „Zigeunerschipfel. Weil sie so schwarz war und so ausländisch sprach, wissen Sie!" - „Und wie war das am Mordtage?" „Da habe ich mich nicht drum gekümmert. Ich war nachmittags weggegangen, um frische Schrippen zu holen. Mir war zwar so, als hör Wetterau und Deutsch-Japanische Gesellschaft Zweiggesellschaft Südwestdeutschland, Sitz Frankfurt am Main Sonntag, 17. Mai, 19.30 Uhr, Gießen, Neue Aula der Universität Der Kampf Japans um den Grofsraum Ostasien Redner: Admiral z.V. Richard Foerster Präsident der Deutsch-Japanischen Gesellschaft, Berlin Eintrittspreis : RM. 1.—, auf Mitgliedsausweis des Gießener Vortragsrin^es RM.0.80, Wehrmacht u. geschlossene Formationen RM. 0.50, in der Kartenverkaufsstelle der NSG.-Kraft durch Freude, Seltersweg 60, Fernruf 2141, und an der Abendkasse. Die Plätze sind numeriert. 1621 D ^e'L^o4e Zeitungsträgerin gesucht 1577 D Verlag des Gießener Anzeigers Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darnm: Kleinanzeigen in die Heimatzeitung, den filfitiAMÄMejair Stundenfrau oderMädchen für Haushalt gesucht. [02097 Seltersweg 36. Nach kurzer, tapfer ertragener Krankheit entschlief allzufrüh und unerwartet am 13. Mai, nachdem sie am 8. Mai ihrem 4. Jungen das Leben geschenkt hatte, meine liebe, unvergeßliche Frau, die treusorgende, unersetzliche Mutter, meine liebe Tochter, Schwester, Schwiegertochter, Schwägerin und Tante Frau Käthe Müller, geb. Bauer im Alter von fast 37 Jahren. In tiefer Trauer: Willi Müller, Uffz. b. d. Luftwaffe, z. Z. im Felde; Karl-Ludwig, Eckhard, Wilhelm u. Rolf; Marie Bauer Wwe.; Emilie Bauer; Fritz Bauer u. Frau; Karoline Müller Wwe.; nebst allen Verwandten. Gießen (Gnauthstraße 4), den 15. Mai 1942. Die Beerdigung findet am Montag, 18. Mai, 14 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Wir bitten von Beileidsbesuchen abzuschen. 02288 Plötzlich und unerwartet starb heute morgen um 4 Uhr unser lieber, hoffnungsvoller Sohn, Bruder, Schwager und Pate Richard Laux im blühenden Alter von nahezu 26 Jahren. In tiefer Trauer: Gg. Laux und Frau, geb. Rippert Familie Heinrich Menges VIII. Familie Wilhelm Laux IV. Gg. Laux, z. Z. im Felde. Leihgestern, Großen-Linden, den 14. Mai 1942. Die Beerdigung findet Samstag, den 16. Mai, nachmittags um 3 Uhr statt. Mit den Hinterbliebenen trauern auch wir um unseren lieben Arbeitskameraden. BetribbsfUhrung und Befolgschaft der Firma K. Keineru.Co., Gießen. 02285 Veranstaltungsring der Hitlerjugend Samstag, den 16. Mai 1942 7. Vorstellung: „Königskinder“ Oper von Humperdinck. Beginn: 18.30 Uhr. issaD Die Karten mit dem Aufdruck 18. Mai 1942 behalten ihre Gültigkeit für Samstag, den 16. Mai 1942. Stellenangebote Keine Ursprünge* xengnisee, sondern nur Zeugnis- abschriften dem Be werbungsichre iben beließen I — Lichtbilder undBewerbungsunte» lagen müssen zur Vermeidung von Verlusten auf der Rückseite Na- men und Anschrift deS Bewerbers tragen! Freude an der Natur durch Äermühler-Äücher! | Kaufgesuche | Gut verschließb. Eisen- oder Holzkaffette z. kaufen gesucht. Schrift!. Angeb. unter 02282 an den Gieß. Anz. Gut erhaltenes Koffergrammophon z. kaufen gesucht. Schr. Ang. unter 02283 a.d.G.A. THEATER der Universitätsstadt Gießen Neue Damenpumps blau-rot, Gt. 38, geg. Tamensch. 37/37'/, od. Stoff zu tauschen ges. Schr. Ang. unter 02294 a.d.G.A. Brille im Etui auf dem Wege Wetzsteinstr.—Markttaub. — Senckenbergstr.— Licher Str. — Friedensstr. verloren. Abzug, geg. Bel. Wetztteinltr.1Sl MrilMzer-Lelirli mit den nötigen Schulkenntnissen sofort od. später gesucht. Genehmigung liegt vor. Badidruckerei Nitschkowski Gießen, Ludwigstraße 4 Fernsprecher Nr. 2724. 02289 Freitag, den 15. 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Y3 Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Gießener k^amilienblätter Heimat inrBild-DieScholle Bezugspreis: Monatlich.....RM.1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Kernsvrechanschluß 2251 Drahtanschrift: „Anzeiger" Postscheck 11686 Frankf./M. Gietzener Anzeiger vrühlscheUniverfitStrdruckerei H. £a«ge General-Anzeiger für Oberheffen Siehen, Schulftrahe 7-9 /Sonntag JZ.lfiai 1942 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer, bis 81/, Uhr desBormittagS Ameigen-Preise: Anzeigenteil 7 Rvf. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Textteil 50 Rvf. je mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung MalstaffeH AbschlüneMengenstasfelL Plabvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/.mehr Unmittelbar vor Kertsch. Der Wehrmachibericht. DNV. Aus dem Aührerhaupkquarkier. 15. Mai. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Auf der Krim flehen die deutsch-rumänischen Verfolgungskolonnen unmittelbar vor Kertsch, nachdem sie feindlichen Widerstand auf den höhen vor dieser Stadt gebrochen habend Die Kämpfe im Abschnitt von Charkow dauern an. 3n ihrem Verlaufe wurden bisher 14 5 feindliche Panzer abgeschossen. Starke <3t Manwtel yjbjetsfosfc Kasdvchg' V'a tV s X . * 0 Kampf, und Sturzkampfverbände zerschlugen Panzeransammlungen, Artilleriestellungen und Nachschubkolonnen der Sowjets. An der W o l ch o w - I r o n t wurde eine Kräfle- gruppe des Feindes in mehrtägigen Kämpfen durch Verbände des Heeres und der Waffen-^ einge- fchlosten und vernichtet, hierbei verloren die Sowjets 1 0 0 0 Gefangene, mehr als 3500 Tote, 6 Panzer, 119 Granatwerfer, 2 0 2 217a- fchinengewehre und zahlreiches anderes Kriegsmaterial. Deutsche und ungarische Truppen sowie Polizeiverbände haben in den letzten Tagen im rückwärtigen Gebiet mehrere stark bewaffnete bolschewistische Banden angegriffen und aufgerieben. Eine an der L i s m e e r k ü st e gelandete sowjetrussische Marinebrigade wurde in mehrtägigen harten Kämpfen trotz starker Schneestürme zerschlagen und zum Rückzug über das Meer gezwungen. Der Gegner ließ über 2000 Tole und eine große Anzahl leichter und schwerer Waffen zurück. An der Ostfront wurden gestern 6 5 feindliche Flugzeuge vernichtet. Auf Malta wurden Flugstützpunkte und andere militärische Ziele wirksam mit Bomben schweren Kalibers belegt. Deutsche und italienische Jäger schossen über der Insel 8 britische Jagdflugzeuge ab. Im Kampf gegen ein amerikanifches Geschwader hat die deutsche Luftwaffe gestern zwischen Nordkap und Spitzbergen einen Kreuzer der „Pensacola"-Klasse von 9100 Tonnen, sowie einen Zerstörer versenkt. Ferner wurden ein Eisbrecher von 3000 BRT. und ein Handelsschiff von 2000 BRT. vernichtet. Ein Frachter von 10 000 BRT. wurde so schwer getroffen, daß er vom Bug bis zum Heck brannte. Außerdem vernichteten tiefftiegende leichte deutsche Kampfflugzeuge in den gestrigen Abendstunden ungeachtet der Ballonsperren und des heftigen Flakfeuers in einem Hafen der englischen Süd- küfte vier Handelsschiffe mit zusammen 7500 BRT. Die Sturmgeschühabteilung 2 44 hat bei den Kämpfen im Osten am 14. Mai 3 6 feindliche Panzer vernichtet. Von diesen Panzern hat der Oberfeldwebel Banse allein 13 abgeschossen. In den gestrigen Luftkämpfen an der Ostfront errang Leutnant Graf seinen 98. bis 104., Leutnant Dickfeld seinen 82. bis 90. Luftsieg. in den Gewässern zwischen Nordkap und (Eismeer ist in der jetzigen Jahreszeit nichts Außergewöhnliches, deutet aber auf die Schwierigkeiten hin, die auch von der Witterungsseite her den amerikanischen Zufuhren für die Sowjets engegenstehen. Vor wenigen Tagen verlor hier die britische Flotte einen 10 000-Tonnen-Kreuzer durch deutsche U-Voot-Tor- pedos. Außerdem wurden in diesem Seetreffen drei Handelsschiffe mit 18 500 BRT. durch leichte deutsche Seestreitkräfte versenkt, während drei andere Frachter mit zusammen 19 000 BRT. durch deutsche Kampfflugzeuge schwer beschädigt wurden. N0RDP0. M MA/Et Moskau rPET'SCHUn* SEE SttaleMe Zemwirklingen. Von Erhard Wcgeli, Oberstleutnant a. D. Auf ungeheuren Räumen, getrennt durch Ozeans vollzieht sich dieser größte aller Kriege, der in seinen Ausmaßen den ersten Weltkrieg noch übertrifft Vom Nordkap bis zur spanischen Grenze einerseits, bis zum Schwarzen Meer andererseits, auf beiden Seiten des östlichen Mittelmeerbeckens stehen Deutsch, land und seine europäischen Verbündeten teils inr Kampf, teils in steter Kampfbereitschaft. Deutschs und italienische Seestreitkräfte durchpflügen das 'Nördliche Eismeer, die Nordsee, den Atlantik in seiner ganzen gewaltigen Breite und das Mitteln meer. Unser japanischer Verbündeter kämpft zu! Lande in dem riesigen Raum Chinas, auf den Philippinen, Neu-Guinea, den Südsee-Jnseln und in Burma. Seine Seestreitkräfte streifen von der Westküste der USA. über die schier unermeßliche Wasserwüste des Pazifik bis tief in den Indischen Ozean. Seine Luftstreitkräfte beherrschen das ganze riesige Operationsgebiet bis nach Australien hin» Es möchte auf den ersten Blick scheinen, als ob es eine unlösbare Aufgabe fein müßte, die Operationen der Dreierpaktmächte in Zusammenhang zu bringen und ihre gemeinsame Einwirkung auf den Verlauf des Krieges zu erzielen. Das um so mehr, als zwischen dem Operationsgebiet der europäischen und der ostasiatischen Verbündeten der ganze eurasischs Kontinent liegt, jede Landoerbindung zwischen ihnen durch die russische Front, an die sich nach Süden \ die englische Front bis zum Persischen Meerbusen anschließt, unterbunden, ein gemeinsamer Oberbefehl über die Gesamtstreitkräfte undenkbar ist, Nachrichten und Abmachungen nur auf dem Funkwegs möglich sind. Die ganzen Schwierigkeiten eines Koalitionskrieges, die sich schon im ersten Weltkriege in dem nicht immer reibungslosen Zusammenwirken der deutschen, österreichischen, bulgarischen und türkischen Streitkräfte einerseits, noch mehr bei den Entente-Streitkräften andererseits zeigten, müßten. Neuorientierung der französischen Wirtschaft. Die Kämpfe bei Sharkow und am Wolchow. Stalin hat kürzlich In einer Vortragsreihe vor dem sowjetischen Oberkommando zu den kommenden Kampfhandlungen erklärt: Es wäre unverantwortlich, wollte man die Stärke unterschätzen, die dem Gegner geblieben ist." Zu diesem Eingeständnis hat er sich veranlaßt gesehen angesichts der Erfahrungen, die die Sowjetarmee im nun abklingenden Winterfeldzug machen mußte. Die deutsche Abyiehrfront ist inzwischen sehr lebendig geworden. Auf der Krim sind die deutschen Truppen zum Angriff überge- gangen und stehen jetzt, sechs Tage nach Angrifss- 6 eg in n, auf den höhen von Kertsch. Damit ist diese ganze Landenge bis zu rund 100 Kilometer liefe, bis auf. einen schmalen Streifen vor der Ostküste der Halbinsel den Sowjets entrissen und das in monatelanger Arbeit ausgebaute tiefgegliederte Stellungssystem zerschlagen. Wie das Oberkommando der Wehrmacht ergänzend mitteilt, haben die deutschen und rumänischen Truppen die Verfolgung des geschlagenen und auf die Stadt Kertsch zurück- weichenden Feindes ohne Unterbrechung fortgesetzt. Die an diesen Verfolgungskämpfen beteiligten Verbände melden weiterhin anwachsende Gefangenen- und Beutezahlen. Vergeblich versuchten die Bolschewisten, auf den der Stadt Kertsch vorgelagerten höhen eine neue Widerstandslinie aufzubauen. Wo es dem Gegner gelang, sich vorübergehend zu setzen, wurde jeder Widerstand in schnellem Zupacken gebrochen. Die Luftwaffe verfolgte im Zusammenwirken mit den heeresvevbän- den den weichenden Feind, der den pausenlos durchgeführten Tiefangriffen der deutschen Flieger nur noch geringen Widerstand entgegensetzte. Die ostwärts von Kertsch in dichten Massen zusammengetriebenen feindlichen Truppen erlitten durch wiederholte Luftangriffe außerordentlich hohe Verluste. Die auf der überstürzten Flucht während der letzten Tage bis nach Kertsch gekommenen bolschewistischen Fahrzeugkolonnen wurden am Ostrand der Stadt gegenüber der Bucht von Tamanskaja zerschlagen. Bei dem Versuch des Gegners, sich auf das jenseitige Ufer der Meerenae von Kertsch zu retten, erlitten die Bolschewisten ourch die unermüdlichen Tiefangriffe deutscher Schlacht- und Kampffliegerverbände äußerst schwere Verluste. Aus dem deutschen Wehrmachtbericht geht weiter hervor, daß auch an den übrigen Teilen der Ostfront verstärkte Kampftätigkeit herrscht, wobei die deutschen Operationen große Erfolge zeitigten. An der Wolchow-Front war es einer feindlichen Kampfgrupe gelungen, unter Ausnutzung des unübersichtlichen Geländes in die deutsche Stellung einzudringen. Diese Einbruchsstelle wurde im Zuge eines überaus kühnen, zäh vorgetragenen Gegenangriffes geschlossen, die eingedrungenen feindlichen. Kräfte von ihren Verbindungen abgeschnit- ten und eingefeffelt. Vergeblich versuchte der Feind, unterstützt durch Artillerie und Panzer, die umschlossene Kampfgruppe wieder zu entsetzen. In fast ununterbrochenen, vier Tage und Nächte dauernden schweren Kämpfen in versumpften Waldgebieten wurden die sich mit äußerster Zähigkeit wehrenden Bolschewisten von Verbänden des Heeres und der Waffen-^ auf immer engeren Raum zufammengedrängt und schließlich vernichtet. Verbände der Luftwaffe unterstützten die Angriffe des Heeres in unermüdlichem Einsatz. Durch Sturzkampflugzeugangriffe entstand bei einer erstmalig in den Kampf tretenden bolschewistischen Schützendivision eine wilde Panik, wodurch sich die blutigen Verluste des Gegners noch weiter wesentlich erhöhten. Diese feindlichen Schützendivisionen und die Masse zweier weiterer Kampfverbände wurden in den Kämpfen aufgerieben. 3500 gefallene Bolschewisten bedeckten das Schlachtfeld. Rund 1000 Gefangene, ferner sechs Panzer, 119 Granatwerfer, 202 Maschinengewehre und zahlreiches weiteres Material wurden als Beute eingebracht. Die auffallend hohe Zahl der erbeuteten schweren Infanteriewaffen weist nachdrücklich auf die Größe des errungenen Erfolges hin. Die Sowjets haben vor allem im Raum östlich Charkow starke KräUe zu einem Angriff mit schwersten Waffen angesetzt. Die Vernichtung von 145 Feindpanzern durch die deutsche Abwehr lassen auf die Schwere des feindlichen Angriffs schließen. Ob es sich um eine Entlastungsoffensive für die Krim oder um Paralleloperationen handelt, die von sowjetischer Seite zweifellos gemeinsam mit der bolschewistischen Krimarmee durchgeführt werden sollten — die inzwischen von den deutschen Angriffstruppen zerschlagen wurde —, ist noch nicht zu übersehen. Jedenfalls sind die Kämpfe im Osten in Form harter örtlicher Einzeloperationen auf der ganzen Linie neu entbrannt. Oer deutsche Lustsieg im Eismeer. Der deutschen Luftwaffe hat der Frühling die Schwingen aus der winterlichen Erstarrung gelöst. Fast täglich meldete in den letzten Tagen der deutsche Wehrmachtbericht von rollenden Einsätzen gegen die feindlichen Stellungen und vor allem gegen wichtige Ziele hinter der östlichen Front. Einen besonderen Erfolg hatte sie — abgesehen von ihrer Mitwirkung in der Durchbruchsschlacht von Kertsch — am Donnerstag im nördlichen Eismeer gegen ein amerikanisches Geschwader. Der Flottenverband war in den frühen Morgenstunden von deutschen Fernaufklärern gesichtet worden. Als die deutschen Kampfflugzeuge die feindlichen Kriegsschiffe gegen 19 Uhr angriffen, liefen diese mit hoher Fahrt auf westlichen Kurs und versuchten die deutschen Kampfflugzeuge durch heftiges Feuer leichter und schwerer Bordflak abzuwehren. An den in mehreren Wellen durchgeführten Angriffen waren deutsche Kampfflugzeuge vom Muster Ju 88 und He 111 beteiligt. Trotz ungünstiger Witterung erhielt ein U S A. - Kreuzer der „Pensacola"-Klasse gleich bei den ersten Bombenabwürfen Treffer dicht hinter dem Schornstein. Im WbfTitg bco'v achteten die Besatzungen der Ju 88, wie durch die Wucht der detonierenden Bomben Teile der Deckaufbauten durch die Luft geschleudert wurden. Eine Stunde nach diesem ersten Angriff trafen die He 111 den Kreuzer 300 Kilometer nördlich des Nordkaps bereits brennend an. Ein sofortiger erneuter Angriff führte zu der Vernichtung des bereits schwerbeschädigten Kriegsschiffs. Nach abermaligen Treffern versank der brennende Kreuzer, um den sich die Zerstörer zu ersten Hilfeleistungen versammelt hatten. Die Ueberleben- dcn des Kreuzers waren in aller Eile von einem der Zerstörer übernommen worden. (Ein Zerstörer hatte ebenfalls von den Ju 88 vernichtende Bombentreffer erhalten, während ein anderer von einem Volltreffer auf das Heck getroffen worden war. Die übrigen Zerstörer flüchteten nach dem Untergang des Kreuzers mit hoher Fahrt nach Westen. Der starke Geleitzug deutet darauf hin, daß die deutsche Luftwaffe hier wieder auf einen .wertvollen amerikanischen Geleitzug stieß, der von Moskau sehnsüchtig erwartete Waffen für die Ostfront bringen fofPe. Die Anwesenheit eines Eisbrechers Von unserem Dr.-Berichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Paris, Mai 1942. Die Wiederbetreuung Pierre Lavals mit der, Führuna der französischen Regierung bringt sichtbar in Erscheinung, wie sich in Frankreich der Gedanke durchsetzt, daß eine wirkliche Wiederaufrichtung des Landes nur im Rahmen des neuen (Europa sich vollziehen kann. Es gewinnt immer mehr Gestalt, was vor anderthalb Jahren in Mon- toire begonnen wurde. Nach Lavals eigenen Worten fanden hier die Besiegten einen Sieger, der Frankreich einen seiner Vergangenheit würdigen Platz in dem neuen Europa anbot. Daraus ergab sich in erster Linie eine Neuausrichtung der Politik des von Marschall Pstain geleiteten Landes. Nicht minder aber auch eine Neuorientierung der Wirtschaft. Das neue Europa ist eine Schick? falsgemeinfchäft, die auf der Zusammenfassung aller Kräfte beruht. Deshalb hat in ihm keine Wirtschaftsform mehr Raum, die wie kagm eine zweite in der Welt sich ausschließlich auf die liberalistische Denkweise gründet, die man nach den Ereignissen.des letzten Jahrzehnts als endgültig überwunden an- fehen kann. Frankreichs Wirtschaft kann nicht mehr fragen: welches Verfahren ist am vorteilhaftesten?, vielmehr steht sie unter dem kategorischen Imperativ der Pflicht: was muß geschehen? Am einschneidendsten macht sich dieses Gebot i n der Landwirtschaft bemerkbar. Es geht einfach nicht mehr, nach Neigung und Geschmack anzubauen; die Lebensnotwendigkeiten sind zu befriedigen. Wenn im vergangenen Jahr die Nahrunas- mitteldecke ungewöhnlich dürftig erschien, so rächte sich damit eine Mißwirtschaft, die schon feit Jahrzehnten belieben wurde. Nach einmütigem Urteil in- und ausländischer Sachverständiger gehört Frankreich zu den von der Natur hinsichtlich Boden- geftalt und Klima am besten ausgestatteten Agrarländern. Es wäre in der Lage, ohne Schwierigkeiten den Brotgetreidebedarf für 62,3 Millionen Menschen zu erstellen. Tatsächlich braucht es aber nur für knapp 40 Millionen Franzosen zu sorgen. Und das sollte doch wirklich zu erreichen sein, wenn der Wille aufgebracht wird, ein erheblich größeres Maß an Arbeit zu leisten. Denn darin gipfelt alles. I n - tenfiüierung der Landwirtschaft! ist daher die« Losung aller einsichtigen Franzosen für die kommende Zeit. Es darf trotz größerer klimatischer Bevorzugung Frankreichs nicht so bleiben, daß Deutschland auf der ganzen Linie erheblich bessere Hektarerträge aufweist. Und das sogar in Feldfrüchten, die ihm von Natur wenig liegen! So beträgt das Spsn- nungsverhältnis während der letzten Friedensjahre für Mais in Doppelzentnern zwischen beiden Ländern 21,2 :14,9, für Weizen 21,6 :16,0 und für Gerste 20,0:14,7. Nur bei der Zuckerrübe begegnen sich beide zwischen 283 und 273 Doppelzentner. Wie schon aus dem Zusammenhang hervorgeht, bedeutet die erste Ziffer den Hektarertrag in Deutschland. Zur Intensivierung gehört in erster Linie auch die Erweiterung der Anbaufläche. Nach dem Weltkriege ist diese in erschreckender Weise zurückgegangen. Teils liegt das daran, daß von den 1 363 000 Gefallenen nicht weniger als 637 700, also 50 d. Sy, Landwirte waren. Wenn man zu diesem absoluten Verlust noch etwa 400 000 bis 500 000 landwirtschaftliche Arbeitskräfte rechnet, die infolge ihrer Verwundungen ihrem Beruf verloren gegangen sind, dann bedeutet der Ausfall von über einer Million Arbeitskräfte in der Landwirtschaft einen recht empfindlichen Verlust. Allein die Notwendigkeit verlangt, daß dieser durch Mehrarbeil wettgemacht wird. Deshalb ist bereits vor längerer Zeit das Gesetz über die landwirtschaftliche D i e n st p f l i ch t erlassen worden, die den Einsatz der Arbeitskräfte reaelt. Zudem hofft man noch, eine größere Zahl belgischer Wanderarbeiter zu gewinnen, die man dort einsetzen kann, wo die Arbeiten sich infolge des auch in Frankreich mit reichlicher Verspätung eingekehrten Frühlings allzu sehr zusammendrängen würden. Zeigt sich schon bei diesen Maßnahmen der lenkende Einfluß der' Regierung, so erst recht bei der Zuteilung d e s S a a tg u t e s. Die Versorgung mit Saatgetreide, Oelsaaten und Zuckerrübensamen ist im allgemeinen sichergestellt, nur die Beschaffung von Saatkartoffeln und Gemüsesamen bereitet noch Sorge. Letzteres ist besonders wichtig, da Frankreich das klassische Land des Gemüseanbaus ist. Hauptsächlich liegt das an der Gunst des milden und feuchten Klimas, dann aber auch an dem perfön« l ich en Hang des Franzosen, der sich zum Gärtner berufen fühlt. Deshalb sind die Ergebnisse im Gartenbau längst nkcht in dem Maße zurückgegangen wie in der reinen Landwirtschaft. Trotzdem muß auch im Gartenbau auf Intensivierung gedrängt werden wie auf die Zurückstellung von Liev- habereien in bezug auf Frühgemüse. Hier heißt es auf die Einfuhr von Algier oder Spanien zu verzichten und mit dem Genuß des ersten Frühgemüses noch ein paar Wochen zu warten, bis es in Frank« reich selbst gereift ist. Im ganzen kann aber die Bevölkerung ihre Neigung für Gemüse durchaus beibehalten, weil über diesen Weg die Ernährung Frankreichs am schnellsten und durchgreifendsten gesichert wird. Natürlich nicht ganz ohne Opfer auf anderen Gebieten! Mit dem Nachlassen des Ackerbaus begann eilt Ansteigen der Viehzucht, besonders der Schafzucht. Diese trug den Kriegsverluften an Land* arbeitern Rechnung und kam zugleich dem Rentner« gebauten entgegen, der ja schön seit langem das französische Volk wie eine fixe Idee beherrscht. Bemerkenswert ist hier wieder der Vergleich mit Deutschland, Frankreich verfügte vor dem Kriege über 10 Millionen Schafe gegenüber nur 3,5 Millionen im Reich. Klimatische Gründe liegen nur in den sommertrockenen Gebieten am Mittelmeer vor, sonst ist fast überall der Ackerbau gewinnbringender. Diese Schafweiden sind die große Reserve zur Auffüllung der Bedürfnisse nach Getreide- und Gartenland. Der Verlust an Wolle wird den Franzosen dabei wenig stören, denn auf diese legte er nie großes Gewicht. Wohl aber schmerzt ihn, daß die Hammelkeulen nun seltener auf den Tisch kommen als früher. Aber er wird sich mit der Genugtuung trösten, daß nunmehr durch die Bestellung des früheren Weidelandes feine Gemüseversorgung und damit seine Hauptversorgung sichergestellt ist. Mehr Sorge wird die Regierung noch mit de» Bannung der Jndu st rieflucht von Frankreich nach Nord- und Westafrika haben. Schon seit dem ersten Weltkriege sind eine Anzahl Industriezweige in die afrikanischen Kolonien gewandert, weil sie hier ihren Rohstoffen näher waren, und weil sie hier sich leichter Arbeitskräfte beschaffen konnten. Mit der selben Begründung sind ihnen in letzter Zeit andere gefolgt, besonders aus der französischen Oelmühlenindustrie. So haben sich die Oelausfuhren Westafrikas von 12 000 auf 45 000 Tonnen allein im letzten Jahr vermehrt. Die Textilindustrie schickt sich an, denselben Weg zu gehen. Es erscheint nur auffällig, daß bloß ein geringer Teil der afrikanischen Ausfuhr nach Frankreich geht. Hiernach müssen doch wohl politische Gründe für die Standortverlegung der Industrien mitbestimmend gewesen sein, was niemals im Interesse des französischen Wiederaufstiegs liegen kann. Das großzügige Verhalten des deutschen Versicherungsgewerbes bei dem Wiederaufbau des französischen sollte vielmehr allen noch zweifelnden Franzosen die Augen darüber öffnen, daß es klüger ist, sich einem verständnisvollen Partner anzuvertrauen als den Lockungen eines „Freundes von gestern" zu folgern -er nur an jemen eigenen Vorteil denkt. fid^n Verantwortungsgefühls solche Brandschäden zu verhüten. Brände durch Brenngläser entstehen aber nicht nur bann, wenn Kinder Papier, «vtroh, dürres Gras, Reisig usw. zum Entfachen bringen. Ein auf dem Fensterbrett liegen gebliebenes Brenn- glas hat durch Sammeln der Sonnenstrahlen auf den leicht brennbaren Vorhang ebenfalls schon oft einen Brand verursacht. Neben der allgemein bekannten Gefährlichkeit des kindlichen Spieles mit Streichhölzern muß daher seitens der Erziehungsberechtigten und Aufsichtspflichtigen auch dem Spielen mit Brenngläfern weit größere Beachtung geschenkt werden. Gilt es doch heute bei der vielfach verringerten Beaufsichtigungsmöglichkeit der Kinder mehr denn je, durch geeignete Aufklärung und durch Appell an die Mithilfe der größeren Kinder Brandschadenverhütung zu treiben. * ** Akademische Berufung. In den Lehrkörper der Universität Wien wurde als außerplanmäßiger Professor Dr. Walter Schmied-Ko - warzik berufen, der früher der Philosophischen Fakultät der Universität Gießen angehört hat. ** Zulassungskarten für denPfingst- re i s ov e r kehr. Zur Vermeidung einer lieber» füllung der Schnell- und Eilzüge in der Zeit vom 21. bis 27. Mai werden in Frankfurt a. M., Offenbach, Hanau, Friedberg und Gießen für die meisten dieser Züge Zulassungskarten ausgegeben. Die von diesen Bahnhöfen abfahrenden zulassungskartenpflichtigen Züge kan der Reisende, nur mit Zulassungskarten benutzen. Die Fahrausweise und Zulassungskarten kann man bereits vier Tage vor dem Reiseantritt lösen. Vorbestellungen und schriftliche oder fernmündliche Bestellungen von Zulassungskarten können unter keinen Umständen angenommen werden. In der Zeit vom 21. bis 27. Mai sind die zulassungskartenpflichtigen Züge allgemein für den Nahverkehr bis zu 150 Kilometer gesperrt: Fahrkarten und Zulassungskarten werden insoweit nicht ausgegeben. Uebergangsreisende, Inhaber von Zeitkarten (auch Netz- und Bezirkskarten), Bettkarten, Wehrmachtfahrscheinen und Wehrmachtfahrkarten sind von der Lösung von Zulassungstarten befreit: auch bie Beschränkungen des Nahverkehrs finden auf sie keine Anwendung. Aus der engeren Heimat. Ein Mädchen verschwunden. Seit vorigen Dienstag, 12. Mai, wird die 27 Jahre alte ledige Luise S t e 1 n m ü l l e r aus Fellingshausen vermißt. Das Mädchen, das in Wetzlar beschäftigt war, hatte sich am Dienstagmorgen von Fellingshausen nach Wetzlar begeben, angeblich um sich dort frisieren zu lassen, da sie am folgenden Tage, also Mittwoch, in Gemeinschaft mit Kameradinnen von ihrer Arbeitsstelle einen Erholungsurlaub antreten wollte. Von Wetzlar ist bas Mädchen aber nicht nach Hause zurückgekehrt, es ist auch mit den Arbeitskameradinnen nicht zum Erholungsurlaub abgefahren und ebensowenig an dem Erholungsplatze angetommen< Die Ermittlungen der Gendarmerie in Krofdorf haben inzwischen ergeben, daß das Mädchen mit einem verheirateten Manne aus Rodheim an, der Bieber Beziehungen unterhalten hatte, die nicht ohne Folgen geblieben waren. Nach den Angaben der Angehörigen des Mädchens habe sich dieses am Freitag voriger Woche im Walde bei Bieber mit ihrem Liebhaber aus Rodheim getroffen, der bei dieser Gelegenheit den Gedanken ausgesprochen habe, es sei agi besten, wenn beide Selbstmord begehen würden: der Mann habe dann mit einer Waffe auf das Mädchen geschossen und es leicht am Kopfe verletzt, so daß eine erhebliche Schwellung des Kopfes eingetreten sei. Am letzten Montag haben sich, wie durch Zeugen einwandfrei festgestellt werden konnte, der Rooheimer Mann und das Mädchen in der Nähe von Vetzberg wiederum getroffen. Am Dienstag früh ist dann das Mädchen mit der Bahn nach Wetzlar gefahren, ebenfalls am Dienstag früh hat sich der Mann aus Rodheim mit dem Autobus nach Wetzlar begeben. Ob beide sich in Wetzlar getroffen haben, ist bis jetzt nicht bekannt. Der Mann ist dann nach Rodheim a. d. B. zurückgekehrt, während das Mädchen seit Dienstag früh verschwunden ist. Der Mann wurde am gestrigen Donnerstagabend von der Gendarmerie in Krofdorf in Gewahrsam genommen, da sich natürlich gewisse Verdachtsmomente im Zusammenhang mit dem Verschwinden des Mädchens gegen ihn richten. Bei feiner Vernehmung vor der Gendarmerie bestritt er das von den Angehörigen des Mädchens bekundete Zusammentreffen im Walde bei Bieber, dagegen mußte er die von Zeugen beobachtete Begegnung mit dem Mädchen bei Vetzberg zugeben. Der Festgenommene wurde dem Amtsgericht in Wetzlar vorgeführt. Sekt und Wein gestohlen. * Alsfeld, 15. Mai. Vor einigen Tagen wurde in der hiesigen Gastwirtschaft „Zum Ratseck" nachts ein Einbruch verübt, bei dem die Täter zehn Flaschen Sekt und eine Flasche Wein mit sich nahmen. Der Verdacht der Täterschaft richtete sich gegen zwei junge Männer von hier, deren Wohnung von der Polizei alsbald durchsucht wurde. Dabei ergab sich, daß der gestohlene Sekt und Wein in der Wohnung des einen Täters in einemKof- fer im Schrank versteckt war. Das Diebesgut wurde sichergestellt und die beiden Täter in Polizeigewahrsam genommen. Bei den weiteren Ermittlungen ergaben sich Hinweise dafür, daß auf das Konto der beiden auch noch andere, früher hier begangene Diebstähle zu setzen sein dürften: u. a. kommt ein Kellereinbruch, der vor etwa vier Wochen hier begangen und bei dem Wein und Schnaps gestohlen wurde, auf ihr Sündenregister. Gewisse Unterlagen deuten darauf hin, daß bei diesen Straftaten auch noch einige andere Leute sich strafbar gemacht haben. Die polizeilichen Ermittlungen sind noch im Gange. Die beiden Einbrecher wurden nach Gießen in das Untersuchungsgefängnis eingeliefert. Ein Lehrling wird vermißt. Lpd. Herborn, 14. Mai. Seit einigen Tagen wird der 17jährige Helmut Dechert aus Dortmund, der Pflegesohn eines hiesigen Einwohners, bei dem er feit drei Jahren wohnt, y e r m i ß t. Am Montagfrüh ging er nach feiner Arbeitsstelle, wo er aber nicht erschien, lieber einen neuen bläuen Arbeitsanzug trug er einen Straßenanzug. Landkreis Gießen. * ßoHar, 15.Mai. Am morgigen Samstag, 16. Mai,.begeht der Schmiedemeister Heinrich Kar- her, Bahnhofstraße, seinen 70. Geburtstag. Aus gesundheitlichen Gründen war er vor einigen Jahren genötigt, das Handwerk aufzugeben. Seine kleine Landwirtschaft betreibt >er aber noch heute. Als Korber vor 40 Jahren die väterliche Hofreite übernahm, wurde hier schon der Gießener Anzeiger gelesen: das ist bis auf den heutigen Tag so geblieben. — Wir gratulieren herzlich und wünschen dem alten Herrn einen schönen Lebensabend. + Grünberg, 14. Mai. Dieser Tage hielt der Verkehrsverein in der Wirtschaft „Zum Rap- pen" seine Hauptversammlung ab. Wagnermeister Ludwig Zinßer erstattete als Vorsitzender den Jahresbericht. Danach ist die Mitgliederahl von 132 auf 138 gestiegen. Auf der Ostseite des Brunnentals wurde ein Durchgang zum Stadtwald gelchaf- fen. Dieser Weg bietet prächtige Ausblicke bis zu den fernen Taünusbergen. Die Haupttätigkeit des Vereins erstreckte sich auf Ausbesserungsarbeiten an den Spaziergängerwegen im Brunnental, sowie Reparaturen und Neuaüfstellung von Ruhebänken daselbst. Die Rechnungsablage ergab bei einer Einnahme von 434,78 RM. und einer Ausgabe von 190,86 RM. einen Kassevorrat von 243,92 RM., außerdem besteht eine Bankeinlage von 143,61 RM. Die Aussprache ergab verschiedene Anregungen, u. a. Fremdenverkehr, Bebauungsplan, Straßenverbesse- rung, Schuttabfuhr usw. An der Erörterung beteiligten sich Ortsgrupenleiter Schütz, Bürgermeister König und Oberstudiendirektor Dr. Haun. Der Vorsitzende Zinßer wies daraus hin, daß es Ehrenpflicht jedes Grünbergers fein müsse, durch Erwerbung der Mitgliedschaft die gemeinnützigen Ziele des Derkehrsvereins zu unterstützen. Verdunkelungszeil: < 15. Mai von 22.11 bis 4.55 Uhr. . $ Landesfachgruppentagung der Kaninchenzüchter. Lpd. Darmstadt, 12. Mai. Unter Leitung des Landesfachgruppenvorsitzenden Krauß fand in Darmstadt in vereinfachter Form die diesjährige Landestagung der Landesfachgruppe Hessen-Nassau der Kaninchenzüchter statt. In der Landesfachgruppe sind 8000 Kaninchenzüchter zusammenge- schlossen. lieber 50 neue Vereine wurden im letzten Jahre gegründet. Die Züchter verfügten über 130 000 Kaninchen, von denen 3600 männliche und fast 30 000 weibliche Tiere ausgesprochene Zucht-- riete waren. Es fielen im letzten Jahre 185 000 Kilo Fleisch und über 1 476,400 Kilo Wolle an. Außerdem wurden fast 100 000 Felle abgeliefert Kaninchen (und überhaupt Kleintiere) dürfen nur auf wirtschaftseigener Futtergrundlage gehalten werden. Hochwertige Futtermittel für Kleintiere zu verfüttern, bedeutet Sabotage an der deutschen Volksernährung. Diplomlandwirt Völling vom Gausiedlungsamt sprach über Kleinsiedler und Kleintierhaltung. Dem Siedler stünden in Zukunft neben seinen Wyhnräumen auch ausreichende Stallungen für feine Kleintiere zur Verfügung. 12. Handball-Länderkampf Deutschland gegen Ungarn. Das Hindenburg-Stadion in Hannover ist am Sonntag der Schauplatz des 12. Handballändertref- fens zwischen Deutschland und Ungarn. Nach den Siegen unserer Fußballer und Hockeyspieler über Ungarn haben auch die Handballer das Bestreben, mit einem Sieg aufzuwarten, um so mehr, als die letzte Begegnung im vergangenen Dezember in Budapest verlorenging. Diese deutsche Niederlage in Budapest war keine kleine Ueberraschung, ist doch die deutsche Vorherrschaft im Feldhandball bisher unbestritten gewesen. Nicht unerwähnt darf bleiben, daß Ungarn von allen handballsporttreibenden Ländern die größten. Fortschritte gemacht hat, und daß seine Nationalmannschaft eine sehr gefährliche und schlagkräftige Einheit darstellt. Schon beim letzten Auftreten in Deutschland, im Mai 1941 in Mannheim, fiel der deutsche Sieg mit 11:8 Toren recht knapp aus, und das Rückspiel im gleichen Jahr in der ungarischen Hauptstadt brachte bann, wie schon eingangs erwähnt, die erste deutsche Niederlage nach 10 Siegen. Die deutsche Nationalelf ist zur Stunde noch nicht bekannt, aber man darf annehmen, daß sie aus den gleichen Spielern bestehen wird, die am letzten Sonntag in Magdeburg ein erfolgreiches Uebungs- fpiel gegen die Auswahl des Bereichs Mitte bestritt. Die deutschen Farben dürften mithin vertreten : Lüdicke (Dessau): Dick (Hamburg), Schwunk (Tet- schen): Masellä (Magdeburg), Schunk (Frankfurt am Main), Dittrich (Leipzig): Denschel (Berlin), Theilig (Hamburg), Thielecke (Magdeburg), Brünt- gens (Lintfort), Fromm (Berlin). Als Mittelläufer kommt auch Hptm. Brinkmann (Kattowitz) in Frage, während im Sturm u. U. die Waldhöfer Zimmermann und Reinhardt zum Zuge kommen. Die Elf erscheint auf jeden Fall so stark, daß die Vergeltung für die Budapester Niederlage kaum zweifelhaft ist. Kurze Sportnotizen. Die Deutsche F u ß b a l l m e i st e r s ch a f t wird am Pfingstsonntag, 24. Mai, mit den acht Spielen der zweiten Vorrunde fortgesetzt. Es kommt hierbei zu folgenden Begegnungen: ^Straßburg — Schweinfurt 05; Kickers Offenbach — VfL. 99, Köln) Schalke 04 — 1. FC. Kaiserslautern; Dessau 05 — Blau-Weiß Berlin: Vienna Wien — Germania Königshütte: VfB. Königsberg — Ordnungspolizei Litzmannstadt: SC. Planitz — Breslau 02; Werder Bremen ober Hamborn 07 — TDd. Eimsbüttel. D i e Kämpfe um die Haudballme ist e vs schäft werden am kommenden Wochenende mit drei weiteren Begegnungen der ersten Vorrunde fortgesetzt, und zwar: BSG. Henschel Kassel — iura Gröpelinaen: LSV. Heiligenbeil — HUS. Marienwerder; Inf. Bor. Straßburg — jfr Stuttgart. Das Treffen zwischen Kruppsche TG. Essen und TA. Köln-Nippes wurde auf den 24. Mai verschoben. Eine neue deutsche Bestleistung in1 10 0-m-Bru st schwimmen für Frauen stellte Gisela Graß (Poseidon Leipzig) im Leipziger Westbad mit 1:21,1 Minuten auf. Die junge Rekordschwimmerin zählt noch keine 16 Jahre. Inge Schmidt (Hamburg) war bisher mit 1:22,9 Rekordhalterin. Der Weltrekord von Hanni Hölzner (Plauen) steht auf 1:20,2 Minuten. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter be5 Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für das FeuiUeton: Dr. Hans Thyriotz für Stadt Gießen, Provinz, Wirtschaft und Sport: Ernst Blumschein. Druck und Verlag: Brühlsche Universitärsdruckerei K. Lange St. G. Verlagsleiter: Tr.-Jng. Erich Hamann; Anzeigenleiter: Hans Bpck. Anzeigenpreisliste Nr. 6. .M> JE SPARSAMER ANGEWANDT DESTO FEINER DIE WIRKUNG Abteilung NS.-Gemeinschaft bis 11 Uhr, im Bahnhofhotel. 1618V L. Rülfing, Speiialbandagiit, Köln, Richard-Wagner-Str. 16 Freude an der Natur durch Äermühler-Äücher! Q 1621 D in, ZIGARETTEN <ÄUSlRlÄ> LICHTSPIEL-THEATER Kleine Anzeigen Stundenfrau SS Zeitungsträgerin an die Bevölkerung der gesucht 1577 D Verlag des Gießener Anzeigers I Abzu^geg^Bei. sucht. [02097 Seltersweg 36. fllflfimrÄMilttii Zb gleichen Preisen in Bpofliefcen, Drogerien ond durch die Brunnenverwallung Biskireben - Rui 44 - erhältlich. engeren Heimat! Darum: Kleinanzeigen in dio Heimatzeitung, den | Kaufgesuche [ Gut verschließb. Eisen- oder Holzkassette kaufen gesucht. Schriftl. Angeb. unter 02282 an den Gieß. Anz. Gut erhaltenes Koffergrammophon kaufen gesucht. Schr. Ang. unter 02283 a.d.G.A. Neue Damenpumps blau-rot, Gt. 38, geg. Tamcnsch. 37/37'/, od. Stoff zu tauschen ges. Schr. Ang. unter 02294 a.d.G.A. THEATER der Universitätsstadt 6ießen Nach kurzer, tapfer ertragener Krankheit entschlief allzufrüh und unerwartet am 13. Mai, nachdem sie am 8. Mai ihrem 4. Jungen das Leben geschenkt hatte, meine liebe, unvergeßliche Frau, die treusorgende, unersetzliche Mutter, meine liebe Tochter, Schwester, Schwiegertochter, Schwägerin und Tante Frau Käthe Müller, geb. Bauer im Alter von fast 37 Jahren. In tiefer Trauer: Willi MUIIer, Uffz. b. d. Luftwaffe, z.Z.Im Felde; Karl-Ludwig, Eckhard, Wilhelm u. Rolf; Marie BauerWwe.; Emilie Bauer; Fritz Bauer u. Frau; Karoline MUIIer Wwe.; nebst allen Verwandten. Gießen (Gnauthstraße 4), den 15. Mai 1942. Die Beerdigung findet am Montag, 18. Mai, 14 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Wir bitten von Beileidsbesuchen abzusehen. ______________________________________________________02288 Plötzlich und unerwartet starb heute morgen um 4 Uhr unser lieber, hoffnungsvoller Sohl Bruder, Schwager und Pate MILDE SORTE MEMPHIS DRITTE SORTE NIL Mit den Hinterbliebenen trauern auch wir um unseren lieben Arbeitskameraden. Betriebsführung und Gefolgschaft der Firma K. Keiner u. Co., Gießen. ________________ 02285 Redner: Admiral z.V. Richard Foerster Präsident der Deutsch-Japanischen Gesellschaft, Berlin Eintrittspreis : RM. 1.—, auf Mitgliedsausweis des Gießener Vortragsrin^es RM.0.80,Wehrmacht u. geschlossene Formationen RM. 0.50, in der Karten Verkaufsstelle der NSG.-Kraft durch Freude, Seltersweg 60, Fernruf 2141, und an der Abendkasse. Die Plätze sind numeriert. oderMädchen für Haushalt ge- Richard Laux im blühenden Alter von nahezu 26 Jahren. In tiefer Trauer: Gg. Laux und Frau, geb. Rippert Familie Heinrich Menges VIII. Familie Wilhelm Laux IV. Gg. Laux, z. Z. im Felde. Leihgestern, Großen-Linden, den 14. Mai 1942. Die Beerdigung findet Samstag, den 16. Mai, nachmittags um 3 Uhr statt. Keine üriprunge- Zeugnisse, sondern nur Zeugnis- abschriften dem Be Werbungsschreiben bei» legen! — Lichtbilder undBewerbungsuntev lagen müssen zur Vermeidung von Verlusten auf der Rückseite Namen und Anschrift des Bewerber- tragen! liilllllllllllllllllllllllllll Sonntag, 17. Mai, 19.30 Uhr, Gießen, Neue Aula der Universität Der Kampf Japans um den Groforaum Ostasien Freitag» den 15. Mai 19 bis 21 Uhr: 32. Freitagmiete u. Halbmiete A Der Meisterboxer Schwank von, Schwartz / Mathern. Preise von 0.60 bis 8.10 RM. 1554 D ScHlseta-Wrlinj mit den nötigen Schulkenntnissen sofort od. später gesucht. Genehmigung liegt vor. Bndmrackerei Nllsctikowski Gießen, Ludwigstraße 4 Fernsprecher Nr. 2724. ___________________________________02289 Brille im Etui auf dem Wege Wetzstein- str.—Marktlaub. — Senckenbergstr.—Licher Str. — Friedensstr. Veranstaltungsring der Hitlerjugend Samstag, den 16. Mai 1942 7. Vorstellung: „Königskinder“ Oper von Humperdinck. Beginn: 18.30 Uhr. issaD Die Karten mit dem Aufdruck 18. Mai 1942 behalten ihre Gültigkeit für Samstag, den 16. Mai 1942. Kraft durch Freude Volksbildungswerk Kreisdienststelle Wetterau und Deutsch-Japanische Gesellschaft Zweiggesellschaft Südwestdeutschland, Sitz Frankfurt am Main kann immer größer werden und es besteht die Möglichkeit einer Brucheinklemmung, wenn Sie ein schlechtsitzendes Bruchband tragen. Ziehen Sie rechtzeitig Ihren Arzt zu Rate und kommen Sie zu mir, wenn er Ihnen ein Bruchband verordnet. Schon Tausenden konnte ich helfen und auch Sie werden überrascht sein, wie leicht und bequem sich Ihr Bruch zurückhalten läßt. Durch meine Spezialbandagen sind nachweisbar vielfach sogar Heilungen erzielt worden. - Machen Sie sich das Leben leichter und quälen Sie sich nicht unnötig .... auch für Ihren speziellen Fall gibt es eine Hilfe. - Kostenlose und unverbindliche Sprechstunde in: Gießen, Montag.18. Mai, von 2 bis 6Uhr. im Hotel Kobel. Marburg, Dienstag, 19. Mai, von 9 Bloria-Palait, Seltersweg: Die Sache mit Styx 1620A Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: IA in Oberbayern Tägl. 3,5.15,8, So. 2.30,5,8 Uhr Verschiedenes! NeuerHerrenanzug schl. Fig., gegen gebr. Tarnen* fat)trab oder Pbotoavvarat zu tauschen ges. Ederffraße 18 V nachm. zwischen 2 u. 4 Uhr. 02392 Eigenheim-Modellschau und kostenlose Beratung am Samstag, 16. Mai, 14 bis 20 Uhr am Sonntag, 17. Mai,11 bis 20 Uhr in Gießen, Hotel Schätz Bahnhofstraße 52. [1584v Wir zeigen viele schöne Eigenheime von 7 000 bis 30000 RM. Warum noch Miete zahlen? Für jedermann mit oder ohne Eigenkapital bequeme monatL Ein- u. Rückzahlungen. 3 % bzw. 2’/<% Zinsvergütung; außerdem wird der Bausparer im K riege durch gesetzt Steuerermäßigung besonders belohnt. Leonberger Bausparkasse 1-G. in Leonberg bei Stuttgart 21000 Mitglieder 230Millionen RM. Vertragsbestand Wenn verhindert, Prospekt 7 (erhebliche Kostensenkung) anford.